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Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper

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Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper
Tagesdosis 20260414 apolut
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Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Am Montag, den 13. April 2026 erklärte der US-Präsident, Donald J. Trump auf seiner Social-Media Plattform Truth Social, dass er ab Montag 16:00 Uhr deutscher Zeit die Straße von Hormuz sperren will. Wörtlich sagte er:

„Die Vereinigten Staaten werden am 13. April um 10:00 Uhr (Eastern Time) Schiffe blockieren, die in iranische Häfen einlaufen oder diese verlassen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit! Präsident DJT.“(1)

Die amerikanische Sperrung der Straße von Hormuz soll nur Schiffe betreffen, die an den Häfen in der Islamischen Republik anlegen oder diese verlassen wollen. Alle anderen Schiffe sollen von dieser Sperrung nicht betroffen sein.(2)

Geplatzte Friedensverhandlungen

Diese Reaktion erfolgte, nachdem die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am vergangenen Samstag, den 11. April 2026 in Pakistan fehlschlugen.(3) Bereits am Sonntag, den 12. April 2026 verließ der US Vizepräsident, J.D. Vance die Verhandlungen frühzeitig, obwohl diese ursprünglich für 2 bis 3 Tage angesetzt waren. Die österreichische Nachrichtenplattform, AUF1 berichtete, dass der Iran das vorzeitige Ende mit den folgenden Worten bestätigte:

„Nicht erfüllbare Forderungen der USA“

hätten ein Friedensabkommen unmöglich gemacht.(4) Doch was genau umfassen diese Forderungen? Konkret sollen die USA den vollständigen Verzicht von Urananreicherungen, die Abgabe von ca. 900 Pfund Uranvorräten, die Öffnung der Straße von Hormuz unter US-Kontrolle und das Ende der iranischen Militäreinsätze von jetzt auf gleich verlangt haben – ohne jedwede Gegenleistung.(5)

Reaktion des Irans

Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die Sperrung der Straße von Hormuz durch amerikanische Schiffe in der Realität umsetzbar ist. Denn der Iran wird dies nicht einfach über sich ergehen lassen. Im Gegenteil. Der Publizist, Thomas Röper erklärte in einem Gespräch am vergangenen Donnerstag, den 09. April 2026, dass der Iran bereits angekündigt hat, seine Häfen durch Revolutionsgarden zu schützen.(6)

Laut der Onlineplattform antispiegel.ru bezeichnete die iranische Botschaft in Thailand die amerikanischen Pläne als „lächerlich“.(7) Zudem werden die Revolutionsgarden jede Annäherung von Kriegsschiffen an die Straße von Hormuz als Bruch des vereinbarten Waffenstillstands verstehen.(8)

Nachdem die USA zunächst berichtet hatten, dass US-Marine Schiffe die Straße von Hormuz erfolgreich durchfahren haben, dementierte Press TV dies.(9) Die zwei Zerstörer der US-Marine wurden von iranischen Seestreitkräften abgefangen und zum Rückzug gezwungen, so der Sender.(10)

Kommentar

Trump erhofft sich von seiner Sperrung der Straße von Hormuz, den Iran so unter Druck setzen zu können, dass er einknickt und dem ominösen 15-Punkte Friedensplan der USA zustimmt.(11) Auch, wenn dieser bisher nicht der Öffentlichkeit vollständig mitgeteilt wurde, ist klar, dass die USA nur eine Kapitulation des Irans akzeptieren werden.(12) Diese beinhaltet auch die Macht über die Straße von Hormuz und damit die Macht über Öl und das LNG an die USA abzutreten.(13) Dies würde bedeuten, dass Trump die absolute Kontrolle über Asien, China und den BRICS-Staaten hätte. Und genau diese BRICS-Staaten stellen sich hinter den Iran. China, Russland und Nordkorea erklärten, dass sie einem nuklearen Angriff nicht tatenlos zusehen und an der Seite des Iran kämpfen werden.(14) Damit handelt es sich schon längst nicht mehr um einen regionalen Krieg. Die Welt bringt sich bereits in Stellung für einen potentiellen Weltkrieg. China, der größte Abnehmer des iranischen Öls, warnte bereits Israel:

„Zunächst einmal möchte ich der israelischen Regierung und den israelischen Führungskräften sagen, in dem Moment, wo Israel einen nuklearen Sprengkopf gegen ein anderes Land einsetzt, auch gegen den Iran, wäre dies das Ende Israels als Staat. Deshalb sollte man sich das gut überlegen und man sollte sich an eine chinesische Weisheit halten: „Wenn du es wagst, eine Atomwaffe gegen ein anderes Land einzusetzen, könntest du damit den Untergang deines eignen Landes herbeiführen. Das ist der erste Punkt, denn die Menschheit wird niemals akzeptieren, dass Israel eine Atomwaffe gegen ein anderes Land einsetzt und dabei hunderttausende Menschen tötet.“(15)

Russland unterstützt den Iran ebenfalls, sowohl diplomatisch als auch militärisch und Nordkorea erklärte ebenfalls seine Loyalität gegenüber dem Iran. Nicht nur auf diplomatischer Ebene unterstützt Nordkorea den Iran in der aktuellen Situation. Auch militärisch liefern sie bereits ballistische Raketen. Zudem positioniert sich Nordkorea klar gegen die USA.(16)

In der aktuellen Situation scheint der Iran militärisch gegenüber den USA und Israel überlegen zu sein.(17) Aus diesem Grund hat es der Iran momentan nicht nötig, den Forderungen der USA nachzukommen. Die USA wiederum werden die Straße von Hormuz jedoch auch nicht alleine blockieren können. Deshalb haben sie auch die NATO-Staaten Großbritannien und Frankreich um Hilfe gebeten. Beide haben den USA jedoch eine Absage erteilt.(18) Der britische Premier, Keir Starmer erklärte, dass er statt Kriegsschiffe Minensuchboote in die Straße von Hormuz entsenden werde. Anstatt die Straße von Hormuz zu blockieren, wollen beide Länder gemeinsam mit anderen Ländern daran arbeiten, die Straße wieder für die Schifffahrt zu öffnen.(19) Diese Antwort lässt vermuten, dass sich die NATO-Staaten momentan nicht in den Krieg ziehen lassen wollen. Sollten die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen und der Waffenstillstand aufgehoben werden, würde die Anwesenheit von Kriegsschiffen der NATO-Mitglieder automatisch eine Beteiligung der NATO am Krieg bedeuten, so Röpers Vermutung.(20)

Es stellt sich die Frage, ob die USA wirklich den Frieden als Ziel hatten oder ob das Scheitern der Verhandlungen von Anfang an geplant war. Schließlich schienen offenbar beide Seiten von zwei unterschiedlichen Friedensplänen zu reden, denen sie zugestimmt hatten.(21) Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai erklärte:

„Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge […] von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen.“(22)

Der Journalist und Finanzexperte, Ernst Wolff äußerte sich auf der Social-Media Plattform X zur Blockade der Straße von Hormuz durch die USA wie folgt:

„[…] Das Ziel: Weltwirtschaftskrise, Hungersnöte & globale soziale Verwerfung, um den Reset - die vollständige Übernahme der Welt durch den digital – finanziellen Komplex – herbeizuführen.“(23)

Zusammengefasst heißt das also: erschaffe das Chaos und die Nöte und nutze es, wenn sie dich um eine Lösung anflehen, um deine Vision der Welt den Menschen überzustülpen. Dies ist exakt das, was gerade überall auf der Welt passiert. Es wird an jeder Ecke das Chaos provoziert.

Der Plan B, den die Welt bisher hatte, wurde zudem ebenfalls stillgelegt. Dies war die Yanbu-Pipeline in Saudi-Arabien. Über diese war es möglich, dass Öl direkt zum Roten Meer zu transportieren und so die Straße von Hormuz zu umgehen. So konnten bis zu 7 Millionen Barrel pro Tag befördert werden. Am 13. April 2026 wurde diese Pipeline jedoch mit iranischen Drohnen angegriffen und eine Pumpstation zerstört. Dadurch wurde die tägliche Kapazität um 700.000 Barrel pro Tag reduziert.(24) Zusätzlich gab es als Plan B noch die Straße von Bab al-Mandab. Doch der iranische Berater, Ali Akbar Velayati warnte, dass dieser Eingang zum Roten Meer bald von den Iranern geschlossen werden könnte.(25)

Bei all diesen Ereignissen ist ein wichtiges Treffen untergegangen. US-Präsident, Donald Trump hat sich am vergangenen Mittwoch, den 08. April 2026 mit dem NATO-Generalsekretär, Marc Rutte im Weißen Haus getroffen. Das Gesprächsthema war erneut der Austritt der USA aus der NATO.(26)

Zudem hat die türkische Staatsanwaltschaft am Samstag, den 11. April 2026 eine Anklageschrift gegen den israelischen Premierminister, Benjamin Netanjahu sowie den israelischen Verteidigungsminister, Israel Katz wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei dem 10. Gericht in Istanbul eingereicht.(27) Konkret fordert die türkische Staatsanwaltschaft für Netanjahu 4596 Jahre Haft. Bereits im November 2025 hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen Netanjahu und weitere hochrangige israelische Beamte wegen Völkermord erlassen.(28)

Quellen und Anmerkungen

(1) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116395566253303665

(2) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(3) https://t.me/auf1tv/18946

(4) https://t.me/auf1tv/18946

(5) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(6) https://www.youtube.com/watch?v=0OQ3iASjCM4

(7) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(8) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(9) https://t.me/auf1tv/18942

(10) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(11) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(12) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(13) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(14) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(15) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(16) https://www.scmp.com/week-asia/politics/article/3346232/why-iran-and-north-korea-are-highly-likely-revive-missile-and-nuclear-cooperation; https://www.reuters.com/world/asia-pacific/north-korea-supports-irans-choice-new-supreme-leader-kcna-says-2026-03-10/; https://timesofindia.indiatimes.com/world/rest-of-world/north-korea-backs-irans-supreme-leader-mojtaba-khamenei-slams-us-israel-for-destroying-regional-peace/articleshow/129439321.cms; https://www.38north.org/2026/03/north-korea-steps-up-anti-us-rhetoric-in-initial-response-to-strikes-against-iran/

(17) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(18) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8; https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(19) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(20) https://www.youtube.com/watch?v=0OQ3iASjCM4

(21) https://anti-spiegel.ru/2026/reden-die-usa-und-der-iran-ueber-den-gleichen-friedensplan/; https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(22) https://dailyausaf.com/en/world/success-of-negotiations-depends-on-the-goodwill-of-the-opposing-side-iran/; https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(23) https://x.com/wolff_ernst/status/2043327425136718145

(24) https://x.com/TheCradleMedia/status/2040784596434858187; https://www.kettner-edelmetalle.de/news/eskalation-am-golf-iran-greift-saudische-ol-infrastruktur-an-globale-energieversorgung-in-gefahr-10-04-2026

(25) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(26) https://www.reuters.com/world/americas/trump-meets-nato-chief-iran-war-strains-alliance-2026-04-08/; https://t.me/MARKmobil/4106

(27) https://de.topwar.ru/280860-tureckaja-prokuratura-obvinila-netanjahu-v-genocide-i-potrebovala-4596-let-tjurmy.html; https://t.me/MARKmobil/4107

(28) https://de.topwar.ru/280860-tureckaja-prokuratura-obvinila-netanjahu-v-genocide-i-potrebovala-4596-let-tjurmy.html


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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Satellitenansicht der Straße von Hormuz mit roten Schifffahrtslinien und einer großen roten X-Markierung, die eine Blockade, einen maritimen Konflikt oder eine Unterbrechung des Handels in diesem strategischen globalen Ölschockpunkt symbolisiert.

Bildquelle: Alones / shutterstock

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Irankrieg Für Netanjahu geht es jetzt um alles

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Israels Premierminister Benjamin Netanjahu

In Israel hat die Deutungsschlacht begonnen darüber, ob der Krieg gegen den Iran ein Erfolg ist oder nicht. Für Netanjahu geht es darum, sein gesamtes politisches Erbe zu sichern – denn es stehen wichtige Wahlen an.

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Netanyahu zieht die Fäden! | Von Rainer Rupp

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Netanyahu zieht die Fäden! | Von Rainer Rupp
Apolut 20260413 TD Montag
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Netanyahu zieht die Fäden! | Von Rainer Rupp

Zwei US-Medienschwergewichte mobilisieren gegen Kriegstreiber Netanjahu und Trump

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Erstaunlicherweise hat ausgerechnet die sonst so Israel-freundliche New York Times (NYT) Ende letzter Woche in einem ausführlichen Artikel dokumentiert, wie der rechtsradikale israelische Ministerpräsident Netanyahu Trump vor seinen Karren gespannt und in den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Iran getrieben hat. 

Netanjahu habe ein sofortiges, notfalls unilaterales israelisches Handeln gegen Iran als unausweichlich dargestellt. Trump und ein großer Teil seiner Administration seien ideologisch verblendet und hätten die ernst zu nehmenden Warnungen von militärischen Stimmen, aber auch die von JD Vance und Außenminister Marco Rubio einfach ignoriert.

Dieser landesweit vielbeachtete Artikel der NYT unter dem Titel „How Trump Took the U.S. to War With Iran“ („Wie Trump die USA in den Krieg gegen Iran geführt hat“), macht vor allem Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und dessen Geheimdienstchef dafür verantwortlich, Trump in den Krieg hineinmanipuliert zu haben. Über Monate hinweg habe der israelische Kriegstreiber intensiv für einen gemeinsamen Großangriff auf Iran geworben. Ein entscheidendes Treffen am 11. Februar 2026 im Weißen Haus – inklusive einer hochgeheimen Präsentation im Lage-Zentrum – habe Trump schließlich von einer zögerlichen Haltung zur Beteiligung an den groß angelegten Militärschlägen an der Seite Israels bewegt. Dagegen vermuten bösen Stimmen im Internet, dass der eigentliche Grund für Trumps Einknicken darin lag, dass Netanjahu ihm einige alte Mossad-Fotos von Trump bei einer Epstein „Pizza-Party“ gezeigt hat.

Aber machen wir weiter im Narrativ der NYT.: In den Monaten vor dem 11. Februar habe Netanjahu die US-Regierung wiederholt zu militärischem Handeln gedrängt und dies mit der Notwendigkeit begründet, Irans Atomprogramm, dessen Raketenarsenale und regionalen Einfluss einzudämmen. Israelische Vertreter signalisierten zudem, notfalls allein zu handeln – was in Washington den Eindruck von Dringlichkeit und Unvermeidbarkeit verstärkt habe. Bei dem fast dreistündigen Treffen am 11. Februar wurden dann konkrete Angriffspläne, Zeitfenster erörtert, ebenso wie die Risiken, dass ein Erfolg der laufenden diplomatischen Gespräche den zionistischen Kriegstreibern einen Strich durch ihre Pläne machen könnte, was Netanjahu auf jeden Fall verhindern wollte.

Interessant ist, wie ex-CIA-Analyst Larry Johnson die Veröffentlichung der New York Times politisch einordnet. Sie sei als klassischer Versuch Washingtons zu sehen, die Verantwortung für eine aus dem Ruder gelaufene US-Politik abzuwälzen. Vizepräsident JD Vance und – in geringerem Maße – Marco Rubio erscheinen dabei als Stimmen der Vernunft, während General Dan Caine, der ranghöchste US-Offizier als zu schwach gelte, um Trump entgegenzutreten. Die Hauptverantwortung für das US-Desaster im Iran sieht Johnson jedoch bei Kriegsminister Pete Hegseth. 

Johnson prognostiziert, dass die USA in Kürze ihre Angriffe wieder aufnehmen werden – mit der Folge iranischer Gegenschläge gegen Israel und gegen US-Basen in der Region, sowie die Zerstörung weiterer arabisch-amerikanischer Industrieanlagen und Infrastruktur. Und am Ende werde Trump gezwungen sein, seine Niederlage einzugestehen: Die USA könnten Iran nicht besiegen – so Johnson - und die wirtschaftlichen sowie politischen Kosten würden die Republikaner schwer belasten, vor allem mit Blick auf die Kongresswahlen im Herbst.

Den innenpolitischen Folgen von Trumps Iran-Desaster widmet sich die bekannte Washington Post in einer detaillierten Berichterstattung vom 8. April. Im Zentrum des Artikels unter dem Titel: „Trump‘s Iran brinkmanship reaches truce, escalates backlash at home“ („Trumps riskante Iran-Politik führt zum Waffenstillstand und im eigenen Land zu heftiger Kritik) steht im Sturm der öffentlichen Kritik an Trumps Politik, die als verantwortungslos und unhaltbar bewertet wird. Seine auf Eskalation angelegte Strategie, seine Drohung, die Gegner nicht nur vollständig zu vernichten, sondern auch deren ganze „Zivilisation“, stelle einen neuen Höhepunkt der Barbarei dar, die innerhalb der USA „parteiübergreifende Empörung“ ausgelöst habe. Während Trump-Unterstützer die zweiwöchige Waffenruhe und die teilweise Wiederöffnung der Straße von Hormus als Erfolg feierten, zeichnet das Washingtoner Blatt das Bild eines moralischen und strategischen Scheiterns.

Die Trump-Administration habe sich mit ihrem rücksichtslosen Einstieg in den Krieg gegen den Iran einen der verheerendsten außenpolitischen Fehlschläge der modernen US-Geschichte geleistet, verführt durch das unerbittliche Lobbying Benjamin Netanyahus. Mit seiner Beteiligung am israelischen Angriffskrieg am 28. habe Trump seine Wahlversprechen von Frieden gebrochen. Statt „bedingungsloser Kapitulation“ oder der Neutralisierung des iranischen Atomprogramms habe die Operation „Epische Wut“ Teheran die Kontrolle über die Straße von Hormus gesichert, das Regime in Iran innenpolitisch und außenpolitisch gestärkt und eine globale Energiekrise ausgelöst. Die Akzeptanz – und die anschließende hektische Leugnung – des umfassenden 10-Punkte-Waffenstillstand-Plans des Irans lege zudem eine atemberaubende Inkompetenz und Verlogenheit offen.

In den USA habe Trumps niederträchtige Rhetorik die Glaubwürdigkeit und moralische Autorität des Präsidenten zerstört. Sein Oster-Ultimatum – „eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben“ – ging selbst für Hardliner zu weit. Senatorin Lisa Murkowski verurteilte es als „Affront gegen die Ideale, die unsere Nation fast 250 Jahre lang hochgehalten hat“. Die bekannte ex-Kongress-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene benannte sein Handeln als „böse und wahnsinnig“

Der wohl bekannteste und beliebteste konservative US-online-Moderator und ehemalige Trump-Unterstützer Tucker Carlson, warf Trump vor, mit einem „gotteslästerlichen Social-Media-Beitrag“ sogar Ostern entweiht zu haben und, „moralische Verbrechen“ zu begehen. Auch Papst Leo XIV. äußerte sich deutlich gegen Trumps Ansinnen, die iranische Zivilisation zu vernichten und erklärte: „Das ist völlig inakzeptabel.“ Der Princeton-Professor Robert George forderte Militärangehörige auf, rechtswidrige Befehle zu Angriffen auf Zivilisten zu verweigern.

All das seien keine marginalen Meinungen, so die Washington Post, sondern sie spiegelten die Empörung einer Nation wider, die vor einem Präsidenten zurückschreckt, der nukleares Säbelrasseln und zivile Ziele als Verhandlungstaktik betrachte.

Eine weitere scharfe Kritik gegen Trump aus seinem eigenen Lager kam von seinem früheren Chef der „Anti-Terror-Behörde“, Joe Kent, der kürzlich aus Protest gegen Trumps Kriegspolitik zurückgetretenen war. Er erklärte:

„Es gibt derzeit keine militärische Lösung für diesen Konflikt. Jeder militärische Schritt hat das Regime in Iran nur gestärkt.“ 

Zum Abschluss verweist die Washington Post auf die bereits gefallenen und verwundeten US-Soldaten und die Tausenden von iranischen Zivilisten, die bereits getötet wurden. Zugleich habe der Krieg die Vorräte wichtiger US-Luftabwehrwaffen erschöpft, die Energiepreise auf Rekordhöhe getrieben, Verbündete entfremdet und Trumps Zustimmungswerte im eigenen Land einbrechen lassen. Die wechselnden Forderungen Trumps, von bedingungsloser Kapitulation des Iran bis hin zu vagen diplomatischen Lösungen beschreibt die Washington Post als Ausdruck eines gescheiterten, selbstverschuldeten Desasters. 

Fazit: 

Dieses Desaster ist kein bloßer Fehltritt, sondern das vorhersehbare Ergebnis einer US-Regierung, die von ausländischen Interessen gekapert ist, einer US-Regierung, die der Diplomatie verächtlich gegenübersteht und süchtig nach theatralischer Eskalation ist. Klar ist auch, dass man mittlerweile auch in den USA zu verstehen beginnt, dass Trump von Israel an der Nase geführt wurde. Er hat amerikanische Interessen verraten und statt „America First“ Israels Interessen Priorität gegeben, auf Kosten der USA.

