President Donald Trump’s blockade of Iran could be poised to deliver a staggering blow to the Iranian economy, including the cash flows needed by the regime to pay the host of soldiers and thugs it requires to stay in power.
Der brutale, unprovozierte und völkerrechtswidrige US-amerikanische und israelische Angriffskrieg gegen Iran, sowie die Fortsetzung der täglichen israelischen Massenmorde in Gaza und die Bombardierung und ethnische Vertreibung im Südlibanon durch eine blutrünstige zionistische Soldateska offenbaren das ultimative Böse des US-Imperialismus, der sich vergeblich gegen seinen Niedergang aufbäumt, gepaart mit dem rassistisch motivierten, genozidalen Zionismus, der ein Pestgeschwür für die ganze Region darstellt.
Heute erhält das infernalische Böse aus dem Westen weiter Verstärkung in Form von zwei großen amphibischen Landungsschiffen. Die USS Tripoli und die New Orleans, beide mit zwischen 2.200 bis 2.500 US-Marine-Infanteristen an Bord werden am Freitag, den 27. März 2026, am Persischen Golf erwartet.
Der Krieg gegen Iran, der laut Trump und seinem Kriegsminister Hegseth nach wenigen Tagen vorbei seine sollte, ist nach knapp einem Monat für die USA festgefahren, und damit bereits verloren. Letzteres hatte vor zwei Tagen, am Mittwoch, den 25. März, sogar der ehemalige Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 in einem öffentlichen Interview eingeräumt. Bereits nach der ersten Kriegswoche sei klar geworden, dass die USA diesen Krieg nicht mehr gewinnen könnten, sagte er. Er riet seinen amerikanischen Freunden dringend, sich zum Sieger zu erklären, einzupacken und schleunigst nach Hause zu gehen. Aber dazu scheint das narzisstische Großmaul Trump nicht im Stande, denn mit seinem zunehmend wirren Zeug, das er plappert, hat man den Eindruck, dass er gar nicht mehr begreift, was um ihn herum vorgeht.
Stattdessen sieht alles danach aus, dass nun doch noch US-Bodentruppen in Iran eingreifen. Denn neben den Marine-Infanteristen, sollen bereits am Donnerstag 1.000 Special Forces Soldaten der 82sten US-Luftlandedivision mit Transportflugzeugen in Irak, in Saudi-Arabien und Jordanien ankommen. Dies sind keine regulären Armee-Soldaten, sondern Spezialisten für Kommandoeinsätze hinter gegnerischen Linien; nach dem Motto, zuschlagen und wieder verschwinden. Welche Aufgabe diese Einheiten haben könnten, ist schwer zu erraten. Sicher ist nur, dass Iran nicht Venezuela ist und mit hohen Verlusten auf US-Seite gerechnet werden muss.
Die US-Probleme begannen schon mit der Unterbringung der eingeflogenen Special Forces der 82sten Luftlandedivision. Laut einem Bericht in der New York Times (NYT) sind die von Iran unter Raketen und Drohnen Feuer genommenen 13 US-Militärbasen in der Region „praktisch unbewohnbar“. Besonders schwer getroffen seien die US-Basen in Kuwait, das direkt an Iran grenzt. Dies ginge laut NYT aus Aussagen namentlich nicht genannter Beamter des Pentagon hervor, die einräumten, dass sie vor Ort hektisch nach alternativen Unterkünften und Bürolösungen für ihr Personal suchen mussten.
Diese Enthüllung kommt kurz nachdem die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) gewarnt hatten, dass durch die Unterbringung von US-Truppen in Touristenhotels oder zivilen Bürokomplexen, diese Gebäude automatisch zu legitimen Zielen für iranische Raketen gemacht werden. Das könnte auch die in den letzten Wochen beobachteten gezielten iranischen Angriffe auf bestimmte Etagen in zivilen Hotels in den Golfstaaten erklären. Denn die US-Armee hatte in ihrer unglaublichen Selbstüberschätzung nicht einmal für adäquate Schutzeinrichtungen für ihr Personal auf den Basen gesorgt, sodass die US-Soldaten nach den ersten iranischen Angriffen in die nächstgelegenen Hotels gebracht wurden. Dort verstecken sich nun US-Soldaten hinter Zivilisten, bzw. sie benutzen sie als „Schutzschilde“.
