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Iranian Opposition Group Says It Attacked Khamenei’s Compound — ‘Heavy Clashes’ in Tehran

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An Iranian opposition group took credit for a coordinated assault on Supreme Leader Ali Khamenei’s Tehran headquarters this week, reporting “heavy clashes” with the Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) that allegedly left more than 100 of its fighters killed, wounded, or arrested.

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Exclusive — Former IDF General: Iran May Arm Missiles with Chemical Warheads; ‘Massive Strike’ Only Option

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A former senior Israeli commander warned that Iran could seek to arm its rapidly expanding ballistic missile arsenal — which already threatens Israel, U.S. bases, and allied interests across the region — with chemical or biological warheads, arguing that the “only viable option” may be a “massive” and “decisive” strike to bring down the regime as nuclear negotiations reach a critical juncture.

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U.S. Deploys Stealth F‑22s to Israel as Iran Strike Window Narrows amid Historic Buildup

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The United States deployed stealth F-22 fighter jets to Israel on Tuesday as part of what has been described as the largest American military buildup in the region in more than two decades, with high-stakes nuclear talks set for Thursday in Geneva and Iranian officials warning that any strike would inflict “heavy casualties.”

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Iran Holds Military Drills Ahead of Trump’s State of the Union Address

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Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) held military drills on Tuesday, reportedly including tests for new weapons, even as top military official Ali Larijani was preparing to deliver Iran’s latest response in negotiations with the United States, and President Donald Trump was preparing to deliver his State of the Union (SOTU) address.

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Reform Promises to Stem 'Heart-breaking' Erosion of British Traditions, Culture, Soul, and Character

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Farage's Reform launches policies to shelter heritage of the UK, both by severely constraining migration and with specific legal protections.

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Khamenei Activates Wartime Succession Plans amid Assassination Fears; U.S. Strike Planning Enters ‘Advanced’ Phase

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Iran’s Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei has activated wartime succession planning, empowering a hardline loyalist to oversee national security operations and ordering layered contingency measures to safeguard the regime amid fears of U.S. military strikes and assassination attempts.

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U.S. Iran Strike Planning in ‘Advanced’ Phase; Decapitation, Regime-Change Options Prepared

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U.S. military planning for potential strikes on Iran has entered what officials describe as an “advanced” phase, with options reportedly expanding beyond nuclear and missile infrastructure to include targeted decapitation strikes against senior regime figures — and with President Donald Trump said to be able to make a strike decision “at any moment.”

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Zwischen Straßenprotest und Weltpolitik: Der Zusammenbruch des islamischen Regimes im Iran

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Vorschau ansehen Der Iran stellt einen Schlüsselfaktor für die Machtbalance zwischen den Großmächten dar. Für China und Russland ist die Islamische Republik von strategischer und taktischer Bedeutung. Welche einzigartige Chance ergibt sich für die USA?
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Der Iran (Teil 4) – Drohnen gegen Hegemonie | Von Michael Hollister

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Asymmetrische Militärstrategie – wie die Islamische Republik ihre konventionelle Schwäche durch innovative Technologie kompensiert

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Als am 8. Januar 2020 gegen 1:34 Uhr iranische Raketen auf die amerikanische Luftwaffenbasis Al-Asad im Irak einschlugen, erlebte die US-Armee etwas historisch Einmaliges: Erstmals seit dem Korea-Krieg waren amerikanische Bodentruppen dem Beschuss von elf theatertaktischen Ballistikraketen ausgesetzt. Major Alan Johnson, der in einem Betonbunker Schutz gesucht hatte, beschrieb die Detonation 20 Meter von seiner Position entfernt wie "einen Güterzug, der an einem vorbeifährt". Die iranischen Raketen, jede mit einem Sprengkopf von über 450 Kilogramm ausgestattet, trafen auf Bunker, die für Projektile von maximal 30 Kilogramm ausgelegt waren. Dass niemand getötet wurde, lag an einer rechtzeitigen Evakuierung auf Basis von Satellitenfrühwarnung – andernfalls, so schätzte General Kenneth McKenzie, Kommandeur des US Central Command, wären 100 bis 150 amerikanische Soldaten getötet oder verwundet worden und 20 bis 30 Flugzeuge zerstört.

Der Angriff auf Al-Asad erfolgte fünf Tage nach der amerikanischen Drohnenattacke, die Qassem Soleimani, den Kommandeur der IRGC-Quds-Einheit, in Bagdad tötete. Iran antwortete mit einem kalkulierten Schlag, der militärische Präzision demonstrierte, aber durch Vorwarnung an die irakische Regierung bewusst amerikanische Todesopfer vermied – und damit eine weitere Eskalationsspirale verhinderte. Was der Angriff jedoch unmissverständlich bewies: Iran verfügt über Raketentechnologie, die amerikanische Stützpunkte in der gesamten Region bedrohen kann. Und diese Fähigkeit ist kein militärisches Beiwerk, sondern das Kernstück einer strategischen Doktrin, die aus der Notwendigkeit geboren wurde.

Die Erblast der Sanktionen: Irans konventionelle Schwäche

Um Irans Investition in asymmetrische Waffentechnologie zu verstehen, muss man zunächst die Ausgangslage erfassen: Die Islamische Republik operiert mit einer der ältesten und am stärksten veralteten Luftwaffen der Region. Die iranische Luftwaffe fliegt noch immer F-14 Tomcat-Kampfjets aus den 1970er Jahren, F-4 Phantom-Düsenjäger aus dem Vietnamkrieg und eine Handvoll russischer Maschinen, für die Ersatzteile und Wartung chronisch knapp sind. Das Durchschnittsalter der iranischen Luftflotte liegt bei über vierzig Jahren. Der tragische Tod von Präsident Ebrahim Raisi und Außenminister Hossein Amir-Abdollahian im Mai 2024 in einem abgestürzten Bell 212-Helikopter – ein Modell, das auf 40 bis 50 Jahre Betriebszeit geschätzt wurde – war ein öffentlich sichtbares Symbol dieser strukturellen Schwäche.

Ursache dieser Erosion ist nicht mangelnde Finanzkraft, sondern politische Isolation. Seit der Islamischen Revolution 1979 ist Iran von westlichen Ersatzteillieferungen für seine ehemalige US-Ausrüstung abgeschnitten. Die UN-Sanktionen ab 2010 und die verschärften US-Sanktionen nach dem Ausstieg aus dem Atomabkommen 2018 haben den Erwerb moderner russischer oder chinesischer Kampfflugzeuge zusätzlich erschwert. Selbst als Russland 2023 Bereitschaft signalisierte, Su-35-Jets zu liefern, scheiterte der Deal an logistischen und finanziellen Hürden. Iran kann keine konventionelle Luftüberlegenheit erringen – weder gegen Israel noch gegen Saudi-Arabien oder gar gegen die USA.

Diese strategische Zwickmühle erzwingt Innovation. Wenn konventionelle Aufrüstung blockiert ist, müssen alternative Wege gefunden werden. Iran wählte eine Kombination aus Raketen, Drohnen und einer asymmetrischen Kriegsführungsdoktrin, die darauf abzielt, nicht durch Masse, sondern durch Präzision und Kosteneffizienz Abschreckung zu erzielen. Das Ergebnis ist ein Militärprogramm, das in westlichen Verteidigungskreisen als zunehmend besorgniserregend wahrgenommen wird – und das iranischen Militärstrategen als Beweis dafür gilt, dass technologische Kreativität geopolitische Schwäche kompensieren kann.

Drohnen: Von Nachbauten zu strategischen Waffen

Die Initialzündung für Irans Drohnenprogramm kam aus einem Zufall. Am 4. Dezember 2011 stürzte eine RQ-170 Sentinel, eine hochmoderne amerikanische Stealth-Aufklärungsdrohne, über iranischem Territorium ab – oder wurde, wie Iran behauptet, durch elektronische Kriegsführung zur Landung gezwungen. Was folgte, war ein Musterbeispiel für Reverse Engineering: Iranische Ingenieure zerlegten die Drohne, studierten ihre Avionik, ihren Tarnkappenbau und ihre Kommunikationssysteme. Fünf Jahre später, 2016, präsentierte Iran die Shahed Saegheh, eine Drohne mit frappierenden Ähnlichkeiten zur RQ-170. Ob vollständige Kopie oder nur inspirierte Eigenentwicklung – die Botschaft war unmissverständlich: Iran konnte aus erbeuteter Technologie eigene Kapazitäten entwickeln.

Heute verfügt Iran über eine der diversifiziertesten Drohnenflotten im Nahen Osten. Die bekannteste Entwicklung sind die Kamikaze-Drohnen der Shahed-Familie, insbesondere die Shahed-136 und Shahed-131. Diese unbemannten Systeme sind keine klassischen Aufklärungsdrohnen, sondern sogenannte Loitering Munitions: Sie tragen einen Sprengkopf von rund 50 Kilogramm, fliegen mit niedriger Geschwindigkeit auf programmierten Routen und stürzen sich bei Erreichen des Ziels in dieses hinein – daher der Begriff "Kamikaze-Drohne". Ihre Reichweite beträgt bis zu 2.000 Kilometer, ihre Produktionskosten liegen bei geschätzten 20.000 US-Dollar pro Einheit. Zum Vergleich: Eine amerikanische Abwehrrakete, die eine solche Drohne abfangen könnte, kostet drei Millionen Dollar. Diese asymmetrische Kosten-Nutzen-Rechnung ist der strategische Kern der iranischen Doktrin.

