COMPACT-Geschenkaktion zum Wochenende: Wer jetzt ein Jahresabo abschließt, spart nicht nur bei jedem Einzelheft deutlich, sondern erhält die aktuelle Ausgabe zum israelischen Atomprogramm gratis dazu. Ein Heft, das nicht nur alle Hintergrundinformationen zum Nahost-Konflikt liefert, sondern auch elementares Grundwissen vermittelt, um die Gefahr der gesamten Situation richtig einordnen zu können. Außerdem: Neben dem Gratis-Sonderheft können [...]
Der Beitrag Eine Ausgabe gratis: COMPACT-Geschenkaktion! erschien zuerst auf COMPACT.
In diesem Beitrag ist ein Kapitel aus dem Buch „Kriegstüchtig – Deutschlands Mobilmachung an der Heimatfront“ von Marcus Klöckner veröffentlicht worden. Es ist das Kapitel, in dem er sich Gedanken über den Begriff Fahnenflucht gemacht hat. Auch in der Politik sei der Begriff Fahnenflucht angekommen. Eine furchtbare Denkweise breite sich in Medien und Politik aus, die auch schon bei Corona sichtbar geworden sei, nämlich, dass der Mensch zum Verfügungsobjekt werde. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Leserbriefe hierzu. Es folgt nun eine Auswahl, für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.
1. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner
vielen Dank für diesen ausgezeichneten Artikel, der mich tief berührt hat und dem ich eigentlich nichts wesentliches mehr hinzufügen kann.
Natürlich wurden im Krieg im Auftrag der Politik immer wieder Fahnenflüchtige ermordet und natürlich ist Wehrpflicht ein eklatanter Verstoß gegen die Menschenwürde und natürlich weist diese Kriegstreiberei darauf hin, dass wir in einen Krieg hinein getrieben werden sollen, der uns als legitim eingeredet wird.
Gerade mit diesem Artikel wird für mich deutlich, wie wichtig die Nachdenkseiten für die Demokratie dieses Landes sind, das zunehmend mehr in illiberalen Totalitarismus abgleitet.
Fritz Gerhard
2. Leserbrief
Lieber Herr Klöckner,
ein hervorragender Beitrag, dem man wichtige Elemente hinzufügen kann.
Da gibt es sogar ein Mahnmal, ein Deserteursdenkmal in Wien, entworfen vom deutschen Künstler Olaf Nicolai. Es trägt eine wichtige Inschrift:
All & Alone, dies symbolisiert den Widerstand des einzelnen gegen die Masse.
So ein Mahnmal gibt es auch in Hamburg: es befindet sich am Dammtordamm. Entwurf vom Künstler Volker Lang
Was ist Fahnenflucht? Der Wunsch, dem eigenen Tod oder der Verstümmellung zu entgehen und die Verweigerung, Menschen zu töten, die einem nichts getan haben.
Die den Krieg befehlen oder anzetteln, Millionen Menschenleben auf dem Gewissen haben, sind Resistent gegen Bestrafung. Die nicht morden wollen werden bestraft.
Da gab es einen Bericht in den Medien in Belgien am 9 April dass die Superreichen aus den Emiraten auf der Flucht sind, sich in sichere Orte ins Ausland begeben. Ist das nicht auch eine Art Fahnenflucht, unbestraft natürlich?
Die Kinder von Ministern und Parlamentariern, gehen die an die Front?
Werden da in Kriegskonflikten die Zahlen der eigenen Gefallenen, Vermissten und Verletzten nicht mit viel Energie geheim gehalten oder stark untertrieben?
Wenn die wirklichen Zahlen bekannt würden, gäbe es keine Front mehr.
Wie ergeht es den heimgekehrten Kriegsveteranen, viele schwerstbehindert, gibt es da einen Dank des Vaterlands, außer einem Orden?
Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens
3. Leserbrief
Guten Tag Herr Klöckner und die NDS,
(…) von Berthold Brecht wissen wir: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“. Und jetzt kreißt der Schoß doch ganz furchterregend! (…) Jedenfalls fühlt man sich irgendwie in die Vorkriegszeit von WK-II versetzt. (…)Das eigene Lieblingssprichwort ist übrigens ein altes chinesisches: „Aus edlem Stahl macht man keine Nägel. Ein guter Mensch wird nie Soldat.“
Mit schönen Grüßen
W. W.
Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten
Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.
Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:
Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.
Marcus Klöckner weist hier darauf hin, dass die Bilderberg-Konferenz dieses Jahr bereits im April stattfinde. Das gehe aus einer Pressemitteilung der NATO hervor, die die Teilnahme des Generalsekretärs mitteilt. Auf der Webseite des Elitenzirkels seien derzeit noch keine Angaben zur Konferenz 2026 zu finden. Demokratie lebe jedoch von Transparenz. Wenn sich für mehrere Tage „in Amt und Würde stehende Politiker mit Wirtschaftskapitänen unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ treffen, dann habe die Öffentlichkeit ein Recht, zu erfahren, was besprochen wurde. In diesem Kommentar thematisiert Marcus Klöckner die kürzlich stattgefundene Bilderberg-Konferenz. Was die rund 130 Teilnehmer im Kreise hochrangiger Militärs, Ministerpräsidenten, Wirtschaftskapitänen und Medienvertretern vorgetragen haben, sei unbekannt. Denn: „Über dieses Ereignis von journalistischer Relevanz haben deutsche Medien geschlossen nicht berichtet“. Durch ihr Wegschauen würden Journalisten ein Stück elitäre Machtpolitik verdecken. Das sei aus journalistischer Sicht untragbar. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Von unseren Leserinnen und Lesern haben wir dazu interessante E-Mails bekommen. Dafür bedanken wir uns. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.
Zu „Bilderberg-Treffen 2026 beginnt – NATO gibt Teilnahme von Mark Rutte bekannt“
1. Leserbrief
Sehr geehrte Nachdenkseiten,
der Artikel von Marcus Klöckner zeigt eigentlich unmißverständlich, wo die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen werden. Ich kenne das aus dem Hochschulbereich, wo genau so im kleinen Kreis entschieden wird und Vertreter der eigentlichen Gremien zur Not vor die Tür geschickt werden!
Erzähle mir mal jemand, was das alles noch mit Demokratie zu tun hat!
Freundliche Grüße, und weiter so, Wolfgang Blendinger.
1. Leserbrief
Hallo Herr Klöckner,
was Bildzeitung & Co. nicht berichten, interessiert mich nicht, weil mir das Schmierblatt nicht ins Haus kommt.
Was ARD, ZDF & Co. nicht berichten, interessiert mich schon, weil ich die Blödeleien zwangsfinanziere – diese ‘öffentlich-rechtliche’ Arbeitsverweigerung und Volksverdummung ist eine gesamtgesellschaftliche Katastrophe.
Es kann doch nicht sein, daß man dieser gesetzlich legitimierten Wegelagerei in einem Rechtsstaat nicht endlich mal wirksam beikommt und denen die Zähne zieht.
Gruss,
Paul Sonne
2. Leserbrief
Hallo,
“Darf die deutsche Öffentlichkeit von einem milliardenschweren öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwarten, dass er sie über die machtelitäre Zusammenkunft informiert?“
Ja! Denn dafür ist er eigentlich da !
Aber: Die öffentlich rechtlichen sind mittlerweile dazu da um uns zu uninformieren….
und dann zu uniformieren…
Und deshalb: Verweigern und zwar doppelt !
Nein zur Wehrpflicht und nein zur Beitragspflicht.
Punkt !
Denn wir sind doch der Souverän !
Grüße
T. Rath
3. Leserbrief
Lieber Herr Klöckner,
wir wissen nicht, was auf der Bilderberg-Konferenz besprochen wird.
Was wir aber sagen und wissen können ist, worüber sie mit sicherheit nicht sprechen auf dieser Konferenz.
Die Menschen die sich auf dieser Konferenz versammeln kommen aus einem anderen Universum als der Durchschnittsbürger:
Beruflich, sozial und in Freizeit bewegen sie sich völlig isoliert von der Realität in der die einfache Bevölkerung lebt.
Das bedeutet ganz einfach dass die Lebenswelt eines einfachen Arbeiters ein Buch mit 7 Siegeln für sie ist. Wie kann man Armut in der Welt bekämpfen wenn einem dazu jede Einsicht fehlt?
Thema Umwelt und Klima ? Es ist kein Geheimnis dass die Gutbetuchten den größten ökologischen Fußabdruck haben, also auch da wohl keine Wunder zu erwarten.
Krieg? Da es da nur um Macht und um andere Belange als die der Bürger geht …
Wird da geredet über Maßnahmen die dazu geeignet sind die Macht, Reichtum und Privilegien der Teilnehmer zu begrenzen oder zu mindern ? Mit Sicherheit nicht.
Da wird gesagt die Geheimhaltung diene dazu dass die Teilnehmer völlig ungehemmt und frei sagen können was sie denken und sich darüber austauschen können. Möglicherweise geben sie also während der Konferenz ihre manipulative und irreführende Sprache die wir täglich erleben kurzzeitig auf.
Das bedeutet dass ihre Kommunikationen außerhalb der Konferenz reine Schauspielerei sind mit einem bestimmten Zweck natürlich.
Die journalistische Arbeitsverweigerung ist ja nicht weiter verwunderlich, da die Medien ein wichtiges Instrument vom Machtapparat sind, die Eigentümer der Medienkonglomerate sind den Konferenzteilnehmern nahe Verwandtschaft.
Die Konferenz dient ja auch der Stärkung der transatlantischen Freundschaft.
