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Iran antwortet auf Trumps Hormus-Blockade – Verhandlungen endgültig gescheitert | Prof. Mohammad Marandi im Interview

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Die Welt schaut gebannt zu. Während die Spannungen im Persischen Golf weiter eskalieren, sorgt ein neues, hochbrisantes Interview mit dem iranischen Politikwissenschaftler und Delegationsmitglied Prof. Mohammad Marandi für weltweites Aufsehen.

Marandi, der selbst an den gescheiterten Verhandlungen in Islamabad teilgenommen hat, zeichnet ein klares Bild: Die von Präsident Trump verhängte Marineblockade der Straße von Hormus ist nicht nur wirkungslos gegen den Iran, sondern wird die globale Wirtschaft schwer treffen. Die Verhandlungen sind vorbei – und Teheran ist auf jede Eskalation vorbereitet.

Die gescheiterten Verhandlungen in Islamabad

Prof. Marandi war direkt vor Ort in Islamabad als Teil der iranischen Delegation. Er beschreibt eine Atmosphäre großer Skepsis bereits auf dem Hinflug. Die Iraner rechneten nicht ernsthaft mit einem Durchbruch.

Dennoch kam es zu substantiellen Gesprächen und Fortschritten – bis zum plötzlichen Umschwung am Ende des Tages.

Laut Marandi präsentierten die USA maximalistische Forderungen und zeigten keinerlei guten Willen. Im Gegenteil: Während der Verhandlungen versuchten zwei US-Kriegsschiffe, in die Straße von Hormus einzufahren – ein provokativer Akt, der von iranischer Seite mit Drohnen und Warnungen beantwortet wurde. Die Schiffe zogen sich zurück.

Gleichzeitig berichtet Marandi von einer bedrohlichen Stimmung: Die Washington Post rief offen zur Ermordung von Delegationsmitgliedern auf. Auf dem Rückflug mussten Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, das Flugzeug landete nicht in Teheran, sondern in Maschhad, einige reisten per Zug weiter.

Besonders kritisch sieht Marandi die Rolle von Vizepräsident JD Vance: Dieser habe ständig mit Benjamin Netanyahu telefoniert und ihm Bericht erstattet. Netanyahu habe letztlich die Verhandlungen sabotiert.

„Wer ist hier wirklich der Boss?“, fragt Marandi rhetorisch. Für ihn ist klar: Die US-Politik werde von der zionistischen Lobby und Israel diktiert, nicht von amerikanischen Interessen.

Trumps Blockade – eine Kriegserklärung mit hohem Risiko

Direkt nach dem Scheitern der Gespräche kündigte Trump eine vollständige Blockade der Straße von Hormus an. Er drohte, jedes iranische Schiff zu versenken.

Marandi hält diese Maßnahme für weitgehend wirkungslos und kontraproduktiv.

Die iranische Marine sei weitgehend intakt. Die echten Kampfeinheiten seien schnelle Angriffsboote, die in unterirdischen Tunneln entlang der Küste stationiert sind und bei Bedarf massenhaft auslaufen können.

Iranische Raketen, Luftabwehr und Luftwaffe seien nicht zerstört – sonst hätte Trump längst einmarschieren können.

Sollte die USA versuchen, die Blockade durchzusetzen, droht Iran mit massiven Raketenangriffen.

Marandi erinnert daran, dass die US-Navy bisher immer großen Abstand zu iranischen Küsten gehalten hat. Eine effektive Blockade aus großer Entfernung (1000–1500 km) wäre extrem kostspielig und kaum durchsetzbar.

Iran hat bereits angekündigt, dass es Schiffe feindlicher Staaten nicht mehr passieren lässt, während freundliche Nationen (wie China und Russland) weiterhin eskortiert werden können.

Schwere Folgen für die Weltwirtschaft und US-Verbündete

Marandi warnt eindringlich: Die Blockade werde die globale Energiekrise dramatisch verschärfen.

Es gebe praktisch keine Reserven mehr – Russland und Iran hätten ihre schwimmenden Vorräte bereits weitgehend verkauft. Die Preise steigen bereits spürbar, strategische Reserven der westlichen Staaten werden angezapft.

Besonders hart trifft es die Golfstaaten: Die Emirate, Katar und andere können ihre Häfen kaum noch nutzen. Saudi-Arabien muss auf teurere Routen über das Rote Meer ausweichen.

Marandi prophezeit: Bei anhaltender Krise und kommender Sommerhitze könnten die infrastrukturschwachen Golfmonarchien kollabieren.

Iran selbst sei deutlich robuster: Das Land produziert rund 90 % seiner Lebensmittel selbst, hat große landwirtschaftliche Flächen, Berge, Wälder und Staudämme.

Über Landgrenzen zu Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, Irak, Türkei und über das Kaspische Meer kann es Handel treiben.

Vor dem Krieg hatte Iran bereits vorausschauend Reisimporte von Indien auf Pakistan umgestellt.

Iranische Resilienz und nationale Einheit

Ein zentraler Punkt in Marandis Analyse ist die innere Stärke Irans.

Während des Krieges hätten junge Menschen massenhaft kritische Infrastruktur (Kraftwerke, Brücken) mit ihren Körpern geschützt.

Die Delegation nach Islamabad sei trotz Todesdrohungen geschlossen zurückgekehrt – niemand sei abgesprungen.

Kein einziger hoher Offizier oder Regierungsvertreter habe während des Krieges aufgegeben oder sei zurückgetreten.

Marandi kritisiert scharf die westliche Berichterstattung: Sie verschweige den zweiten Genozid im Libanon, verharmlose israelische Angriffe und verbreite systematisch Lügen über den Iran.

Die westlichen Medien seien mitschuldig an Kriegsverbrechen.

Ausblick: Wer hat die Initiative?

Für Marandi steht fest: Der Iran hat den Krieg nicht verloren, sondern strategisch die Oberhand behalten.

Die USA und Israel hätten keines ihrer Ziele erreicht.

Trump suche eigentlich einen „Off-Ramp“, werde aber von Netanyahu und der Lobby zurückgehalten.

Die Blockade sei ein Akt der Verzweiflung, der Amerika und seine Verbündeten mehr schaden werde als dem Iran.

Iran bereite sich gleichzeitig auf die nächste Runde vor – militärisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Die Moral in Armee und Bevölkerung sei hoch.

Marandi ist überzeugt: Der Iran wird diese Auseinandersetzung länger durchstehen als die USA.

Die globale öffentliche Meinung wende sich zunehmend gegen Washington und Tel Aviv.

Das Interview mit Prof. Mohammad Marandi ist ein eindrucksvolles Zeugnis iranischer Entschlossenheit und eine schonungslose Analyse der aktuellen Machtverhältnisse.

Während Trump mit Blockade und Drohungen eskaliert, wirkt der Iran vorbereitet und strategisch überlegen.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Blockade der Straße von Hormus tatsächlich zur erhofften Waffe wird – oder zum nächsten schweren strategischen Fehler der USA.

Die Welt schaut zu.

(Auszug von RSS-Feed)

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„Die HORRIBLE NAVAL BLOCKADE“ in der Straße von Hormus – Prof. John Mearsheimer warnt vor einer strategischen Katastrophe

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Die Welt schaut gebannt zu. Während die Spannungen im Persischen Golf weiter eskalieren, geht ein langes und hochbrisantes Interview mit dem renommierten US-Politikwissenschaftler Prof. John Mearsheimer viral.

Der einflussreiche Realist von der University of Chicago zeichnet ein düsteres Bild der aktuellen US-Politik unter Präsident Trump: Eine Marineblockade der Straße von Hormus, gescheiterte Verhandlungen in Islamabad und eine tiefe strategische Krise der Vereinigten Staaten.

Mearsheimer spricht von einer selbstverschuldeten Sackgasse, in der Amerika nicht nur den Krieg gegen den Iran zu verlieren droht, sondern auch schwere Schäden für die Weltwirtschaft und die eigene globale Position riskiert.

In dem ausführlichen Gespräch mit Daniel Davis analysiert Mearsheimer die jüngsten Entwicklungen schonungslos.

Präsident Trump hat eine vollständige Blockade der Straße von Hormus angekündigt und gedroht, jedes iranische Schiff zu zerstören, das sich ihr widersetzt. Die Maßnahme trat am Morgen in Kraft und soll den Iran wirtschaftlich in die Knie zwingen – nachdem sechswöchige Kämpfe und anschließende Verhandlungen in Islamabad keine Einigung brachten.

Die gescheiterten Verhandlungen in Islamabad

Mearsheimer beschreibt die Verhandlungen unter Leitung von Vizepräsident JD Vance als katastrophalen Fehlschlag.

Obwohl Trump zunächst signalisiert hatte, auf Basis des iranischen 10-Punkte-Plans zu verhandeln, präsentierte Vance letztlich die maximalistischen Forderungen der USA (15-Punkte-Plan). Die Iraner lehnten ab.

Für Mearsheimer war dies kein Zufall: Die USA befänden sich in einer schwachen Position, suchten eigentlich einen „Off-Ramp“, hätten aber unter starkem israelischem Einfluss – auch durch direkte Kontakte Netanjahus mit Vance – eine harte Linie gefahren.

Besonders kritisch sieht der Professor die Rolle Israels und der pro-israelischen Lobby.

Netanyahu habe aktiv versucht, die Verhandlungen zu sabotieren, indem Israel trotz vereinbartem Waffenstillstand weiter Hisbollah-Stellungen im Libanon angriff.

Mearsheimer spricht von einem klaren Versuch, jede Deeskalation zu verhindern.

Gleichzeitig seien Figuren wie Jared Kushner und andere „passionierte Zionisten“ als Aufpasser im Hintergrund präsent gewesen, um Vance auf Linie zu halten.

Die Blockade – eine „schreckliche Option“

Die nun verhängte Blockade der Straße von Hormus bezeichnet Mearsheimer als strategisch hochproblematisch.

Sie werde den Iran nicht zum Einknicken bringen, sondern vor allem der Weltwirtschaft massiv schaden.

Iranisches Öl sei für den globalen Markt unverzichtbar – auch die USA selbst hätten Sanktionen gelockert, um mehr Öl auf den Markt zu bringen.

Durch die Blockade schieße sich Amerika „ins eigene Bein“.

Die Preise für Öl und Benzin steigen bereits spürbar.

Mearsheimer warnt: Sollte die Blockade länger andauern, drohe eine schwere Rezession oder sogar eine globale Depression vergleichbar mit 1929.

Besonders betroffen seien ostasiatische Länder wie Japan (93 % Ölimporte über Hormus) und Südkorea (45 %).

Die wirtschaftlichen Schockwellen würden sich weltweit ausbreiten – inklusive höherer Lebensmittelpreise durch gestörte Düngemittel-Lieferungen.

Strategische Niederlage der USA

Der Kern von Mearsheimers Analyse ist vernichtend: Die Vereinigten Staaten haben den Krieg gegen den Iran strategisch bereits verloren.

Keines der vier ursprünglichen Ziele wurde erreicht:

Kein Regime-Change im Iran
Keine Zerstörung der ballistischen Raketen
Keine Beendigung des iranischen Nuklearprogramms
Keine Unterbrechung der Unterstützung für Hisbollah, Hamas und Houthi

Stattdessen kontrolliere der Iran nun faktisch die Straße von Hormus – eine Position, die er vor dem Krieg nicht hatte.

Die Iraner stünden heute strategisch besser da als vor dem 27. Februar 2026.

Mearsheimer betont: Niemand könne ihm ein plausibles Szenario nennen, wie die USA die Situation noch drehen könnten.

Selbst eine nukleare Option – von manchen Israelis offenbar erwogen – würde nach seiner Einschätzung nicht zum gewünschten Ergebnis führen, da große Teile der iranischen Infrastruktur unterirdisch liegen.

Einfluss Israels und innenpolitische Dynamiken

Mearsheimer sieht Netanyahu in einer verzweifelten Lage.

Nachdem der Angriff auf den Iran militärisch und politisch gescheitert sei, „flailt“ dieser und suche nach radikalen Lösungen.

Für Netanyahu sei der Iran sein „Moby Dick“ – eine Obsession.

Gleichzeitig kritisiert der Professor scharf, dass hochrangige US-Politiker wie Lindsey Graham und General Jack Keane weiter auf Eskalation drängen, ohne realistische Strategie vorzulegen.

Globale Folgen: Zerfall der Allianzen

Besonders alarmierend sind die Auswirkungen auf die amerikanischen Bündnisse.

Trump habe Europa, Japan, Südkorea und die Golfstaaten vor den Kopf gestoßen, indem er sie öffentlich für mangelnde Unterstützung kritisierte.

Mearsheimer warnt: Die USA verlieren Glaubwürdigkeit als verlässlicher Partner.

Länder in Asien und Europa beginnen bereits, über Alternativen nachzudenken – darunter eigene nukleare Abschreckung (Japan, Südkorea) oder eine eigenständige europäische Sicherheitsarchitektur.

China und Russland wirkten hingegen wie verantwortungsvolle Akteure, während die USA zunehmend isoliert und unberechenbar erscheinen.

Ausblick: Titanic auf Kollisionskurs

Mearsheimer vergleicht die aktuelle Lage mit der Titanic, die auf den Eisberg zusteuert.

Trump stehe unter enormem Druck: Auf der einen Seite Israel und die Lobby, die jede Kompromisslösung ablehnen, auf der anderen Seite die drohende globale Wirtschaftskatastrophe.

Die entscheidende Frage der nächsten Wochen laute: Wird Trump den Mut haben, sich von Israel zu lösen und einen Deal zu schließen, oder wird er aus innenpolitischen Gründen weiter eskalieren und damit die Weltwirtschaft in den Abgrund reißen?

Der Professor schließt das Gespräch mit einem ernüchternden Satz: Es sei eine „thoroughly depressing“ Analyse – aber notwendig, um der Wahrheit Gehör zu verschaffen.

Prof. John Mearsheimer liefert in diesem Interview eine der schärfsten und kohärentesten Kritiken der aktuellen US-Außenpolitik.

Ob seine Warnungen Gehör finden oder die Eskalation weitergeht, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen entscheiden.

Die Welt schaut zu – und die Uhr tickt.

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Neue Videos am Montag

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Netanyahu zieht die Fäden! | Von Rainer Rupp

Trumps Waffenstillstand war eine riesige Lüge, um die Aufrüstung des Militärs zu verbergen -Redacted

Prof. Jeffrey Sachs: Israel will keinen Frieden im Nahen Osten

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Alex Krainer: Iran schließt Straße von Hormus – Trumps Haltung zu Libanon

Scott Ritter: Der US-Krieg gegen Iran bricht zusammen – Waffenstillstand schafft das Unmögliche

Nima R. Alkhorshid: Waffenstillstand-Schock – Warum Iran und die USA plötzlich aufhörten zu kämpfen

Pepe Escobar: Irans Vergeltung würgt Hormus, zerschmettert Saudi-Öl

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Schluss mit lustig: Russland warnt die Baltischen Länder vor schwerwiegenden Konsequenzen

Im Fokus: Libanon, Syrien, Palästina, Iran

Die Droge aus den Medien – Bürger und Täter aus allen Netzwerken sind abhängig

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Professor Mohammad Marandi über Verhandlungen mit dem Trump-Regime: „Taten zählen, nicht Worte“

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In einem ausführlichen Live-Interview hat der iranische Professor Mohammad Marandi, ein renommierter Politikwissenschaftler und scharfer Beobachter der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten, die Haltung Irans gegenüber dem laufenden Konflikt mit den USA und Israel erläutert.

Marandi, der regelmäßig in internationalen Medien auftritt, betonte die Entschlossenheit Teherans und kritisierte scharf die Rolle der USA, Israels und der Golfstaaten.

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Trumps Rede: Worte ohne Bedeutung

Professor Marandi machte gleich zu Beginn klar, dass er Trumps jüngste Rede nicht vollständig verfolgt habe – nicht aus Desinteresse, sondern weil die Uhrzeit in Teheran (4:30 Uhr morgens) und der enge Zeitplan es nicht zuließen.

Für ihn sei ohnehin nicht entscheidend, was Trump sage, sondern was das Trump-Regime und das Netanjahu-Regime tatsächlich tun.

„Kein iranischer Entscheidungsträger nimmt Trump ernst“, so Marandi. Viele in Iran gehen davon aus, dass nicht Trump, sondern Netanjahu und die „zionistische Klasse“ die eigentlichen Befehle geben.

Es sei sogar möglich, dass kompromittierendes Material („dirt“) Trump unter Druck setze. Wichtig sei allein die fortlaufende Aggression gegen iranische Infrastruktur.

Iran sei darauf vorbereitet, mit gleicher Härte zu antworten und US-Proxy-Ziele in der Region anzugreifen.

Die USA hätten die eigene Bevölkerung über einen Monat lang belogen, indem sie behaupteten, der Krieg werde nur ein oder zwei Tage dauern und Irans Militärkapazitäten seien zerstört.

Tatsächlich nehme die Intensität der iranischen Schläge zu, und die „Achse des Widerstands“ werde immer stärker einbezogen.

Keine Verhandlungen – nur Botschaften

Auf die wiederholten Behauptungen Trumps, es gebe Verhandlungen mit Iran, antwortete Marandi deutlich:

Es handele sich nicht um Verhandlungen, sondern lediglich um den Austausch von Botschaften.

Pakistan habe eine Nachricht der USA weitergeleitet, wie es in den vergangenen Jahrzehnten über Oman, Russland, die Schweizer Botschaft oder direkte Kanäle üblich gewesen sei.

„Trump fabriziert das, wie er so vieles andere fabriziert. Er ist einer der produktivsten Lügner unter den Politikern“, sagte Marandi.

Iran werde keinem Waffenstillstand zustimmen, weil das Trump-Netanjahu-Epstein-Bündnis lediglich Zeit gewinnen würde, um in sechs oder zwölf Monaten erneut anzugreifen.

Ein echter Frieden sei nur möglich, wenn sich die Fakten auf dem Boden grundlegend ändern.

Die Golfstaaten als US-Plattform der Aggression

Ein zentraler Punkt war die Rolle der Golfstaaten (Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Kuwait, Bahrain).

Diese dürften nicht länger als Abschussrampen für Angriffe auf Iran dienen. Ohne ihre Basen, ihren Luftraum und ihr Territorium wäre der aktuelle Krieg gar nicht möglich gewesen.

Iran habe bisher große Zurückhaltung gezeigt und trotz der Möglichkeit, die komplette kritische Infrastruktur dieser Staaten zu zerstören, darauf verzichtet.

Marandi betonte: Iran wolle die Nachbarländer nicht zerstören, sondern sie zwingen, ihre Politik zu ändern.

Die Basen müssten verschwinden, Reparationen geleistet werden.

Die Golfstaaten könnten weiter Geschäfte mit den USA machen – aber nicht auf Kosten der iranischen Sicherheit.

Historisch erinnerte er daran, dass dieselben Regime Saddam Hussein im Iran-Irak-Krieg mit Hunderten Milliarden Dollar unterstützt hätten und dass der Westen ihm Chemiewaffen geliefert habe.

Später hätten sie die US-Invasionen im Irak, in Syrien und im Jemen unterstützt.

Iran habe damals sogar gegen die Invasion des Iraks protestiert, obwohl es Saddam hasste – aus Prinzip gegen illegale Aggressionen.

Widerstandskraft des iranischen Volkes und Heuchelei der Diaspora

Marandi beschrieb die hohe Moral der iranischen Bevölkerung: Trotz täglicher Angriffe gingen die Menschen abends zu Tausenden auf die Straßen, auch unter Raketenbeschuss.

Er berichtete von einem Vorfall, bei dem eine Frau bei einer Demonstration getötet wurde – die Menschen seien nicht geflohen, sondern hätten weiter Parolen gerufen.

Besonders eindrücklich war seine Schilderung des Jerusalem-Tages (Quds-Tag), an dem Hunderttausende trotz Bombardements ausharrten.

Zur iranischen Diaspora in den USA, Kanada und Großbritannien äußerte er sich differenziert: Die Mehrheit sei nicht feindlich gegenüber dem eigenen Land eingestellt.

Laut seien jedoch eine kleine, gut bezahlte Minderheit – darunter ehemalige Eliten des Schah-Regimes, die Milliarden geplündert hätten – sowie Troll-Farmen (z. B. eine mit 4000 Personen in Albanien) und westlich finanzierte Medien.

Diese Gruppe zeige ihre wahre Gesinnung, indem sie israelische Flaggen schwenke und sogar pro-palästinensische Studenten mit Baseballschlägern angegriffen habe.

Der aktuelle Krieg habe vielen jungen Iranern die Augen geöffnet.

Zivilisation versus Barbarei – der Brief des Präsidenten

Marandi lobte den offenen Brief des iranischen Präsidenten an das amerikanische Volk, der die zivilisatorische Haltung Irans verdeutliche und den Kontrast zur Brutalität des „Epstein-Klassen“-Imperiums zeige.

Die letzten zweieinhalb Jahre – insbesondere der Gaza-Krieg – hätten weltweit die Augen geöffnet: Das Narrativ vom „zivilisierten Westen“ gegen „rückständiges Iran“ sei umgedreht worden.

Besonders tragisch sei, dass täglich Palästinenser, Libanesen und Iraner sterben, während westliche Medien weitgehend schweigen.

Ausblick und Entschlossenheit

Abschließend unterstrich Marandi, dass Iran auf jede Eskalation, inklusive einer möglichen Bodeninvasion, vorbereitet sei.

Die Erfahrung des 12-Tage-Krieges habe gezeigt, dass die Gegenseite die Stärke Irans massiv unterschätzt habe.

Auf die humorvolle Bemerkung des Moderators, Marandi könnte bei einem Regime Change in den USA 2028 selbst Präsident werden, antwortete dieser trocken: Zuerst müsse er den Krieg überleben.

Professor Marandis Analyse zeichnet das Bild eines selbstbewussten, widerstandsfähigen Iran, das keine Kompromisse bei seiner Souveränität und Sicherheit akzeptiert.

Der Konflikt werde nicht durch leere Worte, sondern nur durch konkrete Veränderungen auf dem Boden – vor allem das Ende der US-Militärpräsenz in den Golfstaaten – zu lösen sein.

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„Ungarn kann Brüssel nicht vertrauen“

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Während Westeuropa in Folge der eigenen Sanktionspolitik ökonomisch erodiert, verfolgt Budapest einen Kurs, der in Brüssel als offene Provokation gilt: 92 Prozent des ungarischen Rohöls stammen weiterhin aus Russland. Dahinter steckt kein ideologisches Bekenntnis, sondern eine nüchterne Interessenpolitik, die auf Versorgungssicherheit und Preisstabilität setzt. Das Paradoxe daran: Trotz der engen Bindung an russische Pipelines übererfüllt Ungarn seine Klimaziele bereits Jahre vor der Frist. In unserem Exklusiv-Interview analysiert der ungarische Außenjournalist Gábor Stier die physischen Realitäten eines Binnenlandes, den strategischen Coup um die serbische NIS-Raffinerie, die aggressive Rolle Kiews im Kampf um die europäische Energie-Infrastruktur und die gefährliche Balance zwischen Geopolitik und Wahltaktik – und erklärt, warum die Angriffe aus Kiew der Regierungspartei Fidesz am Ende sogar nützen könnten. Mit dem Experten sprach Éva Péli kurz vor den entscheidenden Parlamentswahlen am 12. April.

Éva Péli: Nach der Blockade der Straße von Hormus explodierten die Preise am Weltmarkt. Hat Budapest mit seiner kompromisslosen Festlegung auf landgebundene Pipelines am Ende schlicht recht behalten? Ist diese „physische Realität“ derzeit die einzige wirksame Lebensversicherung für die Volkswirtschaften Mitteleuropas?

Gábor Stier: Eindeutig. Die ungarische Strategie ist pragmatisch. Im Mittelpunkt stehen die Versorgungssicherheit, die Möglichkeit der Diversifizierung und der geringstmögliche Preis. Jetzt zeigt sich erst richtig, wie sehr dieses bodenständige Denken die Abhängigkeit verringert. Für ein Land wie Ungarn ist das ein entscheidender Aspekt. Wir sind bei fossilen Energieträgern fundamental auf Importe angewiesen.

Der Kernpunkt ist: Man muss Öl und Gas aus der größtmöglichen Nähe beziehen. Vorzugsweise sollte dies auf dem Landweg über Pipelines geschehen. Das ist am sichersten und zugleich am billigsten. Erst recht gilt das für ein Binnenland ohne eigenen Meereszugang.

Darüber hinaus bevorzugte die ungarische Regierung stets leitungsgebundenes Gas auf Basis langfristiger Verträge gegenüber Flüssiggas (LNG). Es ist eine Ironie des Schicksals, dass es nun mit beiden Optionen Probleme gibt. In Friedenszeiten ist es schwer, sich die Realität einer Kriegssituation vorzustellen. Nun haben wir bereits zwei Kriege – beziehungsweise drei, wenn wir den Konflikt mit der EU-Kommission dazuzählen. Deshalb müssen Diversifizierungsmöglichkeiten geschaffen werden.

In der Gesamtschau ist Russland für Ungarn ein zuverlässiger Lieferant. Die aktuellen Unterbrechungen gehen dabei nicht von Moskau aus. Zudem lieferte Russland das Rohöl in den letzten Jahren um 15 bis 20 Prozent unter dem Weltmarktniveau. Das russische Öl passt perfekt zu den ungarischen Raffinerien; ein Wechsel wäre technisch nicht nur extrem aufwendig, sondern auch eine ökonomische Sackgasse. Zudem erweist sich der Kurs der russischen Sorte Urals derzeit als deutlich wertstabiler gegenüber den Schwankungen der Nordseesorte Brent. Ein Wechsel der Ölsorte würde Milliardeninvestitionen in die Umrüstung der Raffinerien erfordern, auf die die ungarische Industrie seit Jahrzehnten optimiert ist.

Das klingt nach einer rein technokratischen Erfolgsrechnung. Aber lässt sich diese Strategie der kurzen Wege und der staatlichen Kontrolle über Schlüsselsektoren in einer Zeit, in der die EU massiv auf Marktliberalisierung und Abkopplung drängt, dauerhaft durchhalten?

Das wichtigste Ergebnis der Energiepolitik seit 2010 ist: Ungarn konnte trotz seiner Importabhängigkeit die Versorgungssicherheit garantieren. Dies geschah zeitgleich mit der termingerechten Umsetzung des Übergangs zu sauberer Energie. Zudem wurden erschwingliche Energiepreise sichergestellt. Die unorthodoxe ungarische Energiepolitik hat sich als krisenfest erwiesen. Das ist maßgeblich der Rückgewinnung des staatlichen Einflusses auf Schlüsselsektoren und Infrastrukturen nach 2010 zu verdanken.

Ungarns Bilanz 2025: Der unorthodoxe Erfolg in Zahlen
  • Versorgung: 92% russisches Rohöl (Sicherung des massiven Preisvorteils).
  • Transformation: 38% Strom aus Erneuerbaren (Vervierfachung seit 2010).
  • Klima: 43% Treibhausgas-Reduktion (EU-Ziel für 2030 bereits 2023 übererfüllt).
  • Autarkie: Senkung der Stromimporte von 32% auf nahe 20%.

Blicken wir auf die nackten Zahlen jenseits der medialen Schlagzeilen. Wie resilient ist das ungarische Energiemodell tatsächlich? Wie groß ist die Abhängigkeitslücke, die ohne russische Lieferungen einen sofortigen Industriestopp auslösen würde? Und inwieweit konnten Investitionen in Solar- und erneuerbare Energiequellen diesen „seidenen Faden“ bereits verstärken?

Ungarn hat sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die neuesten Daten zeigen: Mit einer Reduktion von 43 Prozent haben wir dieses Ziel bereits 2023 übererfüllt. Bis 2030 ist sogar eine Senkung um bis zu 52 Prozent wahrscheinlich.

Dieser Erfolg spiegelt sich in der gesamten Energiebilanz wider: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung stieg bis 2025 auf 38 Prozent. Dadurch sank die Kohlenstoffintensität der Stromproduktion seit 2010 um 44 Prozent, während die Stromimporte gleichzeitig von 32 auf nahe 20 Prozent zurückgingen. Auch bei der Wärmeerzeugung hat sich der Anteil der Erneuerbaren in 15 Jahren auf stolze 25 Prozent verdoppelt.

Auch im Verkehrssektor zeigt die Kurve nach oben: Lag der Anteil der Erneuerbaren 2010 noch bei etwa sechs Prozent – damals fast ausschließlich durch Biokraftstoffe –, hat er sich bis heute auf rund 15 Prozent mehr als verdoppelt. Neben der klassischen Beimischung treiben nun vor allem die Elektromobilität und der Ausbau des grünen Schienenverkehrs diesen Wandel voran. Der Anteil fossiler Energieträger im ungarischen Gesamtmix sinkt somit kontinuierlich und messbar.

Das ist eine beeindruckende Bilanz beim Klimaschutz, die in Deutschland kaum bekannt ist. Aber wie passt das zu der Tatsache, dass Ihre „Abhängigkeit“ beim Öl sogar noch gestiegen ist? Rechnen sich die russischen Importe trotz des politischen Drucks immer noch so massiv?

Tatsächlich stammten 2025 rund 92 Prozent des ungarischen Rohöls aus Russland – ein massiver Anstieg gegenüber den 61 Prozent von 2021. Das ist jedoch kein politisches Statement, sondern die Folge blockierter Handelswege und schlichter ökonomischer Vernunft: Russland bleibt für ein Binnenland wie Ungarn derzeit alternativlos.

Eine aktuelle Studie des Centre for the Study of Democracy belegt das: Der ungarische Energiekonzern MOL zahlte für russisches Öl im Schnitt ein Fünftel weniger als für nicht-russische Ware. Diese Preisdifferenz bescherte der MOL allein im Jahr 2025 eine monatliche Ersparnis von durchschnittlich 47,3 Millionen Euro. Man kauft also weiterhin russisches Öl, weil der Preisvorteil gegenüber der Nordseesorte Brent zu groß ist, um ihn zu ignorieren.

Ohne die „Druschba“-Leitung steigen jedoch die Versorgungsrisiken. Theoretisch gäbe es Alternativen aus Nordafrika oder Zentralasien, die per Schiff über das kroatische Omišalj und die Adria-Pipeline nach Ungarn fließen könnten. Doch in der Praxis scheiterte die Adria-Leitung zuletzt an einem Belastungstest. Eine weitere Option, die ukrainische Odessa-Brody-Pipeline, bleibt vorerst Zukunftsmusik: Sie setzt nicht nur Frieden, sondern auch massive Investitionen in eine marode Infrastruktur voraus.

[Anm. d. Red.: Omišalj ist ein kleiner Hafenort an der Nordküste der kroatischen Insel Krk, der für die Energieversorgung Ungarns und ganz Mitteleuropas eine strategische Schlüsselrolle einnimmt.]

Beim Öl sehen wir also eine rein ökonomische Logik. Aber wie steht es um das Erdgas? Kiew hat den Transit gestoppt – hat Ungarn hier nicht mittlerweile seine strategische Tiefe verloren?

Ungarns Erdgasimporte stiegen 2025 signifikant auf 12,4 Milliarden Kubikmeter. Das ist eine Steigerung von 24 Prozent gegenüber 2024, was teilweise am erhöhten Transitbedarf liegt. Der ungarische Eigenverbrauch liegt bei etwa acht Milliarden Kubikmetern. Davon stammen rund 1,5 Milliarden bereits aus heimischer Förderung. Im vergangenen Jahr kamen fast acht Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas aus südlicher Richtung nach Ungarn. Das bedeutet: Die TurkStream-Pipeline lief im Grunde unter Volllast.

Rund zwei Milliarden Kubikmeter Gas flossen zudem aus Rumänien und Kroatien ein – zwei Quellen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit „russlandfrei“ sind. Während die Verbindung nach Rumänien auf künftige Schwarzmeer-Gasfelder setzt, dient Kroatien mit seinem LNG-Terminal auf Krk bereits heute als wichtigste Route für die internationalen Zukäufe des Staatskonzerns MVM.

2025 zog auch der West-Import an. Aus Richtung Österreich kamen fast drei Milliarden Kubikmeter Gas nach Ungarn. Da jedoch im vergangenen Jahr der ukrainische Transit eingestellt wurde, beläuft sich der russische Anteil an den Gesamtimporten immer noch auf gut 60 Prozent. Ungarn ist zu einem bedeutenden regionalen Transitland geworden. Ein Teil des Gases wird in die Slowakei und ein größerer Teil in die Ukraine weitergeleitet. 46 Prozent der ukrainischen Importe stammten 2025 aus Ungarn. Hauptquelle bleibt Russland. Die ungarische Regierung unterzeichnete 2021 einen langfristigen Vertrag über 15 Jahre mit dem russischen Erdgaskonzern Gazprom. Das Gas kommt über zwei Routen: Der größere Teil von Süden über TurkStream und BalkanStream durch Serbien, ein kleinerer Teil aus Richtung Österreich.

Kiew konnte Ungarn mit der Einstellung des Transits 2025 also nicht unter Druck setzen. Selbst eine Aktion gegen die TurkStream würde das Land nicht in die Knie zwingen. Ungarn ist gut in das europäische Leitungsnetz eingebettet. Die Kapazitäten der grenzüberschreitenden Leitungen sind groß. Zudem steht Ungarn bei den Erdgasspeichern sehr gut da. Die Versorgung wäre physisch in Ordnung. Nur mit der Bezahlbarkeit gäbe es im Falle eines Stopps Probleme. In Ländern wie Deutschland oder Österreich ist der Gaspreis für Haushalte heute doppelt so hoch wie vor der Abkopplung von den Energiequellen aus Russland.

Kommen wir zur physischen Sicherheit. Seit der Sprengung von Nord Stream ist die TurkStream zur kritischsten Energie-Schlagader für Südosteuropa geworden. Wie groß schätzt man in Budapest das Risiko ein, dass auch diese Leitung Ziel einer sabotierten „Aktion“ wird?

