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„Rufschädigung“: Aids-Stiftung verklagt britischen Prinzen Harry

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Vorschau ansehen Prinz Harry steht im Zentrum einer Verleumdungsklage seiner früheren Hilfsorganisation. Schon im vergangenen Jahr kam es zu einem Streit. Der Duke of Sussex weist die Vorwürfe zurück.
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☐ ☆ ✇ Junge Freiheit

Großbritannien Einreiseverbot für Kanye West sprengt Musikfest

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US-Musiker Kanye West: Inzwischen distanziert sich der Rapper von seinen antisemitischen Aussagen und vom Lob ans NS-Regime. (Themenbild)

Eigentlich hätte Kanye West in London auftreten sollen – doch aufgrund seiner NS-Verherrlichung darf der schwarze Rapper nicht ins Land. Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage warnt vor einer „gefährlichen“ Entwicklung.

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☐ ☆ ✇ Report24

Grüner Schwindel: Rekord-Windkraft bewahrt Briten nicht vor dem Energiepreis-Schock

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Wieder einmal platzt eine grüne Lebenslüge. Die britische Regierung feiert eine “Rekord-Windkraft”-Stromerzeugung, doch die Realität holt die Klima-Ideologen gnadenlos ein. Trotz unzähliger Windräder explodieren die Strompreise, und das Land zittert vor den Folgen des Nahost-Konflikts. Der Grund? “Flatterstrom” kann eben keine verlässliche Energieversorgung sichern.

Man kann sich nicht mit Windmühlen aus einer handfesten Energiekrise herausretten. Diese bittere Lektion muss Großbritannien gerade auf die harte Tour lernen. Obwohl das Land von den Systemmedien und Klima-Lobbyisten stets als globaler Vorreiter der Windenergie gefeiert wird, hängt das britische Stromnetz am Tropf der fossilen Brennstoffe. Etwa ein Drittel des Stroms muss nach wie vor durch Gaskraftwerke erzeugt werden. Seit dem Ausbruch des Krieges im Iran schießen die Öl- und Gaspreise weltweit durch die Decke. Und wer leidet am meisten? Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wird Großbritannien den Energiepreis-Schock am härtesten zu spüren bekommen.

Dabei jubelten die Mainstream-Blätter noch über angebliche Rekorde bei der Windstromerzeugung im ersten Quartal 2026 (ein Plus von 31 Prozent gegenüber 2025) und einen neuen Tagesrekord am 25. März. Doch was nützt ein Rekord an stürmischen Tagen, wenn bei Flaute die Lichter auszugehen drohen? Die Erneuerbaren sind und bleiben unzuverlässig. Ohne Kernkraft und Gas als Rückgrat des Netzes würde das britische System sofort kollabieren. Wenn die Nachfrage im Winter steigt und der Wind nicht weht, drohen großflächige Blackouts. Der sogenannte “Flatterstrom” ist eben keine Basis für eine Industrienation.

Zum Glück für die Netzbetreiber wehte der Wind im ersten Quartal dieses Jahres stark. Doch was passiert im zweiten und dritten Quartal, wenn die wirtschaftlichen Schockwellen des Iran-Krieges die Briten mit voller Wucht treffen? Zwar gaukelt die britische Energiebehörde Ofgem den Verbrauchern mit einer kurzfristigen Senkung der Preisobergrenze um 7 Prozent zwischen April und Juni noch heile Welt vor. Doch das dicke Ende kommt ab Juli: Experten von Cornwall Insight prognostizieren einen brutalen Anstieg der Preisobergrenze um satte 18 Prozent für das dritte Quartal. Der Gaspreisschock weckt bereits düstere Erinnerungen an die Krise von 2021/22. Während Länder wie Frankreich mit ihrer Kernkraft relativ geschützt sind, stehen die Briten wegen ihrer Abhängigkeit vom Gas-Strom im Regen.

Während die sozialistische Regierung weiterhin völlig realitätsfern von einem “sauberen Energienetz” bis 2030 träumt, schlagen Netzbetreiber und Industrie längst Alarm. Der nationale Netzbetreiber NESO warnte bereits im November vor massiven Risiken für die Gasversorgung in den 2030er Jahren. Der Grund: Die heimische Produktion in der Nordsee befindet sich im freien Fall, weil die Politik der Öl- und Gasindustrie aus reiner Klima-Ideologie ständig neue Steine in den Weg legt.

Der Industrieverband OEUK fordert bereits ein Ende der Blockadehaltung. “Eine größere Importabhängigkeit setzt Haushalte und Unternehmen einer größeren Volatilität, höheren Emissionen und wachsenden geopolitischen Risiken aus”, warnt der Verband. Die heimische Förderung könnte das Land vor genau jenen LNG-Versorgungsengpässen schützen, die es aktuell erlebt. Denn die Frage ist nicht, ob wir weiterhin Öl und Gas brauchen – alle glaubwürdigen Prognosen belegen, dass wir das tun werden. Die Frage ist lediglich, woher es kommt. Doch anstatt die heimische Förderung zu stärken und die eigenen Bürger vor Preisexplosionen zu schützen, opfert man den Wohlstand lieber auf dem Altar der “Net Zero”-Agenda.

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☐ ☆ ✇ Anti-Spiegel

Laut ihrem Oberkommandanten ist die britische Flotte nicht kampfbereit

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Vorschau ansehen Im letzten Herbst habe ich einen langen Artikelüber den beklagenswerten Zustand der britischen Marine geschrieben, an dem sich seitdem nichts geändert hat, wie eine aktuelle Meldung zeigt. Der Erste Seelord General Gwyn Jenkins gab in einem Interview mit der schwedischen Zeitung Svenska Dagbladet zu, die britische Marine sei nicht kriegsbereit, denn auf die entsprechende Frage […]
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☐ ☆ ✇ apolut

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 1) | Von Wolfgang Effenberger

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Nachwirkende Britische Propaganda

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

"Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben" – ein häufig zitierter Satz, der sich in Deutschland mächtig und nachhaltig entfaltet hat. Insbesondere wurde die Darstellung Deutschlands als imperialistische Großmacht nach beiden Weltkriegen maßgeblich von den Siegermächten geprägt und tief im kollektiven Gedächtnis Europas und der Welt verankert. Dieses Narrativ hat nicht nur die Wahrnehmung deutscher Geschichte und Identität beeinflusst, sondern auch politisch und gesellschaftlich tiefe Auswirkungen auf Deutschland selbst gehabt. Vor allem den Briten gelang es, das Bild vom "imperialen Deutschland" zu etablieren, und es gilt, aufzuzeigen, welche Funktion diese Narration erfüllt hat und welche Folgen dies für Deutschland und seine Erinnerungskultur hat.

Maßgeblich an diesem "Erfolg" beteiligt war der heute noch von vielen als Pazifist und Anhänger der sozialistischen Fabian-Society gefeierte britische Propagandist und politische Intellektuelle H.G. Wells (1866–1946).

Der Grundstein für diesen Propaganda-Erfolg wurde durch das nur 2 Jahre nach dem desaströsen Burenkrieg (1899-1902) gegründete "Committee of Imperial Defence" gelegt. Großbritannien wollte für die kommenden Kriege besser vorbereitet sein. So wurde in diesem Kommittee auf eine Optimierung der künftigen kriegerischen Handlungsfähigkeit hingearbeitet, vor allem im Blick auf ein mögliches Konfliktszenario mit dem Deutschen Reich. In diesem Rahmen wurden nicht nur militärische Planungen, Flottenbau und Bündnisse mit Frankreich (Entente cordiale) ausgearbeitet, sondern auch Ansätze einer vorausblickenden Informations‑ und Meinungssteuerung entwickelt, die später in moderne Kriegspropaganda münden sollten. (1)

Schon vor dem August 1914 war die britische Kriegsmaschinerie – Marine, Generalstab und diplomatische Koordination mit Frankreich – bereits stark auf eine mögliche Konfrontation mit Deutschland ausgerichtet. Die britische Öffentlichkeit war durch vorangegangene Jahre des Flotten- und Rüstungswettlaufs und eine wachsende Germanophobie in der Presse emotional mobilisiert und auf ein Feindbild eingeschworen, sodass ein Krieg gegen Deutschland vielen als "naturgegeben" erschien. (2)

Mit dem Kriegseintritt im August 1914 setzte Großbritannien diese Vorbereitungen nicht nur militärisch, sondern gleichzeitig kommunikativ um: Noch im Spätsommer 1914 entstand das "War Propaganda Bureau" im Wellington House, dem zentralen Knotenpunkt gezielter britischer Kriegs‑ und Außenpropaganda. Hier wurden autorisierte, aber bewusst "privat" verkleidete Publikationen, Flugblätter und Berichte gesteuert, deutsche "Greueltaten" in Belgien verbreitet und gezielt die amerikanische Öffentlichkeit angesprochen – der Krieg wurde also von Anfang an nicht nur als militärische, sondern als gemeinschaftliche Leistung von Staat, Medien und Intellektuellen inszeniert. (3)

Von der institutionellen Kriegsvorbereitung im "Committee of Imperial Defence" über eine schlagkräftige Kriegsbereitschaft im August 1914 bis hin zur organisierten, gezielten Propaganda: die britische Kriegführung wird von 1904 an als durchgehende Verbindung von Planung, militärischer Schlagkraft und publizistischer Mobilisierung gedacht, in der H. G. Wells’ frühe Kultur‑ und Kriegsrhetorik einen ideellen Auftakt und die späteren Propagandakampagnen bis zu Delmers Radiopsychologie ihren konsequenten Fortgang bildeten. (4)

H. G. Wells war für die britische Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg weniger ein "offizieller" Propagandist, sondern ein einflußreicher Ideengeber und moralischer Begründungsautor des Krieges. Seine Beiträge lassen sich grob in drei Bereiche fassen:

  • publizistische Mobilisierung der Intellektuellen,
  • narrative Begründung des Krieges sowie die spätere
  • Verankerung im staatlichen Propaganda‑Apparat, (5)

Wells geprägt von der Fabian Society

Sidney und Beatrice Webb waren das intellektuelle Herzpaar der 1884 gegründeten Fabian Society und prägten sie als führende Theoretiker des reformistischen Sozialismus. Sie machten zusammen die Fabians zu einem Think-Tank für schleichende Reformen (Permeation). Sidney Webb (1859–1947) war Ökonom und Beamter, später Kolonialsekretär (1929–30), (6) Beatrice (1858–1943, geb. Potter), Sozialforscherin und Feministin, brachte empirische Armutsstudien ein und blieb bis zu ihrem Tod Fabian-Präsidentin.

Gemeinsam gründeten sie die "London School of Economics" (1895) und "New Statesman" (1913), eine britische politische und kulturelle Wochenzeitschrift, die von den Webbs zusammen mit Bernard Shaw und anderen Fabiern gegründet wurde, um progressive, sozialistische Ideen unter einflussreichen gebildeten Kreisen zu verbreiten.

Die London School of Economics (LSE) wird oft als elitärer "Trainingsplatz für Finanzeliten" kritisiert, die neoliberalen Kapitalismus fördert, statt den ursprünglichen Fabian-Sozialismus der Webbs. Sie zieht als Zentrum des Neoliberalismus Milliardäre und Hedgefonds-Gelder an.

Absolventen wie George Soros oder Bankmanager treiben statt sozialer Gerechtigkeit die Deregulierung voran. Die Schule "verkauft" ihren Markennamen und nutzt politische Netzwerke amerikanischen Stils.

