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Bilderberg-Konferenz 2026 ist zu Ende – keine Berichterstattung – journalistische Arbeitsverweigerung

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Die Bilderberg-Konferenz 2026 ist beendet. Was der deutsche General Markus Laubenthal, Stabschef des Obersten Hauptquartiers der Alliierten Streitkräfte in Europa (SHAPE), hinter verschlossenen Türen des Bilderberg-Zirkels in Washington gesagt hat, ist der Öffentlichkeit nicht bekannt. Genau so unbekannt ist, was die rund 130 anderen Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz im Kreise hochrangiger Militärs, Ministerpräsidenten, Wirtschaftskapitänen und Medienvertretern vorgetragen haben. Über dieses Ereignis von journalistischer Relevanz haben deutsche Medien geschlossen nicht berichtet. Machteliten mieten für vier Tage ein Hotel, um unter Ausschluss der Öffentlichkeit unter anderem über die „Zukunft der Kriegsführung“, die „Überführung des Finanzmarktes ins Digitale“, die „transatlantischen Beziehungen in der Rüstungsindustrie“ zu sprechen, doch selbst der öffentlich-rechtliche Rundfunk ignoriert. Wofür unterhalten ARD und ZDF Auslandsstudios in den USA? Dieses Verhalten ist aus journalistischer Sicht untragbar. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Wenn 130 führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien, Militär und weiteren zentralen Bereichen der Gesellschaft hinter verschlossenen Türen zur großen Weltpolitik konferieren, dann ist das ein journalistisches Thema. Ein Blick nach Davos zeigt es. Wenn sich die Weltelite jedes Jahr in dem kleinen Ort in der Schweiz trifft, berichten Medien hoch und runter. Der Grund ist denkbar einfach: Die hochrangigen Funktionsträger, die in Davos zusammenkommen, verfügen über sehr viel Macht. Ihre Worte, ihre Gedanken haben Gewicht. Was sie sagen, ist von öffentlicher Relevanz. Deshalb berichten Medien – auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk.

Ganz anders verhält es sich in Sachen Bilderberg-Konferenz.

Seit 1954 kommen in einem der hochkarätigsten Zirkel dieses Planeten Eliten und Machteliten zu einer mehrtägigen Konferenz zusammen – im Geheimen. Die demokratische Öffentlichkeit ist ausgeschlossen. Was Ministerpräsidenten, Verteidigungsminister, Generäle, Geheimdienstvertreter und die Chefs gigantisch großer Konzerne auf der Bilderberg-Konferenz sagen, interessiert Medien plötzlich doch nicht. In Davos ist es von öffentlicher Relevanz, bei der Zusammenkunft der Bilderberger ist es von Irrelevanz. Ja, das Orwell’sche „Doublethink“, das „Zwiedenken“, im Journalismus ist Realität.

Zwischen Davos und Bilderberg gibt es gewiss einen Unterschied. Davos ist öffentlich. Bilderberg nicht. Damit rechtfertigt die Presse ihre Nichtberichterstattung. Das ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Wenn sich Politiker, die in Amt und Würde stehen, an semi-geheimen Treffen beteiligen, dann geht das die Öffentlichkeit etwas an. Wer als Journalist der Auffassung ist, die Zusammenkunft des Bilderberg-Zirkels sei aus journalistischer Sicht bedeutungslos, hat seinen Beruf verfehlt.

Die Welt rückt immer näher an einen großen Krieg. Der Nahe Osten gleicht einem Pulverfass. Von einem möglichen Krieg zwischen Russland und der NATO ist die Rede.

Ist es gerade in einer solchen Situation zu viel verlangt, dass Medien ihren Fokus auf die Bilderberg-Konferenz richten? Darf die deutsche Öffentlichkeit von einem milliardenschweren öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwarten, dass er sie über die machtelitäre Zusammenkunft informiert? Das kann und darf nicht zu viel verlangt sein.

Der Name des deutschen Generals Markus Laubenthal steht auch auf der Teilnehmerliste. Er ist Stabschef des Obersten Hauptquartiers der Alliierten Streitkräfte in Europa. Auch der Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, war bei der Bilderberg-Konferenz. Deutsche Medien lassen die Bevölkerung darüber im Dunkeln. Stattdessen richten sie ihre Aufmerksamkeit lieber auf Ulmen und Fernandes.

Aufdecken und nicht Verdecken: Das ist die Aufgabe von Journalisten. Durch ihr Wegschauen verdecken Journalisten ein Stück elitäre Machtpolitik. Das ist aus journalistischer Sicht untragbar.

(Auszug von RSS-Feed)

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Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise

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An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in Wahlstedt, Lübeck, Rostock, Hannover, Kiel, Darmstadt, Berlin, Köln, Düsseldorf, Freiburg, Speyer und Heidelberg vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie hier. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Südholstein | nachdenken-in-suedholstein.de

Am Freitag, 10. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Lesung/Gespräch – „Aller Rechte beraubt – Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Begegnungsstätte Wahlstedt
Waldstraße 1
23812 Wahlstedt

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. … Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt der Autor, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.
Der Autor Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger.

Um Anmeldung wird gebeten unter lets-meet.org/reg/499b7f0a5827caffc8

Das Buch kann vor Ort erworben und signiert werden.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Lübeck

Am Samstag, 11. April 2026, um 16:00 Uhr
Thema: Buchvorstellung – „Aller Rechte beraubt – Mit außergewöhnlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Restaurant „Bootshaus” auf dem Gelände der Lübecker Rudergesellschaft
Hüxtertorallee 4
23564 Lübeck

Zur Webseite der Veranstaltung

Promedia-Verlag Wien

Eine Anmeldung ist notwendig, sie kann unter folgender Adresse vorgenommen werden: lets-meet.org/reg/e76bf04dea383de116

Leider werden die Plätze zurzeit schon knapp!

Der Eintritt ist frei, um einen Beitrag in die Spendenbox wird gebeten.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Rostock

Am Samstag, 11. April 2026, um 10:00 Uhr
Thema: Die Notwendigkeit von Bargeld für die individuelle Freiheit
Redner/Diskussionspartner: Brigitte Ebert

Ort: Druckerei Blaudruck Reinhard Haase
Bei der Petrikirche 7
18055 Rostock

Die Bargeldabschaffung ist seit Jahren Agenda von Finanzdienstleistern.

Frei nach dem Motto „Niemand will das Bargeld abschaffen” wird das Bargeld beim Entwurf der EU zur Einführung des „Digitalen Euro” wesentlich diskriminiert.

Die Abschaffung des Bargeldes geschieht durch das (erzwungene) Nutzerverhalten. Unsere Aktivitäten zum Erhalt des Bargeldes sind gefragt – hierüber werden wir hoffentlich intensiv sprechen. Bargeld benutzen ist die erste und wichtigste Maßnahme.

Das Beispiel Jacques Baud zeigt, wie unsere Zukunft aussehen könnte!

Referent/Gesprächspartner: Brigitte Ebert, Teilnehmerin des Gesprächskreises

Gäste sind wie immer herzlich willkommen! Wir freuen uns auf einen spannenden Vormittag und einen offenen Dialog mit euch.

Der Eintritt ist frei – Spenden sind jederzeit willkommen.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Hannover

Am Samstag, 11. April 2026, um 20:00 Uhr
Thema: „Tanz auf der Brandmauer“
Redner/Diskussionspartner: Rolf Hackmann und Bengt Kiene

Ort: H50
Hildesheimer Str. 50
30169 Hannover

Informationen zur Veranstaltung
Texte, Reime und Lieder

Rolf Hackmann und Bengt Kiene haben sich zusammengetan und schrecken auch vor Reimen nicht zurück:

Lieber den Staat delegitimieren
als in dessen Krieg zu marschieren.
Lieber entrückt auf der Brandmauer tanzen
als Dummheit, Häme und Hass zu pflanzen.

Einlass ab 19:30 Uhr, Beginn 20:00 Uhr

Eintritt 5 Euro, Spenden für die Künstler erbeten

Anmeldung bis zum 7. April 2026: @binowa oder 05032 14 74


NachDenkSeiten-Gesprächskreis KielRegion

Am Montag, 13. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Buchvorstellung – „Aller Rechte beraubt – Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Haus der Heimat
Wilhelminenstr. 47-49
24103 Kiel
(von der Straße gesehen der 2. Eingang)

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. Er zeigt, wie sich die EU-Behörden seit 2014 – als Mittel im Kampf gegen Moskau – Kompetenzen angeeignet haben, die sie zum Ankläger und Richter in Personalunion machen. Solange sich die Sanktionen gegen russische und ukrainische Staatsbürger richten, mag deren schiere Existenz nicht bedroht sein. Seit 2022 und verstärkt seit dem 20. Mai 2025 werden jedoch auch EU-Bürger sanktioniert und damit all ihrer Rechte beraubt. Selbst die Hilfeleistung durch Angehörige oder Freunde steht unter Strafe.

Die neue Sanktionspolitik erinnert an vormoderne Strafregime. Der Referent geht deshalb zurück in die Geschichte und erinnert an Repressionsmaßnahmen wie die mittelalterliche Verbannung oder die Reichsacht, der z. B. Martin Luther ausgesetzt war. Im 19. Jahrhundert kam die Ausbürgerung als Strafe in Mode; sie erreichte im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt. Heutige Terror- und Sanktionslisten fanden erst im 21. Jahrhundert massenhafte Verwendung durch die USA, die UNO und die EU.

Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt Hofbauer, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

der Referent:
Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte und arbeitet als Publizist und Verleger. Im Promedia Verlag sind von ihm zuletzt erschienen: „Balkankrieg: Zehn Jahre Zerstörung Jugoslawiens“ (2001), „EU-Osterweiterung. Historische Basis – ökonomische Triebkräfte – soziale Folgen“ (2008), „Die Diktatur des Kapitals. Souveränitätsverlust im postdemokratischen Zeitalter“ (2014) sowie „Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung“ (2016).

Hinweis: Direkt am Haus der Heimat gibt es keine Parkplätze und es werden sehr rigoros Strafzettel verteilt.

Der Eintritt ist frei – wir bitten um eine Spende für die Hutkasse.

Es gibt dort keine Bewirtung, bringt gerne Getränke und Gebäck mit.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Darmstadt

Am Mittwoch, 15. April 2026, um 18:00 Uhr
Thema: „Great Reset VON UNTEN”
Redner/Diskussionspartner: Ralph Boes

Ort: GEW Haus (Gewerkschaft, Erziehung, Wissenschaft)
Gagernstraße 8
64283 Darmstadt

Das Thema des Abends ist der Titel des gleichnamigen Buches, das im Jahr 2025 erschienen ist.

Ralph Boes ist Menschenrechtsaktivist in Deutschland. Das Hartz-IV-Regime wurde durch seine Arbeit vor das Verfassungsgericht gebracht, welches die unmenschlichen Sanktionen dann 2019 aufgehoben hat.

Im Vortrag werden nicht nur äußere, sondern vor allem die inneren Kräfte, die unsere Demokratie aushöhlen, beleuchtet. Es werden die starken verfassungswidrigen Tendenzen im bestehenden System aufgezeigt und zugleich ein konkreter Weg zur Erneuerung gewiesen.

Im Anschluss an den Vortrag steht genügend Zeit für Fragen, Buchkauf- und Signierung zur Verfügung.

Der Eintritt ist frei – wir bitten um Solidarspenden zur Kostendeckung.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt in Kooperation mit dem Deutscher Freidenker-Verband e.V.

Am Sonntag, 19.04.2026 um 15:00
Thema: Aller Rechte beraubt. Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: SAALBAU Bornheim
Arnsburger Straße 24
60385 Frankfurt am Main

Zur Webseite der Veranstaltung

„Rechtsstaat unter Vorbehalt“ – Sanktionen ohne Verfahren

Der Veranstalter Deutscher-Freidenker-Verband Hessen e.V. und der NDS-GK Frankfurt lädt im Rahmen seiner Themenreihe „Rechtsstaat unter Vorbehalt“ zu einer hochaktuellen Veranstaltung mit Hannes Hofbauer ein.

In Lesung und Diskussion stellt er sein Buch „Aller Rechte beraubt“ vor und zeigt, wie die EU zunehmend Sanktionen gegen Personen verhängt – ohne Gerichtsverfahren, ohne Anhörung, ohne Verteidigung. Tausende sind betroffen, inzwischen auch EU-Bürger. Die Folgen reichen von Kontosperren über Reisebeschränkungen bis hin zum vollständigen gesellschaftlichen Ausschluss.

Anhand konkreter Fälle macht Hofbauer deutlich, wie schnell politische Abweichung existenzielle Konsequenzen haben kann. Historisch zieht er Parallelen zu früheren Formen staatlicher Repression und ordnet die aktuelle Entwicklung als tiefgreifende Verschiebung rechtsstaatlicher Maßstäbe ein.

Eine wichtige Veranstaltung zur richtigen Zeit – und ein zentraler Beitrag zur Debatte um den Zustand des Rechtsstaats in Deutschland und Europa.

Eintritt: frei – Spenden zur Kostendeckung erbeten

Anmeldung: Bitte melden Sie sich per E-Mail [email protected] an.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin | nachdenken-in-berlin.de

Am Dienstag, 21. April 2026, um 18:30 Uhr
Thema: „Friedenstüchtig: Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen“
Redner/Diskussionspartner: Fabian Scheidler

Ort: Zunftwirtschaft
Arminiusstr. 2-4
10551 Berlin

Zur Webseite der Veranstaltung

Seit Jahren bewegt sich die westliche Welt in Richtung eines permanenten Ausnahmezustands. Auf jede neue Krise, auf jeden Konflikt reagiert die Politik mit drakonischen Maßnahmen und zunehmender Militarisierung. Dieser Weg führt in eine Spirale von ökonomischem Niedergang, politischem Chaos und Krieg. Grundlegende demokratische und soziale Errungenschaften werden einer militärischen Logik geopfert. Der Wohlfahrtsstaat mutiert zum Kriegsstaat.

Der Ausnahmezustand ist ein Versuch, die sich zuspitzenden globalen Krisen autoritär zu beherrschen. Die Feinde, die bekämpft werden sollen, werden oft durch die Politik selbst geschaffen.

Doch die selbstzerstörerische Kriegslogik ist keineswegs alternativlos. Westliche Gesellschaften müssen lernen, sich von ihrer jahrhundertelangen Politik der Dominanz zu verabschieden, um eine Kultur der Kooperation zu entwickeln.

der Referent:
Fabian Scheidler arbeitet als freischaffender Autor für zahlreiche Printmedien, außerdem für Radio, Fernsehen und Theater. Auf den NachDenkSeiten wird immer wieder auf seine Beiträge hingewiesen. Über sein wegweisendes Buch „Das Ende der Megamaschine” haben die NDS-Gesprächskreise ausführlich diskutiert. Auch seine Bücher „Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen” und „Der Stoff, aus dem wir sind” waren Thema an Gesprächsabenden.

Zunftwirtschaft
Den Veranstaltungsraum stellt uns die Zunftwirtschaft für eine günstige Miete zur Verfügung. Bitte bringt etwas Durst (und vielleicht Hunger?) mit, damit sich auch die Zunftwirtschaft über unseren Gesprächsabend freut. Wenn ihr essen möchtet und genügend Zeit habt, speist vielleicht in der Gastwirtschaft schon vor dem Beginn des Gesprächsabends. Und bringt bitte fürs Bezahlen ein paar kleine Geldscheine und Münzen mit, damit der Zunftwirtschaft nicht das Wechselgeld ausgeht.

Kennenlernen und Gedankenaustausch
Der Vortrag beginnt im Versammlungsraum um 18:30 Uhr. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr aber gerne schon früher kommen. Wir treffen uns ab 17:30 Uhr in der Gastwirtschaft. Dort könnt ihr politisch interessierte Menschen kennenlernen und mit ihnen ins Gespräch kommen (und schon mal euren Sitzplatz im Versammlungsraum reservieren).

Einlass ab 17:30 Uhr, Beginn 18:30 Uhr

Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden

Anmeldung erforderlich, bitte hier:
nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260421-Fabian-Scheidler
(Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.)


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Köln | nachdenken-in-koeln.de

Am Mittwoch, 22. April 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Corona-Impfung: Nebenwirkung, Diagnostik und Therapie
Redner/Diskussionspartner: Dr. Ralf Tillenburg

Ort: Café St. Mocca
Am Rosengarten 2
50827 Köln

Zur Webseite der Veranstaltung

Dr. Ralf Tillenburg (Info-Medico) ist Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin und praktiziert in Düsseldorf. Er nennt seine Praxis „ohne Einfluss der Pharmaindustrie“. Seit 2022 ist ein Schwerpunkt seiner Praxis die Behandlung von Impfschäden nach der Corona Impfung. Er betreut derzeit ca. 120 Patienten mit schweren Impfnebenwirkungen.

In seinem Vortrag wird Dr. Tillenburg erläutern, welche Impfnebenwirkungen auftreten können und wie man sie diagnostisch und therapeutisch behandeln kann. Anschließend ist Zeit und Gelegenheit zum Austausch und Diskussion.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Hinweis: Da die Teilnehmeranzahl auf ca. 40 Personen begrenzt ist, ist eine Reservierung pflichtig. Auf diese Weise können wir optimal planen. Klicke bitte hier, um uns deine Platzreservierung mitzuteilen.

Eintritt: 10 Euro

Vielen Dank für deine Teilnahme.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Düsseldorf

Am Freitag, 24. April 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Das Thema Corona ist nicht vorbei – es ist verdrängt
Redner/Diskussionspartner: Andrej Hunko

Ort: Gaststätte Hirschchen
Alt Pempelfort 2
Düsseldorf

Andrej Hunko ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter (BSW) und Mitglied des Gesundheitsauschusses des Europarates. Er hat die Corona-Politik parlamentarisch begleitet und ihre Widersprüche früh benannt. Gemeinsam mit Professor Matthias Schrappe arbeitet er heute an einer unabhängigen Aufarbeitung der Corona-Jahre, denn Corona ist ganz und gar nicht aufgearbeitet und erledigt. Denn:

  • Die politische Verantwortung für Grundrechtseingriffe historischen Ausmaßes wurde nie ernsthaft untersucht.
  • Der Antrag auf einen echten Untersuchungsauschuss wurde blockiert.
  • Sanktionen gegen Ärzte und Pflegekräfte wirken bis heute nach.
  • Ungerechtfertigt verhängte Bußgelder wurden nicht zurückgezahlt.
  • Impfgeschädigte kämpfen weiterhin um Anerkennung und Unterstützung.
  • Neue Verträge und Gesetze deuten auf ähnlich gelagerte Reaktionen in der Zukunft hin.
  • Zentrale Dokumente werfen mehr Fragen auf als sie beantworten.

Andrej Hunko steht für eine sachliche, parlamentarisch fundierte und demokratisch notwendige Aufarbeitung – nicht aus parteitaktischen Gründen, sondern weil ein Rechtsstaat ohne Aufklärung seine Glaubwürdigkeit verliert.

Wir laden Sie ein zu einem Abend, der nicht zurückblickt, um zu verharren, sondern um Lehren zu ziehen. Für Grundrechte, für Transparenz, für eine demokratische Zukunft.

Seien Sie dabei, wenn es heißt: verstehen, hinterfragen, diskutieren. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen erkenntnisreichen Abend.

Eintritt frei – Spenden zur Kostendeckung werden erbeten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Freiburg/Brsg.

Am Dienstag, 5. Mai 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Buchvorstellung und Diskussion – „Überlegungen zur kollektiven Psychologie der Ukraine-Krise“
Redner/Diskussionspartner: Dr. (habil.) Dieter Sandner

Ort: Mensa Hebelschule
Engelbergerstraße 2 (Eingang über Eschholzstraße)
79106 Freiburg

In seinem Text „Überlegungen zur kollektiven Psychologie der Ukraine-Krise“ arbeitet der Psychoanalytiker und Autor Dieter Sandner heraus, wie es zur Entstehung und Fortschreibung einer kollektiven psychologischen Überzeugung gekommen ist („der Russe ist an allem schuld“), die sich zu Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine innerhalb weniger Tage entwickelt hat. Am exemplarischen Einzelfall (Ukrainekrieg) wird deutlich gemacht, dass es sich hierbei um eine massenpsychologische Dynamik handelt, die spontan entsteht, wenn sich eine Gesellschaft insgesamt bedroht fühlt. Bedeutsam hierbei ist, auf welche Weise (mit welchen Methoden) dann vom herrschenden Mainstream verhindert wird, eine alternative Einschätzung der Bedrohungssituation zuzulassen, um diese der kollektiv-psychologischen Überzeugung gegenüberzustellen, im konkreten Fall: der Russophobie.

Die Analyse dieses kollektiven Prozesses basiert auf den Überlegungen des gruppenanalytischen Ansatzes von Trigant Burrow (1875-1950), einem der Begründer der Gruppenanalyse. Der US-amerikanische Psychoanalytiker war der Auffassung, dass nicht nur in Kleingruppen, sondern auch in Gesellschaften und Staaten unbewusste gesellschaftsweite Überzeugungen vorhanden sind, die das konkrete kollektive Denken und Handeln bestimmen. Diese unbewussten Überzeugungen und etablierten Vorstellungen gilt es gruppenanalytisch zu untersuchen und zu interpretieren, um unbewusstes (irrationales) Denken und Handeln ins Bewusstsein zu rücken.

