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Uncut #70: Heute mit Jürgen Elsässer | Merz will die Rente abwracken!

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Uncut #70: Heute mit Jürgen Elsässer | Merz will die Rente abwracken!
Uncut 70 juergen elsaesser apolut
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Uncut #70: Heute mit Jürgen Elsässer | Merz will die Rente abwracken!

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.“

Mit diesem Credo ist das wöchentliche apolut-Format UNCUT im wesentlichen auf den Punkt gebracht.

Die apolut-Redaktion stellt einmal die Woche einem bekannten Influencer – diese Woche Jürgen Elsässer – eine Handvoll Fragen, die in der öffentlichen Debatte aktuell die Top-Themen markieren. Dann erhalten wir dazu völlig subjektive Antworten und stellen diese online. That’s it.

Im Anschluss setzten wir auf eine lebhafte Diskussion bei den Konsumenten des Formates, denn die von uns veröffentlichten Antworten entsprechen in der Regel nicht dem aktuellen Mainstream-Narrativ, noch geben sie vor, DIE Wahrheit zu sein.

Sie geben jede Woche die subjektive Meinung des Befragten zum besten. Und damit das Meinungsspektrum möglichst breit bleibt, wechseln jede Woche die Befragten.

Wir wünschen gute Unterhaltung und spannende Diskussionen an den Stammtischen und in den Foren!

(Auszug von RSS-Feed)

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Irankrieg: Krise internationaler Glaubwürdigkeit | Von Claudia Töpper

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Irankrieg: Krise internationaler Glaubwürdigkeit | Von Claudia Töpper
Tagesdosis 20260519 apolut
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Irankrieg: Krise internationaler Glaubwürdigkeit | Von Claudia Töpper

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur, IRNA (Islamic Republic News Agency; zu Deutsch: Nachrichtenagentur der Islamischen Republik) gab der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai am Montag, den 18. Mai 2026 in seinem wöchentlichen Briefing bekannt, dass der Iran den USA am vergangenen Sonntag einen neuen Vorschlag unterbreitet habe.(1) Wörtlich sagte Baghai:

Letzte Woche erhielten wir, obwohl die amerikanische Seite öffentlich verkündet hatte, dass [unser Vorschlag] abgelehnt worden sei, über den pakistanischen Vermittler eine Reihe überarbeiteter Punkte und Überlegungen, die ihre Ansichten widerspiegelten.“ (2)

Nachdem die politische Führung des Irans diese jüngsten Vorschläge "in den vergangenen Tagen geprüft" habe, übermittelte sie nun ihre Antwort am Sonntag "bereits über denselben [pakistanischen] Kanal an Washington […].“ Zusätzlich erklärte Baghai:

„Der Prozess wird also über Pakistan fortgesetzt." (3)

Details zum Vorschlag

Genaue Details zu dem unterbreiteten Vorschlag sind nicht bekannt. Es scheint jedoch so, dass der Hauptstreitpunkt nach wie vor das iranische Atomprogramm ist. (4) Ismail Baghai wies in der Pressekonferenz am Montag darauf hin, dass das Recht des Irans, Uran anzureichern, nach dem Nichtverbreitungsvertrag (NVV) weiterhin bestehe und nicht verhandelbar sei. (5) Des Weiteren fügte er laut der Nachrichtenagentur Mehr hinzu, dass der derzeitige Fokus des Irans darauf liege, den Krieg zu beenden und Teheran keine Kompromisse bei seinen nuklearen Rechten eingehen werde. Zudem hätten keine detaillierten Diskussionen über Atomfragen stattgefunden. Der Iran beobachte die Entwicklungen sehr genau und konzentriere sich nach wie vor auf die nationalen Interessen am Verhandlungstisch – unabhängig von Drohungen. Teheran lasse sich nicht von widersprüchlichem Verhalten der gegnerischen Parteien beeinflussen. Baghai betonte,

„dass sich der Iran auf jedes Szenario vorbereitet habe und sich mit voller Kraft gegen jede rücksichtslose Aktion verteidigen werde.“

Zum Schluss fügte er noch hinzu, dass

„die iranischen Streitkräfte Überraschungen haben werden“. (6)

Das Verhandlungsdilemma

Während der Iran erklärt, dass die Einstellungen der Kampfhandlungen – insbesondere Israels Angriffe auf den Libanon als Vorbedingung für Verhandlungen gelten, teilte die USA mit, dass sie erst jegliche Bombardierungen langfristig einstellen werden, wenn es „bestimmte“ Verhandlungsergebnisse gibt. (7)

Da die USA nicht darauf eingehen, welche „bestimmten“ Verhandlungsergebnisse sie fordern, kann hier nur spekuliert werden. Laut Tagesschau.de hat die USA einen Fünf-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges vorgelegt, der besagt, dass der Iran nur noch eine Atomanlage betreiben dürfe und seinen Bestand an hochangereichertem Uran an die USA aushändigen müsse. (8)

Der NVV

Hinter der Abkürzung NVV verbirgt sich der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen. (9) Dieser Vertrag gilt als „Fundament der globalen nuklearen Ordnung“ und wurde 1968 abgeschlossen. Im Jahr 1970 trat er in Kraft und gilt seitdem als universell gültig. (10) Außer den Ländern Israel, Indien, Pakistan und Südsudan gelten alle Länder als Vertragsparteien. Der Status von Nordkorea ist jedoch unbestimmt, da es 2003 seinen Rückzug erklärte.

Dieser Vertrag verpflichtet alle teilnehmenden Länder, die Nuklearwaffen besitzen, zur nicht Weitergabe von Nuklearwaffen und zur nuklearen Abrüstung. Dies betrifft die Länder China, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Russland und die Vereinigten Staaten (USA). Gleichzeitig untersagt er den Mitgliedsländern, die keine Nuklearwaffen besitzen, wie z. B. dem Iran, die Herstellung und Entwicklung von Nuklearwaffen und verpflichtet sie dazu, ihre kerntechnischen Anlagen unter internationale Kontrolle zu stellen. (11)

Der Vertrag sieht außerdem vor, dass im Intervall von 5 Jahren eine Überprüfungskonferenz stattfindet, bei der die Mitglieder die Umsetzung des NVV bewerten. Die letzte Überprüfungskonferenz fand im August 2022 in New York statt. Dort hatte die damalige deutsche Außenministerin, Annalena Baerbock teilgenommen und sich

„nachdrücklich für die Stärkung und vollständige Implementierung des Nichtverbreitungsvertrags eingesetzt.“ (12)

Zudem erklärten

„die Staats- und Regierungschefs der fünf Nuklearwaffenstaaten [im Januar 2022], dass ein Atomkrieg niemals geführt werden darf und nicht gewonnen werden kann.“ (13)

Mit dieser Aussage wurde die sogenannte „Reagan-Gorbatschow-Formel“ zur Nichtdurchführbarkeit eines Atomkriegs bestätigt. (14)

Die letzte vollständige Überprüfung des Irans im Rahmen des NVV fand durch die IAEA (International Atomic Energy Agency) im Februar/März 2025 statt. (15) Erst nach den Angriffen auf Isfahan im Juni 2025 schränkte der Iran die Überprüfung teilweise ein. (16) Die IAEA ist eine zwischenstaatliche Organisation der Vereinten Nationen, die Atomprogramme, Nuklearanlagen, Urananreicherung und die Einhaltung des NVV überprüft. Dadurch soll eine sichere und friedliche Nutzung der Kernenergie sichergestellt werden. (17)

Kommentar

In Anbetracht der aktuellen Situation, in der sich die Welt durch den Iran- und Ukrainekrieg befindet, ist der NVV bemerkenswert. Er führt unweigerlich dazu, dass man viele Ereignisse, die man in den letzten Monaten und Jahren in der Presse lesen konnte, infrage stellt. Die Inhalte des NVV verdeutlichen eine Doppelmoral in beiden Kriegen, die nicht weg zu diskutieren ist.

Fangen wir zunächst mit dem Irankrieg an. In diesem gibt es die drei Akteure Iran, Israel und die USA. Die USA und der Iran sind Vertragsparteien des Nichtverbreitungsvertrages. Israel jedoch nicht. Damit unterliegt Israel weder irgendwelchen Kontrollen, noch ist es dazu verpflichtet, abzurüsten, falls es nukleare Waffen besitzt. Da Israel zu keinerlei Angaben und Kontrollen verpflichtet ist, ist offiziell nicht bekannt, ob und wie viele nukleare Waffen Israel besitzt. Jedoch stellt sich die Frage, wie ein Land, das zu keinerlei Kontrolle über seine nuklearen Waffen verpflichtet ist, dazu kommt, von einem anderen Land genau das zu verlangen und jegliche Entwicklung nuklearer Atomprogramme zu untersagen.

Auf gut Deutsch: ich verlange von jemand anderem etwas, was ich selbst nicht tue.

Die USA beginnen gemeinsam mit einem Land einen Krieg, bei dem sie die Folgen und den Ablauf des Krieges absolut nicht abschätzen können, weil dieses Land weder erklärt, ob es nukleare Waffen hat und wenn ja, zu keinerlei internationaler Kontrolle verpflichtet ist. Dies bedeutet, falls Israel doch nukleare Waffen besitzt, könnte der Irankrieg eskalieren und niemand könnte dies verhindern – auch nicht die USA. Somit haben die USA einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, denn Israel hat gezeigt, dass man ihm nicht vertrauen kann.

Kommen wir zum Ukrainekrieg. Hier sind die Rollen zweier Länder besonders interessant, nämlich Deutschland und die USA. Deutschland, bzw. die deutsche Bundesregierung fordert Abrüstung und die Nichtverbreitung von nuklearen Waffen und kann gleichzeitig als einziges Land nicht genug nach Waffen und immer ausgereifteren Waffensystemen für die Ukraine schreien.

Die Rolle der USA ist im Ukrainekrieg unter dem Hintergrund des NVV besonders bemerkenswert. Sie sind Mitglied des NVV, also für Abrüstung und die Nichtverbreitung von nuklearen Waffen. Gleichzeitig liefern und verkaufen die USA Waffen an die NATO, die wiederum die Waffen an die Ukraine liefert. Das heißt, die USA sind für Abrüstung und die Nichtverbreitung von nuklearen Waffen und gleichzeitig liefern sie wissentlich Waffen an die Ukraine, damit der Krieg, den sie versuchen zu beenden, weitergehen kann.

Zwar handelt es sich bisher offiziell nicht um nukleare Waffen, die an die Ukraine geliefert werden. Dennoch stellt sich die Frage, wie man für Abrüstung und die Nichtverbreitung von Nuklearwaffen sein kann aber gleichzeitig Waffen in ein Kriegsgebiet liefert.

Dieses Paradox lässt sich nur mit Geld und Macht erklären.

