
Europas letzter Schlaf vor dem Sturz
“Die Lyrische Beobachtungsstelle” von Anna Zollner.
Was ist los mit den USA? Eigentlich nichts. Sie verhalten sich exakt so, wie sich Imperien immer verhalten, wenn ihr Zenit überschritten und der Abstieg nicht mehr aufzuhalten ist. Nicht moralisch entgleist, sondern machtlogisch konsequent. Sie pfeifen auf Regeln, weil Regeln nur für Aufsteiger nützlich sind. Imperien im Niedergang haben keine Geduld mehr für Maskerade. Sie ziehen die Gewalt offen, weil der Mythos nicht mehr trägt. Wo der Mythos bricht, beginnt die rohe Bilanz. Und ein Imperium lebt nicht von Verträgen, nicht von Moral, nicht von Werten. Es lebt vom Mythos seiner Unbesiegbarkeit. Für die eigenen Kinder. Für die eroberten Gebiete. Für jene, die glauben sollen, Teil von etwas Größerem zu sein.
Solange dieser Mythos funktioniert, liefert das Imperium nach der Eroberung Ordnung, Sicherheit, Recht und Stabilität. Es schafft eine Währung der Abhängigkeit. Mit dieser Währung kauft es Loyalität. Die Eroberten werden zu Helfern des Gewaltapparats, nicht aus Überzeugung, sondern aus Anpassung. Das Imperium delegiert seine Gewalt an jene, die es beherrscht. Ein Imperium lebt von der Ausbeutung seiner „Partner“, die ein Stockholm-Syndrom entwickeln und ihre Unterordnung mit Mitsprache verwechseln. Die USA bilden hier keine Ausnahme. Sie hatten nie Freunde. Sie hatten Interessen. Und diese Interessen hießen immer zuerst amerikanisch. America First ist kein Politikstil, sondern das Ende der Verstellung.
Der Niedergang beginnt nicht mit Überdehnung, sondern mit Fehlfokussierung. Die USA haben den Aufstieg Chinas verpasst, weil sie sich strategisch an Russland festgebissen haben. Zwei Jahrzehnte NATO-Expansion, Regimewechselpolitik, Sanktionen und Eskalationsrhetorik, während Peking Lieferketten, Technologie, Rohstoffe und Märkte gesichert hat. Jetzt dämmert es in Washington. Zu spät. Die BRICS-Staaten sind nicht mehr verhandelbar, sondern strukturell geworden. Der Petro-Dollar, Fundament der amerikanischen Machtprojektion seit den 1970er-Jahren, verliert seine Exklusivität. Wer Öl außerhalb des Dollarraums handelt, wird nicht mehr automatisch bestraft. Das ist kein Detail. Das ist tektonisch.
Was also tun? Pragmatismus ersetzt Ideologie. Konflikte unterhalb der großen Eskalationsschwelle am Köcheln halten. Russland militärisch beschäftigen, ökonomisch binden, moralisch ächten. Nicht besiegen, sondern binden. Parallel dazu die aufstrebenden oder widerspenstigen Partner zurückstutzen. Europa, allen voran Deutschland. Wie? Energieversorgung zerstören, Abhängigkeiten verschärfen, politische Eliten einbinden, Kanzler stellen. Finanzinteressen über Konzerne und Fonds, ideologische Durchdringung über Parteien, Stiftungen, NGOs. Atomisierung der Gesellschaft über Identitätspolitik und Dauererregung. Ein zerstrittenes Land stellt keine Fragen. Wer zerstritten ist, organisiert keinen Widerstand.
Hier erklärt sich auch die Sprengung von Nord Stream. Nicht als irrationaler Akt, sondern als strategischer Schnitt. Die Pipeline war die Hauptschlagader der deutschen Wirtschaft. Billige, planbare Energie war der entscheidende Wettbewerbsvorteil der Industrie. Mit der Zerstörung von Nord Stream wurde dieser Vorteil geopolitisch beseitigt. Ein Industrieland wird absichtlich energieblind gemacht. Deutschland verliert, Energie wird teuer, US-LNG gewinnt Marktanteile.
Diese Logik ist kein Geheimwissen, sondern wird seit Jahren offen formuliert. In einem geleakten Strategiepapier der RAND Corporation wird empfohlen, Russland systematisch zu „überdehnen und aus dem Gleichgewicht zu bringen“ – durch Energiepolitik, Sanktionen, militärische Bindung und Stellvertreterkonflikte. Die Essenz: Russland wirtschaftlich schwächen, militärisch beschäftigen, international moralisch an den Pranger stellen – und den wirtschaftlichen Kollateralschaden für Europa, insbesondere für Deutschland, ausdrücklich in Kauf nehmen. Europa ist nicht Partner, sondern Einsatzmasse.
Die Ukraine spielt in dieser Architektur die Rolle des Bindeglieds: militärischer Vorposten, moralischer Hebel, Dauerkrisenraum. Die Minsker Abkommen dienten nicht der Befriedung, sondern – wie später offen eingeräumt – der verdeckten Aufrüstung der Ukraine. Diplomatie als Zeitgewinn.
