Die Zeitung The Guardian war schon federführend bei der Verbreitung von Propaganda gegen die säkulare syrische Regierung und hatte maßgeblich mitgeholfen, den westlichen Krieg mit Terroristen für einen RegimeChange zu verkaufen. Der Artikel geht über aktuelle Berichterstattung hinaus, sondern zeigt wieder auf, wie grundsätzlich Kriege vorbereitet werden. The Grayzone und seine Journalisten haben enthüllt, wie [...]
An einem späten Augustabend rollten mein Freund Jonas und ich auf den Roten Platz. Nach drei Wochen und 2.200 Kilometern auf dem Rennrad, die uns vom Brandenburger Tor bis hierher geführt hatten, hatten wir aus eigener Kraft das Herz Russlands erreicht.
Der Auslöser zu der Reise war mein Entsetzen über die geschichtsvergessene Hysterie im Umgang mit Russland. Als das neue Wehrdienstgesetz diskutiert wurde, war mein Fass übergelaufen. Ich beschloss, meinen Widerstand hörbar zu machen, indem ich mit dem Rad von Berlin nach Moskau fahre.
Aus Respekt und in Aufrichtigkeit meinen Vorfahren gegenüber weigere ich mich, mir als Deutscher zum dritten Mal den Krieg einreden zu lassen!
Was waren meine Beweggründe?
Als ich diesen Sommer von einer größeren Reise aus Südamerika nach Deutschland zurückkehrte, musste ich feststellen, dass es in Deutschland keinen nennenswerten Widerstand gegen die aktuelle Politik zu geben scheint. Die Menschen schienen in einer Illusion gefangen. Auf den Straßen beobachtete ich große Demos, unter dem Banner "Kampf gegen rechts" forderte man das Verbot der Oppositionspartei, aber gleichzeitig demonstrierten sie für die uneingeschränkte Toleranz gegenüber Minderheiten.
Dieses Bild war derart surreal vor dem Hintergrund der zunehmenden Kriegsrhetorik der Regierung. Welche von der Gesellschaft forderte, „kriegstüchtig“ zu werden und den Gürtel enger zu schnallen, um militärisch aufrüsten zu können. Zudem forderte man uns junge Männer auf, uns freiwillig bei der Bundeswehr zu melden.
Im Südwesten Deutschlands wuchs ich in friedlichen Zeiten auf. Als Kind brachte man mir bei, in Konflikten das Gespräch zu suchen, um den Streit durch Dialog zu lösen. Im Geschichtsunterricht lernte ich von den Verbrechen der beiden Weltkriege und wie die Bevölkerung systematisch auf die Kriege vorbereitet wurde. Die in den Medien beschriebenen Kriege gleichen nicht der Hölle eines Schlachtfeldes, die ich unmittelbar aus den Erzählungen eines ehemaligen Soldaten erfuhr. Er beschrieb das Schlachtfeld als eine für den Rest seines Lebens traumatisierende Erfahrung. Er sah menschenverachtende Szenen, bei denen Menschen explodierten und Körperteile seiner Kameraden durch die Luft flogen. Seit seiner Rückkehr ist sein Alltag von Panikattacken, nächtlichem Schreien und Wutausbrüchen geprägt. Seine Familie kann ihn seither nicht mehr ertragen.
Meine konsequente Schlussfolgerung daraus ist, dass ich diese Erfahrungen nicht machen möchte! Aus historischer Verantwortung ergibt sich für mich die unabweisbare Pflicht, dass Deutschland in der Welt als Vermittler für Frieden agieren muss. Angesichts der bedrohlichen Lage eines eskalierenden Krieges, erwarte ich von den Politikern dieses Landes, alles daranzusetzen, diesen Konflikt diplomatisch zu entschärfen.
Stattdessen beobachte ich das Gegenteil. Die Bundesregierung verfolgt keine ernsthaften Bemühungen, den Ukrainekonflikt mit Russland über den Weg der Verhandlungen zu lösen. Es wird uns suggeriert, dass Gespräche mit Putin sinnlos seien, dass Frieden zwischen der Ukraine und Russland hauptsächlich durch Bedrohung und „militärische Stärke“ zu erreichen sei. Diese Politik symbolisieren die Worte unseres Außenministers, der Russland grundsätzlich zu unserem ewigen Feind erklärt.
