Während die westliche Medienlandschaft im Gleichschritt die vermeintliche Sensation eines Friedensschlusses binnen 24 Stunden feiert, zeigt ein Blick auf die Realität vor Ort das gewohnte …
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Unternehmensinsolvenzen steigen um 15,8 Prozent, Verbraucherinsolvenzen um 18,9 Prozent. Gleichzeitig bleiben Energie, Verkehr und Dienstleistungen teuer. Zwei neue Destatis-Meldungen zeichnen das Bild eines Landes im wirtschaftlichen Abstieg.
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The prices paid to U.S. businesses for goods and services rose at the fastest annual pace in more than three years in May, driven by higher energy costs. The Department of Labor said its producer price index (PPI) for final
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Die Europäische Zentralbank erhöht alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Auslöser ist vor allem der neue Energiepreisschub infolge des Nahostkriegs. Öl und Gas werden dadurch nicht billiger – Kredite, Investitionen und Wohnungsbau aber teurer.
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Die EZB hebt die Leitzinsen um 25 Basispunkte an (Einlagesatz neu: 2,25 Prozent). Angesichts steigender Energiepreise durch den Nahost-Konflikt steigen die Inflationsprognosen, während die Wachstumserwartungen sinken. Künftige Schritte will die Notenbank flexibel und datenbasiert entscheiden
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Bitcoin kann vor Kontensperren, Kapitalverkehrskontrollen und Währungsverfall schützen. Bei einem Strom- oder Internetausfall hilft er zunächst wenig. Eine ehrliche Krisenvorsorge braucht mehrere Ebenen.
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Wegen des Iran-Kriegs könnte Deutschlands Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpfen. Die Unternehmen versuchen, sich mit vorgezogenen Aufträgen zu retten.
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Österreich will fünf Milliarden Euro sparen. Pensionen verlieren gegen die Inflation, Familienleistungen werden eingefroren und Arbeitnehmern wird das Telearbeitspauschale gestrichen.
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Die Märkte rechnen für Donnerstag nahezu sicher mit einer EZB-Zinserhöhung. Sie soll Inflationserwartungen bremsen, trifft aber eine bereits schrumpfende Euro-Wirtschaft.
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Die Bundesregierung arbeitet an einem umfassenden Reformpaket für den Haushalt 2027: Einerseits sind Steuerentlastungen für die Mittelschicht geplant, andererseits drohen zugleich höhere Belastungen bei Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Auch bei Sozialleistungen wie Elterngeld und Wohngeld stehen Einschnitte im Raum.
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Der Paritätische meldet 13,3 Millionen Menschen in Armut. Während die Politik Milliarden verwaltet, reicht es für immer mehr Bürger nicht mehr zum normalen Leben.
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Die EZB dürfte die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte anheben. Offiziell geht es um Inflation. Für die deutsche Wirtschaft ist das jedoch keine Rettung, sondern der nächste Druck auf Investitionen, Bau und Industrie.
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Wer dachte, das klassische Abo-Modell habe seinen Höhepunkt bereits erreicht, dürfte sich täuschen. Der YouTube-Kanal OwnGalaxy zeigt in einem aktuellen Video, wie Unternehmen immer neue Wege finden, Kunden zur Kasse zu bitten – oft mit undurchsichtigen Zusatzpaketen, Credits und Bezahlschranken innerhalb bereits bestehender Abonnements. Was einst als einfache Idee begann – ein monatlicher Festpreis für unbegrenzten Zugang […]
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Bislang war es unter anderem auch der chinesischen Kaufzurückhaltung zu verdanken, dass die Ölpreise nicht komplett durch die Decke schossen. Doch die chinesischen Lager leeren sich und bald schon wird auch das Reich der Mitte wieder nachfüllen müssen. Ohne die Wiederaufnahme des Ölflusses durch die Straße von Hormus wird es jedoch kritisch.
Die Volksrepublik China ist global betrachtet einer der größten Ölkonsumenten. Aufgrund der hohen Importabhängigkeit hat die kommunistische Führung für die Errichtung enormer Lagerstätten gesorgt. Eben um im Falle von Situationen wie der aktuellen, wo die globale Ölversorgung strauchelt, nicht auf dem Trockenen zu sitzen. Gleichzeitig jedoch sorgte Peking mit dem Rückgriff auf diese Reserven auch dafür, dass (zusammen mit den freigegebenen Ölreserven anderer Länder) der weltweite Angebotsschock nicht zu extrem ausfiel.
Die strategischen Ölreserven Chinas beliefen sich offiziellen Schätzungen zufolge auf mehr als eine Milliarde Barrel, bevor der Iran-Konflikt eskalierte. Doch selbst diese gewaltigen Reserven (sofern die offiziellen Angaben überhaupt der Wahrheit entsprechen, siehe Tweet oben) halten nicht ewig, da man einerseits wegen der ohnehin schon hohen Ölpreise – und um die Weltwirtschaft nicht komplett abzuwürgen – die Importmengen deutlich reduzierte und gleichzeitig die Ölnachfrage im Land weiterhin hoch ist. Peking weiß auch, dass die eigene exportabhängige Industrie unter zu hohen Energiepreisen in den Zielmärkten ebenfalls leiden würde. Im Grunde genommen war die bisherige Kaufzurückhaltung also keine selbstlose Tat, sondern ein strategischer Schachzug.
Doch früher oder später werden die chinesischen Raffinerien wieder als strategische Großeinkäufer auf den Markt treten – und dann könnte es für die anderen Ölkonsumenten ungemütlich werden. Denn ohne eine Rückkehr zu den Vorkrisenwerten bei der globalen Ölversorgung, reicht das Angebot nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken, so Analysten unter Berücksichtigung der aktuellen Daten. Entsprechende Preissprünge nach oben sind dann zu erwarten. Für die ohnehin schon unter Druck stehenden Volkswirtschaften in Europa wäre dies ein weiterer harter Schlag.
Selbst die US-Notenbank sieht derzeit keine Anzeichen dafür, dass der aktuelle Energieschock (der eben die Öl- und Gasversorgung der Welt betrifft) nur für eine kürzere Zeit andauern wird. Der Vorsitzende der Federal Reserve Bank of Kansas City, Jeffrey Schmid, erwartet deshalb bereits längerfristig höhere Inflationsraten in den Vereinigten Staaten. Die Europäische Union, die noch stärker von Energieimporten abhängig ist, ist dabei noch größeren Gefahren ausgesetzt, da sich Lieferengpässe deutlich massiver auf die Preise auswirken. Die Europäer täten gut daran, sich bereits Öllieferungen für die nächsten Monate vertraglich zu sichern, bevor das Reich der Mitte wieder auf die Märkte zurückkehrt.
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Peter Thiel baut laut New York Times in Argentinien Wurzeln auf: Villa, Milei-Kontakte, Familie vor Ort. Für den Tech-Milliardär wird Buenos Aires offenbar zum Fluchtpunkt.
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Sozialabbau unter Kriegswirtschaft: Wirtschaftsweise erklären den Ausnahmezustand zur Normalität
Das Gutachten zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die immer mehr leisten und gleichzeitig auf immer mehr verzichten soll. Gesundheit, Freizeit und soziale Sicherheit werden zunehmend der wirtschaftlichen Verwertungslogik untergeordnet.
Ein Kommentar von Janine Beicht.
Am 27. Mai 2026 präsentierten die Wirtschaftsweisen des Sachverständigenrates ihr Frühjahrsgutachten (1), ein Dokument, das weniger wie eine wirtschaftliche Analyse wirkt als wie die Verwaltung eines schleichenden Niedergangs. Während der Iran-Krieg die politisch deformierten Energiepreise endgültig explodieren lässt, Inflation und Produktionskosten nach oben treibt und die deutsche Wirtschaft unter der Last aus Deindustrialisierung, Abgabenstaat und geopolitischer Selbstbeschädigung ächzt, rechnen die Ökonomen den kommenden Verzicht erstaunlich nüchtern zur neuen Realität um.
Das Bruttoinlandsprodukt (1) wächst 2026 nur noch um 0,5 Prozent statt der bisher erwarteten 0,9 Prozent, 2027 um 0,8 Prozent. Die Verbraucherpreisinflation (1) klettert auf 3,0 Prozent im laufenden Jahr und bleibt 2027 bei 2,8 Prozent. Hohe Öl- und Gaspreise fressen die Kaufkraft der Haushalte auf, verteuern die Produktion und lähmen Investitionen im verarbeitenden Gewerbe. Die Warenexporte sinken bereits das dritte Jahr in Folge, China drängt als aggressiver Konkurrent auf den europäischen Markt. Einzig das im März 2025 beschlossene Finanzpaket für Verteidigung und Infrastruktur (2) stützt die öffentlichen Investitionen etwas. Das ist kein Zufall. Die Regierung rüstet auf, während sie den Bürgern erklärt, der Sozialstaat sei zu teuer geworden.