Die Effektivität dieser Technologie wurde 2022 im Ukraine-Krieg offensichtlich. Russland begann ab Sommer 2022, Shahed-136-Drohnen in großen Mengen einzusetzen, um ukrainische Energieinfrastruktur anzugreifen. Berichten zufolge lieferte Iran "mehrere Hundert" Drohnen an Moskau im Austausch gegen 140 Millionen Euro in bar sowie erbeutete westliche Waffen. Der Deal hatte für Iran mehrere strategische Dimensionen: Er generierte dringend benötigte Devisen, vertiefte die militärische Kooperation mit Russland und verschaffte iranischen Ingenieuren unschätzbares Feedback aus einem hochintensiven Konflikt.

Die Ukraine wurde zum globalen Testfeld für iranische Drohnentechnologie. Ukrainische Luftabwehr musste lernen, die niedrig fliegenden Shahed-136 zu bekämpfen – anfangs mit begrenztem Erfolg. Die Drohnen flogen in Wellen, oft nachts, und zielten systematisch auf Kraftwerke und Umspannstationen. Ihre Wirkung lag nicht in der Explosivkraft einzelner Einschläge, sondern in der Kumulation: Dutzende Angriffe über Wochen und Monate erschöpften ukrainische Abwehrkapazitäten und zwangen das Land, teure Flugabwehrraketen gegen billige Drohnen einzusetzen. Westliche Militärbeobachter sprachen von einem "asymmetrischen Kräfteverhältnis", das selbst durch massive Waffenlieferungen an die Ukraine nicht ausgeglichen werden konnte.

Für Iran war der Ukraine-Einsatz eine Bestätigung des eigenen Konzepts: Masse schlägt Qualität, wenn die Masse billig genug ist. Satellitenbilder von Ende 2023 zeigten zudem den Bau einer Fabrik in der russischen Region Tatarstan, die Shahed-136-Drohnen in Lizenz produzieren soll – ein Zeichen dafür, dass Moskau die Technologie nicht nur nutzt, sondern dauerhaft integriert. Die geopolitische Botschaft war unmissverständlich: Iran ist nicht länger nur regionaler Akteur, sondern Waffenlieferant mit globaler Reichweite.

Neben den Kamikaze-Drohnen verfügt Iran über Aufklärungs- und Angriffsdrohnen wie die Mohajer-6, die mit Lenkraketen bewaffnet werden kann, und die Ababil-Familie, von der Varianten an regionale Verbündete weitergegeben wurden. Die Houthis im Jemen bauen auf Basis iranischer Baupläne eigene Qasef-1-Drohnen, die strukturell den iranischen Ababil-II-Modellen ähneln und über identische Seriennummernpräfixe verfügen. Ein Bericht der britischen Organisation Conflict Armament Research von 2020 dokumentierte, dass die Houthis mittlerweile eigene Produktionskapazitäten aufgebaut haben – ein Hinweis darauf, dass Iran nicht nur fertige Systeme exportiert, sondern Know-how transferiert.

Cyber-Kriegsführung: Die unsichtbare Waffe

Irans asymmetrische Strategie beschränkt sich nicht auf physische Waffen. Cyber-Operationen sind ein integraler Bestandteil der militärischen Doktrin – und ihre Entwicklung wurde durch eine Demütigung angestoßen, die Iran nie vergessen hat. Im Jahr 2010 infizierte der Stuxnet-Computerwurm, mutmaßlich von USA und Israel entwickelt, iranische Urananreicherungsanlagen in Natanz und zerstörte rund 1.000 Zentrifugen. Der Angriff war ein technologisches Meisterwerk und eine strategische Ohrfeige: Iran war verwundbar in einem Bereich, den es für sicher gehalten hatte.

Die Antwort folgte prompt. Iran baute unter IRGC-Führung eigene Cyber-Einheiten auf, die sowohl defensive als auch offensive Kapazitäten entwickelten. 2012 wurden amerikanische Banken Ziel koordinierter DDoS-Attacken, die Webseiten lahmlegten. 2012 und 2013 folgten Angriffe auf Saudi Aramco, bei denen die Malware "Shamoon" über 30.000 Computer löschte. Westliche Sicherheitsbehörden schrieben diese Operationen iranischen Akteuren zu. Die Botschaft war klar: Iran konnte zurückschlagen, wenn auch nicht auf demselben technologischen Niveau wie seine Gegner.

Heute sind iranische Cyber-Fähigkeiten eine ergänzende Komponente der asymmetrischen Strategie. Sie dienen der Aufklärung, der Sabotage und der Ablenkung. Als Iran im Januar 2020 Al-Asad angriff, behauptete IRGC-Kommandeur Amir Hajizadeh später, iranische Einheiten hätten gleichzeitig Cyber-Attacken gegen amerikanische Kommunikationssysteme durchgeführt. Ob das stimmt, ist unklar – aber die Behauptung selbst zeigt, wie Iran Cyber als Teil eines integrierten Angriffs versteht. Drohnen, Raketen, Cyber: alles Werkzeuge derselben Doktrin.

Raketen: Präzision als Abschreckung

Parallel zu den Drohnen entwickelte Iran ein umfangreiches Raketenprogramm, dessen Wurzeln ebenfalls in einer schmerzhaften Erfahrung liegen: dem Iran-Irak-Krieg der 1980er Jahre. Irakische Streitkräfte setzten sowjetische Scud-Raketen ein, um iranische Städte zu bombardieren – darunter Teheran, das über 480 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt liegt. Die psychologische und materielle Wirkung dieser Angriffe prägte die strategische Denkweise der Islamischen Republik nachhaltig. Iran begann, eigene Raketen zu entwickeln, zunächst durch Importe aus China (Silkworm, C-801, C-802 Anti-Schiff-Raketen sowie M-7-Kurzstreckenraketen zwischen 1986 und 1995), später durch eigenständige Weiterentwicklungen.

Heute umfasst Irans Raketenarsenal mehrere Familien mit unterschiedlichen Reichweiten und Einsatzprofilen. Die Sejjil-Familie, deren neuestes Modell Sejjil-2 im Jahr 2009 vorgestellt wurde, basiert auf Festbrennstoff-Technologie, was kürzere Startvorbereitungszeiten ermöglicht als Flüssigbrennstoffraketen. Die Sejjil-2 hat eine Reichweite von etwa 2.000 Kilometern und einen geschätzten CEP (Circular Error Probable, also die statistische Treffergenauigkeit) von rund 50 Metern – sie kann damit israelische Ziele erreichen. Berichten zufolge wurde sie bei Irans Angriff auf Israel im April 2024 eingesetzt, bei dem über 300 Projektile (170 Drohnen, 30 Marschflugkörper, 120 Ballistikraketen) auf israelisches Territorium abgefeuert wurden. Trotz einer Abfangquote von 99 Prozent durch israelische und amerikanische Luftabwehrsysteme demonstrierte der Angriff Irans Fähigkeit, massierte Salven abzufeuern.

Ergänzt wird das Arsenal durch die Fateh-Familie, präzisionsgelenkte Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von etwa 300 Kilometern und einem CEP von unter zehn Metern. Diese Raketen wurden gezielt an iranische Stellvertretergruppen exportiert: Hezbollah im Libanon verfügt Schätzungen zufolge über mehr als 150.000 Raketen und Projektile, darunter iranische Raad-, Fajr- und Zilzal-Typen. Die Houthis im Jemen setzen modifizierte Versionen der Fateh-110 ein, um saudische Ziele anzugreifen. Irakische Milizen, die mit Iran verbunden sind, haben seit Oktober 2023 über 151 Angriffe auf US-Stützpunkte in Irak und Syrien durchgeführt – viele davon mit iranischer oder iranisch-inspirierter Technologie.

Die strategische Bedeutung dieser Präzisionsraketen liegt weniger in ihrer Vernichtungskraft als in ihrer psychologischen Wirkung: Sie machen kostspielige Infrastruktur, militärische Basen und Energieanlagen verwundbar, ohne dass Iran selbst über Luftüberlegenheit verfügen muss. Als Iran im Januar 2024 Angriffe auf mutmaßliche Mossad-Einrichtungen in Erbil (irakisches Kurdistan) und auf Stützpunkte der sunnitischen Miliz Jaish al-Adl in Pakistan durchführte, waren präzisionsgelenkte Raketen das Mittel der Wahl. Die Botschaft war klar: Iran kann Ziele jenseits seiner Grenzen treffen, ohne Flugzeuge in feindlichen Luftraum schicken zu müssen.

Asymmetrische Doktrin: Mosaic Defense und Schwarm-Taktiken

Diese technologischen Fähigkeiten sind eingebettet in eine militärische Doktrin, die Iran offiziell als "Forward Defense" oder "Offensive Defense" bezeichnet. Erstmals 2003 formuliert und in den parlamentarisch verabschiedeten Fünfjahresplänen von 2004 und 2017 verankert, zielt diese Strategie darauf ab, Bedrohungen außerhalb iranischen Territoriums zu bekämpfen, bevor sie Iran selbst erreichen. Konkret bedeutet das: Iran setzt auf ein Netzwerk regionaler Stellvertretergruppen (Hezbollah, Houthis, irakische Schiitenmilizen, Hamas, Islamischer Dschihad), die mit iranischer Technologie ausgestattet sind und im Konfliktfall koordinierte Angriffe durchführen können.

