Ein Fox-News-Auftritt von Robert Howard reicht aus, um das Internet in Alarmmodus zu versetzen. Wer das Video gesehen hat, versteht sofort, warum der Verdacht nicht …
Neue investigative Untersuchungen legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit 10.000 zu 1 gegen die Behauptung spricht, dass die manipulierten Wetterstationen des britischen Met Office – des offiziellen Wetter- und Temperaturdienstes von UK – die Temperaturen korrekt melden.
Der unabhängiger britische Forscher Dr. Eric Huxter untersuchte ein Jahr lang Temperaturdaten von 96 kompromittierten Wetterstationen, die vom Met Office betrieben werden, um einen unnatürlichen Anstieg der täglichen Höchsttemperaturen im Vergleich zu einer gut gelegenen Station zu erklären. Das Problem ist nicht nur die schlechte Lage, sondern auch ein Unterschied in der verwendeten Messtechnik. Neuere Technologien sind in der Lage, winzige, nur eine Minute oder kürzer dauernde Hitzespitzen zu erfassen, insbesondere im Vergleich zu den früheren Glasthermometern, die solche Spitzen nicht registrieren konnten. Solche kurzfristigen, stark lokal begrenzten Spitzen können die von einer Station gemeldeten Höchst-, Tiefst- und Durchschnittstemperaturen erheblich verzerren.
Huxter verglich elektronische Messungen an qualitativ als minderwertig eingestuften Stationen, da ihr Standort den städtischen Wärmeinseleffekt durch nahegelegene künstliche Wärmequellen reflektiert, mit den Temperaturen, die an einer ländlichen Temperaturmessstation der Kommission für Beobachtungsinstrumente und -methoden (CIMO) aufgezeichnet worden sind. CIMO-Stationen werden von der Weltorganisation für Meteorologie als Stationen mit dem höchsten Standard und „Referenzqualität“ definiert, die so konzipiert und angeordnet sind, dass sie nur minimale Umwelteinflüsse erfahren, wodurch hochpräzise Daten gewährleistet werden, wobei der Abstand zu Wärmequellen maximal 100 Meter beträgt.
Chris Morrison beschreibt in einem Beitrag für „The Climate Skeptic“ Huxter’s Vorgehensweise:
Im Rahmen seines einjährigen Projekts untersuchte Dr. Huxter 340 Tageshöchsttemperaturen, die an 96 Stationen des Met Office aufgezeichnet worden waren, und stellte fest, dass an diesen Standorten durchschnittliche kurze Temperaturspitzen von etwa 1,1 °C auftraten. Die meisten dieser Spitzen traten im Zusammenhang mit Tagesrekorden an Standorten der CIMO-Klassen 3, 4 und 5 auf. Diese Standorte weisen international anerkannte „Unsicherheiten“ oder mögliche Fehler von 1 °C, 2 °C bzw. 5 °C auf. Da Temperaturspitzen jedoch auch auf natürliche Weise auftreten können, konsultierte Huxter die minutengenauen Temperaturdaten eines ganzen Jahres an einem unberührten Standort der Klasse 1 in offenem Ackerland bei Rothamsted. Aus den erworbenen Aufzeichnungen – insgesamt 525.541 – konnte er eine Basiswahrscheinlichkeitskontrolle erstellen.
Die große Diskrepanz zwischen den Temperaturwerten der unberührten CIMO-Messstation und denen der beeinträchtigten Stationen an Tagen mit „Spitzenwerten“ lässt sich kaum auf tatsächliche Temperaturunterschiede zurückführen, sondern eher auf Unterschiede hinsichtlich des Standorts oder der Technologie.
Zu den unterschiedlichen Ergebnissen, die zumindest teilweise auf unterschiedliche Technologien zurückzuführen sind, schreibt Morrison:
Die tägliche Höchsttemperatur ist neben der Tiefsttemperatur ein entscheidender Wert für die Berechnung der Durchschnittstemperaturen und liegt den allgegenwärtigen Behauptungen des Met Office über „die heißesten Tage aller Zeiten“ zugrunde. Wenn die automatisierten Sensoren, die viel schneller reagieren als die alten Quecksilberthermometer, kurzzeitige, überhöhte Spitzenwerte erfassen anstatt die tatsächlichen Umgebungstemperaturen, dann verzerren diese Ausreißer letztendlich alle Tages-, Monats-, Jahres- und Jahrzehntdurchschnitte. Letztendlich gelangen einige dieser Daten in globale Datensätze und tragen dazu bei, das Ausmaß der jüngsten zyklischen globalen Erwärmung zu übertreiben.
