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Pakistan sieht Iran-USA-Deal kurz vor Unterzeichnung

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Im Iran‑Krieg verdichten sich die Zeichen für ein baldiges Abkommen zwischen den USA und Iran, das in den kommenden Tagen unterzeichnet werden könnte.

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, dessen Land als zentraler Vermittler auftritt, erklärte, der finale Text eines Friedensabkommens bzw. einer Rahmenvereinbarung liege vor; die Unterzeichnung binnen 24 Stunden bzw. „in den kommenden Tagen“ sei realistisch. Auf X sprach Sharif von einem „historischen Friedensabkommen“ und betonte, man sei einem Ende des Kriegs näher als je zuvor. Aus Washington gibt es bislang keine offizielle Bestätigung dieser Zuversicht.

Der Entwurf des geplanten Memorandums sieht eine zeitlich begrenzte Waffenruhe und ein Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten vor, einschließlich der Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Zentrale Streitpunkte sind die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm.

Beim wirtschaftlichen Teil gibt es weitreichende Zugeständnisse der USA: Vorgesehen seien die Aufhebung von Sanktionen gegen iranische Ölexporte, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte im Umfang von rund 24 Milliarden Dollar sowie Pläne für Entschädigungszahlungen für Kriegsschäden. Im Gegenzug soll Iran die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnen; die USA würden eine Seeblockade iranischer Häfen aufgeben.

Trotz der Annäherung bleibt die Lage fragil: Die USA meldeten zuletzt den Abschuss iranischer Drohnen gegen Handelsschiffe in der Straße von Hormus, und es gibt weiterhin Uneinigkeit – insbesondere beim Atomprogramm, das Teheran nicht im geforderten Umfang einschränken will. Beobachter verweisen daher auf das Spannungsverhältnis zwischen der diplomatischen Dynamik und anhaltenden militärischen Zwischenfällen.

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Bildquelle: vchal / shutterstock

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Passagiere müssen Maschinen verlassen! Großeinsatz am Hamburger Flughafen

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Er griff seine Lehrerin an, am Montag beginnt der Prozess: 17-jähriger Messerstecher von Essen ist offenbar Islamist

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Trauer in Thailand: Beliebte Prinzessin Bha gestorben

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SpaceX und Deutschlands Aufholjagd

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Milliardenaufträge vom Militär

Am 29. Mai, unmittelbar im Vorfeld des Börsengangs von SpaceX, des bislang größten der Geschichte, hat die U.S. Space Force, die für das Weltall zuständige Teilstreitkraft der U.S. Armed Forces, dem Unternehmen von Elon Musk einen Auftrag im Wert von 4,16 Milliarden US-Dollar für ein Satellitenprogramm erteilt, das Bedrohungen aus der Luft erfassen und bekämpfen soll.[1] Es handelt sich um ein Teilprogramm des geplanten Raketenabwehrsystems Golden Dome mit der Bezeichnung Space-Based Advanced Moving Target Indicator (SB-AMTI). Der SB-AMTI soll weltraumgestützte Sensoren, sichere Kommunikationsverbindungen und Bodenstationen kombinieren und damit das Golden Dome-System um eine Weltraumkomponente erweitern. Der Space Force zufolge betrifft „der erste Auftrag bis 2028 eine Satellitenkonstellation, die den Joint Forces frühzeitig die Möglichkeit gibt, operative blinde Flecken zu beseitigen“. Nur wenige Tage zuvor, am 26. Mai, vergab die Space Force an SpaceX zudem einen Auftrag im Wert von 2,29 Milliarden US-Dollar zum Aufbau eines sicheren, schnellen Satellitenkommunikationsnetzes, um militärische Sensoren und Waffenplattformen weltweit miteinander zu verbinden.[2] Damit hat SpaceX innerhalb von wenigen Tagen Regierungsaufträge im Wert von rund 6,45 Milliarden US-Dollar an Land gezogen und hält nun einen größeren Anteil an Golden Dome als alle elf anderen teilnehmenden Unternehmen zusammen.[3] Für den Börsengang ist dies sehr vorteilhaft.

Abhängig von den USA

In Deutschland werden mit Blick auf SpaceX zum wiederholten Male Mahnungen laut, die eigenen Raumfahrtaktivitäten entschlossen voranzutreiben. Der Börsengang des Konzerns müsse ein „Weckruf“ für Europa sein, erklärt Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler). Mit dem Argument, technologische Überlegenheit führe direkt zu außenpolitischer Macht, erklärt Mehring: „Wer die Zukunft nicht selbst gestaltet, wird von denen abhängig, die es tun.“[4] Bedenken hinsichtlich des Rückstands der EU in der Raumfahrtindustrie werden seit geraumer Zeit immer wieder diskutiert. Im Oktober 2025 etwa stellte Juliana Süß, eine Expertin der Arbeitsgruppe Sicherheitspolitik des Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), fest, die EU sei im Raumfahrtsektor „extrem von den USA abhängig“. Sie wies konkret darauf hin, dass die Abhängigkeit unersetzliche Elemente wie das US-Navigationssystem GPS für die deutschen Taurus-Marschflugkörper umfasst und sich bis hin zu „Aufklärung, Kommunikation und Navigation“ sowie „Raketenfrüherkennung“ erstreckt.[5] Dass Europa unter anderem auch von Musks Starlink abhängig ist, zeigt sich am Beispiel Ukraine, wo das Unternehmen die kriegswichtige Internetverbindung des Landes durch den Einsatz von rund 50.000 Terminals aufrechterhält. In Berlin und Brüssel grassiert längst die Furcht, die US-Regierung könne diese Abhängigkeiten ausnutzen, insbesondere die aktuelle Regierung unter Präsident Donald Trump.[6]

Transatlantische Rivalität

Der Aufstieg von SpaceX und der SpaceX-Satellitentochter Starlink droht für die Wirtschaft Deutschlands und der EU gravierende Probleme zu schaffen. So ist es Musk mit Starlink gelungen, mittlerweile mehr als 10.000 Kommunikationssatelliten in erdnahe Umlaufbahnen zu bringen. Perspektivisch könnte das Unternehmen flächendeckend mit terrestrischen Netzbetreibern wie der Deutschen Telekom konkurrieren (german-foreign-policy.com berichtete [7]). Schon jetzt hat Starlink auf dem Markt für Internetverbindungen europäischen Unternehmen Anteile abgenommen. In den vergangenen Jahren mussten Konzerne wie Airbus und Thales Alenia Space (TAS), ein Joint Venture, das zu 67 Prozent Thales und zu 33 Prozent Leonardo gehört, eine je vierstellige Zahl an Stellen streichen – aufgrund unrentabler Weltraumverträge. Mittlerweile ist die EU bemüht, die europäische Raumfahrtindustrie besser zu schützen und zu unterstützen. So schlug sie beispielsweise im Juni vergangenen Jahres ein neues EU-Weltraumgesetz vor, das darauf abzielt, durch die Harmonisierung fragmentierter nationaler Vorschriften einen EU-Binnenmarkt für den Weltraum zu schaffen. Der Gesetzesentwurf, der voraussichtlich nicht vor dem 1. Januar 2030 in Kraft treten wird, wurde von den USA unter dem Vorwand, er sei wettbewerbsfeindlich, attackiert. Der Hintergrund: Das Gesetz verursacht zusätzliche Kosten für US-Raumfahrtunternehmen, die in der EU tätig werden möchten, da sie die technischen, cybersicherheitsbezogenen und ökologischen Standards der EU einhalten müssten.[8]

