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Babymilch-Skandal: Baby in Frankreich positiv auf Giftstoff Cereulid getestet

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Vorschau ansehen Nach dem Skandal um verunreinigte Babymilch-Produkte ist in Frankreich erstmals ein Baby positiv auf den Giftstoff Cereulid getestet worden. Ob ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Toxin und den zurückgerufenen Babymilch-Produkten besteht, muss demnach noch geklärt werden.
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Bundesregierung stellt Aktionsplan vor: „Wir sagen der organisierten Kriminalität den Kampf an“

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Vorschau ansehen Mit einem gemeinsamen Aktionsplan wollen das Bundesfinanzministerium, das Bundesinnenministerium und das Bundesjustizministerium gegen die organisierte Kriminalität vorgehen.
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Der kommende Luft- und Raketenkrieg mit dem Iran

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Sollte es zum Krieg kommen, könnte das Weiße Haus unter Trump einen Ausweg benötigen …

von Oberst Douglas Macgregor

Präsident Trump hat die größte Konzentration von US-Luft- und Seestreitkräften im Nahen Osten seit dem Angriff auf den Irak im Jahr 2003 zusammengezogen.

Dan Grazier, ein pensionierter Marineoffizier und Senior Fellow am Stimson Center, stellt fest, dass sich inzwischen fast 100 Luftbetankungsflugzeuge im Nahen Osten befinden – zusätzlich zu den Trägerkampfgruppen und Kampfflugzeugen –, was auf eine deutlich größere und länger andauernde Operation hindeutet.

Für erfahrene Beobachter deutet die Zusammensetzung der Angriffsverbände auf einen strategischen Zweck hin: ein Zerstörungsgrad, der die Desintegration des iranischen Staates und seiner Gesellschaft herbeiführen soll.

Ist „Desintegration“ durch den Einsatz von Distanzangriffen ein erreichbares politisch-militärisches Ziel? Wird der Iran unter dem erdrückenden Gewicht amerikanischer und israelischer Luft- und Raketenangriffe wie ein „Kartenhaus“ in sich zusammenfallen? Die Antworten sind unklar, doch politische und militärische Führer, die Luft- und Raketenkriege beginnen, sind in der Regel überzeugt, dass die Anwendung massiver Feuerkraft aus der Distanz überwältigend wirksam sein wird.

Der Grund ist einfach: Im analytischen Rausch präziser Zielauswahl gegen kritische Knotenpunkte des Gegners – seine Systeme, Waffen sowie politische und militärische Führung – werden Entscheidungsträger zu wahren Gläubigen. In einer Welt, in der Bodentruppen Verluste bedeuten, wird das Versprechen eines Sieges durch Luft- und Raketenmacht dankbar aufgenommen.

Mit der Zeit erscheint der Planungsprozess selbst so gründlich und professionell, dass er Widerstand gegen diplomatische Lösungen mobilisiert. Die Grenzen von Distanzangriffen und Wissenslücken der Planer über die gegnerischen Streitkräfte sowie deren Verbündete werden häufig übersehen oder verharmlost.

Der Präsident, der Kriegsminister und ihre ranghöchsten militärischen Berater werden überzeugt, dass die Luft- und Raketenkampagne den Gegner zwingen wird, sich den Forderungen Washingtons zu unterwerfen. Präsidenten befassen sich selten mit den Details militärischer Operationen, und die politische Klasse in Washington erkennt die Grenzen militärischer Macht kaum an. Die Fähigkeit, einen anderen Staat aus der Luft oder von See aus ungestraft anzugreifen, ist fast immer der Diplomatie vorzuziehen.

Nur wenige Entscheidungsträger fragen, was beim letzten Versuch einer Luft- und Raketenkampagne geschah. Falls doch, neigen Planer dazu, ihnen zu versichern, dass neue Technologie und größere Mengen an Sprengstoff den Erfolg garantieren werden. Doch mit Ausnahme der israelischen Luftwaffe, die 1967 präventive Luftschläge gegen die ägyptische Luftwaffe durchführte, hat keine Luft- und Raketenkampagne wirklich entscheidende Ergebnisse erzielt.

Als Präsident Bill Clinton im Januar 1999 seinen zivilen und militärischen Beraterkreis fragte, wie lange die Kosovo-Luftkampagne dauern werde, erhielt er die Antwort: „Drei oder vier Tage, höchstens eine oder zwei Wochen.“ Tatsächlich dauerte die gegen den serbischen Staat geführte Luftkampagne 78 Tage.*

Die serbische Luftverteidigung aus den 1970er-Jahren erwies sich als weitaus widerstandsfähiger als erwartet. Dank innovativer Nutzung von Radartechnologie gelang es serbischen Luftverteidigungsoffizieren, ein Lockheed-F-117-Tarnkappenflugzeug zu orten und abzuschießen. Die serbische Luftverteidigung wurde nie unter 83 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit geschwächt.

Trotz intensiver Bombardierung zwang die Luft- und Raketenkampagne die serbische Armee nicht zum Rückzug aus dem Kosovo. Es war Strobe Talbott, der stellvertretende US-Außenminister, der nach Moskau flog und die russische Führung überzeugte, ihre Unterstützung für die Serben einzustellen. Ohne Moskaus Hilfe bei Treibstoff, Lebensmitteln und Medikamenten kam Belgrad zu dem Schluss, dass die serbische Bevölkerung den Balkanwinter nicht überstehen würde.

Die einzige Gewissheit in den heutigen Kriegsvorbereitungen gegen den Iran ist, dass die im Nahen Osten versammelten Luft- und Seestreitkräfte einen großen Teil der kritischen Infrastruktur, der Streitkräfte sowie der wissenschaftlich-industriellen Basis Irans zerstören werden. Wie viel Schaden der Iran den US-Streitkräften und ihren Stützpunkten zufügen wird, ist schwerer vorherzusagen.

Vielleicht noch wichtiger ist die Frage, wie Washington den Luft- und Raketenkrieg gegen den Iran beenden wird. Endet die Kampagne, wenn der Iran den formulierten Forderungen Washingtons nachgibt? Oder endet sie, wenn Washington die Raketen ausgehen und Israel in Trümmern liegt?

In seinem grundlegenden Werk All Wars Must End schrieb Dr. Fred Ickle: „Staaten müssen die gleiche Disziplin auf die Planung des Ausstiegs anwenden wie auf die Planung taktischer Angriffe.“ Die Scheu, sich mit der Beendigung eines Konflikts auseinanderzusetzen, ist verständlich, aber notwendig.

Irans massive Raketenverbände sind weit verstreut, viele befinden sich unterirdisch. Sollte die amerikanische Luft- und Raketenmacht nicht in der Lage sein, Irans gewaltiges Raketenarsenal über viele Wochen hinweg durch harte Schläge auszuschalten, und sollte der Iran die israelische Luft- und Raketenabwehr überwältigen, wird das Weiße Haus einen Ausweg benötigen.

*Von November 1997 bis Dezember 1999 diente Macgregor als Chefstratege und Direktor des Joint Operations Center im Supreme Headquarters Allied Powers Europe.

*

Oberst Douglas Macgregor (USA, a. D.) ist ein dekorierter Kampfveteran mit einem Doktortitel in Internationalen Beziehungen von der University of Virginia. Während der ersten Trump-Regierung war er leitender Berater des amtierenden Verteidigungsministers.*

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Enthauptete Deutsche in Florenz: Tatverdächtiger im Obdachlosenmilieu festgenommen

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Vorschau ansehen Enthauptete 44-jährige Deutsche in Scandicci: Obdachloser Tatverdächtiger, blutige Kleidung und sichergestellte Waffen – Indizien gegen einen Marokkaner verdichten sich, doch Motiv und Tathergang bleiben unklar.
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Ermittlungen gegen queeren Schiedsrichter Der Kaiser der Empörung ist nackt

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Am Spielfeldrand machte Schiri Kaiser seinem Freund einen medienwirksamen Heiratsantrag. Danach ging es bergab. Foto: IMAGO / Beautiful Sports International

Ein queerer Amateur-Schiedsrichter sorgte mit Berichten über angeblich homophobe Angriffe für internationale Empörung. Nun ermittelt die Justiz wegen des Verdachts, die Taten könnten vorgetäuscht worden sein. Steht der nächste Dschungelkönig damit fest?

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Heiratsantrag im Stadion Nach Haßverbrechen-Alarm ermittelt jetzt die Justiz gegen queeren Schiedsrichter

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Schiedsrichter. Zwei Männer küssen sich am Spielfeldrand eines Fußballstadions, einer hält eine geöffnete Ringschatulle in der Hand. Der bisexuelle Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser macht seinem Partner vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Köln einen Heiratsantrag; das Bild verbreitet sich bundesweit, während gegen ihn strafrechtliche Vorwürfe im Raum stehen. Pascal Kaiser im Rheinenergie-Stadion: Kuß nach dem Heiratsantrag vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Köln. Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | Steffie Wunderl

Politiker, Journalisten und selbst die Queerbeauftragte der Bundesregierung schlagen Alarm – wegen angeblich homophober Gewalt gegen einen bisexuellen Schiedsrichter. Plötzlich steht ein brisanter Verdacht im Raum: War alles nur inszeniert?

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Die Probleme eines Angriffs auf Iran

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Ein Blick auf die militärischen Herausforderungen zeigt, wie komplex und riskant jeder Versuch wäre, Iran mit einem massiven Schlag zu treffen. Eine grafische Darstellung, die kürzlich veröffentlicht wurde, hilft dabei, die Größe der potenziellen Streitkräfte einzuordnen und einige zentrale Probleme zu identifizieren.

Vergleich mit bisherigen Militäroperationen

💥🇮🇷🇺🇸🚨 THE PROBLEMS WITH AN IRAN STRIKE.

This excellent graphic allows us to understand better the issues facing any attempt to strike Iran. Now that we have some sense of the power of the potential force deployed we can highlight a few important points.

🚀 600 Tomahawk… https://t.co/wsQeS8KtAo

— Philip Pilkington (@philippilk) February 16, 2026

600 Tomahawk-Marschflugkörper mögen auf den ersten Blick nach einer großen Zahl klingen, doch im Kontext vergleichbarer Einsätze relativiert sich dies deutlich. Im Jahr 2025 beispielsweise feuerte Russland zwischen 1900 und 2000 Raketen im Rahmen des Angriffs auf die Ukraine ab. Dazu kommen Tausende von Drohneneinsätzen; einschließlich Kampf- und Angriffsdrohnen wurde die Ukraine insgesamt rund 34.000 Mal getroffen. Trotz dieser massiven Zahl an Angriffen bleibt die Ukraine funktional bestehen. 600 Tomahawks repräsentieren weniger als zwei Prozent der gesamten Schlagkraft, die durch diesen vergleichbaren Einsatz demonstriert wurde.

