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Neuer US-Krieg gegen Iran? | Von Rainer Rupp

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Neuer US-Krieg gegen Iran? | Von Rainer Rupp
Tagesdosis 20260130 apolut
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Neuer US-Krieg gegen Iran? | Von Rainer Rupp

Was bedeutet die neue US-Drohkulisse im Persischen Golf?

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Der ehemalige Top-Analyst der CIA Larry Johnson, der schon seit etlichen Jahren zu einem rigorosen Kritiker der imperialistischen, kriegslüsternden US-Außenpolitik geworden ist, hat gestern, Donnerstag, den 29. Januar 2026, in einem E-Mail-Rundschreiben eindringlich vor der zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines neuen US-Angriffs auf Iran in den nächsten Tagen gewarnt. Sein Schreiben leitete er ein mit den Worten: 

„Aufgrund der jüngsten Äußerungen von Donald Trump und verschiedener Mitglieder der iranischen Regierung und des Militärs steuern wir auf einen neuen Krieg im Persischen Golf zu. Aber es sind nicht nur die Worte, die mich beunruhigen. Wenn man die Gesamtheit der aktuell in der Region zusammengezogenen US-Militärressourcen mit denen vergleicht, die sich vor Israels Überraschungsangriff auf den Iran im Juni 2025 im Persischen Golf befanden, dann ergibt sich ein sehr bedrohliches Bild“, so Johnson.

Nun wäre es nicht das erste Mal, dass die Kriegstreiber in Washington in den letzten Jahren immer wieder mal eine erschreckende Drohkulisse gegen Iran in der Region aufgebaut haben. Wie zum Beispiel in der 2011-2012 Krise, als unter Präsident Obama das Pentagon drei kampfbereite Flugzeugträger-Schlachtgruppen in Reichweite der iranischen Küste zusammengezogen hatte. Aber auch damals – Irans Verteidigungsfähigkeiten waren noch weitaus schwächer als heute – gab es starken Widerstand innerhalb des Pentagons und der Stabschefs der US-Waffengattungen gegen einen Krieg mit Iran, der den US-Streitkräften und der US-Wirtschaft hohe Verluste versprach.

Da Kriege zwischen Staaten nie einfach so aus dem Nichts passieren, wie die West-„Eliten“ in Politik und Medien uns im Fall der Ukraine weismachen wollen, weil Putin eines langweiligen Tages aus einer bösen Laune heraus nichts Besseres zu tun hatte, als einen Krieg anzufangen, weil also jeder Krieg eine Vorgeschichte hat, wollen wir uns auch diese im Zusammenhang des US-Iran-Konfliktes kurz ansehen.

Der politische Hintergrund

Ausschlaggebend für die Entwicklung in dieser Region war die US-Deklaration Anfang der 50er Jahre, dass der Raum um den Persischen Golf „von vitalem Interesse“ für die Sicherheit der Vereinigten Staaten ist. Dies ist die höchst-mögliche Sicherheitseinstufung und bedeutet, dass Washington seither - egal unter welchem US-Präsident – bereit war, sowohl mit sogenannten „verdeckten Operationen“ als auch mit offener militärischer Gewaltanwendung die US-Kontrolle über diese Region mit allen Mitteln zu „verteidigen“. Mit dem US-initiierten Sturz des ersten, demokratisch gewählten, iranischen Ministerpräsidenten Mohammed Mossadek und der anschließenden Einsetzung des US-hörigen, tyrannischen Folterregimes des fake „Schahs von Persien“, des ehemaligen Unteroffiziers „Mohammed Reza Pahlevi“, hatten die USA 1953 mit großer Brutalität ihren Anspruch auf die Beherrschung der Region auch in der blutigen Praxis unterstrichen.

Zuvor hatte Mossadek im Mai 1951 den Briten die Kontrolle über das iranische Öl entrissen und es zum Staatsbesitz erklärt. London bat insbesondere die USA um Hilfe. Washington operierte verdeckt und schickte den CIA-Agenten Kermit Roosevelt, ein Experte in psychologischer Kriegsführung, als Leiter der Operation nach Teheran. Der bestach mit Erfolg die kaiserlichen, iranischen Offiziere. Ein verfrühter Putschversuch der kaiserlichen Garde gegen Mossadek scheiterte jedoch. 

Doch die CIA hatte noch eine zweite Karte im Ärmel, den Generalmajor Mohammed Fazlollah Zahedi. Der putschte erfolgreich. Ergebnis: Mossadek wurde gestürzt, die Öl-Anteile wurden neu sortiert. 40 Prozent für die Britisch Petroleum, 14 Prozent für Royal Dutch Shell, der Rest ging an fünf US-Gesellschaften und einige Anteile an CFP, um Frankreich ruhig zu stellen. Und der von der CIA speziell ausgesuchte Unteroffizier Mohammed Reza Pahlevi wurde zum US-hörigen Schah von Persien gekrönt

Erstmals hatten die USA mit geheimdienstlichen Mitteln im Mittleren Osten eine gewählte Regierung beseitigt und dafür einen Alleinherrscher installiert. Den Briten hatten sie das Öl-Monopol aus der Hand genommen und ihre „vitalen“ Interessen am Golf manifestiert. Obwohl sie diese seither eifersüchtig „verteidigt“ haben, wurde der US-Einfluss im Jahre 1979 mit dem Erfolg der „Islamischen Revolution“ unter Führung des aus dem französischen Exil zurückgekehrten Ayatollah Ruhollah Chomeini in Iran schlagartig beendet, was zum Zorn der Amerikaner bis heute andauert.

