„Die zentrale Planung für eine erzwungene Energiewende führte vor zwei Jahren in Texas zu dem Fiasko aller Fiaskos. Es ist Zeit für eine neue Ära der US-amerikanischen Strompolitik, die auf marktwirtschaftlichen Prinzipien beruht.“
Elektrizitätsexperten der University of Texas in Austin haben kürzlich den großen Stromausfall in Texas im Februar 2021 erneut untersucht. Der Meinungsbeitrag mit dem Titel „ Zwei Jahre nach dem historischen Kälteeinbruch ist Texas zunehmend anfällig für Kälteeinbrüche – und es gibt mehr Lösungen als nur den Bau von Kraftwerken “ ( The Conversation ) verteilt die Schuld und empfiehlt mehr staatliche Planung, nicht weniger.
Die Autoren wollen das Wind- und Solarenergie den Markt weiterhin dominieren und den Verbrauch in Haushalten und Unternehmen (über „smart meters“ Stromzähler) regulieren, um das Stromnetz zu entlasten. Doch das führt unweigerlich zu Eingriffen in die Privatsphäre, Unannehmlichkeiten, Ärger und Konflikten. Dabei wird die logische Alternative der Privatisierung des staatlichen Stromnetzes außer Acht gelassen, um die richtigen Anreize für eine zuverlässige und bezahlbare Stromversorgung zu schaffen.
Derzeit wird das Stromnetz, das 90 Prozent des Bundesstaates abdeckt, vom staatlichen Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) verwaltet. Die Stromzufuhr und -abfuhr werden durch 1.500 Seiten an Regeln und Vorschriften geregelt [Zugang nur nach Anmeldung]– und weitere werden folgen, wenn es nach den „Experten“ und „Planern“ geht.
Politisch korrekte Fehlinterpretation
„Als Energieforscher mit Sitz in Texas haben wir die letzten zwei Jahre größtenteils damit verbracht, zu analysieren, warum der Staat so unvorbereitet auf dieses Ereignis war und wie er es besser machen kann“, beginnt die Studie. Michael Webber et al. fahren fort :
Eine häufige, reflexartige Reaktion auf Katastrophen, die großflächige Stromausfälle verursachen, ist die Forderung nach dem Bau von mehr „sicheren“ Kraftwerken – solchen, die Brennstoffe wie Kohle oder Erdgas nutzen und so ausgelegt sind, dass sie rund um die Uhr Strom liefern können. Doch Kohle- und Gaskraftwerke und ihre Brennstoffversorgung können spektakulär ausfallen.
Daher:
Wir halten es für wichtig, über den bloßen Bau weiterer Kraftwerke hinauszudenken. Unsere Ergebnisse zeigen andere Lösungen auf, die sauberer, kostengünstiger und schneller umzusetzen sind.
Die Strategie „sauberer, billiger und schneller“ ist extrem restriktiv und beinhaltet interne Nachfragesteuerungsprogramme (deren genaue Ausgestaltung noch aussteht). In dieser Welt der Technik, in der Menschen – wie Adam Smith schon vor Jahrhunderten warnte – nur „verschiedene Figuren auf einem Schachbrett“ sind, läuft etwas schief.
Die Autoren behaupten, die zu nutzenden politischen Energien – die verwässert, intermittierend und somit nicht wettbewerbsfähig sind – seien irgendwie günstiger: „Das rasante Wachstum der Wind- und Solarenergieerzeugung in Texas hat den Verbrauchern des Bundesstaates Milliarden von Dollar gespart und gleichzeitig ländlichen Grundbesitzern und Kommunen hohe Gewinne beschert.“ Doch die US-Steuerzahler tragen einen großen Teil der Kosten für Wind- und Solarenergie, und alle Einwohner des Bundesstaates zahlen eine monatliche Gebühr, um die Kosten des 7 Milliarden Dollar teuren CREZ-Übertragungsnetzes für erneuerbare Energien zu decken. Hinzu kommen noch lokale und staatliche Steuervergünstigungen .
Es ist eine Rückkehr zum sanften Energiepfad von Amory Lovins aus den 1970er Jahren zurück. Zuverlässige, vom Verbraucher gewählte und steuerneutrale Elektrizität wird durch wetterabhängige Energiequellen ersetzt. Die Nutzung wird eingeschränkt, um Lücken und Unzuverlässigkeiten auf der Angebotsseite zu kaschieren.
Erneuerbare Energien waren der Übeltäter
Die politisch korrekte Interpretation weicht den unbequemen Fragen aus und vermeidet die notwendige Analyse, um die tieferliegenden Ursachen des schwersten Stromausfalls der Geschichte zu ergründen. Der zentrale Fehler liegt darin, sich auf die Daten zu konzentrieren, ohne das „Warum“ zu verstehen. Was im Februar 2021 geschah, war ein lange vorhergesagter „perfekter Wintersturm“. Es gab Präzedenzfälle in den Wintern 1989 und 2011, und er hätte vorhergesehen und bewältigt werden müssen.
Die Aussage „Kohle- und Gaskraftwerke und ihre Brennstoffversorgung können spektakulär scheitern“ ignoriert Anreize und Opportunitätskosten, Wirtschaftswissenschaften 101.
Hier ist der Grund und die Antwort, mit ganz anderen politischen Implikationen: Die unzuverlässigen Energiequellen verursachten die gewollte Minderleistung der zuverlässigen. Wie ich vor fast zwei Jahren in „ Erneuerbare Energien: Marktversagen bei Erdgas in Texas “ erläuterte:
Erneuerbare Energien, die teilweise mehr als ein Viertel der texanischen Stromerzeugung lieferten, waren zum Höhepunkt der Krise nahezu verschwunden . Doch es gibt einen weiteren, sehr wichtigen Aspekt: Die Steuervergünstigungen und Vorrang Einspeisung der Windenergie beeinträchtigte die Wirtschaftlichkeit bestehender und neuer Gas- und Kohlekraftwerke erheblich.
Ich zitierte einen Artikel der Houston Chronicle mit dem Titel „ Hohes Risiko, geringe Rendite treiben den Wandel weg von der Stromerzeugung “ (14. März 2021). Darin wurde die Frage gestellt: „Wie konnte es so weit kommen, dass mehr als die Hälfte der Stromerzeugung in Texas ausfiel?“ Was die Branchenkenner wussten (aber externe „Experten“ scheinbar nicht wissen wollen), wurde in diesem einen einfachen Artikel enthüllt:
Das Versagen so vieler Kraftwerke während des brutalen Winterwetters, das letzten Monat durch Texas fegte, war vielleicht das Ergebnis jahrelanger Vorbereitung und ist das Resultat einer unabhängigen Energiewirtschaft, die darum kämpft, Gewinne zu erzielen, die Wall Street zufriedenzustellen und das Vertrauen von Kreditgebern und Investoren zu erhalten.
Und warum wurden die zuverlässigen Anlagen unzuverlässig?
Kreditgeber und Investoren haben sich geeinigt. Laut dem Electric Reliability Council of Texas (ERC), dem Netzbetreiber des Bundesstaates Texas, wurde in Texas seit 2017 kein größeres neues Kraftwerk mehr gebaut – Wind- und Solaranlagen ausgenommen. Damals stellte das in Chicago ansässige Unternehmen Exelon zwei Gaskraftwerke mit einer Leistung von je 1.100 Megawatt fertig. Ein Grund dafür: Die Finanzierung von Projekten, die Hunderte von Millionen Dollar kosten können, ist zunehmend schwieriger geworden.
Fortsetzung:
„Es herrscht große Unsicherheit darüber, wie viel Gewinn Gaskraftwerke jährlich erwirtschaften können“, sagte Travis Miller, Aktienstratege für Energie und Versorgung bei Morningstar Securities Research. „Investoren finanzieren Projekte in der Regel nicht, wenn sie nicht davon überzeugt sind, dass diese stabile Cashflows generieren können.“
Das Gesamtergebnis:
Die Unternehmen haben unterdessen ihre Investitionen in die Stromerzeugung nicht nur verlangsamt oder eingestellt. Sie haben Kraftwerke verkauft und stillgelegt, um sich auf margenstärkere Geschäftsbereiche wie den Stromvertrieb zu konzentrieren.
Phantomkapazitäten – also frühzeitig stillgelegte Gas- und Kohlekraftwerke sowie geplante Neubauten – wurden zu einem entscheidenden Zeitpunkt übersehen. Mangelhaft gewartete Anlagen waren eine weitere Folge der gesunkenen Gewinnmargen wegen staatlich geförderter, angeblich kostengünstiger Wind- und Solarenergie. Es gab noch weitere Gründe ( hier und hier ), die eher auf staatliches Handeln als auf freie Märkte hindeuten.
Fazit
Unzuverlässige Kapazitäten, die niemals hätten gebaut werden dürfen, verdrängten die zuverlässigen – ganz im Sinne der „ magischen Denkweise “ der politischen Entscheidungsträger. Sturm Uri war nicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, sondern der Moment, der offenbarte, wie schwerwiegend die Lage bereits war.
Der eingeschlagene Weg ist das Gegenteil dessen, was die Autoren der UT Austin empfehlen. Windkraft, Solarenergie und Batteriespeicher sollten nicht länger staatlich gefördert werden. Das derzeit von ERCOT betriebene Stromnetz sollte privatisiert und die obligatorischen Übertragungsvorschriften aufgehoben werden. Drittens sollten der Franchiseschutz und andere Regulierungen für „öffentliche Versorgungsunternehmen“ für das privatisierte Netz aufgehoben werden; ein entsprechendes Programm wird an anderer Stelle beschrieben .
Die zentrale Planwirtschaft für eine erzwungene Energiewende führte vor zwei Jahren in Texas zu einem Fiasko. Es ist Zeit für eine neue Ära der US-amerikanischen Strompolitik, die auf marktwirtschaftlichen Prinzipien beruht.
————-
Anhang: Weitere MR-Artikel zum Stromausfall in Texas
Ergänzung
Smart Meter
Das sind digitale Stromzähler, die sukzessive die alten Analog Zähler ablösen. Diese können – sofern ein „Gateway“ vorhanden ist, mit dem Internet verbunden werden. Damit kann der Netzbetreiber die Zähler fern-ablesen. Sind weitere Zusatzgeräte eingebaut (bei größeren Anlagen), kann der Netzbetreiber die Stromzufuhr ferngesteuert schalten, z.b. einspeisende Solaranlagen bei Bedarf abschalten. Aber bei Strommangel können auch Verbraucher gezielt abgeschaltet werden, Beispiel Wärmeöfen oder Kühlhäuser – natürlich nur für eine vorher festgelegte Dauer. Das Ganze ist vielleicht interessant für Kunden mit eigener Solaranlage und Batteriespeicher.
https://www.enpal.de/strom/smart-meter
Smart Meter in Deutschland
Der Bundestag plant einen Monopol-Eingriff bei Smart Metern, was laut einem Gutachten gegen EU- und Verfassungsrecht verstößt. Energiekonzerne blicken besorgt auf die Auswirkungen.
Bis 2032 soll in allen Haushalten ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter) installiert sein. Zuständig für diesen sogenannten Smart-Meter-Rollout sind die ortsabhängigen Verteilernetzbetreiber. Haushalte können hierfür jedoch auch andere Messstellenbetreiber beauftragen. Noch. Denn der Zehn-Punkte-Plan von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht vor, dass künftig nur noch die Verteilnetzbetreiber für den verpflichtenden Rollout zuständig sind.
Dieser Passus würde allerdings gegen das EU- und Verfassungsrecht verstoßen, wie ein aktuelles Gutachten der Kanzlei Raue zeigt, über das „Table.Briefings“ berichtet. Das Gutachten wurde von mehreren Energieunternehmen wie Enpal, Lichtblick, Octopus Energy und Techem beauftragt. Diese Konzerne sind selbst als sogenannte wettbewerbliche Messstellenbetreiber am Markt tätig.
Der Beitrag Aktuell Wintersturm Fern: Erinnern Sie sich an Uri (zentral geplante Stromversorgung in Texas) erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Fragt man die Bundesregierung oder die zuständige Bundesnetzagentur nach der Lage der aktuellen Gasversorgung in Deutschland, demonstrieren diese maximale Gelassenheit. Ja, die Speicher seien vergleichsweise leer, aber das sei überhaupt kein Problem, da heute – anders als zu Zeiten der „Abhängigkeit von russischem Gas“ – ja alles anders sei. Man habe heute LNG-Terminals und Importmöglichkeiten aus dem europäischen Ausland. Das ist zwar richtig. Sollte der Restwinter jedoch kalt werden, wird dies nicht reichen. Man hat die Versorgungssicherheit den Märkten überlassen und die haben einmal mehr versagt. Nun hat man ein System ohne Sicherheitspuffer. Hoffen wir, dass der Winter mild zu Ende geht und vielleicht sogar ein Umdenkprozess einsetzt. Von Jens Berger.
Dieser Artikel liegt auch als gestaltetes PDF vor. Wenn Sie ihn ausdrucken oder weitergeben wollen, nutzen Sie bitte diese Möglichkeit. Weitere Artikel in dieser Form finden Sie hier.
