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Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper

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Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper
Tagesdosis 20260414 apolut
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Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Am Montag, den 13. April 2026 erklärte der US-Präsident, Donald J. Trump auf seiner Social-Media Plattform Truth Social, dass er ab Montag 16:00 Uhr deutscher Zeit die Straße von Hormuz sperren will. Wörtlich sagte er:

„Die Vereinigten Staaten werden am 13. April um 10:00 Uhr (Eastern Time) Schiffe blockieren, die in iranische Häfen einlaufen oder diese verlassen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit! Präsident DJT.“(1)

Die amerikanische Sperrung der Straße von Hormuz soll nur Schiffe betreffen, die an den Häfen in der Islamischen Republik anlegen oder diese verlassen wollen. Alle anderen Schiffe sollen von dieser Sperrung nicht betroffen sein.(2)

Geplatzte Friedensverhandlungen

Diese Reaktion erfolgte, nachdem die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am vergangenen Samstag, den 11. April 2026 in Pakistan fehlschlugen.(3) Bereits am Sonntag, den 12. April 2026 verließ der US Vizepräsident, J.D. Vance die Verhandlungen frühzeitig, obwohl diese ursprünglich für 2 bis 3 Tage angesetzt waren. Die österreichische Nachrichtenplattform, AUF1 berichtete, dass der Iran das vorzeitige Ende mit den folgenden Worten bestätigte:

„Nicht erfüllbare Forderungen der USA“

hätten ein Friedensabkommen unmöglich gemacht.(4) Doch was genau umfassen diese Forderungen? Konkret sollen die USA den vollständigen Verzicht von Urananreicherungen, die Abgabe von ca. 900 Pfund Uranvorräten, die Öffnung der Straße von Hormuz unter US-Kontrolle und das Ende der iranischen Militäreinsätze von jetzt auf gleich verlangt haben – ohne jedwede Gegenleistung.(5)

Reaktion des Irans

Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die Sperrung der Straße von Hormuz durch amerikanische Schiffe in der Realität umsetzbar ist. Denn der Iran wird dies nicht einfach über sich ergehen lassen. Im Gegenteil. Der Publizist, Thomas Röper erklärte in einem Gespräch am vergangenen Donnerstag, den 09. April 2026, dass der Iran bereits angekündigt hat, seine Häfen durch Revolutionsgarden zu schützen.(6)

Laut der Onlineplattform antispiegel.ru bezeichnete die iranische Botschaft in Thailand die amerikanischen Pläne als „lächerlich“.(7) Zudem werden die Revolutionsgarden jede Annäherung von Kriegsschiffen an die Straße von Hormuz als Bruch des vereinbarten Waffenstillstands verstehen.(8)

Nachdem die USA zunächst berichtet hatten, dass US-Marine Schiffe die Straße von Hormuz erfolgreich durchfahren haben, dementierte Press TV dies.(9) Die zwei Zerstörer der US-Marine wurden von iranischen Seestreitkräften abgefangen und zum Rückzug gezwungen, so der Sender.(10)

Kommentar

Trump erhofft sich von seiner Sperrung der Straße von Hormuz, den Iran so unter Druck setzen zu können, dass er einknickt und dem ominösen 15-Punkte Friedensplan der USA zustimmt.(11) Auch, wenn dieser bisher nicht der Öffentlichkeit vollständig mitgeteilt wurde, ist klar, dass die USA nur eine Kapitulation des Irans akzeptieren werden.(12) Diese beinhaltet auch die Macht über die Straße von Hormuz und damit die Macht über Öl und das LNG an die USA abzutreten.(13) Dies würde bedeuten, dass Trump die absolute Kontrolle über Asien, China und den BRICS-Staaten hätte. Und genau diese BRICS-Staaten stellen sich hinter den Iran. China, Russland und Nordkorea erklärten, dass sie einem nuklearen Angriff nicht tatenlos zusehen und an der Seite des Iran kämpfen werden.(14) Damit handelt es sich schon längst nicht mehr um einen regionalen Krieg. Die Welt bringt sich bereits in Stellung für einen potentiellen Weltkrieg. China, der größte Abnehmer des iranischen Öls, warnte bereits Israel:

„Zunächst einmal möchte ich der israelischen Regierung und den israelischen Führungskräften sagen, in dem Moment, wo Israel einen nuklearen Sprengkopf gegen ein anderes Land einsetzt, auch gegen den Iran, wäre dies das Ende Israels als Staat. Deshalb sollte man sich das gut überlegen und man sollte sich an eine chinesische Weisheit halten: „Wenn du es wagst, eine Atomwaffe gegen ein anderes Land einzusetzen, könntest du damit den Untergang deines eignen Landes herbeiführen. Das ist der erste Punkt, denn die Menschheit wird niemals akzeptieren, dass Israel eine Atomwaffe gegen ein anderes Land einsetzt und dabei hunderttausende Menschen tötet.“(15)

Russland unterstützt den Iran ebenfalls, sowohl diplomatisch als auch militärisch und Nordkorea erklärte ebenfalls seine Loyalität gegenüber dem Iran. Nicht nur auf diplomatischer Ebene unterstützt Nordkorea den Iran in der aktuellen Situation. Auch militärisch liefern sie bereits ballistische Raketen. Zudem positioniert sich Nordkorea klar gegen die USA.(16)

In der aktuellen Situation scheint der Iran militärisch gegenüber den USA und Israel überlegen zu sein.(17) Aus diesem Grund hat es der Iran momentan nicht nötig, den Forderungen der USA nachzukommen. Die USA wiederum werden die Straße von Hormuz jedoch auch nicht alleine blockieren können. Deshalb haben sie auch die NATO-Staaten Großbritannien und Frankreich um Hilfe gebeten. Beide haben den USA jedoch eine Absage erteilt.(18) Der britische Premier, Keir Starmer erklärte, dass er statt Kriegsschiffe Minensuchboote in die Straße von Hormuz entsenden werde. Anstatt die Straße von Hormuz zu blockieren, wollen beide Länder gemeinsam mit anderen Ländern daran arbeiten, die Straße wieder für die Schifffahrt zu öffnen.(19) Diese Antwort lässt vermuten, dass sich die NATO-Staaten momentan nicht in den Krieg ziehen lassen wollen. Sollten die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen und der Waffenstillstand aufgehoben werden, würde die Anwesenheit von Kriegsschiffen der NATO-Mitglieder automatisch eine Beteiligung der NATO am Krieg bedeuten, so Röpers Vermutung.(20)

Es stellt sich die Frage, ob die USA wirklich den Frieden als Ziel hatten oder ob das Scheitern der Verhandlungen von Anfang an geplant war. Schließlich schienen offenbar beide Seiten von zwei unterschiedlichen Friedensplänen zu reden, denen sie zugestimmt hatten.(21) Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai erklärte:

„Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge […] von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen.“(22)

Der Journalist und Finanzexperte, Ernst Wolff äußerte sich auf der Social-Media Plattform X zur Blockade der Straße von Hormuz durch die USA wie folgt:

„[…] Das Ziel: Weltwirtschaftskrise, Hungersnöte & globale soziale Verwerfung, um den Reset - die vollständige Übernahme der Welt durch den digital – finanziellen Komplex – herbeizuführen.“(23)

Zusammengefasst heißt das also: erschaffe das Chaos und die Nöte und nutze es, wenn sie dich um eine Lösung anflehen, um deine Vision der Welt den Menschen überzustülpen. Dies ist exakt das, was gerade überall auf der Welt passiert. Es wird an jeder Ecke das Chaos provoziert.

Der Plan B, den die Welt bisher hatte, wurde zudem ebenfalls stillgelegt. Dies war die Yanbu-Pipeline in Saudi-Arabien. Über diese war es möglich, dass Öl direkt zum Roten Meer zu transportieren und so die Straße von Hormuz zu umgehen. So konnten bis zu 7 Millionen Barrel pro Tag befördert werden. Am 13. April 2026 wurde diese Pipeline jedoch mit iranischen Drohnen angegriffen und eine Pumpstation zerstört. Dadurch wurde die tägliche Kapazität um 700.000 Barrel pro Tag reduziert.(24) Zusätzlich gab es als Plan B noch die Straße von Bab al-Mandab. Doch der iranische Berater, Ali Akbar Velayati warnte, dass dieser Eingang zum Roten Meer bald von den Iranern geschlossen werden könnte.(25)

Bei all diesen Ereignissen ist ein wichtiges Treffen untergegangen. US-Präsident, Donald Trump hat sich am vergangenen Mittwoch, den 08. April 2026 mit dem NATO-Generalsekretär, Marc Rutte im Weißen Haus getroffen. Das Gesprächsthema war erneut der Austritt der USA aus der NATO.(26)

Zudem hat die türkische Staatsanwaltschaft am Samstag, den 11. April 2026 eine Anklageschrift gegen den israelischen Premierminister, Benjamin Netanjahu sowie den israelischen Verteidigungsminister, Israel Katz wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei dem 10. Gericht in Istanbul eingereicht.(27) Konkret fordert die türkische Staatsanwaltschaft für Netanjahu 4596 Jahre Haft. Bereits im November 2025 hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen Netanjahu und weitere hochrangige israelische Beamte wegen Völkermord erlassen.(28)

Quellen und Anmerkungen

(1) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116395566253303665

(2) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(3) https://t.me/auf1tv/18946

(4) https://t.me/auf1tv/18946

(5) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(6) https://www.youtube.com/watch?v=0OQ3iASjCM4

(7) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(8) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(9) https://t.me/auf1tv/18942

(10) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(11) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(12) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(13) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(14) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(15) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(16) https://www.scmp.com/week-asia/politics/article/3346232/why-iran-and-north-korea-are-highly-likely-revive-missile-and-nuclear-cooperation; https://www.reuters.com/world/asia-pacific/north-korea-supports-irans-choice-new-supreme-leader-kcna-says-2026-03-10/; https://timesofindia.indiatimes.com/world/rest-of-world/north-korea-backs-irans-supreme-leader-mojtaba-khamenei-slams-us-israel-for-destroying-regional-peace/articleshow/129439321.cms; https://www.38north.org/2026/03/north-korea-steps-up-anti-us-rhetoric-in-initial-response-to-strikes-against-iran/

(17) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(18) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8; https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(19) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(20) https://www.youtube.com/watch?v=0OQ3iASjCM4

(21) https://anti-spiegel.ru/2026/reden-die-usa-und-der-iran-ueber-den-gleichen-friedensplan/; https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(22) https://dailyausaf.com/en/world/success-of-negotiations-depends-on-the-goodwill-of-the-opposing-side-iran/; https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(23) https://x.com/wolff_ernst/status/2043327425136718145

(24) https://x.com/TheCradleMedia/status/2040784596434858187; https://www.kettner-edelmetalle.de/news/eskalation-am-golf-iran-greift-saudische-ol-infrastruktur-an-globale-energieversorgung-in-gefahr-10-04-2026

(25) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(26) https://www.reuters.com/world/americas/trump-meets-nato-chief-iran-war-strains-alliance-2026-04-08/; https://t.me/MARKmobil/4106

(27) https://de.topwar.ru/280860-tureckaja-prokuratura-obvinila-netanjahu-v-genocide-i-potrebovala-4596-let-tjurmy.html; https://t.me/MARKmobil/4107

(28) https://de.topwar.ru/280860-tureckaja-prokuratura-obvinila-netanjahu-v-genocide-i-potrebovala-4596-let-tjurmy.html


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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Satellitenansicht der Straße von Hormuz mit roten Schifffahrtslinien und einer großen roten X-Markierung, die eine Blockade, einen maritimen Konflikt oder eine Unterbrechung des Handels in diesem strategischen globalen Ölschockpunkt symbolisiert.

Bildquelle: Alones / shutterstock

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Israels Krieg gegen den Frieden beenden!

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Um einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu schaffen, müssen die USA Israel den Freibrief für seine endlosen Kriege entziehen und sich mit dem Rest der Welt verbünden, um Israel dazu zu zwingen, innerhalb seiner international anerkannten Grenzen vom 4. Juni 1967 zu leben.

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Der Heiland Donald Trump

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Der amerikanische Papst Leo XIV. und Donald Trump liegen im Zwist. Trump attackiert den Papst und lässt sich selbst als Heiland darstellen.

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Marc Friedrich: Neues Geldsystem kommt & eine goldene Zukunft!

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Marc Friedrich hat mehrere Bestseller geschrieben und ist für seine Beiträge zur Finanzwirtschaft bekannt. In diesem Gespräch mit Kayvan Soufi-Siavash geht es um die große Chance jetzt ein neues Geld einzuführen und um den Weg in eine positive und friedliche Zukunft.

Diese Folge ist Teil der mehrteiligen Serie "Endlich Frieden - Der Podcast". Die Veröffentlichung einer neuen Ausgabe erfolgt immer zum Ende der Woche. Du willst mehr zum Buch "Endlich Frieden" wissen? Werde jetzt auch Teil der Leserschaft und ein mutiger Friedensstifter, denn ohne Frieden ist alles Nichts!

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"STELL DIR VOR, ES IST KRIEG UND KEINER GEHT HIN." Diese Worte sind aktueller denn je. In einer Zeit, die durch mächtige Kräfte voll und ganz auf Krieg programmiert wurden, entstand die einzigartige Idee, das wahrscheinlich größte Friedensbuch unserer Zeit entstehen zu lassen. Erstmalig beziehen einhundert bekannte Persönlichkeiten mutig und engagiert Stellung im Namen des Friedens. Mit dabei sind Dr. Eugen Drewermann, Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, Dr. Daniele Ganser, Dr. Markus Krall, Prof. Dr. Max Otte, Philip Hopf, Kayvan Soufi-Siavash, Marc Friedrich, Dr. Michael Nehls, Dr. Ulrike Guérot, Thomas Berthold, Gerald Hüther, Ruediger Dahlke, Lisa Fitz, Marco Rima, Tom Lausen, Andreas Popp, Matthias Langwasser, Milena Preradovic, Nirit Sommerfeld, Gaby Weber, Dr. Hans-Joachim Maaz, Dirk Pohlmann, Dr. Jonas Tögel, Walter van Rossum, Gabi Decker, Prof. Michael Meyen, Nikolai Binner, Dr. Alexander Christ, Jürgen Fliege, Armin Risi, Flavio von Witzleben, Uwe Steimle, Tom-Oliver Regenauer sowie viele weitere mutige Autoren.

Der Inhalt des Buches „Endlich Frieden“ begeistert nicht nur den Leser vom ersten Augenblick an durch die Vielfalt der unterschiedlichen Blickwinkel, sondern diese Beiträge geben auch wunderbare und konkrete Impulse, selbst die Friedenskraft in sich zu mobilisieren. Schließlich ist es höchste Zeit für eine Revolution im Denken.

Nur so kann wirklich innerer Frieden entstehen, der dann auch den äußeren Frieden ermöglicht. Dieses besondere Friedensbuch gehört damit nicht nur in jedes Bücherregal, sondern wird Zeitgeschichte schreiben. Werde jetzt auch Teil der Leserschaft und ein mutiger Friedensstifter, denn ohne Frieden ist alles Nichts!

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Tacheles #200 ist online

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Vorschau ansehen Seit Röper und Stein im März 2019 die erste Tacheles-Sendung aufgenommen haben, sind nun sieben Jahre vergangen und heute geht die 200. Sendung online. Allerdings war das Jubiläum in der Sendung kaum ein Thema, dazu sind die Zeiten einfach zu verrückt und wir hatten genug damit zu tun, über die aktuellen Entwicklungen im Irankrieg und […]
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10. April: Merz kritisiert Reiche | Klarheit für Wehrdienst | Spritpreise sinken deutlich

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Was über die für morgen geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan bekannt ist

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Vorschau ansehen Die Positionen der USA und des Iran liegen jetzt offenbar noch weiter voneinander entfernt, als vor dem Krieg. Für Samstag sind in Pakistan trotzdem die ersten direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran geplant, wobei noch immer fraglich ist, ob beide Seiten überhaupt von dem gleichen Text des Waffenstillstandsabkommens ausgehen, das die Basis für […]
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Verwirrung um Zehn-Punkte-Plan: Was über die US-Iran-Gespräche bisher bekannt ist

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Vorschau ansehen Die USA und der Iran treffen sich in Islamabad zu Friedensgesprächen. Vizepräsident Vance leitet die US-Delegation, Pakistan vermittelt. Die Verhandlungen bauen auf einer fragilen zweiwöchigen Waffenruhe auf. Viel steht auf dem Spiel.
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Mario Adorf – mehr geht nicht als Charakter

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Die herrschende Kulturgeschichte legt ebenso Wert darauf, gesellschaftliche Zusammenhänge zu zerstückeln, wie große Charaktere in Nachrufen um ihre Facetten zu enteignen. Engagement gegen NATO-Kriegsprofiteure ist dann etwas für schrullige, schrille Außenseiter. Große Unterhaltungskunst hingegen wird erst gewalttätig entpolitisiert und dann monumentalisiert. So auch jetzt die Nachrufe auf den großen Mario Adorf. Echte Stars dürfen halt keine Vorbilder für die Friedensbewegung werden. Von Diether Dehm.

Man muss die KI schon kräftig schütteln, um bei Prominenten auf ihr linkes Engagement zu stoßen. Widerwillig und erst beim sechsten Anlauf gibt ChatGPT Mario Adorfs „linksliberale Einstellung“ preis. Und, nein, es gäbe auch „keine verlässlichen Hinweise darauf, dass Mario Adorf zu den prominenten Unterzeichnern …“ gehört habe.

Dabei hatte mir Mario Adorf 1980 nach Fürsprache des gemeinsamen Freundes Dieter Hildebrandt im Münchner Keller der „Lach- & Schießgesellschaft“ persönlich die Unterschrift unter den Krefelder Appell gegen die NATO-Raketen gegeben. Und war auch dort aufgeführt. Im Spätherbst 2014 sammelten Gabriele Krone-Schmalz und andere – trotz und wegen des „Krim-Konflikts“ – Unterschriften für Frieden mit Russland und gegen das Feindbild Putin. Unterschrieben hatten bereits Egon Bahr, Gerhard Schröder … und Mario Adorf. Der geheimdienstlich-mediale Komplex, der bis in Wikipedia und ChatGPT über Promibiographien schaltet und waltet, kochte über. Und bastelte einen halbprominenten Gegen-Aufruf – zugunsten der NATO.

Ob Mario Adorf den Karl Marx im Dokumentar-Spielfilm oder den Schurken in „Winnetou“ spielte, ob den „Großen Bellheim“ und den „Schattenmann“ (wo wir gemeinsam in Frankfurt vor Dieter Wedels Kamera standen), ob er den Kommissar in „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ oder in „Kir Royal“ den Klebe-Fabrikanten Haffenloher („ich scheiß dich zu mit meinem Geld“) –  es ist oft diese Dialektik aus zartgefühlter Süffisanz und rheinischer Stoffeligkeit, aus welcher er Partikel für Persönlichkeiten funkeln lässt. Die wirklich großen Charakter-Darsteller lernen erst, Rollen auf Körperdistanz zu halten und ihnen hernach erst und allmählich eigene Facetten wieder beizumischen. Mario Adorf – Sohn einer Alleinerziehenden in nicht eben begünstigten Verhältnissen in der Eifel – hat, wie kaum ein anderer, seine Schauspielkunst aus der Herausbildung eigener biographischer Reichhaltigkeit geschöpft. Und dann erst, zögerlich dosierend, (er-)probend, eigene Ingredienzien daraus in die Rolle eingespielt.

Gerade darum ist es eine Erbsünde des geheimdienstlich-medialen Komplexes, prominente Biographien zu versimpeln, politische Seiten, wie ihre aktivierbare Friedenssehnsucht, aus deren Talent zu sezieren, um aller Welt ein Vorbild in Angepasstheit vorzugaukeln und zu hinterlassen.

Als wir uns in München kürzlich wieder trafen, betonte Mario Adorf, dass er kein Wort an dem Friedens-Appell von 2014 zu bereuen habe, in dem ja ausdrücklich vom Sicherheitsbedürfnis Russlands die Rede war. Spannend war in diesem Gespräch aber auch, wie er mir von seiner Begegnung mit Bertolt Brecht und Helene Weigel in den Fünfzigern erzählt hat. Brecht habe den jungen Schauspielern gesagt, seine Regeln des „antiaristotelischen Theaters, der V-Effekte und des Epischen“ seien zwar zunächst eisern aufgestellt worden, sollten aber doch lebendig eher nur als Anhaltspunkte taugen und keinesfalls einschüchternd. Diese Dialektik aus intellektueller Regelvorgabe und Fingerspitzengefühl in der Praxis hat das Schau-Spiel Mario Adorfs groß gemacht. Und, ja, auch für die Lebenspraxis von Intellektuellen und Politikern könnten Regeln wirkmächtiger werden, wenn sie mit ihren Widerworten und Ausnahmen in Fleisch und Blut übergehen, als durch Verbote.

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Im Gespräch: Ralph Bosshard | Hält die Waffenruhe im Iran-Krieg?

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Im Gespräch: Ralph Bosshard | Hält die Waffenruhe im Iran-Krieg?
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Im Gespräch: Ralph Bosshard | Hält die Waffenruhe im Iran-Krieg?

Zwischen Eskalation und vorsichtiger Entspannung: Nach scharfen Drohungen von Donald Trump gegen den Iran scheint eine fragile Waffenruhe erstmals Raum für Diplomatie zu schaffen. Doch wie belastbar ist diese Pause – und kann sie tatsächlich der Anfang vom Ende eines gefährlichen Konflikts sein?

Im Interview analysiert der Militär- und Sicherheitsexperte Ralph Bosshard die strategische Lage: von Irans harten Forderungen über die innenpolitischen Spannungen in Washington bis hin zu möglichen militärischen Szenarien und den globalen Folgen eines regionalen Flächenbrands. Dabei geht es nicht nur um die Zukunft des Iran-Konflikts, sondern auch um die Rolle Israels, die Interessen der USA und die Auswirkungen auf Großmächte wie Russland und die BRICS-Staaten.

Das Interview führte Flavio von Witzleben.

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Reden die USA und der Iran über den gleichen Friedensplan?

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Vorschau ansehen Dass der 10-Punkte-Plan des Iran Bestimmungen enthält, die die Trump-Regierung eigentlich nicht annehmen dürfte, habe ich bereits ausführlich berichtet und analysiert. Der Plan käme einer Kapitulation der USA gleich, wie auch die weltweiten Medien übereinstimmend festgestellt haben. Nun gab es Meldungen aus den USA, die es möglich erscheinen lassen, dass beide Seiten von unterschiedlichen Waffenstillstandsvereinbarungen […]
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Was im Waffenstillstandsabkommen steht und was das bedeutet

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Vorschau ansehen Die Freude über den Waffenstillstand im Nahen Osten ist groß. Aber es stellt sich die Frage, ob die USA wirklich einen Waffenstillstand und anschließenden Frieden wollen, oder ob sie nur eine zweiwöchige Atempause erreichen wollten, um frische Waffen und Truppen in die Region zu verlegen und den Krieg dann wieder aufzunehmen. Die Frage ist mehr […]
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Feuerpause im Iran: Nur eine gefährliche Atempause für die Mullahs?

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Die USA und der Iran haben eine von Pakistan vermittelte Feuerpause vereinbart. Auf den ersten Blick klingt das nach etwas Positivem. Doch für unzählige Iraner ist diese Waffenruhe kein Grund zur Freude, sondern eine Verlängerung ihres Leidens unter einem Regime, das nie Frieden wollte.

Am 7. April 2026 kündigte der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif die sofortige Feuerpause an. Das Weiße Haus bestätigte die Vereinbarung, und der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte die Zustimmung des Mullahregimes.

Die Waffenruhe gilt vorerst für zwei Wochen und es soll in Islamabad weiterverhandelt werden. Die Straße von Hormus bleibt offen. Der Frieden, so scheint es, hat gesiegt. Und jeder vernünftige Mensch wünscht sich Frieden. Oder?

Doch Frieden mit den Mullahs ist keine dauerhafte Lösung. Das Regime in Teheran ist hochgradig ideologisiert und fanatisch. Seine erklärten Ziele, die islamische Weltrevolution und die Vernichtung Israels, haben sich in 47 Jahren nicht geändert. Die eigene Bevölkerung wird blutigst unterdrückt, Aufstände gegen die islamische Diktatur werden unter zehntausenden toten Demonstranten begraben. Die Mullahs haben seit 47 Jahren weltweit Krieg, Tod und Terror im Namen des Islam organisiert und finanziert. Die Hamas, die Hisbollah und die Huthis sind die Geschöpfe der islamischen Diktatoren. Bleibt das Terrorregime an der Macht, wird der Krieg nicht verschwinden. Er wird sich zwangsläufig wiederholen. Der Frieden wird nicht bleiben. (Tatsächlich melden trotz der Waffenruhe die Golfstaaten Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate auch weiterhin Beschuss aus dem Iran. Bahrain erklärte ebenfalls, angegriffen worden zu sein.)

