Von James Corbett

Endlich ist die japanische Ausgabe von REPORTAGE: Essays on the New World Order da! Sie trägt den Titel 認知戦争・認知支配の全貌, ist im Verlag ヒカルランド erschienen und sieht auf dem Cover so aus:

(Nein, das ist kein Bildfehler, und Sie müssen Ihren Bildschirm nicht neu einstellen. Japanische Buchcover sind wirklich so gestaltet.)
Wie auch immer, Sie können ein Exemplar des Buches für sich selbst oder für den japanischen Leser in Ihrem Leben HIER oder überall dort kaufen, wo gute japanische Bücher verkauft werden. (Sogar bei Amazon, wie es scheint.)
Zu Ehren dieses bedeutenden Anlasses möchte ich euch eine Besonderheit dieser japanischen Ausgabe von REPORTAGE vorstellen. Der Verlag beauftragte den Übersetzer des Buches, Jimakudaio, ein Interview mit mir zu führen, um den Autor, nämlich mich, dem japanischen Lesepublikum vorzustellen.
Also, ohne weitere Umschweife präsentiere ich euch das japanische James-Corbett-Q&A… auf Englisch! Viel Spaß dabei.
Es folgt das Frage-und-Antwort-Interview aus der neu erschienenen japanischen Ausgabe von REPORTAGE. Die Fragen (F) stammen vom Übersetzer, Jimakudaio, die Antworten von James Corbett (JC).
TEIL 1 – Einleitung: Der Ausgangspunkt / Das Erwachen in Japan

F: Zunächst einmal – Sie sind 2004 zum ersten Mal nach Japan gekommen, richtig? Sie stammen ursprünglich aus Kanada und haben Ihren Master in anglo-irischer Literatur in Irland gemacht. Was hat Sie dazu bewogen, Japan als neuen Wohnort zu wählen – und was genau hat Sie dazu bewegt, in den Bereich des Englischunterrichts einzusteigen?
JC: Als ich 1997 mein Studium an der University of Calgary begann, hatte ich vor, Physik zu studieren. Doch nach einem Semester mit Kursen in Physik, Chemie und angewandter Mathematik wurde mir klar, dass es mir mehr bedeutete, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen, als mit Gleichungen und Zahlen zu arbeiten. Also änderte ich schnell meinen Studiengang und entschied mich für Englisch.
Als ich diese drastische Planänderung vornahm, fragten mich meine Eltern (und andere), was ich mit einem Englisch-Abschluss vorhabe. Ehrlich gesagt wollte ich Romanautor werden. Schon seit meiner Kindheit liebte ich das Lesen und Schreiben und hatte das Gefühl, dass das Schreiben von Büchern meine wahre Berufung war. Aber selbst mir war klar, wie unwahrscheinlich es war, dass ich jemals ein erfolgreicher Romanautor werden würde, also antwortete ich nur: „Ich weiß nicht, was ich mit meinem Abschluss machen werde, aber ich werde kein Lehrer und ich werde kein Journalist!“
Die Ironie dabei ist natürlich, dass ich letztendlich beides geworden bin.
Ich wurde eher zufällig Lehrer. Als ich mein Studium der anglo-irischen Literatur am Trinity College Dublin beendete, begann ich darüber nachzudenken, wie ich Geld verdienen könnte, um meine Studienkredite zurückzuzahlen. Zu dieser Zeit traf ich eines Tages einen Freund auf dem Campus. Ich fragte ihn, was er so mache, und er sagte, er habe sich gerade Stellenangebote für Englischunterricht in Asien angesehen. Das klang nach etwas, wofür ich qualifiziert war, und nach einer guten Möglichkeit, einen anderen Teil der Welt zu sehen und dabei etwas Geld zu verdienen, also suchte ich online und bewarb mich bei einem der ersten Unternehmen, die ich fand. Ich bekam die Stelle und innerhalb weniger Monate machte ich mich zum ersten Mal auf den Weg nach Japan, um mein neues Leben als Englischlehrer zu beginnen.
Auch Journalist wurde ich natürlich eher zufällig, aber das ist die Geschichte, die ich im ersten Essay des Buches „Reportage: Adventures in the New Media“ erzähle.
F: Sie leben nun seit rund zwanzig Jahren in Japan. Wenn Sie auf Ihre ersten Jahre als Englischlehrer hier zurückblicken, wie kam Ihnen die japanische Gesellschaft damals vor? Gab es etwas, das Ihnen damals fremd oder sogar irgendwie beunruhigend vorkam?
JC: Da ich so unvorbereitet auf meinen Umzug nach Japan war – ich hatte bis dahin noch nie daran gedacht, in Japan zu leben, ich hatte mich nicht mit japanischer Geschichte oder Kultur beschäftigt und nur ein paar Monate lang die Sprache gelernt –, war mein erster Schock wohl, dass Japan sich nicht grundlegend von anderen Orten unterschied, an denen ich gelebt hatte. Die Gesetze der Physik waren hier dieselben. Bäume, Gras und die Tierwelt waren alle wiedererkennbar. Die Menschen eilten jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit hin und her, genau wie in Kanada, Irland und überall sonst. Es schien alles seltsam ähnlich wie zu Hause.
Als ich jedoch anfing, mit Studenten zu interagieren, für ein japanisches Unternehmen zu arbeiten und mich besser mit der japanischen Gesellschaft vertraut zu machen, setzte der Kulturschock ein. Manchmal fand ich den Umgang miteinander verwirrend. Japaner neigen nicht dazu, offen zu sagen, was sie denken. Stattdessen sind sie selbst bei trivialen Angelegenheiten (und besonders bei wichtigen politischen Themen) zurückhaltender mit ihren Meinungen, als ich es aus Kanada gewohnt war. In meinen Begegnungen hier schien es immer eine unsichtbare Barriere zwischen mir und meinem Gesprächspartner zu geben, als wäre er gar nicht wirklich da.
Für jemanden aus einer Gesellschaft, in der Überzeugungen und Meinungen direkter geäußert werden, war (und ist manchmal immer noch) die japanische Tendenz, Dinge nicht klar auszusprechen, ein stiller, beunruhigender Teil der Kultur.