Das ist kein Unglück der Natur. Das ist das Ergebnis einer Politik, die den Sozialstaat demontiert, um Platz für Rüstungsausgaben und Krisenmanagement zu schaffen. Die Experten nennen es „Reformdruck“ (3). In Wahrheit ist es die bittere Vorbereitung auf weitere Kriege. Doch anstatt die politischen Ursachen dieser Entwicklung grundsätzlich infrage zu stellen, konzentriert sich das Gutachten fast ausschließlich darauf, wie die Bevölkerung die Konsequenzen tragen soll. Die wirtschaftliche Ausgangslage beschreiben die Wirtschaftsweisen selbst in ungewöhnlicher Deutlichkeit: (1)
„Die seit sieben Jahren anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft ist nicht nur konjunkturell bedingt, sondern längst Ausdruck tiefer struktureller Verwerfungen. Neben der schwindenden Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industrieprodukte auf den Weltmärkten schlägt inzwischen vor allem die demografische Entwicklung mit voller Wucht auf Wachstum, Produktivität und Wohlstand durch. […] Im Frühjahr 2026 steht die deutsche Volkswirtschaft, nach einer anhaltend schwachen Entwicklung unter verstärktem Anpassungsdruck.“
Allein der Begriff „Anpassungsdruck“ wirkt wie ein Euphemismus für das, was tatsächlich gemeint ist. Die Bevölkerung soll lernen, mit weniger Wohlstand, höheren Abgaben und schlechteren sozialen Leistungen zu leben. Der Ausnahmezustand wird zum Normalzustand erklärt.
Der Sozialstaat wird zum Sanierungsfall erklärt
Im Zentrum des Gutachtens steht der angebliche Reformdruck auf die Sozialversicherungen. Dabei zeichnen die Wirtschaftsweisen ein Szenario, das weniger nach nüchterner Prognose als nach vorbereitender Dramaturgie für tiefgreifende Einschnitte klingt. Die Sozialabgaben würden in den kommenden Jahren massiv steigen und bis 2040 beinahe die Marke von 50 Prozent erreichen. Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung erscheinen im Gutachten nicht mehr als tragende Säulen eines Sozialstaates, sondern als finanzielle Lasten, die aus Sicht der Ökonomen dringend „korrigiert“ werden müssten. Entsprechend alarmistisch fällt auch die Formulierung in der begleitenden Pressemitteilung aus: (4)
„Die Ausgaben der Sozialversicherungen steigen schneller als die beitragspflichtigen Einnahmen, daher wird der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz bis zum Jahr 2040 voraussichtlich auf fast 50 Prozent steigen. Diese Entwicklung wird zunehmend zu einem gesamtwirtschaftlichen Belastungsfaktor. Höhere Beitragssätze verteuern die Arbeitskosten der Unternehmen und verringern die Nettoeinkommen der privaten Haushalte.“
Die Sprache des Gutachtens bleibt sachlich. Die politische Tragweite hingegen ist enorm. Denn die Konsequenz lautet nicht etwa, politische Fehlentwicklungen zu korrigieren oder milliardenschwere Prioritäten neu zu bewerten. Stattdessen wird der Sozialstaat selbst zur Belastung erklärt. Die Wirtschaftsweisen formulieren unverblümt, dass steigende Sozialabgaben Konsum, Investitionen und Wirtschaftswachstum hemmen würden. Damit entsteht ein perfider Mechanismus. Zuerst wird die wirtschaftliche Basis durch geopolitische Eskalation und Energiepolitik zusätzlich geschwächt und anschließend werden die sozialen Sicherungssysteme wegen der daraus resultierenden Belastungen als Problem identifiziert. Hier offenbart sich die eigentliche Stoßrichtung des Gutachtens. Sozialleistungen gelten nicht länger als gesellschaftlicher Schutzmechanismus, sondern als ökonomischer Störfaktor. Die Bevölkerung wird auf eine Zukunft vorbereitet, in der soziale Sicherheit nur noch eingeschränkt existiert und jeder Einzelne stärker selbst haften soll.
Krankenversicherung als Instrument der Disziplinierung
Besonders tiefgreifend sind die Vorschläge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Die gesetzliche Krankenversicherung leidet nicht unter zu wenig Einnahmen, sondern unter einem dramatischen Ausgabenanstieg. Seit 2005 sind die GKV-Ausgaben preisbereinigt um 64 Prozent (5) gestiegen, die Einnahmenbasis nur um 31 Prozent. Die Wirtschaftsweisen fordern daher radikale Effizienzsteigerung statt weiterer Beitragserhöhungen. Sie betrachten die Gesundheitsversorgung primär als Kostenproblem. Krankenhäuser gelten als zu teuer, Arzneimittelpreise als zu hoch und die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern als finanzielle Fehlkonstruktion. Wie nüchtern und zugleich kompromisslos dieser Denkansatz formuliert wird, zeigt die offizielle Erklärung des Sachverständigenrates selbst (6):
„Um den Ausgabenanstieg im deutschen Gesundheitssystem zu begrenzen, sollten die finanziellen Mittel weniger ineffizient eingesetzt werden. ‚Die gesetzliche Krankenversicherung hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Es gibt keine einzelne Lösung, die ausreicht, um den Ausgabenanstieg wirksam zu begrenzen. Vielmehr muss an vielen Stellschrauben gedreht werden’. […] Gleichzeitig sollte die Gesundheitsprävention gestärkt werden. Zudem sollte die beitragsfreie Mitversicherung von nicht kindererziehenden Ehepartnerinnen und Ehepartnern abgeschafft werden.“
Die Konsequenz lautet also: Rationalisierung, Spezialisierung und stärkere Eigenbeteiligung.
Krankenhäuser sollen stärker zentralisiert werden. Nicht jede Klinik soll künftig jede Behandlung anbieten dürfen. Medikamente sollen nur noch hohe Preise erhalten, wenn ein zusätzlicher Nutzen nachgewiesen wird. Gleichzeitig wollen die Wirtschaftsweisen die beitragsfreie Mitversicherung vieler Ehepartner abschaffen. Betroffene sollen künftig rund 220 Euro Mindestbeitrag oder einen einkommensabhängigen Zuschlag zahlen. Beamte sollen in die GKV einbezogen werden, um die Bemessungsgrundlage zu verbreitern.
Besonders deutlich wird dabei die neue politische Leitidee, gesellschaftliches Verhalten staatlich zu steuern. Ernährung, Konsum und Gesundheitsverhalten sollen zunehmend über finanzielle Sanktionen reguliert werden. (1)
„Höhere Steuern oder Mindestpreise auf Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel.“
Was hier als Gesundheitsprävention verkauft wird, entwickelt sich in Wahrheit zu einer umfassenden Verhaltenslenkung. Der Staat greift immer tiefer in private Lebensbereiche ein und nutzt Steuern, Preisaufschläge und Einschränkungen als politische Erziehungsinstrumente. Der Sachverständigenrat unterstützt die „Reformen zur Steigerung der Einnahmen“ (1). Besonders perfide wirkt dabei die moralische Aufladung. Wer raucht, Alkohol konsumiert oder sich „ungesund“ ernährt, wird nicht mehr bloß als Konsument betrachtet, sondern plötzlich als finanzielle Belastung des Systems.
Pflegeversicherung, die organisierte Entwertung des Lebensabends
Noch drastischer wirken die Vorschläge im Bereich der Pflegeversicherung. Dort sprechen die Wirtschaftsweisen offen davon, Einkommen und Vermögen stärker zur Finanzierung heranzuziehen. Gleichzeitig sollen Pflegeleistungen stärker begrenzt und der Zugang erschwert werden. Die Vorschläge reichen von strengeren Pflegeeinstufungen bis zur Abschaffung bestimmter Zuschüsse. Der Sachverständigenrat formuliert das so (7):
„Um den Ausgabenanstieg […] zu dämpfen, sollten erstens die Pflegeeinstufungen auf das vom Expertenbeirat im Jahr 2013 fachlich empfohlene Maß begrenzt werden. Dadurch würde sich die Anzahl der anerkannten Pflegebedürftigen und die durchschnittliche Höhe des Pflegegrades verringern. […] Auch der Entlastungsbetrag in allen Pflegegraden könnte entfallen […].“
Damit zerfällt schrittweise das Versprechen, dass jahrzehntelange Beitragszahlungen im Alter soziale Sicherheit garantieren würden. Die Pflegeversicherung entwickelt sich immer stärker zu einem Teilkaskosystem, bei dem die eigentlichen Kosten zunehmend privatisiert werden. Pflegebedürftige sollen höhere Eigenanteile tragen und stärker auf eigenes Vermögen zurückgreifen. Das Gutachten formuliert (1):
„Eigenverantwortung bei der Finanzierung von Pflege erhöhen“ „Stärkerer Einsatz von Einkommen und Vermögen zur Finanzierung der Pflege“
Besonders zynisch erscheint dabei die ständige Berufung auf „Generationengerechtigkeit“. Tatsächlich bedeutet das Konzept in der Praxis vor allem eines: Künftige Rentner sollen trotz lebenslanger Beitragszahlungen weniger Leistungen erhalten und gleichzeitig höhere Belastungen tragen. Monika Schnitzer bringt die Philosophie hinter diesem Umbau auf den Punkt: (7)
„Die Pflegeversicherung ist nicht als Vollversicherung konzipiert: Sie soll soziale Härten abfedern, aber die Menschen nicht aus der Verantwortung entlassen, auch eigene Mittel für die Pflegekosten aufzuwenden. […] „Die älteren Generationen sollten sich nach ihren Möglichkeiten an den Pflegekosten beteiligen, um die demografisch bedingten Ausgabensteigerungen nicht vor allem den jüngeren Generationen aufzubürden.“
Bemerkenswert ist dabei vor allem die politische Selbstverständlichkeit, mit der massive Einschnitte inzwischen formuliert werden. Was noch vor wenigen Jahren als sozialpolitisch kaum vermittelbar gegolten hätte, erscheint im Gutachten bereits als nüchterne Verwaltungsaufgabe einer Gesellschaft, die ihren eigenen Wohlstandsverlust offenbar nicht mehr verhindern, sondern nur noch organisieren will.