Wie ernst ist die Lage?
Um die Versorgungssicherheit nach Verhängung der Sanktionen gegen Gasimporte aus Russland zu gewährleisten, gilt seit dem 30. April 2022 ein „Gasspeichergesetz“, das Mindestmengen für die Befüllung der deutschen Gasspeicher festlegte. So sah die ursprüngliche Version für den 1. November einen Minimalfüllstand von 95 Prozent und für den 1. Februar 40 Prozent vor. Da Deutschland vergleichsweise gut durch den ersten – jedoch auch milden – Winter ohne größere russische Gaslieferungen kam, wurden diese Werte später teils außer Kraft gesetzt, teils gesenkt. Aktuell gelten für November unterschiedliche Zielvorgaben je nach Speichertyp (dazu später mehr) und für den 1. Februar gilt ein Zielwert von nur noch 30 Prozent. Diesen Wert haben die deutschen Speicher – wenn auch denkbar knapp – mit 31,97 Prozent trotz des in diesem Jahr vergleichsweise kalten Winters eingehalten. Besteht also kein Grund zur Sorge, wie die Bundesnetzagentur gebetsmühlenartig behauptet? Oh, doch.
Dazu zunächst die Durchschnittswerte aus dem Januar. Im Schnitt importierte Deutschland jeden Tag inkl. der LNG-Lieferungen 3.090 GWh Gas. Zum Vergleich: Im „Vorkriegswinter“ 2021/2022 waren es im Schnitt noch 2.000 GWh mehr. Die eigene Förderung ist mit 89 GWh pro Tag eher zu vernachlässigen. Im Januar haben Haushalte, Gewerbe und Industrie pro Tag im Schnitt 4.210 GWh Gas verbraucht. Zwischen Import sowie Förderung und Verbrauch gibt es also eine Differenz von etwa 1.000 GWh pro Tag. Das allein wäre kein Problem, entspricht der derzeitige Füllstand der Speicher von 31,97 Prozent doch rund 81.000 GWh, was bei gleichbleibenden Ein- und Ausspeisungen bis in den Frühling reichen würde. Deutschland importiert jedoch nicht nur Gas, es exportiert es auch – vor allem in die Länder (Tschechien, Polen, Österreich), die früher besonders viel russisches Gas bezogen, aber nun dank der Sanktionen über Deutschland aus den gleichen Quellen versorgt werden, aus denen auch Deutschland sein Gas bezieht. Die Exporte betrugen im Januar im Schnitt 858 GWh pro Tag, was die Differenz auf exakt 1.889 GWh pro Tag erhöht. Rechnet man mit dieser Zahl und gleichbleibenden Parametern, wären die deutschen Speicher am 16. März komplett leer.
In der Branche kalkuliert man übrigens mit dem 1. April als Ende des „Versorgungswinters“ – erst dann können bei „normalem Wetter“ die Speicher wieder gefüllt werden, weil weniger verbraucht als ins Netz eingespeist wird. Mit anderen Worten: Wenn die nächsten Wochen genau so kalt wie der Januar werden und keine Verbraucher vom Netz getrennt werden, reichen die Gasvorräte nicht aus, um eine Versorgung bis zum Ende des Winters zu gewährleisten.
Was ist von den beschwichtigenden Erklärungen der Regierung zu halten?
Nun heißt es seitens Regierung und Behörden aber, dass die Annahme, die Parameter seien konstant, nicht zutreffend sei. Die Bundesnetzagentur schreibt dazu Folgendes:
Die Versorgungslage hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Deutschland verfügt über unterschiedliche Importmöglichkeiten. Gasmengen können über Pipelines (insb. aus Norwegen) sowie über LNG-Terminals importiert werden. Außerdem hat Deutschland in den vergangenen Jahren die Gasflüsse von einem sogenannten Ost-West-Fluss auf einen Nord/West-Ost-Fluss umgestellt, sodass weitere Importmöglichkeiten über Frankreich und Belgien erschlossen worden sind. Deutschland ist eng in das europäische Gasverbundsystem integriert, was flexible Gastransporte ermöglicht. Der europäische Energiebinnenmarkt ist entscheidend für die Versorgungssicherheit mit Gas. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert sehr gut.
Gehen wir die Punkte doch einmal durch. Fangen wir mit den Importmöglichkeiten an. Richtig ist, dass Norwegen in den letzten Jahren Russland als mit Abstand größter Gaslieferant für den deutschen Markt ersetzt hat, und richtig ist auch, dass die vorhandenen Pipelines große Importmengen gewährleisten. Laut Planungsunterlagen sind dies max. 1.537 GWh pro Tag. Das entspricht den russischen „Vorkriegslieferungen“. Das Problem: Diese Maximalkapazität wird bereits jetzt voll ausgereizt. Allein Deutschland bezog im Januar im Schnitt 1.359 GWh pro Tag aus Norwegen. Die genaue Zahl, wie hoch der Anteil norwegischen Gases bei den Mengen ist, die Deutschland rechnerisch exportiert, bei denen wir also nur Transitland sind, ist nicht exakt in Erfahrung zu bringen. Jedwede Puffer gibt es hier jedoch nicht.
Derzeit liefert Norwegen bereits so viel Gas, wie bei bestehender Infrastruktur möglich ist. Sollte es übrigens Probleme auf den norwegischen Feldern oder an den Pipelines geben, wäre dies auch ohne Wetterverschärfung eine einzige Katastrophe. Heißt es doch, Deutschland sei früher abhängig von russischem Gas gewesen, muss es heute heißen, Deutschland ist ohne Wenn und Aber abhängig von norwegischem Gas. Es existieren keine Puffer und Alternativen in dieser Größenordnung. Ganz ähnlich sieht es übrigens mit den übrigen Lieferanten für Pipelinegas aus. Auch die Leitungen aus den Niederlanden und Belgien sind an bzw. kurz vor der technischen Maximalauslastung.
Wie sieht es mit den anderen Ländern aus? Es müssen ja nicht zwingend „frisch“ geförderte Gasmengen sein. Im Spannungs- oder gar Notfall könnte Deutschland ja auch Gas aus den Speichern seiner Nachbarn beziehen. Das stimmt. Für die Niederlande und Belgien gilt jedoch, dass es dafür nicht nur keine Leitungskapazitäten gibt, sondern dass die beiden Länder auch mit 25 bzw. 31 Prozent ähnlich niedrige Füllstände wie Deutschland aufweisen. Frankreich ist übrigens auch keine echte Alternative, sind dort die Speicher mit 30 Prozent doch ähnlich leer und hinzu kommt, dass Frankreich ohnehin nur ein geringes Speichervolumen hat. Polen hat auch nur vergleichsweise geringe Speicher, die jedoch mit 64 Prozent erstaunlich voll sind. Kein Wunder, das Gas fließt ja auch in der umgekehrten Richtung von Deutschland nach Polen. Ist eine „Rückwärtsversorgung“ möglich? Technisch ja, politisch ist das wohl eher unwahrscheinlich. Bleiben zwei Länder, die vergleichsweise große Speicher haben, die zudem zurzeit auch gut gefüllt sind – Österreich (45 Prozent) und Italien (57 Prozent), die in Summe rund doppelt so viel Gas wie Deutschland gespeichert haben. Das Problem ist hier jedoch, dass es keine ausreichenden Leitungskapazitäten für eine Versorgung Deutschlands aus dem Süden gibt. Über den „Hochleistungsimportpunkt“ Oberschlauersberg könnte Deutschland theoretisch maximal 144 GWh pro Tag aus Österreich oder Italien importieren. Das könnte für die südlichen Teile Bayern als Notversorgung reichen – mehr aber auch nicht.
Kommen wir zum LNG und damit zum großen Fragezeichen. Korrekt ist, dass es beim LNG-Import zumindest auf dem Papier in der Tat noch freie Reserven gibt. Rein theoretisch könnte Deutschland rund 1.000 GWh LNG pro Tag einspeisen, zurzeit sind es „lediglich“ rund 400 GWh. Die große Frage ist hierbei jedoch, wo dieses Gas herkommen soll. Weltweit sind die großen LNG-Lieferströme über Festverträge oder Warentermingeschäfte bereits lange im Voraus gebucht. Zusätzliche Mengen könnte man sicher zu Mondpreisen auf dem Spotmarkt kaufen – bis die Tanker an den Terminals in Nord- und Ostsee ankommen, könnte dies jedoch zu spät sein. Da die Umwandlung von Flüssiggas in gasförmiges Erdgas zudem bei niedrigen Außentemperaturen weniger effizient ist, stellt sich die Frage, wie hoch die realistische Maximaleinspeisung überhaupt ist. In jüngerer Vergangenheit konnten an keinem Tag mehr als 510 GWh eingespeist werden. Realistisch ist hier also ein Puffer nicht mehr als maximal 200 GWh vorstellbar. Das würde im oben genannten Szenario das Leerlaufen der Speicher aber auch nur um ein paar Tage hinauszögern.
Der „grenzüberschreitende“ Gashandel, auf den die Bundesnetzagentur so stolz verweist, ist nun einmal für den Normalzustand ausgelegt. Um mitten im Winter unabhängig von den Speichern die Volkswirtschaft zu versorgen, reichen die Kapazitäten hier nicht einmal im Ansatz.
Wovon die Behörden nicht sprechen
Mindestens ebenso spannend wie die vagen, teils unzutreffenden Aussagen der Bundesnetzagentur ist das, was sie nicht sagt. Implizit suggeriert man bei der Thematik ja immer, dass die Speicher im Notfall tatsächlich bis zum letzten Kubikmeter Gas geleert werden können. Doch das ist technisch gar nicht möglich. In Deutschland gibt es Kavernen- und Porenspeicher. Sind erstere relativ unproblematisch, sind Porenspeicher nicht dafür konzipiert, in akuten Kältewellen sehr schnell sehr große Mengen Gas abzugeben. Hinzu kommt, dass die Abgabeleistung mit fallendem Füllstand sinkt. Man kann sich das so vorstellen: Je niedriger der Füllstand, desto niedriger der Druck in einem Porenspeicher, desto niedriger die maximale Entnahmeleistung. In Studien wird hier eine Grenze bei einem Füllstand von rund 20 Prozent genannt – ist der Füllstand unter dieser Marke, kann das Gas nur noch sehr langsam abgegeben werden.
Dumm nur, dass sowohl in Deutschland als auch bei unseren Nachbarn die größten Speicher eben jene Porenspeicher sind. Der größte deutsche Speicher ist das UGS Rehden und hat derzeit einen Füllstand von 9,41 Prozent. Mehr als rund 0,2 Prozent lassen sich den Daten zufolge derzeit aus diesem Speicher nicht entnehmen. Der größte Speicher Europas ist das UGS Bergermeer, der derzeit bei 26,41 Prozent steht, sich aber täglich zwischen 0,5 und 1,0 Prozent leert, also bereits in wenigen Tagen nicht mehr mit voller Leistung ins Netz einspeisen kann.
Wenn also der Gasverbrauch auch in den nächsten Tagen und Wochen deutlich über den Importen liegt, dürfte dies auch dazu führen, dass die leistungsfähigeren Kavernenspeicher einen Großteil der Differenz ausgleichen und sich dementsprechend schnell leeren könnten. Der Gasnotstand – also der Tag, an dem der Verbrauch nicht mehr durch Einspeisungen ins Netz gewährleistet werden kann – könnte also bereits lange vor dem Tag kommen, an dem alle Speicher physisch leer sind.
Was sind die Gründe für die prekäre Lage?
Ein flexibles Versorgungsnetz mit vielen unterschiedlichen Importoptionen – das hört sich doch gut an. Und den Rest erledigen die Märkte. Prima. In der Theorie ist das auch so. Die Gasversorgungsinfrastruktur ist aber speziell. Wie oben dargelegt reichen die Kapazitäten in der Heizperiode im Winter nicht aus, um den Verbrauch synchron durch die Gasimporte zu decken. Man muss also in den warmen Jahreszeiten Vorräte einbunkern, die in den kalten Jahreszeiten die Differenz ausgleichen. Privatwirtschaftliche Akteure machen das freilich nur, wenn es sich rechnet. Und genau das war in den letzten Jahren mit ihren recht milden Wintern nicht der Fall. Angebot und Nachfrage.
Hinzu kommt, dass die Gasabnahme sich durch die Energiewende verändert hat. Deutschland ist raus aus dem Atomstrom und hat die Kohlestromkapazitäten zurückgefahren. Gaskraftwerke haben nun die wichtige Funktion, vor allem nachts und bei wenig Wind die Lücken zu füllen, die Photovoltaik und Windenergie aufreißen. Das ist ja technisch auch machbar, hat jedoch Folgen für den Gaspreis. Durch die vor allem durch die Stromerzeugung geänderten Abnahmeprofile für Gas ist in den letzten Jahren das „klassische Geschäftsmodell“ der Unternehmen weggefallen, die Gas einspeichern. Im Sommer ist das Gas heute nicht mehr so preiswert, in milden Wintern nicht mehr so teuer. Die Folge: Da das Geschäft nicht mehr so lukrativ ist, speichert man halt weniger Gas ein. Und was hat die Regierung gemacht? Sie hat die einst recht restriktiven Richtlinien aufgeweicht und aus den gesetzlichen Mindestvorgaben lasche Zielwerte gemacht.
