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Gestern — 26. Februar 2026

Iranian Opposition Group Says It Attacked Khamenei’s Compound — ‘Heavy Clashes’ in Tehran

26. Februar 2026 um 05:06

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An Iranian opposition group took credit for a coordinated assault on Supreme Leader Ali Khamenei’s Tehran headquarters this week, reporting “heavy clashes” with the Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) that allegedly left more than 100 of its fighters killed, wounded, or arrested.

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U.S. Deploys Stealth F‑22s to Israel as Iran Strike Window Narrows amid Historic Buildup

25. Februar 2026 um 01:19

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The United States deployed stealth F-22 fighter jets to Israel on Tuesday as part of what has been described as the largest American military buildup in the region in more than two decades, with high-stakes nuclear talks set for Thursday in Geneva and Iranian officials warning that any strike would inflict “heavy casualties.”

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U.S. Military Aircraft Land in Israel as Netanyahu Warns Iran of ‘Force They Cannot Even Imagine’

24. Februar 2026 um 05:16

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Israel’s Prime Minister Benjamin Netanyahu warned Monday that the Iranian regime would face “a force they cannot even imagine” should it attack the Jewish state, as U.S. refueling and cargo aircraft landed at Ben Gurion Airport and an American carrier strike group advanced toward the eastern Mediterranean amid escalating regional tensions.

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Khamenei Activates Wartime Succession Plans amid Assassination Fears; U.S. Strike Planning Enters ‘Advanced’ Phase

22. Februar 2026 um 22:30

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Iran’s Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei has activated wartime succession planning, empowering a hardline loyalist to oversee national security operations and ordering layered contingency measures to safeguard the regime amid fears of U.S. military strikes and assassination attempts.

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U.S. Iran Strike Planning in ‘Advanced’ Phase; Decapitation, Regime-Change Options Prepared

21. Februar 2026 um 06:10

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U.S. military planning for potential strikes on Iran has entered what officials describe as an “advanced” phase, with options reportedly expanding beyond nuclear and missile infrastructure to include targeted decapitation strikes against senior regime figures — and with President Donald Trump said to be able to make a strike decision “at any moment.”

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Neuer Gipfelrekord westlicher Heuchelei | Von Rainer Rupp

13. Februar 2026 um 10:29

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Neuer Gipfelrekord westlicher Heuchelei | Von Rainer Rupp
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Neuer Gipfelrekord westlicher Heuchelei | Von Rainer Rupp

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Es war mehr als nur Real-Satire als die amerikanische Delegation vor wenigen Tagen bei dem Treffen in Oman Iran beschuldigt, bei der Niederschlagung der von Israel und Washington angefeuerten Demonstranten, die den iranischen Ordnungskräfte nach Kiewer Maidan-Vorbild stundenlange Feuergefechte lieferten, die Menschenrechte missachtet zu haben. Das muss man sich vor Augen halten, ausgerechnet die Amerikaner, die den israelischen Genozid in Gaza mit Waffen, Geld und politischem Wohlwollen unterstützen, machen den Iranern Vorhaltungen, weil sie bei der Unterdrückung der laut Westmedien „friedlichen Demonstranten“ deren Menschenrechte verletzt hätten.

Diese Real-Satire wird noch irrer, wenn man bedenkt, dass es israelische, amerikanische und andere westliche Geheimdienste waren, die für die Organisation, die Finanzierung und für die mediale Choreografie der Aufstände der gewalt-extremistischen, „Revolutionäre“ verantwortlich waren. Deren Friedfertigkeit kann an den hunderten Toten, namentlich genannten Ordnungskräften gemessen werden. 

Diese jüngsten amerikanischen Menschenrechtsvorwürfe, die von Washington auch als weiterer Grund für den Aufbau der militärischen Drohkulisse gegen Iran genannt wird, ist zweifellos ein neuer Gipfelrekord westlicher Heuchelei. Der wird nur noch übertroffen durch die Tatsache, dass sich Mitglieder der Trump-Regierung in aller Öffentlichkeit rühmen, auch noch die Ursachen der Krise in Iran absichtlich herbeigeführt zu haben, um durch Chaos einen gewaltsamen Umsturz und einen Regimewechsel in Teheran herbeizuführen.

