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Weltwirtschaftsforum Davos – In der Festung der Entscheider

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Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird von Scharfschützen bewacht. Trump und andere Entscheider sind vor Ort.

Abgeschottet von der Außenwelt trifft sich alljährlich ein exklusiver Kreis aus verschiedensten Branchen und Nationen. Im Schweizer Kurort Davos wird verhandelt und vernetzt. Worum es dabei wirklich geht. Die JUNGE FREIHEIT war vor Ort.

Dieser Beitrag JF-Plus Icon PremiumWeltwirtschaftsforum Davos – In der Festung der Entscheider wurde veröffentlich auf JUNGE FREIHEIT.

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Uncut #55: Heute mit Balthasar Becker | UN-Charta heißt nun US-Charta

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Uncut #55: Heute mit Balthasar Becker | UN-Charta heißt nun US-Charta
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Uncut #55: Heute mit Balthasar Becker | UN-Charta heißt nun US-Charta

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.“

Mit diesem Credo ist das wöchentliche apolut-Format UNCUT im wesentlichen auf den Punkt gebracht.

Die apolut-Redaktion stellt einmal die Woche einem bekannten Influencer – diese Woche Balthasar Becker – eine Handvoll Fragen, die in der öffentlichen Debatte aktuell die Top-Themen markieren. Dann erhalten wir dazu völlig subjektive Antworten und stellen diese online. That’s it.

Im Anschluss setzten wir auf eine lebhafte Diskussion bei den Konsumenten des Formates, denn die von uns veröffentlichten Antworten entsprechen in der Regel nicht dem aktuellen Mainstream-Narrativ, noch geben sie vor, DIE Wahrheit zu sein.

Sie geben jede Woche die subjektive Meinung des Befragten zum besten. Und damit das Meinungsspektrum möglichst breit bleibt, wechseln jede Woche die Befragten.

Wir wünschen gute Unterhaltung und spannende Diskussionen an den Stammtischen und in den Foren!

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Al Gore will Landwirten Geld zahlen, damit sie weniger Lebensmittel anbauen, um den Klimawandel zu bekämpfen.

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Harold Hutchison, DCNF Medienreporter, 21. Januar 2026

Der frühere Vizepräsident Al Gore sagte am Mittwoch in einer Diskussion beim Weltwirtschaftsforum (WEF), dass die Regierungspolitik die „regenerative Landwirtschaft“ fördern sollte.

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) tagt derzeit in Davos, Schweiz, mit Podiumsdiskussionen und Reden von führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wirtschaft sowie hochkarätigen Hollywood-Schauspielern, wie aus dem Programm auf der Website des Forums hervorgeht. Gore äußerte sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Wie können wir eine Klimarezession abwenden?“. (Siehe auch: „Patrick Bateman trifft auf Sparkle Beach Ken“: Scott Bessent kontert Gavin Newsom schlagfertig.)

„Doch die Rolle der Politik, die wir hier diskutieren, ist auch in der Landwirtschaft entscheidend. In den USA stammen die größten staatlichen Subventionen für Landwirte aus einem Programm namens Ernteversicherung“, erklärte Gore, der für seinen Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ den Friedensnobelpreis erhielt. „Der Titel ist etwas irreführend … um diese Subventionen zu erhalten, müssen Landwirte der Regierung im Grunde versichern, dass sie keine regenerative Landwirtschaft betreiben werden, denn die Anreize bestanden bisher darin, so viel wie möglich so schnell wie möglich zu produzieren, Reihe für Reihe, anstatt die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und seine Vitalität zu bewahren.“

„Wir brauchen also politische Maßnahmen, die anerkennen, dass Regierungen weltweit die Landwirtschaft in der Regel subventionieren, aber nicht auf eine Weise, die Anreize für die Entwicklung in die falsche Richtung schafft, sondern Anreize für die Entwicklung in die richtige Richtung bieten“, fuhr Gore fort.

Umweltschützer kritisieren die Landwirtschaft, insbesondere die Fleischproduktion, da sie ihrer Ansicht nach zum Klimawandel beiträgt. Die niederländische Regierung schloss 2022 zwangsweise 3.000 landwirtschaftliche Betriebe, um die Umweltrichtlinien der Europäischen Union zu erfüllen. Dies führte zu heftigen Reaktionen, da im darauffolgenden Jahr eine landwirtschaftsfreundliche Partei 15 der 75 Sitze im niederländischen Parlament gewann.

Al Gore hält eine völlig entfesselte Wutrede beim Weltwirtschaftsforum:
„Jeden Tag explodieren 600.000 Hiroshima Atombomben auf der Erde, das ist es, was der Klimawandel, die Erderwärmung anrichtet …“

Während des WEF-Treffens 2023 forderte ein Redner ein Ende des Fleischkonsums.

„Wenn eine Milliarde Menschen aufhören, Fleisch zu essen, das hat, das kann ich Ihnen versichern, enorme Auswirkungen. Nicht nur auf das gegenwärtige Ernährungssystem, sondern es wird auch Innovationen im Bereich der Ernährungssysteme anstoßen“, sagte Jim Hagemann Snabe, Vorstandsvorsitzender des deutschen Mischkonzerns Siemens AG, während einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Mobilisierung für das Klima“.

„Ich prognostiziere, dass wir in Zukunft Proteine haben werden, die nicht aus Fleisch stammen, und sie werden wahrscheinlich sogar besser schmecken. Warum also versuchen wir, Fleisch nachzuahmen, wenn wir einen besseren Geschmack haben können? Sie werden klimaneutral und viel gesünder sein als die Lebensmittel, die wir heute essen“, fügte Snabe hinzu.

Alle Inhalte der Daily Caller News Foundation, einem unabhängigen und überparteilichen Nachrichtendienst, stehen seriösen Medienunternehmen mit großer Reichweite kostenlos zur Verfügung. Alle wiederveröffentlichten Artikel müssen unser Logo, den Namen des/der jeweiligen Reporters/Reporterin und dessen/deren Zugehörigkeit zur DCNF enthalten. Bei Fragen zu unseren Richtlinien oder einer möglichen Partnerschaft kontaktieren Sie uns bitte unter [email protected].

https://dailycaller.com/2026/01/21/al-gore-wants-to-pay-farmers-to-grow-less-food-to-fight-climate-change/

Premiere von ‚Eine unangenehme Fortsetzung‘ zu Al Gores ‚Eine unbequeme Wahrheit‘

 

Der Beitrag Al Gore will Landwirten Geld zahlen, damit sie weniger Lebensmittel anbauen, um den Klimawandel zu bekämpfen. erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Grönland, Venezuela und Iran im Visier des "Friedenspräsidenten" | Von Wolfgang Effenberger

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Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

US-Präsident Donald Trump inszenierte am 21. Januar in Davos 2026 einen spektakulären Auftritt als globaler Macht‑ und Ordnungspolitiker. (1) Vor der staunenden Welt verknüpfte er dabei Grönland, Iran und Venezuela mit seinem neuen „Friedensrat“ (Board of Peace). Zentral sind Arktis‑Kontrolle über Grönland, Öl‑ und Sanktionspolitik gegenüber Iran/Venezuela und die Institutionalisierung einer von Washington dominierten "Friedensdurchsetzung" (peace enforcement). (2)

Die Veto-Macht USA, die bei dem Angriff auf Restjugoslawien am 24. März 1999 und seit dem bei allen folgenden Kriegen (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien …) auf ein UN-Mandat verzichtete, will nun Kriegs- und Friedenspartei in einer Person sein. 

Unmissverständlich forderte der künftige Vorsitzende des Friedensrats in Davos „sofortige Verhandlungen“ mit Dänemark, um Grönland zu erwerben, bezeichnete die Insel als sicherheitspolitisch „essenziell“ und schloss militärische Gewalt offiziell aus, deutete aber an, die USA wären „unaufhaltbar“, falls er sich doch für „übermäßige Kraft und Gewalt“ (excessive strength and force) entscheiden würde. (3) Schon zwei Tage später schloss Trump die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens im Iran nicht aus und betonte, dass eine große Flotte in die Region unterwegs sei. (4)

Erst der Ausschluss von militärischer Gewalt und dann doch gleichzeitig die Drohung mit dem Einsatz von „übermäßiger Kraft und Gewalt“. Trumps Friedenspolitik nur ein von Washington kontrolliertes Gouvernance-Werkzeug? Am Ende von Trumps Friedensvisionen bleibt vermutlich nur noch die Gefängnis- oder Friedhofsruhe. In Davos schilderte Trump Venezuela als ehemaliges „great country“, das durch eigene Politik ruiniert worden sei, und betonte, die USA hätten „50 Millionen Barrel“ venezolanisches Öl „aufgenommen“, deren Erträge zwischen Washington und Caracas aufgeteilt würden. (5) Weiter versprach er, dass Venezuela in den kommenden sechs Monaten mehr Geld verdienen würde als in den letzten 20 Jahren, weil „jede große Ölgesellschaft“ zusammen mit den USA einsteige – de facto ein Programm zur Re‑Integration venezolanischer Ressourcen in eine US‑zentrierte Öl‑ und Finanzordnung. (6)

So ergibt sich ein Bild des selbsternannten Friedenspräsidenten, der vorgibt, Probleme zu lösen, in Wirklichkeit aber Arktis‑Annexion, Energie‑Deals und militärische Präzisionsschläge nutzt, um US‑Dominanz in kritischen Räumen (Arktis, Golf, Karibik) dauerhaft zu verankern:

  • Grönland steht für territoriale und militärische Vorwärtskontrolle im Arktisraum,
  • Venezuela für die Reorganisation globaler Ölströme,
  • der Iran für exemplarische Zwangsmacht und
  • der Friedensrat für die institutionelle Hülle, in der all dies als „Frieden“ verkauft wird. (7)

Für Trump sind Iran und Venezuela nichts anderes als sanktionsresistente Gegenspieler, die US-Interessen in Nahost und der westlichen Hemisphäre herausfordern. Man muss kein ausgewiesener Experte sein, um darin kein isoliertes Ereignis, sondern ein zusammenhängendes Muster strategischer Konkurrenz und Druckmittel zu erkennen. (8)

Zum Ärgernis der USA haben Iran und Venezuela ihre Kooperation seit 2005 systematisch ausgebaut (Öl, Energie, Industrie, Militär, Drohnen, Technologie), um US‑Sanktionen zu umgehen und sich gegenseitig zu stützen. (9)

Diese Partnerschaft, die vor allem der Sanktionsumgehung dient, wird von Washington als symbolische "Anti-US-Achse" wahrgenommen. Mit dem US-Angriff auf Caracas und der Entführung des Präsidenten Maduro hat diese Achse einen Schlag erhalten, was für Teheran sowohl finanzielle Verluste als auch strategischen Reichweitenverlust in Lateinamerika bedeutet. (10)

Venezuela fordert die USA weniger militärisch-strategisch heraus, weckt dafür aber Begehrlichkeiten. Es besitzt eine der größten Ölreserven der Welt und gilt als langfristiger Partner von Iran, Russland und China – ein Netzwerk, das US-Sanktionen teilweise umgeht. US-Außenminister Marco Rubio wird nicht müde zu betonen, dass Venezuelas Nähe zu Iran und Hisbollah beendet werden muss.

Die enge Partnerschaft Iran-Venezuela ist ohne die Rolle der USA weder historisch noch strukturell zu verstehen. Sie ist das zwangsläufige Ergebnis einer imperialen US-Politik. Die Verwendung des Begriffs "Schurkenstaat" für den Iran und Venezuela ist hier also eher eine Beschreibung eines gesamten Systemkonflikts, in dem Washington nicht außen vor, sondern zentraler Teil der Dynamik ist. (11)

Aus US-Sicht wurden beide Länder zu verknüpften Schauplätzen eines größeren Ringens um Energie, Finanzströme und geopolitische Ausrichtung. (12)

Bereits unmittelbar zu Beginn seiner ersten Amtszeit 2017 begann Trump mit einer "maximum pressure"-Kampagne gegen Venezuela: Ölsanktionen, Sekundärsanktionen gegen die Firmen, die mit der in Caracas ansässigen Ölgesellschaft (PDVSA) arbeiten. Sie wurde 1976 im Zuge der Verstaatlichung der Erdölindustrie des Landes gegründet. Des weiteren Finanzrestriktionen gegen Zentralbank und Staatsunternehmen. (13)

In seiner zweiten Amtszeit hat Trump den alten Kurs noch erweitert: zusätzliche Sanktionen gegen venezolanische Akteure, Ausbau von Abschreckung in der Region (Unterstützung von Nachbarstaaten wie Guyana, Fokus auf Drogen- und Schmugglernetzwerke). (14)

Nach dem Sturz Maduros wird Trump nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Venezuela von den USA stabilisiert und sein Ölsektor in Richtung Pro-US-Firmen transformiert wurde. (15)

Ebenfalls in seiner ersten Amtszeit verstärkte Trump den Sanktionsdruck gegen den Iran, um ökonomischen und nuklearen Druck aufzubauen. Für Washington besonders ärgerlich: seit dem Sturz des Schahs 1979 bietet der Iran den USA die Stirn und fordert die US-Verbündeten in der Golfregion heraus.

Angesichts der Verschuldung der USA erscheint es direkt zwangsläufig, dass für Trump die Energie- und Finanzhebel absolute Priorität haben: die venezolanischen Ölströme sollen wieder in Richtung USA fließen und iranische Exporte abgewürgt werden. Parallel dazu wird von Seiten der USA alles getan, um beide Länder verbindende Banken- und Logistiknetze zu zerschlagen. Von Washington wird das als Verteidigung einer "regelbasierten Ordnung" gegen "revisionistische" Akteure verbrämt, praktisch aber als machtpolitische Sicherung von Vorherrschaft und Zugriffsrechten auf Ressourcen betrieben. (16)

Das von Washington 1999 mit der 78-tägigen Bombardierung Restjugoslawiens gebrochene Völkerrecht und die damit obsolet gewordene UN-Charta wurden einfach durch die neu geschaffene sogenannte "regelbasierte Ordnung" ersetzt, was in der nichtwestlichen Welt, die sich weiterhin dem Völkerrecht und der UN-Charta verpflichtet fühlt, für Unmut sorgt.