F: Gibt es bestimmte Episoden aus dieser Zeit – Momente, in denen Sie kulturelle Reibungen spürten, starke Wertunterschiede entdeckten oder vielleicht eine unerwartet bestätigende Erfahrung machten –, die Ihnen noch lebhaft in Erinnerung sind?
JC: Das Erste, was mir auffiel, war das weltberühmte japanische Omotenashi. Ich habe oft erlebt, dass sich Menschen große Mühe gaben, mir zu helfen. Einmal suchten meine Freunde und ich – wir waren alle neu in Japan – eine bestimmte Bar, die in unserem Reiseführer aufgeführt war. Wir hatten Schwierigkeiten, sie zu finden, und kehrten daher unterwegs in ein lokales Café ein. Der Kellner hörte, dass wir nach diesem anderen Lokal suchten, und da er nicht genug Englisch beherrschte, um uns den Weg zu beschreiben, führte er uns tatsächlich selbst dorthin. Das war wirklich erstaunlich und definitiv nichts, was in Kanada passieren würde.
Auf der anderen Seite, und das hängt mit dem Kommunikationsproblem aus der vorherigen Frage zusammen: Nach dem ersten Date mit meiner ersten japanischen Freundin – einem Date, das meiner Meinung nach extrem gut verlief – weigerte sie sich sogar, anzugeben, wann oder ob wir uns wiedersehen könnten. Wir haben uns schließlich doch wieder getroffen, aber ihre Zurückhaltung, irgendeinen Hinweis darauf zu geben, ob sie daran interessiert war, mich wiederzusehen, war, gelinde gesagt, beunruhigend.
F: Ich nehme an, Sie beschäftigen sich nicht täglich mit den japanischen Massenmedien, aber achten Sie ab und zu darauf? Und haben Sie als jemand, der seit vielen Jahren als Ausländer in Japan lebt, irgendwelche charakteristischen Muster bemerkt, wie Japaner Informationen aufnehmen und verarbeiten?
JC: Vielleicht gewöhne ich mich langsam daran, nachdem ich nun schon über zwanzig Jahre hier lebe, aber das Erste, was einem Westler bei der Ankunft in Japan auffällt, ist, wie Informationen fast ausnahmslos über niedliche Comicfiguren und vereinfachende Slogans vermittelt werden.
Grundsätzlich unterscheidet sich das natürlich nicht von der vereinfachenden Propaganda, die den Bürgern westlicher Länder vermittelt wird. Der britische Sicherheitsslogan „See it. Say it. Sorted“ zum Beispiel oder das Bild des Ministers für Innere Sicherheit auf Bildschirmen bei Walmart, der die Menschen ermahnt: „If you see something, say something“, oder unzählige andere Beispiele in der westlichen Gesellschaft zeigen, dass auch die Möchtegern-Herrscher der westlichen Gesellschaft ihre Bürger für leicht formbare Trottel halten. Doch die Neigung der Japaner, solche Ermahnungen kawaii zu gestalten, empfinde ich nach wie vor als Beleidigung der Intelligenz eines voll funktionsfähigen Erwachsenen.
Etwas ernster betrachtet kann ich bestätigen, dass die Mainstream-Medien in Japan genauso seicht, übertrieben süßlich und beleidigend für die Intelligenz sind wie die Medien in Kanada, den USA, Irland und anderswo. Nachrichtenberichte und Podiumsdiskussionen bedienen in der Regel den kleinsten gemeinsamen Nenner, mit wenigen nennenswerten Ausnahmen. Und in den wenigen Fällen, in denen in den japanischen Massenmedien tatsächlich unbequeme Fragen aufkommen, werden diese sorgfältig ignoriert. Mein Lieblingsbeispiel dafür stammt aus dem Jahr 2022, als ein Diskussionsteilnehmer in einer morgendlichen Fernsehsendung es wagte, über den politischen Einfluss der Vereinigungskirche hinter den Kulissen der japanischen Politik zu sprechen … und die Runde sprachlos wurde. Dann wurde sofort zu einer Werbepause übergeblendet, und die Bemerkung wurde nie wieder erwähnt.
Auch dies unterscheidet sich nicht grundlegend von der Arbeitsweise der Mainstream- (sprich: unternehmensgeführten) Medien in jedem anderen Industrieland. Sie sind dazu da, die Massen zu beschwichtigen, zu täuschen, abzulenken und falsch zu informieren, nicht aber, sie darüber aufzuklären, wie ihr politisches System wirklich funktioniert.
F: Aus der Perspektive eines Menschen, dem die Freiheit des Einzelnen sehr am Herzen liegt: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Stärken und Schwächen der japanischen Gesellschaft? Ich würde mich über Ihre ehrliche Meinung dazu freuen.
JC: Das ist natürlich eine grobe Verallgemeinerung, aber mein Eindruck ist, dass westliche Gesellschaften stärker auf eine „vertikale“ Kontrolle von oben nach unten setzen, während die japanische Gesellschaft eher auf einer „horizontalen“ Ebene funktioniert.
Dieser Unterschied zeigte sich vielleicht am deutlichsten in den unterschiedlichen Reaktionen auf die „Scamdemic“. In den USA und anderen westlichen Ländern wurden verschiedene Gesetze erlassen, die Maskenpflicht, Lockdowns und Impfungen vorschrieben. In Japan gab es keine gesetzlich vorgeschriebenen Lockdowns. Es gab kein Maskengebot. Es gab keine gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen.
Das Endergebnis war natürlich fast dasselbe. Die Japaner trugen fast ausnahmslos fast die ganze Zeit Masken, und die wenigen, die versuchten, ihr gesetzliches Recht auf das Tragen keiner Maske geltend zu machen, wurden schikaniert und wegen ihres Widerstands sogar zu Unrecht verhaftet. Japan hatte am Ende eine der höchsten Impfquoten der Welt, obwohl es kein Gesetz gab, das jemanden zur Impfung verpflichtete.