Friedensverträge als Ladehemmung für den nächsten Krieg. Parallel dazu das offene Bekenntnis amerikanischer Spitzenvertreter zur Geringschätzung europäischer Interessen – „fuck the EU“ war kein Ausrutscher, sondern Zustandsbeschreibung. Deutschland sollte zahlen: mit teurer Energie, mit Waffenlieferungen, mit Flüchtlingskosten, mit der Belastung seiner sozialen Sicherungssysteme.
Ergänzung:
Der Charakter dieses Vorgehens wurde später offen bestätigt. Angela Merkel räumte ein, dass die Minsker Abkommen nicht als Friedensinstrument gedacht waren, sondern dazu dienten, Zeit zu gewinnen – Zeit für Aufrüstung, Ausbildung und militärische Vorbereitung der Ukraine. Minsk war damit kein gescheiterter Vertrag, sondern ein bewusst gebrochenes Versprechen. Ein Abkommen als taktische Pause, nicht als Lösung. Diplomatie wurde zur Funktion der Kriegsökonomie, Vertrauen zur Wegwerfressource. Der Verrat von Minsk war kein Betriebsfehler, sondern Teil der Architektur.
Das Ergebnis ist kein Betriebsunfall, sondern Wirkungskette: Deindustrialisierung, steigende Sozialausgaben, fiskalischer Druck, Aushöhlung der sozialen Marktwirtschaft. Der Sozialstaat wird nicht reformiert, er wird geopolitisch zerlegt. Ein Standort wird geopfert, um ein Imperium zu stabilisieren.
Dann die Konzentration auf die eigene Hemisphäre. Grönland, Kanada, USA, Mittelamerika, Südamerika. Die alte Monroe-Doktrin, neu lackiert. Venezuela war kein Ausrutscher, sondern ein Testlauf. Rohstoffe, Einflusszonen, Zugriffssicherung. Imperiale Selbstkonsolidierung. Gleichzeitig der Ausstieg aus jenen internationalen Organisationen, die das Imperium selbst einst geschaffen hat, um andere zu binden. Völkerrecht ist ein Werkzeug für Sieger. Sobald es bindet, wird es lästig.
Regeln gelten nur, solange sie nützen.
Venezuela fügt sich hier nahtlos ein. Das Land verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt und ist seit 1914 Förderstaat – lange vor Saudi-Arabien. In den 1930er- und 1940er-Jahren spielte Venezuela für die USA eine Rolle, die später Saudi-Arabien übernahm. Der Bruch kam mit der Verstaatlichung und der Öffnung gegenüber russischen und chinesischen Ölkonzernen. Öl außerhalb des westlichen Einflussraums drückt Preise. Genau das ist für das amerikanische Fracking-Öl toxisch, das dauerhaft hohe Preise benötigt. Venezuela ist kein Problem. Venezuela ist ein Reservekanister. Sanktionen ersetzen hier den Zugriff.
Darüber hinaus fungiert Venezuela als strategische Absicherung für den Ernstfall eines Krieges mit dem Iran. Die Straße von Hormus ist eines der zentralen Nadelöhre der Weltwirtschaft: Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren diese Meerenge.
Eine militärische Eskalation würde den Weltmarkt schockartig verknappen und die Preise explodieren lassen. Die USA wären davon strukturell kaum betroffen. Zwar sind sie heute der größte Ölproduzent der Welt, verbrauchen aber mehr, als sie fördern, und importieren weiterhin einen Teil ihres Bedarfs. Dennoch sind sie nahezu selbstversorgt. Der Ölpreisschock trifft Europa, nicht Amerika. Ein drastischer Ölpreisanstieg wäre für die USA kein Risiko, sondern ein Vorteil: Er stabilisiert die teure Fracking-Förderung und eröffnet zugleich die Möglichkeit, venezolanisches Öl zu hohen Preisen auf den Markt zu bringen. Während Europa Energieknappheit, Inflation und Deindustrialisierung verkraften muss, würde Washington von der Verknappung profitieren.
Die Nachkriegsordnung der UNO mit Vetorecht ist eine Ordnung des Jahres 1945, diktiert von den Siegern, dominiert von den USA. Sie war nie neutral, nur funktional. Jetzt steht sie im Weg. Also wird sie ersetzt durch etwas Unverbindlicheres, Nebulöseres: eine „wertebasierte Ordnung“. Werte sind dehnbar. Werte sind marktfähig. Werte haben Börsenkurse. Die Moral wird privatisiert, die Gewalt verstaatlicht. Das Faustrecht kehrt nicht zurück, weil es nie weg war. Es wird nur nicht mehr verschleiert.
Und Deutschland? Deutschland ist immer noch naiv. Es hat die Erzählung vom großen Bruder geschluckt, der für Frieden sorgt, während er Kriege führt. Es hat geglaubt, Souveränität sei delegierbar.