Natürlich zeigt die Realität auch, dass Verträge im Ernstfall nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen und nur von der Güte und Bereitschaft zur Erfüllung der Mitgliedsländer abhängig sind. Dies wiederum stellt jedoch unser gesamtes System und Miteinander in Frage. Wenn man sich auf niemanden verlassen kann, kann man sich nur auf sich selbst verlassen und muss sich auf jeden möglichen Fall vorbereiten.

Es ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Es zeigt den Verfall. Es gibt keinen Anstand mehr. Man kann sich weder auf das Wort noch auf Verträge verlassen. Und genau das zeigt die deutsche Bundesregierung sehr deutlich. Der aktuelle deutsche Bundeskanzler, Friedrich Merz hält sich nicht an seine Worte, die deutsche Justiz hält sich nicht an das Grundgesetz. Der Nachbar wird nicht mehr gegrüßt, den älteren Menschen wird kein Platz mehr im Bus angeboten und Mütter verlieren ihren Schutzstatus in der Gesellschaft. Sicher, die letzten Beispiele sind im Vergleich zur Justiz eigentlich nicht nennenswert, aber eben nur eigentlich. Denn die Nichteinhaltung fängt mit den kleinen Dingen an, die man zulässt. Hat man sie einmal zugelassen, ist es schwer, sie wieder zu stoppen – aber nicht unmöglich.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-verhandlungen-114.html; https://rtde.org/der-nahe-osten/269469-liveticker-iran-krieg/;

https://rtde.org/der-nahe-osten/269469-liveticker-iran-krieg/

(2) https://rtde.org/der-nahe-osten/269469-liveticker-iran-krieg/

(3) https://rtde.org/der-nahe-osten/269469-liveticker-iran-krieg/

(4) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-verhandlungen-114.html

(5) https://en.mehrnews.com/news/244611/Iran-s-right-to-uranium-enrichment-non-negotiable-under-NPT

(6) https://en.mehrnews.com/news/244611/Iran-s-right-to-uranium-enrichment-non-negotiable-under-NPT

(7) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-verhandlungen-114.html

(8) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-verhandlungen-114.html

(9) https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/sicherheitspolitik/abruestung-ruestungskontrolle/nukleare-abruestung-und-nichtverbreitung/nvv-node

(10) https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/sicherheitspolitik/abruestung-ruestungskontrolle/nukleare-abruestung-und-nichtverbreitung/nvv-node

(11) https://infoiran.org/2124/irans-nuclear-program-legal-and-diplomatic-dimensions-1968-2025/

(12) https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/sicherheitspolitik/abruestung-ruestungskontrolle/nukleare-abruestung-und-nichtverbreitung/nvv-node

(13) https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/sicherheitspolitik/abruestung-ruestungskontrolle/nukleare-abruestung-und-nichtverbreitung/nvv-node

(14) https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/sicherheitspolitik/abruestung-ruestungskontrolle/nukleare-abruestung-und-nichtverbreitung/nvv-node

(15) https://www.iranwatch.org/authoring-agency/iaea-report

(16) https://factually.co/fact-checks/science/iaea-inspections-iran-enrichment-weaponization-2025-2026-report-summary-c0ebf1; https://www.iaea.org/topics/monitoring-and-verification-in-iran

(17) https://www.iaea.org/about/mission

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Dramatische Filmkomposition mit Kühltürmen von Kernkraftwerken mit leuchtenden holografischen KI-Schaltkreisen und Datenströmen

Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

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Irankrieg zerlegt den globalen Süden | Von Jochen Mitschka

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Irankrieg zerlegt den globalen Süden | Von Jochen Mitschka
Standpunkte 20260514 apolut
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Irankrieg zerlegt den globalen Süden | Von Jochen Mitschka

Die Kollateralschäden des Angriffskriegs gegen Iran

Als Israel und die USA ihren Angriffskrieg gegen den Iran begannen, um das Land zu unterwerfen, warnten viele Analysten davor, dass dies eine weltweite Wirtschaftskrise auslösen könnte. Die Philippinen sind ein Beispiel dafür, wie jene Länder des Globalen Südens, die sowieso unter Druck standen, nun vor dem Abgrund stehen.

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde die Philippinen als die widerstandsfähigste Wachstumsgeschichte Südostasiens beworben. Doch da die Annahmen der Politik von vor 2022 untergraben wurden, brechen die Fundamentaldaten ein. Die neuesten BIP-Daten schockierten selbst vorsichtige Beobachter. Die Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 nur um 2,8 % im Jahresvergleich, weit unter den Erwartungen und deutlich unter dem einst als für das Land als normal geltenden Wachstum von 5–6 %.

Die Inflation dagegen ist auf über 7 % gestiegen. Die Haushaltsdefizite bleiben hoch. Die öffentliche Verschuldung ist auf das höchste Niveau seit zwei Jahrzehnten gestiegen. Sollte das Land nicht deutlich seine Politik ändern, könnte es bald zu einer offenen Staatskrise kommen. Korruptionsskandale werden durch Probleme der Weltwirtschaft, wie die Hormus-Krise, potenziert, ähnlich wie Korruption in den USA , die sonst als systemimmanent hingenommen wird, bei schwächelnder Wirtschaft politische Erdbeben auslösen können.

Die Warnung an der Wand

Das Investitionswachstum der Philippinen hat sich stark verlangsamt, während der Haushaltskonsum – traditionell der wichtigste Wachstumsmotor – unter Inflationsdruck an Schwung verliert.

Internationale Institutionen kämpfen darum, mittelfristigen Optimismus zu bewahren. Sogar der IWF bleibt nach Herabstufungen der Prognosen aufgrund von Korruptionsskandalen, Infrastrukturstörungen und Energieschocks vorsichtig, und versucht, keine zu düsteren Prognosen zu veröffentlichen.

Die Verschlechterung ist jedoch politisch gravierend, denn die Philippinen sind mit ungewöhnlich hohen Erwartungen ins Jahr 2026 gegangen. Die Regierung von Marcos Jr., welche sich wieder verstärkt den USA zuwandte, hatte das Land als zukünftige Erfolgsgeschichte für Mittelschichten dargestellt. Diese sollten von der Verlagerung der Lieferkette aus China profitieren, wie das Pax-Silica-Glücksspiel versprach.

Das Pax Silica Gamble (zu Deutsch etwa „Pax Silica Glücksspiel“ oder „Wagnis“) bezeichnet die strategische Entscheidung der Philippinen, sich eng an die USA zu binden, um Teil einer US-geführten Allianz für Künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter-Lieferketten zu werden. Kernstück ist der Aufbau einer 4.000 Acre (ca. 16 km²) großen, spezialisierten Industriezone, der Economic Security Zone (ESZ), im New Clark City in Tarlac auf der Insel Luzon.

Kritiker, wie die Organisation AGHAM, befürchten, dass das Land zu einem reinen Produktionsstandort für Chips und Halbleiter wird, die in US-Waffen, Drohnen und Überwachungssystemen landen, anstatt die eigene industrielle Entwicklung zu fördern.

Satt "blühende Landschaften", wie von den USA versprochen, ist die Wirtschaft nun zwischen hohen Kreditkosten, geschwächtem Investorenvertrauen und sich verschlechternden äußeren Bedingungen gefangen.

Ein besorgniserregenderes Zeichen ist der Rückgang produktiver Investitionen. Die Bruttokapitalbildung hat sich erheblich abgeschwächt, was darauf hindeutet, dass Unternehmen zunehmend an der Vorhersehbarkeit der politischen Entwicklungen zweifeln. Und der Angriffskrieg gegen den Iran hat hier eine entscheidende Rolle gespielt.

Energie, Inflation und Ernährungsunsicherheit

Der Inflationsschub spiegelt die hohen strukturellen Verwundbarkeiten der Philippinen wider. Das Land ist weiterhin stark von importierten Kraftstoffen abhängig, was es äußerst empfindlich gegenüber Instabilität im Nahen Osten und globalen Schifffahrtsstörungen macht.

Die Lebensmittelinflation bleibt ein weiterer Problempunkt. Die Reispreise hatten sich 2025 vorübergehend stabilisiert und halfen, die Inflation früher zu senken. Doch erneuerte Energiekosten, logistische Engpässe und wetterbedingter landwirtschaftlicher Stress haben diese Fortschritte rückgängig gemacht.

Das Ergebnis ist ein klassischer Druck auf Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die Reallöhne stagnieren, während die Preise für Transport, Strom und Lebensmittel gleichzeitig steigen.

In einer von Überweisungen von im Ausland arbeitenden Bürgern abhängigen Wirtschaft verstärkt dies gefährliche soziale Dynamiken. Im Ausland unterstützen philippinische Arbeitskräfte weiterhin den Inlandskonsum, doch die Migration dient zunehmend als Sicherheitsventil für eine schwache Schaffung von Arbeitsplätzen im Inland und nicht als Ergänzung für den wachsenden Wohlstand. Es bereitet die Bühne für einen Teufelskreis.

Die Bangko Sentral ng Pilipinas, die Zentralbank des Landes, steht vor einem unmöglichen Balanceakt. Eine Straffung der Geldpolitik birgt das Risiko, das Wachstum weiter zu erdrücken, während sie die Risiken schwächt, die in Inflationserwartungen begründet sind.

Wie internationale Märkte das Risiko neu bewerten

Finanzmärkte reagieren typischerweise, wenn mehrere Schwachstellen sich gegenseitig verstärken. Das ist die Gefahr, der die Philippinen jetzt gegenüberstehen.

Verlangsamtes Wachstum, anhaltende Inflation, erhöhte Haushaltsdefizite, steigende Schuldendienstkosten, politische Fragmentierung und zunehmende geopolitische Belastung schaffen gemeinsam die Voraussetzungen für eine schrittweise Neubewertung des philippinischen Risikos auf den globalen Märkten.

Ausländische Portfolio-Investoren sind in der Regel die Ersten, die darauf reagieren. In Phasen der Unsicherheit neigt das Kapital dazu, sich von Schwellenmärkten mit niedrigerer Rendite zu vermeintlichen sicheren Zufluchtsorten oder größeren asiatischen Volkswirtschaften mit tieferen Industriebasen zu entfernen.

Wenn das Wachstum bei 3–4% stagniert, während die Inflation hoch bleibt, läuft das Land Gefahr, in einen Kreislauf schwächerer Kapitalzuflüsse, Peso-Volatilität und sinkendes Anlegervertrauens zu geraten.

Strategisch-industrielle Projekte, die mit Pax Silica verbunden sind, könnten selektive, von den USA, Japan und alliierten Staaten unterstützte Investitionen anziehen, aber breitere private Investitionen scheinen vorsichtig Zurückhaltung zu üben, insbesondere in Sektoren, die auf inländischen Konsum, Einzelhandel, Büroimmobilien und spekulative Immobilien ausgerichtet sind.

