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„Weniger Fliegen ist keine Option“: Merz sieht trotz Klimaneutralität die Luftfahrt als Wachstumsbranche

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Bei einer 100-Jahr-Feier der Deutschen Lufthansa hat Friedrich Merz dem Luftverkehr Priorität eingeräumt. Die Bundesregierung beabsichtigt zwar, den CO2-Ausstoß bis ...

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„Werden keinerlei Pakt akzeptieren“: Péter Magyar bekräftigt Ablehnung von EU-Migrationspolitik

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Während des Wahlkampfs zur ungarischen Parlamentswahl inszenierte sich Oppositionskandidat Péter Magyar als Konservativer, insbesondere als Hardliner in der Migrationsfrage – ...

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„Ein Schmuddelheftli, das Spaß macht“: Schweizer Queer-Porno bei Schulprojekt in Sachsen gezeigt

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Im Skandal um ein linksradikales Schulprojekt in Sachsen werden nach und nach neue Details bekannt. Die pornografischen Fotos, die zwei ...

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Nur noch 20 Stunden pro Woche: Ärzte drohen, wegen Warkens Reformplänen weniger zu arbeiten

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Der Verband der Freien Ärzteschaft droht damit, dass die Anzahl der Behandlungsstunden für gesetzlich versicherte Patienten reduziert werden könnte, wenn ...

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Orbáns politisches Schachspiel: Hat Brüssel sich täuschen lassen?

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(David Berger) „Viktor Orbán setzt seinen „vertrauenswürdigen Verräter“ ein, und die EU tappt in die perfekte Falle: der Schachmatt-Zug, der Brüssel, Soros und Obama gedemütigt hat.“ Wenn diese Geschichte stimmt, dann hat Viktor Orbán seinen Gegnern gerade eine Lektion erteilt, die in Brüssel noch lange nachhallen dürfte. Und sie ist so dreist, dass sie fast […]

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Umfrage-Klatsche für Günther: AfD verdreifacht – CDU verliert zehn Prozentpunkte

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Die AfD hat in der neuesten Umfrage von Infratest dimap für den NDR zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein deutlich zulegen können. ...

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Für ein Leben „ohne Existenzsorgen“: Erhöhung der Bezüge von Beamten kostet etliche Milliarden

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Die Beamten des Bundes sollen künftig dreieinhalb Milliarden Euro mehr pro Jahr erhalten. Das plant das Bundesinnenministerium als Reaktion auf ...

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Umfrage: Merz steigt zum unbeliebtesten Regierungschef weltweit auf

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(David Berger) Eine aktuelle internationale Umfrage zeichnet ein düsteres Bild für den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Demnach ist er derzeit der unbeliebteste Regierungschef unter allen führenden Politikern demokratischer Staaten. Niemals zuvor seit 1945 stand ein deutscher Regierungschef im internationalen Vergleich so schlecht da. Die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Morning Consult vergleicht die Zustimmungswerte von Regierungschefs in […]

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„Wenn, dann geht es nur moderat nach oben“: Finanzsprecher der Union deutet Steuererhöhungen an

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Fritz Güntzler, der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, deutet mögliche Erhöhungen des Spitzensteuersatzes an. „Zunächst müssen wir die Bürgerinnen und Bürger ...

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Abgewählter Landtag soll Verfassung ändern, um Untersuchungsausschüsse der AfD zu verhindern

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CDU, SPD und Grüne wollen mit dem abgewählten Landtag in Rheinland-Pfalz die Landesverfassung ändern, um die Ausübung von Minderheitenrechten durch ...

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Nach Vorbild der Corona-Zertifikate: EU-App zur Altersverifikation einsatzbereit

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„Es ist unsere Pflicht, unsere Kinder in der Online-Welt zu beschützen, genauso wie wir es offline tun“, sagte Ursula von ...

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Sachverständigenrat für Umweltfragen drängt auf Einführung einer Baustoffsteuer

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Wenn man sich auf etwas in der Berliner Politik verlassen kann, dann sind es immer neue Debatten um Steuererhöhungen. Dass ...

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Großeinsatz: Jemeniter bedroht Mitarbeiter in Münchner Asylunterkunft mit Messer

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In einer Asylbewerberunterkunft in München hat ein 35-jähriger Bewohner Mitarbeiter mit einem Messer bedroht. Nach Angaben des Polizeipräsidiums München sollte ...

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Nach Eklat an Schule in Sachsen: Amadeu-Antonio-Stiftung löscht Porno-Projekt von ihrer Webseite

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Die Amadeu-Antonio-Stiftung versucht, sich von dem von ihr unterstützten Schulprojekt zu distanzieren, bei dem Neuntklässlern pornografische Fotos gezeigt wurden. Mehrere ...

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Spiegel zieht Beitrag zurück: Zweifel an Darstellungen von Missbrauchsopfer Lena Jensen

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Lena Jensen hat es mit ihrer Geschichte bis in den Bundestag geschafft. „Sie standen dort, weil sie öffentlich machten, was ...

