NEWS 23

🔒
❌
Stats
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.

☐ ☆ ✇ Report24

Frankreich: Linksextreme Tierrechtler fackeln 17 Lkw an Schlachthof ab

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

Im französischen Houdan (Yvelines) haben linke Öko-Extremisten einen verheerenden Brandanschlag auf den Schweineschlachthof Paris Terroirs verübt – und brüsten sich nun ganz ungeniert mit ihrer blinden Zerstörungswut.

In der Nacht zum 4. April gingen auf dem Parkplatz des letzten Schlachthofs der Region Yvelines 17 Fahrzeuge in einem gewaltigen Flammenmeer auf. Kühltransporter, schwere Lkw und Lieferwagen brannten völlig aus. Nur dem schnellen Eingreifen der Feuerwehr, die um 4 Uhr morgens anrückte, ist es zu verdanken, dass die Flammen nicht auf das Hauptgebäude übergriffen, das dennoch schwere Rauchschäden davontrug. Der komplette Verlust der Kühlflotte führt nun zu massiven Betriebsausfällen. Für die Angestellten des Schlachthofs droht Kurzarbeit, sie müssen – mitten in ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Zeiten – wegen dieser linken Terroristen um ihre Existenz bangen. Die französischen Bauernverbände verurteilten den Anschlag scharf. Dieser schwäche einen ohnehin extrem fragilen Sektor nur noch weiter.

Am 11. April, gut eine Woche nach der Tat, veröffentlichte ein linksextremes Bündnis aus „grünen“ und „anti-speziesistischen“ Fanatikern ein völlig wirres Bekennerschreiben. Unter dem Terrorgruppen-Kürzel ALF („Anarchistes Lance-Flamme“ – also „Flammenwerfer-Anarchisten“) feierten die Täter ihren kriminellen Akt. Indem man die Logistik des Tierhandels ins Visier nehme, greife man „das Funktionieren von Speziesismus und Kapitalismus“ an, schwadronieren die Linksextremisten.

Ihre absurde Botschaft: „Schweine wollen, wie alle anderen Tiere auch, nicht an dieser tödlichen Gesellschaft teilnehmen! Feuer den Schlachthöfen, Schluss mit der Unterdrückung!“ Dass sie mit ihrem Hass auf den „Kapitalismus“ in Wahrheit Arbeitsplätze von ganz normalen Menschen vernichten, interessiert die radikalen Anarchisten nicht. Stattdessen warnten sie andere, gemäßigtere Organisationen davor, in die „Falle der Akzeptanz“ zu tappen. Offenbar gilt in diesen Kreisen nur noch derjenige als echter „Aktivist“, der bereit ist, schwere Straftaten zu begehen und fremdes Eigentum zu zerstören.

Bezeichnend für den Umgang mit dem linken Terror ist die Reaktion der Politik. Die lokalen Behörden hatten das Feuer zunächst beschönigend als „mysteriös“ eingestuft, obwohl 17 Lkw gleichzeitig in Flammen aufgingen. Bislang wurden keine Festnahmen vermeldet, die Polizei ermittelt nun wegen schwerer Brandstiftung.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass dieser Schlachthof Zielscheibe von linksgrünen Extremisten wurde. Bereits im April 2018 brachen 68 Aktivisten auf das Firmengelände ein, ketteten sich an Maschinen und legten den Betrieb lahm. Als die Polizei anrückte, um geltendes Recht durchzusetzen und die Besetzer zu entfernen, folgte die klassische Täter-Opfer-Umkehr: Die Extremisten überzogen die Beamten hinterher prompt mit Klagen wegen angeblicher „Polizeigewalt“. Dieser Vorfall in Frankreich verdeutlicht dabei wieder einmal, wie gefährlich dieser linksgrüne Extremismus ist. Solche radikalen Subjekte haben weder Respekt vor fremdem Eigentum, noch vor der wirtschaftlichen Existenzgrundlage anderer Menschen.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Junge Freiheit

Beitrag über Gastarbeiter Berlins Queerbeauftragter erhält Journalistenpreis

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

Alfonso Pantisano (SPD), Queerbeauftragter von Berlin, aufgenommen vor dem Polizeipräsidium in Berlin-Tempelhof. Er hat einen Journalistenpreis gewonnen.

Alfonso Pantisano, Queerbeauftragter von Berlin gewinnt einen Journalistenpreis der Diakonie, dotiert mit 2.500 Euro. Dass er in der Vergangenheit kritische Medienmacher öffentlich beschimpfte, schien die Jury nicht zu stören.

Dieser Beitrag Beitrag über Gastarbeiter Berlins Queerbeauftragter erhält Journalistenpreis wurde veröffentlich auf JUNGE FREIHEIT.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Report24

Läuft prächtig bei der Bundeswehr: Schon 2 Milliarden Euro für nutzlose Funksysteme verbrannt

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

Das muss die neue deutsche Effizienz sein: Mehr als zwei Milliarden Euro hat man für das Digitalfunk-Projekt der Bundeswehr bereits verpulvert. Einsatzfähig ist die Technik aber immer noch nicht.

Deutsche Politiker scheinen sich schon im nächsten Weltkrieg zu sehen, doch die Aufrüstung läuft stockend. Seit Jahren wird bei der Bundeswehr an einem moderneren Digitalfunk gebastelt. Zwei Milliarden Euro wurden für dieses Projekt bereits verpulvert. Funktionsfähig sind die Funksysteme aber immer noch nicht.

Kürzlich erst hat der Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) Strukturen der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums als “in großen Teilen nicht effektiv” demontiert. Nun wirft ein Welt-Bericht erneut ein Schlaglicht auf die mangelnde Einsatzfähigkeit der deutschen Truppe: Die Umstellung auf modernen Digitalfunk ist nach Jahren des Bastelns noch immer nicht geglückt – obwohl bereits Milliarden Euro dafür versickert sind.

Unter Berufung auf ein vertrauliches Schreiben des Verteidigungsministeriums an den Bundestag berichtet die “Welt“, dass selbst die Basisversion bislang nicht einmal für den einfachen Übungsbetrieb eine Freigabe erhalten habe. Die Kosten summieren sich demnach bereits auf etwa 1,749 Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere 299 Millionen Euro für flankierende Maßnahmen. 

Zuvor hatte “WELT AM SONNTAG” publiziert, dass der Zustand der Funksysteme laut einem internen Bundeswehrbericht in der Ende 2025 getesteten Version „eine Gefahr für Leib und Leben“ darstelle. Das Ministerium von Boris Pistorius bemüht sich um Schadensbegrenzung, aber man tritt auf der Stelle. Das vor Jahren gestartete Projekt „Digitalisierung Landbasierte Operationen“ (D-LBO) besteht aus insgesamt sechs Teilprojekten, die schrittweise zu Ausgaben von mehr als 20 Milliarden Euro führen sollen. Es soll Soldaten, Fahrzeuge und Gefechtsstände digital vernetzen und ein modernes Gefechtsmanagement ermöglichen. Es hat aber bislang so gut wie alle Meilensteine verfehlt oder nur mit deutlicher Verzögerung erreicht.

Der Sachstand beim Funk liest sich vernichtend: Nicht einmal der einfache Sprechfunk läuft bislang problemlos, die Feindkennung funktioniert nicht stabil, Übertragungszeiten sind zu lang und die Bedienung umständlich. Seit Ende des Jahres scheitert dem Bericht nach insbesondere die verlässliche Einbindung von Kampfpanzern des Typs Leopard 2: Funksprüche wurden teilweise gar nicht übertragen oder zu leise, die Reichweiten waren unzureichend. Daten- und Sprechfunk können nur eingeschränkt parallel genutzt werden.

Von der Technik, insbesondere des Herstellers Rohde & Schwarz, will das Verteidigungsministerium aber nicht abrücken. Diese Firma soll sogar noch mehr Geld erhalten, weil für einen vorübergehenden “Mischbetrieb” Handfunkgeräte des Unternehmens beschafft werden. Die Middleware-Software des Rüstungsriesen Rheinmetall funktioniert laut Bericht aktuell ebenfalls nicht.

Bis Ende 2027 soll eigentlich eine Heeresdivision vollständig digitalisiert werden. Inzwischen gilt dieser Zeitplan als sehr unsicher. In der Truppe rechnet man laut “Welt” damit, dass sich die flächendeckende Einführung bis weit ins nächste Jahrzehnt hinziehen könnte. Manche Waffensysteme und Fahrzeuge seien noch gar nicht in die aktuellen Umrüstpläne einbezogen.