Nachdem die US-Amerikaner von den Mullahs aus Iran verjagt worden waren, hatte Washington in den 80er Jahren Iraks Saddam Hussein im Krieg gegen Iran massiv unterstützt. Damals war es den USA nicht nur egal, dass Irak gegen Iran massenweise chemische Waffen einsetzte, sondern die USA hatten Irak sogar mit den für die Herstellung des Giftgases nötigen Mitteln („precursers“) versorgt, wie in Dokumenten von Hearings im US-Kongress im Jahr 1993 festgehalten wurde.

Die militärische Vorgeschichte.

Bereits zu Beginn des Kalten Krieges haben die USA den Iran zu einem Bollwerk gegen die Sowjetunion aufgerüstet. In den Jahren 1947 bis 1969 erhielt Iran US-Militärhilfe in Höhe von 1.4 Milliarden US-Dollar, (ein Vielfaches nach heutigem Wert). Von 1965 bis 1969 lieferten die USA dann Waffen nur noch zu günstigen Krediten und ab 1969 hatte man den Schah so weit, dass er den Ölreichtum des Landes für modernste Waffenkäufe in den USA verschwendete und sogar das im Iran stationierte US-Militär mit fürstlichen Gehältern entlohnte. Nach der enormen Ölpreiserhöhung von 1974 füllten sich auch die Taschen des Schahs, was dazu führte, dass die Waffenkäufe in den USA bis 1979 sprungartig anstiegen. Insgesamt lieferten die USA nach eigenen Angaben bis 1979 Waffen im Wert von 10.7 Milliarden Dollar. Unter Berücksichtigung des US-Consumer Price Index (CPI) in diesen Jahren entspricht das heute knapp 50 Milliarden US-Dollar.

1978 hatten die USA aus Iran die stärkste Macht der Golfregion gemacht, die zugleich die größte US-Militärmission in der Welt hatte, mit 1.500 US-Soldaten. Zudem waren 45.000 US-Militärberater in „Räuberzivil“, oft mitsamt ihren Familien, im Land. Sie alle mussten nach Ajatollah Chomeinis „Islamischer Revolution“ 1979 fluchtartig das Land verlassen. 

Nach der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran durch erboste Studenten brach Washington im April 1980 die diplomatischen Beziehungen mit Teheran ab, womit auch der 1959 gegründete CENTO-Pakt am Ende war. Dem „Zentralen Militärpakt“ (Central Treaty Organisation) gehörten neben den USA und Großbritannien die Türkei, Pakistan und Iran an. Im Anschluss. Nach dem April 1980 war der Einfluss der USA in der Golf-Region kontinuierlich zurück gegangen, bis der erste US-Krieg gegen Irak (1989/90) die Wende brachte. 

Mit dem zweiten Irak-Krieg (2003) und der Besetzung des Landes hatten sich die US-Krieger im Irak eine ähnliche Entwicklung erhofft, wie zuvor im Iran in den Jahren vor 1979, als Ausgangsbasis für die Umsetzung ihres erklärten Ziels, nämlich der Umgestaltung der gesamten Großregion. Damit sind sie aber auf die Nase gefallen. Das Ergebnis war vielmehr, dass der US-Krieg gegen Irak den Einfluss des Iran in der ganzen Region gestärkt hat.

Da nach dem Abzug der Amerikaner aus Iran die amerikanischen Waffensysteme in Teherans Arsenal dominierten, war die Abhängigkeit von US-Ersatzteilen und Technikern enorm. Dadurch wurde das iranische Militär vom US-Embargo ab 1980 so schwer getroffen, dass es sich bis zur Jahrtausendwende noch nicht voll davon erholt hat. Versuche das US-Waffenembargo zu unterlaufen gelangen nur teilweise, wobei der „Iran-Contra-Deal“ eine bedeutende Rolle spielte. Im Rahmen dieses Deals unterliefen die CIA und das Pentagon, mit Unterstützung des Weißen Hauses, die rigorose Embargopolitik des US-Außenministeriums und lieferten über Israel 2.008 moderne TOW Panzerabwehrraketen und 235 Bausätze für Hawk-Luftabwehrraketen an Iran. 

Auch vom siegreichen Vietnam soll Teheran US-Ersatzteile gekauft haben. Aber all dies hat natürlich nicht ausgereicht, um die hochgezüchtete Armee, die der Schah aufgebaut hatte, instand zu halten und zu modernisieren. Notgedrungen setzte die Kannibalisierung der Waffensysteme ein, d.h. intakte System wurden zum Ersatzteillieferant für andere Systeme. Hinzu kamen die hohen Verlustraten im Irak-Iran-Krieg. Mit jedem Jahr wurde der noch einsatzbereite Teil der US-Waffensysteme immer kleiner und Iran wandte sich zunehmend an Russland, China, Nordkorea und andere Quellen, um seine militärischen Fähigkeiten wieder auszubauen und zu modernisieren. 