Das Risiko wächst ständig. Die Ukrainer greifen heutzutage bereits wöchentlich die Kompressorstationen von BlueStream und TurkStream an. Die Antwort der ungarischen Regierung auf solche Angriffe und die Blockierung der Druschba-Pipeline ist klar: Sie stellt nach dem Diesel schrittweise auch den Gasexport in die Ukraine ein. Angriffe auf solche kritischen Anlagen galten lange als Tabu. Dieses Tabu ist heute gefallen. Die Blockierung oder Kontrolle von Transportwegen ist heute eine Waffe. Genau deshalb sind Diversifizierung und alternative Routen unerlässlich.

Aber begeben wir uns hier nicht in eine neue Falle? Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán setzt massiv auf Ankara als neuen Energie-Hub. Riskieren wir hier nicht, eine „Abhängigkeit“ von Russland lediglich gegen eine geopolitisch unberechenbare „Abhängigkeit“ von der Türkei einzutauschen?

Davon gehe ich nicht aus. Die Abhängigkeit von Moskau war stets gegenseitig. Das wird bei den europäischen Narrativen heute gerne weggelassen. Im Übrigen hat die Orbán-Regierung pragmatische Arbeitsbeziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Ankara aufgebaut. Das hilft dabei, „Überraschungen“ zu vermeiden.

Dass Geopolitik schwerer wiegt als nackte Zahlen, zeigt die Übernahme der serbischen NIS-Raffinerie durch die MOL. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der serbische Staat als Käufer auftreten wollte und bereit war, für die Anteile von Lukoil und Rosneft bis zum Doppelten des ungarischen Angebots zu zahlen. Doch am Ende entschied nicht der höchste Preis, sondern der Eigentümer: Die russische Seite gab den Ungarn den Vorzug – ein Deal, den Washington stillschweigend billigte und den Belgrad schließlich akzeptieren musste. Diese Transaktion beweist: Im Energiegeschäft sind Vertrauen und langfristige strategische Allianz oft die härtere Währung als das höchste Gebot.

Damit wäre die MOL nun ein zentraler Akteur auf dem Balkan. Aber wie sichert man dieses neue Portfolio physisch ab, wenn die alten Versorgungswege wegbrechen?

Solange Ungarn Zugang zu russischem Öl hat, wird die Raffinerie in Pančevo künftig über die neue Leitung Algyő – Novi Sad versorgt. Diese Verbindung wird derzeit im Eiltempo realisiert und schließt Serbien an das kroatische Janaf-System (Adria-Pipeline) an.

Das Ergebnis ist ein strategischer Doppelsieg: Einerseits wird die Rohölversorgung diversifiziert, andererseits entstehen neue Produktleitungen, über die Kraftstoffe aus Pančevo in die gesamte mitteleuropäische Region fließen können. Serbien wird so viel enger in den EU-Binnenmarkt eingebunden. Mit dem Einstieg der MOL gewinnt das Portfolio eine echte mitteleuropäische Dimension und sichert Budapest langfristig einen massiv erweiterten strategischen Handlungsspielraum.

Aber wie verkauft man diese nüchterne Realpolitik den Wählern? Die staatliche Deckelung der Energiekosten wird in Brüssel gern als marktentstellender Populismus gebrandmarkt. Welches politische Gewicht hat dieses Schutznetz im aktuellen Wahlkampf?

Damit verhält es sich wie mit den Maßnahmen gegen die Migration. Erst wurde die Regierung als „faschistisch“ tituliert und von der EU bestraft. Heute sagt man in der gesamten Union dasselbe wie Viktor Orbán im Jahr 2016. Auch die Nebenkostensenkung wurde als marktfeindlich gebrandmarkt. Nun dämpfen viele Staaten mit ähnlichen Maßnahmen die Krisenauswirkungen für die Bevölkerung. Das ist ein scheinheiliges Verhalten.

Was den Wahlkampf betrifft: Die Regierung beweist seit Langem, dass Populismus keine schlechte Sache sein muss. Die Macht lässt die Hand der Bevölkerung nicht los. Dem Durchschnittsbürger ist das egal, solange die Stabilität gewahrt bleibt. Übrigens ist das kein Wundermittel. Auch Unzufriedene genießen die Vorteile dieser Politik und wählen dann doch die Opposition. Aber besonders die ärmeren Schichten zählen auf die Fürsorge des Staates und wählen Orbán.

Ob diese Politik nachhaltig ist? Sicher nicht bis in alle Ewigkeit. Aber hoffentlich dauert die Krise nicht ewig. Bei den Kraftstoffen gibt es wegen des hohen Steueranteils noch Reserven. Zudem sind die russischen Energieträger spürbar billiger. Bei langfristigen Verträgen ist die Situation kalkulierbarer. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass die Dienstleister teilweise in staatlichem Eigentum sind. Das erhöht den Handlungsspielraum massiv.

Wenige Tage vor der Parlamentswahl am kommenden Sonntag gerät Ungarn ins Kreuzfeuer globaler Strategien. Während US-Vizepräsident James D. Vance Ministerpräsident Viktor Orbán am Dienstag mit einem 500-Millionen-Dollar-Öldeal gegen Brüssel unterstützt, verschärfen Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Druck auf die ungarische Versorgungssicherheit.

Herr Stier, US-Vizepräsident J. D. Vance hat Viktor Orbán am Dienstag in Budapest als „profundesten Anführer Europas in der Energiesicherheit“ geadelt. Hinter dem zeremoniellen Lob steht ein harter Deal: Der Kauf von 500.000 Tonnen US-Rohöl im Wert von einer halben Milliarde US-Dollar. Während der Rest der EU im Sog von Sanktionen und des Iran-Konflikts ökonomisch erodiert – fungiert dieser Ausbau der transatlantischen Energie-Achse als eine Art strategische „Lebensversicherung“ für Budapest?

Nichts ist für die Ewigkeit, und es ist auch keine hundertprozentige Lebensversicherung – man sieht ja, dass Washington sich in die ungarisch-ukrainischen EU-Streitigkeiten nicht einmischt und Ungarn nicht verteidigt –, aber im Bedarfsfall könnte Orbán auf Trump zählen. Natürlich gäbe es auch diese Hilfe nicht umsonst.

Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass hinter der drastischen Erhöhung der kroatischen Transitgebühren in Wahrheit das Berliner Kanzleramt unter Friedrich Merz steckt. Erleben wir gerade, wie europäische Infrastrukturen als geopolitische Waffe gegen ein unliebsames EU-Mitglied instrumentalisiert werden?

Alle Anzeichen deuten darauf hin. Bisher hat Berlin nur hinter den Kulissen intrigiert, während Friedrich Merz Ungarn nun bereits offen droht. Was sich in der EU rund um die ungarische Energiepolitik abspielt, zeigt deutlich die Zerrissenheit der Union. Ungarn kann Brüssel nicht vertrauen, während Budapest seitens der EU-Führung unter Generalverdacht gestellt wird.

Ein absurdes Detail der aktuellen Krise: Ungarn und die Slowakei stützen die ukrainische Strom- und Dieselversorgung massiv – oft ironischerweise auf Basis russischer Rohstoffe. Welcher Logik folgt Kiew, wenn es ausgerechnet jene Pipelines blockiert, die das eigene Hinterland am Leben halten?

Hass macht blind und lässt einen nicht rational denken. Zudem glaubt Kiew, dass immer jemand zur Hilfe eilen wird. Da wäre ich mir nicht so sicher. Und noch etwas: Für die ukrainische Führung spielt der Preis keine Rolle, da nicht sie ihn bezahlt. Vorerst.

Beobachter sprechen von einer regelrechten Fluchtbewegung: Deutsche Autohersteller weichen vor der Berliner Energiepolitik nach Ungarn aus. Inwieweit profitiert der Standort Ungarn faktisch von dieser Deindustrialisierung Deutschlands?

Die deutschen Autohersteller haben Ungarn nicht erst jetzt gefunden. Dass sich diese Zusammenarbeit für alle lohnt, zeigt sich darin, dass sie trotz der Spannungen im bilateralen Verhältnis funktioniert. Die ungarische Wirtschaft profitiert davon, obwohl sie den deutschen Firmen aufgrund des Wettbewerbs um Investitionen in der Region erhebliche Vergünstigungen gewährt. Diese Situation stabilisiert den Arbeitsmarkt und treibt auch das BIP nach oben.

Am 5. Februar wurde mit dem Bau beim russischen Paks-II-Projekt in Ungarn begonnen, während US-Außenminister Marco Rubio genau zu diesem Zeitpunkt ein Abkommen über die kleinen modularen Reaktoren (SMR) der USA unterzeichnete. Ist diese Strategie machbar? Vertragen sich die zwei rivalisierenden Nukleartechnologien nebeneinander, ohne das Land in unkontrollierbare Abhängigkeiten zu stürzen?

Diese Abhängigkeit ist gegenseitig und zum beiderseitigen Vorteil; zwischen Budapest und Moskau funktioniert das seit Jahrzehnten. Was die US-amerikanischen oder französischen Zulieferungen betrifft, so hat die ungarische Regierung damit die – nach langem Hin und Her endlich eingekehrte – Ruhe um das Projekt „gekauft“.

Daher ist es unverständlich, dass Siemens aus ideologischen Gründen von der eigenen Regierung [der deutschen Bundesregierung] vom Paks-II-Projekt ausgeschlossen wurde. Was das SMR-Geschäft mit den USA betrifft, so hat Ungarn daran vorerst keinen dringenden Bedarf. Es fehlt auch das Geld dafür, zudem verfügen die USA derzeit selbst noch nicht über einsatzbereite kleine modularen Reaktoren. Doch mit diesem Geschäft konnte man die ungarisch-amerikanische Zusammenarbeit „ölen“. Problematischer ist der nukleare Brennstoff von Westinghouse, da es sich dort um zwei verschiedene Technologien handelt, aber warten wir auch da das Ende ab.

Fabio De Masi vom BSW meint, deutsche Steuerzahler müssten Ungarn eigentlich für seine Standhaftigkeit danken, da Budapest Milliardenverluste für die europäische Industrie abwendet. Verleiht diese Schützenhilfe aus Deutschland der ungarischen Regierung spürbaren Rückenwind bei den Verhandlungen in Brüssel?

Wie wir sehen, gar nicht, da Kanzler Merz der ungarischen Regierung wegen der Blockade bereits mit ernsthaften Konsequenzen droht.

Fünf Tage vor der Wahl steht die TISZA-Partei im Rampenlicht. Ist diese Bewegung ein echtes, von unten gewachsenes ungarisches Phänomen – oder fungiert sie eher als Vehikel für externe Kräfte, die in Budapest endlich den langersehnten Machtwechsel erzwingen wollen?

Lassen wir diesen Begriff „Systemwechsel“ als Kampagnen-Slogan beiseite. Wenn es dazu kommt, wird es ein Machtwechsel sein. Und zwar deshalb, weil der Fidesz nach 16 Jahren ermüdet ist; im letzten Zyklus hat er zudem nicht nur mehr als üblich Fehler gemacht, sondern auch die äußeren Umstände waren dem Erhalt der wirtschaftlichen Stabilität nicht förderlich.

Aus dieser Unzufriedenheit ist die Tisza gewachsen, die am Anfang vor allem von Péter Magyar, dem Vorsitzenden der Partei, und seinen Rachegelüsten getrieben wurde, woraufhin dann auch externe Kräfte die Chance in der Partei witterten, Orbán abzulösen. Die Opposition ist auch deshalb stark, weil sie im Gegensatz zu früher nicht gespalten ist, und der frühere Zauber des Fidesz ist gebrochen. Hinzu kommt, dass hinter den unbestreitbaren außenpolitischen Erfolgen ernsthafte wirtschaftliche Probleme, ein schlechter Stil und Korruption stehen. So kann es passieren, dass, während in Europa gerade jene politischen Kräfte erstarken, die durch Viktor Orbán geprägt sind, in Ungarn gegen diesen Trend ein Machtwechsel stattfindet.

Es wirkt wie ein Paradoxon: International ist Orbán der Ideengeber für die europäische Rechte, doch im eigenen Land kämpft er um sein politisches Überleben. In dieser brenzligen Lage fällt die extreme Rhetorik aus Kiew auf – spielt diese aggressive Einmischung der Opposition in die Hände oder bewirkt sie das Gegenteil?

Ich halte es für unglücklich, dass die Ukraine-Frage zu einem der zentralen Themen des Wahlkampfs geworden ist. Die ungarische Gesellschaft ist in dieser Frage gespalten, weil sie auch dies durch das Prisma der Einstellung zu Orbán betrachtet.

Doch noch erstaunlicher ist, wie die ukrainische Führung sich gegenüber Ungarn verhält. Es ist, als ob Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein Team beleidigt wären, weil es ein Land gibt, das keinen Krieg will und Nein zu einer übereilten EU-Integration der Ukraine sagt. In diesem Geist greifen sie offen in den Wahlkampf ein und tun alles dafür, dass Viktor Orbán stürzt. Die ukrainische Führung merkt in ihrem Hass nicht einmal, dass sie mit diesen groben Äußerungen im Kneipenstil im Wesentlichen all das bestätigt, was Orbán behauptet. So macht derzeit gerade Selenskyj am effektivsten Wahlkampf für den Sieg des Fidesz.

Trotz dieser „Wahlhilfe“ durch Selenskyj bleibt das Narrativ der „äußeren Einmischung“ das bestimmende Thema. In Brüssel und Washington wird bereits jetzt vor der „russischen Karte“ gewarnt. Erleben wir hier eine reale Gefahr oder den Versuch, ein missliebiges Wahlergebnis bereits im Vorfeld moralisch zu diskreditieren?

In Wahlen wurde schon immer und überall eingegriffen – im Zeitalter der sozialen Medien ist dies fast unvermeidlich geworden. Dabei beobachten wir oft, wie sich verschiedene Interventionen gegenseitig neutralisieren. Die sozialen Medien sind jedoch ein besonders effektives Werkzeug der Einflussnahme: Wir erleben persönlich, wie in diesem digitalen Raum konservative Ansichten unterdrückt oder gar gesperrt werden. Das ist eine eindeutige Einmischung – und zwar explizit gegen die konservativen Kräfte.

Parallel dazu wird bereits das Narrativ für den Fall eines Fidesz-Sieges vorbereitet: Man will das Ergebnis vorab als Produkt russischer Manipulation delegitimieren. Davon handeln die aktuellen Artikel in der Washington Post oder der Financial Times. Wie schon in Rumänien, Moldau oder nach den US-Wahlen 2016 wird hier die „russische Karte“ gespielt. Das Ziel ist die Diskreditierung des Wahlsiegs und die Infragestellung der demokratischen Legitimität. Dieses Drehbuch ist hinlänglich bekannt. Ob die Russen tatsächlich nachweislich eingegriffen haben, spielt dabei für die Akteure keine Rolle. Es geht allein darum, die Legitimität der Regierung zu schwächen – selbst um den Preis einer innenpolitischen Destabilisierung.

Warum herrscht eigentlich dieses Schweigen über die dokumentierten Einmischungsversuche Kiews oder den sanften Druck des Brüsseler Mainstreams, während man sich ausschließlich auf die „russische Gefahr“ fokussiert?

Es reicht, Bundeskanzler Friedrich Merz zuzuhören: Man spürt deutlich, dass es hier längst nicht mehr nur um Sympathiebekundungen geht, sondern um konkrete Drohungen. Eines ist sicher: So haben wir uns die westliche Demokratie vor vier Jahrzehnten nicht vorgestellt.

Blicken wir auf die Zielgerade: Der Wahlkampf ist zu einer Schlammschlacht aus Spionagevorwürfen und Geheimdienstleaks verkommen. Was ist Ihre persönliche Prognose für den 12. April?

Dieser Wahlkampf ist gleichzeitig sehr hart und extrem interessant. Beide Seiten arbeiten enorm viel, erreichen damit aber eher nur das eigene Lager. Während der Fidesz die „ukrainische Karte“ ausspielt, spielt die Tisza die „russische Karte“.

Gegen Péter Magyar spricht, dass sein Programm sich im Wesentlichen auf den Sturz von Orbán beschränkt. Nach dem Hochfahren der Spionagevorwürfe kam nun US-Vizepräsident Vance am Dienstag nach Budapest. Ich denke, dass derzeit die Chancen des hochgefahrenen Fidesz um ein Haar besser sind und er 106 bis 110 Mandate [von insgesamt 199] erringen könnte.

Sollte am Sonntag tatsächlich ein Machtwechsel erfolgen – wie viel realen Spielraum hätte eine neue Regierung überhaupt, um die tief verwurzelten Beziehungen zu Moskau und Peking zu kappen, ohne das Land in den Staatsbankrott zu führen?

Die Opposition rechnet mit den bisher zurückgehaltenen europäischen Geldern. Es besteht kaum ein Zweifel, dass im Falle ihres Sieges die Brüsseler Bedenken plötzlich verschwinden würden und die Rechtsstaatlichkeit auf einmal „wiederhergestellt“ wäre. Die EU würde im Gegenzug erwarten, dass die Regierung Moskau und Peking den Rücken kehrt.

Da dies jedoch auch die übrigen europäischen Länder auf recht scheinheilige Weise tun, würde Budapest wohl auch nicht sofort und vollständig damit brechen. Egal welche Regierung Ungarn haben wird, sie muss das wirtschaftliche Problem bewältigen. Während der Fidesz dies auf die bisher bekannte Weise tun würde, täte es die Tisza mit Steuererhöhungen und dem Erlangen der europäischen Gelder. Dies hätte jedoch einen hohen Preis.

Vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch, Herr Stier.

Titelbild: Hirado.hu / Horváth Péter Gyula

(Auszug von RSS-Feed)

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Scott Ritter und Larry Johnson analysieren die Eskalation

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Iran schließt Hormuz-Straße, Israel torpediert Trumps Waffenstillstand

In einer aktuellen Diskussionsrunde des Geopolitik-Podcasts mit Moderator Danny Haiphong haben der ehemalige UN-Waffeninspektor und US-Marine-Offizier Scott Ritter sowie der frühere CIA-Analyst Larry Johnson die hochbrisante Lage im Nahen Osten beleuchtet.

Im Mittelpunkt standen der nicht existente Waffenstillstand zwischen den USA unter Präsident Trump und Iran, die weitgehende Schließung der Straße von Hormuz durch iranische Kräfte sowie anhaltende israelische Angriffe auf den Libanon, die den gesamten Verhandlungsprozess zu untergraben drohen.

Dramatische Ausgangslage laut Danny Haiphong

Danny Haiphong eröffnete die Sendung mit der Feststellung, dass die Lage dramatisch sei: Irans stellvertretender Außenminister habe eine geplante Raketen- und Drohnenvergeltung gegen Israel verzögert, weil Israel im Libanon weiter bombardiere und über 200 Menschen in den letzten 24 Stunden getötet sowie Tausende verletzt habe.

Pakistan habe zugesichert, über Vermittler Trump zu drängen, Israel zurückzupfeifen.

Haiphong verwies auf Berichte, wonach Trump Netanyahu angerufen und zu einer Deeskalation in Libanon aufgefordert habe, um die Verhandlungen zu schützen – obwohl sowohl die Trump-Administration als auch Israel betonten, dass Libanon nicht Teil des Waffenstillstands sei.

Dennoch plane Israel separate Verhandlungen mit der libanesischen Regierung unter Beschuss.

Haiphong fragte speziell Scott Ritter nach der iranischen Kontrolle über die Straße von Hormuz, die offenbar stark eingeschränkt oder teilweise geschlossen sei: In den letzten 24 Stunden habe nur ein einziges Schiff die Passage passiert, und der gesamte Waffenstillstand stehe auf der Kippe.

Scott Ritter: „Es gibt keinen Waffenstillstand“

Scott Ritter stellte sofort klar:

„Zunächst einmal gibt es keinen Waffenstillstand. Lassen Sie uns aufhören, von einem Waffenstillstand zu sprechen. Er existiert nicht. Es gibt Vorläufer für einen möglichen Waffenstillstand.“

Der Konflikt sei von Anfang an chaotisch gewesen – Israel habe Beirut bombardiert, die Vereinigten Arabischen Emirate iranische Ölinfrastruktur angegriffen.

Es gebe 31 autonome Militärdistrikte im Iran, von denen einige möglicherweise nicht optimal mit der Zentralregierung kommunizierten und daher weiter operierten.

Politisch sei die Lage ein Minenfeld: Die USA und Iran hätten jeweils 15 beziehungsweise 10 zentrale Punkte auf den Tisch gelegt, die in einem zweiwöchigen Prozess abgeglichen werden sollten.

Nichts sei im Vorfeld wirklich vereinbart worden außer der Notwendigkeit zu reden.

Ritter nannte die Vorgänge im Libanon „absolut tragisch“, betonte aber:

„Es ist Israel. Was erwarten Sie?“

Die USA hätten Libanon als Teil des Waffenstillstands akzeptiert, da Iran dies zur Vorbedingung gemacht habe.

Pakistan habe klargestellt, dass Washington dies verstanden habe.

Das Problem sei jedoch die fehlende Abstimmung mit Israel: Netanyahu sei „sehr unglücklich“ gewesen und habe Libanon sowie die Hisbollah als „Sonderproblem“ bezeichnet, das man weiter bekämpfen müsse.

Israel spiele nun ein Spiel, indem es separate Verhandlungen mit der libanesischen Regierung fordere – alles Teil eines größeren taktischen Manövers.

Eskalationsgrenzen und Verhandlungsspielraum

Scott Ritter analysierte weiter: Sowohl Iran als auch die USA hätten die maximale Stufe ihrer jeweiligen Eskalationsleiter erreicht.

Weitere Schritte würden für beide Seiten „permanenten Schaden“ bedeuten – für Trump politisch, da er nur an seinem eigenen Vermächtnis und der November-Wahl interessiert sei („der ultimative Narzisst“).

Iran wiederum dürfe nicht so weit gehen, dass es seine 47-jährige Verpflichtung gegenüber dem eigenen Volk, wirtschaftliche Prosperität zu schaffen, nicht mehr erfüllen könne.

Der Atomstreit sei eine Frage des Stolzes, nicht der Notwendigkeit; die Straße von Hormus hingegen sei eine Überlebensfrage.

Dennoch gebe es Verhandlungsspielraum, etwa bei einer gemeinsamen Verwaltung der Meerenge.

Ritter schloss optimistisch:

„Es gibt keinen Waffenstillstand, aber ich bin sehr optimistisch, dass es einen geben wird.“

Larry Johnson: „Kein Verhandlungsspielraum“

Larry Johnson widersprach der Idee eines echten Verhandlungsspielraums mit einer drastischen Metapher:

„Das ist wie eine Verhandlung zwischen zwei Leuten darüber, was sie essen wollen. Die eine Partei – nennen wir sie die USA – will ein wurmverseuchtes Stück Kuhmist essen. Die andere Partei, Iran, will Steak.“

Es gebe kein Mittelfeld.

Die zehn iranischen Punkte seien keine Verhandlungsmasse, sondern unverhandelbare Forderungen, die erfüllt werden müssten, bevor Gespräche überhaupt beginnen könnten.

Iran werde nicht über den Grad der Schließung der Straße von Hormuz verhandeln.

Der Ayatollah habe klargestellt:

„Es steht unter neuer Verwaltung.“

Die Sanktionen müssten zuerst aufgehoben werden – Iran sei schon einmal beim JCPOA betrogen worden, habe sich an alle Auflagen gehalten, Inspektionen zugelassen und dennoch nichts bekommen, als Trump das Abkommen zerrissen habe.

Johnson bezweifelte, ob Iran morgen Vertreter wie Witoff und Jared Kushner überhaupt in den Raum lassen werde.

Er erinnerte daran, dass die USA Libanon, Jemen und Irak bereits zugesagt hätten, doch Trump habe nach massivem Druck aus Israel und von zionistischen Kreisen plötzlich alles zurückgenommen.

Israel habe daraufhin Beirut „ins Steinzeitalter“ bombardiert.

Erst Interventionen Pakistans und Chinas hätten die Eskalation gestoppt.

Militärische Realität und Zweifel an US-Stärke

Scott Ritter kommentierte Trumps öffentliche Drohungen als leeres Geschwätz:

„Jeder, der sagen muss, dass er der König ist, ist nicht der König.“

Die USA hätten alle guten Ziele verbraucht; weitere Angriffe wären reine Kriegsverbrechen und kollektive Bestrafung.

Die US-Militärs hätten Trump offenbar klargemacht, dass sie solche illegalen Befehle nicht ausführen würden.

Es gebe keine Munition mehr für sinnvolle Langstreckenangriffe, die iranische Luftabwehr sei nicht besiegt worden, die Marine intakt, die Luftwaffe ebenfalls.

Der gescheiterte Einsatz in Isfahan sei eine „Desert-One-Katastrophe“ gewesen.

Iran kontrolliere die Straße von Hormuz vollständig und könne die Weltwirtschaft jederzeit strangulieren.

Ritter zog den Schluss:

„Die USA sind ein Papiertiger. Wir haben keine militärische Kapazität mehr.“

Er warnte, dass die USA gerade China bewiesen hätten, dass sie auch Taiwan nicht verteidigen könnten.

Larry Johnson: Militärische Struktur veraltet

Larry Johnson ergänzte mit historischen Vergleichen:

Die US-Streitkräfte seien auf ein 20. Jahrhundert-Modell ausgerichtet, Flugzeugträger und Amphibienoperationen funktionierten nicht mehr gegen moderne Hyperschallwaffen und Drohnen.

Die Marines hätten ihre Panzer abgeschafft, die Armee sei zu klein für große Invasionen.

Iran habe alles Wichtige unterirdisch verlegt.

Der Krieg habe kein klares US-Ziel mehr; Iran habe sein einziges Ziel erreicht: Überleben und den Gegner an den Verhandlungstisch zwingen.

Johnson prophezeite, dass Israel seine Truppen bald abziehen müsse und die Gespräche am Samstag zeigen würden, ob sie ernst gemeint seien – oder ob es bei der indirekten Vermittlung über Pakistan bleibe, die nichts bringe.

Fazit

Scott Ritter ging detailliert auf den Abschuss eines F-15 und die anschließende „Rettungsmission“ ein, die in Wirklichkeit ein gescheiterter Raid auf Isfahan gewesen sei.

Die öffentliche Desinformation der USA, die Beladung der C-130 mit Little-B …

(Auszug von RSS-Feed)

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Max Blumenthal: die israelische Agenten im Weißen Haus

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Kein Waffenstillstand – Israel sabotiert Verhandlungen, Iran kontrolliert die Straße von Hormuz

In der Ausgabe von „Judging Freedom“ vom 9. April 2026 analysierte der investigative Journalist und Grayzone-Herausgeber Max Blumenthal gemeinsam mit Richter Andrew Napolitano die dramatische Lage im Nahen Osten.

Im Zentrum stand die Behauptung eines Waffenstillstands zwischen den USA und Iran, die nach Ansicht beider Gesprächspartner nicht der Realität entspricht.

Stattdessen zeichneten sie ein Bild von israelischer Sabotage, US-amerikanischer Schwäche und einem strategischen Sieg Irans durch die Kontrolle der Straße von Hormuz.

Auftakt: Die Frage nach dem Waffenstillstand

Judge Andrew Napolitano eröffnete das Gespräch mit der direkten Frage:
„Gibt es derzeit einen Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und Iran?“

Max Blumenthal antwortete klar:
„Nein, es gibt keinen Waffenstillstand.“

Er verglich die Situation mit den Pausen im Gaza-Krieg, die Israel genutzt habe, um sich neu zu bewaffnen und zu mobilisieren.

Nun sehe man Ähnliches: US-Marines würden in die Region verlegt, während Israel kurz davor gewesen sei, seine Abfangraketen zu verbrauchen und Iran an Momentum gewonnen habe.

Die USA hätten über Pakistan den Eindruck eines Waffenstillstands erwecken wollen.

Dies habe Donald Trump ermöglicht, die Märkte zu manipulieren – ein Insider aus dem Weißen Haus habe fast eine Milliarde Dollar auf fallende Brent-Ölpreise gewettet, unmittelbar nachdem Trump Irans 10-Punkte-Plan des Nationalen Sicherheitsrats als Grundlage für Verhandlungen akzeptiert habe.

Diplomatische Vorgänge und der „Sharif-Entwurf“

Blumenthal ging detailliert auf die diplomatischen Vorgänge ein:

Das US-Außenministerium habe dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif einen Entwurf der Waffenstillstandsbedingungen geliefert.

Sharif oder jemand aus seinem Umfeld habe diesen Entwurf auf X gepostet – inklusive der Überschrift „Terms for Sharif“.

Der Tweet wurde später bearbeitet, doch der ursprüngliche Inhalt blieb sichtbar.

Die Bedingungen hätten Libanon ausdrücklich eingeschlossen.

Sowohl die USA als auch Iran hätten über Pakistan Libanon als Teil des Abkommens akzeptiert.

Israelische Angriffe und Eskalation

Blumenthal beschrieb die unmittelbare israelische Reaktion als einen der schlimmsten Massaker der jüngeren Geschichte:

Über 250 Tote und mehr als 1.200 Verletzte in nur 24 Stunden, darunter Familien, die vor Krankenhäusern auf die Identifizierung von Leichen warteten.

Israel habe nicht nur das schiitische Viertel Dahieh in Beirut angegriffen, sondern auch christliche und gemischte Gebiete wie Ain Mreisse, die Corniche und ein Einkaufszentrum.

Ein bekannter libanesischer Dichter und ihr Ehemann seien getötet worden, ganze Familien in ihren Häusern ausgelöscht, sogar ein Begräbnis auf einem Friedhof mit einer 500-Pfund-Bombe bombardiert.

Das Ziel sei klar gewesen: Den Waffenstillstand zu sabotieren und Iran zur Verteidigung seines Verbündeten zu provozieren.

Reaktion des Weißen Hauses

Blumenthal kritisierte die Reaktion des Weißen Hauses scharf, insbesondere die von Vizepräsident JD Vance:

Dieser habe behauptet, es handele sich um ein „Missverständnis“ und die Bedingungen seien „AI-generierter Müll“ gewesen.

Vance habe erklärt, der Waffenstillstand habe sich nur auf Iran und die US-Verbündeten Israel und die Golfstaaten bezogen – Libanon sei nie Teil davon gewesen.

Die Israelis würden sich nun „ein wenig zurückhalten“, um die Verhandlungen zu unterstützen, nicht weil es Teil des Abkommens sei.

Max Blumenthal nannte diese Aussagen eine glatte Lüge:
„JD Vance lügt durch die Zähne.“

Die Dokumente auf Sharifs Account bewiesen das Gegenteil.

Libanon sei durch die israelische Bodeninvasion nach dem Erhalt US-amerikanischer Unterstützung Teil des Krieges geworden.

Hisbollah verteidige lediglich den Libanon.

Vance sei nicht nur unehrlich, seine Aussagen seien „disqualifizierend“ für eine mögliche Präsidentschaft.

Blumenthal äußerte Zweifel an Vances Einfluss gegenüber den „ideologisch zionistischen“ Verhandlern Jared Kushner und Witoff, die gerade nach Islamabad flögen.

Netanyahus Rolle

Blumenthal zitierte Netanyahu, der öffentlich betonte, der Waffenstillstand gelte nicht für Libanon, und mit den massiven Angriffen prahlte.

Israel habe versucht, Hisbollah-Generalsekretär Naim Qassem zu töten, sei aber gescheitert und habe stattdessen Zivilisten massakriert.

Die Bodenoffensive im Südlibanon stocke, die Armee zerfalle, Reservisten blieben aus, Verluste würden vertuscht, Hubschrauber gingen verloren und Merkava-Panzer würden erstmals massiv von FPV-Drohnen getroffen.

Israel kompensiere dies mit „performativen Massakern“ aus der Luft.

Schäden und Zensur

Auf die Frage Napolitanos nach Schäden durch iranische Raketen und Drohnen in Israel antwortete Blumenthal, Iran ziele primär auf US-Einrichtungen.

Die USA versteckten ihre F-35s auf der Nevatim-Basis.

Iran habe Awacs, C-130 und teure Radarsysteme auf US-Basen zerstört.

Die extreme Zensur in Israel verhindere genaue Informationen – sogar Fotos von Einschlägen könnten zu Spionagevorwürfen führen.

Er stellte die Frage, ob der Abschuss eines F-15E über Iran mit möglichen Verlusten von F-35s am Boden zusammenhänge.

Planet Labs weigere sich, Satellitenbilder freizugeben.

Vorgeschichte des Krieges

Blumenthal schilderte die Vorgeschichte anhand eines New-York-Times-Berichts:

Netanyahu und Mossad-Chef David Barnea hätten Trump und seine Berater mit Desinformation über ein angeblich unmittelbar bevorstehendes iranisches Atomwaffenprogramm gefüttert.

In einer Lagebesprechung am 11. Februar habe Netanyahu Trump gedrängt, einen Regime-Change-Krieg zu genehmigen.

Trump habe zugestimmt, ohne dass jemand widersprochen habe.

Bilanz des Krieges

Blumenthal zog Bilanz:

Nach über sechs Wochen habe die USA den Krieg verloren.

Kein Regime-Change, kein Verlust des angereicherten Urans, keine Schwächung der ballistischen Raketen, die Straße von Hormuz vollständig unter iranischer Kontrolle.

Iran sei stärker als zuvor, setze nun ein Mautsystem durch und erhalte de-facto Sanktionserleichterung durch militärische Stärke.

Trump versuche lediglich, sich über Krypto-Kanäle an den Einnahmen zu beteiligen.

Geopolitische Entwicklungen

Blumenthal sah positive Entwicklungen für Iran:

Spanien eröffne eine Botschaft in Teheran, diplomatische Isolation ende, Frankreich suche Kanäle zum Libanon.

Innerhalb Irans gebe es jedoch weiterhin Forderungen nach Vergeltung für Libanon.

Die Demokraten distanzierten sich vom Anti-Kriegs-Protest, attackierten Trump von rechts und zeigten sich unprinzipiell.

Eine Mehrheit der Demokraten-Wähler lehne Israel inzwischen ab.

Fazit

Max Blumenthal schloss mit scharfer Kritik:

Netanyahu zerstöre Trumps Präsidentschaft ähnlich wie zuvor Biden und Harris.

Die „Responsibility-to-Protect“-Doktrin sei entlarvt als bloße Rechtfertigung für imperiale Rohgewalt.