Nun hat Trump seinen eigenen Krieg am Hals, den er jedoch nicht gewinnen kann. Zugleich wächst der politische Aufstand in den eigenen Reihen, den er nicht mehr eindämmen kann. Die Kosten – Menschenleben, Vermögenswerte und weltweites Ansehen – werden die Amerikaner noch lange nach dem Ende dieses rücksichtslosen Kapitels der US-Geschichte tragen müssen. 

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: WASHINGTON D.C., USA - 29. SEPTEMBER 2025: US-Präsident Donald Trump begrüßt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bei seiner Ankunft im Weißen Haus.

Bildquelle: noamgalai / Shutterstock.com

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Kein Sieg für die USA Wie sich Trump beim Iran-Krieg verzockt

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US-Präsident Donald Trump, Israels Premier Benjamin Netanjahu und der neue Oberste Führer des Iran Modschtaba Chamenei: hat der Iran nun die Oberhand? Fotos: IMAGO / Middle East Images /// IMAGO / Anadolu Agency /// IMAGO / UPI Photo /// IMAGO / Xinhua

US-Präsident Trump wollte einen schnellen Schlag gegen den Iran ausführen – einen Feind, den er weder kennt noch versteht. Statt eines Regimewechsels zeigen sich nun steigende Ölpreise, militärische Sackgassen und eine mögliche Eskalation im gesamten Nahen Osten. Das ist symptomatisch. Ein Kommentar von Alain de Benoist

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Trumps imaginäre Waffenruhe | Von Rainer Rupp

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Trumps imaginäre Waffenruhe | Von Rainer Rupp
Tagesdosis 20260410 apolut
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Trumps imaginäre Waffenruhe | Von Rainer Rupp

Eine typisch trump’sche Mischung aus brachialer Inkompetenz, theatralischer Siegesrhetorik und pragmatischer Rückwärtsbewegung

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran basiert auf dem 10-Punkte-Plan des Iran und wurde von Trump persönlich als Verhandlungsgrundlage anerkannt. Aber bereits wenige Stunden nach ihrer triumphalen Ankündigung durch Trump in Siegerpose ist sie faktisch bereits wieder zusammengebrochen, auch wenn dies offiziell noch von keiner Seite bestätigt ist. Denn in den wenigen Stunden, die dazwischen lagen war Trump unter dem hysterischen Druck seiner zionistischen Berater in Israel und anderer Washingtoner Kriegstreiber eingeknickt. In einem Akt fast kindlicher Verzweiflung begann er einfach die Realität zu leugnen. Er behauptete plötzlich, dass er nicht dem iranischen Plan zugestimmt habe, sondern einem ganz anderen, einem geheimnisvollen, streng geheimen 10-Punkteplan mit Forderungen der USA. 

Allerdings hat der pakistanische Ministerpräsident, der das Abkommen zwischen Iran und den USA vermittelt hat, vor internationalen Medien quasi als Augenzeuge bestätigt, dass die US-amerikanische Seite sehr wohl den original iranischen 10-Punkte Plan als Verhandlungsbasis akzeptiert hatte. Dieser Iranische Plan hat sich seit Beginn des US-Angriffskrieges nicht geändert und er muss daher auch der US-amerikanischen Seite von Text und Bedeutung bekannt gewesen sein.

In einer Analyse vom 9. April 2026 verweist der ehemalige Top-Analyst der CIA, Larry C. Johnson, darauf, dass in Washington und im Umfeld der Trump-Regierung eine Mischung aus Realitätsverweigerung und Zweckoptimismus herrsche. Die proklamierten militärischen US-Erfolge entbehrten jeder strategischen Grundlage. Stattdessen habe Iran die effektive Kontrolle über die Straße von Hormus übernommen und halte damit die Weltwirtschaft und die damit verbundenen US-Interessen in einem Würgegriff. Auch unterstreicht er, dass sowohl Teheran als auch der Vermittler Pakistan betonen, die US-Regierung habe einem iranischen Zehn-Punkte-Plan als Grundlage für Verhandlungen zugestimmt. Hier folgen die von Johnson bereitgestellten 10 Punkte des iranischen Plans: 

  • 1. US-Verpflichtung zur Nicht-Aggression – eine formelle Garantie, dass die Vereinigten Staaten (und Israel) keine weiteren Angriffe auf Iran, Libanon, Jemen und Irak starten werden.
  • 2. Fortgesetzte iranische Kontrolle über die Straße von Hormus – Iran behält die Souveränität und die primäre Koordination des Schiffsverkehrs durch die Meerenge mit einem „regulierten“ oder „sicheren Transitprotokoll“.  
  • 3. Anerkennung des iranischen Anreicherungsrechts – ausdrückliche US- und internationale Anerkennung des Rechts Irans, Uran für sein ziviles Atomprogramm anzureichern.  
  • 4. Aufhebung aller primären US-Sanktionen gegen Iran – Beseitigung der direkten bilateralen Wirtschaftssanktionen der USA.
  • 5. Aufhebung aller sekundären Sanktionen – Abschaffung der Sanktionen gegen Drittländer und Unternehmen, die mit Iran Geschäfte machen.
  • 6. Aufhebung aller Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen Iran – Streichung bestehender UNSC-Sanktionen und Resolutionen.
  • 7. Aufhebung aller Resolutionen des IAEA-Gouverneursrats gegen Iran – Beendigung der Resolutionen und Überwachungsmaßnahmen der Internationalen Atomenergiebehörde.
  • 8. Zahlung von Entschädigungen bzw. Kriegsreparationen an Iran – finanzielle Entschädigung oder Wiederaufbauhilfe für Schäden durch die US-israelische Militärkampagne.  
  • 9. Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte – Entsperrung iranischer Gelder und Vermögen im Ausland (einschließlich US- oder europäischer Banken).  
  • 10. US-militärischer Abzug aus dem Nahen Osten (und Ende der Angriffe auf Irans Verbündete) – Abzug der US-Kampftruppen aus regionalen Stützpunkten sowie ein Waffenstillstand, der sich auf Irans „Achse des Widerstands“ erstreckt (einschließlich Einstellung israelischer Operationen im Libanon gegen Hisbollah und Beendigung der Feindseligkeiten an anderen regionalen Fronten).

Genau diesen Plan hat Trump auf seinem persönlichen Social-Media-Kanal „TruthSocial“ am 7. April 2026 gegen 18:32 Uhr ET (Ortszeit USA) als Grundlage für die angekündigte zweiwöchige Waffenruhe mit Iran anerkannt. Hier folgt die Übersetzung der respektiven Text-Passage:

Deutsche Übersetzung (natürlich und präzise):

„Auf der Grundlage von Gesprächen mit Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir aus Pakistan, in denen sie mich baten, die heute Nacht gegen Iran gerichtete zerstörerische Gewalt zurückzuhalten, und unter der Bedingung, dass die Islamische Republik Iran der vollständigen, sofortigen und sicheren Öffnung der Straße von Hormus zustimmt, erkläre ich mich bereit, die Bombardierung und den Angriff auf Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen."
„Dies wird ein zweiseitiger Waffenstillstand sein! Der Grund dafür ist, dass wir bereits alle militärischen Ziele erreicht und übertroffen haben und uns in fortgeschrittenen Verhandlungen über ein definitives Abkommen bezüglich eines langfristigen Friedens mit Iran und Friedens im Nahen Osten befinden."
„Wir haben von Iran einen 10-Punkte-Vorschlag erhalten und sind der Ansicht, dass er eine brauchbare Grundlage für Verhandlungen darstellt. Fast alle strittigen Punkte der Vergangenheit wurden zwischen den Vereinigten Staaten und Iran bereits einvernehmlich geregelt, doch die zweiwöchige Frist wird es ermöglichen, das Abkommen endgültig auszuhandeln und abzuschließen."
"Im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika, als Präsident, und auch im Namen der Länder des Nahen Ostens ist es mir eine Ehre, dass dieses langjährige Problem einer Lösung nahekommt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit! Präsident Donald J. Tump“ 

Die erste Reaktion unter Trumps zionistischen Unterstützern und der Netanjahu-Regierung war eine Mischung aus Schock und Wut. Der Widerstand begann sofort am Dienstagabend, und bis Mittwochmorgen behauptete die Trump-Administration, sie habe einem anderen – noch undefinierten – Papier mit 10 Punkten zugestimmt. Die zionistischen Verbrecher in Israel taten flugs das Ihre, um weitere Verhandlungen zwischen USA und Iran im Keim zu ersticken und unternahmen einen brutalen, mörderischen Angriff mit über 100 Raketen auf zivile Ziele in Zentral- und im Süd Libanon.

Dieses Muster israelischer Manipulation und amerikanischer Kapitulation bestätigt, was erstaunlicherweise ausgerechnet die New York Times jüngst dokumentierte:

Netanyahu trieb den Krieg voran und stellte unilaterales Handeln als unausweichlich dar, falls Washington nicht mitmache.

Die Administration, ideologisch verblendet, ignorierte Warnungen von militärischen Stimmen, aber auch von JD Vance und Außenminister Marco Rubio.

Der vielbeachtete Artikel der New York Times unter dem Titel „How Trump Took the U.S. to War With Iran“, macht vor allem Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und dessen Geheimdienstchef dafür verantwortlich, Trump in den Krieg hineinmanipuliert zu haben. Die außerhalb der Mainstream Medien viel diskutierte Variante, ob Trump womöglich von Netanjahu mit kompromittierenden Fotos erpresst wird, die der verurteilte Kinderschänder und Mossad-Agent Epstein heimlich von seinem Freund Trump gemacht hat, wird auch von der NYT nicht erwähnt?

Wie auch immer, in dem NYT-Artikel wird Netanjahu als treibende Kraft hinter dem US-Angriffskrieg gegen Iran dargestellt. Über Monate hinweg habe er intensiv für einen gemeinsamen Großangriff auf Iran geworben. Ein entscheidendes Treffen am 11. Februar 2026 im Weißen Haus – inklusive einer hochgeheimen Präsentation im Lage-Zentrum – habe Trump schließlich von einer zögerlichen Haltung zu groß angelegten Militärschlägen an der Seite Israels bewegt; womöglich nachdem Netanjahu ihm einige alte Pizza-Party-Fotos gezeigt hat?

Aber machen wir weiter im Narrativ der NYT: In den Monaten vor dem 11. Februar hatte Netanjahu die US-Regierung wiederholt zu militärischem Handeln gedrängt und dies mit der Notwendigkeit begründet, Irans Atomprogramm, dessen Raketenarsenale und regionalen Einfluss einzudämmen. Israelische Vertreter signalisierten zudem, notfalls allein zu handeln – was in Washington den Eindruck von Dringlichkeit und Unvermeidbarkeit verstärkt habe. Bei dem fast dreistündigen Treffen am 11. Februar wurden dann konkrete Angriffspläne, Zeitfenster erörtert, ebenso wie die Risiken, dass ein Erfolg der laufenden diplomatischen Gespräche den Kriegsplanern einen Strich durch die Rechnung machen könnten, was Netanjahu auf jeden Fall verhindern wollte.

Interessant ist, wie ex-CIA-Analyst Larry Johnson die Veröffentlichung der New York Times politisch einordnet. Sie sei als klassischer Versuch Washingtons zu sehen, die Verantwortung für eine aus dem Ruder gelaufene Politik abzuwälzen. Vizepräsident JD Vance und – in geringerem Maße – Marco Rubio erscheinen dabei als Stimmen der Vernunft, während General Dan Caine, der ranghöchste US-Offizier als zu schwach gelte, um Trump entgegenzutreten. Die Hauptverantwortung für das US-Desaster im Iran sieht Johnson jedoch bei Kriegsminister Pete Hegseth. 

Johnson prognostiziert, dass die USA in Kürze ihre Angriffe wieder aufnehmen werden – mit der Folge iranischer Gegenschläge gegen Israel und gegen US-Basen in der Region, sowie arabisch-amerikanische Industrieanlagen und Infrastruktur. Und am Ende werde Trump gezwungen sein, seine Niederlage einzugestehen: Die USA könnten Iran nicht besiegen, und die wirtschaftlichen sowie politischen Kosten würden die Republikaner schwer belasten, vor allem auch mit Blick auf die Kongresswahlen im Herbst.

Die innenpolitischen Folgen beschreibt die Washington Post in ihrer Berichterstattung vom 8. April detailliert. Im Zentrum steht ein Sturm der Kritik an Trumps Politik, die als verantwortungslos und unhaltbar bewertet wird. Seine auf Eskalation angelegte Strategie, die Drohung, nicht nur Gegner vollständig zu vernichten, sondern deren ganze „Zivilisation“, stellten einen neuen Höhepunkt dar. Laut der Post löste diese aufgeladene Rhetorik, kombiniert mit früheren Drohungen gegen zivile Infrastruktur, innerhalb der USA „parteiübergreifende Empörung“ aus. Während Unterstützer die zweiwöchige Waffenruhe und die teilweise Wiederöffnung der Straße von Hormus als Erfolg Trumps feierten, zeichnet die Zeitung das Bild eines moralischen und strategischen Scheiterns.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: PARIS, FRANKREICH – 13. JULI 2017: Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, im Élysée-Palast zu einem ausführlichen Interview mit dem französischen Präsidenten.

Bildquelle: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

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Krieg im Nahen Osten „Israel ist ein Fluch für die Menschheit“, sagt der neutrale Vermittler Pakistan

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Israel. Sorgt mit seiner Entgleisung für Wirbel vor Beginn der Gespräche zwischen den USA und dem Iran: Khawaja Muhammad Asif, Pakistans Verteidigungsminister. Foto: Khawaja Muhammad Asif

Kurz vor den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran entgleist Pakistans Verteidigungsminister mit israelfeindlichen Tiraden. Zugleich wächst der Druck auf Israel im Libanon-Konflikt.

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Waffenstillstand im Irankrieg Rasenmähen statt Umpflügen

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US-Präsident Donald Trump hat eine Waffenruhe mit dem Iran verkündet

Nach 38 Kriegstagen gilt eine Feuerpause zwischen den USA und dem Iran. Jetzt soll verhandelt werden. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, droht ein Szenario, das bereits von einem anderen Kriegsschauplatz bekannt ist. Eine Einschätzung.

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Weiter auf Kriegskurs gegen den Rest der Welt | Von Tilo Gräser

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Weiter auf Kriegskurs gegen den Rest der Welt | Von Tilo Gräser
Tagesdosis 20260408 apolut
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Weiter auf Kriegskurs gegen den Rest der Welt | Von Tilo Gräser

Kritiker warnen: Donald Trump bringt die Welt an den Rand einer Katastrophe

Ein Kommentar von Tilo Gräser.

Was von US-Präsident Donald Trump und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu als „Blitzkrieg“ gegen den Iran nach dem US-Motto „Shock and Awe“ („Schock und Furcht“) gedacht schien, dauert nun schon mehr als fünf Wochen. Der Iran wehrt sich standhaft und überrascht Trump damit anscheinend so, dass der zu immer brutaleren Drohungen gegen Teheran greift: Erst will er das Land in die Steinzeit zurückbomben und nun will er es gar ganz auslöschen, falls es nicht macht, was er erwartet.

Es mögen verbale Ausraster eines außer Kontrolle geratenen US-Präsidenten sein, die nichts mit der Realität zu tun haben. Schon das frühere Vorhaben, Vietnam „in die Steinzeit zurückzubomben“ (US-General Curtis E. LeMay), scheiterte und endete mit der Niederlage der USA samt panischem Rückzug aus Saigon Ende April 1975. Doch Trumps Ausfälle stehen für eine neue ungeschminkte US-Politik in der Welt, die sich an keinerlei Verträge, internationale Regeln oder verbindliche Institutionen wie die UNO hält. Es ist ein Kurs, der unter dem Motto „America first“ die Weltordnung zerstört und versucht, jene Länder unter Kontrolle zu bringen, die sich bisher US-Interessen verweigerten. Und mag diese Politik am Ende auch an der Realität scheitern, den Preis dafür zahlen nicht Trump und jene, die hinter ihm stehen und ihn mutmaßlich benutzen. Den bezahlen all die Menschen im Iran, in der Region Westasien und anderswo auf der Welt, die nicht verantwortlich dafür sind – und das viel zu oft mit ihrem Leben.

„Zwei Verrückte spielen Gott“ – so hat der US-Ökonom Jeffrey Sachs kürzlich das Treiben Trumps und Netanjahus kommentiert. Die beiden würden gemeinsam einen mörderischen Angriffskrieg gegen den Iran, eine Nation mit 90 Millionen Einwohnern, führen und seien dabei „im Griff dreier sich verstärkender Pathologien“:

„Die erste ist die Persönlichkeit: Beide sind bösartige Narzissten.

Die zweite ist die Arroganz der Macht: Männer, die die Macht besitzen, nukleare Vernichtung zu befehlen, und infolgedessen keinerlei Zurückhaltung empfinden.

Die dritte und gefährlichste von allen ist religiöser Wahn: zwei Männer, die glauben – und denen täglich von ihrem Umfeld gesagt wird –, dass sie Messiasse sind, die Gottes Werk tun.“

Jede dieser Pathologien verschärfe die anderen, sodass sie gemeinsam die Welt in eine beispiellose Gefahr bringen, so Sachs. Das Ergebnis sei „eine Verherrlichung der Gewalt, wie man sie seit den Nazi-Führern nicht mehr gesehen hat“. Er zeigt in seinem Text, wie das jeweilige Umfeld von Trump und Netanjahu deren Kurs noch stützen und befördern. Für den Ökonomen steht die Frage, „ob die wenigen Erwachsenen dieser Welt – verantwortungsbewusste Staats- und Regierungschefs, die sich weiterhin dem Völkerrecht verpflichtet fühlen und bereit sind, dies auch zu sagen – sie zügeln können. Es wird nicht einfach sein, aber sie müssen es versuchen.“

Durchsetzung der eigenen Macht untergraben

Der US-Politologe John Mearsheimer sieht keine Anzeichen für ein baldiges Ende des US-israelischen Krieges gegen den Iran. Das erklärte er in einem Gespräch mit dem Journalisten Steve Clemons vom Sender Al Jazeera English, das am Montag veröffentlicht wurde. Mearsheimer glaubt nicht, „dass dieser Krieg irgendeinen Einfluss auf die Machtverteilung im internationalen System haben wird“. Die USA würden damit aber ihre eigenen Möglichkeiten untergraben, ihre Macht zu projizieren und auszuüben, so der renommierte Politologe. Das geschehe, indem sie die dafür notwendigen internationalen Institutionen, das Völkerrecht und die Verbündeten – alle von den USA gegründet und geprägt – missachten und diesen Schaden zufügen. Der Krieg gegen den Iran sei „katastrophal“, weil er die Fähigkeit der USA untergrabe, ihre Macht auszuüben.

Die Macht eines Landes basiere auf den Grundpfeilern Reichtum und Bevölkerungsgröße, die zum Aufbau mächtiger Streitkräfte genutzt würden, erklärte Mearsheimer. Tatsache sei, dass die USA in der Lage seien, sich „ziemlich arrogant und rücksichtslos“ zu verhalten. Das werde keinerlei Auswirkungen auf diese materiellen Faktoren der Macht haben. Der Politologe verwies dabei auf das Beispiel Vietnam-Krieg. Die dabei erlittene „vernichtende Niederlage“ der USA habe keinerlei Auswirkungen auf das internationale Kräfteverhältnis gehabt.

„Die Vereinigten Staaten waren nicht weniger mächtig. Wir hatten infolge des Krieges nicht weniger Menschen, weniger Reichtum und ein schwächeres Militär.“

Die „törichte Außenpolitik“ Trumps schwäche nur die Möglichkeiten der USA, ihre Macht wie bisher zu projizieren und auszuüben. Die USA würden eigentlich die internationalen Institutionen und das Völkerrecht brauchen, was der derzeitige US-Präsident als „Unilateralist“ aber nicht so sehe. Mearsheimer meint, dass die USA die drei für sie wichtigen strategischen Regionen – Europa, Ostasien und die Region um den Persischen Golf – nicht verlassen würden, auch wenn Trump so etwas andeute. Zugleich seien die USA kein unabhängiger Akteur, der ohne Verbündete auskomme.

Der Politologe bezeichnete die Behauptungen aus den USA und Israel, wonach der Iran eine große und ernsthafte Bedrohung für die Stabilität im Nahen Osten und für die USA seien als „Unsinn“.

„Die größte Bedrohung für die Instabilität im Nahen Osten sind die Vereinigten Staaten, die eng mit Israel zusammenarbeiten. Der Iran hat keinen Krieg begonnen. Soweit ich das beurteilen kann, ist er seit Jahrhunderten kein besonders aggressives Land. Das Land im Nahen Osten, das äußerst aggressiv ist, ist Israel. Das Land, das in Gaza Völkermord begangen hat, ist nicht der Iran, sondern Israel, und wir waren mitschuldig – das heißt, die Vereinigten Staaten sind mitschuldig an diesem Völkermord.“

Der Krieg gegen den Iran habe die Situation erheblich verschlimmert. Aus Sicht Mearsheimers wurde damit die Welt an den wirtschaftlichen Abgrund gebracht und der internationalen Wirtschaft großer Schaden zugefügt. Je länger der Krieg dauere, desto mehr Schaden entstünde. Die USA und Israel würden „die ganze Welt an den Rand einer Katastrophe“ bringen.