Deutschlands ehrgeizige Pläne

Auch Deutschland hat seinerseits Maßnahmen ergriffen, um seine Weltraumkapazitäten zu stärken. So teilte die Bundesrepublik vergangenes Jahr nicht nur auf der Ministerratssitzung der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ihre Entscheidung mit, den deutschen Beitrag zum ESA-Gesamtbudget auf fünf Milliarden Euro zu erhöhen.[9] Vor allem aber kündigte die Bundesregierung bei der Vorstellung ihrer ersten Weltraumsicherheitsstrategie im November 2025 an, bis 2030 35 Milliarden Euro für Weltraumprojekte zur Verfügung zu stellen.[10] Darüber hinaus verfolgt Berlin diverse ehrgeizige Weltraumprojekte. So plant die Bundeswehr ein Satellitensystem, das unmittelbar mit Starlink konkurrieren soll. Das als „deutsches Starlink“ bezeichnete Projekt sieht eine Konstellation aus einem dichten Netzwerk von Kommunikationssatelliten vor, die die Erde in niedrigen Umlaufbahnen von 200 bis 2.000 Kilometern umkreisen sollen. In einem ersten Schritt sollen 100 bis 200 Satelliten deutsche Truppen und militärische Ausrüstung miteinander verbinden.[11] Darüber hinaus vergab die Bundesregierung im vergangenen Dezember einen Auftrag im Wert von 1,7 Milliarden Euro an ein Joint Venture aus Rheinmetall und dem finnischen Startup ICEYE. Ziel ist es, bis zum Ende des Jahrzehnts 40 SAR-Satelliten (Synthetic Aperture Radar) im All zu stationieren.[12] SAR-Satelliten können unter allen Wetterbedingungen hochauflösende Bilder von Aktivitäten am Boden liefern. Mit diesen beiden Projekten soll die Bundeswehr in Sachen Kommunikations- und Aufklärungssatelliten von den USA unabhängig werden.

Nach Möglichkeit ohne Frankreich

Dabei ist das deutsche Streben nach Eigenständigkeit von stetigen Differenzen mit Frankreich geprägt. So gehörte beispielsweise bei dem als „deutsches Starlink“ bezeichneten Projekt, das innerhalb der Bundeswehr offiziell den Namen SATCOMBw Stufe 4 trägt, Airbus Defence and Space zunächst zu den Top-Anwärtern. Das Unternehmen betreibt bereits die aktuellen SATCOMBw-Kommunikationssysteme, was es im Vergleich zu seinen Konkurrenten wie OHB aus Bremen in eine bessere Position versetzt. Allerdings baut Airbus Satelliten vor allem an seinen Standorten in Frankreich; Berlin hingegen ist um strikte nationale Kontrolle über das Satellitennetzwerk bemüht.[13] Man sei nicht gewillt, „solche Aufträge“ wie etwa den zur Schaffung eines Satellitensystems „ins Ausland auszulagern“, bestätigte Generalmajor Armin Fleischmann, bei der Bundeswehr zuständig für die Planung und Durchführung von Weltraumprojekten.[14] Fleischmann räumt ein, bestimmte Komponenten müsse man von „westlichen Partnern“, darunter „Frankreich“, kaufen. Die Bundesregierung ist jedoch bemüht, diesen Anteil möglichst gering zu halten. Mittlerweile gilt beim „deutschen Starlink“ ein Joint Venture aus Rheinmetall und OHB aus Bremen als gesetzt. Es ist, wie am gestrigen Donnerstag berichtet wurde, jetzt gegründet worden.[15] Die Einbeziehung von Airbus sei möglich, heißt es – allerdings nur in untergeordneter Funktion.

 

[1] SpaceX wins $4.16 billion Space Force contract for threat-detection satellites. cnbc.com 29.05.2026.

[2] Mike Stone: US Space Force awards SpaceX $2.29 billion contract for military space data network. reuters.com 20.05.2026.

[3] Andreas Sommer: SpaceX Aktie: 6,45 Milliarden Pentagon-Aufträge vor IPO. kapitalmarketexperten.de 31.05.2026.

[4] Richard Mayr: Digitalminister Mehring: „Mehr als ein Börsengang“. ausburger-allgemeine.de 10.06.2026.

[5] S. dazu Transatlantische Weltraumrivalen.

[6] S. dazu Kampf um die digitale Souveränität (II).

[7] Peggy Hollinger, Sylvia Pfeifer, Barbara Moens: European plans to create space champion face challenging timeline. ft.com 12.06.2025.

[8] S. dazu Transatlantische Weltraumrivalen.

[9] Deutschland stockt Beitrag für europäische Raumfahrtbehörde deutlich auf. deutschlandfunk.de 26.11.2025.

[10] Verantwortung im All: Erste Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung. bmvg.de 19.11.2025.

[11] S. dazu Das deutsche Starlink.

[12] Germany’s €35bn SAR Constellations: SPOCK, HANSA, and the Nordic ISR Axis. grosswald.org 28.03.2026.

[13] S. dazu Das deutsche Starlink.

[14] Thomas Jahn: „Nach den USA wären wir bei Aufklärung und Kommunikation führend". handelsblatt.com 22.01.2026.

[15] OHB und Rheinmetall schmieden Kooperation für Militärprojekt. handelsblatt.com 11.06.2026.

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Bill Gates sagt aus, Epstein habe ihn mit seinen Seitensprüngen erpresst

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Regierung lässt Tankrabatt planmäßig Ende Juni auslaufen

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Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD hat sich darauf verständigt, den Tankrabatt nicht zu verlängern und die Steuersenkung auf Kraftstoffe planmäßig Ende Juni auslaufen zu lassen.

Die Fraktionsvize Sepp Müller (CDU) und Armand Zorn (SPD) bestätigen, dass der Rabatt wie beschlossen bis 30. Juni gilt und dann endet. Zuvor war in der Koalition wochenlang über eine mögliche Verlängerung diskutiert worden, die zuständige Taskforce hatte die Entscheidung zunächst offengelassen.

Der Tankrabatt senkt seit 1. Mai die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent pro Liter, um Autofahrer angesichts hoher Spritpreise zu entlasten. Die Maßnahme kostet den Staat rund 1,6 Milliarden Euro.

Aus der Koalition heißt es, man sei vorbereitet, mögliche Preissprünge an den Zapfsäulen nach Ende des Rabatts zu begrenzen; im Gespräch sind alternative Entlastungen, etwa gezielte Hilfen für Geringverdiener und Pendler.

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Weil sie einen Bürgermeister „Faschingsprinz“ nannte: Gericht verurteilte Bürgerin für Beleidigung

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Von der Ukraine lernen

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Kräfte koordinieren

Die Konferenz New Age Defence wurde am Montag in Berlin zum ersten Mal abgehalten. Organisiert wurde sie von einigen UxS-Herstellern; um welche es sich genau handelte, wurde vorab ebensowenig öffentlich mitgeteilt wie der Veranstaltungsort. Unterstützt wurde das Event von den deutschen Startups Helsing und Quantum Systems sowie von der ukrainischen Firma Uforce; Industriepartner waren etwa Arx Robotics und Stark. Die Teilnahme war nur auf Einladung möglich. Der Zeitpunkt wurde bewusst im Vorfeld der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin gewählt, die am gestrigen Mittwoch ihre Tore öffnete. Über die Zielsetzung des Events hieß es, es sei „kein Problem der Technologie“, Europa „in der modernen Kriegsführung zu verteidigen“.[1] Die notwendige Technologie sei vorhanden; das Militär wisse ohnehin, „was es braucht“. Auch „der politische Wille“ zur Aufrüstung nehme zu. Allerdings gebe es „eine Lücke bei der Koordinierung“: „Was fehlt, ist der Moment, in dem alle drei Kräfte zusammentreffen, sich abstimmen und gemeinsam voranschreiten“. Das solle nun – wie auch in Zukunft – New Age Defence leisten. Entsprechend waren bei dem Event neben Soldaten und Repräsentanten mehrerer UxS-Firmen auch Politiker präsent. Von rund 800 Teilnehmern vor allem aus Deutschland, der Ukraine und den baltischen Staaten wurde berichtet.