Der eben erwähnte Bericht der NYT deutet auch darauf hin, dass die USA bisher 13 tote Soldaten und rund 300 teils schwer Verletzte zu beklagen haben. Das ist zumindest teilweise auf die mangelnde Vorbereitung auf den massiven iranischen Raketen-Gegenangriff auf die regionalen US-Basen zurückführen.
Während das Rätselraten über die möglichen Einsätze der US-Special Forces innerhalb des Irans weitergeht, sind sich Beobachter ziemlich sicher, dass die Aufgabe der Marine-Infanterie auf den beiden amphibischen Landungsschiffen (USS Tripoli und New Orleans) darin besteht, eine oder mehrere der strategisch wichtigen iranischen Inseln in der Straße von Hormus zu erobern. Favorit dabei ist die Insel Kharg, auf der sich die wichtigsten Verladestationen zur Verschiffung von angeblich 90 % des iranischen Öls befinden. Da dies auch den Iranern klar ist, kann man davon ausgehen, dass sie diese und die anderen Inseln zur Verteidigung gegen Hubschrauber-Angriffe und für den Bodenkrieg und Häuserkrieg ausgebaut haben, wozu Bunker, Sprengfallen, Mienen, schultergefeuerte Luftabwehrraketen usw. gehören.
Auf der Insel Kharg sollen angeblich 150.000 Menschen arbeiten und wohnen. Hier können sich die iranischen Verteidiger wie ein Fisch im Wasser bewegen und die Invasoren unter Beschuss nehmen. Wenn Amerikaner mit Flugzeugbomben zurückschlagen, riskieren sie jedoch Massaker unter der Zivilbevölkerung. Zudem wären die US-Marines auf Kharg von Nachschub aller Art abhängig. US-Schiffe oder Flugzeuge können jedoch von der nahe gelegenen, von Fjorden zerklüfteten Festland-Küste unter Beschuss genommen werden. Das bedeutet, selbst wenn eine überraschende US-Landung auf der Insel Erfolg hätte, würden die eigentlichen Probleme für die Amerikanerbereits am Tag danach anfangen.
Tatsächlich wächst derzeit nicht nur unter US-Vasallen, sondern auch innerhalb der amerikanischen Politik, die Skepsis, ob der Einsatz von US-Bodentruppen, z.B. zur Eroberung der Insel, die USA näher an ihre angestrebten strategischen Ziele bringen würde, die laut Trump in der bedingungslosen Kapitulation Irans besteht. Selbst einige Republikaner beginnen inzwischen öffentlich, sich gegen Pläne mit Bodentruppen im Iran auszusprechen.
Hier noch einige Notizen über jüngste Entwicklungen mit Stand vom 26.03.2026.:
- Das iranische Staatsfernsehen zitierte einen anonymen Regierungsvertreter mit den Worten, Teheran habe den über Pakistan übermittelten US-Plan abgelehnt und werde selbst entscheiden „wann es den Krieg beendet, und das zu seinen eigenen Bedingungen“.
- Irans Außenminister erklärte:
„Unsere derzeitige Politik ist die Fortsetzung des Widerstands. Wir haben nicht die Absicht zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich halte unsere Position für vollkommen prinzipientreu.“
- Das Weiße Haus erklärte, die USA seien „sehr nahe daran, die Kernziele im Iran zu erreichen“ und warnte, Präsident Trump sei bereit, „die Hölle loszulassen“, falls Iran seine eigene Niederlage nicht akzeptiere.
- Trump behauptete wieder, es liefen Verhandlungen und Iran wolle „so dringend einen Deal“, traue sich aber nicht, es offen zu sagen, aus Angst, vom eigenen Volk getötet zu werden. Der Mann ist krank und gehört in die Klapse.
- Vizepräsident Vance soll am Wochenende möglicherweise nach Pakistan reisen, um indirekte Gespräche mit Iran zu führen, das keine Gespräche führen will.
- Iran hat gedroht, die Straße von Bab el-Mandeb (die wichtige Route im Roten Meer) zu stören, falls Angriffe auf sein Territorium oder seine Inseln erfolgen.