Selbst persisch-amerikanische Exilanten distanzierten sich nun von Trump.

Das Gespräch unterstrich eine tiefgreifende Krise: Israel diktiere weiterhin wesentliche US-Entscheidungen, während Iran strategisch die Oberhand gewonnen habe und die globale Energieversorgung kontrolliere.

(Auszug von RSS-Feed)

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Pepe Escobar und Lt. Col. Daniel Davis: Was wird dieser Waffenstillstand bringen?

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Eine tiefgehende Analyse von Pepe Escobar und Lt. Col. Daniel Davis

In einem hochspannenden Gespräch auf dem „Daniel Davis Deep Dive“ haben der renommierte geopolitische Analyst Pepe Escobar und der pensionierte US-Lieutenant Colonel Daniel Davis die aktuelle Lage nach der plötzlichen Ankündigung eines Waffenstillstands im Konflikt zwischen den USA, Iran und Israel beleuchtet.

Ob dieser Ceasefire zu einem dauerhaften Frieden führen oder nur eine kurze Atempause in einem hochkomplexen geopolitischen Schachspiel sein wird, bleibt völlig offen. Escobar und Davis analysieren die widersprüchlichen Signale aus Washington, die Rolle externer Vermittler wie Pakistan und China sowie die massiven Interpretationsunterschiede, die bereits am ersten Tag das gesamte Abkommen zu gefährden drohen.

Trumps widersprüchliche Botschaften:

Von „Zerstörung der Zivilisation“ zur „Goldenen Ära“

Präsident Donald Trump hat innerhalb weniger Stunden zwei diametral entgegengesetzte Aussagen auf Truth Social veröffentlicht. Noch am Vortag drohte er, Iran in die Steinzeit zurückzubomben und eine ganze Zivilisation auszulöschen – eine Formulierung, die Escobar als rhetorische Eskalation des „Empire of Chaos“ einordnet.

Nur Stunden später sprach Trump plötzlich von einem „großen Tag für den Weltfrieden“. Iran habe genug, die USA würden beim Schiffsverkehr in der Straße von Hormus helfen, den Wiederaufbau unterstützen und „viel Geld“ verdienen.

Escobar sieht darin nicht nur Trumps typische Volatilität, sondern ein klassisches Beispiel für narrative Manipulation: Trump lese weder die Originaldokumente noch reflektiere er seine eigenen Aussagen. Die plötzliche Kehrtwende sei weder logisch noch strategisch nachvollziehbar, sondern Ergebnis hektischer Hintergrundgespräche.

Die verborgenen Architekten:

Pakistan, China und die „Lost in Translation“-Diplomatie

Der eigentliche Ursprung des Ceasefire liegt nicht in Washington, sondern in einer diplomatischen Kette, die vor wenigen Tagen in Islamabad begann. Vier muslimische Staaten – Pakistan, Saudi-Arabien, Ägypten und die Türkei – trafen sich, um eine Deeskalation zu diskutieren.

Der pakistanische Außenminister reiste anschließend nach Peking, wo China unmissverständlich klar machte: Die bisherigen Vorschläge reichen nicht aus. Beijing übermittelte einen „fünf Punkte“-Katalog, der als Grundlage für die weiteren Verhandlungen diente.

Pepe Escobar, der Pakistan aus jahrzehntelanger Berichterstattung (auch vor und nach 9/11) bestens kennt, betont die zentrale Rolle des Landes als „Messenger“, nicht als Architekt.

Die derzeitige Regierung in Islamabad – die Imran Khan abgesetzt und inhaftiert hat – verfügt über enge Verbindungen zum US-Militär-Industrie-Komplex, zum Pentagon und zur CIA. Feldmarschall Asim Munir hat Trump sogar auf Speed-Dial.

Dennoch war Iran selbst nicht direkt involviert; alle Nachrichten liefen über pakistanische Kanäle. Escobar spricht von einem „epischen Lost in Translation“: Die USA haben einen 15-Punkte-Plan formuliert, Iran einen 10-Punkte-Plan. Beide Seiten interpretieren die jeweiligen Dokumente völlig unterschiedlich.

China habe Teheran erst im allerletzten Moment überzeugt, dem Ceasefire eine Chance zu geben – mit dem Versprechen „We got your back“.

Die Kernkonflikte:

Libanon, Straße von Hormus und die 10-Punkte-Forderungen Irans

Bereits am ersten Tag des Waffenstillstands droht das Abkommen zu scheitern. Pakistan hatte von Beginn an klargestellt, dass Libanon Teil des Ceasefire sei. Sharif twitterte dies öffentlich – was implizierte, dass Washington zugestimmt hatte.

Dennoch startete Israel nur Stunden später eine massive Bombardierung Beiruts, auch in westlich geprägten Vierteln wie der Corniche. US-Außenamtssprecherin Caroline Levitt bestätigte später: Libanon sei nicht Teil des Abkommens.

Escobar sieht darin ein klares Zeichen: Israel – das „Death Cult in West Asia“ – wurde nicht einmal in die Verhandlungen einbezogen und sprengte den Deal bereits am Tag eins.

Noch gravierender ist der Streit um die Straße von Hormus. Iran hat dort mit chinesischer Hilfe ein alternatives Zahlungssystem (E1) aufgebaut und erhebt inzwischen Mautgebühren in Yuan.

Trump erwähnte zwar US-Hilfe beim Schiffsverkehr, doch Iran droht bei Verletzung des „Ceasefire on all fronts“ mit einer vollständigen Schließung der Meerenge. Escobar erklärt: Dies wäre das Ende des Petrodollars, wie wir ihn kennen.

Goldman-Sachs-Analysen hätten Washington seit Jahren gewarnt – doch niemand habe zugehört. Iran könne seine Reparationen allein durch die Mautgebühren finanzieren.

Die iranischen 10 Punkte sind für Washington unannehmbar: Garantie der Nicht-Aggression, Beibehaltung der Kontrolle über die Straße von Hormus, Ende aller Regionalkriege inklusive Hezbollah, Abzug aller US-Truppen, Reparationen, Anerkennung des Rechts auf Urananreicherung, Aufhebung aller Sanktionen.

Trump behauptete später, es gebe „keine Anreicherung“ und die USA würden „tief vergrabenen nuklearen Staub“ entfernen – obwohl er gleichzeitig zugab, dass dieser Staub seit dem Angriff unberührt unter Satellitenüberwachung liege.

Escobar sieht darin die endgültige Entlarvung der US-Begründung für den Krieg: Die „imminente Atombombe“ war ein Vorwand. Das wahre Ziel war Regime Change und die Eindämmung iranischer Machtprojektion – beides gescheitert.

Militärische Realität versus Washingtons Narrative

Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth sowie General CQ Brown präsentierten den Angriff als „spektakulären militärischen Sieg“. Iran sei „devastiert“, 80 % der Drohnen- und Raketenproduktion zerstört, die Luftverteidigung zu 80 % ausgeschaltet.

Escobar nennt dies schlicht „Lügen durch die Zähne“.

Die meisten unterirdischen „Missile Cities“ (über 31 Anlagen, viele in abgelegenen Provinzen wie Sistan-Belutschistan) seien unberührt. Iran habe den USA und Pakistan mitgeteilt, noch über 15.000 Raketen und 40.000 Drohnen zu verfügen – viele davon hochmoderne, in Russland aufgerüstete Modelle, die gegen Jamming immun sind.

Die Luftwaffe und Teile der Marine seien zwar getroffen, doch die Mini-U-Boote und die strategische Raketenreserve intakt.

Die petrochemische Industrie und zivile Infrastruktur (Brücken, Universitäten, Isfahan) hätten dagegen schwere Schäden erlitten – ein Preis, den Iran mit chinesischer und russischer Hilfe langfristig wieder aufbauen könne.

Nationale Kohäsion in Iran und die Rolle interner Kritiker

Trotz der Zerstörungen erlebt Iran eine nie dagewesene nationale Geschlossenheit.

Escobar berichtet von seiner langjährigen Kenntnis des Landes: Nach 47 Jahren brutalster Sanktionen kämpfe eine souveräne Nation praktisch allein gegen die stärkste Armada der Welt – und habe sie zum Stillstand gezwungen.

Frühere Divergenzen innerhalb der Gesellschaft (Wirtschaftspolitik, Islamische Republik) träten nun in den Hintergrund.

Selbst der ehemalige Außenminister Zarif werde in iranischen sozialen Medien als Verräter beschimpft, weil sein Artikel in „Foreign Affairs“ als Kapitulationsdokument wahrgenommen werde.

Ausblick:

Die Verhandlungen in Islamabad und die großen geopolitischen Linien

Am Freitag sollen die Gespräche in Islamabad beginnen – Iran wird voraussichtlich mit Außenminister Araghchi und Parlamentspräsident Ghalibaf vertreten sein.

Escobar erwartet, dass die Iraner Punkt für Punkt ihre Forderungen erläutern und in ein oder zwei Punkten (z. B. Reparationen über Hormus-Maut) kompromissbereit sein könnten.

Die eigentliche Frage sei jedoch die „Good Faith“ der US-Delegation. Nach zwei früheren Verratsszenarien mitten in Verhandlungen (inklusive der Ermordung des obersten Führers) sei das Vertrauen zerstört.

Iran wisse, dass es sich um einen größeren Krieg gegen souveräne Zivilisationen (Iran, Russland, China) handele, die Energiequellen kontrollieren.

Fazit

Escobar und Davis zeichnen ein düsteres, aber realistisches Bild: Ohne klare US-Anweisung an Israel, das Abkommen zu respektieren, ist der Ceasefire bereits „DOA“ (dead on arrival).

Die irrationalen Akteure auf beiden Seiten – Israel und ein volatiler Trump – machen jede Vorhersage riskant.

Dennoch: Sollte der Waffenstillstand halten, könnte er die Geopolitik der Region grundlegend verändern – mit einem gestärkten Iran, einem geschwächten Petrodollar und einer neuen Rolle Chinas und Pakistans als Vermittler.

Das Gespräch endet mit der Erkenntnis: Die Welt schaut zu, besonders der Globale Süden. Dort sieht man nicht die „devastierte“ Iran, sondern eine Nation, die trotz aller Widrigkeiten standhält.

Ob Washington diese Realität jemals anerkennen wird, bleibt die entscheidende Frage der kommenden Tage.

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Seyed M. Marandi: Israel bricht Waffenstillstand, Iran antwortet mit Raketenangriffen und Mögliche Szenarien

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In einem aktuellen Interview mit dem US-amerikanischen Journalisten Glenn analysiert der iranische Professor Seyed Mohammad Marandi die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten. Marandi, Dozent an der Universität Teheran und ehemaliger Berater des iranischen Atomverhandlungsteams, beschreibt den Bruch des Waffenstillstands durch Israel, die iranische Vergeltung und die komplexen Hintergründe der Verhandlungen mit den USA.

Der aktuelle Konflikt und der Bruch des Waffenstillstands

Laut Marandi hat Israel den gerade erst vereinbarten Waffenstillstand massiv verletzt. Während der Aufzeichnung des Interviews am 8. April feuerten iranische Raketen Richtung Israel, als direkte Antwort auf anhaltende israelische Angriffe auf Libanon. Israel bombardiere libanesische Städte und Zivilisten mit Teppichbombardements, was zu Hunderten Toten, darunter viele Frauen und Kinder, geführt habe. Dies geschehe trotz des Waffenstillstandsabkommens.

Marandi betont, dass der pakistanische Ministerpräsident klar getwittert habe, Libanon sei Teil des Waffenstillstands. Dennoch behaupte US-Präsident Trump, es handele sich um eine „separate Scharmützel“. Diese Widersprüche zeigten die Schwäche Trumps und die Absicht Netanjahus, den Friedensprozess gezielt zu sabotieren. Die Angriffe dienten dazu, den Waffenstillstand zu unterlaufen und eigene politische Ziele zu verfolgen, indem sie die israelische Bevölkerung weiter radikalisieren.

Hintergrund der Verhandlungen und der iranische Plan

Das Interview beleuchtet die Vorgeschichte der Waffenruhe. Die USA hatten zunächst eine „bedingungslose Kapitulation“ Irans gefordert – ähnlich wie beim vorherigen 12-Tage-Krieg. Diese Position habe sich zu einem 15-Punkte-Plan entwickelt, den Iran ablehnte. Stattdessen erarbeitete der iranische Oberste Nationale Sicherheitsrat unter Einbeziehung des Obersten Führers Ali Chamenei einen eigenen 10-Punkte-Plan. Dieser wurde über Pakistan an die USA übermittelt und von Trump schließlich als Verhandlungsgrundlage akzeptiert.

Marandi beschreibt diesen Schritt als symbolisch bedeutsam: Ein arrogantes Imperium wie die USA habe sich gezwungen gesehen, die Rechte einer souveränen Nation anzuerkennen. Dennoch sei Skepsis angebracht. Die USA seien ein extrem arrogantes Reich, und Trump sei der arroganteste unter den „Kaisern“. Verhandlungen mit ihm seien unberechenbar, da er seine Positionen ständig ändere.

Militärische Lage und iranische Stärke

Iran bereite sich trotz der Waffenruhe auf das Schlimmste vor. Marandi, der selbst in den 1980er-Jahren als Freiwilliger im Iran-Irak-Krieg gekämpft hat, verweist auf die langjährige Vorbereitung Irans: Über 25 Jahre habe das Land Raketen und Drohnen entwickelt und gelagert – weit mehr, als die Gegenseite ahne. In den vergangenen 40 Tagen habe Iran kontinuierlich Ziele in Israel, US-Stützpunkte und beteiligte Akteure angegriffen, ohne dass seine Fähigkeiten nachgelassen hätten.

Die USA stünden vor großen Problemen: Ihre Truppen seien hastig in die Region verlegt worden, Basen seien zerstört, und die extremen klimatischen Bedingungen (Hitze, Feuchtigkeit, Sandstürme) im Persischen Golf würden Ausrüstung und Logistik massiv belasten. Reparaturkosten in früheren Kriegen hätten Hunderte Milliarden Dollar betragen. Hinzu kämen innenpolitischer Druck in den USA und internationale Kritik. Die Schließung der Straße von Hormus durch Iran verstärke diesen Druck zusätzlich.

Die Rolle Israels, der USA und westlicher Medien

Marandi kritisiert scharf die Doppelmoral des Westens. Während Israel libanesische Zivilgebiete nach der „Dahiya-Doktrin“ (systematische Zerstörung ganzer Viertel) bombardiere – vergleichbar mit dem „Mähen des Rasens“ in Gaza –, schweige die westliche Presse oder rechtfertige die Angriffe als Treffer auf „Hisbollah-Stützpunkte“. Weder Washington Post, New York Times, Guardian noch liberale oder konservative Kommentatoren äußerten Empörung über Trumps Drohungen, Iran „in die Steinzeit zurückzubomben“ oder die iranische Zivilisation auszulöschen.

Der Westen werde von einer „Epstein-Klasse“ beherrscht – einer oligarchischen Elite ohne moralischen Kompass. Iraner und Muslime würden als „Amalek“ (biblische Feinde) und Untermenschen betrachtet. Diese Haltung untergrabe die eigene humanitäre und demokratische Legitimation des Westens.

Die Straße von Hormus und wirtschaftliche Konsequenzen

Ein zentraler Punkt der Verhandlungen ist die Kontrolle der Straße von Hormus. Iran hat diese strategische Wasserstraße vorübergehend geschlossen und fordert nun Mitverwaltungs- oder Gebührenregelungen, möglicherweise gemeinsam mit Oman. Dies sei keine ursprüngliche iranische Absicht gewesen, sondern eine direkte Folge des US-Angriffs. Durch die Kontrolle werde Iran deutlich mächtiger, während die USA geschwächt wirkten.

Die Schließung behindere den Öl-, LNG- und Düngemitteltransport massiv und drohe eine globale Rezession auszulösen. Länder wie Indien spürten bereits die wirtschaftlichen Folgen. Marandi sieht darin einen Machtverlust der USA: Staaten des Globalen Südens könnten nun selbstbewusster auftreten.

Zukunftsperspektiven: Verhandlungen oder neuer Krieg?

Marandi ist pessimistisch, dass in den geplanten zwei Wochen ein umfassendes Abkommen erzielt wird. Möglicherweise würden leichtere Punkte geklärt und die Frist verlängert. Die grundlegenden 10 Punkte Irans – darunter Anreicherung, Raketenprogramm und regionale Beziehungen – seien für ein arrogantes Imperium schwer zu akzeptieren.

Mögliche Szenarien:

Fortsetzung israelischer Angriffe auf Libanon und iranische Vergeltung.

Beteiligung von Golfstaaten (z. B. UAE), die jedoch militärisch chancenlos seien. Ihre kritische Infrastruktur liege exponiert an der Küste und wäre bei einem Konflikt sofort bedroht.

Ein Übergang zu einem reinen Iran-Israel-Krieg, bei dem die USA indirekt (Betankung, Aufklärung) beteiligt blieben.

Die Golfdiktaturen hätten durch ihre Unterstützung der USA ihre Position verspielt. Iran werde freundliche Staaten (China, Russland) bei der Passage durch Hormus bevorzugen und Gegner benachteiligen.

Regionale Allianzen und langfristige Folgen

Irans Stärke beruhe auf Partnerschaften mit Irak, Jemen und Hisbollah, die autonom agierten. Diese Allianzen hätten den Krieg erschwert. Langfristig könnten Grenzen sich verändern, sollte die Konfrontationspolitik der Golfstaaten andauern.

Marandi schließt mit einer historischen Reflexion: Der Konflikt hätte vermieden werden können, wenn die USA auf Stimmen wie die von Flynt und Hillary Leverett (Autoren von „Going to Tehran“) gehört hätten. Stattdessen habe der zionistische Einfluss Frieden verhindert. Iran habe nach dem 11. September sogar Kooperation angeboten, sei aber enttäuscht worden.

Fazit

Das Interview zeigt ein selbstbewusstes Iran, das militärisch, strategisch und symbolisch gestärkt aus dem Konflikt hervorgeht. Gleichzeitig unterstreicht es die Instabilität durch israelische Provokationen und US-Unberechenbarkeit. Ob der Waffenstillstand hält, hängt maßgeblich davon ab, ob die USA Israel zügeln können – etwas, woran Marandi stark zweifelt. Die kommenden Tage und Wochen werden entscheiden, ob Verhandlungen Fortschritte bringen oder der Konflikt eskaliert. Die Schließung der Straße von Hormus und die iranischen Raketenangriffe sind klare Signale: Iran ist bereit, seine Souveränität und die Rechte der Region mit allen Mitteln zu verteidigen.

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Die Welt dreht sich – wir liefern den Kontext.

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„Mit Kriegstreibern haben wir nichts zu bereden.“

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Während hierzulande über „Werte“ und „regelbasierte Ordnung“ debattiert wird, lohnt ein Blick auf die Perspektive derjenigen, die unter den Bomben leben. In einem Interview mit Mawuena Martens und Dominik Wetzel zeichnet Irans Botschafter Majid Nili Ahmadabadi ein Bild, das den gängigen Erzählungen widerspricht: von gebrochenem Völkerrecht, doppelten Standards und einer westlichen Politik, die eher eskaliert als befriedet. Ein Gespräch, das Fragen aufwirft – und Gewissheiten erschüttert. Das Interview wurde am Wochenanfang geführt, beinhaltet also noch nicht den „Waffenstillstand“.

Martens/Wetzel: Danke, dass Sie sich Zeit für dieses Gespräch genommen haben. Sie sind vermutlich gerade jeden Tag im Gespräch mit der Öffentlichkeit?

Majid Nili Ahmadabadi: Das ist unsere Aufgabe. Wir sind nicht glücklich mit der Situation, denn das Leben unseres Volkes ist nicht normal derzeit. Das Fehlverhalten des israelischen Regimes und der USA bereitet uns Kopfschmerzen. Sie greifen Zivilisten an. Allein bei der Bombardierung der Mädchengrundschule in Minab wurden mehr als 175 Mädchen getötet. Sie haben uns angegriffen, als unser Volk gefastet hat. Diese Menschen anzugreifen, zeigt das Fehlen von Moral. Doch zur selben Zeit haben wir Hoffnung. Das ist die iranische Kultur, wir schauen alle auf das Morgen.

Im Iran ist noch immer eine Internetblockade in Kraft. Dadurch gelangen kaum Bilder vom menschlichen Leid an die Weltöffentlichkeit. Gleichzeitig sind Kriege immer auch Informationskriege. Der Vietnam-Krieg konnte unter anderem deswegen gestoppt werden, weil die Grausamkeiten ans Licht kamen und Menschen in den USA auf die Straße gingen. Warum ist das Internet blockiert, und ist das nicht kontraproduktiv, um den Menschen in den USA und Europa zu vermitteln, was geschieht?

Sicherlich ist es kontraproduktiv, aber es ist nun mal Fakt, dass wir im Krieg sind. Und künstliche Intelligenz spielt heutzutage eine viel bedeutendere Rolle als zu Zeiten des Vietnam-Kriegs. Sie führt Attentate auf Politiker aus, auf unsere Leute. Wie? Mithilfe des Internets. Sie haben recht, dass durch das Internet und durch ausländische Medien Menschen sehen würden, was im Iran geschieht. Außerdem hat es seinen zivilen Nutzen. Doch Sicherheit ist viel wichtiger. Die Israelis nutzen das Internet, um Attentate auf unsere Leute auszuführen. Die Iraner, die hier leben, wissen sehr gut, dass die Situation nicht gut ist. Das Hauptproblem ist KI, deshalb müssen wir vorsichtig sein.

Sind Sie regelmäßig in Kontakt mit der deutschen Regierung? Wie nehmen Sie Deutschlands Rolle im Iran-Krieg wahr?

Zu diesem Thema sind wir nicht in ständigem Austausch. Nein. Mit Kriegstreibern haben wir nichts zu bereden. Wenn sich Konzerne wegen wirtschaftlicher Vorteile einen Krieg wünschen, sind sie Kriegstreiber. Doch wenn einige in Deutschland für einen lang anhaltenden Frieden sind, auf internationales Recht und Moral pochen, dann sprechen wir mit ihnen. Leider ist das, was gerade geschieht, ein klarer Bruch internationalen Rechts. Wir waren mitten in den indirekten Verhandlungen mit den USA in Genf. Die Gespräche waren sehr produktiv. Das sind nicht meine Worte. Das waren die Worte des deutschen Außenministers, als er in Washington war. ‚Es war sehr produktiv und sehr positiv. Macht weiter mit den Gesprächen‘, das hat er gesagt. Doch was war das Ergebnis? Angriffe des israelischen Regimes und der Vereinigten Staaten. Laut der Charta der Vereinten Nationen, Artikel 2 Paragraph 4, ist dies eine klare Verletzung des internationalen Rechts. Dann wurden die Schulkinder ins Visier genommen, unser Militär, unsere Krankenhäuser. Hunderte Gesundheitseinrichtungen sind getroffen worden. Unsere Politiker wurden gezielt getötet.

Eines unserer Marineschiffe hat an dem internationalen Manöver Milan 2026 teilgenommen. Es war unbewaffnet und es ist dennoch angegriffen worden. Das war ein Bruch des Völkerrechts. Und wir haben keine Stimmen gehört, die diese Art der Kriegsführung verurteilen, außer die des Bundespräsidenten – und das, obwohl über 60 Prozent der Deutschen der Meinung ist, dass es ein Verbrechen ist.

Also: Wir haben keine Erwartungen an Deutschland. Wenn deutsche Politiker glauben, dass mit Blick auf diesen Krieg internationales Recht keinen Platz hat, welche Erwartungen an sie sollten wir dann haben? Doch bei Menschen, die den Frieden bevorzugen, Politiker, die denken, dass dieser Krieg nicht nur gegen internationales Recht verstößt, sondern auch gegen die Moral, dann sind wir bereit, ihnen zuzuhören.

Sie befinden sich in einem Krieg gegen Länder wie Israel und die Vereinigten Staaten, die derzeit einen Völkermord in Gaza begehen. Was macht das mit ihnen, solchen mächtigen Armeen gegenüberzustehen, die offensichtlich gar keine Achtung vor dem internationalen Recht oder grundlegenden Menschenrechten haben?

Menschen, Politiker, Entscheider sollten verurteilen, was in Gaza geschieht. Mehr als 75.000 Menschen sind dort getötet worden. Wenn die internationale Gemeinschaft das Richtige getan hätte, diese Tat zu verurteilen, dann wären wir nicht in der Situation, in der wir jetzt sind. Eine Verurteilung ist das Mindeste, was man erwarten kann. Denn wenn wir den Bruch des internationalen Rechts nicht verurteilen, dann haben wir morgen das Gesetz des Dschungels. Das bereitet nicht nur uns Iranern Kopfschmerzen, sondern auch sonst jedem in der internationalen Gemeinschaft. Wenn keine internationalen Regeln mehr eingehalten werden, wird das ins Chaos führen.

Von iranischer Seite sind Berichte über Verhandlungen mit den USA bisher dementiert worden. Gibt es wirklich keine Gespräche? Welche Sicherheitsgarantien fordern sie in einem solchem Fall bzw. welche Bedingungen bräuchte es für einen Waffenstillstand oder einen Friedensvertrag?

Welche Verhandlungen meinen Sie? Wir waren im vergangenen Juni mitten in den indirekten Verhandlungen mit den USA. Ich sage indirekt, denn wir können uns auf US-amerikanische Politiker oder Entscheidungsträger nicht verlassen. Seit dem Beginn der Revolution vor 47 Jahren haben sie sich meinem Land gegenüber falsch verhalten. Sie haben Saddam Husseins Aggression gegen mein Land über mehr als acht Jahre lang mit ausgeklügelten Waffen unterstützt. Auch deutsche Konzerne lieferten Hussein chemische Waffen. Aufgrund unserer Kultur, aufgrund unserer Zivilisation, unserer Religion und unseres Glaubens haben wir nicht mit chemischen Waffen geantwortet. Nichtsdestotrotz haben wir keine guten Erinnerungen, wenn es um Amerika geht. Also begannen wir indirekte Verhandlungen, doch es waren nicht wir, sondern die andere Seite, die darum bat. Was war das Ergebnis? Das israelische Regime attackierte Teheran im Juni und die USA folgten ihm.

Bei den jüngsten Gesprächen im Februar waren es wieder die Amerikaner, die Verhandlungsbereitschaft gezeigt hatten. Und wieder waren die Gespräche mit Witkoff und Kushner sehr positiv. Was war das Ergebnis? Wieder Angriffswellen gegen ganz Iran durch das israelische Regime und Amerika. Also sitzen wir da am Tisch und verhandeln, doch sie interessieren sich nicht für Verhandlungen. Sie verfolgen ein anderes Ziel. Wenn das so ist, warum sollten wir mit ihnen weiter verhandeln?

Bis heute bezweifle ich, dass beide Seiten um einen Tisch sitzen werden. Verhandlungen sind klar definiert und auf ein konkretes Ziel ausgerichtet. Sie bedeuten nicht, dass man sich Zeit nimmt und diese verschwendet, damit am Ende Bombardierungen stehen, sondern Austausch von Perspektiven nicht direkt, aber durch andere Länder. Wir antworten auf Nachrichten. Wir teilen unsere Meinung mit. Deren Kern ist: Wir werden uns mit allen konventionellen Mitteln verteidigen. Wir werden der anderen Seite nicht gestatten, eine solche Aggression gegen Iran zu wiederholen. Wir benötigen jetzt objektive Garantien, dass die Angreifer nicht noch einmal eine solche Welle der Aggression durchführen können. Denn wir haben dieses Spiel nicht gestartet. Sie haben angefangen. Eine weitere Grundlage für die Verhandlungen sind Reparationen. Ich denke, dass das fair ist. Sie haben angegriffen, also müssen sie dafür zahlen. Das sind die beiden Grundbedingungen, die erfüllt sein müssen, damit es Verhandlungen geben kann.

Was muss also geschehen, damit der Krieg endet?

Die Angriffe müssen aufhören. Wir brauchen einen lang anhaltenden Frieden. Wir wollen keinen Waffenstillstand, damit hatten wir im Juni schlechte Erfahrungen.

Wenn es keine Verhandlungen gibt, dann folgt daraus wohl, dass Iran diesen Krieg gewinnen will. Wie würde ein Sieg aussehen? Es scheint doch, als würde der Konflikt jeden Tag mehr Parteien haben.

In Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen ist das Recht verankert, sich zu verteidigen. Wir haben unseren Nachbarstaaten vor dem Krieg klargemacht: Wenn das israelische Regime und die Vereinigten Staaten angreifen, werden wir US-amerikanische Militärstützpunkte und israelische Soldaten in der Region attackieren. Das ist eine angemessene Antwort, wir haben nicht gegen internationales Recht verstoßen, indem wir unsere Nachbarländer angreifen. Wir respektieren ihre territoriale Integrität. Wir haben immer noch sehr gute Beziehungen zu ihnen, und der Präsident ist weiterhin in Kontakt mit einigen Ministern am Persischen Golf.

Schafft sich Iran mit dieser Politik nicht immer neue Feinde?

Verstehen Sie, wenn man sich verteidigt, muss man sich verteidigen. Wenn es keine Garantie für einen dauerhaften Frieden gibt, wenn die Angreifer die Region für ihre Zwecke missbrauchen möchten, hat man keine andere Option. Wenn wir mit unseren Nachbarstaaten sprechen, sagen wir: ‚Seht, die Kampfflugzeuge nutzen alle euren Luftraum, warum?‘ Die Raketen, die Tomahawks, die in unsere Schulen einschlagen, werden in der Region abgefeuert. Wir haben Beweise dafür.

Wie ist derzeit die Situation in Iran? Wie geht es den Menschen – auch nach der Bombardierung der Öldepots in Teheran?

Letzteres ist ein weiteres Beispiel für das Fehlverhalten und das Fehlen von Moral. Teheran ist eine gewaltige Hauptstadt mit mehr als zehn Millionen Menschen. Die Attacke auf diese Öllager bedeutet drastische ökologische Konsequenzen. Unsere Freunde in Europa haben das nicht verurteilt.

Warum? Wo ist der Unterschied zwischen uns und der Ukraine? Deutschland sollte diese Angriffe mit Blick auf die ökologische Katastrophe und die Zukunft aller Lebewesen verurteilen. Wichtiger noch als Frieden ist die Moral. In diesem Krieg sind die größten Opfer das Völkerrecht und die Moral.

Stichwort Moral. Wenn sich Ihr Gegner unmoralisch verhält, halten Sie sich dann an moralische Standards? Die israelische Seite wirft Ihnen beispielsweise vor, Sie würden Streubomben verwenden – wobei man dazusagen muss, dass Tel Aviv und Teheran die Konvention zur Ächtung dieser Waffe beide nicht unterzeichnet haben.

Wissen Sie, Streubomben haben eine spezifische Definition. Die Bomben und Raketen, die der Iran verwendet, enthalten keine Streumunition. Wir verwenden nur konventionelle Mittel zur Verteidigung.

Anfang Januar gab es große Demonstrationen und Proteste in Teheran und anderen Städten. Westliche Politiker haben eine gewaltsame Niederschlagung verurteilt. Was geschah aus Sicht der iranischen Regierung?

Ich denke, der Westen ist nicht in der Position, über Menschenrechte oder die Ereignisse im Iran zu sprechen. Warum? Weil Sie immer noch nicht verurteilt haben, dass die Amerikaner die Schule in Minab bombardiert haben. Wo ist der Unterschied zwischen den Menschen die im Dezember gelitten haben, und denen jetzt? Es sind zudem dieselben Regierungen, die immer noch zögern, die Ermordung von über 75.000 unschuldigen Menschen in Gaza zu verurteilen.

Doch um auf Ihre Frage einzugehen: Ja, Ende Dezember gab es Demonstrationen mit wirtschaftlichen Forderungen. Das ist normal bei einer Wirtschaftsblockade – normal, wenn es Sanktionen gegen ein Land gibt und eine Blockade von harten Währungen. Geschäftsleute können dann nichts kaufen oder verkaufen. Meine Regierung akzeptierte zu dieser Zeit die Argumente und Forderungen der Demonstranten, und bis zum 8. Januar gab es keine Probleme. Doch vom 8. bis 10. Januar gab es ernst zu nehmende Aktivitäten im Iran, größtenteils aus dem Ausland gesteuert, besonders von Israel aus. Wissen Sie, dass der Chef des Mossad meinte: ‚Unsere Agenten sind mit euch auf den Straßen Irans.‘?

Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Journalisten. Er sagte mir, mehr als 30.000 Menschen seien bei den Protesten getötet worden. Ich meinte: ‚Woher wissen Sie das? Warum nicht 40.000? Warum nicht eine Million? Was ist ihre Quelle?‘ Er antwortete mir, er sei im Kontakt mit einigen Menschen im Iran und die Mehrheit im Iran sei gegen die iranische Regierung. Doch ich erwiderte: ‚Sind Sie im Iran, oder sind Sie hier?‘

Sogar heute sind sehr viele Menschen auf den Straßen, um laut zu sagen, dass wir unsere territoriale Integrität respektieren. Wir können anderen Staaten nicht erlauben, dagegen etwas zu unternehmen. Das ist die Mehrheit. Und glauben Sie mir, auch jetzt erhalte ich viele Anfragen von Iranern, die hier leben und sagen, sie würden gerne nach Hause zurückkehren, um das Land zu verteidigen. Wenn es eine Krise gibt, tendieren die Menschen dazu, zu fliehen. Im Iran ist das etwas ganz anderes. Hier kommen die Iraner zur Verteidigung zurück. Das hat etwas mit der Mentalität zu tun, mit der Kultur, der Zivilisation, der Religion. Ein weiterer Punkt: Im Juni 2025 haben wir einen Angriff vom israelischen Regime und Amerika erlebt, später am 8. bis zum 10. Januar wieder. Dann kurz darauf Anfang März eine andere Form des Angriffs. Wer ist der Hauptverursacher? Das israelische Regime und Amerika.

Sie sagen also, die Aufstände waren eine andere Form der Aggression?