Kein Sieg im „Blitzkrieg“

Die anfängliche „Shock and Awe“-Strategie, die einst gegen den Irak erprobt wurde, sei gegen den Iran gescheitert. Der angestrebte schnelle Sieg sei ausgeblieben und stattdessen werde nun ein Zermürbungskrieg geführt.

„Und in diesem Krieg, in dem wir uns nun befinden, haben die Iraner fast alle Trümpfe in der Hand, nicht wir, und deshalb befinden wir uns in einer verzweifelten Lage.“

Auf die Frage von Moderator Clemons nach der Sicht Chinas auf den Krieg gegen den Iran, sagte Mearsheimer, es könne sich um einen „Glücksfall“ für Peking handeln. Die USA seien dadurch gezwungen, sich von Ostasien abzuwenden und ihre Eindämmungsstrategie gegen China abzuschwächen. Zugleich nehme dessen weltweiter Einfluss zu, weil es sich als „verantwortungsbewusster Akteur“ zeige: „Die Chinesen wirken wie die Erwachsenen im Raum.“ Bei den USA würden sich dagegen viele, selbst Verbündete, fragen, ob sie noch „bei klarem Verstand sind“.

Der Wunsch von Golfstaaten wie Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an die USA und Israel, den Krieg auszuweiten und Iran zu besiegen, bezeichnete der Politologe als „töricht“. Wenn der Krieg eskaliere, bestünde „eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien als funktionierende Gesellschaften zerstört werden“. Der Iran könne deren Lebensgrundlagen wie die Entsalzungsanlagen und die Energieinfrastruktur angreifen. Die Golfstaaten sollten sich stattdessen dafür einsetzen, den Krieg durch Verhandlungen zu beenden.

Krieg für Kontrolle der Rohstoffversorgung

Wie weitreichend die Folgen des Krieges gegen den Iran sind, hat der US-amerikanische Ökonom Michael Hudson in einem am 1. April veröffentlichten Gespräch mit dem norwegischen Politologen Glenn Diesen verdeutlicht. Er sieht den Krieg wegen der weltweiten Auswirkungen vor allem im Rohstoff- und Energiebereich sowie bei der Düngemittelversorgung als „Dritten Weltkrieg“ an. Es handele sich nicht einfach nur um einen Krieg gegen den Iran, sondern um einen, bei denen es den USA darum gehe, „durch die Kontrolle des Öls einen Engpass für die gesamte Weltwirtschaft aufrechtzuerhalten, denn jeder braucht es“. Das sei auch Ziel des Überfalls auf Venezuela gewesen.

Sie würden versuchen zu verhindern, dass ein anderes souveränes Land Öl ohne die Kontrolle der USA exportiere. Dazu würden auch Sanktionen verhängt, wie gegen Venezuela, den Iran und auch Russland. Die Orte, an dem die Verbündeten der USA Öl beziehen können, stünden unter US-Kontrolle. Darum gehe es bei dem Konflikt um die Straße von Hormus. Bei dem Krieg gegen den Iran gehe es nicht um dessen angebliche Versuche, eine Atombombe zu bauen, oder um Teherans Außenpolitik.

„Dieser ganze Kampf ist also ein Versuch, Öl und die Kontrolle über dessen Exporte zu nutzen, genauso wie Donald Trump seine Zollpolitik genutzt hat, indem er sagte: Wir werden Chaos in euren Volkswirtschaften verursachen, wenn ihr nicht zustimmt, das zu tun, was US-Diplomaten von euch verlangen.“

Trump wolle den langjährigen Versuch der USA seit 2003 beenden, die Kontrolle über das gesamte Öl der OPEC-Staaten und der arabischen Scheichtümer zu erlangen. Doch der Iran widersetze sich bisher und fordere den Rückzug der USA aus dem Nahen Osten und auch aus Israel, dem „größten Militärstützpunkt“ der USA in der Region. Das werde aber nicht geschehen; und selbst wenn es passieren würde, seien die Schäden für die Weltwirtschaft inzwischen immens.

Die Welt stehe vor der schwersten Depression seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren schätzte der Ökonom ein. Es gebe keinen Weg, das zu verhindern, fügte er hinzu. Hudson sieht in Trumps Politik keinen Bruch zu der seiner Vorgänger:

„Es hat überhaupt keine Veränderung gegeben, und Sie werden feststellen, dass kein einziger ehemaliger Präsident, weder Biden noch Obama noch einer der beiden George Bushs, kein einziger Präsident Donald Trump und sein Handeln kritisiert hat.“

Auch die europäischen Politiker würden nicht widersprechen, selbst wenn einige den Luftraum ihrer Länder für US-Militärflugzeuge sperren. Sie würden weiter an den Sanktionen gegen den Iran und Russland festhalten und niemand würde Trump öffentlich als „Kriegsverbrecher“ bezeichnen.

Krieg gegen die Zivilisation

Der Ökonom machte gegenüber Diesen darauf aufmerksam, dass der Iran-Krieg die internationalen Zahlungsketten irreversibel unterbrochen hat, da immer mehr Länder die gestiegenen Preise für grundlegende Rohstoffe und Düngemittel nicht zahlen können. Die Zahlungsausfälle würden zu einem exponentiellen Schrumpfen der Wirtschaft „auf dem Weg nach unten“ und damit zu einer Depression führen.

Das internationale System würde sich trotz der offensichtlichen Folgen nicht an die Situation anpassen, stellte Hudson fest. So würden die EU-Staaten an den Sanktionen gegen Russland festhalten und damit „wirtschaftlichen Selbstmord“ begehen. Zwar sei offensichtlich, dass sich die unterbrochenen russischen Gas- und Öllieferungen für Deutschland negativ auswirken, aber der Kurs werde nicht geändert. Stattdessen würden die EU- und Nato-Staaten der Ukraine als Nichtmitglied den Angriff auf die Gas- und Ölversorgung von Mitgliedsländern wie Ungarn und der Slowakei ungestraft durchgehen lassen.

„Die Ukraine hat Ungarn praktisch den Krieg erklärt, und die NATO unterstützt den ausländischen Angreifer eines NATO-Landes.“

Die EU-Staaten würden damit in eine selbstverursachte Wirtschaftskrise steuern, die zu immer höheren Staatsausgaben führe, die eigentlich zurückgefahren werden sollen, wie es heißt.

Hudson sieht den Krieg gegen den Iran als einen „Angriff auf die Zivilisation“, indem die USA und ihre Verbündeten alles brechen, was als Gesetze der Zivilisation gelte: „die Gesetze der nationalen Souveränität, die Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder, die Kriegsgesetze, nach denen man keine Zivilisten angreifen darf, sondern seine Angriffe auf militärische Ziele beschränken muss. Man soll keinen Krieg führen, ohne ihn zu erklären. Man soll keine Überraschungsangriffe durchführen und so tun, als gäbe es keinen Krieg.“

Fast jedes Völkerrecht der letzten Jahrzehnte sei von den USA gebrochen worden. Trump halte das Völkerrecht nicht mehr für notwendig, dabei sei es das „Bindeglied, das die Zivilisation zusammenhalten sollte“. Dem Iran bleibe keine Alternative als die des Widerstandes, denn es gehe um seine Existenz. Es gehe um Selbständigkeit und Autonomie statt Versklavung, um die Fähigkeit, die Zukunft selbst zu gestalten. Damit sei es nicht nur ein wirtschaftlicher Kampf, sondern auch ein moralischer, meint der Ökonom.

Er sieht das westliche Wirtschaftssystem am Ende seines bisherigen Wachstumspfades: „Es wächst nicht nur nicht mehr, sondern wie man in Deutschland und Europa sieht, schrumpfen die Volkswirtschaften tatsächlich.“ Zudem sei ein ungleichmäßiger Abschwung in den Ländern des Globalen Südens zu beobachten. Das treffe jene, die es sich nicht leisten können, die reicheren asiatischen Länder bei der Beschaffung von knappen Rohstoffen wie Öl, Gas, Helium und anderen Produkten wie Düngemitteln zu überbieten.

Abrupter Wandel durch Crash

Für Hudson handelt es sich nicht um einen Niedergang, sondern um einen Crash. Es komme zu einem „abrupten Wandel“, nicht von außen, sondern aus dem Inneren:

„Das Ende der amerikanischen Macht resultierte nicht aus irgendeinem ausländischen Bürgerkrieg oder einem anderen Krieg gegen die amerikanische Vorherrschaft; das Ende kam aus den Vereinigten Staaten selbst, als sie versuchten, ihre Interessen jedem anderen Land gegenüberzustellen, in der Annahme: ‚Wir werden Sanktionen gegen jeden verhängen, der damit nicht einverstanden ist.‘“

Die USA hätten sich seit den Bushs als Präsidenten bis zu Trump von der Welt abgeschottet und dem Rest der Welt „praktisch den Krieg erklärt“. Dem Rest der Welt bliebe keine andere Wahl, als sich dem Iran anzuschließen. „Das ist das Erstaunliche an all dem: dass die USA ihr eigenes Imperium beendet haben“, stellte der Ökonom fest. Er sieht einen systemischen Wandel, einen Umbruch in der Welt, die versuche, sich neu zu strukturieren. Doch nur eine Minderheit denke darüber nach und debattiere über die Folgen und Auswirkungen sowie die Chancen.

Statt der von den USA geschaffenen und dominierten Institutionen von der UNO über die Weltbank bis zur Nato seien neue internationale Organisationen notwendig, aber auch „unsere eigene Streitmacht“. Die sei notwendig, „um uns zu verteidigen, damit das, was dem Iran und dem Rest des Nahen Ostens sowie den anderen Ländern widerfahren ist, mit denen Amerika seitdem immer wieder und so oft Krieg geführt hat – seit den 1950er Jahren –, nie wieder geschieht, schon gar nicht in der Art und Weise, wie es geschehen ist“. Doch niemand spreche darüber, welche Art von Währungssystem, Finanzsystem, Handelssystem und neuem internationalen Recht notwendig sei. Auch nicht, welches Gremium die Vereinten Nationen ersetzen soll, „die heute genauso überholt sind, wie es der Völkerbund zur Zeit des Zweiten Weltkriegs geworden war“.

Wirtschaftlich gehe es darum, in möglichst vielen Bereichen Autarkie zu erreichen, „um sich vor der Instrumentalisierung des Außenhandels durch die USA zu schützen – bei Nahrungsmitteln, bei Öl, bei Düngemitteln, bei so ziemlich allem, womit die Vereinigten Staaten einen Engpass schaffen und das sie als Waffe einsetzen können“. Es müsse verhindert werden, dass der Außenhandel als Waffe eingesetzt werden kann. Doch der Weg zur Selbstversorgung sei lang, nicht nur für die afrikanischen Länder, sondern auch für die in Europa, die inzwischen deindustrialisiert seien und damit schlechte Überlebenschancen hätten, wie Hudson befürchtet.

Deindustrialisierung als strategischer Plan

Die Deindustrialisierung Europas, deren Folgen sich im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg ungefiltert zeigen und durch diesen verstärkt werden, sind nach Meinung des Ökonomen Richard Werner kein Zufall und keine Überraschung. Er sieht die durch den Krieg unterbrochene Energieversorgung Europas im Zusammenhang mit der Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines im September 2022. Zu den Zielen der Berater von Trump scheine „die vollständige Deindustrialisierung und Zerstörung Europas“ zu gehören.

„Ich glaube, wir erleben gerade die Umsetzung des Morgenthau-Plans, der vom damaligen Finanzminister Henry Morgenthau vorgeschlagen wurde, nämlich dass nach 1945, in der Nachkriegszeit, Deutschland vollständig vernichtet, die Industrie ausgeschaltet, deindustrialisiert und ein Degrowth erreicht werden müsse – auch wenn sie dieses Wort damals nicht verwendeten –, und sogar die Bevölkerung ersetzt werden müsse.“

Dieses Programm werde seit 2015 umgesetzt, sagte Werner in einer Gesprächsrunde des US-Moderators und Podcasters Patrick Bet-David, die am 2. April veröffentlicht wurde. Es laufe jetzt auf Hochtouren, doch in Europa erhebe niemand Einspruch und steuere mit vernünftigen politischen Maßnahmen entgegen. Der deutsche Ökonom, der in England und China tätig war und ist, verwies unter anderem auf Deutschland. Es werde kaum darüber gesprochen, dass es „nie ein souveränes Land“ war und „immer noch ein besetztes Gebiet“ ist. Das Besatzungsrecht sei immer noch gültig und werde vom Deep State der USA angewandt. So werde das Land von der eigenen Regierung für die USA als größter Besatzungsmacht verwaltet.

Auch die Europäische Union (EU) sei nach einem Plan der CIA von deren Agenten geschaffen worden. Es sei darum gegangen, die Vorherrschaft des US-Deep State auf den gesamten europäischen Kontinent auszuweiten, beschrieb Werner die Ursachen für die gegenwärtige EU-Politik auch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Das Vorbild sei dabei die Sowjetunion gewesen: nicht wegen ihrer Ideologie, sondern wegen des zentralen Planungssystems, das alle gesellschaftlichen Bereiche erfasste. Die EU-Politik scheine dem Plan zu folgen, nichts dagegen zu unternehmen, dass die Grundlagen der eigenen Wirtschaft wie die Energieversorgung zerstört werden.

Werner stellte fest, dass es in Europa keinerlei Gegenmaßnahmen und alternative Lösungen zu den durch den Krieg entstandenen Problemen wie die in der Energieversorgung gebe. Er sieht als Hintergrund dafür, dass die Zentralplaner der EU „diese Gelegenheit nutzen, um digitale Kontrollen und Einschränkungen der individuellen Freiheiten durchzusetzen, die, mindestens so schlimm sein werden wie während dieser COVID-PsyOp, oder schlimmer“.

„Es ist eine Diktatur“

Das geschehe nun unter dem Vorwand „Oh, es gibt keine Energie. Ihr müsst zu Hause bleiben. Ihr dürft eure Autos nicht benutzen.“ Schon wird in Deutschland über Fahrverbote und Lockdowns nachgedacht. Dass es darüber keine Debatte und keinen Streit in der EU gibt, das hat für den Ökonomen einen klaren Grund: „Es ist eine Diktatur.“

„Sie können alles tun. Sie können jemanden ohne rechtlichen Grund ins Gefängnis stecken. Sie können Menschen ohne rechtfertigenden Grund sanktionieren, und genau das geschieht bereits. Deshalb gehen sie hart gegen die Meinungsfreiheit vor, mit diesem Digital Services Act.“

Es scheine fast willkommen, dass die Straße von Hormus geschlossen wird, um die beschlossenen Kontrollen und Zwangsmaßnahmen durchzusetzen. Der Iran-Krieg biete „diese fantastische Ausrede“ und Trump werden die Schuld dafür gegeben. Obwohl es Alternativen wie die von Russlands Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagene Inbetriebnahme der einen unbeschädigten Nord-Stream-Pipeline gebe, würden die EU-Bürokraten nichts tun. Während den Bürgern Fahrverbote drohten, würden die Privatjets der Entscheidungsträger weiter funktionieren, so Werner.

Die zentralen Planer würden Knappheit lieben, denn das ermögliche ihnen die kontrollierte Zuteilung wichtiger Güter:

„Knappheit ist ihr Modell. Das erhöht die Macht der Verteilenden.“

Der Ökonom rechnet mit einem weiteren „endlosen Krieg“ wie dem in Afghanistan. Und mit einem Regimewechsel in Folge des Iran-Krieges und den dadurch ausgelösten existenziellen Problemen: einem „Regimewechsel in den Vereinigten Staaten“.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
Bildquelle: Rawpixel.com / shutterstock

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Trump und Netanjahu: Zwei Verrückte, die Gott spielen

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Wenn geistesgestörte Führer göttliche Katastrophen als politisches Instrument heranziehen, sind nicht nur ihre Feinde davon betroffen. Wenn man sie nicht aufhält, werden wir alle Opfer dieser beiden Psychopathen sein.

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USA verzocken sich im Iran-Krieg | Von Jochen Mitschka

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USA verzocken sich im Iran-Krieg | Von Jochen Mitschka
Apolut 20260402 SP Donnerstag
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USA verzocken sich im Iran-Krieg | Von Jochen Mitschka

Warum der Angriffskrieg gegen den Iran schief ging

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran ist am 2. April seinem 34. Tag (viele sagen fälschlicherweise 33. Tag), und mancher reibt sich verwundert die Augen, und fragt sich, warum nicht die allmächtige US-Militärmacht in der Lage war, den geplanten "Blitzkrieg" trotz der Ermordung des größten Teils der Regierung, nicht schnell zu gewinnen. Hier kommt die Antwort.

Alles begann mit dem Plan des unheimlichen Geheimdienstes Mossad, der ein Vorgehen vorschlug, welches allerdings gravierende Fehler enthielt. Es gibt Vermutungen, dass der Mossad oder Netanjahu sehr wohl diese Fehler kannte, aber unbedingt diesen Krieg wollten, und deshalb die Fehler nicht benannten. Also ähnlich wie bei einem Unternehmen die Geschichte mit den Businessplänen, oder bei Pandemien die mysteriösen Modellrechnungen, oder bei den Vorgängen um den 7. Oktober 2023.

Ob es ein bewusster oder unbewusster Irrtum war, jedenfalls hatte dieser den US-Präsidenten Donald Trump dazu verführt, einen Krieg zu beginnen, den er unmöglich gewinnen konnte, stattdessen die Ölpreise explodieren ließ und Putin zum Lächeln brachte. Auch hier ist man nicht sicher, ob die Analysten im Weißen Haus sich nicht doch über diese Folgen im Klaren waren, denn letztlich profitieren die US-Ölgesellschaften auch von steigenden Ölpreisen. Ganz besonders die Frackingindustrie.

Der Plan

Das streng geheime Dossier, das Mossad-Direktor David Barnea an die USA vorlegte, das dann aber gar nicht mehr so geheim blieb, als US-Medien daraus berichteten, enthielt folgende Meilensteine:

  1. Nachdem der Mossad und die CIA einen Aufstand im Iran angezettelt hatten, und dabei zahlreiche Menschen töteten, sollte ein Netzwerk gefälschter „iranischer NGOs“ im Westen die Geschichte verbreiten, der Iran habe 30.000 oder mehr friedliche Demonstranten massakriert. Diese Geschichte sollte die Zustimmung des Westens zu einem Krieg gegen den Iran erzwingen. Also eine neue Brutkastenlüge sollte die Bereitschaft für den Krieg in der westlichen Gesellschaft erzeugen. Natürlich gilt dies im Westen als "nicht verifiziert", weil nicht von "seriösen Quellen" bestätigt.
  2. Dann sollten die USA Verhandlungen mit den Iranern führen, und so tun, als ob sie eine friedliche Beilegung der Differenzen wünschten. Was aber nie geplant war. Weshalb auch Meilenstein 3 begann, als zu viele Zugeständnisse von den Iranern bekannt wurden, verbreitet durch den Vermittler aus dem Oman (und etwas später durch einen diplomatischen Beobachter aus Großbritannien).
  3. Abgelenkt durch die Verhandlungen und Aussagen Trumps "auf gutem Weg" sollten die US-amerikanischen und israelischen Luftstreitkräfte einen Überraschungs-Angriff starten, der die gesamte iranische Regierung ausschalten und alle Machtpositionen – einschließlich der Friedensverhandler – beseitigte. Dann war der Weg frei für durch CIA und Mossad unterstützte Extremisten, die Gewalt im Staat zu übernehmen. Ohne Verhandler war Krieg dann nur die logische Folge.
  4. Radikale Oppositionelle im Iran, die vom Mossad, der CIA und der NED gefördert wurden, sollten dann die Kontrolle über das Land übernehmen und den US-Marionettenführer Reza Pahlavi als Stellvertreter Washingtons und Tel Avivs einsetzen.

Der Ablauf

Zunächst lief alles "wie geschmiert".

Jeder Teil dieses Plans funktionierte perfekt. Nur ein entscheidendes Detail hatten sie falsch eingeschätzt. Und das brachte das ganze Gebilde zum Einsturz.

Der Aufstand

Die Geschichte begann im Januar 2026. Mossad und CIA arbeiteten mit Extremisten im Iran zusammen, um Anfang Januar einen Putsch zu inszenieren, bei dem Bewaffnete 700 Geschäfte, 305 Krankenwagen und Busse, 414 Regierungsgebäude und 750 Banken zerstörten. Sie griffen 350 Moscheen an, was für angeblich muslimische Randalierer sehr ungewöhnlich war – doch keine einzige Synagoge. Nach der Niederschlagung des Putsches waren mehr als 3.000 Menschen tot.

Dieser bewaffnete Putsch des Auslandes wurde jedoch von Scheinorganisationen im Westen als Massaker an mindestens 30.000 friedlichen Demonstranten – vielleicht sogar 50.000 oder 70.000 – durch „das Regime“ dargestellt. Dieser Teil funktionierte. Kein einziges "Qualitätsmedium" berichtete darüber, dass die Finanzierung dieser NGOs auf westliche politische Propagandagruppen wie die NED, eine Ablegerorganisation der CIA, zurückzuführen war.

US- und israelische "Influencer", wie die Mode-Bloggerin Deepa Parent, begannen also mit der Verbreitung der Verschwörungstheorie von 30.000 Toten "durch das Regime", zuerst verbreitet vom The Guardian, der ähnlich wie in Syrien gerne auf solche Behauptungen ansprang. Aber Israel wollte eine Zahl von über 70.000, um vom Völkermord in Gaza abzulenken. Was sogar bei einem Teil der Medienkonsumenten gelang.