Es hat seine Energieversorgung geopolitisch entkernt, seine Industrie exponiert, seine Außenpolitik moralisiert und sich dabei für erwachsen gehalten. Deutschland hält Gehorsam für Reife. Jetzt steht es zwischen den Fronten und nennt das Verantwortung.
Die nächste Phase ist bereits sichtbar. Russland, China, Indien werden sich nehmen, was sie brauchen. Nicht aus Bosheit, sondern aus Logik. Autarkie schlägt Moral. Zugriff schlägt Appell. Wer glaubt, diese Welt lasse sich mit Appellen regieren, verwechselt Pressekonferenzen mit Macht. Macht fragt nicht. Macht nimmt.
Die Konsequenz wäre klar, wenn man sie auszusprechen wagte. Europa müsste sich aus den Klammern des Zweiten Weltkriegs lösen. Souverän werden. Autark denken. Strategisch handeln. Keine fremden Truppen mehr als Sicherheitsgarantie, sondern als Risiko. Russland als Nachbar, nicht als Erzählung. Handel und Annäherung statt Frontstaatromantik. Ein freier Markt ohne Blocklogik. Raus aus der NATO, rein in ein defensives, europäisch-eurasisches Sicherheitsbündnis, das Grenzen schützt statt Kriege exportiert. Neutralität ist keine Feigheit, sondern Selbstachtung.
Dafür müsste Deutschland jedoch aufräumen. Mit jenen Strukturen, die systematisch US-Interessen über deutsche stellen. Mit transatlantischen Thinktanks, Einflussnetzwerken, Stiftungen. Mit einer Presse, die zu neunzig Prozent Narrativlieferant statt Kontrollinstanz ist.
Patriotismus müsste rehabilitiert werden als Liebe zur Heimat, nicht als Verdachtsmoment. Wer Heimat delegitimiert, delegitimiert Widerstand. Wer das bekämpft, verrät nicht die Moral, sondern die Souveränität.
Ironischerweise verdanken wir diese Klarheit ausgerechnet der unverhohlenen Politik eines Donald Trump. Seiner völligen Gleichgültigkeit gegenüber europäischer Befindlichkeit. Seiner brutalen Offenheit. Der große Bruder war nie ein Bruder. Er war immer ein Schulhofschläger mit besseren PR-Abteilungen. Jetzt sehen es alle. Nicht weil er ehrlich ist, sondern weil er sich die aufwendige Tarnung nicht mehr leisten kann. Das ist das Aufwachzimmer. Die Frage ist nur, ob Europa danach handelt oder wieder einschläft.
Wenn Europa jetzt wieder einschläft, wird es untergehen. Diesmal gibt es kein Rettungsboot. Kein Marshallplan. Keine schützende Hand von außen. Wer in dieser Phase der Geschichte Bequemlichkeit mit Sicherheit verwechselt, stimmt der eigenen Sterbehilfe zu.
+++
Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
+++
Bild: Fußgänger gehen am 26. November 2018 vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments in Brüssel, Belgien.
Bildquelle: Alexandros Michailidis /shutterstock

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine sogenannte Leitsatzentscheidung veröffentlicht, laut der der Anschlag gegen die Nord-Stream-Pipelines die Souveränität der Bundesrepublik verletzt hat, da die Pipelines in Deutschland endeten und der Gasversorgung Deutschlands dienen sollten. In diesem Zusammenhang schreibt das oberste deutsche Gericht erstmals öffentlich, auf Basis der bisherigen Ermittlungsergebnisse, den Anschlag dem ukrainischen Geheimdienst zu und spricht von einem „fremdstaatlichem Auftrag“. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund unter anderem wissen, welche Konsequenzen die Bundesregierung daraus für den weiteren Umgang mit der Ukraine zieht. Von Florian Warweg.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Hintergrund
Der entsprechende Beschluss des BGH zu den mutmaßlichen staatlichen ukrainischen Tätern des Terror-Anschlags gegen die zivile Energieinfrastruktur Nord Stream 1 und 2 erfolgte bereits am 10. Dezember 2025, wurde aber erst am 15. Januar 2026 veröffentlicht. Zum ersten Mal äußerte sich damit ein deutsches Gericht öffentlich zu den mutmaßlichen Hintergründen des Angriffs auf die Nord-Stream-Pipelines.
In dem Beschluss schreiben die Richter, dass die Explosionen an den Gasröhren höchstwahrscheinlich in „fremdstaatlichem Auftrag“ verursacht wurden. Im weiteren Verlauf des Dokuments wird deutlich, dass das oberste deutsche Gericht mit „fremdstaatlich“ die Ukraine meint.
Der Beschluss erfolgte in Reaktion auf eine Haftbeschwerde der Anwälte von Serhij K., einem ehemaligen Mitglied einer ukrainischen Spezialeinheit. K. war vergangenes Jahr auf Basis eines Interpol-Haftbefehls in Italien festgenommen und an die Bundesrepublik ausgeliefert worden.
