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Trumps imaginäre Waffenruhe | Von Rainer Rupp

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Trumps imaginäre Waffenruhe | Von Rainer Rupp
Tagesdosis 20260410 apolut
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Trumps imaginäre Waffenruhe | Von Rainer Rupp

Eine typisch trump’sche Mischung aus brachialer Inkompetenz, theatralischer Siegesrhetorik und pragmatischer Rückwärtsbewegung

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Die Waffenruhe zwischen den USA und Iran basiert auf dem 10-Punkte-Plan des Iran und wurde von Trump persönlich als Verhandlungsgrundlage anerkannt. Aber bereits wenige Stunden nach ihrer triumphalen Ankündigung durch Trump in Siegerpose ist sie faktisch bereits wieder zusammengebrochen, auch wenn dies offiziell noch von keiner Seite bestätigt ist. Denn in den wenigen Stunden, die dazwischen lagen war Trump unter dem hysterischen Druck seiner zionistischen Berater in Israel und anderer Washingtoner Kriegstreiber eingeknickt. In einem Akt fast kindlicher Verzweiflung begann er einfach die Realität zu leugnen. Er behauptete plötzlich, dass er nicht dem iranischen Plan zugestimmt habe, sondern einem ganz anderen, einem geheimnisvollen, streng geheimen 10-Punkteplan mit Forderungen der USA. 

Allerdings hat der pakistanische Ministerpräsident, der das Abkommen zwischen Iran und den USA vermittelt hat, vor internationalen Medien quasi als Augenzeuge bestätigt, dass die US-amerikanische Seite sehr wohl den original iranischen 10-Punkte Plan als Verhandlungsbasis akzeptiert hatte. Dieser Iranische Plan hat sich seit Beginn des US-Angriffskrieges nicht geändert und er muss daher auch der US-amerikanischen Seite von Text und Bedeutung bekannt gewesen sein.

In einer Analyse vom 9. April 2026 verweist der ehemalige Top-Analyst der CIA, Larry C. Johnson, darauf, dass in Washington und im Umfeld der Trump-Regierung eine Mischung aus Realitätsverweigerung und Zweckoptimismus herrsche. Die proklamierten militärischen US-Erfolge entbehrten jeder strategischen Grundlage. Stattdessen habe Iran die effektive Kontrolle über die Straße von Hormus übernommen und halte damit die Weltwirtschaft und die damit verbundenen US-Interessen in einem Würgegriff. Auch unterstreicht er, dass sowohl Teheran als auch der Vermittler Pakistan betonen, die US-Regierung habe einem iranischen Zehn-Punkte-Plan als Grundlage für Verhandlungen zugestimmt. Hier folgen die von Johnson bereitgestellten 10 Punkte des iranischen Plans: 

  • 1. US-Verpflichtung zur Nicht-Aggression – eine formelle Garantie, dass die Vereinigten Staaten (und Israel) keine weiteren Angriffe auf Iran, Libanon, Jemen und Irak starten werden.
  • 2. Fortgesetzte iranische Kontrolle über die Straße von Hormus – Iran behält die Souveränität und die primäre Koordination des Schiffsverkehrs durch die Meerenge mit einem „regulierten“ oder „sicheren Transitprotokoll“.  
  • 3. Anerkennung des iranischen Anreicherungsrechts – ausdrückliche US- und internationale Anerkennung des Rechts Irans, Uran für sein ziviles Atomprogramm anzureichern.  
  • 4. Aufhebung aller primären US-Sanktionen gegen Iran – Beseitigung der direkten bilateralen Wirtschaftssanktionen der USA.
  • 5. Aufhebung aller sekundären Sanktionen – Abschaffung der Sanktionen gegen Drittländer und Unternehmen, die mit Iran Geschäfte machen.
  • 6. Aufhebung aller Resolutionen des UN-Sicherheitsrats gegen Iran – Streichung bestehender UNSC-Sanktionen und Resolutionen.
  • 7. Aufhebung aller Resolutionen des IAEA-Gouverneursrats gegen Iran – Beendigung der Resolutionen und Überwachungsmaßnahmen der Internationalen Atomenergiebehörde.
  • 8. Zahlung von Entschädigungen bzw. Kriegsreparationen an Iran – finanzielle Entschädigung oder Wiederaufbauhilfe für Schäden durch die US-israelische Militärkampagne.  
  • 9. Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte – Entsperrung iranischer Gelder und Vermögen im Ausland (einschließlich US- oder europäischer Banken).  
  • 10. US-militärischer Abzug aus dem Nahen Osten (und Ende der Angriffe auf Irans Verbündete) – Abzug der US-Kampftruppen aus regionalen Stützpunkten sowie ein Waffenstillstand, der sich auf Irans „Achse des Widerstands“ erstreckt (einschließlich Einstellung israelischer Operationen im Libanon gegen Hisbollah und Beendigung der Feindseligkeiten an anderen regionalen Fronten).

Genau diesen Plan hat Trump auf seinem persönlichen Social-Media-Kanal „TruthSocial“ am 7. April 2026 gegen 18:32 Uhr ET (Ortszeit USA) als Grundlage für die angekündigte zweiwöchige Waffenruhe mit Iran anerkannt. Hier folgt die Übersetzung der respektiven Text-Passage:

Deutsche Übersetzung (natürlich und präzise):

„Auf der Grundlage von Gesprächen mit Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir aus Pakistan, in denen sie mich baten, die heute Nacht gegen Iran gerichtete zerstörerische Gewalt zurückzuhalten, und unter der Bedingung, dass die Islamische Republik Iran der vollständigen, sofortigen und sicheren Öffnung der Straße von Hormus zustimmt, erkläre ich mich bereit, die Bombardierung und den Angriff auf Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen."
„Dies wird ein zweiseitiger Waffenstillstand sein! Der Grund dafür ist, dass wir bereits alle militärischen Ziele erreicht und übertroffen haben und uns in fortgeschrittenen Verhandlungen über ein definitives Abkommen bezüglich eines langfristigen Friedens mit Iran und Friedens im Nahen Osten befinden."
„Wir haben von Iran einen 10-Punkte-Vorschlag erhalten und sind der Ansicht, dass er eine brauchbare Grundlage für Verhandlungen darstellt. Fast alle strittigen Punkte der Vergangenheit wurden zwischen den Vereinigten Staaten und Iran bereits einvernehmlich geregelt, doch die zweiwöchige Frist wird es ermöglichen, das Abkommen endgültig auszuhandeln und abzuschließen."
"Im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika, als Präsident, und auch im Namen der Länder des Nahen Ostens ist es mir eine Ehre, dass dieses langjährige Problem einer Lösung nahekommt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit! Präsident Donald J. Tump“ 

Die erste Reaktion unter Trumps zionistischen Unterstützern und der Netanjahu-Regierung war eine Mischung aus Schock und Wut. Der Widerstand begann sofort am Dienstagabend, und bis Mittwochmorgen behauptete die Trump-Administration, sie habe einem anderen – noch undefinierten – Papier mit 10 Punkten zugestimmt. Die zionistischen Verbrecher in Israel taten flugs das Ihre, um weitere Verhandlungen zwischen USA und Iran im Keim zu ersticken und unternahmen einen brutalen, mörderischen Angriff mit über 100 Raketen auf zivile Ziele in Zentral- und im Süd Libanon.

Dieses Muster israelischer Manipulation und amerikanischer Kapitulation bestätigt, was erstaunlicherweise ausgerechnet die New York Times jüngst dokumentierte:

Netanyahu trieb den Krieg voran und stellte unilaterales Handeln als unausweichlich dar, falls Washington nicht mitmache.

Die Administration, ideologisch verblendet, ignorierte Warnungen von militärischen Stimmen, aber auch von JD Vance und Außenminister Marco Rubio.

Der vielbeachtete Artikel der New York Times unter dem Titel „How Trump Took the U.S. to War With Iran“, macht vor allem Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und dessen Geheimdienstchef dafür verantwortlich, Trump in den Krieg hineinmanipuliert zu haben. Die außerhalb der Mainstream Medien viel diskutierte Variante, ob Trump womöglich von Netanjahu mit kompromittierenden Fotos erpresst wird, die der verurteilte Kinderschänder und Mossad-Agent Epstein heimlich von seinem Freund Trump gemacht hat, wird auch von der NYT nicht erwähnt?

Wie auch immer, in dem NYT-Artikel wird Netanjahu als treibende Kraft hinter dem US-Angriffskrieg gegen Iran dargestellt. Über Monate hinweg habe er intensiv für einen gemeinsamen Großangriff auf Iran geworben. Ein entscheidendes Treffen am 11. Februar 2026 im Weißen Haus – inklusive einer hochgeheimen Präsentation im Lage-Zentrum – habe Trump schließlich von einer zögerlichen Haltung zu groß angelegten Militärschlägen an der Seite Israels bewegt; womöglich nachdem Netanjahu ihm einige alte Pizza-Party-Fotos gezeigt hat?

Aber machen wir weiter im Narrativ der NYT: In den Monaten vor dem 11. Februar hatte Netanjahu die US-Regierung wiederholt zu militärischem Handeln gedrängt und dies mit der Notwendigkeit begründet, Irans Atomprogramm, dessen Raketenarsenale und regionalen Einfluss einzudämmen. Israelische Vertreter signalisierten zudem, notfalls allein zu handeln – was in Washington den Eindruck von Dringlichkeit und Unvermeidbarkeit verstärkt habe. Bei dem fast dreistündigen Treffen am 11. Februar wurden dann konkrete Angriffspläne, Zeitfenster erörtert, ebenso wie die Risiken, dass ein Erfolg der laufenden diplomatischen Gespräche den Kriegsplanern einen Strich durch die Rechnung machen könnten, was Netanjahu auf jeden Fall verhindern wollte.