Offene Immobilienmärkte

Jahrelang basierte das städtische Wachstum der Philippinen auf der Erweiterung von Eigentumswohnungen, Auslandsüberweisungen und Erwartungen an dauerhaft steigende Grundstückswerte. Dennoch könnten anhaltend hohe Zinssätze, nachlassende Kaufkraft der Haushalte und eine schwächere ausländische Nachfrage eine mehrjährige Deflation des Immobilienmarktes auslösen, insbesondere in überversorgten Metro-Manila-Segmenten.

Eine anhaltende Immobilienkorrektur schwächt die Bankbilanzen, verringert die Bautätigkeit und dämpft die Inlandsnachfrage weiter. Internationale Ratingagenturen reagieren negativ, wenn die Schuldenquoten steigen und das Wachstum schwächer wird.

Jede Herabstufung – oder sogar eine negative Überarbeitung der Aussichten – könnte die Staatskreditkosten erhöhen, die Zinskosten für öffentliche Schulden erhöhen und die Regierung zwingen, mehr fiskalische Mittel für Schuldenbetreuung statt für Infrastruktur oder soziale Ausgaben bereitzustellen.

Höhere Kreditkosten würden durch teurere Unternehmenskredite, schwächere Investitionen und reduzierte Konsumkredite in die Gesamtwirtschaft übergreifen.

Korruption und politische Intrigen

Schlimmer noch, viele Berichte führen die Verlangsamung der öffentlichen Investitionen teilweise auf Korruption im Zusammenhang mit Hochwasserschutz- und Infrastrukturprojekten in Verbindung.

Das hat weitreichende Folgen, weil das philippinische Entwicklungsmodell stark auf staatlich geführte Infrastrukturausgaben angewiesen ist. Sobald öffentliche Arbeiten langsamer werden, schwächen sich die Multiplikatoreffekte im Bauwesen, in der Fertigung und im Dienstleistungssektor schnell ab.

Die politische Zersplitterung verschärft die Lage. In einer Zeit, in der gewöhnliche Filipinos sich eingeengt fühlen und echte Sorgen um die Zukunft haben, konkurrieren Elitefraktionen um Fragen der geopolitischen Ausrichtung und Sicherheitsfragen zwischen den USA und China.

Auch die Schuldenentwicklung sorgt für Besorgnis. Die öffentliche Verschuldung hat über 63 % des BIP erreicht – den höchsten Wert seit zwanzig Jahren. Dabei fehlen den Philippinen die Reservewährungsprivilegien und die industrielle Basis, die es reicheren Staaten ermöglichen, hohe Schuldenlasten zu tragen.

Szenarien für 2026-2028

Heute erscheinen drei grobe Szenarien plausibel.

Bestmögliches Szenario: Das Wachstum erholt sich bis 2027 moderat auf 4–5%, da die Inflation nachlässt und die Infrastrukturausgaben wieder aufgenommen werden. Was aber ein Ende der US-Blockade der Straße von Hormus voraussetzt. Pax Silica-Projekte ziehen gezielte Investitionen an, doch die Vorteile bleiben geografisch und sozial konzentriert. Die Schulden stabilisieren sich nahe dem aktuellen Niveau.

Erosionsszenario: Zunehmende Spannungen zwischen den USA und China verringern die Diversifizierung von Tourismus, Handel und Investitionen. Da China selbst unter der Krise auf Grund des Angriffskriegs gegen den Iran wirtschaftlich leidet, und auf Grund der Neuausrichtung zugunsten des US-Einflusses, ist wenig Hilfe von dort zu erwarten. Die Energiepreise bleiben hoch, die Inflation bleibt über dem Ziel, und das Wachstum schwankt um etwa 3–4%. Der fiskalische Druck verschärft sich und die Ungleichheit vertieft sich. 

Strategisches Volatilitätsszenario: Ohne Anti-Korruptions-Durchsetzung, Infrastruktureffizienz und breitere technologische Fähigkeiten riskieren die Philippinen, zur Frontlinie in einem größeren US-China-Konflikt zu werden. In diesem Szenario würde die Wirtschaft in eine längere Phase strategischer und wirtschaftlicher Turbulenzen geraten.

Der Philippinischer Peso ist ein früher Indikator für gefährlichen Wirtschaftsentwicklungen. Historisch gesehen erleben "Frontlinienwirtschaften" oft einen anhaltenden Risikorückgang auf den Devisenmärkten. Diese Aussage beschreibt ein ökonomisches Phänomen, bei dem kleinere, aufstrebende Volkswirtschaften – sogenannte Frontline Economies oder Frontier Markets – über einen längeren Zeitraum hinweg stabiler werden und die Gefahr von plötzlichen, heftigen Währungseinbrüchen abnimmt.

Beispiele hierfür sind die Ukraine vor dem Ausbruch des offenen Krieges mit Russland und Taiwan während großer Krisen über die Straße, als Investoren trotz starker Industriesektoren höhere Risikoprämien forderten. Wenn die Philippinen zunehmend als strategischer Frontstaat in der US-chinesischen Rivalität wahrgenommen werden, könnten internationale Märkte den Peso ähnlich nicht als ASEAN-Wachstumswährung, sondern eher als geopolitisches Mittel bepreisen. Das würde die Volatilitätsszenarien verstärken.

Fazit

Wir haben gerade nur auf die Philippinen geschaut. Aber wenn man sich im Globalen Süden umschaut, erkennt man mehrerer, ja sogar viele Länder, deren Entwicklung sowieso auf schwachen Füßen steht. Länder, denen durch den Angriffskrieg gegen den Iran und die dadurch entstandene Hormuskrise nun der "Teppich unter den Krücken" weggezogen wird. Und immer mehr Länder scheinen zu "Frontline Economies" zu werden. Aber das wäre ein separater Artikel.

(Der Artikel basiert zum Teil auf Arbeiten von Dr. Dan Steinbock und seinen Artikeln in der Manila Times)

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bild: MANILA, PHILIPPINEN - Arme Häuser in einem Slumviertel der Stadt Manila auf den Philippinen

Bildquelle: saiko3p / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

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Deutschland im Regierungs-Koma | Von Janine Beicht

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Deutschland im Regierungs-Koma | Von Janine Beicht
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Deutschland im Regierungs-Koma | Von Janine Beicht

Deutschland im Dauerchaos und die Regierung spricht von Arbeitsprozessen

Die Regierung hangelt sich von Gipfel zu Gipfel, während die finanziellen und gesellschaftlichen Belastungen immer weiter steigen. Deutschland erlebt eine politische Führung, die auf Krisen nur noch mit Verwaltung reagiert.

Ein Kommentar von Janine Beicht.

Die schwarz-rote Koalition in Berlin hat in der Nacht zum 13. Mai 2026 erneut bewiesen, dass sie Meister im Vertagen, Kaschieren und Beschwichtigen ist. Statt eines klaren Kurses, der das Land aus der Dauerkrise führt, gab es sechs Stunden Koalitionsausschuss, eine dünne Pressemitteilung und den üblichen Nebel aus vertrauensvoller Atmosphäre. Bundeskanzler Friedrich Merz und die SPD-Spitzen haben den Bürgern nichts Handfestes geliefert, nur die Ankündigung weiterer Gipfel und den nächsten Arbeitsprozess. Das ist kein Regieren mehr, das ist das organisierte Weiterwursteln auf Kosten derer, die noch arbeiten und Steuern zahlen. Die Koalition hangelt sich von einem nächtlichen Treffen zum nächsten, während die Uhren für Haushalt, Energie und Wirtschaft unerbittlich ticken. Und die Bürger? Die spüren längst, dass der Souverän ignoriert wird.

Kurz vor Mitternacht verließen die Spitzen von Union und SPD das Kanzleramt. Markus Söder stieg bei Regen in seinen Dienstwagen, Lars Klingbeil verschwand wortlos, Friedrich Merz blieb gleich im Kanzleramt. Wochenlang war dieses Treffen als möglicher Wendepunkt angekündigt worden. Hauptstadtjournalisten spekulierten allerdings offen über einen möglichen Bruch der Koalition. Statt Ergebnisse zu liefern, produziert die Regierung einen jener typischen Berliner Kunstbegriffe, die möglichst bedeutungsschwer klingen sollen und in Wahrheit nur politische Handlungsunfähigkeit umschreiben. „Arbeitsprozess“ (1).

Eine Regierung, die nach anderthalb Jahren Amtszeit erklärt, sie müsse sich zunächst auf einen „Arbeitsprozess“ einigen, beschreibt damit ihren eigenen Zustand präziser, als jede Opposition es könnte. Diese Koalition steckt nicht in einer gewöhnlichen Regierungskrise. Sie steckt in einer Legitimationskrise. Sie weiß selbst nicht mehr, wofür sie eigentlich noch steht, außer für die eigene Fortexistenz. Schon im Vorfeld hatten Union und SPD die Erwartungen demonstrativ abgesenkt. Als befände sich die Regierung noch in den ersten Tagen von Sondierungsgesprächen und nicht mitten in einer eskalierenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise. Das Land wartet auf Entscheidungen zu Renten, Steuern, Energiepreisen, Gesundheitskosten, Migration, Bürokratie und wirtschaftlichem Niedergang. Die Koalition antwortet darauf mit Gesprächsformaten, Arbeitsgruppen und weiteren Gipfeltreffen. Anfang Juni soll nun der nächste XXL-Gipfel stattfinden (2), diesmal gemeinsam mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Danach folgt noch ein weiterer Koalitionsausschuss vor der Sommerpause. Dort sollen dann möglicherweise Reformpakete beschlossen werden.

Die politische Mitte zerfällt

Während sich Union und SPD in Koalitionstherapie verlieren, beginnt selbst ein Teil des Hauptstadtjournalismus zu begreifen, dass die eigentliche Krise viel tiefer reicht. Nicht nur Schwarz-Rot zerfällt. Die gesamte Erzählung der vergangenen Jahre bricht zusammen. Die angebliche „politische Mitte“, die Deutschland stabil halten sollte, existiert in Wahrheit längst nicht mehr als gemeinsames politisches Projekt. Jahrelang wurde den Bürgern erzählt, die demokratische Mitte bilde einen vernünftigen Konsensraum. Wer sich außerhalb dieses Raumes bewegte, galt automatisch als Gefahr für die sogenannte „unsere Demokratie“. Doch inzwischen wird selbst den publizistischen Verteidigern dieser Konstruktion klar, dass diese Mitte nie eine homogene politische Kraft war, sondern lediglich ein künstlich zusammengehaltener Verwaltungsblock unterschiedlichster Ideologien.

Die Grünen träumen von Transformationsstaat, Wärmepumpenzwang und CO₂-Steuerung bis in den Alltag hinein. Teile der SPD verteidigen einen Sozialstaat ohne finanzielle Begrenzung und lehnen nahezu jede Form restriktiver Migrationspolitik reflexartig ab. Wirtschaftsliberale Kräfte in der Union wiederum sprechen von Entlastungen, Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau, tragen aber gleichzeitig jede weitere Staatsausweitung mit, sobald der Koalitionsfrieden gefährdet ist. Was als politische Mitte verkauft wurde, war in Wahrheit die große Entpolitisierung der Republik.