Limitierte Ressourcen

Ein weiteres strukturelles Problem ist die begrenzte Verfügbarkeit von Tomahawk-Raketen. Würde die US-Armee alle 600 verschießen, entspräche dies zwischen zehn und fünfzehn Prozent des gesamten Bestands dieser Waffensysteme – und zwar nicht nur jener in aktuellen Gefechtsgruppen sondern des gesamten weltweit existierenden Vorrats.

Auch die Luftangriffskapazitäten der eingesetzten Flugzeuge werfen Fragen auf. Diese könnten zwar zusätzliche Bombenlasten tragen, doch müssten sie sich im Einsatz gegen Irans Luftabwehr behaupten, die keineswegs schwach ist, wie gelegentliche Propaganda nahelegt. Selbst bei optimistischen Schätzungen bliebe die kombinierte Schlagkraft der Einsatzflugzeuge deutlich unter fünf Prozent der russischen Gesamtangriffe in der Ukraine.

Die Verteidigungsfähigkeit Irans

Doch das zentrale Problem liegt nicht in der Angriffs- sondern in der Verteidigungsfähigkeit Irans. Die gesamte Luftabwehrgruppe, die einem solchen Angriff entgegengestellt wäre, verfügt schätzungsweise über 1300 bis 1500 Abfangraketen. Dem gegenüber stehen angeblich etwa 80.000 schlagbereite Shahed-Drohnen sowie eine tägliche Produktionskapazität von rund 400 weiteren Drohnen.

Eine Vorstellung des Angriffszenarios

Stellen wir uns vor, Iran startete am ersten Tag 1000 bis 2000 Shahed-Drohnen zeitgleich. Solch ein Schlag könnte binnen kürzester Zeit die gesamte Luftabwehr eines US-Schlagverbands erschöpfen. Ohne effektive Luftabwehr wären die Kriegsschiffe und ihre Besatzungen anschließend hochgradig verwundbar.

Noch weiterreichende Bedrohung

Nach dem Ausschalten der gegnerischen Luftabwehr könnten fortgeschrittene Überschall-Anti-Schiffsraketen zum Einsatz kommen. Auch wenn diese seltener sind und nur einige Tausend im Arsenal stehen, wäre ihre Wirkung verheerend, sollte die Luftabwehr bereits geschwächt sein. Zusätzlich könnte Iran schnelle Bootseinheiten mit kurzreichweitigen Anti-Schiffsraketen einsetzen, um weitere Risiken für Marineverbände zu schaffen.

Die Risiken für die Vereinigten Staaten

Die potenziellen Gefahren eines solchen militärischen Engagements für die Vereinigten Staaten sind enorm. Es bleibt zu hoffen, dass Entscheidungsträger diese Dimensionen voll verstehen. Die US-Marine war bereits nicht in der Lage, die Huthi-Rebellen im Jemen vollständig zu besiegen. Iran indessen ist ein deutlich größeres und komplexeres militärisches Ziel.

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Vom „Don’t Be Evil“ zum Drohnenkönig: Eric Schmidt warnt, dass die „No-Man’s-Land“-Zone in der Ukraine die Zukunft des Krieges ist

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von Tyler Durden

Googles altes Motto „Don’t be evil“ wurde vor etwa acht Jahren aus sehr guten Gründen aufgegeben.

Der ehemalige CEO Eric Schmidt hat eine neue Obsession gefunden und wird mit einer verdeckten Drohnen-Produktionspipeline in Verbindung gebracht, die Hunderte von FPV-Drohnen an ukrainische Fronteinheiten geliefert hat – und damit seine Warnung in einem neuen Gastbeitrag in der Financial Times bekräftigt, dass „Ukraines No Man’s Land die Zukunft des Krieges ist“.

„Zukünftige Kriege werden durch unbemannte Waffen definiert werden“, schrieb Schmidt in dem Gastbeitrag.

Er sagte: „Der Gewinner dieser Drohnenschlachten wird dann mit unbemannten Boden- und See­fahrzeugen vorrücken können, die sich langsam bewegen, aber schwerere Nutzlasten tragen können.“

Ukrainische Soldaten eröffneten aus nächster Nähe das Feuer auf eine direkt auf sie zufliegende FPV-Drohne. Obwohl die Drohne ihr Ziel erreichte, detonierte sie Berichten zufolge nicht.

🔴 Ukrainian soldiers fired at close range at an incoming FPV drone heading directly toward them.

▪ Although the drone reached its target, it reportedly failed to detonate. pic.twitter.com/egeYanYYJw

— PrimeNews (@PrimeNews00) February 14, 2026

Schmidt beschrieb einen Abschnitt an der Frontlinie als „No Man’s Land“.

Er erklärte:

Die Ukraine ist bereit für die nächste Stufe der Kriegsführung – mit Schwärmen von Drohnen, die ferngesteuert werden und zunehmend mit KI-Zielerfassung automatisiert sind.

Das No Man’s Land hat sich ausgeweitet, da jede Seite ihr wertvollstes Personal von der Front zurückzieht, während neue Generationen von Drohnen durch bessere Batterien, Sensoren und Aerodynamik größere Reichweiten und höhere Letalität erreichen. Die Automatisierung von Operationen, damit Personal sicher hinter den Linien agieren kann, ist zu einer dringenden ukrainischen Priorität geworden – mit Plänen, Drohnenpiloten im Jahr 2026 noch weiter von der Front zu entfernen.

Die Kombination aus nicht blockierbarer Satellitenkommunikation, günstigen Spektrumnetzwerken und präziser GPS-Zielerfassung bedeutet, dass der Kampf nur noch als Drohne-gegen-Drohne-Gefecht geführt werden kann. Drohnen teilen Daten in Echtzeit, sodass viele kostengünstige Plattformen als eine einzige Waffe agieren können. Sie werden Luft-Luft-Raketen tragen, um Angreifer abzuwehren – genau wie ein Kampfjet, nur günstiger und in größerer Zahl verfügbar.

Innerhalb dieser Tötungszone, die Berichten zufolge mehrere Meilen umfasst – und nach manchen Einschätzungen etwa 15 Meilen (ca. 24 km) oder mehr breit ist – dominieren FPV-Drohnen und Bodenroboter, mit KI-Tötungsketten, die in manchen Fällen den direkten menschlichen Eingriff in die Entscheidung zum Töten reduzieren oder ganz entfernen.

Schmidt fuhr fort:

Wenn der Krieg in der Ukraine schließlich beigelegt wird, könnte das Ergebnis ein angespannter Frieden sein, der ebenso viele Lehren für westliche Nationen bereithält wie der Konflikt selbst. In Zukunft könnte entlang der Trennlinie zwischen Russland und der Ukraine eine „Drohnenmauer“ errichtet werden, bei der allgegenwärtige automatisierte Drohnen die Grenze wie ein intelligenter elektrischer Zaun überwachen. Da diese Drohnen wertvolle Ziele für den Feind darstellen, müssen sie bewaffnet sein, um Angreifer abzuwehren – wodurch eine harte Grenze entsteht, die Meilen hoch und Meilen breit ist.

Zahlreiche Publikationen haben den Aufstieg von Schmidts geheim operierendem Militär-Drohnenunternehmen White Stork dokumentiert, darunter ein Bericht von Forbes aus dem Jahr 2025.

Ein separater Bericht von Aviation Weekly besagte, dass Schmidts Drohnenfirma „die Produktion ausweiten wird, um in diesem Jahr Hunderttausende Drohnen an die Ukraine zu liefern – und noch mehr im Jahr 2026“.

Und während Menschen weiterhin in die Tötungskette eingebunden sind, muss auch die „Gamification des Krieges“ erwähnt werden: Die ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme führen seit dem vergangenen Jahr sogar ein öffentlich zugängliches Online-„Killboard“, auf dem jeder bestätigte russische Verluste durch ukrainische Drohnenangriffe nahezu in Echtzeit nachverfolgen kann.

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Doug Casey über Iran: Wie ein „begrenzter Schlag“ zu einem Systemschock eskalieren könnte

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Doug Casey

International Man: Wir haben gesehen, dass Präsident Trump schärfere Warnungen gegenüber Iran ausgesprochen hat. Glauben Sie, dass die Spannungen zwischen den USA und Iran auf einen offenen Krieg zusteuern, oder ist es nur hartes Verhandeln?

Doug Casey: Trump hält sich für den besten Verhandler der Welt. Aber die Welt sieht ihn zunehmend als unberechenbaren Schizophrenen, der nicht von Vernunft geleitet ist. Niemand kann sagen, was er als Nächstes tun oder sagen wird. Aber wir wissen, dass er Luft- und Seearmadas um Iran herum konzentriert.

Da Iran für niemanden außer Israel ein Risiko darstellt, wäre jeder US-Angriff auf Iran unprovoziert. In der Vergangenheit wurden ihnen sogenannte terroristische Aktionen vorgeworfen. Aber was haben sie in den letzten Jahren gegen die USA getan? Die Antwort ist, glaube ich: nichts – außer Beschimpfungen; die USA seien „Der Große Satan“. Angesichts der Geschichte des Landes seit dem CIA-Putsch von 1953, der den gewählten Präsidenten stürzte, um den Schah einzusetzen, ist es verständlich, wenn gelegentlich eine Menge „Tod Amerika“ skandiert. Die US-Medien stellen Iraner natürlich als Geisteskranke dar, die Schaum vor dem Mund haben…

Ich wünschte, ich könnte dazu eine persönliche Versicherung geben. Aber obwohl ich etwa 160 Länder besucht habe, gehört Iran nicht dazu. Es ist eines meiner großen Bedauern, dass ich vor einigen Jahren, als ich eingeladen wurde, in drei iranischen Städten mit dem Team der neuseeländischen Botschafter Polo zu spielen, wegen einer Verletzung absagen musste. Alles, was ich sagen kann, ist: Jedes Land, das eine aktive Polo-Kultur pflegt und „Farangs“ einlädt, mitzumachen, gilt als zivilisiert und ist es wert, kennengelernt zu werden.

Die Iraner sehen die USA als Marionette Israels, alias „Der Kleine Satan“. Da Trump Netanjahus BFF ist und sein Kabinett und seine Berater allesamt rabiate Zionisten sind, ist es wahrscheinlich, dass die USA etwas Gewalttätiges tun werden. Schon allein, weil The Donald immer beweisen will, dass er „hart“ ist, und das TACO-Label (Trump Always Chickens Out) nicht mag.