Kapazitäten statt Lager

Zu den Themen, die auf der Konferenz behandelt wurden, gehörten sich abzeichnende tiefe Umbrüche in der Rüstungsproduktion. Europas klassische Waffenindustrie zeichne sich schon seit je durch „teure Technologie, lange Produktionszyklen und Systeme aus, die für eine Kriegsführung konzipiert waren, die nicht mehr existiert“, urteilen die Veranstalter.[2] Auf der Konferenz hieß es, besonders die UxS-Branche sei komplett anders strukturiert. Nur „wer dem Gegner in allen Bereichen einen Schritt voraus“ sei – in „Innovation, Produktion, Implementierung, Weiterentwicklung, Einsatztaktik, Vernetzung“ –, werde sich im modernen Krieg durchsetzen können.[3] Das habe Folgen. „Angesichts rasanter Entwicklungszyklen und des globalen Wettlaufs um die effizientesten Technologien“ sei beispielsweise die traditionelle Einlagerung von Waffensystemen „im Bereich unbemannter Systeme nur bedingt sinnvoll“; allzu groß sei die Gefahr, dass das Gerät, wenn es in einem Krieg benötigt werde, technologisch oder kriegstaktisch veraltet sei. Diskutiert worden sei daher bei New Age Defence besonders, „wie geeignete Produktionskapazitäten geschaffen und vorgehalten werden“ könnten, „um zu jedem Zeitpunkt reaktionsbereit“ und in der Lage zu sein, Gerät entsprechend den jüngsten Entwicklungen in der Kriegsführung auszustoßen.

Know-how und Industrie

Dabei kommt, wie es auf der Konferenz hieß, der Ukraine, ihren Militärs wie auch ihren Rüstungsfirmen besondere Bedeutung zu. Ukrainische Soldaten testen die neuesten Waffen im Krieg und stehen dabei in engem Austausch vor allem mit ukrainischen, aber auch mit deutschen Rüstungsfirmen, die das Kriegsgerät kontinuierlich an den Bedarf der Truppe anzupassen suchen. Man „lerne“ viel von der ukrainischen Seite – von den „Erfahrungen“, die sie stetig mache und „leider bitterlich bezahle“, wird der CDU-Bundestagsabgeordnete und Präsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr, Bastian Ernst, zitiert.[4] Als Geschäftsführerin von New Age Defence amtiert mit Kateryna Mykhalko eine Ukrainerin, die zuvor drei Jahre lang bei Tech Force in UA tätig war, einem Verband, in dem rund 100 ukrainische UxS-Produzenten versammelt sind; entsprechend glänzend ist sie in Kiew vernetzt. Auf der Konferenz in Berlin hieß es, „gerade die Kombination aus ukrainischem Knowhow beim Einsatz von Drohnen und der daraus resultierenden kontinuierlichen Optimierung vorhandener Technologien auf der einen“ Seite sowie „den europäischen Erfahrungen und Kapazitäten im Bereich industrieller Produktion“ „auf der anderen“ Seite biete „jede Menge Chancen“ für den Aufbau einer künftig erfolgreichen UxS-Branche.[5]

Spezialisten mit Fronterfahrung

Entsprechend stark war am Montag die ukrainische Präsenz bei New Age Defence. Neben dem Botschafter der Ukraine in Deutschland, Oleksij Makejew, waren Vertreter ukrainischer Rüstungsunternehmen wie Uforce sowie Mitarbeiter ukrainischer Ableger deutscher Militär-Startups zugegen. Zu Mitarbeitern ukrainischer Denkfabriken kamen vor allem eine Reihe ukrainischer Militärs hinzu. Beim Combat Hub, einem Segment der Konferenz, für das insbesondere „praktische Demonstrationen moderner Kampftaktiken und des Gebrauchs unbemannter Systeme“ angekündigt wurden, hatten Teilnehmer laut der Ankündigung der Veranstalter „die Gelegenheit, unmittelbar mit Mitgliedern der ukrainischen Streitkräfte zu sprechen, die Erfahrungen mit verschiedenen unbemannten Systemen auf dem Schlachtfeld“ hatten.[6] Konkret angekündigt wurden zudem Militärs aus der 12. Spezialbrigade „Asow“ des 1. Korps der Nationalgarde und aus der 17. Brigade des 2. Korps „Chartija“ der Nationalgarde, darunter Spezialisten für Unbemannte Systeme sowie für Aufklärung; für die Aufklärung des Schlachtfeldes werden heutzutage – abgesehen von Satelliten –vor allem Drohnen eingesetzt. Die gemeinsame Präsenz ukrainischer Soldaten und deutscher Startup-Repräsentanten ließ in Berlin die seit Jahren praktizierte alltägliche Kooperation beider Seiten erahnen.

Anhänger von NS-Kollaborateuren

Dies ist auch deshalb von Interesse, weil die politische Ausrichtung der auf der Konferenz New Age Defence vertretenen ukrainischen Einheiten eine deutliche Sprache spricht. So nutzt die 12. Spezialbrigade „Asow“ des 1. Korps der Nationalgarde das Wolfsangel-Symbol, das früher von der Waffen-SS verwendet wurde.[7] Wie berichtet wird, verehrt die Spezialbrigade auf ihren Social Media-Kanälen zudem NS-Kollaborateure der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Deren sterbliche Überreste lässt die ukrainische Regierung gegenwärtig nach Kiew überführen, wo sie in einem „Pantheon herausragender Ukrainer“ geehrt werden sollen (german-foreign-policy.com berichtete [8]). Die 17. Brigade des 2. Korps „Chartija“ wiederum feierte Berichten zufolge zuletzt am 1. Januar 2026 den Geburtstag des OUN-Führers Stepan Bandera; zuvor hatte sie den „Marsch der Helden“ am 14. Oktober 2025 zur Erinnerung an die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) beworben, deren Milizionäre im Zweiten Weltkrieg mehr als 90.000 Polen sowie tausende Juden massakrierten, um – aus ihrer Rassistenperspektive – die Voraussetzungen für eine „ethnisch reine“ Ukraine zu schaffen. Die historischen wie die politischen Auffassungen der ukrainischen Soldaten prägen dabei die Kooperation mit den deutschen UxS-Startups, die sich als Kern der Rüstungsbranche der Zukunft begreifen.

 

[1], [2] New Age Defence. new-age-defence.berlin.

[3] Jan Schönberg: In Sachen Drohnen bringt höheres Tempo ein Mehr an Sicherheit. drones-magazin.de 09.06.2026.

[4] Johanna Urbancik, Franziska Müller: Drohnen-Gipfel in Berlin: Ukraine-Krieg, Defence-

Hightech und Innovationen. de.euronews.com 10.06.2026.

[5] Jan Schönberg: In Sachen Drohnen bringt höheres Tempo ein Mehr an Sicherheit. drones-magazin.de 09.06.2026.

[6] Innovators showcase drones and AI at New Age Defence in Berlin. mezha.net 08.06.2026.

[7] Susann Witt-Stahl: Neues Zeitalter der Kriegführung. junge Welt 08.06.2026.

[8] S. dazu Im Pantheon der Kollaborateure.