Vor dem Bankenausschuss des US-Senats erklärte US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag letzte Woche ausdrücklich, dass die USA gezielt eine Finanzkrise im Iran verursacht hätten, um Unruhen im Land zu schüren. Auf die Frage von Senatorin Katie Britt, was die USA noch tun könnten, um Druck auf den Ayatollah und den Iran auszuüben, erklärte Bessent, dass das Finanzministerium eine "Strategie" umgesetzt habe, die darauf abzielte,

„die iranische Währung zu untergraben, die die Wirtschaft zum Absturz brachte und die gewalttätigen Proteste auslöste, die wir im ganzen Land gesehen haben.“ 

Weiter führte Bessent aus, dass er bei einer Rede im Wirtschaftsclub im März letzten Jahres „die Strategie bereits skizziert“ habe.

„Es kam zu einem schnellen und ich würde sagen großartigem Höhepunkt im Dezember 2025, als eine der größten Banken im Iran unterging. Es gab einen Run auf die Bank, die Zentralbank musste Geld drucken, die iranische Währung ging in den freien Fall, die Inflation explodierte, und daher haben wir das iranische Volk auf der Straße gesehen.”

Es ist nicht das erste Mal, dass Bessent solche Aussagen machte. Bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im vergangenen Monat sagte der US-Finanzminister folgendes:

„Präsident Trump hat das Finanzministerium und unsere OFAC-Abteilung, das Amt für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte, angewiesen, maximalen Druck auf den Iran auszuüben. Und das hat funktioniert, denn im Dezember ist deren Wirtschaft zusammengebrochen. Es herrscht Dollarmangel. Sie sind nicht in der Lage, Importe zu tätigen, und deshalb sind die Menschen auf die Straße gegangen. …. Das ist unsere wirtschaftliche Staatskunst. Ohne dass ein (amerikanischer) Schuss gefallen ist, und die Dinge entwickeln sich dort sehr positiv.“

Nach diesen Äußerungen schrieb Professor Jeffrey Sachs auf common dreams unter dem Titel: "Wirtschaftsstaatskunst entlarvt: Eine wichtige Säule der hybriden Kriegsführung der USA, jetzt für alle sichtbar“. Im Untertitel heißt es:

„Es ist sicherlich keine Diplomatie und es ist kein Zwang. Es ist ein Krieg, der mit wirtschaftlichen Mitteln geführt wird, um eine Wirtschaftskrise und soziale Unruhen hervorzurufen, die zum Sturz der Regierung führen.“

Weiter führt Sachs aus: Die Vereinigten Staaten beherrschten diese Kunst der Zerstörung, indem sie den Dollar, ihre Wirtschaftssanktionen und Finanzpolitik als Kriegswaffe einsetzten, um die Währungen der Zielländer zum Zusammenbruch zu bringen. Diese hybriden Kriege seien entwickelt worden, um die Währungen von Ländern wie Iran und Venezuela zu zerstören, um interne Unruhen und letztendlich einen Regimewechsel zu provozieren.

Das menschliche Leid, das durch offenen Krieg oder durch zerstörerische Wirtschaftssanktionen verursacht wird, ist im Endresultat nicht so unterschiedlich. Der wirtschaftliche Zusammenbruch führt zu einem Mangel an Nahrungsmitteln, Medikamenten und Treibstoff und zerstört gleichzeitig Ersparnisse, Renten, Löhne und öffentliche Dienstleistungen. 

Ein von außen bewusst herbeigeführter, wirtschaftlicher Zusammenbruch „treibt die Menschen in Armut, Unterernährung und vorzeitigen Tod, genau wie ein offener Krieg", so Prof. Sachs. Un das werde stolz als wirtschaftliche Staatskunst gefeiert. Die USA orchestrieren seit Jahren Pläne, um im Iran Unruhen zu schüren, indem sie wirtschaftliche Konflikte verursachen. 2019 räumte Trumps früherer Außenminister Mike Pompeo offen ein, dass das Ziel von Washingtons Wirtschaftskrieg gegen den Iran darin bestehe, die Bevölkerung so unglücklich zu machen, dass sie "die Regierung wechselt". Fröhlich zitierte er die "wirtschaftliche Notlage", in die Iran durch die US-Sanktionen geraten war. 

Als die Unruhen letzten Monat wie geplant im Iran ausbrachen, stachelte Trump die Demonstranten an und ermutigte sie zur Eskalation. Er sagte: 

"An alle iranischen Patrioten, protestiert weiter, übernehmt was Ihr könnt, wenn möglich, eure Institutionen“.