Was ich faszinierend finde, ist, dass es im Westen ohne Vorschriften oder Gesetze eine viel geringere Einhaltung dieser Maßnahmen gegeben hätte. In Japan hingegen üben die Menschen Selbstkontrolle aus oder fügen sich zumindest, um die soziale Harmonie zu wahren. Wenn es eine breit angelegte Kampagne gibt, die zum Tragen von Masken aufruft, werden die meisten Menschen gerne jederzeit eine Maske tragen – selbst wenn sie alleine in ihrem Auto fahren, wie ich während der „Scamdemic“ regelmäßig beobachtet habe. Wenn der Geschäftsführer eines Unternehmens eine Anweisung erteilt, dass sich die Mitarbeiter mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen müssen, würde sich nicht einmal einer von tausend Mitarbeitern weigern.
Als ehemaliger Lehrer sehe ich, dass diese Kultur des Gruppenzusammenhalts und der Selbstkontrolle schon in jungen Jahren vermittelt wird. In westlichen Schulen ist der Lehrer stets die einzige, unangefochtene Autorität im Klassenzimmer. In japanischen Schulen bilden Kinder häufiger Gruppen und müssen selbst Antworten finden und Konflikte untereinander lösen.
Für diejenigen, die sich für das Streben nach menschlicher Freiheit interessieren, halte ich das japanische System des „horizontalen“ Drucks und der Kontrolle für förderlicher für eine freie Gesellschaft. Wenn die Menschen über menschliche Souveränität aufgeklärt, informiert und motiviert sind, könnte ein solches System eine freie (oder freiere) Gesellschaft fördern, in der Menschen Überzeugungskraft und Argumente statt roher Gewalt einsetzen, um andere von ihrem Standpunkt zu überzeugen.
Wie jedoch die „Scamdemic“ gezeigt hat, können selbst Gesellschaften, die sich weniger auf Top-down-Kontrolle stützen, dennoch zu schlechten Ergebnissen führen, wenn diese Gesellschaften nicht über wichtige Themen wie die Bedeutung der körperlichen Selbstbestimmung aufgeklärt und informiert sind.
F: Ich habe 2016 damit begonnen, englischsprachige Videos ins Japanische zu untertiteln, und bin fast sofort auf Ihre Arbeit gestoßen. Ich erinnere mich, dass ich dachte: „Er scheint in Japan ansässig zu sein. Wie kommt es, dass fast niemand in Japan seinen Namen kennt?“ Im November 2023 trafen wir uns schließlich persönlich, und seitdem habe ich beobachtet, dass immer mehr Japaner beginnen, Ihre Arbeit vorzustellen. Da Ihre Frau Japanerin ist, verspüren Sie nun auch ein wachsendes Bedürfnis, direkt zu einem japanischen Publikum zu sprechen?
JC: Ich führe meine relative Unbekanntheit in Japan darauf zurück, dass ich mich stets ausschließlich auf Englisch bewegt habe und nie Anstrengungen unternommen habe, meine Werke ins Japanische übersetzen zu lassen. Außerdem liegt mein Hauptaugenmerk, wie Sie diesem Buch entnehmen können, auf der internationalen Politik, mit Schwerpunkt auf den USA und ihrem Einfluss als weltweite Hegemonialmacht. Japan und die japanische Politik standen nie im Mittelpunkt meiner Analysen.
Allerdings ist die Neue Weltordnung (wie der Name schon sagt) ein wahrhaft globales Phänomen, und dieselben Themen, die den Westen beschäftigen – Terrorismus unter falscher Flagge, die Existenz der Oligarchie, die Schaffung eines Biosicherheitsstaates usw. – betreffen auch Japan.
Da Japan meine Wahlheimat ist und diese Themen für Japan und die japanische Gesellschaft nicht weniger relevant sind, möchte ich natürlich, dass meine Analyse ein japanisches Publikum erreicht. Ich hoffe, dass die Veröffentlichung dieses Buches auf Japanisch dazu beiträgt, dies zu erreichen.
TEIL 2 – Journalismus und die Frage nach der Wahrheit

F: Wie Sie in diesem Buch schreiben, war es etwa im Jahr 2006, als Sie – durch Recherchen im Internet – zum ersten Mal schockiert feststellten, wie tiefgreifend die Welt auf Lügen aufgebaut ist. Und 2007 starteten Sie „The Corbett Report“ und begannen, für ein weltweites Publikum zu senden. Hatten Sie zu diesem Zeitpunkt bereits das Gefühl einer Mission – dass Sie der Welt die Wahrheit vermitteln mussten? Oder ging es damals noch in erster Linie um Ihre eigene intellektuelle Neugier?
JC: Ich habe mich schon immer für die Wahrheit interessiert. Aber die Informationen, auf die ich 2006 stieß – Informationen über Terrorismus unter falscher Flagge, Zentralbanken, Geheimgesellschaften und Ähnliches – stellten meine Weltanschauung so grundlegend in Frage, dass es bei meiner Suche nach der Wahrheit weniger um Neugierde als vielmehr darum ging, das Bewusstsein zu schärfen. Die verborgene Geschichte und die alternativen Erzählungen, auf die ich stieß, waren keine bloßen intellektuellen Kuriositäten; sie stellten echte Gefahren für die Menschheit dar, deren sich damals nur wenige bewusst zu sein schienen.
Infolgedessen wurde aus meinem passiven Interesse an der Wahrheit eine aktive Mission: diese Themen bekannt zu machen und nach besten Kräften das Verständnis für unterdrücktes Wissen zu fördern. Wäre ich zu der Zeit, als ich auf diese Informationen stieß, in Kanada gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich stärker im Straßenaktivismus engagiert und Menschen persönlich angesprochen. Da ich zu dieser Zeit jedoch in Japan lebte, kam ich zu dem Schluss, dass der beste Weg für einen englischen Muttersprachler wie mich, diese Themen bekannt zu machen, darin bestand, eine Website zu starten. So und aus diesem Grund entstand „The Corbett Report“.
F: Sie haben davon gesprochen, dass Sie in Ihren Anfängen von Enthüllungen wie der wahren Natur des 11. Septembers schockiert waren. Sie verfolgen auch seit vielen Jahren die Geschichte des Geldes und des Zentralbankwesens. Ich kann mir vorstellen, dass Sie mittlerweile nicht mehr überrascht sind, wenn Regierungen oder internationale Institutionen lügen – und wenn Geschichte so geschrieben wird, dass sie ihren Interessen dient. Aber dennoch: Was hat Sie im Laufe Ihrer Recherchen persönlich am meisten schockiert?