Wie wir täglich in den Nachrichten erleben können hat man in Europa nicht gerade eine glückliche Hand in der Wahl seiner Freunde.
Letztendlich bleibt nur der Spruch: wer nichts zu verbergen hat …
Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens
Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten
Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.
Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:
Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.
Die EU-Staaten wiegen sich in trügerischer Sicherheit. In Brüssel herrscht der Glaube vor, das Hinauszögern des Ukraine-Krieges schütze vor Moskau – tatsächlich wächst die Gefahr eines Flächenbrandes auf dem gesamten Kontinent mit jedem Tag der Fortsetzung. Zeitgleich bereitet Donald Trump hinter den Kulissen die sicherheitspolitische Demontage vor: US-Abzug aus Deutschland, die NATO als reines Geschäftsmodell und ein mögliches Separatabkommen mit Russland über die Köpfe der EU-Partner hinweg. Die westlichen Hauptstädte steuern mit Ansage in eine strategische Falle, die das Ende des friedlichen Zusammenlebens in Europa bedeuten könnte. Ein Beitrag von Gábor Stier, aus dem Ungarischen übersetzt von Éva Péli.
Bevor wir zur Analyse von Gábor Stier kommen, verdeutlicht eine aktuelle Meldung des russischen Verteidigungsministeriums die Brisanz der Lage: Moskau hat eine Liste europäischer Produktionsstandorte für ukrainische Drohnen veröffentlicht – darunter Ziele in Deutschland, den baltischen Staaten und Tschechien. Verbunden mit dem Hinweis auf strategische Waffensysteme wie die RS-24 „Jars“ wird deutlich: Die von Stier beschriebene „strategische Falle“ ist nicht mehr nur Theorie, sondern erreicht die Ebene konkreter militärischer Zielplanungen.
Quellen:
In der Europäischen Union (EU) herrscht die verbreitete Ansicht, dass gegenüber einem potenziellen russischen Angriff gerade das Hinauszögern des Krieges in der Ukraine Sicherheit garantiere. Doch die reale Gefahr eines Konflikts zwischen Russland und dem Rest Europas wächst gerade dann, wenn dieser Krieg weitergeht. Abgesehen davon könnte es den europäischen Mainstream zum Nachdenken anregen, dass Donald Trump den Abzug der USA-Truppen aus Deutschland erwägt. Mehr noch: Es steht im Raum, dass er die NATO auf eine rein geschäftliche Basis stellt und bezüglich der Ostflanke sogar ein Separatabkommen mit Russland schließen könnte.
Heutzutage ist die EU beziehungsweise die sogenannte „Koalition der Willigen“ Kiews wichtigste Stütze und engster Verbündeter. Sie stellt das Geld bereit, das für das Funktionieren des Staates sowie für die Fortführung des Krieges notwendig ist; zudem ist sie Kiews industrielle Basis und tritt auf dem diplomatischen Parkett als dessen Schutzanwälte auf. Im Gegenzug dient die Ukraine als eine Art östliches Bollwerk im Krieg und hält so Russland unter Druck – jenes Russland, dem der europäische Mainstream unterstellt, es könne in einigen Jahren einzelne NATO-Staaten angreifen.
Eskalation als vermeintliches Sicherheitskonzept
Gleichzeitig provoziert dieses Brüsseler Europa Moskau unentwegt, und das nicht nur mit militanter Rhetorik: In letzter Zeit führt man immer häufiger diverse Angriffe gegen Russland aus. Man setzt Schiffe der „Schattenflotte“ fest, liefert den ukrainischen Streitkräften Aufklärungskoordinaten, damit diese mit ihren Langstreckenraketen Ziele tief im russischen Hinterland angreifen können. Drohnen fliegen unter Nutzung des Luftraums der baltischen Staaten gegen die Häfen der Region Leningrad, während man parallel dazu immer neue Sanktionen verhängt. Und als wäre das noch nicht genug, wirft die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas dem US-Außenminister Marco Rubio vor, dass Washington viel zu weich mit Moskau umgehe.
Parallel dazu wächst in den europäischen Hauptstädten die Sorge, dass die Vereinigten Staaten ihre Verbündeten im Stich lassen und ein Separatabkommen mit Russland schließen könnten. Die europäischen Staaten fürchten, dass Donald Trump im Falle eines Angriffs den Schutz der NATO-Ostflanke verweigern könnte. Diese Ängste steigert der Angriff auf den Iran – ein sich hinziehender Krieg, infolgedessen die USA erwogen, die für die Ukraine vorgesehenen, überlebenswichtigen Ressourcen in den Nahen Osten umzuleiten.
In dieser Situation nervt es die Regierungen der EU-Staaten ebenso, dass Donald Trump immer ernsthafter den Abzug der US-Verbände aus Deutschland prüft – eine Möglichkeit, die er im Übrigen bereits seit seinem Amtsantritt untersucht. Die Sorgen der EU-Partner vergrößert zudem der Umstand, dass Trump angeblich eine radikale Umgestaltung der NATO plant. Den Nachrichten zufolge erwägt er die Einführung eines Systems nach dem Motto „Zahle, wenn du mitspielen willst“. Nach den geprüften Vorschlägen könnten jene NATO-Verbündeten, die ihre Militärausgaben nicht auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigern können, von wichtigen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen werden. Dies würde die Erweiterung des Bündnisses, gemeinsame Operationen und sogar die Aktivierung der kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 umfassen. Ein solcher Schritt hätte massive Auswirkungen auf die Einheit der Allianz und die Sicherheit Europas.
Angesichts all dessen erscheint es unverständlich, warum jenes Europa, das angeblich einen russischen Angriff fürchtet, Moskau gegenüber so martialisch auftritt und nicht nach Möglichkeiten für ein Abkommen zur Stärkung der Sicherheit sucht. Und es wirft erst recht schwerwiegende Fragen auf, warum man ausgerechnet in der Fortsetzung des Krieges eine Stärkung der Sicherheit sieht. Ganz zu schweigen von dem strategischen Fehler, dass viele – angeführt vom EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius – die gemeinsame EU-Armee auf das ukrainische Heer aufbauen würden. Man will die europäische Sicherheit also auf jene Ukraine gründen, die sich im Krieg mit Russland befindet.
Der Ausgangspunkt ist falsch. Moskau möchte schon allein wegen des – abgesehen von den nuklearen Fähigkeiten – für es ungünstigen Kräfteverhältnisses keine Konfrontation mit der NATO. Doch auch die NATO möchte dies vermeiden. Zu einem solchen Zusammenstoß könnte es nur kommen, wenn eine der Parteien einer existenziellen Bedrohung gegenübersteht. Der Kreml wäre also nur dann bereit, ein solches Risiko einzugehen, wenn die Politik der EU-Staaten eine existenzielle Bedrohung darstellt. Dies ist derzeit das einzige Szenario, in dem ein Krieg zwischen dem Rest Europas und Russland ausbrechen könnte. Wenn der Ukraine-Krieg endet, ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Bedrohung äußerst gering. Da Russland über das weltweit größte Nukleararsenal verfügt, werden die anderen europäischen Staaten einen Angriff auf Russland wohl kaum in Erwägung ziehen.
Die baltische Zündschnur und das Risiko des Kontrollverlusts
Doch solange sich der Ukraine-Krieg hinzieht, wächst das Risiko eines Zusammenstoßes. Wenn Moskau nämlich irgendwann zu der Ansicht gelangt, dass die europäischen Schritte Russlands militärische Mission in der Ukraine kritisch erschweren, dann kann es zum direkten Konflikt kommen. Unter diesem Gesichtspunkt muss man betrachten, wie die EU-Partner in letzter Zeit ihr Verhältnis zu Russland gestalten – was übrigens auch den Leuten um Trump nicht besonders gefällt. In den vergangenen Tagen ereigneten sich zahlreiche Vorfälle, von der Blockierung der Tanker der „Schattenflotte“ bis hin zu Angriffen auf baltische russische Häfen, die unter bestimmten Umständen das Szenario eines direkten Zusammenstoßes beschleunigen können.
Die baltischen Staaten bestreiten offiziell, dass ukrainische Drohnen ihr Territorium überfliegen, und schreiben deren Erscheinen in ihrem Luftraum der russischen elektronischen Kriegsführung zu, welche die Drohnen umleite. Den Umständen entsprechend verhält sich auch Moskau zurückhaltend; bis heute wurden keine objektiven Beweise dafür präsentiert, dass Drohnen aus den baltischen Staaten nach Russland fliegen. Das Thema wird derzeit eher in den russischen Medien und Online-Gruppen behandelt.
Ein Warnsignal ist jedoch die härter werdende Reaktion des offiziellen Moskaus – Außenamtssprecherin Maria Sacharowa warnte Estland, Lettland und Litauen, dass man reagieren werde, wenn ukrainische Drohnen Russland über deren Luftraum angreifen. Bezeichnend ist zudem, dass mehrere Publikationen eine klar erkennbare Deutungsstruktur aufweisen, die den baltischen Raum von einem feindlichen Randgebiet in die Kategorie eines militärischen Risikos und eines diplomatischen Hindernisses verschiebt.
Es wird erklärt, dass die baltischen Staaten den ukrainischen Operationen gegen Russland Raum geben, während Litauen als Akteur dargestellt wird, der die Annäherung zwischen Washington und Belarus behindert. Diese Art der Narrativbildung stellt die Region als einen der möglichen nächsten Krisenherde dar. Sollte Moskau entscheiden, diese Frage zu forcieren, könnte es die baltischen Staaten einer „Aggressionshandlung“ bezichtigen. Unter anderem in der Hoffnung, dass die EU-Staaten der Ukraine daraufhin Angriffe auf die Häfen der Region Leningrad vollständig untersagen. Ein solcher Vorstoß schüfe einen weiteren Vorwand für einen potenziellen Konflikt.