Die totale Mobilmachung des Arbeitsmarktes
Besonders entlarvend sind die Passagen, in denen der Sachverständigenrat über das sogenannte „Arbeitsvolumen“ (1) spricht. Hinter diesem technokratischen Begriff verbirgt sich die Forderung nach einer Gesellschaft, in der Menschen länger arbeiten, mehr arbeiten und selbst unter gesundheitlich zunehmend schlechteren Bedingungen noch leistungsfähiger funktionieren sollen.
Genau darin liegt die eigentliche Brutalität dieses Gutachtens. Während gleichzeitig Krankenhäuser ausgedünnt, Pflegeleistungen begrenzt und Sozialleistungen zurückgefahren werden sollen, erwartet dieselbe politische und ökonomische Elite von der Bevölkerung noch höhere Belastbarkeit, noch längere Erwerbsphasen und noch mehr Produktivität. Der Staat zieht sich schrittweise aus seiner sozialen Schutzfunktion zurück, verlangt aber parallel maximale ökonomische Verfügbarkeit seiner Bürger. Die gesundheitlichen Risiken dieses Modells werden kaum thematisiert. Stattdessen erscheint der Mensch im Gutachten fast ausschließlich nur noch als steuer- und beitragsrelevantes Nutzvieh (8). Wie offen dabei selbst grundlegende gesellschaftliche Belastungsgrenzen inzwischen ökonomisiert werden, zeigt eine zentrale Passage aus der Kurzfassung des Gutachtens: (9)
„Zur Stärkung der Einnahmenseite können Maßnahmen helfen, die eine Erhöhung des Arbeitsvolumens bewirken, wie z. B. eine längere Erwerbsphase, eine höhere Erwerbsbeteiligung und bessere Anreize zur Ausweitung der Arbeitszeit.“
Besonders zynisch wirkt diese Forderung vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die bereits heute unter psychischer Erschöpfung, Burnout, chronischen Erkrankungen und wachsendem Druck am Arbeitsplatz leidet. Millionen Menschen arbeiten in Pflege, Logistik, Industrie, Schichtbetrieb, Handwerk, Einzelhandel oder Dienstleistungsberufen längst an ihrer Belastungsgrenze. Gleichzeitig beschreibt derselbe Sachverständigenrat explodierende Gesundheitskosten, zunehmende Pflegebedürftigkeit und die demografische Alterung als zentrales Problem. Die Antwort darauf lautet jedoch nicht Entlastung, sondern weitere Intensivierung des Arbeitslebens.
Was hier als wirtschaftliche Modernisierung präsentiert wird, ist in Wahrheit die schrittweise Unterordnung sämtlicher Lebensbereiche unter fiskalische Verwertungslogik. Familie, Teilzeit, Kinderbetreuung oder flexible Beschäftigungsmodelle erscheinen nur noch als Hindernisse maximaler Arbeitsmarktverfügbarkeit. Wer Angehörige pflegt, Kinder betreut oder aus gesundheitlichen Gründen kürzer tritt, gilt implizit als Belastungsfaktor für das System.
Besonders hart träfe die Abschaffung der Minijobs jene Menschen, die ohnehin am unteren Rand der Einkommensskala leben. Studenten, Rentner, Alleinerziehende oder Geringqualifizierte würden entweder deutlich höhere Abgaben zahlen oder ganz aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden. Die allgemeine Abgabenlast auf Arbeit liegt bereits heute auf einem Niveau, das im OECD-Vergleich zu den höchsten weltweit gehört. Trotzdem fordert der Sachverständigenrat weitere Belastungen.
Die eigentliche Botschaft dieses Kapitels ist unübersehbar. Während die sozialen Sicherungssysteme schrittweise zurückgebaut werden, soll die Bevölkerung gesundheitlich, finanziell und psychisch immer weiter ausgebeutet werden. Genau darin liegt die ideologische Grundrichtung dieses Gutachtens.
Selbst im Rat wächst die Angst vor sozialer Verwüstung
Bemerkenswert ist, dass selbst innerhalb des Sachverständigenrats Widerstand gegen einzelne Vorschläge existiert. Achim Truger verfasst zwei Minderheitsvoten, distanziert sich ausdrücklich von Teilen des Reformkatalogs und warnt vor massiven sozialen Verwerfungen. Er veröffentlicht im Superplusmagazin: (10)
„Die Mehrheit der Wirtschaftsweisen unterbreitet im Frühjahrsgutachten radikale Vorschläge für Renten- und Pflegeversicherung. Umverteilung von unten nach oben und soziale Härten wären die Folge.“
Besonders deutlich kritisiert Truger die Auswirkungen auf Rentner und Pflegebedürftige. Das Rentenniveau könne massiv sinken, während gleichzeitig die finanzielle Belastung pflegebedürftiger Menschen drastisch ansteige. Dass selbst innerhalb eines wirtschaftsliberalen Expertengremiums solche Warnungen formuliert werden, zeigt die politische Sprengkraft der vorgeschlagenen Maßnahmen.
Die Republik des Mangels: Der Preis der Eskalation
Das Frühjahrsgutachten 2026 ist kein technischer Bericht, sondern das Protokoll eines historischen Umbaus. Deutschland entfernt sich zunehmend vom sozialen Ausgleichsstaat und entwickelt sich zu einer technokratischen Mangelsgesellschaft, in der Verzicht, Belastung und Dauerkrise zum politischen Normalzustand erklärt werden.
Die Wirtschaftsweisen liefern die technokratische Legitimation für eine Politik, die den Sozialstaat schrittweise zurückbaut, während militärische und geopolitische Prioritäten unangetastet bleiben. Die Konsequenzen werden der Bevölkerung als alternativlos präsentiert:
länger arbeiten
höhere Beiträge zahlen
private Vorsorge ausbauen
mehr Eigenbeteiligung tragen
Verzicht zur Dauerrealität machen
keine Gegenleistung erwarten
Der alte Sozialstaat verschwindet dabei nicht aus finanzieller Notwendigkeit. Er wird systematisch zurückgebaut, damit der gefräßige Staat seine neuen Prioritäten finanzieren kann. Hinter den nüchternen Formulierungen des Gutachtens verbirgt sich ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel, dessen Folgen Millionen Menschen im Alltag spüren werden.
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Wie das statistische Bundesamt berichtet, sind die monetären Sozialleistungen des Staates im Jahr 2025 um weitere 41,7 Milliarden Euro gestiegen. Insgesamt flossen damit unglaubliche 751,2 Milliarden Euro in Renten, Arbeitslosengeld, Wohngeld, Sozialhilfe und andere staatliche Leistungen. Doch statt Alarm zu schlagen, versucht das Statistische Bundesamt die Entwicklung mit typischer Behörden-Prosa kleinzureden. Denn gleich zu Beginn wird […]
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Die deutsche Wirtschaft sieht sich mit großen Herausforderungen konfrontiert. Die von Bundeskanzler Merz forcierte Erhöhung der Militärausgaben hat bislang keine positiven Effekte gezeigt und wird voraussichtlich auch in Zukunft kaum zur Stabilisierung beitragen. Die Regierung muss sich auf eine längere Krisensituation einstellen, deren Bewältigung eine Neupositionierung der Beziehungen zu den USA erforderlich machen könnte. Rüstungsaufträge […]
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Diese Frage ist nicht aus ethischer oder moralischer Sicht gestellt. Da ließe sie sich leicht mit nein beantworten. Es gibt vieles, was wichtiger und wertvoller ist als Geld. Sich hin und wieder auch daran zu erinnern, ist gut und wichtig.
Hier geht es allerdings um Wirtschaft – und es sieht so aus, als sei es das Ziel allen Wirtschaftens, mehr Geld einzunehmen als auszugeben, bzw. als einzusetzen, um es als Gewinn getrost nach Hause tragen zu können.
Dabei kennt doch inzwischen alle Welt den Spruch der Cree-Indianer, der in die Weisheit mündet, dass man Geld nicht essen kann.
Man kann diese Weisheit für naiv halten und ihr entgegensetzen, dass man sich ohne Geld nichts kaufen – also erst recht nichts essen kann. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass es durchaus Situationen gibt, in denen man auch mit sehr viel Geld nichts kaufen kann.
Stellen Sie sich einfach vor, sie haben auf einer kleinen Nebenstraße, mitten in den italienischen Alpen auf 2.000 Meter Höhe eine Panne. Es wird bald dunkel. Das Handy hat keinen Empfang. Wie lange warten Sie darauf, dass ein Auto vorbeikommt und Hilfe leistet? Was helfen Ihnen die 5.000 Euro die Sie mit sich führen? Natürlich steigen sie aus und versuchen zu Fuß die nächste Ortschaft zu erreichen. Sind ja nur zwei Kilometer. Nach fast einer Stunde stellen Sie fest: Es sind nur drei Häuser. Alles dunkel. Alles still. Sie klopfen an die Türen. Sie rufen Hallo. Es bleibt still. Dann schleppen Sie sich zurück zum Auto, klappen den Liegesitz um, verriegeln die Türen und versuchen, hungrig und durstig Schlaf zu finden.