Die Fabian Society vertrat neben dem reformistischen Sozialismus Ideologien wie Eugenik und Imperialismus, die sie als Mittel zur Verbesserung der Gesellschaft und des britischen Empires sah. Viele prominente Mitglieder wie der irische Dramatiker George Bernard Shaw (1856–1950) und die Webbs sahen in der Eugenik eine „wissenschaftliche“ Grundlage für soziale Planung. (8)

Sie forderten eine "eugenische Religion", um die Zivilisation zu retten, und wollten Arme durch staatliche Maßnahmen kontrollieren. Sie verbanden Eugenik mit Sozialreformen wie Mindeststandards für Gesundheit und Erziehung, um die "Rasse" zu stärken, ohne die Armen vollständig zu eliminieren. (9)

George Bernard Shaw nahm offenbar für die eugenische Verbesserung der Menschheit sogar Gaskammern in Kauf:

Wir sollten uns verpflichtet fühlen, sehr viele Menschen zu töten, die wir jetzt am Leben lassen, und sehr viele Menschen am Leben zu lassen, die wir gegenwärtig töten. Wir sollten alle Ideen über die Todesstrafe loswerden müssen ... Ein Teil der eugenischen Politik würde uns schließlich zu einer umfassenden Nutzung der Totenkammer verhelfen. Sehr viele Menschen müssten aus dem Leben gerissen werden, nur weil es die Zeit anderer Menschen verschwendet, sich um sie zu kümmern.“ (10)

Positiv standen sie zur britischen Imperialismus-Politik: Sie unterstützten den Boer-Krieg und die Erhaltung des Empires als Vehikel für "erleuchtete" sozialistische Verwaltung. In "Fabianism and the Empire" (1900) rechtfertigten sie Expansion als Weg zu einem "sozialistischen Commonwealth" und einer "imperialen Rasse". Kritik an Liberalen gab es schon, aber nicht am Empire selbst. (11)

Die Fabianer waren sich so sicher, dass sie sich auf der richtigen Seite der Geschichte befanden, dass sie sich ein sehr entlarvendes Wappentier gaben: Ein Wolf im Schafspelz. Zu entlarvend, muss sich eine spätere Generation von Mitgliedern gedacht haben, und wandelte es in eine aggressiv dreinblickende Schildkröte um.

Wells trat den Fabians auf Empfehlung der Webbs 1903 bei, um den Sozialismus populärer zu machen, und wurde früh ins Exekutivkomitee gewählt. Er wollte der Strategie der Permeation in eine dynamischere, breitere sozialistische Bewegung überführen, prallte aber mit der konservativen Struktur der Fabians unter Shaw und den Webbs zusammen und beendete 1908 seine Mitgliedschaft. (13) Trotzdem blieb Wells ideologisch verbunden – die Vorliebe für Eugenik und Imperialismus teilte er mit Fabians wie Shaw. Sein Bruch schwächte die Fabians kurzfristig, doch sie hielten ihren Kurs. (14)

Wells frühe Kriegsrhetorik und sein klares Feindbild 

Bereits vor 1914 trug Wells mit seinen Kriegs‑ und Invasionsszenarien (z. B. "The War in the Air", 1908) dazu bei, das Bild eines aggressiven, technisiert kriegslüsternen Deutschlands zu popularisieren.

Bekannt war H.G. Wells vor allem für seine Science-Fiction-Romane wie "Die Zeitmaschine" und "Krieg der Welten". Weniger bekannt, aber von großer Bedeutung für die geistige Neuausrichtung Deutschlands nach 1945, ist Wells’ Rolle als Propagandist und Popularisierer der Weltgeschichte. Seine Werke zielten darauf ab, Nationalismus, Militarismus und die überholten politische Ordnungen der Gegner des Empire zu überwinden und stattdessen ein universales Geschichtsverständnis im Sinn eines anglo-amerikanischen Imperiums, wie es Cecil Rhodes vorschwebte, zu fördern. (15)

So wie Cecil Rhodes oder Bertrand Russell (1872–1970) träumte H. G. Wells (1866–1946), von einem perfekten Weltstaat mit einem "ethischen System", welches

die Fortpflanzung dessen begünstigt, was in der Menschheit fein, wirksam und schön ist – schöne und starke Körper, einen klaren und mächtigen Geist und einen wachsenden Wissenskörper – und (...) die Fortpflanzung von niederen und unterwürfigen Typen, von angstgetriebenen und feigen Seelen, von allem, was in den Seelen, Körpern oder Gewohnheiten der Menschen gemein, hässlich und bestialisch ist, kontrolliert“. (16) 

Derartige Träumereien und Wells vornehme Zurückhaltung bezüglich der zahlreichen Kolonialkriege und der Kriege zur Sicherung und Expansion des Weltreiches (Konflikte in Indien, Afrika und dem Nahen Osten) seit 1871 sind augenfällig. Great Britain kontrollierte das größte Kolonialreich und war aktiv global militärisch präsent.

Wells Verständnis für Großbritanniens brutales Vorgehen im 2. Burenkrieg (1899-1902) im Sinne des zivilisatorischen Auftrags Britanniens – lässt seine imperialkritische Haltung Deutschland gegenüber in einem anderen Licht erscheinen – und ihn keineswegs als Pazifisten dastehen. (17) Auch in seinem Times-Artikel vom 5. August 1914 argumentierte Wells nicht wirklich pazifistisch, sondern plädierte für einen entschlossenen Krieg gegen das Deutsche Reich, das er als Ursache von Militarismus und "böser Philosophie" sah. Der Krieg erschien ihm notwendig, um eine neue, friedliche Weltordnung herzustellen. (18)

Diese Texte wurden nach 1914 in der öffentlichen Germanophobie verankert; sie verstärkten die Vorstellung eines "deutschen Drangs nach Weltmacht", die später in der Propaganda fortgeschrieben wurde. (19)

Auf dem Eucharistischen Weltkongress in Lourdes (25.-26. Juli 1914)  deutete der Erzbischof von New York, Kardinal Murphy Farley, die kommende Entwicklung visionär:

Der Krieg, der in Vorbereitung ist, wird ein Kampf zwischen dem internationalen Kapital und den regierenden Dynastien sein. Das Kapital wünscht niemanden über sich zu haben, kennt keinen Gott oder Herrn und möchte alle Staaten als großes Bankgeschäft regieren lassen. Ihr Gewinn soll zur alleinigen Richtschnur der Regierenden werden. Business einzig und allein“. (20) 

Die wirkmächtige Propagandaarbeit des Briten HG. Wells

Am 30. Juli 1914 kritisierte der französische Sozialist Jean Jaurès die Kriegswilligkeit seines Landes:

„Hier in Frankreich arbeiten wir mit allen Gewaltmitteln für einen Krieg, der ausgefochten werden muß, um ekelhafte Begierden zu befriedigen, und weil die Pariser und Londoner Börsen in Petersburg spekuliert haben (…) Es liegt an der Macht der französischen Regierung, Rußland am Kriege zu hindern, aber man sucht den Krieg, den man schon lange schürt.“ (21)

Am 4. August 1914 um 23.30 Uhr wurde dem deutschen Botschafter in London die britische Kriegserklärung übergeben. Bereits in den frühen Morgenstunden des 5. August hob die britische Navy vor Emden das deutsche Atlantikkabel und schnitt ein längeres Stück heraus.

Am Mittwoch, dem 5. August 1914, also nur wenige Stunden nach der britischen Kriegserklärung an Deutschland, erschien auf der Seite der britischen Zeitung The Daily News and Leader eine großformatige Anzeige einer "Neutrality League", das Announcement No. 2:

„Engländer, tut Eure Pflicht und haltet Euer Land aus einem bösen, dummen Krieg heraus. Kleine aber mächtige Cliquen versuchen, Euch hineinzuziehen. Ihr müsst die Verschwörung heute durchschauen oder es wird zu spät sein." Auf der gleichen Seite war weiter zu lesen: „Wenn wir uns auf die Seite Russlands und Frankreichs stellen würden, wäre das Kräfteverhältnis so gestört, wie es noch nie zuvor war. Es würde das militärische russische Reich von 160 Millionen zur dominierenden Macht Europas machen. Sie wissen, was für ein Land Russland ist.“ 

Fast gleichzeitig erschien am Morgen des 5. August in der New York Times eine Kolumne H. G. Wells, in der der Pazifist den britischen Kriegseintritt begrüßte und das Schwert für den "Frieden" zog! 

„Nie war ein Krieg so gerecht, wie der Krieg jetzt gegen Deutschland. [Das mili- tärische Ergebnis] wird innerhalb der nächsten zwei oder drei Monate mehr oder weniger endgültig entschieden. Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt wird der deutsche Imperialismus zerstört sein, und es ist möglich, das Ende der Rüstungsphase der europäischen Geschichte vorwegzunehmen. Russland wird zu erschöpft sein für weitere ›Abenteuer‹. Das zerschlagene Deutschland wird revolutionär sein (…) Jetzt ist das Schwert für den Frieden gezogen.“ (22) 

... nachdem am 28. Juni das österreichische Thronfolgerpaar in Sarajewo von in Belgrad ausgebildeten serbisch-bosnischen Nationalisten ermordet worden war und dieses Ereignis in einer politischen Kettenreaktion die angestauten kapitalistischen Widersprüche zur Explosion gebracht hatte“ (23), so der Mitherausgeber der gesellschaftskritischen Theoriezeitschrift "Krisis", begann die Entfesselung des Ersten Weltkriegs, den der US-amerikanische Historiker George F. Kennan treffend als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet hat.

Mitarbeit im War Propaganda Bureau

Wells war dann einer der prominenten Schriftsteller, die sich am 2. September 1914 in London trafen, um eine "poetisch‑literarische Kampagne" für die britische Kriegspolitik zu koordinieren. Er unterzeichnete die bedeutsame Erklärung "Britain’s Destiny and Duty. A Righteous War" (18. September 1914), die den Krieg als „gerechten Krieg“ (righteous war) und moralische Pflicht zur Verteidigung kleinerer Nationen und gegen den "preußischen Militarismus" darstellt. Sie wurde in der Times und in der New York Times veröffentlicht. (24)

Die Unterzeichner betonen, dass es sich um eine breite Gruppe von Schriftstellern mit sehr unterschiedlichen politischen und sozialen Ansichten handelt, darunter langjährige Befürworter von Versöhnung mit Deutschland und Extrem‑Pazifisten, die sich aber einig sind: Großbritannien hätte den Krieg nicht ohne Schande vermeiden können. Zentral ist die Betonung der Pflicht, den Vertrag mit Belgien einzuhalten: Die britische Intervention wurde als Akt der Treue gegenüber dem Versprechen gewertet, die belgische Neutralität zu schützen; eine Verletzung des Vertrages würde die Grundlage des internationalen Rechts‑ und Vertragsordnung zerstören.

Die britische Intervention ein Akt der Treue? 

Diese zentrale Aussage ging so in die Geschichte ein und konnte dann auch als "Beweis" für die deutsche Alleinschuld dienen. Die Wirklichkeit sieht wie in vielen anderen Fällen deutlich anders aus.

Bereits im Januar 1906 hatte der britische Außenminister Edward Grey den verantwortlichen Militärs von Armee und Marine im 1904 gegründeten "Committee of Imperial Defence" (CID) über den Kopf seines Premiers Campbell-Bannerman Gespräche mit den entsprechenden französischen Dienststellen ermöglicht. In diesen "Gesprächen" wurde u.a. der Plan entworfen, im Fall eines deutsch-französischen Krieges innerhalb von zwei Wochen 100.000 britische Soldaten nach Frankreich bzw. nach Belgien zu entsenden.

Als Grey im nachhinein Bannerman von den "unverbindlichen Gesprächen" berichtete, gab der Premier seinen Segen. Damit waren die britischen Expeditionsstreitkräfte ("British Expeditionary Force" BEF) geboren, die dann zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 in Frankreich eingesetzt wurden. Die übrigen Kabinettsmitglieder wurden von Campbell-Bannerman nicht über diese Stabsgespräche aufgeklärt, da es sich nicht um bindende Absprachen handelte. (25)

Im April 1907 reiste Campbell-Bannerman nach Frankreich, um sich mit dem französischen Radikalsozialisten und Ministerpräsidenten Georges Clemenceau zu treffen. Clemenceau war überzeugt, dass die Briten im Kriegsfall Frankreich gegen Deutschland beistehen würden, aber Campbell-Bannerman sagte ihm, Großbritannien sei in keiner Weise dazu verpflichtet. Wahrscheinlich wusste er nicht, dass die Stabsgespräche mit Frankreich immer noch im Gang waren. (26)

Das Gespräch Bannerman mit Clemenceau hielt Bannermans Biograf John Wilson fest: 

Clemenceau: „Ich bin völlig anderer Meinung als Sie ... Wir erkennen beide eine große Gefahr und Sie reduzieren Ihre Armee und schwächen Ihre Marine.“

Bannerman: „Ah, ... das hat ökonomische Gründe!“ .