Die Iraner selbst erkennen das am klarsten. Während einige Regime-Anhänger in Teheran die Feuerpause als „Sieg“ feiern, dominieren unter persischen Zivilisten, Oppositionellen und der Diaspora auf X eine tiefe Enttäuschung und Wut. Sie wollen die Mullahs um jeden Preis loswerden. Für sie wäre es der größte Verrat, wenn US-Präsident Trump das Regime jetzt überleben ließe. Alle bisherigen Opfer der Aufstände, der Demonstrationen, der Massaker und des Krieges wären dann umsonst gewesen. Die Perser sind da unmissverständlich. Keine Rettung für die Mullahs. Kein Deal, der sie an der Macht lässt.

Diese Stimmung zeigt sich in zahllosen Kommentaren auf X. Hier persische Beispiele in deutscher Übersetzung, die das iranische Volk direkt zu Wort kommen lassen:

@moeinnajafii: „Dieses Ausmaß an Freude einiger Leute über die zweiwöchige Feuerpause dient nicht dem Schutz des Lebens der Menschen und der Infrastruktur. Diese Freude rührt von der Hoffnung auf das Überleben der Mullahs oder auf das Scheitern der Revolution des Löwen und der Sonne. Ich mache keine Umschweife mit euch.“

@Sonofthebeach22: „Panikt nicht wegen der möglichen vorübergehenden Feuerpause. Die Islamische Republik wird sich entweder selbst ergeben oder Amerika wird sie dazu zwingen. In jedem Fall und nach diesen Ereignissen müssen sie gehen und verschwinden. #JavidShah“
Und: „Das sind nur einige Beispiele von Tweets unserer Landsleute im Iran kurz vor Ablauf des Ultimatums von Trump an das Regime. Schuld an diesem Krieg und all seinen Folgen trägt einzig und allein das Regime, das bis zur letzten Minute keine Einigung und keine Feuerpause wollte. Für uns gibt es nichts Schlimmeres als die Fortdauer dieses größten Feindes Irans und der Iraner. #JavidShah“

@hesamorouji: „Ich wünschte, die Terroristen der Islamischen Republik, die ihr unterstützt, würden auch mit dem iranischen Volk einen Waffenstillstand erklären, bevor sie 45.000 Menschen massakrieren. Schande und Fluch über euch Regime-Unterstützer.“

@sh_i_i_i : „Ich habe den vorherigen Tweet gepostet und sofort wurde die Feuerpause angekündigt! Jetzt hat der Mullah zwei Wochen Zeit, um Luft zu holen und mit noch größerer Härte Verhaftungen und Hinrichtungen durchzuführen!“

@sangtarash_azad: „Die Realität ist nicht das, was wir sehen. Überstürzt nichts. Hoffnung auf das Ende der Feuerpause reicht nicht. Unsere Macht kommt vom Volk. Die Macht der Regimegegner ist national. Wir dürfen in dieser Phase nicht passiv bleiben. #JavidShah“

Die Perser leiden seit Jahrzehnten unter der islamischen Theokratie. Sie wissen, jede Feuerpause ist nur eine Atempause für die Fanatiker, die nie aufgeben werden. Bleiben die Mullahs an der Macht, bleibt auch der Nahe Osten ein Pulverfass. Bei der Wahl zwischen Freiheit oder Frieden haben die Perser ihre Wahl längst getroffen. Die Frage ist, ob Donald Trump vor den Midterm-Wahlen ihrem Wunsch nachkommen wird.

Übrigens wäre es auch für die Weltwirtschaft besser, wenn den Mullahs endgültig ein Ende gesetzt werden würde. Ihr Wunsch nach einer Durchfahrtsgebühr von zwei Millionen Dollar pro Schiff ist nichts weiter als Wegelagerei und Erpressung. Die Millionen würden direkt in die Wiederaufrüstung und die Jagd nach der Atombombe fließen. Was wieder zwangsläufig zu einem weiteren Krieg führt. Frieden klingt nach der vernünftigen Option, jeder Mensch ist für Frieden. Aber wenn man es mit mörderischen Fanatikern zu tun hat, ist manchmal ein Ende mit Schrecken besser.

Addendum: Manche Perser sehen in der Feuerpause Trumps auch ein Danaergeschenk an die Mullahs. Wir werden sehen, ob ihre Hoffnung sich erfüllt.

@Tondar_Iran2500: „Verliert den psychologischen Krieg nicht. Selbst ein regime-naher Analyst gibt zu, dass diese Feuerpause für das Regime ungünstig ist. Das ist keine echte Feuerpause, sondern nur eine Phase dieses großen Krieges. #JavidShah“

@Mayekhal: „Trump hat dem Mullah-Qalibaf das Gift der Feuerpause in den Hals geschüttet. Ab jetzt wird es spannend. #JavidShah“

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Trump und Netanjahu: Zwei Verrückte, die Gott spielen

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Wenn geistesgestörte Führer göttliche Katastrophen als politisches Instrument heranziehen, sind nicht nur ihre Feinde davon betroffen. Wenn man sie nicht aufhält, werden wir alle Opfer dieser beiden Psychopathen sein.

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Trump und Iran einigen sich auf zweiwöchige Waffenruhe

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US-Präsident Donald Trump hat eine zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran angekündigt, falls die Straße von Hormus freigegeben wird. Der Iran stimmte dem zu, wie die Revolutionsgarden-nahe Agentur Tasnim berichtet.

Trump erklärte auf Truth Social, die USA hätten ihre Ziele erreicht und Verhandlungen zu einem Friedensplan seien fortgeschritten. Ein iranischer Zehn-Punkte-Vorschlag diene als Basis; fast alle Streitpunkte seien beigelegt. Die Öffnung der Straße von Hormus ist zentrale Bedingung.

Trump hatte zuvor ein Ultimatum bis Mittwoch, 02:00 Uhr MESZ, gestellt und mit Zerstörung von Brücken und Kraftwerken gedroht. Pakistan forderte eine Verlängerung um zwei Wochen und bat den Iran um Freigabe als Geste des guten Willens.

Iran plante zuvor Gebühren von zwei Millionen Dollar pro Schiff für die Passage, Einnahmen mit Oman zu teilen. Frankreich warnte vor Angriffen auf zivile Infrastruktur.

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Bildquelle: Below the Sky / shutterstock

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Reden vom Ostermarsch: „Bedrückend ist, wie seit Februar 2022 eine schleichende Militarisierung unsere Gesellschaft durchzieht“

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Bei der Essener Auftaktkundgebung des Ostermarsches Rhein/Ruhr am Ostersonntag zitierten die Aktivisten vor hunderten Demonstranten unterstützende Grußworte bekannter Persönlichkeiten. Wir geben hier einige Zitate von Rolf Mützenich, Margot Käßmann und Peter Brandt wieder. Von Bernhard Trautvetter.

Margot Käßmann schrieb dem Essener Friedensforum ein Grußwort, in dem sie die Wichtigkeit der Gegenaufklärung im Klima der Militarisierung hervorhob:

Bedrückend ist, wie seit Februar 2022 eine schleichende Militarisierung unsere Gesellschaft durchzieht. Das ist von Sprache, über Medien und Schulen bis hin zu Häfen, Flughäfen und Zivilschutz zu beobachten. Dass nun in der Messe Essen die EURO DEFENCE EXPO an die Leitmesse für zivile Sicherheit angegliedert wird und so zivile und militärische Sicherheitstechnologien zusammengebracht werden, zudem gleichzeitig mehr als 400 hochrangige Militärvertreter der Nato tagen, ist ein weiterer, eklatanter Schritt. Es ist so wichtig, dass die Friedensbewegung in diesen Tagen wachsam bleibt, die Zivilgesellschaft informiert und hoffentlich aufrüttelt!…“

Rolf Mützenich ermutigte die Friedensaktivisten, die sich den zugespitzten Bedrohungen entgegenstellen, folgendermaßen: 

Mit dem Auslaufen des New-START-Vertrags am 5. Februar 2026 ist der letzte große Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und Russland Geschichte. Damit wächst die Gefahr eines neuen unkontrollierten atomaren Wettrüstens. Gleichzeitig wird wieder offen über Abschreckung, Machtpolitik und militärische Stärke gesprochen. Und selbst bei uns in Deutschland werden Stimmen lauter, die über eine eigene atomare Bewaffnung nachdenken. Die bittere Realität ist: Die Gefahr eines atomaren Konflikts ist heute wohl so groß wie noch nie zuvor. Wir stehen an der Schwelle eines neuen nuklearen Zeitalters, das noch komplexer, unberechenbarer und unsicherer ist als das sogenannte ‚Gleichgewicht des Schreckens‘ während des Kalten Krieges. … Ihr Engagement für Frieden, Dialog und internationale Verständigung ist heute wichtiger und notwendiger denn je.“

Peter Brandt erklärte seine persönliche Betroffenheit mit einem Rückblick auf über 60 Jahre Zeitgeschichte zwischen Kriegsgefahr und Frieden:

Liebe Freundinnen und Freunde!

Es ist 60 Jahre her, dass ich erstmals an einem Ostermarsch teilgenommen habe: 1966, zuerst im Ruhrgebiet, dann in Frankfurt. Das war dreieinhalb Jahre nach der wohl gefährlichsten Konfrontation der beiden damaligen Supermächte USA und Sowjetunion vor Kuba. Die USA beantworteten die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen auf der Karibikinsel durch die UdSSR mit einer Seeblockade, und es drohte eine militärische Invasion.

Nur weil die Führer der Weltmächte, US-Präsident Kennedy und KPdSU-Chef Chruschtschow, die Nerven behielten und hinter den Kulissen den Weg zu einem beiderseits akzeptablen Kompromiss fanden – wobei das amerikanische Zugeständnis, nach dem Abzug der sowjetischen Raketen aus Kuba die amerikanischen aus der Türkei zu entfernen, aus US-innenpolitischen Gründen zunächst geheim bleiben musste – , konnte die akute Krise entschärft, dann überwunden werden. 

Der Oktober 1962 wurde zu einem Wendepunkt in den Ost-West-Beziehungen. Mit ersten Rüstungskontrollabkommen begann eine Übergangsphase zum Entspannungsjahrzehnt der 1970er mit den bundesdeutschen Ostverträgen und der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

Obwohl auch in diesen Jahren in der damals so genannten Dritten Welt weiterhin Interventions- und Befreiungskriege tobten, an erster Stelle in Vietnam, entstand auf der Nordhalbkugel eine Staatenordnung, die, obgleich unter der geteilten Hegemonie der Supermächte, auf sukzessive Sicherung des Friedens bei wachsendem Spielraum für die in die Paktsysteme eingebundenen staatlichen Akteure mittlerer und kleinerer Größe gerichtet war. 

Und als um 1980 die Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion samt den von ihnen geführten Militärpakte erneut eine gefährliche Dimension annahmen – viele der heute Älteren erinnern sich lebhaft an die Massenproteste gegen die sog. Nachrüstung, erneut stand die Problematik der atomaren Mittelstreckenraketen im Zentrum – , trugen die in den Vorjahren geschaffenen vertraglichen Strukturen dazu bei, dass der erneuerte Kalte Krieg nicht auf Europa durchschlug. 

Eine ähnlich gefährliche Situation wie 1962 entstand im November 1983 infolge der NATO-Übung Able Archer, die die sowjetische Führung zunächst für die unmittelbare Vorbereitung eines atomaren Großangriffs hielt.

Erst diese Erfahrung machte dem strikt antikommunistischen US-Präsidenten Reagan klar, dass sich die andere Seite tatsächlich bedroht sah. Diese Erkenntnis war die Voraussetzung dafür, dass es 1987 auf Initiative Michail Gorbatschows zur bedeutendsten Abrüstungsmaßnahme seit 1946 kam: der Null-Lösung im Bereich der atomaren Mittelstreckenraketen, der Eliminierung einer ganzen Waffengattung in Europa.

Mit dem Ende des alten Ost-West-Konflikts kamen um 1990 weitere Rüstungskontroll- und Abrüstungsabkommen hinzu.

Wir mussten jedoch erleben, dass anstelle der Weiterführung dieses Prozesses, insbesondere im Hinblick auf ein gesamteuropäisches Sicherheitssystem, spätestens seit der Jahrtausendwende, eine Tendenz zur erneuten Verschärfung der Spannungen, jetzt zwischen der nach Osten erweiterten NATO und Russland, sich geltend machte, nicht allein, aber hauptsächlich forciert durch die westliche Führungsmacht.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 und der Antritt der zweiten Regierung Trump im Januar 2025 stehen am vorläufigen Ende einer langen Ereigniskette, die die Weltordnung der vorangegangenen drei Jahrzehnte zerstört hat. 

Ich erinnere hier an die zurückliegenden Epochen, um die reale politische Bedeutung der europäischen blockübergreifenden Friedensbewegung mit dem Höhepunkt in den frühen 1980er-Jahren hervorzuheben: Obwohl die Stationierung der Pershing 2 und der Cruise Missiles nicht verhindert werden konnte, hat damals der Massenprotest, einschließlich seiner Resonanz im anderen Teil Deutschlands und Europas, etwas bewirkt, indem er, bis auf die Ebene der staatlichen Entscheidungsträger, das Bewusstsein und namentlich das politisch-programmatische Denken verändert hat.

Hieran gilt es anzuknüpfen: So offensichtlich damals die besondere Gefahr für die Menschen weltweit war, so wichtig war und ist das Engagement für den Frieden bis heute.

Ihr Prof. i. R. Dr. Peter Brandt“

Titelbild: FooTToo / Shutterstock

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Wer soll Ihnen noch irgendetwas glauben, Herr Trump? | Von Uwe Froschauer

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Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer.

Herr Trump,

Sie verlangen Vertrauen. Sie sprechen von Bedrohungen, von Notwendigkeiten, von militärischer Stärke. Aber sagen Sie mir eines: Warum sollte man Ihnen – oder den USA – noch glauben? Aus Sympathie? Sicher nicht. Oder besser gesagt: nicht mehr. Am Anfang Ihrer zweiten Präsidentschaft dachte ich tatsächlich, mit Ihnen an der Spitze könnte sich etwas ändern. Ich hielt Sie für jemanden, der mit diesem kranken imperialistischen Denken bricht. Ich dachte, Sie könnten ein Friedenspräsident sein. Heute weiß ich, das waren Illusionen: Iran, Gaza, Venezuela und selbst Ihre absurden Ideen hinsichtlich Grönland – als Sie einem NATO-Partner drohten – zeigen: Sie stehen nicht für einen Bruch mit dem Imperialismus der USA, sondern für dessen Fortsetzung, mit dem Ziel der Aufrechterhaltung einer nicht mehr realisierbaren Unipolarität. Auch wenn es Ihnen und Ihrem Deep State nicht passt, die Multipolarität ist nicht mehr aufzuhalten.

Das Muster, nach dem auch Sie verfahren, ist sehr alt. Auch bei der US-amerikanischen Bevölkerung waren die völkerrechtswidrigen Militäreinsätze ihrer Regierung scheinbar schon in Fleisch und Blut übergegangen. Die US-Amerikaner waren die illegalen Kriege ihres Landes scheinbar gewohnt – warum sollte man sich darüber noch aufregen? Das könnte sich mit dem Irankonflikt ändern.

Wenn man sich die Geschichte militärischer Auseinandersetzungen der USA anschaut, erkennt man schnell: Die einzelnen Konflikte unterscheiden sich – aber das Muster dahinter ist praktisch immer dasselbe.

Bevor ich über konkrete Konflikte spreche, möchte ich kurz darstellen, wie die USA zu seiner heutigen Größe gekommen ist.

Den Osten der heutigen USA nahmen sich die Siedler, indem sie die indigene Bevölkerung systematisch zurückdrängten, bekämpften, dezimierten und den Rest in Reservate zwangen.

Die Mitte des Landes kam 1803 durch den „Louisiana Purchase“ zustande, bei dem die USA Frankreich unter Napoleon Bonaparte für läppische 15 Millionen Dollar ein riesiges Territorium – praktisch die Mitte der heutigen USA – abkauften – ein Jahrhundert-Deal. Vielleicht war dieses Immobiliengeschäft das Vorbild für den Dealmaker Donald Trump bei seinen „Bemühungen“ um Grönland, als er Überlegungen anstellte, das Land von Dänemark abzukaufen.

Und den Westen holten sich die USA im Krieg gegen Mexiko – ausgelöst durch die umstrittene Rio-Grande-Geschichte. Mitte des 19. Jahrhunderts bewegten sich US-Truppen in ein umstrittenes Gebiet am Rio Grande. Dann fallen Schüsse. Und es heißt: Mexiko habe „amerikanisches Blut auf amerikanischem Boden vergossen“, was aller Wahrscheinlichkeit nicht stimmte beziehungsweise von den USA provoziert wurde – wie auch der aktuelle Ukrainekonflikt –, aber bei den emotional leicht bewegbaren Amerikanern Empörung auslöste. Der perfekte Vorwand für einen Krieg war geschaffen, und er wurde begonnen.

Das typische Strickmuster der USA: Sie provozieren einen Vorfall, der die Nation empört, und sie bekommen grünes Licht für ihren imperialistisch motivierten Krieg. Nachfolgend weitere Beispiele für diese perfide Vorgehensweise:

Kuba 1898 – „Remember the Maine“

Ein US-Kriegsschiff, die USS Maine, explodiert im Hafen von Havanna. Über 250 Tote. Die amerikanische Presse liefert sofort den Schuldigen: Spanien. Daraus entstand der Schlachtruf: „Remember the Maine! To hell with Spain!“ (Erinnert euch an die Maine! Nieder mit Spanien!) Propaganda und Manipulation vom Feinsten! Es hat perfekt funktioniert, weil es aufgrund der vielen Toten ein emotionales Ereignis war, ein „klarer“ Schuldiger – Spanien – gefunden wurde, und man sich den einfachen Slogan gut merken konnte. Der Spruch wurde überall verbreitet – in Zeitungen, auf Plakaten, in Reden – und hat die öffentliche Meinung massiv in Richtung Krieg gedrückt. Da die zerfetzte Schiffswand aber nach außen gedrückt war, ist es naheliegend, dass die Sprengladung von innen angebracht wurde – soweit es sich um eine Sprengladung handelte. Es wurde gemunkelt, es könnte auch ein internes technisches Unglück gewesen sein, z. B. ein Kohlebunkerbrand, was eher als unwahrscheinlich zu bezeichnen ist. Gleichgültig, was die Ursache war, der Krieg war längst beschlossene Sache.

Nach dem Krieg mit Spanien (1898 - 1899) wurde Kuba formal unabhängig, stand aber faktisch unter starkem Einfluss der USA – amerikanische Unternehmen sicherten sich große Teile der Wirtschaft, insbesondere Zuckerplantagen, und Washington behielt sich militärisches Eingreifen jederzeit vor. Ein Muster, das sich noch viele Male fortsetzen sollte.

Philippinen

Im Krieg gegen Spanien 1898 treten die USA als Befreier auf. Auf den Philippinen helfen sie zunächst, die spanische Kolonialmacht zu besiegen. Dann übernehmen sie selbst die Kontrolle. Die USA kämpften angeblich für die Freiheit der Philippinen. Am Ende stehen sie selbst als neue Kolonialmacht auf den Philippinen. Die Menschen, die gerade für ihre Unabhängigkeit gekämpft hatten, ließen sich nicht einfach die nächste Fremdherrschaft aufzwingen – sie kämpften weiter, nur diesmal gegen die USA.

Und so geht die imperialistische Geschichte der USA weiter. Es gab noch jeder Menge andere militärische Aktionen der USA, eigennützige Gründe, warum sie relativ spät in den Ersten und Zweiten Weltkrieg eingriffen, ihre Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki, Iran 1953 und Guatemala 1954 – gewählte Regierungen werden gestürzt, nicht wegen Tyrannei, sondern wegen konkreter Interessen der USA –, und so weiter. Wenn Sie diese Zusammenhänge interessieren, kann ich Ihnen das Buch „Illegale Kriege“ von Dr. Daniele Ganser empfehlen.

Kommen wir nun zu Vietnam, der Millionen Menschen in Südostasien das Leben gekostet hat, und mit einer Lüge begonnen wurde.

1964, Golf von Tonkin.

Ein angeblicher Angriff nordvietnamesischer Boote auf US-Schiffe. Die USA reagieren. Der Kongress verabschiedet die Tonkin-Resolution. Damit ist der Weg frei für den Krieg. Später stellt sich heraus, dass der entscheidende Angriff nie stattgefunden hatte.

Diese Falschbehauptungen waren keine geringfügigen Ungenauigkeiten am Rande einer unseriösen Berichterstattung. Damit wurde ein Krieg ausgelöst, der mehr als drei Millionen Vietnamesen und rund 58.000 US-Soldaten – man betrachte die Relation der Opferzahlen – den Tod gebracht hat. Von den Verwundeten, Verstrahlten und Traumatisierten ganz zu schweigen.

Die USA führten den Krieg mit voller Wucht, mit Flächenbombardements, Napalm, Entlaubungsmittel wie Agent Orange, zerstörte Dörfer, zerstörte Lebensgrundlagen. Trotzdem haben die USA diesen Krieg nicht gewonnen, und sie werden wahrscheinlich auch den aktuellen Irankrieg nicht gewinnen, weil die Vietnamesen wussten und die Iraner wissen, wofür sie kämpfen – für ihr Überleben, für ihre Souveränität. Die Soldaten der USA wissen das mittlerweile nicht mehr, sie wissen nur, sie kämpfen für den todbringenden Imperialismus der USA. Und das befriedigt nicht unbedingt jedes Soldatenherz.

Das Muster im Vietnamkrieg ist wieder unübersehbar: ein Vorfall – eine klare (in Wirklichkeit verlogene) Erzählung – politische Legitimation – militärische Eskalation.

Der Vietnamkrieg – begonnen mit einer Lüge – ist kein Ausrutscher. Man könnte meinen, nach Vietnam hätten die USA gelernt, nach Millionen Toten, nach einem Krieg, der auf einer verlogenen Grundlage begann. Man könnte meinen, solche Fehler würden sich nicht wiederholen. Weit gefehlt!

Der Irakkrieg – Kuwait 1990

Es steht wieder eine emotionale, scheinbar eindeutige Geschichte im Raum. Die Brutkastenlüge. Eine erfundene Geschichte, emotional perfekt inszeniert wie folgt:

Eine junge Frau – Nayirah – tritt vor einen Ausschuss im US-Kongress. Sie spricht unter Tränen. Sie berichtet, irakische Soldaten hätten Babys aus Brutkästen gerissen und auf den Boden geworfen. Eine Szene, die sitzt. Eine Szene, die schockiert. Eine Szene, die wirkt. Die Medien greifen sie auf. Die Politik nutzt sie. Die Öffentlichkeit reagiert wie erhofft mit Empörung, Wut, und der Zustimmung zum Eingreifen.

Später stellt sich heraus, dass auch diese Geschichte erstunken und erlogen war. Die Zeugin war die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA. Sie war zum Zeitpunkt der angeblichen Ereignisse gar nicht vor Ort in Kuwait. Die gesamte Aussage war Teil einer professionell organisierten PR-Kampagne – umgesetzt von der Agentur Hill & Knowlton im Auftrag kuwaitischer Interessen, die nicht nur in diesem Zusammenhang negativ aufgefallen ist. Schande über solche Agenturen, über solche Instrumente des Bösen!

Das ist kein Zufall mehr, das ist Inszenierung, dahinter steckt System! Diese Geschichte der jungen Frau hat ihren Zweck erfüllt: Sie hat den Krieg emotional legitimiert, hat Zweifel gestreut und aus einer diabolischen politischen Strategie – die Kontrolle über das Öl – moralische Notwendigkeit im Namen des Guten gemacht. Wieder mal das gleiche Strickmuster: ein schockierendes Ereignis – eine emotionale Erzählung – eine klare Schuldzuweisung – politische Zustimmung – militärisches Handeln.

Erst danach kommt die Wahrheit leise, verspätet, und für die meisten ohne Konsequenzen ans Licht. Die Lüge hat ihren Zweck erfüllt. Hier wird nicht nur Politik gemacht, hier wird Realität inszeniert. Die Frage ist nicht mehr, ob Fehler passieren und gelogen wird, sondern, wie oft man dieselbe Geschichte erzählen kann, bevor niemand mehr zuhört.