- Nachdem die Zionisten weiter iranische Energieanlagen angegriffen haben, hat Iran erneut ein Kraftwerk in Israel beschossen.
- Iran erklärte, die USA und Israel hätten die Umgebung des Atomkraftwerks Bushehr angegriffen.
- Die Berichterstattung über mögliche Szenarien einer US-Eroberung der Kharg-Insel hat in den letzten 24 Stunden deutlich zugenommen.
- Das iranische Parlament arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Gebühren für Schiffe in der Straße von Hormus vorsieht.
- Das israelische Militär erklärte, es habe heute Morgen „eine großangelegte Welle von Angriffen auf Iran“ durchgeführt.
- Die britische Zeitung The Telegraph berichtet, Russland habe begonnen, Iran mit Drohnen zu beliefern – die erste bekannte Lieferung tödlicher Waffen aus Moskau an Teheran seit Kriegsbeginn.
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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: ISRAEL-IRAN-KRIEG, US-Angriff auf Iran, Trump, Netanjahu, Angriff auf das Atomprogramm in Buschehr
Die Insel Kharg ist für die Abwicklung der iranischen Ölexporte unerlässlich. 90 Prozent der Ausfuhren laufen darüber. Das Mullah-Regime befestigt die Insel nun, für den Fall eines Einnahmeversuchs durch US-Truppen. Auch eine Zerstörung der Ölanlagen auf dem Eiland steht im Raum.
Nachdem US-Präsident Donald Trump zusätzliche Truppen in den Nahen Osten verlegen ließ, wachsen in Teheran die Befürchtungen davor, dass diese zur Einnahme der Insel Kharg eingesetzt werden könnten. Über das Eiland im Persischen Golf werden rund 90 Prozent aller Ölexporte abgewickelt. Eine Eroberung durch US-Truppen würde die iranische Wirtschaft schwer treffen.
Angesichts dessen, dass das US-Militär in den vergangenen Wochen bereits sämtliche militärischen Einrichtungen auf der Insel zerstört hat, ließ das Mullah-Regime zusätzliche Truppen und Luftabwehrsysteme dorthin verlegen. Den Berichten zufolge wurden auch Minen entlang der Küste verlegt, um den US-Truppen bei einer potentiellen Anlandung erhebliche Verluste zuzufügen.
Die Trump-Administration erwägt demnach den Einsatz von US-Streitkräften zur Einnahme der Insel, um Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser die Straße von Hormus wieder öffnet. Doch Teheran hat erklärt, dass jeder Versuch, irgendwelche Inseln oder Küstengebiete einzunehmen, schwere Gegenangriffe provozieren wird. Die Mullahs drohen damit, die Ölproduktion in der gesamten Region weiter ins Visier zu nehmen.
Grund für die Befürchtungen Teherans ist vor allem die Verlegung von rund 3.000 Soldaten der 82nd Airborne Division der US Army in die Region, welche auf solche Eroberungsfeldzüge spezialisiert ist. Auch soll US-Präsident Trump einen solchen Schritt ins Auge gefasst haben, um den Druck auf das Mullah-Regime weiter zu erhöhen. Eine Zerstörung der Pipelines und der Ölinfrastrukturen auf der Insel liegt jedoch nicht in Trumps Interesse, da der Wiederaufbau Jahre dauern würde.
Für das iranische Regime ist jedoch jedes dieser Szenarien ein Albtraum. Ob die Amerikaner nun die Insel einnehmen oder aber auch einfach die Ölanlagen zerstören – ohne die Einnahmen aus dem Ölgeschäft bricht auch das Geschäftsmodell des Landes zusammen. Der Ölsektor trägt knapp ein Fünftel zur gesamten Wirtschaftsleistung und (je nach Ölpreis) zwischen 30 und 40 Prozent der Staatseinnahmen bei. Fast alle Deviseneinnahmen des Landes stammen daraus.
Die rund 20 Quadratkilometer große Insel, auf der wohl im siebten Jahrhundert auch ein christliches Kloster gebaut wurde, ist damit der wundeste Punkt des Irans. Das weiß man sowohl in Teheran als auch in Washington. Nun stellt sich nur noch die Frage, wie weit beide Seiten im aktuellen Konflikt gehen wollen.