Das Beispiel muss nicht weiter ausgeschmückt werden. Halten wir einfach fest: Wenn niemand etwas anbietet, ist Geld wertlos.Diese Erkenntnis erscheint trivial. Die umständliche Hinführung mit der Schauergeschichte erscheint überflüssig. Doch im Hintergrund lauert die eigentliche Frage: Was bringt einen vernunftbegabten Menschen dazu, einem anderen Menschen, einem Fremden noch dazu, etwas aus seinem Besitz zu geben, wenn er als Gegenleistung doch nur eine kleine Menge – meist sogar schmutziges – Altpapier bekommt?
Weil es sich beim Altpapier um Banknoten handelt, die schließlich einen Wert haben?
Das ist unbefriedigend. Dieser Wert lässt sich nämlich überhaupt nicht bestimmen. Bestenfalls für kurze Zeit so ungefähr. Sind fünf Euro drei Liter Diesel wert, oder doch nur zwei? Wieviel Diesel wird man in 12 Monaten für fünf Euro erhalten? Zwei? Einen? Einen Halben? Oder gar nichts, weil der Tank der Tankstelle leer ist? Man muss nicht mit Diesel rechnen. Kartoffeln, Zigaretten, Schuhe, Bücher, Silber – überall das Gleiche. Es sind zwar die Preise, die sich ändern, aber die Änderung kommt meistens und hauptsächlich daher, dass der Wert des Geldes schwankt und auf längere Sicht betrachtet stetig abnimmt.
Die Inflation.
Man könnte Inflation mit Aufgeblähtheit übersetzen. Was aufgebläht ist, ist die Liquidität, also jene Teile des Geldes, die unmittelbar zum Bezahlen verwendet werden können. In der Masse handelt es sich dabei um Guthaben auf Giro-Konten, deren Auszahlung von der Bank sofort verlangt werden kann. Die Banker sprechen von „sofortiger Fälligkeit“. Der weitaus kleinere Teil der Liquidität liegt in Form von Bargeld vor.
Was bedeutet diese Aufgeblähtheit, wie kommt sie zustande?
Echte Inflation bedeutet, dass mehr Liquidität am Markt vorhanden ist als gebraucht wird, um das Angebot an Waren und Dienstleistungen zu kaufen.
Wir müssen etwas genauer hinsehen, um das wirklich zu verstehen. Die wesentlichen Geldbewegung vollziehen sich in Deutschland an jedem Monatswechsel. Am letzten Tag des zu Ende gehenden Monats werden Löhne und Gehälter, Renten, die Grundsicherung, und vieles mehr überwiesen. Am ersten Tag des Folgemonats werden Miete, Versicherungsbeiträge und vieles mehr von den Konten der Konsumenten wieder abgebucht. Der Rest ist für den „freien“ Konsum verfügbar. Daraus werden nun einen Monat lang sämtliche Lebenshaltungskosten bestritten. Das Geld fließt auf diesem Wege zurück auf die Konten des Handels und weiter auf die Konten der Industrie, die davon dann am nächsten Monatsende wieder Löhne und Gehälter zahlen, Lohnsteuer und Sozialversicherungbeiträge abführen und ihrer sonstigen Kosten decken.
Ganz ohne planwirtschaftliche Vorgaben gelingt es über millionenfache Einzelentscheidungen der Wirtschaft die monatlich in den Markt gelangende Kaufkraft der Konsumenten immer wieder aufzusaugen und in einem steten Kreislauf zu halten. Würde sonst nichts geschehen, es käme kaum zu einer inflationären Situation. Ungefähr ein Zwölftel der Jahresumsätze werden monatlich umgewälzt. Dass dabei manche Unternehmen Vorteile ergattern und andere untergehen müssen, geht in der gigantischen Zahl von Transaktionen einfach unter.
Inflation entsteht dann, wenn mehr Liquidität in den Markt kommt. Es kann zum Beispiel sein, dass ein neuer Trend auftaucht. Nehmen wir zum Beispiel die KI. Alle Investoren wollen dabei sein, wenn riesige Rechenzentren auf die grüne Wiese gestellt werden, wenn Software-Unternehmen mit ihren KI-Anwendungen das dicke Geld verdienen, wenn eines Tages auch die bislang kostenlosen Angebote für den Privatkunden kostenpflichtig werden, weil KI-Nutzung einfach ein Muss geworden ist.
Da werden Geldvermögen, die in Aktien und anderen Wertpapieren, in langfristigen Bankeinlagen geparkt waren auf einen Schlag von sehr vielen Akteuren in Liquidität umgewandelt. Außerdem werfen die Banken Zig-Milliarden neuer Kredite in den Markt, weil sie natürlich an diesem Boom auch mitverdienen wollen. Um das alles zu realisieren, braucht es Menschen, die von der Planung bis zum Eröffnungstermin jede Menge hochbezahlter Arbeit leisten. Es gibt eine Einstellungswelle, auch für echte ausländische Fachkräfte, die ins Land geholt werden – und alle erhalten an jedem Monatsletzten ihr Gehalt – aber es ist noch lange nichts produziert worden, es gibt noch lange keine Umsätze. Das viele Geld, das zusätzlich in den Taschen der zusätzlich Beschäftigten landet, trifft auf einen Markt, der auch ohne ihre Kaufkraft geräumt worden wäre. Der Handel spürt das, und jedes Handelsunternehmen stellt fest, dass mehr verkauft werden könnte, wenn denn die Ware verfügbar wäre. Was folgt sind breit gestreute Preiserhöhungen und steigende Gewinne. Der alte Spruch: „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“ beweist sich wieder einmal selbst.
Es muss nicht die KI sein. Es funktioniert genauso gut, wenn nicht noch besser, wenn der Staat plötzlich beschließt, hunderte Milliarden in die Rüstung zu stecken – und dies auch noch in Zusammenarbeit mit inländischen Rüstungsunternehmen. Ein Rüstungsunternehmen wird nämlich so gut wie nie etwas herstellen, was sich Otto Normalverbraucher ins Wohnzimmer stellen könnte. Von daher sind Steigerungen bei den Rüstungsausgaben immer und dauerhaft inflationsfördernd.
Ist die Inflation erst einmal in Schwung gekommen, erhält sie sich beinahe von selbst am Leben. Alle, die mit neuen Jobs nicht selbst vom Aufschwung profitieren, erleben die inflationären Preissteigerungen nämlich sehr direkt als Wohlstandsverlust und fordern Lohnerhöhungen, höhere Renten, höhere Grundsicherung, höheres Kindergeld, usw. Dies wiederum bleibt nicht ohne Rückwirkung auf die Kosten der Unternehmen, die sich gezwungen, oder zumindest veranlasst, bzw. berechtigt sehen, ihre Preise erneut zu erhöhen. Damit ist die berüchtigte „Lohn-Preis-Spirale“ in Gang gekommen und nur mit ziemlich radikalen und schmerzhaften Methoden wieder zu bremsen.
Im nächsten Kapitel geht es um das glatte Gegenteil.
Die wichtigen Stichworte:
Geldwert
Der Wert des Geldes ist nie exakt zu bestimmen. Zum einen fehlt die stabile Messgröße. Weder der Liter Diesel, noch die Feinunze Gold geben an, wieviel 100 Euro wert sind. Selbst wenn im Augenblick der Liter Diesel an allen Tankstellen 2,00 Euro kosten würde – morgen wird es anders sein, in einem Jahr ganz anders. Geld hat also exakt den Wert, den in einer konkreten Situation Verkäufer und Käufer für angemessen halten.
Inflation
Echte Inflation ist die Folge eines Überangebotes an Liquidität gegen über dem Angebot an Gütern, Waren und Dienstleistungen. Aus solchen Situationen heraus steigen die Preise, und das bedeutet, das Geld verliert an Wert. Dieser Wertverlust trifft aber nicht nur die Liquidität, sondern auch die ruhenden Geldvermögen in Form von längerfristigen Bankeinlagen. Es handelt sich um eine stille Enteignung. Wertpapiere reagieren auf die Inflation in der Regel ebenfalls mit Preisanpassungen.
Die Kollateralschäden des Angriffskriegs gegen Iran
Als Israel und die USA ihren Angriffskrieg gegen den Iran begannen, um das Land zu unterwerfen, warnten viele Analysten davor, dass dies eine weltweite Wirtschaftskrise auslösen könnte. Die Philippinen sind ein Beispiel dafür, wie jene Länder des Globalen Südens, die sowieso unter Druck standen, nun vor dem Abgrund stehen.
Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde die Philippinen als die widerstandsfähigste Wachstumsgeschichte Südostasiens beworben. Doch da die Annahmen der Politik von vor 2022 untergraben wurden, brechen die Fundamentaldaten ein. Die neuesten BIP-Daten schockierten selbst vorsichtige Beobachter. Die Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 nur um 2,8 % im Jahresvergleich, weit unter den Erwartungen und deutlich unter dem einst als für das Land als normal geltenden Wachstum von 5–6 %.