Dieter Sandner zeigt in seinem Vortrag, wie kollektive psychologische Überzeugungen vor und nach dem Einmarsch der Russen implementiert und massenmedial verbreitet wurden. Diese Interpretationen werden mit Interpretationen der russischen Seite und dem realen Verhalten der russischen Regierung konfrontiert. Schließlich wird dargelegt, inwiefern eine kollektive psychologische Analyse eine Lösung der Ukraine-Krise ermöglichen könnte, vorausgesetzt, der politische Wille dazu wäre vorhanden…

Der Eintritt zum Vortrag ist frei, um Spenden wird gebeten.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Speyer

Am Mittwoch, 13. Mai 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Lesung – „Wenn die Waffen sprechen – Der Beginn einer Fabel”
Redner/Diskussionspartner: Martin Beck

Ort: Im Restaurant Delphi-Nebenzimmer
Tullastr. 50
67346 Speyer

In ihrem Buch „Wenn die Waffen sprechen – Der Beginn einer Fabel” unternehmen Martin Beck und Thorsten Bohnenberger den literarischen Versuch, die Grausamkeit des Krieges und die verdrängte Wirklichkeit des Tötens aus einer ungewöhnlichen Perspektive sichtbar zu machen: Waffen und ihre Munition, wie sie im Ukraine-Krieg eingesetzt werden, kommen zu Wort.

Ausgehend von der beschönigenden Redewendung „Wenn die Waffen sprechen“, lassen die Autoren die Waffen in fiktiver Form für sich selbst sprechen. Dabei geht es nicht nur um Technik, Einsatzorte und Zerstörungskraft, sondern vor allem um die Folgen für Soldaten, Verwundete, Hinterbliebene und Zivilisten. Die Waffen entwickeln im Verlauf der Erzählung Mitgefühl und eigene Gedanken – sie beginnen zu philosophieren, von einem anderen, sinnvollen „Leben“ zu träumen, während manche an ihrer eigenen vernichtenden Wirkung zugrunde gehen.

Das Buch richtet sich nicht nur an Pazifisten und Friedensbewegte, sondern gerade auch an jene, die Krieg allzu leicht als notwendiges Mittel betrachten. Besonders junge Menschen sollen für die tödliche und traumatisierende Realität des Kriegsgeschehens sensibilisiert werden, die in politischen Debatten und medialen Bildern oft ausgeblendet bleibt.

 

Über die Autoren:
Martin Beck, Jahrgang 1954, lebt in der Südpfalz, Dr. phil., war in den Bereichen rhetorische Kommunikation, Sprecherziehung, Lehrerbildung und im Schuldienst tätig.

Thorsten Bohnenberger, Jahrgang 1972, lebt im Elsass, studierte Informatik, Künstliche Intelligenz und Wirtschaftswissenschaften in Saarbrücken und Edinburgh, promovierte im Bereich Künstliche Intelligenz und arbeitete viele Jahre in der Automobilindustrie. Seit 2025 ist er unabhängiger Unternehmensberater für Künstliche Intelligenz. Beide Autoren verbindet auch eine persönliche biographische Motivation, ein Antikriegsbuch zu schreiben.

Im Anschluss wird Gelegenheit sein zum Austausch und zur Diskussion.

Die Veranstaltung ist kostenfrei; über eine Spende zur Deckung von Kosten freuen wir uns.

Wegen der begrenzten Platzsituation bitten wir für den Fall einer Teilnahme um eine kurze und rechtzeitige Anmeldung per Mail an [email protected].

Beginn des Treffens ist um 18:00 Uhr für Gespräche und ein Abendessen vorab.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Heidelberg

Am Samstag, 13. Juni 2026, um 14:00 Uhr
Thema: 3. HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ

Ort: Haus der Begegnung – Jesuitenkirche
Merianstr. 1
Heidelberg-Altstadt

Diese Konferenz wird eröffnet von dem EU-Abgeordneten Michael von der Schulenburg, Brüssel.

„Wir müssen mit Russland reden” – das war seine Mitteilung im November 2025. Daher wird am 13. Juni der direkte Dialog mit dem Generalkonsul der Russischen Föderation, Oleg Ju. Krasnitskiy, Bonn, stattfinden. Außerdem werden sich weitere Referenten beteiligen:
 
– Arno Gottschalk, Eppler-Kreis, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft – Landtag der Freien Hansestadt Bremen
 
– Joachim Guilliard, Heidelberger Friedensbündnis
 
– Dr. Theodor Ziegler, Religionspädagoge, Baiersbronn, Sicherheit neu denken,  “Mehr Diplomatie wagen” Baden-Württemberg

„Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden”  

Der Vorbereitungskreis hat sich am 13. März 26 in der Heidelberger Altstadt mit dem Mahnruf von General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges befasst. Wir müssen endlich mit Russland über eine friedliche Lösung verhandeln, denn nur so schaffen wir die Voraussetzungen für eine dauerhafte gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung im Interesse aller Europäer.

„Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden”

Bereits Anfang Januar 2026 haben Professor Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, Prof. Dr. h.c. Horst Teltschick, Dr. Johannes Klotz, General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg einen detaillierten Vorschlag zu Friedensverhandlungen vorgestellt. 
Es muss eine Atmosphäre der Verständigung geschaffen werden. Wer einen Verhandlungsfrieden anstrebt, muss auch seine Sprache ändern.

Die deutsche Bundesregierung könnte eine Führungsrolle bei der Suche nach einer friedlichen Lösung einnehmen. Das Grundgesetz ist eine Friedensverfassung. Die besondere historische Verantwortung Deutschlands erfordert eine dauerhafte Verständigung mit Russland!
 
Heidelberger NachDenkseiten-Gesprächskreis und paxchristi-Heidelberg-Rhein-Neckar
sowie örtliche und regionale Friedensorganisationen
Dr. Detlef Thiel – Hartmut Müller – Christine Brauss
Kontakt: [email protected]

(Auszug von RSS-Feed)

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Bilderberg-Treffen 2026 beginnt – NATO gibt Teilnahme von Mark Rutte bekannt

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An diesem Wochenende findet in den USA die Bilderberg-Konferenz statt. Das geht aus einer Pressemitteilung der NATO hervor. Dort heißt es kurz gefasst: „Vom 10. bis 12. April wird der Generalsekretär am Bilderberg-Treffen teilnehmen.“ Auf der Webseite des Elitenzirkels sind bis Stand Donnerstag Nachmittag noch keine Angaben zur Konferenz 2026 zu finden. Das letzte Mal kam der Bilderberg-Zirkel Anfang der 90er-Jahre zu einem so frühen Treffen zusammen. Normalerweise finden die verschwiegenen Treffen im Mai oder Juni statt. Dass die Bilderberg-Treffen harmlos sind, davon kann keine Rede sein. Aus den Epstein-Dateien ist ersichtlich, was sich im Vorfeld der Bilderberg-Konferenz 2012 im Zuge der Griechenland-Krise zugetragen hat (siehe NachDenkSeiten-Beitrag). Welche deutschen Politiker nehmen an der Konferenz teil? Werden ARD und ZDF in einer politisch hochbrisanten Zeit dieses Mal über die Bilderberg-Konferenz berichten? Von Marcus Klöckner.

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Wer wird an der Bilderberg-Konferenz 2026 teilnehmen? Werden wieder deutsche Politiker auf der Teilnehmerliste stehen? Wer trägt die Kosten der Parlamentarier für die als privat verstandene mehrtägige Konferenz hinter verschlossenen Türen? Was steht dieses Mal auf der Agenda eines der exklusivsten machtelitären Zirkel der Welt? Auf der Webseite der Bilderberg-Gruppe sind bisher noch keine weitergehenden Informationen veröffentlicht. Die Webseite existiert erst seit den 2010er-Jahren, in der Regel wird dort zum Beginn der Konferenz die Teilnehmerliste und die Agenda in Stichpunkten veröffentlicht. Mehr Transparenz gibt es nicht. Zu den halbgeheimen Konferenzen, die seit 1954 einmal im Jahr stattfinden, kommen etwa 140 führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Finanzwelt, Medienbranche, Militär, Geheimdiensten, Forschung, Lehre und dem Adel aus der westlichen Welt. Bis in die 2000er-Jahre gab es nahezu keine Berichte großer Medien zu den Konferenzen. Selbst gestandenen Politikwissenschaftlern war der Elite-Zirkel kein Begriff. Mit dem Internet hat sich das geändert. Nach und nach haben auch große Medien die Bilderberg-Konferenzen thematisiert – wenn auch sehr zurückhaltend.

Wie wird es in diesem Jahr aussehen? Werden dieses Mal die öffentlich-rechtlichen Medien über die Zusammenkunft der Mächtigen berichten? Schließlich: Vertreter dieser Medien sitzen doch auch in den USA.

Demokratie lebt von Transparenz. Wenn sich für mehrere Tage in Amt und Würde stehende Politiker mit Wirtschaftskapitänen unter Ausschluss der Öffentlichkeit treffen, dann hat die Öffentlichkeit ein Recht zu erfahren, was besprochen wurde.

Lesetipps: C. Wright Mills: Die Machtelite, hrsg. von Björn Wendt, Michael Walter und Marcus B. Klöckner, Westend Verlag, Frankfurt/Main 2019, 574 Seiten, gebunden, 29,99 Euro.

Wendt, Björn: Die Bilderberg-Gruppe: Wissen über die Macht gesellschaftlicher Eliten. 19. Oktober 2016. Sievers & Partner. 268 Seiten.


Nachtrag Redaktion: Mittlerweile hat die Bilderberg-Gruppe die Teilnehmerliste und die Agenda veröffentlicht.

(Auszug von RSS-Feed)

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Deutschland ist Weltmeister – oder kommt vor dem Fressen doch noch die Moral?

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Die große Chance für den DFB, endlich einmal das Richtige zu tun.
Ostern 2026. Ein lebensmüder Buckelwal erschüttert die Nation. In den ICEs der Bahn die üblichen Saalschlachten. Ricarda Lang meldet sich stündlich zum Fall Ulmen. In Hannover werden 760 Teilnehmer am Ostermarsch verzeichnet. Alt und Jung fordern Frieden und Freiheit. Man hört Trillerpfeifen. Als Konsequenz des sogenannten „Iran-Konflikts“ verlangt die AfD den kompletten Abzug der US-Armee. Alle anderen im Land warten auf Godot. Der DFB hält sich in der Causa Undav & Nagelsmann bedeckt. Wir leben in Zeiten, in denen wir laut Lothar Matthäus „den Sand nicht in den Kopf stecken dürfen“. Von Wolf Reiser.

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Um den Kopf wieder freizubekommen, lohnt sich ein sportlicher Rückblick in den Herbst des Jahres 1979. In Teheran hatten iranische Revolutionsgarden die amerikanische Botschaft gestürmt und sich zum Missvergnügen von US-Präsident Carter 52 Geiseln auserwählt. Der um die Wiederwahl zitternde Erdnussfarmer war eigentlich darauf konzentriert, zusammen mit seinem Sicherheitsberater – und Alptraum aller weltweiten Nachrichtenvorleser – Zbigniew Kazimierz Brzeziński, die afghanischen Mudschaheddin nebst dem saudischen Bin-Laden-Clan hochzurüsten. Das Ziel: die Rote Armee in die Kriegsfalle zu locken. Die Greise im Kreml überhörten die Signale und leiteten damit den Anfang vom Ende der Sowjetunion ein.

Zum Jahreswechsel 1980 verkündete der desperate US-Präsident die weltweite Blockade der Olympischen Sommerspiele in Moskau, wenn, ja wenn die Sowjets ihre Truppen nicht bis zum 20. Februar nach Hause holen würden. Da der Russe nicht auf Blitzkrieg spezialisiert ist, konnte er das Ultimatum nicht einhalten und zog sich erst im Februar 1989 zurück.

In Bonn wuchs damals der Druck auf die sozialliberale Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt. Mit einem Boykott würde man die so mühsam angebahnte und auf Ausgleich bedachte Ostpolitik konterkarieren. Zudem gab es die RAF, die Neutronenbombe, den gerade unterzeichneten Erdgasdeal mit Moskau und den Kandidaten Strauß. Der 28-jährige Fechter Thomas Bach flehte als Vertreter der Olympioniken die Koalition an, Sport und Politik zu trennen und die Athleten nicht als Bauern auf dem Schachbrett der internationalen Auseinandersetzungen zu kompostieren. Daraufhin wurde er als „Kommunistenschwein und Vaterlandsverräter“ beschimpft.

Bei der Abstimmung am 23. April 1980 unterstützte eine große Mehrheit des Bundestags den Boykott. Die SPD und der Hindukusch, das ist eine ganz spezielle Beziehung. Deutschland erwies sich beim „Zeichensetzen“ wieder einmal als treuester Vasall der USA und des NATO-Generalsekretärs Joseph Luns. Im Juli schickten 81 von 146 der eingeladenen Länder ihre Sportler zu den ersten Spielen im kommunistischen Ostblock. Elf westliche Länder bzw. deren Nationale Olympische Komitees hatten einen Boykott abgelehnt. Dass man auch Zwischentöne treffen kann, zeigten die Teams aus Frankreich, Italien, der Schweiz und den Niederlanden. Sie mieden demonstrativ die Eröffnungszeremonie, während Großbritannien, Irland und Portugal nur einen einzigen Sportler abstellten.

Nach seiner Wiederwahl und der parallelen Abwahl des von ihm verachteten Carter sagte Helmut Schmidt etwas Bemerkenswertes: „Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.” Wie recht er hatte, bestätigte sich 1982. Brzeziński war über den elenden Kontostand der FDP informiert und schuf bei einigen ihrer Abgeordneten ein solid-anwachsendes Misstrauen.

Nun steht in zwei Monaten zwar keine Olympiade an, doch stehen beim DFB der jüngeren Geschichte so Sachen wie Moral und Ethik und Toleranz hoch im Kurs und auch ältere Tugenden wie Fairness, Vielfalt und Respekt. In diesem Sinne ordnet ein Mann mit einem ballähnlichen Kopf und dem passenden Namen Infantino an: „Die WM muss und wird ein Symbol für Einheit und Solidarität sein“ und wird die Welt begeistern mit einer „friedlichen und fröhlichen Atmosphäre“.

Doch da gibt es diese unprovozierten völkerrechtswidrigen, aggressiven und terroristischen Kriege mit Toten und Millionen in die Obdachlosigkeit gebombten Mitmenschen. Es kann zu Ostern 2026 für Politik und Sport nur eines zählen: diese Spiele zu boykottieren, ohne Wenn und Aber und verbunden mit all diesen Vokabeln, etwa Entrüstung, Scham und Verachtung gegenüber der Militärjunta des amerikanischen Gastgebers. Doch man hört nichts davon im Musterland der Ethik. Es gibt keine Brennpunkte, TV-Talks, parlamentarische Sondersitzungen und sich überschlagende Pressekonferenzen. Nicht einmal beim „Doppelpass“ oder im Kölner Kellergericht regt sich eine Stimme der Vernunft. Bislang gab es lediglich einen Zwischenruf der Amnesty-International-NGO. Dort befürchtet man die Möglichkeit von ICE-Repression gegen migrantische Communities und die vielen Obdachlosen. So kann man die Sache natürlich auch angehen, aber „ein Lothar Matthäus lässt sich nicht so einfach umdrehen wie ein Wiener Schnitzel“.

Folgt man der Logik des kalten Kriegers Brzeziński bei seiner „Operation Cyclone,“ dann soll der Boykott eines Sportevents für Frieden und Sicherheit auf der Welt sorgen, für Wohlstand, freien Handel und Glück. Obwohl seine „Schwerter zu Pflugscharen“-Denkschule zum Zusammenbruch des Ostblocks führte, nahm sein „War on Terror“ ab 1990 erst so richtig Fahrt auf und gipfelt derzeit im pränuklearen Chaos.

In dem transatlantischen Kursbuch „Between Two Ages – die Rolle der USA in einem technetronischen Zeitalter“ aus dem Jahre 1970 steckte der humorlose Pole, Berater auch von Johnson, Nixon, Reagan, Clinton, den Bushs und Obama die alternativlosen Ziele der Supermacht ab. Grob gesagt drehen sich die 170 Seiten um den eurasischen Feuerball Ukraine und im Weiteren darum, die Region zwischen Gibraltar und Wladiwostok in einen verwüsteten Großbalkan umzudekorieren. Das neutestamentarische Opus wurde nie ins Deutsche übersetzt. Man kann es heute als gebrauchtes Taschenbuch für knapp 300 Euro bestellen, wohingegen das deutsche Pendant „Mein Kampf“ mit zwölf Euro fast als ein Schnäppchen daherkommt.

Wenn der Boykott von 1980 aber etwas bewirkt hatte, dann bei der Hierarchieauflistung der US&NATO-Butler, wo Deutschland sich als unumstrittener Tabellenführer erwies. In diesem April besteht nun die einmalige Chance, diesen Status abzuschütteln und sich zumindest auf dem Sektor des Ballspiels in den Augen der Weltgemeinde als souveräne Instanz zu erweisen.

Nachdem Obama mehrfach bestätigt hatte, dass dieser Maidanvorfall ab 2014 ein „US-Deal“ war und ist, müsste auf der Basis früherer Moral spätestens seither jeder Sportevent ein Tabu sein, an dem Nordamerikaner beteiligt sind; von Bidens späterer Nord-Stream-Ansage ganz zu schweigen. Moral ist aber offenbar nur das, was der Chef für Moral hält. Wie und wohin der Hase zu laufen hat, bekam der erfrischende Mehmet Scholl 2017 während des für den DFB so erfolgreichen Confed-Cups in Russland zu spüren. „Wir stehen im Confed-Cup-Halbfinale, die U21 zeitgleich im EM-Finale, wir hatten 33 Grad. Alles war perfekt. Und da kommen die wieder mit so etwas Negativem um die Ecke, so mit Russland-Doping und diesem Hajo Seppelt. Und dann habe ich nur gesagt: Die Story kommt raus oder ich gehe. Dann hieß es, dass ich mich nicht einmischen darf. Ja, und dann bin ich gegangen. Ich lass mir doch nicht von der ARD die Eier abschneiden.“ Ruckzuck wurde aus dem Hayali-Think-Tank der woke Thomas Hitzlsperger aus dem Hut gezaubert, auch bekannt als Autor des Outing-Jahrhundertwerks „Mutproben“.

Nur sehr wenige Sportjournalisten definierten das Ausscheiden in der Vorrunde 2018 als klammheimlichen Protest gegen die Putin-Schreckensherrschaft. Und tatsächlich entwickelte sich der DFB in der Folgezeit zu einem Hort ritterlichen Edelmuts. Nicht Köpfe, sondern bunte Bälle sollten rollen, gegen Hass, Diktatur, Ausgrenzung Unterdrückung, Faschismus, Ungerechtigkeit und Menschenrechte, also nicht gegen, sondern für, natürlich. Ergriffen von rätselhafter Selbstbegeisterung erprobte man vier Jahre später in Katar ein neues Verweigerungsritual: Mouth wide shut, drei Spiele und mit Nancy an Bord ab nach Hause, wo der Mensch noch etwas gilt. Sollen sich doch Franzosen und Argentinier die Hände dreckig machen.

Während sich Russland einen langen Tschetschenienkrieg leistete und seit 2022 als Folge des „US-Deals“ in der Ostukraine herumoperiert, lesen sich die von geschätzt 35 Millionen Pechvögeln garnierten Auslandseinsätze der befreundeten Weltpolizei schon etwas imposanter: Libyen, Grenada, Panama, Irak 1, Liberia, Bolivien, Haiti, Somalia, Kosovo, Kuwait, Irak 2, Afghanistan, Libyen 2, Irak 3, Syrien, Libanon und nun also seit 2025 der Endsieg über den Iran. Dazu der fränkische Veteran: „Es ist wichtig, das man neunzig Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt.“

Das nächste Spiel sollte am 14. Juni in Houston um 12 Uhr Ortszeit gegen den Angstgegner aus Curaçao stattfinden. Sollte. Denn wenn „wir“ noch einen Funken Anstand haben, also das gesamte Parlament, die große und kleine Wirtschaft, Wissenschaft, die Medien-und Kulturkloake, die Kirchen und der DFB bis runter zu den Tip-Kick-Aktiven, dann verbietet es sich, nur einen der vielen Füße auf den Turf des Großen Bruders zu setzen. Die Politik hat derweil die beiden Botschafter einzubestellen und sie bis zum Kriegsende mit Fußfesseln zu versehen. Anstatt weitere Mehrteiler-Dokus über Boatengs und Özils zu produzieren, haben unsere Funkanstalten inklusive Phoenix und Arte die Aufgabe, uns über vergangene wie aktuelle Kriegsverbrechen der USA und seiner regionalen Söldner zu informieren, über blinde Zerstörungswut, entfesselte Bosheit und Raserei, Massenmord und homerischen Kriegswahn.

Der Gratismut bei den hohlen Respekt&Toleranz-PR-Kampagnen und der Katar-Operette – geschenkt, so etwas kann passieren. Heute, hier und jetzt, Ostern 2026 zeigt es sich, ob eine Nation eine echte Haltung hat und so etwas wie Würde, Stolz und Courage. Wenn wir wirklich Eier haben, darf es keine Spiele mit deutscher Beteiligung geben. Es darf keinen Pakt mit den Epstein-Psychopaten geben. Es darf überhaupt in diesem Jahr dort keine WM geben. Sie sollte, wenn die Waffen schweigen, als Zeichen der Versöhnung nach Israel, Gaza und den Südlibanon nachgeholt werden. Und die Schule der 170 zerfetzten Mädchen vom 28. Februar, jenem israelischen Purimgeschenk an die Perser, soll zum UNESCO-Wallfahrtsort und Weltkulturerbe erklärt werden, Pflichtbesuch für alle Teilnehmer, wie wir das von anderen Kultstätten her kennen. Was Deutschland beim Weltklima geschafft hat, wird ja wohl beim Fußball auch möglich sein: Das Stigma des Willigen abzulegen, Vorreiter sein und ein leuchtendes Vorbild für alle Nationen.

Rudi Völler meinte neulich: „Es kann durchaus sein, dass es heiß wird … Vielleicht wird es in Canada ein bisschen weniger extrem, aber in Mexiko und in den USA ist es in vielen Regionen heiß.“ Manche lesen da einen Trend zur Umkehr heraus wie auch die kleine Hoffnung, dass uns im Mai das Kerosin ausgeht.