Extreme Beispiele für Hitzespitzen sind keine Seltenheit. Am 1. Mai letzten Jahres gab das Met Office an, dass seine Station in Kew Gardens [bei London] um 14:59 Uhr eine Temperatur von 29,3 °C gemessen habe. Von der BBC verbreitet, galt dies als die höchste jemals an diesem Tag in UK gemessene Temperatur. Doch die Temperatur lag ganze 2,6 °C über der um 14 Uhr gemessenen und nicht weniger als 0,76 °C über dem Wert, der eine Minute später zur vollen Stunde gemessen worden war.
Das Met Office ist sich des Problems bewusst, hat es jedoch bei der Berichterstattung über tägliche, monatliche und jährliche Temperaturrekorde ignoriert. Das Amt behauptet, es habe die Daten „korrigiert“, um den städtischen Wärmeinseleffekt und anomale kurzfristige Spitzenwerte zu berücksichtigen, ohne jedoch zu präzisieren, wie dies geschieht. Es behauptet lediglich: „Alles, was wir beim Met Office tun, basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die einer Peer-Review unterzogen wurden, und unterliegt einer externen Überprüfung.“
„Um sicherzustellen, dass wir [das Met Office] die Kontinuität der Langzeitdatensätze gewährleisten, wenden wir wissenschaftlich geprüfte Methoden an, bei denen – sofern Stationen geschlossen wurden – gut korrelierte Beobachtungen von anderen nahegelegenen Stationen herangezogen werden, um den Langzeitdurchschnitt zu ermitteln“, so das Met Office. Die Behörde hat jedoch weder ihre Verfahren zur Korrektur der festgestellten Probleme offengelegt noch die kurzfristigen Abweichungen zwischen verschiedenen Arten von Messgeräten erörtert oder erklärt, warum man den Temperaturwerten von Stationen vertrauen sollte, die auf der Grundlage von Messungen aus der Nähe geschlossen oder durch neue Technologien und andere Standorte ersetzt worden sind. Das ist keine solide wissenschaftliche Forschungsmethodik für die Zusammenstellung und Berichterstattung von angeblich „kontinuierlichen Aufzeichnungen“. Es ist nicht das erste Mal, dass Schwachstellen in den Daten des Met Office unter die Lupe genommen oder aufgedeckt wurden. Ich habe ähnliche Erkenntnisse vor fast einem Jahr, im Juni 2025, bei Climate Change Weekly erörtert. Ich habe auch den Austausch von Temperaturmessstationen in den Vereinigten Staaten thematisiert, bei dem Datenerfasser neue Stationen an einem anderen Standort unzulässigerweise so behandeln, als wären sie eine Fortsetzung zuvor bestehender, geschlossener Standorte. Das Ergänzen von Daten aus nicht existierenden Standorten, sogenannten „Geisterstationen“, durch Mittelwertbildung aus nahegelegenen Standorten oder die Behandlung eines neuen Standorts als denselben ist keine fundierte Wissenschaft, liefert keine legitimen „Daten“ (Zahlen, die einer legitimen Datenqualitätsprüfung standhalten würden) und sollte nicht zur Meldung von Temperaturen verwendet werden, geschweige denn von angeblich „rekordverdächtigen“ Temperaturen.
Wer sich mit Machtkritik beschäftigt, ob als Aktivist oder als Forschender, kommt an Noam Chomsky kaum vorbei. Jahrzehntelang sezierte der Linguistik-Professor die Sprache der Machthaber, machte deutlich, wie Sprache als Instrument von Propaganda und Manipulation funktioniert.
Vor allem begriff er: Auch in demokratischen Staaten ist Berichterstattung keineswegs neutral, sondern Propaganda. Die „stellt Zustimmung her“, durch das Filtern von Informationen. Zweck des Ganzen: Die Interessen der Eliten zu fördern.
Es war die Aktivistin Amy Goodman, die aus Chomskys Analysen eine wirkmächtige Konsequenz zog: Den Propaganda-Müll des Mainstreams zu zerlegen? Das reicht nicht aus. Es müssen neue, alternative Medien entstehen, die nicht nur Kritik üben, sondern auch neue Perspektiven eröffnen.