Interessant ist, wie ex-CIA-Analyst Larry Johnson die Veröffentlichung der New York Times politisch einordnet. Sie sei als klassischer Versuch Washingtons zu sehen, die Verantwortung für eine aus dem Ruder gelaufene Politik abzuwälzen. Vizepräsident JD Vance und – in geringerem Maße – Marco Rubio erscheinen dabei als Stimmen der Vernunft, während General Dan Caine, der ranghöchste US-Offizier als zu schwach gelte, um Trump entgegenzutreten. Die Hauptverantwortung für das US-Desaster im Iran sieht Johnson jedoch bei Kriegsminister Pete Hegseth. 

Johnson prognostiziert, dass die USA in Kürze ihre Angriffe wieder aufnehmen werden – mit der Folge iranischer Gegenschläge gegen Israel und gegen US-Basen in der Region, sowie arabisch-amerikanische Industrieanlagen und Infrastruktur. Und am Ende werde Trump gezwungen sein, seine Niederlage einzugestehen: Die USA könnten Iran nicht besiegen, und die wirtschaftlichen sowie politischen Kosten würden die Republikaner schwer belasten, vor allem auch mit Blick auf die Kongresswahlen im Herbst.

Die innenpolitischen Folgen beschreibt die Washington Post in ihrer Berichterstattung vom 8. April detailliert. Im Zentrum steht ein Sturm der Kritik an Trumps Politik, die als verantwortungslos und unhaltbar bewertet wird. Seine auf Eskalation angelegte Strategie, die Drohung, nicht nur Gegner vollständig zu vernichten, sondern deren ganze „Zivilisation“, stellten einen neuen Höhepunkt dar. Laut der Post löste diese aufgeladene Rhetorik, kombiniert mit früheren Drohungen gegen zivile Infrastruktur, innerhalb der USA „parteiübergreifende Empörung“ aus. Während Unterstützer die zweiwöchige Waffenruhe und die teilweise Wiederöffnung der Straße von Hormus als Erfolg Trumps feierten, zeichnet die Zeitung das Bild eines moralischen und strategischen Scheiterns.

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: PARIS, FRANKREICH – 13. JULI 2017: Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, im Élysée-Palast zu einem ausführlichen Interview mit dem französischen Präsidenten.

Bildquelle: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

(Auszug von RSS-Feed)

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Verhandlungen mit dem Iran: Trug oder Hoffnung? | Von Claudia Töpper

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Verhandlungen mit dem Iran: Trug oder Hoffnung? | Von Claudia Töpper
Tagesdosis 20260331 apolut
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Verhandlungen mit dem Iran: Trug oder Hoffnung? | Von Claudia Töpper

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

In der vergangenen Woche berichtete der US-Präsident, Donald J. Trump darüber, dass die USA mit dem Iran verhandeln würde. Der Iran dementierte dies. Während einige bereits über den geistigen Zustand des US-Präsidenten fachsimpelten, klärt sich nun die Lage langsam auf. Tatsächlich hat es zwischen den USA und dem Iran Verhandlungen gegeben – nur nicht mit dem Obersten Führer und der obersten Regierung des Iran, sondern mit der zweiten Riege der iranischen Regierung. (1) Diese übernehme laut eines Informanten des Publizisten, Thomas Röper, die eigentliche Führung des Iran, so lange der Krieg anhalte. Bei dieser sogenannten zweiten Riege handele es sich unter anderem um das iranische Militär. Von der Existenz dieser Verhandlungen scheint laut des Informanten die oberste iranische Regierung jedoch nichts gewusst zu haben. Zudem lehnt diese nach wie vor jegliche Verhandlungen mit den USA ab. (2)

Friedensgespräche

Laut tagesschau.de soll es nun aber die Möglichkeit geben, dass es tatsächlich zu offiziellen Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA kommt. (3) Am Montag, den 30. März 2026 hat Pakistan offiziell verkündet, sich als Vermittlungspartner anbieten zu wollen. (4) Obwohl der pakistanische Außenminister, Ishaq Dar in einer Fernsehansprache erklärte, dass beide Länder mit Pakistan als Verhandlungsort einverstanden wären, blieben bisher offizielle Stellungnahmen zu dem Angebot von den USA und dem Iran aus. Auch fehlt eine klare Formulierung eines konkreten Ziels der Gespräche, die schon nächste Woche aufgenommen werden sollen. (5) Somit bleibt unklar, ob ein Waffenstillstand erzielt werden soll oder ob sich die Gespräche zunächst nur um eine Lösung für die Nutzung der Handelsstraße von Hormuz drehen. (6)

Aktuelle Lage im Irankrieg

Der Iran plant bereits ein Gesetzesvorhaben, welches vorsieht, dass die Nutzung der Straße von Hormus nach dem Kriegsende mautpflichtig werden soll. (7) Inoffiziell soll dies bereits zur Anwendung kommen. So soll der Iran bereits jetzt für die Nutzung der Straße von Hormuz pro Schiff 2 Millionen Dollar verlangen. Diese sollen jedoch nicht in der Weltwährung Dollar gezahlt werden, sondern in chinesischen Yuan. (8) Dies zieht eine Kettenreaktion für den Weltmarkt nach sich, die massive Verluste und Preissteigerungen zur Folge hat. Zum einen verliert der Dollar als Weltwährung an Macht und Einfluss. Dies betrifft nicht nur das Petro-Dollar-System und damit das Öl. Denn der US-Dollar war bis vor kurzem noch das internationale Zahlungsmittel in der Weltwirtschaft.

Durch die aktuellen Entwicklungen verliert der Dollar massiv an Wert und somit könnte das komplette wirtschaftliche System auf dem Weltmarkt einstürzen. Die aktuelle Situation wird zusätzlich dadurch verschärft, dass die BRICS-Staaten vor kurzem ein Abkommen geschlossen haben, ihren Handel in Zukunft nicht mehr in Dollar zu zahlen. (9) Dies hat für alle Länder, die Import und Export betreiben massive Auswirkungen und somit auch für die USA und Deutschland. In diesem Zusammenhang macht Trumps aktuelles Ziel Sinn, denn er verkündete in einem Interview mit der Financial Times am vergangenen Sonntag, den 29. März 2026, dass er Irans Öl kontrollieren will. (10) Zum einen würde er so der Maut entgehen, die Ölindustrie vor allem für Asien kontrollieren, massiven Gewinn machen und eine Stabilität des Dollars hervorrufen.

Die Nachrichtenagentur Reuters verkündet währenddessen am Montag, den 30. März 2026 unter Berufung auf israelische Regierungsquellen, dass  Israel plane, den Iran weiterhin angreifen zu wollen, unabhängig vom diplomatischen Erfolg. Israel soll erklärt haben, Irans militärischer Infrastruktur maximalen Schaden zufügen zu wollen. Eine Reduzierung der israelischen Angriffe auf den Iran während der Friedensgespräche schließt Israel daher aus. (11) Dies bedeutet, dass es möglich ist, dass Israel den Iran auch während der Friedensgespräche weiterhin bombardieren wird. (12) Das unter diesen Umständen tatsächlich ein Frieden zustande kommt, ist absolut unwahrscheinlich.

In diesem Zusammenhang ist weiter zu beachten, dass die zweite Riege der iranischen Führung laut des Informanten von Thomas Röper plant, die USA vollständig aus dem Nahen Osten zu verdrängen und den Staat Israel zu vernichten, bzw. von der Weltkarte verschwinden zu lassen. Die Motivation, die dahinter steckt, ist, dass in den Augen der zweiten iranischen Regierungsriege vor allem Israel als Grund für die Jahrzehnte langen Kriege im Nahen Osten gesehen wird. (13) Sollten die Informationen dieses Informanten, der anonym bleiben möchte, stimmen, ist ein baldiger Frieden ausgeschlossen.

Diese Vermutung wird zusätzlich durch die aktuelle Äußerung Trumps gestützt. 

Droht der EU-Notstand?

Zusätzlich zu einer realen Inflation, die aufgrund des Werteverlusts des Dollars geschieht, wird die Inflation zusätzlich noch beschleunigt, da die Öl- und Gasspeicher privaten Unternehmen gehören. Diese geben ihre Ware momentan nicht frei, da sie gemerkt haben, dass sie ihr Öl und Gas durch die künstliche Verknappung zu einem höheren Preis verkaufen können. (14) Das Resultat zeigt sich in massiven Preissteigerungen auch in Deutschland und in einer Erhöhung der Inflationsrate.

Diese soll laut dem aktuellen Destatis-Bericht vom 30. März 2026 bei 2,7 % liegen. (15) Spätestens beim Einkauf von Lebensmitteln und der Beobachtung der Benzin- und Strompreise ist klar, dass diese Rate nicht stimmen kann. Tatsächlich handelt es sich bei dieser offiziellen Rate um einen bereinigten Wert, sprich einen gewichteten Durchschnittswert aller Waren und Dienstleistungen. Um diesen Wert zu ermitteln, werden die Bereiche, die im Alltag besonders von der Inflation betroffen sind weniger gewichtet, als die Bereiche, die von der Inflation weniger betroffen sind. Die reale Inflation unterscheidet sich je nach Bereich. Im Bereich Energie, der Heizung, Strom und Kraftstoffe umfasst, liegt die aktuelle Inflation zwischen 7 bis 10 %, wobei die Inflation bei den Kraftstoffen momentan 18 - 25 % beträgt und beim Heizöl regional teilweise 40 - 46 %. (16) Im Bereich der Lebensmittel liegt die Inflationsrate aktuell zwischen 4 bis 6 %. Bei Lebensmitteln wie Eier und Kaffee sogar bei 20 %. 

Im Bereich Miete und Nebenkosten beläuft sich die Inflation momentan auf 2 bis 4 %. (17) Dies bedeutet, dass die reale Inflation in den Bereichen, die Menschen im Alltag betreffen, deutlich höher ist, als es die Tagesschau den Menschen momentan mitteilt. (18)

Die Öl- und Gasspeicher in Deutschland reichen für 90 Tage, wenn sie komplett gefüllt sind. (19) Jedoch waren die Gasspeicher aufgrund des Winters bereits zu Beginn des Irankriegs teilweise fast leer. Das bedeutet, dass der Puffer in Deutschland nicht mehr lange ausreicht, um den Bedarf zu decken.