Trotz strikter westlicher Embargos machte auch Irans einheimische Militärindustrie große Fortschritte. So gehört Iran z.B. bereits seit mehr als 20 Jahren zu den wenigen Ländern der Welt, die schwere Panzer bauen. 

Im 12-Tage Krieg, den Israel letztes Jahr mit massiver US-Unterstützung gegen Iran führte, zeigt sich welche unglaublichen technischen Erfolge Iran in der Raketentechnologie gemacht hat. Aber auch im Bau von Drohnen aller Art, von Aufklärung bis Schwarmangriff hat Iran eine technologische Führungsposition. In ihrer typisch westlichen Überheblichkeit haben sowohl die USA als auch die Israelis diese neuen Fähigkeiten Irans verkannt, z.B. Hyperschall-fähige Mittelstreckenraketen, die mit einer Reichweite von 3000 Km jeden Fleck in Israel erreichen und zudem nicht auf einer berechenbaren ballistischen Kurve fliegen. 

Es waren vor allem diese iranischen Mittelstreckenraketen, die unter strategischen Zielen in Israel schwere Schäden angerichtet haben. Lange hat die Netanjahu Regierung versucht, diese Schäden zu vertuschen, letztlich jedoch vergeblich. Denn inzwischen ist bekannt, dass es Netanjahu war, der angesichts fehlenden Nachschubs für verschossene Luftabwehrraketen und der von iranischen Raketen angerichteten Schäden Präsident Trump bat, einen Waffenstillstand mit Iran auszuhandeln. 

Sollte nun Trump nach einer Pause zum Auffüllen der Reserven tatsächlich an einen neuen Waffengang mit Iran denken, dann wird dieser sicherlich nicht nach einem Tag vorbei sein. Allerdings macht es wenig Sinn, die zahlenmäßige Stärke der Streitkräfte des Iran mit denen der USA zu vergleichen. Weder Anzahl der Flugzeuge, Panzer noch Soldaten der iranischen Armee spielen bei der gegebenen technologischen Überlegenheit der US-Streitkräfte in einem „symmetrischen“ Krieg eine ausschlaggebende Rolle. 

Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass größere Einheiten von US-Landstreitkräften auf iranischem Boden zum Einsatz kommen. Denn das hätte hohe Verluste an Soldaten zur Folge, die für die US-Öffentlichkeit kaum zu verkraften wären, zumal Trumps eigene MAGA-Bewegung in Bezug auf einen Krieg mit Iran gespalten ist. Die Stärke der iranischen Abschreckung gegen einen US-Angriff liegt weniger in den militärischen Fähigkeiten der regulären iranischen Streitkräfte, sondern vielmehr in einem „asymmetrischen“ Krieg das Kampfpotential und den militärischen, aber auch ökonomischen Widerstandswillen der USA und seiner West-Vasallen zu schwächen, z.B. durch die Schließung der „Straße von Hormus“, der Meerenge direkt vor der iranischen Küste, durch die 20 Prozent des Welt-Öl-Konsums transportiert werden. 

Wie eingangs erwähnt, ist die aktuell von Trump aufgebaute Bedrohungskulisse gegen Iran nicht die Erste, allerdings die bisher schwächste: 

2007

Im Februar 2007 waren auf Befehl des damaligen Präsidenten George W. Bush zwei Flugzeugträger-Schlachtgruppen, die Eisenhower und die Stennis, mit ihren Begleitschiffen in den Persischen Golf entsandt worden. Die „Assault (Angriffs)-Gruppe“ unter Führung der Batan war ebenfalls auf dem Weg in den Golf, wo bereits eine weitere „Assault-Gruppe“ lag. Bei einer Assault-Gruppe handelt es sich um 7 Schiffe mit insgesamt 2200 Marine-Infanteristen, Kampfhubschraubern, Harrier senkrecht-startende Kampfbombern und anderem Gerät zur Erstürmung feindlicher Küsten. 

Insgesamt hat Washington im Februar 2007 an die 50 Kriegsschiffe im und um den Golf zusammengezogen. Auch britische Minensuchboote, spezialisiert auf flache Gewässer wie in der Straße von Hormus, sind mit von der Partie. Hunderte von US-Kampfflugzeugen standen in der Region bereit: auf den Flugzeugträgern, auf der riesigen US-Base in Katar, in Bahrein, auf den vier großen US-Luftstützpunkten in Irak, auf Diego Garcia im indischen Ozean und in Afghanistan. Sogar auf der US-Basis Ircelik in der Türkei ist Verstärkung eingetroffen, obwohl die türkische Regierung bereits letztes Jahr erklärt hatte, dass türkisches Territorium nicht für einen Angriff auf Iran bereitsteht.