Es kam, wie es kommen musste. Zu Beginn der Heizperiode im November waren die deutschen Speicher nicht wie sonst mit 90 Prozent, sondern nur mit 75 Prozent gefüllt. Diese 15 Prozent machen nun den Unterschied. Offenbar hat man zudem die eigenen Prognosen zum Klimawandel ein wenig zu ernst genommen und mit einem viel zu milden Szenario gerechnet.
Wie wahrscheinlich ist die Mangellage?
Auch wenn der Winter bislang vergleichsweise kalt war, ist es immer noch möglich, dass die Mangellage ausbleibt. Studien rechnen hier mit verschiedenen Szenarien und benennen dabei drei Risikofaktoren: Das bereits erwähnte Problem mit den Porenspeichern, technische Probleme bei der Infrastruktur und natürlich das Wetter. Wäre der Rest des Winters – wie z.B. 2020 – außergewöhnlich warm, wären keine Probleme zu erwarten und es gäbe sogar noch Puffer. Bleiben Februar und März im langjährigen Mittel, kommen wir – wenn auch nur knapp – mit dem Gas durch den Restwinter, es bestehen jedoch keine Sicherheitspuffer, auf die das System eigentlich ausgelegt sein sollte. Sollten Februar und März allerdings – wie z.B. 2010 – außergewöhnlich kalt werden, tritt die Gasmangellage vor Ende der Heizsaison ein.
Für ein solches Szenario gibt es freilich Pläne. Zunächst wird – vereinfacht gesagt – die Schwerindustrie vom Netz genommen. Dann werden die Exporte gestoppt – sollen doch die Österreicher und die Tschechen frieren. Erst wenn gar nichts mehr geht, kommt es auch zu Einschränkungen bei der Versorgung der Haushalte.
Offen ist jedoch ein weiterer Punkt. Der Januar 2026 zeichnete sich auch dadurch aus, dass noch nie so viel Gas zur Stromproduktion eingesetzt wurde. Das ist sogar verständlich, scheint im Januar doch wenig Sonne. Das wird in der gesamten Debatte erstaunlicherweise kaum bedacht. Was passiert also, wenn es in den nächsten Wochen nicht nur kalt wird, sondern auch dunkel bleibt und der Wind nur schwach weht? Das wäre dann wohl die „perfekte Kombination“ für eine Versorgungskrise, bei der nicht nur die Gasheizung, sondern auch flächendeckend die Stromversorgung Probleme bekommen könnte.
Krise ante portas. Doch freilich muss es nicht dazu kommen. Wenn das Wetter sich in den nächsten Tagen und Wochen verbessert, die Sonne scheint und der Wind weht, werden wir aus der selbstverschuldeten Krise noch einmal mit einem blauen Auge herauskommen. Wird die Politik dann auch ihre Lehren daraus ziehen? Die derzeitige Kommunikation legt den Verdacht nahe, dass dies nicht so sein wird. Man redet die Gefahr klein und tut gerade so, als gäbe es gar kein Szenario, in dem es zu einer Mangellage kommen könnte. Denn dann wäre die Strategie, alles den Märkten zu überlassen, ja nicht mehr haltbar. Der Staat müsste selbst aktiv werden und womöglich käme sogar jemand auf die „dumme Idee“, einmal die Frage zu stellen, ob die Sanktionen gegen Russland nicht einmal hinterfragt werden sollten. Denn eins steht fest: Hätten wir die 1.500 GWh pro Tag, die vor den Sanktionen noch flossen, heute zumindest als Option, hätten wir auch keine drohende Gasmangellage. Die Politik ignoriert das, der Wähler muss wohl erst daheim frieren, bis er die Brisanz der Thematik wirklich versteht. Vielleicht ist es aber auch die Industrie, die nun die Alarmglocken schlägt. Denn sie wird als Erstes betroffen sein, sollte es kalt bleiben, und Gas und womöglich auch Strom rationiert werden.
Titelbild: Mike Mareen/shutterstock.com
Millardenverlust und Offshore-Ausstieg. Wie in Baden-Württemberg Landkreise, Sparkassen und sogar die evangelische Landeskirche für ein politisches Energieabenteuer bluten müssen – und welche Rolle der grüne Finanzminister Danyal Bayaz dabei spielt.
Die Nachricht schlug im baden-württembergischen Energiekonzern EnBW und im politischen Stuttgart ein wie eine Bombe: Der Energieversorger aus Karlsruhe musste rund 1,2 Milliarden Euro abschreiben, nachdem er sich aus zwei geplanten Offshore-Windpark-Megaprojekten vor der Küste Großbritanniens zurückgezogen hatte. Die Projekte „Mona“ und „Morgan“, gemeinsam mit BP geplant, galten als Prestigevorhaben und sollten den Beweis dafür liefern, dass die Energiewende auch ohne Kernkraft und Kohle funktionieren könne.
Doch dann blieb die staatliche Förderung aus. Nach mehreren Auktionen ohne Zuschlag zog EnBW die Reißleine. In der nüchternen Konzernmitteilung heißt es, steigende Kosten in der Lieferkette, gesunkene Großhandelspreise, höhere Zinsen und Projektumsetzungsrisiken hätten die Wirtschaftlichkeit zerstört. Im Klartext: ohne Subventionen keine Windräder. Offshore-Wind rechnet sich nicht – jedenfalls nicht ohne Steuergeld.
Die 1,2 Milliarden sind nun weg. Genau das macht den Vorgang hoch brisant. Denn EnBW hatte sich zuvor unter dem wohlklingenden Label „Netzausbau“ frisches Geld besorgt, nicht bei privaten Investoren, sondern bei Landkreisen, Kreissparkassen und sogar bei der evangelischen Landeskirche. Sie alle sind über das sogenannte Südwest-Konsortium mit 24,95 Prozent an TransnetBW beteiligt, dem Übertragungsnetzbetreiber der EnBW. Und sie tragen nun das Risiko mit.
Erstaunlich ruhig und gelassen fiel die politische Reaktion aus. Motto: Nun sind sie halt weg, die 1,2 Milliarden. Ein Sprecher des grünen Finanzministers Danyal Bayaz lobte den Rückzug als „verantwortungsvolle Entscheidung zur Begrenzung weiterer Risiken“. Das verwundert. Bayaz sitzt selbst im Aufsichtsrat der EnBW. Und mehr noch: Ohne seine Strategie wäre dieses Risiko nie so breit gestreut worden.
Denn der frühere Unternehmensberater Bayaz nutzte einen juristischen Hebel, den kaum jemand auf dem Schirm hatte. Seit 2001 sind Anstaltslast und Gewährträgerhaftung für Sparkassen offiziell abgeschafft, nachdem die EU sie als Wettbewerbsverzerrung untersagt hatte. Doch es gibt eine Ausnahme: Geschäfte der öffentlichen Daseinsvorsorge. Energieversorgung fällt darunter – und inzwischen auch der Klimaschutz. Das gilt heute als gängige Rechtsauffassung.
Genau hier setzte Bayaz an. Private Investoren wollten das Risiko des Netzausbaus nicht tragen. Also wurden öffentliche Institute mobilisiert: Sparkassen, Versicherungen, kirchliche Einrichtungen. Alles Akteure mit politischem Auftrag, langfristigem Anlagehorizont und mit staatlicher Rückendeckung inklusive. Formal haftet niemand unbegrenzt. Materiell aber wird das Risiko kollektiviert.
Über 30 Kreissparkassen sind am Südwest-Konsortium beteiligt. Jede von ihnen steht in enger Verbindung zu ihren Trägerkommunen. Damit wurde die Haftung horizontal ausgeweitet: Nicht mehr nur die an der EnBW beteiligten Landkreise, sondern zahllose Kommunen im ganzen Land hängen nun mit drin. Viele dürften gar nicht wissen, wie tief.
Noch im Mai 2023 feierte man das Geschäft. Der Präsident des Sparkassenverbands sprach von „historischer Bedeutung“. Die Sparkasse Zollernalb erklärte stolz, man leiste einen „wertvollen Beitrag zur Energiewende“. Heute zeigt sich: Das war kein Beitrag, sondern ein Risikotransfer.
Im Landtag wächst nun der Unmut. Die FDP verlangt Aufklärung, ob der Milliardenverlust absehbar war, als EnBW frisches Kapital einwarb. Die AfD kündigt einen Untersuchungsausschuss an. Von „politisch gedecktem Zockertum“ ist die Rede.
Das alles fällt nun auch der CDU auf die Füße. Sie ist über kommunale Beteiligungen tief in die EnBW-Struktur eingebunden, hat die politisierte Unternehmensführung mitgetragen und kritische Fragen vermieden. Manuel Hagel, Spitzenkandidat und neuer Hoffnungsträger der CDU im Südwesten, war zuvor Sparkassen-Filialleiter in Ehingen bei Ulm; höchst unwahrscheinlich, dass er von den windigen Geldflüssen oberschwäbischer Sparkassen und Banken nichts wusste. Jetzt ruft er dazu auf: „Wir werden mehr arbeiten müssen. Wir werden länger arbeiten müssen!“ Klar, 1,2 Milliarden sind noch eine Menge Geld, dafür muss schon mehr gearbeitet werden.
Die Grünen wiederum haben die Energiewende nie als technischen Umbau verstanden, sondern als moralisches Projekt. Gesicherte Leistung galt als politisches Übel. Die FDP schließlich lieferte das ökonomische Feigenblatt.
Der EnBW-Milliardenverlust ist damit kein Betriebsunfall. Er ist der erste Belastungstest eines Systems, das Risiken verschleiert, Verantwortung streut und Verluste sozialisiert. Noch liegt der Schaden bilanziell bei der EnBW. Doch die Logik dahinter ist längst weitergezogen – bis in die kommunalen Haushalte und kirchlichen Vermögensverwaltungen hinein.
Kein Wunder also, dass mittlerweile Panik bei den Aktionären herrscht. Denn das Abenteuer Energiewende zeigt jetzt sein wahres Gesicht: teuer, riskant – und am Ende zahlen andere. Sozialismus eben.
Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier
Der Beitrag Das EnBW-Debakel als Spiegelbild der scheiternden Energiewende erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
![]()
Audrey Streb, DCNF-Energiereporterin, 26. Januar 2026
Der Wintersturm Fern wütete auch am Montag weiter und fiel mit dem „Internationalen Tag der Sauberen Energie“ der Vereinten Nationen zusammen, da fossile Brennstoffe einen Großteil des amerikanischen Stroms lieferten.

Der Internationale Tag der Sauberen Energie, der 2023 von der UN-Generalversammlung ausgerufen wurde, soll dazu aufrufen, sich von der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen abzuwenden und „Maßnahmen für einen gerechten und inklusiven Übergang zu sauberer Energie zum Wohle der Menschen und des Planeten zu mobilisieren“. Während der Wintersturm Fern weite Teile der USA heimsuchte, kamen laut mehreren Berichten mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als 800.000 waren ohne Strom, und die Stromkosten stiegen in der Nähe von Rechenzentren sprunghaft an.
Währenddessen speisen Öl, Gas und Kohle den Großteil der amerikanischen Stromnetze, da die Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie aufgrund der extremen Wetterbedingungen zurückging. Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie aufgrund der extremen Wetterbedingungen zurückging. Dies geht aus Daten mehrerer Netzbetreiber und der US-Energiebehörde ((EIA) hervor. Einige Energieexperten wiesen auf die Ironie hin. So erklärte Jason Isaac, CEO des American Energy Institute, gegenüber der Daily Caller News Foundation , dass bedarfsgerecht abrufbare Ressourcen das Stromnetz schützen, während die UN ideologische Politik feiert.

12:00 Uhr ET (eastern time) Es dominiert die Versorgung mit Erdgas, danach Kohle und Kernkraft (im Osten) https://www.eia.gov/electricity/gridmonitor/dashboard/daily_generation_mix/US48/US48
„An den kältesten Tagen des Jahres reichen Parolen nicht aus, um die Stromversorgung sicherzustellen. Öl, Erdgas, Kernenergie und Kohle leisten die eigentliche Arbeit, indem sie Haushalte, Krankenhäuser und kritische Infrastrukturen mit Strom versorgen, während das Land von eisigen Temperaturen heimgesucht wird“, sagte Isaac gegenüber dem DCNF. „Während die UN den ‚Tag der sauberen Energie‘ feiert, werden die Amerikaner durch zuverlässige und bezahlbare Brennstoffe geschützt, die unabhängig von Temperatur, Wind oder Sonneneinstrahlung funktionieren. Energiepolitik sollte auf Realität und nicht auf Ideologie basieren.“
… Heimatschutzministerin Kristi Noem wandte sich vor dem schweren Wintersturm, der das Land heimsuchte, an New York und bot Hilfe an. Die demokratische Gouverneurin Kathy Hochul forderte Änderungen bei der Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen als Vorbedingung für die Annahme von Hilfe.