Während Trump damit prahlt, der Friedenspräsident zu sein, haben die USA sieben Länder bombardiert – unprovoziert – prominent darunter der massive Angriff auf Iran im Juni auf Drängen unseres „Freundes“ Israel. In der Welt der Realpolitik gibt es keine Freundschaft zwischen Nationen.

Nebenbei: Ich habe nichts gegen Israel. Ich finde es nur dumm und unmoralisch, in ihre Kriege hineingezogen zu werden und sie wie einen 51. Bundesstaat zu behandeln.

International Man: Was wollen Washington und Teheran im Moment jeweils? Ist ein Deal möglich?

Doug Casey: Teheran will einfach nur in Ruhe gelassen werden – das ist nicht viel verlangt. Washington hingegen will, dass Teheran abrüstet, einschließlich nuklearer Waffen und Langstreckenraketen, im Wesentlichen. Das hat nichts mit der Sicherheit Amerikas zu tun; es geht ausschließlich um Israel.

Wir müssen uns fragen: Warum ist Iran der Feind des Monats, jetzt wo Venezuela auf Sparflamme läuft? Ist es nur, weil das derzeitige Regime von üblen Kriminellen geführt wird? Nun ja, natürlich. Na und? Der Großteil der Welt wird von üblen Kriminellen geführt.

Es scheint, als hätten die Mullahs vor ein paar Wochen eine beginnende Revolution niedergeschlagen und Zehntausende getötet. Wurden sie ermutigt, weil Trump ihnen sagte: „Hilfe ist unterwegs!“? Wahrscheinlich. Aber man muss sich fragen, warum Washington Empörung über eine lokale Regierung heuchelt, die in Iran Menschen ermordet, und nicht in einem halben Dutzend anderer Länder?

Vielleicht bin ich unfair. Schließlich hat Washington vor ein paar Monaten Nigeria bombardiert und Partei ergriffen im langjährigen Konflikt zwischen Christen und Muslimen. Warum nicht auch Partei ergreifen zwischen Juden und Muslimen? Ich muss die Liste prüfen, ob Nigeria eines der acht Länder ist, in denen Trump kürzlich (Stand 15. Oktober) behauptete, er habe Frieden verordnet.

International Man: Glauben Sie, dass ein „begrenzter“ Konflikt zu einem umfassenden regionalen Krieg eskalieren würde – und wenn ja, wie würde dieser Krieg aussehen, und kann die USA realistisch gewinnen?

Doug Casey: Nein, die USA können einen Krieg gegen Iran genauso wenig gewinnen wie sie vor 50 Jahren einen Krieg gegen Vietnam gewinnen konnten oder jüngst gegen Afghanistan. Wenn man gegen Guerillas auf der anderen Seite der Welt kämpft, ist man wahrscheinlich der Bösewicht, nicht der Gute. In Iran hoffen wir, dass alles, was passiert, darin besteht, dass die USA Bomben abwerfen und lokales Chaos erzeugen.

Allerdings wird es dieses Mal vermutlich nicht so einfach sein. Die zahlreichen US-Stützpunkte im Nahen Osten sind nicht sicher. Der riesige Marinestützpunkt in Bahrain und der Luftwaffenstützpunkt in Katar könnten mit Hunderten Raketen getroffen werden. Die 2000 Soldaten, die die USA noch in Syrien haben, könnten überrannt werden. Dieses Mal müssen die Iraner ernsthaft reagieren, wenn die USA einen großen Angriff starten – nicht nur einen Schlag gegen ein einzelnes Ziel, wie die Nuklearbasis im Juni.

Wenn die Iraner das ernst nehmen, könnten sie einen umfassenden Cyberangriff gegen die USA starten – da die Welt auf Computern läuft –, der das Potenzial hat, Handel, Industrie, Versorgungsbetriebe und das Finanzsystem in den USA lahmzulegen. Also können die USA nicht nur keinen Krieg gegen Iran gewinnen, sondern würden dabei auch schwer beschädigt.

Kann die US-Flottenkampfgruppe mit dem Flugzeugträger Abraham Lincoln einen massiven Raketenhagel überstehen? Unwahrscheinlich, besonders wenn er durch Hyperschallraketen ergänzt wird, die die Iraner mit ziemlicher Sicherheit von den Chinesen oder Russen gekauft haben.

Hoffentlich bekommt Trump kluge Ratschläge aus dem Pentagon – aber ich bezweifle es. Er ist ein Narzisst, der jeden übelnimmt, der ihm widerspricht. Das heißt, er ist vorhersehbar von Speichelleckern und Ja-Sagern umgeben.

International Man: Wie sehen Sie Israels Rolle dabei? Könnten sie einen Krieg beginnen, den weder Iran noch Washington wollen?

Doug Casey: Israel ist wie der bösartige kleine Junge, der einen Streit zwischen zwei größeren Jungs provoziert: „Warum kämpfst du nicht mit ihm?“

Kein Zweifel: Israel will einen Krieg, weil Iran Israels einziger ernsthafter Feind in der Region ist. Natürlich würden sie Iran gerne zerstört sehen oder einen großen Regimewechsel herbeiführen. Das ist verständlich. Das iranische Regime ist eine militante Theokratie, die Koran und Hadithe ernst nimmt. Das heißt, sie sehen Juden als Feind. Es spielt keine Rolle, dass die meisten Israelis säkular sind, denn Israel selbst ist technisch gesehen eine Theokratie.

Israel will allerdings auf jeden Fall vermeiden, Iran allein zu bekämpfen. Iran soll mehrere tausend Langstreckenraketen eingelagert haben und produziert jeden Monat Hunderte weitere. Die Israelis brauchen die Amerikaner, um die Hauptarbeit zu erledigen.

Ich sehe jedoch langfristig keinen Ausweg für Israel. Selbst wenn Iran durch die USA verwüstet wird, wird in zehn Jahren irgendeine neue Bedrohung auftauchen. Vielleicht Ägypter, ein wiedererstarkter Irak oder Pakistaner – oder irgendeiner von 50 anderen muslimisch geprägten Staaten. Israel hat ein unlösbares Problem.

International Man: Was wären die wirtschaftlichen, finanziellen und geopolitischen Folgen, wenn Iran und die USA in einen umfassenden regionalen Krieg geraten?

Doug Casey: Es wäre echtes Chaos. Ich denke, die größte Folge wäre der Zerfall Irans. Man darf nicht vergessen: Iran selbst ist zwar ein uraltes Land – ein altes Imperium –, aber ethnisch nur etwa zu 50% Perser. Der Rest sind Aserbaidschaner, Araber, Kurden, Afghanen und was auch immer.

Wenn das derzeitige Regime kollabiert, besteht eine gute Chance, dass Iran in mehrere kleinere Staaten zerfällt. Und das könnte sich in der ganzen Region ansteckend ausbreiten. Die Kurden in der Türkei, Syrien und Irak könnten sich mit den Kurden in Iran zusammenschließen und Kurdistan bilden. Fast keines der Länder der Region ist organisch; sie sind alle künstliche Konstrukte. Das bedeutet: Auch wenn der Zerfall Irans großartig für Israel wäre, würde er wahrscheinlich zu weit verbreiteter Gewalt führen.

Wenn die USA auf der anderen Seite der Welt in ein Wespennest stechen, kann das nur Tod, Zerstörung und Chaos erzeugen – und nichts, was die USA gewinnen könnten. Aber es scheint wahrscheinlich. Ich vermute, Trump hofft, dass die theokratischen Mullahs durch freundlichere und sanftere Versionen ihrer selbst ersetzt werden. Wer weiß? Man sagt, Hoffnung sei eine der Kardinaltugenden. Und Tugend zählt in einem Religionskrieg.

Eine Sache, die nicht passieren wird: dass der opportunistische Sohn des Schahs zum nächsten Herrscher wird, auch wenn der jüngere Pahlavi breite Presseberichterstattung bekommt, in der er als nächster Schah aufgebaut wird. Aber wer weiß? Wenn er ein paar bevorzugte Trump-Flüsterer in der Tasche hat, ist alles möglich.

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Die Verleumdung einer Wahrheitsvermittlerin, Francesca Albanese

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Früher führende westliche Nationen haben einen Feldzug gegen die UN-Berichterstatterin Francesca Albanese begonnen, mit dem Ziel Völkermord zu normalisieren. Ein verzweifelter Versuch, die Deutungshoheit über die Wahrheit zurück zu erhalten, welche durch die täglich im Internet zu beobachtenden Gräueltaten Israels wegzubrechen droht. Nach den Sanktionen von Donald Trump gegen oberste Weltgerichte wie den IStGH und [...]

Der Beitrag Die Verleumdung einer Wahrheitsvermittlerin, Francesca Albanese erschien zuerst unter tkp.at.

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“Wir alle sind Amelia”: Britische Frauen fordern Remigration

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Frauen wird gern nachgesagt, sie wären ohnehin alle “woke” und würden die illegale Massenmigration entsprechend befürworten. Dabei sind es vor allem Frauen, die Opfer von importierter sexueller Gewalt und (Gruppen-)Vergewaltigungen durch Migranten werden. Die Women’s Safety Initiative im Vereinigten Königreich setzt sich aus Frauen zusammen, die überdeutlich ein Ende und eine Umkehrung der illegalen Einwanderung fordern. Mit “Amelia” hat die britische Regierung sie versehentlich mit der perfekten Fürsprecherin ausgestattet…

“Amelia” ist eigentlich ein Charakter im staatlich finanzierten Anti-Extremismus-Spiel “Pathways”: Mit ihr sollte vor den Gefahren vermeintlich rechtsextremer Propaganda gewarnt werden (Report24 berichtete). Die Entwickler hatten jedoch unterschätzt, wie groß der Widerstand gegen die illegale Massenmigration in der Bevölkerung bereits ist. Das regierungskritische Mädchen mit den lilafarbenen Haaren mauserte sich in den sozialen Netzen rasch zu einer Ikone des Widerstands und ging mit zahllosen KI-Videos viral.

Die Women’s Safety Initiative griff diesen Erfolg nun auf und holte “Amelia” in die Realität: Die Mitgliederinnen der Bewegung treten, ausgestattet mit passenden Perücken, als Amelia auf und fordern öffentlich Remigration.

“Wir haben es satt, dass die Sicherheit von Frauen und Mädchen für den Komfort von Migranten geopfert wird”, heißt es in einem Tweet, der mit einem Protestvideo versehen ist. “WIR ALLE SIND AMELIA! Die Bewegung hat gerade erst begonnen.”