Clemenceau: „ich meine, die Engländer sollten irgendeine Art von Wehrdienst haben“,

(Bannerman sei fast in Ohnmacht gefallen)

Clemenceau: „es geht darum: Sind Sie im Falle Ihrer Unterstützung Frankreichs gegen Deutschland bereit, sich an die bereits zwischen unseren Kriegministerien vereinbarten Pläne zu halten und 110.000 Soldaten auf den Kontinent zu schicken, während Italien in unseren Reihen mitmarschiert?“

(Dann kam die Krönung des Gesprächs):

Bannerman: „Die Gefühle des englischen Volkes würden es vollkommen ablehnen überhaupt irgendwelche Truppen, unter welchen Umständen auch immer, auf den Kontinent zu bringen.“

Celemenceau: (für ihn macht das die gesamten Resultate der Entente Cordiale zunichte): „Wenn das die endgültige Meinung der britischen Regierung ist, dann haben wir uns nichts mehr zu sagen.“ (27)

Campbell-Bannermans Biograph John Wilson hat das Treffen als den "Zusammenprall zwischen zwei grundlegend verschiedenen Weltanschauungen" beschrieben. (28) Der liberale Journalist und Freund von Campbell-Bannerman, Francis Wrigley Hirst, behauptet, dass Campbell-Bannerman „keinen blassen Schimmer davon hatte, dass die Entente mit Frankreich dabei war, sich in die alte "balance of power" zurückzuverwandeln, die Großbritannien in so viele Kriege auf dem Kontinent verstrickt hatte.

"Dass Grey und Haldane das Kabinett nicht informierten, ist erstaunlich; dass ein durch und durch friedliebender Mann wie Sir Henry Campbell-Bannerman die Gefahr erkannt haben musste und sie dennoch vor den Anderen verbarg, ist unglaublich, und ich bin glücklich mit der Versicherung zu schließen, dass der Führer der Liberalen in den Tagen seines Triumphes, nach einem tapfern Kampf, bis zum Ende seinen Glauben bewahrt hätte und in keiner Weise für die europäische Tragödie, die sechs Jahre nach seinem Tod begann, verantwortlich war.“ (29) 

Am 31. August 1907 trugen Greys Verhandlungen mit Russland Früchte. In St. Petersburg unterzeichneten der britische Botschafter, Sir Arthur Nicolson, und der russische Außenminister Graf Alexander Petrowitsch Iswolski den russisch-britischen Pakt. Darin grenzten beide Mächte ihre Einflußsphären in Zentralasien ab. Damit stand die Kriegsachse von 1914.

Nach der britischen Kriegserklärung am 4. August 1914 gingen die Divisionen der British Expeditionary Force (BEF) schrittweise in Stellung.

Die Vorhut der BEF (vier Infanteriedivisionen + eine Kavalleriedivision, ca. 80.000–100.000 Mann) landete ab 7. August in Le Havre, Rouen und anderen französischen Häfen. Sie marschierte nordwärts und bezog bis Mitte August Positionen entlang des Mons-Condé-Kanals im südöstlichen Belgien bei Mons (heutiges Belgien).

Am 22.–23. August 1914 kam es zur Schlacht bei Mons: Die britische II. Armee (unter Sir John French) hielt die Linie gegen die deutsche 1. Armee. Nach schweren Kämpfen zogen sie sich geordnet über Le Cateau (26. August) zurück.

Die Erklärung stellt die deutsche Kriegsführung als eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und gegen die Rechte kleiner neutraler Staaten dar, insbesondere anhand der Okkupation Belgiens.

Deutschland (vor allem Preußen) wird als Träger eines "Blut und Eisen"-Militarismus gezeichnet, der die europäische Freiheit und Zivilisation bedroht. 

Wie konnten sich die prominenten britischen Schriftsteller auf die Erklärung Britain’s Destiny and Duty. A Righteous War" (18. September 1914) einlassen?

Sie alle waren doch Zeitzeugen der Jahre nach 1871. Auf dem deutschen Thron saß der Lieblingsenkel der britischen Queen Victoria. Zudem hatte das deutsche Kaiserreich seit 1871 im Vergleich zu Großbritannien, den USA, Russland und Frankreich keine Kriege gegen andere Völker geführt. Woher die moralische Pflicht zur Verteidigung kleinerer Nationen? Wie konnte das Vorgehen als „gerechter Krieg“ (righteous war) dargstellt werden? Auslöser war schließlich das von Serbien ausgehende Attentat auf das österreichische Thronfolgerpaar – von der Symbolkraft durchaus vergleichbar mit dem Terroranschlag vom 11. September 2001. Hier überzogen die USA Afghanistan – aus diesem Land kamen nachweisliche keine Terroristen – nur 27 Tage später ohne Kriegserklärung einen über 20 Jahre währenden Krieg, der nur verbrannte Erde hinterlassen hat.

Im Vergleich dazu hatte Österreich-Ungarn einige Attentäter fest- und vernehmen können. Deren Spur führte eindeutig nach Belgrad. So stellte Österreich-Ungarn Serbien ein Ultimatum, in dem es u.a. eine Untersuchung gegen die Hintermänner des Attentats forderte, an der auch österreichische Ermittlungsbeamte teilnehmen sollten. Das wurde als brutale Verletzung der Souveräntität abgelehnt. Daraufhin erfolgte die Kriegserklärung Österreich-Ungarns. Von einem derartigen Vorgehen sind die USA weit entfernt – auch was die Anzahl der Kriege der letzten 43 Jahre angeht.

Hier eine Übersicht der Länder, gegen die zwischen 1872 und 1914 Krieg geführt wurde (ohne Niederschlagung von Aufständen in den Kolonialgebieten) 

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 1) | Von Wolfgang Effenberger

Frankreich war vor allem in Kolonialkriegen aktiv:

  • Madagaskar (1895): Eroberung der Insel.
  • Fashoda-Krise (1898): Spannungen mit Großbritannien am Nil (kein Krieg).
  • Marokko-Krisen (1905–1906, 1911): Diplomatische Auseinandersetzungen mit Deutschland, da Deutschland die 1880 von den europäischen Mächte Marokko zugesagte Souveränität verteidigte. (30)

    Am 21. Mai 1911 marschierten französische Truppen unter General Charles Moinier ein und besetzten zunächst Fez, dann Rabat, das dann Hauptstadt von Französisch-Marokko wurde.

Großbritannien hatte gegen China zwei Kriege (1839–1842 und 1856–1860) geführt, um seine Handelsinteressen und insbesondere den Opiumimport nach China durchzusetzen. Ihr Ergebnis waren sogenannte "ungleiche Verträge", in denen China unter militärischem und politischem Druck Häfen öffnen, Handelsprivilegien gewähren und territoriale Zugeständnisse an westliche Mächte, auch an Russland und Japan, machen musste. Diese Verträge bedeuteten einen massiven Souveränitätsverlust für China und enorme wirtschaftliche Vorteile vor allem für Großbritannien. Dagegen setzte sich die sogenannte Boxerbewegung um 1900 zur Wehr – eine breit getragene Volksbewegung gegen diese ausländischen Einflüsse und Privilegien.

Die "Boxer" sahen sich als Verteidiger Chinas gegen die immer mehr dominierenden europäischen und nordamerikanischen Interessen im Land. Die ausländischen Handelsvertreter, Missionare und Militärs – deren Anwesenheit auf die Opiumkriege bzw. den "ungleichen Verträgen" zurückzuführen war – galten als Hauptfeind.

Kurzerhand sammelte Großbritannien im Jahr 1900 eine Koalition der Willigen für eine internationale Militäraktion in China (u.a. USA, Deutschland, Frankreich, Russland, Japan), um das Schwinden westlichen Einflusses zu verhindern. Dieses China vor allem von Briten und US-Amerikanern (und auch von Japanern 1885/1937-1945) zugefügte Leid ist unvergessen.

Wells ideelle Kernformeln und spätere Propagandafunktion

H.G. Wells prägte Schlüsselbegriffe wie "the war to end all wars" und ähnliche Parolen, die später zur Leitidee der britischen Kriegsbegründung wurden. 1918 arbeitete er sogar als Staatsbediensteter im neugegründeten "Ministry of Information" und war zeitweise für Teile der Propaganda gegen Deutschland verantwortlich. (32)

Insgesamt war Wells somit kein bloßer Helfer, sondern ein Zuarbeiter der ideellen und narrativen Grundlage britischer Kriegspropaganda: Er verband frühe Kriegsszenarien mit der moralischen Mobilisierung der Intellektuellen und lieferte Stichworte, mit denen die öffentliche Deutung des Krieges als „gerechter Krieg gegen deutschen Militarismus“ gefestigt wurde. (33)

Großbritannien versteht sich in der Erklärung als Hüter eines gemeinsamen europäischen Rechts‑ und Freiheitsideals: Es sei seine „Bestimmung und Pflicht“ (destiny and duty), die Herrschaft des Rechts zwischen zivilisierten Völkern, die Rechte kleiner Nationen und die Freiheit der westlichen Welt zu verteidigen.

Die Allianz mit Frankreich und Russland wird als notwendig akzeptiert, um diese Werte gegen eine deutsche Hegemonie zu bewahren; die Unterzeichner bekennen sich ausdrücklich zur Unterstützung der Alliierten mit ihrer ganzen moralischen und publizistischen Kraft. (34)

Damit verbindet die Erklärung bereits im September 1914 eine starke, emotionalisierte Moralargumentation mit einer klaren Feind‑ und Rollenzuschreibung, die später in der breiten britischen Kriegspropaganda fortgeschrieben wurde.

Die Vorkriegswerke von H. G. Wells, vor allem The War in the Air (1908), haben die britische Kriegspropaganda nicht direkt gesteuert, aber maßgeblich zur Verankerung des Feindbildes und zur emotionalen Kultur der Kriegsangst beigetragen, in der die eigentliche Propaganda nach 1914 fußte. (35)

In The War in the Air lassen deutsche Luftflotten mit Zeppelinen die Welt in einen totalen Krieg stürzen; der Roman stellt Deutschland als aggressives, technoid‑militärisches Imperium dar, das mit moderner Luftfahrt und Rüstungen die Zivilisation zerstört. (36)

Diese Bilder – „bis an die Zähne bewaffnete Teutonen“, Luftterror über Städten, ungezügelter Nationalismus – wurden von der Zeitgenossenschaft teils wörtlich, teils als Symbol gelesen und verstärkten die Vorstellung, Deutschland sei ein besonders gefährlicher, kriegs‑ und technologiebesessener Gegner. (37)

Wells' Invasions‑ und Kriegsszenarien gehörten zur breiteren britischen Popularkultur von Spion‑ und „Invasion“‑Romanen, die vor 1914 Angst vor Sabotage, Luftangriffen und Überfällen auf die Insel schürten. (38)

In dieser medialen Atmosphäre konnte die eigentliche Kriegspropaganda nach 1914 an bereits vorhandene Narrative anknüpfen: Das Feindbild des aggressiven Deutschen, des „Hunnen“, des „Blut‑und‑Eisen“‑Militarismus war durch Romane wie The War in the Air und ähnliche Bestseller bereits emotional vorbereitet. (39)

Wells‘ Vorkriegs‑Rhetorik lieferte Begriffsvokabeln und Motive, die später in offizieller Propaganda und in seinen eigenen Kriegstexten (z. B. Mr. Britling sees it Through) wieder auftauchen. (40)

So bereitete "The War in the Air" indirekt als kulturelle Vorpropaganda die Öffentlichkeit auf die Vorstellung eines totalen, technologischen Krieges vor und machte die späteren Propaganda‑Botschaften über deutsche Aggression, Luftterror und Zivilisationskampf deutlich glaubwürdiger und emotionaler. (41)

Die staatliche Propaganda ab 1914 musste nur noch vorhandene Ängste und Bilder systematisieren und politisch instrumentalisieren. 