Die Vereinten Nationen veranstalteten am Montag in New York zu diesem Anlass ein Event, „mit Unterstützung von UN-Energy“, um „die Fortschritte zu überprüfen, praktische Erfahrungen auszutauschen und sich auf die nächsten Schritte zur Beschleunigung des globalen Übergangs zu sauberer Energie zu einigen“.
„Wie wir den Energiewandel gestalten, ist genauso wichtig wie schnell wir ihn vollziehen. Ein erfolgreicher Energiewandel muss gerecht und inklusiv sein. Dazu gehört, die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frau in den Mittelpunkt aller energiepolitischen Maßnahmen zu stellen“, betonte die Moderatorin am Montag bei der UN-Konferenz. „Saubere Energie bedeutet nicht nur die Versorgung der Wirtschaft. … Es geht darum, eine gerechtere, widerstandsfähigere und hoffnungsvollere Zukunft zu gestalten.“
Unter der Trump-Administration sind die USA aus mehreren klimabezogenen UN-Initiativen und -Gremien ausgetreten, darunter das Pariser Abkommen und in jüngerer Zeit die UN-Energieinitiative, der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der Vereinten Nationen (IPCC) und das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC).
Die Trump-Regierung hat der Energiesicherheit Vorrang vor dem Klimaschutz eingeräumt. Energieminister Chris Wright erließ mehrere Notverordnungen, um Kohlekraftwerke über deren reguläre Stilllegungstermine hinaus weiter zu betreiben. Das Energieministerium prognostizierte im Juli 2025, dass die Zahl der Stromausfälle bis 2030 um das Hundertfache steigen könnte, wenn die USA weiterhin zuverlässige Energiequellen schrittweise abschaffen, ohne sie adäquat zu ersetzen.
Wright hat im Vorfeld und während des Sturms mehrere weitere Notfallanordnungen für die Stromnetze in Texas und entlang der Ostküste erlassen. Eine dieser Anordnungen weist PJM (den größten US-amerikanischen Stromnetzbetreiber, der 13 Bundesstaaten und Washington D.C. versorgt) an, die Kraftwerke bis zum 31. Januar auch jenseits der Emissionsgrenzwerte weiter zu betreiben, um die Bezahlbarkeit und Zuverlässigkeit der Stromversorgung zu gewährleisten.
„Wir haben landesweit über 35 GW ungenutzte Reservekapazität identifiziert und ergreifen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass diese im Bedarfsfall zur Verfügung steht. Präsident Trump und das Energieministerium setzen sich weiterhin mit aller Kraft dafür ein, Stromausfälle zu minimieren und die Energiekosten für die amerikanische Bevölkerung zu senken“, erklärte Wright am Donnerstag vor dem Sturm. „Die Trump-Regierung wird nicht tatenlos zusehen, wie die rücksichtslose Energiesparpolitik und die bürokratischen Hürden der Vorgängerregierung amerikanische Leben gefährden.“

PJM Strompreise $/MWh
Stromversorger PJM – wird ständig aktualisiert
Alle Inhalte der Daily Caller News Foundation, einem unabhängigen und überparteilichen Nachrichtendienst, stehen seriösen Medienunternehmen mit großer Reichweite kostenlos zur Verfügung. Alle wiederveröffentlichten Artikel müssen unser Logo, den Namen des/der jeweiligen Reporters/Reporterin und dessen/deren Zugehörigkeit zur DCNF enthalten. Bei Fragen zu unseren Richtlinien oder einer möglichen Partnerschaft kontaktieren Sie uns bitte unter [email protected].
PS:
Das Aufmacherbild habe ich auch bei T-Online gefunden.
Frage an unsere Leser: Was halten Sie davon, dass ich Ihnen meine Fundstücke zusätzlich anhänge?
Grüner Trend global
Noch nie gab es so viel Strom aus Wind und Sonne
Von Theresa Crysmann
Aktualisiert am 30.03.2022 Lesedauer: 5 Min.
Der Beitrag Kampf gegen fossile Brennstoffe am Internationalen Tag der sauberen Energie – aber fossile Brennstoffe halten Amerika am Leben erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Der belgische Premierminister Bart De Wever hat sich gegen die „grüne” Politik Europas ausgesprochen und ihr vorgeworfen, zur Deindustrialisierung beizutragen. In seiner Rede am Abend des 29. Januar bei „The Future of Europe”, einer Veranstaltung der belgischen Zeitungen „De Tijd” und „L’Echo”, kritisierte De Wever frühere Entscheidungen zur Energieerzeugung scharf, die seiner Meinung nach alles [...]
Der Beitrag „Grüne“ Energiepolitik zerstört Europa: Belgischer Premierminister De Wever erschien zuerst unter tkp.at.
Nachdem die Politik mit dem Gebäudeenergiegesetz den Heizungsmarkt in die Planwirtschaft gezwungen hat, verzeichnet die deutsche Heizungsindustrie für 2025 einen massiven Einbruch bei den Verkäufen. Der Absatz von Heizsystemen ist auf den niedrigsten Stand seit 2010 abgestürzt. Die Branche fürchtet ums Überleben.
Die deutsche Heizungsindustrie erlebt 2025 ihren schlimmsten Einbruch seit Beginn vergleichbarer Statistiken: Nur noch 627.000 Heizsysteme wurden bundesweit verkauft – ein Minus von 12 Prozent gegenüber dem ohnehin schwachen Vorjahr 2024, in dem der Absatz von Heizanlagen bereits um 25 Prozent eingebrochen war, und der niedrigste Stand seit 2010. Das meldet der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) in seiner Jahresbilanz. Besonders dramatisch trifft es die klassischen Technologien: Ölheizungen brachen um 74 Prozent ein (nur noch 22.500 Geräte) und Gas-Brennwertkessel, die bisherigen Bestseller der Branche, verloren 36 Prozent (229.000 Stück).
Gleichzeitig legten Wärmepumpen um 55 Prozent zu und erreichten 299.000 verkaufte Einheiten – damit waren sie 2025 erstmals die meistverkaufte Heizart. Auch Biomasseheizungen wuchsen um 23 Prozent (29.000 Geräte). Doch selbst dieses Plus reicht bei weitem nicht, um den Gesamteinbruch auszugleichen: Der Markt liegt nach dem Boom-Jahr 2023 (über 1,3 Millionen Geräte) inzwischen bei weniger als der Hälfte.
Die Gründe für den Kaufstreik lassen sich auf einen Nenner bringen: totale Verunsicherung durch die Politik. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) der früheren Ampel-Regierung (umgangssprachlich „Habeck-Heizungsgesetz“) mit seiner 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien sorgte 2023 für einen Vorzieheffekt – viele kauften noch schnell eine Gas- oder Ölheizung. Danach folgte die Ernüchterung bei den gehypten Wärmepumpen: hohe Preise, komplizierte Förderung, lange Handwerker-Wartezeiten und Zweifel an der Wirtschaftlichkeit (insbesondere in unsanierten Altbauten).
Trotz des Zuwachses beim Verkauf bleiben Wärmepumpen ein Flop im Vergleich zu den grünen Träumen, denn die Ampel-Regierung hatte sich den Einbau von jährlich mindestens 500.000 Wärmepumpen als Ziel gesetzt. Das Ergebnis jahrelanger ideologischer Experimente à la Habeck: Viele Hausbesitzer und Vermieter warten ab. BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt fordert “endlich stabile gesetzliche Vorgaben und Förderbedingungen”. Andernfalls sei mit “personellen Maßnahmen” wie Stellenabbau und Kurzarbeit zu rechnen.
Seit der Regierungsänderung 2025 verspricht die neue Koalition (CDU/CSU-SPD) eine grundlegende Reform des GEG. Bis Ende Januar sollen Eckpunkte des neuen “Gebäudemodernisierungsgesetzes” vorliegen. Ob damit Planungssicherheit geschaffen wird, bleibt abzuwarten. Ein Ende des Klimawahns ist jedenfalls nicht absehbar, an dem Irrsinn wird auch ohne die Grünen in der Regierung festgehalten.
Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) will die Regeln des Heizungsgesetzes nicht aufweichen. „Für mich ist entscheidend, dass wir die CO2-Einsparungen erreichen. Das ist nicht nur fürs Klima wichtig, es ist auch fairer für die Haushalte“, so Schneider. „Denn das Verfeuern von Gas und Öl wird immer teurer. Und wenn wir die Leute nicht jetzt dazu bringen, auf erneuerbare Heizquellen umzusteigen, lassen wir sie in die Kostenfalle laufen.“
Die Kostenfalle besteht nach Ansicht der Verbraucher vielmehr im Einbau einer massiv überteuerten Heiztechnologie, die angesichts der Konsequenzen der grünen Energiewende weder Zuverlässigkeit noch preisgünstiges Heizen erwarten lässt. Dass politisch eine Heizart nicht nur gefördert, sondern praktisch vorgeschrieben wird, sorgt natürlich obendrein dafür, dass sich die Preisspirale immer weiter dreht.
Vielleicht erlebt die Branche ja zumindest in Berlin ein wenig Aufwind: Dort befürchtete ein Sachverständiger kürzlich, dass ein hoher Prozentsatz der Wärmepumpen durch den Blackout schweren Schaden genommen haben dürfte. Hier dürften Reparaturen und Ersatzgeräte fällig werden. Als Verkaufsargument für diese Technologie dürfte das dem Rest der Deutschen allerdings nicht dienen. Im Zuge der grünen Transformation steigt die Blackout-Gefahr nämlich nicht nur durch Linksterroristen.
In der antiken griechischen Welt entstand die Idee der Demokratie. Das Volk sollte über sein eigenes Schicksal entscheiden. Und Perikles, der athenische Staatsmann, nannte auch das entscheidende Kriterium einer demokratischen Gesellschaft: Die Interessen der Mehrheit müssen sich durchsetzen. Von Oskar Lafontaine.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Heute wird die Demokratie von drei Kräften unterwandert, wenn nicht unmöglich gemacht:
Dass wirtschaftliche Macht die Demokratie gefährdet und die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung stark beeinflusst, ist bekannt. Schon Marx und Engels analysierten: „Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken.“
Technik beherrscht Mensch
Nach dem Zweiten Weltkrieg warnten die Ökonomen der Freiburger Schule um Walter Eucken, dass zu große wirtschaftliche Macht die Demokratie gefährde. Das zeigt sich mittlerweile in allen Industriestaaten, besonders in den USA. Schon 2015 bezeichnete der ehemalige Präsident Jimmy Carter die Vereinigten Staaten als eine „Oligarchie mit grenzenloser politischer Bestechung“.
Großen Einfluss hat die Rüstungsindustrie, die Kongress und Senat steuert, mit dem Ergebnis, dass die USA den mit Abstand größten Militärhaushalt der Welt haben. Ehrlicherweise nennen sie ihr Ministerium jetzt nicht mehr Verteidigungsministerium, sondern Kriegsministerium. Seit ihrem Bestehen haben die Vereinigten Staaten zahllose Kriege geführt. Die amerikanische Verteidigungsindustrie hat nicht zuletzt die Nato-Osterweiterung durchgesetzt. Wie von dem langjährigen Doyen der US-Diplomatie, George Kennan, vorausgesagt, führte diese zum Ukraine-Krieg und bescherte den amerikanischen Rüstungsbetrieben Milliardengewinne.
Ebenso großen Einfluss hat die Energiewirtschaft, die für die Ölkriege der USA mitverantwortlich ist. Die Interventionen im Interesse der Energiekonzerne begannen 1953 mit dem Sturz des demokratisch gewählten Ministerpräsidenten des Iran, Mohammad Mossadegh, und setzten sich fort mit der Ermordung Saddam Husseins 2006 und Muammar al-Gaddafis 2011 sowie der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro 2025.
Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss hat selbstverständlich auch die amerikanische Finanzindustrie. Als ich Ende der neunziger Jahre in den USA Gespräche führte und für eine Regulierung der Finanzmärkte warb, antwortete mir der damalige stellvertretende Finanzminister Larry Summers: „Das können wir nicht machen, die Wall Street hat den Wahlkampf Bill Clintons finanziert.“ Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Finanzkrise das Weltfinanzsystem erschütterte.
Die Techgiganten der USA haben die Welt in einem noch nicht absehbaren Ausmaß verändert. Sie beeinflussen die Politik Washingtons nicht nur, weil sie große finanzielle und wirtschaftliche Macht haben. Noch entscheidender ist ihre zunehmende Fähigkeit, die Urteile und Meinungen der Menschen zu formen und zu steuern. Der Philosoph Günther Anders veröffentlichte schon 1956 sein philosophisches Werk über die „Antiquiertheit des Menschen“. Er sei moralisch, emotional und in seiner Vorstellungskraft nicht mehr auf der Höhe seiner technischen Möglichkeiten.
Enteignung des Privatlebens
Der Mensch beherrsche nicht mehr die Technik, sondern die Technik beherrsche ihn. Er könne mit den Folgen seiner eigenen technischen Schöpfungen nicht mehr Schritt halten.