Ein Foto der Frauen mit Amelia-Perücken und Regenschirmen mit Union-Jack-Motiv ist mit dem Text “AMELIA SAGT NEIN ZUR MASSENMIGRATION” versehen.

Die Initiative hat sich im April 2025 wegen der rasant erodierenden Sicherheit in Großbritannien infolge der unkontrollierten Massenmigration gegründet. Sie richtet den Fokus dabei vor allem auf die damit einhergehenden Gefahren für Frauen. Die Aktivistinnen gehen gemeinsam auf die Straße und machen dabei ihren Protest gegen die Migrationspolitik sichtbar. Auch medial treten sie immer wieder in Erscheinung, um die Öffentlichkeit wachzurütteln.

Mit “Amelia” hat die britische Regierung sie nun versehentlich mit einer Fürsprecherin mit maximalem Wiedererkennungswert ausgestattet. Der Protest dürfte so noch mehr Blicke auf sich ziehen.

Auf ihrem X-Account hat die Women’s Safety Initiative schon zahlreiche vermeintliche “Einzelfälle” gesammelt, in denen Migranten aus den immer gleichen Kulturkreisen Frauen verletzt, vergewaltigt oder ermordet haben. Der überwiegende Teil der Verbrechen wurde im Vereinigten Königreich verübt, doch auch über Horrortaten wie den Mord an einer 18-Jährigen in Hamburg durch einen Südsudanesen, der sie mit sich vor einen einfahrenden Zug zerrte, wird berichtet.

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☐ ☆ ✇ TKP

Das Massaker von Bucha

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Am 6. Februar hielt der russische Außenminister Lavrov eine Rede, in der er die alte Geschichte von Bucha aufwärmte, obwohl die Medien Gras darüber haben wachsen lassen. Warum tat er das, wo doch Russland vom Westen beschuldigt wird? Das offizielle Narrativ "Russland beging ein Massaker in Bucha" wird durch alle KIs, Suchmaschinen und westliche Medien [...]

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☐ ☆ ✇ NachDenkSeiten

Krieg gegen die Zivilbevölkerung ist schändlich – das gilt für Russland, das gilt aber auch für die NATO

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Wenn in diesen Tagen über den Ukrainekrieg berichtet wird, geht es meistens um die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine. Offiziellen Angaben zufolge sind derzeit über eine Million ukrainischer Haushalte ohne Strom, in vielen Gebäuden sind dadurch die Heizungen außer Betrieb – und dies bei knackigen Minusgraden. Keine Frage – die russische Kriegsführung, die sich gegen die Zivilbevölkerung richtet, ist schändlich und muss scharf verurteilt werden. Dies tun zahlreiche Stimmen aus der deutschen Politik und den Medien. Dabei scheinen sie jedoch zu vergessen, dass eine Kriegsführung, die sich gezielt gegen die Zivilbevölkerung richtet, kein Alleinstellungsmerkmal Russlands ist. Gerade die NATO hat sich in der Vergangenheit in dieser Frage auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Von Jens Berger.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Um es vorwegzunehmen: Wenn ich in diesem Artikel an die Kriegsverbrechen der NATO erinnere, ist dies keinesfalls das, was man Neudeutsch gerne als „Whataboutism“ bezeichnet. Es geht nicht darum, die Verbrechen der russischen Kriegsführung zu relativieren, nur weil die NATO in der Vergangenheit auch aus sehr ähnlichen Motiven Krieg gegen die Zivilbevölkerung geführt hat. Es soll hier vielmehr darum gehen, doppelte Standards als solche bloßzustellen. In Kriegen leidet immer die Zivilbevölkerung, so etwas wie „saubere Kriege“ gibt es nicht. Daher ist nicht der Gegner, sondern der Krieg selbst der eigentliche Feind, den es zu bekämpfen gilt. Und dies gilt immer – im Osten wie im Westen, im Süden wie im Norden. Die Verbrechen des Einen relativieren ohnehin niemals die Verbrechen des Anderen.

Solange der Mensch Kriege führt, richten sich diese Kriege auch mal indirekt, mal direkt gegen die Zivilbevölkerung. Dies war in grauer Vorzeit so, dies war in der jüngeren Vergangenheit so. Die Westalliierten verfolgten im Zweiten Weltkrieg ihre „Moral Bombing“-Doktrin, mit der sie mit gezielten Flächenbombardements auf Wohngebiete die Moral der Deutschen untergraben wollten, und hofften, dass sie den Kriegsgegner Deutschland so zur Kapitulation treiben könnten. Spätestens mit der Neuregelung im Genfer Abkommen von 1949 und speziell durch Artikel 51 des Zusatzprotokolls I von 1977 gelten derartige Flächenbombardements allgemein als Kriegsverbrechen. Selbstverständlich haben auch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg vor allem an der Ostfront gezielt einen Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung geführt. Wie gesagt, es geht hier nicht um Relativierung.

Der erwähnte Artikel 51 des Genfer Abkommens hat jedoch einen Haken. Er verbietet ausdrücklich wahllose Angriffe auf die Zivilbevölkerung, beinhaltet jedoch auch den „Verhältnismäßigkeitsgrundsatz“. So sind Angriffe auf die Zivilbevölkerung nicht generell verboten, sondern nur dann, wenn die zu erwartenden zivilen Kollateralschäden im Verhältnis zum erwarteten konkreten und direkten militärischen Vorteil „übermäßig“ sind. Doch was nun konkret verhältnismäßig ist und was nicht, wird wohl jede kriegsführende Partei anders bewerten. Ist beispielsweise die Bombardierung eines Stromkraftwerks nun ein Angriff auf die zivile oder die militärische Infrastruktur? Mit dem produzierten Strom werden ja nicht nur Heizungen und Kühlschränke betrieben, sondern vielleicht auf Waffen produziert. Ist diese Argumentation zynisch? Ja, denn Krieg ist nun einmal zynisch. Und das gilt auch für die Kriege, die der Westen führt. Man denke nur an die Kriege in Vietnam und im Irak.

Um dies vor allem für die deutsche Debatte zu verdeutlichen, gehen wir doch einmal ins Jahr 1999 zurück. Kosovokrieg. Deutschland führte zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder aktiv einen Angriffskrieg; einen Angriffskrieg, der – da gibt es keine Diskussion – völkerrechtswidrig war. Während der Bombardierung Rest-Jugoslawiens warf die NATO – darunter auch deutsche Jagdbomber – damals in ihrem 78-tägigen Bombenkrieg ganze 28.018 Bomben und Raketen ab – einen Großteil davon auf die zivile Infrastruktur wie Strom- und Wasserversorgung.

Insgesamt gab es in den 78 Tagen rund 35.000 Lufteinsätze seitens der NATO – mehr als 400 pro Tag. Unterstützt wurde diese massive Luftoperation durch einen ebenso massiven Beschuss durch Cruise-Missiles, die vor allem von den Seestreitkräften der USA und Großbritanniens abgefeuert wurden. Bereits fünf Wochen nach Kriegsbeginn sorgte sich die US Army um ihre Raketenvorräte – von rund 2.000 Tomahawk-Flugkörpern waren zu diesem Zeitpunkt bereits 430 auf Rest-Jugoslawien abgefeuert worden – hunderte weitere sollten folgen, die Rüstungskonzerne konnten gar nicht so schnell produzieren, wie die NATO feuerte.

In den ersten beiden Wochen des Bombenkrieges nahm die NATO in der Tat hauptsächlich militärische Ziele ins Visier – vor allem die jugoslawische Luftabwehr wurde in dieser frühen Kriegsphase förmlich pulverisiert, wodurch eine Ausweitung des Bombenkriegs ohne hohe Risiken für die eigenen Bomber ermöglicht wurde. Dann gingen der NATO jedoch schon bald die militärischen Ziele aus, ohne dass die Belgrader Regierung an eine Kapitulation dachte. Also änderte die NATO ihre Strategie und verfolgte nun das Ziel, die Zivilbevölkerung zu zermürben und zu demoralisieren. Im Zweiten Weltkrieg nannte man das „Moral Bombing“, ein Begriff, der der NATO-Führung 1999 freilich nicht direkt über die Lippen kam. Aber wir wissen ja: „Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es wahrscheinlich eine Ente.“

In einem Interview mit der New York Times formulierte der damalige oberste Luftwaffenkommandeur General Michael C. Short die neuen Ziele folgendermaßen:

Ich denke, kein Strom für ihren Kühlschrank, kein Gas für ihren Herd, sie können nicht zur Arbeit kommen, weil die Brücke zusammengebrochen ist – die Brücke, auf der sie ihre Rockkonzerte abhielten – und sie alle standen mit Zielscheiben auf dem Kopf. Das muss um 3 Uhr nachts verschwinden.

In den folgenden Wochen folgte die Pulverisierung (O-Ton General Short) der jugoslawischen Infrastruktur – Straßen, Brücken, Strom-, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Die Jugoslawen hatte lediglich das „Glück“, dass die Bombardements im Frühsommer stattfanden – sonst hätten wir in Belgrad damals ähnliche Bilder von frierenden Zivilisten gesehen wie heute in Kiew.

Die deutsche Öffentlichkeit lernte damals den Begriff „Kollateralschäden“. Wobei dieser Begriff damals schon falsch war. Flüchtlingstrecks wurden – wie spätere Recherchen ergaben – vorsätzlich bombardiert. „Humanitär“ war an dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO, der der eigenen Bevölkerung als „humanitäre Intervention“ verkauft wurde, nichts.

Die Kriegsverbrechen des Westens sind bis heute nicht aufgearbeitet. Eine juristische Verfolgung hat es nie gegeben und wird es auch nie geben. Nicht nur darin unterscheidet sich der NATO-Bombenkrieg gegen Rest-Jugoslawien wohl nicht von dem Bombenkrieg, den Russland aktuell gegen die Ukraine verfolgt.

Militärs sprechen dabei schulterzuckend von „C´est la guerre“ – so ist der Krieg nun einmal. Ist das so? Eine Kriegsführung, die auf die Zerstörung der zivilen Infrastruktur abzielt, ist ohne Wenn und Aber zu kritisieren; egal ob es sich um die „guten“ Bomben der NATO oder die „bösen“ Bomben Russlands handelt. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn diese Erkenntnis sich auch bis zur deutschen Regierung und bis zu den Kommentatoren in den Medien herumsprechen würde. Denn hier hat man den Eindruck, dass der NATO-Bombenkrieg gegen Rest-Jugoslawien aus den Erinnerungen getilgt wurde. Getreu der Bergpredigt könnte man fragen: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“

Und wo wir bereits beim Zynismus sind. Verteidiger der russischen Kriegsführung werden nun sagen, dass diese Form der Kriegsführung ja gezielt eingesetzt werde, um die Zivilbevölkerung zu zermürben und den Druck auf die ukrainische Regierung zu erhöhen, einem Friedensvertrag zuzustimmen. Sollen sie doch kapitulieren, dann haben sie auch wieder Strom. Richtig. Exakt so begründete die NATO ja 1999 auch ihre Kriegsführung gegen die jugoslawische Zivilbevölkerung. Was damals falsch und zynisch war, ist aber auch heute falsch und zynisch. Doppelte Standards sind verwerflich, egal welche Seite sie anführt.