Lange vor Etablierung des Internets versuchte Goodman die Etablierung einer Gegen-Öffentlichkeit in den Bereichen TV und analogen Zeitungen. Eine Medienarbeit, die auf Chomskys Theorien aufbaute, mit dem sie längere Interviews geführt hatte. Kurzum, Chomskys Arbeit ist für jedes oppositionelle News-Portal bedeutsam. Egal, welche politische Richtung es vertritt.
Dann kam die erste Enttäuschung: Wir schreiben das Jahr 2020, auf globaler Ebene entsteht eine Lockdown-Diktatur. Vielleicht hoffte mancher, dass Chomsky den Propaganda-Müll von Politik und konformistischen Forschern entsorgen würde. Aber es kam anders. Der 92-jährige vertrat die Seite der Unterdrücker. Zwar beschrieb er die Pandemie als „weiteres kolossales Versagen der neoliberalen Version des Kapitalismus“, gleichzeitig warb er jedoch für „Social Distancing“: Die Ungeimpften sollten bitte Zuhause bleiben. Wie sie ans Essen kommen? Ist deren Problem.
Das Polit-Magazin Cicero konstatierte, dass
„die Krise offenbar auch einstige Lichtgestalten der Gesellschaftskritik dazu zwingt, ihre früheren Überzeugungen über den Haufen zu werfen.“
Tatsächlich befand Chomsky sich in guter Gesellschaft. Man erinnere nur an Slavoj Zizek, Peter Sloterdijk, Judith Butler und Jürgen Habermas. Deren Verrat erfuhr natürlich keine Skandalisierung. Nein, Mainstream-Medien und Zero Covid-Zombies waren happy über den unerwarteten Support.
Dann kam die Publikation der Epstein-Files: Die dokumentieren den persönlichen Mailkontakt mit dem Linguistik-Professor und seiner Frau Valéria. Neben gemeinsamen Abendessen soll Epstein bei der Klärung eines Finanzproblems in Bezug auf Chomskys Kinder geholfen haben. Last but not least: Zwei Fotos. Eins zeigt den Sprachwissenschaftler mit Epstein in dessen Privatflugzeug. Auf dem zweiten betreibt er Konversation mitSteve Bannon.
In einer E-Mail bittet Epstein den Sprachwissenschaftler um Rat: Wie solle er mit den medialen Anschuldigungen wegen angeblichen Mädchenhandels umgehen? Sich verteidigen oder ignorieren? Chomsky beklagte daraufhin „die schreckliche Art", wie Epstein behandelt werde, und die „Hysterie, die sich über den Missbrauch von Frauen entwickelt hat". Der Sprachforscher riet dem Financier zur Ignorierung.
Damit war für den linken Unrast Verlag die Sache klar. Der 97-jährige muss aus dem Sortiment verschwinden.Vier Chomsky-Bücher hatte der Verlag im Sortiment. Offen bekennt er auf seiner Website: Die
„Nähe Noam Chomskys zu Jeffrey Epstein. In den letzten Monaten wurden weitere Dokumente aus den sogenannten Epstein-Files veröffentlicht, aus denen u. a. hervorgeht, in welch engem Kontakt Noam Chomsky zu Epstein stand – auch Jahre nach dessen Verurteilung wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen.“
Natürlich überließ der Verleger es nicht den Kunden, ob sie Chomskys Bücher weiterhin lesen wollen oder nicht. Wo käme man da hin? Jetzt ist „Haltung“ angesagt:
„Als linker Verlag, der sich für eine gerechte Welt und gegen Frauenhass und patriarchale Gewalt einsetzt, ist Chomsky für uns als Autor nicht mehr tragbar.“ Man wolle „Täter und ihre Unterstützer*innen weder schützen, noch ihnen eine Plattform oder ein Einkommen bieten.“
Anfang März 2026 wurde das Urteil vollstreckt und die Chomsky-Bücher waren aus dem Sortiment genommen.
Auch in den USA ist die Verstoßung des – laut New York Times – wohl „bedeutendsten lebenden Intellektuellen der Gegenwart" bereits beschlossen. Ehemalige Wegbereiter wie Vijay Prashad kündigten die Freundschaft, präsentierten sich als abgrundtief Geschockte. Oder es fiel ihnen ein, dass sie von mancher politischen Position des Autors schon immer abgestoßen waren.