Zugleich versprach er den für den Westen arbeitenden Gewaltextremisten schnelle Hilfe: "Alles, was ich ihnen sage, ist, dass Hilfe auf dem Weg ist."

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Ein Demonstrant trägt die Fahne "Löwe und Sonne" des Iran. St Peters Square, Manchester, UK 10. Januar 2026.

Bildquelle: Watto Photos / Shutterstock.com 

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Der Iran (Teil 2) – Wer regiert wirklich? | Von Michael Hollister

05. Februar 2026 um 19:50

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Der Iran (Teil 2) – Wer regiert wirklich? | Von Michael Hollister

Macht und Entscheidung in Teheran

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Als im März 2023 die Nachricht um die Welt ging, dass Iran und Saudi-Arabien ihre diplomatischen Beziehungen wiederaufnehmen würden, sprachen westliche Medien von einer Überraschung. Doch wer genau hatte diesen Deal ausgehandelt? Der iranische Außenminister? Nein. Es war Ali Shamkhani, damals Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats (SNSC), der die Verhandlungen führte – ein Mann mit militärischem Hintergrund, nicht ein Diplomat im klassischen Sinne. Wenige Wochen später wurde Shamkhani gefeuert und durch Ali Akbar Ahmadian ersetzt, einen pensionierten General der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Die Botschaft war klar: In Teheran entscheidet nicht das Außenministerium über strategische Außenpolitik.

Diese Episode illustriert eine fundamentale Realität des iranischen Systems, die im Westen oft missverstanden wird: Iran hat zwei Außenpolitiken. Eine formale, die in der Verfassung verankert ist und vom Außenministerium repräsentiert wird. Und eine informelle, die von Sicherheitsapparaten dominiert wird und die tatsächlichen Entscheidungen trifft. Wer Iran verstehen will – seine Nuklearpolitik, seine Regionalpolitik, sein Verhältnis zum Westen – muss verstehen, wie diese beiden Ebenen interagieren und wie sich ihr Verhältnis in den vergangenen Jahren dramatisch verschoben hat.

Die Architektur der Macht: Formale Strukturen

Die iranische Verfassung von 1979 etabliert ein komplexes System, das religiöse und republikanische Elemente verbindet. An der Spitze steht der Oberste Führer, derzeit Ayatollah Ali Khamenei, der seit 1989 im Amt ist. Die Verfassung gibt ihm die finale Autorität über alle strategischen Fragen der Außenpolitik, insbesondere über das Nuklearprogramm und die Beziehungen zu den USA. Khamenei ernennt die Kommandeure der Streitkräfte, den Leiter der Justiz und hat informell entscheidenden Einfluss auf die Besetzung des SNSC-Sekretariats. Seine Rolle ist jedoch komplexer als die eines Alleinherrschers: Khamenei muss zwischen verschiedenen Machtzentren balancieren und ist darauf angewiesen, dass seine Entscheidungen von Schlüsselinstitutionen umgesetzt werden.

Der Präsident führt formal die Exekutive und ist das öffentliche Gesicht der iranischen Außenpolitik. Er ernennt das Kabinett, einschließlich des Außenministers, und repräsentiert Iran bei internationalen Foren wie den Vereinten Nationen. Doch seine tatsächliche Macht ist begrenzt. Unter Präsident Hassan Rouhani (2013-2021) gelang es, das historische Atomabkommen JCPOA auszuhandeln – aber nur, weil Khamenei grünes Licht gab und weil der damalige SNSC-Sekretär Ali Shamkhani den Deal intern absicherte. Als Donald Trump 2018 aus dem Abkommen ausstieg, distanzierte sich Khamenei schnell und bezeichnete den JCPOA rückblickend als "pure Damage". Die Episode zeigt das Muster: Erfolge beansprucht die oberste Führung, Misserfolge werden anderen zugeschrieben.

Das Außenministerium sollte theoretisch das Zentrum der iranischen Diplomatie sein. Unter Rouhani führte Außenminister Mohammad Javad Zarif die JCPOA-Verhandlungen und war international respektiert. Doch selbst in dieser Zeit klagte Zarif intern über systematische Sabotage durch militärische Akteure. In einem 2021 geleakten Audio sagte er:

"Das Land hat zwei Außenpolitiken: eine vom Außenministerium und eine von den Streitkräften. Das Battlefield sabotierte wiederholt meine diplomatischen Bemühungen."

