Von Jo Nova
Irgendwann beschlossen westliche Regierungen, Gewinner auszuwählen und setzten Fristen für Erfindungen und Entdeckungen. Die meisten Autohersteller nahmen dies stillschweigend hin. Sie schwiegen, vermutlich, weil sie nicht als Klimaleugner dastehen wollten. Doch für die Autohersteller, die mit voller Kraft auf Elektrofahrzeuge setzten, war dies eine verhängnisvolle Entscheidung.
Vor wenigen Tagen gab der Mutterkonzern von Fiat, Peugeot und Chrysler einen Verlust von 26 Milliarden US-Dollar bekannt, woraufhin die Aktien um 27 % einbrachen. Dies folgt auf die verheerende Abschreibung von 20 Milliarden US-Dollar bei Ford . Der CEO von Stellantis kündigte eine Neuausrichtung des Unternehmens an und beschloss in einem radikalen Plan, „unsere Kunden und ihre Wünsche zum Leitstern zu machen“. Donnerwetter – sie wollen Autos bauen, die Kunden tatsächlich wollen, anstatt nur das Wetter zu verändern.
Robert Bryce schätzt die bekannten Verluste der letzten vier Jahre auf insgesamt 140 Milliarden Dollar. Und das ist nur das Geld, das Ford, Stellantis, GM, Mercedes, Volkswagen, Rivian und Lucid verbrannt haben.
Andere Unternehmen haben große Verträge unterzeichnet und damit geprahlt, von denen sie später zurücktraten. Ihre spezifischen Verluste im Bereich der Elektrofahrzeuge haben sie jedoch nicht unbedingt offengelegt. Daher ist unklar, wie hoch die Verluste von Honda, Renault, Mitsubishi, Volvo und BMW tatsächlich sind.
Insgesamt schätzt Bryce den durchschnittlichen Verlust pro Elektrofahrzeug auf rund 25.000 US-Dollar.
Das riskante Spiel der Autoindustrie mit Elektroautos hat sich als Katastrophe erwiesen.
Von Matthew Lynn, The Telegraph
Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass Elektroautos nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes ausmachen und dass, soweit dieser überhaupt existiert, chinesische Hersteller den Großteil der Verkäufe für sich erobern werden.
Es gibt zwei Hauptprobleme. Erstens könnten Elektrofahrzeuge nur ein Nischenprodukt sein. Zweitens: Wo es einen Markt gibt, dominiert die neue Generation chinesischer Marken unter der Führung von BYD.
Die traditionellen Autogiganten glaubten, der Übergang sei lediglich eine Frage des Austauschs eines Verbrennungsmotors gegen eine große Batterie. Doch es stellte sich heraus, dass ein Elektroauto im Grunde ein Stück Elektronik mit Rädern ist. Es hat viel mehr mit dem Mobilfunkmarkt gemein als mit allem, was den Benzin-Enthusiasten der Branche bisher vertraut war.
Es ist weitaus einfacher, ein neues Elektroauto-Unternehmen von Grund auf zu gründen, als einen der traditionellen Giganten umzuwandeln.
Die ungeschminkte Wahrheit ist: Die gewaltige Wette der Autogiganten auf Elektrofahrzeuge ist spektakulär nach hinten losgegangen.
Hätte China westliche Politiker bestochen, um ihre eigenen Bürger dazu zu zwingen, chinesische Autos zu subventionieren, hätten sie die westliche Autoindustrie kaum schneller zerstören können.
Wenn in Ihrem Land etablierte Hersteller von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ansässig sind, wirken Förderprogramme wie die Zero Emission Vehicle (ZEV) wie ein Antizoll – sie bestrafen die heimische Industrie und zwingen sie und ihre Kunden, ausländische Autohersteller zu subventionieren. Die Regierung legt ein willkürliches Ziel fest und besteht beispielsweise darauf, dass 22 % aller verkauften Autos Elektrofahrzeuge sein müssen. Die Öffentlichkeit wünscht sich nicht so viele Elektrofahrzeuge, aber die ZEV-Regelung enthält den finanziellen Ausgleich. Wenn der Hersteller von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sein Ziel nicht erreicht und nicht genügend Elektrofahrzeuge verkauft, muss er Zertifikate von einem Unternehmen kaufen, das dies geschafft hat.