Der Krieg zwischen den USA, Iran und Israel tritt in eine neue Phase - militärisch, technologisch und geopolitisch. Während Drohnen und Streumunition klassische Luftüberlegenheit infrage stellen, nutzt eine chinesische KI-Firma amerikanische Satellitendaten, um US-Militärpositionen öffentlich zu kartieren. Gleichzeitig gerät die Türkei als einziger NATO-Staat mit direkten Kommunikationskanälen zu allen Konfliktparteien in eine strategische Schlüsselrolle. Der aktuelle Geopolitik-Radar analysiert die entscheidenden Entwicklungen dieser Woche - vom Ölkrieg um Hormus über den Informationskrieg im Orbit bis zur Frage, ob sich die militärische Logik moderner Kriege gerade fundamental verändert.
Der Geopolitik-Radar vom 9.-15. März 2026.
Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.
Ticker
1. Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer Irans gewählt (8./9. März) Der 56-jährige Sohn des getöteten Ali Khamenei wurde von der Expertenversammlung zum dritten Obersten Führer der Islamischen Republik ernannt. Er gilt als noch kompromissloser als sein Vater, hat enge IRGC-Verbindungen - und wurde von Trump als „inakzeptabel" bezeichnet, bevor er ernannt wurde.
2. Mojtaba Khameneis erste Botschaft: Hormuz bleibt geschlossen (12. März) In seiner ersten öffentlichen Erklärung - nicht als Video, sondern schriftlich über Staatsfernsehen verlesen - erklärte der neue Oberste Führer die Straße von Hormuz zum dauerhaften Druckmittel, forderte die Schließung aller US-Basen in der Region und drohte mit der Eröffnung neuer Fronten.
3. USA greifen Kharg Island an - 90 Prozent der iranischen Ölexporte in Reichweite (13. März) Trump ließ Militärziele auf der iranischen Ölexportinsel Kharg Island bombardieren und drohte explizit, beim nächsten iranischen Angriff auf Schiffe in der Hormuzstraße auch die Ölinfrastruktur zu treffen. Iran antwortete: Jeder Angriff auf eigene Ölfelder ziehe Angriffe auf Energieinfrastruktur von Drittstaaten nach sich.
4. Iran setzt Clusterbomben gegen Israel ein - Iron Dome strukturell überfordert (ab 10. März) Laut israelischem Militär wurden rund 50 Prozent der auf Israel abgefeuerten Raketen mit Streumunition bestückt. Die Sprengköpfe öffnen sich in großer Höhe und streuen Dutzende Bomblets über weite Gebiete - ein Angriffsmuster, gegen das Iron Dome konstruktionsbedingt nicht ausgelegt ist.
5. Dritte iranische Rakete auf die Türkei - NATO-Ernstfall bleibt aus (13. März) NATO-Luftabwehr über dem östlichen Mittelmeer schoss am 13. März eine dritte ballistische Rakete ab, die von Iran in Richtung türkischen Luftraum abgefeuert wurde. Ziel war offenbar die Incirlik-Basis, wo US-Taktikwaffen lagern. US-Verteidigungsminister Hegseth schloss Artikel-5-Aktivierung aus.
6. HRW dokumentiert israelischen Weißphosphor-Einsatz in libanesischen Wohngebieten (9. März) Human Rights Watch verifizierte und geolokalierte sieben Bilder, die den Einsatz von Artillerie-Weißphosphor über dem südlibanesischen Wohnort Yohmor am 3. März belegen. Mindestens zwei Häuser und ein Fahrzeug gerieten in Brand. Seit dem 2. März wurden im Libanon 394 Menschen getötet, über 500.000 vertrieben.
7. MizarVision: Chinesische KI-Firma publiziert US-Militärpositionen - mit amerikanischen Satellitendaten (laufend) Die in Hangzhou ansässige Firma MizarVision veröffentlichte seit Kriegsbeginn auf X täglich hochauflösende Satellitenbilder aller US-Militärpositionen im Nahen Osten - F-22 auf Ovda, F-35 in Jordanien, Trägerpositionen, Patriot-Batterien. Bezogen werden die Bilder von US-amerikanischen kommerziellen Satellitenfirmen wie Planet Labs. Effektiv fließen amerikanische Aufklärungsdaten durch China zum Iran.