So verurteilen die beiden ständigen Vertreter im UN-Sicherheitsrat – Russland und China – Trumps Methoden der militärischen Einmischung, Ölkrieg und Sanktionsregime als Verletzung des Völkerrechts und als Gefahr für globale Stabilität. Beide betonen, dass kein Staat das Recht habe, militärische Gewalt gegen andere Staaten einzusetzen, um deren Regierung zu verändern, und warnen vor einer Erosion der internationalen Ordnung. Beide lehnen die USA als "selbsternannte" Weltpolizei und "internationalen Richter" vehement ab.

Ohne mit den USA in direkte Konfrontation zu gehen, investieren Russland und China in die Zusammenarbeit mit Iran und Venezuela. Ihre Strategie scheint dahinzugehen, die bestehenden Bündnisse zwischen China/Iran/Russland zu stärken, ihre eigene Wirtschaftsautarkie und die Energieversorgung abzusichern und den Iran und Venezuela als Teil eines "alternativen Machtgefüges" zu halten – ohne indes für die Verteidigung dieser Regime zu einem vollen Krieg mit den USA bereit zu sein.

Trumps Angriffe auf Iran und Venezuela sollen auch die BRICS-Organisationen treffen

In chinesischen Medien wird die Lage im Iran als Teil einer größeren geopolitischen Offensive gegen China gesehen: Trumps Druck auf Iran und Venezuela diene nicht nur dem Kampf gegen Teheran oder Caracas, sondern sei eine indirekte Front zur Kontrolle der globalen Energieversorgung und zur Eindämmung des chinesischen Aufstiegs.

Die Sanktionen gegen Iran und Venezuela treffen nicht nur diese Länder, sondern auch indirekt das BRICS-Projekt – also die Versuche dieser Staaten, eine alternative Weltordnung zur westlichen Dominanz aufzubauen. Gerade Energie- und Finanzstrukturen der BRICS werden dadurch geschwächt.

Iran und Venezuela sind nämlich entscheidend für billige, unabhängige Energieflüsse – vor allem für China und Indien. Wenn die USA ihnen den Hahn zudrehen oder bei Venezuela politisch eingreifen, zwingt das viele BRICS-Länder dazu, wieder über westlich kontrollierte Energie- und Dollarwege zu gehen.

Das schwächt ihren Versuch, vom Dollar wegzukommen.

Der Machtwechsel in Venezuela und der Druck auf Iran zeigen außerdem, dass BRICS-Länder kaum Schutz vor US-Einfluss haben. Für viele Beobachter ist das ein "Stresstest". Die Erzählung vom BRICS-Block als Gegengewicht zur US-Macht wirkt plötzlich weniger glaubwürdig.

Innerhalb von BRICS+ sorgt das für mehr Zurückhaltung – Länder wie Indien oder Brasilien wollen keinen Ärger mit den USA und distanzieren sich von den "Problemfällen". Das schwächt langfristig genau die Allianzen, die Alternativen zu westlichen Finanz- und Energiesystemen aufbauen wollten. Das unausgesprochene Signal lautet: Wer sich zu weit von der westlichen Ordnung entfernt, riskiert Sanktionen – und kann nicht auf BRICS-Schutz hoffen.

Für Russland, China und andere wird sichtbar, dass die Kombination aus US-Militärmacht, extraterritorialem Recht und Finanzdominanz in der westlichen Hemisphäre (Monroe-Logik) weiterhin durchsetzungsfähig ist – ein strategisches Warnsignal an alle, die über vertiefte Kooperation mit Iran/Venezuela nachgedacht haben. (17)

Auch wenn die USA ihre Maßnahmen offiziell mit Themen wie Menschenrechten oder Terrorismusbekämpfung begründen, läuft es faktisch darauf hinaus, dass sie den BRICS-Ländern Handlungsspielräume bei Energie und Finanzen nehmen – damit keine stabile Gegenordnung entsteht.

Der Iran spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sollte dort das Regime kollabieren oder ein Krieg ausbrechen, hätte das enorme Folgen für Ölpreise, Energieversorgung und Stabilität vieler BRICS-Länder. Russland und China warnen deshalb vor westlicher Einmischung, während Indien und Brasilien versuchen, diplomatisch die Balance zu halten.

Gleichzeitig zeigt die Krise aber auch die Schwäche von BRICS: Es gibt keine gemeinsame Krisenstrategie, keine Vermittlungsmechanismen, keine abgestimmte Reaktion – also keinen echten politischen Zusammenhalt.

Durch die gleichzeitige Lage in Venezuela und Iran wächst im Globalen Süden das Misstrauen gegenüber der US-Politik- viele sehen darin den Versuch, gezielt zwei zentrale Energiepartner der BRICS-Weltordnung unter Druck zu setzen.

Um aus der Eskalationsspirale auszusteigen, braucht es bewusste Kurswechsel – echte Entscheidungen, die den bisherigen Pfad durchbrechen. Zum Beispiel: Wenn sich ein Land nachweisbar anders verhält, könnte man Sanktionen etwas lockern. Oder statt intransparenten Energiehandel liebe offene Abkommen schließen und nicht nur auf Abschreckung, sondern auch auf Sicherheitsgarantien setzen. 

Indem die USA Venezuelanische Ölressourcen kontrollieren und Sanktionen gegen Irans Rüstungsnetz ausweiten, versuchen sie, den globalen Einfluss Russlands und Chinas auf beiden Flanken (Karibik und Naher Osten) einzudämmen.

Die parallele Fokussierung auf Iran und Venezuela ist kein Zufall, sondern Teil einer gezielten US-Strategie, die darauf abzielt:

  • Ölmarkt und Finanzströme zu kontrollieren,
  • Rivalen wie Russland und China strategisch zu schwächen, und
  • die Vorherrschaft des US-Dollar-basierten Systems zu sichern.

Die Instrumente reichen von Sanktionen und Finanzdruck bis hin zu militärischer Machtprojektion und Kontrolle kritischer Ressourcen — alles mit dem erklärten Ziel, die geopolitische Position der USA zu stärken und geopolitische Konkurrenten zu isolieren.

Beide Staaten gelten in Washington als ressourcenreiche „Unruhestifter“, die sich einem US‑dominierten Ordnungsmodell widersetzen und eng mit anderen Rivalen wie Russland und China kooperieren. (18)

Unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde der Iran auf eine Liste potenziell anzugreifender Länder gesetzt. Diese Liste umfasste sieben Länder – Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran –, die in einem internen Plan für Regimewechsel oder Interventionen in den kommenden Jahren vorgesehen waren, wie der ehemalige Viersternegeneral Wesley Clark später öffentlich berichtete. Kurz darauf, im Januar 2002, bezeichnete Präsident George W. Bush Iran öffentlich als Teil der "Achse des Bösen". (19) Von den genannten Ländern wurden bis 2011 sechs (Irak 2003, Afghanistan 2001, Libyen 2011 usw.) ohne UN-Mandat angegriffen und ins Chaos gestürzt – Iran blieb als letztes auf der Liste. (20)

Mit dem Segen von Trump startete Israel am 13. Juni 2025 eine Offensive mit über 200 Kampfflugzeugen gegen iranische Nuklearanlagen, Militärbasen und Infrastruktur, darunter Ziele nahe Teheran. Am 16. Juni bombardierten israelische Streitkräfte das Hauptquartier des staatlichen Senders IRIB (Islamic Republic of Iran Broadcasting) in Teheran. Im engen Schulterschluss schlossen sich am 22. Juni die USA unter "Operation Midnight Hammer" mit Angriffen auf Nuklearstandorte wie Natanz und Fordow an. (21)

Dabei setzten die USA B-2-Bomber und U-Boot-Raketen ein, um befestigte Nuklearanlagen zu treffen, die Israel allein nicht erreichen konnte. Am 24. Juni endeten die Angriffe mit einem Waffenstillstand. (22)

Wegen des Währungszusammenbruchs protestierten Ende 2025 zunächst die Händler. Doch bald dehnten sich die Proteste landesweit aus. Trotz gemeinsamer Ziele wie Regimewechsel und Säkularismus ist die Opposition gespalten: Die Anhänger des im amerikanischen Exil lebenden Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, wollen zur Monarchie zurück und bekämpfen die wegen ihrer Gewaltgeschichte und ihrer rigiden Strukturen von Irans umstrittene Volksmudschahedin "Mojahedin-e Khalq, Volksmojahedin" (MEK) und den "National Council of Resistance of Iran" (NCRI). (23) Der vom MEK dominierte NCRI wird als "Parlament im Exil" beworben.

Neben diesen politisch motivierten Gruppen operieren im Iran ethnische Minderheiten, wie Kurden, Balutschen, Araber und Aserbaidschaner, wobei vor allem die Kurden mit bewaffneten Formationen ihren Forderungen nach mehr Rechten oder Autonomie Nachdruck verleihen.

Basen vor allem in Irakisch‑Kurdistan, teils bewaffnet, teils politisch; fordern Autonomie und die westliche Iran‑Opposition besteht aus konkurrierenden Monarchisten, MEK, linken/säkular‑republikanischen und ethnisch‑regionalen Gruppen sowie NGOs, die gemeinsam das Regime ablehnen, aber tief gespalten sind und keine einheitliche Alternative anbieten. (24)

Angesichts der zerstrittenen Opposition, einer fehlenden zielgerichteten Führung und einer harten Reaktion der Mullahs scheinen die Proteste ins Leere zu laufen.

Sicherheitskräfte sollen inzwischen Tausende Demonstrierende – die offiziell als Terroristen bezeichnet werden – getötet oder verletzt haben. (25)

Strategische Analysen westlicher Thinktanks sprechen bereits von ersten Beben eines möglichen Regimekollapses, betonen aber, dass die Sicherheitsstrukturen der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und die der Revolutionsgarde unterstellte Massenmiliz mit Millionen noch stark genug sind, um mit massiver Gewalt die Herrschaft zu sichern. (26) 

Aufgrund der Erfahrung aus den zurückliegenden von den USA nach dem Jugoslawienkrieg von 1999 inszenierten sogenannten "farbigen" Revolutionen ist davon auszugehen, dass auch aktuell im Iran die entsprechenden US-Organisationen tätig waren und sind.

Wie in allen zurückliegenden Revolutionen (z. Bsp. Solidarność in Polen/ 1980, in Restjugoslawien /1999, die orangene Revolution/ 2004, der Arabische Frühling /2011 …) haben die USA vordringlich die Protestierenden mit Kommunikationstechnik versorgt. 

Der "Informationsraum": zentrale Waffe und Operationsdomäne der USA

Das ist im Iran nicht anders gewesen. Hier wurden soziale Medien und Satellitenkommunikation (z. B. Starlink) aufgebaut, um Protestbewegungen zu koordinieren und zu verstärken. Der "Informationsraum"– also Kontrolle über Kommunikation, Soziale Medien und digitale Netzwerke – ist heute zur zentralen Waffe der USA geworden.

Es darf davon ausgegangen werden, dass die jüngsten Ereignisse im Iran Teil einer lang geplanten, globalen US-Strategie sind, die den "Informationsraum" als dominantes Werkzeug der Machtprojektion nutzt. Er steht inzwischen auf einer Stufe mit klassischen Domänen wie den militärischen Bereichen zu Luft, Land, See. (28) Die Beherrschung des "Informationsraums" ermöglicht die Kontrolle von Wahrnehmung, Mobilisierung und politischer Stabilität.

Die USA können sich auf ihre dominierenden Plattformen‑Infrastruktur (X/Twitter, Meta/Facebook, YouTube, Google usw.) stützen, um US-nahe Oppositionsgruppen zu vernetzen. Der Joker in diesem System scheint Starlink als ein relativ störresistentes, nicht vom Zielland kontrollierbares Kommunikationsnetz zu sein – ideal für Aufstände und verdeckte Operationen.

Nun hat der Iran nicht nur klassische Internetzugänge gekappt, sondern gezielt Starlink‑Terminals gestört, bzw. zerstört. Es wird spekuliert, dass hierfür im Ukraine‑Krieg gegen Starlink erprobte russische Elektronische Kriegsführungsfähigkeiten (EW, Electronic Warfare) in den Iran transferiert wurden; also Export nicht nur von Waffen, sondern von Fähigkeiten zur Bekämpfung gegnerischer "Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance und Reconnaissance"-Struktur (C4ISR‑Infrastruktur). (30)

Multipolare Antwort: "Informationssouveränität"

Iran/Russland nutzen Elektronische Kriegführung defensiv zur „Schließung“ dieses Vektors.

Für die „multipolare Welt“ hängt der Erfolg weniger von Panzerzahlen ab als davon, wie schnell Staaten ihre Informationssouveränität herstellen und US‑Zugriff (Plattformen, Satelliten‑Konnektivität, Narrative) technisch wie rechtlich begrenzen. (31)

Ein Ausfall von Starlink hat für die laufenden Proteste im Iran vor allem drei große Auswirkungen: 

  • Schwächere Koordination der Proteste. (32)
  • Weniger Bilder und Berichte nach außen. (33)
  • Psychologische und politische Folgen. (34)

Starlink fungiert in den Protesten als lebenswichtige Kommunikations- und Beweis-Infrastruktur; sein Ausfall schwächt Organisation, Sichtbarkeit und Moral der Bewegung deutlich, während er dem Staat mehr Handlungsspielraum für harte Repression verschafft. (35) 

Die Kontrolle über den Informationsraum ist also künftig genauso wichtig wie militärische oder territoriale Sicherheit.

Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://timesofindia.indiatimes.com/technology/tech-news/donald-trumps-davos-2026-speech-live-know-date-time-venue-and-streaming-details/articleshow/126791191.cms

2) https://www.weforum.org/stories/2026/01/davos-2026-special-address-donald-trump-president-united-states-america/

3) https://time.com/7354005/trump-davos-speech-greenland/

4) https://onenews.com/article/974e400c-1a3d-4f20-acc7-4c1c8754b1fe?category=News#google_vignette

5) https://www.facebook.com/firstpostin/posts/firstpostnews-us-president-trump-at-the-wef-in-davos-said-venezuela-was-a-great-/1394794229348227/

6) https://www.weforum.org/stories/2026/01/davos-2026-special-address-donald-trump-president-united-states-america/

7) https://www.dw.com/de/weltwirtschaftsforum-wef2026-donald-trump-davos-usa-wirtschaft-ki-groenland-iran-venezuela-ukraine/a-75537699

8) https://venezuelanalysis.com/analysis/why-washington-targets-iran-and-venezuela-empire-energy-and-ideology/

9) https://www.atlanticcouncil.org/wp-content/uploads/2025/01/maximum-pressure-sanctions-on-venezuela.pdf.pdf

10) https://jinsa.org/the-cross-continental-threat-iran-and-venezuelas-us-defying-partnership/

11) https://jinsa.org/the-cross-continental-threat-iran-and-venezuelas-us-defying-partnership/

12) https://www.e-ir.info/pdf/89993

13) https://www.atlanticcouncil.org/wp-content/uploads/2025/01/maximum-pressure-sanctions-on-venezuela.pdf.pdf

14) https://www.politico.com/newsletters/national-security-daily/2025/04/02/trump-sticks-to-maximum-pressure-on-venezuela-for-now-00267324

15) https://warontherocks.com/2026/01/after-maduro-trumps-managed-authoritarianism-trap-in-venezuela/

16) https://warontherocks.com/2026/01/after-maduro-trumps-managed-authoritarianism-trap-in-venezuela/

17) https://www.indo-pacificstudiescenter.org/commentaries/brics-expansion-energy-sanctions-indo-pacific-hedging

18) https://www.reuters.com/world/americas/why-is-trump-administration-putting-pressure-venezuela-2025-12-16/

19) https://www.dw.com/de/die-usa-und-der-iran-eine-jahrzehntelange-feindschaft/a-51878178

20) https://www.watson.ch/international/wissen/791919619-regime-change-die-lange-liste-der-us-interventionen-in-fremden-laendern

21) https://www.britannica.com/event/Israel-Iran-conflict

22) https://de.euronews.com/2025/06/22/iran-usa-und-israel-starten-koordinierten-angriff

23) Die MEK (Mojahedin-e Khalq, Volksmojahedin Irans) und die NCRI (National Council of Resistance of Iran) sind eng miteinander verbundene iranische Oppositionsgruppen, die seit den 1980er Jahren für den Sturz der Islamischen Republik eintreten.

24) https://www.aljazeera.com/news/2026/1/12/which-are-irans-main-opposition-groups

25) https://www.criticalthreats.org/analysis/iran-update-january-10-2026

26) https://www.criticalthreats.org/analysis/iran-update-january-10-2026

28) https://english.10mehr.com/washingtons-war-on-iran-the-importance-of-defending-information-space/

30) https://www.forbes.com/sites/zakdoffman/2026/01/22/putins-kill-switch-russian-tech-shuts-down-starlink-in-iran/; https://norrenbrock-technik.de/c4isr/

31) https://english.10mehr.com/washingtons-war-on-iran-the-importance-of-defending-information-space/

32) https://www.fr.de/politik/proteste-im-iran-wie-starlink-autoritaere-regime-herausfordert-haben-nichts-mehr-zu-verlieren-zr-94115951.htm33

33) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-proteste-wie-starlink-die-iranische-internet-blockade-durchdringt/100192059.html

34) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-internet-shutdown-regime-100.html

35) https://www.agenzianova.com/de/news/proteste-in-iran-i-morti-sarebbero-circa-12-mila-le-autorita-intensificano-la-repressione-co

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: KI-generiertes Bild: US-Präsident Donald Trump vor US-Flagge
Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

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„Brief aus Budapest #6“: Hält die Angst vor dem Krieg Orbán an der Macht? | Von Gábor Stier

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Die Fronten zwischen Budapest und Kiew sind endgültig verhärtet. Im Vorfeld der ungarischen Parlamentswahlen im April 2026 eskaliert der Konflikt: Während Wolodymyr Selenskyj gegen „Viktoren“ austeilt, wirft Budapest der Ukraine „schamlose Wahleinmischung“ vor. Gábor Stier analysiert die Hintergründe einer Schicksalswahl, die nicht nur über Ungarns Zukunft entscheidet, sondern auch das Verhältnis zu Washington und die europäische Sicherheitsarchitektur erschüttert. Ein brisanter Lagebericht über Sabotage-Drohungen, Falsche-Flagge-Warnungen und den Kampf um nationale Souveränität.

Ein Standpunkt von Gábor Stier – aus dem Ungarischen übersetzt von Éva Péli.

Frieden und Sicherheit oder Krieg? Ungarn oder die Ukraine? Laut der Regierungspartei Fidesz ist dies die Schicksalsfrage der ungarischen Parlamentswahlen am 12. April. Wird der Wunsch nach Veränderung siegen oder die Angst vor der Unsicherheit? Welches Gefühl bei der Mehrheit der Ungarn überwiegt, scheint eine Generationenfrage: In den Altersgruppen unter 40 Jahren dominiert der Drang zum Wandel, während für die Älteren die Stabilität ausschlaggebend ist.

Derzeit liefern sich das Regierungsbündnis Fidesz-KDNP (Christlich-Demokratische Volkspartei) und die Tisza-Partei ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Letztere wurde erst 2024 durch den ehemaligen Regierungs-Insider Péter Magyar zur stärksten Oppositionskraft geformt und verspricht einen Bruch mit der Korruption bei gleichzeitiger Rückkehr zur europäischen Zusammenarbeit. Der Wahlkampf droht dabei, Ungarn und die Ukraine endgültig zu entzweien, da Fidesz den Krieg und die Ukraine-Hilfe zum zentralen Wahlkampfthema macht. Parallel dazu mischt sich die Kiewer Führung immer unverhohlener in die inneren Angelegenheiten Ungarns ein – offenbar mit stillschweigender Rückendeckung des europäischen Mainstreams, um einen Sieg von Ministerpräsident Viktor Orbán mit allen Mitteln zu verhindern.

Der „Davos-Eklat“: Selenskyjs Angriff auf Budapest

Wolodymyr Selenskyj ist erneut über das Ziel hinausgeschossen. Es ist mittlerweile bittere Routine, dass der ukrainische Präsident jede Gelegenheit nutzt, um gegen Ungarn und dessen Regierungschef Viktor Orbán „auszuteilen“. Dass er angesichts der nahenden Wahlen die ungarische Regierung nun wieder ins Visier nimmt, überrascht daher kaum. In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos – sichtlich frustriert über das schwindende internationale Interesse an der Ukraine – attackierte Selenskyj Europa scharf. Er warnte davor, bestimmte Hauptstädte zu „kleinen Moskaus“ werden zu lassen. Politiker, die von europäischem Geld lebten, aber russischen Interessen dienten, hätten einen „Schlag auf den Kopf“ verdient. Wörtlich drohte er:

„Jeder Viktor, der von europäischem Geld schmarotzt, während er versucht, europäische Interessen zu verraten, verdient einen Klaps auf den Hinterkopf.“

Lässt man den Wahrheitsgehalt dieser Vorwürfe beiseite, verdeutlicht dieser Ausfall vor allem Kiews Entschlossenheit. Auffallend ist zudem, wie stark die ukrainische Rhetorik gegen Orbán den Narrativen der ungarischen Opposition ähnelt. Es wirkt fast, als würden die Akteure nach demselben Drehbuch agieren – eine Vermutung, die angesichts der bestehenden Kontakte zwischen Kiew und den Orbán-Gegnern keineswegs abwegig erscheint.

Das heftige „Viktor-Bashing“ aus Kiew ließ Orbán nicht unbeantwortet. In einer Reaktion auf Selenskyjs Ausfälle konterte der ungarische Regierungschef, man werde sich wohl nicht verstehen; er sei ein freier Mann, der allein den Ungarn diene.

„Du hingegen bist ein Mensch in einer bedrängten Lage, der im vierten Jahr nicht in der Lage oder nicht gewillt ist, einen Krieg zu beenden – trotz der Tatsache, dass die Regierung in Washington hierzu jede erdenkliche Hilfe gewährt“, so Orbán.

Mit einem beiläufigen Seitenhieb fügte er hinzu, dass die ukrainische Bevölkerung trotz dieser Beleidigungen weiterhin auf Ungarn zählen könne: Die Versorgung mit Strom und Treibstoff sowie die Hilfe für Flüchtlinge würden fortgesetzt. Seinen Beitrag schloss er mit der vielsagenden Bemerkung: „Den Rest wird das Leben regeln, und jeder bekommt, was ihm gebührt.“ Auf einer Pressekonferenz nach dem Davoser Forum untermauerte er zudem seine Ablehnung eines EU-Beitritts der Ukraine: In den nächsten hundert Jahren werde es in Ungarn kein Parlament geben, das einem solchen Schritt zustimmen würde.

Der Schlagabtausch Orbán-Sybiha

Kiew ließ jedoch auch danach nicht von seinen Provokationen ab. Laut dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha ähnelt Viktor Orbán mittlerweile weit mehr dem Pfeilkreuzler-Führer Szálasi als dem Reichsverweser Horthy. Sybiha wiederholte nicht nur den bis zum Überdruss strapazierten Vorwurf, Orbán erfülle lediglich die Wünsche Putins, sondern ging noch einen Schritt weiter: In einem Post, der eine offene Einmischung in den ungarischen Wahlkampf darstellte, führte er aus, dass Viktor Orbán und sein Team sich keineswegs um das Wohlergehen und die Sicherheit der in der Ukraine lebenden Ungarn scherten, sondern diese schlicht als Geiseln für ihre geopolitischen Abenteuer missbrauchten. Dem fügte er hinzu, Orbán wolle über verschiedene Auslandsprogramme und Stiftungen weiterhin Gelder waschen, um „noch ein Fußballstadion oder einen neuen Privatzoo mit Zebras“ zu bauen. Wörtlich schrieb der ukrainische Außenminister in seinem Beitrag:

„Orbán ähnelt heute nicht einmal mehr Miklós Horthy, sondern eher Hitlers Schergen Ferenc Szálasi. Das ist die Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg. (...) Ungarn verdient es nicht, sich erneut auf der falschen Seite der Geschichte wiederzufinden – als Komplize der neuen, unmenschlichen Ideologie des Putin-Regimes. Das ungarische Volk ist ein würdevolles und freies Volk – das Volk von Franz II. Rákóczi, Sándor Petőfi und Imre Nagy, nicht das von Orbán.“

Hierauf reagierte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó mit der Feststellung, dass „der ukrainische Präsident und seine Regierung ihre offene und schamlose Einmischung in die Wahlen im April begonnen haben“. Er fügte hinzu:

„Die ‚Kiewer Abteilung‘ der Tisza-Partei ist also in Aktion getreten und macht keinen Hehl daraus, dass sie die souveräne ungarische Nationalregierung aus dem Weg räumen will. Denn ein Sieg der Tisza-Partei wäre die einzige Chance, Ungarn in ihren Krieg hineinzuziehen und das Geld der Ungarn für den Betrieb ihres korrupten Regimes zu entwenden. Der Einsatz am 12. April ist daher eindeutig: Frieden und Sicherheit oder Krieg – Ungarn oder die Ukraine.“

Sybiha ließ dies natürlich nicht unbeantwortet: „Was die Wahlen betrifft, so müssen Sie keine Angst vor der Ukraine haben. Sie müssen Angst vor dem ungarischen Volk haben, das genug hat von Lügen, Kleptokratie und Hass.“ In der Folge wurde der ukrainische Botschafter in Budapest ins Außenministerium einbestellt, nachdem Kiew zuvor bereits denselben Schritt mit dem ungarischen Botschafter vollzogen hatte.

Schattenkrieg und Sabotage: Die Angst vor „False-Flag“-Operationen

An diesem Punkt steht die Auseinandersetzung heute – und ein Ende der Eskalation ist nicht abzusehen. Je näher der Wahltermin rückt, desto massiver dürften die Angriffe werden. Dokumente, die in der serbischen und ungarischen Presse durchgesickert sind und aus ukrainischen Regierungskreisen stammen sollen, deuten darauf hin, dass Kiew über bloße Rhetorik hinaus weitaus ernstere Provokationen plant. Ein dem ukrainischen Sicherheitsdienst (SBU) zugeschriebenes Dossier enthüllt die angebliche Gründung einer „Sonderarbeitsgruppe für die ungarischen Parlamentswahlen“ im September 2025. Ziel dieser interministeriellen Einheit sei es demnach, das Wahlrecht der ungarischen Minderheit in Transkarpatien gezielt einzuschränken, um die traditionell starke Unterstützung für Fidesz aus dem Ausland zu schwächen.

Noch brisanter ist ein angeblicher Brief an Verteidigungsminister Denys Schmyhal. Darin werden Pläne für einen Terroranschlag skizziert, der die Bevölkerung einschüchtern soll. Für diese „False-Flag-Operation“ sollen laut Bericht Drohnen zum Einsatz kommen, die aus Trümmern russischer Flugkörper montiert wurden. So ließe sich der Angriff dem „Aggressor-Staat“ Russland zuschreiben. Beobachter vermuten, dass Kiew eine solche Provokation als Vorwand nutzen könnte, um das Kriegsrecht in Transkarpatien drastisch zu verschärfen. Grenzschließungen und die Aussetzung des Postverkehrs könnten die Stimmabgabe der dortigen Ungarn faktisch unmöglich machen.