Für das Land selbst wäre das Verbleiben des DFB-Clans eingedenk aller Laptop-Experten, Lactat-Messer und Focus-Hypnotiseure von großem Vorteil. Die meist kräftigen jungen Männer könnten sich in den zwei Monaten nützlich machen, beim Schul- und Brunnenbau, bei der Paketzustellung, beim Verlegen neuer Schienen oder als Unterstützung bei der Ticketkontrolle. Auch Lehrkräfte bei integrativen Deutschkursen werden derzeit händeringend gesucht – eine Schwachstelle, auf die Lothar schon vor langer Zeit aufmerksam machte: „This are different exercises. Not only bumm.“

Titelbild: kovop / shutterstock.com

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Reden vom Ostermarsch: „Bedrückend ist, wie seit Februar 2022 eine schleichende Militarisierung unsere Gesellschaft durchzieht“

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Bei der Essener Auftaktkundgebung des Ostermarsches Rhein/Ruhr am Ostersonntag zitierten die Aktivisten vor hunderten Demonstranten unterstützende Grußworte bekannter Persönlichkeiten. Wir geben hier einige Zitate von Rolf Mützenich, Margot Käßmann und Peter Brandt wieder. Von Bernhard Trautvetter.

Margot Käßmann schrieb dem Essener Friedensforum ein Grußwort, in dem sie die Wichtigkeit der Gegenaufklärung im Klima der Militarisierung hervorhob:

Bedrückend ist, wie seit Februar 2022 eine schleichende Militarisierung unsere Gesellschaft durchzieht. Das ist von Sprache, über Medien und Schulen bis hin zu Häfen, Flughäfen und Zivilschutz zu beobachten. Dass nun in der Messe Essen die EURO DEFENCE EXPO an die Leitmesse für zivile Sicherheit angegliedert wird und so zivile und militärische Sicherheitstechnologien zusammengebracht werden, zudem gleichzeitig mehr als 400 hochrangige Militärvertreter der Nato tagen, ist ein weiterer, eklatanter Schritt. Es ist so wichtig, dass die Friedensbewegung in diesen Tagen wachsam bleibt, die Zivilgesellschaft informiert und hoffentlich aufrüttelt!…“

Rolf Mützenich ermutigte die Friedensaktivisten, die sich den zugespitzten Bedrohungen entgegenstellen, folgendermaßen: 

Mit dem Auslaufen des New-START-Vertrags am 5. Februar 2026 ist der letzte große Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und Russland Geschichte. Damit wächst die Gefahr eines neuen unkontrollierten atomaren Wettrüstens. Gleichzeitig wird wieder offen über Abschreckung, Machtpolitik und militärische Stärke gesprochen. Und selbst bei uns in Deutschland werden Stimmen lauter, die über eine eigene atomare Bewaffnung nachdenken. Die bittere Realität ist: Die Gefahr eines atomaren Konflikts ist heute wohl so groß wie noch nie zuvor. Wir stehen an der Schwelle eines neuen nuklearen Zeitalters, das noch komplexer, unberechenbarer und unsicherer ist als das sogenannte ‚Gleichgewicht des Schreckens‘ während des Kalten Krieges. … Ihr Engagement für Frieden, Dialog und internationale Verständigung ist heute wichtiger und notwendiger denn je.“

Peter Brandt erklärte seine persönliche Betroffenheit mit einem Rückblick auf über 60 Jahre Zeitgeschichte zwischen Kriegsgefahr und Frieden:

Liebe Freundinnen und Freunde!

Es ist 60 Jahre her, dass ich erstmals an einem Ostermarsch teilgenommen habe: 1966, zuerst im Ruhrgebiet, dann in Frankfurt. Das war dreieinhalb Jahre nach der wohl gefährlichsten Konfrontation der beiden damaligen Supermächte USA und Sowjetunion vor Kuba. Die USA beantworteten die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen auf der Karibikinsel durch die UdSSR mit einer Seeblockade, und es drohte eine militärische Invasion.

Nur weil die Führer der Weltmächte, US-Präsident Kennedy und KPdSU-Chef Chruschtschow, die Nerven behielten und hinter den Kulissen den Weg zu einem beiderseits akzeptablen Kompromiss fanden – wobei das amerikanische Zugeständnis, nach dem Abzug der sowjetischen Raketen aus Kuba die amerikanischen aus der Türkei zu entfernen, aus US-innenpolitischen Gründen zunächst geheim bleiben musste – , konnte die akute Krise entschärft, dann überwunden werden. 

Der Oktober 1962 wurde zu einem Wendepunkt in den Ost-West-Beziehungen. Mit ersten Rüstungskontrollabkommen begann eine Übergangsphase zum Entspannungsjahrzehnt der 1970er mit den bundesdeutschen Ostverträgen und der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

Obwohl auch in diesen Jahren in der damals so genannten Dritten Welt weiterhin Interventions- und Befreiungskriege tobten, an erster Stelle in Vietnam, entstand auf der Nordhalbkugel eine Staatenordnung, die, obgleich unter der geteilten Hegemonie der Supermächte, auf sukzessive Sicherung des Friedens bei wachsendem Spielraum für die in die Paktsysteme eingebundenen staatlichen Akteure mittlerer und kleinerer Größe gerichtet war. 

Und als um 1980 die Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion samt den von ihnen geführten Militärpakte erneut eine gefährliche Dimension annahmen – viele der heute Älteren erinnern sich lebhaft an die Massenproteste gegen die sog. Nachrüstung, erneut stand die Problematik der atomaren Mittelstreckenraketen im Zentrum – , trugen die in den Vorjahren geschaffenen vertraglichen Strukturen dazu bei, dass der erneuerte Kalte Krieg nicht auf Europa durchschlug. 

Eine ähnlich gefährliche Situation wie 1962 entstand im November 1983 infolge der NATO-Übung Able Archer, die die sowjetische Führung zunächst für die unmittelbare Vorbereitung eines atomaren Großangriffs hielt.

Erst diese Erfahrung machte dem strikt antikommunistischen US-Präsidenten Reagan klar, dass sich die andere Seite tatsächlich bedroht sah. Diese Erkenntnis war die Voraussetzung dafür, dass es 1987 auf Initiative Michail Gorbatschows zur bedeutendsten Abrüstungsmaßnahme seit 1946 kam: der Null-Lösung im Bereich der atomaren Mittelstreckenraketen, der Eliminierung einer ganzen Waffengattung in Europa.

Mit dem Ende des alten Ost-West-Konflikts kamen um 1990 weitere Rüstungskontroll- und Abrüstungsabkommen hinzu.

Wir mussten jedoch erleben, dass anstelle der Weiterführung dieses Prozesses, insbesondere im Hinblick auf ein gesamteuropäisches Sicherheitssystem, spätestens seit der Jahrtausendwende, eine Tendenz zur erneuten Verschärfung der Spannungen, jetzt zwischen der nach Osten erweiterten NATO und Russland, sich geltend machte, nicht allein, aber hauptsächlich forciert durch die westliche Führungsmacht.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 und der Antritt der zweiten Regierung Trump im Januar 2025 stehen am vorläufigen Ende einer langen Ereigniskette, die die Weltordnung der vorangegangenen drei Jahrzehnte zerstört hat. 

Ich erinnere hier an die zurückliegenden Epochen, um die reale politische Bedeutung der europäischen blockübergreifenden Friedensbewegung mit dem Höhepunkt in den frühen 1980er-Jahren hervorzuheben: Obwohl die Stationierung der Pershing 2 und der Cruise Missiles nicht verhindert werden konnte, hat damals der Massenprotest, einschließlich seiner Resonanz im anderen Teil Deutschlands und Europas, etwas bewirkt, indem er, bis auf die Ebene der staatlichen Entscheidungsträger, das Bewusstsein und namentlich das politisch-programmatische Denken verändert hat.

Hieran gilt es anzuknüpfen: So offensichtlich damals die besondere Gefahr für die Menschen weltweit war, so wichtig war und ist das Engagement für den Frieden bis heute.

Ihr Prof. i. R. Dr. Peter Brandt“

Titelbild: FooTToo / Shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

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Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise

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An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in Rostock, Friedberg, Hamburg, Wahlstedt, Hannover, Kiel, Darmstadt, Düsseldorf, Freiburg, Speyer und Heidelberg vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie hier. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Rostock

Am Samstag, 4. April 2026, um 10:00 Uhr
Thema: Ostermarsch

Ort: Denkmal der revolutionären Matrosen
18057 Rostock

Informationen zur Veranstaltung
„Unsere Kinder kriegt Ihr nicht!”

Ostermarsch in Rostock mit Tino Eisbrenner und einem Grußwort von Eugen Drewermann (Audio).


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt am Main in Kooperation mit der Wetterauer Aktion Frieden

Am Donnerstag, 9. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Für ein Kriegsende und eine europäische Sicherheits- und Friedensordnung
Redner/Diskussionspartner: General a. D. Harald Kujat

Ort: Stadthalle Friedberg
Georg-August-Zinn-Halle
Am Seebach 2
61169 Friedberg (Hessen)

Zur Webseite der Veranstaltung

Vortrag und Diskussion

Wie kann der Krieg in der Ukraine beendet werden?
Welche Perspektiven gibt es für eine neue europäische Sicherheits- und Friedensordnung?

Diese Fragen gehören zu den drängendsten unserer Zeit. Während die militärische Eskalation weiter voranschreitet, wird die politische und diplomatische Dimension eines möglichen Friedens häufig nur unzureichend diskutiert.

Mit General a. D. Harald Kujat, ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses und früherer Generalinspekteur der Bundeswehr, kommt einer der profiliertesten Militärstrategen Deutschlands nach Friedberg. Kujat gehört zu den wenigen hochrangigen Militärs, die sich seit Beginn des Ukrainekrieges öffentlich für eine realistische Analyse der militärischen Lage, für Diplomatie und für ernsthafte Bemühungen um ein Ende des Krieges einsetzen.

In seinem Vortrag wird er auf zentrale Fragen eingehen:

  • Wie lässt sich der Krieg in der Ukraine beenden?
  • Welche Rolle könnten Verhandlungen und diplomatische Initiativen spielen?
  • Wie könnte eine tragfähige europäische Sicherheitsordnung aussehen, die langfristig Frieden ermöglicht?

Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zu Fragen und zur Diskussion.

Eine Veranstaltung für alle, die sich jenseits von Schlagzeilen und Kriegsrhetorik mit den Perspektiven für Frieden in Europa auseinandersetzen möchten.

Eintritt ist frei – Spenden zur Kostendeckung willkommen.

Bitte Anmeldung per E-Mail an: [email protected]


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Hamburg | nachdenken-in-hamburg.de

Am Donnerstag, 9. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Buchvorstellung „Aller Rechte beraubt”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Rudolf-Steiner-Haus
Mittelweg 11-12
20148 Hamburg

Zur Webseite der Veranstaltung

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. … Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt der Autor, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

Der Autor Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger.

Der Eintritt ist frei.

Mit deiner Spende unterstützt du unsere weiteren Aktivitäten.

Anmeldung: lets-meet.org/reg/101c8207bc0c3a967a


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Südholstein | nachdenken-in-suedholstein.de

Am Freitag, 10. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Lesung/Gespräch „Aller Rechte beraubt – Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Begegnungsstätte Wahlstedt
Waldstraße 1
23812 Wahlstedt

„Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. … Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt der Autor, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

Der Autor Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger.

Um Anmeldung wird gebeten unter lets-meet.org/reg/499b7f0a5827caffc8.
Das Buch kann vor Ort erworben und signiert werden.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Lübeck

Am Samstag, 11.04.2026 um 16:00
Thema: “Aller Rechte beraubt” – Mit außergewöhnlichen EU-Sanktionenen zum autoritären Staat
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Restaurant “Bootshaus” auf dem Gelände der Lübecker Rudergesellschaft
Hüxtertorallee 4
23564 Lübeck

Zur Webseite der Veranstaltung

Promedia-Verlag Wien

Eine Anmeldung ist notwendig, sie kann unter folgender Adresse vorgenommen werden:

lets-meet.org/reg/e76bf04dea383de116

Leider werden zur Zeit die Plätze schon knapp!

Der Eintritt ist frei, um einen Beitrag in die Spendenbox wird gebeten.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Hannover

Am Samstag, 11. April 2026, um 20:00 Uhr
Thema: „Tanz auf der Brandmauer“
Redner/Diskussionspartner: Rolf Hackmann und Bengt Kiene

Ort: H50
Hildesheimer Str. 50
30169 Hannover

Informationen zur Veranstaltung

Texte, Reime und Lieder

Rolf Hackmann und Bengt Kiene haben sich zusammengetan und schrecken auch vor Reimen nicht zurück:

Lieber den Staat delegitimieren
als in dessen Krieg zu marschieren.
Lieber entrückt auf der Brandmauer tanzen
als Dummheit, Häme und Hass zu pflanzen.

Einlass ab 19:30 Uhr, Beginn 20:00 Uhr

Eintritt 5 Euro, Spenden für die Künstler erbeten.

Anmeldung bis 7. April 2026: @binowa oder 05032 14 74


NachDenkSeiten-Gesprächskreis KielRegion

Am Montag, 13. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Buchvorstellung „Aller Rechte beraubt – Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Haus der Heimat
Wilhelminenstr. 47-49
24103 Kiel
von der Straße gesehen der 2. Eingang

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. Er zeigt, wie sich die EU-Behörden seit 2014 – als Mittel im Kampf gegen Moskau – Kompetenzen angeeignet haben, die sie zum Ankläger und Richter in Personalunion machen. Solange sich die Sanktionen gegen russische und ukrainische Staatsbürger richten, mag deren schiere Existenz nicht bedroht sein. Seit 2022 und verstärkt seit dem 20. Mai 2025 werden jedoch auch EU-Bürger sanktioniert und damit all ihrer Rechte beraubt. Selbst die Hilfeleistung durch Angehörige oder Freunde steht unter Strafe.

Die neue Sanktionspolitik erinnert an vormoderne Strafregime. Der Referent geht deshalb zurück in die Geschichte und erinnert an Repressionsmaßnahmen wie die mittelalterliche Verbannung oder die Reichsacht, der z.B. Martin Luther ausgesetzt war. Im 19. Jahrhundert kam die Ausbürgerung als Strafe in Mode; sie erreichte im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt. Heutige Terror- und Sanktionslisten fanden erst im 21. Jahrhundert massenhafte Verwendung durch die USA, die UNO und die EU.

Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt Hofbauer, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.
Referent:

Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte und arbeitet als Publizist und Verleger. Im Promedia Verlag sind von ihm zuletzt erschienen: „Balkankrieg: Zehn Jahre Zerstörung Jugoslawiens“ (2001), „EU-Osterweiterung. Historische Basis – ökonomische Triebkräfte – soziale Folgen“ (2008), „Die Diktatur des Kapitals. Souveränitätsverlust im postdemokratischen Zeitalter“ (2014) sowie „Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung“ (2016).

Hinweis: Direkt am Haus der Heimat gibt es keine Parkplätze und es werden sehr rigoros Strafzettel verteilt.

Der Eintritt ist frei – aber wir bitten um eine Spende für die Hutkasse.
Es gibt dort keine Bewirtung, bringt gerne Getränke und Gebäck mit.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Darmstadt

Am Mittwoch, 15. April 2026, um 18:00 Uhr
Thema: „Great Reset VON UNTEN”
Redner/Diskussionspartner: Ralph Boes

Ort: GEW Haus (Gewerkschaft, Erziehung, Wissenschaft)
Gagernstraße 8
64283 Darmstadt

Das Thema des Abends ist der Titel des gleichnamigen Buches, das im Jahr 2025 erschienen ist.

Ralph Boes ist Menschenrechtsaktivist in Deutschland.

Das Hartz IV – Regime wurde durch seine Arbeit vor das Verfassungsgericht gebracht, welches die unmenschlichen Sanktionen dann 2019 aufgehoben hat.

Im Vortrag werden nicht nur äußere, sondern vor allem die inneren Kräfte, die unsere Demokratie aushöhlen, beleuchtet. Es werden die starken verfassungswidrigen Tendenzen im bestehenden System aufgezeigt und zugleich ein konkreter Weg zur Erneuerung gewiesen.

Im Anschluss an den Vortrag steht genügend Zeit für Fragen, Buchkauf- und Signierung zur Verfügung.

Der Eintritt ist frei – wir bitten um Solidarspenden zur Kostendeckung.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Düsseldorf

Am Freitag, 24. April 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Das Thema Corona ist nicht vorbei – es ist verdrängt
Redner/Diskussionspartner: Andrej Hunko

Ort: Gaststätte Hirschchen
Alt Pempelfort 2
Düsseldorf

Andrej Hunko ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter (BSW) und Mitglied des Gesundheitsauschusses des Europarates. Er hat die Corona-Politik parlamentarisch begleitet und ihre Widersprüche früh benannt. Gemeinsam mit Professor Matthias Schrappe arbeitet er heute an einer unabhängigen Aufarbeitung der Corona-Jahre, denn Corona ist ganz und gar nicht aufgearbeitet und erledigt. Denn:

  • Die politische Verantwortung für Grundrechtseingriffe historischen Ausmasses wurde nie ernsthaft untersucht.
  • Der Antrag auf einen echten Untersuchungsauschuss wurde blockiert.
  • Sanktionen gegen Ärzte und Pflegekräfte wirken bis heute nach.
  • Ungerechtfertigt verhängte Bußgelder wurden nicht zurückgezahlt.
  • Impfgeschädigte kämpfen weiterhin um Anerkennung und Unterstützung.
  • Neue Verträge und Gesetze deuten auf ähnlich gelagerte Reaktionen in der Zukunft hin.
  • Zentrale Dokumente werfen mehr Fragen auf als sie beantworten.

Andrej Hunko steht für eine sachliche, parlamentarisch fundierte und demokratisch notwendige Aufarbeitung. Nicht aus parteitaktischen Gründen – sondern weil ein Rechtsstaat ohne Aufklärung seine Glaubwürdigkeit verliert.

Wir laden Sie ein zu einem Abend, der nicht zurückblickt, um zu verharren, sondern um Lehren zu ziehen. Für Grundrechte, für Transparenz, für eine demokratische Zukunft.

Seien Sie dabei, wenn es heißt: verstehen, hinterfragen, diskutieren. Wir freuen und auf Ihr Kommen und einen erkenntnisreichen Abend.

Eintritt frei – Spenden zur Kostendeckung werden erbeten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Freiburg/Brsg.

Am Dienstag, 5. Mai 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Vorstellung und Diskussion zum Buch „Überlegungen zur kollektiven Psychologie der Ukraine-Krise“
Redner/Diskussionspartner: Dr. (habil.) Dieter Sandner

Ort: Mensa Hebelschule
Engelbergerstraße 2 (Eingang über Eschholzstraße)
79106 Freiburg

In seinem Text „Überlegungen zur kollektiven Psychologie der Ukraine-Krise“ arbeitet der Psychoanalytiker und Autor Dieter Sandner heraus, wie es zur Entstehung und Fortschreibung einer kollektiven psychologischen Überzeugung gekommen ist („der Russe ist an allem schuld“), die sich zu Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine innerhalb weniger Tage entwickelt hat. Am exemplarischen Einzelfall (Ukrainekrieg) wird deutlich gemacht, dass es sich hierbei um eine massenpsychologische Dynamik handelt, die spontan entsteht, wenn sich eine Gesellschaft insgesamt bedroht fühlt. Bedeutsam hierbei ist, auf welche Weise (mit welchen Methoden) dann vom herrschenden Mainstream verhindert wird, eine alternative Einschätzung der Bedrohungssituation zuzulassen, um diese der kollektiv-psychologischen Überzeugung gegenüberzustellen, im konkreten Fall: der Russophobie.

Die Analyse dieses kollektiven Prozesses basiert auf den Überlegungen des gruppenanalytischen Ansatzes von Trigant Burrow (1875-1950), einem der Begründer der Gruppenanalyse. Der US-amerikanische Psychoanalytiker war der Auffassung, dass – nicht nur in Kleingruppen – sondern auch in Gesellschaften und Staaten unbewusste gesellschaftsweite Überzeugungen vorhanden sind, die das konkrete kollektive Denken und Handeln bestimmen. Diese unbewussten Überzeugungen und etablierten Vorstellungen gilt es gruppenanalytisch zu untersuchen und zu interpretieren, um unbewußtes (irrationales) Denken und Handeln ins Bewußtsein zu rücken.

Dieter Sandner zeigt in seinem Vortrag, wie kollektive psychologische Überzeugungen vor und nach dem Einmarsch der Russen implementiert und massenmedial verbreitet wurden. Diese Interpretationen werden mit Interpretationen der russischen Seite und dem realen Verhalten der russischen Regierung konfrontiert. Schließlich wird dargelegt, inwiefern eine kollektive psychologische Analyse eine Lösung der Ukraine-Krise ermöglichen könnte, vorausgesetzt, der politische Wille dazu wäre vorhanden …

Der Eintritt des Vortrags ist frei, um Spenden wird gebeten.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Speyer

Am Mittwoch, 13. Mai 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Lesung „Wenn Waffen sprechen – Der Beginn einer Fabel”
Redner/Diskussionspartner: Martin Beck

Ort: Im Restaurant Delphi-Nebenzimmer
Tullastr. 50
67346 Speyer

In ihrem Buch „Wenn die Waffen sprechen – Beginn einer Fabel” unternehmen Martin Beck und Thorsten Bohnenberger den literarischen Versuch, die Grausamkeit des Krieges und die verdrängte Wirklichkeit des Tötens aus einer ungewöhnlichen Perspektive sichtbar zu machen: Waffen und ihre Munition, wie sie im Ukraine-Krieg eingesetzt werden, kommen zu Wort.

Ausgehend von der beschönigenden Redewendung „Wenn die Waffen sprechen“, lassen die Autoren die Waffen in fiktiver Form für sich selbst sprechen. Dabei geht es nicht nur um Technik, Einsatzorte und Zerstörungskraft, sondern vor allem um die Folgen für Soldaten, Verwundete, Hinterbliebene und Zivilisten. Die Waffen entwickeln im Verlauf der Erzählung Mitgefühl und eigene Gedanken – sie beginnen zu philosophieren, von einem anderen, sinnvollen „Leben“ zu träumen, während manche an ihrer eigenen vernichtenden Wirkung zugrunde gehen.