Man könnte meinen, spätestens jetzt hätten die USA dazu gelernt. Spätestens jetzt wäre man vorsichtiger geworden mit großen Behauptungen, mit dramatischen Geschichten, mit angeblich sicheren Erkenntnissen. Doch dann kommt 2003, und die nächste Begründung für einen Krieg steht bereit, diesmal nicht unter Tränen vor einem Ausschuss, sondern mit ernster Miene vor der Weltöffentlichkeit. Und sie erfüllt ihren Zweck: Es kommt zum Irakkrieg II.

Lüge über Massenvernichtungswaffen im Irak

Im Weißen Haus sitzt Präsident George W. Bush. Vor der Welt sagt Außenminister Colin Powell:

„Every statement I make today is backed up by sources…“

(„Jede Aussage, die ich heute mache, ist durch Quellen gestützt.“)

Er spricht von Massenvernichtungswaffen, von akuter Gefahr. Das Ergebnis: Krieg. Das Problem: Diese Waffen wurden nie gefunden. Powell selbst nennt seine eigene Rede später einen „Schandfleck“ seiner Karriere. Das werden Sie, Herr Trump, in Ihrer maßlosen, narzisstischen Selbstüberschätzung sich wohl nicht eingestehen. Dazu haben Sie nicht das Format! Haben Sie sich als angeblicher Christ eigentlich schon einmal mit dem Gebot „Du sollst nicht töten“ auseinandergesetzt?

Und wie sieht es heute aus, Herr Trump? Jetzt reden wir über die Gegenwart. Das ist kein Geschichtsunterricht mehr. Das passiert jetzt.

Iran – Eskalation ohne klares Ende

Ein von Ihnen, Herr Trump, und Benjamin Netanjahu begonnener illegaler, völkerrechtswidriger Krieg, für den Sie sogar die Unterstützung der NATO und anderer Nationen einfordern. Sie wollen demnach, dass sich andere an diesem Verbrechen, an diesem Morden beteiligen. Wie abgehoben ist das bitte? Sie bezeichnen Länder, die sich an diesem Morden nicht beteiligen als Feiglinge. Sind dann Nicht-Mörder Feiglinge? Da stimmt doch etwas nicht mehr im Oberstübchen.

Die US-Luftangriffe auf iranisches Gebiet dauern an, Tote, Verwundete, eine Region am Rand eines Flächenbrands, und gleichzeitig erklären Sie: Alles unter Kontrolle, alles notwendig, alles gerechtfertigt. Das entspricht keinesfalls der Wahrheit.

Am 1. April 2026 stellten Sie sich, Herr Trump, in einer Fernsehansprache an die Nation hin, und redeten, als hätten Sie den Krieg gegen Iran praktisch schon in der Tasche. Sie taten so, als sei der Krieg fast gewonnen, während die Lage objektiv betrachtet, alles andere als gewonnen ist. Reuters meldete am 3. April, dass Sie gleichzeitig weiter drohten, noch mehr iranische Infrastruktur zu zerstören, während unklar blieb, wie dieser Krieg überhaupt sauber beendet werden soll. Am selben Tag sagten Sie Reuters, die USA würden Iran zwar „ziemlich schnell“ wieder verlassen, könnten aber jederzeit zurückkehren – auch das ist kein Zeichen strategischer Klarheit, sondern ein weiteres Beispiel für Ihre sprunghafte Kriegsrhetorik und ihrem fehlenden Plan. Und wenn selbst Reuters von wachsendem politischem Druck, fallenden Zustimmungswerten für Sie und Ihren Krieg sowie von einer misslungenen Fernsehansprache berichtet, dann lässt sich daraus unschwer erkennen: Sie verkauften dem Publikum Sicherheit, wo in Wirklichkeit Unsicherheit, Widerspruch und Chaos regieren. Ihre Rede war zur einen Hälfte Lüge und zur anderen Hälfte Unsinn!

Bemerkenswert war auch, dass Sie, Herr Trump, wie Netanjahus Papagei sprachen, der an einigen Stellen seiner Rede die Litanei des israelischen Premierministers wiederholte. Es war fast schon peinlich, dieses dumme Geschwätz von „Iran als Terrorstaat, als Sponsor des Terrors, als größte Bedrohung der Welt, als Atombombenbauer.“ Israel ist ein Terror- und Schurkenstaat, der in Gaza unzählige Zivilisten – darunter mehr als 20.000 Kinder – umgebracht hat. Die größte Bedrohung der Welt sind die USA, die auch Atombomben werfen, wenn der Gegner sich nicht gefügig verhält. Man kann nur auf eine multipolare Welt hoffen, damit der von den USA und Israel ausgehende Terror endlich eingehegt wird.

Der Krieg dauert an, Ihre strategischen Ziele bleiben unklar, und Experten sprechen von einem möglichen strategischen Scheitern. Herr Trump, das klingt nicht nach Kontrolle, das klingt nach Eskalation ohne Plan. Sie können sich selbst belügen – ich glaube, das können Sie als Paradebeispiel eines Narzissten ziemlich gut – aber erwarten Sie nicht von Klardenkern, Ihnen zu glauben. Für die sind Sie lesbar wie ein offenes Buch.

Und noch etwas: Ihr Auftreten ist widersprüchlich. Einerseits Drohungen, Eskalation, maximale Härte.

Andererseits Gesprächsangebote, Verhandlungen, plötzlich wieder Deeskalation. Heute Druck, morgen Dialog, und übermorgen wieder Drohung. Ein politisches Pendeln zwischen Konfrontation und Beschwichtigung. Man kann das als Strategie verkaufen. Man kann es „Druck aufbauen und gleichzeitig verhandeln“ nennen. Für mich sieht das anders aus. Es ist kein Plan, es ist Unsicherheit, und Sie bekommen Panik. Insgeheim wissen Sie, dass Sie sich mit dem erneuten Irankrieg ein Eigentor geschossen haben, egal wie dieser Krieg auch ausgehen mag. Wer wirklich die Kontrolle hat, muss nicht ständig zwischen maximaler Eskalation und plötzlicher Gesprächsbereitschaft wechseln. Einer, der das tut, ist inkonsistent, er ist in seiner Unsicherheit berechenbar. Der Iran hat Ihre Unsicherheit längst bemerkt, und weiß, dass er vorerst am längeren Hebel sitzt. Je mehr Sie drohen, desto sicherer kann sich der Iran hinsichtlich der Richtigkeit seines Verhaltens sein. Ihre Drohungen sind die Reaktion eines in die Enge getriebenen Menschleins. Ein Verbündeter des Irans ist die Zeit, die Sie nicht haben.

Nicht nur die Lage eskaliert, auch das Vertrauen in Ihre Führung und in die USA – innen- wie außenpolitisch – zerfällt.

Sehen wir uns einmal an, welche Ereignisse Ihren Bestrebungen – die Kontrolle über Öl und Rohstoffe betreffend – vorausgegangen sind.

Venezuela und die Präsidentenentführung

Venezuela, Januar 2026: US-Spezialeinheiten dringen in Venezuela ein – und nehmen den amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro fest. Donald Trump fühlte sich wahrscheinlich wie ein Westernheld, der cool, aus der Hüfte heraus, ganz nebenbei unbequeme Menschen zur Strecke bringt. Das ist nicht cool, Herr Trump, sondern krank.

Maduro wird samt seiner Frau in die USA gebracht und später mit fragwürdigen Vorwürfen vor Gericht gestellt. Diese Vorwürfe waren selbstverständlich nur vorgeschoben, um das weltweit ölreichste Land kontrollieren zu können. Diese militärische Aktion war eine Verletzung der Souveränität Venezuelas, ein Völkerrechtsbruch, egal wie Sie es nennen, Herr Trump. Solche Aktionen haben nichts mehr mit einem Rechtsstaat in der internationalen Gemeinschaft zu tun. Das ist widerliche Machtpolitik, eine Politik des Stärkeren. Armselig, Herr Trump. Arm an Seele.

Vom Nahen Osten bis Lateinamerika – eine Linie. Iran, Venezuela, die zusammen – natürlich rein zufällig – über ein Drittel der weltweiten Ölreserven verfügen – und dazwischen ein ganzer Krisenbogen: Konflikte rund um Gaza und den Nahen Osten, militärische Verstrickungen hier und da, und zunehmende internationale Spannungen. Nicht Stabilität in der Region ist Ihr Ziel – damit können Sie andere verarschen, Herr Trump –, sondern Kontrolle. Kontrolle über das Öl, Kontrolle über Eurasien, dessen Erstarken die USA seit Eintritt in den Ersten Weltkrieg mit allen Mitteln zu verhindern suchen.

Das Problematische am Vorgehen der USA – historisch gesehen und heute – sind nicht nur die einzelnen Konflikte, sondern ihre Begründung dafür. Imperialisten wie Sie, Herr Trump, bringen Begriffe wie „notwendig“, „alternativlos“, „zur Sicherheit“ und dergleichen ins Spiel. Alles dummes Gequatsche von macht- und besitzgierigen Psychopathen, die der Psychose des Mehrhabenwollens erliegen! Wie oft haben wir dieses Freide-Freude-Eierkuchen-Gelaber schon gehört? Vor Vietnam, vor Irak, und so weiter... Und wie oft hat sich später gezeigt: Die Geschichte dazu war erlogen.

Selbst die eigene Basis beginnt zu zweifeln, Herr Trump, das Misstrauen kommt nicht nur von außen, sondern auch von innen. Der Zweifel in der Bevölkerung wächst – nur etwa 7 Prozent der Amerikaner unterstützen laut Reuters einen großen Bodentruppeneinsatz im Iran, den Sie und anscheinend auch ein paar – militärisch und ethisch gesehen – mental Minderbemittelte erwägen. Die Kritik wächst selbst innerhalb des eigenen politischen Lagers, es ist generell eine wachsende Skepsis gegenüber neuen Kriegen in den USA zu verzeichnen. Auch innerhalb des Militärs wächst die Frage: Wofür soll dieser Krieg eigentlich gut sein? Immer mehr Soldaten merken, dass sie nicht etwa für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte kämpfen, sondern für die Macht- und Besitzeliten und ihren Hampelmännern, wie leider auch Donald Trump einer ist.

Herr Trump, Sie verlieren nicht nur international an Glaubwürdigkeit, sie verlieren sie auch im eigenen Land. Die Zahlen sind eindeutig: Eine klare Mehrheit der Amerikaner lehnt diesen Krieg ab. Zwei Drittel wollen ihn so schnell wie möglich beenden. Und nur ein Bruchteil – jeder Zehnte – unterstützt eine weitere Eskalation. Mit anderen Worten: Ihr Krieg hat keine breite Basis mehr.

Und selbst dort, wo Sie eigentlich Rückhalt erwarten müssten – in den eigenen Reihen – beginnt es zu bröckeln. Berichte zeigen, dass Soldaten zweifeln, hinterfragen und sich fragen, wofür sie eigentlich kämpfen. Das äußert sich nicht im offenen Widerstand – noch nicht –, aber es zeigt den Verlust an Überzeugung. Und den werden Sie in den Midterm-Wahlen im November spüren.

Ein Krieg kann politisch beschlossen werden, aber getragen wird er von Menschen. Und wenn diese Menschen den Sinn nicht mehr sehen – dann beginnt ein Krieg innerlich zu zerfallen. Und darauf hoffe ich.

Sie können Kriege beginnen, Herr Trump, aber Sie können nicht erzwingen, dass man an sie glaubt.

Fazit

Die Gegenwart liest sich wie eine Wiederholung: Vietnam, Irak I, Irak II, und jetzt wieder das Gleiche. Sie, Herr Trump, erweisen sich als Dünnbrettbohrer, der eine schnelle Eskalation auf eine nicht existierende Bedrohungslage mit großen Worten dünn begründet.

Wenn Sie heute sagen, Herr Trump, „das ist notwendig“, „das ist gerechtfertigt“, „das ist die Wahrheit,“ dann reicht das nicht mehr, denn die Welt erinnert sich an die Lügen der Machthaber aus der Vergangenheit. Warum sollte man Ihnen und den USA nach der Tonkinlüge in Vietnam, nach der Brutkastenlüge in Kuwait sowie nach der Lüge über Massenvernichtungswaffen im Irak auch nur ein Wort glauben? Die neuen Konflikte folgen alten verlogenen Mustern.

Herr Trump, Glaubwürdigkeit ist kein PR-Produkt. Man kann sie nicht behaupten und auch nicht erzwingen. Man kann sie nur verspielen. Und genau das war und ist in den USA aktuell der Fall. Die Lüge wurde nicht einmal, nicht zweimal, sondern immer wieder erzählt, gleiches Strickmuster, mit anderem Inhalt in Vietnam, Irak I, Irak II und jetzt im Iran. Und wer immer wieder dieselbe Geschichte erzählt, darf sich nicht wundern, wenn sie irgendwann niemand mehr glaubt.

Und ich dachte, Sie wären tatsächlich ein Friedenspräsident, Herr Trump. Entschuldigen Sie meine Leichtgläubigkeit.

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: US-Präsident Donald Trump
Bildquelle: Kaua209 / shutterstock

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Welche Aussichten haben Pakistans Friedensvorschläge? (Update4)

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Pakistan hat Berichten zufolge den USA und dem Iran Vorschläge unterbreitet, wie der Angriffskrieg gegen den Iran kurzfristig durch einen Waffenstillstand und anschließenden Friedensvereinbarungen beendet werden können. Wie stehen die Chancen auf eine Einigung? Alle Verträge und Vereinbarungen, welche mit dem Iran in den letzten Jahrzehnten geschlossen wurden, waren letztlich von den USA gebrochen worden, [...]

Der Beitrag Welche Aussichten haben Pakistans Friedensvorschläge? (Update4) erschien zuerst unter tkp.at.

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Jens Fischer Rodrian: Bruch durch Corona & Frieden mit sich selbst

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Jens Fischer Rodrian ist seit vielen Jahren als Künstler bekannt und stand immer für seine Meinung ein. Er gehört zu den 100 Autoren, die mutig Zivilcourage in dem Buch "Endlich Frieden" aufzeigen. In diesem Gespräch mit Kayvan Soufi-Siavash geht es um die Wut im Alltag und den Umgang damit, Lösungsansätze für den Konflikt im nahen Osten und den inneren Frieden.

Diese Folge ist Teil der mehrteiligen Serie "Endlich Frieden - Der Podcast". Die Veröffentlichung einer neuen Ausgabe erfolgt immer zum Ende der Woche. Du willst mehr zum Buch "Endlich Frieden" wissen? Werde jetzt auch Teil der Leserschaft und ein mutiger Friedensstifter, denn ohne Frieden ist alles Nichts!

Endlich Frieden - 100 Persönlichkeiten zeigen Zivilcourage | Hardcover/Softcover | 112001001
Endlich Frieden100 Persönlichkeiten zeigen ZivilcourageSTELL DIR VOR, ES IST KRIEG UND KEINER GEHT HIN. Diese Worte sind aktueller denn je. In einer Zeit, die durch mächtige Kräfte voll und ganz auf Krieg programmiert wurden, entstand die einzigartige Id…
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Jens Fischer Rodrian: Bruch durch Corona & Frieden mit sich selbst

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Es ist wieder so weit: Auf zum Ostermarsch!

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Wie jedes Jahr gibt es auch 2026 zu Ostern viele Gelegenheiten, auf die Straße zu gehen und für den Frieden zu demonstrieren.

Unter diesem Link hat das Netzwerk Friedenskooperative viele Termine im ganzen Bundesgebiet für die Feiertage zusammengestellt – geordnet nach Daten oder Bundesländern.

Ergänzend dazu veröffentlichen die NachDenkSeiten hier noch ein paar zusätzliche Termine, die dort nicht aufgelistet sind:


Augsburg-Steht-Auf Ostermarsch für den Frieden

Am Samstag, 4. April 2026, Treffpunkt: Ladehofstraße

Beginn: 14:00 Uhr, Umzug ca. 14:30 Uhr (durch die Innenstadt)

Plakate, Fahnen, Trommeln sind herzlich willkommen.

Telegram: t.me/AugsburgStehtAuf (für kurzfristige Änderungen)


Ostermarsch für Frieden und Freiheit – Kaufbeuren

Am Samstag, 4. April 2026, ab 13:00 Uhr (bis ca. 15 Uhr), Treffpunkt Spitalhof

Thema: Frieden, Freiheit, wahre Demokratie und Selbstbestimmung

Organisiert von „Bürger für Grundrechte“

Quelle: buergerfuergrundrechte.de/


Ostermarsch 2026 München

Am Samstag, 4. April 2026, ab 13:00 Uhr, Umzug ab 14:00 Uhr. Treffpunkt am Max-Joseph-Platz (direkt vor der Oper)

Unter dem Motto „Macht Frieden” ruft „München steht auf“ zum Münchner Ostermarsch auf – mit Dr. Jürgen Todenhöfer und anderen.

Quelle: muenchen-steht-auf.de


Ostermarsch für Frieden und gegen Wehrpflicht

Am Ostermontag, 6. April 2026, um 14 Uhr. Treffpunkt: vor der Stadthalle Cottbus, Berliner Platz

Gemeinsam mit der Mittelstandsinitiative Brandenburg ruft die Friedenskoordination Cottbus zum Ostermarsch für Frieden und gegen Wehrpflicht auf.

mit Musik und Kinderprogramm

Quelle: facebook.com/photo/?fbid=1323124153173593&set=a.458050703014280&locale=de_DE


Aus unserer Leserschaft erreichte uns noch der Impuls, diese Märsche zu nutzen, um prominent auf das Schicksal des Journalisten Hüseyin Doğru aufmerksam zu machen. Diesen geben wir hiermit gerne weiter.

Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern frohe Ostern und erholsame Feiertage mit Momenten der Ruhe, Zeit in der Natur sowie mit Familie und Freunden, um neue Kraft und Zuversicht zu schöpfen – für den Frieden im Inneren und Äußeren.

Titelbild: FooTToo / Shutterstock

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USA verzocken sich im Iran-Krieg | Von Jochen Mitschka

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USA verzocken sich im Iran-Krieg | Von Jochen Mitschka
Apolut 20260402 SP Donnerstag
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USA verzocken sich im Iran-Krieg | Von Jochen Mitschka

Warum der Angriffskrieg gegen den Iran schief ging

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran ist am 2. April seinem 34. Tag (viele sagen fälschlicherweise 33. Tag), und mancher reibt sich verwundert die Augen, und fragt sich, warum nicht die allmächtige US-Militärmacht in der Lage war, den geplanten "Blitzkrieg" trotz der Ermordung des größten Teils der Regierung, nicht schnell zu gewinnen. Hier kommt die Antwort.

Alles begann mit dem Plan des unheimlichen Geheimdienstes Mossad, der ein Vorgehen vorschlug, welches allerdings gravierende Fehler enthielt. Es gibt Vermutungen, dass der Mossad oder Netanjahu sehr wohl diese Fehler kannte, aber unbedingt diesen Krieg wollten, und deshalb die Fehler nicht benannten. Also ähnlich wie bei einem Unternehmen die Geschichte mit den Businessplänen, oder bei Pandemien die mysteriösen Modellrechnungen, oder bei den Vorgängen um den 7. Oktober 2023.

Ob es ein bewusster oder unbewusster Irrtum war, jedenfalls hatte dieser den US-Präsidenten Donald Trump dazu verführt, einen Krieg zu beginnen, den er unmöglich gewinnen konnte, stattdessen die Ölpreise explodieren ließ und Putin zum Lächeln brachte. Auch hier ist man nicht sicher, ob die Analysten im Weißen Haus sich nicht doch über diese Folgen im Klaren waren, denn letztlich profitieren die US-Ölgesellschaften auch von steigenden Ölpreisen. Ganz besonders die Frackingindustrie.

Der Plan

Das streng geheime Dossier, das Mossad-Direktor David Barnea an die USA vorlegte, das dann aber gar nicht mehr so geheim blieb, als US-Medien daraus berichteten, enthielt folgende Meilensteine:

  1. Nachdem der Mossad und die CIA einen Aufstand im Iran angezettelt hatten, und dabei zahlreiche Menschen töteten, sollte ein Netzwerk gefälschter „iranischer NGOs“ im Westen die Geschichte verbreiten, der Iran habe 30.000 oder mehr friedliche Demonstranten massakriert. Diese Geschichte sollte die Zustimmung des Westens zu einem Krieg gegen den Iran erzwingen. Also eine neue Brutkastenlüge sollte die Bereitschaft für den Krieg in der westlichen Gesellschaft erzeugen. Natürlich gilt dies im Westen als "nicht verifiziert", weil nicht von "seriösen Quellen" bestätigt.
  2. Dann sollten die USA Verhandlungen mit den Iranern führen, und so tun, als ob sie eine friedliche Beilegung der Differenzen wünschten. Was aber nie geplant war. Weshalb auch Meilenstein 3 begann, als zu viele Zugeständnisse von den Iranern bekannt wurden, verbreitet durch den Vermittler aus dem Oman (und etwas später durch einen diplomatischen Beobachter aus Großbritannien).
  3. Abgelenkt durch die Verhandlungen und Aussagen Trumps "auf gutem Weg" sollten die US-amerikanischen und israelischen Luftstreitkräfte einen Überraschungs-Angriff starten, der die gesamte iranische Regierung ausschalten und alle Machtpositionen – einschließlich der Friedensverhandler – beseitigte. Dann war der Weg frei für durch CIA und Mossad unterstützte Extremisten, die Gewalt im Staat zu übernehmen. Ohne Verhandler war Krieg dann nur die logische Folge.
  4. Radikale Oppositionelle im Iran, die vom Mossad, der CIA und der NED gefördert wurden, sollten dann die Kontrolle über das Land übernehmen und den US-Marionettenführer Reza Pahlavi als Stellvertreter Washingtons und Tel Avivs einsetzen.

Der Ablauf

Zunächst lief alles "wie geschmiert".

Jeder Teil dieses Plans funktionierte perfekt. Nur ein entscheidendes Detail hatten sie falsch eingeschätzt. Und das brachte das ganze Gebilde zum Einsturz.

Der Aufstand

Die Geschichte begann im Januar 2026. Mossad und CIA arbeiteten mit Extremisten im Iran zusammen, um Anfang Januar einen Putsch zu inszenieren, bei dem Bewaffnete 700 Geschäfte, 305 Krankenwagen und Busse, 414 Regierungsgebäude und 750 Banken zerstörten. Sie griffen 350 Moscheen an, was für angeblich muslimische Randalierer sehr ungewöhnlich war – doch keine einzige Synagoge. Nach der Niederschlagung des Putsches waren mehr als 3.000 Menschen tot.

Dieser bewaffnete Putsch des Auslandes wurde jedoch von Scheinorganisationen im Westen als Massaker an mindestens 30.000 friedlichen Demonstranten – vielleicht sogar 50.000 oder 70.000 – durch „das Regime“ dargestellt. Dieser Teil funktionierte. Kein einziges "Qualitätsmedium" berichtete darüber, dass die Finanzierung dieser NGOs auf westliche politische Propagandagruppen wie die NED, eine Ablegerorganisation der CIA, zurückzuführen war.

US- und israelische "Influencer", wie die Mode-Bloggerin Deepa Parent, begannen also mit der Verbreitung der Verschwörungstheorie von 30.000 Toten "durch das Regime", zuerst verbreitet vom The Guardian, der ähnlich wie in Syrien gerne auf solche Behauptungen ansprang. Aber Israel wollte eine Zahl von über 70.000, um vom Völkermord in Gaza abzulenken. Was sogar bei einem Teil der Medienkonsumenten gelang.

Falsche Friedensverhandlungen

Auch der zweite Teil des Plans verlief wie geplant. Die Amerikaner führten nicht nur erfolgreich „Friedensverhandlungen“, sondern die Iraner machten sogar zahlreiche Zugeständnisse und gaben Washington ungeahnte Zugeständnisse. So viele, dass man ganz schnell Teil drei beginnen musste, weil die Welt sonst stutzig geworden wäre.

Ermordung der Regierung

Auch die Auslöschung der politischen und teilweise militärischen Führung des Landes durch einen "Blitzkrieg" funktionierte. Noch nie hatte es ähnliche erfolgreiche Angriffe gegeben, welche praktisch die Führung eines Landes so komplett auslöschte. 40 Mitglieder der Regierung und das Staatsoberhaupt wurden ermordet, meist mit Teilen ihrer Familien, teilweise mit ganzen Häuserblocks, die dabei zerstört wurden. Was wäre wohl passiert, wenn der Iran in einem anderen Land einen solchen Terroranschlag durchgeführt hätte?