Falsche Friedensverhandlungen

Auch der zweite Teil des Plans verlief wie geplant. Die Amerikaner führten nicht nur erfolgreich „Friedensverhandlungen“, sondern die Iraner machten sogar zahlreiche Zugeständnisse und gaben Washington ungeahnte Zugeständnisse. So viele, dass man ganz schnell Teil drei beginnen musste, weil die Welt sonst stutzig geworden wäre.

Ermordung der Regierung

Auch die Auslöschung der politischen und teilweise militärischen Führung des Landes durch einen "Blitzkrieg" funktionierte. Noch nie hatte es ähnliche erfolgreiche Angriffe gegeben, welche praktisch die Führung eines Landes so komplett auslöschte. 40 Mitglieder der Regierung und das Staatsoberhaupt wurden ermordet, meist mit Teilen ihrer Familien, teilweise mit ganzen Häuserblocks, die dabei zerstört wurden. Was wäre wohl passiert, wenn der Iran in einem anderen Land einen solchen Terroranschlag durchgeführt hätte?

Einsetzung einer Marionette

Hier nun begann die Fehlkalkulation. Zwar fanden westliche Medien Unterstützer im Iran, welche die Massaker feierten, aber sie irrten sich maßlos darin, dass dies eine verbreitete Meinung war. Oder sagen wir lieber, sie wollten sich darin irren. Die überwiegende Mehrheit der Iraner, darunter auch große Teile der Demonstranten im Januar, war entsetzt. Viele fühlten sich an den Putsch von 1953 erinnert, der den Vater des in den Startlöchern stehenden neuen Schahs an die Macht, und eine brutale Diktatur eingeführt hatte.

Was die Analysten nicht sehen wollten oder absichtlich übersahen war außerdem: Zwischen dem 13. und 24. Juni 2025 hatte Israel den Iran angegriffen und wieder Atomwissenschaftler, Politiker, Zivilisten und Angehörige der Streitkräfte ermordet, manchmal mit der gesamten Nachbarschaft. Die iranische Bevölkerung, alle politischen Parteien, alle Strömungen, die es zweifelsohne gibt, waren sehr betroffen. Sie waren empört. Warum durften Israel und die Vereinigten Staaten einfach so Menschen in anderen Ländern ermorden und ungestraft davonkommen? Die Unterstützung für die iranische Regierung stieg sprunghaft an. Das klassische sich um die Fahne versammeln hatte begonnen. Die Iraner im Allgemeinen unterstützten ihre Regierung deutlich stärker und lehnten die USA und Israel viel stärker ab, als der Mossad angeblich angenommen hatte.

Da konnte Donald Trump dem iranischen Volk erklären, es sei nun an ihm, die Macht im Land zu übernehmen. Und sie taten es auch, aber ganz anders, als Trump es sich vorgestellt hatte. Die Menschen unterstützten die Kräfte im Land, welche ihr Leben bereit waren, zur Verteidigung zu opfern. Die Iraner schlossen sich zusammen und wehrten sich. Gemäß Völkerrecht hatten sie das volle Recht, auf einen völkerrechtswidrigen Angriff zu reagieren. Sie führten Verteidigungsangriffe durch, um die sie angreifenden Militärbasen am Golf auszuschalten, und schlossen die Straße von Hormus. Und viele wollten nun Rache, nicht nur für die aktuellen Angriffe, sondern auch für unzählige Morde und Demütigungen in der Vergangenheit.

Verwirrung bei Trump

Trump begriff gar nicht was passierte. Er hatte so einen schönen Plan. Dies erklärt seine widersprüchlichen Aussagen: Er sagte immer wieder, der Krieg werde, wie im ursprünglichen Plan vorgesehen, sehr schnell vorbei sein, räumte aber gleichzeitig ein, dass das Gegenteil der Fall war. Da kam die Formulierung „kurzfristiger Ausflug“? Er sagte auch, der Krieg werde nur vier Tage dauern. Und er sagte auch, der Krieg sei „bereits vorbei“. Wir sehen also, dass der Plan, wie er ihm verkauft wurde, eine schnelle Operation war, genau wie in Venezuela – das hatte er sich vorgestellt.

Was nun, nachdem Stufe 4 geplatzt war?

Man kann sich kaum vorstellen, dass Trump nun auch noch Bodentruppen einsetzen wird, nachdem seine Zustimmungsraten bereits so stark in den Keller gefallen waren, und die Zwischenwahlen im Herbst vermutlich verloren gehen. Aber man weiß nie. Anzunehmen ist nun, dass Trump ähnlich wie im Fall vom Jemen, Sieg erklärt, einpackt und abzieht. Und versucht Israel und die Anrainerstaaten noch zur Kriegsweiterführung zu ermuntern, wodurch die US-Rüstungsindustrie verdienen könnte.

Alleine werden diese niemals in der Lage sein, gegen die gehärtete iranische Gesellschaft ernsthaft "zu gewinnen". Sondern sie laufen Gefahr, dann noch viel größere Zerstörungen in ihren Ländern verkraften zu müssen, oder sogar Aufstände. Es wird dann ganz schnell zu echten regionalen Friedensverhandlungen kommen. Der Iran wird dauerhaft die Straße von Hormus kontrollieren und Maut dafür erhalten, ähnlich wie das Ägypten einst in einem Krieg erzwungen hatte. Wodurch der Wiederaufbau des Landes finanziert werden kann.

Der Iran hat schon erklärt, dass jede Friedensvereinbarung auch den Libanon beinhalten muss, d.h. den Abzug evt. noch vorhandener israelischer Besatzungskräfte, und ein dauerhafter Waffenstillstand mit dem Ziel eines Friedensvertrages. Inwiefern der Völkermord in Gaza eingeschlossen werden soll, ist noch unbekannt.

Die unbekannten Faktoren sind wie immer Israel und der unberechenbare Charakter eines Narzissten.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags. 

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Bild: Iranische Flagge mit terroristischem Schatten auf die rissige Wand gemalt

Bildquelle: zmotions / shutterstock

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Donald Trump geht der Arsch auf Grundeis | Von Uwe Froschauer

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Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer.

Es gibt politische Situationen, die kippen nicht plötzlich – sie kippen langsam, fast unmerklich. Bis zu dem Punkt, an dem selbst die lautesten Drohungen nicht mehr wie Stärke wirken, sondern wie ein Echo der eigenen Unsicherheit. Genau an diesem Punkt steht Donald Trump.

Was als kalkulierte Machtdemonstration im Konflikt mit dem Iran begann, entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Eigentor historischen Ausmaßes. Der Mann, der einst versprach, Amerikas „endlose Kriege“ zu beenden, ist heute tief in einen neuen Konflikt verstrickt – einen, den die USA faktisch als Stellvertreter an der Seite Israels führen.

Und nun versucht Trump, sich aus einer Lage zu befreien, in die er sich selbst sehenden Auges manövriert hat.

Gleichzeitigen Drohen und Betteln

Wenn man die aktuellen Entwicklungen betrachtet, entsteht ein widersprüchliches Bild. Auf der einen Seite stehen harte Töne: Ultimaten, Drohungen, militärische Optionen. Berichte über mögliche „entscheidende Schläge“, Planungen im Pentagon, rote Linien, die angeblich nicht überschritten werden dürfen.

Auf der anderen Seite: Gesprächsangebote, diplomatische Initiativen, Signale eines möglichen Rückzugs. Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass Washington durchaus daran interessiert ist, einen Ausweg aus der Eskalation zu finden.

Oder anders gesagt: Trump spielt „Good cop – bad cop“. Nur leider alleine. Hier liegt das Problem. Dieses Prinzip funktioniert nur, wenn zwei unterschiedliche Akteure glaubwürdig unterschiedliche Rollen verkörpern. Wenn jedoch ein und dieselbe Person gleichzeitig droht und beschwichtigt, entsteht kein strategischer Druck – sondern Verwirrung.

Für Teheran ist dieses Verhalten längst entschlüsselt. Was in Washington als flexible Verhandlungsstrategie verkauft wird, wirkt aus iranischer Perspektive wie ein Mangel an Entschlossenheit. Denn die Gleichzeitigkeit von Ultimaten und Gesprächsangeboten sendet eine klare Botschaft: Die USA wollen den weiteren Konflikt eigentlich vermeiden. Darin liegt der Hebel, den der Iran zunehmend zu nutzen versteht.

Während Donald Trump öffentlich mit Härte auftritt, zeigen die begleitenden Signale – diplomatische Öffnungen, Überlegungen zu Rückzugsszenarien, indirekte Gesprächskanäle –, dass Washington die Kosten einer weiteren Eskalation fürchtet. Diese Diskrepanz bleibt in Teheran nicht unbemerkt.

Der Iran kann sich deshalb eine Haltung leisten, die auf Zeit spielt: Gesprächsangebote ablehnen, Forderungen ignorieren, gleichzeitig aber selbst keine endgültige Eskalation provozieren. Denn je länger der Konflikt andauert, desto größer wird der Druck auf die USA – wirtschaftlich, politisch und militärisch.

Hinzu kommt ein struktureller Vorteil: Der Iran agiert in seinem geopolitischen Umfeld, mit eingespielten regionalen Netzwerken und asymmetrischen, dezentralisierten Fähigkeiten. Die USA hingegen operieren aus der Distanz, sind auf Allianzen angewiesen und tragen die globalen Konsequenzen jeder Entscheidung.

Das bedeutet konkret: Der Iran muss nicht gewinnen – es reicht, nicht zu verlieren. Dadurch verschiebt sich das Kräfteverhältnis. Denn während Trump versucht, durch Drohungen Verhandlungsmasse aufzubauen, interpretiert Teheran diese Drohungen zunehmend als Zeichen dafür, dass Washington unter Zugzwang steht. Jede neue Warnung, jedes neue Ultimatum, das nicht unmittelbar umgesetzt wird, verliert an Glaubwürdigkeit. So entsteht ein paradoxer Effekt:

Je stärker Trump rhetorisch eskaliert, desto deutlicher wird für den Iran, dass diese Eskalation politisch kaum durchhaltbar ist. Das Ergebnis ist eine strategische Umkehrung:

Nicht Washington setzt Teheran unter Druck – sondern Teheran testet, wie weit es Washington treiben kann. Der vermeintliche „Deal-Maker“ wird so selbst zum Getriebenen eines Spiels, das er eigentlich kontrollieren wollte.

Das Ultimatum, das keines sein darf

Besonders deutlich wird dieses Dilemma bei den immer wieder kolportierten Ultimaten an Teheran. Trump schließt Verzögerungen aus, setzt Fristen, erhöht rhetorisch den Druck. Gleichzeitig aber berichten verschiedene Quellen, dass der Iran Gesprächsangebote ablehnt – oder sie als nicht ernst gemeint betrachtet.

Warum? Weil Drohungen und Diplomatie sich gegenseitig neutralisieren, wenn sie gleichzeitig ausgespielt werden. Ein Ultimatum verliert seinen Charakter, wenn es von der gleichen Stimme kommt, die kurz darauf Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Es wird zu einer Drohung mit eingebautem Rückzieher. Und genau das scheint derzeit zu passieren.

Netanjahu als Dirigent – Trump als Instrument

Eine zentrale Figur in diesem geopolitischen Theater ist Benjamin Netanjahu. Seit Jahren verfolgt Netanjahu eine kompromisslose Linie gegenüber dem Iran. Für Israel ist der Iran nicht nur ein Gegner – sondern Israel sieht ihn als eine existenzielle Bedrohung.

Trump hat diese Perspektive nicht nur übernommen, sondern sich ihr weitgehend untergeordnet. Das Bild, das sich daraus ergibt, ist ebenso drastisch wie treffend: Trump wirkt wie ein Stier am Nasenring, durch die Arena geführt – nicht von seinen eigenen strategischen Interessen, sondern von denen eines Verbündeten, personifiziert durch Bejamin Netanjahu. Das Problem dabei ist offensichtlich:

Israel sichert sich ab und möchte ein „Großisrael“ errichten, in dem Völker wie die Palästinenser keinen Platz und Länder wie Iran und Libanon störend sind. Die USA tragen die globalen Konsequenzen. Das, was Trump mit Europa veranstaltet hat, macht jetzt Israel mit den USA.

Vom regionalen Konflikt zum globalen Risiko

Was ursprünglich als regionaler Machtkonflikt erschien, entwickelt sich zunehmend zu einem geopolitischen Brennpunkt mit globalen Auswirkungen.

  • Airlines streichen Flüge in die Region – ein klassisches Frühwarnsignal wirtschaftlicher und militärischer Unsicherheit. Wenn selbst große Luftfahrtkonzerne beginnen, Verbindungen auszusetzen, geschieht das nicht aus Vorsicht allein, sondern auf Basis konkreter Risikoanalysen. Der zivile Luftverkehr reagiert oft früher als die Politik – und signalisiert damit, wie ernst die Lage bereits eingeschätzt wird.
  • Märkte reagieren sensibel auf jede neue Eskalation. Ölpreise schwanken, Investoren ziehen Kapital ab, Lieferketten geraten unter Druck. Die Region ist ein neuralgischer Punkt der globalen Energieversorgung – jede militärische Zuspitzung hat unmittelbare Auswirkungen weit über den Nahen Osten hinaus.
  • Internationale Spannungen nehmen zu. Verbündete werden nervös, Gegner wachsam, neutrale Staaten vorsichtiger. Die diplomatische Temperatur steigt – nicht explosionsartig, sondern stetig.

Und im Hintergrund verschiebt sich das Kräfteverhältnis.

Denn während die USA versuchen, ihre Position durch militärischen Druck zu sichern, beobachten andere Akteure – insbesondere China und Russland – sehr genau, wie sich Washington verhält. Für sie ist dieser Konflikt mehr als ein regionales Ereignis: Er ist ein Testfall für die strategische Belastbarkeit der Vereinigten Staaten.

Wie weit geht Washington wirklich? Wie konsequent ist seine Abschreckung? Und vor allem: Wie hoch ist die innenpolitische Schmerzgrenze?

Ein weiterer Krieg im Nahen Osten ist deshalb nicht nur ein militärisches Risiko. Er ist ein strategisches Geschenk an Amerikas Rivalen. Denn jeder Schritt in Richtung Eskalation bindet amerikanische Ressourcen, schwächt die wirtschaftliche Stabilität und untergräbt die außenpolitische Glaubwürdigkeit. Gleichzeitig eröffnet er anderen Mächten Spielräume: diplomatisch, wirtschaftlich und militärisch.

Während die USA versuchen, ihre Dominanz zu behaupten, nutzen andere die Gelegenheit, alternative Machtstrukturen zu festigen – leise, aber konsequent. So wird aus einem regionalen Konflikt ein globaler Hebel. Darin liegt die eigentliche Tragweite dieser Entwicklung.

Der Mythos der kontrollierten Eskalation

Ein zentrales Element von Trumps Strategie scheint die Annahme zu sein, dass Eskalation kontrollierbar ist. Dass man Druck aufbauen kann, ohne die Situation tatsächlich außer Kontrolle geraten zu lassen. Dass militärische Drohungen als Werkzeug funktionieren – präzise dosiert, jederzeit reversibel. Diese Annahme hat sich historisch immer wieder als gefährlich erwiesen. Konflikte dieser Größenordnung entwickeln eine eigene Dynamik. Sie folgen nicht mehr ausschließlich politischen Entscheidungen, sondern einer Logik der Eskalationsspirale. Missverständnisse, Fehlkalkulationen, unbeabsichtigte Zwischenfälle – ein falsch interpretierter Militärschlag, ein technischer Fehler, eine überreagierende lokale Einheit – all das kann eine Kettenreaktion auslösen, die sich der Kontrolle der politischen Führung entzieht.

Gerade im Nahen Osten, wo zahlreiche Akteure mit eigenen Interessen, Milizen und Einflusszonen agieren, ist diese Gefahr besonders hoch. Hier reicht oft ein einzelnes Ereignis, um eine regionale Eskalation in Brand zu setzen. Trumps Dilemma ist:

Er versucht, maximale Abschreckung zu erzeugen, ohne den Punkt zu überschreiten, an dem Abschreckung in offene Konfrontation umschlägt. Doch dieser Grat ist schmal – und wird mit jeder neuen Drohung schmaler. Denn jede Eskalation erzeugt Erwartungsdruck. Wer droht, muss irgendwann liefern – oder verliert an Glaubwürdigkeit. Und genau deshalb wirken die aktuellen Entwicklungen so widersprüchlich: Trump scheint gleichzeitig zu eskalieren – und Angst vor den Konsequenzen dieser Eskalation zu haben. Er erhöht den Einsatz – und sucht gleichzeitig nach dem Notausgang. Das Ergebnis ist keine kontrollierte Eskalation, sondern eine unkontrollierbare Spannungslage, in der jeder nächste Schritt riskanter wird als der vorherige.

Innenpolitisch: Ein Spiel mit dem Feuer

Mit Blick auf die Midterm-Wahlen im November wird diese außenpolitische Unsicherheit zu einem innenpolitischen Risiko. Donald Trump hat seine politische Identität lange auf zwei zentrale Säulen aufgebaut:

  1. Stärke nach außen
  2. Fokus auf innenpolitische Interessen

Beide Narrative waren entscheidend für seinen politischen Erfolg. Sie vermittelten das Bild eines Präsidenten, der Amerika schützt, ohne sich in kostspielige und langwierige Auslandskonflikte zu verstricken.

Ein neuer, unklar geführter Konflikt untergräbt genau diese Erzählung. Denn:

  • Ein Krieg, der nicht klar gewonnen wird, wirkt schwach. Gerade Trump hat sich stets als kompromissloser „Deal-Maker“ inszeniert. Ein Konflikt, der sich hinzieht, widersprüchlich geführt wird oder in Verhandlungen endet, ohne klare Ergebnisse zu liefern, passt nicht zu diesem Image.
  • Ein Konflikt, der Ressourcen bindet, widerspricht der „America First“-Rhetorik. Militärische Einsätze kosten Geld, Aufmerksamkeit und politische Energie – alles Ressourcen, die im Inland fehlen. Für viele Wähler stellt sich dann die Frage: Warum engagiert sich die Regierung im Nahen Osten, während im eigenen Land Probleme ungelöst bleiben?

Die Wähler reagieren sensibel auf solche Widersprüche – besonders dann, wenn sie sich direkt auf wirtschaftliche Stabilität, Energiepreise oder die allgemeine Sicherheitslage auswirken. Steigende Kosten, Unsicherheit und das Gefühl, in einen weiteren unklaren Konflikt hineingezogen zu werden, können schnell zu politischer Unzufriedenheit führen.

Hier liegt die eigentliche Gefahr für Trump:

Nicht die Eskalation selbst – sondern die Wahrnehmung von Kontrollverlust. Denn politische Führung basiert nicht nur auf Entscheidungen, sondern auf dem Eindruck, die Lage im Griff zu haben. Sobald dieser Eindruck bröckelt, verändert sich die Dynamik. Ein Präsident, der als unberechenbar oder getrieben wahrgenommen wird, verliert das Vertrauen der Mitte – und genau diese Wähler entscheiden oft über Mehrheiten. So wird aus einem außenpolitischen Konflikt ein innenpolitischer Belastungstest. Und dieser Test kommt für Trump zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Good cop, bad cop – oder: politische Schizophrenie

Man könnte fast Mitleid haben, wäre die Lage nicht so ernst. Trump droht. Trump verhandelt. Trump eskaliert. Trump deeskaliert. Alles gleichzeitig. Das wirkt weniger wie eine ausgeklügelte Strategie – und mehr wie politische Schizophrenie im Echtzeitmodus.

Für Verbündete ist das schwer einzuordnen. Für Gegner ist es eine Einladung, Zeit zu gewinnen. Für die eigene Bevölkerung ist es ein Zeichen von Unsicherheit.

Die multipolare Realität klopft an

Ein besonders brisanter Aspekt ist die langfristige geopolitische Dimension.

Die Welt bewegt sich seit Jahren in Richtung Multipolarität. Die Zeit einer unangefochtenen amerikanischen Dominanz ist längst ins Wanken geraten – ökonomisch, politisch und militärisch. Neue Machtzentren entstehen nicht über Nacht, sondern schrittweise. Und genau solche Konflikte beschleunigen diesen Prozess. Der Iran-Konflikt könnte dabei zu einem Katalysator werden.

Denn:

  • Jeder weitere militärische Konflikt schwächt die USA ökonomisch und politisch. Kriege kosten nicht nur Geld – sie kosten Aufmerksamkeit, strategische Flexibilität und internationale Glaubwürdigkeit. Ressourcen, die in einen Konflikt fließen, fehlen an anderer Stelle: im Wettbewerb mit aufstrebenden Mächten, in der technologischen Entwicklung, in der Stabilisierung des eigenen Systems.
  • Gleichzeitig stärkt er gegenspielende Machtzentren. Staaten wie China und Russland profitieren von jeder Situation, in der die USA gebunden, beschäftigt oder international isoliert sind. Sie müssen nicht einmal direkt eingreifen – es reicht, abzuwarten, zu beobachten und gezielt Einflussräume auszubauen. 