Die Inflation dagegen ist auf über 7 % gestiegen. Die Haushaltsdefizite bleiben hoch. Die öffentliche Verschuldung ist auf das höchste Niveau seit zwei Jahrzehnten gestiegen. Sollte das Land nicht deutlich seine Politik ändern, könnte es bald zu einer offenen Staatskrise kommen. Korruptionsskandale werden durch Probleme der Weltwirtschaft, wie die Hormus-Krise, potenziert, ähnlich wie Korruption in den USA , die sonst als systemimmanent hingenommen wird, bei schwächelnder Wirtschaft politische Erdbeben auslösen können.
Die Warnung an der Wand
Das Investitionswachstum der Philippinen hat sich stark verlangsamt, während der Haushaltskonsum – traditionell der wichtigste Wachstumsmotor – unter Inflationsdruck an Schwung verliert.
Internationale Institutionen kämpfen darum, mittelfristigen Optimismus zu bewahren. Sogar der IWF bleibt nach Herabstufungen der Prognosen aufgrund von Korruptionsskandalen, Infrastrukturstörungen und Energieschocks vorsichtig, und versucht, keine zu düsteren Prognosen zu veröffentlichen.
Die Verschlechterung ist jedoch politisch gravierend, denn die Philippinen sind mit ungewöhnlich hohen Erwartungen ins Jahr 2026 gegangen. Die Regierung von Marcos Jr., welche sich wieder verstärkt den USA zuwandte, hatte das Land als zukünftige Erfolgsgeschichte für Mittelschichten dargestellt. Diese sollten von der Verlagerung der Lieferkette aus China profitieren, wie das Pax-Silica-Glücksspiel versprach.
Das Pax Silica Gamble (zu Deutsch etwa „Pax Silica Glücksspiel“ oder „Wagnis“) bezeichnet die strategische Entscheidung der Philippinen, sich eng an die USA zu binden, um Teil einer US-geführten Allianz für Künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter-Lieferketten zu werden. Kernstück ist der Aufbau einer 4.000 Acre (ca. 16 km²) großen, spezialisierten Industriezone, der Economic Security Zone (ESZ), im New Clark City in Tarlac auf der Insel Luzon.
Kritiker, wie die Organisation AGHAM, befürchten, dass das Land zu einem reinen Produktionsstandort für Chips und Halbleiter wird, die in US-Waffen, Drohnen und Überwachungssystemen landen, anstatt die eigene industrielle Entwicklung zu fördern.
Satt "blühende Landschaften", wie von den USA versprochen, ist die Wirtschaft nun zwischen hohen Kreditkosten, geschwächtem Investorenvertrauen und sich verschlechternden äußeren Bedingungen gefangen.
Ein besorgniserregenderes Zeichen ist der Rückgang produktiver Investitionen. Die Bruttokapitalbildung hat sich erheblich abgeschwächt, was darauf hindeutet, dass Unternehmen zunehmend an der Vorhersehbarkeit der politischen Entwicklungen zweifeln. Und der Angriffskrieg gegen den Iran hat hier eine entscheidende Rolle gespielt.
Energie, Inflation und Ernährungsunsicherheit
Der Inflationsschub spiegelt die hohen strukturellen Verwundbarkeiten der Philippinen wider. Das Land ist weiterhin stark von importierten Kraftstoffen abhängig, was es äußerst empfindlich gegenüber Instabilität im Nahen Osten und globalen Schifffahrtsstörungen macht.
Die Lebensmittelinflation bleibt ein weiterer Problempunkt. Die Reispreise hatten sich 2025 vorübergehend stabilisiert und halfen, die Inflation früher zu senken. Doch erneuerte Energiekosten, logistische Engpässe und wetterbedingter landwirtschaftlicher Stress haben diese Fortschritte rückgängig gemacht.
Das Ergebnis ist ein klassischer Druck auf Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die Reallöhne stagnieren, während die Preise für Transport, Strom und Lebensmittel gleichzeitig steigen.
In einer von Überweisungen von im Ausland arbeitenden Bürgern abhängigen Wirtschaft verstärkt dies gefährliche soziale Dynamiken. Im Ausland unterstützen philippinische Arbeitskräfte weiterhin den Inlandskonsum, doch die Migration dient zunehmend als Sicherheitsventil für eine schwache Schaffung von Arbeitsplätzen im Inland und nicht als Ergänzung für den wachsenden Wohlstand. Es bereitet die Bühne für einen Teufelskreis.
Die Bangko Sentral ng Pilipinas, die Zentralbank des Landes, steht vor einem unmöglichen Balanceakt. Eine Straffung der Geldpolitik birgt das Risiko, das Wachstum weiter zu erdrücken, während sie die Risiken schwächt, die in Inflationserwartungen begründet sind.
Wie internationale Märkte das Risiko neu bewerten
Finanzmärkte reagieren typischerweise, wenn mehrere Schwachstellen sich gegenseitig verstärken. Das ist die Gefahr, der die Philippinen jetzt gegenüberstehen.
Verlangsamtes Wachstum, anhaltende Inflation, erhöhte Haushaltsdefizite, steigende Schuldendienstkosten, politische Fragmentierung und zunehmende geopolitische Belastung schaffen gemeinsam die Voraussetzungen für eine schrittweise Neubewertung des philippinischen Risikos auf den globalen Märkten.
Ausländische Portfolio-Investoren sind in der Regel die Ersten, die darauf reagieren. In Phasen der Unsicherheit neigt das Kapital dazu, sich von Schwellenmärkten mit niedrigerer Rendite zu vermeintlichen sicheren Zufluchtsorten oder größeren asiatischen Volkswirtschaften mit tieferen Industriebasen zu entfernen.
Wenn das Wachstum bei 3–4% stagniert, während die Inflation hoch bleibt, läuft das Land Gefahr, in einen Kreislauf schwächerer Kapitalzuflüsse, Peso-Volatilität und sinkendes Anlegervertrauens zu geraten.
Strategisch-industrielle Projekte, die mit Pax Silica verbunden sind, könnten selektive, von den USA, Japan und alliierten Staaten unterstützte Investitionen anziehen, aber breitere private Investitionen scheinen vorsichtig Zurückhaltung zu üben, insbesondere in Sektoren, die auf inländischen Konsum, Einzelhandel, Büroimmobilien und spekulative Immobilien ausgerichtet sind.
Offene Immobilienmärkte
Jahrelang basierte das städtische Wachstum der Philippinen auf der Erweiterung von Eigentumswohnungen, Auslandsüberweisungen und Erwartungen an dauerhaft steigende Grundstückswerte. Dennoch könnten anhaltend hohe Zinssätze, nachlassende Kaufkraft der Haushalte und eine schwächere ausländische Nachfrage eine mehrjährige Deflation des Immobilienmarktes auslösen, insbesondere in überversorgten Metro-Manila-Segmenten.
Eine anhaltende Immobilienkorrektur schwächt die Bankbilanzen, verringert die Bautätigkeit und dämpft die Inlandsnachfrage weiter. Internationale Ratingagenturen reagieren negativ, wenn die Schuldenquoten steigen und das Wachstum schwächer wird.
Jede Herabstufung – oder sogar eine negative Überarbeitung der Aussichten – könnte die Staatskreditkosten erhöhen, die Zinskosten für öffentliche Schulden erhöhen und die Regierung zwingen, mehr fiskalische Mittel für Schuldenbetreuung statt für Infrastruktur oder soziale Ausgaben bereitzustellen.
Höhere Kreditkosten würden durch teurere Unternehmenskredite, schwächere Investitionen und reduzierte Konsumkredite in die Gesamtwirtschaft übergreifen.
Das hat weitreichende Folgen, weil das philippinische Entwicklungsmodell stark auf staatlich geführte Infrastrukturausgaben angewiesen ist. Sobald öffentliche Arbeiten langsamer werden, schwächen sich die Multiplikatoreffekte im Bauwesen, in der Fertigung und im Dienstleistungssektor schnell ab.
Die politische Zersplitterung verschärft die Lage. In einer Zeit, in der gewöhnliche Filipinos sich eingeengt fühlen und echte Sorgen um die Zukunft haben, konkurrieren Elitefraktionen um Fragen der geopolitischen Ausrichtung und Sicherheitsfragen zwischen den USA und China.
Auch die Schuldenentwicklung sorgt für Besorgnis. Die öffentliche Verschuldung hat über 63 % des BIP erreicht – den höchsten Wert seit zwanzig Jahren. Dabei fehlen den Philippinen die Reservewährungsprivilegien und die industrielle Basis, die es reicheren Staaten ermöglichen, hohe Schuldenlasten zu tragen.
Szenarien für 2026-2028
Heute erscheinen drei grobe Szenarien plausibel.
Bestmögliches Szenario: Das Wachstum erholt sich bis 2027 moderat auf 4–5%, da die Inflation nachlässt und die Infrastrukturausgaben wieder aufgenommen werden. Was aber ein Ende der US-Blockade der Straße von Hormus voraussetzt. Pax Silica-Projekte ziehen gezielte Investitionen an, doch die Vorteile bleiben geografisch und sozial konzentriert. Die Schulden stabilisieren sich nahe dem aktuellen Niveau.
