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Once-Deported Illegal Alien Gang Member Wanted for Murder Found Living in Florida

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An illegal alien gang member, previously deported from the United States, was found living in Duval County, Florida, after law enforcement began a manhunt for him, as he is wanted in his native Jamaica for murder.

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SpaceX reicht Unterlagen für Mega-Börsengang ein

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Vorschau ansehen SpaceX hat laut Medienberichten die Weichen für einen möglichen Rekord-Börsengang gestellt. Der IPO könnte im Sommer starten und rund 75 Milliarden Dollar einbringen.
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Berlin: CDU und SPD planen Pflicht zu Bargeld und digitaler Zahlung - Debatte um Wahlfreiheit

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Vorschau ansehen In Deutschland hängt die Frage, ob bar oder digital bezahlt werden kann, vielerorts noch vom jeweiligen Betrieb ab. Während Verbraucher zunehmend digitale Zahlungsmöglichkeiten erwarten, setzen viele Unternehmen weiterhin ausschließlich auf Bargeld. CDU und SPD in Berlin wollen nun eine Bundesratsinitiative auf den Weg bringen, die eine verpflichtende Wahlfreiheit beim Bezahlen vorsieht.
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Lawyer: Salazar's 'Dignity Act' Would Have Offered Amnesty to Accused MS-13 Gang Member Kilmar Abrego Garcia

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Rep. Maria Salazar's (R-FL) "Dignity Act" would have offered amnesty to accused MS-13 gang member Kilmar Abrego Garcia.

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LAPD Chief: Breakdown of Nuclear Family 'Probably Foundational' Cause of Gang Problems

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On Thursday’s “Larry Elder Show,” LAPD Chief Jim McDonnell stated that the gang issue is largely due to the breakdown of the nuclear family, and while there are other factors, “That’s probably foundational.” Host Larry Elder asked, [relevant remarks begin around

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Klimawandel – Warum wir nicht sterben werden!

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Was sollen eigentlich Klimawissenschaften sein? Und sind wir wirklich auf dem Weg in die Klimahölle?

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Baden-Württemberg Führerschein-Bande schickt Doppelgänger zu Prüfungen

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Fünf Angeklagte, darunter Inhaber von zwei Fahrschulen, sollen über ein Netzwerk Doppelgänger vermittelt haben. Diese sollen dann gegen Bezahlung Führerscheinprüfungen für andere abgelegt haben. Foto: picture alliance/dpa | -

Die „Führerschein-Mafia“ schleust Fahrschüler gegen Geld durch Prüfungen und bringt so unqualifizierte Fahrer auf die Straße. Zum Prozessbeginn in Heilbronn geht es um mehr als 1.000 Fälle.

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AG Todd Blanche Authorizes Death Penalty Against MS-13 Gang Members Accused of Killing FBI Informant

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Acting Attorney General Todd Blanche is authorizing the death penalty to be used against two MS-13 gang members who are accused of murdering a Federal Bureau of Investigation (FBI) informant.

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Meinungsfreiheit Uniklinik Bonn blockiert Patienten den Zugriff auf konservative Portale

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Im Uniklinikum Bonn sollen konservative Medien ausgeschlossen sein. Foto: picture alliance / Rupert Oberhäuser | Rupert Oberhäuser

Patienten am Universitätsklinikum Bonn können mehrere Nachrichtenportale nicht aufrufen. Neben der JUNGEN FREIHEIT sind auch Apollo News und Nius betroffen. Die Klinik prüft den Vorgang.

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Widerstand in der FDP Ist Kubicki ein „rechtspopulistischer Stänkerer“ oder der Retter?

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Zwei linke Damen gegen einen „alten, weißen Mann“: Marie-Agnes Strack Zimmermann (links) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger(rechts) wollen Wolfgang Kubicki nicht als neuen FDP-Chef.

Steht Wolfgang Kubicki zu weit rechts? In der FDP ist seine Kandidatur für den Vorsitz inzwischen umstritten. Vor allem prominente Linksliberale machen sich für Gegenkandidat Höne stark. Ein Hintergrundbericht.

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Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

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Nachwirkende britische Propaganda – Sefton Delmer (WK II)

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Denis Sefton Delmer (1904–1979, in Berlin-Charlottenburg als Sohn eines australischen Professors geborener britischer Journalist und Propagandaspezialist) besuchte bis zur Flucht der Familie 1917 die Schule in Berlin und dann die St Paul’s School sowie das Lincoln College in Oxford.

Ab 1928 war Delmer Berlin-Korrespondent der Daily Express. (1) In seiner Rolle als Büroleiter lernte er den damaligen Stabschef der SA, Ernst Röhm kennen. Ihre Freundschaft entwickelte sich in der Berliner Nachtleben-Szene; sie trafen sich privat, etwa bei einem "Pub Crawl" 1931 im Eldorado, wo Röhm seine Homosexualität offen lebte. (2) Röhm sah in Delmer einen nützlichen Kontakt und nutzte ihn für Gespräche über Militärpläne, während Delmer exklusive Infos für Berichte gewann. Die Beziehung zu Röhm und der Kontakt zu Ernst Hanfstaengl (Putzi), einem engen Vertrauter Hitlers, verschaffte Delmer Zugang zu Hitler (Interview 1931, Flugbegleitung während der Reichspräsidentschaftswahlen 1932). Im Spätsommer 1931 bat Delmer Hitler um dessen Analyse zur Krise in Großbritannien. Hitlers Antwort vom 30. September erscheint heute mehr als überraschend:

„… Ich fürchte, dass vielleicht ein Teil des englischen Publikums es als anmaßlich empfinden würde, wenn ich als Deutscher Auffassungen in einer englischen Zeitung vertrete, die nach meinem besten Wissen und Gewissen nichts anderes sein könnten, als eine Kritik politische Maßnahmen und Vorgänge, die bisher leider auch von einem grossen Teil des englischen Volkes sicherlich als richtig angesehen worden sind. Ich hoffe ja allerdings, dass gerade aus dieser Krise heraus in England die Geneigtheit wachsen wird, aus eigenem Ermessen die letzten zwölf Jahre einer Nachprüfung zu unterziehen. Ich würde glücklich sein, wenn sich daraus eine Überwindung jener unseligen Kriegspsychose in solchem Umfange ergeben könnte, dass die von mir und meiner Bewegung ersehnte Anbahnung eines wirklich herzlichen Verhältnisses zwischen des englischen und deutschen Volks endlich Wirklichkeit würde…

Den Brief an Sefton Delmer schloss Hitler mit der Formel „Ich verbleibe Ihr sehr ergebener …“

Delmer hatte als Erster Hitler 1931 interviewen dürfen, Ende Februar 1933 berichtete Delmer über den Reichstagsbrand. Erstaunlicherweise soll er als Berliner Korrespondent des "Daily Express" direkt mit dem Artikel vom 24. März 1933 "Judea Declares War on Germany" in Verbindung gestanden haben 

Am Tag zuvor war der jüdische Veteranenverband "Jewish War Veteran" mit Kampfparolen und Boykottaufrufen gegen Deutschland durch New York marschiert.

Nach der Schlagzeile und den Überschriften "Juden in aller Welt einig", "Boykott deutscher Waren", "Massendemonstrationen" folgte der Frontartikel des Deutschlandkorrespondenten (Delmer zugesprochen): Rund um die Welt ist sich Israel ganz einig, "Deutschland wirtschaftlich und finanziell den Krieg zu erklären". Ganz Israel sei zunehmend in Wut über den Angriff der Nationalsozialisten auf die Juden. Adolf Hitler würde nun die deutsche Nation im patriotisch verklärten Rassenbewusstsein zusammenschweißen. Damit hätte er aber das gesamte jüdische Volk zur nationalen Renaissance erweckt. Das Hakenkreuz als Symbol des neuen Deutschlands hätte das alte Kampfzeichen des jüdischen Widerstands, den Löwen von Juda, wieder herbeigerufen. Die über vierzehn Millionen über die ganze Welt verstreut lebenden Juden hätten sich wie ein Mann zusammengeschlossen, um den deutschen Verfolgern ihrer Glaubensbrüder den Krieg zu erklären.

Differenzen und Feindschaften hier und da sind beigelegt angesichts des gemeinsamen Zieles – den 600.000 Juden Deutschlands beizustehen, die durch Hitlers Antisemitismus terrorisiert werden, und das faschistische Deutschland zu zwingen, seine gewaltsame Unterdrückung der jüdischen Minderheit zu beenden.“ (3)

Die Stellungnahme des Daily Express erscheint umso bedeutungsvoller, als es sich bis zum Sommer 1932 dem Nationalsozialismus mit besonderer Sympathie zugwandt hat. Sefton Delmer, dessen Berliner Korrespondent hatte mit Hitler gemeinsam den Deutschland-Flug zur Zeit des zweiten Wahlgangs um die Reichspräsidentschaft durchgeführt und sich dabei durch enge Vertrautheit mit den führenden Persönlichkeiten des Nationalsozialismus ausgezeichnet. Nun unterstützte er die Front gegen ein antisemitisches Deutschland. Am Abend notierte Goebbels in sein Tagebuch, dass ihnen die ausländische Gräuelpropaganda viel zu schaffen mache.

Die vielen aus Deutschland emigrierten Juden erhetzen das ganze Ausland gegen uns.“ (4)

Einen Tag nach Erscheinen des Daily Express wurden die Führer jüdischer Organisationen offenbar aus Anlaß einer von amerikanischen Zionisten unter Rabbi Stephen Wise für den 27. März im New Yorker Madison Square Garden einberufenen Protestversammlung gegen die Judenverfolgung in Deutschland zu Göring beordert. Sofort nach der Unterredung schickten der "Central-Verein" (C.V.) und die "Zionistische Vereinigung für Deutschland" (auch ZVfD), ein zionistischer Dachverband jüdischer Organisationen in Deutschland von 1918 bis 1934, eine gemeinsame Delegation nach London, während Telegramme mit der Bitte nach New York gingen, den Protestmarsch abzusagen.

Mein Aufsatz gegen die Greuelhetze erscheint im Sunday-Expreß und wirkt gut“, notierte Goebbels befriedigt am 26. März: „Er verschafft uns in England einige Erleichterung“. (5) 

Die britische Dachorganisation "Jewish Board of Deputies" trat am 27. März 1933 in der "Times" öffentlich zurück: Sie lehnten Boykott-Aufrufe ab, da sie keine Einmischung in deutsche Angelegenheiten wollten; Proteste seien spontan, nicht organisiert.

Ähnlich der "Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" (CV) in Deutschland: Er warnte vor Provokationen und setzte auf Verhandlungen mit der Regierung, um eine Deeskalation zu erreichen.

Weitere jüdische Verbände forderten zur Ruhe auf, um die NS-Gewalt nicht weiter zu schüren; der CV distanzierte sich von ausländischen Aktionen, die als "Hetze" missbraucht werden könnten. (6) Die Nazis ignorierten dies und nutzten den Artikel propagandistisch, obwohl der CV die Berichterstattung als übertrieben kritisierte. 

Drei Tage nach der donnernden Schlagzeile im Daily Express fand in New York die Protestveranstaltung, vom Rundfunk in 200 Städte übertragen, mit etwa 55.000 Teilnehmern statt. Rabbi Wise machte in seiner maßvollen Rede deutlich, dass sich der Protest nicht gegen das deutsche Volk, sondern einzig und allein gegen die antijüdische Politik der Regierung richte:

Wir verlangten und verlangen für Deutschland sein Recht von seinen ehemaligen Feinden, aber wir wenden uns dagegen, dass die Juden zum schwarzen Schaf gemacht werden." (7)

Diesen Auszug brachte die "Vossische Zeitung", damals noch maßgebliches deutsches Tageblatt mit zahlreichen jüdischen Mitarbeitern. Goebbels diktierte dagegen einen scharfen Aufsatz gegen die "Greuelhetze" und hielt am 27. März in seinem Tagebuch fest, dass „die jüdische Presse vor Entsetzen und Angst wimmere und sämtliche Judenverbände in Deutschland ihre Loyalität der Regierung gegenüber erklären“. (8)

Einen Tag später gründete Gauleiter Julius Streicher („Der Stürmer“) das Zentralkomitee zur Abwehr der jüdischen Gräuel- und Boykotthetze und übernahm zugleich offiziell die Leitung als „Judenreferent“; das Komitee organisierte unmittelbar den reichsweiten Judenboykott vom 1. April 1933. Streicher steuerte die SA-Aktionen gegen jüdische Geschäfte, Ärzte und Anwälte, als "Vergeltung" für angebliche ausländische "Greuelhetze". Der Boykott markierte den Beginn systematischer Entrechtung.

Am 29. März formulierte Goebbels im "Völkischen Beobachter" den Aufruf „Samstag, Schlag 10 Uhr, wird das Judentum wissen, wem es den Kampf angesagt hat“. Am 31. März informierte Hitler trotz Bedenken von Neurath und Schacht das Kabinett über ein Ultimatum an USA/GB wegen der "Greuelhetze".

Delmer schien ein scharfer Beobachter gewesen zu sein, der sich früh zu einem entschieden kritischen Gegner des Nationalsozialismus entwickelt, was 1934 mit Röhms Ermordung 1934 (Röhm-Putsch) zu seiner Ausweisung aus Deutschland führte. (9) Er leitete dann das Pariser Büro des Daily Express.

Im 2. Weltkrieg kämpfte Delmer dann aktiv gegen das NS-Regime. 

Sefton Delmer im Zweiten Weltkrieg

Delmer, BBC-Moderator und Ex-Daily-Express-Korrespondent, leitete ab 1940 die "schwarze Propaganda" für das "Political Warfare Executive" (PWE), eine psychologische Kriegsführungseinheit unter dem "Foreign Office", die "schwarze Propaganda" (z. B. Soldatensender Calais) organisierte. Delmer hatte dort Zugang zu Geheimdienstinfos (z. B. Aspidistra-Sender), aber keine formelle MI6-Rolle.

Im Ersten Weltkrieg war H.G. Wells' Ansatz intellektuell und elitär, auf Elite und Neutrale (z. B. USA) fokussiert, im Gegensatz zu späteren Massenmethoden. Er trat nach Wochen zurück, da er Bürokratie ablehnte, doch seine Ideen prägten den Crewe House' Erfolg. (10)

Delmer kritisierte die britische Propaganda im Ersten Weltkrieg wegen ihrer Lügen und weitgehend erfundenen Gräuelberichte als fehlgeleitet und setzte dagegen auf Echo-Kammer-Vermeidung durch Insider-Pretending – hier gibt ein autorisierter Mitarbeiter (Insider) vor („pretending“), normale Aktivitäten auszuführen, während er Daten stiehlt oder Schaden anrichtet. Ein Beispiel: Ein Admin simuliert "Wartungsarbeiten", um Backups zu kopieren. Dieser Wandel vom elitären Appell (WWI) zu massenpsychologischer Sabotage (WWII) wirkte sich gegen die NS-Indoktrination weitaus effektiver aus. (11)

Am 23. Mai 1941 startete Sefton Delmer den Sender "Gustav Siegfried Eins" (GS1) hoch erfolgreich als Pionier der schwarzen Propaganda und erreichte eine breite Hörerschaft unter deutschen Soldaten und Zivilisten. (12) Das Geheimnis des Erfolgs: Gustav Siegfried 1 (GS1) tarnte sich als deutsche Widerstandsstation aus dem Wehrmachtsinneren.