Zu den markigen Sprüchen von Verteidigungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft passt all das nicht. Es scheint fast, als wäre das einzige, was die deutsche Politik beherrscht, momentan das sinnlose Verbrennen von Steuergeld ist. Der böse Russe dürfte angesichts dessen wohl einiges zu lachen haben.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ apolut

Vom Putsch bis zur Bombe: Die Schatten der Vergangenheit | Von Wolfgang Effenberger

veröffentlicht.
Vorschau ansehen Vom Putsch bis zur Bombe: Die Schatten der Vergangenheit | Von Wolfgang Effenberger

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Die Geschichte der US-Interventionen im Iran seit 1953 liest sich wie ein Katalog geopolitischer Manöver – vom CIA-Putsch gegen den demokratisch gewählten Premier Mohammad Mossadegh bis hin zu Cyberangriffen und Drohnenmorden in jüngster Zeit. Diese Aktionen, oft getrieben von Ölinteressen und Kalter-Krieg-Logik, haben das Land nachhaltig geprägt und aktivieren bis heute die Spannungen, zuletzt etwa in den Protesten 2025/26. (1) 

Der Staatsstreich von 1953: Operation Ajax und Kermit Roosevelts Rolle

Alles begann mit der Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie 1951 unter Mossadegh, die britische und US-Interessen bedrohte. Die CIA und MI6 starteten die Operation Ajax: CIA-Agent Kermit Roosevelt Jr., Enkel des Ex-Präsidenten Theodore Roosevelt, reiste inkognito nach Teheran und orchestrierte den Putsch. Er bestach Geistliche, Generäle und Mitglieder von kriminellen Organisationen (Mobster), organisierte bezahlte Demonstrationen und überzeugte den zögernden Schah Mohammad Reza Pahlavi, offizielle Dekrete (Firmans) gegen Mossadegh zu erlassen.

Nach einem gescheiterten Versuch am 15. August stürmten am 19. August Armee und Mob die Regierung – Mossadegh floh, Zahedi übernahm. Roosevelt verließ das Land als Held mit Schah-Geschenken. (2) 

Rough Rider Theodore Roosevelt

An dieser Stelle bietet es sich an, eine historische Analogie zu Theodore Roosevelt herzustellen, der als Marineminister zurücktrat, um mit den „Rough Riders“ (eine ähnlich Reitertruppe wie Cromwells Roundheads) auf Kuba zu kämpfen. Aktuell erinnert uns die Versenkung der iranischen Fregatte vor Sri Lanka daran.

1897 war Theodore Roosevelt als Marineminister der USA ein treibender Befürworter des Kriegs gegen Spanien. Kurz nach Kriegsbeginn Ende April 1898 legte er sein Amt nieder, um ein Freiwilligen‑Kavallerieregiment („Rough Riders“) aufzustellen und es persönlich anzuführen.

Bereits 2 Monate vor der Kriegserklärung hatte Commodore George Dewey Ende Februar 1898 in Tokio über die US-Botschaft den Befehl erhalten, mit dem Asiengeschwader nach Manila vorzustoßen und dort die spanische Flotte zu vernichten; der Angriff in der Bucht von Manila kam für Spanien faktisch überraschend, ohne vorherige konkrete Gefechtswarnung vor Ort.

Im Schutz der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai näherte sich weitgehend unbemerkt das US-Kriegsgeschwader der vor Cavitate/Manila/Philippinen ankernder spanischen Kriegsflotte, die sie im mehrstündigen Gefecht komplett versenkte. Die USA verloren null Mann, null Schiffe – totaler Sieg durch Überlegenheit in Technik und Vorgehensweise.

Anfang März 2026 torpedierte ein US-Boot vor Sri Lanka die iranische Fregatte „IRIS Dena“ , die sofort sank. Von den rund 180 Besatzungsmitgliedern wurden über 70 verletzt, mehr als 100 gelten als vermisst. (3). US-Verteidigungsminister Hegseth betonte die Schwächung der iranischen Marine (über 30 Schiffe versenkt). 

In beiden Fällen eskalierten Seemächte Konflikte über überraschende oder für die Gegenseite nicht konkret angekündigte Schläge auf See (spanische Flotte bei Manila, iranisches Schiff im Indischen Ozean). (4)

Die Aktionen sind eingebettet in größere politische Konflikte: damals Kolonialkrieg um Kuba und das spanische Reich, heute Spannungen zwischen USA, Iran und regionalen Partnern.

Im Gegensatz zu 2026 war 1898 der Krieg formell erklärt, der Angriff auf Manila war Teil eines klar erklärten Kriegszustands; Deweys Schlag erfolgte in neutralen Gewässern der Philippinen (spanische Kolonie), ohne Verletzung territorialer Souveränität Dritter; es galt als legitimer Kriegsakt gemäß Haager Landkriegsordnung (1899, rückwirkend anwendbar). (5)

Heute ist die Lage juristisch diffuser, weil es (Stand jetzt) keine klassische Kriegserklärung der USA an den Iran gibt.

Roosevelt war Symbol eines offen pro‑kriegspolitischen, heroisch inszenierten Imperialismus; die U‑Boot‑Aktion vor Sri Lanka wirkt eher als verdeckte, technisch anonyme Machtdemonstration, ohne vergleichbare „Heldenerzählung“ einer Einzelperson. Roosevelts Rücktritt und Feldzug auf Kuba fielen in denselben erklärten Krieg; private Freiwilligenregelungen waren damals üblich und völkerrechtlich nicht problematisch.

Roosevelt nutzte seine Kriegsheldengeschichte mit der Darstellung der eigenhändigen Tötung eines Spaniers prominent für seine politische Karriere (z. B. Gouverneur, Vizepräsident), was Mythen befeuerte – doch zeitgenössische Berichte und sein eigenes Buch The Rough Riders (1899) bleiben bei bestätigten Tötungen per Schuss. (6)

Die USA haben die Versenkung der iranischen Fregatte IRIS Dena (3. März 2026) durch ein U-Boot in internationalen Gewässern vor Sri Lanka (ca. 40 km vor Galle) bestätigt; Verteidigungsminister Pete Hegseth rechtfertigt sie als Teil des laufenden Konflikts mit Iran. Es gibt keine formelle Kriegserklärung gegen Iran; stattdessen berufen sich die USA auf kollektive Selbstverteidigung (Art. 51 UN-Charta) nach iranischen Angriffen (z. B. Drohnen/Schiffe im Persischen Golf). (7)

Der Vorfall ereignete sich in internationalen Gewässern (außerhalb der 12-Meilen-Zone Sri Lankas), was das UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) respektiert; Sri Lanka half bei der Rettung, ohne eine Souveränitätsverletzung zu melden.

Unterstützung des Schahs und Islamische Revolution

Bis 1979 pumpten die USA Milliarden in das Schah-Regime: Militärhilfe sowie 3.000 Berater und Waffen machten Iran zur Anti-Sowjet-Bastion. Die brutale SAVAK-Geheimpolizei des Schahs entstand mit CIA-Hilfe. Doch die Unterdrückung schürte den Widerstand, der 1979 zur Islamischen Revolution führte – Ayatollah Chomeini stürzte den Schah. (8)

Die folgende US-Botschaftsbesetzung (444 Tage, 52 Geiseln) löste Sanktionnen gegen den Iran aus; eine Rettungsmission scheiterte. Im Iran-Irak-Krieg (1980–88) rüsteten Reagan/Bush Saddam Hussein mit Geheiminfo (u.a. Satellitenbildern) und Waffen aus; 1988 zerstörte die Operation "Praying Mantis" nach einem Minenangriff iranische Ölplattformen. Ab den 2000ern folgten Sanktionen gegen das Atomprogramm, der Stuxnet-Cyberangriff (2010 mit Israel), der Soleimani-Mord (2020) und massive Drohungen unter Trump. Aktuell (2026) nun Militäreskalationen inmitten von Protesten mit Tausenden Toten. (9)

Die Eingriffe sicherten kurzfristig westliche Interessen, zerstörten aber die Demokratie und schürten den Anti-Amerikanismus. Mossadeghs Sturz markierte den Beginn eines 70-jährigen Konflikts, der heute in Sanktionen, Proxy-Kriegen und Nuklearstreit kulminiert. Historiker sehen darin eine Mischung aus Selbstüberschätzung und Verblendung. (10)

Emotionsgeladene Botschaft aus Libyen an den Iran 

Aischa Gaddafi hat sich in den letzten Monaten und Jahren mehrfach mit einer eindringlichen Warnung an die iranische Bevölkerung gewandt und dabei explizit auf die USA und den Westen Bezug genommen.

In ihrer glaubwürdigen Botschaft, die sie angeblich widerrufen hat, fordert sie die Iraner auf, dem Westen – insbesondere den USA – nicht zu vertrauen, weil Libyen nach ihrer Darstellung gerade durch westliche "Lügen und Versprechen" zerstört worden sei. Kern ihrer Botschaft ist: Verhandlungen mit den USA und westlichen Staaten, etwa über Atom- oder Sicherheitsfragen, seien eine Falle; jedes Abkommen mit dem "Feind" verzögere nur die eigene Zerstörung.