Strategische Sackgasse: Unterordnung oder Untergang
Man darf dabei auch nicht vergessen: Russlands wichtigste Abschreckung vor drastischen Schritten gegenüber dem Rest Europas war bisher das Risiko, dass die Vereinigten Staaten im Namen ihrer Verbündeten intervenieren. Dies wiederum beschwört die Gefahr der gegenseitigen Vernichtung herauf. Wenn die Supermacht jedoch am Spielfeldrand bleibt, ändern sich die Kräfteverhältnisse grundlegend. Russland verfügt über ein weit größeres Nuklearpotenzial als die europäischen Atommächte. Deshalb können Letztere Russland zwar bedeutende Schäden zufügen, es aber nicht vollständig vernichten, während Moskau in der Lage ist, den Rest Europas komplett auszulöschen.
Dies könnte Moskau im Extremfall ermutigen; die Schlüsselfrage ist jedoch, wie die US-Führung reagiert. Wenn Moskau glaubt, dass die US-Amerikaner nicht eingreifen, könnte es bei Wahrnehmung einer schweren Bedrohung einen direkten Konflikt mit den EU-Partnern initiieren. Daher darf man Trumps jüngste Äußerungen nicht einfach abtun, die als Hinweise darauf gedeutet werden können, dass die Zentrale in Washington ihre NATO-Verbündeten im Falle eines Krieges auf dem Kontinent nicht unterstützen wird – so wie diese die USA im Iran-Krieg nicht unterstützt haben. Natürlich kann dies von US-amerikanischer Seite Erpressung sein, mit dem Ziel, die EU hinter sich zu scharen. Doch man kann auch nicht völlig ausschließen, dass Trump selbst ein Interesse daran hat, den Europäern den Marsch zu blasen. Damit erinnert er sie an ihre totale sicherheitspolitische Abhängigkeit, ohne die sie lediglich „Papiertiger“ sind. Danach ruft er Putin an und „rettet die Situation“ – im Austausch für die vollständige Unterwerfung der EU-Staaten.
Selbst bei einer Eskalation der Spannungen könnte Moskau jedoch höchstens einen begrenzten militärischen Schlag oder eine Art hybride Aktion „unter falscher Flagge“ erwägen, in der Hoffnung, dass dies ausreicht, um eine Kurskorrektur der EU-Politik zu erzwingen. Ein solches Szenario wäre jedoch ebenfalls extrem gefährlich, da die Situation außer Kontrolle geraten kann. Schon allein deshalb, weil Kiew und der radikale Flügel der westlichen „Kriegspartei“ die EU-Länder seit Langem dazu ermuntern, keine Angst vor Russland zu haben, Direktschläge gegen das Land zu führen, seine Raketen und Drohnen abzuschießen und Truppen in die Ukraine zu entsenden. Früher wurden diese Äußerungen vom US-Außenministerium hart unterdrückt, da man das Risiko eines Krieges mit Russland nicht eingehen wollte. Jetzt könnte gerade die Befürchtung, dass die US-Amerikaner eventuell nicht eingreifen, zum abschreckenden Faktor gegenüber jedem unbesonnenen Handeln der EU werden.
Es ist daher ratsam, die Politik gegenüber den USA, Russland und dem Ukraine-Krieg neu zu überdenken – einschließlich der Bemühungen um ein schnelles Ende statt einer Verlängerung. Die wichtigste Garantie zur Verhinderung neuer Kriege und somit für die Sicherheit der Ukraine ist die strategische Normalisierung der Beziehungen zwischen den Europäern und Russland.
Ohne dies wird die Ukraine ein zerstörerisches Schlachtfeld bleiben, das jederzeit auf den Rest des Kontinents übergreifen kann. Mit der Niederlage von Viktor Orbán in Ungarn ist die Möglichkeit einer ausgewogenen Politik, die sowohl zu den USA als auch zu den Russen gute Beziehungen pflegt und damit den eigenen Handlungsspielraum sichert, in weite Ferne gerückt. Für die in der strategischen Sackgasse gelandete EU bleiben damit nur zwei realistisch erscheinende Optionen: Eine noch stärkere Unterordnung unter die US-amerikanische Führung oder ein Zusammenbruch vom Ausmaß des Jahres 1945 – und dieses Mal unumkehrbar.
(Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Wochenzeitung Demokrata.)
Titelbild: esfera/shutterstock.com
Ab 1964 wurde aus dem Festival „Chanson Folklore International” auf der Hunsrücker Burg Waldeck ein regelrechtes Labor für Friedenskünstler. Aber, obwohl Franz Josef Degenhardt und Dieter Süverkrüp dort die ersten und bedeutendsten westdeutschen Sänger gegen den Krieg nach dem Krieg waren: Als es vor 45 Jahren auf die ganz großen Bühnen in Bonn und Mutlangen ging, durften sie selten ans Mikrofon. Von Diether Dehm.
Grund war die „Kontaktsperre DKP”, die damals gegen Kommunisten so ähnlich funktionierte wie heute gegen AfD-Leute, die es ehrlich für Frieden mit Russland meinen. Die damalige Brandmauer wirkte vor 45 Jahren tief hinein in die Linke und die Ostermärsche, als wir grade begonnen hatten, für die Großkundgebung gegen NATO-Raketen am 10. Oktober 1981 im Bonner Hofgarten zu mobilisieren. Wir wussten noch nicht, dass diese Kundgebung der Durchbruch würde. Es kamen 350.000 Menschen. Weil seit 30 Jahren mobilisiert worden war – am geduldigsten von Kommunisten; aber auch, weil jetzt enorme Promi-Namen und Kräfte von ÖDP/CSU bis DFU/SPD-Linken auf den Flyern standen. Nur: Degenhardt und Süverkrüp gehörten selten dazu.
Klar, viele von uns fürchteten oder hofften, ohne es genau lokalisieren zu können, dass über DKP-Leute auch Geld aus der DDR heimlich in die westdeutsche Friedensbewegung floss. Kader aus VVN (damals noch nicht antideutsch), DFU, SDAJ, DKP und PLÄNE-Verlag hatten die Bündnisbreite über Jahrzehnte anzulegen geholfen – aber genau deshalb sollten sich ja KP-nahe Aktivisten „etwas zurückhalten”.
Als Sozialdemokrat und Liedermacher gehörte ich zum Sprecherrat bei „Künstler für den Frieden” – zusammen mit BAP, Peter Maffay, Klaus Lage, Dietmar Schönherr, Günter Wallraff, Franz Xaver Kroetz, den bots, Katja Ebstein, Herbert Grönemeyer und Hannes Wader. Immer dabei – mit seiner eigentümlichen Vorliebe fürs Radikale in sanften Chansons – war seit der Burg Waldeck Reinhard Mey. Dann hatte ich noch Unterschriften für den „Krefelder Appell” gegen NATO-Raketen eingeholt von Roland Kaiser, Mario Adorf, Howard Carpendale, Wolf Biermann und Senta Berger
Die beteiligten Rockstars zollten „dem Karratsch” (Degenhardt) und „dem Dieter” (Süverkrüp) im privaten Gespräch zwar stets allergrössten Respekt, empfanden es aber als gott-medien-gewollt, dass die beiden Kommunisten bei den TV-Aufzeichnungen draussen blieben. Dafür rangelten ihre Managements hinter den Kulissen um die besten Plätze in der „Tagesschau”, möglichst neben Erhard Eppler, Heinrich Böll, später Willy Brandt und anderen A-Promis. (Die meisten von den Popstars zogen dann, 1999, mit Joschka Fischers NATO-Bombern gegen Belgrad).
Gleichwohl: Degenhardt und Süverkrüp wurden beim neuen Friedenslied zuerst genannt – und meist in einem Atemzug. Dabei waren sie einander unähnlicher als ein Goldschmied und ein Säbelfechter (auch eine Widerlegung des Vorurteils, linke Gleichheitsgrundsätze stünden für Gleichmacherei).
Da klaffte allein schon im Umgang mit der Gitarre ein Unterschied: Süverkrüp war als bester deutscher Gitarrist der Düsseldorfer Jazzband „Feetwarmers” mehrfach prämiert worden, setzte seine Virtuosität auf dem Griffbrett zum Kommentieren ausgefeilter Texte ein. Dagegen verblieb Degenhardts Gitarrenspiel dem Lagerfeuer der Burg Waldeck und der Jugendbewegung „treu”, seine Balladentexte nur untermalend. Für Kompilzierteres bat er darum später seinen Sohn Kai mit auf die Bühne.
Aber beide Liedermacher setzten völlig neue, bis heute unerreichte Standards. Ein Satz aus dem Düsseldorfer Vortrag von Hanns Eisler 1931 erläutert die Dialektik aus Form und Inhalt, „dass jeder neue Musikstil nicht aus einem ästhetisch neuen Standpunkt entsteht, also keine Material-Revolution darstellt, sondern die Änderung des Materials zwangsläufig bedingt wird durch eine historisch notwendige Änderung der Funktion der Musik in der Gesellschaft überhaupt“.