Peter Seckelmann sprach von Bedfordshire aus als "Der Chef", ein preußischer Offizier alter Schule, der angeblich einer patriotischen Untergrundgruppe angehörte. Er kritisierte NSDAP-Führung, Parteibonzen und Misswirtschaft – immer loyal zum Führer und Soldaten, aber gegen "Korruption".

GS1 ahmte deutsche Militärsender nach (Jargon, Flüche, Geheimcodes), diffamierte in vulgärer Nazisprache Partei- und SS-Führer mit Sexskandalen, Korruption und Perversionen. Es nutzte abgefangene Soldatenbriefe und derbe Landsersprache, was bis zu 40% der Wehrmacht erreichte und Spannungen zwischen Partei und Militär schürte. Dazu wurden Geheimnisse enthüllt und Zwietracht zwischen der Wehrmacht und der NSDAP gesät. 

Genial: Die Deutschen hörten „ihren“ Sender, ohne britische Propaganda zu wittern. Damit das so blieb, musste der Tod des Chefs inszeniert werden. Am 2. November 1943 stürmte die gespielte Gestapo, flankiert von einer MG-Salve den Sender unter dem Ruf „Hab ich dich endlich erwischt, du Schwein!“ Einen direkten Beweis für die Wirksamkeit von GS1 lieferte im Herbst 1941 ein US-Militärattaché-Bericht aus Berlin über die zunehmende Zwietracht zwischen NSDAP und Wehrmacht – direkt auf GS1 zurückgeführt. Goebbels reagierte panisch mit Verboten und Hetzjagden, was die Tarnung bestätigte. (13)

Strategische Innovationen: Um die Gestapo abzulenken, wurden Code-Signale absichtlich geknackt; Musik und "echte" NS-Elemente mischten sich mit Desinformation. Delmer zielte auf den "inneren Schweinehund" jedes Deutschen, um Egoismus zu wecken – viel effektiver als es BBC im Ersten Weltkrieg vermochte. (14)

Diese inszenierte "Erschießung" des Chefs ebnete den Weg für Soldatensender Calais und trug zur Moralschwächung bei, ohne "Dolchstoß"-Mythen zu riskieren. Delmer sah das als Meisterwerk, da es NS-Tabus brach und die Massenpsychologie meisterte. (15)

Der "Soldatensender Calais" (Atlantiksender) knüpfte an den Erfolg von GS1 an und verbreitete Gerüchte, Jazz und Erotik für deutsche Soldaten. 

Britische Propaganda im Ersten und Zweiten Weltkrieg (16) 

Sie unterschied sich in Fokus, Reichweite und Strategie: Im 1. Weltkrieg wurde die betonte Verteidigung der Zivilisation und Rekrutierung latent, im 2. Weltkrieg die bedingungslose Kapitulation und der Demokratieaufbau priorisiert. (17) Gemeinsam war jedesmal das Ziel der Moralschwächung des Feindes.

H.G. Wells und Sefton Delmer spielten zentrale Rollen in der britischen Propagandastrategie während der Weltkriege, wobei Wells vor allem im Ersten Weltkrieg durch intellektuelle Konzepte wirkte und Delmer im Zweiten als Meister der "schwarzen Propaganda" agierte. Ihre Beiträge zielten auf die Beeinflussung feindlicher Moral und öffentlicher Meinung ab, was nahtlos in die Nachkriegs-Re-Education in Deutschland überging. (18)

Während die WWI-Propaganda reaktiv und emotional war (Gräuel, Zivilisation vs. Barbarei), um Unterstützung zu mobilisieren, und daher zu Nachkriegsmythen führte, lernte die WWII-Propaganda daraus und agierte subtil und psychologisch (Weiß/Schwarz) mit Fokus auf Feindzersetzung und Demilitarisierung. Dies spiegelt die Evolution von elitärer zu totaler Kriegsführung wider. (19)

Sefton Delmers Methoden der schwarzen Propaganda im Zweiten Weltkrieg haben die moderne psychologische Kriegsführung (PsyOps) nachhaltig geprägt, insbesondere durch den Einsatz von Desinformation, Tarnung und Tabubruch. (20)

Delmers Ansatz, Sender wie GS1 als "echte" Nazi-Quellen zu tarnen sowie vulgäre Sprache und Skandale (Sexorgien, Korruption) zu nutzen – revolutionierte die Zielgruppenansprache: Statt offener Kritik weckte er Egoismus und Misstrauen im Feind. Dieses "Insider-Pretending" findet sich heute in Social-Media-Trolls, Deepfakes und Echo-Chamber-Manipulation wider. (21)

Vergleichstabelle

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

Delmer warnte nach dem Krieg vor Publicity, um "Dolchstoß"-Mythen zu vermeiden – ein "schwarzer Bumerang". (22)

Kontinuität zur Re-Education in Deutschland

Die Kriegspropaganda mündete in die britische Re-Education-Politik (1945–1947), die Denazifizierung und Demokratisierung anstrebte, basierend auf Versailler Lektionen. Im Bildungsbereich kontrollierte die "Control Commission for Germany" (British Element) Universitäten wie Göttingen und Köln: NS-Professoren wurden entlassen, Gebäude restauriert und demokratische Ideen implantiert. (23) Das galt aber nicht flächendeckend. So erhielt das NS-Parteimitglied Professor Fritz Fischer nach seiner zweijährigen Arretierung noch 1947 seinen Hamburger Lehrstuhl zurück.

In Göttingen öffnete die erste britische Zonen-Uni 1945; und diente als Testfeld; Köln litt unter Bombenschäden, doch die Re-Education förderte Antimilitarismus via "Rhine Army College". Wells' Vision einer neuen Weltordnung und Delmers Psychologie beeinflussten diese langfristige Umerziehung, die Universitätsreputationen wiederherstellte und NS-Doktrinen eliminierte. (24)

Wells und Delmer verkörperten den Wandel von offener zu verdeckter Propaganda, die den Feind von innen schwächte. Ihre Methoden – intellektuell (Wells) und subversiv (Delmer) – prägten die Re-Education als Erweiterung psychischer Kriegsführung, um Demokratie zu verankern. Dies trug zu Deutschlands Nachkriegsstabilisierung bei, wenngleich Erfolge variierten. (25)

Wells' Propaganda im Ersten Weltkrieg und Delmers Methoden im Zweiten unterschieden sich grundlegend in Stil, Medium und Ethik, wobei beide die deutsche Moral schwächen sollten. (26)

Re-Education – Deutungshoheit über die deutsche Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die vier Siegermächte – USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich – die uneingeschränkte Kontrolle über das besiegte Deutschland. Auf der Potsdamer Konferenz 1945 einigten sich diese Mächte auf eine gemeinsame Politik gegenüber Deutschland, die Maßnahmen wie Demilitarisierung, Denazifizierung, Demokratisierung und Dezentralisierung umfasste. Deutschland wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt, in denen jede Siegermacht ihre eigene Verwaltung durchsetzte, was die politische und gesellschaftliche Entwicklung des Landes grundlegend prägte. (27)

Diese praktische Kontrolle der Siegermächte ermöglichte ihnen auch, den Diskurs über Deutschlands Vergangenheit und seine Rolle als imperialistische Macht maßgeblich zu bestimmen. (28) Die politische und moralische Verpflichtung, das „deutsche Problem“ zu lösen, also die potenzielle Rückkehr zu militaristischen und imperialistischen Ambitionen zu verhindern, war ein wichtiger Beweggrund für die Verankerung des imperialen Narrativs. Dabei wurden nicht nur die offensichtlichen Verbrechen des Nationalsozialismus thematisiert, sondern auch ältere imperialistische Traditionen Deutschlands hervorgehoben, um die Notwendigkeit der strengen Kontrolle und der Nachkriegspolitik zu betonen.

Die Teilung Deutschlands in Bundesrepublik und DDR verlieh diesem Narrativ zudem eine dauerhafte politische Dimension, da beide deutsche Staaten diesen Diskurs für ihre eigene Legitimation nutzten, was von den jeweiligen Besatzungsmächten unterstützt und gefördert wurde. (29)

Das Narrativ vom imperialen Deutschland bot den Siegermächten folgende Vorteile:

  • Legitimation der Besatzung: Es rechtfertigte die dauerhafte militärische Präsenz und politische Überwachung durch die Alliierten in Deutschland.
  • Begründung der Teilung: Die politische Spaltung Deutschlands wurde durch den gemeinsamen Konsens über die Gefahr eines imperialen Deutschlands abgesichert, was die rivalisierenden Blöcke im Kalten Krieg bestärkte. (30)
  • Formung öffentlicher Meinung: In den Besatzungszonen und später in beiden deutschen Staaten wurde eine Geschichtserzählung gefördert, die die Vergangenheit Deutschlands in einem imperialen und aggressiven Licht darstellte – als notwendige Grundlage der Friedenspolitik.
  • Instrumentalisierung im Kalten Krieg: Das Bild eines imperialen Deutschlands wurde auch als politisches Druckmittel im Ost-West-Konflikt verwendet, um das eigene Bündnissystem zu stabilisieren und Deutschland als strategischen Schauplatz zu definieren. (31)
  • Westorientierung und Integration: Die enge Bindung an die westlichen Bündnisse wie NATO und Europäische Gemeinschaft (später EU) sowie die politische Tradition der Weimarer Demokratie flossen in die Kultur des Westens ein. Sicherheitsbedürfnis und Antikommunismus waren prägende Faktoren. (32)

Die Besatzungszeit legte den Grundstein für zwei sehr unterschiedliche politische Kulturen in Ost- und Westdeutschland. Während im Westen eine demokratische, liberale und marktwirtschaftlich orientierte Gesellschaft entstand, entstand im Osten ein sozialistischer Einparteienstaat mit zentralistischer, staatssozialistischer Kultur. Beide Systeme prägten damit die politische Kultur der Deutschen nachhaltig und hinterließen Wirkungslinien, die bis in die Gegenwart spürbar sind. (33) 

Wells und die „geistige Neuausrichtung“ Deutschlands nach 1945 (34) 

Nach 1945 ging es den Alliierten bei der Re-Education um die geistige Umorientierung der deutschen Bevölkerung – weg von Nationalsozialismus und Militarismus, hin zu demokratischen, rationalen und kosmopolitischen Werten. In diesem Kontext spielte das populäre Geschichtswerk von H.G. Wells, insbesondere „The Outline of History“ (1920) und die gekürzte Fassung „A Short History of the World“ (1922), eine zentrale Rolle. (35)

In Millionenauflage als Teil alliierter Re-Education-Maßnahmen wurden die Geschichtswerke Wells von den Alliierten genutzt, um in Schulen und Bibliotheken eine neue pädagogische Grundlage zu schaffen, die mit der NS-Ideologie brach und universalistische, humanistische Werte ins Zentrum rückt, (36) und um insbesondere junge Menschen und Lehrkräfte mit einem neuen, globalen und an den Menschenrechten orientierten Geschichtsbild vertraut zu machen. (37) Ziel war die klare Ablehnung des Nationalismus und der unbedingte Wille zur „Weltbürgerschaft“. (38)

Für Wells war der Erste Weltkrieg gerechtfertigt, weil daraus eine bessere Welt, frei von Nationalismus und Militarismus, erwachsen sollte. Er verband den Krieg mit einer utopischer Hoffnung auf Frieden und Abrüstung – „the war that will end war“. (39)

Den Kriegseintritt der USA von 1917 begründete Wells damit, dass "der Unterseebootskrieg der Deutschen sie auf der Seite der antideutschen Verbündeten" hineingezogen habe, wo sie doch "eben erst begonnen (hatten), nach einer amerikanischen Lösung der Weltprobleme zu suchen". (40) Doch hatte die massive materielle und finanzielle Unterstützung der Entente durch amerikanische Banken ja erst zu dieser Situation geführt – wie so oft ist die internationale Krise durch die USA mit geschaffen worden. Niall Ferguson bringt diese Form von »Krisenbewältigung« auf den Punkt: "Die eigentliche Rolle Amerikas als Imperialmacht besteht darin, die dafür notwendigen Institutionen dort zu etablieren, wo sie fehlen, wenn nötig – wie 1945 in Deutschland und Japan – mit Militärgewalt." (41) 

Neue Blickwinkel auf den Ersten Weltkrieg 

Neuere Forschungen fordern eine differenzierte Betrachtung, die zwar die imperialistischen Elemente anerkennt, aber Deutschland nicht ausschließlich als aggressives „Monstrum“ darstellt, sondern auch innere Zwänge, Machtkonstellationen und internationale Zusammenhänge berücksichtigt. Diese Revisionen sind Teil einer modernen Erinnerungskultur, die versucht, die von den Siegern geprägten einfachen Narrative durch komplexere Darstellungen zu ergänzen.

Das Narrativ des imperialen Deutschlands prägt bis heute die kollektive Erinnerung Europas und Deutschlands selbst. Es diente als politische und moralische Legitimation für Sanktionen, Kontrollmaßnahmen und Sicherheitsstrategien gegenüber Deutschland. Zugleich beeinflusste es die deutsche Selbstwahrnehmung, trug zur Ausprägung einer selbstkritischen, pazifistischen Erinnerungskultur bei und stellte ein Instrument dar, um aggressive Nationalismen zu verhindern.

Gleichzeitig zeigt die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte, dass das Narrativ – wie alle historischen Deutungen – komplexer und pluriformer wird und im Zuge kritischer Historisierung eine differenziertere Sicht provoziert. Das Bewusstsein der Macht von Narrativen und Deutungen ist dabei ein wichtiger Schritt hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte und Gegenwart.

Aktuelle Relevanz von Delmers" Schwarzer Propaganda"

Delmers Vermeidung von "weißer Propaganda" (als unglaubwürdig enttarnt) inspiriert aktuelle Doktrinen wie NATO's Strategic Communications oder US Cyber Command, die kognitive Kriegsführung priorisieren. Sein Erfolg (40% Reichweite) zeigt: Subversive Narrative wirken nachhaltiger als Fakten, ein Prinzip in "Omniwar"-Konzepten. (42) 

Vergleich mit Moderne

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

Der Einfluss von Delmers Methoden auf moderne psychologische Kriegsführung

US PSYOPS nutzen Delmer-ähnliche Taktiken vor allem durch Tarnung als interne Quellen, gezielte Desinformation und Ausnutzung psychologischer Schwächen, um die Feindmoral zu untergraben, ohne Zuordnung oder Namensnennung (Attribution) zu riskieren. (46)

Delmers "schwarze Propaganda" (z. B. GS1 als "Nazi"-Sender mit Skandalen) inspirierte US-Doktrinen wie FM 3-05.301, die eine Moralsenkung via Echo-Chambers und Insider-Narrative priorisieren. US-Einheiten (4th/7th PSYOP Group unter SOCOM) setzen dies in Irak/Afghanistan und in hybriden Konflikten um. (47)

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

Im Ukraine-Konflikt setzen US PSYOPS russischsprachige Memes/Trolls ein, die die Putin-Elite diffamieren – Delmers Tabubruch digitalisiert. Operation "Texonto" testet KI-Desinformation zur Destabilisierung. Dies maximiert einen Einfluss, den man glaubhaft abstreiten kann ("plausibly deniable" Einfluss), wie Delmers "schwarzer Bumerang"-Vermeidung. (53)

Sefton Delmers Ideen der schwarzen Propaganda haben moderne US-PSYOP-Doktrinen indirekt, aber nachweislich geprägt, vor allem durch Prinzipien wie Tarnung, Ausnutzung psychologische Schwachstellen- und Desinformation. (54)

Delmers Kernstrategie, den Feind als "Insider"-Quelle zu imitieren, um Misstrauen und Egoismus zu schüren – spiegelt sich in US-Feldhandbüchern wie FM 3-05.301 (PSYOP Tactics) wider, das "Influence Operations" via Echo-Chambers sowie das Aufbrechen dominanter Geschichten, Wahrnehmungen (Narrative-Disruption) fordert. Die 4th Psychological Operations Group (Airborne) zitiert WWII-Lektionen explizit, um die Senkung der Moral ohne Attribution zu optimieren. (55)

Nach WWII integrierten US-Strategen (z. B. via Operation Paperclip-ähnliche Exchanges) britische PsyWar-Expertise; Delmers Memoiren Black Boo wurden in Fort Bragg-Studien zitiert. Moderne Anpassungen wie Operation Texonto (KI-Desinfo) oder Ukraine-Unterstützung (2014+) digitalisieren seinen Tabubruch-Ansatz. Dies unterstreicht Evolution von analogen zu kognitiven Omniwar-Doktrinen. (56)

US PSYOP, russische und chinesische Informationsoperationen teilen Ziele wie Moralschwächung und Narrativ-Kontrolle, unterscheiden sich jedoch in Struktur, Ethik und Technik: US-Ansätze sind dezentral und rechtlich begrenzt, Russland setzt auf Flut-Taktiken, China auf langfristige Asymmetrie.

