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Noch ein Dresdner: Künstler für Frieden „Yann Song King“

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Hinter dem koreanisch-drakonisch anmutenden Künstler-Decknamen steckt ein bürgerlicher Jan – nebst sächsischer Verschmitzheit. Aber auch eine Portion Angst vor Terroranschlägen der ettikettenschwindligen Antifa. Denn, jawoll, auch dieser Dresdner ist, wie Uwe Steimle, für „Frieden mit Russland“. Von Diether Dehm.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Yann Song Kings Spezialität sind eigentlich detailverliebte Spottgesänge auf die Gesetzes-Auswirkungen vergangener Regierungen auf den Alltag. Jedoch, obwohl ihm Pathos und hehre Worte eigentlich gar nicht liegen, ist sein bislang größter Hit eine Antikriegs-Hymne. Die wird mittlerweile bei den allermeisten Friedens-Kundgebungen in Ost und West live oder vom Datenträger mitgesungen und heißt: „Absage“.

Den Hymnencharakter bezieht dieses Lied aus einer gewissen musikalischen Anlehnung an Boris Vians „Der Deserteur“, das in Frankreich sogar einige Zeit verboten war. Ansonsten ist Yann Song Kings Wortwahl burschikos, ohne Feierlichkeiten. Der Refrain geht so:

„Sprecht bitte nicht von Werten/ sprecht von euren Interessen/ dass wir für euch den Kopf hinhalten/ das könnt ihr glatt vergessen!“

Die Strophen streifen Aufrüstung, Sprechbläser über westliche Werte, Corona-Zwangsmaßnahmen und schließlich heißt es:

„Solang die Menschen glauben an den letzten großen Sieg/ bleibt Frieden nur die Zwischenspanne bis zum nächsten Krieg/ mir bleibt die Hoffnung: dieses Mal kommt’s anders als ihr denkt/ dass niemand mehr so trottlig ist und euch sein Leben schenkt/ die hohlen Phrasen fruchten nicht und, ja, wir werden sehen:/ der Russe wird nicht kommen, aber ihr – ihr werdet gehen!“

Dann hat Yann eine Menge witziger Songs im Köcher, zu denen ich mich schon mehrfach vor Lachen beeumelt habe. Aus Louis Armstrongs Uncle-Tom-Schnulze „What a wonderfull world“ wurde „Wadephul – What a fool-world“.

Zum Beispiel kommt daher, nein, marschiert ein Lied zu einer besonders untauglichen EU-Innovation für Trinker und gegen Plastikdeckel. Die Betonungsunterstreichungen des Song-Titels sollte der Leser jetzt mit intonieren, denn der Sänger singt sie auch auf den stampfenden Dam-da-da-dam-Bass einer Tuba:

„Einweggetränkeflaschenschraubverschlussanbindungspflichtgesetz“. Und dies Wortungetüm wiederholt er als Refrain – und dann auch mit ihm johlend das Publikum.

So wie einst der Gitarrenvirtuose Dieter Süverkrüp denkt auch der Gitarrenlehrer Yann Song King die Musik beim Texten mit. Schlechtere Instrumentalisten sollten die Gitarre sowohl beim Texten als auch beim Komponieren beiseite legen. Ob ich für Joe Cocker oder Klaus Lage komponiert habe, die Gitarre lauerte mit ihren Klischees am Wegesrand wie ein böser Wolf, aber stets weit abseits.

So, durch und durch am Instrument, in Literatur und Liedgeschichte gebildet, vermag der 52-jährige Autor mit der jungenhaften Stimme ziemlich freihändig zu jonglieren mit DDR-Punk, Folk, Blues, Schlager, Rammstein- und Rock/Pop-Elementen. Er erlangte mit seinen Ohrwürmern zunächst im Osten Popularität – in der Querdenker-Bewegung gegen die Corona-Zwangsmaßnahmen. Dann wurde er auch von der Friedensbewegung nach München, Hannover und so weiter eingeladen. Der auch – im Mentoring von Uwe Steimle – immer verbreiteter auftretende Geheimtipp begann dann immer mehr links und rechts des Corona-Themen-Spektrums zu grasen – und schuf echt große Befreiungs- und Friedenslieder, die er technisch perfekt in seinem Homestudio produzierte.

Musikalisch und privat anrührend ist da besonders sein Chanson „Hey, junger Polizist“. Eine Handreichung kurz vor einem befohlenen Schlagstockeinsatz:

„Wenn du mir gegenüber stehst/ frag ich mich/ was du denkst und was du fühlst/ wenn du diese Menge siehst/ und weißt dass dir befohlen ist/ gleich zuzuschlagen/ vielleicht wirst du in uns nur ein paar Hirnverbrannte sehn/ zu dumm und zu naiv den Sinn der Regeln zu verstehn/ … vielleicht denkst du/ man sollte einfach offen debattieren/ statt hier ein Exempel der Gewalt zu statuiern/ vielleicht sogar: da fühlst du dich/ so ausgenutzt denn eigentlich/ schützt du der alten Herren ihr Prestige/ … vielleicht stehst du jetzt hier/ und hast schon einen Plan/ wie deine Zukunft ohne Uniform aussehen kann/ vielleicht wurdest du schon gerügt/ weil es da ein Foto gibt/ auf dem du uns ein Hände-Herzchen gibst (Refrain:) Ganz egal/ wie’s auch ist/ ich renn jetzt weg/ bis demnächst, tschüss/ junger Polizist.“

Die widerborstige Hommage an seine Stadt Dresden (ähnlich den dialektischen Heimatliedern von Degenhardt und Süverkrüp) ist eine Kostbarkeit, die man besser selbst hören sollte. Darum hier nur dessen Anfangszeilen und der Schluss:

„Eine Feuernacht hat dich nicht umgebracht/ doch deine Narben wuchsen in dich ein/ … und ich wollte höflich fragen:/ darf ich Heimat zu dir sagen?“

Mit massenpsychologisch einfühlsamer Ironie erzählt er zwei chronologische Balladen über den Missbrauch eines von Mutterns Händen gebackenen „Friedenskuchens“ und des Wörtchens „Solidarität“ durch woke Wortkaperer von oben, durch die Einschnürer von Friedens- und Freiheitsbewegungen.

Dann nimmt er sich mit dem Grundgesetz noch einen lyrisch ziemlich unverdaulichen Brocken vor, aus dem er sogar noch prosaisch einige Artikel rezitiert. Jedoch: Auch das gelingt ihm mit einfachen Worten und sogar live überzeugend. Aber auch dafür wurde er als „nazi-like“ diffamiert. Wo sind wir hingeraten?

Auf eine virale, vom Theatermann Dietrich Brüggemann initiierte Aktion bekannter Fernseh-Künstler u.a. mit Jan Josef Liefers (Hashtag: #allesdichtmachen) machte Yann eine Parodie in Anlehnung an das verjazzte Kinderlied „Zehn kleine Negerlein“. Es startet so:

„53 Schauspieler die luden Videos hoch/ drei wurden von Youtube gelöscht/ da warens 50 noch/ 50 Schauspieler, die haben provoziert/ ein Shitstorm blies und schon haben sich viere distanziert/ … Berufsverbot… Morddrohung … wurden angeklagt… von Merkel eingeladen … fühlt rundgemacht bei Lanz sich/ schon warens achtundzwanzig/ … die waren wirklich mutig/ doch einem schlugen Unbekannte/ seine Nase blutig/ … 27 Schauspieler sind standhaft geblieben/ die Namen merk ich, ich werde sie für immer lieben.“

Ja, da sind wir hingeraten. Und da stehn wir jetzt. Und Yann Song King wird da eine Größe werden – und da ist her hingekommen, um zu bleiben.

(yannsongking.de – wo auch Tonträger und Gastspieltermine zu finden sind)

Titelbild: Screenshot YouTube

(Auszug von RSS-Feed)

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Der Film „Palästina 36“ hilft, Geschichte und Gegenwart zu begreifen

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Im April 1936 brach in Palästina ein Volksaufstand gegen die britische Kolonialherrschaft und den sich ausbreitenden zionistischen Siedlerkolonialismus aus. Der Aufstand hielt drei Jahre an und umfasste einen Generalstreik, Massendemonstrationen und einen Guerillakrieg. Der Spielfilm „Palästina 36“ hat dieser „allerersten Intifada“ ein Denkmal gesetzt. Eine Rezension von Leon Wystrychowski.

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Koloniale und Klassen-Konfliktlinien

Der Film der palästinensischen Regisseurin Annemarie Jacir portraitiert die sozialen und politischen Verhältnisse in Palästina zu Beginn des Aufstands. Dabei gelingt es ihm, die verschiedenen damals herrschenden Widersprüche darzustellen: den zwischen Kolonialmacht und zionistischen Siedlern einerseits und den indigenen Arabern andererseits, den zwischen den palästinensischen Großgrundbesitzern und den Bauern, zwischen den verschiedenen Fraktionen der palästinensischen Elite und zwischen dem unbedingten Friedenswillen der Bevölkerung und der sie in den Widerstand drängenden Gewalt von außen.