2012

Anfang 2012, auf dem Höhepunkt einer weiteren erpresserischen US-Forderung gegen Iran, baute Washington erneut eine Drohkulisse auf, diesmal noch größer, mit drei Flugzeugträger-Schlachtgruppen und entsprechenden Begleit- und Landungsschiffen für die Marine-Infanterie. Dieser Einsatz erfolgte vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen wegen neuer US-Forderungen bezüglich des friedlichen iranischen Atomprogramms und der iranischen Drohung, im Konfliktfall die Straße von Hormus zu sperren. Zur Untermauerung ihrer erpresserischen Forderungen positionierte die US-Marine drei Flugzeugträgerkampfgruppen im nördlichen Arabischen Meer und den angrenzenden Gewässern. 

  • Die USS Abraham Lincoln (Carrier Strike Group 9) 
  • Die USS Carl Vinson (Carrier Strike Group 1)
  • Die USS John C. Stennis (Carrier Strike Group 3) 

Bei dem aktuellen Einsatz (Januar 2026) ist bisher nur die Flugzeugträgerkampfgruppe „USS Abraham Lincoln“ mit Begleitschutz im Arabischen Meer angekommen. Und die US-Basen in der Region sind von US-Flugzeugen und Mannschaften geräumt, weil sie leichte Ziele für iranische Raketen wären. Die aktuelle US-Streitkräfte-Aufstellung in der Region ist also bedeutend schwächer als im Jahr 2007 und 2012 und das zu einem Zeitpunkt, zu dem Iran im Vergleich zu den früheren Krisenhöhepunkten, dank eigener Entwicklungen und mit Hilfe und Zukäufen von Russen und Chinesen ungleich stärker dasteht als zuvor und gute Chancen hat, der amerikanischen Flotte einige empfindliche Schläge zu versetzen. 

Mal sehen, ob Trump und seine Mannschaft ebenso vernünftig sind, wie Bush 2007 und Obama 2012 und sich zurückziehen. Oder sich von Zionisten weiter erpressen lassen. Denn wenn Trump sich für einen echten Krieg mit dem Iran entscheidet, könnte dies eine Krise auslösen, die nicht nur seine Präsidentschaft beenden könnte, anstatt die Islamische Republik Iran zu zerstören. 

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: US-Iran-Konflikt

Bildquelle: Shutterstock AI / Shutterstock.com

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Oberstes Gericht Panamas entzieht Hongkonger Firma Lizenz für Kanalbetrieb

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Vorschau ansehen Das Oberste Gericht von Panama hat dem Hongkonger Unternehmen CK Hutchison die Lizenz für den Betrieb des Panamakanals entzogen: Die Gesetze, auf deren Basis CK Hutchison zwei der fünf Häfen des Kanals betreibt, seien „verfassungswidrig“.
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Verkauf von Erdöl an Kuba: Trump droht Staaten mit zusätzlichen Zöllen

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Vorschau ansehen US-Präsident Donald Trump hat Staaten wegen des Verkaufs von Erdöl an Kuba mit zusätzlichen Zöllen gedroht. Die kubanische Regierung stelle eine „außerordentliche Bedrohung“ für die nationale Sicherheit der USA dar, hieß es in einem Dekret Trumps.
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Trump: „Hoffentlich“ kein Angriff auf den Iran notwendig

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Vorschau ansehen Trump hofft, eine Offensive gegen den Iran zu vermeiden, und betont zugleich die Schlagkraft der US-Armee: „Es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten.“
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Trump und Rutte einigen sich auf Grönland-Rahmenabkommen

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US-Präsident Trump und NATO-Generalsekretär Rutte haben sich auf die Grundlagen für ein zukünftiges Grönland-Abkommen geeinigt. Trump zieht daraufhin seine angedrohten Strafzölle gegen europäische Staaten zurück, die für den 1. Februar geplant waren.

Die Vereinbarung umfasst vier Elemente: den Verzicht auf neue Zölle, eine Neufassung des Stationierungsvertrags von 1951 für US-Militärbasen inklusive eines Raketenabwehrsystems namens „Golden Dome", ein US-Mitspracherecht bei Investitionen auf Grönland sowie verstärkte europäische NATO-Engagement in der Arktis.

Trump betont, keine militärische Gewalt anwenden zu wollen, beschreibt die Einigung als „Deal für die Ewigkeit" und unterstreicht Grönlands strategische Bedeutung für die US-Sicherheit. Dänemark und Schweden begrüßen die Ankündigung.

Dänemarks Außenminister Rasmussen lehnt jedoch Verhandlungen über eine Übergabe Grönlands ab und betont, dass eine Lösung die Integrität des dänischen Königreichs und das Selbstbestimmungsrecht der grönländischen Bevölkerung respektieren müsse.

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Maduro-Entführung: Die USA und ihre neue Methode der Rohstoffrauberei

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US-Militär, Geheimdienste, Finanzgiganten und Tech-Konzerne orchestrierten Maduros Entführung — ein offenes Geständnis modernen Rohstoffraubs, bei dem Gewalt, Profit und digitale Macht zur neuen Weltordnung verschmelzen. …

Der Beitrag Maduro-Entführung: Die USA und ihre neue Methode der Rohstoffrauberei erschien zuerst auf Contra24.