Einsetzung einer Marionette

Hier nun begann die Fehlkalkulation. Zwar fanden westliche Medien Unterstützer im Iran, welche die Massaker feierten, aber sie irrten sich maßlos darin, dass dies eine verbreitete Meinung war. Oder sagen wir lieber, sie wollten sich darin irren. Die überwiegende Mehrheit der Iraner, darunter auch große Teile der Demonstranten im Januar, war entsetzt. Viele fühlten sich an den Putsch von 1953 erinnert, der den Vater des in den Startlöchern stehenden neuen Schahs an die Macht, und eine brutale Diktatur eingeführt hatte.

Was die Analysten nicht sehen wollten oder absichtlich übersahen war außerdem: Zwischen dem 13. und 24. Juni 2025 hatte Israel den Iran angegriffen und wieder Atomwissenschaftler, Politiker, Zivilisten und Angehörige der Streitkräfte ermordet, manchmal mit der gesamten Nachbarschaft. Die iranische Bevölkerung, alle politischen Parteien, alle Strömungen, die es zweifelsohne gibt, waren sehr betroffen. Sie waren empört. Warum durften Israel und die Vereinigten Staaten einfach so Menschen in anderen Ländern ermorden und ungestraft davonkommen? Die Unterstützung für die iranische Regierung stieg sprunghaft an. Das klassische sich um die Fahne versammeln hatte begonnen. Die Iraner im Allgemeinen unterstützten ihre Regierung deutlich stärker und lehnten die USA und Israel viel stärker ab, als der Mossad angeblich angenommen hatte.

Da konnte Donald Trump dem iranischen Volk erklären, es sei nun an ihm, die Macht im Land zu übernehmen. Und sie taten es auch, aber ganz anders, als Trump es sich vorgestellt hatte. Die Menschen unterstützten die Kräfte im Land, welche ihr Leben bereit waren, zur Verteidigung zu opfern. Die Iraner schlossen sich zusammen und wehrten sich. Gemäß Völkerrecht hatten sie das volle Recht, auf einen völkerrechtswidrigen Angriff zu reagieren. Sie führten Verteidigungsangriffe durch, um die sie angreifenden Militärbasen am Golf auszuschalten, und schlossen die Straße von Hormus. Und viele wollten nun Rache, nicht nur für die aktuellen Angriffe, sondern auch für unzählige Morde und Demütigungen in der Vergangenheit.

Verwirrung bei Trump

Trump begriff gar nicht was passierte. Er hatte so einen schönen Plan. Dies erklärt seine widersprüchlichen Aussagen: Er sagte immer wieder, der Krieg werde, wie im ursprünglichen Plan vorgesehen, sehr schnell vorbei sein, räumte aber gleichzeitig ein, dass das Gegenteil der Fall war. Da kam die Formulierung „kurzfristiger Ausflug“? Er sagte auch, der Krieg werde nur vier Tage dauern. Und er sagte auch, der Krieg sei „bereits vorbei“. Wir sehen also, dass der Plan, wie er ihm verkauft wurde, eine schnelle Operation war, genau wie in Venezuela – das hatte er sich vorgestellt.

Was nun, nachdem Stufe 4 geplatzt war?

Man kann sich kaum vorstellen, dass Trump nun auch noch Bodentruppen einsetzen wird, nachdem seine Zustimmungsraten bereits so stark in den Keller gefallen waren, und die Zwischenwahlen im Herbst vermutlich verloren gehen. Aber man weiß nie. Anzunehmen ist nun, dass Trump ähnlich wie im Fall vom Jemen, Sieg erklärt, einpackt und abzieht. Und versucht Israel und die Anrainerstaaten noch zur Kriegsweiterführung zu ermuntern, wodurch die US-Rüstungsindustrie verdienen könnte.

Alleine werden diese niemals in der Lage sein, gegen die gehärtete iranische Gesellschaft ernsthaft "zu gewinnen". Sondern sie laufen Gefahr, dann noch viel größere Zerstörungen in ihren Ländern verkraften zu müssen, oder sogar Aufstände. Es wird dann ganz schnell zu echten regionalen Friedensverhandlungen kommen. Der Iran wird dauerhaft die Straße von Hormus kontrollieren und Maut dafür erhalten, ähnlich wie das Ägypten einst in einem Krieg erzwungen hatte. Wodurch der Wiederaufbau des Landes finanziert werden kann.

Der Iran hat schon erklärt, dass jede Friedensvereinbarung auch den Libanon beinhalten muss, d.h. den Abzug evt. noch vorhandener israelischer Besatzungskräfte, und ein dauerhafter Waffenstillstand mit dem Ziel eines Friedensvertrages. Inwiefern der Völkermord in Gaza eingeschlossen werden soll, ist noch unbekannt.

Die unbekannten Faktoren sind wie immer Israel und der unberechenbare Charakter eines Narzissten.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags. 

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Bild: Iranische Flagge mit terroristischem Schatten auf die rissige Wand gemalt

Bildquelle: zmotions / shutterstock

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Ostermarsch München 2026 am Karsamstag

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Völkerrecht statt Faustrecht: Münchner Friedensbewegung warnt vor Eskalationsspirale – Diplomatie jetzt!

Pressemitteilung des Münchner Friedensbündnisses.

Auf einen Blick

  • Anlass: Ostermarsch München 2026 unter dem Motto „Völkerrecht statt Faustrecht“.
  • Warnung: Die Erosion des Völkerrechts senkt Hemmschwellen – Eskalationsspiralen bis hin zu einem großen Krieg werden wahrscheinlicher.
  • Globaler Impact: Schon die Drohung selektiver Einschränkungen zentraler Seewege (u. a. Straße von Hormus/Route Richtung Suez) kann Energiepreise und Lieferketten weltweit destabilisieren.
  • Forderungen: UN-gestützte Diplomatie und Waffenruhen, keine Einflusszonen-/Annexions- und Regime-Change-Politik, Abrüstung statt Aufrüstung; keine neuen US-Raketensysteme in Deutschland.

Die Münchner Friedensbewegung sieht die internationale Sicherheitslage an einem gefährlichen Kipppunkt: Die Eskalation im Nahen und Mittleren Osten und der anhaltende Krieg in der Ukraine drohen sich gegenseitig zu verstärken. Wo das Gewaltverbot der UN-Charta missachtet und Diplomatie durch militärische Logik ersetzt wird, steigt das Risiko einer regionalen Kettenreaktion bis hin zu einem großflächigen Krieg.

Vor dem Ostermarsch 2026 fordert die Friedensbewegung eine konsequente Rückkehr zu Völkerrecht und Verhandlungen. Das Münchner Friedensbündnis, Veranstalter des Ostermarsches 2026, stellt seinen Aufruf unter das Motto „Völkerrecht statt Faustrecht“. Maßstab ist die Charta der Vereinten Nationen: Gewaltverbot, Schutz der Zivilbevölkerung und das Gebot, Konflikte friedlich beizulegen. Wenn diese Regeln zur Verhandlungsmasse werden, wird auch kollektive Sicherheit zur Illusion. Mit großer Sorge beobachten wir, dass die militärische Eskalation im Nahen und Mittleren Osten weitere Staaten und nichtstaatliche Akteure erfassen kann.

Der Ökonom Prof. Jeffrey Sachs hat in einem Interview mit Glenn Diesen vor einer Entwicklung „in Richtung Dritter Weltkrieg“ gewarnt, wenn Deeskalationsmechanismen versagen. Entscheidend ist: Je mehr das Völkerrecht politisch relativiert wird, desto geringer werden die Hemmschwellen für Gewalt – und desto schwerer wird es, Eskalationen wieder einzufangen. Zur militärischen Zuspitzung kommt eine gefährliche politische Rhetorik: Ankündigungen von „Regime Change“, Überlegungen zu Annexionen oder die Idee, die Welt erneut in Einflusszonen aufzuteilen, stehen im Widerspruch zu zentralen Prinzipien des Völkerrechts – der souveränen Gleichheit der Staaten, der territorialen Integrität und der Pflicht zur friedlichen Streitbeilegung. Solche Signale senken international die Schwelle für Gewaltanwendung und erhöhen das Risiko, dass Konflikte „durchgezogen“ statt verhandelt werden.

Die Erfahrung aus früheren Krisen zeigt: Wenn Regeln durch Macht ersetzt werden, greifen Automatismen – Bündnislogiken, Vergeltungsschläge, Missverständnisse, Fehleinschätzungen. In einer Lage mit mehreren parallel laufenden Kriegen und hoher Aufrüstung kann das schneller als erwartet in einen großen Krieg münden. Deshalb rückt beim Ostermarsch 2026 eine Botschaft in den Mittelpunkt: Völkerrecht statt Faustrecht – als Voraussetzung für Deeskalation, Waffenruhe und politische Lösungen.

Hinzu kommt ein weltwirtschaftlicher Risikofaktor: Schon die Ankündigung oder selektive Einschränkung sicherer Seewege in der Region – etwa in der Straße von Hormus – kann Energiepreise, Versicherungen und Lieferketten weltweit unter Druck setzen. Auch im Roten Meer ist die Lage fragil: In der Vergangenheit konnten Angriffe auf die Schifffahrt den Verkehr Richtung Suez-Kanal erheblich beeinträchtigen. Eine erneute Zuspitzung wäre ein zusätzlicher Eskalations- und Krisentreiber – mit globalen Folgen weit über die Region hinaus. Das Münchner Friedensbündnis fordert:

  • Konsequente Rückkehr zum Völkerrecht und zur UN-Charta: Keine Rechtfertigung von Angriffen durch Machtpolitik, „rote Linien“ oder Bündnislogik.
  • Keine Politik der Einflusszonen, keine Annexionen, keine „Regime Change“-Drohungen: Außenpolitik muss sich an UN-Charta und territorialer Integrität orientieren – auch gegenüber Kuba, Venezuela und in der Arktis.
  • Sofortige Deeskalation und ein belastbarer diplomatischer Prozess unter UN-Vermittlung – für Waffenruhen und Verhandlungen in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten sowie in weiteren Konfliktregionen.
  • Schutz der Zivilbevölkerung und uneingeschränkter Zugang für humanitäre Hilfe; Aufklärung möglicher Völkerrechtsverstöße durch unabhängige internationale Instanzen.
  • Abrüstung und Rüstungskontrolle statt Aufrüstungsspiralen – inklusive Deeskalationskanälen, Transparenz und Krisenkommunikation, um Fehlkalkulationen zu verhindern.
  • Keine Stationierung neuer US-Raketensysteme in Deutschland; keine Schritte, die Deutschland weiter zur Zielscheibe machen.

In den letzten Jahrzehnten wurden völkerrechtliche Strukturen gestärkt – darunter der Internationale Strafgerichtshof und weitere internationale Mechanismen zur Aufklärung schwerer Verbrechen. Diese Institutionen müssen unabhängig arbeiten können und dürfen nicht politisch unter Druck gesetzt werden. Wer das Völkerrecht als „Hindernis“ diskreditiert, bereitet eine Normalisierung militärischer Gewalt vor.

Heinz Michael Vilsmeier, Pressesprecher des Münchner Friedensbündnis: „Wer Frieden will, muss das Völkerrecht stärken – nicht umgehen. Jede weitere militärische Eskalation im Nahen und Mittleren Osten erhöht die Gefahr, dass immer mehr Staaten hineingezogen werden. Deutschland und Europa dürfen nicht Teil einer Eskalationslogik werden, sondern müssen auf Waffenruhe, Verhandlungen und UN-Vermittlung drängen.“

Brigitte Obermayer: „Wenn das Völkerrecht fällt, fällt die wichtigste Brandmauer gegen den großen Krieg. Darum lautet unsere zentrale Botschaft: Völkerrecht statt Faustrecht.“

Ostermarsch München 2026

Unter dem Motto „Völkerrecht statt Faustrecht – Gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit!“ lädt das Münchner Friedensbündnis zum Ostermarsch am Karsamstag, 04.04.2026 ein: 10.00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst (Dreifaltigkeitskirche, Pacellistr. 6), 11.15 Uhr Auftaktkundgebung (Marienplatz), 12.00 Uhr Demonstration, 13.15 Uhr Abschluss mit Infomarkt und Kulturprogramm (Marienplatz).

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Pressekontakt

Heinz Michael Vilsmeier – Pressesprecher Münchner Friedensbewegung
Telefon: +49 171 6827695
E-Mail: [email protected] 
Web: https://muenchner-friedensbuendnis.de 
Newsletter: https://interview-online.blog/newsletter/

Für Rückfragen steht die Koordinatorin des Münchner Friedensbündnisses Brigitte Obermayer zur Verfügung. Sie erreichen sie unter [email protected]

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Der Krieg gegen den Iran: Ein Wendepunkt für Teheran und die internationale Ordnung

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Der Krieg gegen den Iran: Ein Wendepunkt für Teheran und die internationale OrdnungInwiefern verändert dieser Krieg die Islamische Republik, deckt die Doppelmoral der internationalen Ordnung auf und verdeutlicht zivilisatorische Konflikte?

Patrick Ringgenberg (forumgeopolitica)

Einleitung – Die aktuelle Lage und die Dynamik des Krieges

Während der Krieg noch tobt, haben die letzten Wochen nach und nach die Elemente der iranischen Strategie offenbart, die sich irgendwo zwischen einem totalen Krieg, proaktiver Verteidigung und einer schrittweisen Reaktion bewegt. Da sie die Kontrolle über ihr eigenes Territorium und den Zeitplan haben, verknüpfen die Iraner militärische, wirtschaftliche und politische Ziele miteinander und setzen dabei auf eine stufenweise Strategie und vielschichtige Reaktionsmöglichkeiten: Sie wollen Israel und der US-Präsenz im Nahen Osten abschreckenden Schaden zufügen; sie wollen eine Kette wirtschaftlicher Druckmittel nach dem Matroschka-Prinzip und mit Dominoeffekt schaffen, um die Vereinigten Staaten, ein weitgehend den USA unterwürfiges Europa, die Ölmonarchien am Golf und letztlich den gesamten Planeten zu beeinflussen, mit dem Ziel, einen Zusammenfluss von Druck auf die Brandstifter des Nahen Ostens zu provozieren; die israelische Gesellschaft zu erschöpfen oder gar zu spalten und sie möglicherweise gegen die Politik ihrer Regierung aufzubringen; eine politische Krise in den Vereinigten Staaten zu provozieren, die unweigerlich entstehen wird, wenn jenseits steigender Treibstoffpreise die wahren Kosten des Krieges – vom Ausmaß der Zerstörung bis zur tatsächlichen Zahl der Toten und Verwundeten – unter dem Deckmantel der Kriegspropaganda und der Medienzensur zum Vorschein kommen. An mehreren Fronten, mit unterschiedlichen Zeitplänen – der wirtschaftliche Erstickung der Golfstaaten, Israels zunehmend unerträglicher Verwundbarkeit, amerikanischen Opfern oder der Verschlechterung der Weltwirtschaft – versucht der Iran, Wendepunkte zu schaffen, die es ihm ermöglichen, den Krieg zu seinen eigenen Bedingungen zu beenden.

Für die Iraner stellt der iranische Widerstand einen ersten Sieg dar: Eine Regionalmacht tritt der weltweit führenden Macht entgegen, nutzt dabei alle Aspekte der asymmetrischen Kriegsführung, macht sich ihr geostrategisches Umfeld und die globale Vernetzung des Handels voll zunutze und beherrscht die verschiedenen politischen, geopolitischen, wirtschaftlichen und psychologischen Zeitachsen. Zwar erleidet der Iran Zerstörungen, und seine Wirtschaft wird unweigerlich geschwächt werden, doch weiß der Iran bereits, dass seine Abschreckungsfähigkeit wirksam ist und dies auch bleiben wird: Seine zentrale geografische Lage und seine natürlichen Ressourcen werden unverändert bleiben; die Relevanz seiner Strategie sowie seine technologischen Fähigkeiten werden ebenfalls bestehen bleiben und sich weiterentwickeln und anpassen; und obwohl der Iran keine Atomwaffen entwickelt hat, zwingen ihn die Ereignisse fast zwangsläufig dazu, über nuklearen Schutz nachzudenken, sei es durch die eigene Herstellung solcher Waffen, durch den Erwerb von einem anderen Land oder durch die Einbindung unter den nuklearen Schutzschirm einer verbündeten Nation.

Wie und auf welche Weise man sich aus diesem Krieg befreien kann, bleibt derzeit ungewiss, auch wenn der Iran im Idealfall beabsichtigt, seine Maßnahmen fortzusetzen, bis seine Gegner in irgendeiner Form (sei es auch nur versteckt) nachgeben oder kapitulieren. Er verfügt bereits über die Mittel, um Druck hinsichtlich seiner Forderungen nach Zugeständnissen auszuüben: eine dauerhafte Nichtangriffsgarantie seitens der Vereinigten Staaten und Israels, auch wenn die Vergeltungsmaßnahmen des Iran an sich schon als Abschreckung gegen künftige Angriffe dienen könnten; die Zahlung von Reparationen für Kriegsschäden, auch wenn der Iran das, was ihm zweifellos verweigert werden wird, durch Steuern auf die Straße von Hormus, seine Öl- und Gasexporte sowie neue Handelsregeln mit seinen Partnern und Nachbarn sichern kann; Aufhebung der seit Jahrzehnten von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen, obwohl der Iran wahrscheinlich nicht auf eine (vielleicht hypothetische und in jedem Fall komplizierte) Aufhebung der Sanktionen warten wird, um sein wirtschaftliches Ökosystem anzupassen; das Recht auf nukleare Anreicherung im Rahmen des Nichtverbreitungsvertrags, vorausgesetzt, der Iran fühlt sich weiterhin verpflichtet, einen Vertrag einzuhalten, der Beschränkungen auferlegt, ohne Vorteile zu bieten, und mit einer Organisation – der IAEO – zusammenzuarbeiten, deren Rolle sich als zweideutig erwiesen hat.

In vielerlei Hinsicht wird der Iran so oder so als Sieger hervorgehen. Durch die Bombardierung von US-Stützpunkten im Persischen Golf und im Irak will er die Amerikaner aus der Region vertreiben: Entweder beschließen die Vereinigten Staaten einen dauerhaften Rückzug, was es dem Iran ermöglichen würde, ein neues Kräfteverhältnis mit den Königreichen oder Staaten der Region herzustellen; oder die USA behalten ihre Präsenz bei, die, in welcher Form auch immer, unweigerlich verwundbar sein wird und jedes Gebiet, in dem diese Präsenz besteht, ebenfalls verwundbar macht. Auf See wie auch von der Küste aus wird die Straße von Hormus unter der militärischen Kontrolle des Iran bleiben und somit ein strategischer Trumpf, ein wirtschaftlicher Hebel und der Friedhof jeder Streitmacht bleiben, die versucht, eine vom Iran verhängte Blockade zu durchbrechen. Was die Golfstaaten betrifft, die in den letzten Jahrzehnten dank der Marginalisierung eines unter Wirtschaftssanktionen stehenden Irans reich geworden und sich entwickelt haben, so haben sie ihre strukturelle Fragilität erkannt: So weit entfernt von den Vereinigten Staaten, so nah am Iran, sind sie einem geostrategischen Paradigma ausgeliefert, in dem Israel, ein westlich orientiertes Land, alle westlichen Prioritäten monopolisiert.

Israel und die Vereinigten Staaten glaubten, sie könnten ein „islamistisches Regime“ stürzen; doch es war das iranische Imperium, das zurückschlug; das Ergebnis wird eine Regionalmacht sein, die islamisch-nationalistisch geprägt ist, deren „revolutionäre“ Grundlagen mehr oder weniger erneuert wurden und deren imperial-religiöse Achse noch tiefer verwurzelt ist. In Verhandlungen werden die maximalistischen Forderungen eines Landes fast nie erfüllt, und der Iran wird sich, selbst aus einer Position der Stärke heraus, zweifellos in vielen Punkten mit der Realität abfinden müssen. Mit hoch erhobenem Kopf aus einem Konflikt hervorzugehen ist eine Sache, doch die Bewältigung der Nachkriegszeit erweist sich oft als weitaus heikler und schwieriger. Jenseits der nationalen Einheit, die sich auf die Verteidigung des Landes konzentriert, werden politische Spaltungen, soziale Spannungen und wirtschaftliche Probleme sehr schnell wieder in den Vordergrund der iranischen Szene rücken. Als Fortsetzung des am 9. März 2026 veröffentlichten Artikels „Warum der Iran den Krieg bereits gewonnen hat“ soll dieser Beitrag einige Lehren aus diesem Krieg aufzeigen: für den Iran, für die globale Geopolitik und für die Palästinafrage.

Eine Neugründung der Islamischen Republik Iran?

Das „iranische Regime“ dekonstruieren

Wenn das Ziel darin bestand, das „iranische Regime“ durch einen „Enthauptungsschlag“ zu stürzen, war die Operation bereits am ersten Tag gescheitert. Der Hauptgrund dafür ist eine grundlegende Unkenntnis der politischen Struktur des Iran und, im weiteren Sinne, seiner Gesellschaft und Kultur, wie bereits der Missbrauch des Begriffs „iranisches Regime“ offenbart. Während dieser Begriff eine gewisse Verachtung verrät (sprechen wir vom „französischen Regime“ oder vom „US-Regime“?), impliziert er zwei Vorurteile oder zwei Fehleinschätzungen.

Erstens verfüge die Islamische Republik, die im Zuge der Islamischen Revolution von 1979 gegründet wurde, über wenig Legitimität, da sie als ein künstlich aufgezwungenes neues System angesehen werde, das daher leicht untergraben oder sogar gestürzt werden könne. Die Islamische Republik ist in der Tat eine neuartige Struktur in ihrer hybriden Natur, die Demokratie, eine jakobinische Republik und religiöse Führung vereint. In ihrem Wesen und ihrer Funktionsweise ist sie jedoch in alten politischen Erfahrungen, organischen Traditionen und Strukturen verwurzelt. Ihr parlamentarisches System geht auf die konstitutionelle Revolution von 1906 zurück, in deren Verlauf ein Parlament eingerichtet und eine Verfassung ausgearbeitet wurde. Man kann sogar im Beispiel des Propheten Mohammed, der seine Gemeinschaft bei bestimmten Entscheidungen bereitwillig konsultierte, die islamischen Wurzeln eines Prinzips der Konsultation erkennen, das dem Volk übertragen wurde. Die Präsenz der Religion innerhalb des politischen Rahmens reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als das persische Königreich schiitisch wurde und die Monarchie fortan eng mit einem Klerus verbunden war, der seit Jahrhunderten als Fundament und Leitfigur der schiitischen Gemeinschaft gedient hatte.

Die Neuheit – und der Modernismus – der Islamischen Republik liegt in der Institutionalisierung einer obersten und dialektischen Form religiöser Führung innerhalb eines republikanischen Rahmens, obwohl das Konzept der Führung im schiitischen Sinne des Wortes ein uraltes ist, das tatsächlich bis zur Entstehung der schiitischen Abspaltung nach dem Tod des Propheten im Jahr 632 zurückreicht. Blickt man noch weiter zurück, reicht die Verbindung zwischen Macht und Religion bis in die Antike zurück, als die Könige der Achämeniden und Sassaniden behaupteten, ihre Stärke und Weisheit vom zoroastrischen Gott Ahura Mazda zu beziehen. Was den Verwaltungsapparat betrifft, genügt es, daran zu erinnern, dass die Iraner seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. und sogar nach der Ankunft des Islam im Dienste der abbasidischen Kalifen oder türkischen Herrscher daran gewöhnt waren, Königreiche und Reiche zu regieren. Die iranische Verwaltung, die historisch von Gelehrten mit einem breiten Wissensspektrum geführt wurde, war keineswegs nur eine Frage technokratischer Kompetenz, sondern auch ein Mittel zur Vermittlung der iranischen Kultur und somit über Jahrhunderte hinweg ein Rückgrat der Identität. Die iranische Verwaltung wurde durch die Pahlavi-Dynastie (1925–1979) westlich geprägt, ist jedoch in jahrhundertealten Traditionen der Regierungsführung und des Protokolls verwurzelt. Schließlich besteht eine echte Kontinuität zwischen der Pahlavi-Monarchie und der Islamischen Republik in Bezug auf die industrielle und infrastrukturelle Entwicklung sowie das Grundprinzip der Verwaltungsmodernisierung.