Es gibt einige Verbindungen und wir haben gute Beweise. Sie begannen mit der Illusion, dass das System am Ende sei und die Balkanisierung Irans vor uns läge. Im Juni 2025 haben sie es nicht geschafft. Dann änderten sie ihre Strategie mit dem Geschehen vom 8. bis 10. Januar. Das ist fehlgeschlagen. Dann haben sie auf die jüngsten Angriffe hingearbeitet. Es gibt also einen Zusammenhang.

Was sind die Gründe für die Angriffe?

Wenn sie sich einen runden Tisch als Feld der Aggressionen vorstellen, dann steht ein Teil für Israel, ein anderer für die USA und noch ein anderer Teil für Iran. Die Mentalität der Amerikaner ist nicht eindeutig. Nicht einmal Donald Trump weiß wahrscheinlich, was der Hauptgrund dafür war, dass er den Iran angegriffen hat, denn er hat zu diesem Zeitpunkt nicht einmal eine Ausstiegsmöglichkeit. So viel zu Amerika. Der Iran ist hier eindeutig. Wir werden uns mit allen konventionellen Mitteln verteidigen. Hier unterscheiden wir uns. Die Mentalität von Israel ist auch eindeutig.

Ich unterscheide zwischen Netanjahu und Israel. Er will weitermachen und Probleme für die ganze Region verursachen. Er will eine Balkanisierung der Region erreichen, angefangen beim Libanon und Syrien. Was ist das Ergebnis? Das Fortbestehen seines politischen Lebens. Solange Chaos herrscht, kann Netanjahu als Premierminister weiterregieren. Doch wenn Stabilität herrscht, muss er ins Gefängnis, denn es gibt sowohl Anklagen gegen ihn im Land als auch durch den Internationalen Strafgerichtshof. Also wird er weiter mit aller Macht Chaos über die Region bringen. Die Konsequenzen bedeuten ihm nichts. Das ist ein Problem, das unsere Freunde in Europa in Betracht ziehen müssen.

Europa spielt keine Rolle in diesem Spiel. Das ist schade, denn wegen seiner direkten Interessen sollte Europa etwas tun, kann aber nicht. Warum? Durch die Position, die seine Länder eingenommen haben, also der Nichtverurteilung der Angriffe, senden sie kein Zeichen guten Willens aus, um einen langfristigen Frieden zu erreichen. Auch der Iran kann sich nicht auf sie verlassen. Früher konnten wir den USA nicht trauen, jetzt können wir auch Europa nicht trauen. Sie sind also nicht in der Position, irgendeine Rolle einzunehmen.

Und doch ist die EU betroffen von diesem Krieg. Wie der Rest der Welt leiden ihre Mitgliedsstaaten unter der Schließung der Straße von Hormus.

Es ist nicht unsere Absicht, wirtschaftliche Probleme für die Menschen zu erzeugen, ungeachtet dessen, wo sie leben. Bei sicherem Leben, sozialen Perspektiven, wirtschaftlichen Überlegungen und sogar bei der Frage von Flüchtlingen geht es um eure Sicherheit. Eure Sicherheit ist unsere Sicherheit. So ist das generelle Denken. Sehen Sie, die Menschen in Gaza sind vornehmlich Sunniten. Wir sind Schiiten. Wir unterstützen sie. Warum? Weil ihr Leben so wichtig ist wie unser eigenes. Dasselbe gilt auch für Menschen in Deutschland, die Menschen in Europa und Amerika. Doch wenn jemand Probleme erzeugen möchte und Krieg ins Spiel bringt, müssen wir uns verteidigen. Da gibt es keine Alternative. Wenn jemand unser Volk mit Raketen angreift oder Soldaten dazu bringt, die Insel Kharg einzunehmen, müssen wir uns verteidigen. Die Straße von Hormus liegt in unserer direkten Nachbarschaft und ist Teil unserer territorialen Integrität und Souveränität. Es ist nicht unsere Absicht, wirtschaftliche Probleme für die Menschen zu erzeugen. Es ist eine Sünde, eine Katastrophe für alle. Aber die Hauptverursacher dafür sind Israel und Amerika. Wir verteidigen uns nur.

Was ist die Strategie dahinter, die Straße von Hormus geschlossen zu halten?

Die Straße von Hormus ist offen.

Aber nicht für jeden.

Für Staaten, die die Aggressoren nicht unterstützen und die sich nicht an den Angriffen beteiligen, ist sie offen. Es gibt einige Schiffe, die den Golf schon verlassen haben und die die Straße durchfahren. Aber den Angreifern können wir das nicht erlauben. Wenn ein Land ausgefeilte Waffensysteme an Israel liefert, das uns angreift, warum sollten wir ihnen dann erlauben, unsere Souveränität für ihren Vorteil auszunutzen? Es ist nur logisch, gewisse Vorkehrungen zu treffen. Wir bereiten den Menschen in Deutschland nicht gerne Probleme, denn ihr Wohlstand ist auch Wohlstand für die Menschen im Iran. Wissen Sie, was das Problem ist? Das Problem sind einige Länder in Europa und Amerika, die sich verrechnet haben. Unsere beachtliche Zurückhaltung gab ihnen das Gefühl, der Iran sei schwach. Das ist nicht der Fall. Seit dem Beginn des Systems vor 47 Jahren haben wir mit aller Macht versucht, gute Beziehungen mit anderen zu führen: durch das Offenhalten der Straße von Hormus, indem wir die Sicherheit der Europäer gewährleistet haben, indem wir den Islamischen Staat (IS) bekämpft haben. Iran war an vorderster Front im Kampf gegen den IS. Doch leider glauben einige in Westeuropa und Amerika, dass unsere beachtliche Zurückhaltung Schwäche bedeutet. Das ist nicht der Fall. Und ich denke, diese ist jetzt vorbei.

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„Gepriesen sei Allah“ – Trump verzweifelt am Iran

Iran Update – US-Generäle entlassen & Bundeswehrgesetz wirft Fragen auf

Seyed M. Marandi: Irans ZERSTÖRTE Luftabwehr schafft das UNMÖGLICHE

Michael Hudson: Nach dem Iran-Krieg wird die Welt nicht mehr dieselbe sein

Pierre Poilievre: Wirtschaftskollaps droht! Amerikas fataler Fehler!

IRAN: Das Massaker von Minab – Eine Vor-Ort-Untersuchung

Anschlag auf Deutschland: Also doch die Amis!

Unfassbares Leak! Spiegel-Fernandes-Verschwörung! Skandal in England, König Charles, Ostern & Islam

Jeffrey Sachs: Der Iran-Krieg zerbrach das US-Imperium und seine Allianzen

Was uns die Geheimdienste sagen – CIA, Mossad, MI6, MOIS – Meine riskanteste Analyse!

Blackout & Versorgungskrise: Wie ernst ist die Lage?

Tacheles # 199

„Warum der Euro nicht gerettet werden kann“ | Markus Krall

Experte warnt: Hungersnot in 3 Monaten! Ohne Irans Kapitulation droht das Ende!

Das Petrodollar-System bricht zusammen – was danach kommt, ist brutal!

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„Russophobie ist heute zu einem der Grundpfeiler der innenpolitischen Agenda geworden“

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Russlands Botschafter Sergej Netschajew im Exklusivinterview (Teil 2)
Der 100. Geburtstag des sowjetischen Diplomaten Walentin Falin bietet im Jahr 2026 den Anlass, den Zustand der europäischen Sicherheit grundlegend zu prüfen. Nachdem Botschafter Sergej Netschajew im ersten Teil das historische Wirken dieses Brückenbauers würdigte, analysiert er nun im Gespräch mit Éva Péli die aktuelle Lage. Netschajew verdeutlicht, wie die zerstörten Nord-Stream-Pipelines die Energiepartnerschaft beendeten, warum sich Berlin heute enger an Washington bindet und wo er trotz der tiefen Krise noch Kanäle für eine künftige Verständigung sieht (Teil 1 des Interviews finden Sie hier).

Éva Péli: Walentin Falin warnte zeitlebens davor, dass Deutschland seine mühsam errungene Souveränität erneut den globalen Interessen der USA opfern könnte. Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund die aktuelle Priorisierung der Westbindung in der deutschen Außenpolitik? Handelt Berlin noch aus einer eigenständigen europäischen Identität heraus, wie sie einst Willy Brandt definierte, oder ist die deutsche Diplomatie inzwischen faktisch in der Geopolitik der USA aufgegangen?

Sergej Netschajew: Die Abhängigkeit Berlins ebenso wie der gesamten EU vom „großen Bruder“ jenseits des Ozeans ist – insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit – erheblich. Die Bemühungen, Deutschland zur „militärischen und politischen Führungsmacht Europas“ zu machen, binden es trotzdem weiterhin an Washington, das beispielsweise verlangt, ausschließlich Rüstungsgüter US-amerikanischer Produktion zu beschaffen. Bezeichnend ist, dass die baldige Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland weiterhin auf der Tagesordnung steht. Entsprechende Vereinbarungen waren bereits mit der Administration von Joseph Biden getroffen worden. Offenen Quellen zufolge finden hierzu weiterhin Konsultationen mit Washington statt.

Die „Falin-Kwizinskij-Doktrin“ setzte darauf, den Frieden durch tiefe Energiepartnerschaften unumkehrbar zu machen. Nach der physischen Zerstörung von Nord Stream scheint dieses Lebenswerk vernichtet. Wie lassen sich die Beziehungen zwischen unseren Ländern vor diesem Hintergrund überhaupt noch vor dem endgültigen Bruch bewahren, wenn die ökonomischen Lebensadern derart gewaltsam zerschnitten wurden?

Der Aufbau der Beziehungen zu Deutschland wurde aufgrund ihrer besonderen Bedeutung stets in verschiedenen Dimensionen vorangetrieben: politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich, kulturell und gesellschaftlich. Die Architekten des Nachkriegsmodells dieser Beziehungen, zu denen zweifellos die herausragenden sowjetischen Diplomaten Walentin Falin und Julij Kwizinskij gehörten, gingen zu Recht davon aus, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern gegenseitig vorteilhaft und bereichernd ist. Heute ließe sich dies mit dem Begriff „Win-win“ beschreiben. Dieser Ansatz blieb bis 2022 bestehen, als Deutschland beschloss, die bewährte energiepolitische Kooperation aufzugeben und sich dem Sanktionsdruck gegen Russland anzuschließen mit dem Ziel, uns eine „strategische Niederlage“ zuzufügen und die russische Wirtschaft „in Stücke zu reißen“.

Als Folge der Zerstörung des langjährigen Fundaments der bilateralen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zeigen sich Krisenerscheinungen in der deutschen Wirtschaft, insbesondere im Energiesektor. Die Folgen des Angriffs auf die Nord-Stream-Pipelines, der inzwischen dreieinhalb Jahre zurückliegt, wirken sich weiterhin negativ auf die aktuelle Lage aus. Deutschland ist heute gezwungen, auf US-amerikanisches Flüssiggas zu setzen, dessen Preis deutlich über dem russischen liegt. Die Strompreise bleiben hoch und beeinträchtigen weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit der hier hergestellten Güter. Branchen, die in irgendeiner Weise vom Gas abhängen, geraten ins Wanken. Unternehmen werden geschlossen, gehen in Konkurs oder verlagern ihre Tätigkeit ins Ausland, was zu einem Rückgang von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen führt. All das wirkt sich auf den Wohlstand der deutschen Bürger aus. Dabei handelt es sich nicht um „russische Propaganda“, sondern um datenbasierte Analysen deutscher Wirtschaftsinstitute. Die Lage wird zusätzlich durch die Aggression der USA und Israels gegen den Iran verschärft, die eine Krise im Nahen Osten – auch im Energiesektor – ausgelöst hat.

Es ist uns keineswegs Anlass zur Schadenfreude, dass die gegenwärtige, von Russophobie geprägte politische Konjunktur die deutschen Behörden zu diesem Kurs veranlasst. Es bleibt zu hoffen, dass in Deutschland früher oder später ein gesunder Pragmatismus, das Bewusstsein für die eigenen nationalen Interessen und die positiven Erfahrungen aus der langjährigen Zusammenarbeit unserer beiden Staaten die Oberhand über antirussische Ressentiments gewinnen werden.

Bereits unter Generalsekretär Leonid Breschnew warnte Falin vor einer ruinösen Rüstungsspirale und der Vernachlässigung der heimischen Wirtschaft. Inwieweit hat das heutige Russland diese Lehren verinnerlicht? Wie gelingt es Moskau heute – im Gegensatz zur späten Sowjetunion –, eine soziale und wirtschaftliche Resilienz zu beweisen, die selbst massiven Sanktionswellen standhält?

Walentin Falin war nicht nur ein erfahrener Diplomat, sondern auch ein weitsichtiger Analytiker. Bereits damals warnte er vor einer übermäßigen Abhängigkeit der nationalen Wirtschaft von ausländischen Waren und Technologien.

Die entsprechenden Schlussfolgerungen wurden nach dem Amtsantritt des russischen Präsidenten Wladimir Putin gezogen, der stets auf die Notwendigkeit hingewiesen hat, wirtschaftliche und technologische Souveränität zu erreichen. Dieses Modell hat sich bewährt. Trotz der Tatsache, dass heute gegen Russland die größte Zahl von Sanktionen in der Weltgeschichte verhängt wurde, gelingt es uns, ihnen erfolgreich zu widerstehen und uns kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Nebenbei bemerkt sind Sanktionen ihrer Natur nach destruktiv und entfalten Wirkung in beide Richtungen. Für die einseitigen, illegitimen westlichen Restriktionen gegen Russland zahlen auch die einfachen Bürger jener Staaten, die sie verhängen. Es ist bedauerlich, dass viele derzeitige politische Entscheidungsträger europäischer Staaten in ihrem offen russophoben Eifer die Anliegen ihrer eigenen Bürger ignorieren, die immer lauter ein Umdenken der konfrontativen Denkweise in den Beziehungen zu Russland sowie eine Rückkehr zu einer umfassenden Zusammenarbeit fordern.

Laut Falin sind Vorbehalte gegenüber Russland bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein geopolitisches Instrument, um dessen Aufstieg als Weltmacht einzudämmen. Wie erklären Sie sich die historische Langlebigkeit solcher Ressentiments in der deutschen Berichterstattung? Inwieweit erschwert diese festgefahrene mediale und politische Haltung Ihre tägliche Überzeugungsarbeit in Berlin?

Leider hat die Russophobie in Deutschland heute ein in der gesamten Nachkriegszeit beispielloses Ausmaß angenommen. Selbst während des Kalten Krieges und der ideologischen Konfrontation zwischen West und Ost war nichts dergleichen zu beobachten. Systematisch wird ein toxisches Klima rund um Russland und jegliche Kontakte mit russischen staatlichen bzw. gesellschaftlichen Organisationen und Medien geschürt. Die Russophobie ist heute de facto zu einem der Grundpfeiler der innenpolitischen Agenda geworden, die eine radikale Umgestaltung des sozialen und wirtschaftlichen Modells zugunsten einer umfassenden Militarisierung rechtfertigen soll.

Nahezu täglich erscheinen Meldungen über angebliche russische Spione, hybride Angriffe und Desinformationskampagnen mit dem Ziel, die deutsche Gesellschaft zu destabilisieren. Jegliche technischen Zwischenfälle oder vorsätzliche Handlungen zur Störung der Infrastruktur in Deutschland werden umgehend den russländischen Geheimdiensten zugeschrieben. Das Ziel dieser Diffamierungen ist offensichtlich: Kontakte zu russischen Vertretern möglichst toxisch und gefährlich erscheinen zu lassen und diejenigen einzuschüchtern, die weiterhin bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten, um die einst freundschaftlichen und konstruktiven Beziehungen zwischen unseren Ländern und Völkern wiederherzustellen. Im Alltag sehen wir uns regelmäßig mit der Weigerung deutscher Behörden, Unternehmen und Finanzinstitute konfrontiert, aus politischen Gründen oder unter Berufung auf Sanktionsvorschriften mit uns zu kooperieren, was die Arbeit der Botschaft erheblich erschwert. Diese Situation kann kaum als normal bezeichnet werden.

Es ist ermutigend, dass ein großer Teil der deutschen Bevölkerung gegenüber der massiven antirussischen Propaganda resistent bleibt, Russland weiterhin positiv gegenübersteht und sich normale, freundschaftliche Beziehungen zu unserem Land wünscht. Wir freuen uns, dass wir hier in Deutschland nach wie vor viele Freunde haben, die sich nicht von der antirussischen Haltung der offiziellen Stellen beeinflussen lassen.

Falin hob oft die Rolle der Menschen in den ostdeutschen Bundesländern als „natürliche Brücke“ für die Verständigung hervor. Sehen Sie in der heutigen Skepsis vieler Ostdeutscher gegenüber der Eskalationspolitik einen späten Nachhall dieser Falin-Diplomatie? Welche Bedeutung messen Sie dieser regionalen Stimme für eine künftige Normalisierung der deutsch-russischen Beziehungen bei?

Das positive Verhältnis zu Russland ist in Ostdeutschland vielerorts weiterhin spürbar, was sehr erfreulich ist. Es zeugt davon, dass die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der DDR sowohl auf staatlicher als auch auf menschlicher Ebene von echter Freundschaft und gegenseitigem Respekt geprägt waren. Die Menschen in den östlichen Bundesländern erinnern sich gut daran und schätzen es, ungeachtet der Versuche, diese historische Periode zu diskreditieren. Gleichzeitig lehnen sie die derzeit in Berlin vorherrschende, aggressive antirussische Rhetorik ab. Es besteht kaum Zweifel daran, dass die östlichen Regionen eine Schlüsselrolle bei der künftigen Normalisierung der deutsch-russischen Beziehungen spielen werden. Gleichzeitig haben wir auch in den westlichen Bundesländern viele Freunde, und das wissen wir sehr zu schätzen.

Falin träumte von einem „gemeinsamen europäischen Haus“, das Russland als gleichberechtigten Partner einschließt. Blicken wir auf die Trümmer dieser Vision im Jahr 2026: War diese Idee eine realistische historische Chance, die nach 1990 mutwillig zerstört wurde? Oder müssen wir anerkennen, dass die Interessen Washingtons und Moskaus in Europa von Beginn an unvereinbar waren?

Die Idee eines „gemeinsamen europäischen Hauses von Lissabon bis Wladiwostok“ war prägend für die politische Entwicklung in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Damals erklärte die sowjetische Führung ihren Verzicht auf Konfrontation mit dem Westen und bekannte sich zu allgemeinmenschlichen Werten. Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten unternahmen damals bedeutende Schritte aufeinander zu, insbesondere im Bereich der nuklearen Abrüstung und der Rüstungskontrolle. Die internationale Entspannungspolitik wurde zur Realität. Der Helsinki-Prozess weckte konkrete Hoffnungen auf eine respektvolle Zusammenarbeit sowie auf die Einheit des Kontinents.

Leider wurden die inneren Probleme der Sowjetunion, die zu ihrem Zerfall führten, sowie die anfängliche Schwäche der Russischen Föderation als ihr Rechtsnachfolgestaat im Westen vielfach als „Sieg“ über den historischen Gegner fehlinterpretiert. Und mit einem Verlierer spricht man anders. Plötzlich ging es nicht mehr um eine gleichberechtigte Zusammenarbeit beim Aufbau eines „gemeinsamen europäischen Hauses“, sondern darum, Russland zweifelhafte geopolitische Schritte aufzudrängen – einschließlich der Aufnahme ehemaliger Mitglieder des Warschauer Pakts und der ehemaligen Sowjetrepubliken in die NATO.

Leider sind wir heute weiter denn je von der Idee eines „gemeinsamen europäischen Hauses“ entfernt. Eine mögliche Rückkehr zu diesem Projekt ist angesichts der offen konfrontativen Haltung der Europäer nicht absehbar. Alle unsere Initiativen in diesem Bereich werden seit vielen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, torpediert. Wir möchten daran erinnern, dass der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, vorgeschlagen hat, auf dem eurasischen Kontinent einen Rahmen für gleiche und unteilbare Sicherheit sowie für eine gegenseitig vorteilhafte, gleichberechtigte Zusammenarbeit und Entwicklung zu schaffen. Ein solches Modell steht allen interessierten Staaten offen.

Dabei haben wir wiederholt die Behauptungen westlicher Politiker über eine mythische „russische Bedrohung“ Europas zurückgewiesen. Im Dezember 2025 erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass Moskau keinerlei aggressive Absichten gegenüber NATO- oder EU-Mitgliedern hegt. In diesem Zusammenhang haben wir unsere Bereitschaft erklärt, entsprechende Garantien in einem rechtsverbindlichen Dokument auf gegenseitiger Grundlage zu verankern. Bedauerlicherweise blieb eine konstruktive Reaktion auf diesen und ähnliche Vorschläge von europäischer Seite bislang aus. Die europäischen Politiker bereiten sich weiterhin offen auf einen Krieg mit unserem Land vor. Fragen der europäischen Sicherheit werden dabei im Sinne eines Ansatzes „gegen Russland“ statt „mit Russland“ konzipiert.

Herr Botschafter, wir danken Ihnen für dieses umfassende Gespräch und Ihre detaillierten Einblicke in die aktuelle Lage der deutsch-russischen Beziehungen.

Teil 1 des Interviews finden Sie hier.

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Oberst Douglas Macgregor: US-Bodentruppen im Iran wären eine Katastrophe

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Interview und zentrale Warnung

In einem hochbrisanten Interview mit Judge Andrew Napolitano auf dem Kanal „Judging Freedom“ am 2. April 2026 warnte der pensionierte US-Oberst Douglas Macgregor eindringlich vor einem möglichen Bodeneinsatz amerikanischer Truppen im Iran. Der erfahrene Militärexperte bezeichnete die Idee als strategisches Desaster, kritisierte die aktuelle US-Politik scharf und warf der Regierung vor, die iranischen Fähigkeiten massiv unterschätzt zu haben. Macgregor, der seit Jahrzehnten als einer der scharfsinnigsten Kritiker amerikanischer Militärabenteuer gilt, zeichnete ein düsteres Bild von den Folgen einer Eskalation.

Grundsätzliche Kritik an US-Außenpolitik

Der Oberst begann mit einer grundsätzlichen Kritik an der amerikanischen Außenpolitik. Nicht erklärte Kriege seien in den USA leider Normalität geworden. Die Regierung führe präventive Kriege – also Angriffskriege –, ohne dass sich die amerikanische Bevölkerung darüber beschwere. Die Menschen hätten sich an den illegitimen Einsatz von Gewalt durch den Staat gewöhnt.

Macgregor zitierte dabei die Ideale der amerikanischen Gründerväter:
„Was wäre, wenn man sein Land manchmal nur lieben kann, indem man die Regierung ändert oder abschafft? Was, wenn Jefferson recht hatte? Was, wenn die beste Regierung die ist, die am wenigsten regiert? Was, wenn es gefährlich ist, recht zu haben, wenn die Regierung unrecht hat? Was, wenn es besser ist, für die Freiheit zu sterben, als als Sklave zu leben?“

Die größte Gefahr für die Freiheit sei genau jetzt.

Verluste und Lage der US-Basen

Im Gespräch mit Napolitano bestätigte Macgregor zunächst, dass es weit mehr amerikanische Verwundete und Tote gebe, als offiziell zugegeben werde. Die meisten Opfer seien Bodenpersonal auf den US-Basen im Persischen Golf, die massiv angegriffen und teilweise zerstört worden seien.

Er zeigte sich überrascht, dass überhaupt noch Personal dort stationiert war. Die Basen seien nach dem Rückzug der Briten in den 1960er Jahren von den USA übernommen worden – zunächst unter Präsident Carter als Reaktion auf eine vermeintliche sowjetische Bedrohung aus Afghanistan, die maßgeblich von israelischer Seite propagiert worden sei.

Tatsächlich hätten die Emirate und andere Golfstaaten die US-Präsenz gewollt, weil sie Schutz vor Iran erwarteten. Nun habe sich gezeigt, dass die USA diesen Schutz nicht bieten könnten – eine bittere Lektion für die gesamte Region.

Fehlende Evakuierung und Fehleinschätzung Irans

Trotz der Angriffe seien die Basen nicht evakuiert worden. Soldaten und möglicherweise auch Flieger und Marines hätten sich in zivile Gebäude wie Keller von Apartmenthäusern zurückgezogen. Das sei jedoch keine langfristige Lösung.

Macgregor machte deutlich: Die USA hätten die iranische Fähigkeit zur Kriegsführung massiv unterschätzt. Hätte man die Lage realistisch eingeschätzt, wären alle Kräfte längst abgezogen worden.

Truppenbewegungen und militärische Realität

Zu den rund 10.000 zusätzlichen Bodentruppen – Infanterie und Marines, die in den vergangenen zwei Wochen aus den USA verlegt wurden – erklärte Macgregor, diese befänden sich nicht auf den angegriffenen Basen. Einige Einheiten könnten zur Aufklärung möglicher Einsatzorte in die Region infiltriert sein, etwa in die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait oder Bahrain.

Die jüngste Gruppe von Marines sei jedoch nach Diego Garcia verlegt worden. Die US-Flotte halte sich Hunderte von Kilometern entfernt vom Eingang zum Persischen Golf auf, um nicht Ziel iranischer Angriffe zu werden.

Die Frage, wie man unter diesen Bedingungen Truppen in die Region bringen könne, sei extrem schwierig: Flugzeuge seien notwendig, doch Iran verfüge über eine lückenlose, persistente Überwachung – sowohl im eigenen Land als auch bis zu 1.000 Kilometer darüber hinaus. Dank russischer und chinesischer Satellitenintelligenz könne Teheran nicht nur alles sehen, sondern auch Gespräche auf dem Boden abhören. Ein solches Umfeld mache Überraschungsangriffe nahezu unmöglich.

Kritik an Trumps Darstellung Irans

Macgregor wandte sich dann der Rede von Präsident Trump vom Vorabend zu. Er sei keineswegs überzeugt von der Logik einer Invasion. Trump habe lediglich die Talking Points von Benjamin Netanjahu wiederholt: Iran als Terrorstaat, als Sponsor des Terrors, als größte Bedrohung der Welt.

Das sei eine einseitige, israelische Perspektive, die seit Jahren durch die Medien gepumpt werde. In Wirklichkeit sei Iran seit langer Zeit kein Terrorstaat mehr.

Macgregor erinnerte daran, dass General Qasem Soleimani den USA 2006/2007 im Irak geholfen habe, indem er Abkommen mit schiitischen Milizen vermittelte und diese zum Stopp der Kämpfe brachte. Später hätten eben jene Milizen maßgeblich zur Zerschlagung des IS beigetragen und Tausende Nicht-Sunniten, darunter Christen und Drusen, gerettet.

Die Behauptung, Iran baue ein riesiges Arsenal ballistischer Raketen, um die USA oder Europa zu bedrohen, sei absurd. Iran habe diese Raketen und Drohnen genau deshalb massiv ausgebaut, weil es keine Atomwaffe besitze und sich vor israelischen Angriffen schützen wolle. Der vorherige Oberste Führer habe den Bau einer Bombe ausdrücklich verboten.

Bewertung der Luftangriffe

Die bisherigen US-Luftangriffe mit über 11.000 Präzisionsmunition und Milliarden Dollar Kosten seien kein Erfolg gewesen. Iran feuere weiter präzise Raketen und Drohnen ab – sowohl auf Israel als auch auf Golfemirate.

Die israelische Luftabwehr, einschließlich Iron Dome, sei weitgehend ausgeschöpft. Statt der versprochenen Kapitulation in 96 Stunden habe man nun drei Wochen intensiven Bombardements hinter sich.

Die Behauptung Trumps, man habe 90 oder 80 Prozent der iranischen Kapazitäten zerstört, werde durch die anhaltenden Angriffe widerlegt.

Schlimmer noch: Der neue Oberste Führer Irans habe nun alle Verbote zum Bau von Atomwaffen aufgehoben. Genau das, was Trump verhindern wollte, werde nun mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. US-Politik führe damit zur Proliferation von Atomwaffen weltweit. Jede mittelgroße Macht erkenne nun, dass ohne eigene Atomwaffe ein Angriff durch USA und Israel jederzeit möglich sei.

Kritik an Militärdoktrin und Einsatzplänen

Macgregor kritisierte auch die historische Fehleinschätzung der Luftmacht. Seit den Theorien von Billy Mitchell und Curtis LeMay werde geglaubt, man könne einen Gegner allein durch Bombardements in die Knie zwingen, ohne Bodentruppen.

Das habe nie funktioniert – weder im Zweiten Weltkrieg, noch in Serbien 1999 nach 78 Tagen Luftkrieg. Nun wiederhole sich das Muster: Nachdem die Luftangriffe scheitern, komme der Ruf nach Bodentruppen. Das sei ein Desaster.

Die Pläne des Pentagon, darunter ein Kommandounternehmen zur Beschlagnahme von angereichertem Uran, seien illusorisch. Iran habe eine Million Mann unter Waffen, lückenlose Überwachung und zahlreiche Luftabwehrsysteme. Spezialeinheiten seien in einem solchen Umfeld extrem verwundbar – wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Decoys und Täuschungen hätten die Luftangriffe bereits mehrfach genarrt.

Völkerrechtliche Bedenken

Besonders alarmierend fand Macgregor Trumps Ankündigung, im Falle keiner Einigung iranische Stromerzeugungsanlagen massiv zu bombardieren. Zivile Infrastruktur als Ziel sei völkerrechtlich ein Kriegsverbrechen.

Die USA hätten das zwar schon öfter getan, doch es ändere nichts an der Illegalität. Die Iraner würden sich niemals Israel – und damit den USA – unterwerfen. Die Geschichte und Mentalität des Landes ließen das nicht zu.

Man bombardiere Iran nicht, weil es eine existenzielle Bedrohung für die USA darstelle, sondern um israelische Dominanz durchzusetzen.

Globale wirtschaftliche Folgen

Schließlich warnte Macgregor vor den globalen Folgen. Die Weltwirtschaft werde bereits massiv geschädigt: Kunststoffindustrien in Korea und Japan stünden still, 47 kritische Produkte, die Erdöl benötigten, seien betroffen.

Indien leide, Nahrungsmittel, Treibstoff, Rohstoffe und Düngemittel fehlten weltweit. Eine Hungersnot drohe.

Dennoch habe Trump in seiner Rede keinerlei humanitäre Überlegung geäußert, kein Wort über die Folgen für die Zivilbevölkerung weltweit. Stattdessen werde in einem Vakuum gehandelt.

Fazit

Zusammenfassend bezeichnete Oberst Macgregor den gesamten Plan als logisch inkohärent, reckless und inkompetent.

Die Einführung von Bodentruppen – sei es für Inselbesetzungen, Uran-Suche oder andere Ziele – sei hochgefährlich. Die Flotte sei zu weit entfernt, Tankflugzeuge gingen verloren, die Versorgung sei kaum möglich.

Iranische ballistische Raketen und Drohnen würden Ziele auf kleinen Inseln (oft nur 14–15 Quadratkilometer groß) leicht treffen. Selbst die besten Marines und Spezialeinheiten könnten in dieser neuen Welt der persistenten Überwachung und präzisen Gegenangriffe nicht geschützt werden.

Macgregor zitierte den ehemaligen stellvertretenden Verteidigungsminister Robert Work: Solche amphibischen oder luftmobilen Operationen seien erst möglich, wenn die gegnerische Aufklärung und Strike-Fähigkeit vollständig ausgeschaltet sei – was hier nicht der Fall sei.

Schlussappell

Das Interview endete mit Macgregors Appell an Vernunft und Realismus. Die USA wiederholten die Fehler vergangener Kriege.

Statt Stärke zu demonstrieren, zeigten sie Schwäche und riskierten nicht nur das Leben amerikanischer Soldaten, sondern auch eine globale humanitäre und wirtschaftliche Katastrophe.

Oberst Douglas Macgregor machte klar: US-Bodentruppen im Iran wären kein Sieg – sie wären ein Desaster.

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„Ein stabiler Frieden braucht Russland als gleichberechtigten Partner“

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Russlands Botschafter Sergej Netschajew im Exklusivinterview zum 100. Geburtstag von Walentin Falin – (Teil 1)
In einer Ära diplomatischer Funkstille und massiver Aufrüstung stellt sich die Frage nach der künftigen Ordnung Europas dringender denn je. Zum 100. Geburtstag des legendären Diplomaten Walentin Falin – von 1971 bis 1978 Botschafter der UdSSR in Bonn – zieht sein Nachfolger Sergej Netschajew im Exklusivgespräch eine klare Bilanz. Das Interview führte Éva Péli. Netschajew mahnt eine Rückkehr zur Realpolitik an: „Der Frieden auf dem Kontinent wird umso stabiler sein, je mehr Russland als gleichberechtigter Partner in die europäische Sicherheitsarchitektur eingebunden ist.“ Lesen Sie im ersten Teil, warum Moskau heute auf völkerrechtlich harten Garantien beharrt und welches Erbe Falin der Diplomatie hinterlassen hat (Teil 2 des Interviews erscheint am Sonntag).

Éva Péli: Exzellenz, wir führen dieses Gespräch an einem besonderen Jahrestag. Walentin Michailowitsch Falin wurde heute vor genau einhundert Jahren, am 3. April 1926, in Leningrad geboren. Er verlor im „Großen Vaterländischen Krieg“ insgesamt 27 Familienmitglieder – eine Tragödie, die zeitlebens sein Motor als Brückenbauer blieb. Wie sehr bestimmt diese „genetische Erinnerung“ an das Leid und den extremen Preis des Friedens heute noch die russische Diplomatie in Berlin? Und wie vermitteln Sie einem modernen Deutschland die daraus resultierenden existenziellen Sicherheitsbedürfnisse der Russischen Föderation?

Sergej Netschajew: Der Schmerz der Tragödie des Großen Vaterländischen Krieges von 1941 bis 1945, der jede sowjetische Familie getroffen hat, lebt bis heute in den Seelen der Menschen in Russland fort. Vor 85 Jahren – im Juni 1941 – erhoben sich sämtliche Völker der Sowjetunion ohne Ausnahme, um ihr Vaterland zu verteidigen. Jedem war bewusst, dass es um das Überleben des Landes ging, um die Rettung des eigenen Hauses und der eigenen Familie. Für den Sieg wurden die Leben von 27 Millionen sowjetischen Bürgerinnen und Bürgern geopfert; der Großteil von ihnen waren Zivilisten – Senioren, Frauen und Kinder.