Genau darum brauchte damals unser Aufstieg von kleinen Ostermärschen in vielen Großstädten zur großen zentralen Auflehnung gegen die NATO-Atomraketen auch die neuen Lieder der beiden. Dass ich in den Achtzigern für eine Million verkaufter Vinylschallplatten für mein Bots-Friedenslied „Das weiche Wasser bricht den Stein” eine Platin-LP überreicht bekam, wäre ohne vorherige Nachhilfe bei Degenhardt und Süverkrüp kaum geglückt – aber auch (damals!) kaum ohne Biermann. Heute in der (wieder mal: neuen) Unübersichtlichkeit brauchen wir solch durchschlagende Songs wieder. Nebst vernetzten Oppositionsmedien, wie es der DKP-nahe PLÄNE-Verlag einst war und die Liederbücher aus alternativen Verlagen, die damals schon als „moskau-nah” immer wieder aus den grossen kommerziellen Reichweiten herausgemobbt wurden – auch von jenen Mächten, die heute die damaligen Songs vergessen machen wollen.
Degenhardt und Süverkrüp wirkten internationalistisch, aber in jener Dialektik, die das „Kommunistische Manifest” vorschlug: „Der Form nach ist der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie ein nationaler.” Und so waren die Figuren in ihren Liedern, die bösen wie die fortschrittlichen, überwiegend deutsche Persönlichkeiten, die gewachsen waren aus regionalen Traditionen im Widerstreit sozialer Ansprüche. Der Nationalstaat ist Boll- und Regel-Werk für verletzbare Wurzeln. Degenhardt formulierte – wohl auch in Anlehnung an Woody Guthries heimlicher US-Nationalhymne „This land is my land” – sein: „Dies Land ist unser Land” („aus diesem Land sind meine Lieder, die der Rundfunk nicht mehr bringt”).
1982 bat ich als Manager der „Zupfgeigenhansel” Dieter Süverkrüp um ein „Heimatlied” für deren LP „Miteinander”. Herausgekommen ist ein lyrisches Meisterwerk: „Da liegt das gute Land … wie hinter Fensterscheiben, ist zum Greifen nah”; dann empfahl Süverkrüp, „dass wir das Land beim Worte nehmen, so, als ob es unsers wär”.
Degenhardt und Süverkrüp schufen vollkommen unterschiedliche Skizzen von Gesichtern des Widerstands gegen Krieg und das grosse Geld. Süverkrüp entwarf, als früherer Werbedesigner, seine Plattencover und Graphiken selber. Für „Karratsch” malte dessen Schwägerin Gertrude Degenhardt Illustrationen zu seinen Songs, die in kaum einer friedensbewegten WG-Wohnküche fehlen durften.
Beide waren auch in ihrer gemeinsam francophilen Zuneigung völlig unterschiedlich. Der vor 1968 illegalisierte Kommunist Süverkrüp hatte schon lange mit dem Übersetzer französischer Revolutionslieder Gerd Semmer gearbeitet. Vor seinen eigenen Liedern war daraus eine PLÄNE-LP unter dem Titel „Ca Ira” entstanden.
SPD-Mitglied Degenhardt war in den Sechzigerjahren Dozent am „Institut für europäisches Recht” im francophil geprägten Saarbrücken und war der gefeierte Star des neuen Bänkellieds in der Tradition von Francois Villon und George Brassens. Sein Hit war damals „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“. Noch nannte er sich „Väterchen Franz”, einen „versoffenen Chronisten“, und erzählte von skurril gekrümmten Gestalten – aus Innenansichten des Nachkriegsextremismus, aus der Mitte der „formierten Gesellschaft”. Bei den großen IG-Metall-Kundgebungen gegen die Notstandsgesetze war er noch der Star, bis er als Anwalt nach 1968 Kommunisten und RAF-Verdächtige verteidigte und dann mit seinem Kanzleikollegen Groenewold eine Dokumentation über den „Ausweisungsterror gegen Palästinenser” herausgab. 1971 schloss die SPD ihren berühmtesten Liedermacher aus.
Mit Süverkrüp und Degenhardt durfte ich auftreten, bei beiden durfte ich als 18-jähriger Liedermacher wohnen und lernen. Dabei waren beide zwar „old school”, aber völlig verschieden. Bei „Karratsch“ drehte sich das Gespräch oft anständig um Unanständiges, um pralle Weine, Weiber und Weisheiten („… bei Mutter Mathilde, da riecht es gut / nach klarem Schnaps, Buletten und Futt …”). Nebst verschärftem Feixen über angepasst-ideologische Flachpfeifen im Liedermacher-Dress, über den „Wildledermantelmann” oder über „Bodo, genannt der Rote” (wobei er Bodo Ramelow noch gar nicht kannte). Es waren köstliche Spottlieder auf die Weichspüler der Bewegung. Wollten wir heute Aggregate unserer Widerspenstigkeit neu wieder aufladen, wäre dazu von Süverkrüp besonders der sarkastische Song anzuempfehlen: „Die Kunst, Andersdenkende vom Sozialismus zu überzeugen”.
Seit der Waldeck mussten wir uns immer wieder unsere Machtlosigkeit eingestehen, die unter Oppositionellen den Boden bereitete für die Sirenenklänge, endlich irgendwo mitzuregieren. Via „Marsch durch die Institutionen” ein Zipfelchen Macht zu ergattern, wenigstens einen Staatssekretär zu den persönlichen Freunden zählen zu dürfen. Aber war dem Gefühl der Machtlosigkeit nicht besser mit Kunst beizukommen: als nachhaltigerer Selbstermächtigung? Lied und Lyrik von Degenhardt, Festivalkultur und selbstvergewissernde Publikumsreaktionen unterhalb der Bühne liefern Gegenpower – ohne mitzuregieren! Auch am Lagerfeuer, am „Tisch unter Pflaumenbäumen” und anderen mutmachenden Ansprachen von Degenhardt an die „Kumpanen”.
Süverkrüp wirkte unnahbarer, seine Songs sezierender, auch musiktheoretisch auf größere Entfaltung bedacht. Es ging ihm weniger um die Abbildung großer Charaktere in kleinen Balladen als um die Spiegelung großer Zusammenhänge in kleinen Ereignissen – unter Zuhilfenahme nicht billiger Diskrimierung, sondern kostbarer Polemik. Berühmt dafür wurde sein Lied „Wie man in Düsseldorf eine Kunstausstellung eröffnet”.
Als Degenhardt später in den Balladen vom „Horstie Schmandhoff” und vom „Alten Notar Bolamus“ den ökonomischen Wiederaufstieg von Faschisten besang, beileibe nicht nur die geheimdienstdurchwirkte NPD, sondern auch die deutschnationalistischen EU-Macher wie H. J. Abs von der Deutschen Bank, begannen viele frühere Gönner des „Väterchen Franz” zu frösteln. Und seit seinem „Wenn der Senator erzählt“ (wie der mit „alten Freunden aus schwerer Zeit” dann wieder unter Adenauer – Hüttenwerke und Ferienparadiese gebaut hatte), als Degenhardt damit mehr Kapitalgeschichte in seine Geschichten einließ, begann die mediale Resonanz einzufrieren. Auf Zero. Wie längst bei Süverkrüp.
Völlig unterschiedlich, aber gleichermaßen liebevoll haben dann beide „ihre Kommunisten“ gezeichnet. Und zwar zunächst gegen die Berufsverbote (für die sich als einziger später Willy Brandt öffentlich entschuldigte) als Nachzeichnung jener „menschenfreundlichen Radikalen”, die vor 50 Jahren aus dem öffentlichen Dienst geworfen wurden. Endlich führten diese Figuren auch wirkmächtige Streiks für die 35-Stunden-Woche. Bei Süverkrüp: „Warum wird so einer Kommunist?” und vor allem: „Die erschröckliche Moritat vom Krypto-Kommunisten“. Und bei Degenhardt: die „Natascha Speckenbach” und vor allem: „Rudi Schulte“.
Süverkrüps Ideal-Kommunist trug „Unterwanderstiefel”, vertilgte täglich blonde blauäugige Säuglinge und genoss „nur zur Tarnung” Bachs H-Moll-Messe – eine köstliche Persiflage auf dumpfen Antikommunismus, Vorläufer von heutigen Marktlibertären in CDU, SPD, FDP und AfD. Degenhardts eher gebrochener Kommunist Rudi Schulte war ein ruhrpöttischer Züchter von Tauben, mit denen er über Lenin redete wie Don Camillo mit seinem Jesus am Kreuz. Und bei denen er sich darüber beschwerte, wie er (ausgerechnet er!) gerade von Polpot-Anhängern als „feiger Revisionist” beschimpft worden war – von Linksradikalismus-Imitatoren, also den Vorläufern grünlicher Cancel-Culture.
Als Thomas Rothschild, der eigenwilligste Chronist dieses künstlerischen Aufbruchs seit den Waldeck-Festivals, 1980 sein Fischer-Taschenbuch „Liedermacher“ mit 23 Portraits vorlegte, war ich zwar mächtig stolz auf die lobenden Zeilen zu meiner Ballade von der sozialdemokratischen „Oma Krug“. Aber gleichzeitig war ich traurig darüber, wie Rothschild die „infame Methode Süverkrüp” meines Vorbilds reduziert hatte auf ein angebliches „Ad-Absurdum-Führen” durch kabarettistische Wortspielereien (wie „sektierischer Ernst”, „askäse-bleich und „Um-Phallus”). Aber vor Süverkrüps großem Chanson „Kirschen auf Sahne – Blutspur im Schnee“ verneigte sich damals schon auch Thomas Rothschild. Weil er Geschmack hat und es eigentlich auch gar nicht anders geht!
Degenhardt widersprach 1968 den über den sowjetischen Einmarsch auftrumpfenden Antikommunisten: „Die schwärmen jetzt vom goldenen Prag – und wenn die ‘Gold‘ sagen, meinen die Gold“. Bei Süverkrüp hiess das spöttisch: „BleimSe mir doch weg mit ihrem Scheiß-Vietnam – nach Prag!“.