Das Buch richtet sich nicht nur an Pazifisten und Friedensbewegte, sondern gerade auch an jene, die Krieg allzu leicht als notwendiges Mittel betrachten. Besonders junge Menschen sollen für die tödliche und traumatisierende Realität des Kriegsgeschehens sensibilisiert werden, die in politischen Debatten und medialen Bildern oft ausgeblendet bleibt.

 

Über die Autoren:

Martin Beck, Jahrgang 1954, lebt in der Südpfalz, Dr. phil., war in den Bereichen rhetorische Kommunikation, Sprecherziehung, Lehrerbildung und im Schuldienst tätig.

Thorsten Bohnenberger, Jahrgang 1972, lebt im Elsass, studierte Informatik, Künstliche Intelligenz und Wirtschaftswissenschaften in Saarbrücken und Edinburgh, promovierte im Bereich Künstliche Intelligenz und arbeitete viele Jahre in der Automobilindustrie. Seit 2025 ist er unabhängiger Unternehmensberater für Künstliche Intelligenz. Beide Autoren verbindet auch eine persönliche biographische Motivation, ein Antikriegsbuch zu schreiben.

Im Anschluss wird Gelegenheit sein zum Austausch und zur Diskussion.

Die Veranstaltung ist kostenfrei; über eine Spende zur Deckung von Kosten freuen wir uns.

Wegen der begrenzten Platzsituation bitten wir für den Fall einer Teilnahme um eine kurze und rechtzeitige Anmeldung per Mail an [email protected].

Beginn des Treffens ist um 18:00 Uhr für Gespräche und ein Abendessen vorab.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Heidelberg

Am Samstag, 13. Juni 2026, um 14:00 Uhr
Thema: 3. HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ

Ort: Haus der Begegnung – Jesuitenkirche
Merianstr. 1
Heidelberg-Altstadt

Diese Konferenz wird eröffnet von dem EU-Abgeordneten Michael von der Schulenburg, Brüssel.

„Wir müssen mit Russland reden” – das war  seine Mitteilung im November 2025.

Daher wird am 13. Juni der direkte Dialog mit dem Generalkonsul der Russischen Föderation, Oleg Ju. Krasnitskiy, Bonn, stattfinden. Außerdem werden sich weitere Referenten beteiligen:
 
…Arno Gottschalk, Eppler-Kreis, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft – Landtag der Freien Hansestadt Bremen
 
…Joachim Guilliard, Heidelberger Friedensbündnis
 
…Dr. Theodor Ziegler, Religionspädagoge, Baiersbronn, Sicherheit neu denken, „Mehr Diplomatie wagen” Baden-Württemberg

„Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden”  

Der Vorbereitungskreis hat sich am 13. März 26 in der Heidelberger Altstadt mit dem Mahnruf von General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg zum vierten Jahrestag des Ukrainekrieges befasst. Wir müssen endlich mit Russland über eine friedliche Lösung verhandeln, denn nur so schaffen wir die Voraussetzungen für eine dauerhafte gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung im Interesse aller Europäer.

„Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden”

Bereits Anfang Januar 2026 haben Professor Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, Prof. Dr. h.c. Horst Teltschick, Dr. Johannes Klotz, General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg einen detaillierten Vorschlag zu Friedensverhandlungen vorgestellt. Es muss eine Atmosphäre der Verständigung geschaffen werden. Wer einen Verhandlungsfrieden anstrebt, muss auch seine Sprache ändern.

Die deutsche Bundesregierung könnte eine Führungsrolle bei der Suche nach einer friedlichen Lösung einnehmen. Das Grundgesetz ist eine Friedensverfassung. Die besondere historische Verantwortung Deutschlands erfordert eine dauerhafte Verständigung mit Russland!
 
Heidelberger NachDenkseiten-Gesprächskreis und paxchristi-Heidelberg-Rhein-Neckar
sowie örtliche und regionale Friedensorganisationen
Dr. Detlef Thiel – Hartmut Müller – Christine Brauss
Kontakt: [email protected]

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Es ist wieder so weit: Auf zum Ostermarsch!

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Wie jedes Jahr gibt es auch 2026 zu Ostern viele Gelegenheiten, auf die Straße zu gehen und für den Frieden zu demonstrieren.

Unter diesem Link hat das Netzwerk Friedenskooperative viele Termine im ganzen Bundesgebiet für die Feiertage zusammengestellt – geordnet nach Daten oder Bundesländern.

Ergänzend dazu veröffentlichen die NachDenkSeiten hier noch ein paar zusätzliche Termine, die dort nicht aufgelistet sind:


Augsburg-Steht-Auf Ostermarsch für den Frieden

Am Samstag, 4. April 2026, Treffpunkt: Ladehofstraße

Beginn: 14:00 Uhr, Umzug ca. 14:30 Uhr (durch die Innenstadt)

Plakate, Fahnen, Trommeln sind herzlich willkommen.

Telegram: t.me/AugsburgStehtAuf (für kurzfristige Änderungen)


Ostermarsch für Frieden und Freiheit – Kaufbeuren

Am Samstag, 4. April 2026, ab 13:00 Uhr (bis ca. 15 Uhr), Treffpunkt Spitalhof

Thema: Frieden, Freiheit, wahre Demokratie und Selbstbestimmung

Organisiert von „Bürger für Grundrechte“

Quelle: buergerfuergrundrechte.de/


Ostermarsch 2026 München

Am Samstag, 4. April 2026, ab 13:00 Uhr, Umzug ab 14:00 Uhr. Treffpunkt am Max-Joseph-Platz (direkt vor der Oper)

Unter dem Motto „Macht Frieden” ruft „München steht auf“ zum Münchner Ostermarsch auf – mit Dr. Jürgen Todenhöfer und anderen.

Quelle: muenchen-steht-auf.de


Ostermarsch für Frieden und gegen Wehrpflicht

Am Ostermontag, 6. April 2026, um 14 Uhr. Treffpunkt: vor der Stadthalle Cottbus, Berliner Platz

Gemeinsam mit der Mittelstandsinitiative Brandenburg ruft die Friedenskoordination Cottbus zum Ostermarsch für Frieden und gegen Wehrpflicht auf.

mit Musik und Kinderprogramm

Quelle: facebook.com/photo/?fbid=1323124153173593&set=a.458050703014280&locale=de_DE


Aus unserer Leserschaft erreichte uns noch der Impuls, diese Märsche zu nutzen, um prominent auf das Schicksal des Journalisten Hüseyin Doğru aufmerksam zu machen. Diesen geben wir hiermit gerne weiter.

Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern frohe Ostern und erholsame Feiertage mit Momenten der Ruhe, Zeit in der Natur sowie mit Familie und Freunden, um neue Kraft und Zuversicht zu schöpfen – für den Frieden im Inneren und Äußeren.

Titelbild: FooTToo / Shutterstock

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Die Architektur der Entrechtung: Hannes Hofbauer über das EU-Sanktionsregime gegen Russland

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Zwischen außergerichtlicher Willkür und dem Abbruch diplomatischer Brücken: Im Berliner Sprechsaal präsentierte der Wirtschaftshistoriker und Verleger Hannes Hofbauer jüngst sein neues Werk „Aller Rechte beraubt“. Er sezierte dabei, wie sich der europäische Rechtsstaat schleichend in ein autoritäres Sanktionsregime transformiert. Von der „Jedermannspflicht“ bis zur administrativen Existenzvernichtung unliebsamer Kritiker beschrieb er in seinem Vortrag eine Architektur der Entrechtung, die das Fundament der Gewaltenteilung zunehmend untergräbt. Ein Bericht von Éva Péli.

„Wir leben in kriegerischen Zeiten – und das, was da mit den Sanktionen passiert, ist Teil eines Krieges.“ Mit diesen Worten eröffnete der Wiener Wirtschaftshistoriker Hannes Hofbauer die Vorstellung seines Buches. Das Werk analysiert präzise, wie sich das Rechtswesen schleichend wandelt: weg von der Gewaltenteilung, hin zum Ausnahmezustand. Der Untertitel fasst diese These treffend zusammen: „Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat“.

Der Autor erinnerte an den NATO-Angriff auf Jugoslawien vor 27 Jahren (24. März 1999) und erklärte, dass dieses Ereignis die „relativ friedliche, repressionsfreie Zeit der 80er- und 90er-Jahre“ endgültig beendete.

Das 19. und 20. Sanktionspaket gegen Russland

Die aktuellen EU-Sanktionen gegen Russland knüpfen laut Hofbauer direkt an diese kriegerische Logik an. Während die EU Mitte Dezember 2025 das 19. Paket schnürte, arbeitet sie bereits am 20. Paket, das jedoch derzeit am Widerstand Ungarns stockt.

Obwohl die offizielle Zählung meist mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 beginnt, bestehen die Sanktionen der EU und der USA bereits seit Frühjahr 2014. „Wir erleben mittlerweile ein elfeinhalbjähriges Sanktionsregime“, resümierte der Historiker. An vorderster Stelle steht der Waldai-Klub, den Westeuropa – insbesondere Wien – durch zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen kennt. Indem die EU den renommierten russischen Thinktank sanktioniert, setzt sie auch dessen führende Köpfe unter Druck, allen voran Waldai-Chef Fjodor Lukjanow. Für Hofbauer markiert dieser Schritt einen weiteren Abbruch der intellektuellen Brücken zwischen Russland und Europa. Ein Forum, das über Jahre den Austausch mit westlichen Experten pflegte, wird nun administrativ geächtet. Damit hat Brüssel die diplomatischen Brücken faktisch gesprengt.

Die Stoßrichtung sei dabei eindeutig: Das Ziel bleibt ein erzwungener Regimewechsel.

„Es handelt sich um ein kriegerisches Mittel im Kampf gegen Russland. Dieser Kampf umfasst militärische, logistische, mediale und gesellschaftliche Mittel – die Sanktionspolitik bildet einen Teil davon. Sie bricht das Völkerrecht, weil die UNO sie nicht erließ und überhaupt keine rechtliche Grundlage existiert.“

Wirtschaftskrieg gegen Russland: Die Strategie der Delegitimierung

Nach über einem Jahrzehnt scheint das Arsenal des klassischen Wirtschaftskrieges weitgehend erschöpft: Die Verantwortlichen koppelten Russland vom SWIFT-System ab, froren Zentralbankgelder ein, zerstörten die Energiepartnerschaft mit Deutschland und schlossen das Land aus Wissenschaft, Kultur und Sport aus. In dieser Sackgasse rücken nun verstärkt Personensanktionen in den Mittelpunkt, wie Hofbauer erklärt.

Bereits im März 2014 erließ die EU Sanktionen gegen die damals gewählte Führung der Ukraine. Erster auf der Liste war Präsident Viktor Janukowitsch, gefolgt von Ministerpräsident Mykola Asarow. Laut Hofbauer diente dies dazu, die ukrainischen Repräsentanten auf internationaler Ebene gezielt zu entmachten, da deren Ablehnung des westlichen Kurses bereits feststand.

Sergej Glasjew: Architekt des eurasischen Schwenks

Als russische Schlüsselfigur der Sanktionsliste rückt Hofbauer den Ökonomen Sergej Glasjew ins Zentrum. Seine Personalie hilft entscheidend dabei, das geopolitische Ringen um die 2008 von Brüssel initiierte „Ostpartnerschaft“ zu verstehen, die sechs ehemalige Sowjetrepubliken eng an die EU binden sollte. Glasjew agierte hierbei als diplomatisches und ökonomisches Gegengewicht:

  • Die ökonomische Hebelwirkung: Mit einer kalkulierten „Zuckerbrot und Peitsche“-Taktik rechnete Glasjew der ukrainischen Führung vor, dass eine Abkehr von Russland das Land jährlich rund zehn Milliarden Dollar an zusätzlichen Energiekosten kosten würde. Diese Kalkulation gab den Ausschlag, als sich Präsident Janukowitsch kurzfristig weigerte, das EU-Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen.
  • Die strategische Neuausrichtung: Über das Tagesgeschäft hinaus fungierte Glasjew als Vordenker eines radikalen Bruchs mit dem West-Atlantizismus. In seinem Manifest „Wie wir uns vom Dollar-Joch befreien können“ (2015) skizzierte er den Weg für die eurasische Integration und die wirtschaftliche Hinwendung nach China, welche die heutige russische Politik maßgeblich bestimmen.

Zensur oder Willkür: Journalismus als Zielscheibe von Sanktionen

Ein entscheidender Unterschied zu früheren Epochen liegt laut Hofbauer darin, welche Handlungen die Behörden sanktionieren. Während historische Listen oft aktive politische Kämpfer oder Regimegegner ins Visier nahmen, trifft es heute Personen, die keine „aktive politische Tat“ im klassischen Sinne gesetzt haben. Die Betroffenen arbeiten entweder journalistisch oder investierten ihr Kapital schlicht an den aus westlicher Sicht „falschen“ Stellen.

Seit März 2014 setzt die EU dieses Instrument unter der Ägide der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) systematisch ein. In den Begründungen führt sie meist abstrakte Vorwürfe an, wie die „Destabilisierung der EU“ oder die „Untergrabung der Souveränität der Ukraine“. Dass die Verantwortlichen die ersten Listen bereits zwei Wochen vor dem eigentlichen Krim-Referendum veröffentlichten, wertet Hofbauer als Beleg dafür, dass sie die Sanktionen nicht als Reaktion auf Ereignisse, sondern als proaktives politisches Kampfmittel konzipierten.

Das Scheitern der EU-Sanktionen: Kalkül versus Realität

Hannes Hofbauer warf in seiner Analyse die zentrale Frage auf, warum die EU den Weg der totalen Blockade wählte. Dabei unterschied er zwischen der offiziellen, aus seiner Sicht unlogischen Begründung und den tatsächlichen machtpolitischen Folgen.

Der Historiker konstatierte, dass die ursprüngliche Absicht, die russische Elite durch Druck zu spalten, eklatant scheiterte. „Es ist unlogisch, hunderte Oligarchen zu listen und damit Kapital und Politik zwangsweise zusammenzuschweißen“, so Hofbauer. Den Betroffenen bleibe angesichts der Sanktionen oft keine andere Wahl, als ihr Kapital nach Russland, Israel oder in die Türkei zu retten. Ein strategisch klügeres Vorgehen der EU hätte laut Hofbauer darin bestanden, einen Keil zwischen das russische Kapital und die politische Führung zu treiben. Tatsächlich passierte jedoch das Gegenteil: Die Drohung mit Enteignung in Europa bewirkte, dass sich die Eliten zwangsweise mit der russischen Staatsführung solidarisierten.

Hinter der scheinbaren Unlogik der Elite-Sanktionen identifizierte Hofbauer ein handfestes ökonomisches Motiv, das weit über die bloße Bestrafung hinausgeht: eine radikale Marktbereinigung auf administrativer Ebene. Die Sanktionen fungieren demnach als Instrument eines Verdrängungswettbewerbs, um russische Konkurrenz dauerhaft und systematisch vom europäischen Markt zu entfernen. Unter dem Deckmantel moralischer Vorwände setzt Brüssel einen machtpolitischen Hebel an, um eine protektionistische Neuordnung zu erzwingen. Was offiziell als Verteidigung westlicher Werte deklariert wird, entpuppt sich in Hofbauers Analyse somit als Werkzeug, um eigene wirtschaftliche Interessen zu sichern, indem man unliebsame Wettbewerber gezielt ausschaltet.

Die Systematik der Entrechtung: Sanktionen als außergerichtliche Strafe

Hannes Hofbauer analysierte in seinem Vortrag, wie das moderne Sanktionsregime den Rechtsstaat fundamental transformiert. Bereits der etymologische Kern des Wortes „Sanktion“ (lateinisch sanctio) verweist auf das Spannungsfeld zwischen „Festsetzen“ und „Verbieten“. In der aktuellen Praxis vollzieht sich laut Hofbauer ein radikaler Bruch mit rechtsstaatlichen Prinzipien, da nicht ein unabhängiges Gericht über die Aufnahme auf eine Sanktionsliste entscheidet, sondern der EU-Rat dies rein administrativ per Verordnung festlegt.

Die Folgen dieser politischen Entscheidung treffen die Betroffenen existenziell: Sie reichen von der vollständigen finanziellen Strangulation durch das Einfrieren sämtlicher Vermögenswerte bis hin zur physischen Bewegungsunfähigkeit durch Einreiseverbote und Passentzug. Besonders perfide wirke dabei das Verbot der Hilfeleistung, das jegliche Form des Beistands unter Strafe stellt und so den „gesellschaftlichen Tod“ der Gelisteten erzwingt.

Bezeichnend für dieses Regime ist, wie die Verantwortlichen konsequent von einer richterlichen Kontrolle abrücken und stattdessen rein administrative Exekutiventscheidungen bevorzugen. Der Prozess hebelt die klassischen Säulen der Justiz aus: Es gibt weder eine vorherige Vorladung noch eine Anklage oder die Möglichkeit, sich vor der Listung zu verteidigen. Statt eines richterlichen Schuldspruchs tritt eine rein politische Exekutiventscheidung des EU-Rates an deren Stelle. Damit, so Hofbauers Fazit, stellt die EU Individuen auf administrativer Ebene rechtlos – ein autoritäres Modell, das die Gewaltenteilung zugunsten einer entfesselten Exekutive faktisch außer Kraft setzt.

Sanktionen gegen EU-Bürger und Schweizer

Eine neue Stufe der Entrechtung markiert die Listung von EU-Bürgern. Hofbauer bezweifelte dabei, dass deutsche Staatsbürger auf ähnlichen politischen Beistand hoffen könnten, wie ihn der Slowake Jozef Hambálek erfuhr. Hambálek, europäischer Chef des kremlnahen Motorradclubs „Nachtwölfe“, war als erster EU-Bürger vollkommen rechtlos gestellt worden, bis er 2024 nach massiver Intervention des slowakischen Premierministers Robert Fico wieder von der Liste verschwand. Während andere deutsche Akteure wie Alina Lipp und Thomas Röper seit Mai 2025 rein administrativ sanktioniert werden, anstatt sie in ordentlichen Verfahren nach § 140 StGB zur Verantwortung zu ziehen, offenbaren weitere Schicksale die volle Härte der außergerichtlichen Willkür.

Besonders bizarr erscheint der Fall des linksradikalen Antiimperialisten Hüseyin Dogru. Ihm werfen die Behörden nicht etwa Pro-Russland-Propaganda vor. Vielmehr argumentieren sie, dass seine Berichterstattung über Themen wie die Palästina-Frage indirekt Russland nütze, indem sie Zwietracht in Deutschland säe. Dogru erfuhr von seiner faktischen Rechtlosstellung erst durch den Alltag: als seine Frau in einer Apotheke nicht mehr bezahlen konnte, weil die Bank sämtliche Konten sperrte. Für einen Journalisten, den niemand anklagte oder verurteilte, bedeutet dies die sofortige Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz.

Ebenso drastisch stellt sich die Situation des Schweizers Jacques Baud dar. Der ehemalige NATO-Mitarbeiter und Geheimdienstexperte lebt heute in Brüssel faktisch festgesetzt. Seine Konten sind eingefroren, und selbst einfache Essenspakete von Unterstützern erreichen ihn nicht, da die Helfer Sanktionsverstöße fürchten, die auch ihnen drohen. Für Hofbauer markieren diese Beispiele das Ende der Gewaltenteilung: Unliebsame Analysen werden nicht mehr im diskursiven Streit bekämpft, sondern die schiere physische und soziale Existenz der Kritiker wird durch administrative Willkür zunichtegemacht.

Die Geschichte der Ächtung: Von Proskriptionen zur modernen Terrorliste

Der Wirtschaftshistoriker zieht in seinem Werk eine beunruhigende Parallele zwischen modernen EU-Sanktionen und vormodernen Strafregimen, die man seit der Ära der Aufklärung für überwunden hielt. Die Geschichte dieser „Listen“ reicht von den römischen Proskriptionen (etwa gegen Cicero) über die mittelalterliche Vogelfreiheit und den klerikalen Bann bis hin zur massenhaften Ausbürgerung im 20. Jahrhundert. Während die Reichsacht Martin Luther politisch isolierte, markierte die NS-Zeit die „Hochblüte“ der administrativen Entrechtung, durch die das Regime seine Gegner systematisch staatenlos machte und enteignete. Auch die Nachkriegszeit kannte solche Instrumente, etwa bei Wolf Biermann oder den zehntausenden Kommunisten im griechischen Bürgerkrieg. Für Hofbauer stellt die moderne Sanktionsliste die säkularisierte Fortführung dieser Tradition dar: ein Instrument, das Individuen per Federstrich und ohne Gerichtsurteil den „gesellschaftlichen Tod“ sterben lässt und sie außerhalb der schützenden Rechtsordnung platziert.

Die bürokratische Exekution: Sanktionsdurchsetzungsgesetz und Meldepflicht

Deutschland setzt diese außergerichtlichen Verfahren seit Mai 2022 durch das Sanktionsdurchsetzungsgesetz praktisch um. Damit schuf der Gesetzgeber eine neue Architektur, um Bürger systematisch zu überwachen. Als Herzstück fungiert dabei die Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung bei der Generalzolldirektion.

Der Staat zielt darauf ab, Vermögen total zu entziehen: Er unterbindet konsequent, dass Betroffene Gelder bewegen, transferieren oder Sachwerte verändern. So stellt die Behörde sicher, dass niemand die blockierten Werte mehr nutzt oder verwaltet.

Da viele Akteure ihr Eigentum hinter komplexen Strukturen verschleiern, führt die EU-Instrumente ein, die Hofbauer als höchst problematisch einstuft. Neben einer umfassenden Pflicht, sämtliches Eigentum – bis hin zu Gemälden und Münzsammlungen – proaktiv zu melden, sticht in Deutschland die sogenannte „Jedermannspflicht“ hervor. Diese trieb der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen, im Amt bis Ende 2025) maßgeblich voran.