JC: Angesichts der Tatsache, dass ich bereits 2009 über medizinisches Kriegsrecht sprach und dass ich über den Schweinegrippe-Hoax, den Zika-Hoax, die Ebola-Panik und andere von der WHO im Laufe der 2010er Jahre ausgerufene „Pandemie-Notfälle“ berichtete, kann ich nicht sagen, dass mich die Covid-Scamdemie oder die Tatsache, dass Regierungen weltweit im Gleichschritt daran arbeiteten, ihre Bürger einzuschließen und sie zu gefährlichen medizinischen Eingriffen zu zwingen, überhaupt überrascht hat.
Aber ich muss zugeben, dass ich schockiert war, wie schnell und wie vollständig ein Großteil der Öffentlichkeit auf diesen Schwindel hereinfiel. Es war ziemlich erstaunlich mitanzusehen, wie sich eine der großartigsten psychologischen Operationen meines Lebens entfaltete, während ein Großteil der Öffentlichkeit – einschließlich vieler in den „alternativen“ Medien – diese Regierungslügen mit Haut und Haaren schluckte.
Es war ein sehr ernüchternder Moment. Welche Fortschritte die unabhängigen Medien auch immer bei der Förderung des Verständnisses für False-Flag-Terrorismus und ruchlose Regierungsagenden erzielt hatten, es reichte immer noch nicht aus, die Einführung eines umfassenden Biosicherheitsstaates zu stoppen – oder auch nur zu verlangsamen. Das war ein schockierendes Beispiel dafür, wie effektiv groß angelegte „Shock-and-Awe“-Kampagnen sein können, um die Öffentlichkeit dazu zu bringen, Befehlen zu folgen, und eine ernüchternde Erinnerung daran, wie wenige bereit sind, in Krisenzeiten ihre Stimme zu erheben.
F: Was ist Ihrer Ansicht nach das zentrale strukturelle Problem der Mainstream-Medien?
JC: Wenn wir mit „Mainstream-Medien“ die traditionellen Medien meinen – Fernsehen, Radio, Zeitungen, Zeitschriften und dergleichen –, dann ist die Antwort offensichtlich: Die traditionellen Medien stützen sich auf ein stark zentralisiertes Modell der Informationsverbreitung.
Im System der traditionellen Medien kann eine Handvoll Redakteure in einer Handvoll Redaktionen bestimmen, was Millionen von Menschen im ganzen Land täglich lesen, sehen, hören und – was am wichtigsten ist – worüber sie nachdenken. Selbst wenn die Menschen in diesen mächtigen Positionen wirklich das Interesse der Öffentlichkeit im Blick hätten und ihr Bestes täten, um ihrem Publikum wahre, genaue, kontextbezogene und relevante Informationen zu präsentieren, wäre das immer noch zu viel Macht für eine so kleine Gruppe.
Aber natürlich liegt dieser redaktionellen Clique nachweislich nicht das Wohl der Öffentlichkeit am Herzen. Stattdessen sind sie den unternehmerischen und finanziellen Interessen der Konzerne verpflichtet, die sie beschäftigen, und befinden sich somit in einer Position, in der sie das Establishment unterstützen und stützen müssen. In einem solchen System stellt selbst „Opposition“ gegen die gerade an der Macht befindliche Clique keine echte Opposition gegen das Unterdrückungssystem selbst dar; solch vorgetäuschter Widerstand ist nie mehr als ein Plädoyer dafür, dass eine andere Machtclique die Leitung von „Slavery Incorporated“ übernimmt.
Deshalb ist das Versprechen des Internets so mächtig … und deshalb wird der freie und offene Online-Diskurs von Regierungen und bestehenden Machtstrukturen so vehement bekämpft. Wie das Zitat von Zbigniew Brzezinski über das Töten/Kontrollieren von einer Million Menschen zeigt, das ich in zwei verschiedenen Essays in diesem Buch anführe, ist die Vorstellung, dass gewöhnliche Menschen rund um den Globus nun frei miteinander kommunizieren und ungefilterte Informationen austauschen können, ein Gräuel für diejenigen, die davon leben, Narrative zu kontrollieren, Ereignisse zu verdrehen und Dissens unter Verschluss zu halten.
Das Versprechen des Internets ist also das Versprechen dezentraler Kommunikation. Doch dieses Versprechen wird nach und nach durch ein Phänomen gebrochen, das wir alle im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte miterlebt haben: die Zentralisierung einer einst weit verbreiteten und blühenden Blogosphäre in den Händen einiger weniger Big-Tech-Konzerne. Die Menschen versammeln sich heute meist auf Facebook, YouTube, Instagram, TikTok und einigen anderen Plattformen, auf denen Identität und Entdeckung zentralisiert wurden und algorithmische Feeds von den heutigen Entsprechungen redaktioneller Gatekeeper maßgeschneidert werden.
Ich weiß, das klingt übertrieben dramatisch, aber ich glaube fest daran, dass die Zukunft der Menschheit davon abhängt, dass wir die Zentralisierung des Internets ablehnen und die durch das Internet ermöglichte Revolution der unabhängigen Medien zu ihrem logischen Ende führen: der endgültigen Beseitigung des alten Paradigmas zentralisierter und kontrollierter Informationssilos.
F: Was bedeutet das Wort „Information“ für Sie? Als Menschen können wir nicht isoliert leben; wir bewegen uns in der Gesellschaft und nehmen unzählige Formen von Informationen auf. Aber Information ist niemals bloße Daten; sie wird immer vom Empfänger interpretiert. Selbst wenn wir auf dieselbe Information stoßen, unterscheiden sich unsere Interpretationen. Sie streben offensichtlich danach, zu einer korrekten Interpretation zu gelangen. Worauf achten Sie in diesem Prozess am meisten? Wovor muss man sich hüten?
JC: Das ist eine unglaublich wichtige und aufschlussreiche Frage. Wir sprechen oft von „Informationen“, aber wir müssen unterscheiden zwischen Daten – Fakten, Zahlen, Namen und anderen wahrheitsgemäßen, aber kontextlosen Informationen über die Welt – und Wissen. Wissen ist die Synthese vieler wahrheitsgemäßer Informationen zu einem kohärenten Weltbild. Wissen kommt also immer in Form einer Erzählung daher. Es ist eine Geschichte, die den Daten, die wir gesammelt und verifiziert haben, einen Sinn verleiht.