Die Handlung spielt in Jerusalem, Jaffa – das heute der im Film erwähnten zionistischen Siedlung Tel Aviv angegliedert ist – und Ramallah sowie in der Region um das fiktive Dorf al-Basma. Die Metropolen und das Umland sind zwei völlig verschiedene, aber miteinander verbundene Welten: In Ramallah wird der erst zweite Rundfunksender in der arabischen Welt eingeweiht, Autos fahren durch die Straßen und in seinem Palast residiert der Hochkommissar. Seine Kolonialbeamten, die in den gehobeneren Cafés verkehren, und die Soldaten, die die Einheimischen willkürlich drangsalieren, gehören zum normalen Stadtbild. In den Villen der reichen Araber werden europäische Lieder gehört und dort finden Parties statt, bei denen Gin und Scotch getrunken und zu westlicher Musik getanzt wird.

Auf dem Land dagegen, wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt, gibt es weniger Kooperation. Dort tritt die Kolonialmacht brutaler, bürokratischer und militaristischer auf: Statt Limousinen fahren Militärjeeps und Panzer durch die Hügel. Sie machen Jagd auf „Rebellen“ und „Banditen“. Der Grund: Die kapitalistische Wirtschaftsweise der Kolonialherren trifft hier auf eine Gesellschaft mit einem jahrtausendealten Gemeindeeigentum. Dieses traditionelle System „macht keinen Sinn“, wie ein Kolonialbeamter erklärt. Und so wird dieses System kurzerhand durch eines ersetzt, das auf Privateigentum beruht und ein langwieriges und bürokratisches Registrierungsverfahren voraussetzt. Das Ergebnis: Die Palästinenser verlieren ihr Land, die Zionisten kaufen und besetzen es und schießen auf alle Araber, die sich ihnen nähern. „Die Lage mit den Siedlern spitzt sich zu“, fasst es der Bauer Abu Yusuf zusammen. Und so bewaffnen sich auch die Bauern, um ihre Dörfer zu schützen.

Wie groß allerdings die Entfremdung zwischen ihnen und der städtischen Oberschicht ist, wird vor allem in einer Szene deutlich, als der junge Bauernsohn Yusuf Bassawi (Karim Daoud Anaya) bei einem Zusammenkommen der urbanen Elite von seinem Chef, dem korrupten Verleger Amir Atef (Dhaffer L’Abidine) gönnerhaft gefragt wird, wie die Lage auf dem Land sei. Yusuf kann kaum zwei Sätze über die Probleme stammeln, da wird er unterbrochen: Die Bauern vergäßen, dass ihr Land eigentlich den Großgrundbesitzern gehöre, sie zahlten ihre Abgaben nicht und die Zionisten seien gut für das Geschäft.

Allerdings sind die Reichenviertel nur Inseln des Wohlstands und sie bauen sich mit ihrem Geld in erster Linie Luftschlösser: In den Häfen der Städte kommen nicht nur jüdische Flüchtlinge, sondern auch Waffen für die zionistischen Milizen an. Diese verüben Anschläge, auch in den Metropolen. Die palästinensischen Arbeiter und Kleinunternehmer treten in den Streik, die Straßen füllen sich mit Massendemonstrationen und die Aufständischen kappen immer wieder den Strom, sprengen Öl-Pipelines und überfallen Züge.

Die verschiedenen Protagonisten verkörpern unterschiedliche gesellschaftliche Kräfte und Akteure: Da ist der intelligente und aufstrebende Yussuf, der sich, nach anfänglicher Begeisterung von den städtischen Eliten abgestoßen, den Partisanen anschließt; der Arbeiter Khalid (Salih Bakri), der nicht kämpfen will, aber bald zu einem Guerilla-Anführer wird; der opportunistische Verleger Amir, der sich von den Zionisten bezahlen lässt und hofft, Bürgermeister zu werden, und zu spät merkt, wohin sein Verrat führt. Seine Frau, die selbstbewusste Journalistin Khuloud Atef (Yasmine Al Massri), die bei all ihrem Patriotismus kurzzeitig schwankt, dann aber den Bruch mit den Verrätern vollzieht. Oder der „ehrliche Kolonialbeamte“ und „Araberfreund“ Thomas Hopkins (Billy Howle), der das Land fluchtartig verlässt, als seine Illusionen zerplatzen.

Porträt der Vergangenheit, Spiegel der Gegenwart

Der Film verbindet gekonnt eine realistische Darstellung der damaligen Zeit – inklusive nachcolorierten Originalaufnahmen – mit zahlreichen Anspielungen auf die heutige. Das Dorf al-Basma ist fiktiv, es basiert jedoch auf dem realen Dorf al-Bassa in Nordpalästina, wo 1938 ein Massaker durch die Briten stattfand, das sich fast genauso abspielte, wie in dem Film dargestellt. In Ramallah wurde 1936 tatsächlich der erste palästinensische Radiosender eröffnet – ein koloniales Prestigeprojekt der Briten, der betont „unpolitisch“ war und den Palästinensern „Wissen und Kultur“ bringen sollte. Heute sitzt dort die Palästinensische Autonomiebehörde unter Mahmud Abbas, die einem Großteil der Palästinenser als Marionette Israels gilt. Wenn wiederum der sadistische und sich sehr christlich gebende Captain Wingate (Robert Aramayo) fanatisch von dem Aufbau einer „jüdische Armee“ schwärmt, dann ist dies eine Referenz auf die in den USA einflussreichen Evangelikalen, die davon träumen, dass die „jüdische Eroberung“ des heiligen Landes die Endzeit einläutet.

Dabei wirkt das ganze nicht konstruiert, da die Geschichte es den Filmemachern durchaus leicht macht. Denn die realen Parallelen – etwa die von der britischen Peel-Commission 1937 erstmals „vorgeschlagene“ Teilung Palästinas zugunsten der Zionisten, eine Vorläuferin der sogenannten Zweistaatenlösung – sind eindeutig und Israel hat tatsächlich viele seiner Strategien von den Briten kopiert: angefangen bei der Sippenhaft und Kollektivstrafen über Verhaftungen ohne Anklage („Administrativhaft“) bis hin zur Errichtung von Checkpoints und dem Bau einer Mauer.

Auch andere Szenen sind nach 90 Jahren unverändert: zionistische Siedler, die Felder und Olivenbäume anzünden, und Soldaten, die schikanieren, rassistisch beleidigen und sexuell belästigen, die Beerdigungen angreifen, Palästinenser an Militärfahrzeuge fesseln und als menschliche Schutzschilde missbrauchen, Journalisten attackieren und Häuser zerstören; palästinensische Frauen und Kinder, die Steine auf Soldaten werfen, Menschen, die aus Solidarität die Kufiya tragen, und vermummte Männer, die mit einfachen Waffen gegen einen überlegenen Feind kämpfen.

Der Terminus des „Terroristen“ war damals noch nicht geläufig. (Tatsächlich nannten sich die zionistischen Milizionäre damals selbst stolz so.) Stattdessen werden die Widerstandskämpfer im Film meist als „Banditen“ bezeichnet. Und statt in Häuserschluchten und Tunneln verstecken sie sich in den Hügeln und Wäldern.

Die Filmemacher verorten den palästinensischen Befreiungskampf in der Geschichte des Antikolonialismus. Eine Szene, in der die Partisanen auf Pferden und unter Kriegsgeschrei eine Dampflock entern, erinnert stark an Darstellungen von Überfällen nordamerikanischer Ureinwohner – nur dass sie hier, anders als in den Western, nicht „gefährliche Wilde“ sind, sondern die rechtmäßigen Eigentümer des Landes, die um ihre Freiheit kämpfen. Auch ein bekanntes Zitat des 1935 gefallenen Volkshelden Izz al-Din al-Qassam, der als erster Partisanenführer Palästinas gilt, wird angeführt.

Der Film endet mit Tod und Zerstörung, doch mit einer Botschaft, die von der Witwe Rabab (Yafa Bakri), die ihre verschollene Tochter sucht, an einen Jungen, der gerade seinen Vater verloren hat, adressiert wird: „Steh auf, es gibt viel zu tun. Es war weder das erste noch das letzte Mal.“ Die letzte Szene zeigt, wie der Junge auf einen Soldaten schießt, wie die Tochter in eine ungewisse Zukunft rennt, wie Menschenmassen unter Palästinafahnen demonstrieren und wie die Kämpfer durch die Hügel und Wälder reiten, dezimiert und geschwächt, aber unbesiegt.

Titelbild: Szenenfoto / Watermelonpictures

(Auszug von RSS-Feed)

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Es sind doch nur zwei Krimiserien, von wegen – die Sparwahn-Abrissbirne beschädigt unsere Zivilgesellschaft tagein tagaus

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Die Nachricht erscheint angesichts vieler, weit schlimmerer Neuigkeiten über den Zustand unseres Landes zunächst wie eine Randnotiz: Die „Tatort“-Schauspieler Martin Brambach und Cornelia Gröschel haben einen emotionalen Offenen Brief veröffentlicht. Sie protestieren gegen die geplante dreijährige Produktionspause des Dresdner „Tatorts“ und des Magdeburger „Polizeirufs 110“ durch den öffentlich-rechtlichen MDR. Sie äußern tiefe Bestürzung und warnen vor dem endgültigen Aus der beliebten Krimiformate im Osten Deutschlands. Ein Zwischenruf von Frank Blenz.

Haltet die Füße nicht mehr still

Diese Nachricht über den Offenen Brief zweier Tatort-Schauspieler ist mehr als eine Randnotiz. Sie ist ein Mosaikstein im jämmerlichen, skandalösen Bild vom fortgesetzten Zerfall unserer Zivilgesellschaft, die stur und fanatisch zu einer asozialen, militarisierten, Angst machenden umgebaut wird. Was ist das für ein ständiges, heuchlerisches Geschwätz vom Sparen, wird doch an anderen Stellen so immens viel Geld bereitgestellt, dass dem Bürger das Feuer von den Augen fliegt?