Was hier entsteht, ist nicht nur ein regionaler Krieg. Es ist ein Testfall für die globale Ordnung des 21. Jahrhunderts. Denn wenn die USA ihre Macht nicht mehr effektiv und widerspruchsfrei einsetzen können, wenn ihre Drohungen an Glaubwürdigkeit verlieren und ihre Konflikte keine klaren Ergebnisse mehr bringen, dann entsteht Raum für Alternativen. Neue Allianzen, neue Handelsstrukturen, neue Machtachsen. Oder zugespitzt formuliert:

Donald Trump könnte gerade dabei sein, unfreiwillig das Ende der amerikanischen Hegemonie einzuleiten – nicht durch eine große Niederlage, sondern durch eine Serie strategischer Überdehnungen.

Das eigentliche Eigentor

Und damit sind wir beim Kern des Problems. Trump wollte Stärke demonstrieren. Er wollte abschrecken, dominieren, kontrollieren. Er wollte zeigen, dass die USA unter seiner Führung wieder handlungsfähig, entschlossen und unberechenbar stark sind.

Stattdessen hat er:

  • Einen Konflikt eskaliert, den er nicht mehr vollständig steuern kann. Die Dynamik hat sich verselbstständigt, die Zahl der Akteure ist gewachsen, die Risiken sind kaum noch kalkulierbar. Was als Druckmittel gedacht war, ist zu einem offenen Prozess geworden, dessen Ausgang ungewiss ist.
  • Sich in die strategische Logik eines anderen Staates hineinziehen lassen. Statt eine eigenständige amerikanische Linie zu verfolgen, folgt die Politik zunehmend einer Eskalationsstrategie, die vor allem den sicherheitspolitischen und hegemonialen Interessen Israels entspricht. Das reduziert den Handlungsspielraum Washingtons und erhöht gleichzeitig die Abhängigkeit von Entscheidungen, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen.
  • Widersprüchliche Signale gesendet, die seine eigene Position schwächen. Drohungen, die nicht umgesetzt werden, verlieren an Wirkung. Verhandlungsangebote, die gleichzeitig mit Ultimaten ausgesprochen werden, wirken unglaubwürdig. Das Ergebnis ist ein Verlust an strategischer Klarheit – und damit an Einfluss.

Hinzu kommt ein weiterer, oft unterschätzter Faktor: Erwartungsmanagement. Wer maximalen Druck ankündigt, setzt sich selbst unter Zugzwang. Bleibt die angekündigte Konsequenz aus, wird aus Stärke schnell Schwäche. Das ist kein taktischer Fehler mehr. Das ist ein klassisches Eigentor. Denn Trump hat nicht nur seinen Gegner unterschätzt – er hat die Dynamik des Spiels selbst falsch eingeschätzt. Diese Fehleinschätzung könnte ihn am Ende mehr kosten als jede einzelne außenpolitische Entscheidung für sich genommen.

Fazit: Panik hinter der Fassade

Am Ende bleibt ein Bild, das sich immer klarer abzeichnet:

Ein Präsident, der versucht, Kontrolle zu demonstrieren – während ihm die Situation entgleitet. Ein Machtpolitiker, der gleichzeitig droht und verhandelt – und damit beides entwertet. Ein Stratege, der sich in einem Spiel wiederfindet, dessen Regeln nicht mehr von ihm bestimmt werden. Deshalb wirkt das, was wir derzeit beobachten, nicht wie Stärke, sondern wie etwas ganz anderes: Donald Trump geht der Arsch auf Grundeis.

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Anmerkungen und Quellen

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser!

Ende September 2024 erschien mein Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“. Ende März und Anfang April 2025 wurden die beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Zwei weitere Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: US-Präsident Donald Trump
Bildquelle: lev radin / shutterstock

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Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka

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Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka
Standpunkte 20260319 apolut
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Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka

Wie der Angriffskrieg gegen den Iran die Weltwirtschaft untergräbt

Der Angriffskrieg gegen den Iran eskaliert immer weiter, zieht immer weitere Kreise, jetzt findet er im Irak und im Libanon statt. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind noch gar nicht abzusehen, die Warnungen des Irans, der Ölpreis werde von 60 auf 200 US-Dollar pro Barrel steigen, scheint sich zu bewahrheiten.

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der US-Präsident Donald Trump soll Peking zu einem hochrangigen Gipfeltreffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Anfang April besuchen. Aber Donald Trump hat schon "angedroht", nicht zu kommen, sollte China nicht seine Marine schicken, um den Iran zu zwingen, die Meerenge von Hormus für pro-israelische und pro-amerikanische Schiffe zu öffnen.

Durch die Destabilisierung der gesamten Region stellt der US-israelische Angriffskrieg ein großes wirtschaftliches Risiko nicht nur für China, sondern für die ganze Welt dar, insbesondere für die Energieimporteure im globalen Süden.

Trotz der aktuellen Energieversorgung stellt diese Krise auch für die USA enorme Risiken dar, bedingt durch gestiegene Energiepreise, die wahrscheinliche Rückkehr der Stagflation, die tägliche Milliardenrechnung für die teuren Raketen, Flugzeuge und den Betrieb der Flotte, und die schnell steigende Schulden. Daher berichtete das Pentagon die Bitte, den Kongress um weitere 50 Milliarden Dollar zu bitten, um den Krieg mit dem Iran zu finanzieren, offen ist, ob das zusätzlich zu einem Budget von 1,5 Billionen Dollar sein soll. Offiziell liegen die Kriegskosten bei 1 Milliarde US-Dollar, inoffiziell wird von mehr als dem Doppelten geflüstert. Deshalb sollen die jährlichen Kriegsausgaben der USA, das Budget der Regierung, auf eintausendfünfhundertmilliarden US-Dollar, also 1,5 Billionen, anwachsen. Natürlich basierend auf neuen Schulden.

Ironischerweise könnte der Iran-Krieg Pekings Verhandlungsposition in den Handelsgesprächen stärken. China könnte versuchen, seine Reaktion auf die US-Angriffe zu nutzen, um einen dauerhafteren "Waffenstillstand" zu sichern.

USA und Israel, unterschiedliche Ziele

China schickt einen Sondergesandten Zhai Jun in den Nahen Osten, um die Lage zu deeskalieren. Chinas Gesandter wird einen Weg zur Deeskalation suchen. Dies ist seit langem die konsequente chinesische Haltung. Doch die US-Haltung und sicherlich die Sichtweise von Premierminister Netanjahu deuten darauf hin, dass die Feindseligkeiten bestehen werden, bis Irans militärische Kapazitäten demontiert sind oder das Regime kapituliert. Schließlich begannen die beiden den Krieg, als die Friedensgespräche in Oman kurz vor dem Erfolg standen. Was nicht nur der omanische Vermittler, sondern nun auch ein diplomatischer britischer Beobachter bestätigte. Die Angreifer behaupten, "eine Frist" sei abgelaufen gewesen, um zu einer diplomatischen Einigung zu kommen, deshalb seien sie zu dem Krieg "gezwungen" gewesen.

Das Weiße Haus hat die Operation gestartet und erklärt, dass die Ziele – Zerstörung von Raketen, Marine, Proxy-Netzwerken und Verhinderung einer iranischen Atombombe – unverändert bleiben, bis sie erfüllt sind. Die US-Haltung und Netanjahu deutet eher auf Fortsetzung der Feindseligkeiten bis zur "Demontage iranischer Militärkapazitäten oder Kapitulation des Regimes" hin, Netanjahu spricht von einem "Regimewechsel von Innen".

Aber genau genommen haben weder Präsident Trump noch die israelische Regierung die Ziele ihrer massiven Anschläge klar genannt. Jedoch kann man erkennen, dass ihre strategischen Ziele unterschiedlich sind. Das Ziel der US-Regierung scheint es zu sein, die iranische Führung abzubauen und die Kontrolle über Irans massive ungenutzte Energiereserven zu erlangen. Während Premierminister Netanjahu lange versucht hat, Iran als Nation zu fragmentieren, zu zerschlagen.   

Operation Epischer Fehler? 

Operation Epic Fury der USA ist Israels "Operation Roaring Lion" getarnt. Sie spiegelt die Interessen der Regierung Netanjahu wider, die eine Begründung für das Endspiel hat. Was natürlich vom Weißen Haus dementiert wird. Aber viele US-Amerikaner, insbesondere frühere Trump Unterstützen sehen es so und große Teile der MAGA (Make America Great Again) haben sich von der Regierung entfremdet, Was natürlich im Westen bestritten wird. Deshalb nennen die iranischen Führungskräfte die US-israelische Operation "den epischen Fehler" oder haben ähnliche Ausdrücke dafür bereit.

Im Iran gab es bereits Tausende Tote und Zehntausende Verletzte, mit 3,2 Millionen Binnen-Vertriebenen und 800.000 im Libanon. Die Zahl von fast 4 Millionen Vertriebenen wird sogar im Westen kolportiert. Mitten im Nebel des Krieges versucht Israel, seine Auslöschungsdoktrin – die in der Vernichtungsdoktrin (2025) beschrieben wird – von Gaza und dem Südlibanon auf den Iran auszuweiten.

Die US-israelischen Angriffe verstoßen gegen Artikel 2 (4) der UN-Charta, der den Einsatz von Gewalt gegen die territoriale Integrität eines anderen Staates verbietet. Laut Amir Saeid Iravani, Irans Botschafter, haben US-israelische Luftangriffe fast 10.000 zivile Orte zerstört oder beschädigt, darunter Häuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Der gezielte Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur stellt einen groben Verstoß gegen das Völkerrecht und Kriegsverbrechen dar. Westliche Faktenchecker sagen: "Eine endgültige juristische Klärung steht aus."

Unterdessen herrscht in den besetzten palästinensischen Gebieten Terror im Gazastreifen, während ethnische Säuberungen im Westjordanland eingesetzt werden, um "neue Fakten vor Ort" zu schaffen. Und natürlich sagen westliche Faktenchecker, dass Palästina und der Krieg gegen den Iran nichts miteinander zu tun hätten, außer dass der Iran ja "Terroristen", auch bekannt als von der UN legitimierte bewaffnete Widerstandskämpfer, unterstütze.

Drohende riesige Verluste für die Weltwirtschaft

Mit der Störung in der Straße von Hormus könnten die wichtigsten kurzfristigen Nutznießer jene Energieexporteure sein – Russland, die USA, möglicherweise Turkmenistan, Kasachstan und Australien –, die Engpässe im Nahen Osten durch Pipelines oder alternative Seewege umgehen können.

Um das zu verhindern haben einige EU-Länder in den letzten 2 Wochen vermehrt russische Tanker völkerrechtlich illegal aufgebracht, und Russland begonnen, zwei staatliche Sicherheitsbeamte auf den Schiffen mitreisen zu lassen. Angeblich soll einer aus der alten Wagner-Truppe stammen, ein anderer geheimdienstliche Aufgaben haben, vielleicht die Kommunikation zu Lufteinheiten Russlands organisieren.

Langfristig werden alle Beteiligten verlieren. Da sind sich praktisch alle Ökonomen einig. In Handelskriegen, "kalten" Kriegen und ungerechtfertigten heißen Kriegen gibt es keine Gewinner. Sieht man von den Aktieninhabern der Rüstungsindustrie einmal ab. Und dieser Krieg gegen Iran könnte weit, viel schlimmere langfristige Folgen haben als die Stellvertreterkriege in der Ukraine und Gaza. Wenn Präsident Trump davon ausging, es würde Venezuela-Déjà-vu sein, wird das Erwachen brutal sein.

Schlimmer noch: Trumps Befehl, Militärziele auf der Insel Kharg, dem Herzen der iranischen Ölindustrie, zu bombardieren, und seine Drohung, Irans Ölanlagen "beim nächsten Mal" anzugreifen sowie seine Aussage "just for fun", haben die Einsätze im Golf drastisch erhöht.

Der frühe Schaden ist bereits entstanden. Die langfristigen Auswirkungen hängen von der Dauer des Konflikts ab und davon, ob er zu einem größeren regionalen Krieg eskaliert. Es wird erst besser, wenn es schlimmer wird.

Dramatische Auswirkungen auf Asien          

Das Jahr 2026 wird voraussichtlich zunehmende wirtschaftliche Spaltung in Asien mit sich bringen. Technologiegetriebene Volkswirtschaften könnten widerstandsfähig bleiben. Diejenigen, die auf traditionelle Fertigung angewiesen sind, sehen sich starkem Konkurrenz- und Handelsdruck ausgesetzt. Im Gegenzug werden rohstoffabhängige Volkswirtschaften, die auf Ölimporte angewiesen sind, von allen Seiten betroffen sein.

Thailand, Indonesien und die Philippinen werden wahrscheinlich unterdurchschnittlich abschneiden. Länder mit einer "China+1"-Strategie (z. B. Vietnam, Malaysia, Thailand) müssen mit neuen Risiken und höheren Betriebskosten umgehen.

Exportabhängige fortschrittliche Industriewirtschaften wie Taiwan, Singapur, Korea und Malaysia könnten jedoch widerstandsfähig bleiben, getrieben von KI-bezogener Nachfrage, fortschrittlicher Elektronik und FDI.

Auswirkungen auf China

Der Iran-Schock stellt eine wirtschaftliche Bedrohung für China dar, hauptsächlich durch einen Anstieg der Ölpreise. Peking importiert 90 % des iranischen Rohöls und 50 % seiner gesamten Energie aus dem Nahen Osten. Mit den unterbrochenen Routen in der Straße von Hormus führt der Konflikt zu höheren Transportkosten.

Doch im Gegensatz zum Westen hat China sich auch lange auf die Iran-Krise vorbereitet. Bis zu einem gewissen Grad können die großen Ölvorräte und der Wechsel zu Elektrofahrzeugen dazu beitragen, die Wirtschaft vor Lieferstörungen zu schützen. Es wird spannend sein zu sehen, ob China sein Wachstumsziel von 4-5% wird halten können.

Die Fähigkeit des Binnenmarktes, Handelsprobleme zu bewältigen oder auszugleichen, ist die wichtigste wirtschaftliche Herausforderung für 2026. Mitten in einer langen Immobilienkrise sehen sich Unternehmen mit erhöhten Handelsrückständen (US-Spannungen, Irankrieg), vorsichtigem Konsum, struktureller Neuausrichtung hin zu Hightech (KI, grüne Energie) und Dienstleistungen konfrontiert.

Eine längere globale Energiekrise würde eine globale Herausforderung darstellen. Je länger dieser Krieg andauert, desto mehr werden die zukünftigen Aussichten aller großen Volkswirtschaften benachteiligt. 

Asiatische Märkte schon jetzt schwer getroffen

In Asien sind die Börsen bereits im Rückwärtsgang. In den letzten zwei Wochen ist der MSCI AC Asia Pacific Index um 8,6 % gefallen. Das ist 2,5-mal mehr als der MSCI World Index. Der starke Rückgang wird hauptsächlich durch regionale Energieabhängigkeiten und eine plötzliche Umkehr des Technologiesektors verursacht.

Als der Angriff der USA und Israel Iran zur Schließung der Straße von Hormus führte, verdunkelte sich der Himmel in Asien. Südkorea, Japan und Thailand importieren fast ihr gesamtes Rohöl und Erdgas durch diesen Engpass.

Der weltweite Schiffsverkehr durch diese Region ist bereits stark zurückgegangen. Ein voller Monat Schließung würde die "Just-in-Time"-Bestände für die Elektronik- und Automobilsektoren in Asien und Europa erschöpfen.

Die Brent-Preise erreichten am Montag, den 9. März, ihren Höchststand bei etwa 120 US-Dollar; der größte Anstieg in einer Woche in modernen Aufzeichnungen. Die Freigabe der Notfall-Reserven verschafft Zeit, aber wenn diese Zeit nicht gut investiert wird, werden die Preise wieder in die Höhe schnellen. Wir erinnern uns: Iran versprach einen Höhenflug des Ölpreises auf 200 US-Dollar.

Szenarien für Brent-Rohöl werden vom Status der Straße von Hormus bestimmt. Selbst der Basisfall kostet jetzt etwa 95–100 Dollar pro Fass, CNN spricht von 110-140 US-Dollar. Eine anhaltende Blockade würde die Preise über 150 Dollar treiben.

Was in Asien passiert, trifft zeitversetzt den Rest der Welt

Die kombinierte Wirkung des Nahost-Konflikts und eines globalen Zollrahmens durch Donald Trump von 10–15 % könnte sich in einen äußerst schädlichen Versorgungsschock verwandeln – im schlimmsten historischen Moment. Man könnte fast meinen, Donald Trump will die Weltwirtschaft bewusst in eine Untergangsstimmung treiben.

In einem geopolitischen und Handels- "Doppelschock" treffen Inflationsdruck und Wachstumsstagnation gleichzeitig aus zwei verschiedenen Richtungen. Je länger die Dauer der Krise ist, desto zerreißender wäre die Stagflationswirkung. Also eine hohe Inflation trotz einer Rezession, oder anders ausgedrückt, steigende Preise bei schrumpfender Wirtschaft und Einkommen.

Schlimmer noch: Was in Asien passiert, bleibt nicht dort. Da Schwellenländer in Asien etwa 60 % des globalen Wachstums ausmachen, wird alles, was ihre wirtschaftliche Expansion untergräbt, die ohnehin schon düsteren globalen Aussichten benachteiligt. 

Da sind ganz offensichtlich Genies am Werk, oder doch Fünfdimensional-Schachspieler?

Quellen und Anmerkungen

Hinweis: Der Artikel wurde inspiriert durch Veröffentlichungen von Dan Steinbock, auch Autor von "Der Untergang Israels".

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Iran: Israel-US Krieg
Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

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Irankrieg: Prophezeiung oder geopolitisches Ziel? | Von Claudia Töpper

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Irankrieg: Prophezeiung oder geopolitisches Ziel? | Von Claudia Töpper
Tagesdosis 20260317 apolut
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Irankrieg: Prophezeiung oder geopolitisches Ziel? | Von Claudia Töpper

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Für die USA und Israel sieht es in diesen Tagen nicht gut aus. Der geplante Enthauptungsschlag im Iran fiel aus. Stattdessen bleibt der Iran standhaft. Zudem gehen den USA zunehmend die Waffen aus. So bat der US-Präsident, Donald J. Trump am Montag, den 16. März 2026 nun die NATO um Hilfe, um die Straße von Hormus zu sichern. Er erklärte:

„Es sei nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts schlimmes passiere.“ (1)

Zusätzlich drohte er:

„Falls sie nicht helfen, wird es eine sehr schlechte Zukunft für die NATO geben.“ (2)

Es haben sich bereits mehrere NATO-Staaten diesbezüglich zu Wort gemeldet. Während Deutschland Trump bereits eine Absage erteilt hat, berät Frankreich über eine mögliche Beteiligung. (3) Großbritannien hat die Entsendung von Kriegsschiffen abgelehnt, prüft jedoch die Entsendung von Drohnen. (4) Aktuellen Meldungen zu Folge, soll die Straße von Hormus für alle außer für die USA wieder geöffnet sein. China, die Türkei und Indien berichten bereits von der Durchfahrt ihrer Tanker. (5)

Um zu verschleiern, wie schlecht es um die USA und Israel steht, soll Israel einen Informationsstopp für Journalisten verhängt haben. (6) Diese israelische Zensur macht sich auch in Deutschland bemerkbar. Die deutsche Journalistin, Susanne Knaul von der taz wurde von mehreren für ihre Meinung als Antisemit bezeichnet. Ganz vorne dabei, Nius und die Jüdische Allgemeine. Auch die jüdische Botschaft in Deutschland weist die deutschen Medien, ob Mainstream oder nicht, für ihre israel-kritische Berichterstattung zurecht. Dies betraf nicht nur die Tagesschau, sondern auch das Compact-Magazin. (7)

Dennoch dringt immer wieder nach außen, dass Israel von schweren militärischen Schlägen getroffen worden sein soll. In Israel sollen bereits große Teile in einzelnen Städten zerstört worden sein. (8) Während die tagesschau.de fleißig darüber berichtet hat, dass in Israel größtenteils das normale Leben weiter laufe, scheint die Wahrheit eine andere zu sein. (9)

Wo ist Netanjahu?

Bei einem dieser Bombenanschläge, die Israel hart getroffen haben soll, soll auch Netanjahus Wohnhaus getroffen worden sein. Sein Bruder sowie einige Generäle sollen dabei getötet worden sein. Bisher gibt es dazu keine offizielle Stellungnahme. Seit mehreren Tagen sind vermehrt Todesmeldungen des israelischen Ministerpräsidenten, Benjamin Netanjahu auf Social-Media zu lesen. Fakt ist, dass es seit dem 07. März 2026 von ihm kein aktuelles Lebenszeichen mehr gibt. Seit dem 07. März gibt es statt Videobotschaften nur noch Pressemeldungen. (10) Dies deckt sich mit der Berichterstattung zu dieser Zeit, dass vermehrte Luftangriffe in Israel stattfanden, die auch in der Nähe von Netanjahus Wohnhaus eingeschlagen haben sollen. Am 08. März 2026 sollten die amerikanischen Gesandten, Steve Witkoff und Jared Kushner nach Israel reisen. Diese Reise wurde jedoch kurzfristig und ohne Angaben von Gründen abgesagt, so der Publizist, Thomas Röper. Er erklärt weiter, dass inzwischen wohl ein Video mit Netanjahu veröffentlicht worden sein soll, in welchem er jedoch so allgemeine Sachverhalte erklärt, dass die Möglichkeit besteht, dass dieses Video irgendwann aufgezeichnet wurde. Zudem weist es, anders, als die Videos zuvor, kein Datum mehr auf.