„Verfassungsfeindliche Sabotage“
Der Generalbundesanwalt wirft dem Ukrainer „verfassungsfeindliche Sabotage, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und Zerstörung von Bauwerken“ vor. Dass K. zum Zeitpunkt des Terroranschlags gegen Nord Stream Mitglied des ukrainischen Spezialkräftekommandos war, bestätigt unter anderem ein Schreiben des Verteidigungsministeriums vom 21. November 2024 an den Menschenrechtsbeauftragten des ukrainischen Parlaments. Darin heißt es, Serhij K. habe vom 10. August 2022 bis zum 28. November 2023 in der Einheit A0987 als Hauptmann gedient. Die Kennung A0987 steht für das Spezialkräftekommando der ukrainischen Armee. Auch der damalige Kommandeur der Einheit bestätigt dies.
Die Verteidiger von K. hatten gegenüber dem BGH argumentiert, unabhängig davon, ob er an der Tat beteiligt gewesen sei, würde den mutmaßlichen Tätern eine sogenannte „funktionelle Immunität“ zustehen. Denn, so die Argumentation, die Zerstörung der Pipelines, in deren Bau deutsche Unternehmen Milliarden-Summen investiert hatten, sei Teil der Kriegshandlungen zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation gewesen. Schädigungen an für Russland wichtiger ziviler Infrastruktur seien damit nach internationalem Recht erlaubt. Weiter heißt es in der Haftbeschwerde, die Pipelines seien in internationalen Gewässern angegriffen worden und folglich ein legitimes militärisches Ziel, da Russland damit „seinen Angriffskrieg“ finanziert hätte.
BGH-Richter: Nord-Stream-Pipelines waren kein legitimes militärisches Ziel und Angriff verletzte Souveränität Deutschlands
Doch der Bundesgerichtshof widersprach dieser Argumentation: Serhij K. habe kein Anrecht auf Immunität, da die Pipelines im Gegensatz zur Darstellung seiner Anwälte kein legitimes militärisches Ziel gewesen seien. Nord Stream 1 und 2 hätten „vorrangig zivilen Zwecken“ gedient. Zudem sei von einer geheimdienstlichen Operation auszugehen, in der K. nicht als Kombattant erkenntlich gewesen sei. Die Souveränität der Bundesrepublik, so die Richter des in Karlsruhe ansässigen dritten Strafsenats des BGH, sei direkt von der Tat berührt, da die Nord-Stream-Pipelines in Deutschland endeten und der Gasversorgung der Bundesrepublik dienen sollten.
Auszug aus dem Wortprotokoll der Regierungspressekonferenz vom 21. Januar 2026
Frage Warweg
Der Bundesgerichtshof hat am 15. Januar eine sogenannte Leitsatzentscheidung veröffentlich, in der er den Anschlag gegen die Nord-Stream-2-Pipelines auf Basis der bisherigen Ermittlungsergebnisse dem ukrainischen Geheimdienst zugeschrieben hat und von einem fremdstaatlichen Auftrag spricht. Mich würde auch angesichts der ganzen Ausführungen hier gerade interessieren, welche Konsequenzen die Bundesregierung aus dieser Darlegung des Bundesgerichtshofs zieht, was die weitere Zusammenarbeit mit der Ukraine angeht.
Vize-Regierungssprecher Meyer
Ich weiß nicht, ob Ihre Interpretation, die in der Frage enthalten war, zu hundert Prozent richtig ist.
Zusatz Warweg
Darin war keine Interpretation.
Meyer
Aber wir haben in der Vergangenheit auf die zuständigen Behörden verwiesen, wo entsprechende Untersuchungen und Ermittlungen laufen. Wir als Bundesregierung werden uns weiterhin genau so verhalten und an die zuständigen Stellen verweisen.
Zusatzfrage Warweg
Aber hat die Bundesregierung nicht Angst, dass sie damit der ganzen Welt kommuniziert: „Ihr könnt das bislang teuerste Energieinfrastrukturprojekt Europas wegknallen, und wir werden daraus keine Konsequenzen ziehen“? Das wird vielleicht auch andere staatliche Akteure zu der Überzeugung bringen, dass Deutschland das mit sich machen lasse.
Meyer
Diese Interpretation weise ich wiederum wirklich in aller Klarheit zurück. Es wäre abseitig, das anzunehmen.
Zuruf Warweg
(ohne Mikrofon, akustisch unverständlich)
Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz
Anstehender Verkauf von Nord Stream 2 und die Vogel-Strauß-Taktik der Bundesregierung
Parlamentarischer Untersuchungsausschuss deckt auf: Einsatz von US-Agenten gegen Nord Stream 2
Vortrag von Florian Warweg: „Nord-Stream-Terroranschlag – Wer ist verantwortlich?“
Der Bundesgerichtshof wies die Haftbeschwerde von Kuznetsovs Anwälten zurück, der als Beschuldigter in Untersuchungshaft sitzt. Funktionelle Immunität könne für„geheimdienstlich gesteuerte Gewaltakte“, die verdeckt ausgeführt werden, nicht geltend gemacht werden. Es könne sich auch um ein Kriegsverbrechen handeln.