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Der Bogen von der Wahlentscheidung bis zur Stromrechnung ist zu weit

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Gastbeitrag von Meinrad Müller Der große Bogen von der Wahlentscheidung bis zur Stromrechnung ist zu weit. Wir erkennen Ursache und Wirkung nicht mehr. Die Wirkung spüren wir. Der Abschlag wird erhöht, der Einkauf wird teurer, der Handwerker verlangt höhere Preise. Über 24.000 Unternehmen haben 2025 Insolvenz angemeldet. Jeder sieht es, jeder spürt es im Geldbeutel. […]

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Unter Rot-Grün: Niedersachsen bekommt eigene Meldestelle gegen Queerfeindlichkeit

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Das Land Niedersachsen will stärker gegen queerfeindliche Straftaten vorgehen und fördert dafür die Einrichtung einer neuen Meldestelle. Die Melde- und ...

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Diakonie kritisiert Abschiebungen – Bericht nennt Einzelfälle wie 87-Jährige im Rollstuhl

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Die Diakonie Hamburg kritisiert den Abschiebungsvollzug am Hamburger Flughafen. In ihrem Jahresbericht zur Abschiebungsbeobachtung für den Zeitraum März 2025 bis ...

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„Es wird gut werden“: Manuel Hagel redet sich die erneute Koalition mit den Grünen schön

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Nach 15 Jahren Kretschmann führt Manuel Hagel die CDU Baden-Württemberg erneut in eine Koalition unter Führung der Grünen (Apollo News ...

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Gewalt werde durch alle „Schichten“ und „Kulturen“ ausgeübt – Hubig sieht das Problem bei Männern

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Bundesjustizministerin Stefanie Hubig musste sich bei einer Fragerunde im Bundestag den Fragen der Abgeordneten stellen. Mit Blick auf den explodierenden ...

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Aus gesundheitlichen Gründen: Van Aken tritt als Linken-Chef ab

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Seit Oktober 2024 ist Jan van Aken gemeinsam mit Ines Schwerdtner Bundesvorsitzender der Linken. Nun möchte der Bundestagsabgeordnete das Amt ...

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Bundeskabinett beschließt strengere Regeln für NGO- und Vereinsfinanzierung: Meldepflicht für Geld aus dem Ausland

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Das Bundeskabinett hat strengere Regeln für NGOs beschlossen – laut einem Beschluss soll es für Gelder aus dem Ausland ab ...

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Sie schwören, weiter zu kämpfen

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Die Deutsche Kommunistische Parte (DKP) und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) haben sich mit eigenen Aktionen am Gedenken rings um den 81. Jahrestag der Selbstbefreiung Buchenwalds beteiligt. Eine für den 12. April um 11 Uhr geplante Gedenkfeier beider Organisationen auf dem Buchenwaldplatz in Weimar beider Organisationen konnte nicht stattfinden. Eine Gruppe Antideutscher und Zionisten hatte sich dort vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal versammelt. Mit Hilfe der Polizei hinderte sie die Genossen daran, ihre Gedenkfeier abzuhalten.

Die DKP beteiligte sich zusammen mit weiteren Parteien und Organisationen an einer Gedenkveranstaltung des Deutschen Freidenker-Verbands Thüringen am Glockenturm am Sonntag. An der Veranstaltung nahm der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergei Netschajew, teil.

Das Programm der SDAJ begann am Sonntag mit einem Gedenken am Mahnmal Buchenwald. An der Straße der Nationen versammelten sich die Teilnehmer um die Deutsche Säule. Dort zeichnete ein Referent das Leben von Albert Kuntz nach. Der KPD-Abgeordnete im Preußischen Landtag wurde in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 1945 im KZ Mittelbau-Dora von SS-Faschisten während eines „Verhörs“ totgeprügelt. Auf dem Weg zum Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald wies ein Polizist die SDAJ-Gruppe darauf hin, dass politische Äußerungen heute „explizit nicht gern gesehen“ seien. Eine über dem Lagergelände fliegende Polizei-Drohne verfolgte die Delegation mehrfach direkt.

Während des Grußworts von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer an die Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald protestierte die SDAJ mit einem Transparent mit der Aufschrift „Sie schworen, weiter zu kämpfen – und ihr?“ gegen den Auftritt des rechten Kulturkämpfers – und übte Kritik an Versuchen der Gedenkstättenleitung, das Gedenken zu entpolitisieren. Das Transparent bezog sich auf den Schwur von Buchenwald. Den hatte der Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner in seiner Rede zwar angeführt, allerdings auf den Teil „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung“ verzichtet.

Nach einem Rundgang zum Kleinen Lager und durch das Krematorium zog die SDAJ-Delegation am ehemaligen Bahnhof des Lagers Bilanz und setzte das Erlebte in den Zusammenhang aktueller Kämpfe der SDAJ.

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Kahane wagt vorsichtige Kritik an eigener Meldestelle – Kubicki teilt aus

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Bei der Konferenz „Zum Zustand der Meinungsfreiheit in Deutschland“ hatte die Denkfabrik Republik21 nicht nur Liberale und Konservative eingeladen, sondern ...

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Brüder, in eins nun die Hände

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In diesem Jahr begehen wir den 80. Jahrestag der Vereinigung von KPD und SPD und der Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Das erfolgte unter den Bedingungen, die durch den Sieg der Alliierten über Faschismus und Militarismus im Zweiten Weltkrieg und in Umsetzung der Lehren aus der Geschichte der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung geschaffen wurden. Es erfolgte in Verwirklichung des Schwurs zahlloser Antifaschisten in den Konzentrationslagern und Zuchthäusern.