Jeder Konflikt kennt zwei Perspektiven. Die russische Regierung führt diesen Konflikt nicht im Bewusstsein, Unrecht zu haben. Solange wir Putins Handeln vorwiegend moralisierend verurteilen, ohne die Interessen und Sicherheitsdynamiken zu verstehen, besteht die Gefahr, dass dieser Konflikt eskaliert und Deutschland Kampfgebiet wird. Diese Eskalation hätte verheerende Folgen für tausende oder Millionen Menschenleben.
Anstatt von Russland die Einsicht zu erwarten, die dessen eigenes Handeln als moralisch falsch bewertet, müssen wir aus unserer historischen Verantwortung heraus die Rolle des unermüdlichen Vermittlers einnehmen und diesem Konflikt in der Ukraine durch Gespräche und Diplomatie ein Ende setzen.
Welche Erlebnisse hatte ich auf der Reise?
Mit dem Fahrrad zu reisen ist ein Abenteuer, das Begegnungen auf Augenhöhe ermöglicht. Da wir in Zelten in der Natur schliefen und durch kleine Dörfer fuhren, kamen wir mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt und erlebten Russlands Kultur unmittelbar.
Bildquelle: Pablo Krappmann
Das Rad ist langsam genug, um die geografischen Veränderungen bewusst wahrzunehmen, und doch schnell genug, um effizient Strecke zurückzulegen.
Zwei Wochen zuvor fragte ich meinen Freundeskreis nach jemandem, der Russisch spricht, so fand ich Jonas, der bereit für dieses Abenteuer war. Wir hatten zwei Wochen Zeit, das Visum zu beantragen und nötige Recherchen zu betreiben. Vor Wintereinbruch wollten wir zurück sein.
Am 4. August 2025 standen Jonas und ich vollbepackt am Brandenburger Tor und fuhren in Richtung Polen. Entgegen Medienberichten passierten wir die Grenze ohne Kontrolle. An diesem ersten Tag regnete es in Strömen, wir waren bis auf die Knochen durchnässt und es wurde kalt bis unter zehn Grad. Glücklicherweise blieb es der einzige Regentag.
Diese intensive Art zu reisen begeisterte uns, denn es ergaben sich spontane Begegnungen, vor Supermärkten, in Parks beim Frühstück, oder mit anderen Radfahrern, die uns ansprachen und sogar zum Kaffee einluden.
In Białystok standen wir vor verschlossener Grenze zu Belarus, nach 190 Kilometern Umweg und achtstündigem Warten gelangten wir schlussendlich doch noch nach Belarus. Auf dem Weg nach Minsk, erlebten wir saubere, ordentliche Städte, in denen die Menschen höflich und respektvoll miteinander umgingen. Über Couchsurfing übernachteten wir bei einem jungen Paar, das uns durch Minsk führte und mit ihren Freunden zum Essen einlud. Mit ihnen war es unkompliziert, über Politik zu sprechen. Sie beleuchteten unterschiedliche Perspektiven, ohne eine fanatisch zu verteidigen.
Bildquelle: Pablo Krappmann
Einige Tage später wurden wir an der russischen Grenze durchgewunken, ohne Kontrolle unserer Pässe. In Smolensk lud uns ein Radfahrer auf einen Kaffee ein und zeigte uns anschließend die Sehenswürdigkeiten seiner Stadt. Vor Moskau auf dem Land besuchten wir Freunde von Jonas, die uns mit einer großherzigen Gastfreundschaft empfingen, wie ich sie selten in der Form erlebt habe, wir durften einfach da sein ohne Bedingungen.
Am 27. August 2025 rollten wir auf den Roten Platz. Die Hinreise hatte 2.200 Kilometer gefordert und 23 Tage gedauert. Zuvor hatten wir eine Familie gefunden, bei der wir für eine Woche unterkommen durften. So konnten wir uns ausruhen und gleichzeitig Moskau erleben.
Mit den Geschwistern und ihrem Freundeskreis gingen wir Abends aus, zogen als fröhliche Gruppe durch die Straßen, tauschten uns begeistert aus und fanden uns schließlich in einer Wohnung wieder, in der plötzlich gemeinsam gekocht wurde.
Was mich an Moskau begeisterte, waren die außergewöhnlich sauberen Straßen und das modernisierte und hochfrequentierte Metronetz. Die Bahnen fuhren pünktlich, und mit einer preiswerten Fahrkarte kann man das gesamte Netz befahren. Die Metro-Stationen schienen wie individuell gestaltete Kunstwerke, welche makellos gepflegt wurden.