Selbst Biermann hat in seinem berühmten Kölner IG-Metall-Konzert im November 1976 (woran der unkluge Schlaumeier Honecker die Ausbürgerung aufhängte) vom „Januskopf des 17. Juni 1953″ geredet: als „halbfaschistisch und halb Volksaufstand“. Später, nachdem Biermann vom Wolf zum NATO-Kettenhund geschrumpft war, gelang ihm zur Strafe kein gescheites und bekanntes Lied mehr.
Im Gegensatz zum medienverwöhnten Biermann wollten Süverkrüp und Degenhardt nie arrogant und elitär auftreten. Diese beiden hochartifiziellen Marxisten haben auch schlichtere Lieder nie verachtet. Süverkrüp stellte sich auf der Waldeck schützend vor grobschlächtigere Agitprop-Genossen. Degenhardt war mit Freddy Quinn und Drafi Deutscher befreundet. Das liegt daran, dass man eben aus dümmerer Kunst klügere Technik folgern kann. Populäre Unterhaltung braucht Kenntnisse der Trivialität. So entfaltete Süverkrüp seinen Kinder-Hit „Der Baggerführer Willibald” und Degenhardt die deutschen Fassungen der Folksongs „Sacco und Vanzetti” und „Grandola vila morena.”
Bei Degenhardts „Mutter Mathilde” wurden von der Kneipenwirtin jene Gäste besonders zärtlich versorgt, deren Gesundheit „man verarbeitet hat zu Dividendenschrott in der Fabrik …“. Darum sollte Mathildes Kneipe auch plattgemacht werden; von „Visavie”, von der Fabrikleitung: „Man telefonierte den Nazitrupp / der sowas am Ende dann für die macht / die schlugen dann Tresen und Tische kaputt … der Staatsanwalt hat mit den Schultern gezuckt / ein bisschen aus Angst, ein bisschen aus Freud´.” Nur ein Streik konnte der Arbeiterkneipe noch helfen. Und danach: Vertrauensleute machten „den Herren von der Fabrikleitung schnell klar: die Werksschreinerei repariert kostenlos / bei Mutter Mathilde das Inventar”.
Beim Streik in Rheinhausen 1987 waren auch fast alle Kneipiers mit dabei – in einer Volksfront aus Eigeninteressen: Bäcker, Ärzte und Friseure. Betroffene von Deindustrialisierung, später: von Corona-Lockdowns, Inflation durch NATO-Aufrüstung und sozialen Leistungskürzungen.
Ich durfte das Solikonzert „AufRuhr” der „Künstler für den Frieden” vor 40.000 Kolleginnen in der Werkhalle mit Grönemeyer, Wader, Katja Ebstein, Lage u.a. mitorganisieren und moderieren. Campino von den „Toten Hosen” urinierte auf die Bühne – aus „Solidarität” mit den um den Arbeitsplatz Kämpfenden. Zehn Jahre später zog auch er hinter Joschka Fischer in den Jugoslawien-Feldzug der NATO.
Die Volksfront mit proletarischem Kern – und weil der Mensch ein Mensch ist: die Arbeitereinheitsfront – hatte auch Süverkrüp in seinem „Phrix-Lied” im Auge, („Rote Fahnen sieht man besser”). Damals, als der WDR noch solche Dokumentarfilme senden durfte. Seinen Song untertitelte er augenzwinkernd: „Für ein Schullesebuch gedacht”.
Dieter Süverkrüp schrieb für „Zupfgeigenhansel” den doppelsinnigen Titel „Miteinander” auf die italienische „La Lega”-Musik: „Im wesentlichen Falle, da brauchen wir uns alle / auf diesem Erdenballe, damit er nicht zerknalle / Schiebt alle Streitigkeiten / für eine Weil’ beiseiten / und laßt uns drüber streiten / dereinst in Friedenszeiten. Oli, oli, ola, wir sind miteinander da …”
Ganz anders klang Volksfront bei Degenhardt. Bei ihm trägt der Zauber, der auch jedem revolutionären Anfang werktätigen Volks innewohnt, mehr persönliches Gesicht und Charisma:
„Joß Fritz: … gejagt, gesucht, versteckt / Und die ihn hören und berühren, sind aufgerührt und angesteckt / Mal ist er Mönch, mal Landsknecht, Bettler / mal zieht ein Gaukler über Land / Und mal erkennen ihn Genossen / am Muttermal auf seiner Hand / das große Bündnis will er knüpfen / mit Ritter, Bürger, Bauer, Pfaff / Plebejer, Bettler und Soldaten / und immer warnt er vor der Hast: / Laßt nicht die roten Hähne flattern, ehe der Habicht schreit“.
Wollen wir heute den Kriegsmachern trotzen, brauchen wir wieder mehr solcher Balladen. Zur Selbstvergewisserung. Dann muss auch wieder mehr Brecht aufgeführt werden. Und dann könnten bei politischen Versammlungen ruhig auch alte Songs von Süverkrüp und Degenhardt gehört, bedacht und erörtert werden.
Titelbild: Screenshot SWR via YouTube
Hier finden Sie in der Regel am Mittwoch und am Samstag einen Überblick über interessante Videobeiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie anschauen wollen. Die Videohinweise sind auch auf unserer YouTube-Seite als spezielle Playlist verfügbar. (CG: Christian Goldbrunner)
Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:
Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht automatisch, dass wir mit den Aussagen der jeweils zitierten Beiträge anderer Medien einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Aussagen sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Sie können uns bei der Zusammenstellung der Videohinweise unterstützen, indem Sie interessante Fundstücke an die Adresse [email protected] schicken. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Der erwähnte Artikel von Daniel Levy “What Benjamin Netanyahu and the Israeli right really mean when they invoke ‘Greater Israel’” ist auf seinem ‘Substack’ nachzulesen [LINK]
Auszug [automatisierte Übersetzung]: »Wenn von der israelischen Rechten die Rede ist, wird „Groß-Israel“ oft als rein territoriales Konzept verstanden: als Versuch, das Gebiet zu vergrößern, das Israel als sein Eigentum beansprucht. Dies ist sicherlich ein wesentlicher Bestandteil seiner Bedeutung. Schließlich ist Israel seit seiner Gründung expansionistisch und hat die Vertreibung und Enteignung der Palästinenser mit sich gebracht, und dieser Prozess hat sich nun erheblich beschleunigt. […] Groß-Israel sollte jedoch ebenso sehr als geopolitisches und strategisches Konzept wie als territoriales verstanden werden. Der Erwerb und die Kontrolle von Land sind in vielerlei Hinsicht der offensichtliche und einfache Teil. Israels Ministerpräsident verfolgt etwas, das sowohl ehrgeiziger als auch komplexer ist als die bloße Kontrolle von Territorium – ein Herrschaftsprojekt, das aus neuen Allianzen besteht und durch die Abhängigkeit von Hard Power untermauert wird.«
„Politik der verbrannten Erde“: Israel wendet das „Gaza-Szenario“ an, um den Südlibanon in Schutt und Asche zu legen
Laut libanesischen Staatsmedien bombardieren israelische Streitkräfte auch heute [15.4.26] noch Städte im Südlibanon. Bei einem Angriff auf die Küstenstadt Ansariya kamen mehrere Menschen ums Leben. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums haben israelische Angriffe über 2.100 Menschen getötet und fast 7.000 verletzt. Über 1 Million Libanesen wurden vertrieben, und 40.000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt. Wir schalten nach Beirut, wo wir mit der investigativen Journalistin Lylla Younes sprechen. Das Dorf ihrer Familie in der südlichen Grenzgemeinde Bint Jbeil wurde gestern bombardiert.
„Es ist nicht nur Immobilienvermögen, das verloren geht, wenn diese Häuser zerstört werden. Es ist nicht nur ein Haus. Unsere Großeltern haben diese Gebäude errichtet“, sagt Younes. „Was die Welt wissen sollte, ist, dass wir in diese Dörfer zurückkehren werden, und wenn wir das tun, kehren wir zu Trümmern zurück, und es wird ein gewaltiger Wiederaufbauprozess sein.“ Sie merkt an, dass das israelische Militär im Libanon dieselben Taktiken anwendet wie in Gaza, wobei es nicht nur Häuser, sondern „weite Teile des kulturellen Erbes von Gaza, Universitäten, Moscheen und Archive“ dem Erdboden gleichgemacht hat.
[Automatisierte Übersetzung der Videobeschreibung]
Quelle: Democracy Now!, 15.04.2026
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Blufarb über Waffenruhe im Libanon | ntv
Israel und der Libanon einigen sich auf eine Waffenruhe, die Lage bleibt aber angespannt. Der Libanon wirft der israelischen Armee wenige Stunden nacht Inkrafttreten bereits Verstöße vor, Tel Aviv dementiert. Ginge es nach Netanjahu, würden die Waffen allerdings gar nicht ruhen, sagt ntv-Reporterin Raschel Blufarb.
Quelle: ntv Nachrichten, 17.04.2026
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Israel setzt Offensive im Libanon fort
Laut dem israelischen Premierminister steht das Militär kurz davor, die südlibanesische Stadt Bint Jbeil zu erobern. Unterdessen stellte US-Präsident Trump für Donnerstag weitere Gespräche zwischen Libanon und Israel in Aussicht.