Diese Strategie folgt dem Prinzip der "Mosaic Defense" – ein Begriff, der die Verteilung von Abschreckungskapazitäten über mehrere Akteure beschreibt, anstatt sie in einem zentralen militärischen Apparat zu konzentrieren. Aus iranischer Sicht hat das mehrere Vorteile: Erstens erschwert es präemptive Schläge gegen iranische Infrastruktur, da die Bedrohung geografisch verteilt ist. Zweitens erlaubt es Iran, indirekt zu agieren und direkte Konfrontationen zu vermeiden, wenn das politisch opportun erscheint. Drittens schafft es eine strategische Tiefe, die Irans konventionelle Schwäche kompensiert.

Ein zentrales Element dieser Doktrin sind Schwarm-Taktiken: Der koordinierte Einsatz vieler kostengünstiger Drohnen und Raketen überfordert selbst hochmoderne Luftabwehrsysteme. Als am 14. September 2019 Drohnen und Marschflugkörper die saudischen Ölanlagen von Abqaiq und Khurais trafen, wurden 18 Trefferpunkte in Abqaiq und vier in Khurais verzeichnet. Die Angriffe legten 5,7 Millionen Barrel pro Tag an Produktionskapazität lahm – fünf Prozent der globalen Ölproduktion. Saudische Patriot-Raketensysteme, die vor Ort stationiert waren, konnten die Angriffe nicht abwehren. Der Grund: Die Patriot-Systeme sind für hochfliegende Ziele optimiert, nicht für niedrig fliegende Drohnen und Marschflugkörper. Zudem war die schiere Anzahl der Angreifer – 25 Drohnen und Raketen – zu hoch, um effektiv bekämpft zu werden.

Die Houthis reklamierten die Verantwortung für den Angriff, doch Trümmeranalysen und die Einschlagrichtung (von Nordwesten) deuteten auf Iran als Ursprung hin. Ein Reuters-Bericht von 2019, der sich auf iranische Regierungsquellen stützte, behauptete, der Angriff sei bei einem geschlossenen Treffen iranischer Militärführer im Mai 2019 geplant worden – mit dem Ziel, die USA für den Ausstieg aus dem Atomabkommen zu bestrafen, ohne Massenopfer zu verursachen. Oberster Führer Khamenei soll die Operation unter der Bedingung genehmigt haben, dass keine Zivilisten oder US-Militärpersonal getötet würden. Ob diese Darstellung stimmt oder nicht – die Wirkung war real: Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate begannen nach 2019, Kanäle nach Teheran zu öffnen, um eine Eskalation zu vermeiden.

Innovation unter Sanktionen: Die Grenzen der Improvisation

Irans Fähigkeit, trotz Jahrzehnte währender Sanktionen ein funktionierendes Militärtechnologie-Programm aufzubauen, ist bemerkenswert – aber sie hat klare Grenzen. Die iranische Militärindustrie ist stark von der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) dominiert. Firmen wie die Iran Aviation Industries Organization und HESA (Iran Aircraft Manufacturing Industrial Company) operieren unter IRGC-Aufsicht und produzieren Drohnen, Raketen und modifizierte Hubschrauber. Der IRGC ist gleichzeitig Militärorganisation, Wirtschaftskonzern und politischer Akteur – eine Verflechtung, die Innovation ermöglicht, aber auch Korruption und Ineffizienz begünstigt.

Die Produktion basiert auf einer Mischung aus Reverse Engineering, Schmuggel von Dual-Use-Komponenten (etwa tschechische TJ100-Turbojets, die in Marschflugkörpern verbaut werden) und eigenständiger Forschung. Iran hat gelernt, mit begrenzten Ressourcen zu arbeiten: Anstatt hochkomplexe Systeme zu entwickeln, setzt man auf bewährte, robuste Technologie, die sich kostengünstig in Masse produzieren lässt. Das funktioniert bei Drohnen und Raketen besser als bei Kampfjets oder modernen Luftabwehrsystemen. Iran kann keine F-35 bauen, keine S-400-Systeme und keine modernen Fregatten. Was Iran kann, ist die Asymmetrie des Konflikts zu seinen Gunsten zu verschieben: 20.000 Dollar Drohne gegen drei Millionen Dollar Abwehrrakete.

Diese Strategie hat ihre eigenen Schwächen. Iran verfügt über keine Luftüberlegenheit und wird sie auf absehbare Zeit nicht erlangen können. Im Falle eines umfassenden Konflikts wäre die iranische Luftwaffe innerhalb von Tagen ausgeschaltet. Ebenso sind iranische Marinekapazitäten begrenzt – die Flotte besteht aus veralteten Fregatten, Schnellbooten und einigen U-Booten, die gegen die US-Navy oder israelische Marine keine Chance hätten. Irans asymmetrische Kapazitäten sind primär defensiv und abschreckend, nicht offensiv im Sinne einer Eroberungsstrategie.

Regionale Proliferation: Proxy-Bewaffnung als Machtprojektion

Die Weitergabe iranischer Drohnen- und Raketentechnologie an verbündete Gruppen ist kein Nebenschauplatz, sondern integraler Bestandteil der iranischen Sicherheitsstrategie. Hezbollah im Libanon ist das prominenteste Beispiel: Die Organisation verfügt über ein Raketenarsenal, das größer ist als das mancher europäischer Staaten. Hassan Nasrallah, Hezbollahs langjähriger Generalsekretär, sagte 2016 offen:

"Wir sind transparent darüber, dass Hezbollahs Budget, sein Einkommen, seine Ausgaben, alles was es isst und trinkt, seine Waffen und Raketen, von der Islamischen Republik Iran kommen."

Was diese Aussage nicht verrät, ist die qualitative Transformation, die Hezbollahs Arsenal in den letzten 15 Jahren durchlaufen hat. In den 1990er und 2000er Jahren verfügte Hezbollah primär über ungenaue Katjuscha-Raketen und Fajr-Systeme – Waffen, die im Hagel abgefeuert werden mussten, um überhaupt Treffer zu erzielen. Seit Mitte der 2010er Jahre hat Iran jedoch präzisionsgelenkte Raketen wie die Fateh-110 an Hezbollah geliefert oder die Organisation beim Umbau vorhandener Raketen zu Präzisionssystemen unterstützt. Diese Transformation ist strategisch entscheidend: Präzisionsraketen erlauben es Hezbollah, gezielt militärische Einrichtungen, Kommandozentralen oder kritische Infrastruktur anzugreifen, ohne massenhaft Zivilisten zu treffen.

Israel hat auf diese Entwicklung mit massiven Luftangriffen reagiert. 2018 bombardierte die israelische Luftwaffe mehrfach Lagerhäuser im Libanon, wo mutmaßlich iranische Präzisions-Upgrade-Kits gelagert wurden. Im September 2024, kurz vor der Eskalation, die zum israelischen Einmarsch führte, zerstörte Israel gezielt Gebäude, in denen nach israelischen Angaben Präzisionsraketen versteckt waren. Die Botschaft war unmissverständlich: Israel betrachtet Hezbollahs Präzisionsarsenal als existenzielle Bedrohung und ist bereit, präemptiv zu handeln. Dass Hezbollah trotzdem weiterhin präzisionsgelenkte Systeme erhält, zeigt Irans Entschlossenheit, diese strategische Tiefe zu erhalten.

Die Houthis im Jemen, die seit 2014 gegen eine saudisch-geführte Koalition kämpfen, haben ebenfalls massiv von iranischer Unterstützung profitiert. Ihre Fähigkeit, mit modifizierten Qasef-1-Drohnen und Fateh-110-Varianten Ziele über 1.000 Kilometer entfernt zu treffen, wäre ohne iranischen Know-how-Transfer undenkbar. Im März 2022 griffen Houthis mit Drohnen saudische Ölanlagen in Dschidda an – über 1.000 Kilometer von der jemenitisch-saudischen Grenze entfernt. Seit dem Gaza-Krieg ab Oktober 2023 haben die Houthis wiederholt Schiffe im Roten Meer angegriffen, was den globalen Seehandel erheblich beeinträchtigt hat. Diese Angriffe dienen iranischen Interessen, indem sie die Aufmerksamkeit der USA und ihrer Verbündeten binden und gleichzeitig Druck auf Israel ausüben.

In Irak operieren zahlreiche schiitische Milizen, die nominell der irakischen Regierung unterstehen, faktisch aber iranische Unterstützung erhalten. Diese Gruppen haben seit Oktober 2023 über 151 Angriffe auf US-Stützpunkte in Irak und Syrien durchgeführt, meist mit Raketen und Drohnen. Die Angriffe sind selten tödlich, aber sie sind politisch wirksam: Sie demonstrieren, dass amerikanische Präsenz im Irak nicht unangefochten ist, und sie signalisieren iranischen Einfluss.

Auch Hamas und der Islamische Dschihad in Gaza haben iranische Unterstützung erhalten, wenngleich die Volumina aufgrund der israelischen Blockade begrenzt sind. Berichte deuten darauf hin, dass Iran Hamas mit Blaupausen für Raketen wie die Fajr-5 und M-302 versorgt hat, die Hamas dann in Gaza in Eigenproduktion herstellte. Iranische Offizielle betonten nach dem 7. Oktober 2023 wiederholt, dass die Hamas-Angriffe eigenständig geplant wurden, aber die Fähigkeiten, die Hamas demonstrierte, sind ohne iranische Vorarbeit kaum denkbar.