Es sieht immer mehr so aus, als werde das „Cogito, ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“) des René Descartes durch ein von Algorithmen und Mikrotargeting gesteuertes Denken ersetzt.
Das Microtargeting, das Manipulieren der Menschen durch maßgeschneiderte Botschaften, beruht auf der ständigen psychosozialen Ausforschung des Einzelnen. Er hat kein Privatleben mehr. Unzählige Daten werden über ihn gesammelt, und stolz heißt es aus der Branche: „Wir wissen mehr über dich als du selbst.“
Früher kämpften linke Parteien gegen die Enteignung der Arbeitnehmer im Arbeitsprozess, also dagegen, dass sie durch ihren Lohn zu wenig von dem bekamen, was sie an Reichtum geschaffen hatten.
Die Enteignung des Privatlebens ist vielleicht ein noch viel größeres gesellschaftliches Problem. Aber sie ist kaum ein Thema der Politik, und es gibt noch keine Antwort darauf, wie man diesen zerstörerischen Prozess begrenzen und steuern kann. Wenn das so weitergeht, dann ist das Gerede über Demokratie, über die Herrschaft des Volkes, nur noch ein wirklichkeitsfremdes Geschwätz.
Was uns blüht, hatte schon Edward Bernays, der Neffe von Sigmund Freud, vor hundert Jahren aufgeschrieben. In seinem Buch mit dem Titel „Propaganda“ lesen wir:
Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken [. . .]. Wenn viele Menschen möglichst reibungslos in einer Gesellschaft zusammenleben sollen, sind Steuerungsprozesse dieser Art unumgänglich.
Einen täglich spürbaren Einfluss auf Meinungsbildung und Meinungsäußerungen hat die aus den USA stammende Cancel-Culture. Eine Sprachpolizei ist entstanden, die wie die staatlichen Ordnungshüter darüber wacht, ob sich jemand korrekt verhält. Tut er das nicht, folgt ein Shitstorm. Im schlimmsten Fall werden Leute entlassen, weil sie etwas angeblich Falsches gesagt haben.
Tägliche Einschüchterung ist das Programm dieser Demokratieverächter. Ohne einander widersprechende Meinungen aber gibt es keine demokratische Gesellschaft. Daher sollte es eine vorrangige Aufgabe des Staates sein, eine freie Meinungsbildung zu ermöglichen. Das Gegenteil geschieht. Unter dem Vorwand, die Demokratie zu verteidigen, wird die Meinungsfreiheit in Deutschland und Europa in immer größerem Maße eingeschränkt. Denunziation und Ausgrenzung anderer bis zur Vernichtung ihrer bürgerlichen Existenz waren Merkmale des Faschismus. „Bestrafe einen, erziehe hundert“, mit dieser Methode versuchte auch Mao Zedong die Bevölkerung zur Konformität zu zwingen.
So als gäbe es kein Grundgesetz
Ein empörendes Beispiel, in welchem Ausmaß freie Meinungsäußerungen unterdrückt werden, sind die Sanktionen des EU-Ministerrates gegen Einzelpersonen, die in einem einmaligen Akt der Willkür, ohne rechtliches Gehör und Gerichtsverfahren, wie im Mittelalter für vogelfrei erklärt werden. Die Vermögenswerte werden eingefroren, die Konten gesperrt, die Sanktionierten dürfen in der EU nicht mehr reisen, und niemand in der EU darf diesen Menschen Geld oder wirtschaftliche Vorteile verschaffen. Derartige staatliche Willkür hat man lange Zeit für unmöglich gehalten.
Eine brutale Form der Ausgrenzung wurde in Deutschland aber schon während der Corona-Zeit eingeübt. So als gäbe es kein Grundgesetz, wurden Grundrechte der Bürger außer Kraft gesetzt. Ohne überzeugende wissenschaftliche Begründung waren Kontaktverbote, Ausgangsbeschränkungen, Einschränkungen der Versammlungsfreiheit, Maskenpflicht, Schulschließungen, Beschränkung der Reisefreiheit und ein unglaublicher Druck, sich impfen zu lassen, an der Tagesordnung. Nach der einrichtungsbezogenen Impfpflicht sollte die gesetzliche Impfpflicht für alle eingeführt werden, und die Leute durften sogar ihre sterbenden nächsten Verwandten nicht mehr besuchen – eine unglaubliche Grausamkeit.
Spitzenreiter der beleidigten Politiker
Die deutsche Justiz versagte. Selbst das Bundesverfassungsgericht enttäuschte, weil es dieser Politik nicht in den Arm fiel. Das Ergebnis war, dass das Vertrauen in das höchste deutsche Gericht von 81 auf 63 Prozent sank.
Die Politik setzt auf Angst, um die Bürger zum richtigen Verhalten zu zwingen. Mehr als die Hälfte der Deutschen sagen mittlerweile, sie könnten ihre Meinung nicht mehr frei äußern, weil sie Nachteile befürchten. Als sei ihnen das völlig gleichgültig, lassen Politiker in Berlin und Brüssel sich immer wieder neue Gesetze einfallen, um die Meinungsfreiheit weiter einzuschränken und vor allem die sozialen Medien zu regulieren. Legendär ist in Deutschland mittlerweile der neue Paragraf 188 StGB, der den Straftatbestand der Majestätsbeleidigung wiederaufleben ließ und die Beleidigung von Politikern unter Strafe stellte.
Spitzenreiter der beleidigten Politiker ist Friedrich Merz, der laut Welt am Sonntag auf 4.999 Strafanträge kam. Auf Platz 2 folgte FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit 1.900, noch vor den grünen Ex-Ministern Robert Habeck und Annalena Baerbock mit 800 beziehungsweise 500 Strafanträgen. Dass dieselben Politiker an der Spitze derjenigen stehen, die Russland im Stellvertreterkrieg mit der Ukraine bestrafen und mit deutschen Taurus-Raketen angreifen wollen, ist ein interessanter Fall für eine psychologische Interpretation.
In der Cancel-Culture-Gesellschaft kommt auch die Denunziation wieder in Mode. Um aufmüpfige Bürger an die Kandare zu nehmen, werden Denunziationsportale eingerichtet. Als der Journalist Henryk M. Broder einmal gefragt wurde, warum die Deutschen das Aufkommen des Nationalsozialismus nicht verhindert hätten, antwortete er: „Weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.“ Da müssten doch alle Alarmglocken klingeln.
Eine neue Art von Faschismus, so scheint es, kommt auf leisen Sohlen. Der Geist der Aufklärung ist nicht mehr lebendig. „Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen können“, sagte Voltaire. Heute bestimmen Dauerempörte, Beleidigte, Canceller, sogenannte Faktenchecker, autoritäre Zeitgenossen, die jede Abweichung als Bedrohung empfinden, die Debatte. Demokratie aber beruht auf Toleranz und Freiheit, und Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden.
Dieser Artikel erschien zuerst am 29. Januar 2026 in der Weltwoche Deutschland Nr. 05.26.
Titelbild: Ian Dyball/shutterstock.com

Aus dem Klappentext:
Trigger. FM – „Das Radio der FREIEN“
Jetzt Streamen auf: https://triggerfm.com
Trigger. FM – APP
Android: https://play.google.com/store/apps/de...
Apple: https://apps.apple.com/us/app/trigger...
+++
Dieser Beitrag wurde auf dem Kanal „TriggerFM“ am 02.02.2026 auf YouTube veröffentlicht.
+++
Dieser Beitrag ist als Empfehlung der Redaktion verlinkt. Bitte beachten Sie, dass die Lautstärke des Beitrags ggf. von der Standard-Lautstärke von anderen Beiträgen auf apolut.net abweichen kann.
+++
Bildquelle: TriggerFM

![]()
Audrey Streb, DCNF-Energiereporterin, 27. Januar 2026
In Neuengland geben 91 % der Frauen an, sich Sorgen über die steigenden Energiekosten zu machen, obwohl viele mit den politischen Maßnahmen, die diese Kostensteigerungen verursachen, nicht vertraut sind und uneins darüber sind, wer dafür verantwortlich ist, so eine neue Umfrage.
Die vom Independent Women’s Forum in Auftrag gegebene und von Wick Insights durchgeführte Umfrage befragte Frauen in Neuengland – Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, Rhode Island und Vermont –, die voraussichtlich an den Zwischenwahlen teilnehmen würden. 3.000 Frauen wurden befragt.
REGIONALE UMFRAGEERGEBNISSE:
Steigende Kosten und Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit sind unter Frauen weit verbreitet:
Trotz der weit verbreiteten Besorgnis über die steigenden Energiekosten waren viele der befragten Frauen mit den von den Demokraten geführten Landesprogrammen, die zu den höheren Rechnungen beitragen, nicht vertraut. 56 Prozent gaben an, nicht genug über die Regionale Treibhausgasinitiative (RGGI) zu wissen, um sich dazu zu äußern. Die Befragten waren sich uneins über die Ursachen der Kostensteigerungen, wobei der größte Anteil – 27 Prozent – die Energieversorger dafür verantwortlich machte.
Gabriella Hoffman, Direktorin des unabhängigen Frauenzentrums für Energie und Naturschutz, erklärte gegenüber der Daily Caller News Foundation, dass der Wintersturm Fern verdeutlicht habe, wie sehr fossile Brennstoffe und Kernenergie weiterhin das amerikanische Stromnetz prägen. Hoffman merkte an, dass Umfragen zufolge Frauen in Neuengland meist einen diversifizierten Energiemix einem vollständig auf erneuerbare Energien basierenden Ansatz vorziehen. Die Umfrage wurde vom 4. bis 15. Dezember, also vor dem Wintersturm, durchgeführt.
„Viele Neuengländer, die sich zwar für erneuerbare Energien aussprechen, glauben jedoch, dass die Politik sie hinsichtlich der Kosten und der Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen in die Irre führt. Ihre Frustration ist berechtigt“, sagte Hoffman gegenüber dem DCNF. „Diese Umfrage bietet eine einzigartige Gelegenheit, Aufklärungsarbeit zu leisten und zu zeigen, wie Energie künftig am besten bezahlbar gemacht werden kann.
Neuengland-Umfrage_Regional (1) von audreystreb
Die Umfrage umfasste 500 abgeschlossene Interviews, die zu 75 % per Mobiltelefon und zu 25 % über Online-Panels durchgeführt wurden. Die geschätzte Fehlermarge beträgt ±1,8 Prozentpunkte für die Gesamtstichprobe und ±4,4 Prozentpunkte für die Stichproben der einzelnen Bundesstaaten (bei einem Konfidenzniveau von 95 %).
Die New England Women’s Energy Survey ergab, dass nur 14 % der Befragten die steigenden Energiekosten auf die Landespolitik zurückführten – eine Diskrepanz, die laut Hoffman gegenüber dem DCNF ein allgemeines Unwissen darüber widerspiegelt, wie sich die Energiepolitik der Bundesstaaten auf die Strompreise auswirkt. Hoffman merkte außerdem an, dass sich über 50 % der befragten Frauen von der Klimapolitik getäuscht fühlen, obwohl sie diese im Allgemeinen unterstützen.
„Da in der Region ein höheres Vertrauen in Politiker der demokratisch regierten Bundesstaaten besteht, hinterfragen viele Frauen die Politik erst, wenn sie Preiserhöhungen auf ihren Rechnungen feststellen“, sagte Hoffman. „Viele der durch die RGGI, eine CO₂-Steuer, entstandenen Preiserhöhungen werden letztendlich an die Verbraucher weitergegeben.“
RGGI ist ein Emissionshandelsprogramm im Nordosten der USA, das die Emissionen regionaler Kraftwerke begrenzt und Stromerzeuger verpflichtet, Emissionszertifikate für ihr emittiertes Kohlendioxid in Auktionen zu erwerben. Mehrere Analysen zeigen, dass die Kosten für die Einhaltung der RGGI-Vorgaben an die Verbraucher weitergegeben werden. Eine Schätzung des Thomas Jefferson Institute for Public Policy geht davon aus, dass allein in Virginia die Stromkunden jährlich rund 500 Millionen US-Dollar für die Teilnahme zahlen müssen.
„Während Neuengland mit Vorgaben für 100% grüne Energie voranschreitet, sind Frauen in der Region sehr besorgt über die steigenden Stromkosten“, sagte Hoffman gegenüber dem DCNF. Das Zentrum merkt an, dass alle sechs Neuengland-Staaten über Portfolios erneuerbarer Energien oder Standards für saubere Energie verfügen und mehrere sogar Vorgaben für 100% erneuerbare Energien festgelegt haben.
Die sogenannten „Renewable Portfolio Standards“ (RPS), mit denen über 30 % der befragten Frauen nicht vertraut waren, verpflichten Energieversorger, einen bestimmten Anteil ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Kritiker wie Hoffman argumentieren, dass RPS-Programme die Kosten für Verbraucher in die Höhe treiben .