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Trump baut US-Geheimdienste um - Finanzmanager Pulte wird neuer Chef

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Vorschau ansehen US-Präsident Donald Trump hat William Pulte zum kommissarischen Direktor der US-Nachrichtendienste ernannt. Der Immobilienunternehmer übernimmt das Amt ab dem 19. Juni, zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Die Personalie stößt bei Republikanern auf Zustimmung - bei Demokraten auf Kritik.
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Belfast: Gewaltwelle nach Messerangriff erschüttert Nordirland

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Vorschau ansehen Nach einem Messerangriff in Belfast ist es in mehreren Stadtteilen der nordirischen Hauptstadt zu schweren Ausschreitungen gekommen. Hunderte maskierte Personen griffen Wohnhäuser, Geschäfte und Fahrzeuge an. Politiker sprechen von rassistisch motivierter Gewalt. Auslöser war die Tat eines sudanesischen Asylberechtigten, deren Hintergründe weiterhin ungeklärt sind.
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Friedrich Merz schickt Autogrammkarte statt Entschuldigung an Krebspatientin

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Der Rekordbörsengang und seine Folgen

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Größter Börsengang aller Zeiten

Der Konzern SpaceX von Elon Musk strebt den größten Börsengang aller Zeiten an. Ziel ist es, 75 Milliarden US-Dollar einzunehmen – so viel wie noch nie bei einem Börsendebüt.[1] Der bisherige Rekord liegt bei dem Ölkonzern Saudi Aramco, der 2019 an die Börse ging und dabei 25,6 Milliarden US-Dollar einnehmen konnte.[2] Im Fall von SpaceX sollen 555,6 Millionen Aktien zu je 135 US-Dollar verkauft werden; das brächte den Marktwert des Raumfahrt- und Kommunikationsriesen auf 1,75 Billionen US-Dollar. Mit der neuen Bewertung wären nur sechs Unternehmen im Aktienindex S&P 500, der die 500 wertvollsten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, mehr wert als SpaceX. Der Konzern, der unter anderem Starlink betreibt, hat Anfang dieses Jahres Musks KI-Startup xAI übernommen – in einem Deal, der den Wert von SpaceX auf eine Billion US-Dollar steigerte.[3] Die Übernahme erfolgte unter anderem mit dem Ziel, eine solarbetriebene Infrastruktur im Weltall aufzubauen, die den Energiebedarf in der Ära des KI-Booms decken soll. Seit dem 4. Juni befindet sich SpaceX auf einer Roadshow, bei der die am Börsengang beteiligten Banker das Unternehmen den Investoren vorstellen.

„Musks Erzählungen“

Allerdings bieten die Finanzdaten hinter der Rekordbewertung reichlich Anlass zur Skepsis. Von den drei Geschäftsbereichen, die SpaceX derzeit betreibt – nämlich die Raketensparte, den Satellitenzweig Starlink und das KI-Unternehmen xAI einschließlich der Social Media-Plattform X –, arbeitet nur der zweite profitabel.[4] Während die Umsätze von SpaceX steigen, steigen auch die Verluste. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 18,7 Milliarden US-Dollar, ein Drittel mehr als im Vorjahr, verzeichnete aber gleichzeitig Verluste von fast 5 Milliarden US-Dollar. Allein im ersten Quartal 2026 entstanden bei einem Umsatz von etwa 4,7 Billionen US-Dollar Verluste von rund 4,3 Milliarden US-Dollar.[5] xAI riss mit einem operativen Verlust von 2,47 Milliarden US-Dollar ein riesiges Loch in die Bilanz.[6] Ein dänischer Pensionsfonds setzte infolgedessen SpaceX auf seine schwarze Liste – mit der Begründung, die Bewertung des Unternehmens sei „großzügig übertrieben“; die Preisgestaltung werde eher von Musks „Erzählungen als von wirtschaftlichen Realitäten“ bestimmt.[7] SpaceX hat den Großteil seiner Wachstumshoffnungen an KI geknüpft, und die Einnahmepläne des Konzerns stützen sich zu einem erheblichen Teil auf noch zu entwickelnde Technologien, darunter solarbetriebene Rechenzentren im Weltraum. Laut Angaben von Reuters nimmt das Unternehmen auf dem KI-Sektor einen potenziellen Markt von 28,5 Billionen US-Dollar ins Visier.[8]

Kapitalflucht

Anders als bei US-Börsengängen üblich, wurde beim SpaceX-Börsengang die Teilnahme für Privatanleger aus Deutschland und Europa erleichtert. Das in Berlin ansässige Fintech-Unternehmen Trade Republic gab bekannt, seine europäischen Kunden könnten SpaceX-Anteile direkt über eine App zeichnen.[9] Dies droht Probleme für die Wirtschaft in Europa mit sich zu bringen. Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank, warnt, es werde Kapital in die USA abgezogen. „Diese riesigen Börsengänge saugen Kapital ab. Und das zu Bewertungen, die stark von Spekulationen beeinflusst sind“, erklärt Schmieding und fügt hinzu: „Das erschwert die Finanzierung von Investitionen in Europa.“[10] Gleichzeitig wurde Investoren aus China einschließlich Hongkong der Zugang zum SpaceX-Börsengang untersagt – aus „Sicherheitsgründen“. Die zuständigen Konsortialbanken wurden angewiesen, keine Aufträge von Investoren in China anzunehmen, da die USA regulatorische und Compliance-Beschränkungen hinsichtlich des Exports kritischer Technologien verhängt haben.[11]

Ein beispielloser Coup

Dabei ruft die jüngste Expansion von SpaceX weltweit und insbesondere auch in Europa einige Verunsicherung auf dem konventionellen terrestrischen Kommunikationssektor hervor – nicht zuletzt auch bei der Deutschen Telekom. Obwohl es Satellitenkommunikation schon lange vor SpaceX bzw. Starlink gab, hatte sie mit einem prinzipiellen Problem zu kämpfen: Satelliten umkreisten die Erde in großer Höhe, oft in einer Höhe von 35.000 Kilometern. Aus dieser Entfernung benötigt das Signal vergleichsweise lange, um wieder auf der Erde anzukommen; die Verzögerung beläuft sich auf eine halbe Sekunde, manchmal sogar mehr, was Videostreaming und flüssiges Surfen im Internet unmöglich macht. Starlink hat das Modell grundlegend verändert, indem es mehr als 10.000 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn in einer Höhe von 340 bis 550 Kilometern gebracht hat; das Signal benötigt nun nur noch 20 Millisekunden für die Übermittlung.[12] Zum Vergleich: Ein modernes 5G-Netz in Deutschland, wie es die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica betreiben, hat eine Latenz von 15 bis 25 Millisekunden. Darüber hinaus hat Starlink von der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) die Genehmigung erhalten, weitere 15.000 Satelliten im Weltraum zu installieren, was viele zu der Annahme veranlasst, dass SpaceX langfristig beabsichtigt, selbst Mobilfunkbetreiber zu werden und die etablierten Anbieter zu ersetzen.

„Reite den Drachen“

Der Vorstandsvorsitzende der Telekom, Timotheus Höttges, sieht darin jedenfalls eine Herausforderung für seinen Konzern. „Ich kann nur bestätigen, dass Starlink ein absolutes Top-Tech-Unternehmen ist“, urteilt Höttges: „Wenn du den Drachen nicht bekämpfen kannst, reite den Drachen.“[13] Höttges zielt darauf ab, die bisherige Kooperation der Telekom mit Starlink als Netzbetreiber fortzusetzen; es handelt sich um eine von 35, die Starlink derzeit auf sechs Kontinenten unterhält. Der Telekom-Chef hofft dabei, dass Starlink das terrestrische Netz niemals ersetzen können wird. Die Zahlen sprechen jedoch dagegen. Mit der Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar kann SpaceX weit mehr erreichen als sein wichtigster europäischer Konkurrent; der Wert der Deutschen Telekom wird auf 150 Milliarden US-Dollar geschätzt, der Wert von T-Mobile auf 209 Milliarden US-Dollar. T-Mobile verzeichnet bereits einen Kursrückgang von zehn Prozent – von rund 210 US-Dollar pro Aktie vor zwölf Monaten auf heute rund 190 US-Dollar. Andererseits hat Starlink bereits ein Angebot für Mobilfunkfrequenzen in den USA abgegeben; sollte sich das Unternehmen in der Branche etablieren, könnte das Wachstum von T-Mobile in den USA unter Druck geraten. Dies würde den Einsatz für die Deutsche Telekom direkt erhöhen, die für rund drei Viertel ihrer Marktkapitalisierung von ihrem US-Geschäft abhängig ist.