Ebenfalls war ich von dem gesellschaftlichen Umgang beeindruckt. Ungewöhnlich rücksichtsvoll gingen die Menschen miteinander um, Türen wurden aufgehalten, man entschuldigte sich, wenn man sich in die Quere kam. Insgesamt wirkten die Menschen zufriedener und gelassener als in den meisten deutschen Städten.
Frauen und Männer kleideten sich elegant, gingen abends aus, lachten miteinander und ein vielfältiges Kulturangebot reichte von Straßenkünstlern bis zu hochrangig klassischen Darbietungen. So komme ich zu der Erkenntnis, dass sich die Menschen in Moskau als Teil Europas fühlen, verbunden mit einer Kulturgemeinschaft, die politische Gräben zu überwinden vermag.
Bildquelle: Pablo Krappmann
In den Gesprächen beobachtete ich die Kultur des Zuhörens. Gesprächspartner gingen mit einer Ernsthaftigkeit auf das Gesagte ein. Die Tiefe ihrer Fragen offenbarte, dass man sich gedanklich wirklich aufeinander einlässt. Man verzichtete darauf, das Gegenüber von der eigenen Meinung überzeugen zu wollen. Stattdessen schien es erstrebenswert, sich auseinanderzusetzen, um Neues zu verstehen.
Der ernsthaftere Gesichtsausdruck und die zurückhaltende Art nahm ich als respektvolle Umgangsform wahr. Das oberflächlich höfliche Lächeln, das ich aus westlichen Ländern kenne, schien hier eher fehl am Platz. Meine Interpretation ist, dass es dümmlich wirkt.
Uns Deutschen begegnete man durchweg freundschaftlich, obwohl man sich kaum kannte. Die historische Last schien in den zwischenmenschlichen Begegnungen keine Rolle zu spielen. Der Angriffskrieg Nazi-Deutschlands gegen Russland, der sechsundzwanzig Millionen Sowjetbürgern das Leben kostete, wird nicht der deutschen Bevölkerung angelastet, sondern den damaligen Politikern.
Bemerkenswerterweise übertrugen sich auch die aktuellen politischen Spannungen nicht auf die menschliche Ebene. Wir wurden wie Freunde empfangen, hörten sogar gelegentlich positive Worte über die deutsche Kultur. Diese unvoreingenommene Freundschaft, die mir auf Reisen selten begegnet ist, stellt ein stilles aber machtvolles Gegenbild zu der politischen Rhetorik dar.
Welche Erkenntnisse ziehe ich aus der Reise?
Nach weiteren Besuchen in Petersburg kehrte ich am 18. September 2025 über Estland zurück. Im Bus nach Berlin blickte ich auf einen Monat in Russland zurück. Wie hat sich mein Blick auf die politische Spannung verändert?
Es ist offensichtlich, die Russen stehen nicht vor unserer Tür – weder gesellschaftlich noch, meiner Einschätzung nach, politisch. Im Gegenteil, sie sind uns wohlgesinnt.
Umso surrealer wirkt die Realität, in die ich als Dreiundzwanzigjähriger zurückgekehrt bin. Von der Regierung wird mir nun empfohlen, mich beim Militär ausbilden zu lassen, um zu lernen, auf Russen zu schießen. Wenn ich das freiwillig ablehne, werden sie mich dazu zwingen. So das neue Wehrdienstgesetz, es klingt vorerst freiwillig, wenn sich aber nicht genug Freiwillige finden, wird der Dienst verpflichtend, vorausgesetzt das Parlament stimmt zu. So verliert das freiwillige Wehrdienstgesetz seinen zugrunde liegenden freiwilligen Charakter, es ist nur eine Frage der Zeit.
Doch wissen diese Herrschaften nicht, dass ich noch vor Kurzem mit gleichaltrigen Russen bei Kaffee, in freundschaftlichem Gespräch, zusammen saß und wir Kontakte knüpften, die bis heute halten.
Wie soll ich Herrn Außenminister Wadephul ernst nehmen, wenn er mir vom „bösen Russen“ erzählt?
Zwar verstehe ich, dass dahinter die politischen Konflikte stehen. Aber letztlich werden wir Jungen aufeinander gehetzt, weil Politiker nicht mehr miteinander reden können. Ich weigere mich, das diplomatische Versagen einer arroganten politischen Klasse mit meinem Leben zu bezahlen und mich an die Front karren zu lassen, um dort auf Russen zu schießen.