Diese öffentlich vollzogenen Riten der Selbstreinigung erinnern an den Fall Christian Ulmen. Als seine Ex-Frau Collien Fernandes den Schauspieler des digitalen Missbrauchs beschuldigte, kündigte der Autor Benjamin von Stuckrad-Barre ihm die Freundschaft. Aber nicht im Privatgespräch. Sondern vor Publikum. In Form eines offenen Briefes. Gemeinsamkeit beider Fälle: Die große Angst, als Sympathisant zu gelten. Motto: Ich bin geschockt, also moralisch gut.
Allerdings wäre – im Gegensatz zum Fall Christian Ulmen – eine vorherige Rücksprache mit Noam Chomsky kaum möglich gewesen. Ebenso wenig kann der attackierte Professor eine öffentliche Stellungnahme abgeben. Denn vor drei Jahren erlitt er einen Schlaganfall. Der zerstörte jede Art der Äußerung. Die Debatte um seine Person muss also ohne ihn stattfinden.
Zu den wenigen Verteidigern Chomskys zählt hierzulande das Online-Magazin Telepolis: Unter der Überschrift „Warum Linke bereit sind, Noam Chomsky in die Epstein-Hölle zu verbannen“ erklärt der Autor: Epstein sei Förderer des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gewesen. Dort hätte Chomsky mit hochkarätigen Harvard-Professoren geforscht. Das führt zu der Frage: Wieso wurde Epsteins Förderung damals nicht skandalisiert, wenn dessen Prostitutionsgeschäft damals schon bekannt war?
Antwort: Weil Epstein damals, trotz Knast, noch kein Ausgegrenzter war. Und weil Chomsky jedem Menschen eine zweite Chance zubilligte. Außerdem: Weshalb werden Chomskys Kollegen aus Harvard nicht ebenso attackiert?
Und jetzt? Mit einer restlosen Klärung ist nicht zu rechnen. Ist das der Grund, warum gerade alternative Medien diesen Fall so auffallend beschweigen? Tatsächlich hat die Cancel Culture alle öffentliche Bewertungen brutal vereinfacht, auf zwei Pole reduziert. Entweder ist der Angeklagte unschuldig oder schuldig. Weiß oder Schwarz? Letzterem droht das Cancelling. Die zahllosen Zwischentöne, die Grauzone, die ungelösten Widersprüche: sind verschwunden. Weil die Gegenwart sie nicht mehr erträgt. Weil sie endlose Geduld verlangen, mehr Willen zur Erkenntnis und weniger Lust am Verurteilen.
Solche Debatten gab und gibt es. Ein Beispiel: War der Komponist Richard Wagner ein Vorläufer Hitlers? Darüber streiten Musik-, Literatur- und Medienwissenschaftler seit Jahrzehnten und kommen nur langsam voran. Schritt für Schritt. Und trotzdem werden, parallel dazu, Wagners Opern weiterhin aufgeführt.
Je konsequenter das Canceln, desto größer die Absurdität. Soll man etwa Aristoteles aus der Bibliothek entfernen, weil der antike Philosoph die Sklaverei für notwendig hielt? Oder gleich Karl Marx? Der wurde bekanntlich von Friedrich Engels gesponsert: Einem Fabrikanten, der sich auch an Kinderarbeit bereichert hat.
Oder ein Beispiel aus der Technik: Der Ingenieur Thomas Alva Edison perfektionierte die Glühbirne, erfand den Phonographen, die Tonaufzeichnung, das Kohlemikro fürs Telefon, Apparate zur Aufnahme und Wiedergabe bewegter Bilder – und den elektrischen Stuhl! Peng! Da haben wir’s. Wollen wir in dunkler Stille hausen, auf Kunstlicht und Tonaufnahme verzichten, weil deren Technik von der gleichen Person stammt, die ein Mordinstrument entwarf?
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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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Bild: Der renommierte Autor Noam Chomsky beantwortet Fragen des Journalisten bei seinem Besuch in der Türkei am 10. Oktober 2010 in Istanbul, Türkei
Die Covid-Jahre haben das Vertrauen der Menschen in die Wissenschaft erschüttert. Sie wurde für Propagandazwecke missbraucht, um die Bevölkerung in Panik zu versetzen und ethisch …