Angela Merkel perfektionierte diesen Prozess mit ihrer berühmten asymmetrischen Demobilisierung. Die Union übernahm schrittweise sozialdemokratische und grüne Positionen, neutralisierte dadurch politische Konflikte und verwandelte die Parteienlandschaft in einen austauschbaren Verwaltungsapparat. Die Folge ist ein ideologischer Einheitsbrei, den selbst Politikwissenschaftler inzwischen offen so benennen. Stefan Kolev formulierte es gegenüber Table.Briefings ungewöhnlich klar (3):

„Ich glaube, die Mitte hat sich in den letzten 15, 20 Jahren sehr stark homogenisiert. Sie hat durchaus die Neigung gehabt, ein Einheitsbrei zu werden.“

Früher war das politische Spektrum in der Mitte gespalten. Aus der Dynamik dieser Kräfte war Entwicklung möglich. Heute haben wir eine riesige „Mitte“, wo man sich so einig ist, dass man Stillstand produziert. Genau dieser Stillstand ist es, der Deutschland an den Abgrund treibt, während die sogenannten Ränder mit realen Problemen argumentieren, für die die Mitte verantwortlich ist: Milliardenlöcher bei Haushalt, Rente, Krankenkasse und Pflege, Migration und ihre Folgen, Energiepreise, Zustand der Bundeswehr, Wohnungsnot, Kriminalität, kaputte Infrastruktur, bürokratische Bremsung, Abfall des Bildungsniveaus, wirtschaftliche Stagnation, abwandernde Industrie und vielem mehr.

Die finanzielle Zeitbombe tickt unaufhaltsam

Die Staatsquote liegt seit 2025 bei 50,2 Prozent (4). Deutschland bewegt sich immer stärker in Richtung eines staatsdominierten Systems, jedenfalls, wenn man die Maßstäbe anlegt, vor denen bereits Altkanzler Helmut Kohl einst warnte. (5):

„Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt Sozialismus.“

Schon damals sah er in ausufernden Sozialausgaben, immer neuen Subventionstöpfen und der wachsenden Abhängigkeit vom Staat eine gefährliche Entwicklung. Inzwischen fließt mehr als die Hälfte der von Bürgern und Unternehmen erarbeiteten Einkommen direkt in den Einflussbereich des Staates. Die Staatsquote wächst weiter und mit ihr ein politisches Modell, das immer tiefer in Wirtschaft und Gesellschaft eingreift.

Die Abgabenlast beträgt 52,6 Cent pro verdienten Euro (6), davon kassieren die Sozialkassen 31,7 Cent, alle Steuern zusammen 20,9 Cent. Bis zu einem Einkommen von etwa 65.000 Euro zahlen Arbeitnehmer mehr an die Sozialkassen als ans Finanzamt (7). Die Rentenkasse erhält jährlich 134,4 Milliarden Euro Zuschuss aus dem Bundeshaushalt inklusive versicherungsfremder Leistungen wie der Mütterrente (8). Gesundheitsministerin Nina Warken verkündete ein Pflegedefizit von 7,5 Milliarden Euro für das kommende Jahr (9). Die gesetzlichen Krankenkassen rechnen ab 2027 mit jährlichen Defiziten im zweistelligen Milliardenbereich (10). Um das Minus zu mildern, soll die Beitragsbemessungsgrenze von 73.800 auf 77.400 Euro angehoben werden, was 6,3 Millionen Arbeitnehmer zusätzlich 788 Euro im Jahr kostet und die Arbeitskosten besonders in hochqualifizierten Branchen explodieren lässt. Die Koalition denkt sogar über höhere Rezeptzuzahlungen nach.

Fast die Hälfte der 5,5 Millionen Bürgergeldbezieher, 47,6 Prozent, besitzt keine deutsche Staatsbürgerschaft (11). Im Jahr 2015 lag der Ausländeranteil noch bei 21,8 Prozent. 512.000 Syrer und 201.000 Afghanen beziehen Leistungen. Der Bund überweist den Krankenkassen lediglich 144 Euro monatlich pro Bürgergeldbezieher, den Rest tragen die Versicherten (12). Arbeitsministerin Bärbel Bas behauptet dennoch, niemand würde in die Sozialsysteme einwandern (13).

Die Koalition sperrt sich gegen jede naheliegende Lösung wie Rückführungen oder Basisversorgung. Von 2026 bis 2030 plant der Bund trotz Sonderschulden weitere 972 Milliarden Euro neue Schulden (14). Die Zins-Steuer-Quote steigt bis 2030 auf 18,1 Prozent, fast jeder fünfte Steuer-Euro fließt dann in den Schuldendienst von etwa 80 Milliarden Euro jährlich (15). Zuschuss zur Rentenkasse 140 bis 150 Milliarden, Pensionäre über 100 Milliarden. Über 300 Milliarden Euro pro Jahr allein für Alterslast und Schulden (16). Die kleinen Erleichterungen bei der Einkommensteuer für 2026 werden von steigenden Sozialabgaben, CO₂-Steuer und weiteren Abgaben übertroffen.

Klingbeils Steuerreform als Placebo für die Mittelschicht

Auch Lars Klingbeils angekündigte Steuerreform folgt exakt diesem Muster. Offiziell soll die Mittelschicht entlastet werden. Tatsächlich plant die SPD massive Umverteilung bei gleichzeitig weiter steigender Gesamtbelastung.

Finanzminister Lars Klingbeil präsentiert eine Steuerreform, die untere Einkommen bis 3.000 Euro brutto entlasten soll, bis zu 95 Prozent der Menschen, mehrere hundert Euro im Jahr. Die Gruppe stellt jedoch nur ein Zehntel des Einkommensteueraufkommens. Zehn bis 20 Milliarden Euro Entlastung auf Kosten der Mittelschicht ab 210.000 Euro mit 47,5 Prozent Reichensteuer. Auf dem DGB-Bundeskongress in Berlin machte Klingbeil deutlich, dass die SPD an einer stärkeren steuerlichen Belastung hoher Einkommen festhalten will. Spitzenverdiener sollen nach Vorstellung der Sozialdemokraten künftig tiefer in die Tasche greifen. Vor den Delegierten erklärte der Bundesfinanzminister (17):

„In diese Richtung werden wir drängen. Es kann keine Einkommensteuerreform geben, bei der nicht auch die Spitzenverdiener in diesem Land mehr bezahlen müssen.“

Die kalte Progression bleibt, Klimaabgaben steigen weiter. Das Konzept ist ein Kommunikationstrick für das Wahljahr, während der Staatsapparat um 205.000 neue Mitarbeiter wächst (18) und Ausgaben explodieren. Union und SPD sind sich einig über das Aus für Ehegattensplitting (19) und höhere Erbschaftsteuer (17). Die Steuerschätzung für 2026 fällt negativ aus, doch das Steueraufkommen wächst trotzdem und versickert in ineffizienten Kunstökonomien.

Der Staat nimmt den Bürgern also an anderer Stelle wieder weg, was er ihnen rhetorisch zurückgeben möchte. Deutschland entwickelt sich immer stärker zu einem Hochsteuerland mit Rekordabgaben und explodierender Staatsquote (20). Trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht mehr aus. Große Teile des Haushalts werden künftig allein für Schulden und Alterslasten gebunden sein.

Die Folge wird zwangsläufig sein: Höhere Abgaben, neue Steuern und immer weniger wirtschaftliche Dynamik.

Energiepolitik als Ursache des wirtschaftlichen Selbstmords

Besonders absurd bleibt die Energiepolitik dieser Koalition. Während Bürger und Unternehmen unter hohen Preisen leiden, verkauft sich die Regierung nun dafür als pragmatisch, dass der CO₂-Preis 2027 nicht weiter steigen soll. Nicht sinken. Nicht abgeschafft werden. Nicht grundsätzlich reformiert werden. Lediglich nicht weiter steigen.

Die Koalition scheut das zentrale Thema wie der Teufel das Weihwasser: die grundsätzliche Veränderung der Energiepolitik, die den Wirtschaftsstandort Deutschland absterben lässt. Während Wirtschaft und Bürger leiden, bleibt Merz Führung schuldig. Der Tankrabatt läuft im Juni aus, die 12-Uhr-Regel für Spritpreise erweist sich als Flop. Die Markttransparenzstelle registrierte im April täglich 238.000 Preisanpassungen, davon 7.900 Abweichungen, oft nur Minuten. Sanktionen gibt es keine, Zuständigkeiten sind nicht geklärt. AfD-Verkehrsexperte Stefan Henze nannte es realitätsfremd. Auf Facebook postete er (21):

„Das ist typisch Rotschwarz: Erst ein überflüssiges Planwirtschaftsgesetz erlassen, Bürokratie aufbauen und dann den schwarzen Peter weiterreichen. Die 12-Uhr-Regel ist eine realitätsfremde Gängelung des Marktes. Sie belastet die Tankstellen und bringt dem Verbraucher keinen Cent Preisentlastung.“

Die Kraftwerksstrategie und das Heizungsgesetz sind nichts weiter als umbenannte Subventionen für das Klima-Kartell. Die Bio-Treppe birgt unkalkulierbare Kosten, die echte bezahlbare Energieversorgung bleibt tabu. Die Automobilindustrie prognostiziert 225.000 Arbeitsplatzverluste (22), nicht wegen Putin, sondern wegen der selbstverschuldeten Energiekrise.

Parallel beschloss das Kabinett das neue Heizungsgesetz (23). Offiziell wird das als Lockerung verkauft. Tatsächlich bleibt die Grundlogik des Gesetzes bestehen. Gas- und Ölheizungen bleiben zwar länger erlaubt, müssen jedoch schrittweise mit immer höheren Anteilen von Biomethan und Bioöl betrieben werden. Selbst die Regierung räumt ein, dass die künftigen Kosten kaum seriös abschätzbar seien. Trotzdem spricht Wirtschaftsministerin Katherina Reiche von Planungssicherheit. Gleichzeitig demonstrieren Klimaaktivisten vor dem Kanzleramt (24) und sprechen von der „Beerdigung der deutschen Klimaziele“. Auf der anderen Seite kritisieren Wirtschaftsexperten die fortgesetzte ideologische Verteuerung von Energie und Wohnen. Die Regierung schafft es inzwischen, gleichzeitig von beiden Seiten als unglaubwürdig wahrgenommen zu werden. 

Deutschland erlebt die Krise eines gesamten politischen Modells

Am Ende verdichtet sich alles zu einer fundamentalen Erkenntnis: Deutschland erlebt längst nicht mehr nur eine gewöhnliche Regierungskrise. Deutschland erlebt die Krise eines politischen Systems, das sich über Jahre von Realität, Leistungsfähigkeit und gesellschaftlicher Mehrheitsstimmung entkoppelt hat.