Ja, dass zwei Krimi-Serien ausgesetzt werden, so etwas passiert in der Medienwelt jeden Tag, könnte der Zuschauer lapidar sagen. Doch dieser Akt ist mehr, er ist wie all die anderen kleinen, größeren, großen Akte der Demontage ein zerstörerischer. Das machen die Schauspieler Martin Brambach und Cornelia Gröschel deutlich, sie offenbaren ihr Inneres, sie sind tief bestürzt, sie sind verzweifelt, sie gehen an die Öffentlichkeit. Richtig! An die Öffentlichkeit! Sie stellen sich gegen die Entscheider in den Chefetagen, bei denen das Wort sparen (bei sich) ein Fremdwort ist.

Umso mehr ziehe ich den Hut vor Brambach und Gröschel, denn sie sind bei aller Verzweiflung mutig. Sie ducken sich nicht (mehr) weg, und das in Zeiten, in denen selbst geringfügig kritische, unangepasste, selbstbewusste Worte gar zu existenziellen Folgen führen können. Wie schnell ist man raus aus dem Geschäft, wie schnell und nachhaltig wird man nicht mehr für Rollen besetzt. Die zwei Schauspieler sind darum Vorbilder für mich und sollten viele Menschen in allen Bereichen ermuntern, die Füße endlich nicht mehr stillzuhalten, wie zum Beispiel bei diesem Sparmaßnahmen-Wahn gegen all die wichtigen und verdienten zivilisatorischen Errungenschaften; und bei vielen anderen Maßnahmen und Anmaßungen, die unsere Gesellschaft schrotten.

Sinnlose Sparmaßnahmen – und das trotz sehr hoher Einnahmen

Die Chefetage des MDR hat beschlossen, wertvolle Produkte fallen zu lassen, einen „Tatort“ aus der grandiosen Stadt Dresden und einen „Polizeiruf“ aus einer weiteren Ostmetropole Magdeburg. Das kann weg? Wenn nicht mehr produziert wird, fallen auch keine Rechnungen an. Im Ernst? Die Chefetage hat die vielen Menschen, die diese TV-Kunstwerke erschaffen, damit schlicht wegrationalisiert. Schauspieler, Autoren, Produzenten, Kameraleute, Maskenbildner, Techniker, Fahrer, Ausstatter, die Leute vom Imbiss usw. Das alles ist so, als würde ein Theater seine besten Vorstellungen, vorher intensiv und hingebungsvoll auf die Bühnenbretter gehievt, nur aussetzen, um damit andere Posten zu finanzieren. Theater aber ist für die Zuschauer da und nicht für die Intendanz.

Der Dresdner „Tatort“ hat sich zu einem der besten dieser Reihe entwickelt, schwärmt das Publikum in den sozialen Medien. Regionen, hier Sachsen und Sachsen-Anhalt, mit ihren Themen, Problemen, Panoramen, ihren Menschen, eingebunden in vielfältige kriminalistische Geschichten, werden aus der Familie der deutschen Krimiproduktionen ausgelistet. Folgen ihnen bald München, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Münster, die Pfalz? Dort muss ja sicher auch gespart werden, die fetten Jahre sind vorbei! Nebenbei: Warum muss eigentlich gespart werden? Wir haben doch Unmengen an Geld und dazu kreative Entscheider, Gremien, Erbsenzähler, Kommissionen, Experten, denen man doch zutrauen kann, das mit der Verteilung richtig gut hinzubekommen. Es braucht keine Einstellung von Serien. Und nochmals nein, darin bin ich mit Brambach und Gröschel nicht einig, wenn sie (beinah devot) schreiben: „Wir verstehen die großen Nöte, den enormen Druck, unter dem der MDR steht, und wir verstehen, dass gespart werden muss.“ Woher kommt dieser geradezu eingebläute Satz „Es muss gespart werden“? Genau, weil er wieder und immer wieder wiederholt wird. Was müssen wir schon.

Es ist doch ganz anders. Die beschriebenen Formate werden aus einem sehr sehr großen Topf bezahlt, der mit den Einnahmen der GEZ (Gebühreneinzugszentrale) üppig gefüllt wird. Diese Einnahmen sind die Summe der monatlichen Rundfunkbeiträge der Bürger Deutschlands. In einem Amtstext heißt es so schön wie unglaubwürdig: „der Beitrag, der zur unabhängigen Finanzierung von öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosendern dient“. Unabhängig, souverän, dem Publikum zugewandt. Aha.

Dieser Beitrag liegt aktuell bei 18,36 Euro pro Monat – mal zig Millionen Haushalte. Laut Statistiken kommen mehr als acht Milliarden Euro zusammen. Nicht zu vergessen sind die üppigen Werbeeinnahmen von Rundfunk und TV, zusammen ergab das 2024 die Gesamtsumme von zehn Milliarden Euro.

Das soll nicht reichen? Der Beitrag sollte alsbald steigen. Laut einer unabhängigen Kommission „zur Ermittlung des Finanzbedarfs“ wurde „empfohlen“, den Beitrag künftig um 28 Cent auf 18,64 Euro pro Monat zu erhöhen – was die Freunde des Sparmaßnahmen-Wahns nicht zu veranlassen scheint, innezuhalten. Sie behaupten weiter, wir hätten Saure-Gurken-Zeiten, man kennt das mit dem Spruch vom Gürtel-enger-Schnallen. So, wie bei der Bundeswehr behauptet wird, dass zig Milliarden nicht reichen, um kriegstüchtig zu sein, so wird die gleiche Leier bei den Öffentlich-Rechtlichen angeworfen. Aus zehn Milliarden würden dann zwölf – das wäre immer noch nicht genug?

Nervig, aber wichtig: Brambach und Gröschel lassen ihren Osten nicht im Stich

Der Osten schon wieder. Auch wenn es nervt: Mit dem Aussetzen beliebter TV-Formate, die im Osten über den Osten im gemeinsamen Land handeln, senden die Entscheidungsträger für mich völlig falschen Signale. Sowohl der Dresdner „Tatort“ als auch der „Polizeiruf“ aus Magdeburg erzeugen beim Publikum ein enges Identifikationsgefühl und sorgen für eine regelmäßige Sichtbarkeit ostdeutscher Geschichten im gesamtdeutschen Fernsehen. Mehr noch, „Tatort“ und „Polizeiruf“ gehören zu den prägnantesten Produktionen der Republik, immer noch. Dieser Satz in den sozialen Medien klingt wie eine Bitte, die mehr ist als nur ein Wunsch: Der Osten Deutschlands darf im wichtigsten TV-Schaufenster des Landes nicht einfach verschwinden.

Mutiger, verzweifelter Protest-Brief zweier Schauspieler

Wir sind immer noch bestürzt über die Meldung des MDR, den “Tatort Dresden” und den “Polizeiruf Magdeburg” in den nächsten 3 Jahren nicht mehr finanzieren zu können. Wir verstehen die großen Nöte, den enormen Druck, unter dem der MDR steht, und wir verstehen, dass gespart werden muss.

Und warum soll da nicht jeder seinen Teil tragen? Warum also nicht mal 3 Jahre lang auf die Produktion von ein paar fiktionalen Geschichten verzichten? Immerhin gibt es bis zum Ende des Jahres weitere 3 Episoden des Dresdner Tatorts wie auch des Polizeirufs, die noch nicht ausgestrahlt wurden, mit denen man die Zeit überbrücken kann – ABER Filmproduktionen kann man leider nicht so einfach an- und abschalten. Ein Film hat einen langen Vorlauf, es müssen Autoren gesucht, Drehbücher beauftragt und geschrieben, Motive gesucht und gemietet, Regisseure, Kameraleute und Schauspieler rechtzeitig verpflichtet werden, es muss ein Team zusammengestellt, Equipment gemietet, Requisiten und Kostüme besorgt werden und und und …

Wenn wir 3 Jahre nicht produzieren, gehen lang aufgebaute Strukturen kaputt und die Menschen vor und hinter der Kamera – und auch wir Schauspielerinnen und Schauspieler – müssen uns natürlich um andere Projekte bemühen, um wie alle Menschen unsere Miete zu zahlen.

Aber vor allem, und das ist das Wichtigste, kann uns im Moment leider Niemand versprechen, dass in 3 Jahren genug Geld da ist, um weiterzumachen – die Situation wird absehbar wohl auch nicht einfacher werden. Wir können nur wünschen und hoffen, dass man sich nochmals mit den Produktionsfirmen zusammensetzt und nach Lösungen sucht!

Die Konsequenz wäre sonst Defacto womöglich das Ende des Tatorts Dresden und des großartigen Polizeirufs aus Magdeburg.

Das wäre nicht nur traurig für die vielen tollen Fans und treuen Zuschauerinnen und Zuschauer, es wäre für die vielen Menschen, die direkt oder indirekt von so einer Produktion leben, eine Katastrophe – genauso wie für den Medienstandort Mitteldeutschland, und hier fließen über 70% des Produktionsetats direkt in die Region, laut Produzentenallianz könnten bis zu 1000 Arbeitsplätze verloren gehen.