Geopolitische Implikationen: Die Erosion der Luftüberlegenheit

Die strategischen Auswirkungen der iranischen Drohnen- und Raketenprogramme reichen weit über den Nahen Osten hinaus. Bei einer Anhörung des US-Kongresses im Jahr 2021 erklärte General Kenneth McKenzie, dass Iran "regionale Partner und den freien Fluss von Handel durch den Einsatz von Stellvertretern und die Proliferation bewaffneter unbemannter Luftfahrtsysteme weiterhin bedroht". Kongressabgeordneter Scott DesJarlais formulierte es noch deutlicher:

"Als Ergebnis der Herausforderungen bei der Erkennung und Abwehr von unbemannten Luftfahrtsystemen operieren die Vereinigten Staaten zum ersten Mal seit dem Korea-Krieg ohne vollständige Luftüberlegenheit."

Diese Aussage markiert einen Wendepunkt in der strategischen Debatte. Seit dem Zweiten Weltkrieg basierte amerikanische Militärstrategie auf der Annahme, dass die USA im Konfliktfall schnell Luftüberlegenheit erringen und damit feindliche Infrastruktur lahmlegen könnten. Drohnen und Präzisionsraketen verändern diese Kalkulation: Sie sind billig, schwer zu entdecken und können in Massen eingesetzt werden. Selbst wenn 90 Prozent abgefangen werden, reichen die verbleibenden zehn Prozent, um kritische Infrastruktur zu beschädigen. Die Kosten der Verteidigung übersteigen schnell die Kosten des Angriffs.

Ein historischer Wendepunkt ereignete sich im April 2024, als Iran über 300 Projektile direkt auf Israel abfeuerte – 170 Drohnen, 30 Marschflugkörper und 120 Ballistikraketen. Die unmittelbare militärische Wirkung war gering: Eine koordinierte Abwehr durch israelische, amerikanische, jordanische und andere regionale Partner fing 99 Prozent der Angriffe ab. Doch die strategische Bedeutung lag nicht in der Schadenswirkung, sondern in der symbolischen Schwelle, die überschritten wurde. Seit 1991, als irakische Scud-Raketen auf Israel fielen, hatte kein Staat Israel direkt mit Raketen und Drohnen angegriffen. Iran brach dieses Tabu.

Die Operation war sorgfältig kalibriert: Iran gab über diplomatische Kanäle Vorwarnungen weiter, um Massenopfer zu vermeiden, demonstrierte aber gleichzeitig Fähigkeit und Willen zu direkten Angriffen. Aus iranischer Sicht war das ein Erfolg – nicht weil Ziele zerstört wurden, sondern weil eine neue rote Linie etabliert wurde. Israel und die USA mussten akzeptieren, dass Iran bereit ist, direkt zu agieren, wenn Teheran seine Interessen bedroht sieht. Die Abschreckung funktionierte in beide Richtungen: Israel verzichtete auf massive Vergeltung, weil ein größerer Konflikt nicht im Interesse Tel Avivs lag. Irans Militärtechnologie hatte nicht durch Zerstörung, sondern durch Drohpotenzial gewirkt.

Für regionale Akteure wie Israel und Saudi-Arabien bedeutet das eine fundamentale Neuausrichtung von Sicherheitsstrategien. Thomas Friedman schrieb nach den Angriffen auf Abqaiq in der New York Times, dass "jedes Land nun seine Sicherheitsstrategie neu kalkuliert, beginnend mit Israel". Ein Mitbegründer von Israels Atomreaktor Dimona wurde mit der Aussage zitiert, Israel solle die Anlage angesichts der demonstrierten iranischen Fähigkeiten möglicherweise schließen. Saudi-Arabien, das jahrzehntelang auf konfrontative Politik gegen Iran setzte, begann nach 2019, Kanäle zu öffnen. Die VAE folgten diesem Beispiel noch früher, nachdem 2019 Tanker vor ihrer Küste angegriffen wurden.

Für Iran selbst sind diese Entwicklungen eine Bestätigung seiner strategischen Wahl. Oberster Führer Ali Khamenei erklärte 2022, die Welt stehe "an der Schwelle einer neuen internationalen Ordnung", und verwies auf die "Widerstandsachse" und aufstrebende asiatische Mächte als Faktoren, die den Niedergang amerikanischer Hegemonie beschleunigen würden. IRGC-Kommandeur Hossein Salami formulierte es 2023 noch direkter:

"Iran hat die globale Szene verändert und die Ordnung gestört, die von westlichen Mächten geschaffen wurde."

Ausblick: Erfolge, Grenzen und Zukunftsfragen

Irans asymmetrische Militärstrategie ist in ihrem eigenen Referenzrahmen erfolgreich. Das Land hat trotz massiver Sanktionen und internationaler Isolation Kapazitäten aufgebaut, die amerikanische und israelische Planer vor erhebliche Probleme stellen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung – 20.000 Dollar Drohne gegen drei Millionen Dollar Abwehrrakete – ist aus iranischer Sicht bestechend. Die Proliferation dieser Technologie an Stellvertretergruppen schafft eine strategische Tiefe, die Iran ohne konventionelle Streitkräfte nicht hätte erreichen können. Die psychologische Wirkung ist ebenfalls beträchtlich: Regionale Gegner müssen permanent mit Angriffen rechnen, was politische Spielräume einschränkt.

Dennoch bleiben die Grenzen dieser Strategie offensichtlich. Iran kann keine Luftüberlegenheit erringen, keine Seewege dauerhaft kontrollieren und keine großflächigen Bodenoperationen durchführen. Im Falle eines umfassenden Krieges gegen eine Koalition aus USA, Israel und Golfstaaten wäre Irans konventionelles Militär schnell dezimiert. Die asymmetrischen Kapazitäten sind primär defensiv und abschreckend – sie können Gegner von Angriffen abhalten, aber sie ermöglichen keine militärische Expansion.

Zudem birgt die Proliferation iranischer Technologie Risiken für Iran selbst. Stellvertretergruppen verfolgen eigene Agenden, die nicht immer mit iranischen Interessen übereinstimmen. Hamas' Entscheidung, am 7. Oktober 2023 Israel anzugreifen, erfolgte nach iranischen Angaben ohne Konsultation Teherans – und zog Iran in eine Eskalationsspirale, die es möglicherweise vermeiden wollte. Ebenso könnten die Houthis durch Angriffe auf internationale Schifffahrt eine Intervention provozieren, die auch Iran treffen würde.

Die Zukunft iranischer Militärtechnologie dürfte in zwei Richtungen weisen: Zum einen wird Iran versuchen, seine Drohnen mit Künstlicher Intelligenz auszustatten, um autonom operierende Schwärme zu entwickeln. Zum anderen wird Iran an Hyperschallraketen arbeiten, die aufgrund ihrer Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit noch schwerer abzufangen sind. Beide Entwicklungen würden die asymmetrische Dynamik weiter zu Irans Gunsten verschieben – sofern nicht gleichzeitig Durchbrüche in der Luftabwehrtechnologie erfolgen.

Was bleibt, ist eine nüchterne Erkenntnis: Iran hat aus seiner konventionellen Schwäche eine strategische Stärke gemacht. Drohnen und Raketen sind keine vollwertigen Ersätze für moderne Luftstreitkräfte, aber sie sind effektive Mittel der Abschreckung und der indirekten Konfliktführung. Sie verändern regionale Machtbalancen und zwingen Gegner, ihre Sicherheitsstrategien zu überdenken. Ob das ausreicht, um Irans Vision einer "neuen Weltordnung" zu verwirklichen, ist fraglich. Aber es reicht, um Iran zu einem Faktor zu machen, den niemand in der Region ignorieren kann.

Anmerkungen und Quellen

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Middle East Council on Global Affairs: "Iran's Missile and Drone Program: Disrupting U.S. Aerial Hegemony" (Juli 2024), https://mecouncil.org/publication/irans-missile-and-drone-program-disrupting-u-s-aerial-hegemony/

Conflict Armament Research: "Iranian Technology Transfers to Yemen" (2017), https://www.conflictarm.com/perspectives/iranian-technology-transfers-to-yemen/

Conflict Armament Research: "Evolution of UAVs Employed by Houthi Forces in Yemen" (2020), https://www.conflictarm.com/dispatches/evolution-of-uavs-employed-by-houthi-forces-in-yemen/

CSIS Missile Defense Project: "Missiles of Iran", https://missilethreat.csis.org/country/iran/

House Armed Services Committee: "National Security Challenges and U.S. Military Activities in the Greater Middle East and Africa" (April 2021), https://www.centcom.mil/Portals/6/Documents/Transcripts/04202021HASCCENTCOMandAFRICOMTranscript.pdf

CBS News: "Who would live and who would die: The inside story of the Iranian attack on Al Asad Airbase" (August 2021), https://www.cbsnews.com/news/iranian-attack-al-asad-air-base-60-minutes-2021-08-08/

Reuters: "Iran's role in Saudi Aramco attacks: Special Report" (November 2019), https://www.reuters.com/article/idUSKBN1YN29E/

NPR: "What We Know About The Attack On Saudi Oil Facilities" (September 2019), https://www.npr.org/2019/09/19/762065119/what-we-know-about-the-attack-on-saudi-oil-facilities

United Against Nuclear Iran: "The September 2019 Attacks on Abqaiq and Khurais", https://www.unitedagainstnucleariran.com/september-2019-attacks-on-abqaiq-and-khurais

The Guardian: "Iran builds attack drone similar to captured US model" (Oktober 2016), https://www.theguardian.com/world/2016/oct/01/iran-builds-thunderbolt-drone

Military Times: "Army approves 39 Purple Hearts for 2020 Iran missile attack" (Dezember 2021), https://www.armytimes.com/news/your-army/2021/12/08/army-approves-31-purple-hearts-for-2020-iran-missile-attack/