Im Fall einer Energiekrise mit Stromausfällen hat die EU-Kommissionpräsidentin, Ursula von der Leyen jedoch angekündigt, kein Gas aus Russland zu kaufen. (20) Was bleibt in so einem Fall? Auf EU-Ebene gibt es tatsächlich die Möglichkeit den Notstand auszurufen. In diesem Fall würden nicht mehr die nationalen Gesetze der jeweiligen Nationalstaaten in der EU gelten, sondern die EU würde alle Entscheidungen für die EU-Mitgliedsstaaten treffen und zwar verbindlich. (21) Ist dies das eigentliche Ziel?

Kommentar

Eine mögliche Antwort auf diese Frage gibt der Journalist, Tom Oliver Regenauer in einem Interview:

„Die aktuelle Kriegshandlung zwischen dem Iran und Israel ist ja auch nicht, dass was man als normalen kinetischen Krieg versteht. […] Tatsächlich ist es aber doch ein relativ „mildes Vorgehen“ beider Seiten. Zumal, weil wir uns klar machen müssen, dass wir keinerlei vernünftige Berichterstattung haben. […] Wir wissen nichts Genaues. Wir haben keine verlässlichen Informationen, inwieweit dieser Krieg tatsächlich ein Krieg ist.

Was man sieht, ist, dass es vor allem ein Ziel gibt und das vor allem ein Faktor davon beeinflusst ist […] und das ist die Weltwirtschaft. Denn wir sehen, dass der Ölpreis steigt, […] und das zeichnet sich dann erst ab April ab, denn die Lieferfristen an die Ostküste Amerikas oder Europa betragen 20 bis 25 Tage per Containerschiff. […] Die internationale Energiebehörde (IEA) hat letzte Woche einen 10-Punkte-Plan veröffentlicht, wie man mit dem kommenden Energieschock umzugehen habe. […]

Diese erinnern sehr sehr stark an das COVID-Narrativ oder an das Klima-Narrativ: zu Hause arbeiten, Mobilität reduzieren. Thailand hat bereits entsprechende Maßnahmen eingeführt. All diese drei Narrative, also Energiekrise, COVID-Narrativ und auch das Klimanarrativ haben vor allem ein Ziel:

uns in die Richtung des digitalen Geldes zu führen, uns in die Richtung von digitalen Ausweisen zu führen. Und das wiederum hat vor allem ein übergeordnetes Ziel, dass Larry Fink immer wieder gern wiederholt, dass ist die Tokenisierung aller Assets. Das heißt, dass die Green Resources, also die Umwelt, also das, was noch nicht monetarisiert ist an der Börse, wie Land und Ackerflächen, das sind Waldgebiete, das ist der Ozean, das sind die Flüsse, tokenisiert wird. Und das läuft in Südamerika z. B. schon über das Green Plus Programm. Wo der CO2-Ausstoß von Bauernhöfen, von Waldflächen gemessen wird und bepreist wird, so dass man es handeln kann.“ (22)

Weiter führt Regenauer zum höheren Ziel des Irankriegs aus:

 „Eine aktuelle Äußerung der Vereinten Nationen der UN [erklärt], dass man jetzt mit diesem Energiepreisschock, der da auf uns zu kommt, vor allem eins erreichen kann, nämlich das mit dem Net Zero und der Green Economy, was man vorher nicht durchsetzen konnte, weil so richtig keiner mehr an dieses Klimaapokalypse-Narrativ glaubt und die USA […] IPCC nicht mehr finanziell unterstützen wollen […] wenn also die UN dann sagt, das sei jetzt der ideale Hebel, um die Gesellschaft in diese Richtung zu [stoßen], wo man sie vorher schon hin haben wollte, aber nicht hinbekommen hat, dann ist relativ klar, dass das Ziel dieses Irankonfliktes nicht unbedingt Krieg ist.

Für die Israelis mag dies durchaus sein, weil die israelische Regierung in weiten Teilen von absolut radikalen Zionisten dominiert wird. Das hat nichts mit dem Glauben zu tun. Zionismus ist […] unabhängig vom Glauben. Es gibt mehr christliche Zionisten auf der Welt als jüdische. Dann weiß man auch, wer das Ziel ist und das sind wir. […] Man muss schauen, wie man mit dieser Situation umgeht, denn die nächsten 12 bis 18 Monate dürften dahingehend sehr haarig werden. Zum einen haben wir hochvolatile Märkte.

Das heißt, es ist sehr gut sein Geld nicht auf der Bank zu haben, sondern in Festanlagen. Und [wir werden es auch mit] Nahrungsmittelengpässen und vermutlich auch mir Energieengpässen oder Rationierung [zu tun haben]. Von daher muss man sich darüber klar sein, wenn man sich noch vorbereiten will, […] [sich] nicht mehr allzu viel Zeit [zu] lassen […].“  (23)

Zu Beginn des Irankrieges war oft zu lesen, dass Israel und die USA mit dem Iran das letzte freie Land angreifen, das sich bisher gegen die westlichen Ideologien erfolgreich gewehrt hat. Tatsächlich ist dies nicht der Fall. Der Iran verfolgt ebenso, wie der Rest der Welt die Digitalisierung und damit die Versklavung der Menschen. (24) Auch Russland verfolgt diese Agenda. 

Momentan laufen die Menschen sehenden Auges ihrer eigenen Versklavung entgegen. Sie scheinen sie teilweise regelrecht zu begrüßen, denn es ist ja so bequem kein Bargeld oder Ausweis mitführen zu müssen. So eine Brieftasche ist doch nur lästig und die Tech-Konzerne haben die Menschen in den letzten 20 Jahren eh erfolgreich süchtig nach Handys gemacht. Nur das Handy noch bei sich zu haben, ist doch cool. Wie stolz die Menschen mit ihren Uhren und Handys im Supermarkt bezahlen ohne auch nur einmal die Bewandtnis zu hinterfragen, warum dies denn notwendig ist. Bargeld tut es doch auch. Es macht anonym. Es macht unabhängig. Es macht unantastbar. 

Die Menschen beschweren sich, sind massiv depressiv ohne zu verstehen, warum? Flexibilität, Freiheit, Mitspracherecht, Eigenverantwortung … all das haben sie weitgehend bereits freiwillig aufgegeben.

Dies sind jedoch genau die Dinge, die Depression verhindern. Denn, wer Mitspracherecht hat, kann sich sein Leben so gestalten, dass es für ihn angenehm ist statt sich in etwas rein pressen zu lassen, was ihn unglücklich macht. Die Menschen sind kurz davor alles zu verlieren. Viele nehmen es gar nicht mehr war, weil sie sich selbst bereits längst verloren haben. 

Findet eure wahren und tiefsten Bedürfnisse wieder und lasst euch nicht von denen leiten, die euch über Werbung und Konsum eingeredet werden. Diese sind nur dazu da, damit ihr eure wahre Schönheit, Kraft und Intelligenz nicht wieder findet.

Der neueste und teuerste Lidschatten oder die neueste Playstation wird eurer Leben nicht verändern. Euer wahres Ich, das ihr eurer Leben lang unterdrücken musstet, wird es.

Das Verlangen geliebt zu werden, eure Meinung sagen zu dürfen, für euch einzustehen, Nein sagen zu dürfen ohne Konsequenzen.

Hinter den vielen Instagram-Profilen stecken so viele einsame Menschen. Durch immer mehr Nutzung der Tech-Konzerne, die als Ausweg aus der Einsamkeit beworben werden, werden die Menschen noch einsamer. Der einzige Weg, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist die Rückkehr in die echte reale analoge Welt. Eine echte Umarmung eines Freundes heilt so viel mehr als tausend Küsschen-Smileys es je könnten. Behandelt euch selbst und untereinander respektvoll und liebevoll.

Trennt euch von Menschen die euch nicht gut tun und kehrt in die reale natürliche Welt zurück. Dies ist der einzige Schritt, der die Menschheit vor der endgültigen Versklavung retten kann. 

Quellen und Anmerkungen

(1) https://anti-spiegel.ru/2026/trump-ist-nicht-verrueckt-geworden-es-gibt-tatsaechlich-verhandlungen-mit-dem-iran/

(2) https://anti-spiegel.ru/2026/trump-ist-nicht-verrueckt-geworden-es-gibt-tatsaechlich-verhandlungen-mit-dem-iran/

(3) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/pakistan-gespraeche-iran-usa-100.html

(4) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/pakistan-gespraeche-iran-usa-100.html

(5) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/pakistan-gespraeche-iran-usa-100.html

(6) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/pakistan-gespraeche-iran-usa-100.html

(7) https://www.youtube.com/watch?v=6I2bJxqmtTU

(8) https://fortune.com/2026/03/26/iran-toll-strait-of-hormuz-oil-paid-in-yuan/; https://thedeepdive.ca/yuan-not-dollars-irans-hormuz-toll-booth-picks-its-currency/

(9) https://de.tradingview.com/news/invezz%3A26f01c84c600c%3A0/

(10) https://rtde.org/international/275299-trump-mein-lieblingsding-irans-oel/

(11) https://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/26935971; https://anti-spiegel.ru/2026/reuters-israel-setzt-angriffe-auf-iran-ungeachtet-diplomatischer-erfolge-fort/

(12) https://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/26935971

(13) https://anti-spiegel.ru/2026/trump-ist-nicht-verrueckt-geworden-es-gibt-tatsaechlich-verhandlungen-mit-dem-iran/

(14) https://www.youtube.com/watch?v=6I2bJxqmtTU

(15) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/inflation-maerz-102.html; https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/_inhalt.html

(16) https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/_inhalt.html; https://www.welt.de/regionales/hessen/article69ca3d22ebe6eaa1c1a0f00e/iran-krieg-laesst-inflation-im-land-auf-2-9-prozent-schnellen.html