Vor allem aber wäre es ein äußerst fatales politisches Signal, dass in den quotenstärksten und beliebtesten TV-Reihen im Deutschen Fernsehen der Osten Deutschlands einfach nicht mehr vorkommt. Das kann und darf nicht passieren!!!

Gerade der Tatort soll ja dezidiert, ein gemeinschaftsbildendes Schaufenster der verschiedensten Regionen Deutschlands sein, und dazu gehören für uns unbedingt auch die Menschen und ihre Geschichten in Ostdeutschland.

Cornelia Gröschel und Martin Brambach

(Quelle: Martin Brambach auf Facebook)

Titelbild: ChatGPT, erstellt mit künstlicher Intelligenz

(Auszug von RSS-Feed)

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Beleidigte Leberwürste

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Deutschland hat viele Talente – Weltkriege führen und Singen gehören bekanntlich nicht dazu. Immer wenn deutsche Generäle, Barden oder Hupfdohlen Europa im Sturm erobern wollen, geht dieses Vorhaben trotz jeder Menge Rückenwind durch die publizistische Heimatfront so richtig in die Hose. So auch vorgestern beim ESC in Wien, wo die musikalische Wunderwaffe Sarah Engels vollkommen verdient mit null Punkten des Publikums den Heldinnentod starb. Nun wittern die Revanchisten der BILD eine internationale Verschwörung gegen die deutsche Sangeskunst, spielen beleidigte Leberwurst und wollen am liebsten nie wieder am ESC teilnehmen. Nun gut. Ich hätte da eine bessere Idee. Eine Glosse von Jens Berger.

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„Germany – Zero Points“. Dieser Satz ist ein nationales Trauma, egal ob er nun in einem Eisenbahnwagen in Compiegne, vor dem zerbombten Berliner Führerbunker oder halt Jahr für Jahr auf der Bühne des Eurovision Song Contest fällt. Europa scheint sich irgendwie gegen uns verschworen zu haben. Und wie weiland Wilhelm Zwo und der österreichische Postkartenmaler mit dem putzigen Bart hadert die deutsche Volksseele in Gestalt der BILD nun einmal mehr mit dem Schicksal. Was erlaube Europa? Dabei war der deutsche Beitrag doch im Felde ungeschlagen und hätte eigentlich den Endsieg verdient.


Screenshot BILD, aus urheberrechtlichen Gründen verfremdet

Und überhaupt: Undank ist der Welten Lohn! Noch nicht einmal aus der Ukraine haben wir einen einzigen Punkt bekommen! Klar, Pipelinesprengen unter Freunden geht auch nicht; aber zumindest beim ESC hätten diese Ukrainer doch mal zum Telefonhörer greifen können. Wir hätten das auch bezahlt! Ehrenwort! Aber nein. Deutschland: null Punkte.

Es ist zum Mäusemelken und absolut nachvollziehbar, dass nun gerade die BILD, die sich schon so sehr auf die Siegesparade mit gewonnener ESC-Trophäe gefreut hat, nun beleidigt ist. Wenn wir keine Punkte von diesen undankbaren europäischen Gesellen bekommen, dann spielen wir künftig auch nicht mehr mit. 93 Prozent der BILD-Leser sind nun dafür, dass Deutschland künftig bereits auf den Versuch verzichten soll, Europa musikalisch im Sturm zu erobern. Das ist löblich.

In Deutschland hat sich eine musikalische Friedensbewegung gebildet und die BILD ist offenbar ihr Leitorgan. Gitarren zu Pflugscharen. Nie wieder soll ein Lied von Deutschland ausgehen! Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Man darf nie den in der deutschen Seele verankerten Sanges-Revanchismus vergessen. Wehret den Anfängen!

Aber wenn wir schon mal beim Thema sind. Könnte man diese pazifistische Grundhaltung, die das musikalische Stalingrad in Wien nun ausgelöst hat, nicht auf wichtigere Kriegsschauplätze ausdehnen?

Wir können ja – wie bereits am Rande erwähnt – nicht nur nicht singen, sondern haben auch beim Kriegführen weder Talent noch Fortune und landen nicht beim ESC, sondern auch bei Weltkriegen verlässlich auf einem der letzten Plätze. Liebe BILD, nun müsst Ihr nur noch eins und eins zusammenzählen. Ich möchte wetten, dass auch ein Großteil Eurer Leser gegen eine erneute Weltkriegsteilnahme ist. Was meint Ihr? Wäre die Welt nicht besser dran, wenn wir Deutschen künftig nicht nur das Singen, sondern auch das Töten aufgeben?


Leider nur ein hypothetischer Screenshot, erstellt mit KI

(Auszug von RSS-Feed)

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Der Krieg um die Wahrnehmung: Wie künstliche Intelligenz beginnt, öffentliche Realität zu formen

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Der moderne Krieg beginnt nicht erst mit Raketen, Panzern oder Soldatenbewegungen. Natürlich wurden auch frühere Kriege von Propaganda, psychologischer Einflussnahme und medialer Mobilisierung begleitet. Staaten versuchten schon immer, öffentliche Meinung zu formen, Feindbilder aufzubauen und Zustimmung für politische oder militärische Entscheidungen zu erzeugen. Doch mit sozialen Plattformen, digitalen Datenräumen und künstlicher Intelligenz verändern sich Reichweite, Geschwindigkeit und Präzision dieser Einflussnahme in einem Ausmaß, das frühere Formen psychologischer Kriegsführung deutlich übertrifft. Von Günther Burbach.

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Heute beginnt der Kampf um Deutungshoheit wesentlich früher, in Nachrichtenfeeds, Kommentarspalten, Videoplattformen und sozialen Netzwerken. Dort entscheidet sich zunehmend, was Menschen für wahr halten, wem sie vertrauen, wovor sie Angst haben und welche politischen Maßnahmen sie akzeptieren. Genau an dieser Front verändert künstliche Intelligenz derzeit die Spielregeln mit einer Geschwindigkeit, die viele gesellschaftliche Debatten längst überholt hat.

Noch vor wenigen Jahren bestand digitale Einflussnahme vor allem aus klassischen Bots, gefälschten Profilen oder koordinierten Kampagnen. Inzwischen entsteht jedoch eine neue Qualität. Moderne KI-Systeme können Texte, Bilder, Stimmen und Videos in riesigen Mengen erzeugen, anpassen und emotional optimieren. Sie analysieren Reaktionen in Echtzeit, erkennen Stimmungen und passen Inhalte dynamisch an Zielgruppen an. Damit entsteht eine Form algorithmischer Einflussnahme, die nicht mehr nur Informationen verbreitet, sondern Wahrnehmung aktiv modelliert.

Soziale Netzwerke als digitale Schlachtfelder

Besonders deutlich wurde diese Entwicklung zuletzt im Umfeld internationaler Konflikte. Ob Ukrainekrieg, Nahost oder geopolitische Spannungen zwischen den Großmächten, soziale Netzwerke verwandeln sich zunehmend in digitale Schlachtfelder. Videos werden millionenfach verbreitet, Bilder emotional aufgeladen, Narrative innerhalb weniger Stunden global verstärkt. Oft ist kaum noch nachvollziehbar, woher Inhalte ursprünglich stammen oder ob sie authentisch sind. Genau hier beginnt das eigentliche Problem.

Denn künstliche Intelligenz macht Desinformation nicht nur schneller, sondern glaubwürdiger. Stimmen können täuschend echt imitiert werden, Gesichter perfekt synthetisch erzeugt, Szenen vollständig künstlich generiert werden. Was früher aufwendig war, lässt sich heute innerhalb weniger Minuten produzieren. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen echter Berichterstattung, Propaganda, Aktivismus und algorithmisch erzeugter Stimmungsmache noch stärker als in der klassischen Medienlandschaft vergangener Jahrzehnte.

Hinzu kommt ein Faktor, der politisch bislang erstaunlich wenig diskutiert wird: KI-Systeme lernen, welche Inhalte besonders starke emotionale Reaktionen auslösen. Angst, Wut, Empörung und moralische Zuspitzung erzeugen Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit ist die eigentliche Währung digitaler Plattformen. Dadurch entsteht ein Mechanismus, der gesellschaftliche Spannungen systematisch verstärken kann.

Die eigentliche Gefahr liegt dabei weniger in einzelnen Falschmeldungen als in der dauerhaften Veränderung öffentlicher Wahrnehmung. Wenn Menschen permanent mit emotionalisierten, algorithmisch optimierten Inhalten konfrontiert werden, verändert sich schrittweise die Art, wie politische Realität wahrgenommen wird. Komplexe Zusammenhänge werden auf Schlagworte reduziert, Gegner moralisch entwertet, Unsicherheit in Feindbilder übersetzt.

Neue Formen der Propaganda

Damit entsteht eine Entwicklung, die weit über klassische Propaganda hinausgeht. Früher versuchten Staaten oder Medien, bestimmte Narrative zu verbreiten. Heute übernehmen zunehmend automatisierte Systeme die Verstärkung, Anpassung und Verteilung dieser Narrative. Nicht mehr einzelne Redaktionen oder politische Akteure steuern die Dynamik allein, sondern Plattformalgorithmen und KI-Modelle, deren Funktionsweise für die Öffentlichkeit kaum nachvollziehbar ist.