Erosionsszenario: Zunehmende Spannungen zwischen den USA und China verringern die Diversifizierung von Tourismus, Handel und Investitionen. Da China selbst unter der Krise auf Grund des Angriffskriegs gegen den Iran wirtschaftlich leidet, und auf Grund der Neuausrichtung zugunsten des US-Einflusses, ist wenig Hilfe von dort zu erwarten. Die Energiepreise bleiben hoch, die Inflation bleibt über dem Ziel, und das Wachstum schwankt um etwa 3–4%. Der fiskalische Druck verschärft sich und die Ungleichheit vertieft sich.
Strategisches Volatilitätsszenario: Ohne Anti-Korruptions-Durchsetzung, Infrastruktureffizienz und breitere technologische Fähigkeiten riskieren die Philippinen, zur Frontlinie in einem größeren US-China-Konflikt zu werden. In diesem Szenario würde die Wirtschaft in eine längere Phase strategischer und wirtschaftlicher Turbulenzen geraten.
Der Philippinischer Peso ist ein früher Indikator für gefährlichen Wirtschaftsentwicklungen. Historisch gesehen erleben "Frontlinienwirtschaften" oft einen anhaltenden Risikorückgang auf den Devisenmärkten. Diese Aussage beschreibt ein ökonomisches Phänomen, bei dem kleinere, aufstrebende Volkswirtschaften – sogenannte Frontline Economies oder Frontier Markets – über einen längeren Zeitraum hinweg stabiler werden und die Gefahr von plötzlichen, heftigen Währungseinbrüchen abnimmt.
Beispiele hierfür sind die Ukraine vor dem Ausbruch des offenen Krieges mit Russland und Taiwan während großer Krisen über die Straße, als Investoren trotz starker Industriesektoren höhere Risikoprämien forderten. Wenn die Philippinen zunehmend als strategischer Frontstaat in der US-chinesischen Rivalität wahrgenommen werden, könnten internationale Märkte den Peso ähnlich nicht als ASEAN-Wachstumswährung, sondern eher als geopolitisches Mittel bepreisen. Das würde die Volatilitätsszenarien verstärken.
Fazit
Wir haben gerade nur auf die Philippinen geschaut. Aber wenn man sich im Globalen Süden umschaut, erkennt man mehrerer, ja sogar viele Länder, deren Entwicklung sowieso auf schwachen Füßen steht. Länder, denen durch den Angriffskrieg gegen den Iran und die dadurch entstandene Hormuskrise nun der "Teppich unter den Krücken" weggezogen wird. Und immer mehr Länder scheinen zu "Frontline Economies" zu werden. Aber das wäre ein separater Artikel.
(Der Artikel basiert zum Teil auf Arbeiten von Dr. Dan Steinbock und seinen Artikeln in der Manila Times)
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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Bild: MANILA, PHILIPPINEN - Arme Häuser in einem Slumviertel der Stadt Manila auf den Philippinen
As the Trump administration escalates its campaign against Iran through sanctions, naval pressure and financial enforcement, a central question is emerging: Can unprecedented economic strain truly weaken the regime, or will Iran’s rulers once again absorb the pain, suppress unrest and survive?
Treasury Secretary Scott Bessent said in a Tuesday post on X that the "Economic Fury" campaign has already disrupted "tens of billions of dollars in revenue" that would otherwise support terrorism, while arguing Iran’s inflation has doubled and its currency has sharply depreciated under the current maximum pressure campaign.
Bessent also warned that Kharg Island, Iran’s primary oil export terminal, is nearing storage capacity and could soon force production cuts, which he said may cost the regime an additional roughly $170 million per day in lost revenue.
The escalating pressure campaign marks one of the most aggressive U.S. efforts in years to economically isolate Iran. But the central question is whether this strategy can force meaningful concessions from a regime that has historically absorbed economic pain, or whether it risks triggering broader instability — from energy market shocks to regional escalation — before Iran is pushed to a breaking point.
A senior administration official told Fox News Digital that Treasury is aggressively expanding "Economic Fury" beyond traditional sanctions by targeting Iran’s ability to generate, move and repatriate funds across oil, banking, cryptocurrency and covert trade networks.
The official said Treasury has disrupted billions in projected Iranian oil revenue in recent days alone, including freezing half a billion dollars in regime-linked cryptocurrency, while also escalating pressure on Chinese "teapot" refineries, foreign banks and sanctions-evasion networks facilitating Tehran’s trade.
The Treasury has also warned financial institutions in China, Hong Kong, the United Arab Emirates and Oman that continued facilitation of Iranian illicit commerce could trigger secondary sanctions, while signaling that foreign companies — including airlines — may also face penalties if they support prohibited Iranian activity.
But Alireza Nader, an Iranian independent analyst based in Washington, is skeptical that economic pressure alone will force a strategic breaking point.
"It looks like a game of chicken and I think the regime thinks that it can win this game of chicken with President Trump," he told Fox News Digital.
"I don’t see this economic blockade … leading to some sort of breaking point for the regime," Nader added, arguing that Iran’s leadership has repeatedly shown it is willing to let ordinary citizens bear extraordinary suffering to preserve power.
"The regime cares about staying in power," he said, warning that public hardship does not necessarily translate into vulnerability.
"The economic clock is moving much faster on Iran than on its adversaries."
That skepticism stands in stark contrast to Miad Maleki, a former Treasury sanctions analyst, who argues Washington may now hold its greatest leverage over Iran since the 1979 revolution.
"We’ve never had the level of leverage that we have today with Iran in the history of our conflict … since 1979," Maleki said.
For Maleki, what makes this moment different is not sanctions alone, but the convergence of sanctions, naval blockade and aggressive secondary enforcement.
He said Iran’s already fragile economy — marked by 104% food inflation and a roughly 90% collapse in purchasing power — could face roughly $435 million in daily economic losses if maritime restrictions hold.
"Iran’s economy relies on the Strait of Hormuz more than any other economy," Maleki said, arguing that disruption around the strait may ultimately hurt Iran faster than its adversaries.
If restrictions are fully enforced, Maleki warned, "crude onshore storage shortages in about 7 to 14 days, then they can buy a few weeks with filling up a dozen tankers already in the Persian Gulf, but they have to start dropping oil extraction now in anticipation of running out of storage. They are also facing gasoline shortages in matters of days or a few weeks, forced oil-production cuts, and eventually banking or salary strain."
Independent shipping intelligence from shipping intelligence firm Kpler suggests Iran’s oil bottleneck may already be intensifying, though perhaps on a slightly longer timeline than some sanctions advocates predict.
Before the conflict, Iran exported roughly 2 million barrels of oil per day, Court Smith, Kpler’s head of engagements and partnerships, told Lauren Simonetti at FOX Business, but current exports appear closer to 1 million barrels daily, leaving an estimated 1 million barrels per day accumulating in storage.
Smith estimated Iran may have roughly 30 days before shoreside storage faces severe capacity constraints under current conditions, while warning that older fields or marginal wells could already be facing early shut-in pressures.
To buy time, Iran has reportedly begun pulling decades-old tankers out of storage for temporary floating capacity, a sign of mounting logistical strain.
Former Israeli national security adviser Yaakov Amidror argues the blockade should not be judged by whether it forces immediate capitulation, but by whether Washington has the patience to let time erode Iran’s strength.
"Blockade is one of the oldest forms of warfare," Amidror said. "Blockade equals time."
In his view, the strategy’s advantage is precisely that it imposes relatively low costs on the United States while gradually exhausting Iran’s economy.
"The siege does its work. It weakens Iran," he said, describing it as one of the cheapest long-term methods of pressure available.
Amidror also pushed back forcefully against claims that modern enforcement is unrealistic.
"I don’t buy the idea that the U.S. Navy in the 21st century can’t monitor the 35 kilometers of blockade," he said, arguing that American surveillance, satellites and naval assets are more than capable of controlling the choke point over time.
Danny Citrinowicz, a nonresident fellow with the Atlantic Council’s Middle East Programs, offers a far more skeptical view.
"The blockade won’t force Iran to capitulate," Citrinowicz said.
"This country is under sanctions since 1979 … they know how to make adjustments," he added.
"The regime isn't just dependent on oil and energy exports to survive, it has other means of income," Nader argued, "Oil and natural gas are its biggest sources of income, but I think this regime has made a calculation that it can withstand even months of economic siege because it may think that the Trump administration is more vulnerable to political pressure."
"Look," he added, "American voters vote in the president and vote out the president. In Iran, nobody's voted in and out. The regime maintains power through brutal force. If there are public disturbances, if there are new uprisings, the regime will try to deal with them as it has in the past to mass violence, killing thousands of people. That's how this regime stays in power."
Citrinowicz warned that Iran may escalate regionally or exploit global energy vulnerabilities long before economic collapse forces surrender, potentially driving oil prices sharply upward and creating international political pressure before Tehran truly breaks.
"In the pain game … the world will feel that before," he said.
That leaves the administration facing a strategic endurance contest: Can economic warfare degrade Iran faster than the regime can adapt, repress and weaponize global pain?
Nader believes Iran’s rulers may still calculate that they can outlast U.S. patience through repression and resource management.
Maleki believes the economic "clock is moving much faster" on Iran than on its adversaries.
Amidror argues time itself may be Washington’s greatest weapon.