Titelbild: Sodel Vladyslav/shutterstock.com

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Der Friedensrat und das Ende der Nachkriegsordnung

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Davos ist in diesem Jahr besonders spannend: nicht nur wegen des Konfliktes zwischen der EU und den USA um Grönland, sondern auch wegen eines neuen Projekts von US-Präsident Donald Trump, dem sogenannten „Friedensrat“ (Board of Peace). Wie bei so vielen Nachrichten in diesen Tagen war es auch in diesem Fall zunächst schwer, zu glauben, dass es sich um einen ernsthaften Plan und nicht um „Fake News“ handelte, so geradezu surreal mutet das Projekt an. Was hat es damit auf sich? Ein Artikel von Maike Gosch.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Am letzten Freitag, dem 16. Januar 2026, verkündete Donald Trump auf der von ihm bevorzugt genutzten Social-Media-Plattform Truth Social die Einrichtung eines „Board of Peace“ (Friedensrates):

„Es ist mir eine große Ehre, bekannt zu geben, dass DER FRIEDENSRAT gebildet wurde. Die Mitglieder des Rates werden in Kürze bekannt gegeben, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass es der größte und prestigeträchtigste Rat ist, der jemals zu irgendeiner Zeit an irgendeinem Ort zusammengestellt wurde.“

Der Friedensrat und der 20-Punkte-Plan

Dieser Friedensrat war ursprünglich Teil von Donald Trumps „20-Punkte-Plan“ vom 29. September 2025 für Gaza. Dort wurde unter Punkt 9 geregelt, dass Gaza von einer Übergangsregierung in Form eines technokratischen, unpolitischen palästinensischen Komitees verwaltet werden soll, das hierbei von einem Exekutivrat für Gaza und einem neuen internationalen Übergangsgremium, dem Friedensrat (Board of Peace), beaufsichtigt und überwacht werden soll, dessen Vorsitz Präsident Donald J. Trump übernehmen wird. Als weiteres Mitglied wurde damals schon der ehemalige britische Premierminister Tony Blair benannt. Dieses Gremium sollte den Rahmen festlegen und die Finanzierung für den Wiederaufbau des Gazastreifens übernehmen, bis die Palästinensische Autonomiebehörde ihr Reformprogramm abgeschlossen habe.

Annahme durch den UN-Sicherheitsrat

Dieser Plan wurde dann am 17. November 2025 vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Resolution 2803 (2025) angenommen und somit nach UN-Recht legitimiert. China und Russland enthielten sich, obwohl sie die Resolution durch ein „Nein“ hätten verhindern können. Das „Mandat“ der Vereinten Nationen für den Friedensrat wurde für zwei Jahre erteilt (bis Ende 2027).

Die Resolution selbst wurde international stark kritisiert, denn sie schafft eine souveräne Kontrolle über den Gazastreifen für den sogenannten Friedensrat, ohne dass die Palästinenser selbst in irgendeiner Form als souveräne Staatsbürger in einen politischen Prozess einbezogen werden. Sie erkennt das Recht der Palästinenser auf einen eigenständigen Staat nicht an. Ebenso wenig wird die Illegalität der israelischen Besatzung erwähnt oder ist irgendeine Bemühung um „Übergangsjustiz“ (transitional justice) erkennbar, also eine juristische und politische Aufarbeitung der im Gazastreifen und dem Westjordanland begangenen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Israel. Die Resolution hatte außerdem Empörung ausgelöst, weil sie Gaza durch den sogenannten Friedensrat unter Trumps persönliche Kontrolle stellt und das Völkerrecht damit einseitigen amerikanischen Diktaten unterordnet – mit der Unterstützung Europas und eines Großteils der arabischen Welt.

Das Versagen des „Friedensplans“

Trumps von den Vereinten Nationen legitimierter „Friedensplan“ beendete zwar offiziell den Krieg in Gaza, von einer Waffenruhe kann aber keine Rede sein: Das Töten, die Zerstörung und die Vertreibung der Palästinenser durch Israel geht seitdem weiter.

Dennoch verkündeten die USA am 15. Januar 2026 die sogenannte Phase 2 des „Waffenstillstands“ – obwohl Israel sehr viele der Bedingungen aus Phase 1 nicht erfüllt hat. Es gab keinen Truppenabzug aus den bewohnten Gebieten, dafür die weitere Verhinderung der humanitären Hilfe, die Behinderung der Rückkehr der Binnenflüchtlinge in den Norden des Gazastreifens und unausgesetzte weitere Angriffe auf die Zivilbevölkerung. Zusätzlich verhindert Israel nach palästinensischen Angaben bisher die Einreise gerade der Mitglieder des „technokratischen palästinensischen Komitees“ in den Gazastreifen, die die einzigen Palästinenser sind, die in Trumps 20-Punkte-Plan überhaupt eine, wenn auch untergeordnete und nicht-politische, Rolle spielen dürfen.

Trump überrumpelt alle

Aber zurück zu den neuen Entwicklungen:

Der Friedensrat war also schon im Herbst angekündigt worden, sollte aber der Aufsicht über den Wiederaufbau und die Gestaltung eines Friedens im Gazastreifens dienen (so zumindest das erklärte Anliegen gegenüber den Vereinten Nationen). Aber als wäre das bisher Geschehene nicht schon abenteuerlich genug, scheint Donald Trump jetzt diese juristische und organisatorische Struktur nutzen zu wollen, um eine „alternative UNO“ unter seiner Alleinherrschaft zu schaffen, wie es viele Kommentatoren bezeichnen.

In einer für Trump inzwischen typischen Überrumpelungsaktion hat er eine Satzung (im Original: charter) entwerfen lassen und Einladungen zur Teilnahme an diesem Friedensrat an etwa 60 Regierungen verschickt, darunter auch Deutschland, Israel, Kanada, Frankreich, Russland, Weißrussland, Argentinien, Polen und viele mehr. Argentinien, Kasachstan und Kanada haben bereits offiziell die Teilnahme erklärt. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate sollen das Angebot angenommen haben, ebenso Israel. Besondere Empörung, speziell in der westlichen Presse, rief natürlich die Einladung an Putin hervor – passt sie doch auf den ersten Blick nicht zu sämtlicher westlicher Rhetorik rund um den Ukraine-Krieg und so gar nicht zu der Beschwörung der großen Gefahr durch Russland und China, die mit der illegalen Annexion Grönlands angeblich gebannt werden soll.

Frankreichs Präsident Macron hat Trump bereits eine Absage erteilt und begründete diese damit, dass die Satzung des Gremiums „über den Rahmen des Gazastreifens hinausgeht und ernsthafte Fragen aufwirft, insbesondere im Hinblick auf die Grundsätze und die Struktur der Vereinten Nationen, die nicht in Frage gestellt werden dürfen“.

Deutschland jedenfalls überlegt aktuell noch, ob es das Angebot annimmt.

Die Vereinigten Trump-Nationen retten die Welt

Tatsächlich hat Trump mit diesem Friedensrat etwas sehr Abenteuerliches vor:

Denn jetzt scheint es dabei plötzlich überhaupt nicht mehr um den Gazastreifen zu gehen – in der von Trump verschickten Satzung des Friedensrates wird dieser nämlich mit keinem Wort erwähnt.

Stattdessen heißt es dort in der Präambel:

„In der Erkenntnis, dass zu viele Ansätze zur Friedenskonsolidierung eine dauerhafte Abhängigkeit fördern und Krisen institutionalisieren, anstatt die Menschen über diese hinauszuführen;

unter Betonung der Notwendigkeit einer flexibleren und effektiveren internationalen Friedensorganisation; und

entschlossen, eine Koalition williger Staaten zu bilden, die sich zu praktischer Zusammenarbeit und wirksamen Maßnahmen verpflichten,

geleitet von Urteilsvermögen und Gerechtigkeit, verabschieden die Parteien hiermit die Charta für den Friedensrat.“

Weiter wird unter „1. Mission“ die selbsterklärte Aufgabe des Friedensrats folgendermaßen beschrieben:

„Der Friedensrat ist eine internationale Organisation, die sich für die Förderung von Stabilität, die Wiederherstellung einer verlässlichen und rechtmäßigen Regierungsführung und die Sicherung eines dauerhaften Friedens in von Konflikten betroffenen oder bedrohten Gebieten einsetzt. Der Friedensrat nimmt solche friedensfördernden Aufgaben in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und gemäß dieser Charta wahr, einschließlich der Entwicklung und Verbreitung bewährter Verfahren, die von allen Nationen und Gemeinschaften, die Frieden anstreben, angewendet werden können.“

Das klingt natürlich alles erstmal löblich und positiv – wenn man sich sehr naiv stellt.

Absolutismus is back

Aber wenn man, wie der Schweizer Experte für internationale Beziehungen Pascal Lottaz in einem Video und einem Substack-Artikel, genauer in die Satzung guckt, wird es dubioser und dubioser:

Die gesamte Organisation ist voll und ganz auf Trump und Trump persönlich zugeschnitten. Er wird lebenslang als Vorsitzender (Chairman) eingesetzt und dabei namentlich genannt, was an sich schon ungewöhnlich für eine internationale Organisation ist, ohne diese Position an sein Amt als Präsident der USA zu koppeln, d.h. auch wenn er nicht mehr Präsident der USA sein wird, bleibt er als Privatperson der Vorsitzende einer von ihm geschaffenen internationalen Organisation. Er hat fast absolute Rechte im Rahmen der Entscheidungsfindung, z.B. ein De-facto-Vetorecht über alle Entscheidungen des Rates, volle Entscheidungsmacht darüber, wen er in den Rat einlädt und wen nicht. Selbst im Falle von Konflikten besagt die Regelung zur Beilegung von Streitigkeiten, dass am Ende Trump entscheidet – der zusätzlich auch seinen Nachfolger persönlich bestimmen kann, ohne auch hier irgendwelche Kriterien dafür zu nennen (Amtsträger, Vertreter eines Staates o.ä.), sodass hier die Einrichtung einer Erbfolge, zum Beispiel durch Besetzung des allmächtigen Postens durch seinen Sohn, seine Tochter oder seinen Schwiegersohn, durchaus möglich ist.