Der Beitrag BGH sieht Nord Stream-Anschläge als „Sabotageakt im Auftrag eines Geheimdienstes eines fremden Staates“ erschien zuerst auf .

Ukraine und Nord Stream als Instrumente einer neuen US-Interessenpolitik
Ein Meinungsbeitrag von Alvaro Zapata.
Die RAND-Studien Extending Russia: Competing from Advantageous Ground (2019) und Overextending and Unbalancing Russia: Assessing the Impact of Cost-Imposing Options, beide maßgeblich verantwortet von Brent D. Williams für die RAND Corporation, verfolgen eine klare strategische Logik: Russland soll nicht militärisch besiegt, sondern systematisch überdehnt werden. Ziel ist es, Moskau in politische, wirtschaftliche und militärische Reaktionen zu zwingen, die langfristig mehr Kosten verursachen, als das Land tragen kann. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Stabilität oder Deeskalation, sondern um das Ausnutzen struktureller Schwächen Russlands aus einer vermeintlich überlegenen Ausgangsposition des Westens.
Zentraler Hebel ist die Energiepolitik. Russland wird als rohstoffabhängige Volkswirtschaft beschrieben, deren Staatshaushalt maßgeblich von Öl- und Gaseinnahmen abhängt. Die Studien empfehlen daher, diese Einnahmen gezielt zu unterminieren, unter anderem durch die Abkopplung Europas von russischer Energie, den Ausbau alternativer Lieferketten wie LNG und die bewusste Inkaufnahme höherer Energiepreise für europäische Staaten. Dass diese Maßnahmen Europa wirtschaftlich schaden, wird nicht bestritten, sondern ausdrücklich als hinnehmbar bewertet, solange der relative Schaden für Russland größer ausfällt. Europa erscheint in dieser Logik nicht als eigenständiger Akteur, sondern als geopolitischer Raum, dessen ökonomische Belastbarkeit strategisch eingesetzt werden kann.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sicherheitspolitischer Provokation unterhalb der Kriegsschwelle. Die Ausdehnung westlicher Bündnisse, insbesondere der NATO, die militärische Unterstützung von Russlands Nachbarstaaten und die politische Einbindung postsowjetischer Länder in westliche Strukturen sollen Russland zu kostspieligen Gegenmaßnahmen zwingen. Dabei wird offen benannt, dass dies Eskalationsrisiken birgt, diese Risiken jedoch kalkuliert und akzeptiert werden. Die Ukraine wird in diesem Zusammenhang nicht als eigenständiges politisches Subjekt behandelt, sondern als strategischer Hebel, um Russland dauerhaft zu binden, Ressourcen umzulenken und sicherheitspolitisch unter Druck zu setzen.
Ergänzt wird diese Strategie durch Maßnahmen der Informations- und Narrativpolitik. Russlands internationales Ansehen soll weiter beschädigt, seine politische Ordnung delegitimiert und seine außenpolitische Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden. Auch hier geht es nicht um Dialog oder Einbindung, sondern um Isolierung und Reputationsschäden als Teil eines umfassenden Druckszenarios.
Die Quintessenz beider Studien ist eindeutig: Frieden ist kein Zielparameter, sondern ein Störfaktor. Stabilität wird nicht angestrebt, sondern als Ergebnis einer erfolgreichen Überdehnung Russlands in Aussicht gestellt. Wirtschaftliche Schäden für Verbündete, insbesondere für Europa und Deutschland, werden nicht als strategisches Problem betrachtet, sondern als akzeptabler Preis im Wettbewerb um globale Vorherrschaft. In dieser Logik ist Europa Einsatzraum, nicht Partner, und Energieabhängigkeit kein Risiko, sondern ein Instrument.
All das wurde bereits 2019 in einem offiziellen Strategiepapier eines US-Thinktanks zusammengefasst – lange vor dem Ukrainekrieg, lange vor der Nord-Stream-Sprengung, lange bevor diese Entwicklungen öffentlich als „Reaktion“ oder „Notwehr“ verkauft wurden.
https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/research_reports/RR3000/RR3063/RAND_RR3063.pdf
+++
Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
+++
Bildquelle: RAND Corporation


Analyse der neuen National Security Strategy
Ein Standpunkt von Michael Hollister.
1. Der Bruch, den niemand sehen will
Es ist eine Zäsur von historischem Ausmaß – und niemand redet darüber. Während deutsche Politiker über „Kriegstüchtigkeit" und „Siegfähigkeit" fantasieren, haben die Vereinigten Staaten längst eine neue strategische Realität geschaffen: Europa ist für Washington kein Partner mehr, sondern ein Risiko. In der neuen National Security Strategy (NSS) der USA, analysiert von Ex-UN-Inspektor Scott Ritter, wird Europa nicht nur auf die Ersatzbank gesetzt – es wird als ideologischer Gegner bezeichnet, als Bedrohung für die amerikanischen Interessen und Werte.