Das zweite Missverständnis besteht darin, dass die iranische Regierung wie eine vom Volk abgeschnittene Insel sei und dass sie auf Gewalt zurückgreifen müsse, um einen entscheidenden Mangel an Legitimität auszugleichen. Dass eine Kluft zwischen dem Volk und dem Staat besteht, ist eine bekannte Tatsache, und soweit wir das beurteilen können, ist dies eine seit langem bestehende Realität. Im 19. Jahrhundert schrieb der Graf von Gobineau, dass die Iraner „die unterschiedlichsten Regierungen gleichgültig über sich hinwegziehen sehen, ohne eine besondere Vorliebe für die eine oder andere zu entwickeln“ (Trois ans en Asie, 1859). Dies ist zudem einer der Gründe, die für den wiederkehrenden Autoritarismus der Regierungen im Iran angeführt werden. In Ermangelung eines Gesellschaftsvertrags zwischen Herrschern und Beherrschten oder eines festen Rechtsrahmens, der die Souveränität legitimiert, mussten die Behörden ihre schwache Legitimität durch eine starke, gelegentlich gewalttätige Präsenz kompensieren. Die Bevölkerung ihrerseits, die sich in Familieneinheiten organisierte und parallel dazu durch Stammes-, korporatistische oder religiöse Zugehörigkeiten strukturiert war, begnügte sich damit, zu ertragen und zu gehorchen, ohne Angst davor zu haben, gelegentlich gegen königliche Politik zu revoltieren, die als ungerecht oder illegitim angesehen wurde. Dies schafft eine Dynamik der Divergenz zwischen einer Regierung, die darauf bedacht ist, ihre Agenda durchzusetzen, und einer Bevölkerung, die mangels eines starken Pflichtbewusstseins die Zusammenarbeit verweigert; dies wiederum führt zu einem Anstieg des politischen Autoritarismus und folglich zu verstärkten Vermeidungsstrategien und zivilgesellschaftlichem Rückzug seitens der Bevölkerung. Im heutigen Iran lassen sich diese soziopolitischen Probleme in unterschiedlichem Ausmaß beobachten.

Allerdings haben die Pahlavi-Monarchie und in der Folge die Islamische Republik – sei es durch gezielte Maßnahmen oder manchmal auch unbeabsichtigt – diese Kluft zwischen Regierung und Bevölkerung ebenfalls verringert. Das Entstehen einer Mittelschicht im Zuge der Industrialisierung, Urbanisierung und Verwestlichung der Gesellschaft sowie die revolutionäre Politik, die eine neue Generation von Männern und Frauen hervorbrachte (der sogenannte „islamische Feminismus“), die sich am Leben des Staates und des Landes beteiligten, haben die Soziologie des Iran, die Wirtschaft der Gesellschaft und das Verhältnis zwischen Individuum und Politik verändert. Es bestehen nach wie vor Spaltungen zwischen den verschiedenen Machtzweigen (dem „Deep State“ und dem republikanischen Leben), zwischen den Eliten und der Bevölkerung sowie zwischen autoritärer Regierungsführung und einer Bevölkerung, die diese erträgt oder duldet. Andere Faktoren tragen jedoch dazu bei, die Iraner organisch miteinander zu verbinden, angefangen beim Nationalismus, der sie in allen Krisen, die das Land bedrohen, vereint: Dies war während des Iran-Irak-Kriegs (1980–88) der Fall, in dem sich die Iraner trotz ihrer politischen und sogar ethnischen Spaltungen zusammenschlossen, um ihr Land zu verteidigen; dies ist weitgehend auch im aktuellen Krieg der Fall. Für die Iraner im Iran wird der Wandel – sei er politischer oder sozialer Natur – aus dem Land selbst kommen, von seinen inneren Kräften, nicht aus dem Ausland und schon gar nicht unter dem Druck des Krieges. Für sie bedeutet der Schutz der Integrität der Nation gegen die derzeitige Aggression nicht, alle Maßnahmen der Regierung zu akzeptieren: Es geht lediglich darum, das Überleben der Heimat zu sichern, eine Voraussetzung für einen inneren Wandel, zu dessen Herbeiführung nur die im Iran lebenden Menschen die Macht und die Legitimität besitzen.

Der Iran der letzten dreißig Jahre und der Iran der Zukunft

Die Wahl des reformorientierten Präsidenten Mohammad Khatami im Jahr 1997, gefolgt von seiner Wiederwahl im Jahr 2001, spiegelte ein Land im Wandel wider. Der Aufstieg neuer Generationen, die Lehren und Enttäuschungen der Islamischen Revolution, das Aufkommen des Internets, die wachsende Erkenntnis in den höchsten Regierungskreisen, dass Nationalismus letztlich der größte gemeinsame Nenner unter den Iranern sei, sowie Präsident Rouhanis Politik nach chinesischem Vorbild (Öffnung des Landes durch die Wirtschaft) haben den Iran in den letzten dreißig Jahren geprägt. Auch in konservativen Kreisen, die zwei Jahrzehnte lang versucht hatten, die Gesellschaft zu moralisieren und sie – freiwillig oder mit Gewalt – zu re-islamisieren, hat sich ein Doktrinwechsel vollzogen. Angesichts des Braindrain, der Flucht der Iraner an die Strände und in die Nachtclubs der Türkei sowie des Aufkommens einer Jugend, die weder die Pahlavi-Ära noch die revolutionären Ideale ihrer Eltern kannte, setzte sich allmählich ein Doktrinwechsel durch. Anstelle eines gänzlich repressiven Ansatzes entschieden sich aufeinanderfolgende Regierungen dafür, im Land das zu entwickeln, was Iraner, ob jung oder alt, im Ausland suchten. In den 2000er Jahren kam es zur allmählichen Entstehung einer freizeitorientierten Gesellschaft, zum Bau von Einkaufszentren nach amerikanischem Vorbild, zur Verbreitung von Cafés, zur öffentlichen Intensivierung des kulturellen Lebens (Konzerte, Theater, Ausstellungen, Kinos), das zuvor begrenzt, eingeschränkt oder sogar verborgen gewesen war, sowie zu einer größeren Freizügigkeit in Bezug auf Alkohol, private Feiern, Hijab-Tragweisen und das öffentliche Zeigen von Zuneigung durch unverheiratete Paare.

In vielerlei Hinsicht hat die Gesellschaft sowohl eine gewisse Liberalisierung als auch die Entstehung eines neuen gesellschaftspolitischen Paradigmas erlebt. So mussten Anfang der 2000er Jahre Männer und Frauen bei Hochzeitsfeiern getrennt werden, und nur durch Bestechung war es möglich, gemischte Gästelisten in privaten Gärten zu haben; heutzutage veranstalten einige offizielle Organisationen Hochzeitssalons, in denen sich Männer und Frauen vermischen, während andere weiterhin eine physische Trennung der Geschlechter beibehalten, um traditionellere soziale Gruppen widerzuspiegeln, die tatsächlich die Mehrheit bilden. In den 2010er Jahren entstand eine neue Generation von Unternehmern, die nicht immer oder unbedingt religiös, aber grundsätzlich nationalistisch sind und Teil einer neuen Art von Vertrag mit dem Staat sind: Treue zum Prinzip der Islamischen Republik im Austausch für die Freiheit, ihre Unternehmen aufzubauen. Die Beziehung ist eine Win-Win-Situation: Der Staat profitiert vom Beitrag der neu gegründeten Unternehmen, eine Generation von Industriellen blüht auf, und der Nationalismus dient als „natürlicher“ Kitt, der Individuen (staatliche, parastaatliche oder private Eliten) mit unterschiedlichen und manchmal widersprüchlichen politischen oder religiösen Standpunkten zusammenhält. Schließlich hat die Islamische Republik politisch einen Diskurs angenommen, der eher imperial als panislamisch, eher nationalistisch als religiös ist, was einmal mehr die inhärente Komplexität des iranischen Systems verdeutlicht, das zugleich Nationalstaat, imperiale Republik, religiöse Heimat und Land der Religionen ist.

Es ist dieser Iran – ein Land im Umbruch –, der angegriffen wurde. Angesichts der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Iran, die der Unterzeichner seit dem Jahr 2000 verfolgt, stellt sich die Frage nach dem künftigen Kurs des Landes. Der Iran-Irak-Krieg könnte hier einen Anhaltspunkt bieten. Er wurde durch einen Angriff von Saddam Hussein ausgelöst, einem sunnitischen Präsidenten, der befürchtete, die iranische Revolution könnte auf sein Land übergreifen, in dem die Schiiten die Mehrheit bildeten. Entgegen allen Erwartungen hielten die Iraner stand, und der Krieg begründete ein neues Verhältnis zwischen Politik, Militär und Bevölkerung. Der Sturz des Schahs im Jahr 1979 zeigte, dass die iranische Armee, eine der stärksten der Welt, dennoch nicht in der Lage war, die Monarchie zu retten. Daher wurden im Frühjahr 1979 die Revolutionsgarden gegründet, gefolgt im Herbst desselben Jahres von einem Freiwilligenkorps, den Bassij, denen die neue Islamische Republik die heilige Pflicht übertrug, die Islamische Republik vor jedem Versuch eines royalistischen Staatsstreichs und vor jedem inneren oder äußeren Feind zu schützen, der sie bedrohen könnte. Der Krieg mit dem Irak ermöglichte den Aufstieg der Revolutionsgarden, einer Landstreitmacht, die sich auch zu einer Marine- und Luftwaffe entwickelte und nach dem Krieg schließlich zu einem militärisch-industriellen Komplex wurde. Eine ganze Generation iranischer Militärangehöriger, Beamter und Politiker wurde somit aus dem Iran-Irak-Krieg „hervorgebracht“, lernte, das Land in einem Kontext extremer Krisen zu führen, und übernahm anschließend verantwortungsvolle Positionen in allen Bereichen – militärisch, politisch, administrativ, akademisch und anderweitig. Man könnte annehmen, dass die israelisch-amerikanisch-iranischen Kriege zumindest teilweise einen ähnlichen Effekt hervorrufen werden: Eine alte Garde gewinnt neues Ansehen, während neue Generationen im Feuer geschmiedet werden und durch intensive Erfahrungen einzigartige militärische, verwaltungstechnische, diplomatische und politische Fachkenntnisse erwerben. All dies könnte eine Islamische Republik wiederbeleben, die ursprünglich auf der Wiederherstellung einer neuen Identität gegründet wurde, im Widerstand gegen westliche (insbesondere amerikanische) Einmischung und im Namen einer Rückbesinnung auf uralte religiöse Werte.

Zugegebenermaßen ist 1979 nicht 2026: Es kann sich hier nicht einfach um einen revolutionären „Neustart“ handeln. Wir können die gesellschaftspolitischen Veränderungen der letzten zwei Jahrzehnte nicht einfach auslöschen: die Verbreitung des Nationalismus, die verschiedenen laufenden Säkularisierungsprozesse, die Folgen der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“, die wirtschaftlichen Herausforderungen und die kulturelle Vielfalt einer iranischen Gesellschaft, die westlicher geprägt und politisch reifer ist als vor vierzig Jahren. Man kann jedoch vermuten, dass der offizielle Diskurs des Staates den Widerstand gegen die amerikanisch-israelische Aggression instrumentalisieren wird und dass nationaler Stolz und religiöse Gesinnung gestärkt werden, was zu einem Wiederaufleben der Identitätspolitik, einer gewissen Militarisierung des Staatsapparats und neuen kulturellen Imperativen führen wird. Es besteht Grund zu der Befürchtung, dass der Sicherheitskontext der Nachkriegszeit zumindest vorübergehend die Ausdrucksmöglichkeiten der Zivilgesellschaft einschränken und neue Formen der sozialen Kontrolle sowie ein neues Regime der Überwachung und Zensur schaffen wird. Dieser Kontext dürfte auch der Ausübung iranischer Soft Power nicht förderlich sein, die – vom Tourismus bis hin zu verschiedenen internationalen Initiativen – zumindest teilweise dazu beitragen würde, eine alternative Perspektive auf das Land zu bieten. Dies ist jedenfalls eine systemische Schwäche der iranischen Politik. Trotz all seiner kulturellen Schätze und trotz vielversprechender Projekte während der ersten Amtszeit von Mohammad Khatami (1997–2001) war der Iran nicht in der Lage, nicht willens oder unfähig, eine ehrgeizige, kohärente und effiziente Kultur- oder Tourismuspolitik zu entwickeln, die insbesondere auf westliche Länder ausgerichtet ist.

Die künftige Ausrichtung der nationalen Debatte wird stark vom neuen Obersten Führer, Mojtaba Khamenei (geb. 1969), dem Sohn von Ali Khamenei, abhängen, der am ersten Tag des Krieges ermordet wurde. Über die inneren Abläufe dieser Wahl ist wenig bekannt, doch zweifellos wurde sie weitgehend von den Umständen diktiert. Die Wahl von Ali Khameneis Sohn – Oberster Führer von 1989 bis 2026 – gewährleistet vor dem Hintergrund von Krieg und Krise Kontinuität in Doktrinen, Loyalitäten und Netzwerken, trotz der Fragen, die eine Wahl aufwirft, die einer dynastischen Nachfolge gleicht. In einem friedlicheren Kontext wäre der Ernennungsprozess zweifellos offener verlaufen. Obwohl von seinem Vater ausgebildet, gehört Mojtaba Khamenei dennoch einer anderen Generation an, und die Richtung, die er für das Land vorgibt, wird von einer Vielzahl komplexer Faktoren abhängen, die vom (psychologischen, wirtschaftlichen und kulturellen) Zustand einer vielschichtigen Nation bis hin zum neuen Nachkriegs-Machtgleichgewicht und den diplomatischen Beziehungen reichen. Insofern die Wahl von Mojtaba Khamenei eher aus einem Gefühl nationaler Dringlichkeit als aus einer religiösen Priorität der Ausrichtung zu resultieren scheint, erinnert die Situation in mancher Hinsicht an die Wahl seines Vaters. Im Jahr 1989 wurde Ali Khamenei eher aus politischen als aus religiösen Gründen ausgewählt: Er besaß damals nicht den für das Amt erforderlichen Rang eines Ayatollahs, und die Verfassung von 1979 wurde geändert, um eine Wahl zu ermöglichen, die den Beginn eines neuen – postrevolutionären – Zyklus für das Land markierte. Indem er sich auf die Revolutionsgarden stützte und die Integration von Geistlichen in staatliche Gremien förderte, löste Ali Khamenei komplementäre Prozesse der Militarisierung der Gesellschaft und der staatlichen Integration des Klerus aus, die das interne Gefüge des Landes stärkten, politische Akteure professionalisierten und das militärisch-religiöse Machtgleichgewicht institutionalisierten.

Selbst wenn der Krieg die Iraner näher zusammenbringt, wird der Iran nach dem Krieg mit seinen bereits bestehenden Herausforderungen konfrontiert sein: erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sowohl durch das Embargo als auch durch staatliche und nationale Dysfunktionalität verursacht und durch die Kriegsschäden noch verschärft werden; einer vielschichtigen Zivilgesellschaft mit unterschiedlichen oder divergierenden Interessen und Kulturen; den Spannungen zwischen Verwestlichung und Traditionalismus, staatlich sanktionierter Religion und säkularem Nationalismus sowie familienzentrierten Werten und Individualismus. Der Krieg wird mit ziemlicher Sicherheit in einigen Teilen der Elite zu einer Radikalisierung der antiwestlichen und antiimperialistischen Rhetorik führen, was das innenpolitische Klima im Iran sowie die diplomatischen Bemühungen stark belasten wird. Eine weitere Reihe von Fragen ergibt sich hinsichtlich der iranischen Diaspora, vor allem in Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada, die sich im Laufe der Jahrzehnte in mehreren Wellen gebildet hat und kaleidoskopische Beziehungen zum Iran unterhält: von Gegnern, die die Bombardierung ihrer Mitbürger feierten, indem sie Porträts von Reza Pahlavi schwenkten und auf den „Sturz des Regimes“ hofften, bis hin zu Wirtschaftsmigranten und Patrioten, die der Islamischen Republik mehr oder weniger kritisch gegenüberstehen, aber dennoch den iranischen Widerstand unterstützen. Dieser Krieg und seine Folgen werden sicherlich neue Dynamiken schaffen, zunächst unter den Iranern im Iran und den Iranern im Ausland, und dann in den Beziehungen zwischen den Gemeinschaften innerhalb und außerhalb des Iran.

Was sagt der Krieg gegen den Iran über die internationale Ordnung aus?

Persien und die westlichen Imperien

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels weigert sich der Iran zu verhandeln und beabsichtigt, seine Operationen fortzusetzen, bis er seine Ziele erreicht hat. Was sind das für Ziele? Man könnte vermuten, dass das Ziel darin besteht, ein neues Machtgleichgewicht zu schaffen, das bedeutend genug ist, um die Vereinigten Staaten und Israel dazu zu zwingen, nicht nur einen Waffenstillstand, sondern eine echte, dauerhafte und garantierte diplomatische Lösung des Konflikts zu akzeptieren. Die Analyse des Iran – der während der Verhandlungen zweimal angegriffen wurde – ist einfach: Nur Gewalt kann Gewalt besiegen; nur eine gewaltsame Reaktion wird jede weitere Versuchung zu einem Angriff unterbinden. Ohne über mögliche Ausgänge des Konflikts zu spekulieren – ein multilaterales Abkommen, ein Rückzug der USA, eine nukleare Eskalation usw. – lässt sich bereits jetzt die Bedeutung dieses Krieges innerhalb des historischen Moments diskutieren, den wir gerade durchleben: den einer geopolitischen Transformation, in der sich eine Ordnung, die aus dem Zweiten Weltkrieg und in weiterem Sinne aus der Renaissance hervorgegangen ist, allmählich wandelt, mit dem Aufstieg anderer internationaler Akteure (China, Russland, Indien, Südostasien, Brasilien), neue Konstellationen „blockfreier“ Nationen (BRICS+) und globalisierte Herausforderungen (wirtschaftlicher, technologischer, ökologischer, migrationspolitischer Art usw.), die den gesamten Planeten betreffen und Länder, die stärker denn je miteinander vernetzt sind.

Ab dem Ende des Mittelalters setzten in Europa tiefgreifende Veränderungen ein, deren volle Auswirkungen sich erst im Laufe von Jahrhunderten entfalten sollten: ein neues Verhältnis zur Religion nach dem Aufkommen des Protestantismus und den „Religionskriegen“, das zu modernen Formen des Säkularismus und Universalismus führte; die Entwicklung des modernen Staates und des Nationalismus, die in einer internationalen Ordnung von Nationalstaaten gipfelte, die in ihren Interessen rivalisierten und durch Diplomatie verbunden waren; ein philosophischer Rationalismus, der von Kant bis zur analytischen Philosophie allmählich ein Universum ohne Metaphysik entwarf; wissenschaftliche und technische Entwicklungen, die zur industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und zur heutigen IT-Revolution führten und eine im Wesentlichen materialistische und agnostische Weltanschauung bekräftigten.

Dieses europäische Entwicklungsmodell (die westfälische Weltordnung, der industrielle Kapitalismus, der philosophische Rationalismus, die wissenschaftliche Normativität) wurde durch Kolonialreiche, die sich von Amerika bis zum indonesischen Archipel erstreckten, schrittweise globalisiert: zunächst durch die Spanier und Portugiesen im 16. Jahrhundert, dann durch die Engländer, Franzosen und Niederländer zwischen dem 17. und dem frühen 20. Jahrhundert. Die erste Phase des westlichen Imperialismus, die die Azteken- und Inka-Zivilisationen zerstörte, war ein Bündnis aus Militär, Missionaren und Kaufleuten. Später reagierte der Kolonialismus vor allem auf wirtschaftliche Zwänge (die Ostindien-Kompanie, das Britische Empire) und trug den Wettbewerb zwischen den europäischen Nationen auf den gesamten Globus aus. Überall hat die Globalisierung in unterschiedlichem Maße eine Verwestlichung bewirkt: Sie hat Völker zum Christentum bekehrt (Amerika), alte Kulturen zerstört und überall das gebracht, was wir als Moderne bezeichnen – Technologien und Industrien, Verwaltungsorganisationen, Wirtschaftssysteme, politische Konzepte und Kunstformen. Überall hat diese Verwestlichung Spannungen und Rivalitäten, Synthesen und Spaltungen hervorgerufen: Konflikte und Kompromisse zwischen Tradition und Moderne, Religion und Säkularisierung, lokaler Identität und ausländischen Einflüssen, dem Nationalen und dem Internationalen. Heute bestehen diese Probleme fort, trotz (und manchmal gerade wegen) des Endes der Kolonialreiche und des Aufkommens einer multipolaren Welt.

Nur vor dem Hintergrund dieser langen Geschichte lassen sich die Position des Iran und die vielfältigen Herausforderungen, denen er gegenübersteht, verstehen. Persien wurde bereits im 16. Jahrhundert in die Geschichte der europäischen Kolonialreiche hineingezogen. Die Ausbeutung durch den Westen begann zaghaft mit den Safawiden-Kapitulationen (Handelsprivilegien, die europäischen Kaufleuten gewährt wurden und bisweilen überzogen waren); sie setzte sich fort mit dem Würgegriff Großbritanniens im 19. Jahrhundert – Russlands Rivale im Iran und in Zentralasien – und dann durch den dominierenden Einfluss Amerikas nach dem Zweiten Weltkrieg. Der europäische Einfluss, der während der Safawiden-Ära sporadisch und marginal gewesen war, gewann im Laufe des 19. Jahrhunderts unter den Kadscharen zunehmend an Stärke. Die Pahlavi-Politik der erzwungenen Verwestlichung und Säkularisierung führte zu einer Reihe sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Brüche, sodass die Islamische Revolution eine Art Gegenreaktion und eine teilweise unvermeidliche Neugewichtung darstellte. Im Gegensatz zu einer agnostischen, individualistischen und konsumorientierten Verwestlichung strebte die Revolution danach, einen anderen Gesellschaftsvertrag auf der Grundlage religiöser Werte zu etablieren, die Gesellschaft sowie Wissenschaft und Kultur zu islamisieren und das Land zum imperialen Zentrum des Panislamismus und zum Verfechter der Unterdrückten zu machen. Oftmals wurden diese Ideale schnell enttäuscht oder verzerrt, und die revolutionären Exzesse lösten vielfältige Entwicklungen innerhalb einer Gesellschaft aus, die von einer dreipoligen Identität (iranisch, schiitisch-islamisch, westlich geprägt) geprägt ist und sich aufgrund ihrer Pluralität niemals auf eine einseitige und exklusive Politik festlegen lässt. Wie dem auch sei, die Islamische Revolution strebte danach, das Land neu auf eine souveränistische, nicht-westliche und islamische Achse auszurichten, auch wenn die Verwestlichung der Gesellschaft nie aufgehört hat und obwohl die Vorherrschaft des nationalistischen Diskurses in den letzten zwanzig Jahren dem Iran eher den Charakter einer iranischen als einer islamischen Republik verliehen hat.

Der Iran und der westliche Neoimperialismus

Der aktuelle Krieg verdeutlicht ein Gründungsprinzip der Islamischen Revolution: den Antiimperialismus, nämlich die Verurteilung eines globalen Systems, das zwar auf Regeln zu beruhen scheint, in Wirklichkeit jedoch weitgehend einer westlich geprägten Agenda und Narrative unterworfen ist. Während die internationale Ordnung stets zwischen Regulierungsversuchen, dem Gesetz des Dschungels und einem globalen „Einkaufszentrum“ schwankte, verstärkt der aktuelle Krieg aus iranischer Sicht lediglich die Wahrnehmung einer Ordnung, die vordergründig multilateral ist, in Wirklichkeit jedoch grundlegend unausgewogen und einseitig von den Vereinigten Staaten dominiert wird. Von Westlern geschaffen, die sich von europäischen Konzepten des Nationalstaats und der durch den Westfälischen Frieden (1648) begründeten Art der zwischenstaatlichen Beziehungen inspirieren ließen, sind internationale Institutionen, Gesetze und Schiedsverfahren von wechselhafter Natur. Theoretisch auf rechtlicher Gleichheit basierend, sind sie in der Praxis abhängig von Machtdynamiken, geopolitischen Konstellationen und den expansionistischen oder hegemonialen Ambitionen bestimmter Mächte.

Für den Iran verdeutlicht die Atomfrage diese Voreingenommenheit im Völkerrecht, die von den mächtigsten Nationen ausgenutzt wird, um ihre eigenen geostrategischen Interessen zu verfolgen. Es gibt mindestens drei unterschiedliche Maßstäbe: zwischen Nordkorea (das stolz darauf ist, die Bombe zu besitzen, und dank dieser aus einer Position der Stärke heraus verhandeln kann), Israel (das über Atomwaffen verfügt, dies aber nicht zugibt, den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen nicht unterzeichnet hat und von niemandem dafür kritisiert wird, die Nuklearisierung des Nahen Ostens eingeleitet zu haben) und dem Iran, der keine Atombombe besitzt, den Nichtverbreitungsvertrag unterzeichnet hat und sich den Inspektionen der IAEO unterwirft, dafür aber wenig Gegenleistung erhält und als Schurkenstaat behandelt wird. Tatsächlich lässt sich die iranische Atomfrage aus historischer Perspektive als Vorwand für eine neoimperialistische Politik interpretieren, die die Nachfolge des westlichen Imperialismus im Nahen Osten antritt, der mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, und die unter jedem Vorwand danach strebt, den Iran als energiepolitischen, wirtschaftlichen und strategischen Knotenpunkt zu kontrollieren.

