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Bisher halten sich die politischen Folgen der Epstein-Veröffentlichungen noch in Grenzen – außer in Großbritannien. Dort ist nicht nur Ex-Prinz Andrew betroffen, sondern auch ein bedeutender Labour-Politiker, der Ministerpräsident Keir Starmer ins Amt gehoben hatte.
Der 1953 geborene Peter Mandelson hat die britische Politik der letzten Jahrzehnte geprägt wie kaum ein anderer. Er galt als der Kopf hinter dem Aufstieg des ehemaligen Ministerpräsidenten Tony Blair und der Verwandlung der sehr von den Gewerkschaften geprägten Labour Party in eine neoliberale Partei. Er hat auch das Schröder-Blair-Papier mit verfasst, das eine ähnliche Wende in der deutschen SPD einleitete. Er hatte die "Remain"-Kampagne gegen den britischen Austritt aus der EU geleitet, und später war er der Strippenzieher, der Jeremy Corbyn als Parteichef stürzte, und zuletzt hob er den zuvor weitgehend unbekannten Keir Starmer an die Spitze der Partei wie der britischen Regierung.
Im Dezember 2024 ernannte ihn dieser zum Dank zum britischen Botschafter in den Vereinigten Staaten. Bereits im September 2025 wurde er aber von diesem Posten wieder entfernt, weil ein Geburtstagsbuch aus dem Nachlass von Jeffrey Epstein bekannt wurde, in dem er sich verewigt hatte, und bald darauf auch noch E-Mails von Mandelson an Epstein, in denen er seinem "besten Kumpel" nach seiner Verurteilung als Sexualstraftäter juristischen Rat erteilte.
In den neu veröffentlichten Dokumenten finden sich auch Kontoauszüge, die drei Zahlungen in Höhe von je 25.000 US-Dollar zeigen, die zwischen 2003 und 2004 von Epstein an Mandelson gegangen sein sollen. Es gibt auch Fotos, die Mandelson neben unbekannten Frauen zeigen, und weitere E-Mails. Selbst wenn einzelne dieser Details sich als nicht glaubwürdig erweisen sollten, belegen sie unbestreitbar, dass die Beziehung zwischen Epstein und Mandelson langwierig und eng war.
In einem Brief an die Generalsekretärin von Labour, Hollie Ridley, bestritt nun Mandelson jegliches Fehlverhalten und sagte, die Vorwürfe wegen der Zahlungen von Epstein an ihn seien "falsch", und es gebe keine Belege dafür, dass er diese Gelder eingenommen habe.
Dennoch trat er aus der Partei aus. "Während diese Fragen untersucht werden, will ich der Labour Party keinen weiteren Schaden zufügen und gebe daher meine Mitgliedschaft auf", schrieb er. Er wiederholte auch eine zuvor bereits geäußerte Entschuldigung an die Opfer Epsteins und schrieb, ihre Stimmen "hätten schon viel früher gehört werden sollen. "
Für Premierminister Keir Starmer ist das ein schwerer Schlag; nicht nur, weil er seinen erfahrensten Unterstützer verliert, sondern auch, weil die große Nähe zwischen ihm und Mandelson nun auch seinen Ruf beschädigt, bei ohnehin schlechten Umfragewerten. Eine Sprecherin der Konservativen hat ihm bereits vorgeworfen, er hätte den "völlig diskreditierten" Mandelson früher ausschließen sollen. Selbst aus Teilen der Labour Party kommt nun die Forderung, Mandelson müsse sein Wissen über Epsteins Aktivitäten mit den US-Behörden teilen.
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