Responsible Statecraft: "Iran's 2020 attack on US base underscored maximum pressure folly" (Januar 2022), https://responsiblestatecraft.org/2022/01/08/irans-attack-on-us-base-in-iraq-underscored-depth-of-max-pressures-folly/

The War Zone: "Everything New We Just Learned About The 2020 Iranian Missile Attack On U.S. Forces In Iraq" (März 2021), https://www.twz.com/39527/everything-new-we-just-learned-about-the-iranian-missile-attack-on-al-asad-air-base

CNBC: "Drone and missile debris proves Iranian role in Aramco attack, Saudi defense ministry claims" (September 2019), https://www.cnbc.com/2019/09/18/saudi-arabia-drone-and-missile-debris-proves-iranian-role-in-attack.html

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Bild: Kampfdrohnen vor iranischer Flagge
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Der Iran (Teil 2) – Wer regiert wirklich? | Von Michael Hollister

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Macht und Entscheidung in Teheran

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Als im März 2023 die Nachricht um die Welt ging, dass Iran und Saudi-Arabien ihre diplomatischen Beziehungen wiederaufnehmen würden, sprachen westliche Medien von einer Überraschung. Doch wer genau hatte diesen Deal ausgehandelt? Der iranische Außenminister? Nein. Es war Ali Shamkhani, damals Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats (SNSC), der die Verhandlungen führte – ein Mann mit militärischem Hintergrund, nicht ein Diplomat im klassischen Sinne. Wenige Wochen später wurde Shamkhani gefeuert und durch Ali Akbar Ahmadian ersetzt, einen pensionierten General der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Die Botschaft war klar: In Teheran entscheidet nicht das Außenministerium über strategische Außenpolitik.

Diese Episode illustriert eine fundamentale Realität des iranischen Systems, die im Westen oft missverstanden wird: Iran hat zwei Außenpolitiken. Eine formale, die in der Verfassung verankert ist und vom Außenministerium repräsentiert wird. Und eine informelle, die von Sicherheitsapparaten dominiert wird und die tatsächlichen Entscheidungen trifft. Wer Iran verstehen will – seine Nuklearpolitik, seine Regionalpolitik, sein Verhältnis zum Westen – muss verstehen, wie diese beiden Ebenen interagieren und wie sich ihr Verhältnis in den vergangenen Jahren dramatisch verschoben hat.

Die Architektur der Macht: Formale Strukturen

Die iranische Verfassung von 1979 etabliert ein komplexes System, das religiöse und republikanische Elemente verbindet. An der Spitze steht der Oberste Führer, derzeit Ayatollah Ali Khamenei, der seit 1989 im Amt ist. Die Verfassung gibt ihm die finale Autorität über alle strategischen Fragen der Außenpolitik, insbesondere über das Nuklearprogramm und die Beziehungen zu den USA. Khamenei ernennt die Kommandeure der Streitkräfte, den Leiter der Justiz und hat informell entscheidenden Einfluss auf die Besetzung des SNSC-Sekretariats. Seine Rolle ist jedoch komplexer als die eines Alleinherrschers: Khamenei muss zwischen verschiedenen Machtzentren balancieren und ist darauf angewiesen, dass seine Entscheidungen von Schlüsselinstitutionen umgesetzt werden.

Der Präsident führt formal die Exekutive und ist das öffentliche Gesicht der iranischen Außenpolitik. Er ernennt das Kabinett, einschließlich des Außenministers, und repräsentiert Iran bei internationalen Foren wie den Vereinten Nationen. Doch seine tatsächliche Macht ist begrenzt. Unter Präsident Hassan Rouhani (2013-2021) gelang es, das historische Atomabkommen JCPOA auszuhandeln – aber nur, weil Khamenei grünes Licht gab und weil der damalige SNSC-Sekretär Ali Shamkhani den Deal intern absicherte. Als Donald Trump 2018 aus dem Abkommen ausstieg, distanzierte sich Khamenei schnell und bezeichnete den JCPOA rückblickend als "pure Damage". Die Episode zeigt das Muster: Erfolge beansprucht die oberste Führung, Misserfolge werden anderen zugeschrieben.

Das Außenministerium sollte theoretisch das Zentrum der iranischen Diplomatie sein. Unter Rouhani führte Außenminister Mohammad Javad Zarif die JCPOA-Verhandlungen und war international respektiert. Doch selbst in dieser Zeit klagte Zarif intern über systematische Sabotage durch militärische Akteure. In einem 2021 geleakten Audio sagte er:

"Das Land hat zwei Außenpolitiken: eine vom Außenministerium und eine von den Streitkräften. Das Battlefield sabotierte wiederholt meine diplomatischen Bemühungen."

Unter Rouhanis Nachfolger Ebrahim Raisi (2021-2024) wurde das Außenministerium weiter marginalisiert. Raisis Außenminister Hossein Amirabdollahian, der im Mai 2024 zusammen mit Raisi bei einem Helikopterabsturz starb, war offen IRGC-nah und formulierte die neue Doktrin explizit: "Es gibt eine enge Koordination zwischen Diplomatie und Battlefield."

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat (SNSC) fungiert als Brücke zwischen den verschiedenen Machtstrukturen. Er besteht aus dem Präsidenten (Vorsitz), Vertretern des Militärs, der Justiz, der Legislative sowie dem Außen- und Innenminister. Der SNSC-Sekretär, formal vom Präsidenten ernannt, bedarf faktisch der Billigung Khameneis. Zwischen 2003 und 2013 führte der SNSC die Nuklearverhandlungen unter Ali Larijani und später Saeed Jalili. Rouhani verlagerte diese Verantwortung 2013 auf sein Außenministerium, doch seit 2021 ist sie zurück beim SNSC – jetzt unter Ahmadian, der nicht nur Ex-General ist, sondern auch enge Verbindungen zur IRGC-Führung hat. Der SNSC führte die Saudi-Annäherung, er verhandelt mit Russland über strategische Partnerschaft, er koordiniert die Positionen zu SCO und BRICS. Das bedeutet: Sicherheitslogik dominiert über diplomatische Überlegungen.

Die unsichtbare Hand: Informelle Machtstrukturen

Neben diesen verfassungsmäßigen Institutionen existiert ein Netzwerk informeller Akteure, die oft mehr Einfluss haben als die formalen Amtsträger. An erster Stelle stehen die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC, persisch: Sepah-e Pasdaran). Die IRGC wurden 1979 gegründet, um die Revolution zu schützen – nicht die Nation, sondern die Revolution. Sie unterstehen nur dem Obersten Führer, nicht der Regierung, und haben keine zivile Kontrolle. Mit geschätzten 190.000 aktiven Soldaten und einer eigenen Marineeinheit sind sie parallel zur regulären Armee organisiert. Ihre Quds-Einheit (übersetzt: Jerusalem-Einheit) ist für Auslandsoperationen zuständig und baut seit Jahrzehnten die sogenannte "Achse des Widerstands" auf – ein Netzwerk von Verbündeten in Libanon, Syrien, Irak, Jemen und Palästina.

Die IRGC ist aber weit mehr als eine Militärorganisation. Sie kontrolliert große Teile der iranischen Wirtschaft: Baukonzerne, Ölschmuggel-Netzwerke, Telekommunikation. Durch diese ökonomische Macht haben die Garden ein Eigeninteresse an bestimmten außenpolitischen Konstellationen. Sanktionen etwa schaffen lukrative Schwarzmärkte, die von IRGC-nahen Händlern dominiert werden. Im April 2024 luden die Revolutionsgarden den Schweizer Botschafter ein, um eine Botschaft an die USA zu übermitteln – ein beispielloser Bruch diplomatischen Protokolls, der zeigt, dass die IRGC mittlerweile offen als außenpolitischer Akteur auftreten.

Ein weiteres informelles Machtzentrum ist der Strategische Rat für Außenbeziehungen (Strategic Council on Foreign Relations, SCFR), der 2006 als Beratergremium für Khamenei gegründet wurde. Vorsitzender ist Kamal Kharrazi, der von 1997 bis 2005 Außenminister war. Der SCFR fungiert als eine Art außenpolitischer Think Tank der obersten Führung und betreibt informelle Track-Two-Diplomatie mit ausländischen Delegationen. Kharrazi selbst machte im Mai 2024 Schlagzeilen, als er öffentlich die Möglichkeit einer Revision der iranischen Nukleardoktrin erwähnte – eine Aussage, die nur mit Billigung Khameneis gemacht worden sein kann.

Schließlich spielten bis 2021 politische Fraktionen eine Rolle im außenpolitischen Diskurs. Reformisten und Moderate, repräsentiert durch Figuren wie Mohammad Khatami (Präsident 1997-2005) und Hassan Rouhani, argumentierten für Engagement mit dem Westen, während Konservative und Hardliner auf Konfrontation setzten. Doch seit 2020 ist diese pluralistische Phase vorbei. Durch einen Prozess, den iranische Insider als "Purification" (Reinigung) bezeichnen, wurden Reformisten systematisch aus allen Machtzentren entfernt: Das Parlament ist seit 2020 hardliner-dominiert, nachdem der Wächterrat tausende moderate Kandidaten disqualifizierte. Die Präsidentschaftswahlen 2021 und 2024 liefen nach demselben Muster.

Vier Wege der Transformation

Zwischen 2021 und 2024 hat das iranische System eine radikale Umstrukturierung erlebt, die sich in vier Kategorien einordnen lässt: rechtliche, institutionelle, funktionale und personelle Veränderungen. Jede dieser Transformationen hat dazu beigetragen, das Außenministerium zu marginalisieren und die Sicherheitsapparate zu stärken.