In seiner Rede zum 10. Jahrestag des Vereinigungsparteitags erinnerte sich Otto Grotewohl: „Unvergessen bleibt mir die historische Stunde auf dem Vereinigungsparteitag, da mir unser Wilhelm Pieck gegenüberstand und wir uns die Hände reichten. Das alte Lied der deutschen Arbeiterbewegung ‚Brüder, in eins nun die Hände‘ wurde lebendige, kraftvolle und zukunftsträchtige Wirklichkeit.“

Das war die Haltung, die das Herangehen beider Seiten an die Erfüllung einer historischen Aufgabe bestimmte!

Es dürfte eine unerfüllbare Aufgabe sein, ein Verzeichnis aller Texte zur Würdigung dieses historischen Vorgangs in der deutschen Geschichte zu erstellen. Schon diese Tatsache spricht für die Bedeutung und die Rolle dieses Ereignisses in der deutschen und europäischen Geschichte.

Mit dem ehemaligen Sozialdemokraten Grotewohl, dessen Handschlag mit dem Kommunisten Wilhelm Pieck die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien besiegelte, ist auch heute noch festzustellen, dass die Gründung der SED alle Ereignisse in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung seit dem Erscheinen des „Kommunistischen Manifests“ von Karl Marx und Friedrich Engels, der Geburtsurkunde des wissenschaftlichen Sozialismus, an Bedeutung überragt.

Die Vereinigung von KPD und SPD zur SED auf revolutionärer Grundlage war die Wiedergeburt einer einheitlichen, revolutionären deutschen Arbeiterbewegung. Es wird heute immer notwendiger, sich die Geschichte und die gesammelten Erfahrungen wieder ins Gedächtnis zu rufen, um sie in der Praxis des Klassenkampfs zu berücksichtigen.

Wir haben Antworten auf die Fragen der Gegenwart zu geben, Lösungen für immer neu auftretende Widersprüche zu erarbeiten. Aber das ohne Berücksichtigung unserer Geschichte tun zu wollen, ist genau so, als wollte man ein Haus bauen, ohne ein Fundament zu setzen.

Inhaltliche Debatten

Die 548 sozialdemokratischen und 507 kommunistischen Delegierten des Vereinigungsparteitags beschlossen einstimmig die „Grundsätze und Ziele der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“, ein Manifest an das deutsche Volk und den Beschluss über die Konstituierung der SED. Das Statut wurde mit 21 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen angenommen.
Alle Dokumente wurden vor dem Vereinigungsparteitag in einer Studienkommission gemeinsam vorbereitet und seit Februar 1946 in den Organisationen beider Parteien beraten. Natürlich standen dabei die Gemeinsamkeiten im Mittelpunkt. Aber auch den Differenzen wurde nicht aus dem Weg gegangen – weder zwischen noch innerhalb der Parteien.

Inhaltlich geprägt waren die Debatten von

  • den Erfahrungen seit 1918, vor allem aber seit 1933 mit der bittersten Niederlage beider Parteien,
  • ersten Lehren, die beide Parteien für die Lösung der konkret anstehenden Aufgaben gezogen hatten – wobei natürlich die Einsicht prägend war, dass nur gemeinsames Handeln zum Erfolg gegen die Kräfte des Kapitals führt,
  • Erkenntnissen, die aus programmatischen Dokumenten beider Parteien entnommen wurden (Erfurter Programm der SPD von 1891, Prager Manifest der SPD von 1934, Brüsseler und Berner Konferenz der KPD von 1935 beziehungsweise 1939),
  • einem teilweise gemeinsamen und zugleich unterschiedlichen Erkenntnisstand vor allem zu Grundpositionen des Marxismus,
  • einer zunehmend gemeinsamen und mehrheitlich getragenen Position zur restaurativen ökonomischen und politischen Entwicklung in den westlichen Besatzungszonen.

Diese und andere Fragen beschäftigten direkt und auch sehr persönlich die Mitglieder beider Parteien. Sie wirkten in jeder Diskussion – auch in denen, die sich mit kontroversen Fragen beschäftigten. Jeder positive Schritt in den Diskussionen und vor allem in der Praxis war ein Schritt zur Stärkung des gegenseitigen Vertrauens und zur Realisierung des Vorhabens.

Mobilisierende Wirkung

Durch die Überwindung des jahrzehntelangen Kampfes zwischen den organisierten sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitern wurde die deutsche Arbeiterklasse gestärkt. Auf dieser Grundlage konnte das Kräfteverhältnis der Klassen in Deutschland zugunsten der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten verändert werden.

Durch die auf marxistisch-leninistischer Grundlage erfolgte Überwindung der Zersplitterung wurden auch viele Arbeiter und Bauern, die in den Jahrzehnten davor der politischen Bewegung ferngeblieben waren, in die politischen Aktivitäten einbezogen.

Im ersten Jahr ihrer Existenz traten der SED im Schnitt täglich etwa 1.200 Personen bei. Trotzdem bestehen die eifrigen Bekämpfer der Einheit der Arbeiterklasse und der Politik in ihrem Sinne darauf, dass die Vereinigung auf „Zwang“ zurückzuführen sei, und verschweigen deshalb Tatsachen.