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Wurde Maduro verraten und verkauft? | Von Tilo Gräser

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Wurde Maduro verraten und verkauft? | Von Tilo Gräser
Tagesdosis 20260107 apolut
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Wurde Maduro verraten und verkauft? | Von Tilo Gräser

Die venezolanische Führung hat anscheinend nach jahrelangem Wirtschaftskrieg und wachsendem militärischen Druck der USA kapituliert – trotz russischer sowie chinesischer Unterstützung – und aus Selbsterhaltungstrieb den eigenen Präsidenten geopfert.

Ein Kommentar von Tilo Gräser.

Hatte die venezolanische Führung vor dem Angriff der USA in der Nacht zum 3. Januar 2026 bereits kapituliert und die Entführung von Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores als „Bauernopfer“ zugelassen? Stand der Nachfolger von Hugo Chavéz einer Einigung mit Washington noch im Weg, weshalb er „geopfert“ wurde?

Die Leichtigkeit, mit der das US-Militär in Venezuela eindringen und den Präsidenten des souveränen Landes entführen konnte, sorgt für Fragen. Sie widerspricht nicht nur der Tatsache, dass das venezolanische Militär aufgrund seiner zum Teil modernen russischen Ausrüstung als eines der besten in Lateinamerika galt. Sie konterkariert auch die Parolen der Führung unter Maduro von der unbedingten Verteidigungsbereitschaft angesichts des US-Aufmarsches in der Karibik.

Der ungarische Journalist Gábor Stier erinnerte in einem aktuellen Beitrag zum Thema daran, dass im Februar 2022 russische Hubschrauber die ukrainische Grenze überquerten in Richtung des Flughafens Hostomel bei Kiew. Dabei schossen die Ukrainer vier Maschinen ab und vernichteten teilweise eine russische Elite-Luftlandeeinheit beim Kampf um den Flughafen. Russlands Streitkräfte zogen sich einen Monat später aus dem Norden des Landes zurück, erinnert Stier. Im Fall Venezuelas geschah nichts dergleichen, außer einigen Beschädigungen an US-Kampfhubschraubern und verletzten US-Elitesoldaten, wie US-Präsident Donald Trump erklärte – neben mindestens 80 Toten auf venezolanischer Seite, darunter kubanische Spezialkräfte, die Maduro beschützten.

Es gibt Berichte und Informationen, die darauf hindeuten, dass Maduro von seinen eigenen Leuten „geopfert“ wurde, um einen großangelegten US-Angriff auf das geschundene Land abzuwenden. Vermutungen, dass die Maduro-Stellvertreterin und jetzige Interimspräsidentin Delcy Rodríguez eine CIA-Agentin ist, dürften falsch sein. Aber sie scheint eine Rolle im Vorfeld der Blitzentführung des venezolanischen Präsidenten gespielt zu haben – und wird derzeit von den USA, die Venezuela regieren wollen, als Staatschefin akzeptiert. Dagegen erklärte Trump für manche überraschend, dass die Oppositionspolitikerin und „Friedensnobelpreis“-Trägerin Maria Machado für ihn als neue Präsidentin nicht infrage kommt.

In Medienkommentaren wird vermutet, dass Trump einen „Deal mit den alten Eliten“ Venezuelas sucht – den es vielleicht längst gibt. Davon kündet unter anderem ein Beitrag im kolumbianischen Onlineportal Colombia One, der am Sonntag der Frage nachging, ob Rodríguez Maduro an die USA verkauft hat. Berichten vom Herbst 2025 zufolge seien bereits Monate zuvor von Rodríguez und anderen hochrangigen Mitglieder der Führung Venezuelas Vorschläge an die USA gemacht worden, Maduro abzusetzen und bestimmte US-Forderungen zu erfüllen. Ursache dafür seien die Krise des Landes infolge der Sanktionen und des zunehmenden militärischen Drucks der USA, aber auch der Misswirtschaft unter Maduro. Ziel sei es, Veränderungen herbeizuführen, aber ohne das von Hugo Chávez von 1999 bis 2013 aufgebaute politische System grundlegend infrage zu stellen.

Kapitulationsangebote und rhetorischer Widerstand

Das kolumbianische Portal beruft sich dabei auf einen Beitrag der US-Zeitung Miami Herald von Oktober 2025. Demnach haben Rodríguez und andere aus der Führung Venezuelas bei Verhandlungen mit Trumps Sonderbeauftragtem Richard Grenell im vergangenen Jahr Vorschläge für eine Krisenlösung ohne Maduro gemacht. Der Plan sei aber sogar vom venezolanischen Präsidenten gebilligt worden, der bereit gewesen sei, zurückzutreten. Doch der US-Präsident habe das abgelehnt, während er gleichzeitig Grenell weitere Verhandlungen untersagte, um eine militärische Lösung vorzubereiten. Trump habe aber Maduro noch die Möglichkeit angeboten, ins Exil zu gehen, was dieser aber wiederum ablehnte.