Deutschland im 19. Jahrhundert: Wiener Kongress – Paulskirche – Reichseinigung

Nach den Napoleonischen Kriegen ordnete der Wiener Kongress (1814-1815) Europa und Deutschland neu. Dabei wurde statt eines Nationalstaats der Deutsche Bund gegründet, ein loser Zusammenschluss von 37 Fürstentümern und vier freien Städten, der monarchische und restaurative Prinzipien betonte und liberale Forderungen unterdrückte. Österreich hatte nach den Bestimmungen der Deutschen Bundesakte die Führungsrolle; ihm stand der Vorsitz im Bundestag zu.

Gleichzeitig gab es jedoch eine Rivalität mit Preußen, das ebenfalls eine Machtposition anstrebte. Diese Rivalität, auch als „Deutscher Dualismus“ bezeichnet, prägte die Geschichte des Bundes. Preußen war vor allem wirtschaftlich führend im "Deutschen Zollverein" (1834), der – ohne Österreich – für einen einheitlichen Wirtschaftsraum und die Abschaffung von Handels-Zöllen zwischen den Mitgliedstaaten eintrat. Diese Gegensätze führten später zu Konflikten, die im Deutschen Krieg 1866 gipfelten, nach dem Preußen die Vormachtstellung übernahm und der Deutsche Bund aufgelöst wurde. (42)

Der Versuch, Deutschland mittels der revolutionären Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt (1848) mit einer liberalen Verfassung als föderalen Verfassungsstaat zu einen, war an der Gegenwehr preußischer und anderer Fürstenmächte gescheitert. (43)

Die Reichseinigung wurde erst später, 1871, durch Preußen unter Leitung Otto von Bismarcks vollzogen, als das Deutsche Kaiserreich gegründet wurde und die einzelnen Fürstentümer sich unter preußischer Führung zusammenschlossen. Diese Reichsgründung folgte auf drei Kriege und eine „Blut und Eisen“-Politik und vollendete die preußische Dominanz im Kaiserreich.

Bereits drei Wochen nach der Kaiserproklamation am 18. Januar 1871 in Versailles hielt der spätere Premier Benjamin Disraeli (1874-1880) in einer Londoner Parlamentsdebatte am 9. Feb. 1871 eine beachtenswerte Rede – nachfolgend die Kernsätze: 

Ich möchte die Aufmerksamkeit des Unterhauses auf den Charakter dieses Krieges zwischen Frankreich und Deutschland lenken.

Dieser Krieg bedeutet die deutsche Revolution, ein größeres politisches Ereignis als die Französische Revolution des vergangenen Jahrhunderts.

Nicht ein einziger Grundsatz unserer Außenpolitik, der noch vor sechs Monaten von allen Staatsmännern als Leitfaden anerkannt wurde, ist weiterhin gültig. 

Wir haben eine neue Welt, neue Einflüsse am Werk, neue und unbekannte Größen und Gefahren, mit denen wir fertig werden müssen und die zur Zeit, wie alles Neue, noch undurchschaubar sind.

Wir haben früher in diesem Haus über das Gleichgewicht der Macht debattiert. Lord Palmerston, ein in hohem Maße praktischer Mann, hat das Staatsschiff und seine Politik daraufhin ausgerichtet, daß das Gleichgewicht Europas erhalten bleibe [...] Aber was ist jetzt wirklich geschehen? 

Das Gleichgewicht der Macht ist völlig zerstört worden und das Land, das am meisten darunter leidet und das die Auswirkungen dieses großen Wandels am meisten spürt ist England.
“ (44)

Damit war Disraeli (1804-1881) seiner Zeit voraus. Doch ab 1887 wurde zielstrebig darauf hingearbeitet (Neuer Kurs) diesen „neue und unbekannte Größen und Gefahren“ abzubauen.

Nach heutigem Narrativ scheint es kaum vorstellbar, dass das ganze 19. Jahrhundert, besonders unter den Intellektuellen, eine Periode von deutscher Anglophilie war, die erstaunlich wäre, wenn nicht der Deutsche seine innenpolitischen Wunschbilder immer in anderen Ländern suchen würde, in den 1920er Jahren waren es die Nationalisten in Italien und die "Kommunisten" in Russland, stets die Demokraten in England.

Zu den wenigen, die England gegenüber klaren Blick behielten, gehörte u.a. der deutsche Wirtschaftstheoretiker, Diplomat und Eisenbahnpionier Friedrich List (1789-1846), der auch den Zollverein gründete. Als sich seine Voraussagen und Hoffnungen erfüllten, als Deutschland sich zu einem mächtig aufstrebenden Industrieland entwickelte und damit überall auf der Welt auf englische Schranken stieß, da begann, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, eine gewisse Ernüchterung, die sich während des Burenkriegs zum Englandkoller auswuchs. In den ersten Jahren des Weltkriegs machte sich die furchtbare Enttäuschung über den "englischen Vetter", den man sich als Kriegsgegner gar nicht hatte vorstellen können, dann auch angesichts seiner diabolischen Propaganda in einer Erbitterung ohnegleichen bemerkbar. Es war die kurze Zeit des "Gott strafe England!". (45) 

Nach der Reichsgründung unter preußischer Führung war Deutschland zu einer Großmacht in Europa aufgestiegen. Der Prozess der Industrialisierung, der militärische Ausbau und der imperialistische Wettlauf um Kolonien und Einflusszonen führten dazu, dass Deutschland als eine der zentralen Mächte in das System der europäischen Großmächte integriert wurde – und nun ebenso außenpolitische Ambitionen verfolgte, ja den Wunsch nach einem „Platz an der Sonne“ angeblich aggressiv durchsetzte. Dieses verkürzte Zitat von Bernhard von Bülow, immer gern als Beweis des deutschen Strebens nach der Weltmacht angeführt, lautet jedoch vollständig: (46)

„Mit einem Worte: wir wollen niemanden in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne.“ (47) Absichtlich aus dem Kontext gerissen, verliert dieses Zitat die diplomatische Nuancierung. (48)

Ursprünglich wandte sich Bülow gegen den Eindruck, Deutschland wolle andere Mächte dominieren, er betonte aber zugleich das Recht Deutschlands auf seinen eigenen "Platz" bzw. Einflussbereich (vor allem in Übersee) neben den etablierten Kolonialmächten wie Großbritannien und Frankreich. 

Nach seiner Thronbesteigung im Frühjahr 1888 wurde Kaiser Wilhelm II., Enkel der britischen Queen Victoria, in England gern als Symbol des preußischen Militarismus vorgestellt und sein Auftreten vor allem ideologisch als Ausdruck einer militaristischen und expansiven Politik interpretiert. Ein Jahr nach seiner Thronbesteigung ernannte seine Großmutter ihn zum britischen Admiral der Flotte. Wilhelm II. war darüber sehr erfreut und trug mit Stolz diese Uniform bei offiziellen Gelegenheiten, was seine enge familiäre Verbindung zu Großbritannien unterstrich.

Wilhelm II. sah sich dadurch sogar berechtigt, in britischen Marineangelegenheiten mitzusprechen, was bei deutschen Marineoffizieren und in der britischen Führung unterschiedlich aufgenommen wurde.

Er empfand diese Ernennung als eine symbolische persönliche Ehre, die den engen dynastischen Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien entsprach, ohne eine aktive Rolle als britischer Admiral im Sinne eines militärisch operierenden Kommandanten. (49)

Mit der Krüger-Depesche – ein Telegramm, das Kaiser Wilhelm II. am 3. Januar 1896 an Paul Krüger, den Präsidenten der Südafrikanischen Republik (Transvaal), schickte – gratulierte er Krüger zum Sieg über die britischen Freischärler, die im sogenannten Jameson-Raid versucht hatten, die Unabhängigkeit Transvaals zu untergraben. Das Telegramm enthielt die ausdrückliche Anerkennung der Unabhängigkeit Transvaals und verurteilte die britischen Angreifer als "Friedensstörer". Das traf ja zu. Die britischen Freischärler waren infiltriert worden, um zu gegebener Zeit dem britischen Militär einen Vorwand zum Einmarsch zu liefern, ähnlich wie es die USA bei der "Übernahme" von Texas erfolgreich vorgemacht hatten. In Großbritannien wurde das Telegramm als Beleidigung empfunden und erfolgreich zur Verstärkung antideutscher Ressentiments benutzt. (50) Die Spannungen zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien verschärfte sich erheblich.

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 1) | Von Wolfgang Effenberger

Der schnelle Aufstieg Deutschlands ab 1871 – so wie heute Chinas – wurde instrumentalisiert, um bei den Regierungen und Bevölkerungen der anderen Großmächte Ängste und Misstrauen auszulösen. Ergebnis waren dann die Allianzen gegen das Deutsche Reich im Vorfeld des Ersten Weltkriegs. Nach dem Krieg verstärkten sich diese Deutungen im Kontext der Schuldzuweisung.

Ging es 1914 Großbritannien darum, im Bund mit Frankreich und Russland eine aufkommende europäische Zentralmacht zu verhindern, so gilt es heute, ein starkes, Zentraleuropa beherrschendes Russland zu verhindern, getreu der britischen Politik der „Balance of Power“ (Gleichgewicht der Kräfte). Schon der alte englische „Mutiny Act“ aus dem 17. Jahrhundert nannte als Zweck des englischen Heeres „the preversation oft he balance of power in Europe“. Das ist typisch für eine Seemacht, die immer nach Brückenköpfen auf den gegenüberliegenden Ufern strebt. Bei den Landmächten dagegen ist der Zweck des Heeres die Verteidigung der Grenzen und der Schutz der Interessen des Staats oder seiner Bürger.

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Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://www.vorkriegsgeschichte.de/die-britisch-deutsche-rivalitaet-1900-1914/

2) https://www.spiegel.de/geschichte/deutsch-britisches-wettruesten-das-grosse-fuerchten-a-947457.html

3) https://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/war-propaganda-bureau/

4) https://www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-1466

5) https://www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-1466

6) https://www.historeo.de/datum/1884-gruendung-der-fabian-society

8) http://blog.fair-use.org/2007/09/11/fabians-progressives-and-eugenics/

9) https://radicalteatowel.co.uk/radical-history-blog/the-fabian-society-a-clique-of-bourgeois-socialists

10) Ebda.

11) https://victorianweb.org/history/fabian.html

12) Gemeinfreies Bild unter upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/25/Fabian_Society_coat_of_arms.svg

13) https://www.eiu.edu/historia/Carswell3.pdf

14) http://thomassheridanofficialblog.blogspot.com/2014/05/hg-wells-and-palour-room-blood-lust-of.html

15) Howard Fremeth: H.G Wells, the World State, and the Poltics of History unter https://ojs.lib.uwo.ca/index.php/westernumirror/article/download/16070/12464/39518

16) Wolfgang Effenberger: Schwarzbuch EU & NATO Warum die Welt keinen Frieden findet. Höhr-Grenzhausen 2020, S. 92

17) https://www.academia.edu/99238517/HG_Wells_and_South_Africa

18) https://www.gutenberg.org/files/57481/57481-h/57481-h.htm

19) https://wiki.bildungsserver.de/weltliteratur/index.php/Herbert_George_Wells

20) Michael von Taube: Der große Katastrophe entgegen, Leipzig 1937, S.379

21) Wolfgang Effenberger: Schwarzbuch EU & NATO Warum die Welt keinen Frieden findet. Höhr-Grenzhausen 2020, S. 36

22) Ebda., S. 37

23) Robert Kurz: Schwarzbuch Kapitalismus Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft München 2002, S. 387

24) https://www.europa.clio-online.de/quelle/id/q63-28354

25) Wilson, John C.B.: A Life of sir Henry Campbell-Dannerman, London 1973, pp. 530-531.