Auch Michail Gorbatschow versäumte es nicht, zu behaupten: „Die Autorität der durch Zwangsvereinigung der Kommunisten und Sozialdemokraten entstandenen SED war schwach.“ (Zitiert nach: Klaus Huhn, Wahrheiten über Gorbatschow, S. 32) Den Begriff „Zwangsvereinigung“ hat er genau so „angenommen“ wie so manche weitere „Wahrheit“, die er in Staatspolitik umgesetzt hat – nach innen und nach außen.

Aber offensichtlich ging es auch Gorbatschow so wie so manch anderem vor und nach ihm. Es geht ihnen nicht um die Wahrheit, sondern die Hauptsache ist: Der Auftrag wird erfüllt. Denn es wäre für Gorbatschow leicht gewesen, sich die Tatsachen vorlegen zu lassen.

Und diese besagen: Der SED gehörten zum Zeitpunkt ihrer Gründung etwa 1,3 Millionen Mitglieder an. Durch ihre programmatischen Zielstellungen und durch das Wirken der Mitglieder gewann sie in wachsendem Maß Vertrauen in der Bevölkerung. Sie wurde über den Rahmen der Partei hinaus von einer beträchtlichen Mehrheit der Bevölkerung im Osten Deutschlands angenommen.

Das verdeutlicht auch die Entwicklung in der damaligen Provinz Brandenburg. Die SED hatte im April 1946 in Brandenburg 144.029 Mitglieder. Davon kamen aus der SPD 78.707 und aus der KPD 65.322. Im April 1947 hatte die SED in Brandenburg 206.416 Mitglieder. Von April 1946 bis April 1947 waren der SED 64.400 neue Mitglieder beigetreten.

Bei der Landtagswahl vom 20. Oktober 1946 wurde die SED wählerstärkste Partei. Für sie wurden 634.786 der insgesamt 1.446.631 abgegebenen Stimmen gezählt.

Diese Fakten zeigen, dass die Befürworter und Vorkämpfer der Vereinigung ein realistisches, in sich schlüssiges Konzept vertraten, das die Menschen überzeugte, weil es ihre Interessen vertrat:

  • Entscheidend waren die jüngsten Erfahrungen mit Faschismus und Krieg, verbunden mit der Einsicht, dass der Vormarsch des Faschismus mit der Uneinigkeit der Linken zu tun hatte.
  • Es wirkten mittelfristige Erfahrungen der Novemberrevolution, die unter anderem ihren Ausdruck in der Losung „Keine Wiederholung der Fehler von 1918“ fanden.
  • Es bestand erhebliche Übereinstimmung in der antifaschistisch-demokratischen Zielsetzung, wie sie in den Aufrufen der KPD vom 11. Juni 1945 und der SPD vom 15. Juni 1945 formuliert waren.
  • Positive Wirkung ging vom gemeinsamen Bekenntnis beider Parteien zum Sozialismus als Ziel aus. Begünstigt wurden die Diskussionen durch die Aussage der KPD, dass es in Deutschland nicht um die Einführung des sowjetischen Systems gehe.
  • Gleichzeitig wirkten auch andere Grundüberzeugungen der revolutionären Arbeiterbewegung und das Anknüpfen an die Linien der einheitlichen Sozialdemokratie unter August Bebel und Wilhelm Liebknecht. Dazu gehörte etwa die Erkenntnis, dass die Arbeiterklasse beim antifaschistisch-demokratischen Aufbau die Führung übernehmen muss.

Die Einheit und Geschlossenheit des parteipolitisch organisierten Teils wirkten fördernd auf die Gesamtheit der Arbeiterklasse und auf ihre Politik.

Das wirkte sich positiv auch auf die Festigung der einheitlichen Gewerkschaftsbewegung und auf die Einheitsbewegung der Jugend und der Frauen aus.

Die Einheit der deutschen Arbeiterbewegung konnte hergestellt werden, weil beide Seiten entschlossen waren, sich von Lehren leiten zu lassen, die aus den Auseinandersetzungen in der deutschen Arbeiterbewegung und in der gesellschaftlichen und politischen Wirklichkeit Deutschlands bis 1945 sowie aus der internationalen Klassenauseinandersetzung gezogen wurden.

Grotewohl stellte auf einer Tagung von SPD-Funktionären in Leipzig am 27. März 1946 – also noch vor dem Vereinigungsparteitag – fest: „Aus diesen Vorgängen, Genossen und Genossinnen, gilt es für alle Zeiten zu lernen. Die Lehre für uns kann nur lauten: Zurück zu den Quellen von Marx und Engels und für die Kommunistische Partei: Anerkennung der Demokratie als politisches Kampfmittel.“

Kommunisten und Sozialdemokraten haben also die Lehre aus den Kämpfen der revolutionären Arbeiterbewegung verinnerlicht und in Politik umgesetzt, die besagt, dass es nicht genügt, nur gegen die Barbarei zu sein. Revolutionäre Veränderungen kann man nur erreichen, wenn man gegen die Besitzverhältnisse, gegen die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse ist, welche die Barbarei erzeugen.

Sie fragten sich und beantworteten die Frage, wie jemand etwas über den Faschismus, über den Militarismus vermitteln will – gegen den er ja subjektiv auch wirklich sein mag –, wenn er nichts gegen den Kapitalismus und Imperialismus sagen will, der Militarismus und Faschismus hervorbringt. Wie soll da seine „Wahrheit“ praktikabel ausfallen? Und das gilt nicht nur für damals!