Der Colombia One-Beitrag verweist auf Berichte, wonach möglicherweise Kräfte innerhalb des venezolanischen Militärs und Geheimdienstapparates sich von Maduro abwanden. Das könnte entscheidend gewesen sein, da das Militär Maduros Machtstütze war. Zugleich sei die Loyalität an der Spitze in Folge von Sanktionen, wirtschaftlichem Zusammenbruch und der Angst vor zukünftiger Rechenschaftspflicht stetig erodiert.

„Erfahrene Beobachter fügen hinzu, dass Gerüchte über geheime Gespräche mit US-Agenten wichtige Einheiten dazu veranlassten, neutral zu bleiben, was eine einheitliche Verteidigung verhinderte und die Tür für die Entführung Maduros öffnete.“

Es handele sich nicht um bloße Theorien, heißt es in dem Beitrag, „denn das Militär und die venezolanischen Geheimdienste – die wohl besten in Lateinamerika – hatten jahrelang zahlreiche Attentats- und Putschversuche sowohl innerhalb als auch außerhalb Venezuelas vereitelt“. Die Festnahme Maduros durch US-Spezialeinheiten in einer der größten und am besten gesicherten Militärbasen des Landes deute auf einen Verrat hin, „möglicherweise sogar von Seiten hochrangiger Beamter“. Die US-Zeitung New York Times habe berichtet, dass die Aktion monatelang zuvor von der CIA mit Hilfe eines Informanten in Venezuelas Führung vorbereitet worden sei.

Zwar hat die nunmehrige Interimspräsidentin Rodríguez gegen den „barbarischen“ US-Angriff protestiert, Widerstand angekündigt und Maduros Freilassung gefordert. Aber das könnte Rhetorik sein, um die eigene Bevölkerung zu täuschen und ruhig zu halten. So erklärte US-Präsident Trump Berichten zufolge am Samstag nicht nur, dass er bereit sei, mit der bisherigen Führung Venezuelas zusammenzuarbeiten – soweit diese die Forderungen der USA erfülle, besonders was den Zugriff auf den Ölreichtum des Landes anginge. Er berichtete auch von einem Telefonat von US-Außenminister Marco Rubio mit Rodríguez, die erklärt habe, für eine Zusammenarbeit bereit zu sein. Das habe auch Rubio am Sonntag bestätigt, so Colombia One, und erklärt, wenn die US-Bedingungen erfüllt würden, könnten auch die Sanktionen gelockert werden. Zu den „kriegerischen Tönen“ aus Caracas heißt es:

„Auch wenn diese Rhetorik jede Vorstellung einer Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten beiseite zu schieben scheint, sollte man sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen. Selbst wenn es einen Pakt zwischen den Chavisten und der Trump-Regierung geben sollte, ist es schwer vorstellbar, dass Delcy Rodríguez oder andere führende Persönlichkeiten sich offen dem Druck beugen würden. Angesichts der starken Legitimitätskrise des Regimes innerhalb Venezuelas könnte ein Nachgeben gegenüber Trump die Opposition ermutigen und die eigene Unterstützerbasis spalten.“

Maduros Angebote an die USA

Das Doppelspiel wird durch Aussagen der Interimspräsidentin deutlich, die am Sonntag mitteilte, doch mit der Trump-Regierung zusammenarbeiten zu wollen. Sie erklärte Berichten zufolge in einem Online-Post, sie hoffe, „respektvolle Beziehungen“ zum US-Präsidenten aufzubauen. Demnach sagte sie:

„Wir laden die US-Regierung ein, mit uns an einer Kooperationsagenda zu arbeiten, die auf eine gemeinsame Entwicklung im Rahmen des Völkerrechts ausgerichtet ist, um ein dauerhaftes Zusammenleben der Gemeinschaft zu stärken.“

In dem erwähnten Bericht des Miami Herald vom 16. Oktober 2025 hieß es, eine Gruppe unter der Führung von Vizepräsidentin Delcy Rodríguez und ihrem Bruder Jorge, Präsident der Nationalversammlung, habe sich mit einer Reihe von Initiativen Washington als „akzeptablere“ Alternative versucht zu präsentieren. Demnach seien die Angebote mit Hilfe von Vermittlern aus Katar und mit Zustimmung Maduros gemacht worden. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung mit Hilfe der Ölscheichs sei in Folge der zunehmenden militärischen US-Drohungen erfolgt. Die Bemühungen von Caracas, ein Abkommen mit Washington zu erzielen, seien angesichts der Anzeichen, dass die Trump-Regierung bereit war, militärische Gewalt anzuwenden, immer dringlicher geworden, so die Zeitung. Das erwies sich aber aufgrund der harten Haltung Washingtons als erfolglos.

Die New York Times hatte zuvor berichtet, dass venezolanische Regierungsvertreter monatelang vertrauliche Gespräche mit Grenell geführt hatten. Dabei sei es um ein weitreichendes Entgegenkommen von Caracas gegangen: um die Möglichkeit einer Wiederöffnung des venezolanischen Energiesektors für US-Unternehmen, eine Verringerung der Zusammenarbeit mit Russland, China und dem Iran sowie eine Umleitung der Ölexporte in Richtung Vereinigte Staaten zu erörtern. Maduro habe angeboten „alle bestehenden und zukünftigen Öl- und Goldprojekte für amerikanische Unternehmen zu öffnen, amerikanischen Unternehmen Vorzugsverträge zu gewähren, den Fluss der venezolanischen Ölexporte von China in die Vereinigten Staaten umzukehren und die Energie- und Bergbauverträge seines Landes mit chinesischen, iranischen und russischen Firmen zu kündigen“.