Da wir alle Erzählungen über die Daten bilden, die wir sammeln, lautet die eigentliche Frage, wie wir feststellen, ob diese Erzählungen „genaue“ Beschreibungen der Welt sind oder nicht, da mehrere (sogar widersprüchliche) Erzählungen denselben Datensatz erklären können. Haben Regierungen weltweit durch den Lockdown ihrer Bevölkerung Leben gerettet oder haben sie durch den Lockdown zu überhöhten Todeszahlen beigetragen? Das bloße Zählen der Todesfälle, die während der Lockdowns stattfanden, trägt nichts zur Beantwortung dieser Frage bei.
Es gibt also drei Faktoren, auf die man sich stützen kann, um die Gültigkeit einer Erzählung zu prüfen:
1. Ihre Erklärungskraft: Trägt die Erzählung dazu bei, Ereignisse so zu erklären, dass sie Einsicht und Verständnis für diese Ereignisse vermittelt?
2. Ihre Vorhersagekraft: Hilft uns die Erzählung, genaue Vorhersagen über zukünftige Ereignisse zu treffen?
3. Ihre Handlungsempfehlungskraft: Schlägt die Erzählung Wege vor, wie wir uns in der Welt neu orientieren können, um unser Leben und unsere Beziehungen zu anderen zu verbessern oder zu bereichern?
Anhand dieser drei Kriterien können wir eine Erzählung an unseren gelebten Erfahrungen messen und beurteilen, ob sie mehr oder weniger zutreffend ist als eine andere Erzählung. Angesichts der Komplexität der Welt ist es unwahrscheinlich, dass wir jemals eine einzige Erzählung finden werden, die alles in der Welt genau erklärt, aber wir können unser ganzes Leben lang danach streben, unsere Leitgeschichten so zu verfeinern, dass sie besser mit der Realität übereinstimmen.
Genau diese Methode habe ich angewandt, als ich die Erfahrung eines Paradigmenwechsels machte, über die ich in dem Essay „Adventures in the New Media“ schreibe, und sie ist es, die ich weiterhin anwende, während ich mein Verständnis der Welt verfeinere.
F: Wie sehen Sie den Begriff „Verschwörungstheorie“? Manche behaupten, er sei von der CIA erfunden worden, um ernsthafte Untersuchungen zum Kennedy-Attentat zu unterbinden. Haben Sie den Eindruck, dass Menschen ihn nach wie vor nutzen, um legitime Ermittlungen abzutun? Oder spüren Sie, dass sich die Situation allmählich ändert?
JC: Im Englischen wurde der Begriff „Verschwörungstheorie“ im politischen Diskurs durch eine CIA-Mitteilung aus dem Jahr 1967 mit dem Titel „Countering Criticism of the Warren Report“ populär gemacht. Das Memo war an „bestimmte“ CIA-Stationsleiter gerichtet und sollte „Material liefern, um die Behauptungen der Verschwörungstheoretiker zu widerlegen und zu diskreditieren“, die Fragen zum Attentat auf JFK und zur offiziellen Regierungsuntersuchung dieses Attentats (dem Warren-Bericht) stellten. Wie Lance deHaven-Smith in Conspiracy Theory in America (Austin: University of Texas Press, 2013) aufzeigt, stieg die Verwendung dieses Begriffs in amerikanischen Medienberichten nach der Verbreitung dieses Memos sprunghaft an.
Unabhängig von seinem Ursprung wurde der Begriff in den Jahren seit dem Attentat auf JFK als abwertende Bezeichnung verwendet. Er soll diejenigen herabsetzen, die mit der offiziellen Erklärung der Regierung oder der Wissenschaft zu einem wichtigen Thema unzufrieden sind. Und wie jeder weiß, der versucht hat, die Fragen anzusprechen, die ich in diesem Buch stelle und (hoffentlich) teilweise beantworte, hat das Etikett „Verschwörungstheorie“ bemerkenswert erfolgreich dazu beigetragen, einen Großteil der Öffentlichkeit davon abzuhalten, Informationen zu berücksichtigen, die das Establishment in Frage stellen.
Fast ein Jahrhundert lang blieben wichtige Fragen zum Attentat auf JFK, zu 9/11, zu Covid und anderen bedeutenden Ereignissen ungestellt, weil diejenigen, die diese Fragen tatsächlich stellen, verspottet, zensiert oder auf andere Weise zum Schweigen gebracht werden. Wer miterlebt, wie andere wegen ihrer Zweifel an diesen Narrativen zum Schweigen gebracht und ausgegrenzt werden, lernt schnell, dass das Stellen solcher Fragen soziale Isolation bedeutet, und so üben viele, die mit diesen offiziellen Erklärungen unzufrieden sind, weitgehend Selbstzensur.
Glücklicherweise beginnt sich das mit dem Aufkommen des Internets zu ändern. Beflügelt durch das Internet und frei von den Zwängen der Mainstream-Medien, die Menschen daran hinderten, auf Informationen zuzugreifen und diese zu teilen, die den offiziellen Narrativen widersprechen, begann eine Generation von Online-Wahrheitssuchenden, die Beleidigung als „Verschwörungstheoretiker“ zu ignorieren und kritische Fragen zur Wahrheit über den 11. September, den „Krieg gegen den Terror“ und andere heikle Themen zu stellen. Die nachfolgenden Ereignisse – vom Irakkrieg, der auf fiktiven Massenvernichtungswaffen basierte, bis hin zur Covid-Operation, die auf Lügen über eine tödliche Pandemie beruhte – haben die Massen nur noch weiter ermutigt, Regierungen, Akademiker, Medienwächter und andere vermeintliche „Experten“ in Frage zu stellen.
Das ist natürlich der Grund, warum Regierungen, Thinktanks und andere etablierte Institutionen heutzutage so sehr daran interessiert sind, abweichende Meinungen im Internet zu zensieren. Da sie spüren, dass ihre Fähigkeit, die Berichterstattung über diese tiefgreifenden politischen Ereignisse zu kontrollieren, schwindet, sind sie bestrebt, die Macht zurückzugewinnen, die sie einst mit dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“ über die Öffentlichkeit ausübten.