Gemäß Artikel 6b der entsprechenden Verordnung sind nicht nur Banken oder Behörden, sondern „Jedermann“ – also alle natürlichen und juristischen Personen – verpflichtet, Informationen proaktiv an die Behörden zu melden, welche die Umsetzung der Sanktionen erleichtern könnten. Wer Kenntnis von Vermögenswerten eines Sanktionierten hat und diese nicht innerhalb von zwei Wochen über die bereitgestellten Formulare meldet, macht sich theoretisch selbst strafbar. Hofbauer bezeichnet dies als ein „extremes Denunziationsgesetz“. Es stellt die gesamte Gesellschaft in den Dienst der staatlichen Sanktionsexekutive und untergräbt das Vertrauensverhältnis unter Bürgern.

Fazit: Das selektive Kriegsrecht als Zeichen der Schwäche

Hannes Hofbauer spitzt seine Analyse in seinem 50-minütigen Resümee auf vier pointierte Thesen zu:

  1. Außergerichtlichkeit wird zur Institution: Ein „Katz-und-Maus-Spiel“ verdrängt den Rechtsstaat. Selbst wenn profilierte Anwälte wie Gabriel Lansky – ein Wiener Top-Jurist und Experte für internationales Sanktionsrecht, der regelmäßig russische Unternehmer vor dem EU-Gerichtshof vertritt – juristisch siegen, hebelt der EU-Rat diese Erfolge sofort durch Neulistungen aus.
  2. Vormoderne Straflogik kehrt zurück: Wer Konten einfriert, belebt die alte Vogelfreiheit neu. Diese Praxis isoliert den Einzelnen und lässt ihn gesellschaftlich sterben.
  3. Der Staat wandelt sich autoritär: Die Exekutive herrscht, indem sie gleichzeitig Gesetze erlässt und wie ein Richter urteilt. Damit hebt sie die klassische Gewaltenteilung faktisch auf.
  4. Kriegsrecht herrscht selektiv und ohne Erklärung: Im totalen Krieg greift der Staat auf Haus, Hof und Mensch für den Schützengraben zu. Da die EU Russland nicht offiziell den Krieg erklärt hat, wendet sie diese Logik nun „selektiv“ gegen unliebsame Personen an.

Trotz dieser Befunde deutet Hofbauer das Vorgehen der EU als Zeichen tiefer Schwäche. Ein souveräner Rechtsstaat muss die offene Debatte mit Kritikern nicht fürchten. Stattdessen flüchtet sich die Union in die „Sanktionskeule“. Sie vernichtet Existenzen administrativ, um einen Diskurs zu ersticken, den sie argumentativ nicht mehr gewinnt. Niemand sollte sich jedoch entmutigen lassen – wer aufklärt, unternimmt den ersten Schritt, um diese Zustände zu überwinden.

Hannes Hofbauer: „Aller Rechte beraubt. Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat“, Wien 2026, Promedia Verlag, Taschenbuch, 224 Seiten, ISBN 978-3-85371-556-7, 22 Euro.

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„Mir wäre für meine Kinder Party lieber als Ostfront“ – Johannes Varwick über die Wehrpflicht am Schadow-Gymnasium

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Ein olivgrüner Zeitgeist zieht in die Klassenzimmer ein: Während die Politik erbittert über die Wehrpflicht streitet, wird die Schule zum Schauplatz einer neuen Militarisierungsdebatte. Am 26. März 2026 diskutierten Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Dr. Pia Fuhrhop von der Stiftung Wissenschaft und Politik und der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Johannes Varwick am Berliner Schadow-Gymnasium über staatlichen Zwang und die Neuausrichtung der Bundeswehr auf den Ernstfall. Dient dieser Austausch noch der politischen Bildung oder schon der moralischen Mobilmachung? Éva Péli sprach mit Johannes Varwick, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg, über den Zustand der politischen Bildung – und warum er den aktuellen Aufrüstungswahn sowie den herrschenden Kriegskurs für einen fatalen Irrweg hält.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Herr Prof. Varwick, am Donnerstag haben Sie im Schadow-Gymnasium gemeinsam mit dem Unionspolitiker Thomas Röwekamp (MdB, CDU) und Pia Fuhrhop von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) über die Wehrpflicht diskutiert – an einem Ort der Bildung und freien Entfaltung. Wie haben Sie die Rolle der Schule in diesem Kontext wahrgenommen: Ging es dort primär um die politische Bildung mündiger Bürger oder sahen Sie Tendenzen, eine junge Generation moralisch auf künftige Pflichtdienste vorzubereiten?

Die Veranstaltung war aus meiner Sicht wohltuend anders: Es ging um den offenen Austausch von Argumenten auf einem Panel, bei dem sehr unterschiedliche Standpunkte zu Wort kamen. Agitiert hat da niemand, die freie Rede und Gegenrede war jederzeit möglich und gewollt. Das entsprach in vorbildlicher Weise dem so genannten Beutelsbacher Konsens der politischen Bildungsarbeit, dessen Kern das „Überwältigungsverbot“ und auch die Maßgabe ist, dass Dinge, die kontrovers sind, auch kontrovers dargestellt werden müssen.

Sie saßen dort einer Generation gegenüber, die durch die Krisen der letzten Jahre bereits stark belastet ist. Welchen Eindruck hatten Sie von der Resonanz der Jugendlichen im Saal? Überwog das kritische Hinterfragen staatlicher Eingriffe oder nehmen Sie eher eine wachsende Akzeptanz für militärische Themen im Schulalltag wahr?

Die Aula des Schadow-Gymnasiums war bis auf den letzten Platz gefüllt und sowohl der Applaus als auch die Nachfragen waren breit und bunt: Von sehr kritischen Positionen und deutlicher Kritik an der Bundesregierung bis hin zur Unterstützung der Regierungslinie bei der Wiedereinsetzung der Wehrpflicht war nahezu alles dabei.

In der aktuellen Debatte fällt oft der Begriff der „Ehrenpflicht“. Wie gewichten Sie das Verhältnis zwischen staatlicher Verteidigungsfähigkeit und dem Recht des Einzelnen auf eine Lebensgestaltung ohne Zwang? Wo verläuft für Sie hier die rote Linie?

Das ist eine zentrale Frage: Wann und unter welchen Voraussetzungen darf ein Staat eine so drastische Maßnahme wie einen Zwangsdienst für junge Menschen vorsehen? Das Grundgesetz ist da eindeutig. Es heißt dort: „Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden. Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden“.

Die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt – nicht abgeschafft. Begründung war einerseits, dass die sicherheitspolitische Lage einen derartigen Grundrechtseingriff nicht mehr erfordere. Andererseits war die sogenannte Wehrgerechtigkeit nicht mehr gegeben. Das bedeutet schlicht: Ein solcher Zwang ist rechtlich nur haltbar, wenn er fast alle eines Jahrgangs trifft. Da aber nur noch ein sehr kleiner Teil tatsächlich herangezogen wurde, wurde der Dienst zu reiner Zufallssache und damit zur unzulässigen Belastung Einzelner. Ich sehe nicht, dass sich daran etwas geändert hätte – eine Rückkehr zur Wehrpflicht wäre heute wie damals ein massiver und ungerechtfertigter Eingriff in die Lebensgestaltung junger Menschen. Auch wenn sich die sicherheitspolitische Lage natürlich mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine deutlich verschlechtert hat.

Das ist die rechtliche Theorie. Mein Kollege Marcus Klöckner stellt hier jedoch die moralische Grundsatzfrage: Darf ein Staat den Einzelnen überhaupt dazu zwingen, gegen seinen Willen zu töten oder selbst getötet zu werden? Ist dieser „legitime Zwang“ nicht am Ende schlicht „Menschenfängerei“, die das Individuum zum bloßen Staatsmaterial degradiert? Zumal Juristen warnen, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung im Ernstfall faktisch ausgehebelt werden könnte. Wo ziehen Sie die moralische Grenze, wenn der Staat das Recht auf Leben des Einzelnen seiner Logik komplett unterordnet?

Das ist keine Theorie, sondern Verfassungspraxis. Ein Staat hat auch meines Erachtens grundsätzlich das Recht auf Zwangsmaßnahmen, das gilt etwa für die Steuerpflicht wie auch für die in der Verfassung vorgesehene Wehrpflicht beziehungsweise einen Ersatzdienst. Natürlich ist das ein Grenzbereich und nur dann verantwortbar, wenn der Staat damit verantwortlich umgeht. Das ist in Demokratien wahrscheinlicher als in anderen Staatsformen.

Und genau das ist der entscheidende Punkt. Der Altkanzler Helmut Schmidt hat mal bei einem öffentlichen Gelöbnis vor Bundeswehrrekruten gesagt: Ihr könnt euch darauf verlassen, dieser Staat wird euch nicht missbrauchen. Das ist für mich der Maßstab. Anders formuliert: Wenn die sicherheitspolitische Lage eine Wehrpflicht zur Landesverteidigung erforderlich machen würde, dann wäre ich dafür, zumal das Recht auf zivilen Ersatzdienst ebenso Verfassungsrang hat. Beides würde aber auch Zwangselemente beinhalten. Wenn das nicht möglich wäre, wäre ein Staat am Ende.

Und die moralische Grenze muss jeder für sich selbst ausloten – wer sich dem System entziehen will, der kann dies tun, muss aber dann die Konsequenzen tragen. Im Übrigen: Im Krieg würden auch Zivilisten gegen ihren Willen getötet und wir müssen darüber streiten, wie sich das verhindern lässt. So weit sind wir glücklicherweise in Deutschland derzeit nicht, aber deshalb brauchen wir zugleich eine politische Debatte über die richtige Sicherheitspolitik. Das kann man einfach nicht von der Beurteilung zur Legitimität einer Wehrpflicht trennen.

Politiker wie Ex-Außenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) fordern einen Abschied vom bundesdeutschen Pazifismus. Ist die wachsende Präsenz der Bundeswehr an den Schulen nicht eher ein Weg zu mehr „Kriegstüchtigkeit“ statt zur Friedensfähigkeit durch Diplomatie und Interessenausgleich?

Ja, das ist sie leider. Der Zeitgeist ist derzeit olivgrün. Wir brauchen aber meines Erachtens keine Militarisierung des Denkens, sondern die Rückkehr zu einer ausgewogenen Sicherheitspolitik, die Verteidigungsfähigkeit mit ordentlich ausgestatteten und auskömmlich finanzierten Streitkräften sicherstellt. Wer jetzt die alte Wehrpflicht wieder aus der Mottenkiste holt, der gibt nicht die richtigen Antworten auf eine Lage, in der Sicherheitspolitik breiter als in militärischen Kategorien gedacht werden sollte.

Hatten Sie den Eindruck, dass in der Diskussion im Schadow-Gymnasium alternative Wege – etwa Deeskalation und diplomatische Konfliktlösung –überhaupt ausreichend Raum fanden?

Über „ausreichend“ lässt sich streiten, aber dort wurde weniger einseitig diskutiert als oft bei anderen Veranstaltungen. Schön wäre es natürlich gewesen, noch einen klassischen Friedensforscher oder eine Friedensforscherin dabei zu haben – die sind inzwischen aber rar gesät. Auch ein Pazifist oder eine Pazifistin hätte dem Panel gutgetan.

Welchen tatsächlichen Sicherheitsgewinn versprechen Sie sich von einer reaktivierten Wehrpflicht? Wir beobachten derzeit den Abschied von einer Friedensfähigkeit, für die auch die deutsche Ostpolitik stand, hin zu einer Militarisierung fast aller gesellschaftlichen Bereiche. Welche „Kosten-Nutzen-Rechnung“ für die Gesellschaft sehen Sie dabei?

Ich sehe keinen Nutzen, sondern nur weitere Verschwendung von finanziellen Mitteln und eben eine erhebliche Freiheitsbeschneidung einer Generation, die ohnehin vor sehr großen Problemen und Belastungen steht. Von den rund 700.000 jungen Menschen pro Jahrgang leisten aktuell bereits etwa 95.000 einen freiwilligen Gesellschaftsdienst, der von vielen als sinnstiftend empfunden wird – und für den es mehr Nachfrage als Angebot gibt. Für einen Dienst bei den Streitkräften gilt das offenkundig nicht.

Über die Einführung eines besser ausgestatteten Freiwilligendienstes, der entweder bei der Bundeswehr oder bei anderen Einrichtungen geleistet werden könnte, ließe sich reden. Aber die klassische Wehrpflicht, deren Gegenpol dann selbstverständlich auch ein Zivildienst sein müsste, ist eben ein Grundrechtseingriff, der Vielen zupasskäme, der aber für mich nicht in die Zeit passt. Der jungen Generation zudem pauschal vorzuwerfen, sie interessiere sich nicht für die Gesellschaft, weil sie keinen Kriegsdienst leisten wolle, ist neben der Spur. Und selbst wenn es so wäre: Mir wäre für meine Kinder Party lieber als Ostfront.

Ein Argument der Wehrpflicht-Befürworter ist die schiere Masse. Wenn wir aber den aktuellen Drohnenkrieg und die hochtechnisierte Kriegsführung betrachten: Ist die Idee, Zehntausende ungelernte junge Menschen zwangsweise einzuziehen, nicht ein militärischer Anachronismus? Wurde im Gymnasium thematisiert, dass moderne Kriege Spezialisten brauchen und keine Masse an unfreiwilligen Soldaten?

Darüber haben wir auf dem Panel gesprochen und es kamen auch Schülerfragen zu diesem Aspekt. Für mich in der Tat eine wichtige Frage: Die Wehrpflichtigen wären wohl eher Kanonenfutter in Kriegen, die besser niemals stattfinden sollten. Das heißt nicht unbedingt, dass die Bundeswehr als Berufsarmee nicht moderat erhöht werden muss – die derzeitige Personalstärke von etwa 186.000 Soldaten ist wohl tatsächlich eine Untergrenze. Aber das ließe sich dann erreichen, wenn die Bedingungen bei der Bundeswehr besser und vor allem die politischen Konzepte überzeugender wären. Es ist nachvollziehbar und sogar gut, dass Viele nicht zu einer Bundeswehr wollen, die kriegstüchtig statt verteidigungsfähig gemacht werden soll.

Der Auftrag der Bundeswehr ist laut Grundgesetz die Verteidigung des Landes. Laut Einschätzung verschiedenster Analysen droht der Bundesrepublik derzeit kein Angriff von außen mit militärischen Mitteln wie Panzern oder Raketen. Welchen Interessen und Zielen dient der Ausbau der Bundeswehr durch eine neue Wehrpflicht angesichts dieser Lage tatsächlich?

Ich bin sehr für Landesverteidigung, aber was dafür notwendig ist und woher die Bedrohungen für Stabilität und Sicherheit kommen, darüber muss man streiten. Ich vertrete in der Tat die Auffassung, die derzeit mehrheitlich vertretene Bedrohungsanalyse ist alarmistisch und beruht in dem Sinne auf wenig rationalen Annahmen. Wir sollten in der Sicherheitspolitik wieder zu Maß und Mitte zurückkehren, die weitere Militarisierung der Gesellschaft beenden, die teure Aufrüstungsorgie und das überzogene 5-Prozent-Ziel deutlich zurückschrauben und vor allem den Kriegstüchtigkeitsdiskurs einmotten.

Über den Interviewpartner: Prof. Dr. Johannes Varwick ist Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und europäische Politik an der Universität Halle-Wittenberg. Er gilt als einer der profiliertesten deutschen Experten für Sicherheitspolitik und die Rolle der NATO. Varwick war unter anderem Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und lehrt regelmäßig an internationalen Militärakademien. In seinem aktuellen Buch „Stark für den Frieden“ (2025/2026) setzt er sich kritisch mit der zunehmenden Militarisierung der europäischen Außenpolitik auseinander und wirbt für eine Rückkehr zu realpolitischen diplomatischen Ansätzen sowie das Konzept einer „bewaffneten Neutralität“ für die Ukraine.

Titelbild: Valeri Schiller

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An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in Frankfurt am Main, Hamburg, Schweinfurt, Pfaffenhofen, Berlin, Friedberg, Wahlstedt, Düsseldorf, Speyer und Heidelberg vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie hier. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt am Main in Kooperation mit dem BSW Frankfurt am Main

Am Freitag, 27. März 2026, um 19:00 Uhr
Thema: RKI-Files und Corona-Aufarbeitung
Redner/Diskussionspartner: Bastian Barucker

Ort: SAALBAU Südbahnhof
Hedderichstraße 51
60594 Frankfurt am Main

Zur Webseite der Veranstaltung

RKI-Files und Corona-Aufarbeitung – Vortrag und Diskussion mit Bastian Barucker

Der NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt am Main setzt die Corona-Aufarbeitung bewusst fort und vertieft sie mit einer eigenen thematischen Schwerpunktreihe. Ziel ist es, die Ereignisse und Entscheidungen der vergangenen Jahre kritisch zu beleuchten, offene Fragen zu diskutieren und Raum für einen sachlichen, demokratischen Austausch zu schaffen.

In dieser Veranstaltung ist der Journalist und Autor Bastian Barucker zu Gast.

Bis heute rechtfertigen Politiker und Gerichte viele Entscheidungen aus der Corona-Zeit mit den Einschätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Für viele Bürger gilt das Institut als wissenschaftlich unabhängige Fachbehörde. Doch die inzwischen veröffentlichten RKI-Protokolle – die sogenannten „RKI-Files“ – zeichnen ein deutlich komplexeres Bild der Entscheidungsprozesse innerhalb der Behörde, die dem Bundesgesundheitsministerium unterstellt ist.

Bastian Barucker hat maßgeblich dazu beigetragen, dass diese Protokolle öffentlich wurden, und damit eine neue Grundlage für die gesellschaftliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Corona-Politik geschaffen. Durch seine journalistische Arbeit und seine kontinuierliche Dokumentation der Debatte gehört er zu den wichtigen Stimmen der unabhängigen Corona-Aufarbeitung.
Im Mittelpunkt des Abends stehen zentrale Fragen, die bis heute nicht abschließend geklärt sind:

  • Waren die weitreichenden Grundrechtseingriffe in Dauer und Intensität verhältnismäßig?
  • Wie entstanden die Entscheidungsprozesse innerhalb von Behörden wie dem Robert Koch-Institut?
  • In welchem Verhältnis standen wissenschaftliche Einschätzungen, politische Vorgaben und öffentlicher Druck?

Der Vortrag gibt Einblicke in die Inhalte der RKI-Protokolle, ihre Bedeutung für die Bewertung der damaligen Entscheidungen und den aktuellen Stand der Aufarbeitung. Im Anschluss an den Vortrag besteht ausführlich Gelegenheit zur Diskussion.

Diese Veranstaltungsreihe bietet die Möglichkeit, sich direkt von Menschen zu informieren, die aktiv an der Aufklärung beteiligt sind – und die offenen Fragen gemeinsam zu diskutieren. Denn Aufarbeitung lebt vom Gespräch. Und Demokratie vom offenen Diskurs.

Eintritt: frei – Spenden zur Kostendeckung erbeten

Anmeldung: Bitte melden Sie sich per E-Mail unter [email protected] an.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Hamburg | nachdenken-in-hamburg.de

Am Freitag, 27. März 2026, um 19:30 Uhr
Thema: Vortrag und Diskussion mit Dr. Jonas Tögel – Der Weg zum Frieden
Redner/Diskussionspartner: Dr. Jonas Tögel

Ort: Christuskirche Altona
Suttnerstraße 18
22765 Hamburg

Der Propagandaforscher und Bestsellerautor Dr. Jonas Tögel gibt nicht nur spannende Einblicke in weitgehend unbekannte militärische Planungen, er zeigt auch auf, welche gesellschaftlichen Bedingungen zentrale Voraussetzung für den Frieden sind und was wir alle konkret tun können, um die größte Kraft für den Frieden zu entfesseln: die öffentliche Meinung, getragen von einer starken und sichtbaren Friedensbewegung.

Zur Person: Dr. Jonas Tögel (*1985), Amerikanist und Propagandaforscher, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Universität Regensburg. Er promovierte zu historischen und aktuellen Techniken der Propaganda und der „kognitiven Kriegsführung“.

Sein Anliegen: über Propaganda und Techniken der Manipulation aufzuklären. Kriege werden nur dadurch ermöglicht, dass man die Köpfe und Herzen der Menschen mit Propaganda vernebelt.

Der Eintritt ist frei.

Mit deiner Spende unterstützt du unsere weiteren Aktivitäten.

Veranstalter: Friedensinitiative Altona, Hamburger Forum, NachDenkSeiten, Gk – Hamburg

Anmeldung: lets-meet.org/reg/82bf320f407f246e73


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Schweinfurt/Würzburg & Deutscher Freidenker-Verband Schweinfurt/Würzburg

Am Samstag, 28. März 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Frieden durch „Kriegstüchtigkeit“? Aufrüstung, Militarisierung und die neue Wehrpflicht
Redner/Diskussionspartner: Florian Pfaff, Bundeswehrmajor a. D.

Ort: Gaststätte „TV Oberndorf“
Hermann-Gräf-Allee 1
97424 Schweinfurt

Informationen zur Veranstaltung

Seit Februar 2022 tobt in der Ukraine ein Stellvertreterkrieg zwischen der Ukraine und dem NATO-Westen einerseits sowie Russland und den BRICS-Staaten andererseits.

In Deutschland wurde eine „Zeitenwende“ verkündet, das Land wird aufgerüstet und militarisiert, die Wehrpflicht wurde wieder eingeführt. Florian Pfaff, Bundeswehrmajor a. D. und Sprecher des „Darmstädter Signals“, sieht diese Entwicklung sehr kritisch. Die NATO ist seit 1999 ein Kriegsbündnis, und junge Menschen dürften nicht für die Machtpläne der NATO-Eliten „verheizt“ werden. Frieden in Europa ist nur mit, nicht gegen Russland möglich. Herzliche Einladung zu Vortrag und Diskussion!