Besonders problematisch wird diese Entwicklung in Krisenzeiten. Denn Kriege, geopolitische Spannungen oder wirtschaftliche Unsicherheiten erzeugen hohe emotionale Anfälligkeit. Genau in solchen Situationen wirken algorithmisch verstärkte Inhalte besonders stark. Die Grenze zwischen Information und psychologischer Einflussnahme beginnt noch stärker zu verschwimmen, als es ohnehin schon immer der Fall war.

Dabei geht es längst nicht nur um ausländische Akteure oder klassische Geheimdienstoperationen. Auch westliche Staaten investieren zunehmend in digitale Einflussstrukturen, strategische Kommunikation und KI-gestützte Informationssysteme. Gleichzeitig entwickeln private Konzerne immer leistungsfähigere Werkzeuge zur Analyse und Steuerung öffentlicher Aufmerksamkeit. Die Kombination aus staatlichen Interessen, privater Plattformlogik und künstlicher Intelligenz schafft damit ein System, dessen gesellschaftliche Folgen bislang kaum abschätzbar sind.

Besonders brisant ist dabei die Rolle der sozialen Plattformen selbst. Ihre Algorithmen sind nicht darauf ausgelegt, Wahrheit zu fördern, sondern Aufmerksamkeit zu maximieren. Inhalte, die starke Emotionen auslösen, werden bevorzugt verbreitet. Das führt dazu, dass extreme Positionen, moralische Empörung und zugespitzte Narrative oft größere Reichweiten erzielen als differenzierte Analysen. KI verschärft diese Dynamik zusätzlich, weil sie in der Lage ist, solche Inhalte automatisiert und massenhaft zu erzeugen.

Damit verändert sich nicht nur die Geschwindigkeit öffentlicher Debatten, sondern auch ihre Struktur. Gesellschaftliche Diskussionen werden fragmentierter, emotionaler und manipulationsanfälliger. Menschen bewegen sich zunehmend in digitalen Informationsräumen, die algorithmisch auf ihre Ängste, Überzeugungen und Vorlieben zugeschnitten sind. Was der eine als offensichtliche Wahrheit empfindet, hält der andere bereits für gezielte Propaganda. Eine gemeinsame Realität beginnt zu zerfallen.

Überforderung durch Informationsmassen

Hinzu kommt ein weiterer Effekt: die permanente Überforderung durch Informationsmassen. Täglich strömen unzählige Videos, Kommentare, Analysen und Eilmeldungen auf die Menschen ein. KI-Systeme verstärken diese Flut zusätzlich. Dadurch entsteht ein Zustand dauerhafter Reizüberlastung, in dem viele irgendwann nicht mehr unterscheiden können, was relevant, glaubwürdig oder manipulativ ist. Genau diese Erschöpfung wird selbst zu einem politischen Faktor.

Denn wer nicht mehr weiß, wem er glauben soll, zieht sich entweder zurück oder klammert sich umso stärker an einfache Erklärungen und eindeutige Feindbilder. Beides destabilisiert demokratische Gesellschaften. Der öffentliche Raum verwandelt sich zunehmend in ein emotional aufgeladenes Dauergefecht, in dem nüchterne Debatten immer schwerer durchdringen.

Besonders deutlich zeigt sich das bereits bei jüngeren Generationen. Für viele Menschen unter 30 sind soziale Plattformen längst wichtiger als klassische Medien. Informationen werden nicht mehr primär über Zeitungen oder Nachrichtensendungen aufgenommen, sondern über kurze Clips, emotionalisierte Bilder und algorithmisch kuratierte Feeds. Die Grenze zwischen Unterhaltung, Aktivismus, Propaganda und Nachricht verschwimmt dabei noch stärker als in der klassischen Medienlandschaft.

Gerade deshalb entwickelt sich künstliche Intelligenz zu einem geopolitischen Machtinstrument. Staaten erkennen zunehmend, dass moderne Konflikte noch stärker als frühere Kriege auch jenseits der eigentlichen Schlachtfelder entschieden werden. Wer Wahrnehmung beeinflussen kann, beeinflusst auch politische Zustimmung, gesellschaftliche Stabilität und letztlich die Handlungsfähigkeit ganzer Staaten.

Das gilt insbesondere in Krisenzeiten. Wirtschaftliche Unsicherheit, Kriegsängste, Migration, soziale Spannungen oder Energiekrisen erzeugen emotionale Verwundbarkeit. KI-gestützte Informationssysteme können genau diese Schwächen analysieren und gezielt bespielen. Narrative werden nicht mehr einfach verbreitet, sie werden optimiert. Die Systeme lernen, welche Bilder Angst erzeugen, welche Formulierungen Wut verstärken und welche Botschaften gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufbringen.

Die eigentliche Macht dieser Technologie liegt deshalb nicht allein in einzelnen Fälschungen oder manipulierten Videos. Sie liegt in der Fähigkeit, öffentliche Stimmung permanent zu beeinflussen, Debattenräume zu verschieben und Wahrnehmung langfristig zu formen. Genau darin unterscheidet sich die neue digitale Einflussnahme von klassischer Propaganda vergangener Jahrzehnte.

Technologische Entwicklung ist schneller als politische Kontrolle

Hinzu kommt, dass die technologische Entwicklung schneller voranschreitet als politische Kontrolle. Während immer leistungsfähigere KI-Systeme entstehen, wirken Regulierung und gesellschaftliche Debatten oft erstaunlich langsam. Viele politische Entscheidungen fallen erst dann, wenn sich Technologien bereits tief in den Alltag integriert haben. Gleichzeitig verfügen große Plattformkonzerne über Datenmengen und technische Möglichkeiten, die selbst staatliche Institutionen teilweise übertreffen.

Dadurch entsteht ein Machtgefüge, das zunehmend schwer durchschaubar wird. Staaten, Konzerne, Plattformen, KI-Modelle und globale Datenströme greifen ineinander. Für die Öffentlichkeit wird immer unklarer, wo Einflussnahme beginnt, wer welche Interessen verfolgt und wie stark Wahrnehmung bereits algorithmisch gesteuert wird.

Noch nie standen so viele Informationen zur Verfügung wie heute, und gleichzeitig war vermutlich die Unsicherheit darüber, was eigentlich noch real ist, selten größer. Genau darin liegt die eigentliche Sprengkraft dieser Entwicklung.

Der Krieg der Zukunft könnte deshalb nicht zuerst um Territorien geführt werden, sondern um Wahrnehmung, in einem erheblich massiveren und technologisch präziseren Umfang als jemals zuvor. Nicht die Kontrolle einzelner Regionen wäre dann entscheidend, sondern die Fähigkeit, Realität für Millionen Menschen interpretierbar zu machen. Und genau dieser Kampf hat längst begonnen.

Titelbild: Accogliente Design / shutterstock.com


Quellen:

NATO StratCom COE – „Social Media Manipulation for Sale: 2025 Experiment on Platform Capabilities to Detect and Counter Inauthentic Social Media Engagement“
Reale Untersuchung der NATO-Strategieeinheit zu gekaufter Social-Media-Manipulation, Bots und künstlicher Reichweitenverstärkung.
https://stratcomcoe.org/publications/social-media-manipulation-for-sale-2025-experiment-on-platform-capabilities-to-detect-and-counter-inauthentic-social-media-engagement/338

Arxiv – „How cyborg propaganda reshapes collective action“ (2026)
Wissenschaftliche Arbeit über hybride Mensch-KI-Propaganda („Cyborg Propaganda“) und algorithmisch gesteuerte Meinungsbildung.
https://arxiv.org/abs/2602.13088

NATO StratCom COE – „Virtual Manipulation Brief 2025“
Analyse moderner Informationsoperationen, KI-Manipulation und digitaler Einflussnahme.
https://stratcomcoe.org/publications/generative-ai-and-its-implications-for-social-media-analysis/286

Nature Scientific Reports – Auswirkungen generativer KI auf soziale Medien und öffentliche Diskussionen
https://www.nature.com/articles/s41598-026-40110-8

Wired – Recherche über politische Einflusskampagnen rund um KI, China und Tech-Konzerne
https://www.wired.com/story/super-pac-backed-by-openai-and-palantir-is-paying-tiktok-influencers-to-fear-monger-about-china

(Auszug von RSS-Feed)

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Krieg oder Frieden? „Wir stehen am Scheideweg“

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Wie spielt man auf der Bühne ein Theaterstück zum Thema „Krieg“? Vor allem aber auch: Wie lässt sich so ein Theaterstück mit einem kritischen Blick umsetzen? Zwei Theaterschauspielerinnen haben einen Weg gefunden. Das Stück „Krieg oder Frieden“ richtet die Perspektive auf die aktuell von Politikern angestrebte Kriegstüchtigkeit und geht den Fragen nach: „Was ist Krieg?“ Und: „Wo fängt er an – im Außen oder im Innern?“. Im Interview mit den NachDenkSeiten sprechen Magdalena Scharler und Jenny Helene Wübbe über ein Theaterstück, das auf eine Weise entstanden ist, die erkennen lässt: Beide haben das Thema ernst genommen. Ein gut 15 Meter langer Tisch war gefüllt mit Büchern. „Wir haben gelesen und gelesen und gelesen“, sagt Wübbe. Eine Erkenntnis: Die Gesellschaft habe den Bezug zum Krieg komplett verloren, „wir wissen nicht mehr, was Krieg bedeutet.“ Scharler merkt an: „Entstanden ist die Idee aus unserer persönlichen Fassungslosigkeit darüber, dass diese unsägliche Kriegstreiberei der Politik und vieler Medien verhältnismäßig unwidersprochen bleibt.“ Von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Marcus Klöckner: Frau Scharler, Frau Wübbe: „Krieg oder Frieden?“ – ist das hier die Frage?