Von Briten & USA genial, dass sie sich als Hort der Demokratie und Rechtstaatlichkeit präsentieren und dabei permanent das Völkerrecht und die UN-Charta mit Füßen treten.

Wird die Geschichte in die eigene Wiederholung getrieben? 

Spätestens seit dem vom Westen orchestrierten Putsch in der Ukraine 2013/14 ist Russland von ähnlichen Einkreisungsängsten geplagt wie Deutschland 1914. Für die Analogiebildung ist es unbedeutend, ob diese Einkreisungsvorstellungen angemessen sind oder nicht; entscheidend ist nur, dass die politische Führung unter ihrem Eindruck handelt. US-Präsident George W. Bush hat 2002 die "Präemptiv-Dokrin" geprägt. Da muss nun keine physische Gewalt drohen, es reicht eine "gefühlte" Bedrohung, um präventiv zuzuschlagen.

Ein Blick auf die seit 1991 veränderte Landkarte hilft vielleicht weiter. Wo bis 1991 Sowjetunion war, ist heute ein Glacis des Westens. Die "Erweiterungspolitik" der USA zeigte sich spätestens bei dem völkerrechtswidrigen Angriff (ohne UN-Mandat) auf Restjugoslawien. Der Unterschied zu 1914 liegt nur darin, dass die Akteure damals nicht wussten, was auf sie zukommen würde – heute ist es hinreichend bekannt! So ist nur zu hoffen, dass der Frieden heute nicht mehr so leichtfertig verspielt wird wie damals.

Eine Wiederholung der Geschichte bahnt sich im Ost- und Südchinesischen Meer an. China befindet sich in der undankbaren Rolle, die dem Deutschen Reich einst zum Verhängnis wurde: der internationale Emporkömmling, der nach Anerkennung strebte und sich von Feinden umgeben sah. Und die USA befinden sich in der Rolle der damaligen internationalen Führungsmacht Großbritannien: Die USA haben ebenfalls ihren Macht- und Einfluss-Zenit überschritten und werden sich voraussichtlich im Kampf gegen den neuen Gegner erschöpfen. Die unipolare Weltordnung hat sich überlebt – die Zukunft gehört einer multipolaren Friedensordnung.

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Anmerkungen und Quellen

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article234577978/Sefton-Delmer-Mit-dem-Soldatensender-Calais-machte-er-geschickte-Werbung-gegen-Adolf-Hitler.html

2) https://www.heretical.com/miscella/rohm.html

3) Amos Elon 2003: Zu einer anderen Zeit. München/Wien 2003, S.309

4) Vgl Mosse/Paucker (Hrsg.): Deutsches Judentum in Krieg und Revolution 1916-1923, Tübingen 1971, S.30

5) Effenberger/Moskovitz: Deutsche und Juden vor 1939, Ingelheim 2013, S. 364

6) http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr241.htm

7) Ebda.

8) Ebda.

9) https://www.swr.de/swrkultur/wissen/radiopropaganda-fuers-ausland-geheimsender-im-zweiten-weltkrieg-102.htm

10) https://www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-1466

11) https://en.wikipedia.org/wiki/British_propaganda_during_World_War_II

12) https://www.spiegel.de/politik/der-chef-vom-chef-a-89744b6c-0002-0001-0000-000045124288

13) https://www.spiegel.de/politik/der-chef-vom-chef-a-89744b6c-0002-0001-0000-000045124288

14) https://clutch.open.ac.uk/schools/emerson00/soe_gs1_1.html

15) https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article234577978/Sefton-Delmer-Mit-dem-Soldatensender-Calais-machte-er-geschickte-Werbung-gegen-Adolf-Hitler.html

16) Vgl. Philip M. Taylor, Propaganda and the Second World War, London 1998, S. 82–95; sowie Sefton Delmer, Black Boomerang, London 1962

17) https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda_im_Ersten_Weltkrieg

18) https://en.wikipedia.org/wiki/Department_of_Propaganda_in_Enemy_Countries

19) https://www.spiegel.de/geschichte/britische-kriegspropaganda-a-946614.html

20) https://en.wikipedia.org/wiki/Sefton_Delmer

21) https://time.com/6957547/sefton-delmer-world-war-two-propaganda/

22) https://www.strikethetruth.com/2024/07/life-of-sefton-delmer.html

23) https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/1745499916664465

24) https://en.wikipedia.org/wiki/British_propaganda_during_World_War_I

25) https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1745499916664465

26) https://en.wikipedia.org/wiki/Sefton_Delmer

27) https://www.mdr.de/geschichte/ns-zeit/zweiter-weltkrieg/1945/nachkriegszeit-deutschland-mitteldeutschland-nach-dem-zweiten-weltkrieg100.html

28) https://www.liberationroute.com/de/stories/193/victorious-powers-in-berlin

29) https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/IzpB_358_Nachkriegsgeschichte_240402_Webversion.pdf

30) https://www.geo.de/wissen/doppelte-staatsgruendung-die-spaltung-deutschlands-die-keiner-wollte-30181018.html

31) https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/IzpB_358_Nachkriegsgeschichte_240402_Webversion.pdf

32) https://de.wikipedia.org/wiki/Besatzungszone

33) Bundeszentrale für politische Bildung: Die Bedeutung der Besatzungszeit 1945-1949

34) https://cdr.lib.unc.edu/downloads/xp68kg82b?locale=en

35) https://socialistplanningbeyondcapitalism.org/the-dark-side-of-h-g-wells-and-the-british-ministry-of-propaganda/

36) https://cdr.lib.unc.edu/downloads/xp68kg82b?locale=en

37) https://www.gutenberg.org/files/45368/45368-h/45368-h.htm

38) Wells, H.G .: Die Geschichte unserer Welt. Berlin/Wien/Leipzig 1948

39) https://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/making-sense-of-the-war/

40) Effenberger 2020: Schwarzbuch EU & NATO. Hörh-Grenzhausen, S. 532

41) Ebda, S. 532

42) https://mariobekes.substack.com/p/mastering-black-propaganda-warfare

43) https://time.com/6957547/sefton-delmer-world-war-two-propaganda/

44) https://www.seftondelmer.co.uk

45) https://www.spiegel.de/ausland/propaganda-aus-russland-wie-laesst-sich-ein-informationskrieg-gewinnen-a-5cb97a86-68a5-444b-b66a-63735fe34b22

46) https://en.wikipedia.org/wiki/Psychological_operations_(United_States)

47) https://www.grin.com/document/110632

48) https://www.spiegel.de/politik/der-chef-vom-chef-a-89744b6c-0002-0001-0000-000045124288

49) https://www.grin.com/document/110632

50) https://weltgeschehen.info/psyop-und-okkultismus-in-der-us-armee/

51) https://time.com/6957547/sefton-delmer-world-war-two-propaganda/

52) https://dirkdietrich.substack.com/p/devolution-teil-22-irregulare-kriegsfuhrung

53) https://www.eset.com/de/blog/blog/psyop-psychologische-kriegsfuehrung-im-hybriden-krieg/

54) https://en.wikipedia.org/wiki/Sefton_Delmer

55) https://dirkdietrich.substack.com/p/devolution-teil-22-irregulare-kriegsfuhrung

56) https://www.eset.com/de/blog/blog/psyop-psychologische-kriegsfuehrung-im-hybriden-krieg/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Vintage-Mikrofon vor schwarzem Hintergrund
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Die großen Lügen (Teil 12) – Corona XI: Widerstand von Unternehmern | Von Uwe Froschauer

veröffentlicht.
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Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer. 

Nicht nur Politiker mit noch vorhandenen Idealen und breite Schichten der Bevölkerung leisteten Widerstand gegen den weltweit fortschreitenden Totalitarismus in der Coronazeit. Auch Unternehmer hatten teilweise erkannt, was die Uhr geschlagen hatte, und erhoben ihre Stimme. Zahlreiche Unternehmer stellten sich öffentlich gegen einzelne Maßnahmen oder deren Ausgestaltung und verwiesen auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und teilweise auch grundrechtliche Folgen.

Akzent Möbel Unger

Auf der Website von Akzent Möbel Unger war folgendes zu lesen:

„Corona-Info: 

Nach gesetzlichem Zwang haben folgende Menschen vom 04.12. bis 27.12.2021 keinen Zutritt zu unserem Ladenlokal:

  • gesunde Menschen, wenn sie nicht geimpft sind
  • Lebensretter, wenn Sie nicht geimpft sind
  • Helden des Alltags - Flutopferhelfer, Ärzte, Krankenschwester usw., wenn sie nicht geimpft sind
  • aufrechte, ehrliche, hilfsbereite Menschen, wenn sie nicht geimpft sind
  • Prinzessinnen, Elfen, Feen.- wenn diese nicht geimpft sind

Nach UNSEREM HAUSRECHT haben folgende Personen keinen Zutritt zu unserem Ladenlokal bis diese mit der Spaltung der Gesellschaft aufhören:

  • Politiker und Mitglieder der regierenden Parteien CDU, SPD, FDP, die Grünen, es sei denn Sie können nachweisen, dass Sie gegen die Spaltung der Bevölkerung durch Corona-Auflagen vorgegangen sind und nicht einfach weggeschaut haben
  • Polizisten, die auf Demonstrationen gegen die Bevölkerung Zwang und Gewalt ausüben, anstatt die Bevölkerung zu schützen
  • Ärzte die Menschen nicht behandeln möchten, weil diese nicht an einer medizinischen Studie teilnehmen möchten
  • Hetzer, Spalter, Leute welche die Diskriminierung von gesunden Menschen wegen fehlender Impfbereitschaft fordern und fördern

Für alle anderen gilt – Wir freuen uns auf Ihren Besuch!"

Erweiterter Werbetext: (die Überschrift ist eine Anmerkung des Verfassers):

"Während der gesetzlich vorgeschriebenen Diskriminierungszeit vom 04.12. bis 27.12.2021 sollen gesunde Menschen vom öffentlichen Leben u.a. dem Einkaufen im Einzelhandel, weitgehend ausgeschlossen werden. Dies hat wohl mehr den Sinn ungeimpfte Menschen zu einer Impfung zu zwingen, als dass es hilft die 'Corona-Pandemie' einzudämmen. Wir halten das für einen Skandal. Geben Sie als (Un)geimpfter in unserem Online-Shop im Warenkorb den Rabatt-Code 'Ich bin gegen Diskriminierung gesunder Menschen' ein und Sie erhalten 10% Rabatt auf alle Artikel!

Kurze Stellungnahme von mir, Dominic Unger, zu diesem Thema:

Ich bin kein 'Corona-Leugner', natürlich leben wir in einer schwierigen Zeit mit einer neuen Krankheit, die für Risikogruppen sehr gefährlich sein kann. Jedoch wird uns über unsere Politiker und Medien ein Eindruck vermittelt, als stünde die Apokalypse kurz bevor, das sehe ich nicht so.

Ein Großteil der Bevölkerung ca. 70% sind mittlerweile geimpft. Unsere (Ex-) Kanzlerin Frau Merkel sprach im Jahr 2020 davon, dass wenn 60-70% der Bevölkerung geimpft seien, eine Art 'Herdenimmunität' vorliegen würde und man das Virus dann im Griff hätte. Heute heißt es 100% inklusive der Kinder ab 5 Jahren und bald wohl auch noch darunter.

Wir reden hier immer noch von notzugelassenen 'Impfstoffen' deren Langzeitfolgen nicht abzusehen sind. Mit über 2,5 Millionen bei der WHO gemeldeten unerwünschten Nebenwirkungen haben diese 'Impfstoffe' bisher mehr Nebenwirkungen hervorgerufen, als alle anderen Impfstoffe der Welt in den letzten 20 Jahren zusammen. Auch das Paul-Ehrlich Institut listet mittlerweile über 1800 Todesfälle, die im Zusammenhang mit der 'Impfung' stehen könnten, auf. Das sind ebenfalls mehr Todesfall-Verdachtsfälle, als bei allen anderen Impfungen der Welt in den letzten Jahrzehnten zusammen. Jeder Tierversuch wäre längst abgebrochen worden!

Es gibt einfach sehr viele offene Fragen:

  • Wieso werden die Impfstoffhersteller aus jeglicher Haftung zu ihren Produkten befreit?
  • Wieso werden die Lieferverträge zu diesen Impfstoffen nicht veröffentlicht und selbst danach fragenden Politikern nur weitgehend geschwärzt vorgelegt?
  • Wieso wird jeder der sich etwas kritisch äußert umgehend in die Nazi- oder Querdenkerecke gedrückt?
  • Wieso gibt es in keinem Land der Welt eine deutliche Übersterblichkeit, während dieser Pandemie?
  • Wieso sterben in den Bevölkerungsgruppen mit den höchsten Impfquoten, anteilig die meisten Menschen 'an' Corona, obwohl in diesen Bevölkerungsgruppen über 60 Jahren eine Impfquote von nahezu 90% vorliegt?
  • Wieso werden in dieser Pandemie in Deutschland über 20 Krankenhäuser geschlossen und über 6000 Intensivbetten abgebaut und dann die Intensivbettenbelegung als Grund für Einschränkungen hervorgehoben?
  • Wieso werden kritische Berichte zu den Impfstoffen auf Medienportalen wie YouTube zu Tausenden gelöscht?
  • Wieso werden die Aussagen zur Wirksamkeit der Impfstoffe ständig überarbeitet? Zitate des Paul-Ehrlich-Instituts:
    '15.08.2021 Covid-19-Impfstoffe schützen vor Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Virus.'
    '07.09.2021 Covid-19-Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus.'
    '27.09.2021 Covid-19-Impstoffe sind indiziert zur aktiven Immunisierung zur Vorbeugung der durch das SARS- CoV-2 Virus verursachten Covid-19-Erkrankung.'
  • Wieso liegt der Anteil von Impfdurchbrüchen bei symptomatischen Covid-19-Erkrankungen bei fast 50%? Bei über 60-jährigen gar über 70%! (lt. RKI-Wochenbericht für die Wochen KW 44-47 – siehe Grafik unten)
  • Wieso haben wir nun trotz Impfungen höhere Inzidenzzahlen als vor einem Jahr als so gut wie niemand geimpft war?!
  • Wieso haben wir nun trotz Impfungen höhere Todeszahlen als vor einem Jahr als so gut wie niemand geimpft war?! 