Eintritt frei, Spenden erwünscht!


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Pfaffenhofen

Am Sonntag, 29. März 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Buchvorstellung: „Aller Rechte beraubt: Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer, Verleger, Journalist, Sachbuchautor

Ort: Hofbergsaal
Hofberg 7
85276 Pfaffenhofen

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. … Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt der Autor, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

Der Autor Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger.

Veranstalter: Freundschaft mit Valjevo e.V.

Kontakt: Bernd Duschner, 0171-3374658, [email protected]

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin

Am Dienstag, 31. März 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Der aktuelle Zustand der deutsch-russischen Beziehungen
Redner/Diskussionspartner: Alexander Milyutin

Ort: Sprechsaal
Marienstraße 26
10117 Berlin

Zur Webseite der Veranstaltung

Nach dem Ende des Kalten Kriegs entwickelten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sehr erfreulich. Russland zog alle Soldaten aus Deutschland ab. Auf allen Ebenen gab es Begegnungen, Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte – in Politik, Kultur und Wissenschaft und natürlich in der Wirtschaft. Russische Energielieferungen trugen bei zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, deutsche Firmen investierten viele Milliarden Dollar in Russland.

Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine wurden die deutsch-russischen Beziehungen fast vollständig zerstört. Die deutsche Regierung stellte Dialog und Zusammenarbeit ein und erklärte, Russland müsse militärisch besiegt und seine Wirtschaft ruiniert werden. Es wurden Sanktionen gegen Russland erlassen und Konsulate geschlossen.

Diese Politik widerspricht diametral den Interessen der deutschen Bevölkerung. Treibende Kraft hinter der russlandfeindlichen Politik in Deutschland und der EU sind die strategischen Interessen der USA. Sie will Russland und die EU spalten, die Souveränität der europäischen Staaten schwächen und so die globale Dominanz der USA sichern.

Deutschland und Russland werden aber Nachbarn bleiben. Es gibt keine Alternative zu friedlicher Koexistenz und fairer Zusammenarbeit. Russland möchte eine Politik der guten Nachbarschaft mit allen europäischen Staaten. Auf dieser Grundlage können alle Staaten ihre Souveränität und Interessen wahren und einen Platz finden in der multipolaren Weltordnung.

Russland hat keinerlei Absichten, andere Staaten militärisch zu bedrohen. Es wurde aber in der Vergangenheit mehrmals überfallen, zuletzt durch das nationalsozialistische Deutschland in einem Vernichtungskrieg, dem 27 Millionen Sowjetbürger zum Opfer fielen. Wie andere Staaten auch hat Russland Sicherheitsinteressen und möchte, dass diese respektiert werden. Eine europäische Sicherheitsordnung muss auf dem Konzept der gemeinsamen Sicherheit beruhen, wie es 1990 in der Charta von Paris formuliert wurde.

Alexander Milyutin
Botschaftsrat an der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin

Sprechsaal
Der Sprechsaal ist ein wichtiger Raum für Veranstaltungen mit humanistischer Orientierung. Er wird von vielen Gruppen genutzt, die sich einsetzen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie.

Einlass ab 18:00 Uhr, Beginn 18:30 Uhr

Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt am Main in Kooperation mit der Wetterauer Aktion Frieden

Am Donnerstag, 9. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Für ein Kriegsende und eine europäische Sicherheits- und Friedensordnung
Redner/Diskussionspartner: General a. D. Harald Kujat

Ort: Stadthalle Friedberg
Georg-August-Zinn-Halle
Am Seebach 2
61169 Friedberg (Hessen)

Zur Webseite der Veranstaltung

Für ein Kriegsende und eine europäische Sicherheits- und Friedensordnung
Vortrag und Diskussion

Wie kann der Krieg in der Ukraine beendet werden?
Welche Perspektiven gibt es für eine neue europäische Sicherheits- und Friedensordnung?

Diese Fragen gehören zu den drängendsten unserer Zeit. Während die militärische Eskalation weiter voranschreitet, wird die politische und diplomatische Dimension eines möglichen Friedens häufig nur unzureichend diskutiert.

Mit General a. D. Harald Kujat, ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses und früherer Generalinspekteur der Bundeswehr, kommt einer der profiliertesten Militärstrategen Deutschlands nach Friedberg. Kujat gehört zu den wenigen hochrangigen Militärs, die sich seit Beginn des Ukrainekrieges öffentlich für eine realistische Analyse der militärischen Lage, für Diplomatie und für ernsthafte Bemühungen um ein Ende des Krieges einsetzen.

In seinem Vortrag wird er auf zentrale Fragen eingehen:

  • Wie lässt sich der Krieg in der Ukraine beenden?
  • Welche Rolle könnten Verhandlungen und diplomatische Initiativen spielen?
  • Wie könnte eine tragfähige europäische Sicherheitsordnung aussehen, die langfristig Frieden ermöglicht?

Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zu Fragen und zur Diskussion.

Eine Veranstaltung für alle, die sich jenseits von Schlagzeilen und Kriegsrhetorik mit den Perspektiven für Frieden in Europa auseinandersetzen möchten.

Eintritt ist frei – Spenden zur Kostendeckung willkommen.

Bitte Anmeldung per E-Mail an: [email protected]


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Hamburg | nachdenken-in-hamburg.de

Am Donnerstag, 9. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Buchvorstellung – Hannes Hofbauer: „Aller Rechte beraubt”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Rudolf-Steiner-Haus
Mittelweg 11-12
20148 Hamburg

Zur Webseite der Veranstaltung

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. … Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt der Autor, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

Der Autor Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger.

Der Eintritt ist frei. Mit deiner Spende unterstützt du unsere weiteren Aktivitäten.

Anmeldung: lets-meet.org/reg/101c8207bc0c3a967a


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Südholstein | nachdenken-in-suedholstein.de

Am Freitag, 10. April 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Lesung/Gespräch: „Aller Rechte beraubt – Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat”
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Begegnungsstätte Wahlstedt
Waldstraße 1
23812 Wahlstedt

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. … Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt der Autor, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

Der Autor Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger.

Um Anmeldung wird gebeten unter lets-meet.org/reg/499b7f0a5827caffc8
Das Buch kann vor Ort erworben und signiert werden.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Düsseldorf

Am Freitag, 24.04.2026 um 18:30
Thema: Das Thema Corona ist nicht vorbei – es ist verdrängt
Redner/Diskussionspartner: Andrej Hunko

Ort: Gaststätte Hirschchen
Alt Pempelfort 2
Düsseldorf

Andrej Hunko ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter (BSW) und Mitglied des Gesundheitsausschusses des Europarates. Er hat die Corona-Politik parlamentarisch begleitet und ihre Widersprüche früh benannt. Gemeinsam mit Professor Matthias Schrappe arbeitet er heute an einer unabhängigen Aufarbeitung der Corona-Jahre, denn Corona ist ganz und gar nicht aufgearbeitet und erledigt. Denn:

  • Die politische Verantwortung für Grundrechtseingriffe historischen Ausmaßes wurde nie ernsthaft untersucht.
  • Der Antrag auf einen echten Untersuchungsausschuss wurde blockiert.
  • Sanktionen gegen Ärzte und Pflegekräfte wirken bis heute nach.
  • Ungerechtfertigt verhängte Bußgelder wurden nicht zurückgezahlt.
  • Impfgeschädigte kämpfen weiterhin um Anerkennung und Unterstützung.
  • Neue Verträge und Gesetze deuten auf ähnlich gelagerte Reaktionen in der Zukunft hin.
  • Zentrale Dokumente werfen mehr Fragen auf als sie beantworten.

Andrej Hunko steht für eine sachliche, parlamentarisch fundierte und demokratisch notwendige Aufarbeitung. Nicht aus parteitaktischen Gründen – sondern weil ein Rechtsstaat ohne Aufklärung seine Glaubwürdigkeit verliert.

Wir laden Sie ein zu einem Abend, der nicht zurückblickt, um zu verharren, sondern um Lehren zu ziehen. Für Grundrechte, für Transparenz, für eine demokratische Zukunft.

Seien Sie dabei, wenn es heißt: verstehen, hinterfragen, diskutieren. Wir freuen und auf Ihr Kommen und einen erkenntnisreichen Abend.

Eintritt frei – Spenden zur Kostendeckung werden erbeten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Speyer

Am Mittwoch, 13. Mai 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Lesung aus dem Buch „Wenn die Waffen sprechen: Der Beginn einer Fabel”
Redner/Diskussionspartner: Martin Beck

Ort: Im Restaurant Delphi-Nebenzimmer
Tullastr. 50
67346 Speyer

In ihrem Buch „Wenn die Waffen sprechen: Der Beginn einer Fabel” unternehmen Martin Beck und Thorsten Bohnenberger den literarischen Versuch, die Grausamkeit des Krieges und die verdrängte Wirklichkeit des Tötens aus einer ungewöhnlichen Perspektive sichtbar zu machen: Waffen und ihre Munition, wie sie im Ukraine-Krieg eingesetzt werden, kommen zu Wort.

Ausgehend von der beschönigenden Redewendung „Wenn die Waffen sprechen“, lassen die Autoren die Waffen in fiktiver Form für sich selbst sprechen. Dabei geht es nicht nur um Technik, Einsatzorte und Zerstörungskraft, sondern vor allem um die Folgen für Soldaten, Verwundete, Hinterbliebene und Zivilisten. Die Waffen entwickeln im Verlauf der Erzählung Mitgefühl und eigene Gedanken – sie beginnen zu philosophieren, von einem anderen, sinnvollen „Leben“ zu träumen, während manche an ihrer eigenen vernichtenden Wirkung zugrunde gehen.

Das Buch richtet sich nicht nur an Pazifisten und Friedensbewegte, sondern gerade auch an jene, die Krieg allzu leicht als notwendiges Mittel betrachten. Besonders junge Menschen sollen für die tödliche und traumatisierende Realität des Kriegsgeschehens sensibilisiert werden, die in politischen Debatten und medialen Bildern oft ausgeblendet bleibt.

 

Über die Autoren:
Martin Beck, Jahrgang 1954, lebt in der Südpfalz, Dr. phil., war in den Bereichen rhetorische Kommunikation, Sprecherziehung, Lehrerbildung und im Schuldienst tätig.

Thorsten Bohnenberger, Jahrgang 1972, lebt im Elsass, studierte Informatik, Künstliche Intelligenz und Wirtschaftswissenschaften in Saarbrücken und Edinburgh, promovierte im Bereich Künstliche Intelligenz und arbeitete viele Jahre in der Automobilindustrie. Seit 2025 ist er unabhängiger Unternehmensberater für Künstliche Intelligenz. Beide Autoren verbindet auch eine persönliche biographische Motivation, ein Antikriegsbuch zu schreiben.

Im Anschluss wird Gelegenheit sein zum Austausch und zur Diskussion.

Die Veranstaltung ist kostenfrei; über eine Spende zur Deckung von Kosten freuen wir uns.

Wegen der begrenzten Platzsituation bitten wir für den Fall einer Teilnahme um eine kurze und rechtzeitige Anmeldung per Mail an [email protected].

Beginn des Treffens ist um 18:00 Uhr für Gespräche und ein Abendessen vorab.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Heidelberg

Am Samstag, 13. Juni 2026, um 14:00 Uhr
Thema: 3. HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ

Ort: Haus der Begegnung – Jesuitenkirche
Merianstr. 1
Heidelberg-Altstadt

Diese Konferenz wird eröffnet von dem EU-Abgeordneten Michael von der Schulenburg, Brüssel.

„Wir müssen mit Russland reden” – das war seine Mitteilung im November 2025.
Daher wird am 13. Juni der direkte Dialog mit dem Generalkonsul der Russischen Föderation, Oleg Ju. Krasnitskiy, Bonn, stattfinden. Außerdem werden sich weitere Referenten beteiligen:
 
– Arno Gottschalk, Eppler-Kreis, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft – Landtag der Freien Hansestadt Bremen
 
– Joachim Guilliard, Heidelberger Friedensbündnis
 
– Dr. Theodor Ziegler, Religionspädagoge, Baiersbronn, Sicherheit neu denken,  „Mehr Diplomatie wagen” Baden-Württemberg

„Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden”  

Der Vorbereitungskreis hat sich am 13. März 2026 in der Heidelberger Altstadt mit dem Mahnruf von General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges befasst. Wir müssen endlich mit Russland über eine friedliche Lösung verhandeln. Denn nur so schaffen wir die Voraussetzungen für eine dauerhafte gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung im Interesse aller Europäer.

„Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden”

Bereits Anfang Januar 2026 haben Professor Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, Prof. Dr. h.c. Horst Teltschick, Dr. Johannes Klotz, General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg einen detaillierten Vorschlag zu Friedensverhandlungen vorgestellt. Es muss eine Atmosphäre der Verständigung geschaffen werden. Wer einen Verhandlungsfrieden anstrebt, muss auch seine Sprache ändern.

Die deutsche Bundesregierung könnte eine Führungsrolle bei der Suche nach einer friedlichen Lösung einnehmen. Das Grundgesetz ist eine Friedensverfassung. Die besondere historische Verantwortung Deutschlands erfordert eine dauerhafte Verständigung mit Russland!
 
Heidelberger NachDenkseiten-Gesprächskreis und paxchristi-Heidelberg-Rhein-Neckar
sowie örtliche und regionale Friedensorganisationen
Dr. Detlef Thiel – Hartmut Müller – Christine Brauss
Kontakt: [email protected]

(Auszug von RSS-Feed)

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Russen raus! Sonst werden Gelder gestrichen: EU-Kommission erpresst internationale Kunstausstellung

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Cancel Culture auf höchster Ebene: Die EU-Kommission fordert von der Biennale in Venedig, dass sie Künstler aus Russland ausschließt – andernfalls könnten der Kunstausstellung die EU-Förderungen gestrichen werden. Das ist ein Einriff in die Kunstfreiheit und ein Anschlag auf die Völkerverständigung, die durch solche internationalen Ausstellungen gefördert werden kann. Der Gipfel der Heuchelei: Die EU verbindet ihre Drohungen auch noch mit Phrasen zu „Vielfalt und Meinungsfreiheit“. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Die Europäische Kommission droht der alle zwei Jahre über mehrere Monate stattfindenden Biennale von Venedig mit dem Entzug ihrer Fördermittel, wie Medien berichten. Der Grund: Russland will erstmals seit 2022 wieder an der internationalen Kunstausstellung teilnehmen.

Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 hatte die Biennale laut Medien Personen mit Verbindungen zur russischen Regierung von der Ausgabe ausgeschlossen. Ein generelles Länder-Verbot gab es nicht. Im Februar 2022 hatten die Kuratoren und Künstler des russischen Pavillons ihre Teilnahme aus Protest gegen den Krieg zurückgezogen, woraufhin der Pavillon geschlossen blieb. Für die Ausgabe im Jahr 2024 hatte Russland die Schlüssel seines Pavillons laut Medien an Bolivien übergeben, das dort eine eigene Beteiligung eingerichtet hatte.

In diesem Jahr soll das wieder anders sein: Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco hatte verkündet, dass Russland seinen Pavillon zum Beginn der Messe im Mai wiedereröffnen dürfe. Er hatte außerdem gesagt, er habe Menschen „aus allen Konfliktzonen eingeladen“, damit sie ihre Ansichten teilen. „Wir glauben, dass dort, wo es Kunst gibt, ein Dialog stattfindet“, so Buttafuoco gegenüber der Tageszeitung La Repubblica. In Venedig würden demnach unter vielen anderen Ländern Künstler aus Russland, der Ukraine und Belarus vertreten sein – und auch Künstler aus dem Iran, Israel und den USA sind angekündigt.

Die Organisatoren der Biennale hatten kürzlich in einer Stellungnahme erläutert, dass sich die Kunstmesse als „eine offene Institution“ verstehe. Zu den guten Grundsätzen heißt es dort:

Die Biennale von Venedig lehnt jegliche Form von Ausgrenzung oder Zensur von Kultur und Kunst ab. Wie die Stadt Venedig selbst ist auch die Biennale ein Ort des Dialogs, der Offenheit und der künstlerischen Freiheit, der die Verbindung zwischen Völkern und Kulturen fördert und die Hoffnung auf ein Ende von Konflikten und Leid nährt.

„Nicht vereinbar mit der kollektiven Reaktion der EU auf die brutale Aggression Russlands“

Gegen diese guten Grundsätze positioniert sich die EU-Kommission: In einer Stellungnahme verurteilt die Kommission die Zulassung Russlands „aufs Schärfste“. Die Kommission erklärte laut Medien, die Entscheidung der Biennale sei „nicht vereinbar mit der kollektiven Reaktion der EU auf die brutale Aggression Russlands“. Die EU verweist auch auf ihr Sanktionsregime:

Die Mitgliedstaaten, Institutionen und Organisationen müssen im Einklang mit den EU-Sanktionen handeln und es vermeiden, Einzelpersonen, die die Aggression des Kremls gegen die Ukraine aktiv unterstützt oder gerechtfertigt haben, eine Plattform zu bieten.“

Die EU-Kommission zögert dabei nicht, ihre Cancel Culture auch noch in Phrasen zu „Vielfalt und Meinungsfreiheit“ zu verpacken:

Kultur fördert und schützt demokratische Werte, fördert offenen Dialog, Vielfalt und Meinungsfreiheit und sollte niemals als Plattform für Propaganda genutzt werden.

Kleiner Einschub: Beim Kampfbegriff „Plattformen für Propaganda“ muss ich zunehmend auch an den Niedergang vieler deutscher Kultur-Events denken, die teils zu Plattformen für beinharte Kriegs- und Anti-Russland-Propaganda gemacht wurden, wie etwa der „Friedenspreis“ des deutschen Buchhandels, die Berlinale, die Leipziger Buchmesse, der Westfälische Friedenspreis oder der Karlspreis. Nicht anders sieht es mit internationalen Sportveranstaltungen aus, die auf westliches Betreiben hin durch Ausschlüsse einzelner Länder indirekt zu Waffen in geopolitischen Konflikten gemacht worden sind, etwa Olympia oder internationale Tennis-Begegnungen, wodurch deren völkerverständigendes Potenzial beschädigt wird. Auch viele andere Bühnen sollen für die politisch „Umstrittenen“ (oder wegen deren „falscher“ Herkunft) versperrt werden.

Die Drohungen der EU

Die Biennale soll nun gezwungen werden, einen zensierenden und die Völkerverständigung sabotierenden Weg des Ausschlusses aus geopolitischen Motiven einzuschlagen. Wie gesagt droht die EU mit der Anwendung des EU-Sanktionsregimes. Dazu kommt: Die EU-Förderung für die Biennale beläuft sich laut Medienberichten auf zwei Millionen Euro – die EU-Kommission droht konkret mit dem Entzug dieser Förderung:

Sollte die Fondazione Biennale ihre Entscheidung, die Teilnahme Russlands zuzulassen, fortsetzen, werden wir weitere Maßnahmen prüfen, einschließlich der Aussetzung oder Beendigung eines laufenden EU-Zuschusses an die Biennale Foundation.

Italiens Politik und die „völlig unabhängige“ Biennale

Auch die italienische Politik mischt sich in die Planungen der eigentlich „völlig unabhängigen“ Biennale ein, wie Medien berichten: Italiens Kulturminister Alessandro Giuli forderte die Biennale-Stiftung auf, jegliche Korrespondenz zwischen ihr und den russischen Behörden zur Teilnahme an der Kunstausstellung vorzulegen. Da drängt sich die Frage auf, ob er auch die Korrespondenz zum Beispiel mit israelischen oder US-amerikanischen Behörden einsehen will und ob auch die Künstler dieser Länder für die Politik ihrer Regierungen geradestehen sollen.

Giuli betonte zwar in einer Mitteilung, die Stiftung treffe ihre Entscheidungen „völlig unabhängig“ von der Regierung in Rom. Es werde jedoch derzeit „sorgfältig geprüft, ob die angekündigte russische Teilnahme mit den Verpflichtungen aus dem geltenden Sanktionsregime vereinbar“ sei. Hier wirken also schon die Drohungen der EU bezüglich des Sanktionsregimes.

Weitere innenpolitische Konflikte in Italien um die Biennale werden in diesem Artikel thematisiert. Weitere Proteste gegen die russische Teilnahme, etwa aus dem EU-Parlament, werden hier beschrieben.

taz: „Putins perfide Politik kehrt zurück auf die Weltbühne der Kunst“

Was sagen deutsche Medien? N-tv würde eine „Bestrafung“ der Präsentation von Kunst mit der „falschen“ Herkunft durch den Entzug von Geldern vermutlich begrüßen. Unter der Überschrift „Spionagedrehscheibe Biennale? Russland ist wohl wieder salonfähig“ wird dort behauptet:

Als wäre nichts. Als würde kein Krieg nur ein paar Hundert Kilometer entfernt toben. Als wäre letzten Endes nicht ganz Europa von Putins Allmachtsfantasien bedroht. Doch Kultur und Sport setzen sich mancherorts über alles hinweg, was der gesunde Menschenverstand gebietet.

Im vierten Jahr des Ukraine-Krieges schummelt sich Russland langsam, aber beständig, durchs Hintertürchen wieder in das normale Weltgeschehen hinein. Natürlich nicht ohne Verbündete aller Art.

Dieses Niveau ist dann selbst der ZEIT zu niedrig, Hanno Rauterberg fragt in diesem Artikel:

„Denn wenn es in den Foren der Kunst nicht gelingt, über alle Gegensätze hinweg ins Gespräch zu kommen, wo bitte sonst? Und wo sollte die Grenze des erforderlichen Wohlverhaltens verlaufen? Müssten am Ende nicht ebenso Saudi-Arabien, China, vielleicht sogar die USA wegen schwerer Menschenrechtsverstöße von der Biennale verbannt werden?