Solche Szenarien mögen extrem wirken, fügen sich jedoch aus Sicht Budapests nahtlos in das bisherige Agieren Kiews ein. Man erinnert in diesem Zusammenhang an den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines oder die Drohnenangriffe auf den ungarisch-slowakischen Zweig der Druschba-Ölpipeline, zu denen sich die Ukraine offen bekannte. In diesem Licht erscheinen auch mysteriöse Zwischenfälle in einem neuen Fokus: So kam es zu einem seltsamen Brand in der Raffinerie des nationalen Energiekonzerns MOL in Százhalombatta. Da diese Anlage das strategische Herzstück der ungarischen Treibstoffversorgung darstellt und fast den gesamten Bedarf des Landes deckt, wird ein solcher Vorfall in Budapest kaum als technisches Versagen gewertet. Dass zeitgleich ein ähnlicher „Unfall“ bei Lukoil in Rumänien gemeldet wurde, nährt den Verdacht auf koordinierte Sabotageakte gegen die Infrastruktur der Region.

Zwar gibt es Argumente, die gegen solche Pläne sprechen – etwa die Tatsache, dass die Wahl in Budapest und nicht in Transkarpatien entschieden wird –, doch die Warnungen aus dem Exil bleiben bestehen. Die sanktionierte ukrainische Journalistin Diana Pantschenko warnte Viktor Orbán kürzlich in einem offenen Brief: Ihren Informationen zufolge bilde die ukrainische Führung bewaffnete Diversanten aus, um den ungarischen Wahlkampf durch gezielte Sabotageakte zu destabilisieren.

Schicksalsfrage am 12. April: Friedensgarantie oder außenpolitische Kehrtwende?

Das Verhältnis der beiden Länder wurde jedoch nicht erst durch Budapests Ablehnung der ukrainischen euroatlantischen Integration und der militärischen Unterstützung des Krieges belastet. Tatsächlich verschlechtern sich die ungarisch-ukrainischen Beziehungen bereits seit einem Jahrzehnt massiv aufgrund der systematischen Beschneidung der Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien. Die Fronten verhärteten sich weiter, da Ungarn seine Unterstützung für Kiews EU-Ambitionen konsequent an die Wiederherstellung dieser Minderheitenrechte knüpfte.

Zudem tritt die ungarische Regierung seit Ausbruch des Krieges beharrlich für den Frieden und eine rasche Verhandlungslösung des Konflikts ein. Folgerichtig lehnt Budapest die militärische Unterstützung der Ukraine ab und spart nicht mit Kritik an der Ukraine-Politik der Europäischen Union. Ministerpräsident Viktor Orbán hat mehrfach unterstrichen, dass er unter den aktuellen Umständen einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine nicht mittragen kann und entsprechende Bestrebungen in Brüssel blockieren wird. Der Regierungschef betonte zudem, dass er nicht bereit ist, die ukrainischen Kriegsanstrengungen zulasten der ungarischen Bürger finanziell zu fördern.

Dass dies Kiew missfällt – einer Führung, die die Fortführung des Krieges und den späteren Erhalt des Staates langfristig auf europäische Hilfen und eine EU-Mitgliedschaft gründet –, ist nachvollziehbar. Auch die scharfen Reaktionen von Wolodymyr Selenskyj sind bis zu einem gewissen Punkt verständlich. Absolut inakzeptabel ist es jedoch, wenn die ukrainische Führung aktiv versucht, die Wiederwahl von Viktor Orbán und seiner Partei zu verhindern. Damit greift Kiew direkt in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates ein.

Bereits vor vier Jahren haben der Ausbruch des russisch-ukrainischen Krieges und die damaligen ungeschickten Äußerungen der ungarischen Opposition, die der Stimmung der Mehrheitsgesellschaft entgegenstanden, den Wahlsieg des Fidesz zementiert. Vor diesem Hintergrund ist es nur folgerichtig, dass Viktor Orbán die Frage von Krieg und Frieden nun erneut zum zentralen Thema seines Wahlkampfes macht.

Die Tisza-Partei hat jedoch aus den Fehlern ihrer Vorgänger gelernt und gibt sich in dieser Frage offiziell vorsichtig. Ihre kürzlich vorgestellte Schatten-Außenministerin Anita Orbán betonte ebenfalls, man wolle weder Waffen liefern noch Soldaten in die Ukraine entsenden. Das vorrangige Ziel sei vielmehr der Schutz der ungarischen Minderheit in Transkarpatien, die nach ihrer Darstellung von der jetzigen Regierung vernachlässigt wurde.

Gleichzeitig lassen beiläufige Äußerungen führender Politiker und Experten der Tisza-Partei auf eine radikale außenpolitische Kehrtwende schließen, sollte es zu einem Regierungswechsel kommen. Aussagen, wonach man in Brüssel kein „Sand im Getriebe sein“ mehr sein wolle, die Abkehr von der Veto-Politik zugunsten einer verstärkten Zusammenarbeit anstrebe oder die Behauptung, Brüssel halte Gelder gerade wegen der ungarischen Ablehnung der Kriegsbeteiligung zurück, deuten darauf hin. Es bleibt die entscheidende Frage: Kann die Angst vor dem Krieg und davor, in diesen hineingezogen zu werden, dem Fidesz erneut den Sieg sichern und Viktor Orbán an der Macht halten?

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Viktor Orban (Ministerpräsident Ungarns) und Wolodymyr Selenskyj (Präsident der Ukraine)

Bildquelle: paparazzza / shutterstock

„Brief aus Budapest #6“: Hält die Angst vor dem Krieg Orbán an der Macht? | Von Gábor Stier

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☐ ☆ ✇ TKP

Die wichtigsten Nachrichten aus Davos

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In der vergangenen Woche diskutierten Analysten und Kommentatoren viele Details des jüngsten WEF-Gipfels in Davos. Was jedoch die größte Offenbarung des Forums hätte sein sollen, fand wenig Beachtung. In Davos machten Donald Trump und seine Delegation nämlich deutlich, dass die Vereinigten Staaten definitiv ein neues Kapitel aufschlagen: nicht so sehr in Bezug auf Venezuela, Grönland [...]

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☐ ☆ ✇ EIKE

Die Rede des ehemaligen Staats- und Ministerpräsidenten von Tschechien, Prof. Dr. Vaclav Klaus, in Konkurrenz zu Davos 2026

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Vorbemerkung (von Horst-Joachim Lüdecke): als seit langem mit Vaclav Klaus persönlich bekannt, erhalte ich von seinem Sekretariat regelmäßig die von ihm gehaltenen Reden mit Genehmigung zur Veröffentlichung. Seine Rede in Davos war in Englisch, ich habe sie zum Zweck der Veröffentlichung in EIKE von KI ins Deutsche übersetzen lassen. Seine Rede behandelt ein Thema, das auch Hauptthema von EIKE ist. Die Schlussfolgerungen der Rede von Vaclav Klaus sind mit Meinung und Auffassung von EIKE weitgehend deckungsgleich.

Ich wurde soeben auf eine erläuternde Ergänzung aufmerksam gemacht: Prof. Vaclav Klaus spricht nachfolgend auf dem World Prosperity Forum in Zürich und nicht auf dem World Economic Forum WEF in Davos wie man es bei nicht so genauem Hinsehen meinen könnte. Daher jetzt: Das WEF ist gemäß Wikipedia ein internationales, gemeinnütziges Netzwerk und Think-Tank mit Sitz in der Schweiz, das vor allem durch sein jährliches Treffen in Davos bekannt ist.  Sein Ziel ist es, globale Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern und Antworten auf weltweite Herausforderungen zu finden. Das World Prosperity Forum ist dagegen ein alternatives Forum, das zeitgleich zur WEF-Konferenz stattfindet und Selbstständigkeit, freie Märkte, individuelle Freiheit und Wohlstand betont. Es versteht sich als Gegenentwurf zur (aus seiner Sicht zentralistischen/globalistischen) Ausrichtung des WEF. Das World Prosperity Forum hat im Gegensatz  zum WEF keine Leitfigur wie der inzwischen entmachtete und fragwürdige Klaus Schwab des WEF. Das WEF wird zur Zeit interimistisch von Andre Hoffmann und Larrxy Fink geführt, die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge ist im Gange.

Oder kurz: Das WEF sucht breite globale Kooperationen über Sektoren hinweg, das World Prosperity Forum setzt stärker auf Marktliberalismus und individuelle Freiheit als Alternative zum WEF-Ansatz.

 

——————————————————————- Hier nun die Rede von Vaclav Klaus ——————————————————————

Präsident Taylor, meine Damen und Herren,

vielen Dank für die Organisation des ersten Treffens des World Prosperity Forum. Vielen Dank, dass Sie mir das Wort erteilen und mir die Gelegenheit geben, vor diesem hochkarätigen Publikum zu sprechen.

Bevor ich versuche zu erörtern, wie es gelingen kann, – um aus Ihrer Einladung zu zitieren – „eine auf Freiheit und Wohlstand basierende Alternative” zu der derzeitigen Welt zu schaffen, die von Globalisten und Progressiven beherrscht wird, die sich seit mehr als drei Jahrzehnten jedes Jahr Ende Januar in Davos zum Weltwirtschaftsforum versammeln, möchte ich einige Worte zu meiner Beziehung zum Davoser Forum sagen.

Ich finde die Idee, dieses neue Treffen während der Tage des Davos-Forums und nicht weit von Davos entfernt zu organisieren, ausgezeichnet. Das Davos-Forum im Stil von Klaus Schwab braucht eine Alternative. Einige von uns warten schon seit langem auf eine solche Alternative. Dieses „Warten” hat für jemanden wie mich eine ganz besondere Geschichte.

Ich bin sozusagen ein Davos-Veteran. Ich bin im November 1989 in die Politik gegangen, als in meinem Land, der ehemaligen Tschechoslowakei, der Kommunismus zusammenbrach. Einige Tage später wurde ich Finanzminister in der ersten nichtkommunistischen Regierung, die sowohl für die Abschaffung der alten, irrationalen und nicht funktionierenden kommunistischen Zentralplanung als auch für den Aufbau der Institutionen einer freien Marktwirtschaft nach 40 Jahren Kommunismus verantwortlich war. Die schwierigste Aufgabe war der Übergang.

Die Einladung zur Teilnahme am Davoser Forum vor 36 Jahren, im Januar 1990, nur wenige Wochen nach meinem Eintritt in die neu gebildete Regierung und nach der revolutionären Öffnung der Grenzen zum Westen, war zuvor fast unvorstellbar gewesen. Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben die Gelegenheit, berühmte westliche Politiker und Ökonomen zu sehen, zu treffen und mit ihnen zu sprechen. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass einige von uns darauf vorbereitet waren.

Ein weiterer Vorteil meiner Reise war, dass ich die Schönheit des schneebedeckten Davos sehen konnte. Für jemanden wie mich, der sein ganzes Leben lang davon geträumt hatte, einmal in den Alpen Ski zu fahren, war das ein unvergessliches Erlebnis.

Bei meinem ersten Besuch dort nahm ich auch auf der Hauptbühne des Davos-Forums an einer Debatte – oder besser gesagt, einer grundlegenden Auseinandersetzung – mit dem bekannten amerikanischen Ökonomen und sehr linksgerichteten Columbia-Professor Joseph Stiglitz (später Nobelpreisträger) teil, der mich fragte – und eine positive Antwort erwartete –, ob wir beabsichtigten, ein System der „Dritten Weg“ für Gesellschaft und Wirtschaft aufzubauen. Zur Überraschung von Professor Stiglitz und dem Moderator der Debatte, dem Chef von Davos, Klaus Schwab, war meine Antwort sehr klar und direkt: Wir sind nicht an einem Dritten Weg interessiert, denn der Dritte Weg ist der schnellste Weg in die Dritte Welt.

Dieses Zitat von mir war viele Jahre lang der erste Satz des Wikipedia-Eintrags zum Thema „Dritter Weg“. Ich habe wiederholt betont, dass wir uns für den ersten Weg interessieren, für den Kapitalismus.

Dieser Meinungsaustausch war der erste meiner vielen Konflikte in Davos. Meine Frustration gipfelte 2005, als ich mir nach 16 Besuchen des Davoser Forums schließlich sagte: GENUG IST GENUG. Nach meiner Rückkehr nach Prag schrieb und veröffentlichte ich einen sehr kritischen Artikel über das progressivistische Davoser Forum mit dem provokanten Titel „Homo Davosensis“. Klaus Schwab hat mir das nie verziehen. Von diesem Moment an wurde ich nicht mehr dorthin eingeladen.

Als ich hörte, dass das Heartland Institute eine Alternative ins Leben rufen wollte, das World Prosperity Forum, war ich überzeugt, dass die Befürwortung des Ersten Weges, des Kapitalismus, eine der Grundideen des gesamten Projekts sein muss. Bereits 1990 sagte ich, dass wir eine Marktwirtschaft ohne Adjektive wollten, ohne die Adjektive „sozial” und „grün”, weil diese Adjektive mehr oder weniger die ursprüngliche Bedeutung der gesamten Idee der Marktwirtschaft (wie wir sie durch das Studium von Mises, Hayek, Friedman und ähnlichen Autoren verstanden haben) leugnen.