Zur Begründung verweist sie darauf, dass Libyen sein Atomprogramm aufgegeben und auf Entspannung gesetzt habe, der Westen – mit führender Rolle der USA im NATO‑Einsatz – das Land später trotzdem bombardiert und ihr Vater dadurch letztlich die Macht und schließlich sein Leben verloren habe.

Ihre Botschaft richtet sich nicht nur an die iranische Führung, sondern ausdrücklich an die Bevölkerung: Sie ruft zu "Widerstand", "Standhaftigkeit" und Misstrauen gegenüber westlichen Versprechen auf.

Inhaltlich knüpft sie an ältere Reden an, in denen sie bereits die USA für Luftangriffe auf Libyen verantwortlich machte und vor einer dauerhaften Bedrohung durch amerikanische und westliche Interventionen warnte.

Aisha Gaddafis Botschaft geht in Iran viral

Nicht zuletzt deshalb, weil sie das Trauma Libyens als warnendes Beispiel für "westlichen Verrat" in eine einfache, emotional aufgeladene Erzählung gießt – passend zur aktuellen Krisen‑ und Protestlage im Land, wird diese Erzählung sowohl von Regime‑nahen als auch von oppositionellen und „dritte‑Position“-Akteuren aufgegriffen und beeinflusst damit Debatten und Stimmungen in den Protestbewegungen.

Die Formel "Vertraut dem Westen nicht, Entgegenkommen führt zur Zerstörung" ist extrem simpel und leicht zitierbar, lässt sich in kurzen Clips und Memes verbreiten – ideal für soziale Medien in Zeiten stark eingeschränkten Zugangs. Gerade unter Bedingungen von Zensur und Internet‑Drosselung funktionieren kurze, symbolische Botschaften besser als komplexe Analysen. Regime‑nahe Kreise verweisen ohnehin auf das "Libyen‑Szenario", um vor westlichen "Verschwörungen zur Destabilisierung Irans" zu warnen; Aishas Brief stützt dieses Narrativ.

Teile der Opposition greifen die Warnung auf, um zu betonen, dass sie weder westlichen Regime‑Change noch neue "humanitäre Interventionen" wollen, sondern einen eigenständigen Wandel.

Aisha Gaddafi meldet sich nur selten öffentlich zu Wort; dass die "Tochter eines gestürzten Staatschefs" direkt an die Iraner appelliert, verleiht der Botschaft einen gewissen Sensations‑ und Authentizitätswert.

Iranische Funktionäre warnen seit längerem ausdrücklich vor einem „Libyen‑Szenario“ und stellen die Proteste als Baustein eines westlichen Plans zur Zerstörung Irans dar. Aishas Warnung lässt sich in dieses Propagandanarrativ einbauen: Man kann zeigen, wie „selbst Gaddafis Tochter“ vor westlichen Fallen warnt, um Härte gegen Demonstrierende und Ablehnung von Atom‑Kompromissen als notwendige „Selbstverteidigung“ zu rechtfertigen. (11)

Damit wird ihre Botschaft teilweise genutzt, um Angst vor Chaos nach einem Regimewechsel zu schüren und so die Legitimation für Repression zu stärken. (12)

In oppositionellen und exiliranischen Diskursen ist Aishas Brief umstritten: Einige teilen ihn als mahnendes Beispiel gegen naiven Glauben an westliche Versprechen; andere kritisieren die Analogie und betonen, dass die iranische Revolte "unbedingt erfolgreich sein muss". Diese Diskussion spiegelt eine reale Bruchlinie: Soll man auf internationale politische oder sogar militärische Unterstützung setzen, oder sie explizit ablehnen, um nicht in eine "Libyen‑Falle" zu geraten. (13)

Aishas Mahnung: "Verhandeln mit dem Wolf rettet das Lamm nicht, es setzt nur den Termin für das nächste Mahl" (14) scheint nachdenklich zu machen – unabhängig, ob die Botschaft von ihr selbst oder nur lanciert ist.

Das iranische Regime, das immer wieder in Verhandlungen mit den USA getreten ist, kann Aishas Warnung propagandistisch nur begrenzt und indirekt nutzen, da sie primär als oppositionelles Symbol wahrgenommen wird. 

Klare Worte von de Zayas, Sachs, Croke und Davis 

Alfred de Zayas:
Der Irankrieg ist kein "Präventivkrieg", es ist ein unprovozierter Angriffskrieg 

Wir machen uns mitschuldig, wenn wir die offensichtlich falschen Darstellungen aus Washington, Tel Aviv und Brüssel einfach so hinnehmen. Wir lassen uns belügen, und selbst wenn wir wissen, dass unsere Intelligenz dadurch beleidigt wird, lassen wir es zu“,

schreibt Alfred de Zayas, Professor für Völkerrecht an der Genfer Hochschule für Diplomatie und ehemaliger UN-Experte (2012–2018 für demokratische Weltordnung), nach einer der Angriffe auf den Iran.

Laut de Zayas sabotiert der Westen als Ganzes seit 1991 das Völkerrecht – und damit seine eigene Glaubwürdigkeit. Der undemokratische Regimewechsel im Irak war ein Testlauf für alles, was danach folgte: Umsturz in Libyen, in Syrien, jetzt im Iran.

Die G-7 sei ebenso mitschuldig an den Verbrechen der USA und Israels wie 2003, als sie ebenfalls im "Royal Hotel" in Evian tagten und dem George W. Bush nur wenige Wochen nach seiner Aggression gegen das irakische Volk den roten Teppich ausrollte. Laut de Zayas sollte die logische Reaktion auf den illegalen Angriff der USA und Israels auf das iranische Volk Boycott, Divestment und Sanctionen (BDS) gegen die USA und Israel sein – keine Käufe mehr von F-16, F-35, Boeing. Desinvestition aus US-Staatsanleihen und US-Aktien sowie Stopp des Verkaufs von Seltenen Erden an die USA und Israel. 

Jeffrey D. Sachs & Sybil Fares
Der illegale Angriff der USA und Israels auf den Iran ist auch ein Angriff auf die UNO

Am 16. Februar 2026 sandte Jeffrey Sachs, Professor an der Columbia University, ehemaliger Berater von drei UN-Generalsekretären und derzeit SDS-Anwalt von Generalsekretär António Guterres, einen Brief an den UN-Sicherheitsrat, in dem er warnte, dass die Vereinigten Staaten kurz davor stünden, die Charta der Vereinten Nationen zu zerreißen. SDS ist ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Institutionen, das 2012 unter der Schirmherrschaft der United Nations gegründet wurde.

 „Diese Warnung hat sich nun bewahrheitet. Die Vereinigten Staaten und Israel haben ohne Genehmigung des Sicherheitsrats und ohne legitimen Anspruch auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 einen unprovozierten Krieg gegen den Iran begonnen, was einen flagranten Verstoß gegen Artikel 2(4) der Charta darstellt. Sie versuchen, die Charta der Vereinten Nationen und die internationale Rechtsstaatlichkeit zu zerstören, aber sie werden scheitern,“ (15)

so Sybil Fares, Spezialistin und Beraterin für Nahostpolitik und für nachhaltige Entwicklung bei SDSN.

Auf der Sitzung des Sicherheitsrats am 28. Februar 2026 richteten die USA und ihre Verbündeten ihre Verurteilung gegen den Iran. Ein US-Verbündeter nach dem anderen verurteilte den Iran für seine Vergeltungsschläge, versäumte es jedoch absurderweise, den illegalen und unprovozierten Angriff der USA und Israels auf den Iran zu erwähnen und zu verurteilen. Dieses Verhalten dieser Länder war beschämend und stellte die Realität völlig auf den Kopf. 

Wie in dem Sachs-Brief vom 16. Februar dargelegt, hat der Iran vor einem Jahrzehnt einem Atomabkommen zugestimmt, dem Joint Comprehensive Plan of Action 2 (JCPOA), das vom UN-Sicherheitsrat in der Resolution 2231 verabschiedet wurde. Es war Trump, der das Abkommen 2018 aufgekündigt hat. Im Juni 2025 bombardierte Israel den Iran mitten in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Auch diesmal wurden die Kriegspläne Israels und der USA bereits Wochen zuvor festgelegt, als Netanjahu sich mit Trump traf, und die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren eine Farce. Dies scheint die neue Vorgehensweise der USA zu sein: Verhandlungen beginnen und dann versuchen, die Verhandlungspartner zu ermorden. 