Das deutsche Starlink

Unterdessen gewinnen Bestrebungen in Europa an Fahrt, gegen Starlink einen Konkurrenten in Stellung zu bringen. Während SpaceX seinen Börsengang vorbereitete, gab das Bundeskartellamt den Rüstungs- und Technologieunternehmen Rheinmetall und OHB grünes Licht für ihr geplantes Satelliten-Joint Venture.[14] Mit diesem wollen sich die beiden Unternehmen um einen milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr für den Aufbau eines militärischen Kommunikationssatellitennetzwerks bewerben, das mit Starlink vergleichbar ist. Dabei wäre OHB für die Produktion der Satelliten und den Bau der Bodenstationen zuständig, während Rheinmetall die Netzwerke herstellen und die Endgeräte fertigen würde. Der deutsch-französische Airbus-Konzern, der zunächst gegen das Joint Venture aus Rheinmetall und OHB konkurrierte, soll in das Vorhaben eingebunden werden. Zwar bildet die neue Dreierallianz effektiv ein Monopol, das den Wettbewerb ausschaltet; doch ermöglicht sie aus Sicht der Bundeswehr eine rasche Umsetzung des Projekts und trägt dazu bei, Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, die entstünden, würde der Auftrag an einen einzigen Bieter vergeben.

 

[1] Echo Wang, Milana Vinn: SpaceX sets $135 price for blockbuster IPO, upending Wall Street convention. reuters.com 03.06.2026.

[2] Uwa Ede-Osifo, Lauren Almeida, Dan Milmo: SpaceX targets biggest ever stock market debut, putting Musk on course to be trillionaire. theguardian.com 04.06.2026.

[3] Echo Wang: SpaceX plans to set IPO price at $135 per share, targeting record $75 billion raise, source says. reuters.com 03.06.2026.

[4] Uwa Ede-Osifo, .Lauren Almeida, Dan Milmo: SpaceX targets biggest ever stock market debut, putting Musk on course to be trillionaire. theguardian.com 04.06.2026.

[5] Thomas Jahn: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum SpaceX-Börsengang. handelsblatt.com 21.05.2026.

[6] Matthias Lindner: SpaceX vor Börsengang: Pensionsfonds setzt Musks Firma auf die schwarze Liste. telepolis.de 30.05.2026

[7] Bernd Müller: Trade Republic öffnet IPOs für alle – das sollten Anleger wissen. telepolis.de 06.06.2026.

[8] Echo Wang: SpaceX plans to set IPO price at $135 per share, targeting record $75 billion raise, source says. reuters.com 03.06.2026.

[9] Bernd Müller: Trade Republic öffnet IPOs für alle – das sollten Anleger wissen. telepolis.de 06.06.2026.

[10] Alex Hofmann: SpaceX, Anthropic: Was die Mega-IPOs für die deutsche Wirtschaft bedeuten. table.media 06.06.2026.

[11] Cathy Chan: Chinese, HK Investors Banned From SpaceX IPO on Security Grounds. bloomberg.com 05.06.2026.

[12], [13] Thomas Jahn, Stephan Scheuer: Wie Elon Musk den globalen Mobilfunk übernehmen will. handelsblatt.com 28.05.2026.

[14] Kartellamt genehmigt Satelliten-Allianz von Rheinmetall und OHB. handelsblatt.com 16.04.2026. S. auch Das deutsche Starlink.

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Diese Statistik belegt die Gewalt der „Zivilgesellschaft“ gegen CDU/CSU

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EU-Kommission kündigt 21. Sanktionspaket gegen Russland an

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Die EU-Kommission hat ein 21. Sanktionspaket gegen Russland vorgestellt, das den wirtschaftlichen und politischen Druck auf Moskau weiter erhöhen soll.

Kernpunkt ist ein Einreiseverbot für alle Personen, die seit Beginn des Krieges in russischen Streitkräften in der Ukraine gedient haben. Betroffen wären damit tausende russische Kämpfer, denen künftig der Zugang zum Schengen-Raum verwehrt werden soll.

Neu ist zudem, dass erstmals die russische Fischereibranche ins Visier genommen wird. Vorgesehen sind Importbeschränkungen für verschiedene Fischereiprodukte, bis hin zu einem möglichen vollständigen Importstopp etwa für Kabeljau.

Im maritimen Bereich will Brüssel die gegen die russische „Schattenflotte“ gerichteten Maßnahmen ausweiten: Rund 30 weitere Schiffe sollen auf die EU-Sanktionsliste gesetzt werden, wodurch die Zahl der gelisteten Tanker und Hilfsschiffe auf etwa 660 steigen würde. Auch Schiffe, die Dienstleistungen wie Betankung für diese Flotte erbringen, könnten künftig sanktioniert werden.

Das Paket enthält außerdem zusätzliche Restriktionen gegen den Energie-, Finanz- und Kryptosektor Russlands. Weitere russische Banken und Finanzakteure, darunter auch Öl-Händler aus Drittstaaten, sollen vom Zugang zu EU-Kapitalmärkten und vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen werden. Exportverbote für Dual-Use-Güter und Technologien, die Russlands Rüstungsindustrie stärken könnten, sollen verschärft werden.

Das Paket konzentriert sich zudem auf die Verschärfung des Ölpreisdeckels für russisches Rohöl, der derzeit bei 44 Dollar pro Barrel liegt. Ziel ist, Russlands Einnahmen aus dem Ölgeschäft weiter zu reduzieren.

Die Kommission folgt mit dem 21. Paket teils Vorschlägen aus Estland und setzt die seit 2022 bestehende Sanktionsstrategie der EU fort.

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Italien ermittelt wegen mutmaßlicher Folter gegen Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir

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Die italienische Justiz hat ein Verfahren gegen Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir wegen des Umgangs mit festgenommenen Gaza-Aktivisten eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft in Rom ermittelt laut Agenturberichten wegen des Verdachts auf Folter und Entführung/Freiheitsberaubung italienischer Staatsbürger. Diese gehörten zu einer Hilfsflotte Richtung Gaza, die im Mai in internationalen Gewässern von israelischen Kräften gestoppt wurde. Nach ihrer Festnahme wurden die Aktivisten demnach erniedrigt; ein von Ben-Gvir verbreitetes Video zeigt sie kniend und gefesselt, während der Minister sie beschimpft. Die Aufnahmen hatten bereits zuvor international Empörung ausgelöst.

Italienische Ermittler prüfen nun die Vorwürfe, dass die Gefangenen misshandelt und rechtswidrig ihrer Freiheit beraubt worden seien. Ben-Gvir, ein rechtsextremer Hardliner im Kabinett von Benjamin Netanyahu, steht wegen seines Vorgehens gegen die Gaza-Aktivisten auch in anderen europäischen Staaten in der Kritik.

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Imagewechsel: Niedersachsen zahlt 10 Millionen Euro für den Slogan „Das ist groß” mit Windrad-Optik

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Kampfjet-Projekt geplatzt: So verhöhnte Frankreich die Deutschen schon vor dem Bruch

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Nach Stromausfall in Reutlingen: 20-Uhr-Tagesschau verschweigt Linksextremismus-Verdacht

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Raketenkrieg zwischen Iran und Israel eskaliert weiter

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Iran und Israel haben in den vergangenen Stunden ihre gegenseitigen Raketen- und Drohnenangriffe fortgesetzt und damit die Gefahr eines umfassenden regionalen Krieges weiter erhöht.

Der Iran feuerte laut israelischem Militär erneut Dutzende Raketen auf Israel, in mehreren Regionen heulte Luftalarm, Teile der Geschosse wurden abgefangen. Im Süden Israels schlug mindestens eine Rakete in ein Gebäude bei Dimona ein, insgesamt wurden dort rund 90 Menschen verletzt; weitere Schäden wurden aus Arad gemeldet. Zuvor hatte Teheran Angriffe auf die Atomanlage Natans gemeldet und sprach von Vergeltung.

Israel reagierte seinerseits mit fortgesetzten Luftschlägen auf Ziele im Iran, vor allem auf militärische und strategische Einrichtungen in Teheran und im Westen des Landes. Nach israelischen Angaben trifft die Armee seit mehreren Nächten den iranischen Militär- und Machtapparat; genaue Opferzahlen auf iranischer Seite sind bislang unklar.