Faschismus und Militarismus sind, ebenso wie ihre Quelle, der Kapitalismus und Imperialismus, keine Naturkatastrophe, die aus der „Natur“ des Menschen begriffen werden kann!

Einheit von Theorie und Praxis

Die Erfahrungen der Geschichte und der konkreten Bedingungen nach der Zerschlagung des Faschismus wurden aber nicht nur in theoretischen Debatten erörtert. Sie wurden vielmehr auch auf die praktische Bewältigung der politischen Aufgaben angewandt, die es auf der Grundlage der Interessen der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten zu lösen galt.

So zeigten sich schon im Herbst 1945 – vor dem Vereinigungsparteitag – die ersten Erfolge in der antifaschistisch-demokratischen Entwicklung im Osten Deutschlands. Mit der demokratischen Bodenreform begann ein neues Kapitel in der Entwicklung der Dörfer. Gemeinsame Anstrengungen wurden unternommen, um die ersten Schritte beim Aufbau der antifaschistisch-demokratischen Verwaltungsorgane zu gehen, sowie die Freien Gewerkschaften und die Betriebsräte in Gang zu bringen. Gleichzeitig wurde mit der demokratischen Erneuerung des geistigen und kulturellen Lebens begonnen – die Schulen wurden wieder geöffnet, die Nazilehrer entfernt und Zehntausende Werktätige als Neulehrer gewonnen.

Die Aktionseinheit kam jedoch nicht allein durch Verkündung zustande. Im gemeinsamen revolutionären Handeln zur Beseitigung der Grundlagen des Imperialismus und Militarismus und beim Aufbau der antifaschistisch-demokratischen Ordnung waren sich die Mitglieder der KPD und der SPD immer näher gekommen, hatte sich die Aktionseinheit gefestigt, war die Einsicht in die Notwendigkeit der organisatorischen Vereinigung beider Parteien weiter gewachsen. Weder allgemeine akademische Debatten noch Praktizismus, weder trotzkistische oder ähnliche Positionen, noch revisionistische oder reformistische Vorstellungen, sondern die Einheit von revolutionärer Theorie und Praxis war die Grundlage für die Erfolge bei der Durchsetzung der Aktionseinheit.

In seiner Rede zum Abschluss des Parteitags würdigte Walter Ulbricht die Gründung der SED als den Sieg des Marxismus in der deutschen Arbeiterbewegung: „In Deutschland, dem Geburtsland der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus, Karl Marx und Friedrich Engels, wird jetzt die große Lehre unserer Altmeister zum Inhalt des Kampfes und der Arbeit.“

Grundsätze und Ziele

Als programmatische Plattform der Partei wurden deren wichtigste Aufgaben in der gegebenen Situation als „Grundsätze und Ziele“ formuliert.

Zu zentralen Aufgaben wurden die Einheit Deutschlands und die Erkämpfung einer antifaschistisch geprägten parlamentarisch-demokratischen Republik erklärt. An vorderster Stelle gehörten folgende Grundforderungen des Kampfes für die Beseitigung der Grundlagen des Imperialismus und Militarismus in Deutschland dazu:

  • Bestrafung aller Kriegsschuldigen und Kriegsverbrecher, Beseitigung aller Überreste des Hitlerregimes in Gesetzgebung und Verwaltung,
  • Beseitigung der kapitalistischen Monopole und Übergabe in die Hände der Selbstverwaltung,
  • Vernichtung des Militarismus,
  • Entmachtung der Großgrundbesitzer und Durchführung einer demokratischen Bodenreform,
  • Überführung der öffentlichen Betriebe, der Bodenschätze, Banken und so weiter in den Besitz des Volkes.

Diese Schritte wurden verbunden mit dem Aufbau von Selbstverwaltungsorganen auf der Grundlage demokratischer Wahlen.

Programmatisch wurde „die Befreiung von jeder Ausbeutung und Unterdrückung, von Wirtschaftskrisen, von Armut, Arbeitslosigkeit und imperialistischer Kriegsdrohung“ formuliert. „Dieses Ziel, die Lösung der nationalen und sozialen Lebensfragen unseres Volkes, kann nur durch den Sozialismus erreicht werden.“

In den Grundsätzen und Zielen wurden diese Aufgaben durch politische Forderungen präzisiert. So sprach sich die Partei für „die Verwandlung des kapitalistischen Eigentums an den Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigentum, für die Verwandlung der kapitalistischen Warenproduktion in eine sozialistische, für und durch die Gesellschaft betriebene Produktion“ aus. Mit dieser Formulierung orientierte sich die Partei fast wörtlich an der Aufgabenstellung aus dem Erfurter Programm der SPD.

Die Grundsätze und Ziele waren zugleich eine deutliche Absage an den Revisionismus.

Restauration in den Westzonen

Von den Vorgängen, die zur Gründung der SED führten, gingen bedeutende Impulse auch für den Kampf um die Vereinigung der Arbeiterparteien in den westlichen Besatzungszonen aus. Am 7. Mai 1946 rief der Parteivorstand der SED in einem Offenen Brief die Sozialdemokraten und Kommunisten dazu auf, auch in den westlichen Zonen die Sozialistische Einheitspartei zu schaffen.