TEIL 3 – Bildung, Medienkompetenz und die Rolle der Technologie

F: Sie vertreten seit langem die Ansicht, dass es bei der formalen Schulbildung nie wirklich um Bildung ging, sondern vielmehr darum, gefügige Arbeitskräfte für das industrielle System hervorzubringen – und dass echte Bildung nicht in der Vermittlung von Informationen besteht, sondern in der Schulung des Denkens selbst. Wie Sie in diesem Buch erläutern, war das preußische Bildungsmodell ursprünglich als Instrument staatlicher Kontrolle konzipiert, und die Meiji-Regierung in Japan übernahm dieses Modell ausdrücklich – um Loyalität, Einheit und Gehorsam zu fördern. Wenn Sie ein ideales Bildungssystem entwerfen würden, und sei es nur grob, wie würde es aussehen? Und ist das das Ziel Ihrer Website opensourceeducation.online, im Unterschied zu corbettreport.com?
JC: Angesichts der Tatsache, wie sehr wir alle vom preußischen Modell der Schulpflicht durchdrungen sind, würde es wahrscheinlich ein gewisses Maß an Entindoktrinierung erfordern, damit jeder von uns (mich eingeschlossen) sich ein wirklich ideales Bildungssystem vorstellen kann. Tatsächlich ist vielleicht gerade die Vorstellung, dass Bildung systematisiert und institutionalisiert werden muss, die größte Hürde für uns, uns vorzustellen, wie Bildung in einer idealen Welt gestaltet wäre.
Welcher Aspekt des derzeitigen Schulsystems würde bestehen bleiben, wenn wir es und seine Grundannahmen wirklich hinterfragen würden? Sollten Kinder verpflichtet werden, jeden Tag zur Schule zu gehen? Sollten sie aufgeteilt und willkürlich einer Klasse mit 30 anderen Kindern zugewiesen werden, mit denen sie nichts gemeinsam haben außer ihrem Alter? Sollte jedem Kind dasselbe auf dieselbe Weise von demselben Lehrer beigebracht werden? Sollten Unterrichtsstunden in willkürliche Zeiteinheiten unterteilt werden, und sollten Kinder von klein auf darauf trainiert werden, bei einem Klingelzeichen aufzuhören und zum nächsten Fach überzugehen? Sollten alle Aufgaben und Aktivitäten vom Lehrer zugewiesen und an diesen Lehrer zurückgegeben werden, um nach einer Notenskala bewertet zu werden? Sollten obligatorische, standardisierte Tests der Weg sein, um in einem solchen System den Fortschritt zu bestimmen oder den Erfolg zu messen?
Für einen kleinen Prozentsatz der Kinder und für einige wirklich erstaunliche Pädagogen ist das bestehende System vielleicht tatsächlich eine ideale (oder zumindest nützliche) Bildungsmethode. (Die Klasse, die in der NHK-Dokumentation von 2003 涙と笑いのハッピークラス 4年1組 命の授業 [englischer Titel: Children Full of Life] gezeigt wird, könnte ein Beispiel dafür sein, wie ein solches System funktionieren kann.) Aber viele, so vermute ich, würden von einer ganz anderen Form der Bildung profitieren.
Ich weiß nur mit Sicherheit, dass Kinder von Natur aus neugierig und alle einzigartig sind. Das heißt, wenn man sie sich selbst überlässt, finden Kinder die Bereiche, die sie am meisten interessieren, und sie werden sich ganz natürlich zu denen hingezogen fühlen, die ihnen etwas über diese Themen beibringen können. Jeder, der schon einmal Zeit mit einem Kind in seinen frühen, prägenden Jahren verbracht hat, weiß, dass Kinder Millionen von Fragen zu allem haben, was sie wirklich interessiert, und dass sie Informationen wie ein Schwamm aufsaugen können, wenn sie sich damit beschäftigen. Jedes echte Bildungssystem wäre in der Lage, diese natürlichen Interessen und Fähigkeiten zu fördern, zu begleiten und weiterzuentwickeln.
Insofern strebt opensourceeducation.online danach, eine Plattform für jene Art von Bildung zu sein, die die meisten Menschen in ihrer Schulzeit nicht erhalten haben. Es handelt sich um selbstbestimmtes Lernen, das nicht auf Tests, Noten, Diplomen oder Auszeichnungen beruht. Stattdessen soll gezeigt werden, dass Geschichte, Wirtschaft, Geopolitik und andere Fachgebiete nicht langweilig sind und dass das Studium dieser Fächer nicht das Auswendiglernen unzähliger Namen und Daten erfordert. Stattdessen zielt Open Source Education, genau wie dieses Buch selbst, darauf ab, den Menschen zu vermitteln, dass das Studium der wahren (verborgenen) Weltgeschichte nicht nur faszinierend ist, sondern auch nützlich, um die Welt um uns herum zu erklären und uns zu befähigen, unser Leben zu verbessern.
F: Wie sehen Sie die Übertragung von „Wissen“ an KI? Einerseits könnte KI leicht als Überwachungsmechanismus fungieren. Andererseits könnte sie jedoch den Horizont unseres eigenen Denkens erheblich erweitern.
JC: Meine Befürchtung ist, dass solche Werkzeuge nicht dazu genutzt werden, unser eigenes Denken zu erweitern, sondern dass wir uns stattdessen darauf verlassen, dass sie für uns denken. Selbst in den wenigen Jahren, in denen diese LLMs weit verbreitet sind, habe ich beobachtet, dass immer mehr Menschen – sogar in meinem eigenen Publikum – sich auf KI verlassen, um zu erfahren, ob etwas wahr ist oder ob diese oder jene Frage überhaupt eine Antwort wert ist.
Es gibt jedoch mittlerweile Forschungsergebnisse, die darauf hindeuten, dass eine übermäßige Abhängigkeit von diesen „Werkzeugen“ die kognitiven Fähigkeiten der Nutzer beeinträchtigt. Menschen, die sich nicht nur bei der Recherche auf KI verlassen, sondern diese sogar zum Verfassen von E-Mails oder zur Erledigung einfacher Aufgaben nutzen, untergraben langsam ihre Fähigkeit, solche einfachen Aufgaben selbst zu bewältigen.