(17) https://www.focus.de/finanzen/news/preiswelle-droht-inflation-schnellt-hoch_cd8d89e3-4e99-4151-b964-d17a7936045d.html; https://www.welt.de/regionales/sachsen/article69ca5096b33459bf52774411/preise-fuer-verbraucher-in-sachsen-deutlich-gestiegen.html; https://www.welt.de/regionales/hessen/article69ca3d22ebe6eaa1c1a0f00e/iran-krieg-laesst-inflation-im-land-auf-2-9-prozent-schnellen.html; https://www.reuters.com/world/europe/german-inflation-accelerates-28-march-2026-03-30/

(18) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/inflation-maerz-102.html

(19) https://www.youtube.com/watch?v=6I2bJxqmtTU

(20) https://anti-spiegel.ru/2026/mit-vollgas-in-die-energiekrise/

(21) https://dejure.org/gesetze/AEUV/122.html

(22) https://www.youtube.com/watch?v=ZWnduXgkACg

(23) https://www.youtube.com/watch?v=ZWnduXgkACg

(24) https://westwood.services/iranian-national-card/?lang=en; https://en.vazeh.com/your-new-id-awaits-mandatory-card-replacement-how-to-get-yours/

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Iranische Kriegsrakete Weltwirtschaft Öl Gold & Schiff Straße von Hormus kein Text

Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

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Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka

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Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka
Standpunkte 20260319 apolut
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Amerika & Israel spielen mit der Welt | Von Jochen Mitschka

Wie der Angriffskrieg gegen den Iran die Weltwirtschaft untergräbt

Der Angriffskrieg gegen den Iran eskaliert immer weiter, zieht immer weitere Kreise, jetzt findet er im Irak und im Libanon statt. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind noch gar nicht abzusehen, die Warnungen des Irans, der Ölpreis werde von 60 auf 200 US-Dollar pro Barrel steigen, scheint sich zu bewahrheiten.

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der US-Präsident Donald Trump soll Peking zu einem hochrangigen Gipfeltreffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping Anfang April besuchen. Aber Donald Trump hat schon "angedroht", nicht zu kommen, sollte China nicht seine Marine schicken, um den Iran zu zwingen, die Meerenge von Hormus für pro-israelische und pro-amerikanische Schiffe zu öffnen.

Durch die Destabilisierung der gesamten Region stellt der US-israelische Angriffskrieg ein großes wirtschaftliches Risiko nicht nur für China, sondern für die ganze Welt dar, insbesondere für die Energieimporteure im globalen Süden.

Trotz der aktuellen Energieversorgung stellt diese Krise auch für die USA enorme Risiken dar, bedingt durch gestiegene Energiepreise, die wahrscheinliche Rückkehr der Stagflation, die tägliche Milliardenrechnung für die teuren Raketen, Flugzeuge und den Betrieb der Flotte, und die schnell steigende Schulden. Daher berichtete das Pentagon die Bitte, den Kongress um weitere 50 Milliarden Dollar zu bitten, um den Krieg mit dem Iran zu finanzieren, offen ist, ob das zusätzlich zu einem Budget von 1,5 Billionen Dollar sein soll. Offiziell liegen die Kriegskosten bei 1 Milliarde US-Dollar, inoffiziell wird von mehr als dem Doppelten geflüstert. Deshalb sollen die jährlichen Kriegsausgaben der USA, das Budget der Regierung, auf eintausendfünfhundertmilliarden US-Dollar, also 1,5 Billionen, anwachsen. Natürlich basierend auf neuen Schulden.

Ironischerweise könnte der Iran-Krieg Pekings Verhandlungsposition in den Handelsgesprächen stärken. China könnte versuchen, seine Reaktion auf die US-Angriffe zu nutzen, um einen dauerhafteren "Waffenstillstand" zu sichern.

USA und Israel, unterschiedliche Ziele

China schickt einen Sondergesandten Zhai Jun in den Nahen Osten, um die Lage zu deeskalieren. Chinas Gesandter wird einen Weg zur Deeskalation suchen. Dies ist seit langem die konsequente chinesische Haltung. Doch die US-Haltung und sicherlich die Sichtweise von Premierminister Netanjahu deuten darauf hin, dass die Feindseligkeiten bestehen werden, bis Irans militärische Kapazitäten demontiert sind oder das Regime kapituliert. Schließlich begannen die beiden den Krieg, als die Friedensgespräche in Oman kurz vor dem Erfolg standen. Was nicht nur der omanische Vermittler, sondern nun auch ein diplomatischer britischer Beobachter bestätigte. Die Angreifer behaupten, "eine Frist" sei abgelaufen gewesen, um zu einer diplomatischen Einigung zu kommen, deshalb seien sie zu dem Krieg "gezwungen" gewesen.

Das Weiße Haus hat die Operation gestartet und erklärt, dass die Ziele – Zerstörung von Raketen, Marine, Proxy-Netzwerken und Verhinderung einer iranischen Atombombe – unverändert bleiben, bis sie erfüllt sind. Die US-Haltung und Netanjahu deutet eher auf Fortsetzung der Feindseligkeiten bis zur "Demontage iranischer Militärkapazitäten oder Kapitulation des Regimes" hin, Netanjahu spricht von einem "Regimewechsel von Innen".

Aber genau genommen haben weder Präsident Trump noch die israelische Regierung die Ziele ihrer massiven Anschläge klar genannt. Jedoch kann man erkennen, dass ihre strategischen Ziele unterschiedlich sind. Das Ziel der US-Regierung scheint es zu sein, die iranische Führung abzubauen und die Kontrolle über Irans massive ungenutzte Energiereserven zu erlangen. Während Premierminister Netanjahu lange versucht hat, Iran als Nation zu fragmentieren, zu zerschlagen.   

Operation Epischer Fehler? 

Operation Epic Fury der USA ist Israels "Operation Roaring Lion" getarnt. Sie spiegelt die Interessen der Regierung Netanjahu wider, die eine Begründung für das Endspiel hat. Was natürlich vom Weißen Haus dementiert wird. Aber viele US-Amerikaner, insbesondere frühere Trump Unterstützen sehen es so und große Teile der MAGA (Make America Great Again) haben sich von der Regierung entfremdet, Was natürlich im Westen bestritten wird. Deshalb nennen die iranischen Führungskräfte die US-israelische Operation "den epischen Fehler" oder haben ähnliche Ausdrücke dafür bereit.

Im Iran gab es bereits Tausende Tote und Zehntausende Verletzte, mit 3,2 Millionen Binnen-Vertriebenen und 800.000 im Libanon. Die Zahl von fast 4 Millionen Vertriebenen wird sogar im Westen kolportiert. Mitten im Nebel des Krieges versucht Israel, seine Auslöschungsdoktrin – die in der Vernichtungsdoktrin (2025) beschrieben wird – von Gaza und dem Südlibanon auf den Iran auszuweiten.

Die US-israelischen Angriffe verstoßen gegen Artikel 2 (4) der UN-Charta, der den Einsatz von Gewalt gegen die territoriale Integrität eines anderen Staates verbietet. Laut Amir Saeid Iravani, Irans Botschafter, haben US-israelische Luftangriffe fast 10.000 zivile Orte zerstört oder beschädigt, darunter Häuser, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Der gezielte Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur stellt einen groben Verstoß gegen das Völkerrecht und Kriegsverbrechen dar. Westliche Faktenchecker sagen: "Eine endgültige juristische Klärung steht aus."

Unterdessen herrscht in den besetzten palästinensischen Gebieten Terror im Gazastreifen, während ethnische Säuberungen im Westjordanland eingesetzt werden, um "neue Fakten vor Ort" zu schaffen. Und natürlich sagen westliche Faktenchecker, dass Palästina und der Krieg gegen den Iran nichts miteinander zu tun hätten, außer dass der Iran ja "Terroristen", auch bekannt als von der UN legitimierte bewaffnete Widerstandskämpfer, unterstütze.

Drohende riesige Verluste für die Weltwirtschaft

Mit der Störung in der Straße von Hormus könnten die wichtigsten kurzfristigen Nutznießer jene Energieexporteure sein – Russland, die USA, möglicherweise Turkmenistan, Kasachstan und Australien –, die Engpässe im Nahen Osten durch Pipelines oder alternative Seewege umgehen können.

Um das zu verhindern haben einige EU-Länder in den letzten 2 Wochen vermehrt russische Tanker völkerrechtlich illegal aufgebracht, und Russland begonnen, zwei staatliche Sicherheitsbeamte auf den Schiffen mitreisen zu lassen. Angeblich soll einer aus der alten Wagner-Truppe stammen, ein anderer geheimdienstliche Aufgaben haben, vielleicht die Kommunikation zu Lufteinheiten Russlands organisieren.

Langfristig werden alle Beteiligten verlieren. Da sind sich praktisch alle Ökonomen einig. In Handelskriegen, "kalten" Kriegen und ungerechtfertigten heißen Kriegen gibt es keine Gewinner. Sieht man von den Aktieninhabern der Rüstungsindustrie einmal ab. Und dieser Krieg gegen Iran könnte weit, viel schlimmere langfristige Folgen haben als die Stellvertreterkriege in der Ukraine und Gaza. Wenn Präsident Trump davon ausging, es würde Venezuela-Déjà-vu sein, wird das Erwachen brutal sein.

Schlimmer noch: Trumps Befehl, Militärziele auf der Insel Kharg, dem Herzen der iranischen Ölindustrie, zu bombardieren, und seine Drohung, Irans Ölanlagen "beim nächsten Mal" anzugreifen sowie seine Aussage "just for fun", haben die Einsätze im Golf drastisch erhöht.

Der frühe Schaden ist bereits entstanden. Die langfristigen Auswirkungen hängen von der Dauer des Konflikts ab und davon, ob er zu einem größeren regionalen Krieg eskaliert. Es wird erst besser, wenn es schlimmer wird.

Dramatische Auswirkungen auf Asien          

Das Jahr 2026 wird voraussichtlich zunehmende wirtschaftliche Spaltung in Asien mit sich bringen. Technologiegetriebene Volkswirtschaften könnten widerstandsfähig bleiben. Diejenigen, die auf traditionelle Fertigung angewiesen sind, sehen sich starkem Konkurrenz- und Handelsdruck ausgesetzt. Im Gegenzug werden rohstoffabhängige Volkswirtschaften, die auf Ölimporte angewiesen sind, von allen Seiten betroffen sein.