Die rechtliche Transformation zeigt sich am deutlichsten im Januar 2024 verabschiedeten Entwicklungsplan-Gesetz. Ursprünglich sah dieses Gesetz vor, dass militärische Einheiten, die Atomenergie-Organisation (AEOI) und der Geheimdienst das Außenministerium nicht mehr über ihre internationalen Aktivitäten informieren müssen. Nach öffentlichen Protesten, insbesondere von Ex-Außenminister Zarif, wurde das Gesetz leicht modifiziert: AEOI und Geheimdienst müssen nun doch informieren, das Militär – sprich die IRGC – jedoch nicht. Zarifs Kommentar dazu war vernichtend: "Jedes Ministerium hat sein eigenes Außenministerium." Die rechtliche Fragmentierung der Außenpolitik ist damit kodifiziert.

Institutionell hat sich die Rolle des SNSC fundamental gewandelt. Während Rouhani den SNSC weitgehend umging und Zarif direkt mit der JCPOA-Diplomatie beauftragte, ist der SNSC unter Raisi zum Zentrum aller strategischen außenpolitischen Entscheidungen geworden. Die Nukleardiplomatie liegt wieder beim SNSC, ebenso die Beziehungen zu Saudi-Arabien, Russland, China und den regionalen Nachbarn. Die Verhandlungen über SCO- und BRICS-Mitgliedschaft laufen über den SNSC. Diese institutionelle Verschiebung bedeutet, dass technokratische Expertise (die das Außenministerium bereitstellen könnte) durch sicherheitspolitische Kalkulationen ersetzt wird.

Die funktionale Transformation zeigt sich in der neuen Hierarchie zwischen "Diplomatie" und "Battlefield". Zarif beschrieb unter Rouhani eine ständige Spannung: Während er versuchte, mit Saudi-Arabien zu verhandeln, unterminierte die IRGC durch militärische Operationen über ihre Proxies diese Bemühungen. Amirabdollahian drehte diese Logik um: Diplomatie sollte nun die Militärstrategie unterstützen, nicht umgekehrt. Das klassische Primat der Politik über das Militär wurde invertiert. Ein symbolisches Beispiel: Als die IRGC im April 2024 den Schweizer Botschafter einlud, um eine Nachricht an Washington zu übermitteln (die Schweiz vertritt US-Interessen in Iran), geschah dies unter Umgehung des Außenministeriums. Die IRGC agiert mittlerweile als eigenständiger außenpolitischer Akteur.

Die personelle Transformation schließlich eliminierte die letzten pragmatischen Stimmen aus dem System. Ali Shamkhani, der als SNSC-Sekretär von 2013 bis 2023 amtierte, war ein erfahrener Sicherheitsexperte mit militärischem Hintergrund (er kämpfte im Iran-Irak-Krieg), aber auch ein Pragmatiker. Er verhandelte nicht nur den Iran-Saudi-Deal, sondern war auch ein Befürworter der JCPOA-Umsetzung. Im Mai 2023, nur zwei Monate nach dem Triumph der Saudi-Annäherung, wurde er gefeuert. Sein Nachfolger Ahmadian ist ein ehemaliger IRGC-General ohne diplomatische Erfahrung. Ali Larijani, der als Parlamentspräsident (2008-2020) eine zentrale Rolle in der iranischen Politik spielte und die Verhandlungen für den 25-Jahres-Deal mit China (2021) vermittelte, wurde ebenfalls marginalisiert. Der Grund für diese Säuberungen liegt in der Vorbereitung auf die Post-Khamenei-Ära: Die IRGC-Führung will sicherstellen, dass keine unabhängigen Machtbasen existieren, die nach Khameneis Tod (er ist 85 Jahre alt) eine Rolle spielen könnten.

Vier Trends mit weitreichenden Folgen

Diese strukturellen Veränderungen haben vier übergreifende Trends erzeugt, die Irans Außenpolitik prägen und künftig prägen werden.

Der erste Trend ist Zentralisierung. Unter Rouhani existierte ein außenpolitischer Dualismus: Das Außenministerium verfolgte Engagement mit dem Westen, während hardliner Institutionen (IRGC, Justiz, konservative Medien) diese Politik sabotierten. Das klassische Beispiel ist die gescheiterte Annäherung an Saudi-Arabien: Rouhani und Zarif versuchten mehrfach, Gespräche mit Riad aufzunehmen, doch jedes Mal torpedierten IRGC-Operationen (etwa Angriffe auf saudische Ölanlagen durch jemenitische Houthis) diese Bemühungen. Unter Raisi war die Situation fundamental anders: Die gesamte außenpolitische Elite – Präsident, SNSC, Außenministerium, IRGC – verfolgte dieselbe Strategie. Als Ahmadian und Shamkhani 2023 mit den Saudis verhandelten, gab es keine internen Blockaden. Das Paradox: Der Iran-Saudi-Deal gelang nicht trotz, sondern wegen der Hardliner-Dominanz. Zentralisierung schafft kurzfristig Handlungsfähigkeit, eliminiert aber gleichzeitig jede Kurskorrektur durch interne Debatten.

Der zweite Trend ist Anti-Westernism als ideologische Grundlage. Während Rouhani zwischen 2013 und 2021 auf eine doppelte Strategie setzte – Engagement mit dem Westen plus Absicherung durch östliche Partner (Russland, China) –, hat die Raisi-Administration den Westen komplett abgeschrieben. Die Ideologie dahinter ist simpel: Die USA sind eine Supermacht im Niedergang, Europa ist ein Vasall Washingtons, der Westen ist historisch feindselig gegenüber Iran und Kompromisse sind nutzlos, weil der Westen sie immer brechen wird (Trump-Beweis: Ausstieg aus JCPOA 2018). Khamenei selbst formulierte diese Sichtweise in zahlreichen Reden, in denen er von "Shattered Hegemony" sprach – der zerfallenden US-Dominanz. Diese Ideologie ist nicht nur Rhetorik: Sie übersetzt sich in konkrete Policy-Entscheidungen. Unter Raisi gab es keine ernsthaften Anstrengungen, das Atomabkommen wiederzubeleben, obwohl Biden dazu bereit gewesen wäre. Stattdessen wurde die "Look East"-Strategie intensiviert: SCO-Vollmitgliedschaft (2023), BRICS-Beitritt (2024), strategische Partnerschaft mit Russland, 25-Jahres-Abkommen mit China. Diese Orientierung ist mittlerweile systemisch verankert, nicht personenabhängig. Selbst wenn ein "moderater" Präsident wie Masoud Pezeshkian (seit Juli 2024 im Amt) Annäherung an den Westen sucht, fehlen ihm die institutionellen Hebel dafür.

Der dritte Trend ist Militarisierung der Außenpolitik. Außenpolitische Entscheidungen werden zunehmend durch eine Sicherheitslinse betrachtet, nicht durch eine diplomatische. Ein Beispiel aus dem Januar 2024 illustriert dies: Iran feuerte Raketen auf kurdische Stellungen im Nordirak und auf separatistische Gruppen in der pakistanischen Provinz Baluchistan. Offiziell waren dies Anti-Terror-Operationen, aber die Botschaft war politisch: Iran zeigte Stärke gegenüber Israel (das kurdische Ziele in Irak angeblich für Mossad-Operationen nutzt) und gegenüber Pakistan (das mit Saudi-Arabien verbündet ist). Traditionelle Diplomatie hätte solche Aktionen als eskalierend und kontraproduktiv betrachtet – aus IRGC-Sicht waren sie rationale Signale. Die Achse des Widerstands, also die Unterstützung von Hezbollah, Hamas, irakischen Schiiten-Milizen und jemenitischen Houthis, wird vollständig von der IRGC-Quds-Einheit koordiniert, nicht vom Außenministerium. Der Export iranischer Shahed-Drohnen nach Russland (die in der Ukraine eingesetzt werden) war ein IRGC-Deal, keine Regierungsentscheidung. Das Risiko dieser Militarisierung liegt in Fehlkalkulationen: Militärische Logik neigt zu Eskalation, diplomatische Kanäle zur Deeskalation werden vernachlässigt.

Der vierte Trend ist Authoritarismus, sowohl innen als auch außen. Im Inland hat das Regime nach den massiven Protesten 2022 (ausgelöst durch den Tod von Mahsa Amini in Polizeigewahrsam) die Repression verschärft: Internetzensur, Überwachung, Niederschlagung von Zivilgesellschaft. Nach außen manifestiert sich dieser Autoritarismus in enger Kooperation mit Russland und China bei Cyber-Technologie, Informationssicherheit und Überwachungssystemen. Im Jahr 2023 unterzeichnete Iran ein Abkommen mit Russland über "Information Security", das technischen Austausch bei Internet-Filtering beinhaltet. Chinas Social-Credit-System inspiriert iranische Plattformen zur Überwachung von Bürgern. Der Vorteil dieser autoritären Kooperation liegt darin, dass östliche Partner keine Menschenrechts-Kritik üben – im Gegensatz zum Westen, für den Menschenrechte (zumindest rhetorisch) Teil der Außenpolitik sind. Innere Repression und äußere Orientierung verstärken sich gegenseitig: Je autoritärer das System, desto weniger anschlussfähig an westliche Demokratien, desto notwendiger die Bindung an autoritäre Partner.

Was bedeutet das für die Praxis?