26) Ebda., p. 541

27) Ebda.,, pp. 541-542

28) Ebda., p. 542

29) Hirst, F. W.: In the Golden Days (London: Frederick Muller Ltd, 1947), p. 265.

30) Am 3. Juli 1880 unterzeichneten Vertreter des marokkanischen Sultans, Frankreichs, Großbritanniens, Spaniens, Deutschlands, Italiens, Portugals, Österreich-Ungarns, Belgiens, der Niederlande, Russlands und der USA die Konvention auf der Konferenz von Madrid. Sie garantierte die Unabhängigkeit Marokkos, sicherte Handelsfreiheit („offene Tür“) und regelte Konsulatrechte sowie Zugeständnisse an europäische Mächte, um Konflikte um Einflusszonen zu vermeiden.

31) https://www.abebooks.com/art-prints/MILITARIST-OPPENHEIM-LOUIS-1879-1936/22678127069/bd

32) https://www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-1466

33) https://www.welt.de/geschichte/article119417655/Erster-Weltkrieg-Germanophobie-durch-britische-Graeuelpropaganda.html

34) https://www.academia.edu/71320124/Das_Manifest_der_93_

35) https://en.wikipedia.org/wiki/The_War_in_the_Air

36) https://dystopischeliteratur.wordpress.com/2012/02/09/h-g-well-der-luftkrieg/

37) https://www.welt.de/geschichte/article119417655/Erster-Weltkrieg-Germanophobie-durch-britische-Graeuelpropaganda.html

38) https://zeithistorische-forschungen.de/2-2011/4723

39) https://thewellsian.awh.durham.ac.uk/ojs/index.php/Wellsian/article/download/419/407

40) https://qmro.qmul.ac.uk/xmlui/handle/123456789/1528

41) https://www.academia.edu/121958396/2024_Aerial_Warfare_and_Literary_Dystopia_in_the_Early_Twentieth_Century_Herbert_George_Wells_The_War_in_the_Air_1908_and_Giulio_Douhets_Come_fin%C3%AC_la_Grande_Guerra_1919_

42) https://www.deutschlandmuseum.de/geschichte/deutscher-bund/

43) https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/revolution-von-1848-265/9892/scheitern-eines-traumes/

44) Hansard, Parliamentary Debates, Ser. III, Bd. cciv, February-March 1871, Rede vom 9. Februar 1871, S. 81-82; englischer Originaltext abgedruckt in William Flavelle Moneypenny und George Earle Buckle, The Life of Benjamin Disraeli, Earl of Beaconsfield, neue bearb. Ausg. in 2 Bänden, Bd. 2, 1860-1881. London: John Murray, 1929, S. 473-74. 

Quelle der deutschen Übersetzung: Gerhard A. Ritter, Hg., Das Deutsche Kaiserreich 1871-1914. Ein historisches Lesebuch, 5. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1992, S. 181. 
https://ghdi.ghi-dc.org/sub_document.cfm?document_id=1849&language=german

45) Walther Maas: England, Deutschland, Europa... Zur Zusammenkunft in Chequers, 8. Juni 1931

46)Zitat von Bülow lautete im Original (aus einer Reichstagsrede vom 6. Dezember 1897)

47) https://schicketanz.eu/2016-01-platz-an-der-sonne/

48) https://www.zeitklicks.de/zeitstrahl/1897/platz-an-der-sonne

49) https://www.cambridge.org/core/books/kaiser/wilhelm-ii-and-his-navy-18881918/11D8BAB06631875F16BDBF48ABDCA343

50) Johannes Lepsius, u. a., Hg., Die Große Politik der europäischen Kabinette 1871-1914. 40 Bände. Berlin, 1922-1927. 11. Bd. S. 31-32. Abgedruckt in Rüdiger vom Bruch und Björn Hofmeister, Hg., Kaiserreich und Erster Weltkrieg 1871-1918. Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung, herausgegeben von Rainer A. Müller, Band 8. Stuttgart: P. Reclam, 2000, S. 271.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Flaggen Großbritanniens und des Deutschen Reiches
Bildquelle: danielo / shutterstock

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Großbritannien: 38.500 % Preisexplosion! E-Auto-Ladesäulen vor dem finanziellen Kollaps

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In Großbritannien schlagen die Betreiber von Ladesäulen für Elektroautos Alarm. Die Kosten explodieren geradezu, weil der “Net Zero”-Traum auch die Strompreise in die Höhe treibt. Die Ausgaben für den Netzausbau, der für die “grüne Transformation” notwendig ist, werden nämlich direkt umgelegt. Und das ist teuer.

Wer hätte das wohl nur ahnen können? Die “grüne Transformation” frisst ihre eigenen Kinder. Während die Politik den Bürgern mit aller Gewalt Elektroautos aufzwingen will, explodieren im Hintergrund die Kosten in astronomische Höhen. Nun schlagen die Betreiber von Ladesäulen in Großbritannien Alarm: Ihre Stromrechnungen sind um bis zu 38.500 Prozent gestiegen. Der “Net Zero”-Traum entpuppt sich einmal mehr als Albtraum. Die Betreiber von E-Auto-Ladesäulen (vertreten durch den Verband ChargeUK) stehen nun vor dem Ruin – oder zumindest vor der Notwendigkeit, die Preise für den Endkunden massiv in die Höhe zu treiben. Grund dafür sind die in nur wenigen Jahren völlig außer Kontrolle geratenen Netzgebühren.

Die Zahlen, die hier auf dem Tisch liegen, spotten jeder Beschreibung. Der große Ladesäulen-Anbieter Osprey machte kürzlich seine Bücher auf: Für einen Standort im englischen Wolverhampton zahlte das Unternehmen im Jahr 2022 noch bescheidene 87 Pfund (ca. 102 Euro) an Netzgebühren pro Jahr. Heute flattert eine Rechnung über unfassbare 33.651 Pfund ins Haus. Das ist ein Preisanstieg von 38.579 Prozent!

Ein Konkurrent, Fastned, darf für eine Station im schottischen South Lanarkshire mittlerweile 41.000 Pfund jährlich abdrücken. Ein dritter Anbieter klagt über einen Anstieg von 250 Prozent in nur vier Jahren – die Kosten lägen nun “weit im sechsstelligen Bereich”. Doch wie will man diese exorbitanten Kostensteigerungen an die Kunden weitergeben?

Wie es zu solchen Auswüchsen kommt, ist ganz einfach: Es ist die Rechnung für die utopische “Net Zero”-Agenda. Das britische Stromnetz muss für die politisch erzwungene Energiewende für Milliarden umgebaut und erweitert werden. Und irgendjemand muss diesen Spaß bezahlen. Die Regulierungsbehörde Ofgem hat 2023 die Spielregeln geändert. Abkassiert wird nun nicht mehr nach dem tatsächlichen Stromverbrauch der Ladesäule, sondern schlicht nach der Größe des Netzanschlusses. Das bedeutet: Wer eine leistungsstarke Schnellladestation baut, zahlt sich dumm und dämlich – völlig unabhängig davon, ob dort überhaupt Autos laden oder ob die Säule mangels Nachfrage verwaist in der Gegend herumsteht.

Hier zeigt sich die ganze Schizophrenie der grün-globalistischen Planwirtschaft. Die dem Klimawahn verfallenen Politiker trommeln unermüdlich dafür, bis 2030 rund 300.000 öffentliche Ladesäulen aus dem Boden zu stampfen. Schließlich haben selbst die regierungstreuen Thinktanks gemerkt, dass die Bürger unter der völlig berechtigten “Reichweitenangst” leiden und den überteuerten E-Schrott deshalb auf den Höfen der Händler stehen lassen.

Die Betreiber tun also genau das, was die Regierung von ihnen verlangt: Sie bauen vorausschauend die gewünschte Infrastruktur auf. Und genau dafür werden sie nun durch das neue Gebührensystem brutal abgestraft. ChargeUK bringt es auf den Punkt: Man werde dafür bestraft, “der Nachfrage voraus zu bauen”. Am Ende zahlt wie immer der Bürger. Die Betreiber haben bereits unmissverständlich klargemacht, dass sie diese absurden Kosten auf die Ladepreise umlegen müssen. Das E-Auto, ohnehin schon ein teures Spielzeug für gut betuchte Großstädter, wird damit endgültig zum finanziellen Fass ohne Boden.

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War der iranische Angriff mit Interkontinentalraketen auf den Stützpunkt Diego Garcia Desinformation?

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Vor allem Israel oder Großbritannien könnten die Story erfunden haben, um den Krieg gegen Iran zu rechtfertigen. Auffällig ist, dass keinerlei Beweise vorgelegt wurden, während der Iran die Behauptung abstritt. Die meisten Medien haben die Behauptung unkritisch weiter gegeben.

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Kult-Schauspieler John Cleese warnt vor islamischer Machtübernahme in Großbritannien

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John Cleese ist in Großbritannien eine Ikone – verantwortlich für „Monty Python“, „Das Leben des Brian“ oder „Ein Fisch namens Wanda“. Nun warnt er vor Islamisierung und verteidigt das christliche Erbe seiner Nation.

Eric Angerer

Der berühmte Schauspieler und Drehbuchautor kritisiert auf X immer wieder die schleichende Islamisierung des Landes. Diesen Monat schrieb er, dass Großbritannien auf tiefster Ebene von christlichen Werten geprägt sei und warnte vor zunehmendem muslimischem Einfluss im Vereinigten Königreich.

„Trotz der vielen Fehler der Kirchen“, schrieb Cleese, „wurden die Briten jahrhundertelang von den Lehren Christi beeinflusst. Wenn diese Werte durch islamische ersetzt werden, wird es nicht mehr Großbritannien sein.“

Cleeses Beitrag war eine Reaktion auf ein Video von Susan Hall, einer führenden Vertreterin der Konservativen Fraktion in der Londoner Stadtverordnetenversammlung. Sie erklärte, Großbritanniens Status als christliches Land müsse bewahrt werden und warnte vor der Grünen Partei, die, sollte sie an die Macht kommen, Berichten zufolge plant, die anglikanische Kirche als Staatskirche Großbritanniens abzuschaffen.

Dies geschieht zudem vor dem Hintergrund einer neuen Definition von „Islamophobie“ durch die britische Regierung, die sie nun als „antimuslimische Feindseligkeit“ bezeichnet.

Die Regierung definiert Islamophobie unter anderem als „die vorurteilsbehaftete Stereotypisierung von Muslimen oder Menschen, die als Muslime wahrgenommen werden, unter anderem aufgrund ihrer ethnischen oder rassischen Herkunft oder ihres Aussehens, und die Behandlung dieser Personen als Kollektiv mit festen und negativen Merkmalen, mit der Absicht, Hass gegen sie zu schüren, ungeachtet ihrer tatsächlichen Meinungen, Überzeugungen oder Handlungen als Einzelpersonen.“

Warum fürchten wir nur den Islam, nicht aber andere Religionen?