Aus iranischen Staatsmedien hieß es, der Raketenbeschuss Israels sei eine „Antwort“ auf amerikanisch-israelische Angriffe auf iranische Atom- und Militäranlagen. Parallel dazu intensiviert Iran laut Berichten seine Attacken auch auf Golfstaaten und US-Stützpunkte in der Region; Explosionen werden unter anderem aus Dubai, Abu Dhabi, Doha und Manama gemeldet. Unterstützt wird Teheran durch die libanesische Hisbollah, die erneut Raketen auf Israel abfeuerte.

In Israel und der Region kam es zu massiven Störungen im Luftverkehr, Lufträume wurden zeitweise geschlossen und Flüge umgeleitet. Die USA unterstützen Israel beim Abfangen iranischer Raketen und Drohnen. Die politische Führung in Teheran lehnt trotz der Eskalation Gespräche mit Washington ab.

Ein Ende der wechselseitigen Angriffe ist nach übereinstimmenden Medienberichten nicht absehbar; Beobachter warnen vor einer weiteren Ausweitung der Kampfhandlungen auf den gesamten Nahen Osten.

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Die Zwischenbilanz des Irankriegs (II)

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„Pragmatische Nationalisten“

Wie es in der Analyse in Foreign Affairs heißt, haben die Enthauptungsschläge, die Israel vor allem zu Beginn des Krieges gegen Irans damalige Staatsspitze führte, nicht nur das Ziel verfehlt, den Sturz der Regierung in Teheran herbeizuführen. Sie haben vielmehr beigetragen, auf den oberen Rängen des iranischen Staates einen Generationswechsel zu forcieren. An der Macht sind nun nicht mehr Personen, deren Weltsicht im Kampf gegen das Schahregime und in der Planung des Umsturzes geprägt wurde, sondern eine Generation, die in den 1980er Jahren im Krieg gegen den Irak ihr Land verteidigen und dabei wegen ihrer bedrängten Lage erhebliche Kreativität entwickeln musste. Zudem drängt auf den nachfolgenden Ebenen der Hierarchien die nächste Generation nach oben, die nach dem Krieg gegen den Irak aufwuchs; für sie stehe nicht mehr die „revolutionäre Ideologie“, sondern die „nationale Verteidigung“ im Mittelpunkt, urteilen die Autorin und der Autor des Foreign Affairs-Beitrags, die beide an der renommierten School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University lehren.[1] Es handle sich nicht mehr um religiöse Hardliner, sondern um ganz „pragmatische, hartgesottene Nationalisten“, die „ein klares Bild von Irans Fähigkeiten und Schwachstellen“ hätten: „Sie verteidigen keine Revolution. Sie verwalten einen Staat.“

Dezentrale Strukturen

Der neuen Generation an der Spitze des iranischen Staats ist es schon nach dem Zwölf-Tage-Krieg im Juni 2025 – damals noch unter dem obersten religiösen Führer Ali Khamenei – gelungen, das Land auf einen erneuten Überfall durch die USA und Israel vorzubereiten. So wurden Entscheidungsbefugnisse etwa in puncto Handel, Landwirtschaft und Sozialsysteme aus der Landes- in Provinzhauptstädte verlagert, also dezentralisiert.[2] Zu den Streitkräften heißt es in Foreign Affairs, sie seien systematisch „in ein Netz von Operationskommandos umgewandelt“ worden, das „stärker einer Guerillaarmee“ ähnele „als einer konventionellen Streitmacht“. Letztlich seien die staatlichen Apparate – das Militär inklusive – „in eine kohärente Entscheidungsstruktur“ transformiert worden, „die den Verlust jedes einzelnen Anführers überleben konnte“. Dies habe es ermöglicht, Israels brutale Enthauptungsschläge ohne Verlust der eigenen Handlungsfähigkeit zu überstehen. Für seine Zukunft setze Iran nicht mehr darauf, die Aufhebung der US-Sanktionen zu erreichen; da Washington sie jederzeit neu in Kraft setzen könne, sei auf die Reintegration in das westliche Finanzsystem kein Verlass, resümiert der Beitrag in Foreign Affairs Irans neue Haltung. Vielmehr müsse man aus der faktischen Kontrolle der Straße von Hormuz Nutzen schlagen (german-foreign-policy.com berichtete [3]).

„Eine neue Identität“

Als zentral gilt es der neuen iranischen Staatsspitze, die Wirtschaft in Schwung zu bringen: eine Schlussfolgerung aus früheren Protesten der iranischen Bevölkerung, die in vielen Fällen durch wirtschaftliche Nöte ausgelöst wurden. Bislang sei es Teheran gelungen, trotz aller Schwierigkeiten umfassende Mängel in der Versorgung der Bevölkerung zu verhindern. In der Zeit der US-amerikanisch-israelischen Angriffe habe es Irans Staatsspitze vermocht, nicht nur offene Proteste, wie es sie im Januar dieses Jahres gab, zu verhindern, sondern sogar die Bevölkerung in gewissem Umfang hinter sich zu scharen. Zwar bestehe die Kritik an der Regierung im Grundsatz fort, heißt es in Foreign Affairs. Doch habe sich Irans Bevölkerung mehr und mehr gegen die Bombardements mobilisieren lassen, habe Menschenketten um Kraftwerke gebildet sowie sich auf Brücken versammelt, die US-Präsident Donald Trump zu zerstören gedroht habe. Gleichzeitig habe die Regierung etwa den Kopftuchzwang faktisch gelockert und so neue Freiheiten gewährt. Der Krieg und die neue Politik der Regierung brächten in der Bevölkerung eine „neue Identität“ hervor, wird ein Universitätsprofessor aus Iran zitiert.[4] Gelingt es Teheran, die Wirtschaft genauso effizient in Schwung zu bringen, wie es das Überleben im Krieg organisiert habe, dann könnte die Regierung also womöglich sogar gestärkt aus dem Waffengang hervorgehen.

Die Entscheidung erzwingen

Mit Blick auf ihre gestärkte Position und auf die bisherigen materiellen Verluste der USA im Irankrieg bzw. ihre dezimierten Raketenbestände (german-foreign-policy.com berichtete [5]) hat die Regierung in Teheran in den vergangenen Tagen nicht nur punktuelle US-amerikanische Angriffe jeweils mit Gegenangriffen beantwortet – zuletzt richteten sie sich gegen zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Kuwait sowie gegen die US-Marinebasis in Bahrain –, sondern am gestrigen Sonntag auch erneute Angriffe Israels auf Beirut, die die Abmachungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten brechen, mit dem Beschuss von Zielen in Nordisrael beantwortet, dies zum ersten Mal seit Beginn des Waffenstillstands. Der Beschuss kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Spannungen zwischen Israel und den USA deutlich zugenommen haben. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass US-Präsident Donald Trump Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während eines Telefonats wüst beschimpft hatte, weil Israel mit seinen Attacken auf den Libanon die von Trump angestrebte Einigung mit Iran torpediert.[6] Mit dem aktuellen Angriff auf Nordisrael, auf den wohl ein erneuter Angriff Israels auf Iran folgen wird, sucht Teheran den Druck zu erhöhen: Will Washington den Krieg tatsächlich zu einem Ende bringen, muss es seinen nahöstlichen Verbündeten zur Einstellung seiner Bombardements veranlassen.