Am 1. Mai 1946 demonstrierten Zehntausende in Dortmund, Essen und Solingen. In Hamburg rief Max Reimann den Demonstranten zu: „Der Wille zur Einheit ist so mächtig, dass darauf eine freie deutsche Republik gebaut werden kann.“ Derartige Aktionen gab es in allen Teilen der Westzonen.

Bundesarchiv Bild 183 S74916 Berlin Behrenstrasse SED Wahlpropagenda - Brüder, in eins nun die Hände - Arbeiterklasse, Einheit der Arbeiterklasse, Gründung der SED, KPD, Otto Grotewohl, SED, SPD, Wilhelm Pieck - Blog
Nicht kleckern, klotzen: Wahlaufruf für die SED im Oktober 1946 in der Berliner Behrenstraße (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S74916 / CC BY-SA 3.0 / Bearb.: UZ)

Die Bewegung für die Vereinigung der Arbeiterparteien hatte aber eine Front gegen sich, die von den kapitalistischen Besatzungsmächten über die deutsche Reaktion bis zu den rechten Führern der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften reichte. Sie behinderten die Tätigkeit von Organisationsausschüssen zur Vorbereitung der Vereinigung.

So verweigerte die britische Besatzungsmacht führenden Funktionären der SED die Einreise in ihre Zone. Schließlich wurde die Gründung von Organisationen der SED verboten. In einem Schreiben des Kommandanten der britischen Militärregierung des Sieg-Kreises vom 10. Mai 1946 hieß es: „1. Es liegt nicht in der Linie der Politik der Militärregierung, eine Verschmelzung der SPD mit der KPD zuzulassen, da es der Politik der SPD in der britischen Zone widerspricht. 2. Infolgedessen sind alle Versammlungen, die eine solche Verschmelzung zum Ziel haben, nicht zugelassen.“

In dieser Politik sind schon 1946 die ersten Maßnahmen zu identifizieren, die später auch zum Verbot der KPD durch die Adenauer-Regierung führten. Frühzeitig begannen Behinderung und Unterbindung demokratischer Tätigkeit, um die Aktionseinheit der Arbeiterklasse als Kraft zu verhindern, die fähig gewesen wäre, Träger der demokratischen Umwälzung zu werden. Antikommunismus und Antisowjetismus griffen um sich.

Die Besatzungsmächte in den Westzonen konnten ihre Ziele verwirklichen, weil sie im Kampf gegen die Einheit der Arbeiterklasse von deutschen Politikern unterstützt wurden, zu denen auch die sozialdemokratischen Führer um Kurt Schumacher zählten. Letztere verhinderten einen Reichsparteitag der SPD, beriefen aber für den 9. bis 11. Mai 1946 einen Parteitag für die Westzonen nach Hannover ein. Dessen Beschlüsse gipfelten in einer antikommunistischen Haltung, die in einem der Dokumente zu der Aussage führte: „Der Parteitag betrachtet die Mitgliedschaft in der Sozialistischen Einheitspartei und die Werbung für die SED als unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der SPD.“

Die Kraft der demokratischen Erneuerung Deutschlands sahen Schumacher und seine Anhänger nicht in der Aktionseinheit der Arbeiterparteien und in der antifaschistisch-demokratischen Volksfront, sondern in einer reformierten, durch die Preisgabe der marxistischen Traditionen neu orientierten Sozialdemokratie, die breite Kreise der Mittelschichten und der Intelligenz an sich heranziehen und selbst für Teile der Bourgeoisie eine annehmbare Regierungspartei abgeben sollte.
Leider wurde die von Grotewohl schon vor dem Vereinigungsparteitag formulierte Warnung vor der „reaktionären Gefahr“ in Deutschland von den revisionistischen und reformistischen Kräften nicht beachtet. Er verwies darauf, dass es heißen müsste: „Gegen Reaktion und Militaristen helfen nur vereinte Sozialisten!“

Mit ihrem Konzept zog die Schumacher-Führung einen Trennungsstrich nicht nur zwischen den Parteien, sondern auch innerhalb der SPD, wie er deutlicher nicht sein konnte – sie hat damit eine historische Chance für Deutschland und für Europa vereitelt!

Zentrale Instrumente der Schumacher-Führung waren Antikommunismus und Antisowjetismus, was sich etwa darin äußerte, dass die SED und die DDR als Ergebnis von Zwang und Druck von sowjetischer Seite dargestellt wurden. Die Verfälschung der Gründung der SED war der unterste Baustein der dazugehörigen Argumentation. Indem alles auf angeblichen „sowjetischen Druck“ zurückgeführt wurde, sollte erreicht werden, dass jene Tatsachen und Prozesse, die für den demokratischen Charakter der Vereinigung beider Arbeiterparteien und der Gründung der SED standen, nicht zur Kenntnis genommen oder in Abrede gestellt wurden.

Ein historischer Wendepunkt

Natürlich hat sich die Führung der KPD im Moskauer Exil mit der Frage der künftigen politischen Gestaltung Deutschlands beschäftigt – dies um so intensiver, als der Sieg der Antihitlerkoalition abzusehen war.

Unter Berücksichtigung der Lehren, die aus der Niederlage von 1933 gezogen worden waren, wurden Vorschläge für die Errichtung eines neuen politischen Systems mit antifaschistisch-demokratischem Charakter und für die Neugestaltung wichtiger Bereiche der Gesellschaft wie Ökonomie, Kultur und Bildung erarbeitet. Dabei wurde auch die Zusammenarbeit mit der KPdSU und mit der Komintern gesucht, die wichtiger Bestandteil der internationalistischen Orientierung war.