Kritiker argumentieren, die Definition sei zu weit gefasst und werde die Meinungsfreiheit einschränken. Cleese repostete zum Thema der angeblichen „Islamophobie“ folgendes Statement mit dem Titel „Why do we only fear Islam, not other religions?“:

In einem anderen X-Post zitiert Cleese folgenden Bericht aus einer Grundschule in Lincolnshire:

„Heilige Scheiße! Eine Grundschule in Großbritannien zwang Kinder zu islamischen Gebeten. Die Schule steht unter Schutz, da sie mit negativen Reaktionen rechnet, und darf daher nicht namentlich genannt werden. Sie befindet sich in Lincolnshire. ‚Wir haben gestern zu Allah gebetet‘, sagte ein siebenjähriges Mädchen zu ihrem Vater. Den Kindern wurde zunächst ein Video gezeigt, das ihnen erklärte, wie man richtig kniend und mit gesenktem Kopf betet, bevor sie es selbst ausprobierten. Der Vorfall kam ans Licht, nachdem empörte Eltern Anzeige bei der Polizei von Lincolnshire erstattet hatten. Absolut schändlich!“

Cleese schrieb dazu: Auf welche Weise werden britische Kinder diesem außerordentlich aggressiven Glaubenssystem unterworfen? Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

Mit seinem Auftreten gegen die Islamisierung Großbritanniens ist Cleese eine wichtige Stimme, einer der wenigen prominenten Künstler, die in dieser Frage den Mund aufbekommen. Allerdings ist Cleese nicht in allen Fragen kritisch. Er beteiligt sich beispielsweise am billigen Trump-Bashing des Mainstreams.

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Ein bisschen Hoffnung

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Es fällt in diesen Tagen schwer, optimistisch zu sein – in Bezug auf die Politik und die Entwicklung der Welt. Krisen, Kriege, jeden Tag neue Hiobsbotschaften. Und unsere Führung oder Volksvertreter dabei gefühlt immer genau auf der falschen Seite. Stellungnahmen und Entscheidungen, die auf Propaganda-Szenarien zu fußen scheinen und nicht auf einer realistischen Einschätzung der Situation. Moralisch so fragwürdig, wie taktisch unklug. Siehe die jüngsten Äußerungen zum Völkerrecht von Gauck, Wadephul und Merz und die Stellungnahmen der Bundesregierung zu den Angriffen auf den Iran und den Libanon. Was könnte uns ein wenig Hoffnung machen? Ein Kommentar von Maike Gosch.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Ich kann mich an keine Zeit in den letzten Jahren oder Jahrzehnten erinnern, in der ich insbesondere geopolitisch so diametral entgegengesetzte Positionen zu denen meiner politischen Vertreter gehalten habe. In denen meine innere Überzeugung, meine Vorstellung des politisch Richtigen und des moralisch Anständigen so sehr im Konflikt war mit den geäußerten Einschätzungen der Politiker, die in unserem Namen Entscheidungen treffen. Wenn Deutschland eine Firma wäre, für die ich arbeiten würde, hätte ich längst gekündigt – weil ich deren Entscheidungen und Äußerungen einfach nicht mehr mittragen könnte. Aber das geht leider nicht. Es bleibt das Schreiben von Artikeln, Gespräche mit Freunden und Kollegen und – die Suche nach Lichtblicken am Horizont.

In Deutschland macht die politische Landschaft gerade wenig Hoffnung

Das BSW vertritt geopolitisch aus meiner Sicht aktuell die vernünftigsten und anständigsten Positionen – insbesondere auch in Bezug auf den Irankrieg, der sich zu einem regionalen Krieg im Mittleren Osten ausgeweitet hat. Die Partei konnte die Bevölkerung aber leider seit dem verpassten Einzug in den Bundestag im letzten Jahr bei den jüngsten Wahlen nicht ausreichend überzeugen oder mobilisieren. Auch in Rheinland-Pfalz, das am Sonntag wählt, ist diesbezüglich keine Trendwende zu erwarten.

Die AfD ist bei ihrer geopolitischen Ausrichtung stark gespalten. Chrupalla und Weidel hatten eine Stellungnahme abgegeben, in der sie alle Kriegsparteien im Irankrieg zur Zurückhaltung aufforderten, den Schutz der Zivilbevölkerung anmahnten und am Ende forderten: „Das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht müssen uneingeschränkt eingehalten werden. Die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse und muss beendet werden.“ Das war aber für andere Parteimitglieder und Abgeordnete offenbar des Augenmaßes zu viel, sodass es zu heftiger Kritik kam. Die Äußerung war einigen offensichtlich nicht iran-kritisch genug. Dieser Vorfall machte zudem wieder einmal die innerparteiliche Spannung zwischen Ost- und West-AfD-lern deutlich.

Die CDU scheint sich vollkommen verpflichtet zu haben, Israel in den Abgrund von Kriegsverbrechen, illegalen Angriffskriegen und politischen Morden zu folgen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste oder frühere moralische Positionierungen in Bezug auf internationales Recht. Auch hat man den Eindruck, der Ehrgeiz bestünde, Deutschland international noch unbeliebter zu machen, als es seit seiner Unterstützung Israels beim Völkermord in Gaza ohnehin schon ist.

Nur ein aktuelles Beispiel: Am 16. März abends schrieb Kanzler Friedrich Merz auf X:

Ich bin zutiefst besorgt über die eskalierende Gewalt in Libanon: Die Angriffe der Hisbollah auf Israel und die Zivilbevölkerung müssen aufhören. Mit Frankreich, Italien, Kanada und dem Vereinigten Königreich fordere ich dringend eine sofortige Deeskalation.“

Denselben Tweet gab es auch in der englischen Version. Typisch für die internationalen Reaktionen war zum Beispiel diese Antwort der unabhängigen Fotojournalistin Courtney Bonneau:

Ich bin als Reporterin vor Ort. Ich versuche mal, Ihnen zu helfen, zu verstehen, was hier passiert. Israel hat seit dem ersten Tag des Inkrafttretens des Waffenstillstands fast 500 Männer, Frauen und Kinder (alles Zivilisten) getötet und dabei schreckliche Akte von Ökozid und ethnischer Säuberung begangen. Laut UNIFIL hat Israel den Waffenstillstand 15.400 Mal verletzt. Die Hisbollah hat ihn niemals verletzt oder die besetzten Gebiete in irgendeiner Weise angegriffen. Hier ist ein kurzes Video, es zeigt nur ein Bruchteil davon, wie das Jahr war, bevor dieser neue Krieg begann. Sie sind ein Regierungsbeamter. Informieren Sie sich.“

Von der SPD hört man geopolitisch fast gar nichts mehr. Ein Außenpolitiker der Partei kritisierte zwar Merz’ Schweigen zur Völkerrechtswidrigkeit des israelisch-US-amerikanischen Angriffs, sonst scheint die SPD aber die Positionen der CDU in der Bundesregierung mitzutragen. Eventuell ist es aber hinter den Kulissen auf den Einfluss der Sozialdemokraten zurückzuführen, dass die Regierung sich vernünftigerweise entschied, sich nicht militärisch am Irankrieg zu beteiligten. Die unklare Rolle, die der US-Stützpunkt in Ramstein beim Irankrieg spielt, lassen wir hier mal außen vor, da es dazu leider von der Regierung keine klaren Auskünfte gibt. Sie bestreitet zwar eine Beteiligung Deutschlands an dem Angriff, es ist aber klar, dass Ramstein eine zentrale Drehscheibe für US-Operationen ist und diese Nutzung bisher nicht eingeschränkt wurde.

Die Grünen reden von Klimaschutz und Energiewende, während die Ölfelder brennen, die von ihnen unterstützten Kriege größte Umweltkatastrophen verursachen und ihr Abgeordneter und Vizepräsident des Bundestags Omid Nouripour das Verbot von palästina-solidarischen Al-Quds-Demonstrationen fordert.

Auch die Linke bietet keinen Lichtblick: Sie ist bei der Israel-Frage innerlich zerstritten und schafft es nicht mal, die illegalen Angriffe der USA und Israels gegen den Iran klar zu verurteilen. Stattdessen beschränkt sie sich darauf, Krieg ganz allgemein als Mittel zu kritisieren, und empfiehlt stattdessen „gezielte Sanktionen gegen die Eliten“, Maßnahmen, die in der Praxis aber ebenfalls völkerrechtlich problematisch sind und schon bisher zu erheblichem Leid in der Bevölkerung geführt haben.

Anders sieht die Situation in Großbritannien aus

In einer Stellungnahme von Your Party, der neuen Partei des ehemaligen prominenten Labour-Politikers Jeremy Corbyn, auf X heißt es zum Irankrieg ganz klar:

Die USA bombardieren den Iran von britischen Militärstützpunkten aus. Starmer hat uns durch diese Kriegsbeteiligung zu Mittätern an diesem Angriffskrieg gemacht. Nicht in unserem Namen.“

Solche Töne kommen in Deutschland nur vom BSW.

Jeremy Corbyn hatte zudem gefordert, britische Minister vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen Mitwisserschaft und Beteiligung der Regierung am Völkermord Israels in Gaza strafrechtlich zu verfolgen. Dies war das Ergebnis einer zivilgesellschaftlich organisierten Untersuchung zum Völkermord in Gaza „The Gaza Tribunal“, die Corbyn organisiert hatte, nachdem sein Antrag im britischen Unterhaus auf so eine Untersuchung abgelehnt worden war.

Auch Zack Polanski, der Vorsitzende der Green Party (nicht zu verwechseln mit den deutschen Grünen!), gebrauchte bereits kurz nach dem Angriff auf den Iran sehr klare Worte:

Dies ist ein illegaler, unprovozierter und brutaler Angriff, der einmal mehr zeigt, dass die USA und Israel Schurkenstaaten sind.

Das Vereinigte Königreich muss seine enge Beziehung zu den USA sowie seine fortlaufende Unterstützung für Israel beenden.“

Er scheint mit dieser antiimperialistischen Haltung viele Wähler in Großbritannien zu überzeugen. Gerade konnte die Green Party mit der blonden Klempnerin Hannah Spencer als Kandidatin einen historischen Erfolg feiern. Sie schlug nämlich bei einer Nachwahl im Wahlkreis Gorton & Denton in Manchester sowohl die rechtskonservative Reform UK-Partei als auch die ehemals sozialdemokratische Labour-Partei und die konservativen Tories – und zwar mit deutlicher Mehrheit. Das lag sicher auch an ihren konsequent sozialdemokratischen Positionen, aber nicht zu einem geringen Teil auch an der für die traditionell linken Wähler im Wahlbezirk extrem enttäuschenden Positionierung der Labour-Partei zum Gaza-Krieg.

Seit Polanskis Wahl zum Parteivorsitzenden 2025 stieg die Mitgliederzahl der Green Party von rund 66.000 auf über 200.000 an – ein spektakuläres Wachstum innerhalb weniger Monate. Polanskis dynamische Führung hat nicht nur neue Mitglieder mobilisiert, sondern verändert auch die gesamte Wählerlandschaft in Großbritannien, wie die aktuellen Umfragen und letzten Wahlergebnisse bei den anderen Nachwahlen zeigen. Auch wenn Reform UK nach den letzten Umfragen (YouGov) noch mit 25 Prozent führt, liegt die Green Party jetzt schon bei 19 Prozent, vor den Tories auf dem dritten Platz, der regierenden Labourpartei auf dem vierten und den Liberal Democrats auf dem fünften. Die Green Party scheint also der in letzter Zeit immer mehr diskreditierten Labourpartei unter Keir Starmer den Rang bei den Wählern abgelaufen zu haben. Aufgrund des stark ausgeprägten Zweiparteiensystems in Großbritannien könnten die tatsächlichen Unterhausergebnisse bei den nächsten Wahlen jedoch anders ausfallen: Auch hohe Umfragewerte für kleinere Parteien führen nicht automatisch zu proportionalen Sitzen im Parlament.

Für enttäuschte Anhänger linker Politik in Deutschland, die zuletzt vom schwachen Abschneiden des BSW entmutigt wurden, sind diese Entwicklungen jedoch ein wichtiges Signal. Ebenso wie der große Erfolg von Zohran Mamdani bei der Bürgermeisterwahl von New York, der sich ebenfalls mit klaren Äußerungen zu Israels Verbrechen in Gaza nicht zurückhielt und sich gleichzeitig aktiv für Toleranz und gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie einsetzt.