Quelle: Handelsblatt, 16.04.2026
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Lesen Sie hierzu auch auf den NachDenkSeiten von Karin Leukefeld „Schein oder Sein“ [LINK]
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Lesen Sie hierzu auch auf den NachDenkSeiten von Alexander Neu “Von Symmetrien und Asymmetrien – warum die USA bislang den Iran nicht besiegt haben” [LINK]
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Anmerkung CG: Nebenzya zitierte u.a. eine Äußerung von Kaja Kallas aus ihrer Zeit als estnische Ministerpräsidentin, in der sie angedeutet hatte, dass „Russlands Niederlage keine schlechte Sache“ sei und dass es akzeptabel sein könnte, wenn eine Großmacht an Einfluss verliere.
Die Rede der Hohen Vertreterin Kaja Kallas auf der jährlichen Sitzung des UN-Sicherheitsrats zur Zusammenarbeit zwischen der EU und den Vereinten Nationen ist hier zu finden [LINK]
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Externer Inhalt
Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube übertragen.
Steve Harness: „And yes, I get it. This is Iranian propaganda, but since America started the real war and the AI slop war, our wannabe dictator deserves the humiliation. And don’t try to tell me that this is something that you don’t want to see. So, let’s go back just a couple of days when Trump bragged about blowing up a civilian bridge, which by the way killed innocent people celebrating a local holiday in a park right by that bridge, which is a war crime. And Iran dropped this diss track in response.“
An jedem Samstag informieren wir Sie über die Termine für Veranstaltungen von Gesprächskreisen der NachDenkSeiten. Heute liegen uns Informationen für Termine in Frankfurt am Main, Berlin, Köln, Düsseldorf, Freiburg, Limburg an der Lahn, Speyer, München, Frankweiler und Heidelberg vor. Wenn Sie auch in der weiteren Zeit auf dem Laufenden bleiben wollen, dann schauen Sie hier. Da werden mögliche neue Termine ergänzt. Außerdem bitten wir hiermit auch auf diesem Wege die Verantwortlichen in den Gesprächskreisen, uns rechtzeitig Termine zu melden.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Deutscher Freidenker-Verband e.V.
Am Sonntag, 19. April 2026, um 15:00 Uhr
Thema: Aller Rechte beraubt. Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat
Redner/Diskussionspartner: Hannes Hofbauer
Ort: SAALBAU Bornheim
Arnsburger Straße 24
60385 Frankfurt am Main
Zur Webseite der Veranstaltung
„Rechtsstaat unter Vorbehalt“ – Sanktionen ohne Verfahren
Der Veranstalter Deutscher-Freidenker-Verband Hessen e.V. und der NDS-GK Frankfurt am Main laden im Rahmen seiner Themenreihe „Rechtsstaat unter Vorbehalt“ zu einer hochaktuellen Veranstaltung mit Hannes Hofbauer ein.
In Lesung und Diskussion stellt er sein Buch „Aller Rechte beraubt“ vor und zeigt, wie die EU zunehmend Sanktionen gegen Personen verhängt – ohne Gerichtsverfahren, ohne Anhörung, ohne Verteidigung. Tausende sind betroffen, inzwischen auch EU-Bürger. Die Folgen reichen von Kontosperren über Reisebeschränkungen bis hin zum vollständigen gesellschaftlichen Ausschluss.
Anhand konkreter Fälle macht Hofbauer deutlich, wie schnell politische Abweichung existenzielle Konsequenzen haben kann. Historisch zieht er Parallelen zu früheren Formen staatlicher Repression und ordnet die aktuelle Entwicklung als tiefgreifende Verschiebung rechtsstaatlicher Maßstäbe ein.
Eine wichtige Veranstaltung zur richtigen Zeit – und ein zentraler Beitrag zur Debatte um den Zustand des Rechtsstaats in Deutschland und Europa.
Eintritt: frei – Spenden zur Kostendeckung erbeten
Anmeldung: Bitte melden Sie sich per E-Mail [email protected] an.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Berlin | nachdenken-in-berlin.de
Am Dienstag, 21. April 2026, um 18:30 Uhr
Thema: „Friedenstüchtig: Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen“
Redner/Diskussionspartner: Fabian Scheidler
Ort: Zunftwirtschaft
Arminiusstr. 2-4
10551 Berlin
Zur Webseite der Veranstaltung
Seit Jahren bewegt sich die westliche Welt in Richtung eines permanenten Ausnahmezustands. Auf jede neue Krise, auf jeden Konflikt reagiert die Politik mit drakonischen Maßnahmen und zunehmender Militarisierung. Dieser Weg führt in eine Spirale von ökonomischem Niedergang, politischem Chaos und Krieg. Grundlegende demokratische und soziale Errungenschaften werden einer militärischen Logik geopfert. Der Wohlfahrtsstaat mutiert zum Kriegsstaat.
Der Ausnahmezustand ist ein Versuch, die sich zuspitzenden globalen Krisen autoritär zu beherrschen. Die Feinde, die bekämpft werden sollen, werden oft durch die Politik selbst geschaffen.
Doch die selbstzerstörerische Kriegslogik ist keineswegs alternativlos. Westliche Gesellschaften müssen lernen, sich von ihrer jahrhundertelangen Politik der Dominanz zu verabschieden, um eine Kultur der Kooperation zu entwickeln.
der Referent
Fabian Scheidler arbeitet als freischaffender Autor für zahlreiche Printmedien, außerdem für Radio, Fernsehen und Theater. Auf den NachDenkSeiten wird immer wieder auf seine Beiträge hingewiesen. Über sein wegweisendes Buch „Das Ende der Megamaschine” haben die NDS-Gesprächskreise ausführlich diskutiert. Auch seine Bücher „Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen” und „Der Stoff, aus dem wir sind” waren Thema an Gesprächsabenden.
Zunftwirtschaft
Den Veranstaltungsraum stellt uns die Zunftwirtschaft für eine günstige Miete zur Verfügung. Bitte bringt etwas Durst (und vielleicht Hunger?) mit, damit sich auch die Zunftwirtschaft über unseren Gesprächsabend freut. Wenn ihr essen möchtet und genügend Zeit habt, speist vielleicht in der Gastwirtschaft schon vor dem Beginn des Gesprächsabends. Und bringt bitte fürs Bezahlen ein paar kleine Geldscheine und Münzen mit, damit der Zunftwirtschaft nicht das Wechselgeld ausgeht.
Kennenlernen und Gedankenaustausch
Der Vortrag beginnt im Versammlungsraum um 18:30 Uhr. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr aber gerne schon früher kommen. Wir treffen uns ab 17:30 Uhr in der Gastwirtschaft. Dort könnt ihr politisch interessierte Menschen kennenlernen und mit ihnen ins Gespräch kommen (und schon mal euren Sitzplatz im Versammlungsraum reservieren).
Einlass ab 17:30 Uhr, Beginn 18:30 Uhr
Der Eintritt ist frei, wir bitten um Spenden
Anmeldung erforderlich, bitte hier:
nachdenken-in-berlin.de/veranstaltungen/#20260421-Fabian-Scheidler
(Die Anzahl der Plätze ist begrenzt)
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Köln | nachdenken-in-koeln.de
Am Mittwoch, 22. April 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Corona-Impfung: Nebenwirkung, Diagnostik und Therapie
Redner/Diskussionspartner: Dr. Ralf Tillenburg
Ort: Café St. Mocca
Am Rosengarten 2
50827 Köln
Zur Webseite der Veranstaltung
Dr. Ralf Tillenburg (Info-Medico) ist Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin und praktiziert in Düsseldorf. Er nennt seine Praxis „ohne Einfluss der Pharmaindustrie“. Seit 2022 ist ein Schwerpunkt seiner Praxis die Behandlung von Impfschäden nach der Corona Impfung. Er betreut derzeit ca. 120 Patienten mit schweren Impfnebenwirkungen.
In seinem Vortrag wird Dr. Tillenburg erläutern, welche Impfnebenwirkungen auftreten können und wie man sie diagnostisch und therapeutisch behandeln kann. Anschließend ist Zeit und Gelegenheit zum Austausch und Diskussion.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Hinweis: Da die Teilnehmeranzahl auf ca. 40 Personen begrenzt ist, ist eine Reservierung pflichtig. Auf diese Weise können wir optimal planen. Klicke bitte hier, um uns deine Platzreservierung mitzuteilen.
Eintritt: 10 Euro
Vielen Dank für deine Teilnahme.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Düsseldorf
Am Freitag, 24. April 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Das Thema Corona ist nicht vorbei – es ist verdrängt
Redner/Diskussionspartner: Andrej Hunko
Ort: Gaststätte Hirschchen
Alt Pempelfort 2
Düsseldorf
Andrej Hunko ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter (BSW) und Mitglied des Gesundheitsauschusses des Europarates. Er hat die Corona-Politik parlamentarisch begleitet und ihre Widersprüche früh benannt. Gemeinsam mit Professor Matthias Schrappe arbeitet er heute an einer unabhängigen Aufarbeitung der Corona-Jahre, denn Corona ist ganz und gar nicht aufgearbeitet und erledigt. Denn:
Andrej Hunko steht für eine sachliche, parlamentarisch fundierte und demokratisch notwendige Aufarbeitung – nicht aus parteitaktischen Gründen, sondern weil ein Rechtsstaat ohne Aufklärung seine Glaubwürdigkeit verliert.
Wir laden Sie ein zu einem Abend, der nicht zurückblickt, um zu verharren, sondern um Lehren zu ziehen. Für Grundrechte, für Transparenz, für eine demokratische Zukunft.
Seien Sie dabei, wenn es heißt: verstehen, hinterfragen, diskutieren. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen erkenntnisreichen Abend.
Eintritt frei – Spenden zur Kostendeckung werden erbeten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Freiburg/Brsg.