Bislang ohne Einfluss

Während sich der Krieg erneut zuzuspitzen droht, bereiten Deutschland und weitere Staaten Europas weiter einen Marineeinsatz in der Straße von Hormuz vor, von dem allerdings immer weniger klar ist, ob er zustande kommt. Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde, hat der Auswärtige Dienst der EU Ende Mai vorgeschlagen, den Einsatz, an dem sich die Deutsche Marine mit dem Minensuchboot Fulda und dem Tender Mosel beteiligen will [7], unter Rückgriff auf den EU-Einsatz Aspides zu legitimieren. Dieser Einsatz dient bisher dazu, Handelsschiffe durch das Rote Meer und den Golf von Aden zu geleiten, um sie vor einem möglichen Beschuss durch die jemenitischen Huthi zu schützen.[8] Das Mandat des Einsatzes umfasst im Grundsatz auch die Straße von Hormuz und den Persischen Golf und könnte also durchaus als Grundlage für den geplanten neuen Marineeinsatz genutzt werden.[9] Wie der Auswärtige Dienst der EU schreibt, könne Aspides jetzt „die EU-weite Eigenverantwortung“ demonstrieren: in ihrer Antwort „auf eine Situation, die alle Mitgliedstaaten betrifft“.[10] Der Einsatz hängt allerdings erstens von einem dauerhaften Waffenstillstand im Irankrieg, zweitens von einer Kooperationsbereitschaft Irans ab. Beides ist zur Zeit völlig ungewiss. Die Bundesrepublik und die EU haben keinen Einfluss darauf.

 

[1], [2] Narges Bajoghli, Vali Nasr: Iran’s New Grand Strategy. How a Remade Islamic Republic Will Reshape the Middle East. foreignaffairs.com 03.06.2026.

[3] S. dazu Die Öffnung der Straße von Hormuz (II).

[4] Narges Bajoghli, Vali Nasr: Iran’s New Grand Strategy. How a Remade Islamic Republic Will Reshape the Middle East. foreignaffairs.com 03.06.2026.

[5] S. dazu Die Zwischenbilanz des Irankriegs.

[6] Ein Zwist zwischen engen Verbündeten. Frankfurter Allgemeine Zeitung 03.06.2026.

[7] S. dazu Die Öffnung der Straße von Hormuz.

[8] S. dazu Kriegserfahrung sammeln.

[9] About the Operation EUNAVFOR ASPIDES. eeas.europa.eu 20.02.2024.

[10] Lily Bayer: EU diplomatic arm proposes naval mission take ‘primary role’ in clearing Strait of Hormuz mines. reuters.com 03.06.2026.

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Israel bombardiert erneut Beirut

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Israel hat innerhalb der letzten 24 Stunden erneut Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut sowie in deren südlichen Vororten bombardiert und damit die Eskalation mit der schiitischen Miliz Hisbollah weiter verschärft.

Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den jüngsten Angriffen in Beirut und im übrigen Libanon mehrere Dutzend Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Die Luftschläge trafen vor allem südliche Wohn- und Geschäftsviertel, die als Hochburgen der Hisbollah gelten; Augenzeugen berichteten von schweren Explosionen und stundenlangem Überflug israelischer Drohnen.

Israel begründet die Bombardierungen als Reaktion auf massiven Raketenbeschuss durch die Hisbollah auf den Norden Israels, darunter auch auf die Hafenstadt Haifa. Nach israelischer Darstellung galten die Angriffe gezielt Führungspersonal und Infrastruktur der Hisbollah, darunter mutmaßliche Kommandeure der Eliteeinheit „Radwan“ und andere hochrangige Funktionäre, die in Wohngebieten operieren sollen.

Trotz einer formell weiterhin geltenden Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah kommt es laut Berichten inzwischen wieder täglich zu gegenseitigen Angriffen auf beiden Seiten der Grenze. Israel hat parallel seine Operationen im Südlibanon ausgeweitet und dringt nach eigenen Angaben weiter ins Landesinnere vor; dutzende Ortschaften wurden zur Evakuierung aufgerufen, Zehntausende Menschen sind auf der Flucht.

Die USA und andere westliche Staaten üben scharfe Kritik an den erneuten Angriffen auf Beirut und warnen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Libanons Regierung verurteilt die israelischen Luftschläge als Verletzung der Souveränität, hat aber zugleich Mühe, die Hisbollah militärisch zu kontrollieren. International wächst die Sorge, dass die anhaltenden Bombardierungen der Hauptstadt und der Grenzregion den Libanon politisch und wirtschaftlich weiter destabilisieren könnten.

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Bildquelle: Davidi Vardi /shutterstock

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Spotlight: Norbert Häring | "Faktenchecks" durch ein privatisiertes Wahrheitsministerium

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Ausschnitt aus dem Interview mit Norbert Häring | "Der Wahrheitskomplex" – Hier in voller Länge zu sehen: https://apolut.net/im-gespraech-norbert-haering/

Was glauben Sie, gibt es in Deutschland eine staatlich geförderte Zensur? Können Sie sich vorstellen, dass mit deutschem Steuergeld etwa Nichtregierungsorganisationen finanziert werden, die im Auftrag der Regierung bestimmte, von der Regierung gewünschte, Erklärungen in die Öffentlichkeit tragen? Und können Sie sich weiter vorstellen, dass unerwünschte Meinungen mit demselben Antrieb, nämlich das Regierungshandeln als richtig und unumstritten erscheinen zu lassen, bekämpft werden? Wenn ja, dann sind Sie wahrscheinlich ein sogenannter "Verschwörungstheoretiker".

Unseren Gesprächsgast haben wir eigentlich nicht für einen solchen gehalten, und doch wagt er sich jetzt mit einer interessanten und plausiblen These auf den Buchmarkt. Nur diejenigen regierungsamtlichen Wahrheiten, die einen Zuverlässigkeitsstempel erhalten haben, sollen auf dem Nachrichtenmarkt bestehen bleiben, alles andere solle zum Verschwinden gebracht werden, und genau dies werde mit staatlicher Macht und Einflussnahme betrieben, so die provokante These von Norbert Häring.

Norbert Häring ist promovierter Ökonom. Er war als Wirtschaftsjournalist für die "Börsenzeitung", die "Financial Times Deutschland" und für das "Handelsblatt" tätig. Gegenwärtig betreibt er den Blog "Geld und mehr", auf dem man vieles lesen kann, was man andernorts nicht oder erst mit Zeitverzug findet.

Über das aktuelles Buch "Der Wahrheitskomplex: Wie NGOs im Staatsauftrag unerwünschte Meinungen bekämpfen", spricht Moderator Alexander Christ mit Norbert Häring.

Norbert Häring betreibt auch die Website wahrheitskomplex.de

Hier der Link zum Buch: https://c.kopp-verlag.de/kopp,verlag_4.html?1=1056&3=0&4=&5=&d=https%3A%2F%2Fwww.kopp-verlag.de%2Fa%2Fder-wahrheitskomplex

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Rekord-Auswanderung: Immer mehr Deutsche kehren Deutschland den Rücken

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Nach den neuesten Wanderungszahlen des Statistischen Bundesamts haben 2025 so viele Deutsche ausgewandert wie nie seit Beginn der Statistik – ein historischer Höchststand.

Demnach verließen 2025 insgesamt 288.579 deutsche Staatsbürger dauerhaft die Bundesrepublik, während nur 191.890 Deutsche aus dem Ausland zurückkehrten. Deutschland verlor damit netto rund 96.700 Staatsbürger, obwohl die Gesamtmigration weiter positiv bleibt. Insgesamt zogen 2025 etwa 1,48 Millionen Menschen nach Deutschland, rund 1,25 Millionen verließen das Land – das Land bleibt also formal ein Einwanderungsland, doch die Bilanz der Deutschen ist deutlich negativ.

Bereits 2024 hatte sich der Trend abgezeichnet: Laut amtlicher Statistik verließen knapp 270.000 Deutsche das Land. Seit Jahren steigt die Auswanderungsrate von Deutschen langsam an, während gleichzeitig die Zahl der Fortzüge insgesamt (Deutsche und Ausländer) bei rund 1,3 Millionen pro Jahr liegt.

Als Gründe nennen Berichte unter anderem hohe Steuer- und Abgabenlast, Bürokratie, steigende Lebenshaltungskosten, aber auch politische Unzufriedenheit und den Wunsch nach besseren beruflichen Perspektiven oder einem „freieren Leben“ im Ausland. Beliebte Zielländer sind demnach vor allem Schweiz, Österreich, USA, Spanien und Frankreich.