8. Russland liefert Iran Satellitendaten zur Zielerfassung US-Sondergesandter Witkoff forderte Moskau öffentlich auf, die Weitergabe von Satelliteninformationen an den Iran zu unterlassen. Russland bestritt die Praxis nicht. Analytiker verweisen auf die Parallele: Die USA tun dasselbe seit Jahren für die Ukraine.
9. Indien: Rupie auf Rekordtief 92,45 - Börse verliert 6 Prozent in einer Woche (12./13. März) Die indische Zentralbank musste intervenieren, nachdem die Rupie durch den Ölpreisschock auf ein historisches Tief fiel. Indien importiert 85 Prozent seines Rohöls, ist Irans Nachbar über den Indischen Ozean - und befindet sich diplomatisch im Klemme zwischen Washington, Teheran und Peking.
10. IEA gibt 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven frei - größte Intervention der Behördengeschichte Die Internationale Energieagentur reagierte auf den Hormuz-Schock mit der größten koordinierten Reservenfreigabe seit ihrer Gründung 1974. Brent-Öl notierte dennoch über 100 Dollar pro Barrel, 42 Prozent über dem Vorkriegsniveau.
11. China positioniert sich global: Vermittler-Rolle, BRICS-Koordination, Aufklärung vor Ort Außenminister Wang Yi telefonierte mit russischen, iranischen, französischen und omanischen Kollegen und forderte sofortigen Waffenstillstand. Gleichzeitig drängte Peking auf stärkere BRICS-Koordination und setzte Aufklärungsschiffe der Dongdiao-Klasse im Golf von Oman ein. Chinas Position: verbale Verurteilung des Krieges, informationelle Unterstützung des Iran.
12. Frankreich plant Tanker-Eskort-Mission für die Hormuzstraße Paris konsultiert europäische, asiatische und arabische Partner über eine mögliche Schiffsgeleit-Mission für die geschlossene Hormuzstraße. Die USA signalisierten, Navy-Eskorten „bald" einzusetzen. Ein iranischer Funktionär deutete an, Teheran könnte chinesischen Yuan-Transaktionen den Durchlass ermöglichen.
Im Fokus
1. Drohnen, Clusterbomben und das Ende der Luftüberlegenheit
Der Iran-Krieg schreibt Militärgeschichte - nicht wegen der beteiligten Mächte, sondern wegen der Waffen. Zum ersten Mal in einem Großkonflikt dominieren Drohnen und Streumunition das Schlachtfeld gleichzeitig, zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Irans Strategie ist präzise kalkuliert: Rund 50 Prozent der auf Israel abgefeuerten Raketen wurden mit Clusterbomben-Sprengköpfen bestückt. Die Warheads öffnen sich in 3.000 bis 5.000 Metern Höhe und verstreuen 20 bis 80 Bomblets über Flächen von sieben bis acht Quadratkilometern. Iron Dome, das für niedrigfliegende Kurzstreckenraketen konzipiert ist, kann die Trägerrakete abfangen - aber nicht die bereits freigesetzten Submunition. Das Arrow-System fängt ballistische Raketen ab, nicht Bomblets. Die Lücke ist konstruktionsbedingt und mit vorhandener Technologie nicht zu schließen.
Parallel dominierten Drohnen die maritime Dimension: Irans schienenlose Torpedodrohnen operierten bis zu 48 Stunden autonom im Golf von Oman, Angriffsdrohnen trafen Tanker, Häfen und Militärinstallationen in Katar, Kuwait und Dubai. Auf Kharg Island flogen US-Präzisionsdrohnen Begleitschutz für Bomberangriffe.
Diese Woche beweist: Überlegenheit in der Luft bedeutet nicht mehr automatisch Sicherheit am Boden.
Warum investieren USA und Israel 175 Milliarden Dollar in Golden Dome, wenn der strukturelle Nachteil der Abwehr gegenüber Streumunition bekannt ist?
Iran produziert Drohnen für unter 30.000 Dollar. Die USA feuern Patriot-Abfangraketen für 3 Millionen Dollar pro Stück. Wie lange ist diese Kostenasymmetrie durchzuhalten?