Deswegen kann ich jeden Menschen verstehen, der zögert sich einen dieser Impfstoffe spritzen zu lassen. Die persönliche Gesundheit ist kein solidarisches Allgemeingut!

Jetzt wird ein Schuldiger gesucht und der hat sich mit den 'Ungeimpften' auch nun gefunden. Diese sind nun schuld, dass die Geschützen nicht geschützt sind und sich immer weiter schützen müssen. Wenn sich aber nach und nach immer mehr herausstellt, dass der 'Schutz' aber nun mal nicht so schützt, wie man versprochen hat, so erleben wir zurzeit. keine 'Pandemie der Ungeimpften', sondern die 'Pandemie des nicht schützenden Impfstoffes'.

Zu guter Letzt:

  • Warum fallen eigentlich all unsere Politiker (mal wieder) nach der Wahl um?
    'Ich gebe Ihnen mein Wort...' 

(Hier wird in einem Video ein Zusammenschnitt gezeigt, in dem sich Spahn, Merkel, Scholz, Söder, Wissler, Lindner, und Weidel eindeutig gegen eine Impfpflicht stellen. Die einzige der genannten Personen, die das auch so gemeint haben, und dazu stehen dürfte, ist wahrscheinlich Frau Weidel)"

(Quelle: https://www.akzentmoebel-unger.de/ gefunden am 15.12.2021)

Ja, soviel zu diesem tollen Möbelhaus. Bitte macht eine Filiale in München auf, ich kaufe nur noch bei Euch!

Nun zu einem weiteren mutigen Unternehmer, der sich von dem Unrechtsstaat in der Coronazeit nicht einschüchtern ließ. 

Apotheke Hirsch 

Eine mehr als bemerkenswerte Lörracher Apotheke hängte in ihre Schaufenster im Spätsommer 2021 unter anderem eine Liste mit Impfnebenwirkungen aus, welche die Leute vom Impfen abhalten sollte, und hatte Aufsteller mit einem Plakat des Corona-Ausschusses mit folgenden Inhalten neben der Eingangstüre stehen:

"Genug ist Genug!

  • Nein zur Masken-, Test- und Lockdown-Diktatur!
  • Nein zum indirekten Impfzwang (Impferpressung)!
  • Nein zum Verschweigen der gravierenden Impfschäden!
  • Nein zum Verschweigen der vielen Impftoten!
  • Nein zur Diskriminierung der aufklärenden Ärzte!
  • Nein zur Diskriminierung der kritischen Medien und Bürger!
  • Nein zur Spaltung der Bevölkerung!
  • Nein zur Vernichtung der Klein- und Mittleren-Unternehmen!
  • Nein zur Machtübergabe an Pharma-, IT- und Finanz-Oligarchen!
  • Nein zur Abschaffung unserer Grundrechte!
  • Nein zur Angstmache von RKI, Medien, Parteien und Regierung!
  • Nein zur Masken- und Impf-Vergewaltigung unserer Kinder!!!

Ab heute und auch zum 26. September ein klares – Nein – zu den fatalen CORONA-Parteien."

(Hier die Quelle zu dem Artikel über diesen mutigen Apotheker: Report24.news)

Weltklasse, oder? Wenn die eine oder andere Person sich aufgrund dieser Aktion nicht impfen ließ, hat der Inhaber der Apotheke größeren Schaden von diesen Menschen abgehalten, und womöglich sogar Menschenleben gerettet. Der Apotheker ist ein prominenter Corona-Kritiker in Baden-Württemberg. Er kämpfte seit Beginn der Pandemie gegen die unverhältnismäßigen und ungerechten Corona-Maßnahmen. Die Schaufenster seiner Apotheke nutzt er zur Aufklärung über Nebenwirkungen und Gefahren der umstrittenen Covid-Impfung. Aufklärung statt Verblödung! Gut der Mann! Klar, dass solche ehrenhaften Menschen von unehrenhaften Menschen im Internet beschimpft werden, und von den wirklichen Verschwörern gegen die Menschheit Druck bekommen. Schämt euch, ihr Werkzeuge des Bösen!

Edeka-Markt Zellmer

Der Inhaber des Edeka-Marktes Zellmer richtet sich am 24. September 2021 in einem internen Schreiben an seine Mitarbeiter und äußert darin deutliche Kritik an den Corona-Maßnahmen sowie am gesellschaftlichen Umgang mit Ungeimpften.

In dem Brief betont er die Bedeutung von Eigenverantwortung und persönlicher Entscheidungsfreiheit und spricht sich gegen eine aus seiner Sicht zunehmende Spaltung der Gesellschaft aus. Gleichzeitig signalisiert er seinen Mitarbeitern Verständnis für individuelle Entscheidungen im Zusammenhang mit Impfungen und stellt sich demonstrativ hinter deren persönliche Wahlfreiheit.

Das Schreiben steht exemplarisch für Stimmen aus dem Einzelhandel, in denen sich Unternehmer während der Corona-Zeit öffentlich oder intern gegen staatliche Vorgaben und gesellschaftlichen Druck positionierten.

Hut ab vor diesem Filialleiter und Menschen!

Unternehmer kritisieren die Unverhältnismäßigkeit der Corona-Politik 

Die oben genannten Fälle sind dabei nur ein Ausschnitt. In vielen Bereichen der Wirtschaft wuchs der Widerstand – insbesondere dort, wo Unternehmer die Maßnahmen als unverhältnismäßig, widersprüchlich und zunehmend existenzbedrohend empfanden. Vor allem Persönlichkeiten mit öffentlicher Reichweite machten diesen Widerspruch sichtbar und brachten ihn auch über die Grenzen Deutschlands hinaus zur Sprache.

So kritisierte etwa Wolfgang Grupp, langjähriger Inhaber des Textilunternehmens Trigema, wiederholt die Lockdown-Politik. Er sprach sich gegen pauschale Betriebsschließungen aus und warnte früh vor den langfristigen Schäden für den Mittelstand. Grupp betonte, dass Unternehmen unter strengen Auflagen sehr wohl verantwortungsvoll weiterarbeiten könnten, und stellte die Verhältnismäßigkeit flächendeckender Stilllegungen infrage. Besonders kritisch sah er die aus seiner Sicht fehlende Differenzierung zwischen großen Konzernen und kleineren Betrieben, die durch die Maßnahmen existenziell bedroht wurden. 

Carsten Maschmeyer, ein deutscher Unternehmer und Investor, der sein Vermögen im Finanzdienstleister AWD Holding aufgebaut hat und heute über seine Beteiligungsgesellschaft Maschmeyer Group in zahlreiche Start-ups investiert, äußerte sich wiederholt kritisch zur Corona-Politik. Er verwies insbesondere auf die erheblichen wirtschaftlichen Kollateralschäden, die viele Selbstständige und kleinere Unternehmen trafen, und kritisierte die mangelnde Planbarkeit durch sich ständig ändernde Vorgaben.

Maschmeyer forderte eine ausgewogenere Abwägung zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlicher Stabilität und warnte davor, dass einseitige Maßnahmen langfristig mehr Schaden anrichten könnten als Nutzen bringen.

Dirk Roßmann, Gründer der Drogeriemarktkette Rossmann, äußerte sich während der Corona-Zeit kritisch zu einzelnen Maßnahmen und deren Auswirkungen. Er warnte vor gesellschaftlicher Spaltung und stellte infrage, ob die politischen Entscheidungen stets verhältnismäßig und ausreichend differenziert getroffen wurden. Roßmann betonte die Bedeutung von Eigenverantwortung und sprach sich gegen eine zunehmende Polarisierung innerhalb der Gesellschaft aus. 

Wolfgang Kubicki – zwar primär Politiker (FDP), aber zugleich Jurist und unternehmerisch tätig – positionierte sich wiederholt kritisch gegenüber den Corona-Maßnahmen. Er hinterfragte insbesondere die Eingriffe in Grundrechte und warnte vor einer schleichenden Aushöhlung rechtsstaatlicher Prinzipien. Kubicki forderte eine konsequente Rückkehr zu einer Politik, die Freiheit und Verhältnismäßigkeit stärker in den Mittelpunkt stellt. 

Auch Winfried Stöcker, Arzt und Unternehmer sowie Gründer des Diagnostikunternehmens Euroimmun, stellte sich während der Corona-Zeit offen gegen den politischen Kurs. Er entwickelte einen eigenen Impfstoff und kritisierte die staatliche Regulierung sowie die aus seiner Sicht einseitige Ausrichtung der Impfstrategie.

Stöcker bemängelte insbesondere bürokratische Hürden und sprach sich für einen freieren, wissenschaftlich offeneren Umgang mit alternativen Ansätzen aus. Sein Vorgehen und seine öffentlichen Äußerungen machten deutlich, dass auch aus unternehmerischer und medizinischer Perspektive erheblicher Widerspruch gegen die offizielle Linie bestand.

Im internationalen Kontext sorgte vor allem Elon Musk für Aufmerksamkeit. Der Unternehmer kritisierte die Lockdown-Politik der US-Behörden scharf und bezeichnete weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens als unverhältnismäßig. Besonders deutlich wurde dies, als er sich gegen die Stilllegung seines Tesla-Werks in Kalifornien stellte und die Produktion – entgegen behördlicher Vorgaben – wieder aufnahm. Musk argumentierte, dass wirtschaftliche Tätigkeit unter entsprechenden Schutzmaßnahmen möglich sei und warnte vor den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen eines dauerhaften Ausnahmezustands.

Fazit

Diese Beispiele zeigen: Der Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen beschränkte sich nicht auf einzelne gesellschaftliche Gruppen. Auch Unternehmer – sowohl im Mittelstand als auch international – stellten zentrale Entscheidungen infrage und machten auf die weitreichenden Konsequenzen aufmerksam, die über den gesundheitspolitischen Kontext hinausgingen.

Danke an dieser Stelle an alle Dienstleister, Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants, Cafés und sonstige Betriebe, sowie Nachbarn und andere hilfsbereite Menschen, die sich wenig um die teils illegalen Auflagen der Entscheider kümmerten, die Menschen in – von eliteinstruierten Politikern verursachten – Notsituationen halfen, und keine Unterschiede zwischen Menschen vornahmen. Danke auch an alle helfenden Ärzte, Rechtsanwälte, Richter und sonstige Helfer, die trotz erlebter Repressalien und Verfolgung dennoch den Menschen in Not halfen. Moderne Helden! Das ist Menschlichkeit, und nicht Spaltung, wie Sie die meisten Politiker der Altparteien betrieben haben, und die deswegen vor Gericht gestellt und verurteilt gehören.

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Anmerkungen und Quellen

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser!

Ende September 2024 erschien mein Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“. Ende März und Anfang April 2025 wurden die beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Zwei weitere Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Emblem der Drogeriekette "Rossmann"
Bildquelle: Karolis Kavolelis / shutterstock

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Kampf um Parteispitze Kubicki will FDP mit Frauenteam neu aufstellen

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Will statt mit alten weißen Männern mit einem reinen Frauenteam an den Start gehen. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Nach dem Wahlfiasko der FDP bringt sich Wolfgang Kubicki für den Parteivorsitz in Stellung und setzt demonstrativ auf ein Frauenteam. Gleichzeitig verschärft sich der Machtkampf mit Strack-Zimmermann und Höne.

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Kandidatur als Parteivorsitzender Kubicki will FDP-Chef werden – Dürr zieht zurück

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Der neugewählte FDP-Bundesvorsitzende Christian Dürr (vorne) gratuliert Wolfgang Kubicki zu seiner Wiederwahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden beim 76. Ordentlichen Bundesparteitag der FDP. Beim ersten Parteitag der Freien Demokraten nach dem Scheitern bei der Bundestagswahl soll über den weiteren Kurs und eine neue Parteispitze abgestimmt werden.

Wolfgang Kubicki will es noch einmal wissen. Der 74jährige kündigt seine Kandidatur für den Bundesvorsitz der FDP an – und prompt zieht Noch-Parteichef Dürr zurück. Die Partei steuert dennoch auf eine Kampfabstimmung zu.

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Die großen Lügen (Teil 10) – Corona IX: Widerstand | Von Uwe Froschauer

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Ziviler Ungehorsam und Demonstrationen

Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer

„Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten“.

Dieser Satz – unabhängig von seiner nicht geklärten Urheberschaft – bringt ein zentrales Problem der Corona-Zeit auf den Punkt: die Erwartung, dass „die Dinge sich schon irgendwie regeln“, während man selbst passiv bleibt. Doch gesellschaftliche Entwicklungen korrigieren sich nicht von allein. Sie werden von Menschen gestaltet – oder eben nicht.

Wer in einer Krise lediglich auf bessere Entscheidungen „von oben“ hofft, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen, verzichtet auf genau jene Rolle, die ihm in einer Demokratie zukommt: die des mündigen Bürgers. Ziviler Ungehorsam beginnt genau dort, wo das Warten auf das „Es passiert schon“ endet.

Bertolt Brecht soll einmal gesagt haben: 

„Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“.

Dieser Zustand ist in der Corona-Zeit eingetreten. Die in meinen Augen einzig richtige Betrachtungsweise Brechts relativiert den absoluten Vorrang der Rechtssicherheit, der Widerstand grundsätzlich ausschließt, und akzeptiert ein begründetes Gerechtigkeitsempfinden. Sie fordert sogar den Widerstand als letztes Mittel. Diese rote Linie, sich als Bürger dem staatlichen Gewaltmonopol unterwerfen zu müssen, ist von den Regierenden in der Coronazeit weit überschritten worden. Widerstand war während der Coronadiktatur nicht nur richtig, sondern erforderlich. 

Die Regierenden ließen in ihrem Machtrausch ihrer Willkür – beeinflusst, gesteuert und belohnt durch ein Heer von Lobbyisten – freien Lauf. Unsere weitblickende und intelligente Verfassung – wenn sie denn von Politikern, die auf sie geschworen haben, ernst genommen werden würde – hat für eine Überschreitung dieser roten Linie mit dem Artikel 20 GG entsprechend vorgesorgt.

Nachfolgend die ersten drei Absätze des Artikels 20 GG:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. 

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden. 

Damit Deutschland auch ein Rechtsstaat im Sinne der ersten drei Absätze bleibt, und der Staat sein Gewaltmonopol nicht missbraucht, haben die klugen Verfasser dieser Verfassung noch Absatz 4 zum Artikel 20 GG hinzugefügt, um einer Diktatur nicht Tür und Tor zu öffnen.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Bei der Gedenkfeier zum Hitler-Attentat mahnte Angela Merkel am 20. Juni 2019 mit klaren Worten:

„Sehr geehrte Frau Bundesministerin, sehr geehrte Soldatinnen und Soldaten, Rekrutinnen und Rekruten (…), es gibt Momente, in denen Ungehorsam eine Pflicht sein kann – Momente, in denen man nur dann Anstand und Menschlichkeit wahrt, wenn man sich gegen einen Befehl, gegen den Druck von Vorgesetzten oder auch den Druck der Masse auflehnt und gegenhält. Es gibt Momente, in denen der Einzelne die moralische Pflicht hat, zu widersprechen und sich zu widersetzen. Das erkennt auch unsere Verfassung an. In Artikel 20 unseres Grundgesetzes ist das Recht zum Widerstand festgeschrieben, und zwar 'gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen (…), wenn andere Abhilfe nicht möglich ist'.“ 

Diese Worte wirken im Rückblick wie ein Maßstab – einer, an dem sich politisches Handeln in der Corona-Zeit messen lassen muss. 