Die Rhetorik der „Demokratisierung“ des Iran folgt derselben versteckten Logik. Es besteht die Absicht, der Islamischen Republik durch die Bombardierung sowohl ziviler als auch militärischer Ziele Demokratie zu bringen, doch sind keine militärischen Maßnahmen zur Demokratisierung der saudischen Monarchie geplant. Die Forderung nach einem (den Vereinigten Staaten gegenüber) „freundlicheren“ iranischen Regime bedeutet nichts anderes, als den Iran aus geostrategischen und wirtschaftlichen Gründen wieder in den Einflussbereich der USA zu bringen: um dem russischen Einfluss und chinesischen Projekten im Nahen Osten entgegenzuwirken; um Saudi-Arabien und die Ölmonarchien am Persischen Golf zufrieden zu stellen, die unweigerlich geschwächt und an den Rand gedrängt würden, wenn der Iran, eine historische Regionalmacht, sein volles Potenzial entfalten würde. Der aktuelle Krieg ist in dieser Hinsicht ein neoimperialistischer Krieg, der die iranische Analyse der internationalen Ordnung bestätigt: Nur das Kräfteverhältnis zählt; freiwillige oder passive Unterordnung unter die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten wird verlangt, unter Androhung von Sanktionen und Ächtung; Die Westzentriertheit des Systems schürt die Heuchelei seiner Rhetorik, deren Leitmotive (Menschenrechte, Demokratie usw.) in Wirklichkeit räuberische Ambitionen legitimieren. Es ist vielleicht kein Zufall, dass von allen europäischen Ländern nur Spanien energisch und gegen den Strom die US-israelische Aggression angeprangert hat. Nachdem Spanien im 16. Jahrhundert gemeinsam mit Portugal die ersten Kolonialreiche gegründet hatte, gibt es dort heute politische Bewegungen, die für das Thema Imperialismus sensibel sind und für die die westliche Haltung gegenüber dem Iran tatsächlich Teil einer neoimperialistischen Agenda ist.

Der Iran ist zudem von den Spaltungen innerhalb der muslimischen Welt betroffen. Am 16. März 2026, einen Tag vor seinem Tod bei einem israelischen Angriff, hatte Ali Larijani einen Aufruf an die Umma, die muslimische Gemeinschaft, gerichtet und sie dazu aufgerufen, sich gegen Israel und die Vereinigten Staaten zu wehren. Die Strategie des Iran angesichts des US-israelischen Angriffs wird ihm zweifellos bei vielen muslimischen Bevölkerungsgruppen Popularität verschaffen. Die Koordination zwischen dem Iran, der Hisbollah, pro-iranischen Milizen im Irak und den Houthis im Jemen hat zudem einer „Achse des Widerstands“ neues Leben eingehaucht, von der viele glaubten, sie sei geschwächt und unter Kontrolle. Abgesehen vom regionalen Wiederaufleben von Allianzen, Kampfeslust und Idealen des Kampfes darf man dennoch bezweifeln, dass der Aufruf an die Umma innerhalb einer Konstellation islamischer Länder mit unterschiedlicher Geschichte, rivalisierenden Interessen und kulturell sowie historisch unterschiedlichen Formen des Islam eine nennenswerte Wirkung haben wird. Seit dem Tod des Propheten Mohammed ist die muslimische Gemeinschaft entlang religiöser Linien (Spaltung zwischen Sunniten, Schiiten, Charidschiten usw.), politischer Linien (dynastische Zersplitterung der muslimischen Welt, gefolgt von der Aufteilung in Nationalstaaten), ethnischer Linien (die muslimische Welt ist ein Mosaik aus Völkern) und kultureller Linien (Religion ist stets in eine Kultur eingebettet, die ihre gelebte Erfahrung prägt) gespalten.

Zur Zeit der Islamischen Revolution strebte der Iran, getrieben von dem Wunsch, imperialen Einfluss auszuüben, danach, zur Speerspitze des Islam in der Welt zu werden. Er stieß jedoch auf die Realitäten der Realpolitik und auf Spaltungen innerhalb der muslimischen Welt. Der Iran ist ein schiitisches Land, während die Mehrheit der muslimischen Welt sunnitisch ist. Religiöse Annäherung mag bis zu einem gewissen Grad und unter bestimmten Umständen möglich sein, doch sie kann weder die Ablehnung des schiitischen Islam durch die Sunniten noch den Vorwurf der Schiiten, der sunnitische Islam sei von der ursprünglichen Form des Islam abgewichen, verschleiern oder herunterspielen. Der Iran-Irak-Krieg war ein Paradebeispiel für diese Spannungen und trug tatsächlich dazu bei, einen iranischen Nationalismus wiederzubeleben, den Ayatollah Khomeini im Namen einer größeren Einheit der Umma beiseite schieben wollte. Während der Iran sich für die Sache der Palästinenser einsetzte, stellte sich die Palästinensische Befreiungsorganisation auf die Seite des Irak gegen den Iran; und während die Revolutionäre Israel als den „zionistischen Staat“, den Vorposten des westlichen Imperialismus im Nahen Osten, brandmarkten, leistete Israel dem Iran in seinem Krieg gegen den Irak finanzielle und logistische Hilfe.

Man kann daher die selbstbewusste Souveränität und den kulturellen Protektionismus des heutigen Iran nicht verstehen, ohne sich von einem westlich geprägten Diskurs zu lösen, der für sich beansprucht, Schiedsrichter über Zivilisationen, Recht und Werte zu sein. Die kulturelle Vielfalt der Welt ist eine alltägliche Realität, doch gibt es einen kulturzentrierten Egozentrismus, der bestrebt ist, ein Land nach westlichem Vorbild als das ultimative Staatsmodell, als Maßstab für Zivilisation und als Referenzpunkt für die Entwicklung sozialer Identität zu betrachten. Wenn man die unzähligen Analysen dieses Konflikts hört oder liest, fällt unweigerlich auf, in welchem Maße die überwiegende Mehrheit davon dominanten Paradigmen unterliegt, nämlich einer westlich geprägten Weltanschauung und einem amerikanischen geostrategischen Paradigma. Folglich herrscht eine quasi-institutionelle Ignoranz oder eine fast systematische Voreingenommenheit gegenüber nicht-westlichen Ländern und Kulturen, die im schlimmsten Fall von Islamophobie, kultureller Fremdenfeindlichkeit oder imperialistischer, ja sogar kolonialistischer Verachtung untermauert wird.

Angesichts des aktuellen Konflikts und seiner Berichterstattung in den Medien lässt sich natürlich der Einfluss amerikanischer und pro-israelischer Lobbygruppen erkennen, die seit Jahrzehnten in Thinktanks, an Universitäten und in den Medien einseitige Weltanalysen finanzieren, die voller blinder Flecken und Lücken sind und heute als Kriegsmaschinerie dienen, um die Bomben zu begleiten oder jede differenzierte und pluralistische Wahrnehmung der Ereignisse zu verschleiern. Allgemeiner betrachtet gibt es jedoch ein projiziertes Bild des Iran, das zwischen Dämonisierung und orientalistischen Klischees oszilliert und zu einem Habitus geworden ist, den die meisten Journalisten und Fernsehexperten ohne Reflexion oder Hinterfragen übernehmen. Dieser Habitus fügt sich in einen breiteren Rahmen ein: ein westzentriertes Paradigma, das in der von den europäischen Kolonialreichen ab dem 16. Jahrhundert betriebenen Verwestlichung verwurzelt ist und das trotz Globalisierung, Tourismus und postkolonialer Studien nach wie vor politischen Kreisen und den Medien, selbst in bestimmten nicht-westlichen Ländern, großen Einfluss ausübt. An der Schnittstelle grundlegender Fragen ergibt auch die Palästinafrage nur dann einen vollständigen Sinn, wenn man sie durch die Linse einer langen und facettenreichen Geschichte betrachtet.

Die vielen Facetten der Palästinafrage

Ein geopolitischer, religiöser und historischer Scheideweg

Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas einen Terroranschlag auf Israel. Das Ausmaß und die Raffinesse des Angriffs kamen überraschend, doch für diejenigen, die die seit 1948 bestehende Palästinafrage nicht vergessen hatten, war eine solche Aktion keine Überraschung. Das Stocken des Oslo-Prozesses nach der Ermordung von Premierminister Yitzhak Rabin (1995), die schrittweise Normalisierung der Beziehungen zwischen bestimmten arabisch-muslimischen Staaten und Israel, die Fortsetzung der israelischen Siedlungsaktivitäten im Westjordanland unter Verletzung aller Abkommen, der demografische Druck im Gazastreifen und die völlige Gleichgültigkeit westlicher Diplomaten gegenüber einer Lösung der Palästinafrage konnten nur eine Explosion der Gewalt unter jenen – den Palästinensern – hervorrufen, die sich allmählich von allen vergessen fühlten. Durch einen dreifachen Effekt aus Übertreibung, Amnesie und Vereinfachung haben die westlichen Medien versucht, den israelisch-palästinensischen Konflikt auf den Anschlag vom 7. Oktober zu reduzieren und dabei 75 Jahre Geschichte sowie jegliche anthropologische Komplexität auszulöschen. Wenn die israelisch-palästinensische Krise so bedeutend ist, während es so viele andere Konflikte gibt, die weder die gleiche Wirkung noch die gleiche Bedeutung haben, dann liegt das daran, dass sie an der Schnittstelle mehrerer historischer, religiöser und zivilisatorischer Bruchlinien liegt:

Die Kluft zwischen Kolonialismus und Entkolonialisierung. Israel ist eine echte Demokratie, aber auch ein wahrhaft kolonialer Staat, mit allem, was dies an Gewalt (militärischer, administrativer, juristischer, ja sogar kultureller Art) und radikaler Asymmetrie zwischen Kolonisatoren und Kolonisierten mit sich bringt. Der vielschichtige Widerstand der Palästinenser ist zugleich die jüngste Manifestation der Entkolonialisierungskämpfe, die die Jahre 1940–1970 prägten. In einer Pressekonferenz am 27. November 1967, nach dem Sechstagekrieg, erklärte Charles de Gaulle, dass Israel „in den von ihm eroberten Gebieten eine Besatzung organisiert, die ohne Unterdrückung, Repression und Vertreibungen nicht fortgesetzt werden kann, und dass dort Widerstand dagegen entsteht, den es seinerseits als Terrorismus bezeichnet.“ Alles war gesagt, und nichts hat sich geändert. Die Hamas oder die Hisbollah auf diese Weise auf terroristische Gruppen zu reduzieren, bedeutet, den historischen Grund für ihre Entstehung, die Wurzel und den Kontext der Gewalt zu ignorieren und eine eindimensionale Sichtweise einzunehmen, die den Anderen essentialisiert, während man vor den eigenen Augen verschließt. Wie wir wissen, gibt es keine präzise Definition von Terrorismus, denn die Realitäten von Konflikten sind stets multidimensional, und in gewalttätig aufgeladenen und polarisierten Umgebungen wird man in den Augen des anderen leicht selbst zum Terroristen. Auch wenn eine bestimmte Handlung im Lichte bestimmter ethischer oder rechtlicher Grundsätze als terroristisch eingestuft werden mag, ist es doch wichtig, ihre Ursachen, Absichten und ihren ideologischen Kontext zu beleuchten: nicht um sie zu rechtfertigen, zu entschuldigen oder zu relativieren, sondern weil nur eine sachliche Analyse es uns letztlich ermöglichen wird, relevante und nachhaltige Lösungen zu finden, seien sie diplomatischer oder militärischer Natur.

Die Kluft zwischen der christlichen und der islamischen Welt. Seit dem Aufkommen des Islam im 7. Jahrhundert werden Muslime als militärische Feinde wahrgenommen, die ständig Krieg führen, um das „Haus des Islam“ zu erweitern, sowie als missionarische Eroberer, die die christliche Identität und die eigenständige Kultur Europas und des Westens bedrohen. Das Ziel hier ist nicht, zu erörtern, was reine Fantasie ist (westliche Muslime als „fünfte Kolonne“ des „großen Austauschs“ des Christentums durch den Islam) oder politische Schmährede (Vorwürfe des „Islamo-Linksextremismus“), sondern vielmehr festzustellen, dass der israelisch-palästinensische Konflikt in vielerlei Hinsicht Teil eines seit langem bestehenden westlichen Misstrauens gegenüber dem Islam ist. Im Gegensatz zum Islam ist das Judentum keine universelle Heilsreligion: Man kann leicht Muslim werden, aber man wird als Jude geboren, und die Konversion zum Judentum ist ein ebenso langwieriger wie außergewöhnlicher Prozess. Darüber hinaus ist Israel ein stark westlich geprägtes Land, dessen historische Grundlagen im 19. Jahrhundert auf der Einwanderung von Juden aus Osteuropa beruhen, die daher kulturell europäisiert waren. Im Vergleich zum Islam fühlen sich Westler daher nicht durch jüdische Missionierung bedroht – die es tatsächlich gar nicht gibt – und können sich einer zionistischen Sache anschließen – selbst in ihrer religiösen Form –, ohne ihr Christentum aufzugeben. Zudem bedeuten die kulturelle Bedeutung der Juden in der europäischen Geschichte sowie der westliche Charakter Israels – ungeachtet des Einflusses ultraorthodoxer Juden –, dass sich Westler offenbar Israel näher fühlen als jedem muslimischen Land; oder jedenfalls verbünden sie sich bereitwillig mit Israel, wobei sie ihren unterdrückten Antisemitismus beiseite lassen und trotz Israels kolonialer Gewalt gegen einen Islam vorgehen, der als heimtückische und unüberwindbare Bedrohung wahrgenommen wird.

Der Westen gegenüber dem Globalen Süden, den blockfreien Staaten und dem „Osten“. Für Westler, die von ihrem Modell der politischen Organisation und des gesellschaftlichen Lebens überzeugt sind, ist es oft kaum vorstellbar, dass andere anders denken könnten, dass nicht-westliche Länder eine andere Geschichte haben könnten und dass die Werte, Kämpfe oder Prioritäten der einen nicht (unbedingt) denen der anderen entsprechen. Westler betrachten die Gründung Israels als eine von der Vorsehung gewollte Wiedergutmachung für das Trauma des Holocaust, während diese Gründung aus „nicht-westlicher“ Perspektive als eine vom westlichen Imperialismus begangene koloniale Ungerechtigkeit wahrgenommen wird, die weitere Traumata (die Nakba) verursacht und symbolisch für eine reflexartige Verachtung gegenüber östlichen und muslimischen Bevölkerungsgruppen steht. Der Konflikt der Standpunkte zur israelisch-palästinensischen Frage – zwischen der überrepräsentierten und übermäßig publizierten westlichen Interpretation und alternativen, weniger verbreiteten und marginalisierten Standpunkten – ist einmal mehr bezeichnend für eine Kluft zwischen der geopolitischen Dominanz westlicher Länder und der „Peripherisierung“ nicht-bündnisgebundener Länder, unabhängig davon, ob diese Opfer des westlichen Kolonialismus und Imperialismus waren oder nicht.

Die Kluft zwischen Erinnerung, Information und Geschichtsschreibung. Wenn Muslime betonen, dass der Holocaust eine europäische Geschichte sei und dass kein Konzentrationslager jemals den Boden des Nahen Ostens mit Blut befleckt habe, offenbaren diese – rein sachlich korrekten – Äußerungen die grundlegende Kluft zwischen den Geschichtsauffassungen und die Unterschiede im historischen Bewusstsein. Die Leugnung des Holocaust ist im Iran weit verbreitet, und Präsident Ahmadinedschad hat sich als ihr Sprachrohr betätigt, indem er den Holocaust als Mythos bezeichnete. Da es an einem angemessenen Geschichtsverständnis mangelt, zielt dieser Leugnungstendenz im Grunde darauf ab, die westliche Exklusivität der Geschichte und ihrer Interpretation in Frage zu stellen. Für Iraner, die nicht alle Leugner sind, ist der Holocaust jedenfalls eine jüdische und europäische Geschichte, keine iranische. Sie sehen in der Verabsolutierung des jüdischen Leidens ein historiografisches Monopol, das dazu führt, dass das Leiden aller anderen verschleiert wird, von den Iranern selbst – dem Iran-Irak-Krieg oder dem lange verschwiegenen Leid der beiden Weltkriege – bis hin zum ghettoisierten Leid der Palästinenser. Die Allgegenwart der israelischen Perspektive in westlichen Medien, Politik, Diplomatie und Wissenschaft wird somit als eine westliche Aneignung der Geschichte wahrgenommen, mit ihren kulturellen, strategischen und (geo)politischen Wurzeln und Konsequenzen. Die Verwestlichung besteht in der Tat nicht nur darin, politische Ideen (liberale Demokratien), Technologien (das Internet), Wirtschaftsmodelle (kapitalistische) oder Konsumgewohnheiten (Coca-Cola & Co.) weltweit zu verbreiten: sie beinhaltet auch, manchmal auf subtile Weise, die Durchsetzung eines westzentrierten Geschichtsverständnisses, das die westliche Geschichte, ihre Geschichtsschreibung und ihre Interpretationen zum Wissensstandard, zum Maßstab für Geschichtsbewusstsein und zur hermeneutischen Referenz für Ereignisse macht. Seit Jahrzehnten bieten Universitäten nicht-westzentrierte und postkoloniale Geschichtsdarstellungen an, doch diese Werke haben, gemessen an westlichen politischen Entscheidungen und diplomatischen Standpunkten, letztlich nur sehr geringen Einfluss. Darüber hinaus nützt es nichts, Bücher lediglich zu lesen: Man muss sie auch verinnerlichen, damit das Wissen über andere Kulturen nicht bloß ein Katalog von Daten und Fakten ist, sondern die Fähigkeit, eine andere Kultur von innen heraus und im Rahmen ihrer eigenen Geschichte zu verstehen.

Der pro-palästinensische und antiimperialistische Iran

Seit 1979 hat der Iran das von König Mohammad-Reza Pahlavi etablierte diplomatische Paradigma auf den Kopf gestellt. Im Namen einer panislamischen Politik und einer antiimperialistischen Haltung hat sich der Iran für die Palästinenser gegen die israelische Kolonisierung eingesetzt. Infolgedessen hat er den Staat Israel, der nun als „zionistischer Staat“ bezeichnet wird, delegitimiert. Er betrachtet diesen als ein Land, das durch westliche imperialistische Machenschaften unrechtmäßig geschaffen wurde, sich durch eine modernistische Instrumentalisierung des Judentums und eine anachronistische Auslegung des Alten Testaments selbst legitimiert und von gesetzloser und grenzenloser expansionistischer Gewalt angetrieben wird.

Seit den 2000er Jahren malte man sich gerne aus, der Iran strebe den Erwerb einer Atombombe an, um Israel von der Landkarte zu tilgen – was weder militärisch noch politisch Sinn ergab und zudem gegen religiöse, koranische und theologische Gebote verstieß. Der Iran strebt die Auflösung des Kolonialstaates Israel an, nicht die Vernichtung des jüdischen Volkes. Als Muslime sind die Iraner zudem verpflichtet, Juden zu respektieren, da der Koran Respekt vor dem Judentum verlangt. Schließlich schreibt die schiitische Theologie den Verteidigungskrieg vor, während der Angriffskrieg verboten ist, da nur ein Imam, der Erbe des Propheten Mohammed, ihn erklären darf. Der zwölfte Imam, Imam Mahdi, verschwand jedoch im Jahr 941 und wird erst am Ende der Zeit zurückkehren: In seiner Abwesenheit können religiöse Führer nicht die Initiative ergreifen, Krieg zu führen, da sie weder die Autorität noch das Wissen eines der zwölf historischen Imame besitzen. Daher ist Antizionismus im Iran weit verbreitet, und obwohl er eine Form von Antisemitismus verbergen mag, verurteilt ein gängiger Diskurs den israelischen Kolonialismus, ohne Juden schaden oder das Judentum ablehnen zu wollen.

Es gibt nach wie vor eine jüdische Gemeinde im Iran, vor allem in Teheran, die heute zwar nur noch wenige Tausend Menschen umfasst, aber auf eine tausendjährige Geschichte im Nahen Osten zurückblicken kann. Elemente der alten iranischen Geschichte finden sich im Alten Testament (Das Buch Ester), und in der muslimischen Ära erlebte eine bemerkenswerte jüdisch-persische Kultur ihre Blütezeit. Während der Pahlavi-Ära bestanden sehr gute (wenn auch inoffizielle) Beziehungen zwischen Israel und dem Iran. In den 1950er Jahren kam es sogar zur Gründung einer Sicherheitskooperation zwischen Israel, dem Iran und der Türkei (die Trident-Organisation), die darauf abzielte, dem Einfluss des Panarabismus entgegenzuwirken. Iraner und Israelis teilen mehrere kulturelle Merkmale: Weder arabisch noch türkisch, stellen sie eine Form kultureller Einzigartigkeit im Nahen Osten dar und teilen eine alte Geschichte (für die Juden größtenteils in der Diaspora) sowie eine ähnliche philosophische und kulturelle Komplexität (jüdisches Denken und persische Philosophie). Selbst aus religiöser Sicht besteht eine gewisse Affinität zwischen den Juden, einem im Laufe der Geschichte verfolgten auserwählten Volk, und den Schiiten, die behaupten, den wahren, ursprünglichen Islam zu praktizieren, und gerade deshalb von der sunnitischen Mehrheit verfolgt werden.

Der mit der Revolution einsetzende geopolitische Wandel in Bezug auf Israel ist religiöser Natur (die Verteidigung der muslimischen Palästinenser gegen den zionistischen Kolonialismus), auch wenn religiöse, ethnische und kulturelle Unterschiede die iranischen Schiiten indoeuropäischer Herkunft von den Palästinensern trennen, die Araber und Sunniten sind. Die Verteidigung der Palästinenser ist auch Teil eines Kampfes gegen die räuberische Verwestlichung, der sich auf die historischen Erfahrungen der Iraner seit dem frühen 19. Jahrhundert stützt, vom anglo-russischen Imperialismus in Persien bis zum von der CIA angeführten Sturz von Premierminister Mossadegh (1953). Nicht alle Iraner teilen diesen Kampf, auch wenn sie alle eine Form nationaler und kultureller Souveränität beanspruchen. „Weder Palästina noch Libanon“ ist seit den 2000er Jahren ein gängiger Slogan für diejenigen, die den Iran in den Mittelpunkt ihrer Anliegen stellen wollen.

Man muss sich jedoch sowohl vor Vorurteilen als auch vor einer allzu naiven Interpretation hüten. Die Tatsache, dass die iranische Regierung den israelisch-palästinensischen Konflikt möglicherweise für innenpolitische oder internationale diplomatische Zwecke instrumentalisiert hat, sollte nicht die aufrichtige Empathie für die palästinensische Sache und die Überzeugungen ihrer Anhänger verschleiern, die allzu leicht als bloße Ideologie oder politisches Manöver abgetan werden. Als innerhalb des Islam oft bedrohte Minderheit empfinden die Schiiten echtes Mitgefühl für Völker, die von einer übermächtigen Kraft unterdrückt werden. Andererseits ist es zwar verständlich, dass viele Iraner die Spannungen mit Israel auf die Entscheidung für eine militante Verteidigung der Palästinenser auf Kosten diplomatischen Realismus zurückführen, doch ist es ebenso nachvollziehbar, dass die Dämonisierung des antiimperialistischen Iran Teil eines Medienkriegs und propagandistischen Opportunismus ist. Der Iran ist nicht das erste Land, das sich gegen den Kolonialismus stellt, doch die iranische Unterstützung für die Hisbollah, die 1982 nach der israelischen Invasion im Südlibanon gegründet wurde, ist ein Glücksfall für diejenigen, die den Iran durch eine auffällige, aber unehrliche Abkürzung als Förderer des internationalen Terrorismus darstellen wollen. Doch lassen Sie uns noch einmal betonen: Hinter dem diffamierenden, wirtschaftlichen oder militärischen Druck auf den Iran verbirgt sich die grundlegende Frage der Kontrolle über den Nahen Osten, die die Vereinigten Staaten nach der Islamischen Revolution von 1979 teilweise verloren haben und die sie mit dem aktuellen Krieg sicherlich noch weiter verlieren werden.