Am Dienstag, 5. Mai 2026, um 18:30 Uhr
Thema: Vorstellung und Diskussion zum Buch: „Überlegungen zur kollektiven Psychologie der Ukraine-Krise“
Redner/Diskussionspartner: Dr. (habil.) Dieter Sandner
Ort: Mensa Hebelschule
Engelbergerstraße 2 (Eingang über Eschholzstraße)
79106 Freiburg
In seinem Text „Überlegungen zur kollektiven Psychologie der Ukraine-Krise“ arbeitet der Psychoanalytiker und Autor Dieter Sandner heraus, wie es zur Entstehung und Fortschreibung einer kollektiven psychologischen Überzeugung gekommen ist („der Russe ist an allem schuld“), die sich zu Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine innerhalb weniger Tage entwickelt hat. Am exemplarischen Einzelfall (Ukrainekrieg) wird deutlich gemacht, dass es sich hierbei um eine massenpsychologische Dynamik handelt, die spontan entsteht, wenn sich eine Gesellschaft insgesamt bedroht fühlt. Bedeutsam hierbei ist, auf welche Weise (mit welchen Methoden) dann vom herrschenden Mainstream verhindert wird, eine alternative Einschätzung der Bedrohungssituation zuzulassen, um diese der kollektiv-psychologischen Überzeugung gegenüberzustellen, im konkreten Fall: der Russophobie.
Die Analyse dieses kollektiven Prozesses basiert auf den Überlegungen des gruppenanalytischen Ansatzes von Trigant Burrow (1875-1950), einem der Begründer der Gruppenanalyse. Der US-amerikanische Psychoanalytiker war der Auffassung, dass nicht nur in Kleingruppen, sondern auch in Gesellschaften und Staaten unbewusste gesellschaftsweite Überzeugungen vorhanden sind, die das konkrete kollektive Denken und Handeln bestimmen. Diese unbewussten Überzeugungen und etablierten Vorstellungen gilt es gruppenanalytisch zu untersuchen und zu interpretieren, um unbewußtes (irrationales) Denken und Handeln ins Bewußtsein zu rücken.
Dieter Sandner zeigt in seinem Vortrag, wie kollektive psychologische Überzeugungen vor und nach dem Einmarsch der Russen implementiert und massenmedial verbreitet wurden. Diese Interpretationen werden mit Interpretationen der russischen Seite und dem realen Verhalten der russischen Regierung konfrontiert. Schließlich wird dargelegt, inwiefern eine kollektive psychologische Analyse eine Lösung der Ukraine-Krise ermöglichen könnte, vorausgesetzt, der politische Wille dazu wäre vorhanden …
Der Eintritt des Vortrags ist frei, um Spenden wird gebeten.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Diez – Limburg – Bad Camberg
Am Freitag, 8. Mai 2026, um 18:00 Uhr
Thema: Der Wahrheitskomplex – Wie NGOs im Staatsauftrag unerwünschte Meinungen bekämpfen
Redner/Diskussionspartner: Norbert Häring
Ort: Im Restaurant „Zur Turnhalle“
Ste.-Foy-Str. 16
65549 Limburg an der Lahn
(Veranstaltungsraum nur über eine Treppe erreichbar)
Informationen zur Veranstaltung
Lesung und Diskussion mit Norbert Häring über sein neues Buch
Vermeintlich unabhängige Nichtregierungsorganisationen überwachen in Echtzeit alles, was online geschrieben, gesagt oder veröffentlicht wird. Das Ziel: Die Verbreitung von Desinformation verhindern und opportune Wahrheiten vervielfältigen. Dabei schrecken sie auch vor Verleumdungskampagnen und der sozialen Vernichtung kritischer Stimmen nicht zurück. Erstmals legt Norbert Häring den „Wahrheitskomplex” in seinem ganzen Ausmaß offen: als ein größtenteils staatlich finanziertes, zentral gesteuertes und digital hochgerüstetes Netzwerk, das das tut, was der demokratische Staat selbst nicht darf: Zensur, Propaganda, Diffamierung und politische Einflussnahme. (Quelle: Westend Verlag)
der Autor
Norbert Häring ist promovierter Ökonom. Er arbeitete als Wirtschaftsjournalist für Börsen-Zeitung, Financial Times Deutschland und Handelsblatt. Ein großes Publikum schätzt seinen Weblog „Geld und mehr” als Quelle von Nachrichten und Analysen u. a. zu Geldsystem und Bargeld, Digitalzwang und Medien. Zuletzt erschien von dem Autor vieler populärer Wirtschaftsbücher der Spiegel-Bestseller „Endspiel des Kapitalismus”. (Quelle: Westend Verlag)
Der Eintritt ist frei – wir bitten um Spenden.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Speyer
Am Mittwoch, 13. Mai 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Lesung aus dem Buch „Wenn Waffen sprechen – Der Beginn einer Fabel”
Redner/Diskussionspartner: Martin Beck
Ort: Im Restaurant Delphi-Nebenzimmer
Tullastr. 50
67346 Speyer
In ihrem Buch „Wenn die Waffen sprechen“ – Beginn einer Fabel” unternehmen Martin Beck und Thorsten Bohnenberger den literarischen Versuch, die Grausamkeit des Krieges und die verdrängte Wirklichkeit des Tötens aus einer ungewöhnlichen Perspektive sichtbar zu machen: Waffen und ihre Munition, wie sie im Ukraine-Krieg eingesetzt werden, kommen zu Wort.
Ausgehend von der beschönigenden Redewendung „Wenn die Waffen sprechen“, lassen die Autoren die Waffen in fiktiver Form für sich selbst sprechen. Dabei geht es nicht nur um Technik, Einsatzorte und Zerstörungskraft, sondern vor allem um die Folgen für Soldaten, Verwundete, Hinterbliebene und Zivilisten. Die Waffen entwickeln im Verlauf der Erzählung Mitgefühl und eigene Gedanken – sie beginnen zu philosophieren, von einem anderen, sinnvollen „Leben“ zu träumen, während manche an ihrer eigenen vernichtenden Wirkung zugrunde gehen.
Das Buch richtet sich nicht nur an Pazifisten und Friedensbewegte, sondern gerade auch an jene, die Krieg allzu leicht als notwendiges Mittel betrachten. Besonders junge Menschen sollen für die tödliche und traumatisierende Realität des Kriegsgeschehens sensibilisiert werden, die in politischen Debatten und medialen Bildern oft ausgeblendet bleibt.
über die Autoren:
Martin Beck, Jahrgang 1954, lebt in der Südpfalz, Dr. phil., war in den Bereichen rhetorische Kommunikation, Sprecherziehung, Lehrerbildung und im Schuldienst tätig.
Thorsten Bohnenberger, Jahrgang 1972, lebt im Elsass, studierte Informatik, Künstliche Intelligenz und Wirtschaftswissenschaften in Saarbrücken und Edinburgh, promovierte im Bereich Künstliche Intelligenz und arbeitete viele Jahre in der Automobilindustrie. Seit 2025 ist er unabhängiger Unternehmensberater für Künstliche Intelligenz. Beide Autoren verbindet auch eine persönliche biographische Motivation, ein Antikriegsbuch zu schreiben.
Im Anschluss wird Gelegenheit sein zum Austausch und zur Diskussion.
Die Veranstaltung ist kostenfrei; über eine Spende zur Deckung von Kosten freuen wir uns.
Wegen der begrenzten Platzsituation bitten wir für den Fall einer Teilnahme um eine kurze und rechtzeitige Anmeldung per Mail an [email protected].
Beginn des Treffens ist um 18:00 Uhr für Gespräche und ein Abendessen vorab.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis München
Am Dienstag, 19.05.2026 um 19:30
Thema: „Mut zum Widerspruch“: Buchvorstellung und Diskussion mit den unfreiwillig vorzeitig aus dem Beruf ausgeschiedenen Münchner Professoren Michael Meyen und Günter Roth
Redner/Diskussionspartner: Michael Meyen und Günter Roth
Ort: Movimento München
Forum für Business und Kultur
Neuhauser Strasse 15
80331 München
Anfahrt
Es ist ein Buch, das es eigentlich nicht geben dürfte, in dem „Dissidenten” aus an sich freien, demokratischen Gesellschaften darüber berichten, wie sie dem herrschenden Zeitgeist widersprachen und dafür öffentlich angegriffen, beruflich ausgeschlossen oder geächtet wurden. Dabei spielt eine politisch und ökonomisch vereinnahmte Wissenschaft eine ausschlaggebende Rolle. Es ist eine Entwicklung, über die die Referenten aus eigenem Erleben tiefgreifende Einsichten berichten können. Denn gerade an Hochschulen blüht ein neuartiger Autoritarismus unter der falschen Fahne von Wissenschaft, Vernunft und Moral, ohne dass dieses als Problem ausreichend verstanden wird.
Die persönlichen Geschichten im Buch und der beiden Referenten zeugen aber auch davon, dass mutiges Widersprechen gesellschaftlich wie persönlich positive Veränderungen und Entwicklungen mit sich bringt. Freiheit erfordert Mut und die Bereitschaft zum freien Nachdenken und Gespräch über scheinbar „alternativlose“ Wege und Veränderungen. Lesen und hören Sie von den Geschichten und Erfahrungen von:
Christian Dettmar, Daniele Ganser, Ulrike Guérot, Michael Meyen, Christian Schubert, Andreas Sönnichsen und vielen anderen.
Ein Auszug des Buchs mit einer Analyse des Hintergrunds finden Sie beim Overton-Magazin in zwei Teilen, hier (Teil 1) und hier (Teil 2).