Wer jetzt noch von transatlantischer Freundschaft spricht, hat das Memo nicht gelesen – oder will es nicht verstehen. Denn was hier formuliert wird, ist eine kalte strategische Abrechnung: Die USA wenden sich ab. Nicht abrupt, nicht militärisch. Sondern planvoll, mit maximaler Wirkung. Erst energetisch entkoppeln. Dann wirtschaftlich entwerten. Und am Ende politisch isolieren. Was bleibt, ist ein Kontinent, der sich selbst überschätzt, sich für unersetzlich hält – und dabei nicht einmal mehr als verlässlicher Verbündeter gilt.
Es ist ein Bruch, der nicht kommen wird.
Er ist bereits da.
2. Der strategische Doppelschlag: Erst schwächen, dann fallen lassen
Was Washington mit Europa macht, folgt keiner Laune. Es ist ein strategischer Doppelschlag – und er sitzt.
Erster Schlag: Energetische und wirtschaftliche Entkopplung.
Mit der Sabotage von Nord Stream – über deren Urheberschaft kein ernstzunehmender Analyst mehr Zweifel hat – wurde Deutschland das Rückgrat seiner Industrie gekappt. Der Verlust billiger russischer Energie hat nicht nur die Produktionskosten explodieren lassen, sondern auch Investitionen, Standorte, ganze Wertschöpfungsketten aus dem Land getrieben. Nicht Russland, nicht China – die USA haben Europa ökonomisch entwaffnet. Mit voller Absicht.
Zweiter Schlag: Politische Abwertung und Entsorgung.
Kaum ist Europa energetisch abhängig von amerikanischem LNG, kommt der nächste Tritt – diesmal auf diplomatischer Ebene. Die neue National Security Strategy macht klar: Europa ist kein unverzichtbarer Partner mehr. Wörtlich heißt es, es sei
„alles andere als offensichtlich, ob bestimmte europäische Länder über Volkswirtschaften und Streitkräfte verfügen werden, die stark genug sind, um verlässliche Verbündete zu bleiben."
Europa ist, aus Sicht der USA, nicht mehr strategischer Aktivposten – sondern Sicherheitsrisiko, Ideologie-Problem, Bündnislast.
Die Reihenfolge ist entscheidend: Erst Stecker ziehen – dann mit den Schultern zucken.
Was wie ein brutales Kalkül klingt, ist es auch. Die USA sichern ihre Vormacht im globalen System, indem sie potenzielle Gegenspieler frühzeitig neutralisieren. Deutschland, einst geostrategisch prädestiniert für Vermittlung, Unabhängigkeit und wirtschaftliche Stärke, wurde zum nützlichen Idioten, zur burned asset. Und der Rest Europas gleich mit.
3. Europa als ideologischer Feind
Es ist ein Bruch mit jahrzehntelanger Rhetorik: Nicht Russland, sondern Europa wird in der neuen US-Sicherheitsstrategie als ideologisches Problem benannt. Genauer: die EU-Eliten, transnationale Institutionen, der globalistische Machtapparat – sie alle vertreten aus Sicht Washingtons inzwischen ein Wertesystem, das mit dem amerikanischen Freiheitsverständnis unvereinbar sei.
„Europe has become a source of ideologies incompatible with US notions of freedom." (Zitat aus dem NSS laut Scott Ritter) (3)
Konkret heißt das: Die USA sehen sich nicht mehr im Wertebündnis mit Brüssel, Berlin oder Paris. Stattdessen beklagen sie Zensur politischer Opposition, den Verlust nationaler Identitäten, eine absinkende Geburtenrate, Entwurzelung durch Migration und eine politische Klasse, die Demokratie nur noch als Fassade betreibt.
Ritter nennt das klar: ein ideologischer Krieg. Nicht gegen Europa als Kontinent, sondern gegen jene, die ihn in Richtung autoritärer Technokratie lenken. Gegen jene, die Meinungsfreiheit einschränken, digitale Überwachung einführen und patriotische Bewegungen als Gefahr brandmarken. Für Washington ist das nicht mehr Teil einer liberalen Ordnung, sondern Teil eines Problems, das den Westen selbst zerstört.
Europa sei „fundamental inkompatibel mit amerikanischen Interessen und Werten", heißt es in der NSS.
Und während deutsche Medien weiter vom transatlantischen Schulterschluss träumen, haben die USA längst umgeschaltet: Sie setzen auf bilaterale Deals, auf nationale Souveränität, auf Eigenverantwortung – und stellen sich gegen jene, die in Europa eine gleichgeschaltete Verwaltung ohne demokratisches Fundament errichten wollen.
Die neue Linie ist klar:
Weniger EU – mehr Europa.
Aber eben eines, das wieder weiß, wer es ist.
4. Der Ukrainekrieg als Trennlinie
Der Krieg in der Ukraine war lange Zeit das symbolische Band, das den Westen zusammenhalten sollte: „Demokratie gegen Autokratie", „Freiheit gegen Diktatur", „Europa gegen Russland". Doch genau hier zieht die neue US-Doktrin eine rote Linie – gegen Europa.