Nun tauchte ein Video auf, das Netanjahu in einem Café zeigt. (11) Jedoch weist auch dieses Video Ungereimtheiten auf. Dies gibt Anlass dazu, zu vermuten, dass dieses Video entweder vor dem Irankrieg entstanden oder KI-generiert ist. Zum einen bemerken aufmerksame Beobachter, dass Netanjahu Linkshänder ist und in der Vergangenheit seine Getränke immer mit der linken Hand hielt. In diesem besagt Video hält Netanjahu jedoch seinen Kaffee rechts. Zudem ist es wahrscheinlicher, dass sich Netanjahu zum jetzigen Zeitpunkt geschützt in einem Bunker aufhält. Es bleibt die Frage, warum es kein aktuelles Lebenszeichen von Netanjahu gibt, wenn er noch am Leben ist. (12)

Droht die nächste False Flag?

Der iranische Sicherheitschef, Ali Larijani warnte bereits vor einer False Flag und betonte, dass

„Teheran derartige terroristische Pläne grundsätzlich ablehne und keinen Krieg gegen das amerikanische Volk führe.“ (13)

Der Publizist, Thomas Röper ist der Ansicht, dass nicht der Iran Dubai angegriffen hat. Bei der amerikanischen LUCAS-Drohne handelt es sich nämlich um eine nachgebaute und weiterentwickelte iranische Drohne. Da sie jedoch das äußere Erscheinungsbild der iranischen Drohnen beibehalten haben, ist es nicht mehr möglich, eindeutig zu sagen, von wem die Drohnen abgeworfen wurden. Somit ist eine False Flag nicht auszuschließen. (14)

Des Weiteren erklärt Röper, dass eine False Flag für Trump die einzige Lösung zu sein scheint, aus dem Krieg heraus zu kommen, ohne dem amerikanischen Volk eine Niederlage erklären zu müssen. Auch für Benjamin Netanjahu steht alles bei diesem Krieg auf dem Spiel. In einem Interview am vergangenen Donnerstag, den 12.03.2026 erklärte Röper:

„Netanjahu hat hier alles auf eine Karte gesetzt, auf Großisrael und das Dominieren des Nahen Ostens. Wenn dem die Kampagne um die Ohren fliegt, dann kann der sich auch einsargen. Also, da gibt es ja die Korruptionsermittlungen. Er scheint jetzt auch mit dem israelischen Präsidenten, der ihn ja begnadigen soll aber nicht so richtig will, auch sehr überkreuz zu liegen inzwischen. Und wenn der Krieg gegen den Iran für Israel scheitert, dann kann Netanjahu einpacken. Für den geht es um alles. Darum hat natürlich Israel und auch die USA, aber vor allem Israel ein Interesse daran, die Araber in den Krieg zu ziehen auf ihre Seite. Und da ist die Frage, wie kann man es machen? Da ist eine relativ einfache Möglichkeit zu sagen, ok, das wurde auch von Rabbis schon offen gesagt, man müsste einfach nur während eines iranischen Angriffs selbst eine Rakete in die Al-Aqsa-Moschee schießen und dann sagen, die Iraner waren es. Dann ist das Ding kaputt und dann müsste es, das ist dann der Plan, einen riesen Aufruhr unter den Moslems geben und die ganze muslimische Welt stellt sich gegen den Iran, weil der barbarisch die Al-Aqsa-Moschee zerstört hat.“ (15)

Bei dieser Moschee handelt es sich um das drittwichtigste Heiligtum der islamischen Welt. Sie steht hinter den heiligen Städten Medina und Mekka. (16)

Weiter fügt Röper hinzu: „Das könnte eben ein Plan sein, den man im Auge behalten sollte. Dass der Iran selbst auf ein Heiligtum schießt, ist nicht zu glauben. Aber, das die Israelis das tun, um es dem Iran in die Schuhe zu schieben, ist durchaus plausibel. Geopolitik [läuft] immer nach harten Fakten, aber wir müssen natürlich im Hinterkopf behalten, dass in Israel […] durchaus eben Leute in der Regierung sitzen, also fanatische orthodoxe Juden, also Radikale, die auf dieses Szenario hoffen, weil die Weissagung der Bibel der Juden ist ja, wenn der dritte Tempel irgendwann gebaut ist und der muss eben dahin, wo die al-Aqsa-Moschee steht, das ist genau der Platz, wo der hin soll, weil, da stand früher mal ein jüdischer Tempel, der ist 70 n.Chr. verbrannt, dann kommt der Messias und dann wird alles gut. Dann ist das Ende der Welt und alle gehen ins Paradies. Das ist das, was die Christen eben sagen, wir waren ja mal Juden, ursprünglich, und da kam Jesus und das ist unser Messias und dann sind die Christen eben keine Juden mehr und haben das Christentum entwickelt. Und die Juden warten auf ihren Messias noch, während die Christen sagen, wir hatten ihn schon vor 2000 Jahren. Und wenn es jetzt Leute gibt in der israelischen Regierung, die den Kram glauben und an den Schaltstellen sitzen, um das zu manipulieren, also, auch wenn es z. B. nur darum geht die Moschee zu sprengen und das dem Iran in die Schuhe zu schieben, dann wird es eben doch gefährlich. […] Die Moslems schlachten sich alle gegenseitig ab und Israel wäre der große Gewinner.“ (17)

Kommentar

Auch, wenn die Komponente des Glaubens bzw. der Religion für viele als Begründung eines Krieges als unwahrscheinlich gilt, sollte dieser Blickwinkel dennoch nicht vollkommen außer Acht gelassen werden. Denn, die Besetzung entscheidender politischer Stellen scheint diese Theorie immer mehr zu untermauern. Bei dem Irankrieg scheint es nicht nur um die Hoheit über die Rohstoffe zu gehen. Tatsächlich könnte dieser Krieg eine entscheidende Rolle für eine religiöse Erfüllung im jüdischen Glauben spielen. 

Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen Judentum und dem Zionismus zu treffen, denn es handelt sich hier nicht um dasselbe. Die Zionisten sind eben so wenig jüdisch wie die Christen oder Muslime. Es handelt sich hierbei um eine sehr spezifische Gruppe. 

Dass die Welt seit einigen Jahren und jetzt massiv in Kriegen versinkt, scheint kein Zufall zu sein. Schon seit längerem scheint hier eine weitere Komponente eine Rolle zu spielen, die bisher kaum Beachtung fand, weil hierfür gefestigte Bibelkenntnisse von Nöten sind. Für viele sind diese Vorstellungen unbekannt bzw. erscheinen völlig unglaubwürdig. Dennoch ist es wichtig, diese Punkte zumindest in Betracht zu ziehen, denn Glaubenskriege sind nicht völlig abwegig. 

Nun, um konkreter zu werden, scheint es sich bei den Zionisten um eine Gruppe zu handeln, die daran glaubt, dass EDOM, sprich das frühere Rom und heutige Europa und die USA (der heutige Westen) gewaltvoll untergehen müssen, damit der Messias erscheinen und die Menschheit erlösen kann. 

Um diese Erlösung zu erreichen, soll dem amtierenden US-Präsidenten, Donald J. Trump eine entscheidende Rolle zugesprochen worden sein. Er soll mit dem Irankrieg den Untergang des Westens und somit die Erfüllung der Prophezeiung eingeleitet haben. Dass es sich bei diesen Inhalten nicht um bloße Fiktion handelt, sondern tatsächlich einiges dafür spricht, dass hinter dem Krieg tatsächlich religiöse Fanatiker stecken, zeigen folgende Begebenheiten.

Es kursiert ein Foto bzw. Video, das Trump in seinem Oval Office zeigt. Er sitzt auf seinem Stuhl am Schreibtisch. Um ihn herum haben sich sämtliche Minister und Politiker seiner Regierung versammelt und halten ihre Hand über ihn. In dieser Situation soll Trump gesegnet und bei Gott für seinen Schutz gebetet worden sein. (18) Nun, dies allein würde keine Skepsis hervorrufen. Schließlich gelten die Amerikaner allgemein als sehr gläubig. Jedoch scheint es sich bei den Personen, die Trump umgeben, um interessante Menschen mit interessanten Verbindungen und Aussagen zu handeln. Neben dem aktuellen amerikanischen Außenminister, Marco Rubio und den mysteriösen Verbindungen zwischen Trump und Israel, vor allem Netanjahu, bei dem man sich fragt, wer hier eigentlich die USA regiert, ist auch die Position von Trumps persönlichem Pastor sehr interessant. Die folgenden Zitate klingen dystopisch und sehr unwirklich. Dennoch scheinen sie echt zu sein und es scheinen in der aktuellen Weltpolitik genau die Politiker an den entscheidenden Stellen positioniert zu sein, die genau diese Erlösungstheorie verfolgen und Realität werden lassen wollen. 

Marco Rubio teilte in einem Interview mit:

„Der Iran wird von Wahnsinnigen regiert, von religiösen Fanatikern. Sie haben Ambitionen, Atomwaffen zu erwerben.“ (19)

Der Pastor, John Hagee, der auch der persönliche Pastor von Trump ist und ihn während seiner ersten Amtszeit begleitete, sagte in einer Predigt zur amerikanisch-israelischen Operation „Epischer Zorn“ folgendes:

„Russland, die Türkei, „was vom Iran übrig geblieben ist“ und islamistische Gruppen [werden] in Israel einmarschieren und von Gott durch eine Kombination aus Erdbeben, Hagel und Friendly Fire vernichtet werden.“ (20)

Benjamin Netanjahu soll in einer Rede, die am Freitag, den 13. März 2026 verbreitet wurde, wortwörtlich gesagt haben:

„Ich glaube wir alle erkennen die Tatsache an, dass wir das Königreich erreichen werden. Wir werden es bis zur Rückkehr des Messias schaffen […].“ (21)

Der genaue Zeitpunkt dieser Rede ist nicht bekannt.

Der Rabbi Eliyahu Kin, der von verschiedenen zionistischen Kreisen immer wieder zitiert wird, erzählt in einem Video folgendes: „Eine der Möglichkeiten, den Zusammenbruch einer Nation herbeizuführen, ist die Zerstörung ihrer Wirtschaft. Eine andere Möglichkeit ist, sie in den Krieg zu treiben. Eine Nation kann ihren Ruhm durch einen Krieg verlieren. So ist es in der Vergangenheit geschehen. Bei den Babyloniern, den Persern. Die Römer wurden nie zerstört, weil sie sich in viele Länder aufteilten. Wer ist Rom heute? Es sind Europa und die Vereinigten Staaten. Die Rabbiner sagen uns, dass es vor der Ankunft des Messias viele Kriege geben wird und diese Kriege werden schließlich den Zusammenbruch von EDOM bringen. Nicht nur ihre Wirtschaft wird in Trümmern liegen, sondern viele Menschen werden als Folge dieser Kriege ihr Leben verlieren. Der zweite Weltkrieg wird wie ein Kinderspiel aussehen, im Vergleich zu einem dritten Weltkrieg, der später stattfinden wird und dieser dritte Weltkrieg, ein großer Weltkrieg, wird der Beginn der Erlösung sein.“ (22)

Donald Trump selbst betonte in einem Interview gegenüber Journalisten im Oval Office bezüglich des Irankrieges:

„[…] Ich hatte die Pflicht, das zu tun. Ich wollte nicht. […].“ (23)

Die zionistischen Juden

In der jüdischen Bibel, der Tora, steht es jedoch genau umgekehrt. Hier wird beschrieben, dass zuerst der Messias kommt und danach Großisrael entsteht, in dem alle Juden nach Palästina zurückkehren. (24) Es scheint sich also bei der zionistischen Gruppe, um eine Abspaltung der ursprünglichen Juden zu handeln, die die Geschichte der Thora für sich umgedeutet haben, um Großisrael möglichst schnell umzusetzen. Diese bezeichnen sich als sogenannte christliche Zionisten. (25)

Bei einem Treffen von internationalen Rabbinern 2009 in Berlin, kommt es zu einer interessanten Unterhaltung. Hier erklären die Rabbiner den Unterschied zwischen Juden und Zionisten.

„Der größte Antisemitismus geht vom israelischen Staat aus. Der Zionismus benötigt aus politischer Ideologie eine Ergänzung. Der Zionismus braucht ein Feindbild. Dieses Feindbild kann wechseln. Er braucht vor allem etwas, was greifbar ist, auch für den einfachen Menschen, für den Juden etwas. Und das einfachste ist, wenn man sagt, da ist einmal ein zweiter Weltkrieg gewesen und in diesem haben die bösen Deutschen die Juden vernichtet. Und das alles hat angefangen mit, Antisemitismus und endete in der Endlösung. In alle Köpfe hat man diese Horrorvision gepackt. Man hat eine gewisse Ersatzreligion aufgebaut. Man hat Tempel und Museen dafür. Diese Sachen möchten bedient werden und bedient bleiben. Man muss ja das Feindbild am Leben erhalten. Die zionistischen Soldaten werden ausgebildet, auf Grundlage des Holocaust. Das heißt, „nie wieder“ funktioniert so, dass ich selbst ein Gewehr in die Hand nehme, noch besser ist ein Panzer, noch besser ist eine Flugabwehr, […] noch besser sind Atombomben. Alles das ist erlaubt, nur um damit die Botschaft zu vermitteln, nie wieder ein zweiter Holocaust. Und das wird auch immer wieder wiederholt. Es ist ein Ritual. Und jede Religion braucht ihr Ritual. Das heißt, der Zionismus braucht den Antisemitismus zur eigenen Selbsterhaltung. Ohne einen Antisemitismus kann es keinen Zionismus geben. Wenn es in der Welt keine Antisemiten gäbe, müsste der Zionismus selbst welche produzieren, damit er selbst vor sich und vor der Welt eine Ausrede hat, um zu sagen, so wir müssen jetzt diesen Palästinenser oder diesen Araber erschießen, weil die wollen uns ja wieder ins Meer treiben und wollen uns neue Gaskammern errichten, wo sie uns hineintreiben wollen. Das ist doch die ganze Geschichte. […] Das heißt, auf jede Provokation von den führenden Köpfen des sogenannten Zentralrats der Juden in Deutschland […] folgt ja eine Gegenreaktion. Die Gegenreaktion ist „oh, entschuldigen Sie“ […], weil, wenn derjenige es nicht tut, wird er sofort als Antisemit nicht nur beschimpft, er wird beleidigt, diffamiert, verunglimpft, seine Existenz bedroht oder vernichtet. Das führt dazu, dass der normale Mensch denkt, so sind also die Juden und das erzeugt dann wirklich den wahren Antisemitismus.“ (26)

Ein anderer Rabbi fügt auf Englisch hinzu: „Der unbegründete Antisemitismus ist verschwunden. Und die Zionisten erwachen mit ihrem Handeln den Antisemitismus wieder, weil sie ihn brauchen.“ (27)

Die Rabbiner in dieser Runde bezeichnen Israel nicht als jüdischen Staat, sondern als zionistischen Staat, welcher von ihnen nicht anerkannt wird. Des Weiteren erklärt einer von ihnen, dass „die EU Israel [vielleicht] unterstützt, weil die EU [wahrscheinlich] Angst vor den 230 nuklearen Sprengköpfen hat, die auf die EU gerichtet sind.“

„Der Staat Israel ist von Anfang gegründet auf einer Art Rassenideologie und […] der Separation von zwei Völkern, […] der ethnischen Sonderung. Der Zionismus in Palästina [ist so], dass eine Minderheit die Mehrheit unterdrückt.“

Ein weiterer Rabbi fügt hinzu: „Die Situation in Palästina ist so ähnlich wie die der Apartheid in Südafrika damals nur mit einer anderen Art von Motivation.“ (28)

Es gäbe noch eine andere Möglichkeit, um den Krieg schnell zu beenden und die USA als Gewinner zu verkaufen. Man möchte dies jedoch eigentlich fast gar nicht aussprechen. Sollte der Iran immer weiter an Stärke gewinnen und den Amerikanern die Waffen ausgehen, könnte sich die USA dazu gezwungen sehen, eine Atomwaffe auf den Iran zu richten.

Anmerkungen und Quellen

(1) https://www.tagesschau.de/video/video-1565358.html

(2) https://www.foxnews.com/world/trump-warns-nato-very-bad-future-allies-dont-help-secure-strait-hormuz

(3) https://www.n-tv.de/politik/Trump-will-Nato-Unterstuetzung-in-der-Strasse-von-Hormus-und-kassiert-Absagen-id30474126.html

(4) https://anti-spiegel.ru/2026/telegraph-starmer-lehnt-entsendung-von-kriegsschiffen-in-die-strasse-von-hormus-ab/

(5) https://t.me/auf1tv/18492

(6) https://www.compact-online.de/schwarze-liste-deutsche-im-visier-des-mossad/

(7) https://www.youtube.com/watch?v=agbTPpG0y0I

(8) https://anti-spiegel.ru/2026/tacheles-196-ist-online/

(9) https://www.tagesschau.de/video/video-1563088.html

(10) https://anti-spiegel.ru/2026/tacheles-196-ist-online/

(11) https://www.youtube.com/watch?v=st6PMiLJDOY; https://t.me/auf1tv/18484

(12) https://anti-spiegel.ru/2026/tacheles-196-ist-online/

(13) https://t.me/stefanmagnet/7069

(14) https://anti-spiegel.ru/2026/tacheles-196-ist-online/

(15) https://anti-spiegel.ru/2026/tacheles-196-ist-online/

(16) https://anti-spiegel.ru/2026/tacheles-196-ist-online/

(17) https://anti-spiegel.ru/2026/tacheles-196-ist-online/

(18) https://t.me/auf1tv/18307; https://www.youtube.com/watch?v=agbTPpG0y0I

(19) https://apolut.net/iran-krieg-spaltet-die-usa-von-thomas-roper/

(20) https://t.me/silberjungethorstenschulte/8101; https://x.com/MaxBlumenthal/status/2029070652829786465?s=20

(21) https://www.youtube.com/watch?v=agbTPpG0y0I; https://t.me/auf1tv/18431

(22) https://auf1.tv/stefan-magnet-auf1/torsten-schulte-das-ist-mein-letztes-interview-stoesst-mir-etwas-zu-war-es-mord; https://www.youtube.com/watch?v=5a0dOcHSygM&feature=youtu.be

(23) https://t.me/auf1tv/18500

(24) https://www.youtube.com/watch?v=agbTPpG0y0I; https://www.zentralratderjuden.de/judentum/riten-gebraeuche/die-tora-die-heilige-schrift-der-juden/

(25) https://www.youtube.com/watch?v=agbTPpG0y0I

(26) https://t.me/rpnnews/11161

(27) https://t.me/rpnnews/11161

(28) https://t.me/rpnnews/11161

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: WASHINGTON D.C., USA - 29. SEPTEMBER 2025: US-Präsident Donald Trump begrüßt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bei seiner Ankunft im Weißen Haus.

Bildquelle: noamgalai / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

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Atomarer Präventivschlag? | Von Uwe Froschauer

veröffentlicht.
Vorschau ansehen Atomarer Präventivschlag? | Von Uwe Froschauer

Ist ein solcher nach völkerrechtswidrigem Angriffskrieg, Kriegsverbrechen sowie Kinder- und Völkermord die logische Folge?

Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer.

Dem aktuell als Schurkenstaat zu bezeichnenden Land Israel ist alles zuzutrauen. In arabischen Gefilden wird auch gemunkelt, die USA seien der große Teufel und Israel der kleine. Viele meiner orientalischen Bekannten meinen auch, es wäre umgekehrt, und Israel würde die USA instrumentalisieren. Nun, das liegt im Auge des Betrachters. Unzweifelhaft richtig ist jedoch die Tatsache, dass beide bellizistisch und imperialistisch orientierten Länder jeder Menge illegal geführte Kriege zu verantworten haben.

Das Völkerrecht kennt ein klares Prinzip: Krieg ist verboten – außer zur Selbstverteidigung oder mit Zustimmung der Vereinten Nationen. In der politischen Realität jedoch scheint dieses Prinzip vor allem für schwächere Staaten zu gelten. USA und Israel interpretieren die Regeln regelmäßig zu ihren Gunsten. Sie scheint die UN-Charta von 1945 nicht zu interessieren.

Die Geschichte illegaler Kriege der letzten Jahrzehnte ist reich an Beispielen. Der Irakkrieg 2003, die Invasion Panamas, der NATO-Luftkrieg gegen Jugoslawien – an dem sich auch Deutschland beteiligte – oder die wiederholten militärischen Operationen Israels im Gazastreifen – all diese Konflikte wurden ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates geführt oder lösten weltweit massive völkerrechtliche Kritik aus.

Wenn nun erneut Bomben fallen – wieder mal auf den Iran –, stellt sich deshalb die Frage: Handelt es sich um eine außergewöhnliche Eskalation oder lediglich um das nächste Kapitel einer langen Serie militärischer Interventionen?