Mut zum Widerspruch: Dissidenten der Alternativlosigkeit berichten. Hrsgg. von Wolfgang Stölzle und Günter Roth, discorso-Verlag, Basel (CH), 400 Seiten, geb. 29,80 Euro; ISBN 978-3-9997-0000-7.
Eintritt frei, Spenden erbeten.
Anmerkung: Das Buch des kleinen Verlags ist in den Katalogen der Großhändler noch nicht gelistet und wird deshalb in den Buchhandlungen oft als „nicht lieferbar“ vermeldet, weshalb eine direkte Bestellung beim Verlag empfohlen wird. Zudem kann es bei der Veranstaltung erworben werden.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Südpfalz | NachDenken-in-der-Suedpfalz.de
Am Mittwoch, 20. Mai 2026, um 18:00 Uhr
Thema: Das Ende des Wohlstands? Arbeitsplatz- und Sozialabbau in Deutschland. Vortrag und Diskussion.
Redner/Diskussionspartner: Werner Rügemer
Ort: Kultur am Dorfbrunnen
Dorfbornstraße 37
76833 Frankweiler
Die Zeiten des stetig wachsenden Wohlstands sind für den Großteil der Bevölkerung vorbei. Während Banken und Konzerne, US-Investoren und Erben immer mehr Kapital konzentrieren, wird die Anzahl derer, die jeden Euro umdrehen müssen, immer größer. Teil- und Geringbeschäftigte, Klein- und Scheinselbständige und nicht zuletzt Rentner müssen ständig gegen weiteren finanziellen Absturz kämpfen.
Gleichzeitig findet die Verarmung des Landes auch auf anderer Ebene statt: Brücken, Schulen und Krankenhäuser gehen kaputt, die Bahn ist eine teure Katastrophe, die Kommunen sind finanziell am Ende.
Die Gewerkschaften, die früher für eine gerechte Beteiligung der arbeitenden Bevölkerung am gesellschaftlichen Reichtum kämpften, nehmen ihre Aufgabe nicht mehr wahr. Ebenso die allermeisten Medien: anstatt ihre Rolle als kontrollierende „Vierte Gewalt” zu spielen, verbreiten sie Halbwahrheiten und Propaganda im Sinne der Regierenden.
Werner Rügemer analysiert die vielfältigen Ursachen dieser Entwicklung und fragt, wie wir dieser Entwicklung unter den gegebenen, auch globalen Bedingungen Einhalt gebieten können.
Mit dieser Vortrags- und Diskussionsveranstaltung stellt sich der neu gegründete Gesprächskreis „Nachdenken in der Südpfalz“ einem größeren Publikum vor. Der Gesprächskreis wurde im März 2026 gegründet und führt die Arbeit des vormaligen Gesprächskreises Frankweiler fort. Er ist von der Gesprächsinitiative der NachDenkSeiten von Albrecht Müller aus der Südpfalz inspiriert.
Die Initiatoren hoffen auf eine rege Beteiligung und interessante Diskussionen. In zukünftigen Veranstaltungen sollen aktuelle soziale und politische Themen diskutiert werden.
Eintritt ist frei – Spenden zur Kostendeckung sind willkommen.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Frankfurt seit 2020 in Kooperation mit dem Freidenker-Verband e.V.
Am Donnerstag, 21. Mai 2026, um 19:00 Uhr
Thema: Den Bruch mit NATO und USA wagen
Redner/Diskussionspartner: Sevim Dağdelen
Ort: Saalbau Gallus,
Frankenallee 111,
60326 Frankfurt am Main
Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahn Linien 11 oder 21 sowie S-Bahn (Haltestelle „Galluswarte“).
Anfahrt
Zur Webseite der Veranstaltung
Freier Eintritt; um eine Spende zur Deckung unserer Kosten wird gebeten. Anmeldung ist unter folgender E-Mail-Adresse erwünscht: [email protected]
Dann garantieren wir Ihnen einen Sitzplatz.
Den Bruch mit NATO und USA wagen
Die bedingungslose Treue zur NATO und die Unterwerfung unter die USA treiben Deutschland in den sozialen und industriellen Abgrund. Wer den Ruin des Landes noch abwenden will, muss den Bruch endgültig wagen …
Zur Person: Sevim Dağdelen, geboren in Duisburg, ist eine deutsche Jornalistin und Politikerin der Partei BSW. Seit Dezember 2025 ist sie im Bundesvorstand des BSW. Von 2005 bis 2025 war sie Bundestagsabgeordnete. Ihre Hauptbetätigungsfelder sind außenpolitische Themen sowie Migration und Integration.
Sevim Dağdelen war viele Jahre Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO, in der Abgeordnete aus den Mitgliedsländern der NATO über sicherheits-/verteidigungspolitische Themen beraten.
Zuletzt erschien ihr Buch „Die NATO – Eine Abrechnung mit dem Wertebündnis“.
NachDenkSeiten-Gesprächskreis Heidelberg
Am Samstag, 13. Juni 2026, um 14:00 Uhr
Thema: 3. HEIDELBERGER FRIEDENSKONFERENZ
Ort: Haus der Begegnung – Jesuitenkirche
Merianstr. 1
Heidelberg-Altstadt
Diese Konferenz wird eröffnet – von dem EU-Abgeordneten Michael von der Schulenburg, Brüssel.
„Wir müssen mit Russland reden” – das war seine Mitteilung im November 2025. Daher wird am 13.6. der direkte Dialog mit dem Generalkonsul der Russischen Föderation, Oleg Ju. Krasnitskiy, Bonn, stattfinden. Außerdem werden sich weitere Referenten beteiligen:
…Arno Gottschalk, Eppler-Kreis, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft – Landtag der Freien Hansestadt Bremen
…Joachim Guilliard, Heidelberger Friedensbündnis
…Dr. Theodor Ziegler, Religionspädagoge, Baiersbronn, Sicherheit neu denken, “Mehr Diplomatie wagen” Baden-Württemberg
„Europa braucht jetzt den Mut zum Frieden”
Der Vorbereitungskreis hat sich am 13. März 26 in der Heidelberger Altstadt mit dem Mahnruf von General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg zum 4. Jahrestag des Ukrainekrieges befasst.
Wir müssen endlich mit Russland über eine friedliche Lösung verhandeln.
Denn nur so schaffen wir die Voraussetzungen für eine dauerhafte gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung im Interesse aller Europäer.
„Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden”
Bereits Anfang Januar 2026 haben Professor Dr. Peter Brandt, Prof. Dr. Hajo Funke, Prof. Dr. h.c. Horst Teltschick, Dr. Johannes Klotz, General a. D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg einen detaillierten Vorschlag zu Friedensverhandlungen vorgestellt.
Es muss eine Atmosphäre der Verständigung geschaffen werden.
Wer einen Verhandlungsfrieden anstrebt, muss auch seine Sprache ändern.
Die deutsche Bundesregierung könnte eine Führungsrolle bei der Suche nach einer friedlichen Lösung einnehmen.
Das Grundgesetz ist eine Friedensverfassung. Die besondere historische Verantwortung Deutschlands erfordert eine dauerhafte Verständigung mit Russland!
Heidelberger NachDenkseiten-Gesprächskreis und paxchristi-Heidelberg-Rhein-Neckar
sowie örtliche und regionale Friedensorganisationen
Dr. Detlef Thiel – Hartmut Müller – Christine Brauss
Kontakt: [email protected]
Straßburg/Paris. Ein großer Erfolg für die elsässischen Autonomiebestrebungen: die Region darf aus der Großregion Grand Est austreten und wird künftig formell eine „außergewöhnliche Körperschaft“ sein. […]
Der Beitrag Pariser Nationalversammlung gibt grünes Licht: Mehr Autonomie für das Elsaß erschien zuerst auf ZUERST!.
Der Abtreibungskonzern Planned Parenthood weiß, wie man sich selbst feiert. Kurz nachdem die Organisation für das Geschäftsjahr 2024/25 einen Rekord von 434.450 durchgeführten Abtreibungen – rund 1.190 pro Tag – gemeldet hat, lud man zur Gala nach New York ein, wie LifeNews berichtet. Gefeiert wurde im Cipriani South Street, einem Edelrestaurant an der Lower Manhattan […]
weiterlesen auf F-News

Der Iran hat die kürzlich angekündigte Öffnung der Straße von Hormus nach nur einem Tag wieder rückgängig gemacht. Grund ist die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA, wie ein Sprecher des iranischen Militärs der Nachrichtenagentur Fars mitteilte.
Teheran hatte der Durchfahrt einer begrenzten Zahl von Öltankern und Handelsschiffen zugestimmt, unter strenger Kontrolle der Revolutionsgarden und auf festen Routen. Die USA setzten ihre Blockade jedoch fort, weshalb die Meerenge nun wieder vollständig unter iranischer Verwaltung steht. US-Präsident Donald Trump bekräftigte, die Blockade bleibe "bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit Iran" bestehen.
Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte zuvor gedroht, die Straße nicht offen zu lassen, solange die US-Blockade andauert. Ein Schiffskonvoi mit rund 20 Handelsschiffen brach den Passagierungsversuch ab und kehrte um. Der Schiffsverkehr bleibt auf genehmigungspflichtige Korridore beschränkt; eine Normalisierung wird Monate dauern.
Die Sperrung seit Ende Februar 2026 hat weltweit Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben. Parallel üben Iran und USA Kontrolle aus: Iran fordert Genehmigungen, die USA drohen mit Aufbringung.
+++
Bildquelle: QQMinh88 / shutterstock