Für Sachs und Fares ist es leicht zu verstehen, warum sich die Verbündeten der USA im UN-Sicherheitsrat so peinlich und selbsterniedrigend verhalten haben. Neben den Vereinigten Staaten beherbergen acht der vierzehn anderen Ratsmitglieder US-Militärstützpunkte oder gewähren dem US-Militär Zugang zu lokalen Stützpunkten: Bahrain, Kolumbien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Lettland, Panama und das Vereinigte Königreich. Diese Länder sind nicht vollständig souverän. Sie werden teilweise von den USA regiert. Die US-Militärstützpunkte beherbergen CIA-Operationen, und die Gastländer versuchen, eine Unterwanderung ihres Landes durch die USA zu verhindern.

Wie Henry Kissinger so treffend sagte: "Es mag gefährlich sein, Amerikas Feind zu sein, aber sein Freund zu sein ist tödlich." Wir können hinzufügen, dass die Beherbergung von US-Militärstützpunkten und CIA-Operationen bedeutet, sein Land in einen Vasallenstaat zu verwandeln.

Als absurdes, aber aussagekräftiges Beispiel wiederholte die dänische Botschafterin jeden Punkt der US-Argumentation und zeigte mit dem Finger auf den Iran wegen seiner Aggression, als ob der Iran nicht von den USA und Israel angegriffen worden wäre. Sie vergaß völlig, dass eine solche demütigende Vasallenschaft gegenüber den USA für Dänemark nicht gut sein wird, wenn die USA Grönland besetzen.

Die wahrheitsgetreuen Stimmen im Sicherheitsrat kamen laut Sachs/Fares aus den Ländern, die nicht von den Vereinigten Staaten besetzt sind. Russland erklärte zutreffend, dass der sogenannte Westen (das heißt die von den USA besetzten Länder) den Iran beschuldigt, wenn er mit dem Finger auf ihn zeigt. China erinnerte den Rat daran, dass die Krise mit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann und nicht mit der Vergeltungsmaßnahme des Iran.

Für beide brachte der UN-Vertreter der Arabischen Liga die eigentliche Ursache der wahnsinnigen Aggression Israels brillant auf den Punkt: die Verweigerung der Rechte des palästinensischen Volkes und Israels Einsatz von Massenmord und regionalem Krieg, um die Entstehung eines Staates Palästina zu verhindern.

Wenn der Iran gegen US-Militärstützpunkte am Golf Vergeltungsmassnahmen ergreift, übt er laut Sachs/Fares sein inhärentes Recht auf Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der Charta aus. Wir dürfen nicht vergessen, dass die USA und Israel offen und wiederholt iranische Führer ermorden, mit dem Ziel, die iranische Regierung zu stürzen. Wenn Staaten einen ausländischen Staatschef ermorden und versuchen, die Regierung zu zerstören, hat das Ziel dieser Bedrohungen gemäß internationalem Recht, das Recht, sich zu verteidigen.

Die Bombardierung durch die USA und Israel tötete nicht nur den Obersten Führer des Iran und mehrere hochrangige Regierungsbeamte, sondern auch mehr als 140 junge Mädchen in einer Schule in Minab. Diese Kinder sind Opfer eines schrecklichen Kriegsverbrechens. Die Länder, die den Vereinigten Staaten und Israel diese Morde durchgehen liessen – insbesondere Dänemark, Frankreich, Lettland, das Vereinigte Königreich und natürlich die USA – machen sich mitschuldig an diesem Kriegsverbrechen.

Der wahnhafte Drang der Vereinigten Staaten nach globaler Vorherrschaft frisst sich von einer Region zur nächsten. Die USA haben kürzlich in einer völlig verdrehten angeblichen Wiederbelebung der Monroe-Doktrin behauptet, dass sie die westliche Hemisphäre kontrollieren und den lateinamerikanischen Ländern vorschreiben können, wie sie ihre wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten zu regeln haben. Sie haben den amtierenden venezolanischen Präsidenten entführt, um dies zu beweisen, und drohen nun auch mit dem Sturz der kubanischen Regierung.

Der heutige Krieg gegen den Iran soll beweisen, dass die USA ebenfalls den Nahen Osten beherrschen. Der Krieg ist Teil einer 30-jährigen Kampagne, die mit der "Clean Break-Doktrin" (Netanyahu 1966) begann, um alle Regierungen zu stürzen, die sich der Vorherrschaft der USA und Israels in der Region widersetzen.

Sachs und Fares stellen abschließend fest:

„Die Vereinigten Staaten werden weder die globale Vorherrschaft erlangen noch die UNO zerstören. Die Welt ist zu groß, zu vielfältig und zu entschlossen, sich der Herrschaft einer einzelnen Macht zu widersetzen, geschweige denn einer, die nur 4 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht. Die Welt außerhalb der USA und der von ihnen besetzten Länder will, dass die UNO weiterbesteht und gedeiht. Der Versuch der USA wird sicherlich scheitern, aber er könnte zuvor noch unermessliches Leid verursachen." (16)

Analysen von Alistair Crooke (ehem. brit. Diplomat) und Lt. Col. Daniel Davis (US-Army)

Während Crooke Irans asymmetrische Kriegsführung betont sowie vor Hybris und iranischer Stärke warnt, sieht Davis US-Truppenverlagerungen als Vorbereitung auf Krieg, kritisiert die Eskalation (Ölziele, Regime-Change) und warnt vor einer Krise in den USA. Beide beschreiben Irans Strategie als "existentiell": Nach Protesten 2025/26 und militärischem Druck hat Teheran die "Eskalationsleiter weggetreten". Statt schrittweiser Reaktionen droht "all-out war" – unterstützt durch schiitische Autoritäten wie Sistani (Irak), die den globalen Jihad gegen US/Israel ausrufen würden.

Irans "Axis of Resistance" (Hisbollah, Houthis, IRGC) nutzt Raketen, Drohnen und die Sperrung der Straße von Hormus; die Golfstaaten verweigern US-Basen, was Trumps "Armada" einschränkt. Davis warnt vor Regime-Change-Illusionen: Kein "house of cards", sondern robuste Verteidigung. (17)

Crooke sieht eine Energiekrise (Hormus monatelang gesperrt), regionales Chaos und eine Heimfront-Opposition, (18) während sich die Araber von US/Israel distanzieren; Iran mobilisiert umfassend, inkl. religiöser Fatwas für "global jihad". (19) 

Die Analysen von Alistair Crooke, Lt. Col. Daniel Davis und Jeffrey Sachs passen thematisch eng zusammen – alle warnen vor einer Eskalation im US-Iran-Konflikt und sprechen von US/Israel-Hybris, fehlender Diplomatie, asymmetrischer iranischer Gegenwehr und dem Risiko weiterer Kriege (bis WW3) – Sachs globaler, Crooke/Davis militärisch detaillierter. (20)

Sachs ist breiter geopolitisch, Davis präziser militärisch – sie ergänzen sich in der Warnung vor US-Überdehnung. Diese Analysen decken sich mit Strategiedokument TRADOC 525-3-1 vom September 2014: „Win in Complex World 2020-2040“ 

De Zayas' und Sachs' Artikel im Spiegel der Presse

Beide gelten als prominente Regimekritiker der US-Außenpolitik, deren Beiträge in alternativen Medien Resonanz finden, aber von Mainstream-Quellen als einseitig abgetan werden. (21)

Jeffrey Sachs' warnt (z. B. in der Berliner Zeitung, Februar 2026) vor US-israelischer Eskalation im Iran als „Weg zum Weltkrieg“, nennt Regime-Change-Versuche (Chamenei-Sturz) und kritisiert Sanktionen als Wirtschaftskrieg. Er wirft Europa (Merz: „Israel erledigt Drecksarbeit“) Komplizenschaft vor und sieht die US-Hegemonie als Kernproblem. (22)

Medien wie Overton-Magazin feiern ihn als Propheten; etablierte Outlets (Spiegel, DLF) ignorieren ihn oder kritisieren das „Verschwörungsnarrativ“. Sachs, Columbia-Professor, nutzt unbeirrt seinen Ruf für geopolitische Kritik seit dem Ukraine-Krieg.

De Zayas äußert sich ähnlich: Er bezeichnet Sanktionen als „Genozid“ und die US-Interventionen als völkerrechtswidrig. Seine Iran-Artikel (kontextuell mit Sachs) betonen historische Putsche (1953) und fordern Diplomatie statt Aggression.

Linke/alternative Plattformen wie Rubikon und NachDenkSeiten zitieren affirmativ; der Mainstream (FAZ, Welt) nennt es „apologetisch gegenüber Teheran“. Der UN-Hintergrund verleiht Glaubwürdigkeit, doch die Selektivität (wenig Kritik an IRGC) mindert die Neutralität.