Magdalene Scharler: Für mich ist es, glaube ich, weniger eine Frage als eine Entscheidung, vor der ich wie jeder von uns und vor der wir auch als Gesellschaft jeden Tag stehen.

Ganz ohne Kitsch, sondern ganz praktisch – setze ich mich in Bewegung, um etwas für den Frieden zu tun, in mir selbst, in meinen Beziehungen, in meinem weiteren Umfeld … Oder entscheide ich mich für das kriegerische Prinzip, in dem ich passiv und faul bleibe und weil ich nicht verzeihen oder verstehen, nicht ins Gespräch gehen will, geschweige denn auf eine Demo. Oder weil ich auch kein Buch lese, das vielleicht alles, was ich bisher dachte, in Frage stellen könnte …

Aber ja – wenn Sie das so fragen – es ist wahrscheinlich schon so ein Sein- oder Nicht-Seins-Moment, den wir gerade erleben. Daher: Ja, das ist jetzt und hier die Frage.

Jenny Wübbe: Es ist für mich auch die große Überschrift von dem, was jetzt auf uns zukommt. Es ist die Konsequenz daraus, wenn das jeweils andere in seiner Kraft versagt. Ja, eine Entscheidung, wir stehen jetzt am Scheideweg: Wohin gehen wir? Gleichzeitig schwingt da auch die Chance, die Möglichkeit auf Frieden mit – für die es dann aber auch eine aktive Entscheidung braucht.

MS: Und vielleicht schwang das bei der Titelgebung für unser Stück mehr oder weniger bewusst auch mit, die Ungeduld und Provokation: Liebe Leute, was wollt ihr denn jetzt?! Entscheidet Euch! Und handelt dann. Jetzt.

In Ihrem Theaterstück greifen Sie ein zentrales Thema auf: Deutschland soll „kriegstüchtig“ werden. Erzählen Sie uns bitte mehr von Ihrem Theaterstück. Was ist der Ansatz? Worum geht es?

MS: Aus der Rückschau betrachtet war unser Ansatz vermutlich der, dass wir ja selbst gar nicht wissen, was Krieg ist, uns aber aus vielen Gründen sehr unwohl dabei war, wie schnell das ging mit dem „Hurra, wir machen Deutschland kriegstüchtig!“.

Unsere Generation hier in Deutschland kennt natürlich die Familientraumata, die verursacht wurden durch das, was unsere Großväter getan und auch erlitten und dann in verwandelter Form weitergegeben haben, aber ansonsten kennen wir doch Krieg nur aus dem Fernsehen.

Für mich kam der Krieg dann allerdings spürbar näher, als 2015 die große Flüchtlingswelle nach Deutschland kam – und ich einige Jahre sehr intensiv mit Flüchtlingen aus Syrien und Irak Theater gemacht habe. Wir hatten zufälligerweise immer Endproben, also sehr intensive Probenphasen, wenn gerade die „Endkämpfe“ um Aleppo oder Afrin waren. Und da sind die Leute dann während der Proben zusammengebrochen, waren wortwörtlich gelb und grün im Gesicht, weil das Haus der Mutter, die noch dort war, bombardiert wurde und man stundenlang nicht wußte, was ist usw., und sie wollten dann aber unbedingt weitermachen, weiterproben, Theater machen … – aber das ist alles ein ganz eigenes Thema …

Und jetzt geht es darum …

…, dass wir in unserem Stück erstmal gar nicht den Anspruch stellen, von irgendetwas Ahnung zu haben – unser hoffentlich gesunder Menschenverstand, unser Herz sagt uns zwar: Krieg ist nicht gut. Und deshalb haben wir uns entschieden, dieses Stück zu machen. Aber dann gehen wir darin vor allem auf Forschungsreise – Erster Weltkrieg, Clausewitz, Drohnen, Risikokapital – der neue Big Player in der Kriegsindustrie, Kognitive Kriegsführung. Wir versuchen, uns selbst eine Meinung zu bilden, die Zusammenhänge zu verstehen, und lassen das Publikum an unseren Entdeckungen teilhaben – es kann danach denken, was es will. Aber eben informierter als zuvor. Es kann nicht mehr sagen: Huch, das haben wir aber nicht gewusst.

JW: Das Wesen des Krieges verändert sich momentan mit den KI-basierten Waffensystemen ähnlich grundlegend, wie es das im Ersten Weltkrieg getan hat. Es ist kein Raum mehr da für menschliches Zögern, Hadern, es gibt keine Möglichkeit der Gnade mehr. Was im Ersten Weltkrieg das Gas war, ist heute die Drohne auf einem Besenstil. Das stellen wir in unserem Stück gegenüber.

Hinzu kommt – und das ist ein Hauptaspekt im Stück –, dass es nun einen weiteren Kriegsschauplatz gibt: Das menschlich Gehirn bzw. der Mensch an sich. Das klingt erst einmal alles nach großer Verschwörungstheorie, kann man aber alles auf der Website der NATO nachlesen. Krieg wird nicht mehr „nur“ auf dem Land, in der Luft, im Wasser, Weltall oder Cyberspace geführt – sondern kognitiv, im menschlichen Gehirn. Das war eine Thematik, mit der wir uns für unser Stück befassen mussten – weil sie den Krieg so verändert, dass wir ihn nicht einmal mehr merken.

MS: Dabei stehen wir mittendrin.

JW: Und sind selbst die Waffe.

MS: Ja, konsequent zu Ende gedacht ist das tatsächlich so – wenn wir zum Beispiel die Algorithmen füttern, die Frequenz in den sozialen Medien mit unseren Beiträgen erhöhen und die Aufmerksamkeitsverschmutzung unserer Gehirne dadurch munter mitbeschleunigen, oder indem wir die vorgedachten Gedanken weitergeben. Ach, das führt jetzt viel zu weit …

JW: Da kann man unser Stück gucken oder das Buch von Jonas Tögel lesen.

MS: Was ja sicher die meisten Leser der NachDenkSeiten sowieso getan haben. Aber viele in unserem Publikum eben nicht – und das ist sehr spannend, zu erleben, wie sie auf diese Informationen reagieren. Überraschend unvoreingenommen, aber eben auch naiv.

Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen?

MS: Entstanden ist die Idee aus unserer persönlichen Fassungslosigkeit darüber, dass diese unsägliche Kriegstreiberei der Politik und vieler Medien verhältnismäßig unwidersprochen bleibt; und dass die meisten Theater da leider wieder sehr still sind – so wie bei Corona auch.

JW: Als ich in die Oberstufe kam, wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Es gab damals (in meinen Kreisen) keinen Zweifel darüber, dass das eine gute Sache ist. Umso fassungsloser macht es mich, zu erleben, wie die Bewertungen von Krieg oder Frieden sich heute vertauscht haben; wie sich das Blatt einmal komplett gewendet hat, ohne großen Aufschrei. Der Diskurs darüber findet schlicht und ergreifend nicht statt. Theater sind doch Orte für gesellschaftliche Debatten und Dialog. Aber auch hier wird darüber viel geschwiegen, wird weggeschaut und ignoriert. Ein Armutszeugnis, wenn Sie mich fragen. Naja, da haben wir uns gesagt: Worüber ein Stück machen, wenn nicht darüber?

MS: Und ich kann mich erinnern an die Demos in meiner Schulzeit, damals gegen den Irak-Krieg von Bush Junior. Da sind alle Schüler – und die meisten Lehrer gleich mit – vormittags demonstrieren gegangen. Und Schröder hat doch eigentlich mit seinem Nein zum Irak-Krieg die Wahl gewonnen. In meiner mündlichen Abiprüfung habe ich über die Kriegslügen der USA, Massenvernichtungswaffen etc. pp. gesprochen. Das war die Stimmung, von der ich als 80er-Jahre-Kind immer dachte, es sei quasi so etwas wie ein inoffizielles deutsches Grundgesetz, dieses „Nie wieder“.

JW: Und jetzt fragt man sich: Wo ist das alles hin?

MS: Wir waren am Freitag beim Schulstreik gegen Wehrpflicht hier in Berlin. Das ist toll, was die Schüler da auf die Beine stellen. Wie kreativ und klug sie das auch machen. Aber man fragt sich: Wo sind die ganzen Eltern?!

JW: Auch die Eltern von den Kindern, die noch zu klein sind, um selbst zu streiken …

Wie sieht konkret die Umsetzung auf der Bühne aus?

MS: Ja, da hatten wir lange eine Scheu – wie können wir das machen? Wie können wir zwei Mädels diesem Thema in seiner Existenzialität und Dimension gerecht werden. Das war uns sehr wichtig, da einen intelligenten Kniff zu finden … Und der Kniff ist, glaube ich, mehr denn je das Spielen. Es ist die ganze Zeit im Stück total ersichtlich, dass wir spielen – wie die Kinder. Und dabei verhandeln wir eben hochkomplexe Inhalte. Wir erobern sie uns. Und es gibt dabei immer wieder was zu lachen. Humor ist so wichtig, damit es eben nicht dieses Oberlehrerhafte bekommt oder ins Betroffenheitstheater mutiert. Nö, wir spielen mit Inbrunst, voller Liebe zu den Möglichkeiten, die das Theater bietet – da wechseln wir dann auch recht hemmungslos zwischen diversen Spielstilen und geschichtlichen Epochen hin und her. Es gibt zum Beispiel zwei NATO-Generäle, die haben bei aller Finsternis, die sie verhandeln, fast schon was Clowneskes und dabei verschroben Liebenswertes – sie sind eigentlich die Publikumslieblinge.