Die Entwicklung wird von Experten und Medien als Warnsignal für den Standort Deutschland bewertet, weil überdurchschnittlich viele Fachkräfte und gut qualifizierte Leistungsträger unter den Auswanderern sind.

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Bildquelle: DesignRage / shutterstock

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BVG stoppt NIUS-Werbekampagne

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BVG beendet NIUS-Werbekampagne

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Die Folgen der doppelten Standards

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„Außenpolitik gestalten“

Über die Ziele, die die Bundesrepublik mit der Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat verfolgte, hatte sich im vergangenen Jahr Außenminister Johann Wadephul offen geäußert. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sei „das höchste wirklich globale Gremium für die Sicherheit der Welt“, für das trotz aller Konflikte weltweit „noch immer grundsätzlich Konsens und Unterstützung aller besteht“, hatte Wadephul vor der Konferenz aller deutschen Botschafter am 8. September 2025 konstatiert und hinzugefügt: „Deutschland gehört als eines der zentralen europäischen Gewichte an diesen Tisch.“ Das sei nötig, „weil wir in dieser Welt Außenpolitik gestalten wollen“ – „und weil dies unserem Interesse entspricht“.[1] Das liege auch daran, dass – „gerade in einem immer raueren geopolitischen Klima“ – „die Mitgliedschaft im Sicherheitsrat Zugänge zu Entscheidungen, Formaten und Informationen“ biete, „die auch Jahre nach unserer Mitgliedschaft geöffnet bleiben“. Dies sei für Berlin von hoher Bedeutung. Wadephul behauptete zudem, es sei, „gerade wenn das Völkerrecht angeschlagen und der Multilateralismus am Taumeln ist, unsere Verantwortung“, „uns dem kraftvoll entgegenzustellen“.

Verbrechen? Egal.

Dass die Bundesregierung zwar jederzeit abstrakt die Einhaltung des Völkerrechts predigt, sich im konkreten Fall allerdings – auch auf offener Weltbühne – nicht darum schert, wenn es um Vorwürfe gegen ihre Verbündeten geht, ist einer der Gründe, die nun für das Scheitern der deutschen Bewerbung vorgebracht werden. Die Bundesregierung weigert sich seit Jahren beharrlich, anders als mit nichtssagenden Phrasen gegen Israels Völkerrechtsverbrechen unter anderem im Gazakrieg Position zu beziehen. Im Dezember 2025 stimmte sie auf Druck aus Israel nicht einmal der Verlängerung des Mandats für das Palästinenserhilfswerk UNWRA zu. Dies sticht umso mehr ins Auge, als Berlin regelmäßig Russland – einen Gegner – wegen angeblicher oder tatsächlicher Kriegsverbrechen im Ukrainekrieg aufs Heftigste attackiert. Im Falle Israels fällt das deutsche Schweigen besonders ins Gewicht, weil in den vergangenen Jahren, wie Daniel Forti, UN-Experte bei der International Crisis Group, festhält, „eine große Mehrheit unter den UN-Mitgliedsstaaten … Palästina unterstützt hat und sehr besorgt ist über Israels Krieg in Gaza und in der Westbank“.[2] Auch die Repression in Deutschland gegen Palästinenser und Gegner der israelischen Kriegführung wird international mit klarer Ablehnung rezipiert.[3]

Komplexe Fragen

Auf wenig Verständnis stößt die Bundesregierung in vielen Ländern zudem mit ihrer faktischen Billigung der Angriffskriege der Vereinigten Staaten. Bedrängt Berlin nach wie vor Staaten in aller Welt, gegen Russland wegen seines Angriffskrieges gegen die Ukraine Strafmaßnahmen zu verhängen, so sieht sie sich nach wie vor nicht in der Lage, eine offizielle völkerrechtliche Einordnung des US-Angriffskriegs gegen Iran vorzunehmen. Dasselbe trifft auf den US-Überfall auf Venezuela Anfang Januar sowie die Verschleppung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte behauptet, „die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes“ sei „komplex“; dazu müsse man sich „Zeit“ nehmen.[4] Diese „Zeit“ dauert nun seit fünf Monaten an, ohne dass eine öffentliche Stellungnahme dazu vorliegt. Dies löst mittlerweile sogar in den Berliner Regierungsparteien Kritik aus. So ließ sich Siemtje Möller, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, jetzt mit der Äußerung zitieren, es sei erforderlich, dass die Bundesregierung künftig „völkerrechtswidriges Verhalten als solches benennt, unabhängig davon, wer dies in Frage stellt“.[5] Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, forderte ebenfalls, man dürfe „beim Völkerrecht keine doppelten Maßstäbe anlegen“.

Absteigende Mächte

Jenseits der verbreiteten Kritik an den doppelten Standards der deutschen Außenpolitik geht das Scheitern der deutschen Bewerbung auch auf Kräfteverschiebungen in der internationalen Politik zurück. In den vergangenen Jahrzehnten hatte sich die Bundesrepublik stets mit ihrer Forderung durchsetzen können, alle acht Jahre in den UN-Sicherheitsrat gewählt zu werden. Da die Amtszeit jeweils zwei Jahre beträgt, hatte Deutschland, langfristig betrachtet, während eines Viertels der Acht-Jahre-Perioden einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat inne. Das war erheblich überproportional. In Berlin wurde es damit begründet, dass man einen größeren UN-Mitgliedsbeitrag zahle als die meisten anderen Staaten – und dass man als großes sowie wirtschaftlich starkes Land genug Gewicht auf die Waage bringe, um sich gegenüber den mächtigen ständigen Mitgliedern zu behaupten. Die Akzeptanz dafür schwindet offenbar; dies zeigt sich schon daran, dass mit Österreich und Portugal zwei kleinere Länder Westeuropas gleichzeitig gegen Deutschland kandidierten. Das Scheitern der Bundesrepublik in der Abstimmung belegt, dass weltweit das Bedürfnis zunimmt, die großen, besonders einflussreichen Mächte zumindest ein Stück weit zurückzudrängen.

„Weniger in die UN investieren“

Für die weltpolitischen Ambitionen der Bundesregierung ist das ein herber Dämpfer – umso mehr, als Berlin eigentlich viel weiter reichende Ziele verfolgt und sogar einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat anstrebt. Wie dieser gerechtfertigt werden soll, ist nach dem Scheitern der deutschen Bewerbung um einen nichtständigen Sitz unklarer denn je. Entsprechend zeichnet sich nun – zumindest in Ansätzen – ein Rückgang des Interesses an den Vereinten Nationen ab. Mit Blick darauf, dass Deutschland einer der größten Beitragszahler ist – 2025 überwies Berlin 3,22 Milliarden Euro nach New York –, erklärte der CDU-Politiker Manfred Pentz, der zur Zeit in Hessen als Minister für Internationales amtiert: „Wenn wir künftig dort nicht den Einfluss haben, der uns zusteht, stellt sich die Frage: Warum sollten wir dann weiterhin so viel Geld in die UN investieren?“[6] Mit ähnlichen Motiven hält seit geraumer Zeit die Trump-Administration Zahlungen an die Vereinten Nationen zurück. Deren Position gerät damit immer weiter ins Wanken.

 

[1] Rede von Außenminister Johann Wadephul zur Eröffnung der Konferenz der Leiterinnen und Leiter deutscher Auslandsvertretungen. auswaertiges-amt.de 08.09.2025.

[2] Martin Ganslmeier: Katerstimmung und Fehlersuche. tagesschau.de 04.06.2026.

[3] S. dazu „Stigmatisiert, kriminalisiert, angegriffen“.

[4] Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt zur Situation in Venezuela. bundesregierung.de 03.01.2026.

[5] Was bedeutet Deutschlands gescheiterte UN-Bewerbung? zdfheute.de 04.06.2026.

[6] Deshalb wurde Deutschland bei der UN-Wahl abgestraft. n-tv.de 04.06.2026.

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Lufthansa-Jet-Unfall in Frankfurt +++ Mehrere Personen verletzt

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