Thailand, Indonesien und die Philippinen werden wahrscheinlich unterdurchschnittlich abschneiden. Länder mit einer "China+1"-Strategie (z. B. Vietnam, Malaysia, Thailand) müssen mit neuen Risiken und höheren Betriebskosten umgehen.

Exportabhängige fortschrittliche Industriewirtschaften wie Taiwan, Singapur, Korea und Malaysia könnten jedoch widerstandsfähig bleiben, getrieben von KI-bezogener Nachfrage, fortschrittlicher Elektronik und FDI.

Auswirkungen auf China

Der Iran-Schock stellt eine wirtschaftliche Bedrohung für China dar, hauptsächlich durch einen Anstieg der Ölpreise. Peking importiert 90 % des iranischen Rohöls und 50 % seiner gesamten Energie aus dem Nahen Osten. Mit den unterbrochenen Routen in der Straße von Hormus führt der Konflikt zu höheren Transportkosten.

Doch im Gegensatz zum Westen hat China sich auch lange auf die Iran-Krise vorbereitet. Bis zu einem gewissen Grad können die großen Ölvorräte und der Wechsel zu Elektrofahrzeugen dazu beitragen, die Wirtschaft vor Lieferstörungen zu schützen. Es wird spannend sein zu sehen, ob China sein Wachstumsziel von 4-5% wird halten können.

Die Fähigkeit des Binnenmarktes, Handelsprobleme zu bewältigen oder auszugleichen, ist die wichtigste wirtschaftliche Herausforderung für 2026. Mitten in einer langen Immobilienkrise sehen sich Unternehmen mit erhöhten Handelsrückständen (US-Spannungen, Irankrieg), vorsichtigem Konsum, struktureller Neuausrichtung hin zu Hightech (KI, grüne Energie) und Dienstleistungen konfrontiert.

Eine längere globale Energiekrise würde eine globale Herausforderung darstellen. Je länger dieser Krieg andauert, desto mehr werden die zukünftigen Aussichten aller großen Volkswirtschaften benachteiligt. 

Asiatische Märkte schon jetzt schwer getroffen

In Asien sind die Börsen bereits im Rückwärtsgang. In den letzten zwei Wochen ist der MSCI AC Asia Pacific Index um 8,6 % gefallen. Das ist 2,5-mal mehr als der MSCI World Index. Der starke Rückgang wird hauptsächlich durch regionale Energieabhängigkeiten und eine plötzliche Umkehr des Technologiesektors verursacht.

Als der Angriff der USA und Israel Iran zur Schließung der Straße von Hormus führte, verdunkelte sich der Himmel in Asien. Südkorea, Japan und Thailand importieren fast ihr gesamtes Rohöl und Erdgas durch diesen Engpass.

Der weltweite Schiffsverkehr durch diese Region ist bereits stark zurückgegangen. Ein voller Monat Schließung würde die "Just-in-Time"-Bestände für die Elektronik- und Automobilsektoren in Asien und Europa erschöpfen.

Die Brent-Preise erreichten am Montag, den 9. März, ihren Höchststand bei etwa 120 US-Dollar; der größte Anstieg in einer Woche in modernen Aufzeichnungen. Die Freigabe der Notfall-Reserven verschafft Zeit, aber wenn diese Zeit nicht gut investiert wird, werden die Preise wieder in die Höhe schnellen. Wir erinnern uns: Iran versprach einen Höhenflug des Ölpreises auf 200 US-Dollar.

Szenarien für Brent-Rohöl werden vom Status der Straße von Hormus bestimmt. Selbst der Basisfall kostet jetzt etwa 95–100 Dollar pro Fass, CNN spricht von 110-140 US-Dollar. Eine anhaltende Blockade würde die Preise über 150 Dollar treiben.

Was in Asien passiert, trifft zeitversetzt den Rest der Welt

Die kombinierte Wirkung des Nahost-Konflikts und eines globalen Zollrahmens durch Donald Trump von 10–15 % könnte sich in einen äußerst schädlichen Versorgungsschock verwandeln – im schlimmsten historischen Moment. Man könnte fast meinen, Donald Trump will die Weltwirtschaft bewusst in eine Untergangsstimmung treiben.

In einem geopolitischen und Handels- "Doppelschock" treffen Inflationsdruck und Wachstumsstagnation gleichzeitig aus zwei verschiedenen Richtungen. Je länger die Dauer der Krise ist, desto zerreißender wäre die Stagflationswirkung. Also eine hohe Inflation trotz einer Rezession, oder anders ausgedrückt, steigende Preise bei schrumpfender Wirtschaft und Einkommen.

Schlimmer noch: Was in Asien passiert, bleibt nicht dort. Da Schwellenländer in Asien etwa 60 % des globalen Wachstums ausmachen, wird alles, was ihre wirtschaftliche Expansion untergräbt, die ohnehin schon düsteren globalen Aussichten benachteiligt. 

Da sind ganz offensichtlich Genies am Werk, oder doch Fünfdimensional-Schachspieler?

Quellen und Anmerkungen

Hinweis: Der Artikel wurde inspiriert durch Veröffentlichungen von Dan Steinbock, auch Autor von "Der Untergang Israels".

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Iran: Israel-US Krieg
Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

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Iran: Der wahre Kriegsgrund der USA | Von Uwe Froschauer

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Iran: Der wahre Kriegsgrund der USA | Von Uwe Froschauer
Apolut 20260309 SP Montag
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Iran: Der wahre Kriegsgrund der USA | Von Uwe Froschauer

Ein Schlüsselstaat Eurasiens

Ein Standpunkt von Uwe Froschauer.

Geht es den USA im Konflikt mit dem Iran wirklich um Menschenrechte, Demokratie oder die angebliche Gefahr iranischer Atomwaffen? Oder verbirgt sich hinter der moralischen Rhetorik ein wesentlich nüchterneres strategisches Kalkül?

Ein Blick auf die geopolitische Landkarte legt eine andere Interpretation nahe. Der Iran liegt an einer der wichtigsten Schnittstellen Eurasiens – zwischen den Energiezentren des Nahen Ostens, den Rohstoffregionen Zentralasiens und den aufstrebenden Wirtschaftsmächten Asiens. Wer diesen Raum kontrolliert oder politisch schwächt, beeinflusst zugleich die Entwicklung eines ganzen Kontinents. Genau deshalb steht der Iran seit Jahrzehnten im Fokus US-amerikanischer Machtpolitik. Nicht Menschenrechte oder Atomprogramme bilden den eigentlichen Kern des Konflikts, sondern die strategische Rolle des Landes als geopolitischer Schlüsselstaat auf dem eurasischen Schachbrett.

Das Zusammenwachsen Eurasiens versuchen die USA zur Erhaltung einer unipolaren, von ihnen gesteuerten Weltordnung mit allen denkbaren Mitteln zu verhindern.

Halford Mackinder und Zbigniew Brzezinski

In geopolitischen Analysen gilt der eurasische Kontinent seit über einem Jahrhundert als das strategische Zentrum der Weltpolitik. Bereits der britische Geograf Halford Mackinder formulierte Anfang des 20. Jahrhunderts die berühmte „Heartland-Theorie“. Seine zentrale These lautete, dass die Kontrolle über die große Landmasse Eurasiens – insbesondere über die inneren Regionen zwischen Osteuropa und Zentralasien – einen entscheidenden Einfluss auf die globale Machtverteilung haben könne. Wer diese zentrale Landmasse kontrolliere, so Mackinder, könne langfristig eine dominierende Stellung in der Weltpolitik erlangen.

Mackinder fasste seine Überlegungen 1904 in einem oft zitierten geopolitischen Leitsatz zusammen:

„Wer Osteuropa beherrscht, kontrolliert das Heartland; wer das Heartland beherrscht, kontrolliert die Weltinsel; wer die Weltinsel beherrscht, kontrolliert die Welt.“

Mit der „Weltinsel“ meinte Mackinder die zusammenhängende Landmasse aus Europa, Asien und Afrika – also den mit Abstand größten geopolitischen Raum der Erde. Auf dieser sogenannten Weltinsel leben heute rund 85 Prozent der Weltbevölkerung, hier befinden sich der Großteil der landwirtschaftlichen Produktionsflächen, ein erheblicher Teil der industriellen Kapazitäten sowie die wichtigsten Energie- und Rohstoffreserven der Welt. Eurasien allein umfasst rund 36 Prozent der globalen Landfläche, beherbergt jedoch etwa 70 bis 75 Prozent der Weltbevölkerung und erwirtschaftet mehr als 60 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts.

Aus Mackinders Sicht lag der entscheidende Vorteil des Heartlands darin, dass es im Gegensatz zu den klassischen Seemächten kaum durch Flotten blockiert werden konnte. Wer diese riesige, ressourcenreiche Landmasse kontrollierte und durch Eisenbahnen und später moderne Infrastruktur miteinander verband, hätte langfristig einen strukturellen Machtvorteil gegenüber maritimen Imperien.

Diese Überlegungen beeinflussten über Jahrzehnte strategisches Denken im Westen. Besonders deutlich griff der US-amerikanische Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski diese Logik nach dem Ende des Kalten Krieges wieder auf. In seinem 1997 erschienenen Buch "The Grand Chessboard" bezeichnete er Eurasien als das „geopolitische Schachbrett“, auf dem sich die Zukunft der globalen Machtverhältnisse entscheidet.

Brzezinski argumentierte offen, dass die Vereinigten Staaten als erste echte globale Supermacht ein zentrales strategisches Ziel hätten: das Entstehen einer dominierenden Macht oder eines Machtblocks in Eurasien zu verhindern, der die amerikanische Vormachtstellung infrage stellen könnte. Für Washington sei es daher entscheidend, die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Entwicklungen auf diesem Kontinent dauerhaft zu beeinflussen.