JW: Umso besser kriegen wir aber die Heftigkeit dessen, was sie verhandeln, in den Köpfen der Menschen platziert.

MS: Weil man ihnen erstmal offen begegnet, sich schon freut auf ihre nächste Szene, und nicht von vornherein denkt: Ach ja, die Welt ist schlecht und kompliziert, ich weiß. Da schalt ich lieber ab.

JW: Und umso stärker wirken im Gegensatz dann auch die stilistisch und inhaltlich ganz anderen Szenen, die zum Beispiel recht nüchtern aus den Schützengräben des Ersten Weltkriegs berichten.

MS: Wobei es auch da übers Spielen beginnt – wir spielen erstmal Szenen nach und plötzlich sind wir drin im Kriegsschauplatz, im Schützengraben. Und da ändert sich dann der Tonfall.

Wie haben Sie sich diesem Thema genähert? War es schwer, das Ganze in ein Theaterstück zu verpacken? Haben Sie viel recherchiert?

JW: Wir hatten einen sehr, sehr langen Tisch. Wirklich, der ist extrem lang, bestimmt 15 Meter. Und der war voller Bücher: Wir haben uns des Themas aus allen möglichen Richtungen angenommen, haben recherchiert in der Geschichte, Literatur, Philosophie und Psychologie. Wir haben gelesen und gelesen und gelesen, haben uns regelrecht in dem Thema gewälzt – bis wir damit in den Probenraum gegangen sind.

MS: Und da haben wir dann erstmal rausgehauen. Also wir haben alles, was wir uns angelesen haben, in Improvisationen verwandelt – ganz unvoreingenommen, ohne großen Plan. Wir hatten diese wirkliche Masse an Informationen in uns und haben dann im Spielen geprüft: Was ist geblieben, was haben wir so verinnerlicht, dass wir es ad hoc in Spielszenen verwandeln können. Wohin führt uns das?

JW: Da entstehen dann Dinge, Umsetzungsmöglichkeiten, die kann man sich vorher gar nicht ausdenken.

MS: Und dann kommen natürlich auch so Glücksgeschenke dazu. Die Grundidee zu unseren zwei NATO-Generälen zum Beispiel. Sie stammt aus einer Art Essay von August Cole and Hervé Le Guyader „Cognitive – A 6th Domain of Operations?”, veröffentlicht im Auftrag der NATO. Ein Machwerk, das macht einen, auch unter künstlerischen Gesichtspunkten, sprachlos – da verhandeln nämlich tatsächlich zwei fiktive Generäle dieses hochkomplexe Thema auf dem Niveau eines Groschenromans. Und so etwas ist für uns natürlich bestes „Spielfutter“.

JW: Das wird dann bis zum Exzess weitergesponnen.

MS: … und dann wieder auf spielbare oder vielmehr anguckbare Temperatur zurückgedampft.

JW: Ja, das Schwierigste war eigentlich immer die Entscheidung: Was kommt ins Stück? Es ist so ein umfassendes Thema, dass wir damit locker drei weitere Stücke hätten füllen können. Das Konzept für ein Anschluss-Stück steht bereits. Jetzt benötigen wir die Gelder dazu.

In Ihrer Pressemitteilung platzieren Sie drei Fragen zentral, nämlich: „Warum ist Kriegstüchtigkeit plötzlich sexy und Frieden von gestern? Was ist überhaupt Krieg? Und wo fängt er an – im Außen oder Innen?“
Haben Sie mittlerweile Antworten darauf gefunden?

JW: Krieg ist, wenn ich dem Gegner meinen Willen aufzwinge. Und weil der das in der Regel nicht will, kommt es zur Gegenwehr.

MS: Und damit das gar nicht erst passiert, die Gegenwehr, wird in den Köpfen und Herzen der Menschen rummanipuliert. Also beginnt der Krieg eigentlich immer Innen.

Das ist vielleicht unsere Haupterkenntnis, frei nach Clausewitz, der eigentlich eh schon alle Antworten parat hat. Man muss sie nur ernst nehmen und nicht glauben, sie hätten mit der Gegenwart nichts zu tun.

JW: Wir haben den Bezug dazu komplett verloren, wir wissen nicht mehr, was Krieg bedeutet. Es ist nicht nur ein cooles Computerspiel – wie es auf der Website der Bundeswehr übrigens bestens inszeniert wird. Man fährt nicht an die Front, um dort ein bisschen Kaffee für die Kollegen zu kochen. Im Ernst, das wird von manchen Menschen echt gedacht.

Es ist, wie Magdalena sagt: eine tägliche Entscheidung. Und die ist nicht schnell und bequem oder leicht getroffen. Die Bequemlichkeit spielt, denke ich, auch eine große Rolle. Ich sehe es ja auch in meinem eigenen engen Umfeld: Es wird nicht hingeschaut, es wird ignoriert und lieber auf ein leicht verdaulicheres Thema fokussiert. Die Kriegsmaschinerie kann dabei total freidrehen, ihr werden keine Grenzen mehr gesetzt.

Aber wir müssen diese Entscheidung treffen. Wir haben die Wahl, jeden Tag aufs Neue. Wir können das.

MS: Der großartige Alexander Kluge, der ja viel zum Krieg gearbeitet hat, hat gesagt: „Wir müssen nicht nur über Krieg erzählen, nicht nur über Frieden schließen, nicht nur nachbeten, was die Medien sagen. Sondern in unserer wirklichen Erfahrung müssen wir nachgucken, um zu studieren, was Krieg und was Frieden ist. Da liegen die Auswege.“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Anmerkung Redaktion
Das Stück von Magdalena Scharler und Jenny Helene Wübbe ist hier zu sehen:

30. Mai 2026, 20:00 Uhr
Theaterwerft Greifswald
Bahnhofsstraße 44 / 45, 17489 Greifswald
Tickets: 15 / 11 Euro, www.theaterwerft.de

3. Juni 2026, 19:00 Uhr
Kulturkirche St. Jakobi, Stralsund
Jacobiturmstraße 28, 18439 Stralsund
Tickets: 15 / 10 Euro

www.kriegoderfrieden.com

Titelbild: Simon Detel

(Auszug von RSS-Feed)

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Militärisch-kultureller Komplex: NATO infiltriert Filmbranche

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Derzeit treffen sich NATO-Vertreter zu vertraulichen Gesprächen mit Filmschaffenden in ganz Europa und in den USA. Das mutmaßliche Ziel der Militaristen: bei Filmproduktionen Abhängigkeiten zu schaffen und auszunutzen, um dadurch noch mehr Militärpropaganda auf die große Leinwand zu bringen. Von Tobias Riegel.

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Die NATO hält derzeit hinter verschlossenen Türen Treffen mit Drehbuchautoren, Regisseuren und Produzenten aus der Film- und Fernsehbranche in ganz Europa und den USA ab, wie der britische Guardian berichtet.

Die NATO hat demnach bereits drei Treffen mit Film- und Fernsehfachleuten in Los Angeles, Brüssel und Paris abgehalten und wird ihre „Reihe vertraulicher Gespräche“ nächsten Monat in London fortsetzen, wo sie sich mit Drehbuchautoren der Writers’ Guild of Great Britain (WGGB) trifft, die professionelle Autoren im Vereinigten Königreich vertritt.

Das Treffen findet nach der Chatham-House-Regel statt – wonach die Teilnehmer die erhaltenen Informationen frei verwenden dürfen, die Identität der Anwesenden jedoch nicht preisgegeben wird. Ein Thema lautet „die sich wandelnde Sicherheitslage in Europa und darüber hinaus“.

Das geplante Treffen in London hat laut Guardian bei einigen der Eingeladenen für Bestürzung gesorgt, da sie das Gefühl hatten, dazu aufgefordert zu werden, „einen Beitrag zur Propaganda für die NATO zu leisten“.

Künstler als Komplizen: „… um besser zu vermitteln, warum diese Investitionen in die Verteidigung notwendig sind …“

Der ehemalige NATO-Sprecher James Appathurai, der mittlerweile als stellvertretender Generalsekretär für hybride, Cyber- und neue Technologien fungiert, soll ebenso wie weitere Vertreter der NATO an der Veranstaltung teilnehmen, so der Bericht.

In einer E-Mail der WGGB wurde laut Guardian angedeutet, dass die Treffen bereits zur Entwicklung von „drei separaten Projekten“ geführt hätten, die „zumindest teilweise von diesen Gesprächen inspiriert“ seien. Der Thinktank „Centre for European Reform“ veröffentlichte Anfang dieses Jahres einen Bericht, in dem er Regierungen dazu aufrief, mit führenden Persönlichkeiten aus der Kultur, darunter Drehbuchautoren und Filmproduzenten, zusammenzuarbeiten, um öffentliche Unterstützung für höhere Verteidigungsausgaben zu gewinnen und „besser zu vermitteln, warum diese Investitionen in die Verteidigung notwendig sind“.

