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In Leipzig (Sachsen) sorgen mehrere schwere Gewalttaten im öffentlichen Nahverkehr für zunehmende Besorgnis. Innerhalb kurzer Zeit wurden gleich zwei Busfahrer Opfer von Angriffen – einer davon schwebte zeitweise sogar in Lebensgefahr. Beide Taten wurden durch Nichtigkeiten ausgelöst.
Der jüngste Vorfall ereignete sich am Montagnachmittag (20.04.2026) gegen 16:15 Uhr an einer Bushaltestelle im Stadtteil Grünau. Nach Angaben der Polizei sprach ein 22-Jähriger den 43-jährigen Busfahrer zunächst an und bat ihn um eine Zigarette. Als dieser die Bitte ablehnte, eskalierte die Situation: Der junge Mann zog ein Beil und bedrohte den Fahrer. Dieser konnte den Angreifer gemeinsam mit zwei Kollegen (43, 40), die zu Hilfe eilten, überwältigen. Dabei gelang es ihnen, ihm die Waffe abzunehmen und ihn bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.
Bei der Auseinandersetzung wurden ein Busfahrer (40) und der Tatverdächtige verletzt. Der 22-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht und vorläufig festgenommen. Es soll sich um einen „Deutschen“ handeln. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde er auf freien Fuß gesetzt.
Die Kriminalpolizei ermittelt wegen eines versuchten schweren Raubdelikts. Dabei soll auch untersucht werden, ob der Angreifer sich in einer „psychischen Ausnahmesituation“ befunden habe.
Dramatischer verlief ein Vorfall, der sich am 1. April um etwa 19 Uhr in einem Bus der Linie 90 ereignete: Der 62-jährige Fahrer wurde von einem 13-jährigen Iraker, der bereits als Intensivtäter bekannt war, angegriffen, nachdem er eine Gruppe Jugendlicher, zu der der Junge gehörte, aufgefordert hatte, leiser zu sein. Während in der Polizeimeldung von einer „körperlichen Auseinandersetzung“ die Rede ist, berichtete BILD unter Berufung auf Polizeikreise, dass der Busfahrer mit mindestens drei Kopfstößen traktiert wurde. Er sackte daraufhin blutend zusammen. Im Krankenhaus sei später ein Schlaganfall diagnostiziert worden. Der 62-Jährige wurde notoperiert und lag anschließend im Koma.
Der Junge versuchte, zu flüchten, die Polizei identifizierte ihn jedoch den Angaben zufolge schnell. Da er erst 13 Jahre alt ist, ist er strafunmündig. Strafrechtliche Konsequenzen drohen ihm daher nicht. Das Jugendkommissariat beim Haus des Jugendrechts hat die Ermittlungen zu diesem Körperverletzungsdelikt aufgenommen, teilte die Polizei mit.
Die beiden Taten stehen exemplarisch für eine besorgniserregende Entwicklung. Die Gewalt im öffentlichen Nahverkehr, nicht nur in Leipzig, scheint immer mehr außer Kontrolle zu geraten. Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe werden zunehmend zur Zielscheibe – wegen Nichtigkeiten, aus dem Nichts, mit erschreckender Brutalität.

