Das Adjektiv „grün“ bringt mich zum Heartland Institute, einer der wichtigsten Institutionen, die gegen die Idee der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung und den Klimaalarmismus kämpfen. Vor mehr als einem Jahrzehnt nahm ich an mehreren Heartland-Konferenzen teil – ich erinnere mich an Chicago und New York City – und hielt dort Reden. Das war zu einer Zeit, als der Kampf gegen die Doktrin der globalen Erwärmung noch unentschieden war. Dieser Moment ist nun leider vorbei. Wir müssen zugeben, dass wir in dieser Debatte nicht auf der Gewinnerseite stehen. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir aufgeben und den Kampf einstellen sollten. Im Gegenteil. Ich nehme an, das ist der Grund, warum wir alle hier sind.

Im vergangenen Dezember habe ich die Position des Präsidenten von Clintel angenommen, einer weiteren Institution, die mit dem IPCC völlig uneinig ist. Ich weiß, dass wir, die Clinteler, und unsere Kollegen vom Heartland Institute im selben Boot sitzen. Ich bin heute hierher gekommen, um offiziell mein Interesse – und ich glaube auch unser Interesse – an einer freundschaftlichen und produktiven Zusammenarbeit zum Ausdruck zu bringen. Clintel ist es mit seinen verschiedenen nationalen Gruppierungen gelungen, ein vielversprechendes internationales Netzwerk aufzubauen.

Wie Heartland versuchen wir, einen Beitrag zur Beantwortung der grundlegenden Fragen unserer Zeit zu leisten:

  1. Sind Männer (und Frauen) für den aktuellen weltweiten Temperaturanstieg verantwortlich (und für den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur, sofern dieses Konzept überhaupt sinnvoll und untersuchenswert ist)?
  2. Ist der statistisch gemessene Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte ein Beweis für einen langfristigen Trend und gefährdet er wirklich die Zukunft der Menschheit?
  3. Und – wenn diese beiden Hypothesen gültig und gerechtfertigt sind – gibt es etwas, und vor allem gibt es etwas Sinnvolles, was die Menschheit dagegen tun kann (wobei „sinnvoll” im Sinne von „mehr Nutzen als Kosten bringend” zu verstehen ist)?

Clintel hat, mit den Worten seines Gründers und ersten Präsidenten, Prof. Berkhout, verkündet, dass „es keinen Klimanotstand gibt”, was weltweit Resonanz gefunden hat.

Ich selbst – ein Ökonom und Ökonometriker, der zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs des Kommunismus Politiker wurde – habe bereits 2007 ein Buch mit dem Titel „Blue Planet in Greens Shackles” veröffentlicht. Ich glaube an die Stärke und Produktivität der Wirtschaftstheorie, wenn es darum geht, menschliches Verhalten zu erklären und wichtige Leitlinien für die rationale Organisation eines Wirtschaftssystems und die Gestaltung der Wirtschaftspolitik zu bieten. Ich bin überzeugt von der unersetzlichen Bedeutung der Märkte sowie von der grundlegenden Rolle der Preise, sofern sie das entscheidende Konzept der Knappheit in menschlichen Entscheidungsprozessen wiederspiegeln.

Die ökonomische Denkweise wurde im Laufe der Menschheitsgeschichte von vielen Seiten und aus vielen Blickwinkeln angegriffen, aber der gefährlichste Angriff der jüngeren Zeit – was unsere Themen betrifft – kam mit der Entstehung der grünen Ideologie, des Umweltschutzes. Dieser Angriff – der sich natürlich in verschiedenen Formen im Laufe der Menschheitsgeschichte viele Male wiederholt hat – ging einher mit den Aktivitäten des Club of Rome und seinem berüchtigten Bericht „Die Grenzen des Wachstums” Ende der 1960er Jahre.

Als jemand, der zu dieser Zeit in der kommunistischen Tschechoslowakei lebte, spürte ich sofort die enorme Gefahr, die in diesen Ideen steckte, und sah in ihnen in vielerlei Hinsicht eine ähnliche Bedrohung wie den Kommunismus. Von diesem Moment an wurde ich zu einem entschiedenen Kritiker dieser Ideologie (oder vielleicht Religion), die nichts mit Wissenschaft zu tun hat.

Die grüne Ideologie fand ihre beste und vielversprechendste Waffe gegen Freiheit und Wohlstand in der Verbreitung der Hypothese einer gefährlichen globalen Erwärmung, die angeblich durch unverantwortliches menschliches Verhalten verursacht wird. (Unverantwortlich in den Augen unserer Gegner.)

Diese alarmistische Doktrin erhielt 1988 mit der Gründung des IPCC (International Panel for Climate Change) neuen Auftrieb, der der gesamten grünen Bewegung internationale politische (und natürlich, was noch wichtiger ist, finanzielle) Unterstützung garantiert.

Seit diesem Moment bewegt sich die ganze Welt (und insbesondere ihr westlicher Teil) nur noch in eine Richtung – hin zum Sieg der Ideologie der globalen Erwärmung, zur gnadenlosen Unterdrückung ihrer Gegner und zu einer historisch beispiellosen direkten Umsetzung dieser Ideologie in die Regierungspolitik. Diese Prozesse gipfelten in der offiziellen Anerkennung des Green Deal als grundlegende Doktrin der Europäischen Union.

Wo stehen wir jetzt?

Einerseits sind die Kritiker des Klimaalarmismus aus vielen Gründen heute stiller und weniger sichtbar als in der Vergangenheit. Hinzu kommt, dass die Generationen unserer Kinder und Enkelkinder (die bereits in der Grundschule indoktriniert werden) nie etwas anderes erlebt haben als die offizielle Verherrlichung der alarmistischen Klimalehre und die arrogante Verhöhnung aller, die es wagen, sich ihr zu widersetzen.

Andererseits beobachten wir eine wachsende Kritik an den zerstörerischen Folgen des Green Deal, der unvorbereiteten „Energiewende”, der Stilllegung von Kernkraftwerken und des Verbots von Verbrennungsmotoren. Infolgedessen werden sich die Menschen dieser Folgen zunehmend bewusst. Die jüngsten Aktivitäten von Präsident Trump und seinem Energieminister Chris Wright in den USA sind von großer Bedeutung.

Ich selbst habe versucht, diese Entwicklungen im schlimmsten Moment des Jahres 2017 in meinem Buch „Werden wir vom Klima zerstört oder von unserem Kampf gegen das Klima?“ (Cosmopolis, Grada, Prag, auf Tschechisch) anzusprechen. Die Tatsache, dass ich nicht versucht habe, dieses Buch im Ausland oder in einer Fremdsprache zu veröffentlichen, zeigte nicht nur meine Überzeugung, dass alles Relevante bereits gesagt worden war (auf beiden Seiten der Debatte), sondern in gewisser Weise auch meine teilweise Resignation angesichts der Tatsache, dass wir in unseren Ländern offensichtlich an Boden verloren hatten. Hoffentlich bewegen wir uns nun auf eine optimistischere Phase zu.

Ich interpretiere – zu Recht oder zu Unrecht – die Initiative des Heartland Institute zur Gründung des World Prosperity Forum als Signal, dass das Institut der wirtschaftlichen Seite der Angelegenheit mehr Aufmerksamkeit schenken möchte. Dies unterstütze ich nachdrücklich.

Wir müssen darauf bestehen, dass ein entscheidender Aspekt der gesamten Debatte über die globale Erwärmung mit wirtschaftlichen Fragen und den Grundprinzipien der Wirtschaftswissenschaft zusammenhängt. Ökonomen sollten die Rolle der Preise bei der Entscheidungsfindung (und die durch staatlich diktierte Preise verursachten Verzerrungen), die Rolle der Diskontierung bei jeder sinnvollen Analyse und Prognose, die Umwelt-Kuznets-Kurven und natürlich die berüchtigte Energiewende diskutieren. Nicht zuletzt sehen wir uns mit den sehr problematischen „Emissionszertifikaten” konfrontiert, die Nicht-Ökonomen als einen sinnvollen Beitrag der Ökonomen zu dieser ganzen Frage verstehen, was sie natürlich nicht sind. In Wirklichkeit ist der Handel mit Emissionszertifikaten ein staatlich kontrolliertes administratives Rationierungssystem, das nur vorgibt, marktfreundlich zu sein. Es ist frustrierend, dass niemand mehr diese Themen substanziell diskutiert. Nicht einmal meine Ökonomenkollegen.

Es besteht kein Zweifel daran – und das ist eine weitere Dimension des gesamten Problems –, dass es beim Klimaalarmismus nicht um klimatische Extreme geht, sondern um den Menschen, um die menschliche Gesellschaft, um unsere Freiheit und unseren Wohlstand. Es handelt sich um eine säkulare Ideologie, eine neue politische Religion. Sie spiegelt eine arrogante westliche Weltanschauung wider, die auf dem Denken und der Lebensweise wohlhabender Gesellschaften (im alten Galbraithschen Sinne) basiert.

Wie ich vor fast zwanzig Jahren im Untertitel meines Buches „Blue Planet in Green Shackles“ gefragt habe: „Was ist gefährdet, das Klima oder die Freiheit?“ Ich bin überzeugt, dass das Klima mehr oder weniger in Ordnung ist. Ich glaube, dass viele von uns hier das genauso sehen.

Václav Klaus auf dem World Prosperity Forum, Zürich, 20. Januar 2026

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☐ ☆ ✇ Junge Freiheit

Show in Davos Trumps Friedensrat ist irre – und trifft doch einen wunden Punkt

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US-Präsident Donald Trump bei der Unterzeichnung der Charta des neuen „Friedensrates“ in Davos

Trump gründet einen „Friedensrat“ – zugeschnitten auf sich selbst, inszeniert in Gold und begleitet von großen Versprechen für Gaza. Viele reagieren mit Spott und Kopfschütteln. Doch die Kritiker übersehen etwas. Eine Analyse.

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☐ ☆ ✇ Report24

“W” ein Rohrkrepierer wie Bluesky? EU-Social-Media-Plattform mit Zensurgarantie

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Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos wurde eine neue Social-Media-Plattform mit dem Namen “W” vorgestellt. Sie soll “wertebasiert” sein und keine “Fake News” erlauben. Angesichts der Hintergründe des Unternehmens dahinter ist die Zielrichtung klar.

Eigentlich sollten Social-Media-Plattformen dem Austausch von Meinungen, Informationen und Alltäglichem dienen. Wer sich noch an das frühe Facebook von vor zehn, zwölf Jahren erinnert, bevor schrittweise die Daumenschrauben angezogen wurden, weiß das vielleicht noch. Ganz ohne massive Eingriffe durch Zensoren und die Reichweite einschränkenden Algorithmen entschieden die Nutzer darüber, was weiter verbreitet werden sollte und nicht KI-Systeme, “Faktenchecker” und Politiker.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Vor allem dank ideologisierter Politiker, die jegliche Abweichung von ihren Narrativen als “Desinformation”, “Fake News” oder gar “Hassrede” bezeichnen. Selbst mit dem Regierungswechsel in Washington und weniger Druck auf die Betreiber der Plattformen von dort änderte sich – zumindest für die Nutzer in Europa – nicht viel. Denn die Brüsseler Eurokraten und viele nationale Regierungen (insbesondere jene in Deutschland) erhöhen den Druck noch weiter.

Doch obwohl linkswoke Plattformen wie Bluesky (als X-Ersatz) kaum Nutzer anziehen, propagieren die globalistischen Eliten auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos eine neue Social-Media-Plattform. “W” soll sie heißen und bereits im Sommer dieses Jahres an den Start gehen. Der Buchstabe stehe einerseits für “We” (Wir), andererseits als doppeltes “V” auch für “Values” (Werte) und “Verified” (verifiziert). Am Ende also geht es nur darum, dass dort lediglich Inhalte geteilt und verbreitet werden sollen, welche den eigenen Narrativen dienen.

Welche Narrative dies sein sollen, wird alleine schon dadurch deutlich, wer dahinter steckt – nämlich die schwedische Klima-Aktivismus-Plattform “We don’t have time”. Das heißt, man baut eine neue Filterbubble für das linksgrün-woke Milieu auf. Und all das natürlich ganz auf Linie mit den Wünschen der Brüsseler Eurokraten und der Davoser WEF-Gang.

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☐ ☆ ✇ Report24

Trumps Davos-Abrechnung: Europas Selbstzerstörung und die Erholung der USA

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Donald Trump hat in Davos die linkswoken europäischen Eliten genussvoll auseinandergenommen. Mit brutaler Direktheit kontrastierte er die Erfolge der US-Politik mit Europas Fiasko (nicht nur) bei den Themen Energie, Migration und Bürokratie. Donald Trump, seit dem 20. Januar 2026 wieder ein Jahr US-Präsident, trat am 21. Januar vor den globalen (großteils selbsternannten) Eliten in Davos auf und lieferte eine schonungslose Kritik von Europas selbstzerstörerischer Politik.

Der Geschäftsmann und Realpolitiker lobte zunächst das amerikanische Wirtschaftswunder, angetrieben durch Deregulierung und einen Energieboom. In den USA sanken die Benzin- und Energiepreise auf Rekordtiefs, dank einer Energiepolitik, die ideologiefrei und pragmatisch die Unabhängigkeit der USA sichert. “The price of gasoline is now below $2.50 a gallon in many states, $2.30 a gallon in most states, then we’ll soon be averaging less than $2 a gallon in many places. It’s already down even lower, $1.95 a gallon”, erklärte Trump. Die US-Öl- und Gasproduktion hat Höchststände erreicht, der Preis pro Gallone (3,8 Liter) liegt teilweise bei 1,95 USD. 52 Cent für den Liter Benzin, so geht Wettbewerbsfähigkeit.