Ein NATO-Vertreter behauptete laut Guardian: „Die erwähnte Initiative (…) geht auf das Interesse von Branchenvertretern zurück, mehr darüber zu erfahren, worum es bei der NATO geht und wie sie funktioniert. Diese Veranstaltungen beinhalten den Austausch mit Vertretern der NATO, der Zivilgesellschaft und der Think-Tank-Gemeinschaft.“

„Vorbild“ USA: die enge Verbindung von Hollywood und Pentagon

Der Bericht des Guardian nährt zusätzlich den bestehenden Verdacht, dass die NATO ein ähnliches Verhältnis der Abhängigkeit großer europäischer Actionfilm-Produktionen vom Gutdünken der hiesigen Militär-Propagandisten anstrebt, wie sie in den USA schon lange zu beobachten ist: Die Journalisten Tom Secker und Matthew Alford hatten bereits 2017 auf Basis des „Freedom of Information Act“ nach eigenen Worten Tausende von Akten gesichtet, die das Abhängigkeits- und Machtverhältnis zwischen dem Pentagon und den großen Filmstudios Hollywoods beleuchten. Die Einsichten haben sie in ihrem Buch „National Security Cinema“ publiziert sowie in einem damals von diversen US-Onlinemedien veröffentlichten Artikel, zum Beispiel bei Globalresearch.

Laut Secker und Alford wurde der Inhalt von Blockbustern wie „Transformers“ oder „Hulk“ schon vor Drehbeginn mit dem US-Verteidigungsministerium abgestimmt und wurde patriotisches inhaltliches Wohlverhalten mit der unbezahlbaren Nutzung von Kriegsgerät belohnt. Dass die US-Armee die Benutzung einer Helikopter-Staffel oder eines Flugzeugträgers durch Action-Produktionen an inhaltliches Wohlverhalten knüpft, ist laut Secker und Alford auch ganz offiziell: So gibt es im US-Verteidigungsministerium ein Büro für die Verbindungen zwischen Streitkräften und Entertainment-Industrie, wozu neben Kinofilmen und TV-Produktionen auch aufwendige Computerspiele gezählt werden.

Die Journalisten hatten damals zahlreiche Beispiele der Einflussnahme aufgezählt, etwa aus „Iron Man“, „Top Gun“ oder „Act of Valor“. Insgesamt wollen sie über 800 große Kinofilme ermittelt haben, die durch das US-Verteidigungsministerium beeinflusst und zensiert worden seien. Dazu kämen über 1.000 TV-Produktionen. Und obendrauf kämen noch die von NSA oder CIA infiltrierten Produktionen.

„Zero Dark Thirty“ statt „Apokalypse Now“

Dass diese Verbindung zwischen Kriegspropagandisten und Filmproduzenten in den USA bereits Jahrzehnte zurückreicht und hunderte von teils sehr populären Filmen betrifft, hat 2018 auch der Medienwissenschaftler Michael McCaffrey beschrieben. Das US-Militär nutzt demnach Hollywood bereits seit 1927, um „sein öffentliches Image in über 1.800 Filmen und Fernsehsendungen zu formen“.

Die Verantwortlichen zahlreicher Großproduktionen, von Blockbuster-Reihen wie „Transformers“ sowie der Marvel-, DC- und X-Men-Superhelden-Filme hätten sich demnach auf einen Deal mit dem Pentagon eingelassen: Sie überlassen Teile der kreativen Kontrolle der Armee und sparen im Gegenzug Millionen von Dollar, die sie sonst für militärische Ausrüstung, Service-Mitglieder und Standortgebühren ausgeben müssten. Auch die CIA hätte zahlreiche Filme „unterstützt“, ein Beispiel sei „Zero Dark Thirty“. Seit den 1980er-Jahren hätte eine Welle an kriegsbegeisterten Produktionen Antikriegsfilme in der Tradition von „Apokalypse Now“ oder „Full Metal Jacket“ verdrängt.

Der allgegenwärtige russische Bösewicht

Die inhaltlichen Folgen dieser „Zusammenarbeit“ sind in vielen aktuellen Action- und Superhelden-Produktionen zu erkennen – unter anderem in Form von großer Wertschätzung des US-Militärs.

Militaristen nutzen bei der Annäherung an die Kreativen nicht nur Lockungen mit Militär-Material, sondern praktizieren auch mutmaßlich handfeste ideologische Infiltration. Auch viele jener Kinofilme der letzten Jahre, die ohne Flugzeugträger auskommen, starren teils vor offener, momentan meist anti-russischer Propaganda. So warteten allein in der jüngeren Vergangenheit unter vielen anderen die Kino-Großproduktionen „Red Sparrow“, „Iron Man 2“, „Kind 44“, „Killers Bodyguard“, „Atomic Blonde“, „Verräter wie wir“ oder „Batman v Superman“ mit primitiven russischen Bösewichtern auf. Auf die Filme „Kursk“, „Chernobyl“, „Stranger Things“ oder „Pets 2“ sind wir 2019 im Artikel Propaganda im Film: Die neue Welle antirussischer Meinungsmache näher eingegangen. Das wohl aktuellste Beispiel von antirussischer Kino-Propaganda habe ich kürzlich im Artikel Kino-Propaganda vom Feinsten: „Der Magier im Kreml“ thematisiert.

„Das französische Verteidigungsministerium hat das ‚Team Cinema Mission‘ gegründet …“

Das Verhältnis zwischen Hollywood und Pentagon ist also eng und problematisch. Und in Europa? Dass es Annäherungen etwa in Frankreich auf nationaler Ebene schon länger gibt, zeigt diese Meldung des Mediums DefenseNews von 2018 anlässlich der damaligen Filmfestspiele von Cannes:

„Das französische Verteidigungsministerium hat das Team Cinema Mission gegründet, um die Beziehungen zwischen dem Heer und der Filmproduktion zu stärken: von der Beratung bei der Erstellung von Drehbüchern bis hin zur Kommunikation bei der Verbreitung.

Es gibt auch ein Angebot von Militärberatern für Dreharbeiten, Bereitstellung von Ausrüstung, Zugang zu Archiven, Finanzierung und Koproduktion. […] Das Informations- und Kommunikationsbüro des französischen Verteidigungsministeriums wird an den Filmfestspielen in Cannes teilnehmen, um eine stärkere Verbindung zwischen Kinoproduktion und Militär zu fördern, so das Ministerium.“

Für Deutschland hat 2016 die LINKE nach Bundeswehr-Unterstützung für Filmproduktionen gefragt, die Bundesregierung hatte damals geantwortet:

Nach Angaben der Bundesregierung unterstützt die Bundeswehr nur Fernseh- und Kinoproduktionen, wenn diese geeignet sind, ‚objektive Informationen über die Bundeswehr zu vermitteln und das öffentliche Ansehen oder die Akzeptanz ihres Auftrages zu fördern‘. Das Verteidigungsministerium oder die Bundeswehr würden dabei aber keinen Einfluss auf die Drehbücher genommen.“

Hier ist anzumerken, dass es wahrscheinlich keine Armee der Welt gibt, die freiwillig Filme unterstützen würde, die den eigenen Ruf voraussehbar schwer beschädigen würden – das ist also keine Besonderheit der US-Armee, der Bundeswehr oder der NATO. Trotzdem (oder darum) sollte den Armeen das Mittel der Erpressung von (Kriegs-)Filmproduktionen genommen werden, es müsste eigentlich gesetzlich geregelt sein, wer das Militär-Material wann und wie nutzen darf.

Warum sollen Künstler denn nicht mal mit der NATO reden?

Warum sollen Künstler eigentlich nicht mal exklusiv und vertraulich mit der NATO reden? Man kann doch damit dann als Drehbuchautor machen, was man will. Vielleicht ist das sogar aus künstlerischer Sicht interessant? Doch so einfach ist es nicht. Faisal A. Qureshi, ein Drehbuchautor und Produzent, stellt im Guardian zu Recht infrage, ob ein Kreativer die Informationen, die ihm in solchen Treffen weitergegeben werden, ausreichend „hinterfragen oder kritisieren“ würde:

Ihnen wurde gerade etwas gegeben, das den Anschein von Wahrheit hat, verliehen von einer Autorität, die selten mit der Öffentlichkeit zu tun hat, und es gibt ein Gefühl von Privileg, diesen Zugang zu erhalten.“

Erheblich naiver bezüglich der Fähigkeit der Künstler, Distanz zur NATO wahren zu können, klingt die vom Guardian zitierte Stellungnahme der britischen Autoren-Gewerkschaft:

Die Einladung, die wir von der NATO an unsere Drehbuchautoren-Mitglieder weitergeleitet haben, bezog sich auf eine Veranstaltung, die einen gegenseitigen Austausch bot, bei dem die teilnehmenden Autoren ihre eigenen Fragen stellen, frei sprechen und aus der Sitzung mitnehmen konnten, was ihnen nützlich erschien. Unsere Mitglieder sind Freidenker – eine wertvolle und unverzichtbare Fähigkeit, die sie in ihr Handwerk einbringen.“

Annäherung der Militär-Propagandisten zurückweisen

Militär-Propagandisten suchen wohl schon immer die Nähe von Künstlern – zum einen, um sich in ihrem Glanz zu sonnen, zum anderen, um sie für ihre skrupellose Meinungsmache einzuspannen. Es ist auch an den Künstlern, sich dafür nicht einspannen zu lassen.

Titelbild: KI-Bild / erstellt mit Grok

(Auszug von RSS-Feed)
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