Unter dem Friedensrat wird scheinbar nun noch ein allgemeines Exekutivgremium eingesetzt. Dies scheint ein paralleles Organ zu dem bereits erwähnten Exekutivgremium speziell für Gaza zu sein. Pascal Lottaz hat einmal versucht, die Struktur der Organisation, so wie er sie aus der Satzung und anderen Informationen verstanden hat, aufzuzeichnen:

Quelle: pascallottaz.substack.com

Am meisten mediale Aufmerksamkeit erhielt die Regelung, dass Staaten sich für die stattliche Summe von einer Milliarde US-Dollar einen ständigen Sitz im Friedensrat kaufen können. Ansonsten erhalten sie nur einen auf drei Jahre begrenzten Sitz, der vom Vorsitzenden (Trump) nach seinem Gutdünken verlängert werden kann (oder auch nicht).

Das Ende der Nachkriegsordnung

Inwieweit die Resolution 2803 des Sicherheitsrats für Trumps Vorhaben irgendeine rechtliche Legitimation schafft, ist sehr fraglich, da diese sich sehr deutlich nur auf die Verwaltung des Gazastreifens für eine begrenzte Zeit (zwei Jahre – bis Ende 2027) bezog. Es sieht so aus, als würde Trump das ursprünglich rein auf Gaza bezogene Instrument nun aufblasen, um eine alternative Struktur zu den Vereinten Nationen zu schaffen – die im Unterschied dazu vollkommen unter seiner Kontrolle steht. Aber „might makes right“ (Nicht das Recht zählt, sondern die Macht) scheint ja das Motto dieser Tage zu sein. Aber machen wir uns nichts vor: Wenn Trump mit dieser Alleinherrschaftskonstruktion durchkommt, würde dies der juristischen und diplomatischen Weltordnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde, wahrscheinlich den Todesstoß versetzen.

Für Donnerstag, 22. Januar 2026, hat das Weiße Haus jedenfalls zu einer offiziellen Unterzeichnungsfeier in Davos für den Friedensrat eingeladen. Es wird spannend, ob dieses Husarenstück wirklich gelingt – oder ob, wie der kanadische Premierminister Mark Carney es eingeschätzt hat, diese Satzung als erstes disruptives „Angebot“ zu sehen ist und die anderen Staaten das Konstrukt noch in eine vernünftigere Richtung hin verändern können. Wie das funktionieren soll, dazu fehlt mir allerdings die Phantasie.

Was feststeht, ist, dass das Töten und die Kriegsverbrechen in Gaza und im Westjordanland derweil ungehindert weitergehen. Selbst dieser unglaubliche neue Vorstoß Trumps gefährdet den Bestand unserer internationalen Rechtsordnung daher nicht so sehr wie das absolute Versagen der allermeisten Staaten dabei, die Rechte und das Leben der Palästinenser zu schützen.

Titelbild: ChatGPT – das Bild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Eine Reise in das heutige Belarus und seine schreckliche Vergangenheit

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Belarus ist eine Reise wert, weil sie in ein schönes Land mit vielen Seen und Wäldern, wunderschönen und interessanten Städten und freundlichen Menschen führt, aber auch die Augen öffnen kann für die unvorstellbaren Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht während der Besatzungszeit 1941-1944. Von Klaus-Dieter Kolenda und Jan Gorski.

Motto:

Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne Frieden nichts.
(Willy Brandt)

Vorbemerkungen

Die Autoren sind zwei ältere Männer, die Ende September 2025 für eine Woche nach Belarus gereist sind, um sich in diesem Land umzusehen, über das und deren Geschichte man in der Öffentlichkeit bei uns nur wenig weiß und seit längerer Zeit auch nicht viel Gutes hört, außer, dass man dort für die Einreise kein Visum braucht. Das Land wird in Deutschland auch Weißrussland genannt [1].

Jan Gorski, der Koautor dieses Berichtes, wurde 1949 in Belarus in einem Dorf in der Nähe von Witebsk geboren, lebt heute in Deutschland und ist seit vielen Jahren Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften (BDWO).

Der BDWO ist ein Zusammenschluss von mehr als 70 Vereinigungen und Initiativen, die sich für die Vertiefung der Beziehungen zu den Menschen in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion einsetzt, wozu auch Belarus gehört, z.B. durch „Bürgerbegegnungen zwischen West und Ost, Durchführung von kulturellen Veranstaltungen und Vorträgen zu politischen, sozialen und wirtschaftlichen Themen und Verbreitung von Informationen, die ein differenziertes Bild des jeweiligen Partnerlandes zeichnen“ [2].

Da der Koautor auch über ausgezeichnete russische und belarussische Sprachkenntnisse verfügt, hatten wir keine Probleme, uns mit den Menschen, die wir bei unserem Besuch in Belarus trafen, zu verständigen.

In dem Dorf, in dem er nach dem 2. Weltkrieg geboren wurde, hat sich im Herbst 1943 die folgende Untat zugetragen: Deutsche Soldaten überfielen dieses Dorf eines Morgens und haben viele seiner männlichen Familienmitglieder, alles Zivilisten, erschossen und deren Häuser in Brand gesteckt. Nur sein Großvater überlebte, weil dessen Haus etwas abseits stand. Die weiblichen Familienmitglieder, darunter auch seine Mutter und Großmutter, wurden nicht erschossen und haben sich anschließend in den umliegenden Wäldern versteckt.

Belarus heute

Obwohl für eine Touristenreise nach Belarus, wie schon gesagt, kein Visum erforderlich ist, sind aktuelle Reiseberichte über dieses Land in deutschsprachigen Medien kaum zu finden. Das ist angesichts der überwiegend negativen Berichterstattung über Belarus auch nicht verwunderlich.

Umso erfreulicher ist ein vierteiliger, sehr informativer Reisebericht über den Besuch mehrerer Provinzhauptstädte von Belarus, der 2025 im Schweizer Politblog Globalbridge erschienen ist [3][4][5][6]. Autor ist der Journalist Stefano di Lorenzo, ein gebürtiger Italiener, der derzeit in Russland lebt. Sein Reisebericht zeigt anschaulich, was für ein schönes Land mit wunderschönen Städten wie z. B. Witebsk, Grodno, Mogilew und Brest Belarus heute ist.

Belarus ist ein Binnenland in Osteuropa mit ca. 60 Prozent der Fläche Deutschlands und 9,1 Millionen Einwohnern, ist also relativ dünn besiedelt. In der Hauptstadt Minsk leben etwa 2 Millionen Einwohner. Das Binnenland grenzt an Polen, Litauen, Lettland, die Russische Föderation und die Ukraine.

Da Flugreisen nach Belarus derzeit von der EU sanktioniert sind, kann Minsk von Hamburg aus nicht direkt angeflogen werden. Deshalb sind wir zunächst in die litauische Hauptstadt Vilnius geflogen, die 30 km von der belarussischen Grenze entfernt ist. Von dort ging es weiter mit dem Linienbus nach Minsk, der Hauptstadt von Belarus, die fast genau in der Mitte des Landes liegt. Wenn man von längeren Aufenthalten an der litauisch-belarussischen Grenze (bis zu jeweils 3 bis 4 Stunden) einmal absieht, waren die Busfahrten unproblematisch.

Nach dem Untergang der Sowjetunion wurde Belarus 1991 zum ersten Mal in seiner Geschichte ein selbstständiger Staat.

1994 wurde Alexander Lukaschenko mit einem ausgesprochen sozialen Programm mit 80,1 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen zum Präsidenten gewählt. Deshalb hat Belarus im Vergleich mit den anderen postsowjetischen Ländern laut Wikipedia ein „einzigartiges“ Sozialsystem [7]. Einzelheiten zu dieser Einschätzung sucht man dort aber vergebens.

Deshalb sei hier die folgende Erläuterung nach Auskunft unserer Gesprächspartner in Belarus wiedergegeben. In der Wirtschafts- und Sozialpolitik versucht Belarus, die entsprechenden Institutionen des sowjetischen Vorbilds beizubehalten. Das bedeutet u. a.: keine oder nur ganz wenige Privatisierungen von großen Produktionsbetrieben, keine Oligarchen, Recht auf Arbeit, geringe Arbeitslosigkeit, kostenlose Gesundheitsversorgung und Schul- und Universitätsausbildung, sichere Renten und relativ hohe Staatsausgaben für die soziale Sicherung.

2020 kam es zu einer „Revolution“ in Belarus [8]. Im Grunde war das wohl eher eine von außen gesteuerte „Farbrevolution“, die aber nicht (wie die zwei entsprechenden Maidan-Revolutionen in der Ukraine) erfolgreich war, weil, wie Meinungsumfragen aus dieser Zeit gezeigt haben, die Mehrheit der Bevölkerung nicht prowestlich eingestellt war, und das hängt natürlich auch mit der Politik von Lukaschenko (siehe oben) zusammen.

Die damalige Gegenkandidatin von Lukaschenko, Swetlana Tichanowskaja, hat sich aber als Wahlsiegerin erklärt und von Wahlbetrug gesprochen, freilich ohne Beweise, und lebt jetzt im Exil in Polen. Seitdem besteht der Konfrontationskurs der EU gegenüber Lukaschenko. Dieser wird von der EU nicht als Präsident anerkannt.

Im Gegensatz dazu versuchten die USA in der letzten Zeit, mit politischen Zugeständnissen Keile zwischen Moskau und Minsk zu treiben, Trump bezeichnete 2025 Lukaschenko als „einen hochangesehenen Präsidenten“ [8].

Auch wenn das Verhältnis Belarus-Russland nicht immer reibungslos war, hat Lukaschenko seit Beginn des Ukraine-Krieges 2022 einen engen Schulterschluss mit Moskau vollzogen. 2024 ist Belarus bei der vollzogenen Verschärfung der Nukleardoktrin Russlands mit unter den russischen Nuklearschirm geschlüpft.

Die westlichen Anbindungsbestrebungen von Seiten der EU und zuletzt die von Trump haben stets die Tatsache ignoriert, dass die klare Mehrheit der belarussischen Bevölkerung prorussisch eingestellt ist. 2019 sprachen sich rund zwei Drittel für eine verstärkte Zusammenarbeit mit Russland aus, nur knapp ein Drittel wünschte sich eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland [8].