Angesichts der historischen Verbrechen, die Deutschland an Russland begangen hat, verachte ich diesen hysterischen Umgang mit Moskau.
Aus Respekt und in Aufrichtigkeit gegenüber meinen Großeltern und Urgroßeltern lehne ich diese Kriegshetze in Deutschland strengstens ab. Auf den Rücken meiner Vorfahren wurden diese Verbrechen bereits zweimal begangen. Als ihr Nachfahre lasse ich mich nicht vom Dogma der Alternativlosigkeit dieser Kriegstüchtigkeit beeindrucken.
Tief in meinen Wurzeln ist verankert, dass wir Deutschen uns nie wieder in einen Krieg hineinreden lassen dürfen! Mein historisches Erbe verpflichtet mich zum unbequemen Frieden, nicht zum bequemen Krieg.
Ich bin mit dem Rad nach Russland gefahren, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und ihre Perspektive zu verstehen.
Von unserer Regierung erwarte ich mindestens dieselbe Anstrengung, den Dialog mit Russland wiederaufzunehmen. Es geht darum zu verstehen, was sie bewegt, nicht ihr Handeln gutzuheißen. Nur wenn wir ihre Motive begreifen, können wir eine Lösung erarbeiten, die für alle Beteiligten tragbar ist.
Davon bin ich überzeugt, dass nachhaltiger Frieden nur über Dialog zu erreichen ist. Denn früher oder später wird man wieder mit Russland sprechen müssen.
Nicht wir haben der Regierung zu dienen, sondern die Politiker dem Volk. Die Bundesregierung muss im Interesse der Bürger handeln, deshalb fordere ich die Bundesregierung dazu auf, den Dialog mit Russland wiederaufzunehmen, nicht um Kapitulation zu fordern, sondern um eine Zukunft zu verhandeln, in der unsere Völker als Freunde und gute Nachbarn leben können. Denn wir sind nicht verfeindet, wie ich auf der Reise gemerkt habe, wir sind gute Freunde.
Es ist, als wartete dort drüben ein guter Freund auf uns, während wir hier hinter seinem Rücken schlecht über ihn reden. Dieses Mal wird uns die Geschichte beim Wort nehmen. Wir können nicht sagen, wir hätten es nicht kommen sehen. Es ist bequemer, sich konform anzupassen, statt sich aus dem einengenden Meinungskorridor zu befreien und die eigene Stimme zu erheben.
Die Lehre aus unserer Geschichte ist unsere Stärke. Was braucht es noch, damit wir Deutschen uns endlich entschlossen gegen jeden Krieg stellen?
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Dieser Beitrag erschien zuerst am 4. Dezember 2025 auf nachdenkseiten.de.
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: Pablo Krappmann und Freund auf dem Roten Platz in Moskau Bildquelle: Pablo Krappmann
Das vom Sender Auf1 organisierte Treffen der "Alternative Western Ethics Formation" (A-WEF) in Prag ist wohl eine der entscheidendsten Begegnungsstätten der deutschen Aufklärungsbewegung. Die wichtigsten Köpfe finden dort zusammen, um die Chancen für gemeinsames Handeln zu erörtern.
Man sieht am Beispiel des "World Economic Forum" (WEF), welches einer unter vielen global agierenden Think-Tanks ist und zu dem das A-WEF ein Gegenmodell bildet, dass der Grad der Organisation für die Wirkmacht einer Gruppe entscheidend ist. Neben verschiedenen Diskussionsrunden über politische Themen fand am A-WEF 2025 auch ein Planspiel bezüglich des Handelns im Falle eines in Europa ausbrechenden Krieges statt. Die Teilnehmer wurden in fünf Gruppen aufgeteilt. Anwälte, Mediziner, Aktivisten, Journalisten und Strategen berieten über ihr jeweiliges Vorgehen in einem solchen Ernstfall und stellten ihre Pläne zu Kampagnen, Aktionen und Interventionen vor. Ich denke, dass die Pläne zu großangelegten Kampagnen, die dort entwickelt wurden, ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung sind und dringend weiter verfolgt werden sollten, was ich im Folgenden durch ein etwas anderes Planspiel ausführen möchte.