Beide ergänzen sich: Sachs fokussiert Eskalationsrisiken (Straße von Hormus, Weltkrieg), de Zayas völkerrechtliche Aspekte. Sie passen ins Narrativ von „westlicher Arroganz“ (Libyen, Irak) und finden Echo in pro-iranischen/pro-russischen Kreisen. Kritiker sehen die Ignoranz iranischer Repression (Proteste 2025/26). Die Debatte ist polarisiert – kein Konsens in Fachkreisen. (23)

Mainstream-Medien reagieren auf Jeffrey Sachs' Iran-Warnungen weitgehend zurückhaltend oder ablehnend, oft polemisch oder einseitig:

  • Ignoranz oder Marginalisierung: US-Medien wie New York Times und Washington Post berichten selten oder gar nicht über Sachs' Thesen (z. B. US-Kriegspläne, Sanktionen als Wirtschaftskrieg), da sie als zu kritisch gegenüber US/Israel-Politik gelten; stattdessen fokussieren sie sich auf iranische Aggressionen und Proteste. Europäische Mainstream-Quellen (z. B. Spiegel, FAZ) erwähnen Sachs gelegentlich, bezeichnen ihn aber als „umstrittenen Ökonomen“ oder „Putin-Versteher“ (seit Ukraine-Kritik), ohne seine Argumente ernsthaft zu prüfen. (24)
  • Kritische Rezeption: Wenn zitiert wird, wird Sachs' Warnung vor „Weltkrieg“ oder seine Merz-Kritik als übertrieben dargestellt; die Berliner Zeitung (2026) druckt Interviews, doch etablierte Sender wie DLF oder ARD priorisieren regimefreundliche Narrative (Proteste als Chance). Kritiker werfen Sachs vor, er ignoriere die IRGC-Repression und übertreibe die US-Rolle, was ihn in „alternative“ Ecken drängt. Es gibt keine breite Debatte in MSM. (25) Mainstream-Medien marginalisieren Sachs' Warnungen als polemisch, während sie Gaddafis Botschaft weitgehend ignorieren oder als Social-Media-Phänomen abtun. Sachs erhält begrenzte Aufmerksamkeit mit kritischer Färbung, Gaddafis viral gehende Nachricht bleibt unsichtbar in etablierten Kanälen. (26)
  • Reaktion auf Jeffrey Sachs: Sachs' Interviews (z. B. Berliner Zeitung, Feb. 2026) über US-Kriegspläne und Weltkriegsrisiken werden in MSM wie Spiegel oder FAZ selten aufgegriffen oder als „umstrittene These eines Ökonomen“ bezeichnet – oft mit Bezug auf seine Ukraine-Kritik als „pro-russisch“. US-Medien (NYT, WP) schweigen sie meist tot, da sie die US-Politik direkt angreifen. (27) Während die Main-Stream-Medien Sachs und de Zayas wegen Übertreibung, Einseitigkeit (Ignoranz iranischer Repression) kritisieren, werden sie von den alternative Medien gefeiert.

US-Angriff auf die iranische Öl-Insel Kharg am 14. März 2026

Am 14. März 2026 griffen US-Streitkräfte Kharg Island (ca. 26 km vor Irans Küste) an – als angebliche Reaktion auf Irans Blockade der Straße von Hormuz durch die Revolutionsgarden (IRGC). Während militärische Ziele wie Munitionslager und Verteidigungsanlagen getroffen wurden, sollen Ölterminals verschont geblieben sein. (28)

Trump nannte es einen der „mächtigsten Bombenangriffe“ und drohte mit weiteren Schlägen, falls die Blockade anhält; Iran droht mit Vergeltung gegen US-verbundene Ölanlagen im Golf.

Kharg wickelt 90% iranscher Ölexporte ab (ca. 2 Mio. Barrel/Tag, viel nach China); ein Totalausfall würde die globale Ölpreise hochtreiben. Iranische Gegenangriffe könnten SA/Feldes (z. B. Abqaiq), UAE-Terminals oder Katar-Gasfelder treffen; dies würde regionale Produktion lahmlegen und Preise explodieren lassen. Die USA hoffen dagegen auf die Widerstandsfähigkeit der Golfstaaten, doch eine weitere Eskalation könnte temporär schwere Schäden verursachen. (29)

Obwohl US-Präsident Donald Trump nicht müde wird zu behaupten, der Krieg sei „fast vorbei“ und der Iran stehe kurz vor dem Zusammenbruch, dauern die Kampfhandlungen in Südwestasien an. Der Iran hat aber offenbar nicht vor, sich zu ergeben, und beweist, dass er über die Mittel verfügt, um lange weiterzukämpfen. Kurz vor dem Zusammenbruch könnte jedoch die Illusion einer schnellen, schmerzlosen und überwältigend erfolgreichen Operation innerhalb der Trump-Regierung stehen.

Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran hat weltweite Auswirkungen und droht, dem ohnehin bankrotten westlichen Finanzsystem den Rest zu geben. Amin Nasser, Vorstandsvorsitzender von Saudi Aramco, warnte, dass die Sperrung „katastrophale Folgen für die Ölmärkte“ haben werde. Es sei „die mit Abstand größte Krise, mit der die Öl- und Gasindustrie der Region jemals konfrontiert war“. Die Preise für Kraftstoff und Düngemittel steigen rasant an und es wird hektisch versucht, die Märkte unter Kontrolle zu halten. Am 11. März gaben die Internationale Energieagentur und ihre 32 Mitgliedstaaten die Entscheidung bekannt, 400 Millionen Barrel an Ölreserven auf den Markt zu bringen, um die Schließung der Straße von Hormus auszugleichen – die größte Freigabe in der 50-jährigen Geschichte der Organisation.

Der Konflikt weitet sich aus. Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Italien, Australien und Pakistan haben angekündigt, Streitkräfte in die Region zu entsenden.

Während Trump am 11. März 2026 prahlte, "wir haben gewonnen", verkündete einen Tag später der neue iranische Führer, Ayatollah Seyyed Mojtaba Khamenei selbstbewusst: „Die Straße von Hormus muss geschlossen bleiben.“ In nur einem knappen Satz forderte er Präsident Trump heraus und widerlegte Trumps Äußerungen. Trump ist nicht nur nicht in der Lage, einen Zeitplan für den Krieg festzulegen, sondern Mojtaba kündigte faktisch die nächste Phase an   – einen Abnutzungskrieg: „Der Wille des Volkes ist die Fortsetzung einer effektiven Verteidigung“. (30)

Während der Krieg in der Ukraine und in der Golfregion weiter eskalieren, übt die NATO das Kriegsszenario mit der Evakuierung von 1000 Verwundeter am Tag aus dem potentiellen Kriegsgebiet Baltikum. (31) 

+++ 

Anmerkungen und Quellen

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

+++

1) https://www.klassegegenklasse.org/5-mal-intervenierten-die-usa-im-iran/

2) https://en.wikipedia.org/wiki/1953_Iranian_coup_d'%C3%A9tat

3) https://www.heute.at/s/iranisches-kriegsschiff-sinkt-vor-kueste-sri-lankas-120166556

4) https://www.spiegel.de/ausland/iran-krieg-us-torpedo-versenkt-iranische-fregatte-vor-sri-lanka-video-a-ca89bf6f-cbbb-4097-8664-064a54dbaa5b

5) https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/156353/die-vereinigten-staaten-vor-1914/

6) https://www.nps.gov/thrb/learn/historyculture/tr-rr-spanamwar.htm

7) https://www.n-tv.de/politik/US-U-Boot-versenkt-iranisches-Kriegsschiff-vor-Sri-Lanka-id30431359.html

8) https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/28502/die-beziehungen-zwischen-den-usa-und-iran-seit-1953/

9) https://www.tagesspiegel.de/politik/die-spannungen-zwischen-usa-und-iran-seit-1953-1332379.html

10) https://www.spiegel.de/geschichte/historiker-ueber-us-interventionen-mischung-aus-selbstueberschaetzung-und-selbstverblendung-a-b9df8295-019f-451e-b7b0-4bd921a92e88

11) https://original.antiwar.com/mahdi_motlagh/2026/01/27/iran-is-not-libya-why-destabilization-risks-global-chaos/

12) https://www.amnesty.org/en/latest/campaigns/2026/01/what-happened-at-the-protests-in-iran/

13) https://www.facebook.com/PrashantBhushanOfficial/posts/message-from-aisha-gaddafi-to-the-iranian-peopleto-the-resilient-and-freedom-lov/1431585845004944/

14) https://www.instagram.com/p/DThssHDkerL/

15) https://www.commondreams.org/opinion/united-nations-israel-us-attack-iran

16) Ebda.

17) https://singjupost.com/deep-dive-war-with-iran-would-not-be-short-w-alastair-crooke-transcript/

18) Ebda.