Zur wirtschaftlichen Situation ist zu sagen, dass Belarus zwar über nur wenige Rohstoffe außer Kalivorkommen verfügt, wobei dessen Export als Kalidünger unter Sanktionen von Seiten der EU steht. Aber das Land hat seit Sowjetzeiten eine entwickelte Maschinenbau- und Elektroindustrie und produziert z. B. Traktoren, Autobusse und Kühlschränke, vor allem für den russischen Markt.

Auch wenn das Land über keine großen Ölvorkommen verfügt, stellt die Petrochemie doch einen weiteren bedeutenden Wirtschaftszweig dar. Weiterhin ist interessant, dass der Anteil der IT mittlerweile ca. 6 Prozent der Wirtschaftsleistung beträgt, der etwa so groß ist wie der der Landwirtschaft.

Minsk heute

Auf unserer Reise nach Belarus haben wir uns diesmal auf den Besuch von Minsk und dessen Umgebung konzentriert, planen aber bei unserem nächsten Besuch, angeregt durch die Reiseberichte in Globalbridge [3][4][5][6], auch einigen Provinzhauptstädten einen Besuch abzustatten, wie z. B. Witebsk im nördlichen oder Grodno im westlichen Belarus.

Minsk ist heute eine höchst eindrucksvolle grüne Zwei-Millionen-Stadt, die sich hinter Städten wie Hamburg und Berlin nicht verstecken muss, mit einer großen Zahl von schmucken Hochhaus-Neubauvierteln, die vor allem in den letzten 20 Jahren gebaut worden sind, und vielen gepflegten Parks, großen und schön angelegten breiten Straßen mit dichtem Autoverkehr und einem umfangreichen Bus- und U-Bahnnetz [9]. Auf den Straßen sieht man in der Regel modisch gekleidete und geschäftige Menschen, die einem freundliche Auskunft geben, wenn man sie anspricht.

In den schmucken Hochhäusern wohnen (wie auch in Russland) zu einem großen Teil die Wohnungsbesitzer, Mietverhältnisse sind seltener. Viele Familien in Belarus besitzen zusätzlich eine Datscha auf dem Lande.

Minsk ist eine ausgesprochen saubere und gepflegte Stadt und die Kulturmetropole von Belarus: Es gibt eine große Zahl von Museen, 20 Theater, viele Hochschulen und auch eine ganze Reihe neuer orthodoxer Kirchen in den Stadtteilen.

Was man nicht sieht sind Bettler, Obdachlose und Graffitis.

Belarus 1941-1944

Belarus war während des 2. Weltkriegs von 1941 bis 1944 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Es entwickelte sich in Folge der Besatzung ein unerbittlicher und grausamer Partisanenkrieg, in dem tausende Dörfer mit ihren Einwohnern vernichtet wurden.

Von den etwa 9 Millionen Einwohnern von Belarus 1941 sind im 2. Weltkrieg nach den neuesten Zahlen mindestens 3 Millionen ermordet worden. Ein großer Teil davon waren Juden, denn während der Zarenzeit war Belarus das Hauptsiedlungsgebiet der jüdischen Bevölkerung im russischen Reich.

Belarus hat von allen Sowjetrepubliken während des 2. Weltkriegs, der insgesamt mindestens 27 Millionen Todesopfer in der Sowjetunion gefordert hat, relativ zur Bevölkerung die meisten Opfer gehabt und hat am meisten gelitten. Die belarussische Geschichtsschreibung spricht heute von einem „Völkermord“, der sich während der deutschen Besatzung ereignet hat, und das wahrscheinlich zu Recht.

Nach der neuesten wissenschaftlichen Dokumentation über den „Genozid an der belarussischen Bevölkerung“ während der Nazi-Besatzung von 1941 bis 1944 werden heute folgende Zahlen für Belarus genannt [10]:

  • mehr als 3 Millionen Zivilisten und Kriegsgefangene wurden umgebracht;
  • mehr als 377.000 Zivilisten wurden unter Todesdrohungen zur Zwangsarbeit nach Deutschland verfrachtet und viele von ihnen sind durch untragbare Arbeitsbedingungen, Auszehrung und Folter zu Tode gekommen;
  • 209 Städte wurden zerstört und verbrannt, eingeschlossen Minsk, Gomel, Witebsk, Polotsk, Orsha, Borisov und Slutsk;
  • mehr als 9.200 Dörfer und Siedlungen wurden zerstört und verbrannt, eingeschlossen 5.295 Siedlungen, die von der Nazi-Wehrmacht mit der gesamten oder einem Teil der Bevölkerung vernichtet wurden;
  • mehr als 1.270.000 Gebäude in Städten und Dörfern wurden zerstört.

Chatyn

60 Kilometer nördlich von Minsk liegt Chatyn. Es ist die Nationale Gedenkstätte von Belarus, die wir mit großer Anteilnahme und Erschütterung besucht haben. Sie soll an die von der deutschen Wehrmacht zerstörten 9.200 belarussischen Dörfer erinnern.

Das höchst eindrucksvolle Mahnmal gibt das Dorf Chatyn wieder [11]. Auf einer 50 Hektar großen Fläche erkennt man Straßen und 26 Steinquader, wo einst Wohnhäuser standen. Auf dem Gelände rundherum stehen wie Kamine aussehende Obelisken. Sie tragen Bronzetafeln mit den Namen der ehemaligen Bewohner des jeweiligen Hauses sowie eine Gedenkglocke, die jede Minute läutet. Aschfarbige Betonplatten weisen die Wege.

Im Zentrum der künstlerisch sehr gelungenen anspruchsvollen Komposition steht die sechs Meter hohe Bronzeskulptur von Jossif Kaminsky, dem einzigen Erwachsenen, der das Massaker in Chatyn überlebt hat und seinen toten Sohn auf den Armen trägt.

Von den 9.200 zerstörten Dörfern und Siedlungen in Belarus in den Jahren 1941 bis 1944 wurden wahrscheinlich Hunderte zusammen mit dem größten Teil oder der gesamten Bevölkerung wie in Chatyn verbrannt. Deshalb wurde in den 1960er-Jahren Chatyn als Standort der Nationalen Gedenkstätte ausgewählt.

„Ich bin aus einem verbrannten Dorf“ ist der Titel einer 1975 erstmals in Buchform veröffentlichten dokumentarischen Sammlung von Erinnerungen von Zeitzeugen an die Zerstörung belarussischer Dörfer durch deutsche Soldaten während des 2. Weltkriegs, des „Großen Vaterländischen Krieges“, die von den belarussischen Schriftstellern Ales Adamowitsch, Janka Bryl und Uladsimir Kalesnik gesammelt und zusammengestellt wurden [12].

2024 erschien diese Sammlung in deutscher Übersetzung von Thomas Weiler unter dem Titel „Feuerdörfer“ im Aufbau Verlag, die 2025 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse/Übersetzung ausgezeichnet wurde [13].

Das Buch enthält ausschließlich Zeugnisse von Menschen, die die Tragödie der Zerstörung ihres Dorfes und die Ermordung ihrer Verwandten und Mitbewohner persönlich erlebt haben. Um Zeitzeugen zu befragen, bereisten die Autoren 147 Dörfer in 35 Bezirken von Belarus mit einem Tonbandgerät und zeichneten in den Jahren 1970 bis 1973 die Erinnerungen von mehr als 300 direkt an den Ereignissen Beteiligten auf.

Auf den Seiten 470 und 471 dieses erschütternden Dokumentarberichts [13] findet sich die Schilderung des oben erwähnten Jossif Jossifawitsch Kaminsky, dem einzigen überlebenden Bewohner des ehemaligen Dorfes Chatyn im Rayon Lahojsk, im Bezirk Minsk:

„Mich haben sie in diesen Stall gebracht … Die Tochter, der Sohn und die Frau – sie waren schon da. Und so viele Menschen. Ich sag zu meiner Tochter: „Wieso habt ihr euch nichts angezogen?“ „Die haben uns die Kleider vom Leib gerissen“, sagt die Tochter.

Ja, sie treiben die Leute in den Stall und sperren ab, treiben sie rein und sperren ab. So viel Menschen hatten sie hineingepfercht, man bekam keine Luft mehr, bekam die Arme nicht mehr frei. Die Leute schreien, die Kinder dort; freilich, bei den vielen Menschen und dieser Angst. Heu gab es dort, Stroh, noch als Futter für die Kühe. Oben haben sie den Stall dann in Brand gesteckt. Oben angesteckt, das Dach brennt, das Feuer fällt auf die Menschen herunter, Heu und Stroh fangen Feuer, die Leute ersticken, es war so eng, dass man keine Luft mehr bekam. Keine Luft bekam man. Ich sag zu meinem Sohn: „Stemm dich gegen die Wand, mit Händen und Füßen, stemm dich dagegen …“.

Da ging auf einmal die Tür auf. Sie ging auf, aber die Leute gehen nicht raus. Was ist los? Da schießen sie, sie schießen da, heißt es. Aber es herrscht ein Geschrei, dass man das Schießen, das Rattern gar nicht hört. Freilich, Menschen verbrennen, Feuer von oben, dann noch die Kinder – ein Geschrei, dass … .Ich sag meinem Sohn: „Über die Köpfe weg, über die Köpfe musst du!“

Ich setze ihn oben ab. Ich bin selber unten lang, durch die Beine. Und die Toten fielen auf mich. Auf mich drauf fielen die Toten, und ich krieg keine Luft. Aber ich ruderte mit den Armen – damals war ich noch kräftiger – ich kroch weiter. Kaum war ich an der Tür, das kam das Dach herunter, das Feuer auf alle herab … .Mein Sohn war auch noch herausgekommen, nur am Kopf hatte er sich ein bisschen versengt, die Haare angebrannt. Er kam noch 5 Meter weit, dann legten sie ihn um. Tote lagen auf ihm – mit dem Maschinengewehr waren sie alle …

„Steh auf, sag ich, sie sind weg, sie sind jetzt weg!“

Ich wollte ihn herausziehen, aber seine Gedärme waren schon … Er fragte nur noch, ob die Mutter am Leben ist.

Dass niemand, der auf Erden ist, so ein Elend sehen und erleben muss, das gebe Gott …“

Elim Klimov’s Film „Komm und sieh“

Das Massaker von Chatyn war von Ales Adamowitsch bereits 1971 in seinem Roman „Die Erzählung von Chatyn“ behandelt worden, der später als Grundlage für das Drehbuch zu dem Film „Komm und sieh“ [14] diente.

Der Film von Elim Klimov aus dem Jahre 1985 gilt als einer der letzten großen Meisterwerke des Sowjetkinos [15] und ist nach Einschätzung von Jochen Hellbeck, dem deutsch-US-amerikanischen Historiker und Autor eines neuen Buches über den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, der vielleicht erschütterndste Antikriegsfilm aller Zeiten [16]. Ein Trailer dieses Films kann hier [17] aufgerufen werden.