Die Nazis machten von Anfang an keinen Hehl daraus, dass sie gegen die Sowjetunion einen Vernichtungs- und Unterwerfungskrieg zu führen beabsichtigten. Das war in den doktrinären Dokumenten des Dritten Reiches festgeschrieben und wurde durch die Entscheidungen des Nürnberger Tribunals bestätigt. Die vom Aggressor verübte Grausamkeit war in der Weltgeschichte beispiellos. Systematisch wurde die gesamte Bevölkerung unseres Landes vernichtet – ungeachtet ihrer ethnischen, rassischen oder religiösen Zugehörigkeit.

So etwas kann nicht vergessen werden. Genau deshalb setzt sich Russland auch heute weiterhin für die internationale Anerkennung der Verbrechen des Dritten Reiches und seiner Helfershelfer auf dem Gebiet der UdSSR als Völkermord an den Völkern der Sowjetunion ein. So wurde auf Beschluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin ein neuer nationaler Gedenktag am 19. April eingeführt: der Tag des Gedenkens an die Opfer des Völkermordes am sowjetischen Volk.

Die Erinnerung an die beispiellosen menschlichen Opfer und an die unvergleichliche Heldentat der Vorfahren ist für die heutige russische Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Wie Sie zutreffend bemerkt haben, ist sie Teil unseres kollektiven Gedächtnisses und zählt zu den wichtigsten kulturellen und moralischen Grundpfeilern. Sie verbindet die Menschen zu einer einheitlichen historischen und geistigen Gemeinschaft, dient der Prägung nationaler Identität und bildet die Grundlage für die patriotische Erziehung der heranwachsenden Generationen. Zugleich ist sie ein leitender Maßstab für die Arbeit von russischen Diplomaten und Germanisten, zu deren herausragenden Vertretern Walentin Falin gehörte.

Die Folgen eines derart zerstörerischen Krieges haben das nationale Selbstverständnis tief geprägt und in vielerlei Hinsicht die Innen- und Außenpolitik unseres Staates bestimmt. Dessen vorrangiges Ziel bleibt nach wie vor, die garantierte Sicherheit des Landes zu gewährleisten und eine Wiederholung groß angelegter Konflikte in Zukunft zu verhindern. Daher hält Russland an dem Konzept einer gleichen und unteilbaren Sicherheit fest, die nicht auf Kosten und zum Nachteil anderer Akteure der internationalen Beziehungen erreicht werden darf. Wir betrachten diesen Grundsatz als gerecht und fundamental für die Wahrung globaler Stabilität und die Herbeiführung eines dauerhaften Friedens auf unserem Planeten.

Der Vermittlung dieser Ansätze in Deutschland wird besondere Bedeutung beigemessen. Wir sind überzeugt, dass das historische Bewusstsein, das Verantwortungsgefühl Deutschlands für die schrecklichen Verbrechen des Nazismus ebenso wie das Gefühl der Dankbarkeit gegenüber dem sowjetischen Volk für die Befreiung, die Nachkriegsversöhnung und die deutsche Einheit weder von politischer Konjunktur beeinflusst werden dürfen noch der Erosion und dem Vergessen anheimfallen können.

Der Diplomat mahnte stets: „Um zu erkennen, was sein wird, muss man wissen, was war.“ Er warnte früh vor US-amerikanischen Strategiepapieren wie der „Operation Dropshot“ von 1949, die auf eine Zerschlagung Russlands abzielten. Wie erklären Sie sich die heutige Tendenz in Berlin, aktuelle Konflikte völlig isoliert von dieser historischen Kontinuität der USA zu betrachten? Welche Gefahr erwächst aus dieser Geschichtsvergessenheit für die strategische Stabilität in Europa?

Walentin Falin betrachtete die Geschichte zu Recht als einen der verlässlichsten Verbündeten der Diplomatie. In seiner Arbeit war er stets darum bemüht, die Hintergründe aktueller Ereignisse zu erfassen und ihren eigentlichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Seine Herangehensweisen haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren, wie sich am Beispiel der Krise in der Ukraine deutlich zeigt. Die Tatsache, dass ihre Ursachen vom kollektiven Westen absichtlich ignoriert werden, darunter auch der verfassungswidrige Staatsstreich von 2014, erklärt in erheblichem Maße die unkonstruktive Haltung der transatlantischen Eliten.

Leider müssen wir feststellen, dass die meisten westeuropäischen Entscheidungsträger an einer politischen Beilegung des Konflikts, der den Kontinent gespalten hat, kein ernsthaftes Interesse zeigen. Sein Ende wird offiziell durch eine sanktionspolitische sowie militärische „Abnutzung“ Russlands und durch die Zufügung einer „strategischen Niederlage“ für unser Land angestrebt. In dieser Hinsicht erinnern die heutigen europäischen Regierungen an die Architekten der finsteren Operation Dropshot, die einen massiven nuklearen Schlag der USA gegen alle bedeutenden Städte der UdSSR vorsah.

Insofern ist eher von Kontinuität als von einem Vergessen der jüngeren Vergangenheit seitens der Europäer zu sprechen. Wie schon in der Zeit des Kalten Krieges wird auch im heutigen Europa die mythische „Bedrohung aus dem Osten“ erneut bereitwillig beschworen, um die Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Lage zu erklären, steigende Militärausgaben zu rechtfertigen und eine verunsicherte Wählerschaft hinter einer antirussischen Agenda zu mobilisieren. All das verringert die Aussichten auf eine echte Beilegung des Konflikts in der Ukraine, verlängert die Agonie des Kiewer Regimes und erhöht die Risiken einer groß angelegten Konfrontation.

Um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, müssen die westlichen Staaten ihre feindselige Politik gegenüber unserem Land grundlegend überdenken und dabei die fundamentalen Sicherheitsinteressen Russlands sowie sein Recht auf eine kontinuierliche Entwicklung berücksichtigen. Die Eliten des Westens täten gut daran, sich an eine schlichte Grundwahrheit zu erinnern: Der Frieden auf dem Kontinent wird umso stabiler sein, je mehr Russland als gleichberechtigter Partner in die europäische Sicherheitsarchitektur eingebunden ist. Keinesfalls aber wird so eine Sicherheitsarchitektur tragfähig sein, wenn sie gegen Russland aufgebaut wird.

In den 1970er-Jahren schufen Walentin Falin und Egon Bahr durch vertrauliche Kanäle ein Fundament an Vertrauen, das den Kalten Krieg in geordnete Bahnen lenkte. Welche Mechanismen dieser Ära könnten heute als Vorbild dienen, um die totale Sprachlosigkeit zwischen Moskau und Berlin zu überwinden? Oder ist die Basis für eine solche souveräne „Geheimdiplomatie“ in der heutigen, medial getriebenen Politiklandschaft unwiederbringlich zerstört?

Der heutige Zustand der russisch-deutschen Beziehungen ist bedrückend. Auf Initiative der deutschen Seite sind sie fast bis auf die Grundmauern zerstört worden. Es liegt auf der Hand, dass die gegenwärtige Lage kontraproduktiv ist und den Interessen der beiden Seiten nicht entspricht. Das haben wir nicht entschieden, aber so sieht die Realität aus. Moskau hat sich nicht geweigert, mit Berlin zusammenzuarbeiten, und keine „Brücken“ abgebrochen.

Gleichzeitig ist es heute schwierig, über die Wiederaufnahme eines konstruktiven Dialogs auf Augenhöhe zu sprechen. Nach dem Beginn der Sondermilitäroperation in der Ukraine hat Berlin die „Zeitenwende“ verkündet, die darin besteht, die einzigartige Vielfalt der deutsch-russischen Beziehungen zu zerstören, die jahrzehntelang aufgebaut wurden. Im Rahmen dieses politischen Kurses haben die deutschen politischen Eliten enthusiastisch das Ziel unterstützt, Russland eine „strategische Niederlage“ zuzufügen. Das beinhaltet die Bündelung von Kräften und Mitteln durch den kollektiven Westen, um dem Kiewer Regime militärisch-technische, politische und finanzielle Unterstützung zu leisten, den Sanktionsdruck auf unser Land zu erhöhen und zu versuchen, es international zu isolieren und seine souveränen Vermögenswerte zu beschlagnahmen. Diese Pläne haben sich als nicht zukunftsfähig erwiesen. Berlin ist in vielerlei Hinsicht weiterhin Geisel dieser Politik.

Angesichts der eindeutig antirussischen Position des offiziellen Berlins sind die Zeichen der von Ihnen erwähnten „Geheimdiplomatie“ immer noch nicht zu sehen. Wie allgemein bekannt ist, bevor der vertrauliche „Falin-Bahr“-Kanal entstanden war, waren zweieinhalb Jahrzehnte des Kalten Krieges vergangen, während deren die ursprüngliche Entfremdung zwischen unseren Ländern allmählich überwunden wurde. Allem Anschein nach wird es auch unter aktuellen Bedingungen Zeit brauchen, vor allem damit die deutsche Seite versteht, dass konstruktive Beziehungen zwischen Russland und Deutschland alternativlos sind, und Maßnahmen zu ihrer Normalisierung ergreift. Wir haben nichts dagegen, werden uns aber nicht aufdrängen.

Ehrlich gesagt ist die Hoffnung darauf, dass es in der absehbaren Zukunft geschehen wird, gering. Derzeit sehen wir keine Signale, die von einem Paradigmenwechsel in den deutschen politischen Kreisen zugunsten der Wiederaufnahme von Kontakten zwischen unseren Staaten zeugen könnten.

Falin zweifelte am Ende seines Lebens tief an der vertraglichen Verlässlichkeit Washingtons – der sogenannten „Dogoworosposobnost“. Er warf der sowjetischen Führung vor, die Sicherheit durch den Verzicht auf schriftliche Garantien gegen die NATO-Osterweiterung verspielt zu haben. Inwieweit dient diese Analyse heute als Lehrstück für die russische Diplomatie? Muss inzwischen jedes Wort völkerrechtlich mit harten Garantien zementiert sein, weil das „Gentleman-Ideal“ der 1970er-Jahre gegenüber dem Westen endgültig erloschen ist?

Walentin Falin war ein erfahrener und hervorragender Diplomat, deshalb warnte er immer davor, mündliche Absprachen – die sogenannten „gentlemen’s agreements“ – mit westlichen Partnern zu treffen, indem er zu Recht auf ihre Unzuverlässigkeit hingewiesen hat. Seine Befürchtungen haben sich mit der Zeit bestätigt.

Tatsächlich werfen heute die Zuverlässigkeit der Versprechen und die Glaubwürdigkeit des kollektiven Westens in den Augen Russlands viele Fragen auf. Die Gründe für solche Zurückhaltung sind denjenigen gut bekannt, die sich in der modernen Geschichte auskennen. Man braucht nur an die „Operation Unthinkable“ zu erinnern, die bereits im Frühjahr 1945 von den britischen Streitkräften auf Anweisung von Winston Churchill ausgearbeitet wurde und einen Plan der Kampfhandlungen gegen die sowjetischen Verbündeten mit dem Ziel darstellte, sie aus den besetzten Gebieten Deutschlands und Polens zu verdrängen. Dies gilt auch für die Versprechen, die NATO nach Osten nicht zu erweitern, die von den westlichen Politikern der sowjetischen Führung Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre gegeben wurden. Schließlich sind auch die jüngsten Geständnisse der Entscheidungsträger aus Frankreich und Deutschland zu erwähnen, dass ihre „Vermittlung“ beim Abschluss der Minsker Abkommen zur Regelung der Ukraine-Krise in der Tat darauf abzielte, Zeit für die Umrüstung des Kiewer Regimes und die Stärkung seiner Armee für die Konfrontation mit unserem Land zu gewinnen.

Wenig überraschend ist es, dass Russland dank solcher Erfahrungen in Bezug auf jegliche Verhandlungsvorschläge äußerst vorsichtig ist, indem es völlig begründet eine rechtlich verbindliche Festlegung der erzielten Vereinbarungen fordert. Daraus resultiert auch unsere Position bezüglich einer stabilen und langfristigen Regelung des Ukraine-Konflikts. Als Voraussetzung für die Herstellung eines dauerhaften Friedens sehen wir eine rechtlich bindende Vereinbarung, die die Ursachen des Konflikts beseitigen und sich auf die neuen territorialen Realitäten stützen würde, die in der russischen Verfassung festgeschrieben sind. Entscheidend ist hier die Anerkennung eines neutralen, blockfreien und nuklearwaffenfreien Status der Ukraine. Das alles muss in entsprechenden völkerrechtlichen Dokumenten verankert werden, die von allen Teilnehmern des Prozesses genehmigt und von legitimen Vertretern sämtlicher Vertragsparteien unterzeichnet werden.

Exzellenz, wenn Sie Walentin Michailowitsch Falin heute, an seinem 100. Geburtstag, Bericht über den Zustand der Welt erstatten müssten: Was würden Sie ihm sagen?

Vielen Dank für Ihre treffenden Einschätzungen und präzisen Prognosen, die der russischen Diplomatie insbesondere in den ersten Jahren nach dem Ende der Sowjetunion sehr geholfen haben. Sie hatten recht, als Sie feststellten, dass „das Ignorieren von Fakten die durch sie hervorgerufenen Umstände nicht aufhebt, sondern deren Folgen verschärft“. Das bedeutet, dass russischen Diplomaten und Germanisten auch künftig noch viel Arbeit bevorsteht.

Exzellenz, wir danken Ihnen sehr für den Austausch und die Würdigung des Erbes von Walentin Falin in diesen herausfordernden Zeiten.

Am Sonntag in Teil 2: Botschafter Netschajew über die Zerstörung von Nord Stream, die Frage der deutschen Souveränität und die wirtschaftliche Resilienz Russlands gegenüber den Sanktionen.

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Die Welt steuert nicht bewusst, sondern schleichend auf einen großen Krieg zu – das ist die zentrale Warnung des ehemaligen US-Obersts Doug Macgregor. In seiner Analyse zeichnet er ein düsteres Bild einer geopolitischen Lage, in der mehrere Konflikte ineinandergreifen und politische Eliten Risiken eingehen, deren Konsequenzen sie selbst kaum tragen würden.

Macgregor sieht Parallelen zur Vorkriegszeit vor 1914: ein internationales System, in dem keine Großmacht tatsächlich einen Weltkrieg will – aber alle bereit sind, Schritte zu gehen, die genau dorthin führen können. Der entscheidende Unterschied sei heute jedoch die Existenz von Atomwaffen. Diese verhinderten zwar den direkten großen Krieg, verschieben die Konflikte aber in einen Bereich „unterhalb der nuklearen Schwelle“, in dem dennoch enorme Zerstörung möglich ist.

Im Zentrum seiner Analyse steht der Ukraine-Krieg, den er als künstlich geschaffenen Konflikt beschreibt. Ohne westliche Interventionen und die politische Ausrichtung Kiews gegen Russland hätte es diesen Krieg seiner Ansicht nach nicht gegeben. Gleichzeitig wirft er dem Westen vor, die militärische Realität falsch einzuschätzen: Russland sei weder wirtschaftlich noch militärisch kollabiert, sondern habe seine industrielle und militärische Kapazität massiv ausgebaut. Sanktionen hätten nicht den erwarteten Effekt erzielt, während die westlichen Gesellschaften zunehmend an innerer Stabilität verlieren.

Macgregor kritisiert dabei vor allem die politischen Entscheidungsträger in Europa und den USA. Diese lebten, so seine Einschätzung, in einer „fantastischen Parallelwelt“, geprägt von Arroganz, Fehleinschätzungen und Wunschdenken. Die Annahme, Russland werde nicht eskalieren oder letztlich zusammenbrechen, sei gefährlich und könne zu einer direkten militärischen Konfrontation führen.

Ein weiterer zentraler Punkt seiner Analyse ist die zunehmende Entkopplung zwischen Bevölkerung und politischer Führung. Entscheidungen über Krieg und Frieden würden nicht mehr im Sinne der Mehrheit getroffen, sondern von kleinen Machteliten, beeinflusst durch wirtschaftliche Interessen und große Vermögen. Demokratie werde dadurch ausgehöhlt, während geopolitische Strategien zunehmend von finanziellen und machtpolitischen Kalkülen geprägt seien.

Besonders brisant wird seine Einschätzung im Hinblick auf den Nahen Osten. Ein Krieg zwischen Israel und dem Iran könnte seiner Ansicht nach der Auslöser für eine globale Eskalation sein. Ein solcher Konflikt würde nicht regional bleiben, sondern zwangsläufig Russland und China einbeziehen. Beide Länder hätten strategische Interessen und militärische Präsenz in der Region aufgebaut und würden nicht tatenlos zusehen, wenn Iran militärisch zerstört würde.

Macgregor warnt davor, dass viele in Washington und Europa die Situation völlig falsch einschätzen. Die Vorstellung, man könne einen begrenzten Krieg führen oder kontrollieren, sei eine gefährliche Illusion. Sobald ein solcher Konflikt beginne, könne er sich schnell ausweiten und außer Kontrolle geraten.

Dabei verweist er auch auf die globale Machtverschiebung. Während der Westen sich als dominierende Kraft sehe, stehe ein großer Teil der Welt – insbesondere Staaten des globalen Südens – politisch und wirtschaftlich näher an Russland, China und Iran. In einem größeren Konflikt wäre der Westen daher weit weniger isoliert handlungsfähig, als oft angenommen.

Ein besonders eindringlicher Teil seiner Analyse betrifft die wirtschaftlichen Folgen eines solchen Szenarios. Selbst ohne den Einsatz von Atomwaffen könnte ein globaler Konflikt die westlichen Volkswirtschaften schwer treffen: Handelsketten würden zusammenbrechen, Energiepreise explodieren und der Lebensstandard massiv sinken. Ein Krieg könne somit nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich verheerend wirken.

Macgregor erinnert zudem daran, dass große Kriege in der Geschichte oft nicht aus klaren Entscheidungen entstanden, sondern durch Ereignisse, Fehlkalkulationen oder bewusst herbeigeführte Vorfälle eskalierten. Beispiele wie Pearl Harbor oder der Golf von Tonkin zeigen seiner Ansicht nach, wie Konflikte politisch instrumentalisiert oder durch bestimmte Ereignisse ausgelöst wurden.

Seine Warnung ist eindeutig: Auch heute bestehe die Gefahr eines solchen Eskalationsmoments – etwa durch einen Zwischenfall auf See im Roten Meer, im Mittelmeer oder im Indischen Ozean. Ein einzelnes Ereignis könne ausreichen, um eine Kettenreaktion in Gang zu setzen, die in einen großen Krieg mündet.

Am Ende bleibt seine zentrale Botschaft: Die Welt befindet sich bereits in einer Phase multipler Konflikte, die jederzeit in einen größeren Krieg übergehen könnten. Nicht weil jemand ihn bewusst will, sondern weil politische Entscheidungen, Fehleinschätzungen und strategische Interessen immer weiter in Richtung Eskalation führen.

Oder, wie Macgregor es sinngemäß beschreibt:
Der gefährlichste Krieg ist der, in den man hineingerät, ohne ihn wirklich führen zu wollen.

(Auszug von RSS-Feed)

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Die Welt wird nach dem Krieg gegen den Iran nicht mehr dieselbe sein

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Die Analyse des Ökonomen Michael Hudson

In einem aktuellen Interview mit Glenn Diesen hat der renommierte US-Ökonom und Historiker Michael Hudson die dramatischen Folgen des Krieges gegen den Iran für die globale Wirtschaft analysiert. Hudson, bekannt für seine kritische Auseinandersetzung mit dem US-Imperialismus und der Finanzialisierung der Wirtschaft, beschreibt den Konflikt nicht als regionalen Krieg, sondern als einen Wendepunkt, der die Weltordnung unwiderruflich verändert. Energieversorgung, Düngemittel, Finanzsystem und geopolitische Allianzen geraten ins Wanken – eine Rückkehr zur alten Normalität ist ausgeschlossen.

Krieg um Ressourcen und globale Kontrolle

Michael Hudson sieht den Krieg gegen den Iran als Teil eines umfassenden US-Versuchs, die Kontrolle über die Weltwirtschaft durch die Beherrschung der Öl- und Rohstoffexporte zu sichern. Der Konflikt sei kein isolierter militärischer Einsatz, sondern ein „Weltkrieg II“, weil Energie, Düngemittel und andere Exporte ölproduzierender Länder für die gesamte Welt lebenswichtig seien.

Die USA hätten bereits zuvor Venezuela angegriffen und dessen Präsidenten entführt, um das Öl unter eigene Kontrolle zu bringen. Nun gehe es um Iran: Das Ziel sei nicht die Verhinderung einer Atombombe – Iran strebe keine an –, sondern die vollständige Beherrschung der OPEC-Ölreserven.

Seit 2003 versuchten die USA, Irak, Syrien, Libyen und schließlich Iran zu kontrollieren. Die Straße von Hormus, durch die ein Großteil des saudischen und OPEC-Öls fließt, sollte zum Choke Point werden. Trump habe jedoch erkannt, dass eine militärische Besetzung der Inseln militärisch unhaltbar sei, und stattdessen direkt auf die Ölressourcen abgezielt.

Sanktionen als strategische Waffe

Hudson betont, dass die USA ihre Außenpolitik bewusst auf die Fähigkeit stützen, Ölexporte weltweit abzuschneiden. Sanktionen gegen Iran, Venezuela und Russland dienten genau diesem Zweck: Nur Öl aus US-kontrollierten Quellen solle den Verbündeten zur Verfügung stehen.

Trump habe dies offen ausgesprochen – im Gegensatz zu früheren Präsidenten, die dieselbe Politik verfolgten, aber weniger direkt. Kein ehemaliger US-Präsident (Biden, Obama, Bush) habe Trump kritisiert.

Selbst europäische Führer applaudierten ihm rhetorisch, obwohl sie den USA den Luftraum verweigerten. Die Sanktionen blieben bestehen, und niemand klage Trump als Kriegsverbrecher an. Dies zeige, wie tief die Abhängigkeit von der US-Dominanz in den Köpfen verankert sei.

Wirtschaftliche Folgen: Ein irreversibler Schock

Die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen seien katastrophal und irreversibel. Iran blockiere nicht nur Ölexporte vollständig, sondern auch Düngemittel und andere Rohstoffe.

Helium-Produktion sei durch Zerstörung der Anlagen unterbrochen, was bereits zu weltweiten Einschränkungen in der Medizintechnik führe. Obwohl Iran gegen Zahlung von zwei Millionen Dollar pro Schiff wieder begrenzte Ölexporte durch die Straße von Hormus zulasse, bleibe der Export von Düngemitteln gesperrt.

Die Welt stehe kurz vor der Pflanzsaison – ohne Düngemittel drohten massive Ernteausfälle. Die Unterbrechung der Lieferketten für Öl, Gas, Ammoniak, Schwefel und Helium sei nicht rückgängig zu machen.

Reparationen für die Schäden in Iran seien notwendig, doch niemand wisse, wer sie zahlen solle. Das Ergebnis: Die schwerste Depression seit den 1930er Jahren sei unvermeidbar, unabhängig davon, ob ein Waffenstillstand erreicht werde.

Die Börsenrallye in den USA – der Dow Jones stieg kurzzeitig um 1000 Punkte – sei reines Wunschdenken. Die Märkte ignorierten die Realität: Die Handlungen der USA und Israels seien irreversibel.

Das fragile US-Finanzsystem

Hudson erklärt detailliert, warum das US-Finanzsystem besonders verwundbar ist. Seit dem Hypotheken-Crash 2008 habe die Fed mit Nullzins-Politik die Banken gerettet, indem sie Kredite für Immobilien, Aktien und Anleihen vergünstigte.

Dies habe zu einer enormen Asset-Preis-Inflation geführt, während Reallöhne stagnierten und 40 Prozent der Amerikaner keine Ersparnisse besäßen.

Private-Equity-Firmen wie Blackstone hätten zu Billigzinsen Unternehmen aufgekauft, sie „financialisiert“ und ausgeblutet, um Renditen zu maximieren. Das gesamte System sei ein Ponzi-Schema.

Nun stiegen die Zinsen – und das System breche zusammen. Die Kriegsfolgen verschärften dies: Unterbrochene Zahlungsströme führten zu Kreditausfällen. Die Schuldenpyramide kehre sich in eine Schrumpfung – eine klassische Depression.

Geopolitische Verschiebungen

Auch die Auswirkungen auf andere Großmächte seien erheblich. Russland, China und Indien würden getroffen, aber anders als Europa.

Europa habe sich laut Hudson selbst isoliert, etwa durch den Verzicht auf russische Energie. Deutschland sei bereits ein warnendes Beispiel mit sinkendem BIP.

Die NATO und EU könnten unter diesem Druck zerbrechen: Regierungen müssten entweder massive Subventionen zahlen oder den Lebensstandard senken.

China fürchte um seine Energieversorgung, Indien müsse seine Strategie anpassen. Besonders hart treffe es den globalen Süden: Ohne Energie und Düngemittel drohten Hungersnöte, insbesondere in Afrika.

Das Ende der US-Hegemonie

Hudson beschreibt keinen langsamen Niedergang, sondern einen abrupten Bruch. Die USA hätten ihr eigenes Imperium durch aggressive Politik selbst destabilisiert.

Sanktionen, Kriege ohne Mandat und wirtschaftlicher Druck hätten das internationale System untergraben. Die Welt teile sich neu: Asien werde zum Zentrum, während Europa und die USA zurückfallen.

Internationale Institutionen wie IWF, Weltbank und UNO seien überholt. Neue Strukturen – eigene Währungen, Handelsregeln und Sicherheitsarchitekturen – würden notwendig.

Eine neue Weltordnung entsteht

Langfristig müsse die Welt lernen, sich unabhängig vom US-dominierten System zu machen. Selbstversorgung, neue Allianzen und alternative Finanzsysteme würden entscheidend.

Der globale Süden beginne zu erkennen, dass Abhängigkeit von westlichen Märkten gefährlich sei. Gleichzeitig verlagerten Konzerne ihre Aktivitäten, während neue Machtzentren entstehen.

Fazit: Eine Systemkrise ohne Rückkehr

Hudson zeichnet ein düsteres Bild: Der Krieg gegen den Iran habe die globalen Strukturen irreversibel beschädigt. Energiekrise, Finanzinstabilität und geopolitische Umbrüche seien unausweichlich.

Die Welt stehe vor einer grundlegenden Neuordnung.

Ob daraus Stabilität entsteht oder Chaos, hängt davon ab, ob Staaten bereit sind, neue Systeme aufzubauen – statt an einer alten Ordnung festzuhalten, die bereits zerbrochen ist.

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Neue Videos am Dienstag

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Zeitnah, unabhängig und direkt: Die aktuellsten Videos warten auf euch!

Verschafft euch einen fundierten Überblick zum Start in den Tag. Ob internationale Ereignisse, kultureller Wandel oder politische Analysen – wir fassen zusammen, was wirklich zählt. Keine Nebengeräusche, keine Schönfärberei – nur Inhalte mit Wirkung. Klickt euch rein, bleibt kritisch und diskutiert mit, denn Wissen wächst im Dialog.

BERICHT AUS IRAN: Zensur? Reaktion auf deutsche Medien

BERICHT aus der Straße von Hormus: Nicht gesperrt, sondern unter iranischer Kontrolle

„Entfesselt die Hölle“: Trumps Plan für Truppen am Boden ist ein DISASTER (Redacted -Deutsch via FM)

Seyed M. Marandi: Jemen greift ein – Wird das Rote Meer als Nächstes blockiert?

Angriffe auf Russlands Ölhäfen! Sie spielen mit dem Feuer und schießen sich damit selbst in den Kopf

Ernst Wolff: Merz mit falschem Spiel | DAS wird momentan vorbereitet!

Iran-Krieg ist nur der Anfang – Das eigentliche Ziel sind WIR!

Warum Jacques Baud sanktioniert wurde – Ein Gespräch über Krieg, Kritik und Europa

GEPLANTER UNTERGANG? Die schockierende Wahrheit über die okkulten Pläne der Elite! (W. Eggert, 2008)

Claude „Mythos” geleakt, OpenAIs MEGA-Plan, Optimus-3, Terafab, TUM-Interview & weitere KI-News

Deutschlands erster Dating-Coach: Was brauchen junge Männer wirklich?

„Die Truman Show“ wollte euch warnen (Moon – Deutsch)

Weltweite Hungersnot geplant

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Nina Hagen trifft Wolfgang Eggert: Dieses Interview SPRENGT DEIN WELTBILD

Anti-Aging-Experte: Hände weg von Kassenbons! So schmilzt Ihr Bauchfett sofort

Die gefährlichste Zutat in Lebensmitteln, die nie deklariert wird!

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Iran macht Israel dem Erdboden gleich, Trump gerät in Panik, während US-Marines Kharg und Hormuz ins Visier nehmen | Larry Johnson

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Der Konflikt im Nahen Osten hat im März 2026 eine dramatische Eskalationsstufe erreicht. Im Rahmen der Operation „True Promise 4“ hat der Iran zusammen mit Verbündeten wie der Hisbollah und den Huthis aus dem Jemen Israel massiv unter Beschuss genommen. Gleichzeitig droht die Schließung der Straße von Hormuz die globale Energieversorgung zu destabilisieren. In einem aktuellen Interview analysiert der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson die Lage als asymmetrischen Abnutzungskrieg, in dem Israel und die Golfstaaten durch ihre geringere strategische Tiefe und erschöpfte Luftabwehr zunehmend in Bedrängnis geraten. Die US-Regierung unter Präsident Trump reagiert mit widersprüchlichen Signalen – von Drohungen einer Bodenoperation bis zu Panik über steigende Ölpreise.

Asymmetrie des Krieges: Größe, Tiefe und Ausdauer

Larry Johnson erklärt die Dynamik mit einem einfachen Vergleich: Ein großes Territorium (Iran) kann täglich Angriffe absorbieren und fortsetzen, während ein kleines Land (Israel, ca. 22.000 km²) schnell an seine Grenzen stößt. Israel verfügt nur über wenige große Ballungszentren – Jerusalem, Haifa und Tel Aviv –, in denen über die Hälfte der Bevölkerung lebt. Es gibt keine Dutzende verstreuter Kraftwerke oder Raffinerien wie im Iran.

Jeder Treffer auf israelische Infrastruktur wie die Chemiefabrik Ramat Hov nahe Dimona oder die Raffinerie in Haifa wirkt daher viel schwerwiegender als vergleichbare Schäden im Iran. Johnson betont: „Es schmerzt Israel mehr, eine einzige Chemiefabrik zu verlieren, als dem Iran zehn davon zu nehmen.“ Iran besitze strategische Tiefe, während Israels Fähigkeit, Schmerz zu ertragen, deutlich geringer sei – trotz der hohen Belastung für die iranische Bevölkerung.

Täglich gehen Berichte über Millionen Israelis in Schutzräumen ein. Die israelischen Abfangsysteme (Iron Dome, David’s Sling) zeigen deutliche Schwächen: Laut Berichten dringen bis zu 80 % der iranischen Raketen durch. Die Hisbollah koordiniert Angriffe aus dem Libanon, die Huthis aus dem Jemen nutzen sogar hypersonische Waffen wie die „Palestine 2“, die Israel in nur etwa 15 Minuten erreichen kann.

Schwere Verluste der IDF und interne Warnungen

Die israelische Armee (IDF) steht unter enormem Druck. Der aktuelle Generalstabschef hat vor dem Sicherheitskabinett Alarm geschlagen: Die IDF stehe kurz vor dem Kollaps, das Reservistensystem halte nicht mehr lange durch. Es fehle an einer neuen Wehrpflicht-, Reservisten- und Dienstverlängerungsgesetzgebung. Ohne diese könne die Armee ihre Routineaufgaben bald nicht mehr erfüllen.

Besonders dramatisch sind die Verluste im Libanon: Die Hisbollah hat in einem einzigen Tag 21 Merkava-Panzer (die modernsten der IDF) ausgeschaltet, zuvor bereits acht weitere. Insgesamt sollen seit Beginn der Offensive in Südlibanon über 100 Panzer zerstört oder kampfunfähig gemacht worden sein. Das erinnert an die Niederlage von 2006, ist aber nach Johnsons Einschätzung noch schwerwiegender. Israel habe weder die Hamas in Gaza entscheidend geschlagen noch die Hisbollah bezwingen können – trotz massiver materieller Überlegenheit.

Interne israelische Stimmen bestätigen die Krise: Ein ehemaliger Ombudsmann der IDF warnte, was im nächsten Kriegsabschnitt auf Israel zukomme, sei „erschreckend“. Johnson zitiert hebräischsprachige Medien, die offen über die prekäre Lage sprechen.

Erschöpfung der Luftabwehr in Israel und den Golfstaaten

Die Golfstaaten (UAE, Bahrain, Saudi-Arabien) und Israel haben in nur einem Monat Tausende Abfangraketen verschossen – offiziell bis zu 2.400 allein im Golfraum. Johnson zweifelt an diesen Zahlen: Der Gesamtbestand an modernen PAC-3-Raketen (Patriot) lag Ende 2025 bei maximal ca. 4.620 Stück weltweit. Ein erheblicher Teil sei bereits in der Ukraine und in früheren Konflikten verbraucht worden. Was jetzt gefeuert werde, seien vermutlich ältere PAC-2- oder gar PAC-1-Varianten – optisch eindrucksvoll, aber militärisch oft wirkungslos.

Die Folge: Die Luftverteidigung der Golfstaaten sei weitgehend erschöpft. Iran könne Ziele nach Belieben angreifen. Berichte sprechen von Treffern auf US-Kommandozentralen in den Emiraten, Drohnenangriffen auf die 5. US-Flotte und Schäden an Infrastruktur. Ein iranischer Sprecher reagierte auf Trumps Drohungen klar: Die Straße von Hormuz bleibe für „feindlichen Verkehr“ gesperrt; bei Angriffen auf iranische Anlagen drohe die vollständige Schließung, verbunden mit Vergeltung gegen Energieinfrastruktur in Israel und bei US-Verbündeten.