19) https://singjupost.com/deep-dive-war-with-iran-would-not-be-short-w-alastair-crooke-transcript/

20) https://braveneweurope.com/alastair-crooke-daniel-davis-the-momentum-of-war-in-iran

21) https://prod.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jeffrey-sachs-ein-weltkrieg-ist-moeglich-li.10021759

22) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jeffrey-sachs-ein-weltkrieg-ist-moeglich-li.10021759

23) https://omidsouresrafil.substack.com/p/the-reckless-assault-on-iran-how

24) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jeffrey-sachs-ein-weltkrieg-ist-moeglich-li.10021759

25) https://www.unser-mitteleuropa.com/187849

26) https://prod.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jeffrey-sachs-ein-weltkrieg-ist-moeglich-li.10021759

27) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/jeffrey-sachs-ein-weltkrieg-ist-moeglich-li.10021759

28) https://www.rtl.de/news/us-militaer-beschiesst-iran-insel-kharg-trump-droht-angriff-auf-oelinfrastruktur-id30470649.html

29) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/kharg-us-angriff-100.html

30) https://www.indianpunchline.com/iran-us-conflict-turns-into-prolonged-attrition/

31) https://de.euronews.com/2026/03/09/quadriga-litauen-bundeswehr

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Bombe mit Lunte in US- und iranischer Flagge
Bildquelle: Creativa Images / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ NachDenkSeiten

„Das Völkerrecht hat seine Grenzen“ – O-Töne zur Debatte um „das Recht des Stärkeren“ im Iran

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

Der amerikanisch-israelische Angriff auf den Iran hat die Debatte um die „regelbasierte Weltordnung“ wieder hochaktuell gemacht: Zu demonstrativ wurde das Völkerrecht bei diesem Überfall verworfen. Nun erklärt auch der Bundeskanzler, dass das Völkerrecht „seine Grenzen“ habe, und dass „grundlegende Interessen notfalls mit Gewalt“ durchgesetzt werden müssen. Hat das Völkerrecht ausgedient? Eine neue Folge der O-Töne. Von Valeri Schiller.


Externer Inhalt

Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.


Bundeskanzler Friedrich Merz am 4. März 2026

„Ich möchte nicht in die Mitverantwortung genommen werden für einen Zeitpunkt, der zu spät war. Dann werden wir eines Tages nicht mehr danach gefragt: ‚Habt ihr alles nach den Regeln des Völkerrechts gemacht?‘, sondern werden wir gefragt: ‚Warum habt ihr das nicht früher verhindert?‘ (…)

Wir wollen als Bundesrepublik Deutschland, als Bundesregierung unseres Landes genau immer wieder darauf hinweisen, dass wir wollen, dass die Regeln des Völkerrechts eingehalten werden. Und wir messen hier sicherlich nicht mit zweierlei Maß. Aber wir müssen uns schon die Frage stellen: Was tun wir eigentlich, wenn die Regeln des Völkerrechts erkennbar an ihre Grenzen stoßen?“

(Quelle: Tagesschau, ab Minute 5:03 und ab Minute 5:41)


Stefan Kornelius, Pressesprecher der Bundesregierung, am 2. März 2026

„Deutschland stellt das Völkerrecht nicht infrage. Das will ich ganz, ganz klar hier sagen. Aber es gibt auch ein Sicherheitsinteresse, das vom Völkerrecht nicht adressiert wird. Und das Völkerrecht hat auch seine Grenzen, wie wir in diesem Konflikt auch wieder mal sehen beziehungsweise vor allem in früheren Konflikten auch gesehen haben. Aber nochmal: Deutschland stellt das Völkerrecht nicht infrage. Es bekennt sich zum Völkerrecht. Es ist eine große Errungenschaft, die den friedlichen Umgang von Staaten miteinander ermöglichen können, aber diese Staaten müssen sich auch daran halten.“

(Quelle: Jung & Naiv, ab Minute 21:25)


BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht am 3. März 2026

„Ich finde wirklich schlimm, wie sich Merz in der Frage benimmt. Er hat sich vor Donald Trump in den Staub geworfen. Er hat gezeigt, dass alles, was sie uns über vier Jahre über den Ukraine-Krieg erzählt haben, eine riesengroße Heuchelei war. Man hat uns erklärt: ‚Ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg – da muss man Sanktionen machen, da muss man alles …‘ Es war auch richtig, diesen Krieg zu verurteilen, weil er völkerrechtswidrig war. Aber diese Doppelstandards – das ruiniert doch unser Ansehen in der ganzen Welt!“

(Quelle: ARD, ab Minute 0:49)


Richard David Precht, Philosoph und Autor, am 4. März 2026

„Wenn man sich jetzt anschaut, wohin die Tendenz geht, dann kann man sagen, die regelbasierte Weltordnung, die uns noch vor sehr kurzer Zeit sehr, sehr wichtig war und die wir auch immer groß angeführt haben, zum Beispiel um den Völkerrechtsbruch des Angriffskrieges von Russland in der Ukraine zu verurteilen, die scheint uns allen mehr oder weniger nicht mehr viel wert zu sein. (…)

In Deutschland scheint es so zu sein, dass wir uns damit abfinden, dass nicht mehr die Stärke des Rechts zählt, sondern das Recht des Stärkeren, und meinen, uns an das anpassen zu müssen.“

(Quelle: DER SPIEGEL, ab Minute 2:42 und ab Minute 3:12)


Anton Hofreiter, Bundestagsabgeordneter der Grünen, am 1. März 2026

„Im klassischen Völkerrecht ist der Angriff ganz klar völkerrechtswidrig, aber man darf bei dem Regime eins nicht vergessen, das ist ein extrem verbrecherisches Regime, das beim letzten Versuch der Bevölkerung, zu demonstrieren und sich gegen dieses Terror-Regime zu wehren, 30.000, vielleicht sogar 40.000 der eigenen Bevölkerung ermordet hat. Also, ob so ein Regime noch in irgendeiner Form legitim ist oder vom Völkerrecht geschützt ist – Stichwort ‚responsibility to protect‘ – das kann man durchaus auch diskutieren.“

(Quelle: phoenix, ab Minute 0:53)


SPD-Bundestagsabgeordneter Ralf Stegner am 2. März 2026

„Ich kann nicht sagen: ‚In der Ukraine gilt das Völkerrecht, in Gaza gilt es nicht, in Grönland gilt es nicht, in Venezuela gilt es nicht‘. So geht das nicht. Was eine der Lehren für Deutschland im Zweiten Weltkrieg war, dass wir uns ans Völkerrecht zu halten haben. Und wenn die anderen das nicht tun, die Großmächte, dann können wir nicht sagen: ‚Das tun wir auch nicht mehr.‘ Reformieren ist das Eine, aber bis dahin sollte man sich schon daran halten.“

(Quelle: ARD, ab Minute 48:20)


CDU-Politiker Norbert Röttgen am 4. März 2026

„Dieser Angriff selber, da ist es wirklich gut vertretbar zu sagen, das ist vom Völkerrecht nicht gedeckt. Der Punkt ist nur: Wenn man dann daraus den Schluss zieht, ‚wir unterlassen es‘, dann ist die Konsequenz, dass das glatteste und deutlichste Gegenteil vom Völkerrecht, nämlich das iranische Regime, ein Terror-Regime, faktisch durch das Völkerrecht gesichert eine Art Existenzgarantie hat.“

(Quelle: ZDF, ab Minute 12:08)


Jan van Aken, Co-Vorsitzender der Partei Die Linke, am 2. März 2026

„Bei Friedrich Merz habe ich im Moment den Eindruck, er verabschiedet sich wirklich bewusst und willentlich komplett vom Völkerrecht. Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass dieser Angriff Israels und der USA völkerrechtswidrig war. (…)

Er hat gesagt: ‚Selbst umfangreiche Sanktionspakete haben über Jahrzehnte wenig ausgerichtet, weil wir nicht bereit waren, grundlegende Interessen notfalls mit Gewalt durchzusetzen.‘ Das muss man sich mal überlegen, dass ein deutscher Bundeskanzler sagt und es bedauert, dass wir nicht bereit waren, unsere Interessen mit militärischer Gewalt durchzusetzen. Das gab es seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht. Damit schreddert er das Völkerrecht und sagt im Grunde genommen: ‚Das Völkerrecht ist mir egal, sondern das Recht des Stärkeren ist wichtig. Wenn ich das Interesse habe und kriege es nicht anders, dann hole ich es mit militärischer Gewalt.‘“

(Quelle: ARD, ab Minute 2:22 und ab Minute 2:57)


Titelbild: Screenshots Tagesschau, Jung&Naiv, ARD, DER SPIEGEL, phoenix, ZDF

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ apolut

Iran: Der wahre Kriegsgrund der USA | Von Uwe Froschauer

veröffentlicht.
Vorschau ansehen
Iran: Der wahre Kriegsgrund der USA | Von Uwe Froschauer
Apolut 20260309 SP Montag
0:00
/957.032
Iran: Der wahre Kriegsgrund der USA | Von Uwe Froschauer

Ein Schlüsselstaat Eurasiens

Ein Standpunkt von Uwe Froschauer.