Die Koalition aus Union und SPD steht dafür exemplarisch. Sie produziert Gipfel statt Entscheidungen, Kommunikation statt Führung, Arbeitsprozesse statt Reformen. Gleichzeitig wachsen Staatsquote, Verschuldung, Sozialkosten und wirtschaftliche Probleme immer weiter.

Die Regierung versucht weiterhin, mit denselben politischen Rezepten jene Krisen zu lösen, die genau durch diese Politik entstanden sind. Sie ist mit sich selbst beschäftigt, blockiert das Land und verrät ihre Wähler. Friedrich Merz versagt als Kanzler ohne Strategie und Richtung. Die Zeit für eine radikale Wende wird knapp. Der Abgrund kommt näher. Deutschland mauert sich in Sozialkosten und Schulden ein. Die Ehe wegen vollständiger Zerrüttung zu scheiden, wäre längst überfällig. Stattdessen hängt die Koalition am Brandmauersyndrom und treibt das Land weiter ins Verderben. Die gesellschaftliche Geduld schwindet sichtbar. Die wirtschaftlichen Belastungen steigen. Das Vertrauen in Institutionen erodiert. Die politische Mitte zerfällt. Und während Berlin noch immer an Arbeitsprozessen feilt, bewegt sich das Land mit wachsender Geschwindigkeit auf eine Phase massiver politischer Verwerfungen zu.

Die Bürger hatten 2025 klar gewählt. Es ist Zeit, dass die Politik endlich gehorcht.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/koalitionsausschuss-schwarz-rot-100.html

(2) https://www.bild.de/politik/inland/schicksalswoche-fuer-die-koalition-heute-geht-es-um-schulden-und-eine-grosse-reform-69f1a52a792e2c3e9d47d371

(3) https://table.media/podcast/2026-05-13-zerbricht-die-politische-mitte

(4) https://www.bild.de/politik/inland/staatsquote-uebersteigt-kritischen-wert-ausgaben-steigen-bis-2030-auf-rekord-hoch-694047bc6b27cf8d0fbe825a

(5) https://www.insm.de/aktuelles/oekonomenblog/sozialismus-voraus 

(6) https://www.focus.de/finanzen/news/grosser-ueberblick-so-viel-steuern-zahlen-sie-fuer-jeden-verdienten-euro_id_260124658.html

(7) https://www.welt.de/regionales/niedersachsen/article6a034c16c7b823fd84be0b3b/cdu-chef-fordert-niedrigere-sozialabgaben.html

(8) https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/1-4-millionen-pensionaere-kosten-die-staatshaushalte-fast-so-viel-wie-20-millionen-rentner_b7016739-e79a-4734-9c54-2b92879fdc55.html

(9) https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-05/gesetzliche-pfelegeversicherung-2027-defizit-nina-warken

(10) https://www.welt.de/regionales/berlin/article69fc7a3acd4a28c47001f92a/kassenreform-gesundheitsakteure-warnen-vor-einschnitten.html 

(11) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1560171/umfrage/auslaenderanteil-bei-arbeitslosengeld-ii-buergergeld-in-deutschland/ 

(12) https://www.tk.de/presse/themen/finanzen/finanzierung-von-gesundheit/kassenbeitraege-und-buergergeld-2199636

(13) https://www.bild.de/politik/inland/baerbel-bas-es-wandert-niemand-in-unsere-sozialsysteme-ein-69fb3213cd4a28c47001e04c

(14) https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/tobias-hentze-bundeshaushalt-2030-fliesst-fast-jeder-fuenfte-steuereuro-in-zinszahlungen.html 

(15) https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/tobias-hentze-bundeshaushalt-2030-fliesst-jeder-fuenfte-steuereuro-in-zinszahlungen.html

(16) https://www.wsi.de/de/blog-17857-die-wahrheit-warum-bundeszuschuesse-zur-rentenversicherung-richtig-sind-63218.htm

(17) https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/koalition-bundesregierung-spitzenverdiener-klingbeil-100.html

(18) https://blackout-news.de/aktuelles/zahl-der-beamten-im-staatsdienst-steigt-um-58-prozent-auf-fast-zwei-millionen/ 

(19) https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/ehegattensplitting-erklaert-beispiele-wer-verlieren-wuerde,VEyUgLT 

(20) https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/Ausgabe/2025/08/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-3-steuern-im-internationalen-vergleich-2024.html 

(21) https://www.facebook.com/StefanHenzeAfD/

(22) https://www.express.de/politik-und-wirtschaft/schock-prognose-225-000-jobs-in-der-autoindustrie-bedroht-seit-kriegsende-nicht-mehr-so-dramatisch-1280229

(23) https://www.welt.de/wirtschaft/article6a043ebe35916b2930edc0ae/bundeskabinett-beschliesst-neues-heizungsgesetz.html

(24) https://www.evangelisch.de/inhalte/255455/13-05-2026/protest-vor-kanzleramt-gegen-gebaeudemodernisierungsgesetz

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: BERLIN, DEUTSCHLAND: Innenraum des Plenarsaals (Sitzungsraum) des Deutschen Bundestages
Bildquelle: katatonia82 / shutterstock

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Koalition kippt Heizungsgesetz – Aus für den Heizungszwang

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Die schwarz-rote Bundesregierung hat sich auf das Ende des umstrittenen Gebäudeenergiegesetzes (GEG), bekannt als „Heizungsgesetz", verständigt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) kündigten an, das von der Ampel-Koalition beschlossene Gesetz abzuschaffen und durch eine neue Regelung zu ersetzen.

Künftig soll nicht mehr die Art der Heizung im Mittelpunkt stehen, sondern die tatsächliche CO₂-Einsparung im Gebäudebereich. Die bisherige 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien beim Einbau neuer Heizungen entfällt damit.

Bauministerin Verena Hubertz (SPD) soll bis Jahresende einen Gesetzentwurf vorlegen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach von einem „technologieoffenen" Ansatz.

Kritik kommt von Grünen und Umweltverbänden, die einen Rückschritt beim Klimaschutz befürchten. Verbraucherschützer mahnen Planungssicherheit für Hausbesitzer an.

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Am Set: Windkraft-Doku – Jetzt erst recht!

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Am Set: Windkraft-Doku – Jetzt erst recht!
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Am Set: Windkraft-Doku – Jetzt erst recht!

Erneut treffen wir uns mit Richard Otto und Andreas Schuster, um über den Fortgang ihrer Windkraft-Doku zu berichten.

Die beiden sind mit ihrem Team in den vergangenen Monaten durch ganz Deutschland gereist, um Bürgerinitiativen zum Thema Windkraft zu befragen. Die kritische Mediendokumentation entsteht ehrenamtlich und durch Spendengelder.

Welche Hürden die Gruppe dabei zu nehmen hatte, wie sie auf kritische Fragen reagieren und was ihnen aufgrund unseres letzten gemeinsamen Interviews geschah, erfahrt ihr in dieser Folge von „Am Set“.

Da das Team ehrenamtlich arbeitet, benötigt es zur Fertigstellung der großen Windkraft-Doku Unterstützung aus der Bevölkerung. Helfen Sie gern mit Ihrer Spende: https://www.gofundme.com/f/deutschland-und-windkraft-eine-mediendokumentation-2uuzx

Hier der Link zum ersten Interview mit Richard Otto und Andreas Schuster. Am Set: Windkraft – Lösung oder zu viel des Guten? https://apolut.net/am-set-windkraft-loesung-oder-zu-viel-des-guten/

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Kernfusion: Durchbruch oder Dauerprojekt? | Von Günther Burbach

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Ein Meinungsbeitrag von Günther Burbach.

Die Versprechen klingen vertraut: nahezu unbegrenzte Energie, keine CO₂-Emissionen, kaum radioaktive Abfälle, eine Technologie, die gleich mehrere der drängendsten Probleme moderner Industriegesellschaften auf einmal lösen könnte. Kernfusion gilt seit Jahrzehnten als eine Art energetischer Heilsbringer. Und doch ist sie bis heute vor allem eines geblieben: ein Projekt der Zukunft.

Der physikalische Ansatz ist im Grunde einfach beschrieben, auch wenn seine Umsetzung alles andere als trivial ist. Anders als bei der Kernspaltung, bei der schwere Atomkerne zerlegt werden, setzt die Fusion auf das Verschmelzen leichter Kerne, meist Isotope des Wasserstoffs. Dabei wird Energie frei, wie sie auch in der Sonne entsteht. Das Problem liegt nicht im Prinzip, sondern in der Kontrolle dieses Prozesses. Temperaturen von mehreren Millionen Grad, instabile Plasmazustände und enorme technische Anforderungen machen die Fusion zu einer der komplexesten Herausforderungen der modernen Forschung.

Seit Jahren wird an verschiedenen Orten der Welt daran gearbeitet, diese Hürde zu überwinden. Das prominenteste Projekt ist der internationale Versuchsreaktor ITER in Südfrankreich, an dem neben der Europäischen Union auch die USA, China, Russland, Indien, Japan und Südkorea beteiligt sind. ITER soll erstmals zeigen, dass ein Fusionsreaktor mehr Energie liefern kann, als zu seiner Erzeugung notwendig ist. Noch handelt es sich dabei ausdrücklich nicht um ein Kraftwerk, sondern um eine Forschungsanlage.

Parallel dazu verfolgen einzelne Staaten eigene Programme. Auch Deutschland investiert weiterhin in die Fusionsforschung, etwa über Einrichtungen wie das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik. Hinzu kommt eine wachsende Zahl privater Unternehmen, insbesondere in den USA, die mit neuen Konzepten und deutlich ambitionierteren Zeitplänen arbeiten. Einige dieser Firmen versprechen bereits in den 2030er-Jahren erste kommerzielle Anwendungen.

Auf politischer Ebene wird diese Entwicklung zunehmend als strategische Chance interpretiert. In einer Zeit, in der Energieversorgung nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine geopolitische Frage ist, erscheint die Aussicht auf eine nahezu autarke Energiequelle besonders attraktiv. Entsprechend wird die Forschung mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt. Allein das ITER-Projekt hat inzwischen Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe erreicht, mit weiter steigender Tendenz.

Gleichzeitig wächst der Druck, konkrete Ergebnisse zu liefern. Die Energiekrise der vergangenen Jahre, steigende Preise und die Unsicherheiten globaler Lieferketten haben den Bedarf nach langfristigen Lösungen verstärkt. In diesem Kontext wird die Fusion zunehmend als möglicher Ausweg dargestellt, nicht als kurzfristige Antwort, wohl aber als strategische Option.

Doch genau hier beginnt die eigentliche Debatte. Denn während die physikalischen Grundlagen unbestritten sind, bleibt die Frage offen, wann und ob, aus dieser Technologie tatsächlich eine wirtschaftlich nutzbare Energiequelle wird. Der Weg von einem experimentellen Reaktor zu einem stabilen, bezahlbaren Kraftwerk ist lang und mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.