Im Kontrast dazu zeichnete Trump ein apokalyptisches Bild Europas, wo die Energieproduktion dramatisch eingebrochen ist. Der manische Zwang zu „erneuerbaren Energien“ hat zu einer Krise geführt, die Industrie und Haushalte ruiniert. Besonders gnadenlos attackierte er die “geldfressenden Windmühlen”, die er als teuren, unzuverlässigen Schwindel darstellte. Er wies auf die chinesische Energiepolitik hin: “China baut fast alle Windmühlen, aber ich finde keine in China. Sie sind clever – bauen sie, verkaufen sie an Dumme, die sie kaufen, nutzen sie aber nicht selbst.” Er fuhr fort: “Je mehr Windmühlen ein Land hat, desto mehr Geld verliert es. Windmühlen zerstören euer Land. Nur Dumme kaufen sie.” China erzeuge extrem viel Energie, nur eben nicht mit den „Erneuerbaren“. Mit Energieerzeugung müsse man Geld verdienen, nicht verlieren. Deutschland produziere jetzt 22 % weniger Strom als 2017, dafür zu um 64 % höheren Preisen.

Anschließend widmete Trump sich der Migrationspolitik der EuSSR, die Europas “Nicht-Wiedererkennbarkeit” verursache. “Teile Europas sind nicht mehr wiederzuerkennen”, warnte er vor einer Massenmigration, die Kultur und Gesellschaft zerstört. Die Masseneinwanderung aus Nahost und Afrika führe zu Spannungen, Kriminalität und nicht verkraftbaren Belastungen. Die USA haben die Grenzen gesichert, Europa lasse Millionen unkontrolliert herein, was die europäische Identität auflöst. „They have to get out of the culture that they’ve created over the last 10 years. It’s horrible what they’re doing to themselves. They’re destroying themselves.“ Europa müsse seine Politik der letzten 10 Jahre ändern, es zerstöre sich selbst.

Bürokratieabbau war ein weiterer Kernpunkt seiner Rede. Trump hob hervor, er habe 270.000 Beamte gefeuert, 100 Milliarden Dollar eingespart und für jede neue Regulierung 129 alte gestrichen. „To make a country great, you can’t have all federal jobs“ – du kannst kein Land nur mit Bundesbediensteten zum Erfolg führen.

Auch Grönland fand seinen Weg in die Rede. Trump sieht die Insel als strategisch unverzichtbar und forderte Dänemark zum Verkauf auf: “Diese riesige, unsichere Insel gehört eigentlich zu Nordamerika.” Er betonte, dass in seinen Augen nur die USA die Sicherheit Grönlands garantieren können und Dänemark seine bisherigen Versprechen zum Schutz der Insel nicht eingehalten habe.

Den Ukrainekrieg will Trump möglichst rasch beendet sehen, weil ihm das Sterben zutiefst zuwider ist. „It’s a bloodbath over there, and that’s what I want to stop. Doesn’t help the United States. But these are souls. These are young, young people.“ Er wolle das Blutbad beenden, nicht weil es den USA nütze, sondern um junge Menschen vor dem Tod zu retten.

Generell muss man konstatieren: Dafür, dass Trump von unseren Systemmedien und linkswoken Politikern als der Leibhaftige beschrieben wird, als Faschist und Zerstörer der Demokratie, hat er eine sehr menschliche Rede gehalten. Natürlich vertritt er die Interessen der USA, er wurde ja auch zum Präsidenten gewählt, um die Interessen der USA zu vertreten. Aber ein Präsident, der sich über sinkende Kosten und steigende Löhne seiner Bürger freut, der Krieg ablehnt, weil er Menschenleben kostet, der ist meiner Meinung nach kein schlechter Präsident. Er will die Wirtschaft der USA stärken und mehr Bürger zu Hausbesitzern machen. Auch das klingt nicht diabolisch.

Seine Abrechnung mit Europas Politik ist auch kein Selbstzweck, Trump betonte mehrmals seine Verbundenheit mit Europa, seine schottischen und deutschen Wurzeln. Trump will, dass Europa überlebt und für die USA als starker Verbündeter erhalten bleibt. Also adressiert er die Fehlentwicklungen, die er sieht, statt sie zu ignorieren.

Das dürfte auch der Punkt sein, der für Europas selbsternannte, linkswoke Eliten mit ihrer Fixierung auf CO2-Steuern und offene Grenzen am schwersten zu verdauen ist. Trump sagt, was er denkt. Und er macht, was er sagt. Zum Wohle seiner Bürger. Mit diesem revolutionären Konzept können unsere Herrscher nicht umgehen, deren Prinzip das Täuschen und Belügen des Volkes ist und die vergessen haben, dass sie dem Volk zu dienen haben und nicht umgekehrt.

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Donald Trump beim WEF 2026: Eine Generalabrechnung

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Die nächste unbequeme Absage an den Globalismus aus den USA, nachdem schon Handelsminister Lutnick Klartext gesprochen hatte: Bei seiner langen Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos am gestrigen Mittwoch bekräftigte US-Präsident Donald Trump seine konsequente America-First-Linie und kritisierte die vom WEF forcierten Agenden der grünen Transformation und der grenzenlosen illegalen Massenmigration als Ursache für Abstieg, Abhängigkeiten und gesellschaftliche Spannungen.

Der folgende Artikel erschien zuerst im Deutschlandkurier:

Der Auftritt von US-Präsident Donald Trump am Mittwoch (21.01.2026) beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos setzte einen bewussten Kontrapunkt zur sonst üblichen Tonlage der Veranstaltung. Während in Davos traditionell über internationale Kooperation, Klimapolitik, Regulierung und globale Steuerungsmodelle diskutiert wird, nutzte Trump die Bühne für eine grundsätzliche Abrechnung mit genau diesem politischen Ansatz.

Bereits zu Beginn seiner einstündigen Rede stellte der US-Präsident klar, dass er nicht gekommen war, um sich dem Davoser Konsens anzunähern, sondern um ihm zu widersprechen. Er präsentierte seine Rede als Bilanz eines Jahres zweiter Amtszeit und zeichnete das Bild einer wirtschaftlich erstarkten USA. Wachstum, Investitionen, Produktivität und Aktienmärkte hätten Rekordwerte erreicht, die Inflation sei deutlich gesunken. Diese Entwicklung führte Trump unmittelbar auf seine politische Linie zurück – Deregulierung, Steuersenkungen, Bürokratieabbau und eine konsequente handelspolitische Abschottung.

Von dieser wirtschaftlichen Selbstvergewisserung ausgehend weitete Trump den Blick auf das internationale Umfeld – und wurde deutlich konfrontativer. Prognosen, seine Politik werde Rezession und Inflation auslösen, wies er zurück. Stattdessen seien es die politischen Grundannahmen vieler westlicher Regierungen, die wirtschaftliche Schwäche hervorgebracht hätten. Besonders kritisierte er die Vorstellung, Wachstum lasse sich nur durch immer höhere Staatsausgaben, offene Migration und die Auslagerung industrieller Produktion sichern. Dieses Modell, so Trump, habe Defizite, Abhängigkeiten und gesellschaftliche Spannungen erzeugt.

An diesem Punkt verlagerte Trump den Schwerpunkt seiner Rede auf Europa und die EU. Die europäische Energiepolitik diente ihm als zentrales Beispiel für aus seiner Sicht ideologisch motivierte Fehlentscheidungen. Die Abkehr von fossilen Energieträgern und Kernkraft zugunsten erneuerbarer Energien bezeichnete er als wirtschaftlich schädlich. Windkraftanlagen stellte er als ineffizient dar und setzte ihnen den US-amerikanischen Ausbau von Öl-, Gas- und Kernenergie entgegen. Niedrige Energiepreise, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit seien, so Trump, die Voraussetzung für wirtschaftliche Stärke – und genau daran mangele es in vielen europäischen Staaten.

Unkontrollierte Migration stellte Trump außerdem als einen der Hauptfaktoren für soziale Spannungen und wirtschaftliche Belastungen dar. Während in Europa und unter der vorherigen US-Regierung Masseneinwanderung gefördert worden sei, hätten die USA ihre Grenzen geschlossen – mit positiven Effekten auf Sicherheit, Arbeitsmarkt und staatliche Finanzen. Migration sei, so Trump, kein Selbstzweck, sondern müsse strikt kontrolliert werden.

Diese Kritik an europäischer Politik führte Trump schließlich auf sicherheitspolitische Fragen. Er erneuerte seinen Vorwurf, dass die Lasten innerhalb der NATO über Jahrzehnte ungleich verteilt gewesen seien. Die USA hätten den größten Teil der Verteidigungskosten getragen und erst unter seinem Druck hätten andere Mitgliedsstaaten ihre Ausgaben erhöht. Sicherheit, so Trump, sei ohne wirtschaftliche Stärke und Energieunabhängigkeit nicht zu gewährleisten.

In diesem Zusammenhang sprach Trump auch über Grönland. Er ordnete das Thema ausdrücklich als strategische Sicherheitsfrage ein und erklärte, die Insel sei aufgrund ihrer geografischen Lage für die Verteidigung der westlichen Hemisphäre von zentraler Bedeutung. Nach seiner Darstellung könnten nur die Vereinigten Staaten diese Aufgabe wirksam übernehmen. Er kündigte an, Gespräche über einen möglichen Erwerb wieder aufnehmen zu wollen, ohne konkrete Schritte zu benennen.

Vom geopolitischen Raum Europas und des Nordatlantiks schlug Trump schließlich den Bogen zum Krieg in der Ukraine. Er beschrieb den Konflikt vor allem als humanitäre Katastrophe mit extrem hohen Opferzahlen. Sein erklärtes Ziel sei es, Gespräche mit Russland und der Ukraine zu führen, um den Krieg zu beenden. Dabei stellte er erneut heraus, dass Europa und die NATO in besonderer Verantwortung stünden.

Trump sprach in Davos, ohne sich sprachlich oder inhaltlich an dessen Grundannahmen anzupassen. Themen wie Klimatransformation, globale Regulierung oder multilaterale Steuerung spielten in seiner Rede keine Rolle. Stattdessen präsentierte er ein nationalstaatlich geprägtes Wirtschafts- und Machtverständnis, das auf Energieautonomie, industrielle Stärke und politische Souveränität setzt.

Ein Transkript seiner vollständigen Rede finden Sie beispielsweise hier.

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Davos als Spiegel einer fragmentierten Welt | Von Janine Beicht

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Davos als Spiegel einer fragmentierten Welt | Von Janine Beicht
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Davos als Spiegel einer fragmentierten Welt | Von Janine Beicht

Eliteentscheidungen, symbolische Appelle und öffentliche Inszenierungen verschleiern, wie stark reale Konflikte, Machtungleichheiten und Instabilitäten die globale Ordnung prägen.

Ein Kommentar von Janine Beicht.

Der Auftakt des Weltwirtschaftsforums 2026, das World Economic Forum (WEF) in Davos, das vom 19. bis 23. Januar stattfindet, macht die Kluft zwischen den globalen Eliten und den realen geopolitischen Verhältnissen deutlich. Mit Rekordteilnehmerzahlen und 64 Staats- und Regierungschefs, 850 CEOs und fast 100 Tech-Pionieren aus 130 Ländern präsentiert sich das Forum als neutrale Plattform für den Dialog.

Ein Rekord von 400 der wichtigsten politischen Führungspersönlichkeiten, darunter fast 65 Staats- und Regierungschefs […] sowie rund 850 der weltweit führenden Unternehmenslenker und knapp 100 der einflussreichsten Start-ups und Technologiepioniere werden sich in Davos-Klosters versammeln. Unter dem Motto „A Spirit of Dialogue“ bietet das 56. Annual Meeting eine neutrale Plattform für rund 3.000 Teilnehmende aus über 130 Ländern, um die wichtigsten wirtschaftlichen, geopolitischen und technologischen Kräfte […] zu diskutieren. WEF (1)

Die Teilnahme von Persönlichkeiten wie US-Präsident Donald Trump, der mit einer Delegation von 300 Personen anreist, darunter Außenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Bessent, Handelsminister Howard Lutnick, Handelsbeauftragter Jamieson Greer, Schwiegersohn Jared Kushner und Sondergesandter Steve Witkoff, zeigt, dass Davos weniger auf konkrete Lösungen als auf Machtdemonstrationen ausgerichtet ist. (2) Die Absagen Dänemarks wegen des Grönland-Streits (3) und des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi aufgrund seines Vorgehens bezüglich interner Proteste im Iran, die das WEF als unangemessen bewertet (4), verdeutlichen die Selektivität des Forums, das Kontroversen eher meidet als aktiv adressiert.

„Der iranische Außenminister wird nicht nach Davos reisen. Obwohl er im vergangenen Herbst eingeladen worden war, ist es angesichts der tragischen Verluste an Menschenleben im Iran in den letzten Wochen nicht angebracht, dass die iranische Regierung dieses Jahr in Davos vertreten ist.“ WEF Sprecher | Handelsblatt (4)

Proteste, darunter eine Demonstration von 600 Teilnehmern von Strike WEF (5), die zu Verkehrsbehinderungen führte und friedlich von der Polizei aufgelöst wurde, kritisieren das WEF als absurd.

Wir sagen Bullshit! Das WEF ist alles andere als neutral. [...] Von Beginn an verfolgt es das Ziel, den Neoliberalismus von den USA nach Europa zu bringen. [...] Der Neoliberalismus stellt Konzerne über das Wohl der Gesellschaft. [...] Die Zahl der Milliardäre und deren Vermögen ist gestiegen, die Armen wurden ärmer. [...] Soziale Ungleichheit nimmt zu, gemeinschaftliche Strukturen zerfallen, rechte Bewegungen erstarken, die Erde wird ausgebeutet und die biologische Vielfalt geht zurück. [...] Das WEF stabilisiert bestehende Machtstrukturen, statt wirksame Antworten auf globale Krisen zu liefern. StrikeWEF (5)

Solche Aktionen verdeutlichen die Distanz des Forums zu basisdemokratischen Anliegen. Das WEF wird nicht als Ort wahrgenommen, an dem das Wohl der Menschen zählt, sondern als ein Treffpunkt globaler Eliten, die ihre Macht sichern, wirtschaftliche Interessen durchsetzen und soziale Ungleichheit legitimieren, während Umweltzerstörung und gesellschaftliche Probleme weiter zunehmen. Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam weist zudem auf das rapide wachsende Vermögen von Milliardären hin, was die Debatte über die politische Macht der Reichsten anheizt und Davos als Verstärker von Ungleichheit entlarvt.