In Brzezinskis Analyse liegt der Grund dafür auf der Hand: Eurasien ist nicht nur der bevölkerungsreichste Kontinent, sondern auch der wirtschaftlich dynamischste. Hier befinden sich einige der größten Volkswirtschaften der Welt – darunter China, Indien, Japan, Deutschland und Russland – sowie ein erheblicher Teil der globalen Energie- und Rohstoffreserven, insbesondere im Nahen Osten, in Russland und in Zentralasien. Gleichzeitig verlaufen durch diese Region die wichtigsten Handels- und Transportkorridore zwischen Europa und Asien.

Wer diese Räume politisch miteinander verbindet – etwa durch Energieinfrastruktur, Handelsrouten oder transkontinentale Verkehrsnetze –, würde langfristig einen wirtschaftlichen und strategischen Block schaffen, der sich der Kontrolle externer Mächte entziehen könnte. Genau diese Entwicklung gilt in Washington seit Jahrzehnten als geopolitisches Albtraumszenario.

Seit dem Ende des Kalten Krieges sind die USA die führende Macht in einer weitgehend unipolaren Weltordnung. In einer solchen Konstellation verfügen sie über erheblichen Einfluss auf internationale Institutionen, Finanzsysteme, militärische Bündnisse und globale Handelsstrukturen. Sollte jedoch ein stärker integrierter eurasischer Raum entstehen, würde sich das internationale System schrittweise in Richtung einer multipolaren Ordnung entwickeln, in der mehrere große Machtzentren nebeneinander existieren.

Vor diesem Hintergrund erscheinen viele Konflikte, Bündnisse und Interventionen der letzten Jahrzehnte in einem anderen Licht. Vom NATO-Vormarsch nach Osteuropa über die Machtkämpfe im Kaukasus bis hin zu den Krisen im Nahen Osten lässt sich ein wiederkehrendes Muster erkennen: Die geopolitischen Schlüsselräume Eurasiens sollen fragmentiert bleiben, während regionale Mächte gegeneinander ausgespielt werden.

Schlüsselstaat Iran

In diesem Kontext gewinnt der Iran besondere Bedeutung. Das Land liegt geografisch an einer der wichtigsten Schnittstellen Eurasiens – zwischen dem Nahen Osten, Zentralasien, dem Kaukasus und dem Indischen Ozean. Wer diesen Raum politisch und wirtschaftlich stabil integriert, schafft eine Verbindung zwischen einigen der bedeutendsten Energie- und Handelsräume der Welt. Deshalb gilt der Iran seit Jahrzehnten als einer der zentralen geopolitischen Drehpunkte auf dem eurasischen Schachbrett.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: der Zugang zur Straße von Hormus. Diese nur rund 50 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und Oman zählt zu den wichtigsten maritimen Nadelöhren der Weltwirtschaft. Schätzungen zufolge passieren hier täglich rund 20 Prozent des globalen Ölhandels sowie ein erheblicher Teil des Flüssiggastransports. Für viele Industriestaaten ist diese Route daher eine der zentralen Lebensadern der Energieversorgung. Der Iran besitzt entlang dieser Passage eine mehrere hundert Kilometer lange Küstenlinie – ein strategischer Vorteil, der ihm erheblichen Einfluss auf eine der sensibelsten Regionen der globalen Energiearchitektur verleiht.

Auch die Rohstoffbasis des Landes selbst spielt eine entscheidende Rolle. Der Iran verfügt über die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt und zählt bei den Ölreserven zu den fünf größten Staaten. Zusammengenommen handelt es sich um eines der größten Energiepotenziale des Planeten. Würde dieses Potenzial vollständig in internationale Infrastrukturprojekte eingebunden, könnte der Iran zu einem zentralen Energie- und Transitknoten zwischen Russland, Zentralasien, dem Nahen Osten, Europa und Asien werden.

Hier überschneiden sich mehrere große Infrastrukturprojekte, die das wirtschaftliche Gewicht Eurasiens weiter verschieben könnten. China betrachtet den Iran als wichtigen Bestandteil seiner „Neuen Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative), die durch Eisenbahnlinien, Straßen, Häfen und Energieprojekte eine engere wirtschaftliche Verbindung zwischen Ostasien, Zentralasien, dem Nahen Osten und Europa schaffen soll. Auch der sogenannte Internationale Nord-Süd-Transportkorridor, der Indien über den Iran und das Kaspische Meer mit Russland und Europa verbinden soll, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dieser Korridor könnte Transportzeiten zwischen Südasien und Europa um mehrere Wochen verkürzen und damit eine ernsthafte Alternative zu klassischen Seewegen darstellen.

In geopolitischer Perspektive bedeutet dies: Der Iran liegt an einer möglichen Schnittstelle mehrerer eurasischer Integrationsachsen – zwischen Russland, China, Indien und dem Nahen Osten. Sollte sich diese wirtschaftliche und infrastrukturelle Vernetzung langfristig durchsetzen, würde ein immer enger verflochtener eurasischer Wirtschaftsraum entstehen, der einen Großteil der Weltbevölkerung, der industriellen Kapazitäten und der Rohstoffressourcen in sich vereint.

Für eine Seemacht wie die Vereinigten Staaten, deren globale Dominanz historisch stark auf Kontrolle von Handelsrouten, Finanzsystemen und militärischen Bündnissen basiert, stellt diese Entwicklung ein strategisches Risiko dar. Ein stabiler, miteinander verbundener eurasischer Raum könnte langfristig wirtschaftliche und politische Strukturen hervorbringen, die sich der direkten Einflussnahme Washingtons entziehen.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum der Iran seit Jahrzehnten im Zentrum geopolitischer Spannungen steht. Es geht dabei weniger um regionale Konflikte beispielsweise zwischen Israel und dem Iran, oder das iranische Atomprogramm, sondern um die strategische Frage, welche Mächte künftig die zentralen Verkehrs-, Energie- und Machtachsen Eurasiens prägen werden.

Auf dem geopolitischen Schachbrett, von dem Brzezinski sprach, ist der Iran daher weit mehr als ein regionaler Akteur – er ist ein Schlüssel in der strategischen Architektur des gesamten Kontinents.

Vom Schah zum Sanktionsstaat – warum der Iran seit 1979 geopolitisch isoliert werden soll

Die strategische Bedeutung des Iran erklärt auch, warum das Land seit Jahrzehnten unter massivem politischem und wirtschaftlichem Druck steht. Die heutigen Spannungen zwischen Washington und Teheran begannen nicht erst mit dem iranischen Atomprogramm oder regionalen Konflikten. Ihr Ursprung liegt vielmehr in einem geopolitischen Bruch, der bis ins Jahr 1979 zurückreicht.

Bis zur iranischen Revolution war der Iran unter Schah Mohammad Reza Pahlavi einer der engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten im Nahen Osten. Das Land fungierte als strategischer Pfeiler der amerikanischen Ordnung in der Region – militärisch, wirtschaftlich und politisch. Mit der Revolution und dem Sturz des Schahs verlor Washington jedoch schlagartig einen zentralen Verbündeten an einer der wichtigsten geopolitischen Schnittstellen Eurasiens.

Seit diesem Moment verfolgt die US-Politik gegenüber dem Iran im Kern ein dauerhaftes Ziel: die politische und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Landes zu begrenzen. Sanktionen, diplomatische Isolation und militärischer Druck sind seit Jahrzehnten zentrale Instrumente dieser Strategie. Kaum ein anderes Land der Welt ist so lange und umfassend mit wirtschaftlichen Strafmaßnahmen belegt worden wie der Iran.

Offiziell werden diese Maßnahmen meist mit dem iranischen Atomprogramm, regionalen Konflikten oder Menschenrechtsfragen begründet. Doch im geopolitischen Kontext erscheint die Lage komplexer. Ein wirtschaftlich starkes, politisch unabhängiges Iran könnte eine zentrale Rolle bei der Integration Eurasiens spielen – als Energieversorger, Transitland und strategischer Verbindungskorridor zwischen mehreren Weltregionen.

Die dauerhafte Schwächung des Iran ist weniger als Reaktion auf einzelne politische Konflikte, sondern eher als Teil einer langfristigen geopolitischen Strategie der USA zu sehen.

Der Iran im entstehenden multipolaren Eurasien

Während der Westen seit Jahrzehnten versucht, den Iran zu isolieren, verändert sich gleichzeitig das geopolitische Umfeld Eurasiens. Neue Bündnisse, Infrastrukturprojekte und Wirtschaftsnetzwerke entstehen, die zunehmend unabhängig von den traditionellen Machtzentren des Westens funktionieren.

In diesem Kontext rückt der Iran erneut in den Mittelpunkt. Das Land ist inzwischen Teil mehrerer Organisationen und Kooperationen, die auf eine stärkere wirtschaftliche und politische Vernetzung Eurasiens abzielen. Dazu gehört unter anderem die BRICS-Staatengruppe, der der Iran seit 1. Januar 2024 offiziell angehört. 

Die BRICS-Staaten – ursprünglich Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – verstehen sich zunehmend als Plattform für die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit großer Schwellenländer. Zusammen repräsentieren sie bereits einen erheblichen Teil der Weltbevölkerung und der globalen Wirtschaftsleistung. 

Mit der Erweiterung des Bündnisses wächst auch dessen geopolitisches Gewicht. Viele dieser Staaten verfolgen das Ziel, ihre wirtschaftlichen Beziehungen stärker voneinander abhängig zu machen, alternative Finanzsysteme zu entwickeln und den internationalen Handel teilweise unabhängiger vom US-Dollar zu organisieren. 

Für den Iran eröffnet diese Entwicklung neue Perspektiven. Während westliche Sanktionen den Zugang zu internationalen Märkten stark einschränken, entstehen gleichzeitig alternative wirtschaftliche Netzwerke in Eurasien. Kooperationen mit Russland, China, Indien oder den Staaten Zentralasiens gewinnen dadurch zunehmend an Bedeutung.

Vor allem China betrachtet den Iran als wichtigen Baustein seiner langfristigen Infrastrukturstrategie entlang der sogenannten Neuen Seidenstraße. Eisenbahnverbindungen, Energieprojekte und Handelsrouten sollen den asiatischen Kontinent enger miteinander verknüpfen und den Landhandel zwischen Ostasien, Zentralasien, dem Nahen Osten und Europa massiv ausbauen.