Trump bestätigte laut Miami Herald die Angebote aus Caracas – doch sie wurden demnach von Washington abgelehnt. „Eine von Außenminister Marco Rubio angeführte Hardliner-Fraktion setzte sich durch und warnte, dass jede Vereinbarung, die nicht einen Regimewechsel vorsieht, einen Verrat an den demokratischen Prinzipien darstellen würde“, heißt es dazu im Miami Herald-Bericht. In der Folgezeit habe sich angedeutet, dass Trump eine militärische Operation mit Hilfe der CIA vorbereitet.

Die venezolanische Vizepräsidentin Rodríguez bestritt im Oktober letzten Jahres noch jegliches Entgegenkommen gegenüber Washington und bezeichnete die Berichte dazu als „Fake“ und Teil der „schmutzigen psychologischen Kriegsführung gegen das venezolanische Volk“. Doch der Gang der Ereignisse und US-Militäraktion in der Nacht zum 3. Januar könnten sie Lügen strafen. Allerdings sieht alles danach aus, dass die venezolanische Führung keine andere Wahl hatte, wenn sie einen Krieg und eine erwartbare Niederlage des eigenen Landes sowie den eigenen Untergang vermeiden wollte.

Verschleierte Kapitulation

Darauf weist der puertoricanische Autor Miguel Santos Garcia hin, der in einem am Sonntag veröffentlichten Beitrag im Onlineportal Global Research die Frage beantwortete, warum das venezolanische Militär nicht kämpfte. Die Widerstandsrede von Interimspräsidentin Rodríguez könne ein „performativer Akt sein, der streng mit ihrer Seite einer geheimen Vereinbarung übereinstimmt“, schreibt er.

„Ihre öffentliche Wut und ihre Versprechen des Widerstands bieten ihr eine wichtige politische Deckung, die es ihr ermöglicht, ihre Glaubwürdigkeit und Autorität gegenüber der bolivarischen Basis und dem Militär aufrechtzuerhalten, während sie sich privat an die Bedingungen hält, die Maduros Absetzung ermöglichten.“

Diese „kalkulierte Demonstration der Auflehnung“ stelle sicher, dass die überlebende venezolanischen Regierung den Übergang bewältigen und Rodríguez sich als Anführerin des „Widerstands” und „nicht als Kollaborateurin einer ausgehandelten Kapitulation“ positionieren könne. Garcia verweist auf von Trump bekanntgegebene Details der US-Militäraktion, so die massive US-Luftüberlegenheit mit 150 Flugzeugen und die vorherige Zerstörung der venezolanischen Luftabwehrsysteme. Dadurch hätten die Hubschrauber der US-Spezialeinheiten ihr Ziel ungehindert erreicht. Die venezolanische Armee habe ihre Luftabwehrsysteme russischer Bauart nicht gegen den US-Angriff eingesetzt. Der Autor meint dazu:

„Die sorgfältig ausgearbeitete Erzählung eines gewagten Militärangriffs, komplett mit operativen Details und Heldengeschichten, dient einem entscheidenden politischen Zweck: Sie soll das weitaus wahrscheinlichere Szenario einer ausgehandelten Kapitulation Venezuelas verschleiern.“

Die US-Operation sei „mit ziemlicher Sicherheit“ nur durch eine vorherige Vereinbarung mit mächtigen Fraktionen innerhalb der venezolanischen Führung möglich geworden. Trumps Darstellung verschleiere „eine Hinterzimmer-Vereinbarung, bei der die Elite des Regimes, insbesondere im Militär und in den Geheimdiensten, den Präsidenten gegen Garantien für ihre eigene Sicherheit, ihr politisches Überleben und den Schutz vor Strafverfolgung eintauschte“. Dadurch sei „eine potenziell blutige Invasion in einen kontrollierten Übergang verwandelt“ worden, „der sowohl der Invasionsmacht als auch der bestehenden Machtstruktur diente, auf Kosten einer revolutionären Erzählung“.

Garcia schreibt, den venezolanischen Eliten sei am Ende das eigene Überleben sowie das des Landes wichtiger gewesen als das revolutionäre Erbe eines Hugo Chávez. Zugleich geht er auf die Frage ein, warum Venezuelas wichtigste Verbündete China und Russland den US-Angriff nicht verhindern konnten und wollten:

„Die miteinander verflochtenen Fragen, warum Weltmächte wie Russland oder China ihre Partner nicht schützen können und warum lokale Militärs sich manchmal weigern, zu kämpfen, zeigen einen grundlegenden Faktor in den internationalen Beziehungen auf, nämlich dass die Machtkalkulation letztlich lokal, national und zutiefst persönlich ist.“