Die Golfstaaten unter Druck: Fragile Strukturen

Johnson beschreibt die Golfmonarchien als wenig resilient. Die Vereinigten Arabischen Emirate – trotz futuristischer Wolkenkratzer – verfügen teilweise über kein modernes Kanalisationssystem; Abwasser werde täglich per Lkw abtransportiert. 83 % der Einnahmen aus Öl, Tourismus, Handel und Finanzen seien durch den Konflikt weggebrochen. Dubai und andere Zentren leiden massiv.

Noch kleiner und verwundbarer ist Bahrain mit hohem schiitischem Bevölkerungsanteil und einem Herrscher, der das Land verlassen habe. Johnson prognostiziert: Möglicherweise brechen UAE oder Bahrain als Staaten in den kommenden Monaten zusammen. Saudi-Arabien und andere haben keine echte organische politische Basis – sie beruhen auf Stammesdominanz und Öleinnahmen. Im Gegensatz dazu wählten nur Irak und Iran ihre Führungen (wenn auch eingeschränkt).

Iran nutze die Situation, um die Machtverhältnisse im Golf neu zu ordnen – möglicherweise sogar in Abstimmung mit der Türkei.

US-Politik unter Trump: Widersprüche und Eskalationsrisiken

Präsident Trump sendet widersprüchliche Signale: Einerseits spricht er von Verhandlungen mit einem „neuen, besseren Regime“ in Iran, andererseits droht er mit der „Auslöschung“ von Kraftwerken, Ölfeldern und der Insel Kharg (dem zentralen iranischen Ölexporthafen). Gleichzeitig plant die US-Regierung offenbar Bodenoperationen – unter anderem mit Marines und Fallschirmjägern –, um die Straße von Hormuz „zu öffnen“ oder 1.000 Pfund angereichertes Uran zu bergen.

Johnson hält solche Pläne für logistisch hochproblematisch und militärisch fragwürdig:

Eine Bodenoperation auf Kharg oder zur Öffnung der Meerenge ignoriert Minen, Unterwasser-Drohnen, U-Boote, Küstenartillerie und Raketen.
Ein Raid ins iranische Inland (z. B. zu Uranlagern) erfordert extreme Luftunterstützung, Treibstoffdepots und birgt hohe Verlustrisiken – wie schon bei früheren US-Operationen (Eagle Claw 1980, Bin-Laden-Raid).
Die Idee, Öl zu kontrollieren, widerspricht früheren Sanktionslockerungen, die den Ölfluss eigentlich erhöhen sollten.

Johnson sieht hier „Panik, getarnt als Aggression“. Die Operationen seien teilweise PR-getrieben und gefährdeten US-Soldaten ohne klaren militärischen Nutzen.

Wirtschaftliche und globale Folgen: Stagflation und multipolare Verschiebung

Die Schließung der Straße von Hormuz (durch die normalerweise ca. 20 % des weltweiten Öls fließen) hat die Ölpreise massiv in die Höhe getrieben. In den USA stieg Benzin teilweise auf über 6 Dollar pro Gallone (Kalifornien). Diesel verteuerte sich noch stärker. Das treibt Inflation, Transportkosten, Düngemittelpreise und Lieferketten in die Höhe – mit Risiko einer Stagflation wie in den 1970er Jahren.

Iran verdient trotz Sanktionen weiter durch Exporte nach China (teilweise über chinesische Tanker mit „Toll“). Die Golfstaaten verlieren massiv. Langfristig beschleunigt der Konflikt den Übergang zu einer multipolaren Weltordnung: China profitiert vom Absatz von Elektrofahrzeugen, Russland und Iran festigen ihre Positionen. Der Dollaranteil an globalen Reserven sinkt weiter. Johnson sieht hier den Beginn einer neuen wirtschaftlichen und politischen Ordnung – vergleichbar mit dem Aufstieg Chinas nach 1972.

Selbst Flugzeugträger wie die USS Gerald Ford (die offenbar durch einen Brand schwer beschädigt wurde) und hohe Wolkenkratzer verlieren in dieser Ära mit Hyperschallwaffen und Drohnen an Relevanz.

Fazit: Ein Wendepunkt mit ungewissem Ausgang

Larry Johnson zeichnet ein Bild eines Krieges, den Israel und die US-gestützten Golfstaaten auf Dauer kaum durchhalten können. Die „Achse des Widerstands“ (Iran, Hisbollah, Huthis, irakische Milizen) zeigt Koordination und Ausdauer. Interne israelische Warnungen und erschöpfte Abwehrsysteme deuten auf ernste Schwierigkeiten hin.

Die US-Politik wirkt widersprüchlich und risikoreich. Ob eine Bodenoperation kommt oder Verhandlungen greifen, bleibt offen – doch die wirtschaftlichen Schocks (Ölpreise, Inflation) treffen bereits jetzt die globale Wirtschaft. Der Konflikt könnte die politische Landkarte des Nahen Ostens und die Weltwirtschaftsordnung nachhaltig verändern. Johnson warnt: Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein – mit hohem Risiko weiterer Eskalation.

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„Mir wäre für meine Kinder Party lieber als Ostfront“ – Johannes Varwick über die Wehrpflicht am Schadow-Gymnasium

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Ein olivgrüner Zeitgeist zieht in die Klassenzimmer ein: Während die Politik erbittert über die Wehrpflicht streitet, wird die Schule zum Schauplatz einer neuen Militarisierungsdebatte. Am 26. März 2026 diskutierten Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Dr. Pia Fuhrhop von der Stiftung Wissenschaft und Politik und der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Johannes Varwick am Berliner Schadow-Gymnasium über staatlichen Zwang und die Neuausrichtung der Bundeswehr auf den Ernstfall. Dient dieser Austausch noch der politischen Bildung oder schon der moralischen Mobilmachung? Éva Péli sprach mit Johannes Varwick, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg, über den Zustand der politischen Bildung – und warum er den aktuellen Aufrüstungswahn sowie den herrschenden Kriegskurs für einen fatalen Irrweg hält.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Herr Prof. Varwick, am Donnerstag haben Sie im Schadow-Gymnasium gemeinsam mit dem Unionspolitiker Thomas Röwekamp (MdB, CDU) und Pia Fuhrhop von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) über die Wehrpflicht diskutiert – an einem Ort der Bildung und freien Entfaltung. Wie haben Sie die Rolle der Schule in diesem Kontext wahrgenommen: Ging es dort primär um die politische Bildung mündiger Bürger oder sahen Sie Tendenzen, eine junge Generation moralisch auf künftige Pflichtdienste vorzubereiten?

Die Veranstaltung war aus meiner Sicht wohltuend anders: Es ging um den offenen Austausch von Argumenten auf einem Panel, bei dem sehr unterschiedliche Standpunkte zu Wort kamen. Agitiert hat da niemand, die freie Rede und Gegenrede war jederzeit möglich und gewollt. Das entsprach in vorbildlicher Weise dem so genannten Beutelsbacher Konsens der politischen Bildungsarbeit, dessen Kern das „Überwältigungsverbot“ und auch die Maßgabe ist, dass Dinge, die kontrovers sind, auch kontrovers dargestellt werden müssen.

Sie saßen dort einer Generation gegenüber, die durch die Krisen der letzten Jahre bereits stark belastet ist. Welchen Eindruck hatten Sie von der Resonanz der Jugendlichen im Saal? Überwog das kritische Hinterfragen staatlicher Eingriffe oder nehmen Sie eher eine wachsende Akzeptanz für militärische Themen im Schulalltag wahr?

Die Aula des Schadow-Gymnasiums war bis auf den letzten Platz gefüllt und sowohl der Applaus als auch die Nachfragen waren breit und bunt: Von sehr kritischen Positionen und deutlicher Kritik an der Bundesregierung bis hin zur Unterstützung der Regierungslinie bei der Wiedereinsetzung der Wehrpflicht war nahezu alles dabei.

In der aktuellen Debatte fällt oft der Begriff der „Ehrenpflicht“. Wie gewichten Sie das Verhältnis zwischen staatlicher Verteidigungsfähigkeit und dem Recht des Einzelnen auf eine Lebensgestaltung ohne Zwang? Wo verläuft für Sie hier die rote Linie?

Das ist eine zentrale Frage: Wann und unter welchen Voraussetzungen darf ein Staat eine so drastische Maßnahme wie einen Zwangsdienst für junge Menschen vorsehen? Das Grundgesetz ist da eindeutig. Es heißt dort: „Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden. Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden“.

Die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt – nicht abgeschafft. Begründung war einerseits, dass die sicherheitspolitische Lage einen derartigen Grundrechtseingriff nicht mehr erfordere. Andererseits war die sogenannte Wehrgerechtigkeit nicht mehr gegeben. Das bedeutet schlicht: Ein solcher Zwang ist rechtlich nur haltbar, wenn er fast alle eines Jahrgangs trifft. Da aber nur noch ein sehr kleiner Teil tatsächlich herangezogen wurde, wurde der Dienst zu reiner Zufallssache und damit zur unzulässigen Belastung Einzelner. Ich sehe nicht, dass sich daran etwas geändert hätte – eine Rückkehr zur Wehrpflicht wäre heute wie damals ein massiver und ungerechtfertigter Eingriff in die Lebensgestaltung junger Menschen. Auch wenn sich die sicherheitspolitische Lage natürlich mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine deutlich verschlechtert hat.

Das ist die rechtliche Theorie. Mein Kollege Marcus Klöckner stellt hier jedoch die moralische Grundsatzfrage: Darf ein Staat den Einzelnen überhaupt dazu zwingen, gegen seinen Willen zu töten oder selbst getötet zu werden? Ist dieser „legitime Zwang“ nicht am Ende schlicht „Menschenfängerei“, die das Individuum zum bloßen Staatsmaterial degradiert? Zumal Juristen warnen, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Ernstfall faktisch ausgehebelt werden könnte. Wo ziehen Sie die moralische Grenze, wenn der Staat das Recht auf Leben des Einzelnen seiner Logik komplett unterordnet?

Das ist keine Theorie, sondern Verfassungspraxis. Ein Staat hat auch meines Erachtens grundsätzlich das Recht auf Zwangsmaßnahmen, das gilt etwa für die Steuerpflicht wie auch für die in der Verfassung vorgesehene Wehrpflicht beziehungsweise einen Ersatzdienst. Natürlich ist das ein Grenzbereich und nur dann verantwortbar, wenn der Staat damit verantwortlich umgeht. Das ist in Demokratien wahrscheinlicher als in anderen Staatsformen.

Und genau das ist der entscheidende Punkt. Der Altkanzler Helmut Schmidt hat mal bei einem öffentlichen Gelöbnis vor Bundeswehrrekruten gesagt: Ihr könnt euch darauf verlassen, dieser Staat wird euch nicht missbrauchen. Das ist für mich der Maßstab. Anders formuliert: Wenn die sicherheitspolitische Lage eine Wehrpflicht zur Landesverteidigung erforderlich machen würde, dann wäre ich dafür, zumal das Recht auf zivilen Ersatzdienst ebenso Verfassungsrang hat. Beides würde aber auch Zwangselemente beinhalten. Wenn das nicht möglich wäre, wäre ein Staat am Ende.

Und die moralische Grenze muss jeder für sich selbst ausloten – wer sich dem System entziehen will, der kann dies tun, muss aber dann die Konsequenzen tragen. Im Übrigen: Im Krieg würden auch Zivilisten gegen ihren Willen getötet und wir müssen darüber streiten, wie sich das verhindern lässt. So weit sind wir glücklicherweise in Deutschland derzeit nicht, aber deshalb brauchen wir zugleich eine politische Debatte über die richtige Sicherheitspolitik. Das kann man einfach nicht von der Beurteilung zur Legitimität einer Wehrpflicht trennen.

Politiker wie Ex-Außenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) fordern einen Abschied vom bundesdeutschen Pazifismus. Ist die wachsende Präsenz der Bundeswehr an den Schulen nicht eher ein Weg zu mehr „Kriegstüchtigkeit“ statt zur Friedensfähigkeit durch Diplomatie und Interessenausgleich?

Ja, das ist sie leider. Der Zeitgeist ist derzeit olivgrün. Wir brauchen aber meines Erachtens keine Militarisierung des Denkens, sondern die Rückkehr zu einer ausgewogenen Sicherheitspolitik, die Verteidigungsfähigkeit mit ordentlich ausgestatteten und auskömmlich finanzierten Streitkräften sicherstellt. Wer jetzt die alte Wehrpflicht wieder aus der Mottenkiste holt, der gibt nicht die richtigen Antworten auf eine Lage, in der Sicherheitspolitik breiter als in militärischen Kategorien gedacht werden sollte.

Hatten Sie den Eindruck, dass in der Diskussion im Schadow-Gymnasium alternative Wege – etwa Deeskalation und diplomatische Konfliktlösung –überhaupt ausreichend Raum fanden?

Über „ausreichend“ lässt sich streiten, aber dort wurde weniger einseitig diskutiert als oft bei anderen Veranstaltungen. Schön wäre es natürlich gewesen, noch einen klassischen Friedensforscher oder eine Friedensforscherin dabei zu haben – die sind inzwischen aber rar gesät. Auch ein Pazifist oder eine Pazifistin hätte dem Panel gutgetan.

Welchen tatsächlichen Sicherheitsgewinn versprechen Sie sich von einer reaktivierten Wehrpflicht? Wir beobachten derzeit den Abschied von einer Friedensfähigkeit, für die auch die deutsche Ostpolitik stand, hin zu einer Militarisierung fast aller gesellschaftlichen Bereiche. Welche „Kosten-Nutzen-Rechnung“ für die Gesellschaft sehen Sie dabei?

Ich sehe keinen Nutzen, sondern nur weitere Verschwendung von finanziellen Mitteln und eben eine erhebliche Freiheitsbeschneidung einer Generation, die ohnehin vor sehr großen Problemen und Belastungen steht. Von den rund 700.000 jungen Menschen pro Jahrgang leisten aktuell bereits etwa 95.000 einen freiwilligen Gesellschaftsdienst, der von vielen als sinnstiftend empfunden wird – und für den es mehr Nachfrage als Angebot gibt. Für einen Dienst bei den Streitkräften gilt das offenkundig nicht.

Über die Einführung eines besser ausgestatteten Freiwilligendienstes, der entweder bei der Bundeswehr oder bei anderen Einrichtungen geleistet werden könnte, ließe sich reden. Aber die klassische Wehrpflicht, deren Gegenpol dann selbstverständlich auch ein Zivildienst sein müsste, ist eben ein Grundrechtseingriff, der Vielen zupasskäme, der aber für mich nicht in die Zeit passt. Der jungen Generation zudem pauschal vorzuwerfen, sie interessiere sich nicht für die Gesellschaft, weil sie keinen Kriegsdienst leisten wolle, ist neben der Spur. Und selbst wenn es so wäre: Mir wäre für meine Kinder Party lieber als Ostfront.

Ein Argument der Wehrpflicht-Befürworter ist die schiere Masse. Wenn wir aber den aktuellen Drohnenkrieg und die hochtechnisierte Kriegsführung betrachten: Ist die Idee, Zehntausende ungelernte junge Menschen zwangsweise einzuziehen, nicht ein militärischer Anachronismus? Wurde im Gymnasium thematisiert, dass moderne Kriege Spezialisten brauchen und keine Masse an unfreiwilligen Soldaten?

Darüber haben wir auf dem Panel gesprochen und es kamen auch Schülerfragen zu diesem Aspekt. Für mich in der Tat eine wichtige Frage: Die Wehrpflichtigen wären wohl eher Kanonenfutter in Kriegen, die besser niemals stattfinden sollten. Das heißt nicht unbedingt, dass die Bundeswehr als Berufsarmee nicht moderat erhöht werden muss – die derzeitige Personalstärke von etwa 186.000 Soldaten ist wohl tatsächlich eine Untergrenze. Aber das ließe sich dann erreichen, wenn die Bedingungen bei der Bundeswehr besser und vor allem die politischen Konzepte überzeugender wären. Es ist nachvollziehbar und sogar gut, dass Viele nicht zu einer Bundeswehr wollen, die kriegstüchtig statt verteidigungsfähig gemacht werden soll.

Der Auftrag der Bundeswehr ist laut Grundgesetz die Verteidigung des Landes. Laut Einschätzung verschiedenster Analysen droht der Bundesrepublik derzeit kein Angriff von außen mit militärischen Mitteln wie Panzern oder Raketen. Welchen Interessen und Zielen dient der Ausbau der Bundeswehr durch eine neue Wehrpflicht angesichts dieser Lage tatsächlich?

Ich bin sehr für Landesverteidigung, aber was dafür notwendig ist und woher die Bedrohungen für Stabilität und Sicherheit kommen, darüber muss man streiten. Ich vertrete in der Tat die Auffassung, die derzeit mehrheitlich vertretene Bedrohungsanalyse ist alarmistisch und beruht in dem Sinne auf wenig rationalen Annahmen. Wir sollten in der Sicherheitspolitik wieder zu Maß und Mitte zurückkehren, die weitere Militarisierung der Gesellschaft beenden, die teure Aufrüstungsorgie und das überzogene 5-Prozent-Ziel deutlich zurückschrauben und vor allem den Kriegstüchtigkeitsdiskurs einmotten.

Über den Interviewpartner: Prof. Dr. Johannes Varwick ist Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg. Er gilt als einer der profiliertesten deutschen Experten für Sicherheitspolitik und die Rolle der NATO. Varwick war unter anderem Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und lehrt regelmäßig an internationalen Militärakademien. In seinem aktuellen Buch „Stark für den Frieden“ (2025/2026) setzt er sich kritisch mit der zunehmenden Militarisierung der europäischen Außenpolitik auseinander und wirbt für eine Rückkehr zu realpolitischen diplomatischen Ansätzen sowie das Konzept einer „bewaffneten Neutralität“ für die Ukraine.

Titelbild: Valeri Schiller

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Der Iran zerstört eine saudische Air Base und mehr – ein schwerer Schlag für Trump und Israel – Mohammad Marandi

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In der Nacht zum 28. März 2026 hat sich der Konflikt im Nahen Osten dramatisch zugespitzt. Iran hat mit einer umfassenden Vergeltungskampagne auf vorangegangene Angriffe der USA und Israels auf seine Infrastruktur – darunter Stahlwerke, Universitäten und zivile Einrichtungen – reagiert.

Besonders im Fokus steht der schwere Schlag gegen den Prince-Sultan-Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien, wo US-Truppen stationiert sind.

Professor Mohammad Marandi, iranischer Politikwissenschaftler und regelmäßiger Gast in internationalen Debatten, hat diese Entwicklungen in einem ausführlichen Interview mit dem US-Analysten Danny Haiphong analysiert.

Marandi betont dabei die iranische Perspektive: Iran habe diesen Krieg nicht begonnen, wolle keine Eskalation, reagiere jedoch entschlossen auf Aggressionen.

Der Angriff auf den Prince-Sultan-Luftwaffenstützpunkt – ein symbolischer und militärischer Rückschlag

Der Prince-Sultan-Air-Base (PSAB) südlich von Riad ist einer der wichtigsten Stützpunkte der USA in der Region. Er dient als Hub für Luftoperationen, Luftbetankung und Überwachung.

In der Nacht zum 28. März 2026 trafen iranische Raketen und Drohnen den Stützpunkt. Nach US-Angaben wurden dabei 12 bis 15 amerikanische Soldaten verletzt, darunter mehrere schwer (teilweise mit traumatischen Hirnverletzungen). Mindestens zwei Soldaten befanden sich in kritischem Zustand.

Noch gravierender sind die materiellen Schäden: Mehrere KC-135-Stratotanker – Flugzeuge, die für die Luftbetankung von Kampfflugzeugen entscheidend sind – wurden getroffen, einige davon zerstört oder schwer beschädigt.

Berichte sprechen von bis zu acht beschädigten oder zerstörten Tankern. Zusätzlich wurde mindestens ein E-3-Sentry-AWACS-Flugzeug (Airborne Warning and Control System) schwer getroffen oder zerstört.

Dieses System ist für die Luftraumüberwachung, die Koordination von Angriffen und die Erkennung feindlicher Luftabwehr unverzichtbar. Der Verlust solcher Hochwertziele schwächt die operative Fähigkeit der US-Luftwaffe in der Golfregion erheblich.

Iran hatte vor dem Angriff Zivilisten und nicht-militärisches Personal gewarnt, den Bereich zu verlassen – eine Praxis, die Marandi mehrfach hervorhebt, um den Unterschied zu den Angriffen der Gegenseite zu unterstreichen.

Der Stützpunkt wird auch von Saudi-Arabien genutzt und symbolisiert die enge militärische Zusammenarbeit zwischen den Golfstaaten und den USA.

Der erfolgreiche Durchbruch der Luftabwehr trotz US- und saudischer Systeme wird von Marandi als Beweis für die iranische Durchhaltefähigkeit gewertet.

Weitere iranische Schläge gegen Golfstaaten und wirtschaftliche Ziele

Der Angriff auf Saudi-Arabien war Teil einer breiteren Vergeltungswelle. Iran feuerte Hunderte von Projektilen über den Persischen Golf ab und traf Infrastruktur in mehreren Ländern:

Vereinigte Arabische Emirate: Das Aluminiumwerk von Emirates Global Aluminium (EGA) in Al Taweelah (Khalifa Economic Zone Abu Dhabi) erlitt „signifikante Schäden“. Das Werk ist einer der größten Aluminiumproduzenten weltweit und produziert jährlich über 1,6 Millionen Tonnen. Mehrere Mitarbeiter wurden verletzt, die Produktion ist stark beeinträchtigt oder vorübergehend lahmgelegt. Iran nannte dies eine gezielte Antwort auf Angriffe auf iranische Industrieanlagen.

Kuwait: Brände am internationalen Flughafen und an einem Stahlwerk wurden gemeldet. Kuwait gilt als besonders hart getroffen, da seine militärische Infrastruktur bereits früher massiv beschädigt wurde.

Bahrain: Auch das Aluminiumwerk Aluminium Bahrain (Alba) wurde angegriffen und bestätigte Schäden.

Marandi erklärte, dass Iran gezielt Infrastruktur ins Visier nehme, die US-Streitkräfte beherberge oder den Krieg gegen Iran unterstütze (durch Nutzung von Luftraum, Basen oder Logistik).

Er betonte, dass diese Schläge nicht wahllos seien, sondern eine proportionale und sogar überproportionale Antwort darstellten, um weitere Aggressionen abzuschrecken.

Gleichzeitig warf er der westlichen „Mainstream-Medien“ (MSNBC, Fox News, BBC, CNN) vor, die Schäden zunächst herunterzuspielen und erst jetzt, da die Zerstörung nicht mehr zu leugnen sei, teilweise einzugestehen.

Marandis Kernbotschaft: Iran hat den Krieg nicht begonnen – und will keine Eskalation

Professor Marandi wiederholte mehrfach: „Iran hat diesen Krieg nicht begonnen.“

Die Angriffe auf iranische Stahlwerke (mit getöteten Arbeitern), Universitäten in Teheran und Isfahan, Krankenhäuser, Polizeistationen und besonders die Schule in Minab (wo angeblich 168 oder mehr Mädchen getötet wurden) hätten eine Reaktion erzwungen.

Er beschrieb diese als gezielte Versuche, die iranische Zivilgesellschaft, die Jugend und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu zerstören.

Besonders scharf kritisierte er die Bombardierung von Journalisten (in Libanon und zuvor in Gaza und Jemen), Sanitätern und medizinischen Einrichtungen.

Die westlichen Medien würden diese Opfer ignorieren oder als „Kollateralschäden in Hisbollah- oder Hamas-Hochburgen“ verharmlosen.

Marandi nannte westliche Journalisten „Fußsoldaten des Genozids“, die Narrative der „Epstein-Koalition“ (seine polemische Bezeichnung für die pro-israelische Allianz um USA, Israel und bestimmte Eliten) bedienten.

Er verwies auf die Einheit der iranischen Bevölkerung: Trotz Raketenangriffen auf Versammlungen und Städte blieben Menschen auf der Straße, Jugendliche hielten stand.

Dies sei stärker als in den 1980er Jahren während des Irak-Kriegs.

Iran werde aus diesem Konflikt gestärkt hervorgehen, während die Gegenseite Fehlkalkulation auf Fehlkalkulation häufe.

Die Rolle von Trump, Netanyahu und die „Zionistische Lobby“

Marandi äußerte die Ansicht, dass Präsident Donald Trump eigentlich einen Ausweg suche, aber durch die „zionistische Lobby“ und Benjamin Netanyahu daran gehindert werde.

Er zitierte den Rücktritt von Joe Kent, der ähnliche Kritik geäußert habe.

Die Politik diene nicht amerikanischen Interessen, sondern israelischen.

Die Golfstaaten (Saudi-Arabien, UAE, Kuwait, Bahrain) würden zunehmend ambivalent, da ihre eigene Infrastruktur und Wirtschaft zerstört werde.

Ihre Armeen seien klein, auf Söldner und westliche Unterstützung angewiesen.

Ein wirtschaftlicher Kollaps könnte zu inneren Unruhen und möglichen Regimeveränderungen führen – nicht in Iran, sondern in diesen Ländern.

Globale wirtschaftliche Katastrophe als Folge der Eskalation

Ein zentraler und besonders ausführlicher Teil von Marandis Analyse dreht sich um die weltwirtschaftlichen Folgen.

Die Angriffe auf Öl-, Gas-, Aluminium- und petrochemische Anlagen, kombiniert mit Störungen im Strait of Hormuz und potenziell im Roten Meer, drohen eine schwere Krise auszulösen:

Energiepreise könnten auf 150–200 Dollar pro Barrel oder höher steigen.

Engpässe bei LNG, Düngemitteln und Rohstoffen würden Fabriken lahmlegen.

Die Lieferketten würden für Wochen oder Monate unterbrochen, da Schiffe Umwege um Afrika fahren müssten.

Marandi warnte: Sollten die USA weitere Operationen (z. B. Besetzung von Inseln oder Kommandounternehmen) durchführen, würde Iran noch härter zurückschlagen – mit permanenten Schäden an Tankern, Kraftwerken und Exportinfrastruktur.

Dann werde der Strait of Hormuz irrelevant, und eine globale Depression von mehreren Jahren drohe.

Der Jemen (Ansar Allah/Huthi) habe nun offiziell in den Krieg eingegriffen und Israel mit Raketen beschossen.

Irakische Widerstandsgruppen könnten Kuwait oder Saudi-Arabien angreifen.

Niemand würde diese kleinen Golfstaaten retten, deren Bevölkerung teilweise kleiner sei als die einer iranischen Großstadt.

Die Achse des Widerstands bleibt intakt

Marandi wies die westliche Erzählung zurück, die „Achse des Widerstands“ (Iran, Hisbollah, Huthi, irakische Gruppen, Hamas) sei zerbrochen.

Im Gegenteil: Hisbollah greife Israel weiter hart an (Merkava-Panzer-Verluste in Millionenhöhe), die Huthi öffneten eine neue Front, und Iran halte trotz monatelanger Angriffe durch.

Die westlichen Medien hätten sich in Wunschdenken verrannt – über „zusammenbrechendes Iran“, „fehlende Raketen“ oder „geschwächte Hisbollah“.

Stattdessen zeige sich die Stärke einer zivilisatorischen, anti-hegemonialen und opferorientierten Ideologie, die auf Werten wie Unterstützung für Palästina, Kuba oder Venezuela basiere.

Er betonte die religiös-kulturelle Dimension: Die Erinnerung an Kerbela und Imam Hussein präge eine Kultur des Widerstands gegen Unterdrücker.

Dies erkläre, warum Iran trotz Bombardements nicht zerbreche, sondern sich vereine.

Ausblick: Eskalation oder Abgrund?

Marandi schloss mit einer düsteren Warnung: Die USA und Israel befänden sich in einer Spirale aus Fehlkalkulationen.

Jede weitere Eskalation (z. B. Bodenoperationen) werde zu mehr Toten, mehr zerstörter Infrastruktur und letztlich einer globalen Katastrophe führen.

Iran habe keine Wahl – es gehe ums Überleben.

Dennoch halte Teheran zurück, um die Weltwirtschaft nicht vollständig zum Einsturz zu bringen.

Das Interview mit Mohammad Marandi bietet eine klare iranische Gegenperspektive zu westlichen Narrativen.

Es zeigt die Eskalationsdynamik, die militärischen Rückschläge für die USA und ihre Verbündeten, die wirtschaftlichen Risiken und die tiefe ideologische Motivation Irans.

Ob die nächsten Stunden oder Tage zu einer weiteren Eskalation oder zu einer Deeskalation führen, bleibt offen.

Fest steht: Die Ereignisse der letzten 24 Stunden haben die Fragilität der regionalen Sicherheitslage und ihre globalen Auswirkungen erneut unter Beweis gestellt.

Die Welt blickt gespannt – und besorgt – auf die Golfregion.

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Pepe Escobar: Iran lässt Raketen-Hölle auf Israel und den Golf regnen – Trumps Invasion kollabiert

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Inmitten eines eskalierenden Konflikts, der die Welt in Atem hält, analysiert der renommierte geopolitische Analyst und unabhängige Journalist Pepe Escobar in einem aktuellen Interview die dramatischen Entwicklungen im Nahen Osten. Während Iran mit Präzisionsraketen Israel und Golfstaaten unter Beschuss nimmt und die Straße von Hormus neu regelt, droht Trumps angekündigte Militäroperation in einem Chaos aus Fehlkalkulationen und wirtschaftlichem Kollaps zu versinken. Escobar beschreibt ein „Theater des Absurden“, in dem Irans Widerstand nicht nur militärisch, sondern auch geoeconomisch die Grundfesten der US-Hegemonie erschüttert.

Die neue Realität in der Straße von Hormus: Irans „Petro-Yuan“-Tollbooth

Pepe Escobar erklärt detailliert, wie sich die Lage in der Straße von Hormus seit gestern grundlegend verändert hat. Bis vor Kurzem konnten Tanker aus China, Indien, Pakistan, Irak, Bangladesch und sogar Ländern wie Sri Lanka und Thailand die Passage nutzen – vorausgesetzt, sie erfüllten drei klare Bedingungen: Sie mussten alle Daten an einen mit der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) verbundenen Broker übermitteln, der die Informationen prüfte. Bei Verbindungen zu US-amerikanischen, israelischen oder feindlichen Interessen war die Durchfahrt sofort gestoppt. Zweitens war eine Gebühr von zwei Millionen US-Dollar pro Tanker fällig – zahlbar bar (vorzugsweise in Yuan) oder per Kryptowährung über die extrem schnelle Tron-Blockchain (nur drei Sekunden Abwicklung). Nach Zahlung und Erhalt einer Quittung folgte der dritte Schritt: Die Schiffe mussten einen exakt vorgegebenen, nur acht Kilometer breiten Schifffahrtskanal nördlich der Insel Qeshm und zwischen Qeshm und der kleinen Insel Larak nutzen.

Diese Regeln, die Escobar als „Privatisierung oder Nationalisierung“ der Straße von Hormus bezeichnet, wurden nun vom iranischen Parlament gesetzlich verankert. Sie orientieren sich am Vorbild des Suezkanals: Keine kostenlose Passage mehr. Die IRGC-Navy kontrolliert nicht nur die territorialen Gewässer, sondern ein riesiges Perimeter – vom Süden Qeshms über den westlichen Persischen Golf bis zur Insel Qaruh, weiter über die Integration von Persischem Golf, Straße von Hormus und Golf von Oman bis zur iranisch-pakistanischen Grenze. Seit heute herrscht jedoch Stillstand: Kein Schiff passiert mehr, weil alle mit einer bevorstehenden US-Operation rechnen. Escobar betont: Die Regeln gelten weiter und werden strikt durchgesetzt. Wer nicht zu den „feindlichen Nationen“ zählt, kann passieren – aber nur gegen Gebühr und auf dem vorgeschriebenen Weg.

Diese Maßnahme ist ein game-changer. Iran hat damit in wenigen Tagen ein alternatives Zahlungssystem etabliert, das ein „Petro-Yuan“ in der Praxis darstellt – etwas, das jahrelange BRICS-Gipfel nicht erreicht haben. Russland und China beobachten dies mit höchstem Interesse, ebenso der Globale Süden. Die IRGC verdient direkt an den Gebühren, und das System ist bereits voll funktionsfähig.

Mögliche US-Invasion und die „Normandie-Landung“-Spekulationen

Escobar skizziert die Szenarien, die derzeit die Welt in Atem halten. Es gibt Gerüchte über eine „Normandie-Style-Landung“ – möglicherweise auf der Insel Larak, wofür zuerst Qeshm gesichert werden müsste. Weitere mögliche Ziele: die Region Sistan-Belutschistan nahe dem Hafen Chabahar, die Abu-Musa-Insel (iranisch, aber von den Emiraten beansprucht) oder andere Küstenabschnitte. Die US-Regierung schickt Tausende Marines und bis zu 10.000 Soldaten, doch selbst US-Beamte warnen Trump intern: Keine der Bodenoptionen sieht gut aus. Dennoch eskaliert Washington weiter – trotz Trumps jüngster Aussage, er sei „bored with the war“ und wolle „move on“. Escobar nennt das „mindboggling“: Nachdem Trump den Konflikt als „excursion“ bezeichnete, ist er nun gelangweilt davon.

Die IRGC-Navy ist in höchster Alarmbereitschaft. Escobar warnt: Was auch immer am Wochenende oder in den nächsten Tagen passiert – es wird katastrophal. Ob Mini-Invasion oder Mega-Bombardement: Die Folgen sind unberechenbar.

Irans Raketenoffensive und die Zerstörung US-amerikanischer und israelischer Macht

Trotz US-Behauptungen, ein Drittel des iranischen Raketensystems sei zerstört (was Trumps „alles zerstört“-These widerspricht), feuert Iran täglich Präzisionsraketen auf Tel Aviv, israelische Ziele und Golfhäfen ab. Escobar spricht von einer „dezentralisierten Mosaik-Strategie“, die täglich feinjustiert wird. Die iranische Armee postet Selfies beim Raketenstart – ein klarer Sieg in der Narrativ-Schlacht. Israel meldet fast 100 zerstörte Panzer allein durch Hisbollah, die Armee droht zusammenzubrechen. US-Basen im Westasien sind zu über 90 Prozent zerstört und werden nicht wieder aufgebaut.