Damit rückt der Iran erneut in jene geopolitische Rolle, die bereits frühere Strategen beschrieben haben: als Knotenpunkt zwischen mehreren Macht- und Wirtschaftsregionen Eurasiens. 

Fazit

Ein Blick auf die geopolitische Entwicklung der letzten hundert Jahre zeigt, wie aktuell die Überlegungen des britischen Geografen Halford Mackinder bis heute geblieben sind. Seine berühmte Heartland-These brachte eine einfache, aber folgenreiche Erkenntnis auf den Punkt: Die Kontrolle über die zentralen Landräume Eurasiens hat entscheidenden Einfluss auf die globale Machtverteilung.

Auch ein Jahrhundert später bleibt Eurasien das strategische Zentrum der Weltpolitik. Entsprechend bezeichnete der amerikanische Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski Eurasien als das entscheidende „Schachbrett“ der internationalen Politik. Für die Vereinigten Staaten bestand die zentrale strategische Herausforderung darin, zu verhindern, dass sich auf diesem Kontinent ein Machtblock bildet, der ihre globale Vormachtstellung infrage stellen könnte.

In diesem Zusammenhang gewinnt der Iran seine eigentliche Bedeutung. Das Land liegt an einer der wichtigsten Schnittstellen zwischen Nahost, Zentralasien, Russland und dem Indischen Ozean. Seine Rolle geht damit weit über regionale Konflikte hinaus: Der Iran ist ein geopolitischer Schlüsselstaat in einem Raum, in dem sich die Machtbalance des 21. Jahrhunderts entscheidet.

Genau darin liegt der Kern der heutigen Spannungen. Es geht nicht nur um einzelne politische Streitpunkte oder sicherheitspolitische Narrative, sondern um eine größere strategische Frage: Wer prägt künftig die wirtschaftlichen und politischen Verbindungsachsen Eurasiens – und damit die Machtordnung der kommenden Jahrzehnte.

Anmerkungen

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser,

zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ nehme ich gerade in Angriff und sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung entstehen. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar. 

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu dem Buch: Im Taumel des Niedergangs"

Rezension zu dem Buch: „Die Friedensuntüchtigen“

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Rezension zu dem Buch: „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bild: Geopolitik USA-Iran: Ölindustrie, Energiehandel und globale Finanzmärkte

Bildquelle: QQMinh88 / shutterstock

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Trumps Vier-Wochen-Szenario | Von Jochen Mitschka

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Trumps Vier-Wochen-Szenario | Von Jochen Mitschka
Standpunkte 20260305 apolut
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Trumps Vier-Wochen-Szenario | Von Jochen Mitschka

Alle wissen, dass die Abwehrraketen der USA und ihrer Verbündeter für höchstens 3-4 Wochen intensiven Luftkrieg ausreichen. Was passiert danach? Die befürchtete Nuklear-Eskalation? Wie ist das Kriegsszenario der USA? Oder geht's nur ums "Geschäft"?

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der Konflikt begann mit koordinierten US-amerikanisch-israelischen Angriffen auf iranische Ziele im Bereich Nuklearwaffen, Raketen und Führung. Der Angriff startete (1) am 28. Februar 2026 mit gemeinsamen US-israelischen Luftangriffen auf iranische Militär- und Führungsziele, einschließlich nuklearer Einrichtungen, Raketenbasen und Kommandostrukturen. Der US-Präsident Donald Trump kündigte (2) "große Kampfoperationen" an, und Israel bestätigte den Einsatz von über 200 Kampfflugzeugen gegen 500 Ziele – den größten Angriff in der Geschichte der israelischen Luftwaffe. Der iranische Supreme Leader Ali Khamenei wurde in den ersten Stunden ermordet (3). Die Operationen zielten explizit auf die Zerstörung von Irans Nuklear- und Raketenfähigkeiten ab, um einen Regimewechsel zu erzwingen.

Erwartungsgemäß reagierte der Iran mit Raketenangriffen und regionalen Stellvertreterangriffen gegen Israel und US-Stützpunkte, darunter auch in den Golfstaaten mit US-Militärstützpunkten wie dem Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar, Ali Al Salem in Kuwait, Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Fünften US-Flotte in Bahrain. Über 400 Raketen und 800 Drohnen wurden in den ersten zwei Tagen abgefeuert (4), was zu Schäden an Flughäfen und Infrastruktur führte (z.B. in Dubai, Abu Dhabi und Manama). Die Hisbollah (als iranischer Proxy) feuerte Raketen auf Israel ab, was nach vorherigen ca. 10.000 Waffenstillstandsverletzungen durch Israel zu "Gegenangriffen" (5) Israels in Libanon führte.

Außerdem forderte Israel die Bevölkerung auf, den Süden des Libanons zu verlassen, offensichtlich versucht Israel nun im Schatten des Irankrieges, endlich den Süden bis zum Fluss Litani zu besetzen, wie schon 1967 geplant. Die Angriffe des Irans haben den Angriffskrieg der USA und Israels auf die gesamte Region ausgeweitet.

Berichten zufolge waren die US-amerikanisch-israelischen Operationen auf mehrere Wochen angelegt (6). Laut israelischen Streitkräften umfasste der gemeinsame Angriff über 200 Kampfflugzeuge, die 500 Ziele attackierten – der größte Angriff in der Geschichte der israelischen Luftwaffe. Insgesamt seien von der angreifenden Koalition 2.000 Ziele bombardiert (7) worden. Laut Trump sollte der Angriffskrieg lediglich vier Wochen dauern (8). Am Freitag wurden in der Anfangsphase über 200 Tote und Hunderte Verletzte im Iran gemeldet, am 2. März stiegen die Zahlen (9) auf über 550 mit steigender Tendenz. Entgegen den Zusicherungen der USA und Israels wurden bereits zivile Zwischenfälle gemeldet (z. B. Opfer bei Angriffen auf Schulen (10)). Iranische Medien beschreiben drastische Kollateralschäden (11). Diese Angriffe werden die globalen Wirtschaftsaussichten beeinträchtigen, die bereits durch geoökonomische Fragmentierung (Sanktionsblöcke, Aufspaltung der Lieferketten) und die extrem hohe Sensibilität des Ölmarktes (Hormus-Risikoprämie) eingeschränkt sind.

Der Konflikt hat zu einem sprunghaften Anstieg (12) der Ölpreise geführt (Brent-Crude um 7–13% auf bis zu 82 USD/Barrel). Worüber sich Russland freuen dürfte, was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits überholt sein dürfte. Analysten warnen (13) vor Preisen von 115–140 USD bei anhaltender Eskalation, mit Verdopplung von Versicherungskosten für Schiffe im Golf und Roten Meer. Die globale Inflation könnte um 1–1,5% steigen, das BIP im Nahen Osten um 5–8% sinken, und das globale Wachstum (14) um 0,7%. Der Konflikt verstärkt (15) die geoökonomische Fragmentierung (Sanktionen, Lieferketten) und erzeugt Unsicherheiten, welche Investitionen verzögern oder verhindern.

Aus globalwirtschaftlicher Sicht findet der US-amerikanisch-israelische Angriff auf den Iran inmitten einer verstärkten geoökonomischen Fragmentierung statt. Außerdem basiert die US-Militärdoktrin auf einer stufenweisen Eskalation, die von Zwang über Lähmung bis hin zu einem politischen Ergebnis reicht. Hier noch mal die üblichen Phasen von US-Militär-Einsätzen:

  • Phase 1: Schock (16). Gezielte Angriffe auf die Führungsebene, Unterdrückung von Zweitschlagsfähigkeiten und Raketen sowie psychologische Dominanz. Diese Phase war bisher nur bedingt erfolgreich. Der Iran hat die ermordete Führungspersönlichkeiten sofort ersetzt, und statt Panik wurden die Reihen im Land geschlossen.
  • Phase 2: Systemlähmung (17). Ziele sind die Zerstörung der Luftverteidigung, die Störung der Führung der Revolutionsgarden und die Eskalation der wirtschaftlichen Isolation. Auch hier ist der Erfolg bisher schwer zu erkennen. Angeblich sollen israelische Jets über Teheran fliegen, um die Luftabwehr gegen anfliegende Raketen zu unterstützen.
  • Phase 3: Politisches Ergebnis (18). Strategisches Ziel ist der interne Zusammenbruch oder die Kapitulation nach Verhandlungen. Hierzu bleibt zu sagen, dass der Iran verlauten ließ, nicht mit den USA verhandeln zu wollen. Entgegen der Behauptung Trumps "Die Iraner haben mich schon angesprochen". Trumps Doktrin zielt auf Eskalationsdominanz ab, aber Erfolg ist begrenzt (19). Trump behauptete, Iran wolle verhandeln, aber er habe abgelehnt; iranische Offizielle widerlegten (20) das.

Das Problem ist, dass diese militärischen Phasen noch keine politische Lösung gewährleisten. In den Vereinigten Staaten war Präsident Trump den Fragen von Journalisten ausgewichen, da sich die Begründung für die US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran – Irans geplanter Präventivschlag gegen amerikanische Interessen – als falsch erwiesen hat, wie die US-Geheimdienste eingeräumt haben.

In einem Interview mit der britischen Daily Mail am 1. März enthüllte Präsident Trump einen möglichen Zeitplan für den Krieg mit dem Iran und deutete an, dass die Kämpfe einen Monat (21) dauern könnten:

Es war immer ein Vier-Wochen-Prozess. Wir gingen davon aus, dass es etwa vier Wochen dauern würde. Es ging immer um einen Vier-Wochen-Prozess, also – so stark der Iran auch ist, es ist ein großes Land, es wird vier Wochen dauern – oder weniger.“

Betrachten wir also das Ein-Monats-Szenario vor dem Hintergrund einer erhöhten geoökonomischen Fragmentierung (nicht des Zweiten Kalten Krieges). In diesem Fall funktioniert die US-Strategie der schrittweisen Eskalation nur unvollkommen. Daher ist der realistischste Weg eine kontrollierte Eskalation ohne Zusammenbruch des Regimes im Iran.