Aus Tagebuch-Aufzeichnungen Georgi Dimitroffs geht hervor, dass er schon den Entwurf des Aufrufs der KPD vom 11. Juni 1945 mit Pieck, Ulbricht, Anton Ackermann und Gustav Sobottka beraten hat. Am 7. Juni fand eine vierstündige Beratung bei Josef Stalin statt, in welcher der Aufruf endgültig formuliert wurde. Dimitroff schrieb im Tagebuch: „Es wurden wesentliche Veränderungen eingefügt. (…) Stalin schlug vor: Mit Bestimmtheit erklären, dass im gegebenen Moment die Einführung des sowjetischen Systems in Deutschland nicht richtig ist, notwendig ist die Errichtung einer antifaschistisch-demokratischen parlamentarischen Ordnung.“

Im Aufruf der KPD hieß es dann: „Wir sind der Auffassung, dass der Weg, Deutschland das Sowjetsystem aufzuzwingen, falsch wäre, denn dieser Weg entspricht nicht den gegenwärtigen Entwicklungsbedingungen in Deutschland. Wir sind vielmehr der Auffassung, dass die entscheidenden Interessen des deutschen Volkes in der gegenwärtigen Lage für Deutschland einen anderen Weg vorschreiben, und zwar den Weg der Aufrichtung eines antifaschistischen, demokratischen Regimes, einer parlamentarisch-demokratischen Republik mit allen demokratischen Rechten und Freiheiten für das Volk.“

Auf dieser Grundlage ist es gelungen, eine politische Plattform zu schaffen, die in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer aktiven Zusammenarbeit aller demokratischen Kräfte in der Form der „Blockpolitik“ führte. Zumindest genauso wichtig war aber, dass damit eine Orientierung geschaffen wurde, die zur Aktionseinheit zwischen KPD und SPD mit dem Ziel führte, perspektivisch eine Sozialistische Einheitspartei zu schaffen.

Von großer Bedeutung war auch, dass damit zugleich anerkannt wurde, dass es mehrere und auch unterschiedliche Wege zum Sozialismus geben kann, die vor allem von den objektiven und subjektiven Bedingungen des jeweiligen Landes abhängen. Das war eine Erkenntnis, die später in den Dokumenten der Internationalen Beratungen der kommunistischen und Arbeiterparteien kollektiv bekräftigt, präzisiert und weiterentwickelt wurde.

Der gesamte politische, organisatorische und ideologische Vorgang der Vereinigung der beiden deutschen Arbeiterparteien war ein in Deutschland noch nie dagewesenes Beispiel von echter Demokratie und Ausübung des Selbstbestimmungsrechts des Volkes. Er war nicht nur eine Abfolge von Abstimmungen, sondern verbunden mit einer breiten Diskussion über die Gestaltung und die zukünftige Stellung Deutschlands in den internationalen Beziehungen.

Durch die allmähliche Verwirklichung der Rolle der Arbeiterklasse in der demokratischen Revolution wurden die Voraussetzungen auch für eine neue deutsche Außenpolitik geschaffen. Die Außenpolitik sollte in Zukunft zur Angelegenheit des Volkes werden. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte wurde eine Außenpolitik entwickelt, die sich nicht nach den Interessen des Kapitals und der Großgrundbesitzer richtete. Die Ziele und Grundsätze orientierten sich an den Interessen des Volkes. Die Politik der Sicherung des Friedens unter den Gegebenheiten der Zeit und die Schaffung langfristig wirkender Bedingungen entsprechend dem Potsdamer Abkommen hatten oberste Priorität.

Das entsprach auch den in Jalta und Potsdam formulierten Interessen der Besatzungsmächte. Es entsprach aber vor allem den Interessen des deutschen Volkes und der anderen Völker an der künftigen Gestaltung des Friedens.

Fazit

Die Vereinigung zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands war ein historischer Wendepunkt für die deutsche Arbeiterklasse. Nach jahrzehntelanger Spaltung trat sie in einem Teil Deutschlands als geschlossene Kraft auf – die Einheit der Arbeiterbewegung auf der Grundlage des Marxismus wurde wiederhergestellt. Aber die Gründung der SED war ein Wendepunkt nicht nur für die Arbeiterklasse. Dass die Spaltung der Arbeiterbewegung wenigstens in einem Teil Deutschlands nun überwunden war, entsprach den Lehren, die aus der Geschichte der ganzen Nation gezogen wurden. Es war ein Markstein in einem geschichtlichen Prozess und bleibt eine Orientierungsquelle für künftige historische Prozesse.

Es ist ein Abschnitt in der Geschichte geblieben, den man nicht ohne einen Blick auf die Unzulänglichkeiten und Versäumnisse betrachten sollte, aber auch nicht ohne Stolz!