Von einem vergleichbaren Maß an Haltung war bei vielen politischen Verantwortungsträgern jedoch wenig zu erkennen. Besonders deutlich wurde dies an einer zentralen Frage: der Impfpflicht. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 wurde eine allgemeine Impfpflicht von führenden Politikern wiederholt ausgeschlossen. So erklärte Olaf Scholz im Dezember 2020:

„Ich bin gegen eine Impfpflicht.“

Noch im Wahlkampf 2021 betonte er, eine solche sei nicht vorgesehen. Auch Christian Lindner äußerte sich im Jahr 2021 skeptisch und verwies darauf, dass eine Impfpflicht nicht notwendig sei und man auf Freiwilligkeit setzen solle. Robert Habeck wiederum sprach sich vor der Wahl ebenfalls gegen eine allgemeine Impfpflicht aus und stellte die Verhältnismäßigkeit eines solchen Eingriffs infrage. Auch Karl Lauterbach zeigte sich zunächst zurückhaltend gegenüber einer allgemeinen Impfpflicht und betonte, dass diese politisch und gesellschaftlich gut abgewogen werden müsse.

Nach der Wahl verschob sich das Bild deutlich. Bundeskanzler Scholz sprach sich Ende 2021 ausdrücklich für eine allgemeine Impfpflicht aus und kündigte an, im Bundestag dafür zu werben. Auch Habeck unterstützte eine solche Maßnahme. Selbst dort, wo keine klare Zustimmung erfolgte, wich die vorherige Ablehnung zumindest einer neuen Offenheit. Als neu ernannter Bundesgesundheitsminister entwickelte sich Karl Lauterbach zu einem der entschiedensten Befürworter einer allgemeinen Impfpflicht und setzte sich öffentlich mit teils hanebüchenen Argumenten für deren Einführung ein.

Diese Kehrtwenden sind politisch (falsch) begründet worden, und markieren einen Bruch zwischen vorherigen Zusagen und späterem Handeln. Vertrauen, einmal beschädigt, lässt sich nicht beliebig wiederherstellen.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Verweis von Angela Merkel auf moralischen Ungehorsam fast wie ein Echo aus einer anderen politischen Wirklichkeit. Während historischer Widerstand gewürdigt wird, wurde der Widerspruch in der Corona-Zeit diffamiert und diskreditiert. Während Bürger zur Anpassung an die vermeintlich gefährliche Situation angehalten wurden, erwiesen sich politische Zusagen selbst als bemerkenswert flexibel. 

Eine freiheitliche Ordnung lebt nicht von passiver Erwartung, sondern von aktiver Mitwirkung – und im Zweifel auch vom Widerspruch. Ziviler Ungehorsam ist daher kein Störfaktor, sondern ein notwendiges Korrektiv. Er zeigt sich dort, wo Bürger nicht länger bereit sind, Verantwortung vollständig an staatliche Stellen zu delegieren, sondern beginnen, eigenständig zu urteilen und entsprechend zu handeln.

Widerstand von Teilen der Bevölkerung in der Corona-Zeit: Zwischen Mut und Anpassung

Die Corona-Jahre waren ein Stresstest für das Verhältnis zwischen Staat und Bürger. In kurzer Zeit wurden Grundrechte eingeschränkt, neue Verhaltensnormen etabliert und ein erheblicher gesellschaftlicher Anpassungsdruck erzeugt. Widerspruch galt schnell als unsolidarisch und wurde bestraft, Anpassung hingegen als verantwortungsbewusst und wurde belohnt, siehe 3G, 2G und dergleichen. Diese Haltung verkennt jedoch das Wesen einer offenen Gesellschaft. Demokratie erschöpft sich nicht im Befolgen von Regeln, sie lebt davon, dass Bürger Maßnahmen hinterfragen, ihre Verhältnismäßigkeit prüfen und im Zweifel auch widersprechen. 

In der Corona-Zeit war weniger der Widerstand auffällig als vielmehr die Bereitschaft zur Anpassung – ein vorauseilender Gehorsam, der staatliche Vorgaben nicht nur akzeptierte, sondern häufig unkritisch verstärkte und sozial weitertrug. Was zunächst den Anschein von Verantwortungsgefühl weckte, entwickelte sich meist zu Konformität. Kritik wurde moralisch delegitimiert, Zweifel gesellschaftlich sanktioniert. Darin liegt die eigentliche Gefahr in einer Demokratie: Eine Gesellschaft, die Gehorsam über Urteilskraft stellt, verliert schleichend ihre demokratische Substanz. Wenn Menschen Regeln befolgen, ohne sie zu hinterfragen, entsteht keine Stabilität, sondern Abhängigkeit. Eine lebendige Demokratie braucht daher nicht nur Zustimmung, sondern auch den Mut zum begründeten Widerspruch.

In diesem Sinne ist ziviler Ungehorsam kein Ausdruck von Rücksichtslosigkeit, sondern von Verantwortung. Er erfordert Urteilsvermögen, Standhaftigkeit und die Bereitschaft, persönliche Konsequenzen zu tragen. Krisenzeiten wie die Coronajahre machten sichtbar, wer diese Verantwortung übernimmt – und wer sich ihr entzieht. 

Weltweit regte sich teils erheblicher Widerstand, dem vielerorts mit harten Maßnahmen begegnet wurde. Ob politische Sanktionen gegen Andersdenkende als letztes Aufbäumen einer überdehnten staatlichen Kontrolle oder als schrittweise Verschiebung hin zu autoritäreren Strukturen zu deuten ist, sei einmal dahingestellt. Sicher ist jedoch: Die Richtung „Unserer Demokratie“ hängt entscheidend vom Verhalten der Bürger selbst ab. Menschen sollten nicht alles, was ihnen Politiker vorsetzen, mit Ja und Amen akzeptieren.

In Deutschland dominierte während der Corona-Jahre die Bereitschaft zur Anpassung – während offener Widerstand vergleichsweise selten blieb. Nach den großen Demonstrationen im Jahr 2020 in Städten wie Berlin, Stuttgart oder Leipzig flaute die sichtbare Protestbewegung im Jahr 2021 zunächst ab. Erst gegen Jahresende gewann sie – unter anderem in Form sogenannter „Spaziergänge“ – wieder an Dynamik.

Der Widerstand wurde sichtbar, anhaltend und vielerorts getragen von Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft. Besonders prägend waren die sogenannten „Montagsspaziergänge“. Dass diese häufig montags stattfanden, war kein Zufall: Die Anlehnung an die Montagsdemonstrationen des Jahres 1989, bei denen Bürger der DDR für ihre Freiheit auf die Straße gingen, ist offensichtlich. Der historische Bezug verlieh diesen Protesten eine symbolische Dimension, die über das unmittelbare politische Geschehen hinauswies.

Im Winter 2021/2022 nahmen diese Proteste deutlich an Umfang zu. In zahlreichen Städten – von Leipzig über München bis Hamburg – versammelten sich regelmäßig Menschen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Auch wenn offizielle Zahlen und mediale Darstellung weit hinter der tatsächlichen Dynamik dieser Bewegungen zurückblieben, registrierten Behörden ein wachsendes Protestgeschehen. Die Bewegung war dabei keineswegs auf einzelne Regionen beschränkt, zeigte jedoch insbesondere in Ostdeutschland eine stärkere Ausprägung.

Eine mögliche Erklärung hierfür liegt in unterschiedlichen historischen Erfahrungen. Während in Ostdeutschland die Erinnerung an den Verlust und die Wiedergewinnung von Freiheit noch vergleichsweise präsent war, schien in westlichen Teilen des Landes eine größere Bereitschaft zur Anpassung an staatliche Vorgaben vorzuherrschen.

Mein eigenes Erleben dieser zunehmenden Dynamik des Protests in meiner Heimatstadt München möchte ich nachfolgend beschreiben. Seit Dezember 2021 war in München spürbar, dass sich etwas verändert hatte: Immer mehr Menschen gingen auf die Straße – auch ich –, viele davon erkennbar aus der gesellschaftlichen Mitte, aus unterschiedlichen Altersgruppen und Lebensbereichen. Die häufig bemühte Einordnung der Demonstranten von Politikern und ihren medialen Unterstützern als „rechtes“ Randphänomen wurde dieser von mir als Zeitzeugen erlebten Realität in keiner Weise gerecht. Viele meiner Freunde und mich sehe ich in politischer Hinsicht Mitte-links. Rechtsradikale habe ich bei keinem meiner „Spaziergänge“ bemerkt. Vielmehr beteiligten sich zahlreiche Bürger, die sich selbst als Teil der gesellschaftlichen Mitte verstehen. Diese Entwicklung deutete auf ein wachsendes Misstrauen gegenüber politischen Entscheidungen und deren Kommunikation quer durch alle Bevölkerungsschichten hin.

Was sich entwickelte, war kein vereinzeltes Aufflackern von Protest, sondern eine wachsende Bewegung. Menschen, die über Monate hinweg Einschränkungen hingenommen hatten, begannen, ihren Unmut öffentlich zu artikulieren. Der Wunsch, grundlegende Freiheitsrechte wieder uneingeschränkt wahrnehmen zu können, wurde zunehmend sichtbarer – und hörbarer.

Die Proteste in München entwickelten eine gewisse Anpassungsfähigkeit: Wo Versammlungen untersagt wurden, wichen die Teilnehmer auf andere Formen des Zusammenkommens aus. Dies verdeutlicht, dass sich gesellschaftlicher Widerspruch nicht beliebig regulieren lässt, und Ausdruck tiefer liegender Spannungen ist. 

In München erreichten die Proteste eine beachtliche Größenordnung. Mitte Dezember 2021 versammelten sich mehrere Tausend Menschen zu Demonstrationen im Stadtzentrum. Eine Woche später, nachdem eine geplante Kundgebung nur unter erheblichen Einschränkungen genehmigt worden war, verlagerten sich die Proteste dezentral in die Stadt. Tausende Menschen bewegten sich aus unterschiedlichen Richtungen durch die Straßen und fanden schließlich zusammen – friedlich, aber entschlossen. Die Situation zeigte deutlich die Grenzen ordnungsrechtlicher Steuerungsversuche auf, wenn eine Bewegung eine gewisse Größenordnung erreicht.

Die Dimension dieser Entwicklung in deutschen Orten zeigte sich auch in konkreten Zahlen. So wurden Anfang Januar 2022 bundesweit in rund 1.390 Orten sogenannte „Spaziergänge“ registriert; nur wenige Tage später lag die Zahl der gemeldeten Versammlungen bereits bei nahezu 1.900. Diese Entwicklung unterstreicht, dass es sich nicht um vereinzelte oder lokale Ereignisse handelte, sondern um eine flächendeckende Bewegung.

Auch international blieb diese Form des Protests kein isoliertes Phänomen. In mehreren europäischen Ländern entstanden ähnliche Bewegungen, die – wenn auch unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen – vergleichbare Anliegen artikulierten. 

Diese Entwicklungen zeigen: Der Widerstand war real, sichtbar und in Teilen der Gesellschaft breit verankert. Und dennoch bleibt die Frage, warum der Widerstand in Deutschland – gemessen an der Tragweite der Maßnahmen – nicht noch umfassender ausfiel. Eine mögliche Erklärung für das relativ geringe Mobilisierungsvolumen liegt in einer historisch gewachsenen Neigung der deutschen Bevölkerung zur Orientierung am Staat und an bestehenden Regeln. Was als Stabilität in „ruhigen“ Jahren zurecht geschätzt wurde, schlug in der Corona-Zeit bei einem Großteil der Bevölkerung in politische Passivität um, nach dem Motto: Der Staat kann mir doch nichts Böses wollen. Weit gefehlt!

Der Umgang staatlicher Stellen mit diesen Protesten fiel unterschiedlich aus. Neben der Beobachtung und Begleitung durch die Polizei kam es mancherorts auch zu Einschränkungen, Verboten und einem teils harten ordnungsrechtlichen Vorgehen – insbesondere gegenüber nicht angemeldeten Versammlungen. Einzelne Maßnahmen und öffentliche Verlautbarungen, in denen auch der Einsatz unmittelbaren Zwangs in Aussicht gestellt wurde, warfen dabei Fragen nach der Verhältnismäßigkeit auf und erinnerten mich an problematische historische Parallelen in Deutschland.

Oberbürgermeister Christof Bolay (SPD) von Ostfildern drohte am 27. Januar 2022 mit folgenden Worten – entnommen aus dem Polizeigesetz § 66 Abs. 4 i.V. mit Landesverwaltungsvollstreckungsgesetz §2 Nr. 2:

„Um sicherzustellen, dass das Versammlungsverbot eingehalten wird, wird die Anwendung unmittelbaren Zwangs, also die Einwirkung auf Personen durch einfache körperliche Gewalt, Hilfsmittel der körperlichen Gewalt oder Waffengebrauch angedroht.“ 

Bolay meinte, dies sei nach Abwägung der gegenüberstehenden Interessen verhältnismäßig – an dieser Stelle darf gelacht werden, Humor ist, wenn man trotzdem lacht – und 

„Es ist erforderlich, da mildere Mittel, die die potenziellen Versammlungsteilnehmer von der Durchführung der verbotenen Versammlungen abhalten würden, nicht ersichtlich sind." 

Warum nicht gleich Schießbefehl? dachte ich mir damals, als ich das mitbekam.

Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer erinnerte mit folgender Mitteilung vom 17. Dezember 2021 an die sächsischen Bürger – Untertanen wären Kretschmer vermutlich lieber – doch sehr an vergangene totalitäre Zeiten: 

„… hat der Freistaat Sachsen (…) eine Regelung getroffen, dass Ansammlungen von Menschen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden. Das ist eine harte Ansage (…).“ 

Trotz aller Drohungen antidemokratischer Kräfte des zunehmend hilflos wirkenden Staates zeigte sich, dass die anhaltenden Proteste nicht ohne Wirkung blieben. Die politische Kommunikation wurde stellenweise vorsichtiger, die Tonlage differenzierter. Offenkundig hatten viele Entscheidungsträger die Intensität und Ausdauer dieses friedlichen Widerstands unterschätzt.

Die Proteste zeigten Wirkung. Deswegen mein Appell an die schwer bewegbaren Couchpotatoes: Runter von der Couch, wenn der Staat Mist baut – wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt! Buddha soll einmal gesagt haben:

„Es gibt nur eine Zeit, in der es wesentlich ist aufzuwachen. Diese Zeit ist Jetzt!“

Es bleibt festzuhalten: Eine Demokratie muss Widerspruch aushalten – und sie muss ihn ernst nehmen. Wenn Vertrauen schwindet und immer mehr Menschen den Eindruck gewinnen, durch die Politik nicht mehr ausreichend repräsentiert zu werden, entsteht ein Spannungsfeld, das sich nicht durch Appelle oder Einschränkungen allein auflösen lässt.

Es gab auch Gegendemonstrationen – im Namen der „Solidarität“. Das Demonstrationsrecht ist ein grundlegendes Element jeder Demokratie und muss unabhängig vom jeweiligen Anliegen für alle gelten. Gerade deshalb sind auch Gegendemonstrationen selbstverständlich zu akzeptieren. Umso widersprüchlicher erscheint es jedoch, dass ausgerechnet jene politischen Entscheidungsträger, deren Maßnahmen bei diesen Gegendemonstrationen unterstützt wurden, das Demonstrationsrecht gleichzeitig durch Auflagen, Einschränkungen und Verbote erheblich beschnitten.