Dieses Szenario birgt neue Risiken, da die USA und Israel in diesem Szenario die strategischen Kapazitäten Irans so weit schwächen wollen, dass eine Neuausrichtung der Abschreckung erzwungen wird, ohne dabei einen Bodenkrieg auszulösen. Iran reagiert asymmetrisch, vermeidet aber Aktionen, die eine US-Invasion provozieren könnten. Das wahrscheinliche Ergebnis ist ein militärischer Erfolg, jedoch ein politischer Stillstand und ein wirtschaftlicher Schock in einem äußerst schwierigen historischen Moment.

Politische Unruhen, wirtschaftliche Unsicherheit, Marktvolatilität

Dauerhaft werden die Angriffe der USA und Israels in der ersten Woche als Schock- und Demonstrationsmaßnahme dienen, mit Präzisionsschlägen auf nukleare Infrastruktur, Stützpunkte der Revolutionsgarden und Luftverteidigungssysteme. Iran feuert Raketensalven auf Israel und US-Regionalstützpunkte ab. Gleichzeitig weiten sich die Cyberoperationen in beide Richtungen aus.

Politisch gesehen entsteht im Iran ein innenpolitischer Zusammenhalt (22). Die Golfstaaten unterstützen die USA im Stillen, fordern aber eine Deeskalation und sichern sich ab. Wirtschaftlich gesehen steigen die Ölpreise sprunghaft an, mit Risikoprämien von 20–30 % und einem Anstieg der Schiffsversicherungskosten im Golf und im Roten Meer.

In den kommenden zwei bis drei Wochen zielen die Angriffe der USA und Israels auf eine Systemlähmung im Iran ab. Sollte es bis dahin keine spürbare Spaltung der iranischen Elite geben, die Neutralität des Globalen Südens zunehmen und sich der Zusammenhalt des westlichen Bündnisses abzeichnen, zwingen die Eskalationsrisiken die USA und Israel in die diplomatische Defensive. Daher ist in der vierten Woche mit einem Verhandlungsdruck zur Stabilisierung auf beiden Seiten zu rechnen. Das Ergebnis könnte ein effektiver Waffenstillstand ohne Abkommen sein.

Wirtschaftliche Folgen

Wirtschaftlich gesehen wird dieser, wie noch selten ein anderer ungerechtfertigter einmonatiger Krieg jedoch einen Energieschock (23) auslösen: Der Ölpreis (24) wird wahrscheinlich auf (mindestens) 115–140 US-Dollar steigen, die Gaspreise aufgrund von Transportrisiken und der teilweisen Freigabe strategischer Reserven ebenfalls. Im Schifffahrts- und Handelssektor könnten sich die Versicherungsprämien für das Rote Meer und den Persischen Golf verdoppeln oder verdreifachen, während sich die Lieferzeiten aufgrund von Lagerengpässen verlängern.

Die makroökonomischen Auswirkungen wären eine erhöhte Inflation, da die Energiepreise mit steigenden Kosten für Transport, Lebensmittel und Produktion einhergehen, die Zentralbanken die erwarteten Zinssenkungen verzögern und sich das globale Wachstum verlangsamt. Auf den Finanzmärkten würden Schwellenländer (25) unter Kapitalabflüssen leiden. Die zivile Wirtschaft entwickelt sich schwächer als der Verteidigungs- und Energiesektor. Risikoanlagen brechen zwar möglicherweise nicht ein, weisen aber eine außergewöhnliche Volatilität auf.

Erhöhtes Risikopotential für die ganze Welt

Die Gesamtzahl (26) der Todesopfer dürfte auf 15.000 bis 35.000 steigen, ein Drittel oder die Hälfte davon Zivilisten. Die Zahl der Verletzten würde auf 60.000 bis 120.000 ansteigen. Die Zahl der Vertriebenen könnte 2 bis 4 Millionen betragen.

Die globale Inflation könnte um 1 bis 1,5 Prozentpunkte steigen. Das BIP des Nahen Ostens könnte um 5 bis 8 % sinken, und die globalen Wachstumsaussichten würden um 0,7 % nach unten korrigiert.

Wie die Handelskriege unter Trump würde auch diese Eskalation keine wirtschaftlichen Gewinner (27) hervorbringen. Sie könnte die Weltwirtschaft jedoch an den Rand des Abgrunds treiben. Sie wäre genauso ungerechtfertigt wie die Stellvertreterkriege in der Ukraine, im Gazastreifen und anderswo im Nahen Osten. Letztendlich würden die Zivilisten die Zeche zahlen, während die Insider der Rüstungsindustrie die Gewinne einstreichen würden.

Aussichten

Die Aussichten sind dunkel, besonders für Donald Trump. Nach einem Geheimdienstbriefing gab es vernichtende Kommentare von einigen der Abgeordneten. Zusätzlich wird bekannt, dass die Luftschläge des Irans offensichtlich schlimmere Folgen sind, als in den Medien vermittelt. US-Schiffe müssen bis Indien, weil fast alle Hafenanlagen, welche die USA benutzten, die in Reichweite iranischer Drohnen und Raketen sind, beschädigt wurden. Wichtige Radaranlagen wurden zerstört, CIA-Gebäude, Konsulate und Botschaften beschädigt, Flugzeuge abgeschossen. Der Iran blutet zwar, aber er führt einen existentiellen Krieg, auf den er sich seit Jahrzehnten vorbereitet hat. Und Gerüchte erklärten, dass China im Iran Tests seiner neuen Hyperschallwaffen durchführt, um sie unter realen Kriegsbedingungen zu testen. So wie die USA die Ukraine nutzt, scheint dies nun China nachzumachen.

Auch Israel wird härter getroffen, als die israelische Zensur es zulässt, bekannt zu werden. Und hier liegt die größte Gefahr für die Welt. Sollte Israel in seiner Verzweiflung ob der möglichen Niederlage zu Kernwaffen greifen, und das letzte und schlimmste der möglichen Kriegsverbrechen, nach Völkermord und Angriffskriegen auch noch begehen, kann man sicher sein, dass der Iran seine Zurückhaltung aufgeben wird, und entweder mit schmutzigen Bomben TelAviv und Haifa unbewohnbar macht, oder sogar eine traditionelle A-Bombe entwickelt und einsetzen wird. Schließlich hat die angreifende Koalition alle Kleriker bzw. Geistliche, die bisher die Produktion von Kernwaffen aus ethischen Gründen verhinderten, ermordet.

Offensichtlich versucht der Iran dieses Szenario zu vermeiden, indem es die Schläge einsteckt, und zwar konsequent, aber dosiert die Liste der Ziele abarbeitet, welche schon lange für den Fall eines Angriffs gegen das Land aufgestellt wurde. Interessanterweise hört man nichts von hektischen Lieferungen militärischer oder geheimer Ausrüstung aus Russland oder China. Alles scheint für den Iran "nach Plan" zu verlaufen. Aber natürlich ist in diesem Krieg, wie in allen Kriegen NICHTS sicher. Oder vielleicht doch Eines. Nämlich dass Donald Trump in den nächsten Wahlen von der MAGA-Bewegung einen Denkzettel verpasst bekommt, der ihn möglicherweise sogar das Amt kosten könnte.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.cnn.com/world/live-news/israel-iran-attack-02-28-26-hnk-intl

(2) https://www.jpost.com/middle-east/iran-news/article-888293

(3) https://www.aljazeera.com/news/2026/3/2/what-we-know-on-day-three-of-us-israeli-attacks-on-iran

(4) https://www.npr.org/2026/03/02/nx-s1-5731472/iran-targets-gulf-states-and-u-s-bases-as-retaliation-for-u-s-israel-strikes

(5) https://www.nytimes.com/live/2026/03/02/world/iran-us-israel-attack-trump

(6) https://www.businessinsider.com/israel-hundreds-fighters-struck-iran-largest-ever-air-operation-2026-2

(7) https://understandingwar.org/research/middle-east/iran-update-evening-special-report-march-1-2026

(8) https://www.dailymail.co.uk/news/article-15604385/donald-trump-daily-mail-interview-iran.html

(9) https://www.aljazeera.com/news/liveblog/2026/3/2/us-israel-attack-iran-live

(10) https://www.cnn.com/world/live-news/israel-iran-attack-02-28-26-hnk-intl

(11) https://www.pbs.org/newshour/classroom/daily-news-lessons/2026/03/what-we-know-about-the-us-israel-attacks-on-iran

(12) https://www.nbcnews.com/business/business-news/oil-prices-iran-strikes-rcna261209

(13) https://www.bbc.com/news/articles/c75evve6l63o

(14) https://www.juancole.com/2026/03/provoke-economic-downturn.html

(15) https://www.nytimes.com/section/world/middleeast

(16) https://www.irananalytica.org/p/the-war-of-regime-change-has-begun

(17) https://understandingwar.org/research/middle-east/iran-update-evening-special-report-march-1-2026

(18) https://www.setav.org/en/u-s-and-israel-strikes-on-iran-day-one

(19) https://www.nytimes.com/section/world/middleeast

(20) https://www.aljazeera.com/news/liveblog/2026/3/2/us-israel-attack-iran-live

(21) https://www.dailymail.co.uk/news/article-15604385/donald-trump-daily-mail-interview-iran.html

(22) https://www.nytimes.com/section/world/middleeast

(23) https://www.bbc.com/news/articles/c75evve6l63o

(24) https://www.theguardian.com/business/live/2026/mar/02/oil-price-us-israel-iran-war-100-dollars-a-barrel-stock-markets-drop-travel-news-updates

(25) https://www.juancole.com/2026/03/provoke-economic-downturn.html

(26) https://www.nytimes.com/section/world/middleeast

(27) https://www.juancole.com/2026/03/provoke-economic-downturn.html

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Die Raketen richten sich bei Sonnenuntergang gegen den Himmel mit iranischer Flagge.
Bildquelle: Hamara / shutterstock

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