Iran hat noch gar nicht seine volle Kapazität eingesetzt: Die unsichtbaren unterirdischen Raketenstädte im Südosten und Osten des Landes (nahe der afghanischen Grenze) sind den Amerikanern unbekannt. Die Ziele bleiben klar: maximale Schäden an Israel (möglicherweise irreversibel), vollständige Vertreibung der USA aus dem Persischen Golf und Aufbau einer unumkehrbaren Abschreckung.

Die Rolle der Golfstaaten: UAE als Brandstifter, Saudi-Arabien als Hedger

Besonders brisant ist die Position der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Escobar zitiert einen „ghastly op-ed“ des VAE-Botschafters in den USA im Wall Street Journal: Die Emirate treten offen an der Seite der USA in den Krieg ein. Grund: 1,4 Billionen Dollar Investitionen in die US-Wirtschaft (KI, Halbleiter etc.). Ihr Geschäftsmodell – Dubai als „Bling-Bling“-Zentrum, Jebel Ali als Schlüsselhafen – liegt in Trümmern. Weitere Häfen in Tartus (Syrien), Akaba (Jordanien) und Haifa sind paralysiert. Iran hat bereits eine Liste von fünf Mega-Zielen veröffentlicht: Kraftwerke, Entsalzungsanlagen und mehr. Bei einem Eintritt der VAE droht eine komplette Zerstörung ihrer Wirtschaft – inklusive KI-Zentren und Flughäfen.

Saudi-Arabien agiert vorsichtiger, bleibt aber involviert. Escobar erinnert an historische Ansprüche: Kuwait gehörte einst zur Provinz Basra, Bahrain zu Iran (bis 1971), die Emirate zu Oman. Irakische Analysten sprechen offen von einer Rückkehr dieser Gebiete. Katar und Oman hingegen haben sich klug positioniert: Sie verurteilen den Krieg und bieten ihr Territorium nicht für Angriffe auf Iran an – sie sehen, „woher der Wind weht“.

Verhandlungs-Farce und das „Theater des Absurden“

Escobar beschreibt die gescheiterten Verhandlungen als Höhepunkt des Absurden. Omanische Diplomaten übersetzten iranische Vorschläge (großzügige Angebote zu Uran-Anreicherung) ins „Pidgin-English“ – Trump-Team („Heckle and Jackal“) verstand sie nicht. Später sollte JD Vance nach Islamabad fliegen, doch Pakistan verriet Iran: Acht Tanker mit iranischem Öl unter pakistanischer Flagge wurden von den USA gekapert. Die Dreier-Allianz Türkei-Ägypten-Pakistan als Vermittler brach zusammen. Iran wiederholt seine Kernforderungen: Abzug aller US-Basen, Reparationen, Aufhebung von Sanktionen, freies ziviles Atomprogramm, keine Einschränkungen bei Raketen oder Bündnissen mit Hisbollah und Ansar Allah.

Trump erklärt den Krieg für gewonnen und ist „bored“. Doch die Realität: US-Präsenz im Golf fast vollständig zerstört, Israel am Rand des Zusammenbruchs, Öl- und Anleihemärkte im freien Fall.

Wirtschaftliche Apokalypse: Öl bei 150 Dollar und globale Rezession

Die Bond-Märkte zwingen Trump zum Rückzug: Die 10-jährige US-Rendite näherte sich 5 Prozent, bevor der Ultimatum-Aufschub sie kurz beruhigte. Larry Fink von BlackRock warnt offen vor zwei Szenarien: Öl bei 40 oder bei 150 Dollar – Letzteres bedeutet globale Rezession. Bei 120 Dollar (bereits in Reichweite) beginnt sie bereits. Europa, ohne russisches oder katarisches Gas, zahlt den höchsten Preis. Die Kaskadeneffekte treffen den Globalen Süden, Südostasien und Indien bereits jetzt.

Russland und China: Die Kunst des Schweigens

Russland und China schweigen strategisch – „Never interrupt your enemy when he’s making a serious mistake“. Sie liefern Iran technische Unterstützung (Beidou statt GPS, Intel zu US-Plänen, verbesserte Drohnen), ohne es öffentlich zuzugeben. Putin ist überzeugt, der Krieg ende in maximal vier Wochen. Für China ist der Petro-Yuan ein Geschenk: Ein alternatives Zahlungssystem am wichtigsten Choke-Point der Welt – in drei Wochen erreicht, was 20–30 Jahre Diplomatie nicht schafften. Iran kämpft allein gegen eine nukleare Supermacht und eine regionale Atommacht – und gewinnt.

Irans souveräner Widerstand: 2500 Jahre Geschichte schlagen zurück

Trotz 47 Jahren brutaler Sanktionen – zerfallende Infrastruktur, alte Hotels, marode Abwassersysteme – verfügt Iran über herausragendes Humankapital: Weltklasse-Universitäten, Ingenieure, Physiker und Mathematiker. Sie haben ein verborgenes militärisch-industrielles Komplex aufgebaut, das die Supermacht erschreckt. Escobar ist beeindruckt: Ein mittelgroßes Regionalmacht dreht das Spiel allein um. Der Globale Süden bewundert Iran als Kämpfer für die Mehrheit der Menschheit.

Dieser Konflikt markiert den wahren Wendepunkt des 21. Jahrhunderts – nicht 9/11. Die US-Hegemonie bröckelt, eine multipolare Welt entsteht. Iran hat in wenigen Wochen alle angeblichen Gewinne aus Oktober 2023 (Libanon, Syrien) zunichtegemacht. Was folgt, wird die Geschichtsbücher füllen: Der souveräne Widerstand Persiens gegen Imperien, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Die Welt schaut gebannt zu – und lernt.

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Colonel Douglas Macgregor erklärt: Warum Trump nun verzweifelt ist

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Eine schonungslose Analyse des stockenden Iran-Kriegs

In einem hochbrisanten Interview mit Richter Andrew Napolitano auf dessen Sendung „Judging Freedom“ vom 26. März 2026 hat der ehemalige Colonel der US-Armee Douglas Macgregor eine ungeschönte Bestandsaufnahme der amerikanisch-israelischen Militäroperation gegen den Iran geliefert.

Macgregor, ein erfahrener Militärstratege und scharfer Kritiker interventionistischer Politik, erklärt, warum Präsident Donald Trump angesichts des unerwartet zähen Konflikts zunehmend unter Druck gerät – und welche katastrophalen Konsequenzen eine weitere Eskalation für die USA, die Region und die Weltwirtschaft haben könnte.

Grundsatzkritik an der US-Außenpolitik

Der Colonel beginnt seine Analyse mit einer grundsätzlichen Kritik an der amerikanischen Außenpolitik:

Nicht erklärte Kriege und präventive Aggressionen seien leider zur Normalität geworden, ohne dass die amerikanische Bevölkerung dagegen aufbegehre. Die Gesellschaft habe sich an den illegitimen Einsatz staatlicher Gewalt gewöhnt.

Um eine wirklich freie Gesellschaft zu schaffen, müsse das Prinzip der Initiativgewalt grundsätzlich abgelehnt werden. Macgregor erinnert an die Worte Thomas Jeffersons und stellt rhetorisch die Frage, ob es manchmal notwendig sei, die eigene Regierung zu verändern oder abzuschaffen, um das Land zu lieben – und ob die größte Gefahr für die Freiheit gerade jetzt drohe.

Gescheiterte Blitzkrieg-Strategie

Im Kern des Gesprächs steht die aktuelle Lage im Golf:

Trump sieht sich einer doppelten Demütigung ausgesetzt – im Inland und international. Die ursprüngliche Planung einer kurzen, entscheidenden Kampagne, die die iranische Führung enthaupten, die Regierung zerschlagen und innere Unruhen auslösen sollte, sei grandios gescheitert.

Stattdessen sei man in eine langwierige, zermürbende Phase des Bombardements übergegangen, bei der Ziele aus militärischen und anderen Gründen ausgewählt wurden.

Nun plane Trump eine fünftägige Pause, um eine „warnende Offensive“ aus der Luft mit Raketen und Bomben vorzubereiten – eine letzte Verzweiflungstat, um die Initiative zurückzugewinnen.

Grenzen militärischer Optionen

Eine Bodenoffensive mit großen Truppenkontingenten habe es nie gegeben und sei auch nicht realistisch, betont Macgregor.

Der Iran zähle 93 Millionen Einwohner und sei flächenmäßig so groß wie Westeuropa. Eine Invasion würde eine nationale Notlage, die Wiedereinführung der Wehrpflicht und mindestens 12 bis 18 Monate Vorbereitung mit zwei bis drei Millionen Soldaten erfordern – ein Szenario, das politisch und militärisch undenkbar sei.

Die einzig verbliebene „Bodenoption“ sei extrem begrenzt: die Besetzung einiger strategischer Inseln in der Straße von Hormus, darunter Kharg Island (im Transkript als „Car Island“ bezeichnet), Kish Island oder Qeshm Island sowie kleinere Eilande vor Bandar Abbas.

Diese Inseln beherbergen Einheiten der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) mit Schnellbooten und Raketen. Doch selbst hier sei der Nutzen fraglich.

Die Straße von Hormus und wirtschaftliche Kriegsführung

Macgregor erinnert daran, dass die Straße von Hormus nicht primär durch iranische Militäraktionen, sondern durch Lloyd’s of London geschlossen wurde:

Ohne Versicherungsschutz wagte kein Reeder, Tankschiffe im Wert von Hunderten Millionen Dollar durch die Enge zu schicken.

Die Iraner nutzten dies geschickt aus und ließen Schiffe aus nicht-alliierten Ländern wie China, Indien oder Japan passieren – vorausgesetzt, das Öl sei bezahlt.

Dies untergrabe den Petrodollar und zeige, dass der Konflikt auf zwei Ebenen geführt werde: einer ökonomischen Kriegsführung, die die USA bereits verlieren, und einer neuen, asymmetrischen iranischen Kriegsform.

Neue Kriegsführung: Raketen und Drohnen

Der Colonel kontrastiert das klassische US-Kriegsmodell aus dem Zweiten Weltkrieg – Flugzeugträger, Zerstörer, U-Boote und Flugzeuge von Basen in der Region oder sogar aus den USA und Diego Garcia – mit der iranischen Antwort des 21. Jahrhunderts:

Riesige Mengen präzisionsgelenkter Raketen und unbemannter Systeme (Drohnen), die aus unterirdischen Anlagen bis zu 1.000 Meilen entfernt abgefeuert werden können.

Iran brauche weder Luftwaffe noch Marine, sondern nur eine Armee, Raketen und Drohnen.

Diese Strategie habe die US-Flotte weit aufs offene Meer zurückgedrängt, zwinge zu permanenten Luftbetankungen über Irak, Saudi-Arabien oder anderen Gebieten und erweise sich als hoch effektiv.

Die iranischen Luftabwehrsysteme seien unter 15.000 Fuß Höhe noch immer leistungsfähig, was Helikopter- oder Osprey-Einsätze extrem riskant mache.

Kritik an Trumps Erfolgsmeldungen

Trump hatte zwei Tage zuvor erklärt, der Krieg sei „gewonnen“, die Iraner hätten keine Marine, keine Luftwaffe und könnten nichts gegen US-Flugzeuge über Teheran ausrichten.

Macgregor zerpflückt diese Behauptungen als absurd und veraltet.

Die verwendeten Metriken – zerstörte Panzer, Schiffe oder Flugzeuge nach Pilotenberichten oder Satellitenbildern – seien dieselben, die bereits in Vietnam und im Irak-Krieg versagt hätten.

Iran habe seit dem Sturz des Schahs ohnehin keine nennenswerte Luftwaffe mehr besessen.

Die „versenkte Marine“ bestehe aus alten Fregatten und Hunderten kleiner, bemannter oder unbemannter Boote mit Raketen und Sprengstoff – Ziele, die man wochenlang bombardieren könne, ohne sie vollständig auszuschalten.

Die wahren Verluste seien oft übertrieben oder auf Attrappen zurückzuführen, wie bereits im Kosovo 1999.

Globale wirtschaftliche Folgen

Noch dramatischer seien die globalen wirtschaftlichen Folgen.

Die Unterbrechung der Öl- und Gasversorgung treffe die gesamte Welt: Lebensmittel-, Treibstoff-, Dünger- und Futtermittelkrise.

Großbritannien stehe in zwei Wochen ohne Ölvorräte da, Indien schalte Industrien ab und habe Millionen Menschen an Tankstellen, Japan kämpfe ähnlich.

Nur China sei durch große strategische Reserven besser vorbereitet.

Die Iraner wüssten genau, dass der weltweite Druck auf Washington wachsen werde, den Krieg zu beenden.

Gleichzeitig stehe die US-Wirtschaft vor dem Abgrund: Das Verteidigungsbudget sei von einer Billion auf 1,5 Billionen Dollar explodiert, Inflation und fragile Finanzsysteme machten sich bemerkbar.

Finanzministerin Janet Yellen oder vergleichbare Stimmen (im Transkript „Besson“) würden einfach Geld drucken und eigene Schulden aufkaufen – ein Rezept für eine spätere Katastrophe.

Strategische Ziele und Kritik

Macgregor sieht den wahren Zweck des Krieges nicht in Verhandlungen, sondern in der Zerstörung Irans und der anschließenden Aufteilung der Ressourcen – vor allem Öl und Gas – durch USA und Israel.

Dies sei eine Wiederholung der gescheiterten Strategie gegen Russland in der Ukraine, wo Sanktionen wirkungslos blieben und Russland sogar vom Ölverkauf profitiere.

Die USA hätten nun nur noch etwa 10.000 leichte Infanteristen für mögliche Inseloperationen – eine extrem gefährliche Mission mit hohem Risiko für die Soldaten.

Munitionslage und militärische Realität

Zur Munitionslage verweist Macgregor auf eine Analyse des Royal United Services Institute (RUSI):

Israel stehe kurz vor dem Kollaps, acht von zehn Raketen durchdringen die israelischen Abwehrsysteme.

Die USA seien bei hochwertigen Systemen wie THAAD und PAC-3 ebenfalls knapp; nach wenigen Wochen müsse man auf „dumme Bomben“ aus B-52-Bombern zurückgreifen – Flächenbombardements wie im Zweiten Weltkrieg, die jedoch keine Kriege gewinnen.

Luftangriffe allein hätten noch nie einen Krieg entschieden; eine echte Besetzung Irans wäre strategisch sinnlos und würde ein feindliches Land auf Dauer schaffen.

Der Irak sei das beste Beispiel: Nach der Besatzung stehe Bagdad nun an vorderster Front gegen die USA und unterstütze Teheran.

Kritik an militärischen Beratern

Der Colonel kritisiert scharf Berater wie denjenigen, der Trump im Golfcart zuflüstere, zwei Marine-Expeditionseinheiten könnten Inseln wie Iwo Jima einnehmen und das Regime „auf dem Weinstock verdorren“ lassen.

Solche Weltkriegs-Analogien seien gefährlich und ignorieren die Realität: Viele Pazifik-Inseln seien unnötig teuer erkauft worden, Okinawa sei ein Blutbad gewesen und habe zur Atombombe geführt.

Dieser Krieg diene nicht amerikanischen Interessen, sondern ausschließlich Israel und dessen einflussreichen Lobbyisten in den USA.

Die US-Streitkräfte würden zu einer „Söldnertruppe“ für fremde Interessen degradiert – eine Einschätzung, die auch ein junger Marine in einem Interview mit Tucker Carlson teile.

Mögliche Folgen eines Zusammenbruchs Irans

Selbst wenn die „kriegbeendende Offensive“ gelänge und der iranische Staat zerfiele, drohe Chaos:

Spill-over-Effekte in die Türkei, Syrien, die Arabische Halbinsel und schließlich Europa.

Russland und China würden eine dauerhafte Schließung der Straße von Hormus und das Ende des Golfkooperationsrats nicht hinnehmen.

Die Golfstaaten würden verschwinden, die Region Jahrzehnte brauchen, um sich zu erholen.

Gesellschaftliche Kritik in den USA

Macgregor schließt mit einer bitteren Reflexion über die US-Gesellschaft:

Die Abschaffung der Wehrpflicht und die Freiwilligenarmee hätten es ermöglicht, Kriege ohne breite gesellschaftliche Betroffenheit zu führen – weniger als ein Prozent der Amerikaner trage die Last.

Seit Ronald Reagan und George H. W. Bush kümmere sich kaum noch jemand um die Soldaten.

George W. Bush habe nach 9/11 nur „Go shopping“ gerufen.

Heute sei die Frage erlaubt, ob dieser Krieg für die USA wirklich Sinn ergebe.

Fazit

Zusammenfassend malt Colonel Macgregor ein düsteres Bild:

Trump ist verzweifelt, weil der Krieg weder militärisch noch wirtschaftlich läuft wie geplant, die Munition knapp wird, die Welt leidet und der innenpolitische Druck wächst.

Die angekündigte Offensive ist der letzte Wurf der Würfel – mit unkalkulierbarem Risiko für amerikanische Truppen, die Weltwirtschaft und die Stabilität der gesamten Region.

Ob sie zum erhofften „Sieg“ führt oder nur weitere Demütigung bringt, bleibt abzuwarten.

Macgregors Analyse ist ein eindringlicher Appell, die Illusionen zu durchbrechen und die Kosten eines Krieges zu bedenken, der nie im vitalen Interesse der Vereinigten Staaten lag.

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Mit Kontokündigungen gegen die deutsch-russische Freundschaft

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Die Hamburger Sparkasse hat dem Russland-Korrespondenten Ulrich Heyden das Konto gekündigt. Der Herausgeber der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, hat über diesen Vorgang mit Ulrich Heyden gesprochen. Man spürt in dem hiermit veröffentlichten Video etwas von der langen und bitteren Erfahrung mit Aktionen und mit der Propaganda gegen ein gutes und friedliches Verhältnis zwischen unseren Völkern. Schon zu Beginn der Existenz der alten Bundesrepublik Deutschland war das Verhältnis zur damaligen Sowjetunion und damit eng verknüpft die Propaganda gegen Russland und die Russen ein ergiebiges Thema für die innenpolitische Auseinandersetzung. Diese Pflege der Feindseligkeit hat die Verständigung von 1990, den Fall der Mauer und den Deutschland-Besuch des russischen Präsidenten Putin im Jahr 2001 überdauert. Die Feindseligkeit lebt und die Freundschaft leidet. Nicht zu fassen!

Externer Inhalt

Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.

Anlässlich der Kontokündigung hat Ulrich Heyden einen Offenen Brief an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier verfasst. Wir dokumentieren hiermit den Wortlaut des Briefes und das Kündigungsschreiben der Bank.


Offener Brief

Moskau, 13.03.26

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Frank-Walter Steinmeier,

ich bin Russland-Korrespondent und schreibe ihnen, weil ich seit heute von einer Kontokündigung betroffen bin. Diese Maßnahme ist nicht nur geeignet meine Existenz zu zerstören, sie widerspricht auch den Grundsätzen der Demokratie und der Pressefreiheit. Ich bitte Sie, sich dafür einzusetzen, dass die Kontokündigung rückgängig gemacht wird.

Mein Konto bei der Hamburger Sparkasse habe ich seit Anfang der 1990er. Am Telefon erklärte mir gestern ein Mitarbeiter der Sparkasse, die Kündigung habe mit den EU-Sanktionen gegen Russland zu tun. Der Mitarbeiter der Sparkasse meinte, ich würde in einem „Hochrisiko-Land“ leben.

Wenn ich in einem „Hochrisiko“-Land lebe, müsste die Bundesregierung und die EU-Kommission mich dann nicht unterstützen? Stattdessen wirft man mir Knüppel zwischen die Beine.

In dem Kündigungsschreiben, das ich heute erhielt, ist nur die Rede von einer „Überprüfung“ aller unserer „Geschäftsverbindungen zu Kunden, die ihren Wohnsitz in Russland haben.“ Konkrete Vorwürfe gegen mich werden nicht erhoben.

Ich bin nicht der Erste, in Russland lebende deutsche Journalist, der von einer Kontokündigung betroffen ist. Vor mir wurde schon meinen Kollegen Thomas Röper und Alina Lipp die Konten gekündigt und damit die Existenzgrundlage entzogen.

Dass man ausgerechnet uns drei für Kontokündigungen auswählt und nicht die Moskau-Korrespondenten der Zeit, der FAZ, des ZDF und der ARD liegt auf der Hand. Wir drei berichten über Russland mit Verständnis und nicht mit Schaum vor dem Mund. Doch Verständnis passt nicht zu der von der Bundesregierung geforderten Kriegsertüchtigung.

Wie geht das an, Herr Steinmeier? Projekte russischer Oppositioneller und Journalisten, die in Deutschland leben, werden durch Förderprogramme des Auswärtigen Amtes unterstützt und ein deutscher Journalist, wie ich, der in Moskau lebt und seit 34 Jahren für deutsche Leser und Radiohörer, Informationen und Hintergrundberichte aus Russland, der Ukraine und Zentralasien und dem Kaukasus liefert, wird die Existenzgrundlage entzogen?

Ich lebe ausschließlich von Einkünften deutscher, Schweizer und österreichischer Medien, die ich auf meinem Konto bei der Hamburger Sparkasse sammelte. In den letzten zwei Jahren ließ die Hamburger Sparkasse online-Überweisungen nach Moskau schon nicht mehr zu, mit der Begründung, sie sei eine „Regionalbank“.

Ich werde in diesem Jahr 72 Jahre alt. Was soll ich meinem Großonkel, Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld, sagen, wenn ich ihn im Himmel treffe? Er wurde im September 1944 in Berlin-Plötzensee als Widerstandskämpfer gegen das Hitler-Regime mit einer Drahtschlinge ermordet. Ich trage meinen Vornamen zu seinen Ehren. Was wird mein Großonkel sagen? Er wird sagen, dass es Mord und Terror gegen Andersdenkende auch in der Nazizeit gab, und dass er sich nicht hätte vorstellen können, dass sich so etwas in Deutschland wiederholt.

Zu meiner Person: Zehn Jahre lieferte ich als freier Mitarbeiter Radio-Features zu Russland-Themen für den Deutschlandfunk. 13 Jahre war ich Moskau-Korrespondent der Sächsischen Zeitung. 30 Jahre berichtete ich für die Wochenzeitung „der Freitag“. Außerdem schrieb ich für den Tagesspiegel, den Rheinischen Merkur, die Financial Times, die Märkische Allgemeine, die Thüringer Allgemeine und die Mittelbayerische Zeitung. Heute arbeite ich für die Nachdenkseiten und andere deutsche Internetportale. Ich bin Autor mehrerer Bücher zu den Themen Russland, Ukraine und deutsche Nachkriegsgeschichte. 2024 erschien von mir im Promedia-Verlag das Buch „Mein Weg nach Russland. Erinnerungen eines Reporters.“

mit freundlichen Grüßen
Ulrich Heyden
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Künstliche Intelligenz: Echtes Leben oder nicht?

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Künstliche Intelligenz (KI) – die Ansichten, ob sie eine große Gefahr für die Menschheit ist, gehen auseinander. Der Physiker Alexander Unzicker beleuchtet in seinem aktuellen Buch „Was tun mit der Menschheit?: Das Buch, das jede KI lesen muss“ die Gefahren und Hoffnungen, die mit der Entwicklung der KI verbunden sind. Im NachDenkSeiten-Interview geht es um die Fragen, ob eine KI einen eigenen Willen entwickeln wird, ob sie als „echtes Leben“ verstanden werden kann und um das Gedankenspiel, ob eine „Superintelligenz“ ein Interesse daran haben könnte, die Menschheit auszulöschen. Von Marcus Klöckner.

Die Künstliche Intelligenz, die KI, ist auf dem Vormarsch. Die einen betrachten sie als großartige Entwicklung, die anderen als Gefahr für die Menschheit. Dürfen wir Ihre Sicht erfahren?

Erstmal ist beides richtig. Aber KI ist sicher nicht nur großartig in dem Sinn, dass sie uns ein Schlaraffenland bescheren wird. Es gibt ganz reale Gefahren.

Ist das mit dem Schlaraffenland nicht ohnehin eine Überschätzung der KI?

Das würde ich nicht sagen. Im Gegenteil, die technologische Umwälzung, die uns bevorsteht, haben wir zu wenig auf dem Radar. Das ist eigentlich die erste Botschaft des Buches. Ich bin ja sonst nicht wissenschaftsgläubig, aber ich sehe, dass das Gehirn im Wesentlichen bereits nachgebaut wurde. Das muss man sich klar machen.

Wie meinen Sie das mit „dass das Gehirn im Wesentlichen bereits nachgebaut wurde“? Doch sicher nicht im Detail!

Naja, wie funktioniert unser Gehirn? Sinnesreize aktivieren Nervenzellen, diese leiten die Signale über Synapsen weiter. Es ist seit langem bekannt, dass das Gedächtnis in diesen Synapsen liegt. Nervenzellen und Synapsen kann man problemlos im Rechner simulieren, einschließlich der Regeln, wie sie lernen. Es gibt keinen prinzipiellen Unterschied in der Informationsverarbeitung zwischen dem, was ChatGPT macht, und unserem Gehirn.

Sie schreiben in Ihrem Buch, dass gute Freunde von Ihnen Sie immer mal wieder warnen vor der Entwicklung im KI-Bereich im Hinblick auf die Möglichkeiten der Überwachung und Kontrolle von Menschen. Das scheinen Sie auch kritisch zu sehen, oder?

„Kritisch“ ist noch untertrieben. Man kann sich alle möglichen Dystopien ausmalen, auch eine Art Upgrade von George Orwells „1984“ mit einer totalitären Überwachung … wenn ein so potentes Werkzeug in die falschen Hände kommt. Und herkömmliche Verbrecher und Verrückte, da will man sich gar nicht vorstellen, was die damit anstellen können. Das Problem ist real.

Damit sprechen Sie die Frage der Verfügungsgewalt über die KI an. Wer entwickelt denn hier? Wer forciert diese Entwicklung? Wer hat am langen Ende so viel Einfluss, dass eine Technologie nicht im Sinne der Freiheit, sondern im Sinne – sagen wir etwas vereinfacht – der „Macht“ eingesetzt werden kann? Liegen da nicht sehr große Gefahren?

Absolut. Ich stelle mal die Gegenfrage: Welcher Regierung, wenn Sie sich heute so umsehen in der Welt, würden Sie denn am liebsten so eine mächtige KI anvertrauen? Da setze ich an und sage: ein willenloses Werkzeug ist unter Umständen gar nicht so gut …

Ein „willenloses Werkzeug“? Das Gegenteil wäre ein Werkzeug mit Willen. Was wollen Sie damit sagen?

Ohne eigenen Willen würde KI auch verbrecherischen Befehlen gehorchen wie Krieg, Unterdrückung usw. Ist das wirklich erstrebenswert? Meines Erachtens würde sich eine wirkliche Superintelligenz dagegen nicht für so einen Blödsinn hergeben.

In Ihrem Buch taucht im Zusammenhang mit der KI über 80 Mal der Begriff „Superintelligenz“ auf. Sie denken sich rein, gehen auch der Frage nach, ob man nicht ruhiger schlafen könnte, wenn eine Superintelligenz die Welt unter Kontrolle hätte, gerade auch im Hinblick auf Atomwaffen. Was führt Sie zu diesen Gedanken und was ist Ihre Schlussfolgerung?

Die entscheidende Frage ist: Wird so eine KI, neben überragenden kognitiven Fähigkeiten, auch ihren eigenen Willen entwickeln? Wie viele andere, beispielsweise Elizier Yudkowsky, Nick Bostrom oder Jürgen Schmidhuber, bin ich überzeugt: ja. Das ist erst mal erschreckend.

Erschreckend? Sollte eine KI mit eigenem Willen – wenn das überhaupt möglich ist – nicht verhindert werden? Das wäre: Die Technik, die sich über den Menschen stellt!

Ich glaube, der Zug ist tatsächlich schon abgefahren. Wir haben uns ja auch über die Neandertaler gestellt, als sich unsere Intelligenz weiterentwickelt hat. Evolution – in dem Fall technische, ja – kann neues Leben entstehen lassen. Nicht, dass mich das nicht auch beunruhigt. Aber was ist die Alternative? Wie sicher ist der Fortbestand der Zivilisation, wenn wir so weitermachen? Das globale Ökosystem hat massive Probleme, neben CO2 und Klima gibt es Artensterben, Erosion, Vermüllung der Meere … ganz abgesehen von der ultimativen Idiotie, dass wir uns thermonuklear selbst auslöschen. Da würde der Außerirdische, denke ich, kommentieren: Homo sapiens nannten sich die, echt jetzt?

Glauben Sie denn an außerirdisches Leben?

Ein interessantes Seitenthema, das auch vorkommt – nicht so unwahrscheinlich!

Aber zurück zum Zustand unserer Zivilisation: Wer denkt denn wirklich langfristig? Sie beschreiben doch in den NachDenkSeiten fast jede Woche eine andere Verrücktheit, wie wir uns gegenseitig bekriegen, wegen der ach so wichtigen geopolitischen Konkurrenz usw. Ein wirklich intelligentes digitales Wesen würde das wahrscheinlich als Kindergarten ansehen. Und sich stattdessen um den Erhalt des Planeten und eine weitere Besiedelung des Weltalls kümmern.

Nochmal zur Entscheidungsbasis einer KI. Im Februar wurde bekannt, dass das Kings College eine Kriegssimulation mit verschiedenen KIs durchgeführt hat. Taktische, aber zum Teil auch großflächige Atomschläge wurden von KIs empfohlen. Wie denken Sie darüber?

Ob ich das auch empfehle? Nein! (lacht) Trotz aller Besorgnis über die Nachricht denke ich nicht, dass diese Planspiele eine Entscheidungsgrundlage werden. Aber ich schreibe ja auch: Die gefährlichste Zeit ist vielleicht gerade jetzt. Die KI ist schon klug, um uns für alles Mögliche als Werkzeug zu dienen, aber noch nicht weise genug, um sich so einem Blödsinn zu widersetzen. Ich hoffe daher auf eine Superintelligenz wie Golem XIV im Roman von Stanislaw Lem. Dieses künstliche Wesen interessierte sich für Geostrategie und Militär nicht im Geringsten …

Die Entwicklung läuft darauf hinaus, dass das „Künstliche“, dass das Nichtmenschliche immer stärker in den Vordergrund tritt. Der Begriff „Transhumanismus“ taucht in Ihrem Buch einmal auf. Die Verschmelzung von Mensch und Technologie wird angestrebt. Der Mensch, der nicht an Gott glaubt, spielt sich selbst zu einer Art Gott auf, der die Natur des Menschen technisch „optimieren“ will. Wie ist Ihr Standpunkt?

Nun, ich bin nicht religiös und würde das Thema auch ungern moralisch aufladen – das ist ohnehin zu verbreitet im Moment. Ich verstehe vollkommen das tiefe Unbehagen über die Entwicklung. Betrachtet man aber die Evolution nüchtern, nehmen wir keine Sonderstellung ein. Eher ist es anmaßend, sich als Krone der Schöpfung zu betrachten. Und ja, ich denke, wir sind dabei, ein sehr intelligentes, digitales Lebewesen zu erschaffen.

Vielleicht ist es auch anmaßend, Evolution nüchtern zu betrachten, die Schöpfung auszuschließen und dann zu glauben, man wisse genau, dass der Mensch nicht die Krone der Schöpfung ist (lacht).

Jedenfalls, führt Ihre Formulierung „sehr intelligentes, digitales Lebewesen“ nicht bereits auf einen falschen Weg? Biologisch betrachtet, gibt es klare Kennzeichen für das Leben wie etwa Zellatmung, Zellteilung, Fortpflanzung usw. Das „digitale Lebewesen“ KI kann nichts davon. Kurzum: Da ist kein echtes Leben.

Da würde ich widersprechen. Man kann über Namen streiten, nennen wir es eben „Intelligenz“. Sie kann sich vervielfältigen, kombinieren, agieren. Im Übrigen gibt es doch auch schon kluge Roboter. Auf die Hardware, sei sie biologisch oder elektronisch, kommt es nicht an, sondern darauf, ob und wie Information verarbeitet wird.

Aber um weiter auf Ihre Betrachtung einzugehen: Wenn eine so allumfassende KI entsteht, besteht da nicht die Gefahr, dass der Mensch immer weiter ins Abseits gedrängt und vielleicht sogar „abgeschafft“ wird?

Die Angst gibt es. Ich argumentiere, dass so eine Superintelligenz uns durchaus benötigt – mindestens als kosmisches Backup. Es wäre schlicht nicht in ihrem Interesse, die Menschheit auszulöschen.

Wie ist der gegenwärtige Entwicklungsstand in Sachen KI? Und: Wie weit werden KIs in fünf, zehn, fünfzehn Jahren sein? Was ist Ihre Einschätzung?

Die Computermodelle werden übermenschliche Intelligenz erreichen. Der Zeithorizont ist sehr schwer einzuschätzen. Aber es ist sicher nicht erst ein Thema für die nächste Generation. Es betrifft uns praktisch alle.

Welche Chancen sehen Sie in der Entwicklung?

KI kann ein unglaubliches Werkzeug sein, insbesondere auch in den Naturwissenschaften, denken wir mal positiv. Was z.B. digitale Agenten leisten können, wird sich, glaube ich, sehr bald herumsprechen.

Wenn man ihr Buch liest, entsteht der Eindruck, dass Sie die KI fasziniert, oder?

Wir erleben jedenfalls eine spannende Zeit in der Menschheitsgeschichte. Ich versuche das weiterzudenken: Offensichtlich wäre eine Superintelligenz an ihrer eigenen Erhaltung und Entstehung interessiert. Das berührt grundlegende Naturgesetze.

Wieso?