Der Kampf um die Köpfe ist nicht nur einer der Argumente und auch kein rein emotionaler, sondern vor allem auch ein logistischer. Wir sehen, dass die Zahl derjenigen, die sich alternativ informieren, zwar seit Jahren wächst, jedoch verglichen mit der Gesamtbevölkerung immer noch nur einen kleinen Bruchteil darstellt. Dies liegt zum einen an aktiver Zensur durch Internetplattformen, aber auch an der prinzipiellen Blasenstruktur des Internets und der Abgeschlossenheit etablierter Kommunikationsmittel. Man kann nicht erwarten, dass ein Umdenken in der Bevölkerung einsetzt, wenn 90 % derselben überhaupt keinen Kontakt zu den relevanten Medien und Diskussionsräumen besitzen. Das Durchbrechen der Blasen und das Errichten einer alternativen Massenkommunikation sind entscheidende Punkte, denen es sich zu widmen lohnt. Es ist ein zentraler Fakt der Kommunikationstheorie, dass die Quantität der Verbreitung einer Information auch deren Qualität steigert, da sie als wichtiger erachtet wird und eine allgemeine Kenntnis bei Fremden vorausgesetzt werden kann, was für die Gestaltung des gesellschaftlichen Meinungsklimas unabdingbar ist. Meiner Ansicht nach kann nur eine durch das ganze Lager getragene breite Kampagne eine Reichweite sicherstellen, die 100 Millionen Menschen im deutschen Sprachraum erreicht. Ein fiktives Szenario zu einer solchen Kampagne beginnt im Januar 2026 mit der Gründung eines Think-Tanks.
Januar 2026 - Der Think-Tank
Die verschiedenen Alternativmedien und politischen Gruppen entsenden einen Expertenrat zur Gründung eines Think-Tanks, der die Kampagne organisiert, gestaltet und logistisch vorbereitet. Bei der Organisation einer Kampagne zur Massenkommunikation stellen sich drei grundlegende Fragen:
Welches Medium kann verwendet werden?
Welche Botschaft soll übermittelt werden?
Wie soll die Organisation stattfinden?
Die erste Frage beantwortet Stefan Magnet im Video zum A-WEF-Planspiel (Minute 50-52). Auf1 hat mit Hilfe seiner Zuschauer 2 Millionen Flugblätter verteilt und dadurch bis in die Leitmedien hinein Aufsehen erregt. Diese Form der Informationsverbreitung kann durch die Mithilfe der anderen Alternativmedien punktuell zu einer umfangreichen Kampagne ausgebaut werden, die das Potential besitzt, jeden einzelnen deutschen und österreichischen Bürger zu erreichen. Während man von etablierten und reichweitenstarken Medien wie dem Fernsehen oder dem Radio abgeschottet ist und sich im Internet Filterblasen bilden, kann durch massenhafte Verbreitung von Printmedien die gesamte Bevölkerung erreicht werden. Ein Vorhaben, das mit der Größe der Kampagne umso mehr an Effektivität gewinnt, da die Motivation zum Verteilen des Flugblatts mit der Vielgestaltigkeit und der Intensität des Aufrufs wächst.
Was den Inhalt des Flugblatts betrifft, so sollte er auf zwei Komponenten aufbauen. Zum einen sollte es eine kurze medienkritische Botschaft enthalten, die die einseitige und manipulative Berichterstattung der Mainstream-Medien angeprangert. Als zweite Komponente sollte es einen Abschnitt beinhalten, in dem für die beteiligten Alternativmedien geworben wird. Die Kampagne hat also nicht primär die Übermittlung einer inhaltlichen Botschaft zum Ziel, sondern sie ist in erster Linie eine Werbekampagne für das "Produkt" der alternativen Information.
Diese wirtschaftliche Ausrichtung hat den Vorteil, dass die beteiligten Akteure direkt von der Kampagne profitieren, was eine einigende und anspornende Wirkung auf die sich doch noch oft als Konkurrenten sehenden Alternativmedien mit sich bringt. Wie bei der SeitenWechsel-Messe in Halle an der Saale zu beobachten war, hat dieser wirtschaftliche Rahmen das Potential, das ganze Lager zu vereinen, ohne dass sich über Uneinigkeiten bei Sachfragen gestritten wird. Gleichzeitig ist eine solche Ausrichtung der Kampagne auch hinsichtlich der Wirkung auf die Empfänger von Vorteil. Man zielt darauf ab, dass sie dauerhaft ihr Medienkonsumverhalten ändern, anstatt ihnen nur punktuell Aufklärung hinsichtlich eines Detailthemas zu geben.