Während Berlin, Brüssel und Warschau weiter auf Eskalation setzen, sieht Washington den Krieg längst als strategische Sackgasse. In der NSS heißt es offen, dass das Ziel nun sei, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, um europäische Volkswirtschaften zu stabilisieren, Eskalationsrisiken zu minimieren und eine neue strategische Balance mit Russland zu finden.
Kurz: Diplomatie statt Dauerkrieg.
Europa sieht das anders – und genau das ist der Bruch.
„The Trump Administration finds itself at odds with European officials who hold unrealistic expectations for the war perched in unstable minority governments."
(laut Ritter-Zusammenfassung)
Mit anderen Worten: Die USA werfen Europa vor, den Krieg unnötig zu verlängern, eine politische Lösung zu blockieren und den Kontinent dabei wirtschaftlich wie gesellschaftlich zu ruinieren.
Die Regierungen, so die NSS, seien instabil, antidemokratisch und unfähig zur Kurskorrektur – Zitat:
„subversion of democratic processes".
Und dann fällt der Satz, den Ritter wie eine geopolitische Handgranate in den Raum wirft:
„Russia is not the enemy. Europe is." (4)
Diese Aussage markiert das Ende der transatlantischen Einheit. Denn wenn Russland nicht mehr Feindbild Nummer eins ist – was ist dann der Sinn der NATO, der Sanktionen, der Waffenlieferungen?
Antwort: Es gibt keinen mehr.
Die USA haben das begriffen.
Europa nicht.
5. Die neue US-Achse: Bilaterale Deals statt westliche Allianzen
Die Zeiten der großen Bündnisse sind vorbei – zumindest aus Sicht der USA. Die neue National Security Strategy zieht einen klaren Schlussstrich unter das Konzept globaler Allianzen nach dem alten Muster: Multilateralismus, Normexport und institutionelle Verflechtung werden durch bilaterale Zweckpartnerschaften ersetzt. Nicht mehr Loyalität zählt, sondern Leistungsfähigkeit und strategischer Mehrwert.
Das nennt sich in der NSS: „Flexible Realism".
„US policy will be realistic about what is possible and desirable in its dealings with other nations." (Zitat aus dem Dokument laut Ritter)
Der ideologische Überbau früherer Jahrzehnte – Demokratie, Menschenrechte, westliche Wertegemeinschaft – wird beerdigt. Die USA erklären offen, dass sie auch mit Staaten kooperieren wollen, deren Systeme und Gesellschaften sich stark von den eigenen unterscheiden. Entscheidend ist: Wer nützt den amerikanischen Interessen? Wer liefert? Wer steht nicht im Weg?
Europa fällt in dieser Logik durch. Es ist:
Stattdessen öffnen sich neue strategische Fenster:
Brasilien. Indien. Saudi-Arabien. Israel. Polen. Japan.
Dort gibt es Wachstum, militärischen Willen, geopolitische Ambition – und kein moralisches Theater.
Die USA bauen sich gerade eine neue Achse pragmatischer Machtbeziehungen, bei der Europa bestenfalls ein Zuschauer ist. NATO? Wird nicht aufgelöst – aber auch nicht mehr ernst genommen. EU? Kein zentraler Ansprechpartner mehr. Deutschland? Energetisch am Tropf, wirtschaftlich auf Schrumpfkurs, politisch in der Krise.
Washington macht klar:
„Wir helfen, wo es sich lohnt. Wir gehen, wenn es uns nicht mehr nützt."
Europa darf zusehen.
Oder aufwachen.
6. Deutschland kriecht – und merkt es nicht
Während die USA Europa fallenlassen, kriechen deutsche Politiker auf den Knien hinterher. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der Olaf Scholz nach der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025 ablöste, verkündete am 9. Dezember 2025 bei einem Antrittsbesuch in Rheinland-Pfalz:
„Ihr braucht auf der Welt auch Partner, und einer der Partner kann Europa sein. Und wenn Ihr mit Europa nichts anfangen könnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner."
Das ist nicht mehr Staatskunst. Das ist Unterwerfung.
Merz versteht nicht, dass die USA genau das getan haben: Sie haben Europa als Ganzes abgeschrieben – und Deutschland gleich mit. Die „heiße Kartoffel" wird fallen gelassen, und Berlin rennt hinterher, um sie aufzufangen.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) kommentierte auf X (ehemals Twitter): (12)
„Mal wieder ein verheerend unkluger Satz von Bundeskanzler Merz in Zeiten, in denen ein geeintes Europa so wichtig ist wie nie zuvor. Merz wollte in Europa führen und schert jetzt aus, wenn's eng wird. Das ist verantwortungslos. Trump lacht sich ins Fäustchen."
Die neue US-Doktrin ist klar: Bilaterale Deals nur mit jenen, die strategischen Mehrwert bringen. Deutschland, energetisch kastriert, wirtschaftlich schrumpfend, militärisch zahnlos, gehört nicht dazu.
Die USA haben Deutschland als strategische Verfügungsmasse abgehakt.