Vorbereitungen und Eskalation: Der Schatten des Arktis-Konflikts

Vor dem Forum eskalierte der Streit um Grönland, das Trump als entscheidend für US- und globale Sicherheit bezeichnet. Er postet KI-generierte Bilder, die ihn beim Flaggenhissen neben einem Schild „Grönland, US-Territorium, gegründet 2026“ zeigen, (7) sowie eine Karte mit Kanada und Grönland unter US-Flagge, umgeben von europäischen Führern wie Giorgia Meloni, Keir Starmer, Emmanuel Macron und Ursula von der Leyen. (8) Die europäische Solidarität manifestiert sich in einer Erkundungsmission mit Soldaten aus Deutschland und Frankreich unter dänischer Führung. (9) Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen fordert NATO-Präsenz auf Grönland, nach Vorbild der Ostsee-Verstärkung. (10) Frankreich plädiert für eine NATO-Übung, um Arktis-Sicherheit zu demonstrieren. (11)

Trump droht Zölle gegen acht Länder, einschließlich Deutschland, für die Unterstützung Dänemarks an. (12) US-Finanzminister Scott Bessent rät in Davos zu Ruhe und Dialog, bezeichnet dänische Investitionen in US-Anleihen als irrelevant.

„Ich werde allen sagen: Atmen Sie tief durch. […] Die Investitionen Dänemarks in US-Staatsanleihen sind, wie ‍Dänemark selbst, irrelevant. […] Ich bin überhaupt nicht besorgt. […] Als Finanzminister sehe ich ja unsere Auktionen von Staatsanleihen. Wir verzeichnen ausländische Investitionen in Rekordhöhe. Scott Bessent | WELT (13)

Industriemanager Joe Kaeser hingegen warnt vor wirtschaftlichen Schäden durch politische Instabilität. (13) Jens Spahn betonte Abhängigkeit von den USA in Sicherheitsfragen. (14) Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos übte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom scharfe Kritik an Europas Umgang mit Donald Trump und veröffentlichte dazu ein Video auf 𝕏. (15) Vor Journalisten beleidigte er Trump und bezeichnete den Versuch, diplomatisch mit ihm umzugehen, als Dummheit, während er stattdessen forderte, Stärke zu zeigen und geschlossen aufzutreten.

„Mit Donald Trump gibt es keine Diplomatie. Steht auf, hört auf zu kuschen, und zeigt Rückgrat.“ Gavin Newsom | 𝕏 (15)

Zusätzlich verweist er auf ICE-Vorfälle, darunter den Tod einer 37-jährigen Frau in Minneapolis durch einen Beamten, um Trumps Polizeistaat zu illustrieren, und kritisiert das Schmeicheln vor Trump trotz verstecktem Spott. (15) Solche Kommentare, gespeist aus Newsoms Ambitionen für 2028, zeigen, wie Davos interne US-Spaltungen importiert, anstatt globale Einheit zu fördern, und verdeutlichen, dass das Forum geopolitische Spannungen nicht löst, sondern als Bühne für Drohungen dient, die reale wirtschaftliche Entwicklungen behindern.

Anreise und Pannen

Die Anreise von US‑Präsident Donald Trump zum Weltwirtschaftsforum in Davos wurde durch mehrere Pannen beeinträchtigt. Trumps Regierungsmaschine Air Force One musste auf dem Weg in die Schweiz wegen eines „kleinen elektrischen Problems“ kurz nach dem Start nach Washington zurückkehren. Aus Sicherheitsgründen drehte das Flugzeug um, und Trump setzte seine Reise anschließend in einer kleineren Boeing 757 fort, was zu einer deutlichen Verspätung führte. Die Störung ereignete sich am Abend des 20. Januar, sodass Trumps Ankunft in Zürich erst am Mittag des folgenden Tages erfolgte. (17) Dies verhindert ein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz. (18)

Parallel zu diesen Transportschwierigkeiten überschattete ein schweres Zugunglück in Spanien die internationale Nachrichtenlage: Bei einer Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge nahe Adamuz in der südspanischen Provinz Córdoba kamen mindestens 39 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte drei Tage der nationalen Trauer und sagte aus diesem Grund seinen geplanten WEF‑Besuch ab. (19) 

Schon vor Trumps Rede bildeten sich lange Schlangen vor dem Veranstaltungsort, teils kam es zu Schubsereien, was die Sensationslust des Publikums offenbarte und substanzielle Diskussionen in den Hintergrund drängte. (20)

Auftaktreden: Europas Appelle im Kontrast zur Forum-Realität

Ursula von der Leyen nutzt ihre Rede, um geopolitische Schocks als Chance für Unabhängigkeit zu rahmen, und hebt das Mercosur-Abkommen sowie Deals mit Indien hervor. Sie kündigt Investitionen in Grönland und eine Arktis-Strategie an, um Souveränität zu wahren und warnt vor einer Abwärtsspirale.

„Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten haben sich im vergangenen Juli auf ein Handelsabkommen geeinigt, und in der Politik, wie in der Wirtschaft, ist ein Deal ein Deal. Und wenn Freunde sich die Hand schütteln, muss das etwas bedeuten.“ Ursula von der Leyen | WEF (21)

Ihre Worte kritisieren eine US-Unzuverlässigkeit, doch im Davos-Kontext wirken sie wie ritualisierte Gesten, die reale Abhängigkeiten kaschieren. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärt die Weltordnung für tot und appelliert an die Kooperation mittelgroßer Mächte. Er mahnt, die Mittelmächte müssten zusammenarbeiten, denn wer nicht mit am Tisch sitze, stehe auf der Speisekarte. (22) Seine Rede kritisiert Doppelmoral und wirtschaftliche Waffen, doch in Davos bleibt sie ein Appell ohne Konsequenzen.

Emmanuel Macron warnt vor imperialen Ambitionen und fordert das Anti-Coercion-Instrument (24) gegen US-Zölle.

„Angesichts der Brutalisierung der Welt müssen Frankreich und Europa einen wirksamen Multilateralismus verteidigen, weil er unseren Interessen und denen aller dient, die sich der Herrschaft der Gewalt nicht unterwerfen wollen. Emmanuel Macron | WEF (24)

Seine Kritik am „neuen Kolonialismus“ kontrastiert mit Davos' Fokus auf Partnerschaften, die oft Ungleichheiten perpetuieren. NATO-Generalsekretär Mark Rutte lobt Trump für Verteidigungsdruck und ruft zu Diplomatie auf. (25) Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen äußerte, es sei nicht wahrscheinlich, dass die USA von militärischer Gewalt Gebrauch machten, aber man müsse auf alles vorbereitet sein. (26) Die Reden von Carney, Macron und anderen machen deutlich, dass Davos vor allem die Illusion von Einfluss und Kooperation inszeniert: Trotz scharfer Kritik an wirtschaftlicher Gewalt und imperialen Ambitionen verändern die Appelle kaum die realen Machtverhältnisse.

Gipfelhöhepunkt: Trumps Rede und ihre Wellen

US-Präsident Donald Trump betrat die Bühne (27) in Davos nach einer verspäteten Ankunft und begann mit einer Darstellung der US-Wirtschaft als weltweiten Motor, der durch Steuersenkungen, Deregulierung und Zölle ein Handelsdefizit um über 77 Prozent reduziert und Exporte gesteigert hat. Er hob Erfolge wie die Deckelung von Kreditkartenzinsen bei zehn Prozent und Verbote für institutionelle Käufe von Einfamilienhäusern hervor, die jedoch Kongresszustimmung erfordern, sowie eine kryptofreundliche Politik, um US-Führung in diesem Sektor zu sichern. Trump kontrastiert dies mit Europas Ansätzen in Migration und Wirtschaft, die er als durch unkontrollierte Einwanderung und hohe Staatsausgaben belastet beschreibt, und betont, dass Europa sein Potenzial nicht nutze. (28)

„Ich liebe Europa. Ich will, dass es Europa gut geht. Aber es geht nicht in die richtige Richtung. […] Viele europäische Länder wollen unsere Vorbildrolle nicht anerkennen. […] Und die Verantwortlichen verstehen nicht einmal, was gerade passiert. Und diejenigen, die es verstehen, tun nichts dagegen. Donald Trump | WELT (28)

Trump richtet seinen Blick wieder auf Grönland und bekräftigt dort seine umstrittenen US‑Ansprüche mit dem Hinweis auf Sicherheitsinteressen. Er argumentiert, dass die USA im Zweiten Weltkrieg Dänemark unterstützt und die Insel gehalten hätten, bevor sie sie zurückgegeben hätten – ein historischer Verweis, mit dem er seine Forderung untermauert. Im Zentrum seiner Rede steht der Aufruf zu sofortigen Verhandlungen über eine Übernahme Grönlands, nicht nur eine Lizenz. Dabei schlägt er den Bau eines Raketenabwehrsystems vor, mit dem er die Arktis schützen will, eine Idee, die er als strategisch unverzichtbar darstellt. 

„Alles, was ich verlange, ist ein Stück Eis. Das ist eine kleine Bitte im Vergleich zu dem, was wir ihnen gegeben haben. […] Sie können Ja sagen, und wir werden Ihnen sehr dankbar sein. Oder Sie können Nein sagen, und wir werden uns daran erinnern“ Donald Trump | WELT (20)

Er versichert mehrfach, dass er keine Gewalt anwenden werde (29), schließt militärische Aktionen aus und verweist darauf, dass nur die USA in der Lage seien, die Insel zu verteidigen und damit auch die Sicherheit Europas und der NATO zu gewährleisten.  Doch der Hinweis, dass ein „Nein“ zur Übernahme nicht vergessen werde, lässt viele Beobachter als Drohung mit Konsequenzen lesen. 

In seiner Rede kritisiert Trump die NATO als unfair für die USA und zweifelt Europas Beitrag zur Sicherheit an.

„Das Problem mit der Nato ist, dass wir zu 100 Prozent für sie da sein werden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie auch für uns da wären, wenn wir sie um Hilfe bitten würden.“ Donald Trump | Handelsblatt (4)

Er bezeichnet erneuerbare Energien als ineffizient und preistreibend und lobt dafür Kernkraft, Öl, Gas und die US-Führungsrolle bei künstlicher Intelligenz. Außenpolitisch verweist er auf Ukrainegespräche und Erfolge in Venezuela. Abschließend betont er die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit unter US-Führung, was international gemischte Reaktionen auslöst.

Die Rede endet mit einem eindringlichen Appell zur Zusammenarbeit unter US‑Führung. Trump positioniert die Vereinigten Staaten als unverzichtbare globale Macht, die anderen Nationen Orientierung und Schutz bieten müsse, eine Botschaft, die bei vielen internationalen Partnern gleichermaßen Zustimmung wie Ablehnung hervorruft.

„Der Wohlstand der Welt kommt von unserer gemeinsamen Kultur. […] Die USA sind zurück, größer und stärker als je zuvor.“ Donald Trump | Handelsblatt (4) 

Nachwirkungen: Kritik und ungelöste Konflikte

Das Weltwirtschaftsforum in Davos startet mit einem bitteren Beigeschmack, der die Grenzen elitärer Diplomatie gnadenlos aufzeigt: Während das Treffen als Katalysator für globale Lösungen vermarktet wird, verstärkt es in Wahrheit bestehende Risse, indem es Konflikte zu bloßen Diskussionspunkten verharmlost, ohne greifbare Fortschritte zu erzwingen.

Die anhaltende Polarisierung, die durch markante Abgänge und ablehnende Gesten sichtbar wird, unterstreicht, wie das Forum wirtschaftliche Eliten begünstigt, die reale geopolitische Dynamiken ignorieren, und stattdessen Narrative perpetuiert, die Ungleichheiten zementieren, sei es durch technologische Utopien, die soziale Spaltungen kaschieren, oder durch Appelle zu Stärke, die letztlich nur die Abhängigkeiten kleinerer Akteure von dominanten Mächten verstärken. 

Kritiker sehen darin eine verpasste Chance: Statt Konflikte zu entschärfen, wird Davos zum Spiegel einer fragmentierten Welt, in der wirtschaftliche Indikatoren wie steigende Rohstoffpreise oder informelle Bilateralgespräche auf anhaltende Instabilität hindeuten, ohne dass das Forum Mechanismen schafft, um diese zu überbrücken. Am Ende bleibt die Frage, ob solche Gipfel nicht eher die Illusion von Fortschritt nähren, während sie echte Reformen behindern und die Kluft zwischen Rhetorik und Realität vertiefen.