Der Iran und Israel gelten seit langem als zwei intelligente Gegner – das heißt, als zwei Länder, deren politische und militärische Führung sich gut genug kennt, um keine roten Linien zu überschreiten oder sich auf unumkehrbare militärische Abenteuer einzulassen. Die israelisch-iranischen Kriege haben nicht gezeigt, dass diese Behauptung falsch war, sondern dass Benjamin Netanjahu, der seit 1996 politisch einflussreich ist, die Politik Israels erheblich verändert hat. Die israelische Gesellschaft selbst hat sich gewandelt, insbesondere aufgrund politischer Umbrüche, der Auswanderung von Israelis, die nicht mehr in Israel leben konnten, und der Einwanderung von Juden mit radikaleren zionistischen Ansichten nach Israel. Die Kriege von 2025 und 2026 entmystifizierten zudem in gewissem Maße den Mossad und offenbarten gleichzeitig eine iranische Leistungsfähigkeit, die aufgrund von Vorurteilen unterschätzt oder herabgewürdigt worden war. Obwohl der Mossad über Erfahrung bei der Durchführung außergewöhnlicher technischer Operationen verfügte, war er dennoch nicht in der Lage, die iranische Gesellschaft und die Natur der Regierungsführung im Iran zu verstehen: Diese Unkenntnis oder Blindheit ist die grundlegende Ursache für seine Misserfolge, die von Versuchen, die iranische Bevölkerung zum Aufstand gegen ihre Regierung anzustacheln, bis hin zu Kriegen reichen, die darauf abzielten, das „iranische Regime“ zu stürzen und das Land zu balkanisieren.

Was können wir nach 47 Jahren voller Spannungen und zwei Kriegen, in denen der Gazastreifen in Trümmern liegt und das Westjordanland von einer brutalen und ungerechten Siedlungsausweitung heimgesucht wird, von einer diplomatischen Lösung erwarten? Auch auf die Gefahr hin, inmitten so vieler Stimmen, die eine auf Macht basierende Eschatologie propagieren, naiv zu wirken: Die einzige dauerhafte Lösung ist eine politische, selbst wenn sie eingebettet ist in einen neuen „Kalten Krieg“ und ein Gleichgewicht aus wirtschaftlichen und militärischen Spannungen. Im Idealfall würde dies eine Rückkehr zum Völkerrecht und zur rechtlichen Gleichheit der Staaten erfordern. Einerseits die Einschränkung des israelischen Exzeptionalismus – an der Schnittstelle einer abscheulichen Tragödie (des Holocaust), einem unerschütterlichen Überlebenswillen, einer religiösen Identität (das „auserwählte Volk“) und einer Entscheidung für ein geostrategisches Bündnis (Israel, der einzige westliche Staat im Nahen Osten) – und die es ihm ermöglicht, unter dem Schweigen oder sogar dem Segen seiner Verbündeten alle Rechte zu verletzen – seien es die des Kriegsrechts, des humanitären Rechts oder der UN-Resolutionen. Andererseits die Anerkennung des Iran – eines seit Jahrzehnten mit Sanktionen belegten Landes – als voll souveränen Staat, weder als Paria noch als „Schurkenstaat“, und seine Wiedereingliederung in einen gleichberechtigten und rechtlich fundierten diplomatischen Dialog.

Die Gründung eines palästinensischen Staates, auch wenn sie unsicherer denn je ist, scheint eine der wenigen Lösungen für einen gordischen Knoten zu sein, der zahlreiche Probleme und oft unvereinbare Faktoren umfasst. Donald Trumps Initiativen für den Gazastreifen, die einem kolonialen Problem eine neokoloniale Lösung aufzwingen, haben keinerlei Relevanz – weder historisch, rechtlich noch politisch. Während Israel nicht verschwinden wird, wie es sich einige iranische Führer wünschen, wird der Iran nicht in Schutt und Asche gelegt oder gar erheblich geschwächt werden, wie israelische Führer hoffen. In gewisser Weise ist die Zukunft Israels, das von einigen seiner Führer zu einem ewigen Krieg verdammt wurde, besorgniserregender als die des Iran, eines jahrtausendealten Landes, das sich von jeder Invasion erholt hat. Noch besorgniserregender ist der Anstieg des Antisemitismus, angeheizt durch die in Gaza begangenen Völkermordverbrechen, die Enthüllungen im Fall Epstein, Israels Einfluss auf Präsident Trump (über dessen Schwiegersohn und Tochter) oder die empörende pro-israelische Voreingenommenheit der Medien – und gegen den Zensur oder gerichtliche Verurteilungen weit weniger wirksam sein werden als internationale Gerechtigkeit und diplomatische Fairness. Die Zukunft ist unvorhersehbar, aber man kann zumindest davon ausgehen, dass alle derzeit für Gaza in Betracht gezogenen Szenarien – israelische Besatzung, internationale Treuhandschaft, ein stufenweiser Friedensplan usw. – durch die Gleichung, die das Kriegsende aufwirft, in Frage gestellt, wenn nicht gar durcheinandergebracht werden.

Schlussfolgerungen – Was werden die Medien noch über den Iran sagen?

Nach der US-Invasion im Irak 2003 gerieten die Medien in eine schwere Glaubwürdigkeitskrise, insbesondere in den Vereinigten Staaten, aufgrund ihrer überwiegend kriegsbefürwortenden Berichterstattung, die eher an Propaganda als an Journalismus grenzte. Wird dies auch nach diesem Krieg der Fall sein, da die meisten Medien – auf unterschiedliche Weise – die israelisch-amerikanische Kriegstreiberei unterstützt, es versäumt haben, grundlegendes kritisches Urteilsvermögen walten zu lassen, und eine voreingenommene und irreführende Sicht auf die Lage aufrechterhalten haben? Wir können auf ein gewisses Maß an Selbstreflexion hoffen, ohne uns Illusionen über das Mediensystem und seine Akteure zu machen. Dennoch bleibt der Iran für die Medienwissenschaft die bemerkenswerteste „Fallstudie“, die es gibt. Es gibt in der Zeitgeschichte kein anderes Beispiel für ein Land, das Gegenstand von Medienkampagnen der Desinformation und Manipulation war, die so langanhaltend und beständig, so einflussreich auf das kollektive Bewusstsein und so verheerend in ihren Folgen waren.

Seit der Islamischen Revolution ist der Iran einer überwiegend negativen Berichterstattung in den Medien ausgesetzt, mit nur wenigen Lichtblicken: Dazu zählten die erste Amtszeit des reformorientierten Präsidenten Khatami von 1997 bis 2001, bevor Präsident George W. Bush den Iran als Teil einer „Achse des Bösen“ bezeichnete (2002), sowie die zwei Jahre nach dem iranischen Atomabkommen von 2015 (JCPOA). Diese Taktiken haben den Iran auf eine vereinfachende Erzählung beschränkt; man kann die Variationen und wiederkehrenden Themen über die Jahrzehnte hinweg untersuchen:

• Zu behaupten, der Iran sei komplex, ihn jedoch auf die engstirnigsten Analysen, die simplistischsten Rahmenkonzepte und die veraltetesten Informationen zu reduzieren.

• Den Iran auf bestimmte Begriffe – „Regime“, „Theokratie“, „Islamismus“ oder „Diktatur“ – zu beschränken, um jeden Versuch einer detaillierten Erklärung zu unterbinden, die Debatte zu sentimentalisieren, jegliche Nuancen zu untergraben und die Verwechslung zwischen dem terroristischen Islamismus des Islamischen Staates (Daesh) oder Al-Qaida und der Islamischen Republik aufrechtzuerhalten.

• Überall „Mullahs“ zu sehen, selbst dort, wo sie nicht vorhanden sind, und selbst wenn die verfolgte Politik oder die betrachteten Realitäten nichts mit Religion zu tun haben.

• Den iranischen Staat niemals als normalen Staat zu betrachten, sondern seine Handlungen stets zu ideologisieren: Populismus zu sehen, wenn er Straßen baut, oder selbst seine säkularsten diplomatischen Bemühungen als islamistisch zu bezeichnen.

• Den Iran mit dem Irak oder Afghanistan zu verwechseln, ganz nach einem altbewährten orientalistischen Prinzip: Im Osten ist alles gleich.

• Die „Mafia“ und die „Schwarzmärkte“ der Revolutionsgarden anzuprangern, dabei jedoch zu vergessen, dass das Embargo den Iran illegal daran hindert, Waren und Dienstleistungen legal zu beschaffen.

• Nur Frauen zu interviewen, die ihren Hidschab ablegen wollen, und dabei die Mehrheit der Frauen im Iran zu ignorieren, die aus verschiedenen Gründen (religiösen, kulturellen, traditionellen, nationalistischen usw.) den Hidschab lieben und tragen möchten – ein traditionelles Kleidungsstück mit einer tausendjährigen Geschichte im Orient.

• Das doppelte Spiel der iranischen Verhandlungsführer anzuprangern, ohne zu verstehen (oder verstehen zu wollen), dass der Kontext und die Verhandlungsregeln selbst – sei es in Atomfragen oder in Friedensverhandlungen – voreingenommen sind.

• Die iranische Diaspora zum Iran zu befragen, ohne zu fragen, was die Iraner im Iran sowohl über ihr Land als auch über diese Diaspora denken.

• Den Iran als einen von Natur aus aggressiven Staat darzustellen, obwohl der Iran (Persien) seit Nader Schahs Plünderung Delhis im Jahr 1739 keinen seiner Nachbarn angegriffen hat: Die russisch-iranischen Kriege (1804–13 und 1826–28) waren auf den Expansionismus des Zarenreichs zurückzuführen, und im 20. Jahrhundert war es Saddam Hussein (möglicherweise unter dem Einfluss der Vereinigten Staaten und anderer Länder), der den Iran im Herbst 1980 angriff.

• Sie heben Ereignisse von Ende Dezember 2025 bis Anfang Januar 2026 hervor, bei denen die „iranische Regierung auf ihr eigenes Volk schießt“, und vermeiden Sie dabei sorgfältig jede Erwähnung des durch den Mossad und die CIA provozierten Aufstandsklimas.

In der aktuellen Berichterstattung über den Konflikt werden diese Stereotypen durch eine fantastische Verfälschung der Realität, die von amerikanisch-israelischen utopischen Idealen genährt wird, noch weiter verstärkt. Hier und da stößt man auf alte Vorurteile. Das Ziel besteht darin, zu berichten, dass die Vereinigten Staaten iranische Einrichtungen bombardiert haben, aber zu betonen, dass die Iraner behaupten, israelische oder amerikanische Ziele bombardiert zu haben: Westliche Aussagen werden für bare Münze genommen, während jene der Iraner stets in Anführungszeichen gesetzt werden, denn offensichtlich können Westler nicht lügen, während Ostler unfähig sind, die Wahrheit zu sagen. Durch eine völlige Verzerrung der Ereignisse wird der Iran als der ewige Aggressor dargestellt, selbst wenn er angegriffen wird, selbst wenn er sich verteidigt. Wenn es um Iraner in der Diaspora oder Flüchtlinge in der Türkei geht, sollen nur ihre kriegerischen Äußerungen berichtet werden – jene, die behaupten, Krieg sei „der einzige Weg, das Regime zu ändern“, und man müsse ihn bis zum Ende durchziehen, um „die Sache zu Ende zu bringen“. Bei der Diskussion über US-amerikanisch-israelische Bombardements liegt der Fokus auf technischen, logistischen oder statistischen Aspekten, um die Tausenden von zivilen Infrastrukturen, die im Iran zerstört wurden, nicht erwähnen zu müssen und die moralischen Implikationen dieser Angriffe zu umgehen – mit anderen Worten: die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit (wie die gezielte Bombardierung der Schule in Minab).

Bestimmte Narrative kommen einer klassischen militärischen Zensur gleich: Es wird über die Zerstörungen im Iran und vielleicht in den Golfstaaten berichtet, aber fast nie in Israel – es sei denn, um diese herunterzuspielen oder den Auslöser des Konflikts (Israel) als Opfer darzustellen; die Tausenden von Angriffen auf den Iran werden erwähnt, ohne jemals deren Wirksamkeit oder Erfolg in Frage zu stellen; israelische Opfer werden hervorgehoben, während iranische Todesopfer anonymisiert werden. In Fernsehsendungen oder Zeitungen werden nur „Experten“ oder „Spezialisten“ interviewt, deren Paradigma das „iranische Regime“ ist, deren Narrativ der „Regimewechsel“ ist und deren Ziel die „Befreiung des iranischen Volkes“ ist. Es wird dafür gesorgt, dass eine differenziertere Analyse eines Mitwirkenden in der Minderheit bleibt, von anderen Spezialisten abgelehnt, auf eine bloße „Aussage“ reduziert oder subtil abgetan wird, weil sie kein Verständnis für die Erfahrungen einer iranischen Frau zeigt, die die religiöse Unterdrückung durch die Mullahs anprangert. Wenn es darum geht, das zu diskutieren, was man unter dem Iran versteht, geht nichts über die – seit Jahrzehnten unveränderten – Äußerungen einer oppositionellen Diaspora, die jedoch nur eine Stimme unter Millionen ist, sich bewusst vom Iran und den Iranern im Iran abgekoppelt hat und oft nur sich selbst vertritt.

Relevante kritische Analysen findet man daher in alternativen Medien wie „The Grayzone“ in den Vereinigten Staaten oder in Podcasts wie „Danny Haiphong“, „Deep Dive“, „Dialogue Works“, „Glenn Diesen“, „Judging Freedom“ oder „Neutrality Studies“. Zudem sind es diese Medien, in denen wir seit letztem Herbst die Ankündigung und die fast schon „Vorhersage“ dessen gehört haben, was sich gerade vor unseren Augen abspielt: der Ausbruch eines totalen Krieges, eine regionale Feuersbrunst, eine rasante Eskalation, die außer Kontrolle gerät, und das Fehlen einer Ausstiegsstrategie – oder überhaupt irgendeiner Strategie – innerhalb der US-Regierung. Dies zeigt a contrario, dass die von den Mainstream-Medien verbreitete Darstellung weitgehend – und manchmal ausschließlich – Teil eines Informationskrieges ist, der auf Unwissenheit, einer Flut von Vorurteilen und der ideologischen Konstruktion eines zu besiegenden Feindes (Iran) beruht. Für diejenigen – Wissenschaftler, Denker, Zeitzeugen –, die sich einem multilateralen Verständnis der Ereignisse verschrieben haben, ist das Klima zweifellos düster. Geschichtsschreibung ist zu einem gefährlichen Sport geworden: Der Versuch analytischer „Neutralität“ setzt einen der Feindseligkeit aller Seiten aus, während das Bestreben, die Debatte wieder ins Gleichgewicht zu bringen, einen unter direkten Beschuss der Befürworter von Krieg und „Regimewechsel“ bringt. Versucht man, den Russland-Ukraine-Konflikt langfristig zu beleuchten (von Kiew, der Hauptstadt der Rus, bis zu den Minsker Vereinbarungen von 2014), wird man als russischer Agent gebrandmarkt. Weisen Sie darauf hin, dass der israelisch-palästinensische Konflikt bis in die Jahre 1947–48 (oder sogar noch viel früher) zurückreicht, und man wird Sie als Antisemiten bezeichnen oder Ihnen vorwerfen, Antisemitismus zu schüren. Setzen Sie sich für eine multidimensionale Sichtweise auf den Iran ein, und man wird Ihnen vorwerfen, das „iranische Regime zu verteidigen“.

Der aktuelle Krieg hat sich in jeder Hinsicht als totaler Krieg erwiesen: Er ist ein regionaler Konflikt mit globalen wirtschaftlichen Folgen, aber auch ein Konflikt um Wissen, Weltanschauungen und den Austausch von Informationen. Für einen Historiker ist es verlockend, Ereignisse und politische Entscheidungen zu rationalisieren, doch es ist offensichtlich, dass Donald Trumps Auslösung dieses Krieges auf einer Mischung aus Lügen, Manipulation, Impulsivität und Dummheit beruhte. Der Historiker Christopher Clark sprach von „Schlafwandeln“, um die komplexe Kette von Ursachen zu beschreiben, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten. Wir könnten denselben Ausdruck übernehmen und ihn um die fast halluzinatorische Kluft zwischen (medialem und politischem) Diskurs und Realität sowie um die Praxis staatlich geförderter Lügen (in den Vereinigten Staaten) in beispiellosem Ausmaß ergänzen. In dieser Hinsicht ist dieser Krieg ein Meilenstein in der Transformation der internationalen Ordnung und unseres Verständnisses davon.

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Markus Krall: Größenwahn der Elite, Schulden & Militär-Wahnsinn

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Vorschau ansehen Markus Krall: Größenwahn der Elite, Schulden & Militär-Wahnsinn

Dr. Markus Krall ist für seine präzisen Wirtschaftsanalysen und seinen Weitblick bekannt. In diesem Gespräch mit Kayvan Soufi-Siavash nimmt er kein Blatt vor den Mund und spricht Klartext über seine Sicht der aktuellen Lage.

Diese Folge ist Teil der mehrteiligen Serie "Endlich Frieden - Der Podcast". Die Veröffentlichung einer neuen Ausgabe erfolgt immer zum Ende der Woche. Du willst mehr zum Buch "Endlich Frieden" wissen? Werde jetzt auch Teil der Leserschaft und ein mutiger Friedensstifter, denn ohne Frieden ist alles Nichts!

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Endlich Frieden - 100 Persönlichkeiten zeigen Zivilcourage | Hardcover/Softcover | 112001001
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Markus Krall: Größenwahn der Elite, Schulden & Militär-Wahnsinn

"STELL DIR VOR, ES IST KRIEG UND KEINER GEHT HIN." Diese Worte sind aktueller denn je. In einer Zeit, die durch mächtige Kräfte voll und ganz auf Krieg programmiert wurden, entstand die einzigartige Idee, das wahrscheinlich größte Friedensbuch unserer Zeit entstehen zu lassen. Erstmalig beziehen einhundert bekannte Persönlichkeiten mutig und engagiert Stellung im Namen des Friedens. Mit dabei sind Dr. Eugen Drewermann, Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, Dr. Daniele Ganser, Dr. Markus Krall, Prof. Dr. Max Otte, Philip Hopf, Kayvan Soufi-Siavash, Marc Friedrich, Dr. Michael Nehls, Dr. Ulrike Guérot, Thomas Berthold, Gerald Hüther, Ruediger Dahlke, Lisa Fitz, Marco Rima, Tom Lausen, Andreas Popp, Matthias Langwasser, Milena Preradovic, Nirit Sommerfeld, Gaby Weber, Dr. Hans-Joachim Maaz, Dirk Pohlmann, Dr. Jonas Tögel, Walter van Rossum, Gabi Decker, Prof. Michael Meyen, Nikolai Binner, Dr. Alexander Christ, Jürgen Fliege, Armin Risi, Flavio von Witzleben, Uwe Steimle, Tom-Oliver Regenauer sowie viele weitere mutige Autoren.

Der Inhalt des Buches „Endlich Frieden“ begeistert nicht nur den Leser vom ersten Augenblick an durch die Vielfalt der unterschiedlichen Blickwinkel, sondern diese Beiträge geben auch wunderbare und konkrete Impulse, selbst die Friedenskraft in sich zu mobilisieren. Schließlich ist es höchste Zeit für eine Revolution im Denken.

Nur so kann wirklich innerer Frieden entstehen, der dann auch den äußeren Frieden ermöglicht. Dieses besondere Friedensbuch gehört damit nicht nur in jedes Bücherregal, sondern wird Zeitgeschichte schreiben. Werde jetzt auch Teil der Leserschaft und ein mutiger Friedensstifter, denn ohne Frieden ist alles Nichts!

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Im Gespräch: Jens Fischer Rodrian | "Deutschland Neutral!"

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Im Gespräch: Jens Fischer Rodrian | "Deutschland Neutral!"
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Im Gespräch: Jens Fischer Rodrian | "Deutschland Neutral!"

Die drei Herausgeber, Uli Gellermann, Arnulf Rating und Jens Fischer Rodrian, haben soeben ein Buch mit dem Titel „Deutschland Neutral – Mit Sicherheit für Frieden“ veröffentlicht.

34 Autorinnen und Autoren haben sich in ihren Beiträgen unter anderem mit den Hintergründen befasst, warum Deutschland nach dem 2. Weltkrieg von den Westmächten, maßgeblich den USA, daran gehindert wurde, ein politisch neutrales Land zu werden bzw. auch selbstverschuldet diese Chance vergab. Das heutige Deutschland ist entgegen so vieler Verlautbarungen nicht souverän und in einem noch geringeren Maße politisch unabhängig.

Nach der Wende haben die politischen Führungen Deutschlands jede Gelegenheit genutzt, auf der Grundlage neu entfachter Großmachtfantasien dem Ansehen des Landes in der Welt zu schaden und alle Möglichkeiten in den Staub getreten, ein fairer Vermittler auf der internationalen Bühne zu sein.

Die herrschende, kriegslüsterne politische Kaste Deutschlands ist heute die Speerspitze der bellizistisch-stiefelleckerischen Vasallen der USA in Europa, sie fördert und missbraucht die EU auf ihrem Kurs in Richtung eines Krieges gegen Russland und verrät alle demokratischen Traditionen durch den Ausbau eines umfassenden Zensur- und Kontrollregimes nach innen.

Bösartigen Scheineliten auf totalitärem Destruktionskurs müssen sich alle Menschen, die in Völkerfreundschaft und Frieden leben wollen, mit allen friedlichen Mitteln entgegenstellen und neue Wege jenseits gleichgeschalteter Parteien und übergriffiger Staatsapparate gehen. Eine Chance auf diesem Weg ist die Neutralität des Landes in der Mitte Europas.

Das Gespräch mit Jens Fischer Rodrian führte Ullrich Mies.

Hier Buch bestellen: https://westendverlag.de/Deutschland-neutral/2434

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Hollisters Geopolitik-Radar vom 23.-29. März 2026

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Tag 28 des Iran-Krieges – und die Eskalation erreicht eine neue Dimension. Iran öffnet Hormuz für Russland, China und Indien, sperrt es für den Westen: kein Krieg mehr, sondern ein Mautsystem nach geopolitischer Loyalität. Drei US-Kräfteverbände sind auf dem Weg in den Persischen Golf – während Iran seinen Preis für eine Bodeninvasion öffentlich nennt: UAE-Küsten, Bahrain, Bab al-Mandab. Bushehr wurde dreimal getroffen, ohne dass jemand sagt, wer geschossen hat. Und die Huthis feuern ihre erste Rakete auf Israel.

Der Geopolitik-Radar vom 23.–29. März 2026.

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Ticker

1. Iran lehnt US-Friedensplan ab - stellt eigene fünf Bedingungen (25. März)

Washington übergab über Pakistan einen 15-Punkte-Plan: Einschränkung des Nuklearprogramms, Öffnung von Hormuz. Teheran antwortete mit fünf Gegenforderungen: Stopp aller Angriffe und Attentate, verbindliche Kriegsgarantien, Kriegsreparationen, Ende aller Feindseligkeiten auf allen Fronten - und Irans Souveränität über die Straße von Hormuz. Washington: „lächerlich und unrealistisch." Iran: „Wir verhandeln nicht."

2. Trump verlängert Deadline auf 6. April - droht mit Kraftwerksangriffen (26. März)

Trump verschob per Truth Social die Frist für Iran, Hormuz zu öffnen, um zehn Tage - angeblich auf Teherans Wunsch. Gleichzeitig drohte er, bei Nichterfüllung iranische Energieanlagen zu zerstören. UN-Menschenrechtsexperten: Angriffe auf Kraftwerke wären ein Kriegsverbrechen. Iran: Wir führen keine Gespräche.

3. Israel trifft Nuklearanlagen Arak und Ardakan (27. März)

Der Schwerwasserreaktor Khondab in Arak sowie die Yellowcake-Produktionsanlage in Ardakan wurden von Israel angegriffen - beides Kernstücke des iranischen Nuklearprogramms. Der Arak-Reaktor kann zur Produktion waffenfähigen Plutoniums genutzt werden. Die Ardakan-Anlage verarbeitet Uranerz zu Yellowcake als Vorstufe zur Anreicherung. Zeitgleich dritter Treffer auf Bushehr-AKW-Gelände. IRGC-Luftwaffenchef auf X: „Diesmal nicht mehr Auge um Auge."

4. Huthis treten dem Krieg bei (28. März)

Erstmals seit Kriegsbeginn feuerte die jemenitische Huthi-Bewegung eine ballistische Rakete auf Israel ab - abgefangen. Zuvor hatten die Huthis gedroht, in den Krieg einzutreten, falls das Rote Meer für Angriffe auf Iran genutzt wird oder neue Allianzen entstehen. Bab al-Mandab als zweite Meerenge rückt damit in den Fokus.