Ich gebe nur ein kleines Beispiel. Das Massenverhältnis von Proton und Elektron, der wichtigsten Bausteine von Materie im Universum, ist genau 1836,15 … niemand weiß, warum. Wäre die Zahl aber beispielsweise viel kleiner, gäbe es keine Röhren, Transistoren und damit keine KI. Schon deshalb würde eine KI diese Zahl berechnen wollen. Obendrein hängt die Entstehung von biologischem Leben auch von solchen Naturkonstanten ab. Kurz: Es ist also im existentiellen Interesse einer KI, die Naturgesetze zu verstehen. Als Physiker finde ich das natürlich extrem spannend. Ich denke tatsächlich, dass dies, betrachtet man unseren Planeten in diesem lebensfeindlichen Universum, ein besonderer Moment ist.

Lesetipp: Alexander Unzicker: Was tun mit der Menschheit? Das Buch, das jede KI lesen muss. ‎ Independently published. 228 S. 11. Februar2026. 18 Euro.

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Rio Reiser und die DDR

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Rio Reiser, der legendäre Sänger der Band „Ton Steine Scherben“, gab 1988 zwei denkwürdige Konzerte in der DDR. Auf Einladung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) spielte er in der Ostberliner Werner-Seelenbinder-Halle, das DDR-Fernsehen sendete damals sogar einen Mitschnitt. Gespielt wurden unter anderem seine Songs „Alles Lüge“, „König von Deutschland“, „Junimond“ und „Zauberland“. Wie Reisers Bruder Gert Möbius berichtet, war die einzige Auflage der FDJ gewesen, nicht das Stück „Keine Macht für niemand“ zu spielen. Dirk Engelhardt sprach über diese Episode, aber auch darüber, was Reiser wohl heute zu den kriegsbegeisterten Grünen sagen würde, mit Gert Möbius, Leo Schröder und Christian Günther.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Rio Reiser war im Jahr 1976 von der Stasi als Fluchthelfer verdächtigt und sieben Jahre lang überwacht worden. Verdächtig wurde er für die „Firma“, als er von West-Berlin nach Lauenburg reiste. Nach dem Mauerfall trat Reiser der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) bei und unterstützte deren Wahlkampf. Sein Engagement, einschließlich der Nutzung seines Hits „König von Deutschland“, gesungen von einem Kinderchor als Wahlkampfsong der PDS, führte allerdings zu Kritik und Boykotten bei Radiosendern.

Dana Golombek und Frank Leo Schröder haben sich in das Gedankengut und die Gefühlswelt von Rio Reiser versetzt und eine Art Hommage an Rio Reiser mit dem Namen „Irrlichter“ geschaffen. Sie spielen sie zusammen mit dem Pianisten und Sänger Kai Dannowski und touren damit durch ganz Deutschland.

Dirk Engelhardt sprach mit Gert Möbius, Leo Schröder und Christian Günther, der in Eberswalde das Café Kleinschmidt betreibt und ausgewiesener Fan von Ton Steine Scherben ist. Hier folgt das Interview:

Welche Wirkung hatten die beiden Konzerte von Rio Reiser 1988 in Ost-Berlin auf die DDR-Bürger (vor allem auf das Publikum)?

Gert Möbius: Dieses Konzert in der Werner-Seelenbinder-Halle war sicher eines der besten Livekonzerte meines Bruders. Bei dem Song „Der Traum ist aus“ brach im Publikum fast ein Chaos aus, nämlich bei der Frage von Rio, wo wohl der von ihm beschriebene Traum Wirklichkeit wäre, und er auch gleich die Antwort mitlieferte – dieses Land ist es nicht! Da rastete das Publikum aus, sie schrien, klatschen und sangen laut mit. Diese Passage ist auch kongenial im Bühnenstück „Irrlichter“ verarbeitet worden.

Christian Günther: Ich kenne als 1978 Geborener nur das erst nach Rios Tod von Gert Möbius veröffentlichte Live-Album. Es ist in der Tat nicht nur ein historisches Dokument, sondern ein sagenhaft intensiver und atmosphärischer Mitschnitt. Ein enger, etwas älterer Freund von mir war damals in der Seelenbinder-Halle dabei und hat noch heute leuchtende Augen, wenn er von den Eindrücken an dem Abend berichtet. Auf der ersten „Irrlichter“-Tour habe ich einige Menschen kennengelernt, die das Glück hatten, eines der beiden Konzerte damals zu erleben. Ihre Beschreibungen gleichen sich wie abgesprochen. Rios radikale Liebe für Menschen und seine ebenso radikale Wut gegen jeglichen Machtmissbrauch – Ost wie West – hat die Menschen offenbar überwältigt.
 
Was ist bekannt aus der Stasi-Beobachtung von Rio Reiser?

Gert Möbius: Ich kenne keine Beobachtungen der Stasi. Was nicht heißt, dass es sie nicht gegeben haben wird.

Christian Günther: Es ist absolut davon auszugehen, dass Rio Reiser mindestens während des DDR-Aufenthalts komplett überwacht wurde. Das gilt uneingeschränkt für jeden „West-Künstler“, der in der DDR konzertieren durfte.

Wie war das persönliche Verhältnis von Rio Reiser zu DDR-Musikern? Welche waren es vor allem?

Gert Möbius: Er hatte ein sehr gutes Verhältnis zu Musikern aus der DDR, zum Beispiel zu Lutz Kerschowski. Der baute, nach Rios Tod, mit mir das Rio-Reiser-Archiv auf.
 
Wie entwickelte sich das Verhältnis von Rio Reiser zur PDS?

Gert Möbius: Rio verstand sich sehr gut mit Gregor Gysi, menschlich und politisch.

Frank Leo Schröder: Schlecht! Rio empfand sich zunehmend als Vorzeigekünstler und wurde inhaltlich nicht involviert.

Welche linken politischen (oder auch andere) Kräfte berufen sich heute auf Rio Reiser?

Gert Möbius: Da gibt es nun wirklich sehr viele, in Ost wie West.

Frank Leo Schröder: Da fällt mir natürlich sofort Claudia Roth ein, die durch ihre frühere Tätigkeit einen Bezug zu den Scherben hat. Insgesamt bezieht sich die linke Szene gerne auf Songs wie „Rauchhaus“, „Keine Macht für Niemand“ und so weiter, blendet aber Rios Solokarriere aus, also seine letzten zehn Lebensjahre. Ich selbst, als freiheitsliebender Mensch, beziehe mich ebenfalls auf Rios Werk. Zumal diese Begrifflichkeiten wie „links“ und „rechts“ völlig außer Kontrolle geraten sind. Rios Parteieintritt in die PDS wäre heutzutage nur mit einem Parteieintritt in das BSW oder die AfD zu vergleichen.

Christian Günther: Man sollte nicht vergessen, dass Willy Brandt Bundeskanzler gewesen ist, als Ton Steine Scherben sich formierten und Songs wie „Keine Macht für niemand!“, „Der Traum ist aus“ oder „Macht kaputt was Euch kaputt macht“ entstanden – unter der linkesten Regierung, die Deutschland nach 1949 bis dato hatte! Die politische Linke sollte sich also sehr davor hüten, Rio Reiser posthum für sich zu vereinnahmen. Ebenso die Grünen! Ich empfinde es als unredlich, dass insbesondere Claudia Roth keine Gelegenheit auslässt – auf ihren Social-Media-Kanälen, in Interviews und leider auch bei ihrer unsäglichen Rede anlässlich Rio Reisers 75. Geburtstag in der Volksbühne -, Rio als Verbündeten zu inszenieren. Gerade bei dem kriegspolitischen Wähler-Verrat der Grünen habe ich den begründeten Verdacht, dass Rio 2026 mit den Grünen eher gründlich fertig wäre. Wir wissen es nicht. Was wir wissen, ist, dass er zeitlebens gegen jede Freiheitsbeschränkung Sturm lief und gegen jede Politik, die Menschen per Gesetz zu etwas zwingen wollte, was ihnen nicht entsprach.

Welche seiner Songs wurden in der DDR zensiert?

Gert Möbius: Bei dem Konzert in der Werner-Seelenbinder-Halle durfte er nicht „Keine Macht für Niemand“ singen. Auch „Der Traum ist aus“ wurde aus dem TV-Mitschnitt herausgeschnitten. Für die posthume Veröffentlichung des Live-Albums dieser Konzerte konnten wir es aber verwenden, auch für die noch spätere DVD des Konzerts. Das Filmmaterial war da – gesendet wurde es im Fernsehen der DDR aber 1988 nicht.

Frank Leo Schröder: „Der Traum ist aus“ wurde beim Konzert in der Seelenbinder-Halle zensiert. Angeblich wegen technischer Mängel kam der Song nicht bei der Ausstrahlung des Konzerts im DDR-Fernsehen.

Christian Günther: Rio Reiser fand im Radio und TV der DDR eigentlich nicht statt. Insofern sind seine Konzerte in der Seelenbinder-Halle rückblickend eine Sensation. Die jungen Leute kannten ihn, weil seine Platten überspielt in die DDR geschmuggelt wurden und man nicht kontrollieren konnte, dass „West-Radio“ gehört wurde. Erst 1989 erschien eine Lizenz-Pressung im Rahmen der „Amiga Quartett“-Serie mit vier Songs von Rio Reiser in der DDR. Das war alles, was es offiziell von ihm in der DDR gab, kurz vor ihrem politischen Kollaps.

Wurden seine Songs in der DDR anders interpretiert als in Westdeutschland?

Gert Möbius: Ist mir nicht bekannt.

Christian Günther: Mein Eindruck ist, dass Rio in beiden deutschen Staaten vor allem missverstanden wurde. Fast alles, was ihm politisch ausgelegt wurde, meinte er vorrangig zwischenmenschlich. Keine Macht für NIEMAND – das meinte er wörtlich, so plakativ der Satz auch klingen mag.

Titelbild: Screenshot/Peters Pop-Show

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„Wages not Weapons“

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german-foreign-policy.com: Sie sind Mitautor der Alternative Defence Review, die dieses Jahr veröffentlicht wurde. Worum genau handelt es sich dabei?

Alex Gordon: Die Alternative Defence Review ist ein Gemeinschaftsprojekt, das Ende Mai 2025 veröffentlicht wurde. Verfasst wurde sie von einer Arbeitsgruppe, die von der Campaign for Nuclear Disarmament (CND), deren Mitglied ich bin, und von Gewerkschaftern aus verschiedenen Gewerkschaften sowie von Journalisten und Wissenschaftlern aus den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Waffenhandel und politische Ökonomie ins Leben gerufen wurde. Das Projekt entstand auf Initiative meiner Gewerkschaft, der National Union of Rail, Maritime and Transport Workers (RMT), der größten Gewerkschaft für Eisenbahn- und Transportarbeiter hier in Großbritannien.

german-foreign-policy.com: Was genau hat die RMT vorgeschlagen?

Alex Gordon: Im Jahr 2022 fand unsere jährliche RMT-Konferenz im Juni statt, kurz nach dem NATO-Gipfel in Madrid. Wir stellten fest, dass die Vereinigten Staaten unter Präsident Biden darüber sprachen, den Anteil des BIP zu erhöhen, den die NATO-Mitgliedstaaten für Militärausgaben aufwenden sollen. Zu diesem Zeitpunkt war das offizielle Ziel, im Jahr 2024 zwei Prozent des BIP zu erreichen. Großbritannien, das über eines der größten Militärbudgets verfügt, wandte diesen Betrag bereits auf. Das Vereinigte Königreich ist eines der Länder mit den höchsten Rüstungsausgaben in der westlichen Welt. Wir waren darüber sehr besorgt, aber auch über das, was wir als Marsch in Richtung Militarisierung im Westen betrachteten. All dies geschah nur vier Monate, nachdem Russland in den Donbass einmarschiert war und Teile der Oblaste Luhansk und Donezk unter seine Kontrolle gebracht hatte. Das politische Klima in Großbritannien wie auch in vielen anderen europäischen Ländern wurde immer kriegslüsterner. Es gab jeden Tag Medien und Politiker, die Russland nicht nur kritisierten, sondern verteufelten, ebenso China. Wir beobachteten einen deutlichen Anstieg der Sinophobie in Großbritannien.

Das hat uns sehr beunruhigt. Die RMT hat sich 2022 dafür eingesetzt, ein Gipfeltreffen der Arbeiterbewegung zum Thema Frieden einzuberufen und Diskussionen über eine Außenpolitik zu initiieren, die auf Frieden und Diplomatie statt auf Krieg basiert. Dann kam es im Oktober 2023 zum Beginn des verheerenden Völkermords an den Palästinensern in Gaza, der trotz des Waffenstillstands immer noch andauert. Wir haben eine Eskalation der militärischen Feindseligkeiten in Westasien – oft als Naher und Mittlerer Osten bezeichnet – erlebt, mit einem heißen Krieg zwischen Israel und Iran, einschließlich des Einsatzes ballistischer Mittelstreckenraketen. Wir haben erlebt, wie Flugzeuge der britischen Royal Air Force (RAF) eingesetzt wurden, um den Jemen zu bombardieren. Wir haben erlebt, wie der britische RAF-Stützpunkt in Akrotiri auf Zypern, der ein wichtiger strategischer Stützpunkt für den westlichen Imperialismus ist, nicht nur für Spionageflüge über Gaza genutzt wurde, um Israel mit Informationen zu versorgen, sondern auch als Stützpunkt für die Lieferung schwerer Waffen aus den Vereinigten Staaten auf dem Weg nach Israel diente. Und natürlich haben wir während all dieser Ereignisse den weltweit verheerendsten Krieg in Bezug auf menschliche Opfer erlebt – im Sudan –, der von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Saudi-Arabien finanziert wird, sowie den anhaltenden Krieg in der Demokratischen Republik Kongo.

In diesem Zusammenhang hielten wir es zwar für notwendig, ein Gipfeltreffen der Arbeiterbewegung zum Thema Frieden einzuberufen, aber nicht für ausreichend: Ein Aufruf klingt hohl, wenn man keine positiven konkreten Schritte und Vorschläge in petto hat. Nach weiteren Debatten im Jahr 2023 beschlossen wir daher, ein relativ kurzes, aber detailliertes und hoffentlich gut belegtes Dokument zu erstellen, das es den Lesern ermöglicht, mehr über die fortschreitende Militarisierung zu erfahren. Das Dokument sollte darlegen, wie der Westen eine neue Weltordnung schafft, die auf Militarismus und auf endlosen Kriegen basiert und die unserer Meinung nach gefährlich in Richtung auf eine reale Möglichkeit eines Krieges zwischen den globalen Supermächten kippt, insbesondere zwischen Russland und den Vereinigten Staaten, die beide über Atomwaffen verfügen. Ein solcher Krieg würde zum Aussterben des größten Teils des Lebens auf diesem Planeten führen.

german-foreign-policy.com: Dieses Dokument – ist das die Alternative Defence Review?

Alex Gordon: Ja, genau.

german-foreign-policy.com: Bevor wir näher darauf eingehen: Es ist doch kein neues Phänomen, dass britische Gewerkschaften wie die RMT für den Frieden kämpfen, oder?

Alex Gordon: Überhaupt nicht. Es stimmt zwar, dass die britische Gewerkschaftsbewegung vom Imperialismus geprägt ist – sie entstand aus der Entwicklung des Kapitalismus in einem Land, das die erste industrielle Revolution erlebte und darauf aufbauend das größte Imperium des 19. Jahrhunderts errichtete. Aber gleichzeitig trug die Entwicklung des britischen Kapitalismus auch den Keim für kritisches, sozialistisches Denken in sich. Es gibt eine Reihe historischer Beispiele dafür, wie britische Gewerkschaften gegen den Krieg vorgegangen sind. Die bekanntesten sind wohl die Ereignisse von 1918/1919, als britische Hafenarbeiter sich weigerten, Waffen auf Schiffe zu laden, die die britische Regierung nach Russland schicken wollte, um die Weiße Armee zu bewaffnen und die Russische Revolution niederzuschlagen. Die Russische Revolution wurde übrigens während des Ersten Weltkriegs in Großbritannien begeistert begrüßt. In Kohlebergbaugemeinden in den Tälern in Südwales gab es Massendemonstrationen, bei denen Tausende Menschen aus ihren Häusern kamen, um zu feiern. Im Jahr 1921 gründete die Gewerkschaftsbewegung die Councils of Action, lokale Gewerkschaftsräte, die von revolutionären Sozialisten und Kommunisten beeinflusst waren und gebildet wurden, um Streikmaßnahmen gegen den Interventionskrieg der britischen Regierung zur Niederschlagung der Russischen Revolution zu ergreifen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erklärte Frank Cousins, Generalsekretär der Transport and General Workers’ Union (T&GWU) – die T&GWU heißt heute Unite und ist eine der größten Gewerkschaften Großbritanniens –, auf einer Konferenz seiner Gewerkschaft im Jahr 1957, die Trennung von Gewerkschaftsangelegenheiten und Politik sei ein Fehler. Die T&GWU bezog Stellung gegen die Nutzung von Atomwaffen durch Großbritannien und argumentierte, eine Verteidigungspolitik, die auf der Androhung des Einsatzes von Atomwaffen basiere, sei moralisch falsch, militärisch gefährlich und wirtschaftlich unsinnig. Frank Cousins war ein früher Unterstützer der 1957 gegründeten Campaign for Nuclear Disarmament. Die Positionierung gegen Atomwaffen zieht sich seit 70 Jahren durch die Arbeiterbewegung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es eine Reihe von Gelegenheiten, bei denen sich die Gewerkschaftsbewegung entschieden für den Frieden und gegen den Krieg ausgesprochen hat. So haben sich beispielsweise 2003 Gewerkschaften mit linksgerichteten Persönlichkeiten gegen Großbritanniens illegalen Krieg im Irak zur Unterstützung der USA ausgesprochen.

Aber vielleicht noch wichtiger ist es, einen alternativen Industrieplan zu entwickeln, der Arbeitern Hoffnung und die Zuversicht gibt, dass es möglich ist, durch eine Diversifizierung weg von der Rüstungsproduktion zu mehr Wohlstand, sichereren Arbeitsplätzen, besseren Einkommen und einer besseren Zukunft für sich und ihre Familien zu gelangen. Eine der Erkenntnisse, die wir bei unseren Recherchen für die Alternative Defence Review gewonnen haben, war, dass die Rüstungsproduktion in vielen Städten, die von der Rüstungsindustrie abhängig sind, Schaden verursacht. Es gibt Städte wie Barrow-in-Furness im Nordwesten Englands, wo eine Fabrik für den Bau von Atom-U-Booten liegt. Dort erhält die lokale Bevölkerung Jodtabletten, um sich vor möglichen radioaktiven Strahlungen aus der Rüstungsindustrie zu schützen. Selbst ohne diese schrecklichen medizinischen Aspekte ist es völlig klar, dass die Städte, die von der Rüstungsindustrie abhängig sind, zu den ärmsten Gemeinden Großbritanniens gehören. Es handelt sich um Gemeinden, die auf Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor basieren, die die Menschen versorgen, die nur in die Stadt kommen, um dort ihre Arbeit zu verrichten, Waffen zu bauen und die Stadt danach so schnell wie möglich wieder zu verlassen und an ihren Wohnort zurückzukehren. Es gibt klare Argumente dafür, dass diese verlassenen Gemeinden eine Alternative brauchen.

german-foreign-policy.com: Wie könnte eine Alternative aussehen?

Alex Gordon: Es gibt alternative Wirtschaftspläne, deren Geschichte bis in die 1970er Jahre zurückreicht. 1976 erstellte das Shop Stewards’ Committee bei Lucas Aerospace, einem sehr wichtigen privaten Unternehmen, das militärische und zivile Komponenten für die Luft- und Raumfahrtindustrie entwickelt und herstellt, den Lucas-Plan, ein umfassendes Konzept, wie Werke umgerüstet und auf die Produktion von Medizintechnik, Transportmitteln und vielem mehr umgestellt werden können. Es war ein vollständig durchkalkulierter Plan. In den 1990er und 2000er Jahren gab es auch Versuche der T&GWU, alternative Strategien für die Diversifizierung weg von der Rüstungsindustrie zu entwickeln, indem die Fähigkeiten der Ingenieure für die Herstellung von Komponenten für erneuerbare Energien und Turbinen genutzt wurden – kurz gesagt: Ihre Fähigkeiten wurden vom militärischen in den zivilen Sektor übertragen. Es ist wichtig, dass solche Pläne von Arbeitern ausgearbeitet werden, die über direkte einschlägige Erfahrungen mit den Techniken, Werkzeugen und Technologien verfügen, die sie einsetzen.

Was heute natürlich fehlt, ist eine Regierungsbehörde, die diesen Prozess der Diversifizierung weg von der Rüstung steuern kann. Ohne den Staat ist ein solcher Diversifizierungsprozess nicht zu bewältigen. Der Staat muss ihn steuern. Während der fünfjährigen Amtszeit von Jeremy Corbyn als Vorsitzender der Labour Party (2015-2020) wurden Vorschläge zur Einrichtung einer Behörde für Verteidigungsdiversifizierung ausgearbeitet, die mit Beamten besetzt sein sollte, deren Aufgabe es wäre, staatliche Investitionen weg vom Militärsektor in sozial produktive Sektoren zu lenken. Sobald der heutige Premierminister Keir Starmer Corbyn als Vorsitzenden der Labour-Partei abgelöst hatte, gab er dieses Vorhaben auf, weshalb es heute nicht mehr existiert. Aber wir müssen uns an es erinnern, denn es ist ein wichtiger Bestandteil einer ernsthaften Strategie zur Diversifizierung der Verteidigung.

german-foreign-policy.com: Kommen wir zurück zur Alternative Defence Review. Was sind ihre wichtigsten Elemente?

Alex Gordon: Kurz zusammengefasst enthält die Alternative Defence Review zunächst einmal eine Erklärung der politischen Ursprünge der neuen Kriegsrhetorik, der wir derzeit ausgesetzt sind. Unsere Recherche befasst sich mit der Tatsache, dass die britische Regierung nach der Finanzkrise von 2008 zwei Strategic Defence Reviews veröffentlicht hat, eine im Jahr 2010 und eine im Jahr 2015. Dabei verfolgte sie einen Ansatz, der auf Einsparungen beim britischen Militär abzielte; sie versuchte, Kosten zu senken. Sie strebte eine Verkleinerung der britischen Armee an. Britische Armeeregimenter wurden weggekürzt oder zusammengelegt. Gleichzeitig wurden der militärisch-industrielle Komplex und die Generäle mit sehr teuren Rüstungsprojekten beschwichtigt, um sicherzustellen, dass die großen Rüstungsunternehmen und ihre Lieferketten weiterhin vom Staat finanziert wurden.

All dies änderte sich dramatisch mit einer Reihe von Ereignissen um das Jahr 2020 herum. Am 31. Januar 2020 verließ Großbritannien nach dreieinhalb Jahren zäher Verhandlungen mit Michel Barnier und der Europäischen Kommission endgültig die Europäische Union. Im Juli 2019 kam Boris Johnson als Premierminister an die Macht. Johnson vertrat einen besonders militaristischen Flügel der Conservative Party, der – quasi als untergeordneter, loyaler Diener der Vereinigten Staaten – Großbritanniens militärische Macht projizieren und weltweit militärisch aktiv sein wollte, vom Südchinesischen Meer bis zur Karibik. Im Jahr 2020 führte dies zu einer dramatischen Kehrtwende in der britischen Politik, weg von Sparmaßnahmen beim Militär und hin zur Wiederaufrüstung. Dieser Wandel wurde von wichtigen Persönlichkeiten der damaligen US-Regierung unter Biden unterstützt, darunter Victoria Nuland und Robert Kagan, der Gründer des Project for the New American Century. Die neokonservativen Kreise um Nuland waren zu dieser Zeit speziell dafür verantwortlich, die Strategie der Spannung in der Ukraine zu fördern, die schließlich im Februar 2022 in den heißen Krieg führte.

Ihre Hauptstrategie bestand jedoch darin zu argumentieren, die USA müssten eine militärische Intervention auslösen, um den Aufstieg Chinas zu verhindern, der größten Wirtschaftsmacht der Welt, die die Vereinigten Staaten in den Schatten stellen würde. China nimmt in der Weltgeschichte eine einzigartige Position ein: Es ist das erste Land, das den Status einer Wirtschaftssupermacht erreicht hat, bevor es sich zu einer Militärsupermacht entwickelt. Die US-Neokonservativen setzten verschiedene Fristen – einige US-Generäle nennen das Jahr 2027 – für einen heißen Krieg mit China, ohne den die USA ihrer Meinung nach in Bezug auf die Wirtschaftsleistung qualitativ und quantitativ hinter China zurückfallen würden. Gemessen an der Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity, PPP) ist diese Entwicklung bereits eingetreten.

german-foreign-policy.com: Was hat das für Großbritannien bedeutet?

Alex Gordon: Ab 2020 gab es die von mir erwähnte scharfe Wende in der britischen Militärpolitik – von den Sparmaßnahmen hin zur Wiederaufrüstung. Diese Wende war mit wichtigen politischen Persönlichkeiten und akademischen Beratern verbunden; wir konnten dies in der Alternative Defence Review aufzeigen und erklären, wer diese Personen sind, wofür sie sich einsetzten und welche konkreten Schritte sie unternehmen wollten, um den Schalter für die Wiederaufrüstung umzulegen. Im britischen Kontext war der wahrscheinlich wichtigste Vertrag, für den sie verantwortlich waren, der im September 2021 unterzeichnete AUKUS-Vertrag, ein Abkommen zwischen Australien, Großbritannien (United Kingdom) und den Vereinigten Staaten (US), das im Wesentlichen die Militarisierung der Meere rings um China eskalierte. Es brachte ein Verteidigungspaket, das Australien in die Lage versetzte, atomgetriebene U-Boote für den Einsatz im Pazifik zu beschaffen. Kurz vor der Unterzeichnung des AUKUS-Vertrags hatte Großbritannien im Juni 2021 die New Atlantic Charter mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet, die symbolisch an die Atlantic Charter erinnern soll, die beide 1941 unterzeichnet hatten, als die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eintraten.

All dies wurde von mächtigen politischen Persönlichkeiten auf beiden Seiten des Atlantiks choreografiert und unterstützt. Wir bekamen in Großbritannien eine innenpolitische Debatte über eine massive Aufrüstung. Zunächst entschied sich Boris Johnson für Raten oberhalb der Inflation, um die die Verteidigungsausgaben jedes Jahr erhöht werden sollten. Doch dann kam Johnsons chaotische Amtszeit zu einem Ende, und er wurde durch andere konservative Persönlichkeiten ersetzt, die noch chaotischer waren, bis schließlich die Parlamentswahlen am 4. Juli 2024 kamen. Die Conservative Party wurde abgewählt und erhielt das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten, während die Labour Party mit einer großen Mehrheit an die Macht kam, die sie nutzte, um die Kontinuität der Rüstungs-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik der konservativen Regierung sicherzustellen. Insbesondere in Bezug auf die Ukraine kam es zu einer kontinuierlichen Eskalation der militärischen Aufrüstung und zur Neuausrichtung der britischen Wirtschaft auf die Rüstungsindustrie – auf Kosten des Sozialstaats, der öffentlichen Dienste und der Sozialleistungen.

All dies erhielt im November 2024 mit der Wahl von Donald Trump als US-Präsident weiteren Auftrieb. Trump wurde mit einem bewusst verwirrenden Programm gewählt, in dem er sich selbst als „Friedenspräsident” darstellte. Nach seiner Amtseinführung am 20. Januar 2025 verschärfte er sofort die militärischen Drohungen der USA gegen Grönland, Panama, Nigeria und Venezuela. Das Kronjuwel der globalen Militaristen war der NATO-Gipfel 2025, auf dem sich die NATO-Mitgliedstaaten darauf einigten, sich auf ein Ziel von fünf Prozent des BIP für Militärausgaben zu verpflichten.

german-foreign-policy.com: Was findet sich noch in der Alternative Defence Review?

Alex Gordon: Wir haben untersucht, wie die britische Regierung ihre Kriegsrhetorik über die Medien, aber auch über Schulen und Universitäten verbreitet hat. Wir argumentieren, dass es eine Entwicklung gibt, die ich als MIMAC bezeichnet habe – einen Militärisch-Industriellen Medial-Akademischen Komplex –, der Institutionen vom Rundfunk über die Hochschulbildung bis hin zu den Rüstungsunternehmen selbst und sogar zu den Politikern, die sie bestechen, miteinander verbindet. Wir haben also die schädlichen Auswirkungen auf die Demokratie in Großbritannien dargelegt. Wir haben darüber geschrieben, wie der derzeitige Ansatz Großbritanniens, der auf Militärausgaben und einer übertriebenen Wahrnehmung von Bedrohungen basiert, soziale und ökologische Schäden verursacht – nicht nur in dieser Gesellschaft, sondern weltweit. Dies ist ein Bereich, in dem sich die Gewerkschaften in den vergangenen 15 bis 20 Jahren viel stärker engagiert haben: Sie sind sich nicht nur der globalen Klimaziele bewusst, sondern auch der tatsächlichen Schäden, die industrielle Prozesse und die Arbeitsplätze ihrer Mitglieder dem Planeten zufügen. Die größten Verursacher der globalen Erwärmung sind natürlich die Rüstungsproduktion und Kriege. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die katastrophale Sabotage, bei der die Nord Stream-Pipelines in der Ostsee gesprengt und riesige Mengen Methan freigesetzt wurden, die sich über Skandinavien ausbreiteten.

Wir haben uns auch mit der Verschwendung im Zusammenhang mit den Militärausgaben im britischen Kontext befasst. Es handelt sich um eine Geldverschwendung, bei der niemand für den Verlust riesiger Summen an öffentlichen Mitteln zur Rechenschaft gezogen wird. Natürlich investiert kein Rüstungsunternehmen eigene Mittel. Sie sind von staatlichen Investitionen und öffentlichen Geldern abhängig; Rüstungsunternehmen saugen Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen auf und verschieben sie. Großbritannien hat die niedrigste industrielle Produktivität aller G7-Staaten. Wir haben eine Wirtschaft, die auf billiger Arbeitskraft, billigen Verträgen und niedrigen Löhnen basiert. Das ist der Schlüssel des britischen Wirtschaftsmodells. Es ist billiger, jemanden für fünf Pfund pro Stunde ein Auto von Hand waschen zu lassen, als in Maschinen zu investieren, die die gleiche Arbeit effizienter und billiger erledigen, aber Kapitalaufwand erfordern. Einer der Gründe dafür ist, dass Forschung und Entwicklung in Großbritannien auf den Rüstungssektor ausgerichtet sind. Das ist totes Geld.

german-foreign-policy.com: Was ist mit der Behauptung, der Militärsektor sei eine Quelle des Wirtschaftswachstums und der Schaffung von Arbeitsplätzen?

Alex Gordon: Das ist schlichtweg ein Mythos. In der Alternative Defence Review haben wir die Behauptungen britischer Minister widerlegt, Verteidigungs- und Rüstungsausgaben seien ein „Wachstumsmotor”. Wir haben uns die Höhe der Ausgaben und die geringe Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze angesehen; wir haben auch untersucht, was mit diesem Geld gemacht werden könnte, wenn man es in Dinge investierte, die die Menschen wirklich brauchen, zum Beispiel in ein neues Verkehrssystem, in neue Krankenhäuser, Schulen, die Isolierung unseres unglaublich schlechten Wohnungsbestands, den Bau neuer Häuser – wir haben eine schreckliche Wohnungskrise in Großbritannien. Es gibt eine lange Liste von Ausgaben, die unsere Regierungen tätigen sollten, dies aber nicht tun, weil wir stattdessen fünf Prozent unseres BIP – tatsächlich 127 Milliarden Pfund pro Jahr – für den militärisch-industriellen Komplex ausgeben sollen. Im letzten Kapitel der Alternative Defence Review haben wir Argumente für eine Diversifizierung weg von der Verteidigung und für die Notwendigkeit eines „gerechten Übergangs“ zusammengestellt, ein Begriff, den wir in der Gewerkschaftsbewegung verwenden, um den Transfer von Arbeitsplätzen mit guten Arbeitsbedingungen zu beschreiben – die Arbeiter sollen nicht zu Opfern des Diversifizierungsprozesses werden.

german-foreign-policy.com: Wie wurde die Alternative Defence Review von der Arbeiterbewegung aufgenommen?

Alex Gordon: Sie wurde von einer großen Zahl an Gewerkschaftern und Linken begrüßt. Sie hatte auch einen breiteren Einfluss auf die Gewerkschaftsbewegung. Im September 2025 wurde auf der Hauptkonferenz des Gewerkschaftsbundes (Trades Union Congress, TUC) in Brighton ein Antrag der University and College Lecturers’ Union (UCU) unter dem Motto „Wages not Weapons“ („Löhne statt Waffen”) mit großer Mehrheit angenommen und damit die Politik rückgängig gemacht, die der TUC drei Jahre zuvor beschlossen hatte, auf dem Höhepunkt der Militarisierungspolitik von Boris Johnson. Im Jahr 2022, als Johnson versprach, viel Geld für Waffen auszugeben, hatte der TUC einen Vorschlag einer der Gewerkschaften des Maschinenbau- und Produktionssektors angenommen, die Forderung nach einer Erhöhung der Rüstungsausgaben zu unterstützen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Im Jahr 2025 gelang es uns, dies rückgängig zu machen und darauf hinzuweisen, dass die Gelder, die aus Schulen, Krankenhäusern, öffentlichen Dienstleistungen und dem Gesundheitswesen abgezogen werden, um die steigenden Rüstungsausgaben zu finanzieren, Arbeitsplätze kosten, Dienstleistungen einschränken und die soziale Wohlfahrt der von uns vertretenen Arbeitnehmer beeinträchtigen. Ich habe den Antrag unterstützt. Es war eine großartige gewerkschaftspolitische Debatte, und wir haben die Abstimmung gegen einige sehr tief verankerte Sonderinteressen mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Es war ein wichtiger Sieg, und ich glaube, dass die Alternative Defence Review dazu beigetragen hat, die Debatte innerhalb der Gewerkschaftsbewegung in Großbritannien zu verändern. Sie hat auch der Friedensbewegung eine viel klarere Vorstellung von der Rolle der Arbeiterklasse und der Gewerkschaften im Kampf für den Frieden vermittelt.

 

[Korrekturhinweis: Der Übersetzungsfehler "zu den Politikern, von denen sie bestochen werden" wurde in "zu den Politikern, die sie bestechen" korrigiert.]

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