„Klimapolitische Maßnahmen werden auf das Problem der Unbezahlbarkeit stoßen“, sagte Hoffman gegenüber dem DCNF und fügte hinzu: „Auch wenn sich diese Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien gut anfühlen und gut anhören mögen, findet keine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien statt – der Wintersturm Fern zeigt das.“
„Während der Wintersturm Fern wütet, spielen erneuerbare Energien kaum eine Rolle im Energiemix, und am Wochenende deckte Erdöl zwischen 33 % und 36 % der Stromerzeugung ab“, sagte Hoffman. „Fossile Brennstoffe sind nach wie vor die wichtigste Energiequelle – und auch die Kernenergie –, sie sind es, die Neuengland derzeit warmhalten. … Diese unbeständigen, wetterabhängigen Energiequellen können den aktuellen Bedarf nicht decken, um Ihr Haus warm zu halten und Strom zu haben.“
„Wir hoffen, dass die Umfragen und unsere Arbeit für das Zentrum in diesem Jahr dazu beitragen können, Frauen einige der Realitäten im Energiebereich zu verdeutlichen, und ich denke, das können wir erreichen und sie ausreichend aufklären“,
Alle Inhalte der Daily Caller News Foundation, einem unabhängigen und überparteilichen Nachrichtendienst, stehen seriösen Nachrichtenverlagen mit großer Reichweite kostenlos zur Verfügung. Alle wiederveröffentlichten Artikel müssen unser Logo, den Namen des/der jeweiligen Reporters/Reporterin und dessen/deren Zugehörigkeit zur DCNF enthalten. Bei Fragen zu unseren Richtlinien oder einer möglichen Partnerschaft kontaktieren Sie uns bitte unter [email protected] .
Der Beitrag Frauen sind sich nicht sicher, wem sie die Schuld an den steigenden Energiekosten geben sollen, aber es gefällt ihnen nicht erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Dieser Winter hat wieder einmal verdeutlicht, dass man sich auf Wind und Sonne zur Stromerzeugung nicht verlassen kann. Dennoch wird der Ausbau weiter vorangetrieben. Dies wird die Versorgungsprobleme jedoch nicht lösen.
Kürzlich erst kündigten neun europäische Länder an, gemeinsam 100 Gigawatt Offshore-Windkraft in der Nordsee aufzubauen. Großbritannien, Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Irland, Norwegen, Island und Luxemburg feiern das Projekt als Schritt in Richtung Energiesouveränität. Tatsächlich ist es vor allem ein weiterer Beleg dafür, wie tief der politische Betrieb inzwischen in der grün-globalistischen Ideologie feststeckt. Denn Wind ersetzt keine gesicherte Leistung.
Während Europa seine Zukunft auf Windkraftwerke im Meer setzt, demonstrieren die Vereinigten Staaten unfreiwillig, wie ein Stromsystem unter Stress tatsächlich funktioniert. Eine außergewöhnliche Kältewelle zwang mehrere US-Regionen dazu, genau jene Energiequellen hochzufahren, die Europas Klima-Ideologen am liebsten abschaffen würden. In Neuengland stammte zeitweise bis zu 40 Prozent des Stroms aus Öl, während Wind und Solar gemeinsam kaum mehr als sechs Prozent beitrugen.
Auch Texas, oft als Musterfall der Energiewende missverstanden, bereitete sich frühzeitig auf massive Wind-Ausfälle vor. Bis zu 60 Prozent der installierten Windkapazität galten als gefährdet, Solar fiel im Schnee faktisch komplett aus. Die Folge war eine Fokussierung auf Gas, Kernkraft und auch Kohle. Grundlast zählt. Sie zählt immer, aber besonders in Extremsituationen. Gas, Kohle, Kernenergie und notfalls auch Öl liefern Strom unabhängig von Wetter, Tageszeit oder Ladezustand irgendwelcher Batteriespeicher. Wind und Solar tun das nicht.
In Europa weiß man das eigentlich. Deutschland etwa verfügt über große Braunkohlereserven, weigert sich aber aus ideologischen Gründen, sie langfristig zu nutzen. Gleichzeitig laufen Kohlekraftwerke wieder auf Hochtouren, sobald Kälte und Dunkelheit zuschlagen.
Weil Europa weder ausreichend eigene Ressourcen nutzt noch bereit ist, realistische Energiepolitik zu betreiben, wächst die Importabhängigkeit weiter. Besonders von den USA. Bereits im vergangenen Jahr stammten 57 Prozent der LNG-Importe der EU und Großbritanniens aus den Vereinigten Staaten. Rechnet man Pipelinegas hinzu, kam rund ein Viertel aller Gasimporte aus Amerika. Und das ist erst der Anfang.
Ab 2027 ist russisches Gas in der EU vollständig verboten. Eine Entscheidung, die wirtschaftlich selbstzerstörerisch ist und geopolitisch an Naivität kaum zu überbieten. Während Ungarn und die Slowakei vergeblich protestierten, kauften die EU-Staaten im selben Atemzug so viel russisches LNG wie nie zuvor. Die EU war zuletzt sogar der größte Abnehmer russischen Flüssiggases. Mit dem endgültigen Verzicht auf russisches Gas bleibt Europa jedoch kaum eine Alternative zur weiteren Abhängigkeit von US-LNG.
Noch mehr Windkraftwerke zu bauen, ist daher keine Lösung für Europas Energieproblem, sondern Teil des Problems selbst. Versorgungssicherheit entsteht nicht durch installierte Nennleistung, sondern durch gesicherte Verfügbarkeit. 100 GW an installierter Nennleistung mehr bringen nämlich gar nichts, wenn kein Wind weht.
Ronald Stein
[Alle Hervorhebungen im Original]
Die meisten gewählten Amtsträger sowie diejenigen, die eine Wahl anstreben, haben kaum Verständnis für die Unterschiede zwischen den Produkten und Kraftstoffen, welche die Wirtschaft antreiben, und dem Strom, den die Infrastruktur benötigt. Daher sollten alle Kandidaten, die sich im ganzen Land [= den USA] für ein öffentliches Amt bewerben (beide Parteien) – für Bürgermeister, Gouverneur, Präsident usw. – die Möglichkeit erhalten, ihre Energiekompetenz in öffentlichen Debatten zu teilen.
Die Weltbevölkerung ist in weniger als 200 Jahren von 1 Milliarde auf über 8 Milliarden Menschen angestiegen, nicht aufgrund fossiler Brennstoffe selbst, sondern aufgrund der aus fossilen Brennstoffen hergestellten Produkte und Kraftstoffe. Dieses Wachstum ist direkt auf die rasante Zunahme der Anzahl von Produkten und Kraftstoffen zurückzuführen, die aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden und von denen viele für Gesundheit, Sicherheit, Mobilität, Landwirtschaft und Landesverteidigung unverzichtbar sind.
Da Windkraftanlagen und Solarpaneele nur Strom erzeugen, könnte das kurze Lehrvideo „Can You Go a Day Without Fossil Fuels?” (Kannst du einen Tag ohne fossile Brennstoffe auskommen?) für Leser hilfreich sein, da es einige der Produkte zeigt, die Windkraftanlagen und Solarpaneele für unsere materialistische Gesellschaft nicht herstellen können. Dieses Video ist weniger als zwei Minuten lang.
Da alle Komponenten, die zur Stromerzeugung benötigt werden – sei es durch Kohle, Erdgas, Wasserkraft, Kernkraft, Windkraft oder Solarenergie – aus fossilen Brennstoffen hergestellt werden, zeigt George Carlin in einem kurzen einminütigen Video, was passieren würde, wenn man die Welt von fossilen Brennstoffen befreien würde, weil dadurch jegliche Stromversorgung wegfallen würde.
Bevor wir den Planeten von der Nutzung fossiler Brennstoffe befreien, hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, wie die Ideologen der Emissionsfreiheit den Ersatz für das schwarze Teerprodukt planen, das gemeinhin als Rohöl bezeichnet wird – damit die Lieferkette für Produkte und Kraftstoffe aufrechterhalten bleibt, die von den 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten nachgefragt werden und die Grundlage der Weltwirtschaft bilden.
Das bringt uns zurück zum Kern der Energie-Weisheit: Entscheidungen von Amtsträgern über Energie sind im Grunde genommen Entscheidungen über die Gesellschaft selbst – darüber, welche Art von Wirtschaft wir aufrechterhalten wollen, welche Art von Gemeinschaften wir aufbauen wollen und welche Kompromisse wir bereit sind zu akzeptieren. Das sind nicht nur technische Fragen, sondern kulturelle, wirtschaftliche, geopolitische und ethische Fragen, die eine ernsthafte öffentliche Debatte erfordern, insbesondere vonseiten derjenigen, die ein öffentliches Amt anstreben.
Für Kandidaten, die eine Führungsrolle anstreben – sei es als Bürgermeister, Gouverneur oder Präsident – erfordert Energiekompetenz ein umfassendes Bewusstsein: dass die moderne Zivilisation nicht allein mit Elektrizität betrieben wird; dass Materialien eine wichtige Rolle spielen; dass Kraftstoffe für Flugzeuge, Schiffe, das Militär, Baumaschinen und die Raumfahrt unverzichtbar sind; dass Öl die Grundlage für die globale Logistik und Fertigung bildet; dass ethischer Bergbau Teil jeder verantwortungsvollen Strategie sein muss; dass atomar erzeugter Strom auf die globale Bühne zurückkehrt; und dass die Mineral- und Metallressourcen der Erde zwar riesig, aber letztlich endlich sind. Der Wohlstand Amerikas war schon immer an seine Fähigkeit geknüpft, die industriellen Realitäten zu verstehen, und nicht nur an politische Ambitionen.
Die folgenden offenen Fragen sollen politische Persönlichkeiten nicht in die Falle locken oder in Verlegenheit bringen, sondern zu einer tieferen Diskussion über ihre Energiekompetenz anregen. Wenn ein aufstrebender Politiker die folgenden sechs Fragen mit durchdachten Antworten beantworten kann, haben die Wähler ein klareres Bild davon, ob diese Person über die für eine Führungsrolle erforderliche Energiekompetenz verfügt.
1. Mehr als 6.000 Produkte und Kraftstoffe sind täglich auf Petrochemikalien angewiesen, von denen viele für Gesundheit, Sicherheit, Mobilität, Landwirtschaft und Landesverteidigung unverzichtbar sind.
Frage: In Anbetracht der Tatsache, dass Wind- und Sonnenenergie nur Strom erzeugen, aber nicht die von Menschen weltweit nachgefragten Produkte oder Kraftstoffe herstellen können, welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach Erdölprodukte für die Aufrechterhaltung einer modernen Industriegesellschaft und Zivilisation?
2. Um eine Lebenserwartung von mittlerweile über 75 Jahren zu ermöglichen – im Vergleich zu etwa 40 Jahren im 19. Jahrhundert –, basieren fast alle modernen Arzneimittel auf Petrochemikalien aus Rohöl, sowohl für ihre Herstellung als auch für wesentliche Komponenten wie Arzneimittelabgabesysteme, Kunststoffe (Spritzen, Infusionsbeutel), Verpackungen und Transport – wodurch Öl für fast jeden Weg eines Medikaments vom Labor zum Patienten von grundlegender Bedeutung ist. Diese aus Erdöl gewonnenen Chemikalien sind für die Herstellung von Wirkstoffen und die Reinigung von Arzneimitteln aus natürlichen Quellen von entscheidender Bedeutung und ermöglichen eine kostengünstige Produktion in großem Maßstab.
Frage: Die Wähler haben ein Recht darauf zu erfahren, wie Sie Rohöl ersetzen und gleichzeitig die Lieferkette für Produkte aufrechterhalten wollen, die für die medizinische Industrie erforderlich sind.
3. Eine kontinuierliche und zuverlässige Stromversorgung ist für Industriegesellschaften und Volkswirtschaften nach wie vor unverzichtbar. Die Wähler haben ein Recht darauf zu erfahren, wie ein Kandidat unter allen Umständen eine zuverlässige Stromversorgung sicherstellen will.
Frage: Wie beurteilen Sie die Grenzen einer Strompolitik, die sich ausschließlich auf Windkraftanlagen und Solarzellen stützt, die nur unter günstigen Wetterbedingungen Strom erzeugen können?
4. Weltweit entstehen neue Kernreaktor-Technologien, um kontinuierlich, unterbrechungsfrei und emissionsfrei Strom zu erzeugen und so die wachsende Nachfrage zu decken.
Frage: Wie wird Ihrer Meinung nach die Kernenergie zum langfristigen Strombedarf der USA beitragen, und wird Amerika dabei eine Führungsrolle übernehmen oder eher folgen?
5. Derzeit sind die internationalen Lieferketten für die Mineralien und Metalle, die für den Bau von Windkraftanlagen, Solarzellen und Batterien für Elektrofahrzeuge benötigt werden, stark von ärmeren Entwicklungsländern mit minimalen Arbeitsschutz- und Umweltvorschriften abhängig.