Was die Kernfusion so politisch attraktiv macht, ist nicht nur ihr technisches Potenzial, sondern ihre narrative Kraft. Sie verspricht eine Zukunft, in der sich zentrale Konflikte der Gegenwart scheinbar auflösen: Energieknappheit, Klimadruck, geopolitische Abhängigkeiten. Genau darin liegt jedoch auch ein Problem. Denn je größer die Erwartung, desto größer die Gefahr, dass sie als Ersatz für konkrete Lösungen im Hier und Jetzt dient.

Ein Blick auf die Zeitachsen zeigt, wie vorsichtig diese Versprechen zu bewerten sind. Seit den 1950er-Jahren wird an der Kernfusion geforscht und seit ebenso langer Zeit begleitet sie die Prognose, der Durchbruch sei nur noch wenige Jahrzehnte entfernt. Diese „20-Jahre-Formel“ hat sich über Generationen hinweg erstaunlich stabil gehalten. Auch heute finden sich wieder ambitionierte Ankündigungen, insbesondere aus dem privaten Sektor. Start-ups und Technologiefirmen sprechen von ersten marktfähigen Reaktoren in den 2030er-Jahren. Doch zwischen einem experimentellen Energiegewinn unter Laborbedingungen und einem wirtschaftlich tragfähigen Kraftwerksbetrieb liegt eine erhebliche Lücke.

Selbst wenn es gelingt, mehr Energie zu erzeugen als in das System hineingesteckt wird, bleiben grundlegende Fragen offen: Wie stabil lässt sich der Betrieb über lange Zeiträume aufrechterhalten? Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten pro erzeugter Kilowattstunde? Und wie aufwendig ist die notwendige Infrastruktur? Bislang gibt es auf all diese Fragen keine belastbaren Antworten aus dem praktischen Betrieb.

Hinzu kommt die finanzielle Dimension. Großprojekte wie ITER haben sich nicht nur verzögert, sondern auch massiv verteuert. Aus ursprünglich kalkulierten Kosten sind über die Jahre Summen im zweistelligen Milliardenbereich geworden, mit offenem Ende. Kritiker sehen darin ein strukturelles Muster: Eine Technologie, die wissenschaftlich faszinierend ist, aber in ihrer praktischen Umsetzung immer wieder hinter den Erwartungen zurückbleibt, während gleichzeitig die Investitionen weiter steigen.

Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter, dass genau solche langfristigen Forschungsprojekte notwendig seien, um echte technologische Sprünge zu ermöglichen. Ohne erhebliche Vorleistungen gebe es keinen Fortschritt. Diese Perspektive ist nicht von der Hand zu weisen. Doch sie beantwortet nicht die Frage, welche Rolle die Fusion in der aktuellen Energiepolitik tatsächlich spielt und spielen kann.

Denn während Milliarden in die Entwicklung zukünftiger Technologien fließen, stehen viele der gegenwärtigen Probleme ungelöst im Raum. Steigende Energiepreise, strukturelle Belastungen für Industrie und Haushalte sowie die Frage nach kurzfristig verfügbaren, stabilen Energiequellen lassen sich nicht mit Verweis auf mögliche Durchbrüche in 10 oder 20 Jahren beantworten. Hier entsteht ein Spannungsfeld, das zunehmend politisch aufgeladen ist.

In diesem Kontext wirkt die Kernfusion für manche Beobachter wie eine Projektionsfläche. Sie steht für die Hoffnung, dass sich komplexe Probleme durch technologische Innovation letztlich doch lösen lassen, ohne tiefgreifende Veränderungen bestehender Strukturen. Diese Hoffnung ist verständlich, aber sie kann auch dazu führen, dass notwendige Entscheidungen vertagt werden.

Das bedeutet nicht, dass die Forschung an der Kernfusion sinnlos wäre. Im Gegenteil: Sie gehört zweifellos zu den spannendsten und anspruchsvollsten Feldern moderner Wissenschaft. Doch zwischen wissenschaftlicher Möglichkeit und politischer Instrumentalisierung verläuft eine Linie, die nicht immer klar gezogen wird.

Am Ende bleibt eine nüchterne Feststellung: Die Kernfusion könnte eines Tages eine wichtige Rolle in der globalen Energieversorgung spielen. Ob und wann dieser Punkt erreicht wird, ist jedoch offen. Sicher ist nur, dass sie die aktuellen Herausforderungen nicht lösen wird. Und genau darin liegt die eigentliche Gefahr, nicht in der Technologie selbst, sondern in den Erwartungen, die an sie geknüpft werden.

+++

Quellen und Anmerkungen

Max-Planck-Institut für Plasmaphysik – Grundlagen der Fusionsforschung
https://www.ipp.mpg.de/

ITER Projekt – Offizielle Projektseite und Fortschritt
https://www.iter.org/

IAEA – World Fusion Outlook 2024, Überblick zu Stand, Projekten und Kommerzialisierung der Fusion
https://www.iaea.org/publications/15777/iaea-world-fusion-outlook-2024

BMFTR – Förderprogramm Fusion 2040
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/2024/fusion2040_programm.pdf?__blob=publicationFile&v=3

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: KI-generiertes Bild: Illustration der Kernfusion
Bildquelle: Shutterstock AI Generator / shutterstock

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TriggerFM: Nachrichten der Freien Medien vom 27.04.2026

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Aus dem Klappentext:

Themen: Klingbeil plant schärfere Steuerkontrollen, Energiekrise gefährdet Fernreisen, Syrer gesteht geplanten Anschlag in Berlin u.a. – insgesamt 10 Meldungen.

Inhalt:
0:00 Intro
0:15 Klingbeil plant schärfere Steuerkontrollen
1:15 Energiekrise gefährdet Fernreisen
1:41 Syrer gesteht geplanten Anschlag in Berlin
2:21 Tesla senkt Krankenstand in Grünheide
3:34 China blockiert Meta-Übernahme von KI-Start-up
4:27 Sachsen erlässt Vorgaben zu AfD und Waffenrecht
5:19 NGO Kabul Luftbrücke unter Druck
5:58 Russland bestellt deutschen Botschafter ein
6:26 Investitionsabgabe für Streamingdienste beschlossen
7:22 Globale Militärausgaben auf Rekordhoch

NEU "Die Video-Mediathek der Freien" auf:
https://triggerfm.com/mediathek/

Empfangsmöglichkeiten & APP:
https://www.triggerfm.com/empfang/

Eine Seite alle Infos der Freien:
TriggerFM.com

#TriggerFM #Nachrichten #FreieMedien

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Dieser Beitrag wurde auf dem Kanal „TriggerFM“ am 27.04.2026 auf YouTube veröffentlicht.

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Dieser Beitrag ist als Empfehlung der Redaktion verlinkt. Bitte beachten Sie, dass die Lautstärke des Beitrags ggf. von der Standard-Lautstärke von anderen Beiträgen auf apolut.net abweichen kann.

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Bildquelle: TriggerFM

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Bundesverband Landschaftsschutz e.V. warnt vor PFAS-Belastung durch Windenergieanlagen

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Pressemitteilung des Bundesverband Landschaftsschutz e.V. vom 22. März 2026.

Der Bundesverband Landschaftsschutz (BLS) e.V. schlägt Alarm: Aktuelle Untersuchungsergebnisse zeigen eine erhebliche Überschreitung der zulässigen Grenzwerte für PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) in der Leber eines Wildschweins aus einem Windindustriegebiet an der Grenze zwischen Mittelsachsen und dem Erzgebirgskreis.

Die gemessenen Werte lagen nahezu beim Dreifachen des zulässigen Höchstwertes. PFAS gelten als sogenannte „Ewigkeitschemikalien“, da sie in der Umwelt kaum abgebaut werden und sich in Böden, Gewässern sowie in der Nahrungskette anreichern.

Hinweis auf zunehmende Belastung der Nahrungskette

Nach Einschätzung des BLS bestätigen die Ergebnisse, dass PFAS längst in der menschlichen Nahrungskette angekommen sind. Wildschweine gelten hierbei als wichtige Indikatoren für Bodenbelastungen, da sie ihre Nahrung überwiegend aus dem Erdreich aufnehmen. Bereits in anderen Regionen Deutschlands wurden vergleichbare Belastungen festgestellt.

Auch wissenschaftliche Studien und behördliche Warnungen, etwa aus Rheinland-Pfalz, weisen auf stark erhöhte PFAS-Werte in Wildschweinlebern hin.

Kritik an Windenergieanlagen als mögliche Emissionsquelle

Der BLS sieht einen möglichen Zusammenhang zwischen der Belastung und dem Betrieb sowie Rückbau von Windenergieanlagen. Insbesondere der Abrieb von Rotorblättern sowie unsachgemäße Rückbaumaßnahmen könnten nach Auffassung des Verbandes zur Freisetzung von PFAS, Mikroplastik und weiteren Schadstoffen beitragen.

Fotodokumentationen und Beobachtungen aus Rückbauprojekten – unter anderem im Windpark Raßlitz – legen laut BLS nahe, dass geltende Umwelt- und Sicherheitsstandards nicht konsequent eingehalten wurden. Dabei bestehe die Gefahr, dass Schadstoffe unkontrolliert in Böden und Grundwasser gelangen.

Forderung nach umfassender Aufklärung und Maßnahmen

Vor diesem Hintergrund hat der BLS einen offenen Brief an Landräte, Oberbürgermeister sowie zuständige Behörden im Freistaat Sachsen gerichtet. Darin werden unter anderem folgende Punkte eingefordert:

  • Transparente Aufklärung der PFAS-Belastung in Böden, Grundwasser und Lebensmitteln
  • Konsequente Überwachung und Kontrolle von Windenergieanlagen und deren Rückbau
  • Berücksichtigung der Schadstoffemissionen in Genehmigungsverfahren
  • Schutzmaßnahmen für Bevölkerung, Landwirtschaft und Trinkwasser
  • Durchführung unabhängiger Studien und langfristiger Monitoringprogramme

Gesundheitliche Risiken und neue Grenzwerte

PFAS stehen im Verdacht, schwerwiegende gesundheitliche Schäden zu verursachen, darunter Krebs, Immunschwächen und Entwicklungsstörungen. Seit Januar 2026 gelten in Deutschland verschärfte Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser, die in den kommenden Jahren weiter abgesenkt werden.

Nach Ansicht des BLS verschärft der geplante Ausbau der Windenergie die Problematik zusätzlich, da langfristig eine flächendeckende Belastung bislang wenig belasteter Regionen drohe.

Appell an Politik und Behörden

„Die vorliegenden Ergebnisse sind ein ernstzunehmendes Warnsignal“, erklärt der Verband. „Der Schutz von Gesundheit, Umwelt und Lebensgrundlagen muss oberste Priorität haben. Es darf keine Genehmigungspraxis geben, die potenzielle Risiken ausblendet.“

Der Bundesverband Landschaftsschutz fordert daher ein Umdenken in der Umwelt- und Genehmigungspolitik sowie eine umfassende Prüfung möglicher Zusammenhänge zwischen Windenergieanlagen und PFAS-Emissionen.