Minsk 1941 bis 1945

Minsk war am Ende des 2. Weltkriegs völlig zerstört und der größte Teil der Einwohner entweder ermordet oder geflohen. Am Ende waren von den ca. 240.000 Einwohnern in dieser Stadt vor dem Krieg noch 50.000 übriggeblieben [18].

Vor dem deutschen Einmarsch befand sich in Minsk mit etwa 30 Prozent der Bevölkerung eine der größten jüdischen Gemeinden der Sowjetunion. Der größte Teil der Juden wurde während der deutschen Besetzung verschleppt und ermordet. In der Nähe von Minsk befand sich das Vernichtungslager Maly Trostinez.

Mit dem Ghetto in Minsk entstand in jenen Jahren eines der größten jüdischen Sammellager/Ghettos Europas. Die gesamte jüdische Bevölkerung von Minsk wurde gezwungen, in das Ghetto zu ziehen.

Zu Beginn der Besatzung lebten mehr als 100.000 sowjetische Juden in diesem zwei Quadratkilometer großen Bezirk im Nordosten der Stadt. Hinzu kamen Juden aus ganz Europa, z. B. auch die sogenannten „Hamburger Juden“, die zunächst in einem gesonderten Bereich des Ghettos untergebracht wurden und eine „Vorzugsbehandlung“ erhielten. Aber Ende Juli 1942 fiel der überwiegende Teil aller Bewohner des Ghettos einer „Aktion“ des Massenmords zum Opfer, bei dem auch laut Augenzeugenberichten Gaswagen eingesetzt wurden.

Darüber, über viele weitere schreckliche Ereignisse, die auch die Bevölkerung von Minsk in dieser Zeit erleiden musste, und über eine neue wissenschaftliche Perspektive auf den Massenmord in der Sowjetunion berichtet der Historiker Hellbeck auf der Basis von Aufzeichnungen von Zeitzeugen in seinem neuen schon genannten Buch über den deutschen Vernichtungskrieg [19][20]. Angehängt sei hier noch der Hinweis auf einen aufschlussreichen Vortrag von Hellbeck, mit dem er 2025 in Berlin sein Buch vorgestellt hatte [21].

Schlussbemerkungen

Die beiden Autoren dieses Artikels gehören zur älteren Generation, die den Kalten Krieg durchlebt und nach der Wendezeit 1989/1991 an einen dauerhaften Frieden in Europa geglaubt hat und jetzt darüber entsetzt ist, dass die Kriegsgefahr in Europa wieder bedrohlich zugenommen hat und derzeit so groß zu sein scheint wie in den dunkelsten Zeiten vor 1989.

Deshalb wollen wir mit unseren bescheidenen Kräften etwas für den Frieden tun, und zwar:

  • erstens, in Diskussionsveranstaltungen in Deutschland über unsere Reise nach Belarus und unsere Erfahrungen dort berichten und in diesem Zusammenhang auch den Film „Komm und sieh“ zeigen,
  • zweitens, uns dabei einsetzen für eine möglichst baldige Beendigung des Krieges in der Ukraine, der sich zu einem großen europäischen Krieg mit dem Einsatz von Atomwaffen ausweiten könnte [22], durch einen Verhandlungsfrieden, wie er z. B. jüngst von General Harald Kujat und weiteren Prominenten in einem umfangreichen Papier [23] vorgeschlagen wurde, und
  • drittens, mit interessierten Menschen im Herbst 2026 eine weitere Reise nach Belarus unternehmen, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit zu geben, die Erfahrung zu machen, dass in Belarus ebenfalls Menschen leben, für die der Frieden entsprechend dem eingangs zitierten Diktum von Willy Brandt ein unverzichtbares Gut ist, das wir unbedingt bewahren müssen.

Autoren:

Klaus-Dieter Kolenda, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin – Gastroenterologie, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin/Sozialmedizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, der Atemwege, des Stoffwechsels und der Bewegungsorgane. Seit 1978 ist er als medizinischer Sachverständiger bei der Sozialgerichtsbarkeit in Schleswig-Holstein tätig. Zudem arbeitet er in der Kieler Gruppe der IPPNW e.V. (Internationale Ärztinnen und Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs und für soziale Verantwortung) mit. E-Mail: [email protected]

Jan Gorski, Diplom-Agrar-Ingenieur und Russisch-Lehrer, ehemaliger Hochschullehrer am Institut der Ökonomie, Verwaltung und Personalmanagement der Landwirtschaftsakademie in Szczecin, Projektleiter EU-PHARE Förderprogramme (1999-2004) zur Unterstützung osteuropäischer Länder beim Übergang zur Marktwirtschaft, Stärkung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Aufbau von Verwaltung, Infrastruktur und Personalentwicklung, Vorstand Uelzener Verein für Deutsch-Weißrussische Beziehungen, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften e. V. (BDWO). E-Mail: [email protected]


[«1] Andre´ Böhm, Maryna Rakhlei: Weißrussland. Trescher Verlag, 2. Auflage 2019
beck-shop.de/boehm-rakhlei-reisefuehrer-weissrussland/product/26422072

[«2] bdwo.de/

[«3] globalbridge.ch/auch-in-belarus-scheint-die-sonne-ein-tag-auf-dem-slawjanski-basar/

[«4] globalbridge.ch/von-witebsk-nach-gomel-eine-reise-durch-belarus-teil-2/

[«5] globalbridge.ch/%d0%b1%d0%b5%d1%80%d0%b0%d1%81%d1%86%d0%b5-%d7%91%d7%a8%d7%99%d7%a1%d7%a7-brzesc-brest-litovsk-%d0%b1%d1%80%d1%8d%d1%81%d1%82-eine-reise-in-belarus-teil-3/

[«6] globalbridge.ch/grodno-hier-kann-man-gluecklich-sein-eine-reise-durch-belarus-teil-4/

[«7] de.wikipedia.org/wiki/Belarus

[«8] german-foreign-policy.com/news/detail/10131

[«9] Andre´ Böhm, Maryna Rakhlei: Weißrussland. Trescher Verlag, 2. Auflage 2019, S. 73 ff.
beck-shop.de/boehm-rakhlei-reisefuehrer-weissrussland/product/26422072

[«10] Genocid of he Belarusian People: Informational ans Analytical Materials and Documents. Minsk 2023, S. 1

[«11] Andre´ Böhm, Maryna Rakhlei: Weißrussland. Trescher Verlag, 2. Auflage 2019, S. 153-154
beck-shop.de/boehm-rakhlei-reisefuehrer-weissrussland/product/26422072

[«12] aufbau-verlage.de/aufbau/feuerdorfer/978-3-351-03997-4
de.wikipedia.org/wiki/Ich_bin_aus_einem_verbrannten_Dorf_%E2%80%A6

[«13] Ales Adamowitsch, Janka Bryl, Uladsimir Kalesnik: Feuerdörfer. Wehrmachtsverbrechen in Belarus-Zeitzeugen berichten. Aufbau-Verlag, 1. Auflage 2024

[«14] Komm und sieh. Ein Film von Elim Klimov. 1985. Tonspur: Russisch. Untertitel: Deutsch

[«15] de.wikipedia.org/wiki/Komm_und_sieh

[«16] Jochen Hellbeck: Ein Krieg wie kein anderer. Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Eine Revision. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2025, S. 503

[«17] bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=komm+und+sieh

[«18] de.wikipedia.org/wiki/Minsk

[«19] Jochen Hellbeck: Ein Krieg wie kein anderer. Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Eine Revision. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2025, S. 248-267

[«20] „Klappentext: 1941 griff Deutschland die Sowjetunion an und besetzte die Ukraine, Weißrussland, das Baltikum und einen Teil Russlands. Die Menschen dort zahlten den höchsten Blutzoll des Zweiten Weltkriegs. Jochen Hellbeck stellt den deutsch-sowjetischen Krieg aus einer neuen Perspektive dar. Er zeigt, dass die Nationalsozialisten ihren unerbittlichen Antisemitismus von Beginn an mit einem obsessiven Antibolschewismus verknüpften. Der Befehl lautete, alle Juden und Kommunisten in der SU zu ermorden. Die besetzten Gebiete im Osten wurden damit zum Ort einer speziell auf die Menschen dort zielenden Massentötung, die danach auf alle Juden im besetzten Europa ausgeweitet wurde. Auf Basis weitgehend unbekannter Zeugnisse schildert Hellbeck die damit einhergehenden Erfahrungen sowjetischer Juden und Nichtjuden. Er verdeutlicht, dass die sowjetische Gegenoffensive die gesamte Gesellschaft einbezog, ein entscheidender Faktor für den Sieg über Deutschland“ (aus: perlentaucher- das Kulturmagazin: perlentaucher.de/buch/jochen-hellbeck/ein-krieg-wie-kein-anderer.html).

[«21] youtube.com/watch?v=Hy83oCdNRzs

[«22] manova.news/artikel/der-blick-in-den-abgrund

[«23] bremerfriedensforum.de/wp-content/uploads/2026/01/Verhandlungsvorschlag-zur-friedlichen-Loesung-de-Ukrainekrieges-Kujat-u.a.pdf

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Die NATO löscht ihre Erklärungen über gezielte Bombardierung von Infrastruktur zur Stromversorgung durch die NATO

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Kiews von den Medien verschwiegene Terrorangriffe der letzten Tage

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Vorschau ansehen Weil Venezuela derzeit ohnehin in aller Munde ist, haben wir uns beim Anti-Spiegel-Podcast mit den Terrorangriffen beschäftigt, die die Ukraine in den letzten Tagen durchgeführt, weil die deutschen Medien sie verschweigen. Den Anti-Spiegel-Podcast können Sie hier auf Spotify oder im russischen VK anhören.
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27 tote Zivilsten bei ukrainischem Terrorangriff, aber kein Wort in deutschen Medien

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Post-Vac-Zahlen: Was die Kassen nicht sagen können (oder wollen)

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veröffentlicht am 18.08.2025 von MWGFD-Presse Wie viele Post-Vac-Diagnosen sind in den vergangenen Jahren erfasst worden? Mit dieser Frage hat sich die MWGFD an deutsche Krankenkassen gewandt. Die Antworten könnten ein wichtiges Licht auf ein bislang wenig transparentes Thema werfen. Seit der COVID-19-Impfkampagne sehen sich Krankenkassen mit neuen Diagnosefeldern konfrontiert. Neben dem Long-COVID-Syndrom rückt zunehmend auch […]

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