Frage: Wie stehen Sie zu den ethischen und moralischen Aspekten des weltweiten Abbaus kritischer Mineralien und Metalle, insbesondere im Hinblick auf die Ausbeutung von Kinderarbeit und die Umweltzerstörung in ärmeren Entwicklungsländern – oft mit Menschen mit gelber, brauner und schwarzer Hautfarbe –, die derzeit diese Materialien liefern, um die grüne Bewegung in reicheren Ländern zu unterstützen?
6. Die endlichen natürlichen Ressourcen der Erde – Erdöl, Kohle, Lithium, Kobalt und andere – sind nicht unbegrenzt verfügbar und erfordern möglicherweise einen klügeren Ansatz bei der Energieplanung und dem Energieverbrauch.
Frage: Welche Grundsätze sollten die nationale Politik in den nächsten fünfzig Jahren leiten, um die Lieferkette für Produkte, Kraftstoffe und ausreichend Strom aufrechtzuerhalten und so den ständig wachsenden Materialbedarf der 8 Milliarden Menschen auf der Erde zu decken?
Amerika – und die 8 Milliarden Menschen weltweit – brauchen Führungskräfte, die über Slogans, über enge Kategorien der Stromversorgung und über kurzfristige politische Zyklen hinausdenken können. Bei „Energy Wisdom” geht es nicht darum, eine Energiequelle einer anderen vorzuziehen. Es geht darum, die gesamte industrielle Realität, die das moderne Leben erhält, anzuerkennen und Energieentscheidungen – in Bezug auf Produkte, Kraftstoffe für den Transport und den Strombedarf der heutigen Infrastruktur – mit Bescheidenheit, Verantwortung und praktischem Verständnis anzugehen. Das ist die Art von „Energy Wisdom”-Führung, die das 21. Jahrhundert benötigt.
This piece originally appeared at AmericaOutLoud.news and has been republished here with permission.
Autor: Ronald Stein is the Founder and Ambassador for Energy & Infrastructure of PTS Advance, headquartered in Irvine, California.
Link: https://cornwallalliance.org/energy-wisdom-is-lacking-among-public-officials/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
Der Beitrag Beamten und Politikern mangelt es an Energiewissen erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
Auf der Welt gibt es nicht nur menschliche Kulturen, die kaum oder gar nicht miteinander koexistieren können (etwa tribalistischer Kannibalismus mit dem Mordverbot des jüdisch-christlichen Dekalogs), sondern auch Techniken der Elektrizitätsversorgung, die schlecht oder gar nicht miteinander verträglich sind. Das bekannteste historische Beispiel dafür ist die Jahre lange heftige Auseinandersetzung zwischen dem genialen Erfinder Thomas Alva Edison und der fortbestehenden Firma Westinghouse um die Elektrizitätsübertragung mittels Gleich- oder Wechselstromsystemen. Dieser Konflikt erforderte damals eine klare Entscheidung für eine der beiden unterschiedlichen Übertragungstechniken. Nur in besonderen Situationen gelten die beiden Techniken als kompatibel. Auf eine ähnliche weitreichende Entscheidungssituation steuert derzeit unser Nachbarland Frankreich zu.
Mit einem Kernenergie-Anteil von über 70 Prozent und einem Anteil der Wasserkraft um die 20 Prozent gilt die französische Elektrizitätsversorgung, im Unterschied zur deutschen, als eher zukunftsfähig, Probleme bereiten lediglich die hohen Investitionskosten der geplanten neuen sechs großen Kernreaktoren vom Typ EPR2 sowie die Finanzierung der Entwicklung kleiner modularer Kernreaktoren (SMR), die im Unterschied zu den großen eine flexible und verbrauchsnahe Elektrizitätserzeugung ermöglichen. (Gerade steht das von mir bei EIKE vorgestellte Startup Naarea vor dem Konkurs, weil ihm die finanziellen Mittel fehlen, um seinen SMR-Prototypen marktfähig zu machen.)
Der Staat ist pleite, aber für Zufallsenergien ist noch Geld da
Statt für die Entwicklung innovativer und tragfähiger SMR-Konzepte ist aber beim französischen Pleite-Staat und in der europäischen Wirtschaft anscheinend noch immer mehr als genug Kapital für die unkontrollierte Expansion der so genannten erneuerbaren Wind- und Solarenergie vorhanden. Da der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und seine Freunde weiterhin auf der Welle des woken Zeitgeistes segeln wollen, setzen sie dem Druck grüner Investoren und politischer Bewegungen keinen Widerstand entgegen. Zwar haben sie ihre Bemühungen, auch in Frankreich (unausgesprochen) einen „Atomausstieg“ nach deutschem Vorbild anzubahnen, nach einem Anflug von Realismus inzwischen aufgeben müssen und in Brüssel erreicht, dass die Kernenergie in der EU-Taxonomie des „Green Deal“ als kohlenstoffarm bzw. „nachhaltig“ durchgeht. Doch stemmt sich Emmanuel Macron im Verein mit Ursula von der Leyen und anderen Spitzenpolitikern der EU mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die von Donald Trump in Davos verkündete Stunde der Wahrheit über die „Erneuerbaren“.
So setzt die „Macronie“, wie viele Franzosen Macons Regime missbilligend bezeichnen, im letzten Entwurf des noch nicht verabschiedeten dritten französischen Plans für die Entwicklung der Energieversorgung in den kommenden zehn Jahren (Programmation Pluriannuelle de l’Energie, PPE3) auf eine angebliche Komplementarität zwischen steuerbaren und wetterabhängigen Energiequellen, indem sie eine Vervielfältigung der Offshore-Windräder um den Faktor 50 (!), die Verdoppelung der Zahl der landgestützten Windkraft- und eine Verfünffachung der Photovoltaikanlagen vorsieht. Auf Druck der in Paris immer noch präsenten deutschen „Energiewende“-Lobby haben die Macronisten zusammen mit Linksradikalen und Grünen offenbar beschlossen, den Kernreaktoren, die sie ursprünglich abschalten wollten, aber wegen der harten Realität nicht konnten, eine ähnliche Rolle zuzuweisen wie den Gaskraftwerken in Deutschland. Statt ständig und verlässlich die Grundlast der Stromversorgung zu sichern, sollen sie in Zukunft vorwiegend, wenn nicht ausschließlich als „Lückenbüßer“ für die Überbrückung der Nächte und windarmer Wetterlagen dienen. Die „Erneuerbaren“ sollen wie in den deutschen Elektrizitätsnetzen absoluten Vorrang bekommen und die Kernkraftwerke sollen entsprechend der jeweiligen Wetterlage öfters schnell hoch- und runtergefahren werden, nicht selten mehrmals am Tag.
Kernkraftwerke nur noch Lückenbüßer?
Die macronistischen Technokraten verlangen daher in ihren Plänen ex- oder implizit eine große Modulationsfähigkeit der Kernkraftwerke. Doch für diesen wechselnden Einsatz sind die Kernkraftwerke – insbesondere die zwischen 1978 und 1999 erbauten, welche nach der erfolgten offiziellen Laufzeitverlängerung noch lange am Netz bleiben sollen – überhaupt nicht ausgelegt. Die Wellen ihrer Turbinen müssten bei einem längeren Stillstand künstlich weitergedreht werden, damit sie sich nicht mit einem bremsenden Schleier aus Oxidationsprodukten überziehen. Das würde ein Wiederanfahren schwierig machen. Die Ingenieure gehen davon aus, dass die Auslastung der meisten Anlagen gefahrlos nur um etwa 20 Prozent schwanken kann. Größere Schwankungen müssten zu einem vorzeitigen Verschleiß der Anlagen führen.
Das ist den Ingenieuren seit längerem bekannt. Schon Anfang 2023 gab es dazu eine parlamentarische Anhörung. Bis Ende 2025 sollte der staatliche Elektrizitätsversorger EDF einen detaillierten Bericht über die mit der häufigen Modulation der Leistung von Kernkraftwerken verbundenen technischen und gesundheitlichen Risiken vorlegen. Doch Bernard Fontana, seit Mai 2025 neuer Generaldirektor von EDF, ließ Mitte Januar auf dem Schweizer Elektrizitätskongress in Bern durchblicken, dass die Regierung unter Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Sébastien Lecornu die Veröffentlichung des Berichts blockiert, um nicht zusätzlich Wasser auf die Mühlen der in Frankreich starken Kritiker des woken Windrad-Wahns zu leiten. Einige Details des offiziell noch geheimen Rapports waren über die Gewerkschaften der Führungskräfte an die Öffentlichkeit gelangt. Fontana beteuerte zwar, EDF habe nach wie vor die Absicht, den kompletten Bericht zu veröffentlichen. Dieser sei aber in der vorliegenden Form „non publiable“.
Doch die Pro-Kernenergie-Initiative „Documentaire et Liberté“ weist in einem Post auf „X“ auf gleichzeitig vom Netzbetreiber RTE veröffentlichte Projektionen hin, aus denen hervorgeht, dass die PPE3 tatsächlich die Umwandlung des Rückgrats der französischen Stromversorgung in einen Lückenbüßer vorsehen. Zwar wird auch heute die Leistung der KKW bereits moduliert, und zwar insgesamt über eine Spanne von 12 Terawattstunden (TWh). Dabei stand aber die wirtschaftliche Optimierung des KKW-Einsatzes im Vordergrund. Würde die PPE3 hingegen buchstabengetreu umgesetzt, wäre bis 2035 mit einer Regulierungs-Spanne von über 100 TWh zu rechnen. Dadurch würde die Kernenergie wahrscheinlich ihre technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile gegenüber anderen Energiequellen verlieren. Die In der PPE3 vorgesehene massive Förderung der „Erneuerbaren“ käme damit lediglich über einen kleinen Umweg zum Ziel „Atomausstieg“.
Verdoppelung des Strompreises durch „Erneuerbare“
Schon bisher führte der wachsende Anteil wetterabhängiger Energiequellen an der französischen Elektrizitätsversorgung neben der Einbindung Frankreichs in das Merit Order Tarifsystem der EU zur allmählichen Verdoppelung der Stromrechnungen französischer Haushalte in den vergangenen 10 Jahren. Allein zwischen 2023 und 2024 stieg der Preis für Haushaltstrom um 18 Prozent. Durch die Umsetzung der PPE3 würde sich der Strompreis bis 2035 noch einmal verdoppeln, rechnet der Ingenieur Fabien Bouglé vor. Dabei sind die Erzeugerpreise in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Explodiert sind Steuern und Zuschläge für die Subvention und die Netzanbindung des dezentral an Land oder Offshore erzeugten Solar- und Windstroms. Nur die völlige Abkehr vom irrsinnigen Ziel der Kohlenstoff-Neutralität durch die Förderung der „Erneuerbaren“ könnte die Franzosen wieder in den Genuss der Vorteile preisgünstigen Atomstroms zurückbringen.
Der Beitrag Frankreich: Kernenergie und „Erneuerbare“ vertragen sich schlecht erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
WUWT, Essay von Eric Worrall, 25.01.2026
Explodierende Energiekosten, eine politische Krise und ein irrer Plan zur Enteignung derjenigen, die den Reichtum schaffen und die kalifornische Wirtschaft antreiben.
Kaliforniens Milliardärssteuer erklärt: Die Vorschläge, die Gegenreaktion und die Abwanderung
Los Angeles Times, Queenie Wong, Redakteurin 19. Januar 2026,
Der Streit um eine neue Steuer für kalifornische Milliardäre dürfte sich in den kommenden Monaten weiter zuspitzen, da die Bürger darüber streiten, ob der Staat seine Superreichen stärker belasten sollte, um seinen normalen Bürgern besser zu dienen.
…
Nach dem „Billionaire Tax Act“ müssten Kalifornier mit einem Vermögen von über einer Milliarde Dollar eine einmalige Steuer von 5 % auf ihr Gesamtvermögen zahlen. Die Gewerkschaft Service Employees International Union-United Healthcare Workers West, die hinter dem Gesetzentwurf steht, erklärte, die Maßnahme würde dringend benötigte Gelder für Gesundheits-, Bildungs- und Lebensmittelhilfsprogramme einbringen.
…
Welche Milliardäre distanzieren sich bereits von Kalifornien?
Google-Mitbegründer Larry Page und Sergey Brin
Der in Palo Alto ansässige Risikokapitalgeber Chamath Palihapitiya schätzt, dass die Steuerausfälle durch die Milliardäre, die den Bundesstaat bereits verlassen haben, die Steuerausfälle übersteigen und somit die durch die neue Steuer generierten Einnahmen übersteigen
Einschub des Übersetzers: Ein auf WUWT weggelassener Abschnitt, der m.e. auch wichtig für Ihre Meinungsbildung ist
Wie stehen die Erfolgsaussichten der Initiative?
Es ist unklar, ob die Volksabstimmung im November gute Chancen auf Erfolg hat. Newsom*) lehnt die Steuer ab, und seine Unterstützung hat sich bei Volksabstimmungen als wichtig erwiesen.