Geht es den USA im Konflikt mit dem Iran wirklich um Menschenrechte, Demokratie oder die angebliche Gefahr iranischer Atomwaffen? Oder verbirgt sich hinter der moralischen Rhetorik ein wesentlich nüchterneres strategisches Kalkül?

Ein Blick auf die geopolitische Landkarte legt eine andere Interpretation nahe. Der Iran liegt an einer der wichtigsten Schnittstellen Eurasiens – zwischen den Energiezentren des Nahen Ostens, den Rohstoffregionen Zentralasiens und den aufstrebenden Wirtschaftsmächten Asiens. Wer diesen Raum kontrolliert oder politisch schwächt, beeinflusst zugleich die Entwicklung eines ganzen Kontinents. Genau deshalb steht der Iran seit Jahrzehnten im Fokus US-amerikanischer Machtpolitik. Nicht Menschenrechte oder Atomprogramme bilden den eigentlichen Kern des Konflikts, sondern die strategische Rolle des Landes als geopolitischer Schlüsselstaat auf dem eurasischen Schachbrett.

Das Zusammenwachsen Eurasiens versuchen die USA zur Erhaltung einer unipolaren, von ihnen gesteuerten Weltordnung mit allen denkbaren Mitteln zu verhindern.

Halford Mackinder und Zbigniew Brzezinski

In geopolitischen Analysen gilt der eurasische Kontinent seit über einem Jahrhundert als das strategische Zentrum der Weltpolitik. Bereits der britische Geograf Halford Mackinder formulierte Anfang des 20. Jahrhunderts die berühmte „Heartland-Theorie“. Seine zentrale These lautete, dass die Kontrolle über die große Landmasse Eurasiens – insbesondere über die inneren Regionen zwischen Osteuropa und Zentralasien – einen entscheidenden Einfluss auf die globale Machtverteilung haben könne. Wer diese zentrale Landmasse kontrolliere, so Mackinder, könne langfristig eine dominierende Stellung in der Weltpolitik erlangen.

Mackinder fasste seine Überlegungen 1904 in einem oft zitierten geopolitischen Leitsatz zusammen:

„Wer Osteuropa beherrscht, kontrolliert das Heartland; wer das Heartland beherrscht, kontrolliert die Weltinsel; wer die Weltinsel beherrscht, kontrolliert die Welt.“

Mit der „Weltinsel“ meinte Mackinder die zusammenhängende Landmasse aus Europa, Asien und Afrika – also den mit Abstand größten geopolitischen Raum der Erde. Auf dieser sogenannten Weltinsel leben heute rund 85 Prozent der Weltbevölkerung, hier befinden sich der Großteil der landwirtschaftlichen Produktionsflächen, ein erheblicher Teil der industriellen Kapazitäten sowie die wichtigsten Energie- und Rohstoffreserven der Welt. Eurasien allein umfasst rund 36 Prozent der globalen Landfläche, beherbergt jedoch etwa 70 bis 75 Prozent der Weltbevölkerung und erwirtschaftet mehr als 60 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts.

Aus Mackinders Sicht lag der entscheidende Vorteil des Heartlands darin, dass es im Gegensatz zu den klassischen Seemächten kaum durch Flotten blockiert werden konnte. Wer diese riesige, ressourcenreiche Landmasse kontrollierte und durch Eisenbahnen und später moderne Infrastruktur miteinander verband, hätte langfristig einen strukturellen Machtvorteil gegenüber maritimen Imperien.

Diese Überlegungen beeinflussten über Jahrzehnte strategisches Denken im Westen. Besonders deutlich griff der US-amerikanische Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski diese Logik nach dem Ende des Kalten Krieges wieder auf. In seinem 1997 erschienenen Buch "The Grand Chessboard" bezeichnete er Eurasien als das „geopolitische Schachbrett“, auf dem sich die Zukunft der globalen Machtverhältnisse entscheidet.

Brzezinski argumentierte offen, dass die Vereinigten Staaten als erste echte globale Supermacht ein zentrales strategisches Ziel hätten: das Entstehen einer dominierenden Macht oder eines Machtblocks in Eurasien zu verhindern, der die amerikanische Vormachtstellung infrage stellen könnte. Für Washington sei es daher entscheidend, die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Entwicklungen auf diesem Kontinent dauerhaft zu beeinflussen.

In Brzezinskis Analyse liegt der Grund dafür auf der Hand: Eurasien ist nicht nur der bevölkerungsreichste Kontinent, sondern auch der wirtschaftlich dynamischste. Hier befinden sich einige der größten Volkswirtschaften der Welt – darunter China, Indien, Japan, Deutschland und Russland – sowie ein erheblicher Teil der globalen Energie- und Rohstoffreserven, insbesondere im Nahen Osten, in Russland und in Zentralasien. Gleichzeitig verlaufen durch diese Region die wichtigsten Handels- und Transportkorridore zwischen Europa und Asien.

Wer diese Räume politisch miteinander verbindet – etwa durch Energieinfrastruktur, Handelsrouten oder transkontinentale Verkehrsnetze –, würde langfristig einen wirtschaftlichen und strategischen Block schaffen, der sich der Kontrolle externer Mächte entziehen könnte. Genau diese Entwicklung gilt in Washington seit Jahrzehnten als geopolitisches Albtraumszenario.

Seit dem Ende des Kalten Krieges sind die USA die führende Macht in einer weitgehend unipolaren Weltordnung. In einer solchen Konstellation verfügen sie über erheblichen Einfluss auf internationale Institutionen, Finanzsysteme, militärische Bündnisse und globale Handelsstrukturen. Sollte jedoch ein stärker integrierter eurasischer Raum entstehen, würde sich das internationale System schrittweise in Richtung einer multipolaren Ordnung entwickeln, in der mehrere große Machtzentren nebeneinander existieren.

Vor diesem Hintergrund erscheinen viele Konflikte, Bündnisse und Interventionen der letzten Jahrzehnte in einem anderen Licht. Vom NATO-Vormarsch nach Osteuropa über die Machtkämpfe im Kaukasus bis hin zu den Krisen im Nahen Osten lässt sich ein wiederkehrendes Muster erkennen: Die geopolitischen Schlüsselräume Eurasiens sollen fragmentiert bleiben, während regionale Mächte gegeneinander ausgespielt werden.

Schlüsselstaat Iran

In diesem Kontext gewinnt der Iran besondere Bedeutung. Das Land liegt geografisch an einer der wichtigsten Schnittstellen Eurasiens – zwischen dem Nahen Osten, Zentralasien, dem Kaukasus und dem Indischen Ozean. Wer diesen Raum politisch und wirtschaftlich stabil integriert, schafft eine Verbindung zwischen einigen der bedeutendsten Energie- und Handelsräume der Welt. Deshalb gilt der Iran seit Jahrzehnten als einer der zentralen geopolitischen Drehpunkte auf dem eurasischen Schachbrett.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: der Zugang zur Straße von Hormus. Diese nur rund 50 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Iran und Oman zählt zu den wichtigsten maritimen Nadelöhren der Weltwirtschaft. Schätzungen zufolge passieren hier täglich rund 20 Prozent des globalen Ölhandels sowie ein erheblicher Teil des Flüssiggastransports. Für viele Industriestaaten ist diese Route daher eine der zentralen Lebensadern der Energieversorgung. Der Iran besitzt entlang dieser Passage eine mehrere hundert Kilometer lange Küstenlinie – ein strategischer Vorteil, der ihm erheblichen Einfluss auf eine der sensibelsten Regionen der globalen Energiearchitektur verleiht.

Auch die Rohstoffbasis des Landes selbst spielt eine entscheidende Rolle. Der Iran verfügt über die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt und zählt bei den Ölreserven zu den fünf größten Staaten. Zusammengenommen handelt es sich um eines der größten Energiepotenziale des Planeten. Würde dieses Potenzial vollständig in internationale Infrastrukturprojekte eingebunden, könnte der Iran zu einem zentralen Energie- und Transitknoten zwischen Russland, Zentralasien, dem Nahen Osten, Europa und Asien werden.