Denn dies zeigt: Es gibt viel Bewegung in der politischen Landschaft, und auch Parteien, die sich klar gegen westliche Angriffskriege positionieren, können binnen kurzer Zeit erheblichen Einfluss gewinnen. Polanskis und Mamdanis Erfolge zeigen, dass politischer Wandel möglich ist, auch wenn eine Partei sich nicht scheut, außenpolitisch klar und kritisch Stellung zu nehmen. Von den Briten und den New Yorkern können die deutschen Politiker und Parteien noch einiges lernen – mehr Schwung, Humor und moderne Kommunikationsmethoden, die auch junge Wähler erreichen. Hierin haben die Green Party in Großbritannien in letzter Zeit und die Kampagne von Zohran Mamdani geradezu brilliert.

Titelbild: Steve Travelguide/shutterstock.com

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Moskau wirft London und Paris Beteiligung an Raketenangriff auf Brjansk vor

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Vorschau ansehen Weitgehend unbeachtet von deutschen Medien hat die Ukraine am 10. März die russische Stadt Brjansk mit Marschflugkörpern aus britisch-französischer Produktion angegriffen. Dabei geht es um die von beiden Ländern gemeinsam entwickelten Storm Shadow (britische Bezeichnung) und SCALP (französische Bezeichnung), die die Ukraine nicht ohne Mithilfe von Soldaten aus diesen Ländern bedienen kann, wie man schon […]
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Baden-Württembergs bedenkliche Zusammenarbeit mit Palantir

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Das deutsche Bundesland Baden-Württemberg hat das Gotham-System des US-Unternehmens Palantir gekauft, um mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Überwachungsdaten im Auftrag der Strafverfolgungsbehörden zu verarbeiten – auch mit den Stimmen der aktuellen Wahlsieger Die Grünen. Die Polizei von Baden-Württemberg gibt zwar an, dass die Software von Palantir streng kontrolliert wird, um Missbrauch oder Datenlecks zu verhindern – dennoch löst die Zusammenarbeit mit Palantir ernsthafte Bedenken aus. Ein Artikel von Shir Hever.

Alex Karp, der Geschäftsführer des US-Softwarekonzerns Palantir, bekannt für die Bereitstellung von Technologien für Polizei, Geheimdienste und Militär, sagte im letzten Jahr bei einer Investorenkonferenz:

Palantir ist hier, um Systeme zu stören und die Institutionen, mit denen wir zusammenarbeiten, zu den besten der Welt zu machen, und wenn es notwendig ist, unsere Feinde einzuschüchtern und gelegentlich zu töten.“

An solchen Zitaten mangelt es bei den Palantir-Gründern Alex Karp und Peter Thiel, zwei Trump-Anhängern, nicht. Thiel war auch ein enger Freund von Jeffrey Epstein. Sie machen keinen Hehl daraus, dass ihr Unternehmen nach Macht, Dominanz und einer Unterscheidung zwischen „uns“ und „ihnen“ strebt.

Und ganz aktuell wird die Technologie von Palantir zum Töten eingesetzt – in Gaza und auch im Iran. In Gaza nutzt Israel Palantir, um internationale Hilfsorganisationen zu überwachen, nachdem diese sich geweigert hatten, personenbezogene Daten ihrer Mitarbeiter weiterzugeben, um Lebensmittellieferungen nach Gaza zu verfolgen und zu stoppen. Und im Iran sammelt Palantir Überwachungsdaten und gleicht diese mit dem KI-Modell von Anthropic ab, um Ziele für Attentate zu generieren.

Kann Technologie an sich böse sein oder kommt es nur darauf an, ob sie für böse Zwecke eingesetzt wird? Mit der Wahl des Firmennamens „Palantir“ haben Karp und Thiel ihre Meinung zu diesem Thema deutlich gemacht. Das Wort „Palantir“ bezieht sich auf eine magische Kristallkugel aus den Büchern „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien. In den Büchern und auch im Film benutzt der Hobbit Pippin den Palantir aus Neugier und wird dadurch Opfer der böswilligen Überwachung durch den tyrannischen Sauron. Das Logo von Palantir ist eine vereinfachte Kristallkugel, die als Pupille eines Auges dargestellt ist. Dies kann man als Anspielung auf das „Auge von Sauron“ (das ultimative Überwachungsinstrument im Dienst des Bösen in „Der Herr der Ringe“) lesen. In seinem X-Account lautet das Unternehmensmotto „Software, die dominiert“. Eines der von Palantir entwickelten Tools heißt „Gotham“, eine Anspielung auf die fiktive Stadt aus den Batman-Geschichten, in der ein millionenschwerer Rächer namens Batman Kriminelle in der korrupten und von Verbrechen heimgesuchten Stadt Gotham bekämpft. Palantir bezeichnet die Software daher auch als „Waffensystem“.

Die Identifikation mit Schurken der Populärkultur geschieht aber auch durch Andere. Die US-Einwanderungsbehörde ICE verglich sich selbst mit Darth Vader aus Star Wars, Trump sagte in einem Treffen mit Zohran Mamdani, „Sie können mich einen Faschisten nennen“, Benjamin Netanjahu nannte Israels Operation zur Ermordung wichtiger iranischer Führer und Militärkommandanten „Operation Red Wedding“ (Rote Hochzeit), eine Anspielung auf die Massenszene aus den Büchern und der Fernsehserie Game of Thrones, in der unbewaffnete Unschuldige ermordet werden. Israels Krieg gegen den Iran im Juni 2025 wurde „Rising Lion“ genannt, eine biblische Anspielung aus dem Buch Numeri, in dem es weiter heißt: „Er wird sich nicht niederlegen, bis er von der Beute gegessen und das Blut der Erschlagenen getrunken hat.“ Diese Akteure scheuen sich also nicht, sich mit dem Bösen zu assoziieren, aber sie haben noch etwas anderes gemeinsam: Sie sind alle Kunden von Palantir.

Kunden von Palantir

Palantir verkauft nicht nur die Werkzeuge für Überwachung und Herrschaft, die es möglich, ja sogar leicht machen, Menschen- und Bürgerrechte zu verletzen, sondern nutzt auch seine tyrannischen Bilder und Popkultur-Referenzen, um seinen Kunden das Gefühl zu geben, Tyrannen zu sein. Ein Vertrag mit Palantir ist daher nicht nur eine Frage der Überwachungsmacht, sondern auch ein politisches Statement: eine Parteinahme für weiße Vorherrschaft, Militarismus und Kolonialismus gegen progressive Ideale wie Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit.

Nach der pro-kolonialistischen Rede des US-Außenministers Marco Rubio auf dem Münchner Sicherheitsgipfel, die als „unheilvolles Plädoyer für schamlosen westlichen Imperialismus” bezeichnet wurde, sagte Joe Lonsdale, Mitbegründer von Palantir:

„Eine wichtige Rede von Außenminister Rubio. Diese US-Regierung kümmert sich sehr um den Westen und ist für Europa so viel besser, als ihre Führer und die politische Klasse erkennen. Ich hoffe, sie hören zu.”

In einer durchgesickerten Audioaufnahme des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein empfahl er dem ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak, sich „Palantir anzuschauen“. Tatsächlich gehört das israelische Verteidigungsministerium zu den ersten Kunden von Palantir. Palantir stellte seine KI-Tools dem israelischen Militär zur Verfügung. Palantir erweiterte seine Zusammenarbeit mit Israel, als der Völkermord im Gazastreifen begann. Es erklärte, „wir stehen zu Israel“, und hielt seine Vorstandssitzung im Januar 2024 in Tel Aviv ab.

Palantir in Gaza, Libanon und Venezuela

Israel setzte KI als Waffe ein, um eine große Anzahl von „Zielen“ in Gaza zu generieren, wobei bis zu 100 zivile Opfer pro Angriff als „Kollateralschaden“ in Kauf genommen wurden. Der israelische Geheimdienst nutzte KI, um 40.000 Ziele zu generieren, und wenn man den maximalen akzeptierten Kollateralschaden dafür berechnet, ist dieser größer als die Bevölkerung des gesamten Gazastreifens. Microsoft, Google und Amazon stellten Israel Cloud-Dienste, Server und Schnittstellenprogramme zur Verfügung, um die Verwaltung der enormen Mengen an Überwachungsdaten zu unterstützen, die von Drohnen, Soldaten, Gesichtserkennungs-Tools und gehackten Telefonen gesammelt wurden, aber die israelische Armee bestand darauf, dass die Ziele selbst von KI generiert wurden. Alle Tech-Giganten bestritten eine Beteiligung an diesem Teil der Militarisierung der KI. Palantir bleibt aber der Hauptverdächtige für die Bereitstellung der Algorithmen, die das israelische Militär bei der Begehung des Völkermords unterstützt haben.

Darüber hinaus startete Israel am 18. September 2024 einen Pager-Angriff im Libanon. Bei dem Angriff wurden mindestens 32 Menschen getötet, darunter zwei Kinder, und 3.250 Menschen verstümmelt und verletzt. Die UNO verurteilte den Angriff als Verstoß gegen das Völkerrecht. Israel bekannte sich stolz zu dem Angriff und ein Mossad-Agent gab der Sendung „60 Minutes“ hierzu ein Interview. In seiner Autobiografie behauptet Karp, dass Israel sich bei der Durchführung des Angriffs auf die Technologie von Palantir verlassen habe.

Amnesty International wies darauf hin, dass Palantir-Tools in den USA eingesetzt wurden, um die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit palästinensischer und pro-palästinensischer Demonstranten zu verletzen und um Migranten zu überwachen und ihre Rechte zu verletzen. Der UN-Bericht über die Unternehmen, die den Völkermord in Gaza ermöglichen, erwähnt auch Palantir als ein Unternehmen, das die Tötung von Palästinensern in Gaza erleichtert.

Wie der ehemalige griechische Finanzminister Yannis Varoufakis sagte, ist Gaza zu einem Testfeld für gefährliche Technologien geworden, die die gesamte Menschheit bedrohen. Er erwähnt ein Gespräch, das er mit einem Mitarbeiter von Palantir darüber geführt hat, wie Massenüberwachung eingesetzt wird, um den Aufenthaltsort ganzer Bevölkerungsgruppen in Echtzeit zu verfolgen. Zuerst in Gaza, dann aber auch in Europa.

Die militärtaugliche Technologie von Palantir trat auch in Erscheinung, als die USA Palantir-Tools zusammen mit Anthropic (dem KI-Unternehmen, das den Chatbot Claude entwickelt hat) einsetzten, um Präsident Maduro und seine Frau am 3. Januar 2026 aus Venezuela zu entführen. Die USA verfügten über Informationen über den genauen Einsatz der Luftabwehr und sogar über den Standort des Sicherheitsraums im Präsidentenpalast.

Die Trump-Regierung rechtfertigt den Einsatz von Militärtechnologie gegen US-Bürger mit rassistischen Argumenten über Migranten. Die US-Regierung rüstet das Heimatschutzministerium (DHS) und dessen bewaffneten Zweig ICE mit Palantir-Tools aus.

Widerstand gegen Palantir weltweit

Das American Friends Service Committee (AFSC) startete in den USA eine Protestkampagne gegen Palantir mit der einleitenden Zeile: „Der US-Technologiegigant Palantir unterstützt offen den Völkermord Israels in Gaza.“ ICE ist die bewaffnete Organisation, die zur Abschiebung von Migranten in den USA eingesetzt wird und seit September bereits 13 Menschen erschossen hat, darunter zwei US-Bürger, bei der Jagd auf undokumentierte Einwanderer. Die Sicherheitsforscherin Sophia Goodfriend kommentierte, dass die ICE-Operationen in den USA den Taktiken der israelischen Besatzungstruppen in Palästina ähneln und dass dies zu erwarten sei, wenn die Militärtechnologie von Palantir von den Strafverfolgungsbehörden eingesetzt wird.

In Großbritannien erhielt Palantir einen Auftrag des Verteidigungsministeriums im Wert von 240 Millionen Pfund, nachdem es viele ehemalige leitende Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums eingestellt hatte. Palantir unterzeichnete außerdem einen Vertrag über 330 Millionen Pfund mit dem National Health Service (NHS), woraufhin Ärzte davor warnten, dass Patienten das Vertrauen in ein System verlieren würden, das auf so invasive Weise personenbezogene Daten durch ein moralisch so verwerfliches Unternehmen sammelt. Die britische Grüne Partei fordert das Gesundheitsministerium auf, den Vertrag mit Palantir zu kündigen.