And Citrinowicz warns that if the United States expects quick capitulation, it may be underestimating both Iran’s resilience and its willingness to escalate.
Fox News Digital has reached out to the Iranian mission to the U.N., CENTCOM and the Pentagon for comment.
Deutschland galt über Jahrzehnte als industrielle Mitte Europas: Exportweltmeister, Maschinenmacht, Chemieriese und das wirtschaftliche Fundament der Eurozone. Doch hinter dem alten Bild von Stabilität, Disziplin und technischer Überlegenheit zeigt sich heute eine viel düsterere Realität: Deutschland verliert nicht nur an Wachstum, sondern die Grundlagen seines gesamten Erfolgsmodells.
In dieser Doku analysieren wir, warum Deutschlands Niedergang kein vorübergehender Abschwung ist, sondern das Ergebnis von fünf strukturellen Fehlentscheidungen, die tief in das wirtschaftliche Rückgrat des Landes schneiden. Eine Energiepolitik, die Ideologie über industrielle Realität stellte. Eine Bürokratie, die Investitionen, Bauen und Produktion immer stärker erstickt. Eine demografische Entwicklung, die das Sozial- und Rentensystem mathematisch unhaltbar macht. Ein Sozialstaat, der immer schwerer auf jener Wirtschaft lastet, die ihn finanzieren soll. Und ein politisches System, das Krisen verwaltet, statt sie zu lösen.
Wir zeigen, wie Deutschland seine industrielle Basis nicht durch äußere Feinde, sondern durch eigene Entscheidungen geschwächt hat. Von billigem russischem Gas und dem Atomausstieg über Standortflucht, Werksschließungen und steigende Lohnnebenkosten bis hin zu Fachkräftemangel, Abwanderung produktiver Leistungsträger und politischer Lähmung entsteht das Bild eines Landes, das nach außen noch immer stark wirkt, im Inneren aber bereits einen strukturellen Bruch erlebt.
Am Ende bleibt nur eine Frage: Ist Deutschland noch immer der wirtschaftliche Motor Europas – oder erleben wir gerade den langsamen Zerfall der einen Volkswirtschaft, auf der Europas Stabilität jahrzehntelang beruhte?
Und wer hat das alles mit einer erschreckenden Unwissenheit produziert? Der Deutsche selbst, indem er den korrupten Haufen cducsuspdfdpgruene dazu legitimierte. Mit dem Euro und dem Geldverbrennungsmonster EU begann das Dilemma.
Wie sagte einst der Finanzminister Theo Waigel sinngemäß: der Euro werde durch strenge Konvergenzkriterien und einer vollständig unabhängigen Europäischen Zentralbank (EZB) zur Wahrung der Preisstabilität mindestens genauso stabil sein wie die D-Mark.
So habe der Euro innerhalb der EU vielleicht sogar eine größere Preisstabilität als zu Zeiten der D-Mark gebracht, sagte er etwa fünf Jahre später nach der Euro-Einführung.
Wie war das mit dem Euro-Rettungsschirm vor 16 Jahren? Milliarden Euro Steuergelder wurden verheizt, um das EU- und Euromonster am Leben zu halten.
Der Währungsexperte Prof. Dr. Wilhelm Hankel hielt hingegen aller politischen Finanzexperten gar nichts von der Kunstwährung Euro:
„Eine Währung die gerettet werden muss, ist keine Währung“
Der Staat im Dauerrausch: Die Regierung frisst, der Bürger zahlt
Die Einnahmen des Fiskus steigen trotz schwacher Konjunktur weiter an und entlarven ein System, das sich selbst stabilisiert, während die finanzielle Basis der Bevölkerung schleichend erodiert und jede neue Belastung als alternativlos verkauft wird.
Ein Kommentar von Janine Beicht.
Während die deutsche Wirtschaft unter geopolitischen Schocks ächzt und die Frühjahrsprojektion der Regierung das erwartete Wachstum gerade auf mickrige 0,5 Prozent halbiert hat (1), feiert der Fiskus einen stillen Sieg. Im März kassierten Bund und Länder 89,27 Milliarden Euro an Steuern, ein Plus von 3,6 Prozent zum Vorjahr. Für das erste Quartal steht unterm Strich ein Zuwachs von 0,9 Prozent (2). Die Quellen dieses scheinbaren Aufschwungs sind bezeichnend: Die Grunderwerbsteuer hat ihren höchsten Stand seit 2022 erreicht, die Lohnsteuer legte um vier Prozent zu. Der Staat, dieser Krisenprofiteur par excellence, saugt weiter fleißig aus den Taschen der Steuerzahler, während draußen die Energiepreise durch den Iran-Krieg explodieren und die Industrie über eine neue Kostenwelle klagt.
Die Berliner Transformationskoalition atmet auf. Doch wer genau hinsieht, erkennt das perfide Spiel: Ein reicher Staat, ein armer Bürger. Private Vermögensbildung wird zur Illusion, während der Apparat an allen Ecken mehrfach zugreift und gleichzeitig neue Steuerdebatten über Erbschaftsteuer, Vermögensteuer, das Ehegattensplitting und die Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung lostritt. Besonders zynisch wirkt die geplante Aushöhlung des Ehegattensplittings, die vor allem die einheimische bürgerliche Familie trifft, während Gastarbeiterfamilien aus dem alten Vertragswerk von 1964 weiterhin profitieren. (3) Das ist kein Versehen, das ist spalterische Politik, die gezielt die Mitte der Gesellschaft ausblutet.
Der Staat verteilt jedes Jahr 321 Milliarden Euro an Subventionen. Das sind exakt sieben Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung. Mit einer Neuverschuldung von rund 4,5 Prozent im laufenden Jahr, Sondervermögen eingerechnet, wird klar, dass der Fiskus künftig noch aggressiver über den Anleihenmarkt zugreifen wird. Am Ende zahlt wieder der Steuerzahler, sei es durch höhere Abgaben oder durch die schleichende Inflation, die den Familien die Kaufkraft zerfrisst. Der Ukraine-Krieg muss unter allen Umständen weiterlaufen, der NGO-Komplex braucht Nachschub, die links-grüne Umverteilungsmaschine läuft auf Hochtouren. Der Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg, Lars Feld, bringt es exakt auf den Punkt. Er kritisiert diese Entwicklung:
„Problematisch sind nicht nur die Summen, sondern auch, wo diese Mittel konzentriert sind. Da handelt es sich häufig um ökonomisch fragwürdige Programme.“ (4)
Der Staat ist zum gewaltigen Selbstbedienungsladen geworden, in dessen Zentrum ein überfetteter Apparat sitzt, der die produktiven Kräfte der Gesellschaft systematisch aussaugt.
Kürzungen für die Schwächsten, während die Kassen der Profiteure klingeln
Genau in diesem Kontext sickert ein internes 108-seitiges Arbeitspapier (5) durch, das unter dem harmlosen Titel „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ radikale Einschnitte bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen vorsieht. Mehr als 70 Vorschläge mit einem bezifferten Sparvolumen von 8,6 Milliarden Euro, wobei zwei Drittel der Ideen nicht einmal beziffert sind. Das Papier stammt aus einer Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, an der das SPD-geführte Arbeitsministerium und das CDU-geführte Familienministerium maßgeblich beteiligt waren. Es wurde abseits der Öffentlichkeit erarbeitet und beim Arbeitstreffen von Bund, Ländern und Kommunen am 25. März diskutiert.
Individuelle Rechtsansprüche auf Schulbegleitung sollen gestrichen werden, das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderungen eingeschränkt, die Nachbetreuung junger Erwachsener aus der Jugendhilfe komplett abgeschafft. Junge Geflüchtete ab 16 Jahren sollen in Gemeinschaftsunterkünfte mit reduzierten Standards gesteckt werden, Alleinerziehende müssen mit deutlich geringerem Unterhaltsvorschuss auskommen. Manche dieser Vorschläge widersprechen offen der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention.
Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, erklärte dazu.
„Was hier unter dem harmlosen Titel ‚Effizienter Ressourceneinsatz‘ verhandelt wird, ist ein Angriff auf Errungenschaften, die elementar für soziale Teilhabe sind und die über Jahrzehnte erkämpft wurden. Dass solche grundlegenden Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen so radikal gekürzt werden sollen und die Debatte an den Menschen vorbei im Verborgenen geführt wird, ist gleichermaßen skandalös. Hier droht ein Kahlschlag bei Alltagshilfen, mit einschneidenden Folgen für Betroffene und ihre Familien.“ (6)
Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch sprach von einem „Spiel mit dem sozialen Frieden“ und forderte das Bundeskabinett auf, die Pläne zurückzunehmen. Der Arbeiter-Samariter-Bund sieht einen klaren Verstoß gegen internationale Konventionen. Am Ende bleibt der Eindruck, dass hier nicht effizient gespart, sondern gezielt an den verletzlichsten Stellen der Gesellschaft gekürzt werden soll, leise, technokratisch und fern jeder öffentlichen Rechenschaft.