Diese strukturellen und ideologischen Veränderungen haben konkrete Auswirkungen auf Irans außenpolitisches Verhalten. Die Zentralisierung macht Iran kurzfristig berechenbarer: Wenn Khamenei, SNSC und IRGC dieselbe Linie verfolgen, wird diese auch umgesetzt. Die Saudi-Annäherung zeigt, dass Iran durchaus fähig ist zu pragmatischer Regionalpolitik, wenn die interne Sabotage fehlt. Auch die Stabilisierung der Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und zur Türkei folgt dieser Logik. Iran hat 2023 und 2024 systematisch seine Beziehungen zu regionalen Nachbarn verbessert – nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern weil es strategisch sinnvoll war und weil die interne Koordination funktionierte.

Gleichzeitig schafft dieselbe Zentralisierung langfristige Risiken. Systeme ohne interne Gegenstimmen neigen zu Fehlentscheidungen, weil Groupthink nicht korrigiert wird. Die vollständige Elimination reformistischer oder moderater Perspektiven bedeutet, dass niemand mehr intern argumentiert "vielleicht sollten wir doch mit dem Westen reden" oder "diese militärische Eskalation könnte nach hinten losgehen". Ali Larijani etwa war jemand, der sowohl konservative Credentials hatte (er war nie ein Reformist) als auch pragmatisch agierte. Solche Figuren fehlen jetzt komplett.

Der Anti-Westernism als Ideologie führt zu einer self-fulfilling prophecy: Iran handelt, als sei der Westen irrelevant, was westliche Politiker bestätigt, die Iran isolieren wollen, was Iran wiederum in seiner Ideologie bestärkt. Diese Spirale macht Diplomatie extrem schwierig. Selbst wenn ein US-Präsident oder ein EU-Außenminister Verhandlungen anbieten, ist die iranische Seite ideologisch darauf programmiert, dies als Täuschung zu interpretieren. Der JCPOA funktionierte 2015, weil beide Seiten glaubten, etwas zu gewinnen; die Bedingungen für einen "JCPOA 2.0" existieren heute nicht mehr, weil in Teheran niemand mehr glaubt, dass der Westen ein verlässlicher Partner sein kann.

Die Militarisierung erhöht die Gefahr von Eskalationen, die keine Seite wirklich will. Der Gaza-Krieg seit Oktober 2023 ist ein Beispiel: Die IRGC unterstützt Hamas, aber Iran hat kein Interesse an einem direkten Krieg mit Israel. Dennoch zwingen militärische Dynamiken – Raketenabschüsse, Drohnenangriffe, israelische Vergeltungsschläge – beide Seiten in eine Spirale. Diplomaten könnten Offramps schaffen, aber wenn Militärs die Agenda setzen, fehlen solche Auswege. Die Tötung von General Qassem Soleimani (Januar 2020) und die anschließende iranische Reaktion (Raketenabschuss auf US-Stützpunkte im Irak) zeigten bereits, wie schnell solche Dynamiken außer Kontrolle geraten können.

Der Authoritarismus schließlich macht Iran immun gegen bestimmte westliche Druckversuche, aber nicht gegen alle. Sanktionen etwa haben die Wirtschaft massiv beschädigt: Inflation liegt bei über 40 Prozent, das Bruttoinlandsprodukt stagniert, die Währung (Rial) ist kollabiert. Doch solange das Regime die Bevölkerung kontrollieren kann, übersetzt sich wirtschaftlicher Druck nicht in politische Konzessionen. Die Proteste 2022 waren die größte Herausforderung seit der Revolution 1979 – und das Regime überlebte, weil es bereit war, mit brutaler Gewalt zu reagieren. Diese Brutalität ist möglich, weil die IRGC und die Bassij-Milizen (eine paramilitärische Freiwilligenorganisation unter IRGC-Kontrolle) ideologisch loyal sind. Externe Sanktionen verstärken sogar die Macht der IRGC, weil sie die Schwarzmärkte kontrolliert.

Der Schatten der Sukzession

Ein oft übersehener, aber entscheidender Faktor für die strukturellen Veränderungen der letzten Jahre ist die Frage der Nachfolge Khameneis. Mit 85 Jahren ist der Oberste Führer statistisch gesehen in seiner letzten Amtsperiode. Die iranische Geschichte kennt nur eine Transition zwischen Obersten Führern: 1989, als Ayatollah Ruhollah Khomeini starb und Ali Khamenei sein Nachfolger wurde. Diese Transition verlief reibungslos, weil Khamenei von Hashemi Rafsanjani (damals mächtigster Politiker Irans) und der gesamten revolutionären Elite unterstützt wurde. Die heutige Situation ist komplexer.

Die systematische Entfernung von Ali Larijani, Ali Shamkhani und anderen pragmatischen Figuren aus Machtpositionen ist Teil einer Strategie, mögliche Alternative-Machtbasen zu eliminieren. Die IRGC will sicherstellen, dass nach Khameneis Tod nur IRGC-loyale Kandidaten für die Nachfolge infrage kommen. Das Expertengremium (Assembly of Experts), das formal den Obersten Führer wählt, ist seit 2016 komplett hardliner-dominiert. Einer der Namen, der intern kursiert, ist Mojtaba Khamenei, der zweite Sohn des Obersten Führers – ein Tabubruch, weil dies einer dynastischen Erbfolge gleichkäme, was der revolutionären Ideologie widerspricht. Doch die IRGC könnte dies unterstützen, wenn sie dafür ihre eigene Machtstellung sichern kann.

Diese Sukzessionsdynamik erklärt, warum die strukturellen Veränderungen der letzten Jahre so radikal waren. Es geht nicht nur um Außenpolitik, sondern um die Architektur des gesamten Systems für die Post-Khamenei-Ära. Die Marginalisierung des Außenministeriums, die Stärkung des SNSC, die IRGC-Dominanz – all dies sind Bausteine eines Systems, das auch ohne Khamenei funktionieren soll. Aus dieser Perspektive war Raisis Tod im Mai 2024 weniger dramatisch, als westliche Beobachter erwarteten: Das System lief weiter, weil es nicht von individuellen Personen abhängig ist, sondern von Strukturen.

Illusionen und Realitäten: Was der Westen verstehen muss

Westliche Analysen von Iran leiden oft unter drei Fehlwahrnehmungen. Die erste ist die Hoffnung auf "Moderate", die das Regime von innen reformieren könnten. Diese Hoffnung war unter Khatami (1997-2005) teilweise berechtigt, unter Rouhani (2013-2021) gerade noch plausibel, heute ist sie Illusion. Die Purification der politischen Landschaft ist abgeschlossen. Selbst Pezeshkians Präsidentschaft, die mit dem Label "moderat" versehen wurde, ändert nichts am System: Er hat weder die Macht, die IRGC zu kontrollieren, noch kann er die SNSC-Agenda bestimmen. Seine Rolle ist es, ein freundlicheres Gesicht nach außen zu präsentieren, während die Hardliner die Politik machen.

Die zweite Fehlwahrnehmung ist, Iran als monolithischen Block zu sehen. Iran ist nicht monolithisch, aber die verbliebene Pluralität liegt nicht auf der ideologischen Ebene (alle relevanten Akteure sind Hardliner), sondern auf der institutionellen: Khamenei, IRGC, SNSC, Justiz, Parlament, Wirtschaftsakteure haben unterschiedliche Interessen und Prioritäten. Die IRGC etwa profitiert von Sanktionen und hat daher weniger Anreiz zu Kompromissen als wirtschaftliche Eliten außerhalb der IRGC-Sphäre. Diese internen Spannungen existieren, aber sie verlaufen nicht mehr zwischen "Reformisten" und "Hardlinern", sondern zwischen verschiedenen Hardliner-Fraktionen.

Die dritte Fehlwahrnehmung betrifft die Rolle einzelner Personen. Westliche Diplomatie konzentriert sich oft auf den Außenminister als Ansprechpartner, weil dies der Logik westlicher Systeme entspricht. Doch in Iran ist der Außenminister oft der unwichtigste Akteur in strategischen Fragen. Wer mit Iran verhandeln will, muss verstehen, dass die Entscheidungen anderswo fallen: beim Obersten Führer, beim SNSC-Sekretär, bei der IRGC-Führung. Zarif hatte diese Macht zeitweise, weil Rouhani sie ihm gab und Khamenei zustimmte; seine Nachfolger haben sie nicht.

Ausblick: Stabilität durch Rigidität

Die strukturellen Transformationen der vergangenen Jahre haben Irans Außenpolitik paradoxerweise sowohl stabiler als auch riskanter gemacht. Stabiler, weil interne Konflikte minimiert wurden und strategische Entscheidungen nun effizienter umgesetzt werden. Die Saudi-Annäherung, die Deeskalation mit den VAE, die pragmatische Regionalpolitik – all dies wäre unter Rouhani am internen Widerstand gescheitert. Riskanter, weil die Militarisierung der Entscheidungsprozesse zu Kalkulationen führt, die diplomatische Auswege ignorieren.

Iran unter dem aktuellen System ist kein irrationaler Akteur, aber einer, der nach einer fundamental anderen Logik operiert als westliche Demokratien. Die IRGC-Dominanz bedeutet, dass Außenpolitik primär durch das Prisma von Sicherheit, Abschreckung und regionaler Machtprojektion betrachtet wird. Wirtschaftliche Prosperität, internationaler Handel, ausländische Investitionen – Ziele, die einem Außenministerium wichtig wären – sind sekundär. Das macht Iran schwer berechenbar für westliche Gesprächspartner, die mit wirtschaftlichen Anreizen oder Sanktionen operieren: Diese Instrumente treffen nicht die Entscheider.