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Bildquelle: Frank Wagner /shutterstock

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Link: https://kurzlinks.de/3hnp

Kontakt:

Bundesverband Landschaftsschutz (BLS) e.V.

Muldentalstraße 61

0 9623 Rechenberg-Bienenmühle

Telefon: 037327-83366

E-Mail: [email protected]

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Hollisters Geopolitik-Radar vom 20. – 26. April 2026

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Eine Woche, die Geschichte schreibt - und die kaum jemand als solche erkennt. Zwei Atommächte beschießen sich mit Raketen über Kaschmir, ein 65 Jahre alter Wasservertrag wird zur strategischen Waffe, und 250 Millionen Menschen fragen sich, ob ihre Felder nächste Saison noch Wasser bekommen. In Islamabad verlässt der iranische Außenminister die Stadt, bevor die Amerikaner landen - und Trump stoppt seinen eigenen Gesandten noch auf dem Rollfeld. An der Straße von Hormus schreiben Tankerkapitäne still die europäische Energieversorgung um – nicht durch Entscheidungen in Parlamenten, sondern durch Frachtverträge. Washington sanktioniert Chinas zweitgrößte Ölraffinerie und testet damit, wie weit Peking bereit ist, zurückzustecken - wenige Wochen vor dem Trump-Xi-Treffen. Deutschland veröffentlicht erstmals seit 1945 eine Militärstrategie, benennt Russland als Hauptgegner - und die Munition reicht für zweieinhalb Tage. Willkommen in der Woche, in der die Welt gleich an mehreren Stellen gleichzeitig aus den Fugen geriet.

Geopolitik-Radar vom 20. – 26. April 2026

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Ticker

INDIEN GREIFT PAKISTAN AN - ZWEI ATOMMÄCHTE AM RAND DES KRIEGES

Am 22. April wurden 26 Menschen - überwiegend hinduistische Touristen - im indisch kontrollierten Kaschmir nahe Pahalgam erschossen. Indien machte Pakistan verantwortlich und startete wenige Tage später die Operation Sindoor: Raketenangriffe auf Ziele in Pakistan und dem pakistanisch kontrollierten Kaschmir. Pakistan meldete mindestens 31 Tote. Beide Seiten beschossen sich entlang der Kontrolllinie. Trump bot sich als Vermittler an - für Indien ein diplomatischer Affront, für Pakistan ein unerwarteter Aufstieg zum regionalen Gesprächspartner.

INDIEN SETZT INDUS-WASSERVERTRAG AUS - WASSER WIRD ZUR WAFFE

Als Reaktion auf den Anschlag suspendierte Neu-Delhi den Indus Waters Treaty von 1960 - ein Abkommen, das drei Kriege und Dutzende Krisen überlebt hatte. 250 Millionen Pakistanis sind auf das Wasser des Indus angewiesen. Der Vertrag war das letzte bilaterale Format, in dem überhaupt noch Dialog stattfand. Wasser als strategische Waffe zwischen zwei Atommächten - das ist keine Metapher mehr.

USA/IRAN: WAFFENSTILLSTAND VERLÄNGERT - BLOCKADE BLEIBT, GESPRÄCHE GEPLATZT

Trump verlängerte den Waffenstillstand kurz vor Ablauf auf unbestimmte Zeit - angeblich auf Bitten Pakistans. Gleichzeitig hält die US-Marine die Seeblockade iranischer Häfen aufrecht. Der Iran verliert nach US-Angaben rund 500 Millionen Dollar täglich. Teheran nennt die Blockade einen Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen und macht ihre Aufhebung zur Vorbedingung für jede weitere Verhandlung. Der Waffenstillstand ist einer nur dem Namen nach.Die neuesten Entwicklungen lesen Sie hier: Update USA und Israel greifen Iran an - 26.04.2026

ARAGHCHI VERLÄSST ISLAMABAD VOR ANKUNFT DER US-DELEGATION - TRUMP CANCELT WITKOFF-FLUG

Der iranische Außenminister Araghchi reiste aus Islamabad ab, bevor die amerikanische Delegation mit Witkoff und Kushner gelandet war. Trump stoppte den Abflug der US-Delegation noch am Boden. Teheran hinterließ nach eigenen Angaben alle relevanten Positionen - und machte damit klar: Der Iran verhandelt nicht auf Abruf und nicht unter Drohungen. Washington diktiert Termine. Teheran entscheidet selbst, ob es erscheint.

USA SANKTIONIEREN CHINAS IRAN-ÖLKANAL - HENGLI PETROCHEMICAL IM VISIER

Das US-Finanzministerium belegte am 25. April die chinesische Raffinerie Hengli Petrochemical in Dalian mit Sanktionen - Chinas zweitgrößte unabhängige Raffinerie mit 400.000 Barrel Tageskapazität. Dazu kamen rund 40 Reedereien und Tanker der iranischen Schattenflotte. Hengli kaufte seit 2023 iranisches Öl im Wert von mehreren Milliarden Dollar. Peking bezeichnete die Maßnahme als Eingriff in legitime Handelsbeziehungen. Die eigentliche Eskalationsachse verläuft nicht zwischen Washington und Teheran - sondern zwischen Washington und Peking.

DEUTSCHLAND VERÖFFENTLICHT ERSTE MILITÄRSTRATEGIE SEIT 1945 - RUSSLAND ALS HAUPTGEGNER

Verteidigungsminister Pistorius stellte am 22. April die erste Militärstrategie der Bundeswehr in der Geschichte der Bundesrepublik vor. Ziel: die Bundeswehr bis Mitte der 2030er-Jahre zur stärksten konventionellen Armee Europas - 260.000 Aktive, 200.000 Reservisten. Russland wird explizit als Hauptgegner benannt. Das Dokument ist als Geheimpapier eingestuft, ein Teildokument wurde veröffentlicht. Wie weit die Bundeswehr von diesem Ziel entfernt ist, lesen Sie im Fokusthema unten.

EU-GIPFEL ZYPERN: EIGENE BEISTANDSKLAUSEL ALS NATO-ERSATZ AUF DER AGENDA

Die EU-Staats- und Regierungschefs trafen sich am 23./24. April informell auf Zypern. Auf der Agenda: eine operative EU-Beistandsklausel nach Artikel 42.7 des EU-Vertrags - explizit als möglicher Ersatz für NATO-Artikel 5, sollten die USA das Bündnis verlassen. Entscheidungen wurden nicht getroffen. Dass das Thema überhaupt auf Gipfelebene diskutiert wird, ist selbst die Nachricht.

POLEN/TUSK: ARTIKEL-5-VERTRAUEN OFFEN ANGEZWEIFELT

Polens Premierminister Donald Tusk stellte öffentlich die Frage, ob die USA Polen im Ernstfall nach Artikel 5 verteidigen würden - und nannte es „Europas wichtigste Sicherheitsfrage." Polen erfüllt bereits das von Trump geforderte Fünf-Prozent-BIP-Ziel bei den Verteidigungsausgaben und zweifelt trotzdem. Tusk forderte, die EU-Beistandsklausel mit echten Instrumenten zu füllen. Der NATO-Frontstaat mit den höchsten Verteidigungsausgaben traut dem Bündnis nicht mehr.

BALIKATAN 2026: 17.000 SOLDATEN VOR LUZON - JAPAN ERSTMALS MIT SCHARFER MUNITION

Seit dem 20. April laufen vor den Philippinen die größten Balikatan-Manöver der Geschichte. 17.000 Soldaten aus sieben Ländern - USA, Philippinen, Japan, Kanada, Frankreich, Australien, Neuseeland - trainieren bis zum 8. Mai in Nordluzon, direkt an der Taiwanstraße und dem Südchinesischen Meer. Erstmals nimmt Japan aktiv mit scharfer Munition teil. China reagierte scharf und warf den Teilnehmern vor, Spaltung und Konfrontation zu schüren.

GAZA/WESTBANK: ANGRIFFE TROTZ WAFFENSTILLSTAND - SIEDLUNGSAUSBAU ALS DE-FACTO-ANNEXION

Israelische Angriffe töteten laut Medizinern mindestens zwölf Menschen in Gaza-Stadt, Beit Lahiya und Khan Younis - darunter auch Polizisten. Gleichzeitig feierten israelische Minister die Wiedererrichtung einer symbolischen Siedlung in der Westbank; palästinensische Geschäfte im benachbarten Dorf erhielten Abrissbefehle. Der Waffenstillstand gilt auf dem Papier. Die De-facto-Annexionsdynamik läuft weiter.

EU-AUSWEISKONTROLLE: VON DER LEYENS APP KNACKT DAS ANONYME INTERNET

Am 15. April stellte die EU-Kommission eine App vor, die Kinder im Internet schützen soll - per Ausweis-Scan, Token-Vergabe, Zugangskontrolle. Innerhalb von 24 Stunden war die App geknackt. Was bleibt, ist die Infrastruktur: ein technisches Fundament, das das anonyme Internet strukturell beenden kann - Schritt für Schritt, jeder Schritt für sich begründet. Die vollständige Analyse: Flitzer - Der freundliche Türsteher

GEORGIEN: DER MOSKAUER MECHANISMUS - NUR DAS 17. MAL IN 35 JAHREN

23 OSZE-Staaten haben den Moskauer Mechanismus gegen Georgien ausgelöst - ein Instrument, das in seiner gesamten Geschichte nur 16 Mal eingesetzt wurde. Bisherige Zielstaaten: Belarus, Tschetschenien, Turkmenistan. Jetzt steht ein EU-Beitrittskandidat auf dieser Liste. Was das bedeutet: Georgien - Der Mechanismus, den niemand kennt


Fokusthemen

Indien und Pakistan: Zwei Atommächte im Feuer

Der Anschlag von Pahalgam am 22. April war mehr als ein Terrorakt. Er war der Auslöser einer militärischen Eskalation, die in ihrer Intensität seit Jahrzehnten ohne Vergleich ist. Indien griff mit Raketen Ziele auf pakistanischem Territorium an - Operation Sindoor. Pakistan antwortete mit Artillerie. Beide Seiten meldeten Tote. Indien setzte den Indus Waters Treaty aus - einen Vertrag, der 1960 unter Weltbank-Vermittlung entstand und drei Kriege überlebt hatte. Wasser wird zur Waffe zwischen zwei Atommächten, die zusammen über mehr als 300 Nuklearsprengköpfe verfügen. Trump bot Vermittlung an - für Indien ein diplomatischer Affront, für Pakistan ein unerwarteter Aufstieg. Islamabad agiert gleichzeitig als Vermittler zwischen den USA und dem Iran. Was diese Woche in Südasien passierte, wurde von westlichen Medien weitgehend als Randnotiz behandelt. Das ist ein Fehler. Wenn zwei Atommächte einander mit Raketen beschießen, ist das keine regionale Krise. Es ist eine globale.