Doch wofür genau wurde hier demonstriert? Für Maßnahmen, die tief in Grundrechte eingriffen, für eine Politik, die Kinder und Jugendliche erheblich belastete, und für Entscheidungen, deren Verhältnismäßigkeit schon damals zunehmend infrage stand.

Gerade der Umgang mit jungen Menschen wirft im Rückblick besonders drängende Fragen auf. Berichte über stark gestiegene psychische Belastungen bis hin zu stark zunehmenden suizidalen Krisen standen einer vergleichsweise geringen direkten gesundheitlichen Gefährdung durch das Virus gegenüber. Relationen, die zumindest Anlass zu einer deutlich kritischeren Abwägung hätten geben müssen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es fragwürdig, wenn selbst weitreichende Maßnahmen wie Quarantäneauflagen für gesunde Kinder oder Diskussionen über eine Impfpflicht für Minderjährige kaum hinterfragt wurden. Während andere Länder bereits Lockerungen einleiteten, hielt man in Deutschland lange an einem besonders restriktiven Kurs fest. Danke an dieser Stelle nochmals an Herrn Lauterbach für seine unsinnigen Maßnahmen in der Corona-Zeit. Hauptsache, Sie können noch gut schlafen, Herr Lauterbach!

Nochmals: Womit genau erklärte man sich solidarisch bei diesen Gegendemonstrationen? Mit dem Schutz von Gesundheit – oder mit einem politischen Kurs, dessen Nebenwirkungen zunehmend sichtbar wurden?

In diesem Zusammenhang richtet sich meine nachdenkliche Frage – ausdrücklich nicht als persönliche Herabsetzung gemeint – auch an jene, die im Namen der „Solidarität“ für den damaligen Kurs der Regierung auf die Straße gegangen sind. Vielleicht hilft folgende Unterscheidung, die damalige Situation noch einmal kritisch zu reflektieren:

Quarantäne bezeichnet den Zustand, wenn Kranke in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.

Tyrannei bezeichnet den Zustand, wenn Gesunde in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.

Dummheit ist es, wenn man zwischen beiden Zuständen nicht unterscheiden kann!

Diese zugespitzte Gegenüberstellung mag provozieren, sie zielt jedoch auf einen zentralen Punkt: die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. In einer freiheitlichen Ordnung darf die Einschränkung von Grundrechten kein Selbstzweck sein – und schon gar nicht zur Gewohnheit werden, ohne dass ihre Notwendigkeit und Differenzierung fortlaufend kritisch hinterfragt werden.

Eine Demokratie lebt davon, dass solche Fragen gestellt werden. Denn Einschränkungen von Freiheit bedürfen stets einer besonders sorgfältigen Begründung – und dürfen nicht zur neuen Normalität werden, ohne dass ihre Notwendigkeit fortlaufend überprüft wird. 

Die entscheidende Frage bleibt daher bestehen: Werden die Signale aus der Gesellschaft von der Politik als Anlass zur Korrektur verstanden – oder als Störung, die es zu begrenzen gilt? Davon hängt ab, ob eine freiheitliche Ordnung gestärkt aus einer Krise hervorgeht – oder ob sie schleichend an Substanz verliert.

Fazit

Die Lehre aus der Corona-Zeit ist wie die aus der Nazi-Zeit eine unbequeme: Nicht der Widerspruch bedarf der Rechtfertigung, sondern die widerspruchslose Anpassung. Eine freiheitliche Ordnung wird nicht in dem Moment gefährdet, in dem Menschen „Nein“ sagen – sondern in dem Moment, in dem sie es verlernen. Deshalb bleibt die Frage entscheidend: Ist eine Gesellschaft bereit, ihre Freiheit aktiv zu verteidigen – oder begnügt sie sich damit, sie verwalten zu lassen? Die Antwort darauf entscheidet nicht nur über den Umgang mit vergangenen Krisen, sondern auch über den Charakter und Verlauf zukünftiger. Deswegen ist für das kollektive Gedächtnis eine echte, eine seriöse Aufarbeitung der Corona-Geschehnisse in Form eines Untersuchungsausschusses anstelle des Papiertigers „Enquete-Kommission“ dringend nötig. 

Freiheitsrechte sind nicht Geschenke der Politik, die uns weggenommen, und später als Leckerli zum Teil wieder eingeräumt werden, wenn wir artig waren. Freiheitsrechte sind das Vermächtnis von Menschen, die in der französischen Revolution 1789 mit vollem Einsatz und ihrem Blut dafür gekämpft haben. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir heute relativ freiheitlich leben können. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass das so bleibt. Freiheitsrechte gehören uns Menschen, und nicht irgendwelchen Regierungen und ihren Drahtziehern, die glauben darüber verfügen zu können, und auch nicht irgendwelchen Parteien, die sich den Staat zur Beute machen. Das Volk ist der Souverän, nicht der Staat. Der Staat dient dem Souverän, dafür wurde er geschaffen. Kein demokratischer Staat hat Ihnen, geschätzte Leserin, geschätzter Leser oder mir vorzuschreiben, wen ich treffe, wen ich berühre, wen meine Kinder treffen und berühren, wie lange ich mich außer Haus aufzuhalten habe, mit was ich meinen Lebensunterhalt legal verdiene sowie sonstige antidemokratische Vorschriften zu erlassen – solange es nicht nachweislich und dringend erforderlich ist. Und es war in der Coronapandemie, die eine Plandemie war, nicht erforderlich. Die offengelegten RKI-Protokolle beweisen diesen Sachverhalt. 

Ziviler Ungehorsam ist kein Betriebsunfall der Demokratie, sondern ihr Prüfstein. Er beginnt dort, wo Bürger sich weigern, Maßnahmen widerspruchslos hinzunehmen, die sie als unverhältnismäßig oder inkonsistent empfinden. Gerade in einer Ausnahmesituation ist diese Form des Widerspruchs kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Macht, die nicht hinterfragt wird, neigt dazu, sich auszudehnen. 

Das Grundgesetz hat die Möglichkeit zum Widerstand nicht zufällig vorgesehen. Artikel 20 Absatz 4 formuliert ein Widerstandsrecht als letzte Konsequenz, wenn die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährdet ist und andere Mittel versagen. Diese Schwelle wurde während der Corona-Zeit überschritten.

Bürger sind nicht nur Adressaten staatlicher Anordnungen, sondern Träger der verfassungsmäßigen Ordnung. Deshalb erschöpft sich ihre Rolle nicht im Gehorsam, sondern umfasst auch das Recht – und mitunter die Pflicht –, staatliches Handeln kritisch zu hinterfragen. Wenn in der politischen Debatte zunehmend vor einer „Delegitimierung des Staates“ gewarnt wird, entsteht der Eindruck, dass Kritik selbst bereits unter Rechtfertigungsdruck gerät. Doch eine Demokratie lebt nicht von der Immunisierung staatlichen Handelns gegen Widerspruch, sondern von der Fähigkeit, zwischen fundierter Kritik und tatsächlicher Ablehnung der Ordnung zu unterscheiden. Diese Unterscheidung konsequent zu wahren, bleibt eine zentrale Herausforderung politischer Verantwortung.

Die Demokratie in Deutschland hat die Bewährungsprobe Corona nicht bestanden. Die Politiker der Altparteien, die heute wieder – oft und gerne – die Worte „Unsere Demokratie“ in den Mund nehmen, haben auf ganzer Linie versagt.

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Anmerkungen und Quellen

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser!

Ende September 2024 erschien mein Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“. Ende März und Anfang April 2025 wurden die beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Zwei weitere Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Corona-Demonstration in Berlin am 29. August 2020
Bildquelle: Jaz_Online / shutterstock

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Inkonsequente Geheimdienstkritik

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Der Film „Gelbe Briefe“ ist nicht nur eine Geschichte staatlicher Repression.  Er ist auch eine Kritik am widersprüchlichen Verhalten vieler Linksliberaler. Rechte sind für den starken Staat, aber auch manche Linke und Linksliberale haben sich eigentlich schon längst mit dem Verfassungsschutz zumindest arrangiert, der zum Garanten der Demokratie wurde.

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Der kranke Motor Europas

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Verliert Deutschland seine Industrie?

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Die Seelenräuber | Von Roland Rottenfußer

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Die Seelenräuber | Von Roland Rottenfußer
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Die Seelenräuber | Von Roland Rottenfußer

Ereignisse wie der Fall Epstein zeigen, wie eng Sexualität oft mit Machtmissbrauch verzahnt ist — das Schicksal der Opfer erzählt uns viel darüber, wie Macht „funktioniert“.

Ein Beitrag von Roland Rottenfußer.

„Bald darauf fragte er mich, ob ich gerne seine Genitalien berühren würde. Ich wollte es nicht — aber er schon. Und er war mein Vater, also tat ich es.“

Virginia Giuffre beschreibt die „Logik“ sexueller Gewalt auf sehr einfache und gerade deshalb erschütternde Weise. Bekannt wurde Giuffre, die sich 2025 mit 41 Jahren das Leben nahm, vor allem als eine der wichtigsten Zeuginnen im Prozess gegen Jeffrey Epstein. Und durch ein Foto mit dem britischen Prinzen Andrew, an den Epstein sie „ausgeliehen“ hatte. In ihrem Fall und unzähligen vergleichbaren Fällen geht es um mehr als das oftmals starke sexuelle Verlangen von Männern. Es geht um Machtmissbrauch, der sexuell eingefärbt ist, und um Triebbefriedigung, die durch Machtmittel erzwungen wird — ohne Rücksicht auf die Frauen und Mädchen, die nicht als eigenständige, empfindende Wesen wahrgenommen werden. Seelenverletzungen entstehen bereits durch Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt — kommen beim Täter Sexsucht und die elitäre Vorstellung hinzu, als „Prominenter“ über den üblichen ethischen Normen zu stehen, können die Seelen der Opfer noch nachhaltiger beschädigt werden. Männer mit kranker Psyche stellen sich auf den Standpunkt:

„Wenn ich nur dann Sex hätte, wenn es die Frau wirklich will, käme ich nicht genügend auf meine Kosten.“

Also wenden sie allerlei Manipulationsmethoden an, wählen mit Vorliebe Mädchen, die hilflos und ihnen auf irgendeinem Gebiet unterlegen sind. Speziell durch ein starkes Macht- und Altersgefälle kompensieren sie ihre eigene Unfähigkeit, gleichberechtigte Partnerschaften zu leben, die ihrem Gegenüber die Würde lassen. Der Artikel widmet sich nicht den politischen Verstrickungen des Falles Epstein. Vielmehr geht der Autor anhand von Einzelschicksalen der Frage nach, wie jemand Gewalt über einen anderen Menschen erlangt — oft sogar ohne körperliche Gewaltanwendung. Indirekt gilt aber auch hier: Das Private ist politisch.

Triggerwarnung: In diesem Artikel werden Fallbeispiele sexueller Gewalt und damit verbundene belastende innerpsychische Vorgänge dargestellt. Gerade auf Frauen, die Vergleichbares erlebt haben, könnte dies verstörend wirken, obwohl sich der Autor auf die Seite der Opfer stellt und sein Text der Aufklärung über Sachverhalte sowie als Warnung vor Missbrauchstätern dienen soll.

Es gibt eine typische Täterpsyche bei sexuellen Gewaltdelikten. Ebenso gibt es aber auch eine Charakterstruktur des „idealen“ Opfers. Die französische Lektorin und Autorin Vanessa Springora beschreibt sie so:

„Ein abwesender, unerreichbarer Vater, der eine unergründliche Leere in meinem Leben hinterlassen hat. (…) Eine gewisse sexuelle Frühreife. Und vor allem ein ungeheures Bedürfnis, gesehen zu werden.“

Springora meint mit dieser Beschreibung sich selbst. Mit 14 Jahren wurde sie die Geliebte eines fast vier Jahrzehnte älteren Mannes, eines Intellektuellen und Päderasten, den sie abgekürzt „G.“ nennt. Freiwillig.

Mit dieser Freiwilligkeit ist es freilich so eine Sache. Der Titel ihrer Autobiografie — „Die Einwilligung“, die 2020 zum Bestseller avancierte, nimmt genau auf diesen Punkt Bezug. Ein Mädchen ist einem erfahrenen Mann normalerweise nicht gewachsen — schon gar nicht, wenn er über erprobtes Talent verfügt, weibliche Wesen mit rhetorischen Mitteln „rumzukriegen“. Man nennt es auch Sprachgewalt. Nicht umsonst sind ja der Gesetzgeber wie auch die öffentliche Meinung besonders empfindlich, wenn es um Vertrauensmissbrauch gegenüber Schutzbefohlenen geht. Vanessa Springora, die erst über 30 Jahre nach diesem prägenden Ereignis ihrer Jugend die Worte fand, um über das Geschehene zu berichten, schreibt:

„Die Schutzbedürftigkeit ist genau der Spalt, durch den Menschen mit psychischen Profilen wie G. einen Fuß in die Tür bekommen. Sie ist der Grund, weshalb die Begriffe ‚Einwilligung‘ oder ‚Einvernehmen‘ den Sachverhalt letztlich nicht treffen.“

Was heißt hier „freiwillig“?

Vanessa lernte den wesentlich älteren Gabriel Matzneff — In Vanessa Springoras Text wird er als „G.“ anonymisiert, während in der Öffentlichkeit sein tatsächlicher Name Gabriel Matzneff verwendet wird — 1986 bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung in Anwesenheit ihrer Mutter kennen. Sofort beginnt der prominente Schriftsteller zu gockeln und schreibt dem Mädchen intime Briefe. In diesem gebildeten Milieu wird die Aufmerksamkeit des Stars zunächst eher als Ehre denn als Belästigung empfunden.

„Wie hätte ich mich nicht geschmeichelt fühlen sollen, dass ein Mann und noch dazu ein ‚Literat‘ die Güte gehabt hatte, seine Augen auf mich zu richten?“

Bald aber ist Matzneffs Wunsch, mit Vanessa zu schlafen, nicht mehr zu übersehen. Warum sich das Mädchen darauf einlässt, erklärt sie selbst:

„Ich fühle mich unfähig zu reagieren und überrumpelt, vor allem aber will ich nicht wie eine Idiotin dastehen (…) und auch nicht wie eine dumme Göre, die keine Ahnung vom Leben hat.“

Der über 50-jährige setzt seine ganze Lebenserfahrung und Überredungskunst ein, um zum Ziel zu gelangen:

„In zärtlichem Tonfall brüstet er sich mit seiner Erfahrung und seinem Können, dank derer es ihm gelungen sei, auch sehr junge Mädchen zu entjungfern, ohne ihnen jemals wehzutun. Er geht so weit, zu behaupten, dass sie ihr ganzes Leben lang gerührt daran zurückdächten (…)“

Die Kumpanei der Linksintellektuellen

Bald darauf ist Vanessa Springora quasi offiziell Matzneffs Geliebte. Jeder weiß es — auch ihre Mutter. Im Rückblick kommt es ihr so vor, dass „jemand“ sie damals vor all dem hätte beschützen müssen.