Instinkt zur Selbsterhaltung

Das venezolanische Militär habe trotz aller theatralischen Übungen und Demonstrationen mit seinen russischen Waffen sowie Unterstützung aus China und Russland keine konventionelle Verteidigung aufgebaut, als es mit der greifbaren Gefahr einer Intervention der USA konfrontiert war. Das habe nicht an Peking und Moskau gelegen, „sondern daran, dass die venezolanische Regierung und das Militär in erster Linie ihrem eigenen institutionellen Überleben und der Stabilität des Staates, den sie verkörpern, verpflichtet waren“. Für hochrangige Offiziere sei ein Krieg gegen die USA „kein gewinnbarer ideologischer Kampf, sondern ein selbstmörderischer Akt“ gewesen, der ihre Vernichtung und den Zusammenbruch der Nation garantieren würde. Garcia stellt klar:

„Für Caracas waren Moskau und Peking Quellen der Widerstandsfähigkeit gegen einen Regimewechsel, nicht Garanten für den Sieg in einem heißen Krieg. Als die ultimative Wahl zwischen Kapitulation und Vernichtung gestellt wurde, entschied sich die lokale Macht für ihren eigenen Erhalt, da sie erkannte, dass ihre Großmachtpartner nicht bereit und wahrscheinlich auch nicht in der Lage waren, für sie einen Weltkrieg zu beginnen.“

Aber auch für China und Russland habe es Grenzen der Unterstützung gegeben, auch wenn für sie „Venezuela ein strategischer Knotenpunkt in einem größeren Wettstreit, ein Brückenkopf in Amerikas Hinterhof, eine Quelle für Energiegeschäfte und ein Symbol des Widerstands gegen die westliche Hegemonie“ war.

„Russland und China schützen ihre Verbündeten, soweit dies ihren strategischen Interessen dient und keine katastrophale Eskalation riskiert. Sie sind keine globalen Sicherheitsgaranten nach dem Vorbild eines gegenseitigen Verteidigungsvertrags wie der NATO. Umgekehrt sind die Streitkräfte von Nationen wie Venezuela keine Söldnertruppen für ausländische Mächte, sondern nationale Institutionen mit einem tief verwurzelten Instinkt zur Selbsterhaltung.“

Fehlender Wille zum Widerstand

Garcia vergleicht das Geschehen in Venezuela mit dem in Syrien Ende 2024, als überraschend islamistische Gruppen Damaskus eroberten. Beide Fälle würden zeigen, dass ein System zusammenbricht, wenn der Wille des Militärs und der Regierungsinstitutionen, sich für den Führer zu opfern, schwinde und sie stattdessen ihrer eigenen Kontinuität oder ihrem Überleben Vorrang einräumen. Die Unterstützung von außen könne das Fehlen eines lokalen Willens zum Widerstand nicht kompensieren. In Syrien wie jetzt in Venezuela sei es zu einer „raschen institutionellen Kapitulation“ gekommen.

Im aktuellen Fall habe der entscheidende Wille des venezolanischen Oberkommandos gefehlt, den Einsatz fortschrittlicher Verteidigungsmaßnahmen anzuordnen, stellt der Autor fest. Die Hauptloyalität der venezolanischen Armee gelte dem Staatsapparat. Als dieser Apparat „entweder durch sein Verschwinden oder durch das Abkommen, das unter dem Ultimatum der USA geschlossen wurde, enthauptet wurde“, sei der institutionelle Wille zum Kampf verschwunden.

„Das venezolanische Militär entschied sich für den Erhalt des Staates statt für einen Krieg für Maduro, genau wie es am Ende das syrische Militär tat, das offenbar eine ähnliche Entscheidung zum Rückzug getroffen hatte.“

Unterdessen hat Interimspräsidentin Rodríguez den Ausnahmezustand in Venezuela ausgerufen und die Polizei zur Jagd auf Kollaborateure angewiesen, wie gemeldet wird. „Ich werde nicht ruhen, bis Frieden und Ruhe für die Republik gewährleistet sind", sagte Rodríguez demnach bei ihrer Vereidigung durch ihren Bruder, den Parlamentspräsidenten Jorge Rodríguez. Die Regierung in Venezuela betrachtet Maduro weiterhin als legitimen Präsidenten, heißt es. Bei dauerhafter Abwesenheit des Präsidenten übernimmt der Verfassung nach dessen Stellvertreter die Amtsgeschäfte. Innerhalb von 30 Tagen sollen dann Neuwahlen angesetzt werden.

US-Präsident Trump, der nun Venezuela selber regieren will, hat sich gegen eine Neuwahl ausgesprochen. „Wir müssen das Land zuerst wieder in Ordnung bringen. Man kann keine Wahlen abhalten“, sagte er am Montag dem Sender NBC News. Und er behauptete, die USA seien nicht im Krieg mit Venezuela, sondern „im Krieg mit Menschen, die Drogen verkaufen“ und „die ihre Gefängnisse in unserem Land leeren und ihre Drogenabhängigen und ihre psychiatrischen Anstalten in unserem Land leeren“.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Delcy Rodríguez (Vize-Präsidentin unter Maduro und derzeitige Interimspräsidentin Venezuelas)

Bildquelle: lev radin / shutterstock

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