Die taz wiederum bescheinigt diesem Zeit-Autor, das „Thema zu verfehlen“, und befürchtet:

Putins perfide Politik kehrt zurück auf die Weltbühne der Kunst: Russlands Pavillon bei der Biennale di Venezia gibt sich dialogisch-völkerverbindend.“

Amis raus aus der Biennale? Nein!

Es gibt auch aktuelle Forderungen, bei der kommenden Biennale israelische Künstler auszuschließen, was ich ebenfalls ablehne. Und wenn man der falschen und destruktiven Logik der politischen Ausschlüsse von internationalen Kultur- oder Sportveranstaltungen folgen würde und die gleichen Standards für die Künstler/Sportler aller Länder gelten würden, dann müssten selbstverständlich US-Künstler/Sportler als erstes ausgeschlossen werden: Die USA sind seit dem Zweiten Weltkrieg die Macht, die mit Abstand die meisten Menschenrechtsverletzungen begangen hat, keine Armee hat seither so viele Menschen ermordet wie die US-Armee.

Trotzdem würde ich mich immer auch gegen einen Ausschluss US-amerikanischer oder israelischer Künstler und Sportler von internationalen Veranstaltungen einsetzen. Künstler und Sportler aller Nationen müssen bei solchen Treffen teilnehmen dürfen, übrigens auch ohne vorher mit ihren „umstrittenen“ Heimatländern öffentlich „gebrochen“ zu haben. Alles andere ist Heuchelei und beschädigt das völkerverständigende Potenzial solcher Treffen.

Die Haltung der Biennale-Macher ist darum zu loben – das sollte Schule machen, denn oft genug ist festzustellen, dass Cancel Culture auch von der Unterwürfigkeit mancher Organisatoren lebt.

Titelbild: Lebedko Inna / Shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

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Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise

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NachDenkSeiten-Gesprächskreis Rostock

Am Samstag, 21.03.2026 um 10:00
Thema: Der Iran-Konflikt 2026 markiert eine Zeitenwende in der internationalen Politik
Redner/Diskussionspartner: Thilo Haase

Ort: Druckerei Blaudruck Reinhard Haase
Bei der Petrikirche 7
18055 Rostock

Liebe Interessentinnen und Interessenten,
wir möchten Euch herzlich zu unserem nächsten Treffen des Gesprächskreises Rostock der NachDenkSeiten einladen.

Der Iran-Konflikt 2026 markiert eine Zeitenwende in der internationalen Politik

(in Ergänzung unseres Themas im Februar – NSS 2025 der USA, diskutiert am Beispiel des Überfalls der USA und Israels auf den Iran)

  • Die USA verfolgen unter der NSS 2025 eine nationalegoistische Strategie, die militärische Stärke und Eigeninteressen in den Mittelpunkt rückt.
  • Israel nutzt die Gelegenheit, um seinen langjährigen Gegner entscheidend zu schwächen und politische Strukturen in Iran zu zerstören.
  • Iran antwortet mit massiver asymmetrischer Gewalt gegen regionale und internationale Ziele.
  • Die Region steht an der Schwelle zu einem langanhaltenden Großkonflikt mit weltwirtschaftlichen Auswirkungen.

Der Konflikt ist nicht nur ein militärisches Ereignis, sondern der sichtbarste Ausdruck einer neuen globalen Machtordnung, in dem traditionellen Regeln zunehmend erodieren.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt in Kooperation mit dem BSW Frankfurt

Am Freitag, 27.03.2026 um 19:00
Thema: RKI-Files und Corona-Aufarbeitung
Redner/Diskussionspartner: Bastian Barucker

Ort: SAALBAU Südbahnhof
Hedderichstraße 51
60594 Frankfurt am Main

Zur Webseite der Veranstaltung

RKI-Files und Corona-Aufarbeitung – Vortrag und Diskussion mit Bastian Barucker

Der NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt setzt die Corona-Aufarbeitung bewusst fort und vertieft sie mit einer eigenen thematischen Schwerpunktreihe. Ziel ist es, die Ereignisse und Entscheidungen der vergangenen Jahre kritisch zu beleuchten, offene Fragen zu diskutieren und Raum für einen sachlichen, demokratischen Austausch zu schaffen.

In dieser Veranstaltung ist der Journalist und Autor Bastian Barucker zu Gast.

Bis heute rechtfertigen Politiker und Gerichte viele Entscheidungen aus der Corona-Zeit mit den Einschätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI). Für viele Bürger gilt das Institut als wissenschaftlich unabhängige Fachbehörde. Doch die inzwischen veröffentlichten RKI-Protokolle – die sogenannten „RKI-Files“ – zeichnen ein deutlich komplexeres Bild der Entscheidungsprozesse innerhalb der Behörde, die dem Bundesgesundheitsministerium unterstellt ist.

Bastian Barucker hat maßgeblich dazu beigetragen, dass diese Protokolle öffentlich wurden und damit eine neue Grundlage für die gesellschaftliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Corona-Politik geschaffen. Durch seine journalistische Arbeit und seine kontinuierliche Dokumentation der Debatte gehört er zu den wichtigen Stimmen der unabhängigen Corona-Aufarbeitung.
Im Mittelpunkt des Abends stehen zentrale Fragen, die bis heute nicht abschließend geklärt sind:

  • Waren die weitreichenden Grundrechtseingriffe in Dauer und Intensität verhältnismäßig?
  • Wie entstanden die Entscheidungsprozesse innerhalb von Behörden wie dem Robert Koch-Institut?
  • In welchem Verhältnis standen wissenschaftliche Einschätzungen, politische Vorgaben und öffentlicher Druck?

Der Vortrag gibt Einblicke in die Inhalte der RKI-Protokolle, ihre Bedeutung für die Bewertung der damaligen Entscheidungen und den aktuellen Stand der Aufarbeitung.
Im Anschluss an den Vortrag besteht ausführlich Gelegenheit zur Diskussion.

Diese Veranstaltungsreihe bietet die Möglichkeit, sich direkt von Menschen zu informieren, die aktiv an der Aufklärung beteiligt sind – und die offenen Fragen gemeinsam zu diskutieren. Denn Aufarbeitung lebt vom Gespräch. Und Demokratie vom offenen Diskurs.

Eintritt: frei – Spenden zur Kostendeckung erbeten

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NachDenkSeiten-Gesprächskreis Hamburg | nachdenken-in-hamburg.de

Am Freitag, 27.03.2026 um 19:30
Thema: Vortrag und Diskussion mit Dr. Jonas Tögel – Der Weg zum Frieden
Redner/Diskussionspartner: Dr. Jonas Tögel

Ort: Christuskirche Altona
Suttnerstraße 18
22765 Hamburg

Der Propagandaforscher und Bestsellerautor Dr. Jonas Tögel gibt nicht nur spannende Einblicke in weitgehend unbekannte militärische Planungen, er zeigt auch auf, welche gesellschaftlichen Bedingungen zentrale Voraussetzung für den Frieden sind und was wir alle konkret tun können, um die größte Kraft für den Frieden zu entfesseln: die öffentliche Meinung, getragen von einer starken und sichtbaren Friedensbewegung.

Zur Person: Dr. Jonas Tögel (*1985), Amerikanist und Propagandaforscher, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Universität Regensburg. Er promovierte zu historischen und aktuellen Techniken der Propaganda und der „kognitiven Kriegsführung“.

Sein Anliegen: über Propaganda und Techniken der Manipulation aufzuklären. Kriege werden nur dadurch ermöglicht, dass man die Köpfe und Herzen der Menschen mit Propaganda

Der Eintritt ist frei.

Mit deiner Spende unterstützt du unsere weiteren Aktivitäten.

Veranstalter: Friedensinitiative Altona, Hamburger Forum, NachDenkSeiten, Gk – Hamburg

Anmeldung: lets-meet.org/reg/82bf320f407f246e73


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Schweinfurt/Würzburg & Deutscher Freidenker-Verband Schweinfurt/Würzburg

Am Samstag, 28.03.2026 um 19:00
Thema: Frieden durch „Kriegstüchtigkeit“? Aufrüstung, Militarisierung und die neue Wehrpflicht
Redner/Diskussionspartner: Florian Pfaff, Bundeswehrmajor a. D.

Ort: Gaststätte „TV Oberndorf“
Hermann-Gräf-Allee 1
97424 Schweinfurt

Informationen zur Veranstaltung
Seit Februar 2022 tobt in der Ukraine ein Stellvertreterkrieg zwischen der Ukraine und dem NATO-Westen einerseits sowie Russland und den BRICS-Staaten andererseits.

In Deutschland wurde eine „Zeitenwende“ verkündet, das Land wird aufgerüstet und militarisiert, die Wehrpflicht wurde wieder eingeführt. Florian Pfaff, Bundeswehrmajor a. D. und Sprecher des „Darmstädter Signals“, sieht diese Entwicklung sehr kritisch. Die NATO ist seit 1999 ein Kriegsbündnis und junge Menschen dürften nicht für die Machtpläne der NATO-Eliten „verheizt“ werden. Frieden in Europa ist nur mit, nicht gegen Russland möglich. Herzliche Einladung zu Vortrag und Diskussion!

Eintritt frei, Spenden erwünscht!


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin

Am Dienstag, 31.03.2026 um 18:30
Thema: Der aktuelle Zustand der deutsch-russischen Beziehungen
Redner/Diskussionspartner: Alexander Milyutin

Ort: Sprechsaal
Marienstraße 26
10117 Berlin

Zur Webseite der Veranstaltung

Nach dem Ende des Kalten Kriegs entwickelten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sehr erfreulich. Russland zog alle Soldaten aus Deutschland ab. Auf allen Ebenen gab es Begegnungen, Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte, in Politik, Kultur und Wissenschaft und natürlich in der Wirtschaft. Russische Energielieferungen trugen bei zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, deutsche Firmen investierten viele Milliarden Dollar in Russland.

Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine wurden die deutsch-russischen Beziehungen fast vollständig zerstört. Die deutsche Regierung stellte Dialog und Zusammenarbeit ein und erklärte, Russland müsse militärisch besiegt und seine Wirtschaft ruiniert werden. Es wurden Sanktionen gegen Russland erlassen und Konsulate geschlossen.

Diese Politik widerspricht diametral den Interessen der deutschen Bevölkerung. Treibende Kraft hinter der russlandfeindlichen Politik in Deutschland und der EU sind die strategischen Interessen der USA. Sie will Russland und die EU spalten, die Souveränität der europäischen Staaten schwächen und so die globale Dominanz der USA sichern.

Deutschland und Russland werden aber Nachbarn bleiben. Es gibt keine Alternative zu friedlicher Koexistenz und fairer Zusammenarbeit. Russland möchte eine Politik der guten Nachbarschaft mit allen europäischen Staaten. Auf dieser Grundlage können alle Staaten ihre Souveränität und Interessen wahren und einen Platz finden in der multipolaren Weltordnung.

Russland hat keinerlei Absichten, andere Staaten militärisch zu bedrohen. Es wurde aber in der Vergangenheit mehrmals überfallen, zuletzt durch das nationalsozialistische Deutschland in einem Vernichtungskrieg, dem 27 Millionen Sowjetbürger zum Opfer fielen. Wie andere Staaten auch hat Russland Sicherheitsinteressen und möchte, dass diese respektiert werden. Eine europäische Sicherheitsordnung muss auf dem Konzept der gemeinsamen Sicherheit beruhen, wie es 1990 in der Charta von Paris formuliert wurde.

Alexander Milyutin
Botschaftsrat an der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin

Sprechsaal
Der Sprechsaal ist ein wichtiger Raum für Veranstaltungen mit humanistischer Orientierung. Er wird von vielen Gruppen genutzt, die sich einsetzen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie.

Einlass ab 18:00 Uhr, Beginn 18:30 Uhr
Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt in Kooperation mit der Wetterauer Aktion Frieden

Am Donnerstag, 09.04.2026 um 19:00
Thema: Für ein Kriegsende und eine europäische Sicherheits- und Friedensordnung
Redner/Diskussionspartner: General a.D. Harald Kujat

Ort: Stadthalle Friedberg
Georg-August-Zinn-Halle
Am Seebach 2
61169 Friedberg (Hessen)

Zur Webseite der Veranstaltung

Für ein Kriegsende und eine europäische Sicherheits- und Friedensordnung
Vortrag und Diskussion

Wie kann der Krieg in der Ukraine beendet werden?
Welche Perspektiven gibt es für eine neue europäische Sicherheits- und Friedensordnung?

Diese Fragen gehören zu den drängendsten unserer Zeit. Während die militärische Eskalation weiter voranschreitet, wird die politische und diplomatische Dimension eines möglichen Friedens häufig nur unzureichend diskutiert.

Mit General a.D. Harald Kujat, ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses und früherer Generalinspekteur der Bundeswehr, kommt einer der profiliertesten Militärstrategen Deutschlands nach Friedberg. Kujat gehört zu den wenigen hochrangigen Militärs, die sich seit Beginn des Ukrainekrieges öffentlich für eine realistische Analyse der militärischen Lage, für Diplomatie und für ernsthafte Bemühungen um ein Ende des Krieges einsetzen.

In seinem Vortrag wird er auf zentrale Fragen eingehen:

  • Wie lässt sich der Krieg in der Ukraine beenden?
  • Welche Rolle könnten Verhandlungen und diplomatische Initiativen spielen?
  • Wie könnte eine tragfähige europäische Sicherheitsordnung aussehen, die langfristig Frieden ermöglicht?

Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit zu Fragen und zur Diskussion.

Eine Veranstaltung für alle, die sich jenseits von Schlagzeilen und Kriegsrhetorik mit den Perspektiven für Frieden in Europa auseinandersetzen möchten.

Eintritt ist frei – Spenden zur Kostendeckung willkommen.

Bitte Anmeldung per E-Mail an: [email protected]


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Hamburg | nachdenken-in-hamburg.de

Am Donnerstag, 09.04.2026 um 19:00
Thema: Buchvorstellung – Hannes Hofbauer: Aller Rechte beraubt.
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Rudolf-Steiner-Haus
Mittelweg 11-12
20148 Hamburg

Zur Webseite der Veranstaltung

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. … Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt der Autor, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

Der Autor Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger.

Der Eintritt ist frei.

Mit deiner Spende unterstützt du unsere weiteren Aktivitäten.

Anmeldung: lets-meet.org/reg/101c8207bc0c3a967a


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Speyer

Am Montag, 13.04.2026 um 19:00
Thema: Lesung aus dem Buch „Wenn Waffen sprechen“ – Der Beginn einer Fabel
Redner/Diskussionspartner: Martin Beck

Ort: Im Restaurant Delphi-Nebenzimmer
Tullastr. 50
67346 Speyer

In ihrem Buch „Wenn die Waffen sprechen“ – Beginn einer Fabel unternehmen Martin Beck und Thorsten Bohnenberger den literarischen Versuch, die Grausamkeit des Krieges und die verdrängte Wirklichkeit des Tötens aus einer ungewöhnlichen Perspektive sichtbar zu machen: Waffen und ihre Munition, wie sie im Ukraine-Krieg eingesetzt werden, kommen zu Wort.

Ausgehend von der beschönigenden Redewendung „Wenn die Waffen sprechen“ lassen die Autoren die Waffen in fiktiver Form für sich selbst sprechen. Dabei geht es nicht nur um Technik, Einsatzorte und Zerstörungskraft, sondern vor allem um die Folgen für Soldaten, Verwundete, Hinterbliebene und Zivilisten. Die Waffen entwickeln im Verlauf der Erzählung Mitgefühl und eigene Gedanken – sie beginnen zu philosophieren, von einem anderen, sinnvollen „Leben“ zu träumen, während manche an ihrer eigenen vernichtenden Wirkung zugrunde gehen.

Das Buch richtet sich nicht nur an Pazifisten und Friedensbewegte, sondern gerade auch an jene, die Krieg allzu leicht als notwendiges Mittel betrachten. Besonders junge Menschen sollen für die tödliche und traumatisierende Realität des Kriegsgeschehens sensibilisiert werden, die in politischen Debatten und medialen Bildern oft ausgeblendet bleibt.

 

Über die Autoren:

Martin Beck, Jahrgang 1954, lebt in der Südpfalz, Dr. phil., war in den Bereichen rhetorische Kommunikation, Sprecherziehung, Lehrerbildung und im Schuldienst tätig.

Thorsten Bohnenberger, Jahrgang 1972, lebt im Elsass, studierte Informatik, Künstliche Intelligenz und Wirtschaftswissenschaften in Saarbrücken und Edinburgh, promovierte im Bereich Künstliche Intelligenz und arbeitete viele Jahre in der Automobilindustrie. Seit 2025 ist er unabhängiger Unternehmensberater für Künstliche Intelligenz. Beide Autoren verbindet auch eine persönliche biographische Motivation, ein Antikriegsbuch zu schreiben.

Im Anschluss wird Gelegenheit sein zum Austausch und zur Diskussion.

Die Veranstaltung ist kostenfrei; über eine Spende zur Deckung von Kosten freuen wir uns.

Wegen der begrenzten Platzsituation bitten wir für den Fall einer Teilnahme um eine kurze und rechtzeitige Anmeldung per Mail an [email protected]

Beginn des Treffens ist um 18:00 Uhr für Gespräche und ein Abendessen vorab.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Düsseldorf

Am Freitag, 24.04.2026 um 18:30
Thema: Das Thema Corona ist nicht vorbei – es ist verdrängt
Redner/Diskussionspartner: Andrej Hunko

Ort: Gaststätte Hirschchen
Alt Pempelfort 2
Düsseldorf

Andrej Hunko ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter (BSW) und Mitglied des Gesundheitsauschusses des Europarates. Er hat die Corona-Politik parlamentarisch begleitet und ihre Widersprüche früh benannt. Gemeinsam mit Professor Matthias Schrappe arbeitet er heute an einer unabhängigen Aufarbeitung der Corona-Jahre, denn Corona ist ganz und gar nicht aufgearbeitet und erledigt. Denn:

  • Die politische Verantwortung für Grundrechtseingriffe historischen Ausmasses wurde nie ernsthaft untersucht.
  • Der Antrag auf einen echten Untersuchungsauschuss wurde blockiert.
  • Sanktionen gegen Ärzte und Pflegekräfte wirken bis heute nach.
  • Ungerechtfertigt verhängte Bußgelder wurden nicht zurückgezahlt Impfgeschädigte kämpfen weiterhin um Anerkennun und Unterstützung
  • Neue Verträge und Gesetze deuten auf ähnlich gelagerte Reaktionen in der Zukunft hin.
  • Zentrale Dokumente werfen mehr Fragen auf als sie beantworten

Andrej Hunko steht für eine sachliche, parlamentarisch fundierte und demokratisch notwendige Aufarbeitung. Nicht aus parteitaktischen Gründen – sondern weil ein Rechtsstaat ohne Aufklärung seine Glaubwürdigkeit verliert.

Wir laden Sie ein zu einem Abend, der nicht zurückblickt, um zu verharren, sondern um Lehren zu ziehen. Für Grundrechte, für Transparenz, für eine demokratische Zukunft.

Seien Sie dabei, wenn es heißt: verstehen, hinterfragen, diskutieren. Wir freuen und auf Ihr Kommen und einen erkenntnisreichen Abend.

Eintritt frei – Spenden zur Kostendeckung werden erbeten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Heidelberg

Am Samstag, 13.06.2026 um 14:00
Thema: 3. HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ

Ort: Haus der Begegnung – Jesuitenkirche
Merianstr. 1
Heidelberg-Altstadt

Diese Konferenz wird eröffnet – von dem EU-Abgeordneten Michael von der Schulenburg, Brüssel.

“Wir müssen mit Russland reden” – das war  seine Mitteilung im November 2025.
Daher wird am 13.6. der direkte Dialog mit dem Generalkonsul der Russischen Föderation, Oleg Ju. Krasnitskiy, Bonn, stattfinden. Außerdem werden sich weitere Referenten beteiligen:
 
…Arno Gottschalk, Eppler-Kreis, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft – Landtag der Freien Hansestadt Bremen
 
…Joachim Guilliard, Heidelberger Friedensbündnis
 
…Dr. Theodor Ziegler, Religionspädagoge, Baiersbronn, Sicherheit neu denken,  “Mehr Diplomatie wagen” Baden-Württemberg

“Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden”  

Der Vorbereitungskreis hat sich am 13. März 26 in der Heidelberger Altstadt mit dem Mahnruf von General a.D. Harald Kujat und Mvd Schulenburg zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges befasst.
Wir müssen endlich mit Russland über eine friedliche Lösung verhandeln.
Denn nur so schaffen wir die Voraussetzungen für eine dauerhafte gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung im Interesse aller Europäer.

“Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden”

Bereits Anfang Januar 2026 haben Professor Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, Prof. Dr. h.c. Horst Teltschick, Dr. Johannes Klotz, General a.D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg einen detaillierten Vorschlag zu Friedensverhandlungen vorgestellt. 
Es muss eine Atmosphäre der Verständigung geschaffen werden.
Wer einen Verhandlungsfrieden anstrebt, muss auch seine Sprache ändern.

Die deutsche Bundesregierung könnte eine Führungsrolle bei der Suche nach einer friedlichen Lösung einnehmen. 
Das Grundgesetz ist eine Friedensverfassung.
Die besondere historische Verantwortung Deutschlands erfordert
eine dauerhafte Verständigung mit Russland!
 