Noch besorgniserregender ist, dass mir Menschen oft schreiben, um mir von ihren „Gesprächen“ mit diesen Chatbots zu berichten, und sich sichtlich darüber freuen, mir mitzuteilen, wenn der Chatbot ihre Vermutungen zu diesem oder jenem Thema bestätigt hat. Sie scheinen zu glauben, dass, wenn ChatGPT zustimmt, dass es berechtigte Fragen gibt, etwa zu den Ereignissen des 11. September, diese Bestätigung irgendwie das Streben nach der Wahrheit über den 11. September legitimiert.
Aber wir brauchen keine KI, die uns sagt, ob etwas richtig oder falsch ist, wenn wir uns selbst mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Die Suche nach einer elektronischen Bestätigung für Dinge, die wir bereits wissen, versetzt uns nur in eine Position der Unterordnung gegenüber der Technologie, die wir eigentlich für unsere eigenen Zwecke nutzen sollten.
Letztendlich gilt: Je mehr wir uns auf KI verlassen, desto weniger menschlich werden wir. Natürlich wird jeder seine eigenen Parameter festlegen, wie und wann er KI einsetzt, um sich bei seinen Aufgaben zu unterstützen, aber ich für meinen Teil bin überhaupt nicht bereit, diesen Kompromiss einzugehen.
TEIL 4 – Philosophie, menschliche Freiheit und was es bedeutet, frei zu leben

F: In Ihrem gesamten Werk – auch in diesem Buch – greifen Sie immer wieder wichtige historische Ereignisse auf. Was mir dabei auffällt, ist, dass hinter so vielen von ihnen immer wieder dieselben treibenden Kräfte zu finden sind: Angst, das Verlangen nach Kontrolle und die Psychologie der Macht. Warum streben Menschen Ihrer Ansicht nach so konsequent nach Macht und Herrschaft über andere?
JC: Die Fakten sprechen für sich. Es stimmt, dass wir im Laufe der Geschichte immer wieder feststellen, dass angehende Herrscher dieselben Angstkampagnen, dieselben Manipulationstaktiken und dieselben Machtdemonstrationen gegen ihre Bevölkerung anwenden. Dies geschieht stets aus demselben Grund: damit die wenigen an der Spitze so viel Macht wie möglich über so viele Menschen wie möglich konsolidieren können.
Angesichts dieser Beobachtung müssen wir zu dem Schluss kommen, dass es immer Menschen unter uns geben wird, die nach Kontrolle über andere streben und fast jede Strategie anwenden werden, um diese Kontrolle zu erlangen.
Aber wenn dies ein gemeinsames Merkmal aller menschlichen Gesellschaften zu allen Zeiten ist, dann ist es sicherlich der Gipfel der Torheit zu glauben, wir könnten diese Tendenzen irgendwie eindämmen, indem wir dieselben Taktiken anwenden, die im Laufe der Geschichte bereits erprobt wurden. Wenn wir weiterhin hierarchische Machtstrukturen errichten, in denen diejenigen in den privilegierten Machtpositionen über die Massen herrschen können, dann sollten wir verstehen, dass keine Gesetze, keine Verfassung und kein Versuch, diese Macht einzuschränken, diejenigen davon abhalten wird, die den Wunsch haben, über andere zu herrschen, Täuschung und Manipulation einzusetzen, um diese Macht für sich selbst zu ergreifen.
Deshalb müssen wir die Machtpositionen selbst abschaffen – das heißt, die veraltete und gescheiterte Vorstellung aufgeben, dass wir zentralisierte Regierungsstrukturen brauchen, um über uns zu herrschen und die Ordnung aufrechtzuerhalten.
F: In diesem Zusammenhang haben wir im Laufe der Geschichte immer wieder Herrscher gesehen, die von einem fast schon pathologischen Kontrollhunger getrieben waren. Wie verstehen Sie die Psychologie solcher Individuen?
JC: Die rücksichtslosesten und psychopathischsten Mitglieder der Gesellschaft sind in der Regel diejenigen, die die Karriereleiter erklimmen und die Machtpositionen in dieser Gesellschaft erlangen. Das ist kein Zufall; es ist das logische Ergebnis der Zentralisierung von Autorität in einem hierarchischen Regierungssystem. Diejenigen, die bereit sind, ihre Prinzipien zu verraten, ihren Freunden in den Rücken zu fallen und ihre Feinde rücksichtslos zu vernichten, werden zwangsläufig diejenigen sein, die den gnadenlosen Machtkampf gewinnen, der ein solches System ausmacht.
Schlimmer noch: Mit der Zeit neigen die Psychopathen, die diese Machtpositionen erreichen, dazu, ein System aufzubauen, das selbst aufstrebende Psychopathen und Soziopathen ausfindig macht, belohnt und fördert. In Anlehnung an Andrew Lobaczewski, den Autor von Political Ponerology, glaube ich daher, dass unser derzeitiges Regierungssystem am besten als Pathokratie beschrieben werden kann – d. h. als Herrschaft durch Psychopathen und Soziopathen.
F: Wie können Menschen Ihrer Meinung nach die unsichtbaren Kräfte überwinden, die die Gesellschaft beherrschen: Angst, Gruppenzwang, Apathie usw.?
JC: Die Sozialingenieure wissen, dass sich die Massen mit bestimmten grundlegenden Techniken leicht lenken lassen. Sie setzen Gewalt und Zwang ein, um die Öffentlichkeit bei bestimmten Schlüsselthemen einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen, oder sie nutzen die Angst der Menschen vor sozialer Ablehnung, um sie davon abzuhalten, sich zu wichtigen Themen zu äußern. Das Asch-Konformitätsexperiment hat zum Beispiel gezeigt, dass Menschen sogar dazu gebracht werden können, Dinge zu bejahen, an die sie nicht glauben, einfach weil es einen Gruppenkonsens um eine falsche Antwort gibt.