Quellen und Anmerkungen



(1) https://www.weforum.org/press/2026/01/a-spirit-of-dialogue-brings-record-numbers-of-world-leaders-to-davos-for-world-economic-forum-annual-meeting-2026

(2) https://www.visahq.com/news/2026-01-13/ch/record-size-us-delegation-headed-by-president-trump-will-test-davos-logistics/

(3) https://orf.at/stories/3417574/

(4) https://www.handelsblatt.com/politik/international/wef-in-davos-jetzt-live-donald-trump-spricht-in-davos/100192241.html

(5) https://strikewef.org/de/

(6) https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/reiche-werden-reicher-oxfam-vermogen-von-milliardaren-legt-rasant-zu-15151982.html

(7) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/115925897257210763

(8) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/115925888562624963

(9) https://www.zdfheute.de/politik/bundeswehr-groenland-erkundung-faq-100.html

(10) https://www.deutschlandfunk.de/daenemark-bittet-nato-um-dauerhafte-praesenz-auf-arktisinsel-100.html

(11) https://www.heute.at/s/macron-will-nato-uebung-in-groenland-abhalten-120156856

(12) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/groenland-trump-usa-eu-100.html

(13) https://www.welt.de/politik/ausland/article696dc157cb02badbe0a0e94e/davos-europa-geht-nicht-in-die-richtige-richtung-sagt-trump-lob-fuer-merz-liveticker.html

(14) https://www.welt.de/politik/deutschland/article696f2fb39b3a5f6b04a25887/kritik-am-fraktionschef-spahn-stellt-interview-aussage-zu-groenland-und-trump-in-interner-nachricht-klar.html

(15) https://x.com/GavinNewsom/status/2013629639441424749?s=20

(16) https://www.welt.de/politik/ausland/article696fb46a568b91954b0e931a/davos-wie-erbaermlich-us-gouverneur-newsom-wirft-europas-regierungen-kniefall-vor-trump-vor.html

(17) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/trump-flugzeug-umkehr-weltwirtschaftsforum-davos-100.html

(18) https://www.deutschlandfunk.de/trump-kritisiert-europas-fokus-auf-gruene-energien-100.html

(19) https://www.elmundo.es/espana/2026/01/19/696df6f0fc6c83935e8b4577.html

(20) https://www.welt.de/politik/ausland/article696dc157cb02badbe0a0e94e/davos-europa-geht-nicht-in-die-richtige-richtung-sagt-trump-lob-fuer-merz-liveticker.html

(21) https://www.weforum.org/stories/2026/01/davos-2026-special-address-ursula-von-der-leyen/

(22) https://www.welt.de/politik/ausland/article6970826d0e35312f4965423d/mark-carney-die-alte-weltordnung-ist-tot-kanadas-premier-haelt-denkwuerdige-rede-in-davos.html

(23) https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/politischer-druck-z%C3%B6lle-k%C3%B6nnte-eu-061828873.html?guccounter=

(24) https://www.weforum.org/stories/2026/01/heads-of-state-gathering-davos-2026-what-they-saying/

(25) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/115926107400617491

(26) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/groenland-macron-von-der-leyen-100.html

(27) https://www.weforum.org/stories/2026/01/heads-of-state-gathering-davos-2026-what-they-saying/

(28) https://www.welt.de/politik/ausland/article6970d41b707d4aa20757c0ea/donald-trump-in-davos-schauen-sie-wie-undankbar-die-daenen-sind-us-praesident-will-unverzuegliche-verhandlungen-ueber-groenland.html

(29) https://www.thenationalnews.com/news/2026/01/21/trump-presses-claim-to-greenland-but-says-no-force-will-be-used/

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Weltwirtschaftsforum

Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

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Globalisierung am Ende: USA sagen Goodbye zum Globalismus

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In Davos, dem jährlichen Treffpunkt der selbsternannten Welteliten, hat US-Handelsminister Howard Lutnick in sehr direkten Worten mit der Politik der letzten Jahrzehnte abgerechnet. Die Globalisierung ist gescheitert und hat dem Westen, vor allem Amerika, geschadet. Die neue Trump-Administration stellt amerikanische Interessen radikal in den Vordergrund. Auch Europa sollte beginnen, nachzudenken – oder noch besser, zu handeln.

Umgeben von den üblichen Verdächtigen aus Politik und Wirtschaft, trat US-Handelsminister Howard Lutnick auf das Podium und ließ keine Zweifel an der Haltung der US-Administration: „Globalization has failed the West and the United States of America. It’s a failed policy… and it has left America behind.“ Zu gut Deutsch: „Die Globalisierung hat den Westen und die USA im Stich gelassen, sie ist eine gescheiterte Politik, die Amerika zurückgelassen hat.“ Amerika werde keine Jobs mehr exportieren und seine wirtschaftliche Zukunft nicht mehr in Drittstaaten verlagern. Punkt.

Jahrzehntelang haben westliche Nationen Fabriken und Know-how in Billiglohnländer verlagert, vor allem nach China. Das Ergebnis war die Deindustrialisierung des Westens, steigende Handelsdefizite und eine Abhängigkeit von Nationen wie China, die nun kritische Lieferketten kontrollieren. Lutnick, frisch ernannter Handelsminister der zweiten Trump-Administration, macht klar: Die US-Regierung hat fertig mit der bedingungslosen Globalisierung. Die USA werden künftig mit ihren Partnern und Konkurrenten hart verhandeln, nötigenfalls Zölle einsetzen und die eigene nationale Produktion fördern. Keine Moralpolitik mehr, keine ideologische Missionierung, nur noch harte Interessenpolitik.

Die Vertreter der EuSSR saßen betreten daneben, denn Brüssel ist zwar Weltmeister im Moralisieren, aber beim Vertreten der eigenen Interessen hapert es etwas. Jahrzehntelang ließ man zu, dass europäisches Know-how an China floss, das klug zwangsweise Kooperationen mit chinesischen Firmen zur Bedingung für den chinesischen Markteintritt machte. Länder wie China und Indien ließen sich als Entwicklungsländer klassifizieren und machten beim CO2‑Theater nicht mit, während die Wirtschaft des Westens durch die Klimaziele ruiniert wurde. Und während Washington sich aus dem Ukraine-Konflikt ausgeklinkt hat, pumpen Brüssel und die nationalen europäischen Regierungen weiter Hunderte Milliarden in die Ukraine und finanzieren einen Konflikt, der primär amerikanische und europäische Waffenkonzerne bereichert (und natürlich die ukrainische Oligarchie), aber die eigenen Bürger ruiniert.

Die Globalisierung, wie sie von Davos-Predigern jahrelang gepriesen wurde, hat Europa ebenso geschadet wie den USA. Denn freier Handel kann nur unter gleichen Bedingungen funktionieren. Wenn in der EuSSR die Unternehmen durch die Überbürokratisierung und die Klimareligion massive Wettbewerbsnachteile hinnehmen müssen, können sie ihre Märkte nicht gegen billige Importe aus Ländern ohne diese Nachteile verteidigen. Als Folge zerstörten billige Importe aus Asien Arbeitsplätze in der Industrie, während Brüssel mit Freihandelsabkommen wie CETA oder Mercosur weitere Tore öffnete. In der EuSSR dominiert weiter die reine Ideologie und lässt sich nicht von der Wirklichkeit stören. Klimaziele bis 2030 haben, aber keine Batterie selbst produzieren können, wie Lutnick spöttisch anmerkte. Net-Zero-Fantasien, die Europa deindustrialisieren, während China weiter Kohlekraftwerke baut.

Europa sollte Lutnicks Rezept übernehmen. Hart verhandeln mit allen rationalen Akteuren, ohne moralinsaure Belehrungen, ohne Ideologieexport. Mit Russland über Energie und Rohstoffe, mit China über faire Handelsbeziehungen, mit den USA über eine echte Partnerschaft statt Unterordnung. Dann würde Europa in den USA auch wieder ernst genommen werden. Denn harte Verhandler kann Trump respektieren. Ideologisch verblödete und unfähige Bürokraten nicht.

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World Economic Forum 2026: Die Angstprognosen der selbsternannten Weltenlenker

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Am 19. Jänner 2026 öffnet das World Economic Forum (WEF) wieder seine Pforten in Davos. Die globale Elite trifft sich in den Schweizer Bergen, um über die Zukunft der Welt und die global angeblich größten Bedrohungen zu diskutieren, oder besser gesagt, um ihre eigene Agenda voranzutreiben. Besondere Aufmerksamkeit erregt diesmal US-Präsident Donald Trump, der mit einer der größten Delegationen aller Zeiten anreist und eine Keynote halten wird. Man darf gespannt sein, was er den versammelten Damen und Herren zu sagen hat.

Der frisch veröffentlichte „Global Risks Report 2026“ des WEF liefert die übliche Kulisse für das Treffen der selbsternannten Weltenlenker. Kurzfristig, also in den nächsten ein bis zwei Jahren, sehen die Experten™ die größten Bedrohungen in geoökonomischer Konfrontation, also Wirtschaftskriegen, durch Sanktionen, Zölle und Handelsbarrieren sowie in Desinformation und gesellschaftlicher Spaltung.

Langfristig dominiert natürlich wieder das Klima. Nichts Neues unter der Sonne, könnte man sagen. Die gleichen Themen, die gleichen Ziele. Klüger zu werden scheint unter WEF-Bürokraten kein Trend zu sein. Das WEF warnt längerfristig vor immer intensiveren Stürmen, Überschwemmungen und Hitzewellen, die angeblich durch den menschengemachten Klimawandel verstärkt und verursacht werden. Doch wer einen Blick in die historischen Daten wirft, sieht ein anderes Bild. Das Wetter hat sich seit jeher gewandelt, Eiszeiten, Warmperioden, Stürme und Dürren gab es schon lange vor der Industrialisierung. Katastrophen sind keine Erfindung der Moderne.

Interessant ist jedoch: Trotz der angeblich katastrophalen Entwicklung sterben heute weit weniger Menschen an Naturkatastrophen als früher. Laut Daten von Our World in Data und der internationalen Katastrophendatenbank EM-DAT ist die Zahl der Todesopfer seit dem frühen 20. Jahrhundert dramatisch gesunken, von hunderten Opfern pro 100.000 Einwohner auf oft unter 0,2 Opfer pro hunderttausend Einwohner und Jahr. Bessere Warnsysteme, stabilere Gebäude, fortschrittliche Medizin und Anpassung ans Wetter: Die Menschheit hat gelernt, mit dem Wandel besser umzugehen und wird das auch weiterhin tun, ohne dass Panikmache nötig ist.

Technologischer Fortschritt und wachsender Wohlstand waren bei dieser positiven Entwicklung treibend. Wohlhabende Gesellschaften sind resiliente Gesellschaften. Bei den kurzfristigen Risiken sieht das WEF „geoökonomische Konfrontation“ als größte Gefahr, also Wirtschaftskriege. Genau die Wirtschaftskriege, welche die woken Regierungen des Westens selbst vom Zaun gebrochen haben, allen voran mit den Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Konflikts. Diese Maßnahmen haben nicht Russland geschadet, sondern vor allem Europa. Explodierende Energiepreise, forcierte Deindustrialisierung und ökonomischer Verfall sind direkt auf die Politik von EuSSR und der untergeordneten nationalen Regierungen zurückzuführen. Die „grüne“ Energiewende und der Boykott russischen Gases haben vor allem Deutschland und Österreich in die Knie gezwungen. Wer Kernkraftwerke abschaltet, sich von teurem LNG abhängig macht, Verbrenner verbietet und hunderte Milliarden an Windradbetreiber zahlt, der braucht sich über den wirtschaftlichen Niedergang nicht zu wundern.

Ein weiterer Punkt im Report ist die Zerstörung kritischer Infrastruktur als drohende Gefahr. Hier lohnt ein kurzer Blick auf die jüngste Vergangenheit. Die Nord Stream-Pipelines wurden von „Verbündeten“ gesprengt, der Ukraine mit amerikanischer und polnischer Unterstützung. In Deutschland schaltet die eigene Regierung zuverlässige Kraftwerke ab, um ideologische Klimaziele zu erfüllen. Um ganz sicher zu gehen, dass diese auch nie wieder eingeschaltet werden, zerstört die Regierung diese Kraftwerke auch noch. In Berlin gab es Sabotageakte gegen das Stromnetz durch die linke Antifa, einer Antifa, die von der Regierung nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert, bezahlt und unterstützt wird. Mir scheinen die woken westlichen Regierungen auch bei der Zerstörung der Infrastruktur der größte Feind im eigenen Haus zu sein.

In „gesellschaftlicher Spaltung“ sieht das WEF eine weitere Top-Bedrohung. Eine Spaltung, die von den woken Regierungen, die in nahezu jedem relevanten Bereich gegen den Willen der Mehrheit handeln, aktiv befördert wird. Das deutlichste Beispiel ist die Migrationspolitik. Die massenhafte Zuwanderung kulturfremder, gewaltbereiter Menschen aus mittelalterlich-islamisch geprägten Gebieten wird gegen den ausdrücklichen Wunsch großer Teile der Bevölkerung weiter durchgedrückt. Kritiker werden als „rechts“ oder „desinformierend“ abgestempelt.

Genau hier kommt der „Kampf gegen Desinformation“ ins Spiel, die das WEF als zweitgrößtes kurzfristiges Risiko einstuft. Dieser Kampf dient weniger dem Schutz der Wahrheit als vielmehr dem Schutz der woken Regierungen vor der Wahrheit. Es soll vertuscht werden, dass Wirtschaftskriege, Energiekrise, Infrastruktursabotage, gesellschaftliche Spaltung und Inflation die Ergebnisse bewusster und offensichtlich gewollter Politik sind. Die selbsternannten Eliten in Davos und Brüssel wollen weiter an der Macht bleiben, koste es die Bürger, was es wolle. Noch höhere Steuern, noch mehr Regulierung und Zensur, noch weniger Freiheit – alles im Namen von Klima, Ukraine und UnsererDemokratie™. Oder eventuell einer weiteren Plandemie, die zwar weniger prominent als früher, aber trotzdem immer noch auf den Angstprognosen des WEF zu finden ist.

Wenn ich die Angstprognosen des WEF neu schreiben dürfte, würde ich die ersten Top-Fünf-Gefahren für Freiheit, Wohlstand sowie Leib und Leben der Bürger wie folgt zusammenfassen:

  • Supranationale ungewählte Organisationen wie EU, WEF und WHO
  • Die Regierung
  • Die Regierung
  • Die Regierung
  • Die Regierung
(Auszug von RSS-Feed)
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