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Warum der Papst gar nicht anders kann als Trumps Krieg zu verurteilen

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(David Berger) Der Begriff des „gerechten Krieges“ gehört zu den zentralen, zugleich aber umstrittenen Konzepten der katholischen Morallehre. Ursprünglich entwickelt, um Gewalt ethisch zu begrenzen, legt er bis heute strenge Maßstäbe an jede Form militärischen Handelns an. Angesichts moderner Kriege und ihrer verheerenden Folgen stellt sich jedoch zunehmend die Frage, ob diese Kriterien überhaupt noch […]

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Trotz Urteil: Gesundheitsamt drückt sich, Impfstoffverträge herauszugeben

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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz muss nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts die Corona-Impfstoffverträge zweier Impfhersteller herausgeben. Seit ...

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In Deutschland ein Skandal, international selbstverständlich

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Die Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ (KiB) hat am 11. und 12. April ein Gedenkwochenende in Weimar veranstaltet. Damit setzte die Kampagne ein mutiges Zeichen gegen eine politische Umdeutung der Geschichte, die zur Legitimation der deutschen Staatsräson genutzt wird, und für einen Antifaschismus, der den Bezug zur Gegenwart nicht scheut. Schon im Vorfeld gab es Informationsveranstaltungen zu den politischen Zielstellungen der Kampagne. Dort wurde klargestellt: KiB ist keine symbolische Provokation, sondern eine politisch begründete Intervention. Das sollte die Vorwürfe entkräften, die Kampagne instrumentalisiere das Gedenken in Buchenwald.

Die Kampagne formuliert klare Forderungen: Die Anerkennung des Genozids in Gaza im Kontext erinnerungspolitischer Verantwortung, ein Ende der Kriminalisierung palästinensischer Symbole wie der Kufiya in der Gedenkstätte sowie ein Stopp der Repression gegen die Palästina-Solidarität. Diese Positionen sind im öffentlichen Statement festgehalten und werden von zahlreichen Organisationen getragen, darunter auch die DKP.

Das Gedenkwochenende begann mit einer eindrucksvollen Führung über das ehemalige KZ-Gelände. An den einzelnen Stationen des Lagerkomplexes wurden die grausamen Bedingungen und die Organisation des faschistischen Lagersystems vermittelt. Literarische Beiträge stellten den Bezug zwischen historischer Erfahrung und Gegenwart her. Eine Schweigeminute würdigte die Opfer des Faschismus.

In diesem Zusammenhang wurde auch die anhaltende Debatte um die Selbstbefreiung von Buchenwald aufgegriffen. Diese wird heute teils als „DDR-Mythos“ relativiert. Dabei ist belegt, dass Häftlinge unter Lebensgefahr Widerstandsstrukturen aufbauten und im Moment des Zusammenbruchs des Faschismus handelten. Die Reduzierung der Häftlinge auf passive Opfer verkennt diesen Widerstand und wird der historischen Realität nicht gerecht.

Im Anschluss fanden Vorträge und Diskussionen statt, in denen unterschiedliche Themen behandelt wurden: Die politische Funktion der Erinnerungskultur, die Kontinuität gesellschaftlicher und ökonomischer Machtverhältnisse nach 1945 sowie aktuelle politische Konflikte. Ein Mitglied der VVN-BdA machte in seinem Beitrag deutlich, dass die gesellschaftlichen Grundlagen des Faschismus nicht überwunden wurden. Die Kontinuität der kapitalistischen Machtverhältnisse wurde in der BRD nach 1945 nicht ausgemerzt. Der Schwur von Buchenwald, der fordert, den Faschismus „mit seinen Wurzeln zu vernichten“, bleibt uneingelöst.

Ein Panel mit Vertreterinnen des International Jewish Anti-Zionist Network (IJAN), von Occupied News und der Kommunistischen Organisation (KO) diskutierte die Frage eines zeitgemäßen Antifaschismus. Moderiert wurde das Panel vom European Legal Support Center (ELSC). Dabei wurde deutlich: Antizionismus muss für antiimperialistische Kräfte Teil des Antifaschismus sein. Was hierzulande als Skandal gesehen wird, ist international eine schlichte politische Selbstverständlichkeit.

Dass solche Positionen in Deutschland nicht nur von der bürgerlichen Presse, sondern auch von Teilen der Linken skandalisiert werden, zeigt die Verschärfung der politischen Deutungskämpfe.

Am Sonntag verzichtete KiB auf eine eigene Mahnwache. Statt sich in die Weimarer Innenstadt verweisen zu lassen, intervenierte die Kampagne bereits am Samstag. Einige der Aktiven nahmen an einer Kundgebung des Deutschen Freidenker-Verbands und der DKP am Glockenturm teil.

Die Kampagne machte deutlich: Gedenken ist kein in sich geschlossener, isolierter Vorgang, sondern ein Auftrag, das Erlernte auf die Tagespolitik anzuwenden. Die DDR hatte mit ihrer Gedenkkultur versucht, diese Verbindung herzustellen. Ein Anspruch, der heute neu erkämpft werden muss. Vor diesem Hintergrund lassen sich die teils starken Reaktionen der bürgerlichen Öffentlichkeit als Ausdruck davon verstehen, dass die Kampagne die bestehende Deutungshoheit herausfordert. Die Kampagne bringt die Themen Antifaschismus, Palästina-Solidarität und Erinnerungspolitik zusammen und stellt sie in einen Zusammenhang mit der deutschen Staatsräson. Sie macht nicht nur Erinnerung sichtbar, sondern hat auch eine politische Debatte angestoßen. Erinnern heißt verändern, Gedenken heißt, auch zu handeln.

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