Hier überschneiden sich mehrere große Infrastrukturprojekte, die das wirtschaftliche Gewicht Eurasiens weiter verschieben könnten. China betrachtet den Iran als wichtigen Bestandteil seiner „Neuen Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative), die durch Eisenbahnlinien, Straßen, Häfen und Energieprojekte eine engere wirtschaftliche Verbindung zwischen Ostasien, Zentralasien, dem Nahen Osten und Europa schaffen soll. Auch der sogenannte Internationale Nord-Süd-Transportkorridor, der Indien über den Iran und das Kaspische Meer mit Russland und Europa verbinden soll, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dieser Korridor könnte Transportzeiten zwischen Südasien und Europa um mehrere Wochen verkürzen und damit eine ernsthafte Alternative zu klassischen Seewegen darstellen.

In geopolitischer Perspektive bedeutet dies: Der Iran liegt an einer möglichen Schnittstelle mehrerer eurasischer Integrationsachsen – zwischen Russland, China, Indien und dem Nahen Osten. Sollte sich diese wirtschaftliche und infrastrukturelle Vernetzung langfristig durchsetzen, würde ein immer enger verflochtener eurasischer Wirtschaftsraum entstehen, der einen Großteil der Weltbevölkerung, der industriellen Kapazitäten und der Rohstoffressourcen in sich vereint.

Für eine Seemacht wie die Vereinigten Staaten, deren globale Dominanz historisch stark auf Kontrolle von Handelsrouten, Finanzsystemen und militärischen Bündnissen basiert, stellt diese Entwicklung ein strategisches Risiko dar. Ein stabiler, miteinander verbundener eurasischer Raum könnte langfristig wirtschaftliche und politische Strukturen hervorbringen, die sich der direkten Einflussnahme Washingtons entziehen.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum der Iran seit Jahrzehnten im Zentrum geopolitischer Spannungen steht. Es geht dabei weniger um regionale Konflikte beispielsweise zwischen Israel und dem Iran, oder das iranische Atomprogramm, sondern um die strategische Frage, welche Mächte künftig die zentralen Verkehrs-, Energie- und Machtachsen Eurasiens prägen werden.

Auf dem geopolitischen Schachbrett, von dem Brzezinski sprach, ist der Iran daher weit mehr als ein regionaler Akteur – er ist ein Schlüssel in der strategischen Architektur des gesamten Kontinents.

Vom Schah zum Sanktionsstaat – warum der Iran seit 1979 geopolitisch isoliert werden soll

Die strategische Bedeutung des Iran erklärt auch, warum das Land seit Jahrzehnten unter massivem politischem und wirtschaftlichem Druck steht. Die heutigen Spannungen zwischen Washington und Teheran begannen nicht erst mit dem iranischen Atomprogramm oder regionalen Konflikten. Ihr Ursprung liegt vielmehr in einem geopolitischen Bruch, der bis ins Jahr 1979 zurückreicht.

Bis zur iranischen Revolution war der Iran unter Schah Mohammad Reza Pahlavi einer der engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten im Nahen Osten. Das Land fungierte als strategischer Pfeiler der amerikanischen Ordnung in der Region – militärisch, wirtschaftlich und politisch. Mit der Revolution und dem Sturz des Schahs verlor Washington jedoch schlagartig einen zentralen Verbündeten an einer der wichtigsten geopolitischen Schnittstellen Eurasiens.

Seit diesem Moment verfolgt die US-Politik gegenüber dem Iran im Kern ein dauerhaftes Ziel: die politische und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Landes zu begrenzen. Sanktionen, diplomatische Isolation und militärischer Druck sind seit Jahrzehnten zentrale Instrumente dieser Strategie. Kaum ein anderes Land der Welt ist so lange und umfassend mit wirtschaftlichen Strafmaßnahmen belegt worden wie der Iran.

Offiziell werden diese Maßnahmen meist mit dem iranischen Atomprogramm, regionalen Konflikten oder Menschenrechtsfragen begründet. Doch im geopolitischen Kontext erscheint die Lage komplexer. Ein wirtschaftlich starkes, politisch unabhängiges Iran könnte eine zentrale Rolle bei der Integration Eurasiens spielen – als Energieversorger, Transitland und strategischer Verbindungskorridor zwischen mehreren Weltregionen.

Die dauerhafte Schwächung des Iran ist weniger als Reaktion auf einzelne politische Konflikte, sondern eher als Teil einer langfristigen geopolitischen Strategie der USA zu sehen.

Der Iran im entstehenden multipolaren Eurasien

Während der Westen seit Jahrzehnten versucht, den Iran zu isolieren, verändert sich gleichzeitig das geopolitische Umfeld Eurasiens. Neue Bündnisse, Infrastrukturprojekte und Wirtschaftsnetzwerke entstehen, die zunehmend unabhängig von den traditionellen Machtzentren des Westens funktionieren.

In diesem Kontext rückt der Iran erneut in den Mittelpunkt. Das Land ist inzwischen Teil mehrerer Organisationen und Kooperationen, die auf eine stärkere wirtschaftliche und politische Vernetzung Eurasiens abzielen. Dazu gehört unter anderem die BRICS-Staatengruppe, der der Iran seit 1. Januar 2024 offiziell angehört. 

Die BRICS-Staaten – ursprünglich Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – verstehen sich zunehmend als Plattform für die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit großer Schwellenländer. Zusammen repräsentieren sie bereits einen erheblichen Teil der Weltbevölkerung und der globalen Wirtschaftsleistung. 

Mit der Erweiterung des Bündnisses wächst auch dessen geopolitisches Gewicht. Viele dieser Staaten verfolgen das Ziel, ihre wirtschaftlichen Beziehungen stärker voneinander abhängig zu machen, alternative Finanzsysteme zu entwickeln und den internationalen Handel teilweise unabhängiger vom US-Dollar zu organisieren. 

Für den Iran eröffnet diese Entwicklung neue Perspektiven. Während westliche Sanktionen den Zugang zu internationalen Märkten stark einschränken, entstehen gleichzeitig alternative wirtschaftliche Netzwerke in Eurasien. Kooperationen mit Russland, China, Indien oder den Staaten Zentralasiens gewinnen dadurch zunehmend an Bedeutung.

Vor allem China betrachtet den Iran als wichtigen Baustein seiner langfristigen Infrastrukturstrategie entlang der sogenannten Neuen Seidenstraße. Eisenbahnverbindungen, Energieprojekte und Handelsrouten sollen den asiatischen Kontinent enger miteinander verknüpfen und den Landhandel zwischen Ostasien, Zentralasien, dem Nahen Osten und Europa massiv ausbauen.

Damit rückt der Iran erneut in jene geopolitische Rolle, die bereits frühere Strategen beschrieben haben: als Knotenpunkt zwischen mehreren Macht- und Wirtschaftsregionen Eurasiens. 

Fazit

Ein Blick auf die geopolitische Entwicklung der letzten hundert Jahre zeigt, wie aktuell die Überlegungen des britischen Geografen Halford Mackinder bis heute geblieben sind. Seine berühmte Heartland-These brachte eine einfache, aber folgenreiche Erkenntnis auf den Punkt: Die Kontrolle über die zentralen Landräume Eurasiens hat entscheidenden Einfluss auf die globale Machtverteilung.

Auch ein Jahrhundert später bleibt Eurasien das strategische Zentrum der Weltpolitik. Entsprechend bezeichnete der amerikanische Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski Eurasien als das entscheidende „Schachbrett“ der internationalen Politik. Für die Vereinigten Staaten bestand die zentrale strategische Herausforderung darin, zu verhindern, dass sich auf diesem Kontinent ein Machtblock bildet, der ihre globale Vormachtstellung infrage stellen könnte.

In diesem Zusammenhang gewinnt der Iran seine eigentliche Bedeutung. Das Land liegt an einer der wichtigsten Schnittstellen zwischen Nahost, Zentralasien, Russland und dem Indischen Ozean. Seine Rolle geht damit weit über regionale Konflikte hinaus: Der Iran ist ein geopolitischer Schlüsselstaat in einem Raum, in dem sich die Machtbalance des 21. Jahrhunderts entscheidet.

Genau darin liegt der Kern der heutigen Spannungen. Es geht nicht nur um einzelne politische Streitpunkte oder sicherheitspolitische Narrative, sondern um eine größere strategische Frage: Wer prägt künftig die wirtschaftlichen und politischen Verbindungsachsen Eurasiens – und damit die Machtordnung der kommenden Jahrzehnte.

Anmerkungen

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser,

zwei Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ nehme ich gerade in Angriff und sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung entstehen. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar. 

Ende März und Anfang April 2025 wurden meine beiden Bücher
„Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Rezension zu dem Buch: Im Taumel des Niedergangs"

Rezension zu dem Buch: „Die Friedensuntüchtigen“

Ende September 2024 erschien das Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“.

Rezension zu dem Buch: „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bild: Geopolitik USA-Iran: Ölindustrie, Energiehandel und globale Finanzmärkte

Bildquelle: QQMinh88 / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)
❌