Oder, wenn Unternehmen beide Fahrzeugtypen verkaufen, können sie die Preise ihrer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor erhöhen und die hohen Gewinne nutzen, um ihre eigenen Elektrofahrzeuge günstiger anzubieten. So oder so werden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor teurer und Elektrofahrzeuge günstiger, bis das 22%-Ziel erreicht ist.
Letztendlich subventionieren die Handwerker und Familien, die Autos mit Verbrennungsmotor kaufen, die Elektroautos, die von den Reichen gekauft werden.
Australiens NVES (New Vehicle Emissions Standards) ist dem britischen System sehr ähnlich.
Der Beitrag Das Elektroauto-Experiment ist zu einem Fiasko geworden – und es wird noch schlimmer kommen. erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.
„Wir haben also eine hoch angespannte wirtschaftliche Lage und eine hoch angespannte gesellschaftliche Situation mit Polarisierung, dem Erstarken radikaler Kräfte – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.“ Das sind die Worte des Bundeswehrgenerals a. D. Erich Vad in einem Interview mit der Berliner Zeitung zum Thema Kriegswirtschaft. Eindringlich warnt der ehemalige Berater von Kanzlerin Angela Merkel vor den Gefahren der gegenwärtigen politischen Marschrichtung. Die NachDenkSeiten dokumentieren an dieser Stelle einige Aussagen. Von Marcus Klöckner.
Erich Vad gehört zu jenen, die seit geraumer Zeit mit einem kritischen Auge auf die aktuellen Entwicklungen in Sachen Russlandpolitik und Ukraine-Krieg blicken. Im März 2025 sagte er in einem Interview mit den NachDenkSeiten: „Teile einer intellektuellen, politischen und medialen Klasse scheinen zum Krieg bereit.“
In einem aktuellen Interview mit der Berliner Zeitung fokussiert der Brigadegeneral a. D. auf das Thema Kriegswirtschaft und findet deutliche Worte.
„Bereits Clausewitz hatte erkannt, dass der Krieg dem ‚Handel‘, also der Wirtschaft gleiche und jeder Krieg zu allen Zeiten dem ‚Gebiet des gesellschaftlichen Lebens‘ zuzuordnen sei“ sagt Vad, um dann auf eine Aussage des Ökonomen Clemens Fuest einzugehen: Fuest, so Vad, habe vor Kurzem gesagt, „wir müssten uns angesichts der drohenden Gefahr aus Russland immer stärker in Richtung Kriegswirtschaft bewegen“. Vad erweitert die Perspektive und sagt weiter:
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte vor einigen Wochen bereits gesagt, die deutsche Wirtschaft stehe vor dem Infarkt. Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, sieht wiederum kaum noch Möglichkeiten, Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wir haben also eine hoch angespannte wirtschaftliche Lage und eine hoch angespannte gesellschaftliche Situation mit Polarisierung, dem Erstarken radikaler Kräfte – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.
Das sind bemerkenswerte Aussagen. In den täglichen Berichten der Medien kommt die Verknüpfung zwischen dem politischen Großprojekt Kriegstüchtigkeit und den wirtschaftlichen, wirtschaftspolitischen und gesellschaftspolitischen Gegebenheiten so gut wie nicht vor.
Der Eindruck entsteht: Es handelt sich dabei um voneinander getrennte Bereiche, die nichts miteinander zu tun haben.