Für europäische Staaten, die ihre eigenen Kanäle zu Iran aufrechterhalten wollen, bedeutet dies, dass Track-Two-Diplomatie und informelle Kontakte wichtiger werden als offizielle Verhandlungen. Der SCFR etwa ist offen für Gespräche mit europäischen Think Tanks und ehemaligen Diplomaten, weil solche Formate keinen offiziellen Charakter haben und damit innenpolitisch leichter zu rechtfertigen sind. Auch Oman hat sich als Vermittler etabliert, weil Muscat sowohl mit Iran als auch mit westlichen Hauptstädten gute Beziehungen pflegt.

Die fundamentale Frage für die kommenden Jahre ist, ob Irans strukturelle Rigidität – die Elimination von Gegenstimmen, die ideologische Verengung, die Militarisierung – langfristig Stärke oder Schwäche bedeutet. Kurzfristig hat sie dem System Stabilität verschafft: Die Proteste 2022 wurden niedergeschlagen, die Wirtschaft funktioniert trotz Sanktionen auf Überlebensniveau, die Regionalpolitik war teilweise erfolgreich. Langfristig jedoch könnten genau diese Faktoren zu strategischen Fehlern führen: Eine Außenpolitik ohne Korrektive neigt zu Overstretch, eine Wirtschaft ohne ausländische Investitionen stagniert, ein Regime ohne Legitimität muss immer mehr Ressourcen für Repression aufwenden.

Die iranische Außenpolitikstruktur ist kein Rätsel, sondern ein System – ein System, das sich in den vergangenen Jahren fundamental gewandelt hat und dessen Logik man verstehen muss, um Irans Handeln zu interpretieren. Wer in Teheran regiert, ist keine einfache Frage mit einer einfachen Antwort. Formal regiert der Oberste Führer. Praktisch regiert ein Netzwerk aus IRGC, SNSC und Khameneis engstem Beraterkreis. Das Außenministerium regiert nicht – es führt aus, was andere entschieden haben. Diese Realität zu akzeptieren ist der erste Schritt zu realistischer Iran-Politik.

Anmerkungen und Quellen

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Primärquellen (Middle East Council on Global Affairs)

Iran's Evolving Foreign Policy Structure: Implications on Foreign Relations
Middle East Council on Global Affairs, Juni 2024
https://mecouncil.org/publication/irans-evolving-foreign-policy-structure-implications-on-foreign-relations/

Raisi's Foreign Policy: Revitalizing Iran's International Position with a Non-Strategy
Middle East Council on Global Affairs, Kapitel aus: Iran's Foreign Policy Under Raisi
https://mecouncil.org/publication_chapters/raisis-foreign-policy-revitalizing-irans-international-position-with-a-non-strategy/

Iran on the Rise: Changing Perceptions and Global Ambitions Under Raisi
Middle East Council on Global Affairs, Kapitel aus: Iran's Foreign Policy Under Raisi
https://mecouncil.org/publication_chapters/iran-on-the-rise-changing-perceptions-and-global-ambitions-under-raisi/

Ergänzende wissenschaftliche Literatur

Vakil, Sanam: Iran and the West: Continuous Antagonism or Potential Partnership?, Chatham House, 2023
https://www.chathamhouse.org/ (Institutional Repository)

Barzegar, Kayhan: Iran's Foreign Policy Strategy After Saddam, The Washington Quarterly, Vol. 28, No. 3, 2005
https://www.tandfonline.com/toc/rwaq20/current

Ehteshami, Anoushiravan: Iran's International Posture in the Wake of the Arab Uprisings, LSE Middle East Centre Paper Series, 2014
https://www.lse.ac.uk/middle-east-centre/publications

Tabatabai, Ariane: No Conquest, No Defeat: Iran's National Security Strategy, Oxford University Press, 2020
https://global.oup.com/

Maloney, Suzanne: Iran's Political Economy Since the Revolution, Cambridge University Press, 2015
https://www.cambridge.org/

Primärdokumente

Constitution of the Islamic Republic of Iran, Artikel 110, 176, 177
Iran Human Rights Documentation Center Archive
https://irandataportal.syr.edu/wp-content/uploads/constitution-english-1368.pdf

Leaked Audio: Mohammad Javad Zarif on IRGC-Diplomacy Tensions, April 2021
Transkript veröffentlicht von BBC Persian und Iran International
https://www.bbc.com/persian | https://www.iranintl.com/

Speech by Ayatollah Ali Khamenei to IRGC Commanders, September 2019
https://www.khamenei.ir/en

Iran's Seventh National Development Plan (2022-2026)
Parlament der Islamischen Republik Iran (Majles), Januar 2024
https://rc.majlis.ir/en

Nachrichtenquellen und Analysen

"Iran and Saudi Arabia Agree to Resume Diplomatic Relations", The Guardian, 10. März 2023
https://www.theguardian.com/world/iran

"Iran's Revolutionary Guards Invite Swiss Ambassador in Rare Diplomatic Move", Financial Times, 15. April 2024
https://www.ft.com/world/mideast

"Death of Ebrahim Raisi: What It Means for Iran's Power Structure", Al Jazeera, 20. Mai 2024
https://www.aljazeera.com/video/inside-story/2024/5/20/what-does-ebrahim-raisis-death-mean-for-iran

"Masoud Pezeshkian Wins Iran Presidential Election", BBC News, 6. Juli 2024
https://www.bbc.com/news/articles/cx824yl3ln4o

"Iran's SNSC Takes Control of Nuclear Negotiations", Reuters, 22. August 2021
https://www.reuters.com/world/middle-east/

"Ali Shamkhani Removed as Iran's Security Council Chief", Iran International, 22. Mai 2023
https://www.iranintl.com/en

Hintergrundanalysen zu IRGC und Sicherheitsstrukturen

Wehrey, Frederic / Thaler, David et al.: The Rise of the Pasdaran: Assessing the Domestic Roles of Iran's Islamic Revolutionary Guards Corps, RAND Corporation, 2009
https://www.rand.org/pubs/monographs/MG821.html

Alfoneh, Ali: Iran Unveiled: How the Revolutionary Guards is Turning Theocracy into Military Dictatorship, AEI Press, 2013
https://www.aei.org/

Ostovar, Afshon: Vanguard of the Imam: Religion, Politics, and Iran's Revolutionary Guards, Oxford University Press, 2016
https://global.oup.com/academic/

Juneau, Thomas: Squandered Opportunity: Neoclassical Realism and Iranian Foreign Policy, Stanford University Press, 2015
https://www.sup.org/

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimension

Katzman, Kenneth: Iran's Foreign and Defense Policies, Congressional Research Service Report, Januar 2024
https://crsreports.congress.gov/

International Crisis Group: Iran's Priorities in a Turbulent Middle East, Middle East Report No. 184, April 2018
https://www.crisisgroup.org/middle-east-north-africa/gulf-and-arabian-peninsula/iran

"How Iran's Revolutionary Guards Built an Economic Empire", The Economist, 14. Januar 2023
https://www.economist.com/middle-east-and-africa

"Iran's Internet Censorship: Collaboration with Russia and China", Freedom House Report, 2023
https://freedomhouse.org/country/iran

Historische Kontextualisierung

Rakel, Eva Patricia: Power, Islam, and Political Elite in Iran, Brill, 2009
https://brill.com/

Axworthy, Michael: Revolutionary Iran: A History of the Islamic Republic, Oxford University Press, 2013
https://global.oup.com/academic/

Takeyh, Ray: Guardians of the Revolution: Iran and the World in the Age of the Ayatollahs, Oxford University Press, 2009
https://global.oup.com/academic/

Nukleardiplomatie und JCPOA

Samore, Gary (Hrsg.): The Iran Nuclear Deal: A Definitive Guide, Belfer Center, Harvard Kennedy School, 2015
https://www.belfercenter.org/

Mousavian, Seyed Hossein: The Iranian Nuclear Crisis: A Memoir, Carnegie Endowment for International Peace, 2012
https://carnegieendowment.org/

Parsi, Trita: Losing an Enemy: Obama, Iran, and the Triumph of Diplomacy, Yale University Press, 2017
https://yalebooks.yale.edu/

Regionalpolitik und "Achse des Widerstands"

Smyth, Phillip: The Shiite Jihad in Syria and Its Regional Effects, Washington Institute for Near East Policy, Policy Focus 138, 2015
https://www.washingtoninstitute.org/policy-analysis

Hokayem, Emile / Roberts, David: The War in Yemen, Survival: Global Politics and Strategy, Vol. 58, No. 6, 2016
https://www.iiss.org/publications/survival/

Wehrey, Frederic: The Burning Shores: Inside the Battle for the New Libya, Farrar, Straus and Giroux, 2018
https://us.macmillan.com/

Medien und öffentlicher Diskurs in Iran

"Inside Iran's Propaganda Machine", Foreign Policy, 8. März 2022
https://foreignpolicy.com/

Sreberny, Annabelle / Khiabany, Gholam: Blogistan: The Internet and Politics in Iran, I.B. Tauris, 2010
https://www.bloomsbury.com/

"How Iran's Hardliners Consolidated Power Through Purification", Carnegie Endowment, 15. Juni 2021
https://carnegieendowment.org/programs/middle-east/ (Seite nicht mehr abrufbar)

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Ayatollah Ali Khamenei (politisches und geistliches Oberhaupt des Iran)
Bildquelle: FotoField / shutterstock

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