Welche europäischen Rüstungskonzerne liefern weiterhin Bauteile, die in iranischen und russischen Drohnen landen?
2. MizarVision: Wenn der Feind deine eigenen Satellitendaten benutzt
Am 28. Februar 2026 - 24 Stunden vor dem ersten US-Angriff auf Iran - veröffentlichte ein chinesisches KI-Startup auf X die exakten Positionen von elf F-22-Tarnkappenjägern auf der israelischen Ovda-Luftwaffenbasis, 18 F-35 und sechs EA-18G Störflugzeugen in Jordanien, sieben AWACS-Maschinen in Saudi-Arabien sowie die Position beider US-Flugzeugträger. Die Quelle: US-amerikanische kommerzielle Satellitenfirmen wie Planet Labs und Maxar.
MizarVision sitzt in Hangzhou, wurde vor fünf Jahren gegründet, betreibt keine eigenen Satelliten und kauft seine Bilder auf dem freien Markt. KI wertet aus, beschriftet, geolokalisisert - und publiziert auf X, für jeden zugänglich, täglich. Laut FlightGlobal, Aviation Week und South China Morning Post wurden dabei mindestens 2.500 US-Militärassets katalogisiert. Mehrere der veröffentlichten Positionen wurden kurz darauf von iranischen Drohnen und Raketen angegriffen.
Das Pikante: Die Bilder stammen aus amerikanischen Quellen. Washington verkauft kommerziell Satellitendaten - und schaut dabei zu, wie dieselben Daten durch eine chinesische Firma gefiltert und als Aufklärung für den Feind genutzt werden. US-Sondergesandter Witkoff mahnte Russland wegen Satellitendaten an den Iran. Dass dieselbe Praxis über den kommerziellen Markt täglich stattfindet, thematisierte Washington bislang nicht öffentlich.
Warum verkaufen US-Satellitenfirmen hochauflösende Militärbilder an Kunden ohne Endverbleibskontrolle?
Ist MizarVision ein kommerzielles Unternehmen - oder ein staatlich gelenktes Aufklärungsinstrument mit zivilem Deckmantel?
Was bedeutet es für künftige Konflikte, wenn Open-Source-Satellitendaten jeden Tarnversuch obsolet machen?
3. Türkei 2026: Die Macht, die niemand benennen will
Dreimal in zehn Kriegstagen schlug eine iranische Rakete in Richtung türkischen Luftraum - dreimal wurde sie von NATO-Systemen abgefangen. Dreimal erklärte Iran, es habe die Türkei nicht absichtlich getroffen. Dreimal sagte Washington, Artikel 5 sei kein Thema.
Hinter dieser Abfolge verbirgt sich eine geopolitische Realität, die in westlichen Medien kaum benannt wird: Die Türkei ist derzeit der einzige NATO-Staat, der gleichzeitig mit Washington, Moskau, Teheran und dem globalen Süden kommuniziert. Auf der Incirlik-Basis lagern US-Taktikwaffen. In Kurecik steht das NATO-Frühwarnsystem, das Europa vor iranischen Raketen schützt. Ankara verkauft Bayraktar-Drohnen an die Ukraine und hält gleichzeitig Gesprächskanäle nach Teheran offen.
Außenminister Fidan stand am Freitag am Podium und fragte öffentlich, was kein anderer NATO-Minister fragte: „Welche Chancen gibt es noch für Verhandlungen?" Die dritte Rakete schlug ein, während er noch sprach.
Das Narrativ, das gerade in westlichen Medien aufgebaut wird - Türkei als nächster strategischer Gegner des Westens - verdient eine genaue Betrachtung: Wer formt dieses Narrativ? Welche Interessen stehen dahinter? Und warum ist Ankara ausgerechnet jetzt unbequem?
Drei iranische Raketen auf NATO-Gebiet ohne Artikel-5-Reaktion: Was bedeutet das für die Glaubwürdigkeit des Bündnisses?
Warum ist die Türkei der einzige Staat, der gleichzeitig mit allen Konfliktparteien spricht - und warum wird das im Westen als Bedrohung gerahmt statt als Asset?
Wer profitiert davon, Ankara aus der westlichen Ordnung herauszudrängen?
Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik - jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.