Fragen:

  • Warum bietet Trump ausgerechnet jetzt Vermittlung an - und welche Interessen verfolgt Washington dabei?
  • Kann Pakistan gleichzeitig Vermittler im Iran-Konflikt und Konfliktpartei gegen Indien sein, ohne seine Glaubwürdigkeit zu verlieren?
  • Was passiert mit 250 Millionen Menschen, wenn der Indus-Vertrag dauerhaft ausgesetzt bleibt?
  • Warum schenkt die westliche Öffentlichkeit dem gefährlichsten Atomkonflikt der Woche kaum Aufmerksamkeit?


Hormus als globaler Zwangshebel

Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle 54 Kilometer breit. Durch sie fließen rund 20 Prozent der weltweiten Ölexporte. Seit dem 28. Februar ist sie Kriegsgebiet. Der Iran blockiert sie. Die USA blockieren iranische Häfen. Handelsschiffe werden von iranischen Kanonenbooten beschossen. Der Ölpreis liegt bei rund 95 Dollar pro Barrel - nach einem Hoch von fast 120 Dollar vor dem Waffenstillstand. Was in den Nachrichten als Militärkonflikt erscheint, ist längst ein Energie-, Handels- und Sanktionskrieg. Washington sanktioniert Chinas Ölkanal über Hengli Petrochemical. Teheran erhält erstmals Einnahmen aus Durchfahrtgebühren. Tankerkapitäne schreiben derweil still die europäische Energiepolitik um: Flitzer - Schrödingers Ölmarkt Wer mit einem vollen Tanker drei Wochen nach Europa fahren kann oder eine Woche nach Asien, wählt Asien - und schreibt langfristige Verträge. Wenn die Meerenge irgendwann wieder offen ist, laufen einige dieser Verträge noch. Kein Parlament hat das beschlossen. Frachtökonomie hat es entschieden.

Fragen:

  • Wer kontrolliert Hormus wirklich - und welchen Preis zahlt die Weltwirtschaft dafür täglich?
  • Wie lange kann Europa einen strukturellen Umlenkungsprozess auf den Energiemärkten ignorieren, bevor er politisch sichtbar wird?
  • Ist die US-Seeblockade iranischer Häfen noch Druckmittel - oder bereits Kriegshandlung nach Völkerrecht?
  • Was passiert mit den Energiepreisen in Europa, wenn zusätzlich Bab al-Mandab geschlossen wird?


Europa rüstet - aber kann es auch kämpfen?

Am 22. April legte Pistorius die erste Militärstrategie der Bundeswehr in der Geschichte der Bundesrepublik vor. Russland ist der Hauptgegner. Die Bundeswehr soll zur stärksten konventionellen Armee Europas werden - 260.000 Aktive, 200.000 Reservisten, drei Phasen bis Mitte der 2030er. Parallel diskutiert die EU auf Zypern eine eigene Beistandsklausel, weil niemand mehr sicher ist, ob Artikel 5 im Ernstfall trägt. Polens Premier Tusk stellt öffentlich die Frage, ob Amerika kommt, wenn Russland angreift - obwohl Polen bereits das Fünf-Prozent-BIP-Ziel erfüllt. Das Bild wirkt entschlossen. Die Realität nicht. Kriegstüchtig auf dem Papier - Siegfähig in der Planung Das Heer derBundeswehr hat Munition für zweieinhalb Tage Gefecht. Die Luftwaffe könnte ihren Kampfjet-Bestand viereinhalb Mal auffüllen - wenn genug Zünder vorhanden wären. Sind sie nicht immer. Die Marine hat Luftabwehrraketen für fünf Tage. Zwischen politischer Rhetorik und militärischer Realität liegt eine dokumentierte, messbare Lücke. Deutschland gibt Hunderte Milliarden aus. Pistorius verspricht die stärkste Armee Europas. Aber was passiert, wenn man das Wort „siegfähig" mit echten Zahlen konfrontiert? Mit Munitionslisten, Ausbildungsrealitäten, Logistikketten? Eine Real-Satire in sieben Akten — und sie ist erschreckend komisch, weil sie wahr ist: Siegfähig

Wie Europa systematisch auf diesen Punkt vorbereitet wurde - Schritt für Schritt, Dokument für Dokument: EU - Kriegsbereit in drei Wochen - Teil 5

Intro: Der vorbereitete Krieg

Fragen:

  • Wie glaubwürdig ist Abschreckung, wenn die Munition nach zweieinhalb Tagen ausgeht?
  • Wer entscheidet in Europa über Kriegsvorbereitung - gewählte Parlamente oder Verteidigungsministerien?
  • Ist die neue Bundeswehr-Strategie eine Antwort auf eine reale Bedrohung - oder Rechtfertigung für Ausgaben, die längst beschlossen waren?
  • Was bedeutet es, wenn der NATO-Frontstaat mit den höchsten Verteidigungsausgaben öffentlich am Bündnis zweifelt?


Washington sanktioniert Peking - der Krieg hinter dem Krieg

Formal geht es um iranisches Öl. Tatsächlich geht es um die Frage, wie weit China bereit ist, das US-Sanktionsregime zu umgehen - und wie weit Washington bereit ist, das zu bestrafen. Hengli Petrochemical in Dalian ist Chinas zweitgrößte unabhängige Raffinerie. Sie kaufte seit 2023 iranisches Rohöl im Wert von mehreren Milliarden Dollar, verschleiert über eine Schattenflotte, Herkunft als malaysisch deklariert. Washington belegte Hengli und 40 weitere Reedereien mit Sekundärsanktionen - wer mit diesen Firmen Geschäfte macht, ist selbst im Visier. Die Maßnahme kommt wenige Wochen vor dem geplanten Treffen von Trump und Xi. Das ist kein Zufall. Es ist ein Test: Wie viel Druck schluckt Peking, bevor es zurückschlägt? Peking antwortete bereits mit dem Stopp von Dual-Use-Exporten an sieben europäische Rüstungsunternehmen. Die Frontlinien verlaufen längst nicht mehr nur am Persischen Golf.

Fragen:

  • Ist die Hengli-Sanktion ein isolierter Druckakt - oder der Beginn einer systematischen Abkopplung Chinas vom globalen Finanzsystem?
  • Wie reagiert Peking, wenn Washington kurz vor dem Trump-Xi-Treffen weiter eskaliert?
  • Was bedeuten chinesische Gegensanktionen gegen europäische Rüstungsfirmen für die europäische Aufrüstungsdebatte?
  • Wer profitiert davon, wenn USA und China sich über iranisches Öl zerfleischen - und wer zahlt den Preis?

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Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik - jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com, bei Substack sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Bildquelle: Michael Hollister

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Quellenverzeichnis

Euronews DE - Waffenstillstand vor dem Ende, 21. April 2026 https://de.euronews.com/2026/04/21/waffenstillstand-usa-iran-krieg

Pravda DE - Trump verlängert Waffenstillstand auf unbestimmte Zeit, 22. April 2026 https://germany.news-pravda.com/germany/2026/04/23/261768.html

WSWS DE - Verlängerung des Waffenstillstands und Seeblockade, 22. April 2026 https://www.wsws.org/de/articles/2026/04/22/spvv-a22.html

US Treasury / OFAC - Hengli-Sanktionen und Schattenflotte, 25. April 2026 https://home.treasury.gov/news/press-releases/sb0472

US News / AP - Hengli Petrochemical und 40 Reedereien sanktioniert, 25. April 2026 https://www.usnews.com/news/business/articles/2026-04-24/us-imposes-sanctions-on-a-china-based-oil-refinery-and-40-shippers-over-iranian-oil

SWI Swissinfo - Indien setzt Indus-Wasservertrag mit Pakistan aus https://www.swissinfo.ch/ger/nach-anschlag-in-kaschmir:-indien-setzt-wasservertrag-mit-pakistan-aus/89205035

IPG Journal - Pahalgam und die Folgen für Südasien https://www.ipg-journal.de/regionen/asien/artikel/mit-offenem-visier-8296/

BMVg - Militärstrategie der Bundeswehr, 22. April 2026 https://www.bmvg.de/de/presse/strategie-zur-landes-und-buendnisverteidigung-6093690

Tagesspiegel - Pistorius legt erste Militärstrategie vor, 23. April 2026 https://www.tagesspiegel.de/politik/starkung-der-bundeswehr-pistorius-legt-erste-militarstrategie-vor-mehr-bundeswehr-15508201.html

Euronews DE - EU-Gipfel Zypern: Beistandsklausel als NATO-Ersatz, 23. April 2026 https://de.euronews.com/my-europe/2026/04/23/gipfel-zypern-eu-beistand-nato-ukraine-iran

Weltwoche - Tusk zweifelt an NATO-Loyalität der USA, 25. April 2026 https://weltwoche.ch/daily/wir-brauchen-eine-echte-allianz-polen-premier-donald-tusk-stellt-loyalitaet-der-usa-gegenueber-den-nato-partnern-infrage/

Berliner Zeitung - Balikatan 2026: Japan erstmals mit scharfer Munition, 20. April 2026 https://www.berliner-zeitung.de/news/balikatan-manoever-2026-japan-erstmals-mit-scharfer-schiessuebung-dabei-li.10030462

Pforzheimer Zeitung - Philippinen und USA starten Militärmanöver, 20. April 2026 https://www.pz-news.de/politik_artikel,-Philippinen-und-USA-starten-grosse-gemeinsame-Militaeruebungen-_arid,2347141.html

(Auszug von RSS-Feed)

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Trump verlängert einseitig Waffenruhe mit Iran

veröffentlicht.
Vorschau ansehen Trump verlängert einseitig Waffenruhe mit Iran

US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran einseitig verlängert, ohne neue Frist zu setzen. Auf Bitten Pakistans sehen die USA von Angriffen ab, bis Iran einen Verhandlungsvorschlag vorlegt – die Blockade iranischer Häfen bleibt jedoch bestehen.

Trump teilte dies am Dienstagabend (21.04.2026) auf Truth Social mit und wies das Militär an, einsatzbereit zu bleiben. Ohne Verlängerung wäre die Pause in der Nacht zum Donnerstag ausgelaufen, mit US-Drohungen gegen Irans Energiesektor.

Pakistan dankt für die Entscheidung und hofft auf Friedensgespräche in Islamabad. Iran lehnt ab: Ein Berater nennt es einen US-Trick, die Revolutionsgarden drohen mit Gewalt gegen die Blockade. Verhandlungen in Pakistan sind ausgesetzt, da Teheran US-Forderungen ablehnt; Vizepräsident JD Vance sagte seine Reise ab.

Unklar, ob Iran und Israel die Pause einhalten. Trump hatte zuvor mit Angriffen gedroht, nun klingt er versöhnlicher.

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Bildquelle: miss.cabul / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)
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