„Dafür hätte es wohl auch ein kulturelles Klima gebraucht, das weniger Nachsicht und Wohlwollen dafür gezeigt hätte als jene Zeit. Tatsächlich verteidigte eine große Zahl von linken Journalisten und Intellektuellen zehn Jahre vor meiner Begegnung mit G., gegen Ende der Siebzigerjahre, öffentlich Erwachsene, die wegen ‚verbotener‘ Beziehungen zu Minderjährigen angeklagt wurden.“

Ein offener Brief prominenter Literaten setzte sich 1977 für die Legalisierung von sexuellen Beziehungen zwischen Minderjährigen und Erwachsenen ein. Unterschrieben wurde er unter anderem von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Die Initiatoren erhielten nur wenig Absagen. Es wurde gefordert, das sexuelle Schutzalter abzuschaffen.

„Der Grund dafür ist, dass man sich in den Siebzigerjahren im Namen der Befreiung von moralischen Zwängen und der sexuellen Revolution die freie sexuelle Entfaltung aller Körper auf die Fahne schrieb. Die Beschneidung der Sexualität Heranwachsender erschien in dieser Perspektive als ein Symptom gesellschaftlicher Unterdrückung, und die Einschränkung der Sexualität auf gleichaltrige Individuen wurde als eine Form der Ausgrenzung empfunden.“

Vanessa Springora sieht in dieser „Zeitstimmung“ auch den Hauptgrund für die Komplizenschaft ihrer Mutter:

„Das waren die Rahmenbedingungen, die meine Mutter schließlich dazu brachten, sich an G.s Anwesenheit in unserem Leben zu gewöhnen.“ Matzneff war für die Mutter auch „der Vater, den sie mir nicht bieten konnte.“

Propagandist der Pädophilie

Der berühmte Schriftsteller war jedoch ein notorischer Pädophiler, der aus seiner Neigung keinen Hehl machte und es sowohl auf Mädchen als auch auf Jungen abgesehen hatte. In seinem berühmt gewordenen Buch „Les moins de seize ans“ („Die unter 16-Jährigen“) schrieb er 1974:

„Was mich fesselt, ist weniger ein bestimmtes Geschlecht als die extreme Jugend, also die Spanne zwischen dem zehnten und dem sechzehnten Lebensjahr, die mir — weit mehr, als man für gewöhnlich unter dieser Formulierung versteht — das wahre dritte Geschlecht zu sein scheint.“

Matzneff ist so eitel und fühlt sich offenbar vor gesetzlicher Verfolgung so sicher, dass er seine Eroberungen regelmäßig literarisch verwertet und die Mädchen damit vor einem großen Publikum — wenn auch anonym — bloßstellt. Seine Bücher, so formulierte es Vanessa Springora im Rückblick, „schildern seine stürmischen Liebesabenteuer mit einer Schar junger Mädchen, deren Avancen sich G. offenbar nicht entziehen kann. Diese Geliebten sind alle sehr fordernd, und weil er ziemlich schnell nicht mehr weiß, wie er ihrer Herr werden soll, jongliert er geradezu akrobatisch mit immer schamloseren Lügen.“

Die Lektüre seiner Werke öffnet Vanessa die Augen:

„Allmählich durchschaue ich sein Spiel. Er liebt es, seine Situation zu dramatisieren. Sich bedauern zu lassen. Jede Episode seines Lebens wird instrumentalisiert.“

Die Enthüllungen enthalten tatsächlich die abstoßendsten Geständnisse. So schreibt Matzneff in seinem Tagebuch über eine sextouristische Reise auf die Philippinen:

„Die kleinen Jungs zwischen elf und zwölf Jahren, die ich hier in mein Bett bekomme, sind ein seltener Leckerbissen.“

Niemals auf Augenhöhe

Zu befreien vermag Vanessa sich dennoch noch nicht.

„In der Zeit vor meinem fünfzehnten Geburtstag hat G. sich in den Kopf gesetzt, alle Bereiche meines Lebens zu kontrollieren. Er ist in gewisser Weise mein Vormund geworden.“

Dabei war ihr schon früh klar, dass sie die „Liebe“ ihres väterlichen Freundes niemals für sich allein haben würde — und dass die Affäre spätestens dann zu Ende wäre, wenn sie in seinen Augen „zu alt“ geworden wäre. G. hat „diese Geschichte schon sein ganzes Leben lang hundertmal durchgespielt.“ Vanessa schreibt, dass G. „zu sexuellen und literarischen Zwecken meine Jugend ausbeutete.“ Dennoch ist sie lange Zeit machtlos:

„Unsere Liebe war ein so machtvoller Traum, dass nichts, nicht eine einzige der spärlichen Warnungen meines Umfelds, genügt hatte, um mich wachzurütteln. Sie war der perverseste Alptraum. Sie war eine unbeschreibliche Gewalt.“

Klar analysiert sie, dass Matzneff sie durch ein erdrückendes Übergewicht an Erfahrung, Charisma und rhetorischen Fähigkeiten klein gehalten hat.

„Aber einem verbalen Schlagabtausch mit ihm bin ich nicht gewachsen. Im Vergleich zu ihm, dem Schriftsteller und Intellektuellen bin ich zu jung und unerfahren.“

Als Jugendliche konnte sie noch nicht durchschauen, was ihr als über 40-Jährige völlig klar ist:

„Es ist für mich absolut unmöglich, mit ihm auf Augenhöhe zu kämpfen.“

Die Vorliebe mancher erwachsener Männer für sehr junge Frauen verweist demnach nicht allein auf eine bestimmte sexuelle Präferenz. Gerade die Tatsache, dass Mädchen in der Pubertät niemals „auf Augenhöhe“ sein können, und somit leichter im Sinne des Älteren zu lenken sind, könnte für Männer, die Angst vor einer gleichberechtigten Beziehung haben, den Reiz ausmachen.

Schriftsteller als „Vampire“

Zu den hellsichtigsten Passagen im Buch „Die Einwilligung“ gehört Vanessas Bemerkung, Matzneff sei ein Mensch,

„für den der andere nicht existiert“.

Viele Verhaltensweisen von Missbrauchstätern sind nur so erklärlich, dass diese in ihren Opfern lediglich „brauchbare“ leere Hüllen ohne seelisches Eigenleben sehen. Was diese empfinden, wird gar nicht wahrgenommen oder „tut nichts zur Sache“. Was zählt, ist allein die „Funktion“ der Mädchen im Zusammenhang mit den Bedürfnissen der älteren Männer. Vanessa verwendet drastische Bilder, um die Persönlichkeit ihres „Liebhabers“ zu charakterisieren.

„Schriftsteller gewinnen nicht immer bei näherem Kennenlernen. Man würde ihnen Unrecht tun, wenn man glaubte, sie seien wie alle Welt. Sie sind viel schlimmer. Sie sind Vampire.“

Auch über seine Affäre mit Vanessa hat Matzneff ja später ein Buch sowie Tagebücher geschrieben, die zwischen ihrem 16. und 25. Lebensjahr erschienen.

„Wenn man mit einer solchen Brutalität vom Bild des Anderen Besitz ergreift, dann bedeutet das nichts anderes, als dass man ihm seine Seele raubt“,

schreibt sie.

„Meine gesamte Lebensenergie ist aus meinem Körper gewichen und wurde von der Tinte dieses abscheulichen Buches aufgesaugt.“

Die psychischen Spätfolgen: Panikattacken und Schuldgefühle

Etwa zwei Jahre nach Beginn dieser „Beziehung“, als sie 16 war, schaffte Vanessa Springora den Absprung. Zu Ende war ihre Geschichte deshalb jedoch noch lange nicht. Es gab Tage, an denen sich Vanessa wünschte, „für immer von der Erde zu verschwinden“. Als Spätfolge des Missbrauchs hatte sie häufig unter Panikattacken zu leiden. Sie entwickelte zudem extreme Essstörungen.

„Ich war im Begriff, mich zu verflüchtigen, mich in Luft aufzulösen, zu verschwinden. Ein grauenhaftes Gefühl, als würde ich dem Reich der Lebenden entrissen, aber in Zeitlupe.“

Diese psychische Erkrankung interpretiert sie als Neigung zur Selbstzerstörung. „Warum hatte ich einen solchen Berg von Schuldgefühlen in mir angehäuft, dass ich jetzt glaubte, ich würde die ‚Todesstrafe‘ verdienen?“ Ein Arzt sagt zu ihr: „Sie haben gerade eine psychotische Episode mit einer Phase der Depersonalisation erlebt.“

Es gehört zu den Verdiensten dieses mutigen Buches, dass es die psychischen Folgen sexueller Kontakte zwischen minderjährigen Mädchen und wesentlich älteren Männern drastisch deutlich macht.

Häufig werden die damit verbundenen Langzeittraumatisierungen nicht mit der gebotenen Schärfe gesehen, was auch das Umfeld der Betroffenen zu einer Haltung der Duldung und Bagatellisierung verführt. Wenn keine physische Gewalt stattgefunden hat, wenn das Mädchen „es wollte“ und auch immer wieder zu ihrem wesentlich älteren „Liebeslehrer“ zurückkehrte, sehen viele kein Problem.

Die psychischen Langzeitfolgen solcher Affären sprechen jedoch eine andere Sprache.

Notwendige „Froschperspektive“

Geschichten, wie sie Vanessa Springora erzählt, erhielten in jüngster Zeit viel zusätzliche Aufmerksamkeit durch die Enthüllungen rund um den Investor und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dessen „Assistentin“ Ghislaine Maxwell. Oft dreht sich die Presseberichterstattung über den Skandal aber überwiegend um mögliche Täter und Mitwisser. Dieser oder jene Prominente habe im E-Mail-Kontakt zu Epstein gestanden und seien verdächtig, selbst in den organisierten Missbrauch von Kindern und sehr jungen Frauen verwickelt gewesen zu sein. In den Hintergrund gerät dabei das Schicksal der Opfer, über deren Gefühle und schwere Traumatisierungen die Berichterstattung meist hinweggleitet.

Speziell bei der Lektüre von Virginia Roberts Giuffres Buch Nobody’s Girl. Meine Geschichte von Missbrauch und dem Kampf um Gerechtigkeit zeigt sich jedoch drastisch, mit welcher Art und welchem Ausmaß von Verbrechen wir es hier zu tun haben. Es ist nötig, diese „Froschperspektive“ eines schwer misshandelten Mädchens genauer zu betrachten, um dann im zweiten Schritt das „große Ganze“ und auch die politischen Implikationen des Falles Epstein besser in den Blick nehmen zu können.

Virginia Giuffre, geborene Roberts, wurde vor allem durch ein Foto mit dem britischen Prinzen Andrew bekannt, an den sie von Epstein „verliehen“ worden war. In einem Akt großer Selbstüberwindung führte Giuffre mehrere nervenaufreibende Prozesse und wurde so zu einer der meistbeachteten Anklägerinnen und Zeuginnen im Fall Epstein.

Ein „Riecher“ für Mädchen mit angeknackster Psyche

Virginia Giuffres Autobiografie leistet gerade in den Anfangskapiteln einen wertvollen Beitrag dazu, wie ein Mensch dazu gebracht werden kann, eine jahrelange entwürdigende Existenz als „Sexsklavin“ hinzunehmen. Und dies, ohne durchgehend in physischer Gefangenschaft gewesen zu sein, wie es etwa das Entführungsopfer Natascha Kampusch in ihrem Buch „3096 Tage“ beschreibt. Es beginnt damit, dass sich Täter mit Vorliebe einen bestimmten Typ Mädchen für ihre „Zwecke“ aussuchen. Ghislaine Maxwell, die enge Vertraute und Komplizin von Jeffrey Epstein, hatte dafür einen „Riecher“. Eines Tages sprach sie Virginia auf der Straße an, um ihr das Angebot zu unterbreiten, bei einem reichen älteren Herrn eine Massageausbildung zu absolvieren.

Giuffre hat bei späteren Recherchen herausgefunden,

dass Menschen, die in der Kindheit Opfer von Missbrauch wurden, mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als Erwachsene erneut Missbrauch erleben.“

Das Risiko sei „15-mal größer“. Virginia war als junges Mädchen von zwei Jungen, 17 und 18 Jahre alt, auf dem Rücksitz eines Autos vergewaltigt worden, während sie ohnmächtig war. Noch schwerer wiegt aber die Vergewaltigung durch ihren Vater in jungen Jahren.

„An diesem Abend berührte mich mein Vater in meinem Zimmer auf eine Weise, wie mich nie zuvor jemand angefasst hatte. Er erzählte mir, ich sei sein geliebtes kleines Mädchen, sein Liebling, und er zeige mir auf diese Weise, dass er mich ‚ganz besonders lieb‘ habe. (…) Bald darauf fragte er mich, ob ich gerne seine Genitalien berühren würde. Ich wollte es nicht — aber er schon. Und er war mein Vater, also tat sich es.“

Virginias Vater und einer seiner Freunde vereinbarten sogar, ihre Töchter zu tauschen.

„Jenna kann bei uns schlafen und Sheila hier.“

Ihre Mutter schwieg zum Missbrauch an ihrer Tochter. Sie wurde zu einer duldenden Mittäterin.

Duldungsstarre als Überlebensmodus

Virginia lernte Epstein und Maxwell in einem schon deutlich „angeknacksten“ Seelenzustand sowie in einer sozial prekären Situation kennen. Beide führten Virginia schrittweise an die dann folgende Vergewaltigung heran. Sie wurde zunächst in eine luxuriöse Villa eingeladen, wo sie ihren künftigen „Ausbilder“ kennenlernen sollte. Zu ihrer Überraschung lag dieser zur Begrüßung nackt und bäuchlings auf einer Liege.

„Erst später wurde mir die Routiniertheit bewusst, mit der die beiden meine Abwehrmechanismen Schritt für Schritt abbauten. Immer, wenn ich ein leichtes Unbehagen verspürte, sagte mir mein Blick auf Maxwell, dass ich überreagierte.“

Irgendwann, nachdem Giuffre Epsteins Rücken massiert hatte, drehte dieser sich um und begann, sich selbst sexuell zu stimulieren. „Das stört dich doch nicht, oder?“ sagte er. In diesem Moment hätte sie vielleicht noch fliehen können. Doch sie verfiel in eine Art Starre.

„In diesem Augenblick zerbrach etwas in mir. (…) Eine vertraute Leere überkam mich (…) Mein Körper konnte diesem Raum nicht entkommen, aber mein Geist hielt es dort nicht aus. Also versetzte er mich in eine Art Autopilot-Modus: unterwürfig und nur darauf konzentriert, zu überleben.“

In weiteren Schritten wurde Virginia dahin gebracht, den Geschlechtsverkehr mit Epstein zu vollziehen — ohne rohe Gewalt, jedoch mit einer Mischung aus Überredung, Überrumpelung und autoritärem Gehabe. Später vermag sie ihre damalige Psychodynamik hellsichtig zu analysieren. Eine große Rolle spielte dabei ihre biografische Prägung:

„Wenn ein Kind von einem geliebten Menschen missbraucht wird — so wie ich von meinem Vater —, dann gelangt es zu der Überzeugung, dass Liebe und Schmerz, Liebe und Vertrauensbruch, Liebe und Grenzverletzung zusammengehören. Ich wusste nicht, dass Missbrauchsopfer Warnsignale nicht richtig erkennen können, weil sie verletzendem Verhalten gegenüber abgestumpft sind. Ich wusste nicht, dass eine häufige Bewältigungsstrategie bei sexuellem Missbrauch darin besteht, sich loszulösen von dem, was gerade geschieht, sich ‚aufzuspalten‘ in einen gefügigen Körper und einen abgeschotteten Geist.“

„Selbst schuld“?