Im Jahr 2022 sprach er sich gegen eine Volksabstimmung aus, die den Markt für Elektrofahrzeuge durch Steuererhöhungen für Kalifornier mit einem Jahreseinkommen von über 2 Millionen US-Dollar subventioniert hätte. Die Initiative scheiterte. Im darauffolgenden Jahr lehnte er ein Gesetz zur Besteuerung von Vermögen über 50 Millionen US-Dollar ab. Der Gesetzentwurf wurde zurückgestellt, bevor das Parlament darüber abstimmen konnte. Ein Gesetzentwurf zur Einführung einer jährlichen Steuer für kalifornische Einwohner mit einem Nettovermögen von über 30 Millionen US-Dollar scheiterte ebenfalls im Jahr 2020.
Senator Bernie Sanders (I-Vt.) und Abgeordneter Ro Khanna (D-Fremont) unterstützen jedoch den Vorschlag einer Vermögenssteuer, und die Kalifornier haben bereits zuvor befristete Steuermaßnahmen verabschiedet. Im Jahr 2012 stimmten sie für Proposition 30, eine Erhöhung der Umsatzsteuer und der Einkommensteuer für Einwohner mit einem Jahreseinkommen von über 250.000 US-Dollar.
Weiterlesen: https://www.latimes.com/business/story/2026-01-19/explaining-californias-billionaire-tax-proposals-backlash-exodus
[*) Gavin Newsom, seit Januar 2019 Gouverneur von Kalifornien, verfügt über ein erhebliches Vermögen, das hauptsächlich aus seinen geschäftlichen Unternehmungen und seiner politischen Karriere stammt. Vor seinem Einstieg in die Politik gründete er 1991 die PlumpJack Group, die auf 23 Unternehmen wie Weingüter, Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte anwuchs. Newsom verkaufte seine Beteiligungen an Unternehmen in San Francisco, behielt aber Interessen anderswo.
Wikipedia schreibt: Im Jahr 2021 enthüllte die Zeitung „The Sacramento Bee“, dass Siebel Newsom von 2011 bis 2018 über ihre gemeinnützige Organisation 2,3 Millionen US-Dollar mit ihrer Filmarbeit verdiente. Diese Organisation hatte 800.000 US-Dollar an Spenden von Unternehmen erhalten, die mit der kalifornischen Regierung Geschäfte machten, als die politische Karriere ihres Mannes Gavin Newsom steil bergauf ging. Auch nach seinem Amtsantritt als Gouverneur bezog sie weiterhin ihr Gehalt.]
Warum braucht Kalifornien so dringend so viel Geld?
Folgende Erklärung könnte folgen:

Was Sie wissen müssen: Der Gouverneur hat sich mit führenden Politikern und Interessenvertretern getroffen und ein wichtiges Gesetz unterzeichnet, das verspricht, die Stromkosten zu senken, den Erdölmarkt zu stabilisieren und die Luftverschmutzung drastisch zu reduzieren.
SAN FRANCISCO – Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete heute weitreichende, parteiübergreifende Reformen der kalifornischen Klimapolitik, die den Bürgern Milliarden von Dollar an Energiekosten einsparen sollen. Newsoms Vorgehen erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden Bemühungen der Trump-Regierung, jahrzehntealte, parteiübergreifende amerikanische Gesetze zum Schutz der Luftqualität auszuhöhlen und wichtige Fortschritte im Klimaschutz zunichtezumachen.
…
„Ich habe soeben das Gesetz zur größten Rückerstattung von Stromrechnungen seit zehn Jahren unterzeichnet – bis zu 60 Milliarden Dollar, um die Kosten für kalifornische Familien zu senken. Millionen Kalifornier werden schon bald Milliarden an Energiekosten sparen, und die Einsparungen hören hier nicht auf: Wir stabilisieren die Benzinversorgung des Bundesstaates, um drastische Preisanstiege an den Zapfsäulen zu verhindern, und erleichtern den Ausbau der reichlich vorhandenen sauberen Energie, die wir benötigen, um die Rechnungen niedrig zu halten. Darüber hinaus verstärken wir unsere Bemühungen um unser wichtigstes Instrument im Kampf gegen Trumps Angriffe auf saubere Luft – das Emissionshandelssystem – indem wir die Verursacher von Umweltverschmutzung für Projekte zahlen lassen, die unsere am stärksten betroffenen Gemeinden unterstützen.“
Warum werden die Strompreise zu einem solchen politischen Streitpunkt?
Warum die Stromrechnungen in Kalifornien immer weiter steigen: Die versteckten Kosten der Subventionen für Solaranlagen auf Hausdächern
Kalifornier zahlen die zweithöchsten Strompreise der USA. Immer mehr Studien belegen, dass die Hauptursache für die höheren Rechnungen eine jahrzehntealte Regelung ist, die Kunden dazu zwingt, die Solaranlagen ihrer Nachbarn auf deren Dächern zu finanzieren.
…
Nach Angaben des California Public Advocates Office belief sich diese Kostenverlagerung allein im Jahr 2024 auf 8,5 Milliarden Dollar , gegenüber 3,4 Milliarden Dollar vor nur drei Jahren.
Haushalte ohne Solaranlage zahlen jetzt bis zu 27 % mehr auf ihren Stromrechnungen, um die Subventionen zu decken, die an rund 1,6 Millionen mit Solaranlagen ausgestattete Haushalte gezahlt werden.
…
Weiterlesen: https://www.latimes.com/specialsupplements/story/2025-08-12/hidden-cost-of-rooftop-solar-subsidies
Ja, Kalifornien sollte das Vermögen von Milliardären besteuern. Hier ist der Grund dafür.
Los Angeles Times, Michael Hiltzik, 08.01.2026
…
Die Kritiker der Maßnahme merken an, dass Vermögenssteuern weltweit eine wechselhafte Geschichte haben, auch wenn sie oft ein düstereres Bild zeichnen, als die Faktenlage vermuten lässt. Zwölf europäische Länder führten noch 1995 breit angelegte Vermögenssteuern ein, acht von ihnen haben diese jedoch wieder abgeschafft.
Laut der Tax Foundation Europe gibt es Vermögenssteuern demnach nur noch in Kolumbien, Norwegen, Spanien und der Schweiz . Das stimmt aber nicht ganz. In Frankreich und Italien werden sie weiterhin erhoben, und zwar als Grundsteuer auf Immobilien. Auch in Belgien gibt es Vermögenssteuern, die auf Wertpapierdepots mit einem Wert von über einer Million Euro (ca. 1,16 Millionen US-Dollar) erhoben werden.
Die Schweizer Vermögenssteuer ist mit Abstand die älteste; sie wurde 1840 eingeführt. Sie wird jährlich von den einzelnen Kantonen auf alle Einwohner erhoben und beträgt nach Abzügen und Ausnahmen für bestimmte Vermögenskategorien bis zu etwa 1 % des Nettovermögens
…
Ich behaupte nicht, dass die Subventionen für Solaranlagen auf Hausdächern allein die Ursache für Kaliforniens Finanzkrise sind; das wirtschaftliche Missmanagement Kaliforniens ist viel umfassender und geht weit über die Subventionen hinaus. Doch die Unterzeichnung eines Gesetzes, das 60 Milliarden Dollar zur Bekämpfung der selbstverschuldeten Lebenshaltungskostenkrise vorsieht, wird die finanziellen Probleme des Bundesstaates wohl kaum lösen.
Das Haushaltsdefizit Kaliforniens betrug 2025 18 Milliarden US-Dollar . Für dieses Jahr wird ein Defizit von 35 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Wie hoch schätzen Sie das kalifornische Haushaltsdefizit im Jahr 2026 ein?
Werden zukünftige Historiker den bevorstehenden Zusammenbruch Kaliforniens als den verzweifelten Versuch der Subventionierung der explodierenden Preise für grüne Energie betrachten, der das Fass zum Überlaufen brachte und die Wirtschaft des Bundesstaates zum Erliegen brachte? Oder werden sie sich auf das Gesetz zur Enteignung von Vermögen als Auslöser des Zusammenbruchs konzentrieren? Was meinen Sie?
Der Beitrag Sind Subventionen für grüne Energie der eigentliche Antrieb für Kaliforniens Plan zur höheren Belastung der Reichen? erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

Es ist mal wieder ein Hauptstadtdebakel: Fehlende Ladeinfrastruktur, mangelnde Reichweite und finanzielle Probleme bringen Berlins ambitioniertes Ziel einer klimaneutralen Busflotte bis 2030 in Gefahr.
Dieser Beitrag Fehlkäufe Berlins E-Bus-Projekt kriselt wurde veröffentlich auf JUNGE FREIHEIT.
Die globalen Ölreserven sind umfangreicher als gerne behauptet wird. Doch diese Anti-Öl-Dauerpropaganda führte auch dazu, dass weniger in den Sektor investiert wurde, als eigentlich nötig wäre. Dies könnte in einigen Jahren zu Versorgungsproblemen führen.
Jahrelang wurde der Welt eingeredet, das Ende der Ölversorgung stehe unmittelbar bevor. Spätestens 2030, so verkündete die Internationale Energieagentur (IEA) mit missionarischem Eifer, beginne der unaufhaltsame Abstieg fossiler Energien, 2050 seien sie praktisch Geschichte. Politik, Medien und Investoren folgten dieser Erzählung – mit fatalen Folgen. Denn die reale Investitionstätigkeit in die Öl- und Gasförderung brach massiv ein. Doch diese ideologisch gefärbten Prognosen könnten der Welt bald schmerzhaft um die Ohren fliegen.
Bereits vor rund zehn Jahren sanken die Investitionen in Exploration und Erschließung von Öl- und Gasvorkommen um etwa 30 Prozent – ausgelöst durch die Angst vor sogenannten “stranded assets”. Seitdem hat sich dieser Investitionsstau verfestigt, während der globale Energiehunger ungebrochen wächst. Ein neuer Bericht des National Center for Energy Analytics warnt nun offen vor Versorgungslücken, falls der Bedarf auch nur annähernd auf dem Niveau der frühen 2000er-Jahre bleibt. Allein in den kommenden zehn Jahren könnte eine Finanzierungslücke von rund 1,5 Billionen Dollar entstehen.
Dass es so weit kommen konnte, ist das Ergebnis politisierter Modellrechnungen. Die IEA hat sich seit 2020 faktisch auf Net-Zero-Szenarien festgelegt und alternative Entwicklungen systematisch ausgeblendet. Diese Selbstzensur wurde von Medien dankbar aufgegriffen und in Schlagzeilen verbreitet, die Investoren vor angeblich wertlosen Öl- und Gasprojekten warnten. Realität spielte dabei nur noch eine Nebenrolle.
Doch trotz aller Energiewende-Rhetorik verbraucht die Welt heute mehr fossile Energien als je zuvor, ihr Anteil am globalen Energiemix ist seit Jahrzehnten erstaunlich stabil. Selbst in westlichen Industrieländern gelingt es kaum, Wind und Sonne ohne fossile Backup-Systeme zu betreiben. US-Senator John Barrasso brachte es treffend auf den Punkt, als er der IEA vorwarf, nicht mehr ausgewogen zu analysieren, sondern als Cheerleader der Energiewende aufzutreten.
Erst unter massivem Druck ruderte die IEA zaghaft zurück und ließ wieder Szenarien zu, in denen Öl und Gas auch nach 2050 eine Rolle spielen. Doch selbst diese Kurskorrektur wirkt halbherzig. Adam Sieminski, ehemaliger Chef der US-Energieinformationsbehörde, spricht von einer “unvollständigen Rückkehr zur Realität” und warnt vor weiterhin unrealistischen Annahmen. Wenn Politik weiterhin auf Wunschmodelle statt auf physikalische und ökonomische Fakten setzt, drohen Preisschocks und Versorgungsengpässe.
Besonders wichtig sind hierbei auch die geopolitischen Folgen dieser Fehlsteuerung. Sollte es zu Angebotsengpässen kommen, stellt sich nicht nur die Preisfrage, sondern auch die Machtfrage: Wer liefert, und zu welchen Bedingungen? OPEC-Staaten haben sich von der Peak-Oil-Erzählung nie beeindrucken lassen und setzen weiterhin auf stabile Absatzmärkte. Länder wie Venezuela verfügen über gigantische Reserven, die bei veränderten politischen Rahmenbedingungen rasch mobilisiert werden könnten. Der Westen hingegen hat sich freiwillig in eine strategische Abhängigkeit manövriert.
Hinzu kommt ein Faktor, den Klimamodelle regelmäßig unterschätzen: menschlicher Wohlstand. Steigendes Einkommen bedeutet mehr Mobilität, mehr Reisen, mehr Energieverbrauch. Millionen Menschen in Asien und Afrika kaufen erstmals Autos oder betreten ein Flugzeug – ganz unabhängig von europäischen Emissionszielen. Gleichzeitig zeigen demografische Prognosen zwar sinkende Geburtenraten, doch auch eine kleinere, wohlhabendere Weltbevölkerung verbraucht nicht automatisch weniger Energie.
Ohne umfangreiche Investitionen in die Ölinfrastruktur wird sich die energiepolitische Lage in einigen Jahren deutlich verschlechtern. Der Bedarf ist nämlich nach wie vor vorhanden. Und das auch nach 2050. Ebenso wird uns das Öl so schnell nicht ausgehen.