Völkerrechtswidrige Militäraktionen Israels

Bereits in früheren Jahrzehnten kam es zu militärischen Aktionen Israels, die international als Bruch des Völkerrechts zu interpretieren sind. Im Juni 1981 bombardierte die israelische Luftwaffe den irakischen Atomreaktor Osirak nahe Bagdad. Israel erklärte, man habe damit ein zukünftiges Atomwaffenprogramm des Irak verhindern wollen.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Angriff jedoch einstimmig und bezeichnete ihn als Verletzung des Völkerrechts. Selbst enge Verbündete Israels kritisierten damals den Präventivschlag. Präventivschläge sind völkerrechtswidrig, das sollte auch Ihnen klar sein, Herr Merz!

Libanonkrieg 1982

1982 begann Israel eine großangelegte Militärinvasion im Libanon. Ziel war offiziell die Zerschlagung der PLO-Strukturen (PLO = Palästinensische Befreiungsorganisation) im Süden des Landes.

Die Offensive führte jedoch zu einer Besetzung großer Teile des Libanon und zu einer langjährigen militärischen Präsenz Israels. International besonders schockierend wirkte das Massaker in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila, das von mit Israel verbündeten Milizen verübt wurde.

Eine israelische Untersuchungskommission stellte später fest, dass die israelische Führung eine indirekte Verantwortung trug, weil sie das Massaker nicht verhindert hatte. In meinen Augen ist auch nicht auszuschließen, dass dieses Massaker nicht nur geduldet, sondern angeordnet wurde. Wie eingangs gesagt: Ich traue den Israelis mittlerweile jede Gräueltat zu.

Die Gaza-Kriege

Israel hat durch mehrere illegale Militäraktionen gegen Gaza große Schuld auf sich geladen.

Gaza-Krieg 2008–2009 („Operation Cast Lead“)

Ende 2008 begann Israel eine massive Militäroperation im Gazastreifen. Ziel war laut israelischer Regierung, die Raketenangriffe der Hamas zu stoppen.

Der Krieg dauerte rund drei Wochen. Dabei wurden große Teile der Infrastruktur im Gazastreifen zerstört. Nach Angaben internationaler Organisationen starben über tausend Palästinenser, darunter zahlreiche Zivilisten.

Der später veröffentlichte Goldstone-Bericht der Vereinten Nationen warf sowohl Israel als auch der Hamas mögliche Kriegsverbrechen vor.

Gaza-Krieg 2014 („Operation Protective Edge“)

Im Sommer 2014 eskalierte der Konflikt erneut. Israel startete eine groß angelegte Luft- und Bodenoffensive im Gazastreifen.

Der Krieg dauerte sieben Wochen. Über 2 000 Palästinenser wurden getötet, darunter viele Zivilisten, während auf israelischer Seite mehr als 70 Menschen starben. Die Relation der Todesopferzahlen beider Seiten ist bezeichnend und typisch für Präventiv- und Vergeltungsschläge Israels.

Internationale Menschenrechtsorganisationen warfen Israel wiederholt eine unverhältnismäßige Gewaltanwendung vor. Israel argumentierte dagegen, die Hamas missbrauche zivile Infrastruktur für militärische Zwecke.

Gaza seit 2023

Seit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 führt Israel einen der massivsten Militäreinsätze seiner Geschichte im Gazastreifen durch.

Große Teile des dicht besiedelten Küstengebiets wurden zerstört, Millionen Menschen sind vertrieben worden. Internationale Organisationen, darunter Amnesty International und Human Rights Watch, werfen Israel schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vor.

Der Internationale Gerichtshof befasst sich mit der Frage, ob Israels Vorgehen den Tatbestand eines Völkermordes erfüllt – eine juristische Bewertung, die allerdings noch nicht endgültig entschieden ist. Die Schuld Israels ist für mich keine Frage, sondern Fakt: Das israelische Regime hat sich des Völker- und Kindermords schuldig gemacht. Die Verantwortlichen sind in Den Haag den Richtern vorzuführen und zu verurteilen.

Die Landkarte ohne Palästina

Für Aufsehen sorgte auch ein symbolischer Moment auf internationaler Bühne. Während einer Rede vor der UN-Generalversammlung in New York präsentierte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Karte des Nahen Ostens, die er als Vision eines „neuen Nahen Ostens“ bezeichnete. Auf dieser Karte waren jedoch weder der Gazastreifen noch das Westjordanland als palästinensische Gebiete eingezeichnet – das gesamte Gebiet erschien faktisch als Teil Israels.

Netanjahu nutzte die Grafik, um ein regionales Bündnis Israels mit arabischen Staaten darzustellen und die strategische Konfrontation mit dem Iran zu betonen. Die Darstellung ist jedoch ein klares politisches Signal: eine Zukunftsvision, in der ein eigenständiger palästinensischer Staat schlicht nicht mehr vorkommt. An Hybris ist diese Aktion sowie Benjamin Netanjahu, gegen den vom Internationalen Strafgerichtshof ein Haftbefehl erlassen wurde, wohl kaum zu überbieten. Jeder, der den Kindermörder Netanjahu hofiert, macht ihn salonfähig und sich damit mitschuldig, sei es nun Friedrich Merz, Donald Trump oder Viktor Orban.

Die Botschaft dieser Karte war ebenso deutlich wie provokant: Während international weiterhin über eine Zwei-Staaten-Lösung diskutiert wird, geht die aktuelle israelische Politik von einer Vorstellung aus, in der das historische Palästina vollständig unter israelischer Kontrolle steht. Benjamin Netanjahu versucht mit aller Kraft eine international angestrebte Zwei-Staaten-Lösung zu verhindern, auch wenn er dabei über 20.000 Kinderleichen gehen muss. Schande über diesen Mann! Wann klicken endlich die Handschellen?

Der Zwölf-Tage-Krieg gegen den Iran (2025)

Im Juni 2025 eskalierte der Schattenkrieg zwischen Israel und dem Iran erstmals zu einem offenen militärischen Konflikt. Am 13. Juni begann Israel mit überraschenden Luftangriffen auf iranische Militär- und Nuklearanlagen. Bei den Angriffen wurden mehrere militärische Kommandeure, Wissenschaftler und weitere Personen getötet, während gleichzeitig iranische Luftabwehrsysteme und Infrastruktur zerstört wurden.

Der Iran reagierte innerhalb weniger Stunden mit massiven Gegenangriffen. Mehr als 550 ballistische Raketen und über 1.000 Drohnen wurden in Richtung Israel gestartet und trafen neben militärischen Zielen auch zivile Einrichtungen.

Die Vereinigten Staaten griffen zunächst indirekt in den Konflikt ein, etwa durch die Abwehr iranischer Angriffe. Am zehnten Tag des Krieges beteiligten sich die USA schließlich selbst an den militärischen Operationen und bombardierten mehrere iranische Nuklearanlagen.

Der Krieg dauerte insgesamt zwölf Tage, kostete über tausend Menschen das Leben und löste eine massive Eskalationsspirale im gesamten Nahen Osten aus. Erst am 24. Juni 2025 wurde unter internationalem Druck eine Waffenruhe vereinbart.

Dieser kurze, aber intensive Krieg ist ein weiteres Beispiel für militärische Präventivschläge außerhalb eines klaren Mandats der Vereinten Nationen – ein Muster, das den ohnehin fragilen Rahmen des internationalen Rechts weiter unter Druck setzt.

Kleiner Exkurs: Friedrich Merz‘ Reaktion auf den 12-Tage-Krieg

Während international über die völkerrechtliche Legitimität der Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran gestritten wurde, stellte sich die deutsche Bundesregierung demonstrativ an die Seite ihrer westlichen Partner. Bundeskanzler Friedrich Merz lobte das Vorgehen Israels sogar ausdrücklich. In einem Interview am Rande des G7-Gipfels erklärte er:

„Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“

Die Aussage sorgte selbst innerhalb der deutschen Politik für Irritationen und Kritik. Oppositionspolitiker und Teile der Koalition warfen dem Kanzler vor, mit dieser Wortwahl einen militärischen Angriff zu legitimieren, dessen völkerrechtliche Grundlage hoch umstritten ist.

Solche Aussagen sind ein politisches Signal, das weit über diplomatische Solidarität hinausgeht. Deutschland tritt damit faktisch als enger politischer Unterstützer einer militärischen Eskalation auf, deren Folgen kaum absehbar sind. Es deckt damit in meinen Augen den Terrorstaat Israel.

Eine kurze Geschichte US-amerikanischer Interventionen

Die Vereinigten Staaten präsentieren ihre militärischen Einsätze regelmäßig als notwendige Maßnahmen zur Verteidigung von Freiheit, Sicherheit oder internationaler Stabilität. Kritiker wie ich verweisen jedoch darauf, dass die Geschichte der US-Außenpolitik von einer langen Reihe militärischer Interventionen geprägt ist – die meisten davon ohne Mandat der Vereinten Nationen oder mit völkerrechtlich umstrittener Begründung. Ein Blick auf einige markante Beispiele zeigt, wie häufig militärische Gewalt von den USA – meist völkerrechtswidrig – eingesetzt wurde.

Iran 1953

In einer von der CIA unterstützten Operation wurde der demokratisch gewählte iranische Premierminister Mohammad Mossadegh gestürzt. Hintergrund war unter anderem seine Entscheidung, die iranische Ölindustrie zu verstaatlichen. Der Putsch ebnete den Weg für die autoritäre Herrschaft des Schahs und gilt bis heute als prägendes Ereignis der iranisch-amerikanischen Beziehungen. Der Schah, Mohammad Reza Pahlavi, regierte anschließend jahrzehntelang mit starker Unterstützung der Vereinigten Staaten und westlicher Staaten.

Seine Herrschaft war von enger Zusammenarbeit mit dem Westen, aber auch von politischer Repression geprägt: Oppositionelle wurden von der berüchtigten Geheimpolizei SAVAK verfolgt, inhaftiert oder gefoltert. Die autoritäre Modernisierungspolitik des Schahs und die wachsende soziale Ungleichheit führten schließlich zu immer stärkeren Protesten, die 1979 in der Islamischen Revolution und dem Sturz der Monarchie mündeten.

Guatemala 1954

Auch in Guatemala unterstützte die CIA den Sturz einer gewählten Regierung. Präsident Jacobo Árbenz hatte Landreformen eingeleitet, die auch die gegenläufigen Interessen des US-Konzerns United Fruit Company betrafen. Der Putsch führte zu jahrzehntelanger politischer Instabilität und Bürgerkrieg.

Vietnamkrieg (1955–1975)

Der Vietnamkrieg entwickelte sich zu einem der blutigsten Konflikte des Kalten Krieges. Millionen Menschen verloren ihr Leben. Besonders umstritten war der Golf-von-Tonkin-Zwischenfall 1964 – der nicht stattfand –, aber von der US-Regierung als Begründung für eine massive militärische Eskalation genutzt wurde.

Grenada 1983

US-Truppen landeten auf der Karibikinsel Grenada und stürzten die dortige Regierung. Die Intervention erfolgte ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates und wurde von der UN-Generalversammlung als Verletzung des Völkerrechts verurteilt.

Panama 1989

Mit der „Operation Just Cause“ griffen die Vereinigten Staaten Panama an, um Machthaber Manuel Noriega festzunehmen. Der Militäreinsatz führte zu schweren Kämpfen in der Hauptstadt und wurde international als Eingriff in die Souveränität eines Staates kritisiert.

Jugoslawien / Kosovo 1999

Die NATO unter der Federführung der USA bombardierte Serbien und andere Teile der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien, offiziell um eine humanitäre Katastrophe im Kosovo zu verhindern. Da kein Mandat des UN-Sicherheitsrates vorlag, wurde der Einsatz von zahlreichen Völkerrechtlern wie auch von mir als problematisch oder illegal bewertet.

Irakkrieg 2003

Der Einmarsch in den Irak erfolgte ohne Zustimmung der Vereinten Nationen. Die US-Regierung begründete den Krieg mit angeblichen Massenvernichtungswaffen des irakischen Regimes – Waffen, die später nie gefunden wurden. Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte rückblickend, der Krieg sei nicht im Einklang mit der UN-Charta gewesen. Er war völkerrechtswidrig, er war illegal, ein Umstand, der die imperialistischen USA nicht interessiert.

Libyen 2011

Unter Führung der NATO griffen westliche Staaten in den libyschen Bürgerkrieg ein. Das ursprüngliche UN-Mandat sah den Schutz der Zivilbevölkerung vor, entwickelte sich jedoch faktisch zu einer militärischen Unterstützung für den Sturz von Muammar al-Gaddafi. Die NATO – der verlängerte militärische Arm der USA – hat das UN-Mandat zweifelsfrei überschritten.

Venezuela 2026

Ein weiteres Beispiel für eine umstrittene militärische Intervention ereignete sich Anfang Januar 2026 in Venezuela. In den frühen Morgenstunden des 3. Januar führten US-Streitkräfte eine großangelegte Militäraktion in der Hauptstadt Caracas durch. Nach Luftangriffen auf militärische Infrastruktur drangen amerikanische Spezialkräfte in das Anwesen des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ein, nahmen ihn und seine Frau fest und brachten beide anschließend in die Vereinigten Staaten. Dort sollten sie wegen Drogenhandelsvorwürfen vor Gericht gestellt werden. Ein billiger Vorwand der USA, um das ölreichste Land der Erde kontrollieren zu können.

Die Operation löste weltweit heftige Reaktionen aus. Zahlreiche Staaten und Völkerrechtsexperten kritisierten das Vorgehen als klaren Verstoß gegen die staatliche Souveränität Venezuelas und gegen das Gewaltverbot der UN-Charta. Ohne Mandat der Vereinten Nationen und ohne die Notwendigkeit unmittelbarer Selbstverteidigung ist diese Aktion letztendlich eine Variante klassischer Regime-Change-Politik, um an das Öl Venezuelas heranzukommen.

Befürworter der Operation argumentierten, Maduro habe ein autoritäres Regime geführt und sei in internationalen Drogenhandel verwickelt gewesen. Kritiker wie ich halten dem entgegen, dass selbst schwerwiegende Vorwürfe gegen eine Regierung nach internationalem Recht nicht als Rechtfertigung für eine militärische Intervention auf dem Territorium eines souveränen Staates dienen können.

Diese Reihe von Interventionen zeigt ein wiederkehrendes Muster: Militärische Gewalt wird als Instrument geopolitischer Interessen eingesetzt – oft unter dem Banner von Sicherheit, Demokratie oder Menschenrechten. Befürworter argumentieren, dass viele dieser Einsätze notwendig gewesen seien, um internationale Krisen einzudämmen oder autoritäre Regime zu stoppen. Diese Überlegung mag in dem einen oder anderen Fall mitgespielt haben, dürfte nach meiner Einschätzung jedoch nicht der Hauptgrund für die unverhältnismäßigen Gewaltakte der USA und Israels gewesen sein. Unstrittig ist: Kein anderer Staat hat in den vergangenen Jahrzehnten weltweit so häufig militärisch interveniert wie die Vereinigten Staaten – und das meist illegal. Kein anderes Land agiert beziehungsweise reagiert so unverhältnismäßig aggressiv wie Israel.

Vor diesem historischen Hintergrund betrachte ich auch den aktuellen Konflikt mit dem Iran nicht als isoliertes Ereignis – sondern als Teil einer langen Tradition militärischer völkerrechtswidriger Interventionen.

Die Liste solcher Interventionen ließe sich noch lange fortsetzen. Sie zeigt jedoch bereits ein wiederkehrendes Muster: Militärische Gewalt wird immer wieder auch ohne Mandat der Vereinten Nationen eingesetzt – meist mit der Begründung von Sicherheit, Terrorbekämpfung oder präventiver Selbstverteidigung. Ich sehe darin jedoch vor allem die Fortsetzung geopolitischer Machtpolitik mit militärischen Mitteln.

Zustimmung aus Berlin – Deutschlands heikle Rolle

Während sich viele Staaten der Welt besorgt über die Eskalation im Nahen Osten äußerten, stellte sich die deutsche Bundesregierung politisch an die Seite Washingtons und Tel Avivs. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte kurz nach Beginn der Angriffe am 28. Februar 2026, man teile „viele der Ziele“ der Vereinigten Staaten und Israels. Gleichzeitig äußerte er die Einschätzung, die Militärschläge sollten „das zerstörerische Spiel eines geschwächten Regimes beenden“.

Deutschland sei zwar militärisch nicht beteiligt, betonte Merz, stehe jedoch „in engem Kontakt mit unseren internationalen Partnern, inklusive den Vereinigten Staaten und Israel“.

Ich sehe in dieser Haltung ein politisches Signal, das weit über diplomatische Solidarität hinausgeht. Denn wenn ein militärischer Angriff ohne Mandat der Vereinten Nationen stattfindet, wird definitiv das zentrale Prinzip der internationalen Ordnung verletzt, das Gewaltverbot der UN-Charta.

Besonders heikel ist dabei die Rolle Deutschlands selbst. Auf deutschem Boden befindet sich mit der US-Luftwaffenbasis Ramstein einer der wichtigsten militärischen Knotenpunkte der Vereinigten Staaten in Europa. Von dort aus werden seit Jahren Kommunikations- und Logistikstrukturen für militärische Operationen im Nahen Osten betrieben.

Sollte sich der Konflikt weiter ausweiten, könnte genau diese Infrastruktur Deutschland in eine gefährliche Lage bringen. Denn in der Logik moderner Kriegsführung gilt: Wer militärische Operationen ermöglicht oder unterstützt, wird selbst Teil des Konflikts – und damit potenziell auch ein Ziel. Der Iran sieht das so.

Die gefährliche Eskalationslogik

Neben den unmittelbaren militärischen Folgen des Krieges wächst vor allem die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Jochen Mitschka beschreibt in einem Artikel die Gefahr, dass sich der Konflikt dramatisch zuspitzen könnte, falls Israel militärisch in eine existenzielle Lage geraten sollte. In einem solchen Szenario könnte – so die Befürchtung – auch der Einsatz nuklearer Waffen in Betracht gezogen werden.

Israel gilt seit Jahrzehnten als faktische Atommacht, auch wenn das Land sein Nukleararsenal offiziell weder bestätigt noch dementiert. Genau diese strategische Ambiguität spielt in vielen militärischen Szenarien eine Rolle: Atomwaffen werden nicht offen erwähnt, bleiben aber als „letzte Option“ im Hintergrund bestehen.

Es könnte eine gefährliche Eskalationsspirale entstehen. Sollte ein Staat zu der Überzeugung gelangen, eine konventionelle Niederlage stehe unmittelbar bevor, könnten nukleare Drohungen oder sogar begrenzte Schläge als letztes Mittel in Betracht gezogen werden.

Fazit

Noch ist ein solches Szenario reine Spekulation. Doch gerade in einem Konflikt zwischen regionalen Großmächten, in dem mehrere Atommächte indirekt beteiligt sind, zeigt sich, wie schnell ein regionaler Krieg globale Risiken entwickeln kann.

In diesem Spannungsfeld wird besonders deutlich, welche Verantwortung Deutschland trägt: Als enger politischer Verbündeter der USA und Israels – die überdacht werden sollte –, mit eigener strategischer Infrastruktur wie der Luftwaffenbasis Ramstein, steht das Land längst nicht nur am Rand – es wird Teil des Konflikts, und jeder politische Handschlag könnte zur Mitverantwortung für mögliche Folgen werden. Auch militärische Schläge auf deutschem Boden sind dann nicht mehr auszuschließen. Dieses gefährliche Zusammenspiel aus Zustimmung, logistischem Ermöglichen und realer Nähe zum Kriegsschauplatz macht jede Entscheidung zu einem Drahtseilakt. Ich befürchte, Herr Merz ist sich dessen kaum bewusst.

Mit dem Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran, und seine Befürwortung oder zumindest Duldung durch Brüssel, Berlin, Paris und London stellt sich die Frage: Wie lange kann das Völkerrecht noch Bestand haben, wenn das Recht des Stärkeren immer dreister zur neuen Norm erklärt wird?

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Anmerkungen und Quellen

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser!

Ende September 2024 erschien mein Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“. Ende März und Anfang April 2025 wurden die beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Zwei weitere Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Raketen vor israelischer Flagge
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Große Männer machen Geschichte?

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Sind Donald Trump, Benjamin Netanjahu und Ali Khamenei große Männer, die Geschichte machen? Kommt darauf darauf an, von welchem Standpunkt aus gesehen.

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USA und Israel als Verlierer? | Von Tilo Gräser

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USA und Israel als Verlierer? | Von Tilo Gräser
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USA und Israel als Verlierer? | Von Tilo Gräser

Der Krieg gegen den Iran wird anders ausgehen, als die USA und Israel denken. Das sagen Kritiker aus den USA

Ein Kommentar von Tilo Gräser.

Mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran seit Samstag und der Ermordung von dessen Führungspersonen zeigt sich: In Washington und Tel Aviv regieren Verbrecher, die für ihre Interessen den Mittleren Osten in Brand stecken. Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Krieg gegen den Iran. Auch die politische Verfasstheit der Islamischen Republik Iran rechtfertigt nicht den erneuten Bruch jeglichen Völker- und internationalen Rechts sowie die begangenen Mordtaten.