Merz hat es nur noch nicht begriffen.
7. Fazit: Europa steht allein da
Europa hat sich verzockt.
Zuerst folgte es blind dem transatlantischen Kurs gegen Russland – und ließ sich wirtschaftlich von den USA entkoppeln. Dann versuchte es, die Rolle des moralischen Weltlehrers zu übernehmen – während die eigene Demokratie schleichend entkernt wurde. Jetzt stellt Washington fest:
Dieses Europa ist kein strategischer Partner mehr.
Die neue US-Sicherheitsdoktrin sagt es offen:
Der Bruch ist da. Nur die Europäer merken es nicht.
In Berlin wird weiter von „Führungsmacht" geträumt, während die Realität darin besteht, dass man militärisch entwaffnet, wirtschaftlich ausgehöhlt und politisch fremdbestimmt dasteht – unfähig zur Selbstbehauptung, unfähig zur Selbstkritik.
Was jetzt bleibt, ist ein Kontinent ohne Rückhalt:
Wer nicht versteht, dass die transatlantische Epoche zu Ende geht, wird im geopolitischen Niemandsland aufwachen.
Was tun?
Europa muss sich ehrlich machen. Keine transatlantischen Illusionen mehr. Keine Vasallentreue. Stattdessen:
Die USA haben Europa den Stecker gezogen. Jetzt muss Europa lernen, ohne Stützräder zu fahren.
Oder es wird zur geopolitischen Verfügungsmasse zwischen Washington, Moskau und Peking.
Abschluss
Es ist Zeit, sich ehrlich zu machen:
Nicht Russland hat Europa den Stecker gezogen.
Nicht China hat Europa kolonialisiert.
Die USA haben Europa als Werkzeug benutzt – und nun entsorgt.
Wer das nicht sehen will, sollte diesen Artikel noch einmal von vorne lesen.
Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.
+++
(1) Scott Ritter „The US Declares War on Europe“
Analyse der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA (NSS), veröffentlicht am 10. Dezember 2025.
(2) Zitat: „It is far from obvious whether certain European countries will have economies and militaries strong enough to remain reliable allies."
→ Scott Ritter, „The US Declares War on Europe“, 10. Dezember 2025, S. 1
(3) Zitat: „Europe has become a source of ideologies incompatible with US notions of freedom."
→ Scott Ritter, „The US Declares War on Europe“, 10. Dezember 2025, S. 2
(4) Zitat: „Russia is not the enemy. Europe is."
→ Scott Ritter, „The US Declares War on Europe“, 10. Dezember 2025, S. 4
(5) Rand Corporation (2019) „Overextending and Unbalancing Russia“
Strategiedokument zu Maßnahmen der geopolitischen Eindämmung Russlands – inkl. Energiepolitik, NATO-Expansion, Medienkontrolle.
Verfügbar unter: https://www.rand.org/pubs/research_reports/RR3063.html
(6) Zbigniew Brzezinski (1997) „The Grand Chessboard – American Primacy and its Geostrategic Imperatives“
Grundlagentext zur US-Strategie gegen eurasische Allianzen Berlin–Moskau–Peking.
ISBN: 978-0-465-02725-5
(7) Seymour Hersh (2023) „How America Took Out The Nord Stream Pipeline“
Investigativer Bericht zur US-Verwicklung in die Nord-Stream-Sabotage.
(8) National Security Strategy der USA (offizielles Dokument)
Originaltext (englisch) der NSS, veröffentlicht durch das Weiße Haus.
https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Strategy.pdf
(9) Handelsblatt (2025)
„Das sind die für Europa wichtigsten Teile der neuen US-Sicherheitsstrategie"
https://www.handelsblatt.com/politik/international/usa-das-sind-die-fuer-europa-wichtigsten-teile-der-us-sicherheitsstrategie/
(10) Deutschlandfunk (2025)
„Neue US-Sicherheitsstrategie: Europa nicht mehr erste Priorität"
https://www.deutschlandfunk.de/usa-sicherheitsstrategie-europa-eu-nato-russland-100.html
(11) Euronews (10. Dezember 2025)
„Kritik an Merz: Wenn nicht Europa, 'dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner'"
https://de.euronews.com/2025/12/10/kritik-merz-wenn-nicht-europa-dann-deutschland
(12) Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP)
Post auf X (ehemals Twitter), 9. Dezember 2025, 19:39 Uhr
https://x.com/MAStrackZi/status/1998371927417888967
+++
Michael Hollister analysiert seit vielen Jahren die globalen Machtstrukturen hinter Politik und Wirtschaft. Sein Schwerpunkt liegt auf geopolitischen Strategien, einflussreichen Netzwerken und den historischen Wurzeln heutiger Konflikte.
+++
Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
+++
Bild: Das Krisenkonzept der EU und der USA als „Broken Rope“ wurde mit Nachdruck erweitert und zu einer Metapher der Entkopplung für den Druck auf die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Brüssel und Washington betont.
Bildquelle: Lightspring / shutterstock