5. Drei Kräfteverbände Richtung Persischer Golf (25.–28. März)

Die USA verlegen drei separate Kräfteverbände: Die 82nd Airborne Division mit 1.000 bis 3.000 Fallschirmjägern - ausgebildet für den Einsprung in feindliches Gelände, keine Schutzformation. Die USS Boxer mit der 11th Marine Expeditionary Unit (ca. 2.500 Marines, ausgestattet mit V-22 Osprey-Kipprotorflugzeugen). Die USS Tripoli mit der 31st MEU - bereits seit Wochen in der Region. Das Pentagon hat laut CBS News detaillierte Pläne für einen Bodeneinsatz ausgearbeitet.

6. Israel erklärt Südlibanon zur dauerhaften Besatzungszone (24. März)

Verteidigungsminister Katz: Israel wird den Südlibanon bis zum Litani-Fluss besetzen. Finanzminister Smotrich: „Der Litani muss unsere neue Grenze sein." Fünf Brücken über den Litani gesprengt, Grenzdörfer abgerissen. Libanons Präsident Aoun: „Auftakt zur Besatzung." International: kein Aufschrei, keine Reaktion, keine Pressemitteilung.

7. Bushehr AKW - drei Einschläge, keine Zuschreibung (17., 24., 27. März)

Drei Projektile schlugen auf dem Gelände des laufenden Atomkraftwerks Bushehr ein - am 17., 24. und 27. März. Keine Strahlenerhöhung, keine Verletzten. Kein Staat hat bisher öffentlich erklärt, wer geschossen hat. Ohne Zuschreibung gibt es keine Abschreckung. IAEA-Chef Grossi: „röteste Linie" nuklearer Sicherheit. Rosatom: Ein direkter Reaktortreffer würde eine „regionale Katastrophe" auslösen.

8. Iran öffnet Hormuz für befreundete Nationen (26. März)

Außenminister Araghchi bestätigte: China, Russland, Indien, Irak und Pakistan erhalten sicheres Geleit durch Hormuz. USA, Israel und ihre Verbündeten nicht. „Sie dachten, Iran hätte nicht den Mut. Wir haben es getan." Hormuz wird vom Kriegsschauplatz zum geopolitischen Mautsystem.

9. Russland startet Frühjahrsoffensive - 948 Drohnen in 24 Stunden (24. März)

Einer der größten russischen Luftangriffe seit Kriegsbeginn. UNESCO-geschützte Innenstadt von Lwiw getroffen. Friedensgespräche zwischen USA, Ukraine und Russland gestoppt. Selenski: Washington ist „vollständig durch den Iran abgelenkt." Putin nutzt das Vakuum.

10. G7-Außenminister in Paris - Rubio vs. skeptische Verbündete (27. März)

Rubio versuchte, die US-Strategie im Iran vor G7-Partnern zu rechtfertigen. Frankreichs Generalstabschef Mandon: „Wir wurden von einem Verbündeten überrascht, der immer unberechenbarer wird und uns nicht informiert, wenn er Kriege startet." Steinmeier: Iran-Krieg sei „völkerrechtswidrig."

11. Quadrilaterales Diplomatie-Format: Pakistan, Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien (30. März)

Islamabad wird Gastgeber eines neuen regionalen Vermittlerformats - ohne USA, ohne Israel, ohne Europa. Pakistan hat den US-Plan nach Teheran überbracht. Das Format zeigt: Die Diplomatie dieses Krieges findet außerhalb des Westens statt.

12. Iran trifft Prince Sultan Air Base - 10 US-Soldaten verletzt (27. März)

Ein iranischer Raketenangriff auf die saudische Prince Sultan Air Base verletzte mindestens 10 US-Soldaten, zwei davon schwer. Mehrere Betankungsflugzeuge beschädigt - ausgerechnet jene, die für die Luftoperationen über Iran unverzichtbar sind.

Im Fokus

1. Hormuz als neue Weltordnung: Iran zieht eine Linie durch die Weltwirtschaft

Es gibt Entscheidungen, die militärisch wie eine Niederlage aussehen - und strategisch ein Sieg sind. Die Öffnung der Hormuzstraße für „befreundete Nationen" ist eine davon.

Araghchis Aussage ist in ihrer Klarheit kaum zu überbieten: China, Russland, Indien, Irak und Pakistan dürfen passieren. Die USA und ihre Verbündeten nicht. „Sie mobilisierten alle ihre Fähigkeiten, um die Sperrung zu stoppen - und scheiterten." Was wie eine Konzession klingt, ist das Gegenteil: Iran verwandelt die Sperrung in ein Mautsystem nach geopolitischer Loyalität.

Die Konsequenzen sind weitreichend. China erhält Energiesicherheit - genau jene, die Washington durch den Krieg entziehen wollte. Indien kann als inoffizieller Zwischenhändler für westliche Länder fungieren, die über indische Kanäle an iranisches Öl gelangen. Pakistan - nominell US-Verbündeter und Vermittler des Friedensplans - steht faktisch auf Irans Seite der Meerenge.

Gleichzeitig droht Iran: Sollten die USA Bodentruppen in den Süden Irans schicken, würde Teheran eine zweite Front an Bab al-Mandab eröffnen. Die 26 Kilometer schmale Passage zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Horn von Afrika ist das Nadelöhr zum Suezkanal. Rund 12 Prozent des weltweiten Seeöl- und -gashandels läuft dort durch, über 30 Prozent des Containerhandels zwischen Asien und Europa. Wenn beide Meerengen gleichzeitig blockiert sind, gibt es keine Umgehungsroute ohne extreme Kosten. Die WTO schätzt den wirtschaftlichen Schaden einer Doppelblockade als rezessionsauslösend innerhalb von Wochen.

Deep-Dive: Update Iran-Krieg, 26. März 2026

Update Iran-Krieg, 28./29. März 2026: Update Iran-Krieg, 29. März 2026

Fragen:

  • Iran hat Hormuz geöffnet - für seine Freunde. Wer entscheidet in Zukunft, wer Freund und wer Feind ist?
  • Pakistan erhält sicheres Geleit durch Hormuz und vermittelt gleichzeitig den US-Friedensplan. Auf welcher Seite steht Pakistan wirklich?
  • Bab al-Mandab plus Hormuz: Gibt es ein Szenario, in dem beide Meerengen gleichzeitig blockiert sind - und wie lange würde die Weltwirtschaft das aushalten?

2. Bushehr, Arak, Ardakan: Die nukleare Eskalationsspirale

Drei Einschläge auf das Gelände des Atomkraftwerks Bushehr. Angriffe auf den Schwerwasserreaktor in Arak und die Yellowcake-Anlage in Ardakan. Jedes Mal: keine Strahlenfreisetzung, keine Verletzten - und kein staatliches Bekenntnis, wer geschossen hat.

Das ist die strukturelle Gefahr dieser Woche: Nicht was getroffen wurde, sondern was noch nicht getroffen wurde - und dass niemand die Grenze benennt.

Bushehr läuft mit voller Kapazität. Es enthält 72 Tonnen Kernbrennstoff und 210 Tonnen abgebranntes Material. Ein direkter Treffer auf den Reaktor würde nach Einschätzung von Rosatom eine „regionale Katastrophe" auslösen: radioaktive Aerosole über dem Persischen Golf, Verseuchung der Meeresküsten, Ausfall der Entsalzungsanlagen, von denen Millionen Menschen ihr Trinkwasser beziehen. Tanker, die in verstrahlte Gewässer fahren, würden in keinem Hafen der Welt anlanden dürfen - das Öl wäre nicht verstrahlt, aber die Schiffe wären es. 15 bis 20 Millionen Menschen müssten umgesiedelt werden. Eine Hormuz-Sperrung durch Verstrahlungsrisiko wäre nicht mehr politisch - sie wäre physisch.

Irans angekündigte Antwort auf einen solchen Angriff: das israelische Atomforschungszentrum in Dimona sowie das südkoreanisch gebaute Barakah-Kernkraftwerk in Abu Dhabi mit vier Reaktoren und 5.600 Megawatt Leistung - an der Küste Abu Dhabis gelegen.

Was analytisch fehlt: Ein Staat, der öffentlich sagt, wer Bushehr dreimal getroffen hat. Ohne Zuschreibung gibt es keine Abschreckung. Ohne Abschreckung wird das nächste Geschoss nicht der vierte Warnschuss sein.

Deep-Dive: Iran Insight - Kommentar: Was passiert, wenn Bushehr brennt

Fragen:

  • Drei Einschläge auf ein laufendes AKW ohne öffentliche Zuschreibung: Wie lange kann dieser Zustand andauern, bevor ein gezielter Treffer die Kalkulation unwiderruflich verändert?
  • Barakah in Abu Dhabi, Dimona in Israel, Bushehr im Iran - wenn alle drei unter Beschuss geraten, wer rettet die Golfregion?
  • Die IAEA hat keine Durchsetzungsbefugnis. Was ist der internationale Rechtsmechanismus, wenn Atomkraftwerke in einem aktiven Krieg getroffen werden - und warum greift er nicht?

3. Bodentruppen, das Doppelschloss und Irans Preis

Drei Kräfteverbände sind unterwegs. Das Pentagon hat detaillierte Pläne ausgearbeitet. Trump erwägt laut Axios die Einnahme von Kharg Island.

Was die Bewegungen militärisch bedeuten, ist eine Sache. Was Iran dafür kalkuliert hat, ist eine andere.

Teheran ließ übermitteln: Bei einer US-Bodeninvasion wird Iran die Küstengebiete der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains besetzen und „die Landkarte verändern." Gleichzeitig: Eröffnung einer zweiten Front an Bab al-Mandab durch die Huthis - die am 28. März ihre erste Rakete auf Israel abfeuerten.

Das ergibt ein strategisches Bild: Iran nennt seinen Preis, bevor die USA die Entscheidung treffen. UAE und Bahrain beherbergen US-Basen, haben iranische Raketen abgefangen, haben politisch Seite bezogen. Im Falle einer Invasion würden sie zum Schlachtfeld. Die USA können ihren Verbündeten nicht sagen, dass sie das eingepreist haben - aber sie haben es.

Rubio sagte in Paris: Die Kriegsziele sind „ahead of schedule" und können ohne Bodentruppen erreicht werden. Gleichzeitig steigen die Truppenzahlen. Der Widerspruch ist strategisch gewollt: maximale Optionalität für Trump.

Deep-Dive: Iran Inside - Bodentruppen und das Doppelschloss

Fragen:

  • Die 82nd Airborne ist eine Angriffstruppe, keine Schutzformation. Wenn sie nicht für den Bodeneinmarsch da ist - für was dann?
  • Iran hat seinen Preis für eine Invasion öffentlich benannt: UAE-Küsten, Bahrain, Bab al-Mandab. Hat Washington seinen Verbündeten in der Region erklärt, dass dieser Preis eingepreist ist?
  • Rubio sagt „keine Bodentruppen nötig" - während drei Kräfteverbände verlegt werden. Was bedeutet „maximale Optionalität" für ein Land, das seit vier Wochen Krieg führt?

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Quellenliste

Friedensplan / Verhandlungen

Hormuz / Bab al-Mandab

Nuklearanlagen

Bodentruppen / Kräfteverbände

Houthis

Libanon / Israel

Ukraine

Europa

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Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik - jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Bildquelle: Michael Hollister

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ NachDenkSeiten

Man stelle sich vor: 11.000-fach gäbe es Samstagsdemos, Woche für Woche

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Wenn wir nur wollen, befinden wir uns nicht in einer Vorkriegsphase. Mit „Wir“ meine ich die vielen Bürger, die nicht zur bellizistischen Hetzgemeinde gehören und ihr nicht folgen, die echten Frieden, ein soziales Land fordern und verdienen, die es längst satthaben, dass in allen Bereichen der Gesellschaft unentwegt an der Eskalationsschraube hin zur Katastrophe gedreht wird. Wir brauchen stattdessen eine Phase der Kriegsverhinderung! Zu dem „Wir“ gehören auch mutige, geduldige, engagierte Menschen in meiner Heimatstadt Plauen. Sie machen seit Langem Woche für Woche das, was sich nicht wenige Mitbürger vielleicht auch vornehmen, aber dann doch nicht tun: Auf die Straße gehen, demonstrieren, protestieren, fordern, vorschlagen, kämpfen. Von Frank Blenz.

Die Aktivisten stehen immer samstags in meiner Stadt im Zentrum – mit Fahnen, Plakaten, Unterschriften sammelnd. An ihnen vorbei laufen viele Passanten. Die großartigen Protestmenschen erleben unterschiedlichste Reaktionen: Zuspruch, Ablehnung, Bewunderung, Spott. Trotz allem lautet ihre Devise: nicht aufgeben. Ich ziehe voller Dankbarkeit und Bewunderung den Hut vor ihnen und hoffe, dass sie nicht aufgeben – für eine friedliche Zukunft, eine echte Friedensphase. Übrigens: Deutschland besteht aus etwa 11.000 Städten und Gemeinden. Man stelle sich vor, 11.000-fach gäbe es Demonstrationen gegen Kriegshetze und Sozialkahlschlag – Woche für Woche.

„Man muss sich später nicht vorwerfen, man hätte nichts getan“

Der Demonstrationsort ist gut gewählt. Plauen/Vogtland (Sachsen) hat die steilste Fußgängerzone der Republik, die von den Bürgern sehr gut frequentiert wird. Und Plauen ist eine Stadt mit einer langen Tradition in Sachen Bürgereinsatz für eine bessere Gesellschaft. In Plauen fand 1989 die erste Demonstration der DDR-Wendezeit statt. In dieser berühmten Fußgängerzone also treffen sich seit drei Jahren die Mitstreiter der Mahnwache Vogtland, die sich samstags in einer Reihe vor das Landratsamt stellen. Zwischen 25 und 35 Teilnehmer aus Plauen und Umgebung zählt Mitorganisator Dietmar Schlei bei den Demos, die eine Zeit lang montags stattfanden. Die Teilnehmer kommen aus allen Schichten, sogar Familien „im Trupp“ machen mit, meint Schlei mit einem Lächeln. Immer dabei: Fahnen, Transparente, selbstgebastelte und beschriebene Pappen, auf denen vor allem gefordert wird: Frieden und eine soziale Gesellschaft. Die weiße Friedenstaube auf blauem Grund – das wundervolle Symbol strahlt von der Fahne, die Schlei fest in Händen hält.

Dietmar Schlei erzählt beim Treffen für die NachDenkSeiten über seine Erfahrungen, seine Motivation zu demonstrieren, und das Woche für Woche. Der Plauener beobachtet auch Reaktionen, die ihn nachdenklich stimmen:

„Gefragt werden wir schon manchmal, warum wir das tun. Klar, jeder macht es für sich, für seine Kinder und Enkel, und man muss sich später nicht vorwerfen, man hätte nichts getan. Komisch aber ist: Es sind die älteren Leute, die uns zustimmend zunicken, die, die schon mal einen Krieg erlebt haben, ihn nicht nochmal erleben wollen, und es sind die, die wie o.g. auch Kinder oder Enkel haben. Jene, die es betreffen würde, die an die Front müssten, „verschwenden“ keine Zeit für unser Anliegen. (Es gibt auch da natürlich Ausnahmen).“

Auch wenn in Schleis Stimme bisweilen so etwas wie ein Hauch von Resignation und Ernüchterung mitschwingt, ist Aufgeben für ihn keine Option. „Wir freuen uns auf jeden Samstag, trotz allem“, sagt Dietmar Schlei, der in Plauen für sein unermüdliches politisches wie bürgerschaftliches Engagement bekannt ist wie ein bunter Hund. Schlei war und ist aktiv bei der Bürgerplattform, der Neuen Perspektive, der Mahnwache Plauen-Vogtland, dem Bürgerrat Vogtland bis hin zum Verein „DVG“ (Verein der Direktversicherungsgeschädigten).

Mitmachen ist einfach – ein Beispiel

Die Aktivisten der Mahnwache Plauen-Vogtland erfahren manchmal überraschende Unterstützung und bekommen sogar personelle Verstärkung. So nahm vor einiger Zeit eine Familie aus Augsburg an der Samstagsdemo teil. Dietmar Schlei erzählt:

Sie hatten ihren Urlaub hier in der Gegend verbracht, lasen unsere Termine in einer kleinen Zeitung, dem „Demokratischen Widerstand“. Und da sie von ihren eigenen Aktionen, eben in Augsburg, ihre Utensilien noch im Kofferraum hatten, reihten sie sich bei uns ein.

Nicht jeder Passant auf der Straße findet die Aktionen gut

Bei all der Freude über solche spontanen Mitstreiter gibt es aber auch das zu berichten: Die Friedensaktivisten erleben zuweilen auch, dass Passanten nicht nur Beifall klatschen. Schlei formuliert dazu noch einen eigenen Begriff: ÖRR-Zuschauer. So nennt er die, von denen er Dinge hört, als wäre das Fernsehen laut aufgedreht, wie er findet. Die Vorgeschichte zum Krieg in der Ukraine bleibe außen vor, die Plauener Demonstranten seien von Putin bezahlte Trolle, Putinfreunde gar, und die Leute der Mahnwache würden sogar für den Krieg stehen. Kopfschütteln.

Stimmen sammeln für den Frieden – doch Unterschriften können Nachteile bringen?

Neben dem stillen Protest, den Plakaten und Fahnen agiert die Mahnwache seit mehr als einem halben Jahr auch als Stimmensammler. Eine Million sollen es werden, lautet das Ziel einer Initiative, die von Rostock aus begann, die Menschen für das Thema zu gewinnen. Das Vogtland ist dabei. In Plauen sprechen Mitstreiter behutsam Passanten an, so Schlei. Der Erfolg stellt sich zäh, aber doch nach und nach ein. Mehr als 1.000 Stimmen kamen inzwischen zusammen. Doch der Gegenwind weht heftig. Dass die Meinungsfreiheit in Gefahr ist und Menschen Angst haben, als Bürger souverän für ihre Meinung in und von der Gesellschaft respektiert einzustehen, erfahren Schlei und seine Truppe gerade bei den Unterschriftenaktionen. Am Tisch stehen Menschen, die dann doch nicht unterschreiben – aus besorgniserregenden Gründen. Schlei:

„Man stelle sich das vor, dass es Leute gibt, die Angst haben, die Adresse anzugeben, weil sie spätere Repressalien befürchten. Einer sagte, er muss noch ein paar Jahre arbeiten …“

Der Frieden ist gefährdet durch Sozialabbau und Reformen, die den Namen nicht verdienen

Spricht man mit Aktivisten wie Dietmar Schlei, ist es, als würde man auf des Volkes Maul schauen, wie Luther einst sagte. Die Friedensfahne halten ist das eine, sich Gedanken über den Zustand des Landes, über das Handeln der Politiker zu machen, die diesen Zustand verantworten, das andere. Der Frieden ist durch Sozialabbau gefährdet und durch Reformen, die den Namen nicht verdienen. Dietmar Schlei sieht als Otto Normalbürger die irre ungebremste Aufrüstung, das Aufhetzen und Kriegstüchtigmachen durch zynische Einpeitscher in Politik und Medien, eine Außenpolitik der Konfrontation statt der Diplomatie, ständig steigende Mieten, steigende Energiepreise, in diesen Tagen Benzinpreise, die von den Konzernen ungeniert erhoben werden und all das ohne Konsequenzen seitens politischer Entscheidungsträger. Die Bürger werden nicht ernst genommen, ihre Anliegen, ihre Meinungen werden, falls sie vom politisch-medialen Mainstream abweichen, diffamiert, Bürger ausgegrenzt und stigmatisiert.

Und weiter dreht das herrschende Establishment an der Uhr: Merz und Klingbeil können das sehr gut. Umverteilung von unten nach oben. So abgedroschen wie böse tönt Klingbeil davon, „die Menschen auf härtere Zeiten einstimmen“. Einstimmen? Auf das: Streichung der Pflegestufe 1, Streichung der Mitversicherung der Ehepartner in der GKV, des Ehegattensplittings. Und auch das noch, die Mehrwertsteuer soll von 19 auf 21 Prozent steigen – so wird das Nachdenken im Finanzministerium in die Öffentlichkeit getragen. Testballon auf Testballon. Merz hat schon im Herbst 2025 einen dieser Flugobjekte losgelassen: Das Leben werde teurer. Für die Bürger, das Volk. Zu welchem Preis? Damit Deutschland bald die Hälfte seines Budgets für die Rüstung ausgibt, zur Freude der Waffenschmieden und Investoren?

Demonstrieren nutzlos? Nein, es braucht Geduld und Mut dazu: Nein sagen!

In Plauen gab es schon viele Demonstrationen, für Demokratie und Freiheit und für soziale Gerechtigkeit. Gegen Hartz IV, gegen Krieg, gegen Corona, für Frieden und Diplomatie statt Kriege in Europa und weltweit, für die Rechte der Bürger, für Abrüstung. Schlei kennt das: Demonstrieren sei nutzlos, bringt nix. Warum stehen sie in der Fußgängerzone? Nutzlos? Nein, es braucht Geduld und Hingabe, weiß Schlei aus eigener Erfahrung. Und ja, Erfolge stellen sich nicht von allein ein und sind meist kleiner Natur. Doch innehalten geht nicht. Wie der Einsatz für Frieden und ein besseres Land. Ich denke nur an den Berliner Appell, der so beklemmend wie wichtig benennt, was Deutschland unbedingt erreichen muss: Nein sagen!

Berliner Appell: Gegen neue Mittelstreckenwaffen und für eine friedliche Welt!

Wir leben im gefährlichsten Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Gefahr, in einen atomaren Abgrund zu taumeln oder durch einen konventionellen Krieg umzukommen, ist real. An dieser Weggabelung stehen wir für eine friedliche und solidarische Welt der Gemeinsamen Sicherheit, Solidarität und Nachhaltigkeit für alle Menschen.

Wir sagen Nein zur Aufstellung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland!

Die geplanten Hyperschallraketen Dark Eagle steigern die Spannungen und sind insbesondere für Deutschland eine Gefahr, zum Ziel eines Präventivangriffs zu werden. Überdies fördern die geringen Vorwarnzeiten das Risiko von Fehlreaktionen.

Die Stationierung wurde ohne jede öffentliche und parlamentarische Diskussion entschieden. Abrüstungsverhandlungen sind nicht vorgesehen. Wir bleiben dabei, Konflikte und Rivalitäten nicht militärisch zu lösen, sondern alles zu tun, Kriege zu vermeiden oder zu beenden. Dieser Aufgabe darf sich niemand entziehen.

Quelle: Nie wieder Krieg

An die 11.000 Städte und Dörfer gibt es in Deutschland. Das wäre dann 11.000 Mal etwas tun, Kriege zu vermeiden und für eine friedliche, soziale Welt einzustehen. Was wäre das für ein Signal an die Politik, endlich für die Menschen und nicht gegen sie zu agieren.

In Plauen steigt weiter Samstag für Samstag die Demonstration der Freunde um Dietmar Schlei. Die haben neuerdings Handzettel parat, die für den Ostermarsch in der Vogtlandmetropole am 4. April ab 15 Uhr werben.

„Meine Friedensfahne hat schon tüchtig gelitten“

Fest eingeplant hat den Termin auch Dietmar Schlei. Etwas nachdenklich sagt er noch zum Ende unseres Gesprächs, als er auf seine Fahne zeigt, die keine neue mehr ist:

Unter uns: Es wird Zeit für Frieden, meine Friedensfahne hat schon tüchtig gelitten.“

Titelbild: © Dietmar Schlei

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Overton Magazin

An die Ostermarschierer: Kündigt Euren Frieden mit Deutschland!

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Zu den Osterfeiertagen werden wieder in vielen Städten Menschen auf die Straße gehen: Sie demonstrieren im Rahmen der traditionellen „Ostermärsche“ für Frieden und gegen Aufrüstung. Wer Kriege warum vorbereitet und führt, prangern sie allerdings nicht an. Ein offener Brief an die Demonstranten mit einigen bescheidenen Hinweisen.

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☐ ☆ ✇ Anti-Spiegel

Trump ist nicht verrückt geworden, es gibt tatsächlich Verhandlungen mit dem Iran

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Vorschau ansehen Ich habe aus quasi erster Hand Informationen über die hinter den Kulissen laufenden Verhandlungen zwischen den USA, den arabischen Staaten und dem Iran bekommen, die einiges von dem, was derzeit passiert – vor allem Trumps wirr erscheinende Posts und Aussagen – erklärt. Bevor ich dazu komme, will ich zuerst erklären, woher ich diese Informationen habe, […]
(Auszug von RSS-Feed)
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