Diese Manipulationen zu überwinden ist schwierig, aber Widerstand ist ein Muskel. Wie jeder andere Muskel verkümmert er, wenn er nicht benutzt wird. Wenn er angespannt und herausgefordert wird, beginnt er zu wachsen. Ebenso ist es schwierig, sich zu einem wichtigen Thema zu äußern und Stellung zu beziehen, wenn man es zum ersten Mal versucht. Beim zweiten Mal fällt es schon etwas leichter. Wenn man es hunderte Male getan hat, wird es zur zweiten Natur. So kann sich jemand darin „trainieren“, seine Meinung zu sagen und sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren, genauso wie ein Bodybuilder seine Muskeln trainieren kann, um immer schwerere Gewichte zu stemmen.
Noch besser: Genauso wie Menschen durch Gruppenzwang dazu gebracht werden können, zu Themen zu schweigen oder sich nicht gegen Autoritäten zu wehren, können sie auch von Menschen beeinflusst werden, die sich zu Themen äußern und sich gegen Autoritäten wehren. Wie die Milgram-Experimente gezeigt haben, neigen Menschen eher dazu, selbst unethischen Befehlen nicht zu gehorchen, wenn sie sehen, dass jemand anderes sich weigert, einem ungerechten Befehl zu folgen.
Wie sich herausstellt, ist Widerstand ansteckend! Wir sollten uns daran erinnern, dass wir es unseren Mitmenschen jedes Mal, wenn wir sichtbar und öffentlich einem unethischen Befehl nicht gehorchen oder uns gegen ein ungerechtes Gesetz wehren, leichter machen, es uns gleichzutun.
F: In letzter Zeit habe ich beobachtet, dass sich immer mehr Menschen – darunter auch einige aus meinem eigenen Umfeld – dafür entscheiden, die Stadt zu verlassen und ein Leben in lokaler Selbstversorgung anzustreben. Manche sind durch eine rationale Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung motiviert, andere durch ein intuitives Gefühl der Dringlichkeit. Worauf sollten sie aus Ihrer Sicht besonders achten? Welchen Rat würden Sie denen geben, die bereits solche Schritte unternehmen?
JC: Ich würde mir nicht anmaßen, jemanden in Frage zu stellen, der Schritte unternimmt, um sich neu zu orientieren und sein Leben an den Realitäten dieses pathokratischen Systems auszurichten. Der Menschheit stehen echte Gefahren bevor, vom Aufkommen des Biosicherheitsstaates über den Aufstieg eines digitalen ID-Panoptikums bis hin zur Einführung eines bargeldlosen Zahlungskontrollnetzes. Hinzu kommt die allgegenwärtige Bedrohung durch Weltkrieg, nukleare Vernichtung, Gentechnik, Geoengineering usw. usw.
Ich möchte jedoch diejenigen, die aus der Stadt fliehen oder andere drastische Schritte unternehmen, um ihr Leben zu ändern, davor warnen, dies allein aus Angst zu tun. Angst ist ein starker Motivator, aber sie kann auch unsere Wahrnehmung verzerren und dazu führen, dass wir übereilt handeln oder Fehleinschätzungen treffen. Sie kann uns sogar dazu verleiten, Isolation mit Sicherheit zu verwechseln, obwohl wir in Wahrheit niemals in der Lage sein werden, diesem globalen System autoritärer Kontrolle allein wirklich zu entkommen. Was auch immer geschieht, wir werden die Unterstützung einer Gemeinschaft gleichgesinnter Menschen brauchen, um diese schwierigen Zeiten zu überstehen.
Also, ja, streben Sie auf jeden Fall nach Unabhängigkeit, auf welche Weise auch immer Sie dazu in der Lage sind. Aber vernachlässigen Sie nicht den sozialen Aspekt des Kampfes, den wir führen, und hören Sie nicht auf, auf Ihre Nachbarn und diejenigen in Ihrer Gemeinschaft zuzugehen, die das große Ganze noch nicht erkennen. Wir werden die Unterstützung unserer Nachbarn brauchen, um die kommenden schweren Zeiten zu überstehen, und jene Menschen, die Sie heute meiden oder vernachlässigen, könnten morgen diejenigen sein, die Ihr Leben retten können.
F: Zum Schluss: Wenn Sie den Menschen eine einzige, ganz wesentliche Botschaft für das Überstehen der kommenden Zeiten mitgeben könnten, welche wäre das?
JC: Da ich Geschichte studiert habe, weiß ich, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte Tyranneien und dunkle Zeiten schon oft gekommen und gegangen sind. Umgekehrt sind auch Widerstandsbewegungen und Zeiten der Freiheit und des Wohlstands schon oft gekommen und gegangen. Ich glaube nicht unbedingt, dass dies ein Kreislauf ist, den wir für den Rest der Menschheitsgeschichte wiederholen müssen, aber zumindest tröstet es mich zu wissen, dass es, so düster die Lage in einem bestimmten Moment auch erscheinen mag, immer Hoffnung gibt. Tyrannen werden letztendlich gestürzt werden, solange der menschliche Geist am Leben bleibt.
Deshalb ist es in diesen dunklen und beunruhigenden Zeiten so wichtig, unsere Menschlichkeit zu bewahren. Wir müssen unser Mitgefühl, unsere Empathie, unsere Fähigkeit zum Staunen und unsere soziale Verbundenheit mit unseren Mitmenschen bewahren. Kurz gesagt: Wir müssen all die wunderbaren (und sogar die chaotischen) Aspekte unserer herrlich komplexen menschlichen Erfahrung feiern. In einem Zeitalter von Smartphones, sozialen Medien und urbaner Isolation wird das immer schwieriger.
Folglich müssen wir jene Versuche der Entmenschlichung zurückweisen, mit denen wir täglich konfrontiert sind. Mit dem Aufkommen von Chatbots und LLMs werden wir darauf trainiert, Maschinen für uns denken zu lassen. Wenn wir diesen Weg weitergehen, werden wir bald auch wie Maschinen denken.
Ich sage daher, das Wichtigste ist, zu leben, zu lieben, zu erschaffen und die Herrlichkeit dieser Welt zu genießen. Wenn wir unsere menschliche Natur vergessen, ist alles verloren. Wenn wir sie bewahren, ist alles möglich.
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