Heidelberger NachDenkseiten-Gesprächskreis und paxchristi-Heidelberg-Rhein-Neckar
sowie örtliche und regionale Friedensorganisationen
Dr. Detlef Thiel – Hartmut Müller – Christine Brauss
Kontakt: [email protected]

(Auszug von RSS-Feed)

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Termine und Veranstaltungen der Gesprächskreise

veröffentlicht.
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An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in Bremerhaven, Schweinfurt, Würzburg, Kiel, Berlin, Karlsruhe, München, Rostock und Hamburg vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie hier. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Bremerhaven (nachdenken-in-bremerhaven.de)

Am Freitag, 13.03.2026 um 19:00
Thema: Filmvorführug “Der Lange Atem”

Ort: Haus der Jugend
Rheinstraße 109
27570 Bremerhaven

Dokumentarfilm | BR Deutschland 1981 | 93 Minuten

Regie: Christoph Boekel

Mit Hilfe von Fotos, Tonmaterial und Wochenschau-Ausschnitten beschreibt der Film die Vorgänge um die Wiederbewaffnung Westdeutschlands und die Proteste dagegen. Mit schlichten filmischen Mitteln ergreift die Dokumentation Partei und lieferte Anfang der 80er Jahre (NATO-Doppelbeschluß) einen aktuellen Beitrag zur Rüstungsdiskussion. Der Produzent des Films, die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film, verbot die öffentliche Aufführung dieser Abschlußarbeit; zwei Jahre später drehten die Regisseure ihren Film noch einmal (vgl. „Der längere Atem”).

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten!

Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung per Mail an: [email protected]


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Schweinfurt/Würzburg & Deutscher Freidenker-Verband Schweinfurt/Würzburg

Am Sonntag, 15.03.2026 um 19:00
Thema: Venezuela: Demokratie oder Neokolonialismus?
Redner/Diskussionspartner: Carsten Hanke, GeFIS e. V.

Ort: Gaststätte „TV Oberndorf“
Hermann-Gräf-Allee 1
97424 Schweinfurt

Informationen zur Veranstaltung
Im Jahr 1998 wurde der Offizier Hugo Chávez in Venezuela zum Präsidenten gewählt und drehte das Land auf links.

Er berief sich auf den Staatsgründer Simon Bolívar, stellte die Souveränität über die eigene Ölförderung her und nutzte das zusätzliche Geld, um von den Reichen zu den Armen umzuverteilen.

Nach dem Tod des populären Chávez im Jahr 2013 kam Nicolás Maduro an die Macht. Brutale Sanktionen der USA ab 2015 verschlechterten die wirtschaftliche und soziale Situation in Venezuela dramatisch. Die Folge: Maduro wurde zunehmend unpopulär beim Volk. Anfang 2026 wurde er von den USA entführt. Die Zukunft Venezuelas steht auf der Kippe: Wird es ein weiteres Land, das die USA in neokolonialer Art ausbeuten, oder entsteht eine blühende Demokratie, wie es sich manche erhoffen?

Herzliche Einladung zu Referat und Diskussion mit Carsten Hanke von der Gesellschaft für Frieden und internationale Solidarität e. V. (GeFIS, gefis2020.de/)!

Eintritt frei, Spenden erwünscht!


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Schweinfurt/Würzburg & Deutscher Freidenker-Verband Schweinfurt/Würzburg

Am Montag, 16.03.2026 um 19:00
Thema: Venezuela: Demokratie oder Neokolonialismus?
Redner/Diskussionspartner: Carsten Hanke, GeFIS e. V.

Ort: Gaststätte „Blauer Adler“
Mergentheimer Str. 17
97082 Würzburg

Informationen zur Veranstaltung
Im Jahr 1998 wurde der Offizier Hugo Chávez in Venezuela zum Präsidenten gewählt und drehte das Land auf links.

Er berief sich auf den Staatsgründer Simon Bolívar, stellte die Souveränität über die eigene Ölförderung her und nutzte das zusätzliche Geld, um von den Reichen zu den Armen umzuverteilen.

Nach dem Tod des populären Chávez im Jahr 2013 kam Nicolás Maduro an die Macht. Brutale Sanktionen der USA ab 2015 verschlechterten die wirtschaftliche und soziale Situation in Venezuela dramatisch. Die Folge: Maduro wurde zunehmend unpopulär beim Volk. Anfang 2026 wurde er von den USA entführt. Die Zukunft Venezuelas steht auf der Kippe: Wird es ein weiteres Land, das die USA in neokolonialer Art ausbeuten, oder entsteht eine blühende Demokratie, wie es sich manche erhoffen?

Herzliche Einladung zu Referat und Diskussion mit Carsten Hanke von der Gesellschaft für Frieden und internationale Solidarität e. V. (GeFIS, gefis2020.de/)!

Eintritt frei, Spenden erwünscht!


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Kiel und Umgebung

Am Montag, 16.03.2026 um 19:00
Thema: Eine bewegende Reise nach Belarus
Redner/Diskussionspartner: Klaus-Dieter Kolenda und Jan Gorski

Ort: Haus der Heimat
Wilhelminenstr. 47-49
24103 Kiel

Zur Webseite der Veranstaltung

Belarus ist eine Reise wert, weil sie in ein schönes Land mit unberührter Natur und vielen Seen und Wäldern, interessanten Städten und freundlichen Menschen führt, aber auch die Augen öffnen kann für die unvorstellbaren Kriegsverbrechen der deutschen Invasionstruppen während der Besatzungszeit 1941-1944.

Motto: Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne Frieden nichts (Willy Brandt)

Vortrag von Klaus-Dieter Kolenda und Jan Gorski, die zusammen Ende September 2025 für eine Woche nach Belarus gereist sind, um sich in einem Land umzusehen, über das und dessen Geschichte man in der deutschen Öffentlichkeit nur wenig weiß, seit längerer Zeit auch nicht viel Gutes hört und das in Deutschland auch Weißrussland genannt wird.

Link zum Artikel in Globalbridge


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin | nachdenken-in-berlin.de

Am Dienstag, 17.03.2026 um 18:30
Thema: „Zwei-plus-Vier-Vertrag und drum herum“
Redner/Diskussionspartner: Achim Wernicke

Ort: Zunftwirtschaft
Arminiusstr. 2-4
10551 Berlin

Zur Webseite der Veranstaltung

Zwei-plus-Vier-Vertrag und drum herum
Der 2+4-Vertrag ist die Rechtsgrundlage für die Wiedervereinigung Deutschlands. Er legt fest, dass ausländische Streitkräfte und Atomwaffen oder deren Träger in Ostdeutschland „weder stationiert noch dorthin verlegt“ werden dürfen. Dies und das Versprechen, dass es keine NATO-Osterweiterung geben würde, waren die Voraussetzungen für die Zustimmung der Sowjetunion zur Wiedervereinigung.

Seither wurde die NATO um viele osteuropäische Staaten erweitert, Russlands Sicherheitsinteressen wurden völlig ignoriert. Deutschland verstößt gegen die völkerrechtlichen Verpflichtungen aus dem 2-4-Vertrag. Der Versuch der USA, die Ukraine in die NATO zu integrieren, provozierte einen Krieg in der Ukraine, in dem die Ukraine als Stellvertreter der NATO fungiert. Es droht die Eskalation zu einem direkten  Krieg zwischen der NATO und Russland in Mitteleuropa.

Freundschaftliche Beziehungen zu allen Nachbarstaaten, auch zu Russland, liegen im Interesse der deutschen Bevölkerung. Der Wunsch nach guten Beziehungen zu Russland ist bei den Menschen in Ostdeutschland viel stärker ausgeprägt als in Westdeutschland. Der 2+4-Vertrag eröffnet der Bevölkerung in Ostdeutschland und den ostdeutschen Landesregierungen Chancen, in Deutschland eine an Frieden, Entspannung und Kooperation orientierte Außenpolitik auf den Weg zu bringen.

Joachim Wernicke
Joachim Wernicke, Jahrgang 1940, aufgewachsen in West-Berlin, ist Professor (i.R.), zuletzt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Er studierte und promovierte an der TU Berlin. In den 1980er Jahren wirkte er in der Friedensbewegung mit, im Widerstand gegen die Stationierung atomarer Pershing-II-Raketen der USA in der BRD. Seit der Zuspitzung der Entwicklung um die NATO-Osterweiterung ab 2000 ist er erneut in der Friedensbewegung tätig, mit dem Schwerpunkt der Art und Weise der deutschen Vereinigung und ihrer Folgen.

Zunftwirtschaft
Den Veranstaltungsraum stellt uns die Zunftwirtschaft für eine günstige Miete zur Verfügung. Bitte bringt etwas Durst (und vielleicht Hunger?) mit, damit sich auch die Zunftwirtschaft über unseren Gesprächsabend freut. Wenn ihr essen möchtet und genügend Zeit habt, speist vielleicht in der Gastwirtschaft schon vor dem Beginn des Gesprächsabends. Und bringt bitte fürs Bezahlen ein paar kleine Geldscheine und Münzen mit, damit der Zunftwirtschaft nicht das Wechselgeld ausgeht.

Kennenlernen und Gedankenaustausch
Der Vortrag beginnt im Versammlungsraum um 18:30 Uhr. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr aber gerne schon früher kommen. Wir treffen uns ab 17:30 Uhr in der Gastwirtschaft. Dort könnt ihr politisch interessierte Menschen kennenlernen und mit ihnen ins Gespräch kommen (und schon mal euren Sitzplatz im Versammlungsraum reservieren).

Treffen ab 17:30 Uhr, Beginn des Vortrags 18:30 Uhr
Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden.

Anmeldung erforderlich, bitte hier: nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260317-Achim-Wernicke
(Die Anzahl der Plätze ist begrenzt)


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Karlsruhe

Am Donnerstag, 19.03.2026 um 18:30
Thema: Ist das Völkerrecht am Ende? Welche Zukunft hat die Charta der Vereinten Nationen?
Redner/Diskussionspartner: Andreas Zumach

Ort: Treffpunkt 1721
Adenauerring 32
76131 Karlsruhe

80 Jahren nach seiner Begründung in der „Charta der Vereinten Nationen“ stehen das Völkerrecht und die Institution der UNO vor dem Zusammenbruch!

Mit ihren Kriegen und militärischen Interventionen gegen die Ukraine und in Venezuela verstoßen mit Rußland und USA zwei ständige Mitglieder des laut Charta für die „Bewahrung des Friedens“ hauptverantwortlichen Sicherheitsrates gegen das zwischenstaatliche Gewaltverbot. Ganz offen verhöhnen die Regime in Moskau und Washington die grundlegenden Völkerrechtsprinzipien der „Souveränität und territorialen Integrität“ anderer Staaten. Sie reklamieren unverhohlen das „Recht des Stärkeren“ für sich und betreiben die Aufteilung der Welt in von ihnen beherrschte Einflußzonen. In der Diskussion stehen, nicht zu vergessen, der Panama-Kanal, die Straße von Malaka und die Meerenge von Hormuz mit oder durch einen Angriff auf den Iran. Der Flottenverband, der USS Abraham Lincoln Carrier Strike Groupe, liegt im Golf von Oman. Die USA gründeten ihre eigene Friedensinitiative, der sich bereits 60 Staaten angeschlossen haben.

Werden die Völkerrechtsverstöße der USA von Deutschland kritiklos geduldet oder gar offen gutgeheißen?

China beschränkt sich bislang, noch, auf die – ebenfalls völkerrechtswidrige – Androhung von Gewalt gegen Taiwan und die Mißachtung der Rechte anderer Anrainerstaaten des Südchinesischen Meeres.
Zudem verstoßen immer mehr Staaten – nicht nur Autokratien und Diktaturen, sondern auch Deutschland (siehe “Westsahara” richtig “Arabische Saharauische Demokratische Republik”, einer der letzten kolonialisierten Staaten der Welt ) und andere westliche Demokratien – gegen die Menschenrechtsnormen, die 1948 völkerrechtlich verbindlich und mit universeller Gültigkeit vereinbart wurden.

Ist Europa willens und in der Lage gegen diese bedrohliche Entwicklung anzusteuern und zur Rettung von Völkerrecht, UNO und universellen Menschenrechtsnormen beizutragen? Und – was müßte oder kann die Friedensbewegung dafür tun?

Solltet Ihr etwas essen wollen, könnt ihr ab 16.30 h kommen, da bitte während der Veranstaltung keine Bestellungen erfolgen sollten. Und bitte beachtet den Wirt, da dadurch der Saal kostenfrei ist.

Einttritt: Frei, bedenkt bitte die vorhandene Hutkasse mit einem Obolus, da solche Veranstaltungen nur von uns allen gemeinsam getragen werden können.

Andreas Zumach lebt in Berlin, ist freischaffender Journalist und Buchautor, war von 1988-2020 Korrespondent am UNO-Sitz in Genf für die Berliner “tageszeitung” (taz) und weitere Zeitungen, Rundfunk-und Fernsehanstalten und ist Experte für Themen der Sicherheitspolitik, Rüstungskontrolle, Völkerrecht und Menschenrechte. Er gehört zum Netzwerk Friedenskooperative.

Solltet diese Veranstaltung Euer Interesse wecken, bitte meldet Euch nur unter “[email protected]” an. E-Mails, diese Veranstaltung betreffend, können aus Verarbeitungsgründen nur unter dieser Adresse angenommen werden.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis München & Freie Linke München

Am Donnerstag, 19.03.2026 um 19:00
Thema: Smartphone – Gefahren und Alternativen
Redner/Diskussionspartner: Fred Großkopf

Ort: EineWeltHaus, 2. Stock
Schwanthalerstraße 80
München – U-Bahn Theresienwiese

Dein Smartphone – unsere Zukunft!

Smartphones prägen unseren Alltag und stehen im Zentrum der digitalen Welt. Doch die Kontrolle über diese Technologie liegt in den Händen weniger Konzerne – vor allem Apple und Google. Ihre Systeme bestimmen, wie rund drei Viertel der Menschheit kommunizieren, denken und handeln. Diese Machtkonzentration birgt Risiken für Freiheit, Gesundheit und Frieden – besonders im Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz.

Der Vortrag beleuchtet diese Entwicklungen, zeigt Alternativen auf und lädt zu einem bewussteren Umgang mit Technologie ein. Ziel ist es, Wege zu mehr Selbstbestimmung und digitaler Souveränität zu eröffnen – für eine Digitalisierung im Dienst des Menschen.

Die Veränderung beginnt bei uns: in unserem Konsum, unseren Entscheidungen und unserem Mut, neue Wege zu gehen. Jede bewusste Entscheidung heute gestaltet die Zukunft von morgen.

Fred Großkopf ist Softwareentwickler und Berater. Er verbindet technisches Wissen mit gesellschaftlichem Bewusstsein – für eine humane, achtsame und friedliche Welt.

Eine genauere Beschreibung des Vortrags gibt es hier: kuandu.systems/smartphone


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Rostock

Am Samstag, 21.03.2026 um 10:00
Thema: Der Iran-Konflikt 2026 markiert eine Zeitenwende in der internationalen Politik
Redner/Diskussionspartner: Thilo Haase

Ort: Druckerei Blaudruck Reinhard Haase
Bei der Petrikirche 7
18055 Rostock

Liebe Interessentinnen und Interessenten,
wir möchten Euch herzlich zu unserem nächsten Treffen des Gesprächskreises Rostock der NachDenkSeiten einladen.

Der Iran-Konflikt 2026 markiert eine Zeitenwende in der internationalen Politik

(in Ergänzung unseres Themas im Februar – NSS 2025 der USA, diskutiert am Beispiel des Überfalls der USA und Israels auf den Iran)

  • Die USA verfolgen unter der NSS 2025 eine nationalegoistische Strategie, die militärische Stärke und Eigeninteressen in den Mittelpunkt rückt.
  • Israel nutzt die Gelegenheit, um seinen langjährigen Gegner entscheidend zu schwächen und politische Strukturen in Iran zu zerstören.
  • Iran antwortet mit massiver asymmetrischer Gewalt gegen regionale und internationale Ziele.
  • Die Region steht an der Schwelle zu einem langanhaltenden Großkonflikt mit weltwirtschaftlichen Auswirkungen.

Der Konflikt ist nicht nur ein militärisches Ereignis, sondern der sichtbarste Ausdruck einer neuen globalen Machtordnung, in dem traditionellen Regeln zunehmend erodieren.


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Schweinfurt/Würzburg & Deutscher Freidenker-Verband Schweinfurt/Würzburg

Am Samstag, 28.03.2026 um 19:00
Thema: Frieden durch „Kriegstüchtigkeit“? Aufrüstung, Militarisierung und die neue Wehrpflicht
Redner/Diskussionspartner: Florian Pfaff, Bundeswehrmajor a. D.

Ort: Gaststätte „TV Oberndorf“
Hermann-Gräf-Allee 1
97424 Schweinfurt

Informationen zur Veranstaltung
Seit Februar 2022 tobt in der Ukraine ein Stellvertreterkrieg zwischen der Ukraine und dem NATO-Westen einerseits sowie Russland und den BRICS-Staaten andererseits.

In Deutschland wurde eine „Zeitenwende“ verkündet, das Land wird aufgerüstet und militarisiert, die Wehrpflicht wurde wieder eingeführt. Florian Pfaff, Bundeswehrmajor a. D. und Sprecher des „Darmstädter Signals“, sieht diese Entwicklung sehr kritisch. Die NATO ist seit 1999 ein Kriegsbündnis und junge Menschen dürften nicht für die Machtpläne der NATO-Eliten „verheizt“ werden. Frieden in Europa ist nur mit, nicht gegen Russland möglich. Herzliche Einladung zu Vortrag und Diskussion!

Eintritt frei, Spenden erwünscht!


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin

Am Dienstag, 31.03.2026 um 18:30
Thema: Der aktuelle Zustand der deutsch-russischen Beziehungen
Redner/Diskussionspartner: Alexander Milyutin

Ort: Sprechsaal
Marienstraße 26
10117 Berlin

Zur Webseite der Veranstaltung

Nach dem Ende des Kalten Kriegs entwickelten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sehr erfreulich. Russland zog alle Soldaten aus Deutschland ab. Auf allen Ebenen gab es Begegnungen, Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte, in Politik, Kultur und Wissenschaft und natürlich in der Wirtschaft. Russische Energielieferungen trugen bei zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie, deutsche Firmen investierten viele Milliarden Dollar in Russland.

Seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine wurden die deutsch-russischen Beziehungen fast vollständig zerstört. Die deutsche Regierung stellte Dialog und Zusammenarbeit ein und erklärte, Russland müsse militärisch besiegt und seine Wirtschaft ruiniert werden. Es wurden Sanktionen gegen Russland erlassen und Konsulate geschlossen.

Diese Politik widerspricht diametral den Interessen der deutschen Bevölkerung. Treibende Kraft hinter der russlandfeindlichen Politik in Deutschland und der EU sind die strategischen Interessen der USA. Sie will Russland und die EU spalten, die Souveränität der europäischen Staaten schwächen und so die globale Dominanz der USA sichern.

Deutschland und Russland werden aber Nachbarn bleiben. Es gibt keine Alternative zu friedlicher Koexistenz und fairer Zusammenarbeit. Russland möchte eine Politik der guten Nachbarschaft mit allen europäischen Staaten. Auf dieser Grundlage können alle Staaten ihre Souveränität und Interessen wahren und einen Platz finden in der multipolaren Weltordnung.

Russland hat keinerlei Absichten, andere Staaten militärisch zu bedrohen. Es wurde aber in der Vergangenheit mehrmals überfallen, zuletzt durch das nationalsozialistische Deutschland in einem Vernichtungskrieg, dem 27 Millionen Sowjetbürger zum Opfer fielen. Wie andere Staaten auch hat Russland Sicherheitsinteressen und möchte, dass diese respektiert werden. Eine europäische Sicherheitsordnung muss auf dem Konzept der gemeinsamen Sicherheit beruhen, wie es 1990 in der Charta von Paris formuliert wurde.

Alexander Milyutin
Botschaftsrat an der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin

Sprechsaal
Der Sprechsaal ist ein wichtiger Raum für Veranstaltungen mit humanistischer Orientierung. Er wird von vielen Gruppen genutzt, die sich einsetzen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie.

Einlass ab 18:00 Uhr, Beginn 18:30 Uhr
Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich


NachDenkSeiten-Gesprächskreis Hamburg | nachdenken-in-hamburg.de

Am Donnerstag, 09.04.2026 um 19:00
Thema: Buchvorstellung – Hannes Hofbauer: Aller Rechte beraubt.
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer

Ort: Rudolf-Steiner-Haus
Mittelweg 11-12
20148 Hamburg

Zur Webseite der Veranstaltung

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. … Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt der Autor, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

Der Autor Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger.

Der Eintritt ist frei.

Mit deiner Spende unterstützt du unsere weiteren Aktivitäten.

Anmeldung: lets-meet.org/reg/101c8207bc0c3a967a

(Auszug von RSS-Feed)

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„Nein zur US-Blockade – Solidarität mit Kuba!“ – Matinee in Mitte

veröffentlicht.
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Am 8. März sprachen bei der „Matinee in Mitte“ die Politikerin Sevim Dağdelen (BSW), Juana Martínez González (Botschafterin der Republik Kuba in der Bundesrepublik Deutschland) und Professor Norman Paech (Professor für Öffentliches Recht an der Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik) über die zunehmende Konfrontationspolitik der USA, die Rolle von Sanktionen und die Gefahr weiterer Interventionen in der westlichen Hemisphäre. Die NachDenkSeiten stellen hier einen Ausschnitt des Gesprächs als Videomitschnitt zur Verfügung.

Während die Aufmerksamkeit der Welt aktuell auf den Krieg im Mittleren Osten gerichtet ist, geht die Blockade der Republik Kuba durch die USA ungehindert weiter. Hierdurch wird die gesamte Wirtschaft auf der Insel stranguliert, was nach Einschätzung von Sevim Dağdelen (BSW) einer Strategie des Aushungerns der Bevölkerung gleichkommt.

US-Präsident Donald Trump erklärte in einem CNN-Interview, Kuba werde „bald fallen“ und kündigte an, seinen Außenminister Marco Rubio dorthin zu schicken, weil „Kuba reif ist – nach 50 Jahren.“ Die Aussagen stehen im Kontext einer verschärften US-Politik gegenüber der Insel und wachsender Spannungen in der Region. Was bedeutet diese Eskalation für die internationale Ordnung, für Lateinamerika – und für Europa?

Externer Inhalt

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Titelbild: NachDenkSeiten

(Auszug von RSS-Feed)
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