US-Präsident Donald Trump hatte den neuen Angriff mit einer klassischen Kriegslüge begründet: Irans "bedrohliche Aktivitäten gefährden direkt die Vereinigten Staaten, unsere Truppen, unsere Stützpunkte im Ausland und unsere Verbündeten auf der ganzen Welt". Inzwischen wurde bekannt, dass das US-Kriegsministerium Pentagon über keinerlei Informationen eines bevorstehenden Angriffs des Iran auf die USA verfügte, der Trumps "Präventivschlag" rechtfertigen würde. Auch für den Bau einer iranischen Atombombe gibt es bis heute keinerlei Beweise.

Wie lange dieser neue Krieg dauern wird, ist heute nicht abzuschätzen. Trump behauptet, die USA könnten länger als die geplanten vier bis fünf Wochen durchhalten. Israel will sowieso bis zum „Endsieg“ auch in diesem Fall weitermachen und auch der Iran hat angekündigt, einen langen Atem zu beweisen. Klar ist: Die Zahl der zivilen Opfer wird steigen, wenn die USA und Israel noch mehr zivile Gebäude bombardieren. Der iranische Rote Halbmond meldet bereits mehrere Hundert getötete Menschen, darunter viele Kinder.

Angesichts der Flut der Informationen und Meinungen zu dem Krieg folgt ein unvollständiger Überblick über kritische Einschätzungen und Analysen aus den USA. Es ist ein Angebot, die Ereignisse besser zu verstehen und die Folgen abschätzen zu können.

Der Angriff folgt aus Sicht des US-Ökonomen Jeffrey Sachs einer Strategie, die die USA und Israel bereits seit rund 30 Jahren verfolgen. Das sagte er in einem Videogespräch mit einem der Betreiber des Portals India & Global Left, das am Sonntag veröffentlicht wurde.

„Die USA und Israel streben nach der Vorherrschaft in Westasien. Und das wurde durch eine Reihe von Kriegen mit dem Iran als großem Ziel umgesetzt, die eigentlich schon seit Netanjahus Amtsantritt als israelischer Premierminister andauern.“

Das sei vor allem eine langfristige Strategie der beiden Geheimdienste CIA und Mossad, die eine „Blutspur im Nahen Osten“ hinterlassen habe. Diese reiche von Libyen über Syrien und den Irak bis zum Sudan, einschließlich des Völkermordes im Gaza-Streifen und dem Westjordanland. Von Beginn an sei es das Ziel gewesen, im Iran einen Regimewechsel herbeizuführen. Auch der neue Versuch dazu werde scheiten, so Sachs. Er befürchtet aber, „dass die Folgen für die Welt sehr schwerwiegend sein werden“.

Zum Scheitern verurteilte Wahnideen

Israel sei ein „Terrorstaat“, der allein in Gaza bereits Zehntausende Kinder getötet habe, sagte der Ökonom auf die Frage zu dem Angriff auf eine iranische Schule mit mehr als 100 getöteten Schülerinnen. Auch die Ermordung des iranischen „Obersten Führers“ Ali Chamenei sei ein Skandal. Die Ermordung ausländischer Staatsoberhäupter sei „ein äußerst gefährliches, provokatives, rücksichtsloses und illegales Verhalten“. „Sich darüber zu freuen, ist mehr als vulgär“, stellte Sachs klar.

Der Enthauptungsschlag gegen die iranische Führung werde das politische System des Landes nicht ändern. Es werde nicht kapitulieren, stattdessen würden die islamischen Revolutionsgarden die Macht übernehmen. Der Ökonom sagte, der Iran verfüge über mehr Raketen als Israel und die USA über Abwehrsysteme dagegen. Seine Schlussfolgerung:

„Und so ist diese Idee eines Regimewechsels durch die USA und Israel wie so viele andere wahnhafte Aktionen der Vereinigten Staaten und Israels im Grunde zum Scheitern verurteilt.“

Sachs sieht die Golfstaaten als „quasi Vasallenstaaten der USA“ an, da sie deren Militärstützpunkte beherbergen. Dies würde nicht bedeuten, dass die Länder von den USA geschützt würden, sondern „dass man ein Vasall der Vereinigten Staaten ist. Man kann sich nicht gegen die USA stellen.“ Würden die jeweiligen Regierungen das tun, gäbe es eine Regimewechsel-Operation der CIA, die sich mit den Stützpunkten in den Ländern breitmache.

„Ich empfehle übrigens jedem Land: Wenn Sie keine US-Militärbasis haben, denken Sie nicht darüber nach. Wenn Sie eine haben, laden Sie sie ein, nach Hause zu gehen, damit Sie Ihre Souveränität behalten können.“

Er erwarte einen Zermürbungskrieg zwischen den Raketen Irans und den Abwehrsystemen der USA und Israels, erklärte Sachs seinem Gesprächspartner. Diese könnten die unterirdischen Anlagen Irans mit den mobilen Raketensystem nicht zerstören. Die USA hätten allen Berichten zufolge Munitionsvorräte für einen Krieg von wenigen Wochen. Trumps anderslautende Aussagen seien nur „Prahlerei“.

Weitreichende Ziele und Folgen

Zu den Zielen des Angriffs auf den Iran sagte der Ökonom, dass die USA die Ölexporte Irans kontrollieren wollen, die zu einem großen Teil nach China gehen. Dessen Ölversorgung solle unterbrochen werden, als „Teil eines verrückten Planes der USA, der China im Visier hat“. Den Krieg würde Umfragen zufolge nur eine Minderheit von etwa 20 Prozent in den USA unterstützen. Die „überwältigende Mehrheit“ sei dagegen, so Sachs, der daran erinnerte, dass Trump sich in seinem Wahlkampf noch gegen Regimewechsel-Operationen ausgesprochen hatte. Er rechne damit, dass die Proteste in den USA und auch in Israel gegen den Krieg zunehmen werden, wenn die Zahl der eigenen Opfer steige. Aber auch ein starker Anstieg der Ölpreise werde das befördern.

Sachs berichtete außerdem, dass er am Samstag im UN-Sicherheitsrat von der britischen Vertretung an seiner vorgesehenen Aussage gehindert wurde, als es um den Krieg gegen den Iran ging. Er hatte Tage zuvor in einem Offenen Brief an das Gremium vor einem Krieg gewarnt. Die Engländer seien „noch schlimmer als die USA“, kommentierte er das: „Ich denke, die Engländer sind tatsächlich die schlimmsten, die gewalttätigsten, arrogantesten und imperialistischsten Menschen auf dem Planeten.“ Im Sicherheitsrat hätten die meisten Länder tatsächlich dem Iran die Schuld dafür gegeben, dass er angegriffen wurde. Das sei „außergewöhnlich“, aber einfach zu erklären: Es handele sich neben den USA mit Bahrain, Kolumbien, Dänemark, Griechenland, Lettland, Panama und Großbritannien um Länder, die entweder US-Militärbasen haben oder dem US-Militär Rechte an den lokalen Stützpunkten einräumen.

„Diese Länder gaben im Wesentlichen dem Iran die Schuld, weil sie Vasallen der Vereinigten Staaten sind.“

Das sei „schon immer“ die Taktik der USA, in der Golfregion und auch in Europa, „das ein Vasallengebiet der USA ist“. In der Sicherheitsratssitzung hätten die Vertreter der betreffenden Länder die „grundlegendste Aussage der UN-Charta“ missachtet, „nämlich Artikel 2, Absatz 4, dass Nationen keine Gewalt oder Gewaltandrohung gegen andere souveräne UN-Staaten anwenden dürfen“.

Sachs sieht den Krieg als Versuch der USA, das regionale Imperium im Mittleren Osten zu bleiben, mit Israel als regionaler Militärmacht vor Ort. Zugleich würden die USA um ihre bisherige globale Vorherrschaft kämpfen. „Aber sie gewinnen diesen Kampf nicht“, erklärte der Ökonom, „weil wir in Wirklichkeit bereits in einer multipolaren Welt leben“. In dieser würden die USA „keinen besonderen Einfluss auf irgendetwas haben, obwohl sie immer noch über ein sehr mächtiges Militär verfügen“. An die iranische Bevölkerung gewandt, sagte Sachs:

„Wir sind gegen diese Kriege. Das sind keine Kriege der Amerikaner. Das sind Kriege des militärisch-industriellen Komplexes Amerikas. Leider hat das US-amerikanische Volk derzeit kein Mitspracherecht, aber wir arbeiten daran, dass es eines bekommt.“

Dieser neue Krieg der USA gemeinsam mit Israel beruhe auf einer „erheblichen Fehleinschätzung“, die schon vorher offensichtlich gewesen sei. Das erklärte der ehemalige US-Oberstleutnant Daniel Davis in einem am Montag veröffentlichten Gespräch mit dem norwegischen Politikwissenschaftler Glenn Diesen. Er habe angesichts des militärischen Aufmarsches der USA in der Region in den letzten Wochen mit dem Überfall auf den Iran trotz der laufenden Verhandlungen gerechnet. Auch das weitreichende Entgegenkommen des Iran kurz vor dem Angriff habe nichts genutzt. Als der dann am Samstag erfolgte, „wurde damit sehr deutlich, dass es nie um Verhandlungen ging“, so Davis gegenüber Diesen.

Folgenreiche Irrtümer und Überraschungen

Auch für den Ex-Militär ist klar, „dass dies ein Krieg ist, den man nicht gewinnen kann. Man setzt sich unerreichbare militärische Ziele.“ Die iranische Führung habe zuvor berechnet, „dass ein Krieg mit den USA weniger riskant sei, als sich den USA zu unterwerfen“. Das habe selbst die US-Zeitung New York Times berichtet. Das Land sei auf den Krieg vorbereitet und könne in der Lage sein, diesen „über einen längeren Zeitraum hinweg zu überstehen“. Wenn Teheran nicht kapituliere, stünden die USA und Israel „in echten Schwierigkeiten“.

Davis schätzt ein, dass Chamenei sich bereitwillig geopfert habe, „um als Märtyrer zu dienen“. Durch den gezielten Mord an ihm sei die Unterstützung für den Iran im Land selbst und in der gesamten schiitischen Welt gestärkt worden. Das würden die sich ausweitenden Proteste in muslimischen Ländern bestätigen.

Das Problem sei, dass US-Präsident Trump sein eigenes Denken auf sein Gegenüber projiziert: „Ja, wenn ich hereinkäme und jemand aus einer stärkeren Position hereinkäme, würde er einfach anfangen, mich zu bombardieren und einige Leute zu töten, und ich würde aufgeben.“ Er habe auch nach dem Vorgehen gegen Venezuela eine entsprechende Reaktion der iranischen Führung erwartet, „ohne die radikalen und tiefgreifenden Unterschiede zwischen Venezuela und dem schiitischen Iran zu erkennen“.

Davis gestand ein, davon überrascht zu sein, dass der Iran sich von Beginn an massiv verteidigt und wie vorher angekündigt zurückschlägt, auch auf Nachbarländer mit US-Basen. Die Botschaft aus Teheran sei:

„Hey, Leute, wir leiden unter den USA. Seit 2010 leiden wir unter Israel und seit 2019 unter den Morden durch die USA. Wir wurden gnadenlos angegriffen, und ihr schützt sie. Ihr errichtet dort diese Stützpunkte, und sie nutzen das gegen uns. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch ihr etwas Schmerz spürt.“

Für den Iran handele es sich um eine existenzielle Krise, die er aber für durchstehbar halte, um am Ende bei Verhandlungen die eigenen Bedingungen durchsetzen zu können. Wie Sachs sieht Davis die USA nicht in der Lage, einen langanhaltenden Zermürbungskrieg durchzustehen. Mit anhaltender Kriegsdauer und der steigenden Opferzahl auf der eigenen Seite werde es „einen unglaublichen politischen Druck auf Jerusalem und Washington“ geben, nach einer Lösung zu suchen. Das sei das Ziel Teherans, schätzte der Ex-Offizier ein. Die „Kriegslüsternen und Kriegstreiber“, die Trump zum Angriff gedrängt hätten, würden diesen dann dafür verantwortlich machen, dass der erhoffte Sieg ausblieb.

Drohende Niederlage für die USA

Der Angriff habe nicht zum erhofften Sturz der politischen Führung des Irans geführt, sondern das Land eher wieder zusammengeführt. Selbst die Kritiker der Mullahs seien wütend auf Israel und wollten nicht den Schah-Sohn Reza Pahlavi als neuen Führer des Landes. Diejenigen Politiker in den USA wie Lindsey Graham, die einen entsprechenden Regimewechsel anstrebten, würden „völlig falsch“ liegen. Die Menschen im Iran würden sich jetzt nicht gegen ihr eigenes Land wenden und sich nicht dem anschließen, „was sie seit 47 Jahren als den kleinen Satan oder in unserem Fall als den großen Satan bezeichnen“, so der Ex-US-Offizier. Den Iranern sei die Verlogenheit der US-Versprechen klar:

„Wir wissen also, dass es hier nicht um uns geht. Und dann werdet ihr nichts für uns tun, sobald ihr bekommen habt, was ihr wollt, nämlich den Sturz dieses Regimes.“

Zu den inzwischen gemeldeten ersten drei toten und mehreren verwundeten US-Soldaten in diesem Krieg sagte Davis, dass diese Zahlen nach seinen Informationen nicht stimmen und zu niedrig seien. Der Ex-Oberstleutnant befürchtet, dass die Eskalation noch zunehmen wird.

Die Zahl der eigenen Opfer und die wirtschaftlichen Folgen des Krieges für die USA hält auch der ehemalige US-Geheimdienst-Offizier Scott Ritter für entscheidend für die US-Politik. Das sagte er in einem am Montag veröffentlichten Gespräch mit den Betreibern von India & Global Left.

Die US-Amerikaner würden zunehmend wütend werden und „für alles andere als Trump oder jemanden, der Trump unterstützt, stimmen“, so Ritter mit Blick auf die US-Zwischenwahlen im November dieses Jahres. Er rechnet mit „schrecklichen politischen Konsequenzen für diesen Präsidenten, wenn er diesen Krieg verliert“. Der ehemalige US-Offizier und frühere UN-Waffeninspekteur sieht den Iran „auf dem besten Weg, diesen Krieg zu gewinnen“, wie er am dritten Tag des Angriffs erklärte.

„Das bedeutet, dass die Vereinigten Staaten besiegt, gedemütigt und zum Rückzug aus dem Nahen Osten gezwungen werden. Israel wird in den arabischen Golfstaaten allein zurückbleiben. Wir werden ihre Gebiete von US-amerikanischen Militärstützpunkten säubern müssen.“

Er begründete das mit den iranischen Angriffen auf die Golfstaaten, die wirtschaftlichen Folgen und die wachsenden Proteste der dortigen muslimischen Bevölkerungen. Zudem habe der Mord an Chamenei den Zusammenhalt im Iran verstärkt statt ihn zu schwächen. Zugleich sei das Land „besser auf den Krieg vorbereitet als alle anderen“, so Ritter, der sich nach eigener Aussage auf Fakten und seine jahrelangen geopolitischen und militärischen Analysen stützt.

„Wenn sich nichts Grundlegendes an der Art und Weise ändert, wie dieser Krieg geführt wird, werden den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten in wenigen Wochen die Munition ausgehen. Dem Iran wird die Munition nicht ausgehen.“

Wie Davis verwies er darauf, dass der Iran sich seit Jahren auf den erwarteten und angekündigten Angriff aus Israel und den USA vorbereitet habe. Er habe zahlreiche Raketen und Drohnen, die vorher produziert wurden und unterirdisch sicher gelagert seien. Die USA seien nicht entsprechend vorbereitet und seien nicht in den „Kriegsproduktionsmodus“ übergegangen. Auch das politische System des Iran sei als „Ein-Mann-Diktatur“ Chameneis falsch eingeschätzt worden, was zeige, dass US-Politik und -Geheimdienste keine Ahnung vom Iran haben. Das Ziel, mit dem anfänglichen „Enthauptungsschlag“ einen Regimewechsel herbeizuführen, sei deshalb gescheitert – „wir haben genau das Gegenteil erreicht“.

Unwissenheit und israelischer Einfluss

Es gebe in der US-Führungsspitze „ein beispielloses Maß an Unwissenheit über den Iran“. Der Hass auf die Islamische Republik habe zu Ignoranz gegenüber der Tatsache geführt, „dass sie die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten ist“, betonte Ritter. Die US-Geheimdienste hätten bei ihrer Aufgabe, die politische Führung genau zu informieren, versagt, weil sie seit den frühen 1990er Jahren von der „Krankheit der Politisierung“ befallen seien. Trump hätte die wahrheitsgemäßen Aussagen der Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard zum nichtexistenten iranischen Atomwaffenprogramm ignoriert, weil er auf Informationen aus Israel höre.

„Israel korrumpiert grundlegend die politischen Entscheidungsprozesse hier in den Vereinigten Staaten.“

Ritter verwies darauf, dass auch hochrangige US-Militärs Trump erklärt hätten, dass die von ihm befohlene Mission so nicht zu erfüllen sei. Es gebe eine „Revolte der Generäle im Pentagon“, deren Ausgang noch offen sei. Während „Kriegsminister“ Pete Hegseth den Krieg für gewinnbar halte, würden die dafür notwendigen Ressourcen und auch die nötige Zeit fehlen.

Er ging in dem Gespräch mit dem indischen Portal ausführlich auf die fehlenden Voraussetzungen für den Einsatz für US-Bodentruppen im Iran ein, den Hegseth, aber auch Trump inzwischen für möglich halten. Er habe in den 1980er Jahren selbst einen entsprechenden Operationsplan ausarbeiten müssen, für den Fall einer sowjetischen Invasion in den Iran. Daher wisse er, dass ein Einmarsch von US-Truppen in den Iran unmöglich sei. Er rechnet mit zunehmenden Folgen für die Energieversorgung der westlichen Welt in Folge der iranischen Gegenschläge:

„Am Ende der Woche wird Europa schreien. Am Ende des Monats wird Europa tot sein. Mitte des Monats werden die US-Amerikaner schreien. Und das ist die Realität.“

Trump werde dem politischen Druck im Inland und weltweit wegen der Folgen dieses illegalen Angriffskrieges nicht standhalten können, schätzte Ritter ein. Für ihn gibt es nur einen Ausweg aus diesem nicht notwendigen Krieg:

„Der einzige Weg, dies zu beenden, besteht darin, dass die Vereinigten Staaten anerkennen, dass ihre Präsenz im Nahen Osten nicht mehr tragbar ist, und dass sie sich dauerhaft aus den von ihnen errichteten Militärstützpunkten zurückziehen. Dies wird mit der Erklärung der arabischen Golfstaaten einhergehen, dass die Vereinigten Staaten auf ihrem Territorium nicht mehr willkommen sind.“

In der Folge wäre Israel isoliert und müsse seine Groß-Israel-Ziele aufgeben, da die USA nicht mehr an seiner Seite stünden. Der Iran werde nicht kapitulieren, da es für ihn ein Krieg um das Überleben sei. Er könne nicht zulassen, „dass dieser Krieg endet, insbesondere nach dem Schaden, der angerichtet wurde, und dass die andere Seite ihre Stärke und Fähigkeiten wieder aufbaut“.

„Die Iraner sind schlauer als alle anderen“

Der Iran werde den Krieg gewinnen, weil die USA nicht über genügend Munition verfügen, so Ritter. Und „weil wir etwas begonnen haben, das wir nicht unter Kontrolle haben“. Der Iran habe „alle Vorteile auf seiner Seite“, sei militärisch besser vorbereitet und stehe politisch „auf der richtigen Seite der Geschichte“.

„Dieser Krieg endet also mit der strategischen Niederlage der Vereinigten Staaten. Oder die Vereinigten Staaten zerstören den Iran und stürzen das Regime.“

Aber er glaube nicht, dass Letzteres passieren wird, fügte Ritter hinzu. Er hält es auch für möglich, dass einige der Golfstaaten den Krieg politisch nicht überleben, so Bahrain, Kuwait oder auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Zugleich machte er auf „unbeabsichtigte Folgen des Konfliktes“ aufmerksam: Die Briten hätten „in ihrer imperialen Dummheit beschlossen, dass sie in diesem Konflikt eine Rolle spielen wollen“ und sich pro-israelisch positioniert. Deshalb habe der Iran britische Stützpunkte auf Zypern angegriffen – was zu einer griechischen Reaktion geführt habe. Athen habe Kampfflugzeuge, Luftabwehr und Kriegsschiffe nach Zypern entsandt.

Das könne wiederum eine türkische Reaktion hervorrufen, so der Ex-US-Offizier. Die Türkei werde nicht tatenlos zusehen und Griechenland gewähren lassen, „sodass wir sehr wohl in naher Zukunft einen neuen regionalen Krieg zwischen der Türkei und Griechenland erleben könnten“, also zwischen zwei Nato-Mitgliedern. Dagegen habe der Iran die US-Luftwaffenbasis Incirlik in der Türkei nicht angegriffen, von der aus Israel unterstützt werde. Ritter dazu:

„Wenn Sie eins und eins zusammenzählen, wissen Sie genau, was vor sich geht. Die Iraner sind schlauer als alle anderen. So ist es nun einmal.“

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Benjamin Netanjahu (Ministerpräsident Israels) und Donald Trump (US-Präsident)

Bildquelle: carlos110 / shutterstock

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