Die British Medical Association warnte, dass die von Palantir im Rahmen seines Vertrags mit dem NHS gesammelten medizinischen Informationen für militärische Zwecke und zur Verfolgung von Migranten verwendet werden könnten. Britische zivilgesellschaftliche Organisationen starteten eine Kampagne gegen den Einsatz von Palantir im britischen Gesundheitssystem.

Die New York City Health and Hospital Corporation unterzeichnete ebenfalls einen Vertrag mit Palantir, um Patienten zu verfolgen, die nicht ausreichend versichert sind oder ihre Gesundheitsleistungen nicht bezahlt haben, woraufhin The Intercept warnte, dass das System von Palantir Patienten in New Yorker Krankenhäusern der Überwachung durch US-Geheimdienste wie der NSA und ICE aussetzt.

In der Schweiz lehnten die Regierung und die Armee einen Vertrag mit Palantir ab. Die Zeitung Die Republik enthüllte, dass die Ablehnung durch Bedenken ausgelöst wurde, dass ein Vertrag mit Palantir ein Sicherheitsrisiko für die Schweiz darstellen und ihre Souveränität untergraben könnte, indem er die Abhängigkeit von einem US-Unternehmen erhöht. Palantir reagierte darauf mit einer Klage gegen Die Republik. Es ist eine bemerkenswerte Ironie, dass ein Unternehmen, das sich der Überwachung und der Gewinnung von Informationen über Menschen gegen deren Willen widmet, empört ist, wenn eine Zeitung wenig schmeichelhafte Informationen über es veröffentlicht. Aber tatsächlich zeigt der Fall deutlich den Unterschied zwischen Überwachung und Journalismus.

In den meisten Teilen Europas hingegen macht Palantir rasch Fortschritte und unterzeichnet Verträge mit Regierungen und privaten Einrichtungen, wodurch das Unternehmen seinen Einfluss ausweitet und immer mehr Daten über europäische Bürger sammelt. Diese Daten verschaffen den USA mehr Macht über Europa. Wie der Einsatz von Palantir bei dem Angriff auf Venezuela und der Entführung seines Präsidenten zeigt, reicht die Datendurchdringung aus, um die Souveränität sofort zu untergraben.

Palantir und Baden-Württemberg

Die grün-schwarze Koalition Baden-Württembergs unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist dennoch eine Zusammenarbeit mit Palantir eingegangen. Der Vertrag wurde im Frühjahr 2025 von Innenminister Thomas Strobl (CDU) unterzeichnet, obwohl das Gesetz es der Regierung nicht erlaubte, die Daten von Bürgern an ein ausländisches Unternehmen weiterzugeben.

Die Grünen in Deutschland sind meilenweit von den britischen Grünen und der Schweizer Regierung entfernt. Dr. Franziska Branter verfasste im November 2025 einen Sechs-Punkte-Plan für digitale Freiheit. Punkt 1 ist die Aufhebung von Monopolen, aber Thomas Strobl rechtfertigte die Beauftragung von Palantir damit, dass sie „führend auf diesem Gebiet“ seien. Punkt 3 lautet, „Trump und neuen Tech-Oligarchen effektiv die Stirn bieten“. Punkt 4 lautet, Europäische Digitale Souveränität entschlossen voranbringen!“.

Sechs Tage nachdem Brantner diese sechs Punkte veröffentlicht hatte, verabschiedete der Landtag von Baden-Württemberg ein Gesetz, um den Vertrag mit Palantir zu ermöglichen. Die Grünen stimmten dafür im Austausch für die Erweiterung eines Schwarzwaldparks um 1.500 Hektar. Das Gesetz stellt sicher, dass die Datenverwaltung Baden-Württembergs nicht im Wettbewerb zwischen verschiedenen Unternehmen erfolgt. Die Daten werden trump-freundlichen Tech-Oligarchen zur Verfügung gestellt, was die digitale Souveränität Europas untergräbt.

Auf die Frage des Autors antwortete die Polizei Baden-Württemberg, dass der Vertrag mit Palantir das Unternehmen daran hindere, auf Daten der Polizei Baden-Württemberg zuzugreifen und Hintertüren zu installieren, dass das Fraunhofer-Institut den Quellcode überprüft habe, um sicherzustellen, dass keine Datenlecks und unbefugte Zugriffe auftreten, dass eine Trennung zwischen dem Palantir-System und dem öffentlichen Netz besteht und dass die Wartung des Systems nur unter polizeilicher Aufsicht durchgeführt werden könne. Der Einsatz von Palantir sei zeitlich begrenzt und diene derzeit dazu, die erforderlichen Fähigkeiten sofort bereitzustellen. Die Polizeisprecherin fügte hinzu, dass zur Gewährleistung der Transparenz in Bezug auf das neue Tool auch die parlamentarische Kontrolle ausgeweitet worden sei. Die Polizei versichert außerdem, dass die von Baden-Württemberg erworbenen Palantir-Tools nicht zur Erfassung von Überwachungsmaterial verwendet werden, sondern zur Aggregation, Analyse und zum Abgleich von Informationen, die aus anderen Quellen stammen.

Dies entspricht allerdings der Art und Weise, wie Palantir-Tools in Gaza und Venezuela eingesetzt wurden, was die Macht demonstriert, die diese Tools den Behörden verleihen.

Palantir in Nordrhein-Westfalen

Auch Nordrhein-Westfalen hat Palantir-Tools zur Überwachung der Bevölkerung angeschafft. Der Vertrag sieht vor, dass die Palantir-Software für „präventive Polizeiarbeit” eingesetzt werden soll – also zur Verfolgung von Personen, die noch keine Straftat begangen haben, bei denen der Computer jedoch eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür sieht. Obwohl die Software nur für schwere Straftaten wie Terrorismus und sexuelle Gewalt gegen Kinder eingesetzt werden darf, berichten die Strafverfolgungsbehörden von Nordrhein-Westfalen, dass 2.034 Beamte die Software in den letzten 6 Monaten genutzt haben und dass die Datenschutzbeauftragte Bettina Gayk die Befugnis hat, die Protokolle zu jeder Person einzusehen.

Aktivismus gegen Palantir in Deutschland

Die Gruppe Tadamun („Solidarität“ auf Arabisch) ist eine palästinensische Solidaritätsgruppe in Baden-Württemberg, die sich für den Aufbau einer breiten Allianz für Solidarität mit Palästina, Solidarität mit dem Sudan und Antirassismus einsetzt. Für diesen Artikel sprach der Autor mit Ahmed, einem Mitglied der Gruppe Tadamun. Er erklärte:

Als wir erfuhren, dass Baden-Württemberg beabsichtigt, Palantir-Tools zu kaufen, fanden wir bei unseren Recherchen alarmierende Verbindungen zum andauernden Völkermord in Gaza. Wir glauben, dass es Potenzial für einen gemeinsamen Kampf der baden-württembergischen Zivilgesellschaft gegen Palantir und für Solidarität mit Palästina gibt, aber leider weigerten sich einige Organisationen, die Solidarität mit Palästina in die Kampagne einzubeziehen, und ignorierten die Art und Weise, wie Palantir-Tools an Palästinensern in Gaza getestet wurden. Tadamun ist dennoch Teil der „Anti-Palantir-Koalition“. Obwohl Baden-Württemberg Palantir gekauft hat und damit eine neue Form der politischen Unterdrückung gegen bürgerliche Freiheiten, einschließlich der Solidarität mit Palästina, geschaffen hat, verbreiten wir Informationen und setzen den Protest fort.“

Tadamun veröffentlichte eine umfangreiche Untersuchung über die Gefahren, die der Vertrag in Baden-Württemberg aus ihrer Sicht mit sich bringt. Der Vertrag über 25 Millionen Euro verspricht, „Richtlinien zur Stärkung der Sicherheit, zur Steuerung der Migration und zur Verhinderung von Radikalisierung“ und die Implementierung der Systeme Gotham und Foundry von Palantir. Tadamun warnt davor, dass die Tools von Palantir illegales „Racial Profiling“ durch die Polizei erleichtern würden.

Tadamun engagiert sich weiter gegen den Palantir-Vertrag und stellt folgende Forderungen: KI-gestützte Polizeiarbeit, Massenüberwachung, rassistische Profilerstellung und Datenerfassung durch Palantir und ähnliche Unternehmen zu verbieten und Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen nicht durch die Beauftragung von Unternehmen, die an solchen Verbrechen beteiligt sind, zu normalisieren.

Die Kampagne gegen Palantir in Baden-Württemberg ist gespalten. Die mangelnde Bereitschaft einiger Menschenrechts- und Datenschutzgruppen, mit Palästinensern zusammenzuarbeiten, könnte es der grün-schwarzen Koalition ermöglicht haben, die umstrittene Software zu kaufen. Aus Sicht von Palantir war die Entscheidung, ihre Technologie an Israel zu verkaufen, um sie als Instrument der Apartheid, Besatzung und des Völkermords einzusetzen und sie an Palästinensern zu testen, eine wirksame Strategie, da es vielen Deutschen offensichtlich schwerfällt, die Menschlichkeit der Palästinenser als Opfer der Überwachung durch Palantir zu erkennen. Und nun ist die Polizei von Baden-Württemberg mit dieser Technologie ausgerüstet.

Trotz der Rückschläge in den USA, Großbritannien und Deutschland hat die palästinensische BDS-Bewegung eine weltweite Kampagne gegen Palantir angestoßen. Sie hat eine Übersicht erstellt, in der sie ihre Vorwürfe gegen Palantir, insbesondere die Vorwürfe von Verbrechen gegen die Palästinenser, auflistet. Auch als Warnung, dass die Bevölkerungen anderer Staaten die Nächsten sein könnten. In Ländern, in denen die Rechte der Palästinenser nicht als „kontrovers” gelten, wird die Kampagne gegen Palantir breiter und stärker sein. Deutsche, die sich vor gefährlicher Überwachung schützen wollen, sollten bedenken, dass Rassismus zu Repressionen führen kann, wie es jetzt schon in den USA der Fall ist.

(Aus dem Englischen übersetzt von Maike Gosch)

Titelbild: Alan Mazzocco / Shutterstock

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Laut dem russischen Geheimdienst wollen London und Paris der Ukraine eine Atombombe geben

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Nur repräsentative Aufgaben? Wie die britischen Monarchen Großbritannien bis heute regieren

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Vorschau ansehen Es gibt Themen, die ich als Grundwissen für sehr wichtig halte und über die ich schon vor langer Zeit berichtet habe. Da jedoch längst nicht allen diese Dinge bekannt sind, veröffentliche diese Artikel nach einem oder zwei Jahren erneut, um daran zu erinnern. Dies ist so ein Thema und ich veröffentliche hier erneut einen Artikel, […]
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Wie in Russland über die Verhaftung des ehemaligen Prinzen Andrew berichtet wird

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Vorschau ansehen Hier übersetze ich zur Information und ohne große Vorrede den Beitrag, den das russische Fernsehen am Sonntagabend in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick über die vorübergehende Verhaftung des ehemaligen Prinzen Andrew ausgestrahlt hat. Beginn der Übersetzung: Am Donnerstag hat die Polizei Andrew Mountbatten-Windsor, den Bruder von Charles III., verhaftet. Auch wenn Andrew schon im Herbst der Titel […]
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Welche Wellen der Fall Epstein in Großbritannien schlägt

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EU plant russische Milliarden für die Ukraine – droht die Finanzkrise?

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Mit einem perfiden Finanztrick will die EU eingefrorene russische Vermögen als Kreditsicherheit für die Ukraine nutzen. Experten warnen: Das könnte Euroclear und die globale Finanzstabilität …

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