Bei der Durchführung der Kampagne können die Alternativmedien selbst nur der Initialzünder sein. Die Leistung, welche den Erfolg der Aktion sicherstellt, muss von den Konsumenten der Alternativmedien erbracht werden. Hier sind die Aussagen von Elsa Mittmannsgruber im Video zum A-WEF-Planspiel bei 1:15:30 wegweisend. Sie berichtet von ihren Erfahrungen in Gesprächen mit Zuschauern, welche zwei entscheidende Ergebnisse zutage förderten. Die Zuschauer sind mit der politischen Lage unzufrieden und möchten gerne aktiv werden, wissen aber nicht wie. Außerdem soll die Aktivität möglichst niederschwellig und risikoarm erfolgen und leicht in den Alltag integrierbar sein. Das Verteilen von Flugblättern erfüllt beide Anforderungen, jedoch ist diese Aktionsform nur dann effektiv, wenn sie koordiniert, fokussiert und massenhaft erfolgt. Auf diese Aktivierung der Alternativmedienkonsumenten arbeitet der Think-Tank in Zusammenarbeit mit den Köpfen der Aufklärungsbewegung hin.
August 2026 - Die Kampagne
Im August 2026 senden alle relevanten Alternativmedien einen persönlichen und nachdrücklichen Aufruf an ihre Zuschauer. Die bekannten Gesichter treten vor die Kamera und zeigen den hunderttausenden, oft vereinzelten kritisch Denkenden, dass sie nicht dazu verdammt sind, das Weltgeschehen nur passiv zu verfolgen, sondern dass sie es selbst mitgestalten können. Ihnen wird die Wichtigkeit des Durchbrechens der Blasen erklärt und veranschaulicht, dass ihr koordiniertes Handeln viel in Bewegung setzen kann. Diese Aufrufe lösen eine Massenbewegung aus. Jeder will bei dem historischen Moment dabei sein. Die Flugblätter werden an Abermillionen Haushalte verteilt, darunter Politiker, Prominente und Unternehmer. Das Symbol der Bewegung wird in ganz Deutschland sichtbar. Die Mainstream-Medien diskreditieren die Kampagne mit Kampfbegriffen und Lügen, da das Flugblatt jedoch die Kritik genau dieser Berichterstattung zum Inhalt hat, bestätigen die Leitmedien diese Inhalte durch ihr Vorgehen und verschaffen der Kampagne noch mehr Aufmerksamkeit.
September 2026 - Die Folgen
Die Welle der Kampagne ist abgeebbt und sie hinterlässt das Gefühl, gemeinsam Großes bewirken zu können. Die Zuschauerzahlen der Alternativmedien haben sich massiv erhöht und es wurden bisher komplett unerschlossene Zielgruppen erreicht. Das Gefühl der Medienmacher, Konkurrenten zu sein, schwindet, neue Sponsoren schalten Werbung auf den verschiedenen Kanälen, Prominente, die bisher still waren, geben Interviews bei den Alternativmedien und kritisieren das Meinungsklima in Deutschland. Die Gruppe der Menschen, welche sich unabhängig informiert, wächst stetig und das Flugblatt ist zu einer symbolträchtigen Eintrittskarte in eine Welt abseits des einheitlichen und manipulativen Medienapparats geworden.
Mai 2029 - Der Ernstfall
In den vergangenen Jahren wurden zwei weitere derartige Kampagnen durchgeführt, bei denen man neue Erfahrungen sammeln konnte. Im Mai 2029 tritt ein globales Großereignis ein, das die Regierung nutzt, um die Kontrolle über die Bevölkerung auszuweiten. Die Aufklärungsbewegung ist aufgrund ihrer Erfahrung in der Lage, innerhalb weniger Tage eine Großkampagne auf die Beine zu stellen und massenhaft Informationsmaterial zu verbreiten, was die Regierung letztendlich zum Rücktritt zwingt.
Mitten im Hurrikangebiet fliegen US-Langstreckenbomber bedrohlich nahe an Venezuela vorbei – offiziell nur eine „Übung“. Doch in Wahrheit könnte Washington erneut ein Regimewechsel-Szenario vorbereiten. Von …