Sparen am Patienten, während die Kassenchefs kassieren
Parallel dazu legt Gesundheitsministerin Nina Warken ihre Pflegereform vor. Die Entlastungen im Heim sollen erst nach 18 statt nach zwölf Monaten greifen (7), die Kriterien für Pflegegrade werden verschärft. Der Chef der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, warnt unmissverständlich: Die Pläne würden die Sozialhilfequote in der stationären Pflege bis 2029 über die 40-Prozent-Marke treiben. Er äußerte:
„Die jetzt bekannt gewordenen Vorschläge zur Pflegereform verschärfen das Problem der stark steigenden Heimentgelte drastisch. Dadurch wird das Pflegeheim für immer mehr Menschen endgültig zur Armutsfalle.“ (7)
Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, spricht von einer realen Mehrbelastung für die Betroffenen und wirft der Ministerin vor, nur fiskalisch anzupacken, ohne die strukturellen Probleme anzugehen.
Während die Beitragszahler bluten sollen, bleiben die Gehälter der Kassenchefs unangetastet (8). Jens Baas von der Techniker Krankenkasse kassiert 402.518 Euro im Jahr, Christoph Straub von der Barmer 360.600 Euro, Andreas Storm von der DAK immerhin noch 352.308 Euro. Die AOK Niedersachsen zahlt ihrem Chef Jürgen Peter 311.791 Euro plus 62.576 Euro Bonus. Das sind keine Ausreißer, das ist System. Die Krankenkassen stecken in der Finanznot, die Beitragszahler sollen höhere Zuzahlungen, weniger Krankengeld und Leistungskürzungen schlucken, aber an die Vorstandsgehälter rührt niemand.
In der großen Gesundheitsreform tobt der Koalitionsstreit (9). Vier zentrale Punkte lassen die schwarz-rote Eintracht bröckeln: Die Einschränkung der kostenlosen Mitversicherung von Ehe- oder Lebenspartnern, die Unterfinanzierung der Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger durch den Bund in Höhe von zehn Milliarden Euro pro Jahr, die Zurückhaltung bei Einschnitten für die Pharmabranche und die geplanten Kürzungen beim Krankengeld. Warken will die Höhe auf 65 Prozent des Bruttogehalts senken, die Dauer auf maximal 78 Wochen in drei Jahren begrenzen und das Kinderkrankengeld um fünf Prozent kürzen. Neu kommt die Teilzeit-Krankschreibung: Wer mehr als vier Wochen krank ist, soll mit Zustimmung des Arbeitgebers und ärztlicher Feststellung zu 25, 50 oder 75 Prozent arbeitsfähig erklärt werden können. Arbeitgeber sparen Lohn, die Kassen zahlen nur noch anteilig Krankengeld. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) positioniert sich klar dagegen. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte:
„Wer krank und arbeitsunfähig ist, soll sich vollständig auskurieren. Ansonsten steigt das Risiko, länger und ernsthafter zu erkranken.“ (10)
Unterm Strich entsteht so ein System, das Belastungen nach unten durchreicht und Verantwortung nach oben konsequent ausspart.
Die geplante Steuerreform als Potemkinsches Dorf
Mitten in diesem Chaos legt die Unionsfraktion ein Steuerkonzept vor, das wie ein verzweifelter Versuch wirkt, bürgerliche Wähler bei Laune zu halten. Bis zu 30 Milliarden Euro Entlastung (11) sollen kommen: Grundfreibetrag um mindestens 1.000 Euro rauf, Spitzensteuersatz erst ab 85.000 statt 70.000 Euro, Solidaritätszuschlag komplett abschaffen, dafür die Reichensteuer auf 47,5 Prozent ab 210.000 Euro anheben. Subventionen sollen pauschal um 15 Prozent pro Jahr gekürzt werden, acht Milliarden in der Verwaltung eingespart. Finanzpolitiker Yannick Bury und Florian Dorn sprechen von einem Durchbruch. In dieser Gemengelage inszeniert die Union ihr Konzept als Gegenentwurf zur wachsenden fiskalischen Schieflage – als Beleg dafür, dass Entlastung und Konsolidierung zugleich möglich seien: CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann äußerte dazu:
„Die Reform wäre ein Durchbruch in der aktuellen Steuerdebatte. Sie wäre genau das richtige Signal, dass sich in Deutschland etwas zum Guten bewegt.“ (11)
Doch die Realität ist ernüchternd und sie trägt den Stempel einer klassischen Potemkinschen Kulisse. Eine detaillierte Durchrechnung zeigt, dass die monatliche Entlastung für die allermeisten Bürger kaum spürbar oder sogar illusorisch bleibt: Niedrige Einkommen dürfen sich auf 15 bis 30 Euro im Monat freuen, die Mittelschicht auf 25 bis 60 Euro, die obere Mittelschicht immerhin auf 80 bis 150 Euro. Bei sehr hohen Einkommen mischt sich die Reichensteuererhöhung ein und neutralisiert einen Teil der angeblichen Erleichterung. Der große Hebel ist weder der Freibetrag noch die große Geste, sondern lediglich die Soli-Abschaffung und die Verschiebung des Spitzensteuersatzes – alles andere verpufft im progressiven Tarifsystem. Das Konzept bleibt vage bei der Gegenfinanzierung. Der Staat hat sich längst auf höhere Verteidigungsausgaben und seine grüne Subventionsarchitektur festgelegt. SPD-Finanzminister Lars Klingbeil wird das Papier ohnehin in den Reißwolf werfen. Die Union, die selbst massiv am Ausbau des Staatsapparats mitgewirkt hat, allein im letzten Jahr netto mehr als 100.000 neue Stellen (12) im öffentlichen Dienst geschaffen hat, spielt nur Theater. Sie signalisiert Vernunft und zieht dann doch auf der linken Spur weiter. Mit dieser Union wird es keine echten Steuersenkungen geben.
Merz und die Rente: Das große Eingeständnis des Scheiterns
Und dann kommt der Kanzler selbst und spricht aus, was alle längst ahnen. Beim Jubiläumsempfang des Deutschen Bankenverbandes erklärte Friedrich Merz nüchtern:
„Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, auf Dauer den Lebensstandard zu sichern.“ (13)
Darüber hinaus hielt der Kanzler einen erheblich größeren Ausbau kapitalgedeckter Komponenten in der betrieblichen und privaten Altersversorgung für erforderlich, statt wie bisher primär auf Freiwilligkeit zu setzen. Das ist das offene Eingeständnis, dass das gesamte Wohlfahrtsstaatsversprechen für die Beitragszahler gescheitert ist. Das Geld der Einzahler ist weg, verschwendet an Subventionen, an eine ausufernde Asylindustrie, an einen dysfunktionalen Sozialstaat, der immer mehr Leistungsbezieher finanziert, während die produktive Mitte immer stärker belastet wird. Manuela Schwesig ging den Kanzler frontal an. Auf Facebook schrieb sie:
„Ich habe überhaupt kein Verständnis für die Vorgehensweise des Kanzlers. Es liegen noch überhaupt keine Vorschläge aus der Rentenkommission vor. Solche Aussagen machen den Menschen Angst. Und es ist besonders stillos, diese Ankündigungen beim Bundesverband der Banken zu machen, in deren Führungsetagen garantiert niemand auf die gesetzliche Rente angewiesen ist. […] Es muss Schluss damit sein, dass der Kanzler und seine Regierung den Menschen erzählen, dass sie zu wenig arbeiten und dass sie stärker belastet werden müssen.“ (14)
Besonders im Osten, wo die gesetzliche Rente für viele das einzige Alterseinkommen ist, löst das blankes Entsetzen aus. Unions-Vizefraktionschef Sepp Müller und Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Chef Daniel Peters distanzieren sich ebenfalls. Die Umfragewerte der Union rauschen in den Keller (15). Merz hat den Beitragszahlern klargemacht: Ihr habt jahrzehntelang eingezahlt, jetzt bleibt euch die Basis, der Rest ist euer Problem. Private Vorsorge? Bei steigenden Energiepreisen, Abgaben und einer Politik, die Eigentumsbildung systematisch erschwert, ist diese Forderung eine blanke Verhöhnung.
Deutschland auf dem Weg in den ökosozialistischen Abgrund?
Was sich hier abspielt, ist kein Unglück, sondern Programm. Die Koalition aus CDU, CSU und SPD hat sich zur grün-etatistischen Allianz gewandelt. Sie baut den Staat aus, subventioniert ihre Günstlinge, kürzt bei den Schwächsten und bei den Familien, die das System eigentlich tragen. Die Industrie bekommt Milliarden für den Industriestrompreis, die Pflegeheime werden zur Armutsfalle, Kinder und Behinderte verlieren Teilhabe, die Rente wird zur Mindestsicherung. Gleichzeitig wächst der Verwaltungsapparat, die Subventionsmaschine läuft heiß, und der Steuerzahler soll gefälligst stillhalten.
Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise neben dem ideologischen Klimawahn weiter in die Höhe, die Wachstumsprognose liegt bei lächerlichen 0,5 Prozent, und doch geht die Ausgabenparty ungebremst weiter. Der Staat schwimmt im Geld, weil er es sich aus den Taschen der Mitte holt. Die Privatwirtschaft verabschiedet sich entweder in die Insolvenz, in die Apathie oder ins Ausland. Was bleibt, ist der wiederholte Versuch, einen deutschen Sozialismus aufzubauen, diesmal unter schwarz-roter Flagge, mit ökosozialistischem Anstrich und militärischem Sockel. Die Bürger zahlen die Zeche. Und sie sollen auch noch dankbar sein.