Eine wichtige Frage, die sich für Leser in dieser Phase der Missbrauchsgeschichte stellt, ist: Warum ist Virginia Giuffre nach dieser ersten schlimmen Erfahrung und obwohl man sie nicht in Epsteins Anwesen festgehalten hat, „wieder hingegangen“ — mehrfach und sogar über Jahre? Ist sie insofern nicht an allem, was mit ihr geschehen ist, „selbst schuld“? Giuffre verneint dies:

„Diese Haltung missachtet zutiefst, was so viele von uns schon durchgemacht haben, bevor wir Epstein trafen, und wie gut er darin war, Mädchen zu erkennen, deren Wunden sie angreifbar machten. Mehrere von uns waren als Kinder sexuell belästigt und vergewaltigt worden; viele von uns waren arm oder sogar obdachlos.“

Überdies drohte Epstein mit Gewalt gegen Virginias Familie, sollte sie je erzählen, was in diesem Haus vorgeht. „Wir wissen, auf welche Schule dein Bruder geht.“ Außerdem bekam das Mädchen für ihre „Dienste“ ja auch mehr Geld, als sie je zuvor in ihrem Leben verdient hatte. Ab einem bestimmten Punkt wurde es für sie zu „einem Job“, und Menschen gewöhnen sich an vieles. Schließlich wurde Virginia an Freunde und Geschäftspartner Epsteins weiter „verliehen“. In das Milieu der Reichen, Schönen und Berühmten integriert zu werden und sich ständig in einem luxuriösen Ambiente aufzuhalten, besaß für sie eine nicht zu unterschätzende Verführungskraft.

Eine für das Mädchen „schmeichelhafte“ Begegnung mit dem britischen Prinzen Andrew nahm — wie bei vielen ihrer Begegnungen mit Stars und politischen Würdenträgern eine schlimme Wendung.

„Auf dem Rückweg eröffnete mir Maxwell: ‚Zu Hause machst du für ihn dasselbe wie für Jeffrey.‘ Ich wusste, Widerspruch war zwecklos.“

Natascha Kampusch und das „Stockholm-Syndrom“

Um Virginia Giuffres Beziehung zu Epstein und Maxwell zu verstehen, liegt auch der populär gewordene Begriff „Stockholm-Syndrom“ nahe.

„Einige andere Opfer haben davon berichtet, dass sie am Stockholm-Syndrom litten, bei dem Opfer als Überlebensstrategie positive Gefühle für den Täter entwickeln. Heute erkenne ich, dass es bei mir genauso war.“

Schon Natascha Kampusch, die 1998 von dem Einzeltäter Wolfgang Priklopil entführt und über acht Jahre in seinem Keller gefangen gehalten wurde, beschreibt ihre Gefühle und Reaktionen in den ersten Stunden nach ihrer Gefangennahme sehr eindrucksvoll:

„Ein Ruck ging durch meine Welt, die Realität verschob sich ein kleines Stück. (…) Als Erwachsener weiß man, dass man ein Stück von sich selbst verliert, wenn man Gegebenheiten erdulden muss, die bis zu ihrem Eintreten völlig außerhalb des eigenen Vorstellungsvermögens waren. Der Boden, auf dem die eigene Persönlichkeit steht, bekommt einen Riss. Und doch ist die einzig richtige Reaktion, sich anzupassen, denn sie sichert das Überleben.“

Natascha Kampusch jedenfalls schuf sich einen „Kokon der Normalität“ als Überlebensstrategie. Langes Stillhalten jedoch, so verständlich es menschlich auch ist, birgt die Gefahr der Gewöhnung. Die andauernde Anpassung an den Täter deformiert das Bewusstsein des Opfers schleichend, bis hin zur Verinnerlichung von dessen Rechtfertigungsnarrativen.

„Ich steckte bereits so tief in der Gefangenschaft, dass die Gefangenschaft längst in mir steckte“,

schreibt Kampusch hellsichtig.

Sadismus als tiefer liegende Motivation

Schuldgefühle und Scham sind gerade bei Opfern sexueller Übergriffe zusätzliche Belastungen — Gefühle, die unbeteiligte Beobachter als „unnötige“ Selbstherabsetzung ansehen mögen, die aber nichtsdestotrotz psychische Realität sind. Die Erinnerung daran, was man alles mit sich machen ließ, ist quälend. Speziell dann, wenn die Opfer aufgrund von Stimulation sexuelle Reaktionen zeigen, ist dies mit Scham verbunden und stellt eine scheinbare Entlastung für die Täter dar.

Virginia Giuffre berichtet in ihrem Buch weiter von einer zunehmend sadistischen Komponente in Epsteins Sexualverhalten. Sie schreibt:

„Er interessierte sich neuerdings für Sadomasochismus — und zwar gänzlich ungeniert. (…) Er hatte damit angefangen, mit Peitschen, Fesseln und anderen Folterexperimenten zu experimentieren.“

Ein Kunde, an den Epstein Giuffre „ausgeliehen“ hatte, sei „nicht an Zärtlichkeiten interessiert“ gewesen.

„Mehrfach würgte er mich, bis ich das Bewusstsein verlor. Er hatte Freude daran, mich in Todesangst zu sehen.“

Die Identität dieses Mannes, den sie den „Premierminister“ nennt, hat Virginia Giuffre bis zum Schluss im Dunkeln gelassen — aus Angst vor seiner Macht, die offenbar größer war als jene Epsteins oder Prinz Andrews.

Der Psychodynamik der Opfer steht jene der Täter gegenüber, die nicht ausschließlich mit sexueller Triebbefriedigung zu tun hat. Macht scheint vielfach die tieferliegende Motivation zu sein, der Vollzug von Sexualität nur deren vordergründige Ausdrucksform.

Speziell bei Epstein und Priklopil, mit Abstrichen auch bei Matzneff, scheint eine Komponente von Sadismus am Werk gewesen zu sein. Erich Fromm definiert diesen als

„das Bestreben, einen anderen Menschen völlig in die Gewalt zu bekommen, ihn zu einem hilflosen Gegenstand des eigenen Willens zu machen, zum absoluten Herrscher über ihn, zu seinem Gott zu werden und mit ihm machen zu können, was einem gefällt.“

Sind Frauen das unschuldige Geschlecht?

Im Rahmen der brutalen Machtausübung durch die Männer haben Frauen oder Mädchen nur einen begrenzten Spielraum. Ihre Macht besteht in ihrer Wirkung auf Männer in einer Begegnung, zu der sie von diesen erzwungen wurden. So gibt Vanessa Springora zu Protokoll:

„Mal fühle ich mich wie berauscht, all diese Macht! Es ist so leicht, einen Mann glücklich zu machen. (…) Ich rufe mir in Erinnerung, dass es meine Mission hier auf Erden ist, Männern Lust zu verschaffen.“

Die Schlussfolgerung, nur Männer seien zu bösem und krankem Verhalten fähig, verbietet sich angesichts der „assistierenden“ Funktion, die einige Frauen bei den in diesem Artikel dargestellten Verbrechen innehatten. So hat Springoras Mutter die Beziehung Vanessas zu „G.“ offenbar aufgrund einer Art von Eitelkeit geduldet, quasi zur Schwiegermutter eines Prominenten avanciert zu sein.

Mütter schicken ihre Töchter vor

Bei Ghislaine Maxwell liegt eine noch subtilere Psychodynamik vor. Virginia Giuffre sieht ihr „Besitzerpaar“ als eine Einheit an.

„Mit der Zeit sah ich in Epstein und Maxwell weniger ein Paar als vielmehr zwei Hälften eines bösen Ganzen.“

Maxwell, die seit 2022 in Haft ist, verkörpert psychologisch eine Art „mütterliche“ Funktion in der Beziehung: Sie duldet den Missbrauch durch den Mann an dem Mädchen und unterstützt ihn insgeheim. Einmal fragte Guiffre ihre Peinigerin sogar ganz offen nach deren eigenen Gefühlen:

„Irgendwann fragte ich sie, warum es sie nicht störte, dass er mit so vielen anderen Sex haben wollte. Sie antwortete, es sei eine Erleichterung. Sein Sexhunger sei so riesig, dass eine einzelne Person ihn nie stillen könnte.“

Dies entspricht einer, unter anderem bei „Familienaufstellungen“ nach Bert Hellinger, aufgedeckten Dynamik. Einige Ehefrauen liefern ihre Töchter aus, um vom ungeliebten sexuellen „Dienst“ an ihren Männern entlastet zu werden.

Die Gesellschaft schaut weg

Neben der Mitschuld der Mutterfiguren an diesem Geschehen ist auch jenes der größeren Gemeinschaft zu sehen. Virginia Giuffre berichtet von einer erschütternden Szene:. Sie hatte sich im größeren Familienkreis dazu durchgerungen, offen darüber zu sprechen, dass ihr Vater sie seit Jahren missbrauchte. Wie reagierten die Anwesenden, darunter Onkel und Tante?

„Ich würde nur zu gerne berichten, dass sie alle aufstanden und einen Schutzwall um mich herum bildeten. Aber sie rührten sich nicht. Nach einer stillen Schrecksekunde packte mich mein Vater mit einer Hand an der Kehle und schlug mir mit der anderen ins Gesicht. (…) Am nächsten Morgen wachte ich mit dem Gefühl auf, dass sich ja jetzt, da ich den Missbrauch durch meinen Vater endlich lautstark offenbart hatte, etwas ändern müsse. Vielleicht würde ja wenigstens irgendjemand anerkennen, was ich durchgemacht hatte. Stattdessen tat die gesamte Großfamilie bis zu unserer Rückfahrt nach Florida so, als wäre nichts geschehen.“

Dieser Vorgang kann geradezu symbolisch für das komplizenhafte Schweigen der Mehrheitsgesellschaft zum Missbrauchsgeschehen stehen. Der Film Das Fest von Thomas Vinterberg stellt einen vergleichbaren Vorgang kollektiver Verdrängung in künstlerisch hochwertiger Form dar.

Übermenschenfantasien der „Eliten“

Höchst interessant sind beide Fallgeschichten auch mit Blick auf das überhöhte Selbstbild der sogenannten Eliten.

Vanessa Springora sieht sich auch als Opfer der übermäßigen Ehrfurcht eines „gebildeten“ Umfelds vor Prominenz, Intellekt und Künstlertum.

„Aber was ist schon das Leben einer anonymen Heranwachsenden wert im Vergleich zum literarischen Werk eines höheren Wesens?“,

schreibt sie an einer Stelle.

Einmal weinte sich Vanessa bei einem Mann namens Emil aus, einem älteren Bekannten von Gabriel Matzneff, dem sie vertraute. Dieser war ihr aber keine Hilfe. Er sagte:

„G. ist ein Künstler, ein sehr großer Schriftsteller (…). Sie lieben ihn, dann müssen Sie seine Persönlichkeit akzeptieren. G. wird sich niemals ändern. Er hat Ihnen eine ungeheure Ehre erwiesen, indem er Sie auserwählt hat. Ihre Aufgabe ist es, ihn auf seinem schöpferischen Weg zu begleiten, und auch, sich seinen Launen zu beugen.“

Sie bemängelt eine Doppelmoral, die darin besteht, gegenüber Angehörigen einer „Elite“ — zum Beispiel Schriftstellern, Filmemachern oder Malern — nachsichtiger zu sein als gegenüber Tätern aus „normalen“ Milieus.

„Offensichtlich gehört der Künstler einer besonderen Kaste an, er gilt als ein Wesen, das über uns steht und das wir mit Allmachtsbefugnissen ausstatten, ohne eine andere Gegenleistung dafür zu erwarten als die Produktion eines originellen und subversiven Werkes.“

Jenseits von Gut und Böse

Als Steigerung dieser professionellen Arroganz legte Jeffrey Epstein offenbar geradezu eine Übermenschen-Attitüde an den Tag. Sie erinnert an Dostojewskis Helden Rodion Raskolnikow, der in „Schuld und Sühne“ eine ihm fremde Frau ermordet — einfach, weil er sich für den Vertreter eines überlegenen Menschenschlags ansieht, für den übliche moralische Maßstäbe nicht zu gelten haben.

„Alles, was mir in Epsteins Welt zugestoßen war, hatte nur bestätigt, dass gewisse privilegierte Menschen in einem Grenzbereich außerhalb des Gesetzes stehen, ganz gleich, wie niederträchtig sie sich verhalten.“

Vielleicht erklärt dies einiges, was uns am Verhalten der Macht-, Kultur- und Wirtschaftseliten immer wieder abstößt. Der Vorwurf, dass manche von ihnen buchstäblich über Leichen gehen, ist nicht übertrieben.

Eine unserer Protagonistinnen hat ihre Missbrauchserfahrungen nämlich leider nicht überlebt. Virginia Giuffre beschreibt am Ende ihres Buches die Langzeitfolgen ihrer Traumatisierung, die ihr Leben auch nach der Befreiung von Epstein und der Gründung einer Familie mit ihrem Ehemann Robert nachhaltig überschatteten.

Das Trauma, das im Schatten lauert

Sie beschreibt, dass sie immer wieder, wie aus dem Hinterhalt, von Flashbacks und Anflügen schwarzer Depression überfallen wurde.

„Doch Überlebende wie ich wissen nur zu gut, dass es immer noch da ist und im Schatten lauert. Egal, wie viele Jahre vergangen sind oder wie viele Therapeuten man konsultiert hat, es kann plötzlich und unerwartet wieder auftauchen, wie aus dem Nichts.“

Auf einen kurzen, jedoch erschütternden Nenner hat Herbert Grönemeyer diese Dynamik in seinem Lied „Sie“ gebracht, das von einem Missbrauchsopfer erzählt:

„Sie hat lange verzweifelt gewartet.
Die Jahre zeigen kein Erbarmen.
Das heilt keine Zeit“.

Wie im Fall Jeffrey Epstein gibt es auch zum Tod von Virginia Giuffre „Verschwörungserzählungen“, wonach es sich um Mord, nicht um Selbstmord gehandelt haben soll. Ob sie jedoch von mächtigen Menschen um die Ecke gebracht wurde, die sich vor ihren Enthüllungen fürchteten, oder ob sie tatsächlich den zermürbenden Langzeitfolgen ihres Traumas erlegen ist — klar bleibt in beiden Fällen, dass es einen oder mehrere Schuldige an ihrem Tod gab.

Eine gründliche Aufarbeitung des Geschehens und mehr Achtsamkeit seitens der Gesamtgesellschaft sind notwendig, um diesen umfassenden Komplex verbrecherischen Missbrauchs zumindest zu begrenzen. Sonst werden auch in Zukunft immer wieder neue, unbedarfte Mädchen und auch Jungen solche Schicksale erleiden.

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Roland Rottenfußer, Jahrgang 1963, war nach dem Germanistikstudium als Buchlektor und Journalist für verschiedene Verlage tätig. Von 2001 bis 2005 war er Redakteur beim spirituellen Magazin connection, später für den Zeitpunkt. Er arbeitete als Lektor, Buch-Werbetexter und Autorenscout für den Goldmann Verlag. Seit 2006 ist er Chefredakteur von Hinter den Schlagzeilen. Von 2020 bis 2023 war er Chefredakteur vom Rubikon, seit April 2023 ist er Mitherausgeber und Chefredakteur von Manova.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 21. Februar 2026 auf manova.news.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Rückblick auf unerkennbaren Mann mit Kind stehend im Aufzug, Entführung Kinder Konzept.
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Im Osten geht die Sonne auf – im Westen geht sie unter

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Der Satz klingt wie eine geografische Binsenweisheit. Doch er beschreibt zunehmend mehr als nur den Lauf der Sonne.

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