Auf die Frage der Berliner Zeitung, ob Vad in der Entwicklung mehr „als nur eine wirtschaftliche Krise“ sehe, sagt er:
Ja, wir reden nicht nur von Stagnation, sondern von einem echten wirtschaftlichen Einbruch. Die Arbeitslosenzahlen werden die Drei-Millionen-Marke deutlich überschreiten. In diesem Zusammenhang entsteht der Eindruck, dass Kriegswirtschaft, also das Ablösen der freien, sozialen Marktwirtschaft durch eine auf Krieg hin ausgerichtete, staatliche Planungswirtschaft, auch deshalb als attraktiv erscheinen könnte, weil sie Beschäftigung schafft. Zulieferer aus der Automobilbranche sind teilweise froh, in den Rüstungsbereich zu wechseln, um Arbeitsplätze zu sichern. Das kann ich menschlich nachvollziehen, aber es ist sehr kurz gedacht. Ich frage mich, ob wir Kriegswirtschaft wirklich nur wegen einer angeblich umfassenden Bedrohung aus dem Osten brauchen, oder ob sie nicht auch angestrebt wird, weil sich unsere Wirtschaft in massivem, nie da gewesenem Niedergang befindet und damit der Trend zur Kriegswirtschaft quasi aus wirtschaftlicher Not heraus geboren wurde.
Vad wagt hier, eine „Ketzerfrage“ zu stellen. Haben die lauten Rufe nach Kriegswirtschaft, die seit geraumer Zeit von Brüssel, Berlin und anderen Städten durch Europa hallen, wirklich nur etwas mit Russland zu tun? Oder muss die Absicht, auf Kriegswirtschaft umzustellen, auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation in Europa verstanden werden? Oder, wie Vad es mit drastischen Worten formuliert: Geht es vielleicht um den „nie da gewesenen Niedergang“ der Wirtschaft?
Diese Frage darf in Anbetracht der Gesamtsituation kein Tabu sein. Nein, im Gegenteil: Sie ist mit Nachdruck zu stellen.
Vad warnt weiter vor den Gefahren einer Kriegswirtschaft und beantwortet die Frage, ob die Kriegswirtschaft „den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft“ widerspreche mit der Aussage: „Absolut“.
Die Kriegswirtschaft, so der Ex-Militär,
führt zwangsläufig zur Verknappung ziviler Güter, zu erheblichen Wohlstandsverlusten, vor allem zu massiver Beanspruchung und Indienststellung der Zivilgesellschaft. Da kommt man nicht mehr mit Freiwilligkeit hin, sondern man muss Menschen faktisch dazu bewegen oder zwingen, in die Rüstungsindustrie zu wechseln.
Schließlich sagt Vad:
Die Ausrufung des sogenannten Spannungsfalls nach Artikel 80a des Grundgesetzes wird bereits von Politikern der Regierungskoalition angemahnt. Sie ist logische Folge einer Einschätzung, dass wir uns bereits im Krieg beziehungsweise in einer Art Vorkrieg mit Russland befänden. Dadurch würde die Notstandsgesetzgebung aktiviert; es hätte eine Mobilisierung der Zivilgesellschaft sowie eine weitgehende Notstandsregierung auf Zeit mit umfassender politischer Kontrolle über die Menschen zur Folge. Auf den ersten Blick ließen sich dadurch „zwangsweise“ Vollbeschäftigung erzielen und gleichzeitig gesellschaftliche Probleme wie Migration oder der wachsende Rechtspopulismus in Deutschland politisch in den Griff bekommen, aber eben nur scheinbar, nur kurzfristig, nicht nachhaltig und: mit fatalen Konsequenzen. Wenn das der Plan der Regierung wäre, wäre das alles sehr kurzsichtig gedacht.
Vads Gedanken sind wichtig. Sie gehören in die Breite der öffentlichen Diskussion. Denn: Es geht um viel.
Titelbild: Screenshot Westend Verlag
Eine Mehrheit der jungen Wähler träumt von demokratischem Sozialismus – und niemand fragt, warum. Von Klaus Albrecht Möller Es gibt Umfrageergebnisse, die einen sprachlos machen. …
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