Unter Rouhanis Nachfolger Ebrahim Raisi (2021-2024) wurde das Außenministerium weiter marginalisiert. Raisis Außenminister Hossein Amirabdollahian, der im Mai 2024 zusammen mit Raisi bei einem Helikopterabsturz starb, war offen IRGC-nah und formulierte die neue Doktrin explizit: "Es gibt eine enge Koordination zwischen Diplomatie und Battlefield."

Der Oberste Nationale Sicherheitsrat (SNSC) fungiert als Brücke zwischen den verschiedenen Machtstrukturen. Er besteht aus dem Präsidenten (Vorsitz), Vertretern des Militärs, der Justiz, der Legislative sowie dem Außen- und Innenminister. Der SNSC-Sekretär, formal vom Präsidenten ernannt, bedarf faktisch der Billigung Khameneis. Zwischen 2003 und 2013 führte der SNSC die Nuklearverhandlungen unter Ali Larijani und später Saeed Jalili. Rouhani verlagerte diese Verantwortung 2013 auf sein Außenministerium, doch seit 2021 ist sie zurück beim SNSC – jetzt unter Ahmadian, der nicht nur Ex-General ist, sondern auch enge Verbindungen zur IRGC-Führung hat. Der SNSC führte die Saudi-Annäherung, er verhandelt mit Russland über strategische Partnerschaft, er koordiniert die Positionen zu SCO und BRICS. Das bedeutet: Sicherheitslogik dominiert über diplomatische Überlegungen.

Die unsichtbare Hand: Informelle Machtstrukturen

Neben diesen verfassungsmäßigen Institutionen existiert ein Netzwerk informeller Akteure, die oft mehr Einfluss haben als die formalen Amtsträger. An erster Stelle stehen die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC, persisch: Sepah-e Pasdaran). Die IRGC wurden 1979 gegründet, um die Revolution zu schützen – nicht die Nation, sondern die Revolution. Sie unterstehen nur dem Obersten Führer, nicht der Regierung, und haben keine zivile Kontrolle. Mit geschätzten 190.000 aktiven Soldaten und einer eigenen Marineeinheit sind sie parallel zur regulären Armee organisiert. Ihre Quds-Einheit (übersetzt: Jerusalem-Einheit) ist für Auslandsoperationen zuständig und baut seit Jahrzehnten die sogenannte "Achse des Widerstands" auf – ein Netzwerk von Verbündeten in Libanon, Syrien, Irak, Jemen und Palästina.

Die IRGC ist aber weit mehr als eine Militärorganisation. Sie kontrolliert große Teile der iranischen Wirtschaft: Baukonzerne, Ölschmuggel-Netzwerke, Telekommunikation. Durch diese ökonomische Macht haben die Garden ein Eigeninteresse an bestimmten außenpolitischen Konstellationen. Sanktionen etwa schaffen lukrative Schwarzmärkte, die von IRGC-nahen Händlern dominiert werden. Im April 2024 luden die Revolutionsgarden den Schweizer Botschafter ein, um eine Botschaft an die USA zu übermitteln – ein beispielloser Bruch diplomatischen Protokolls, der zeigt, dass die IRGC mittlerweile offen als außenpolitischer Akteur auftreten.

Ein weiteres informelles Machtzentrum ist der Strategische Rat für Außenbeziehungen (Strategic Council on Foreign Relations, SCFR), der 2006 als Beratergremium für Khamenei gegründet wurde. Vorsitzender ist Kamal Kharrazi, der von 1997 bis 2005 Außenminister war. Der SCFR fungiert als eine Art außenpolitischer Think Tank der obersten Führung und betreibt informelle Track-Two-Diplomatie mit ausländischen Delegationen. Kharrazi selbst machte im Mai 2024 Schlagzeilen, als er öffentlich die Möglichkeit einer Revision der iranischen Nukleardoktrin erwähnte – eine Aussage, die nur mit Billigung Khameneis gemacht worden sein kann.

Schließlich spielten bis 2021 politische Fraktionen eine Rolle im außenpolitischen Diskurs. Reformisten und Moderate, repräsentiert durch Figuren wie Mohammad Khatami (Präsident 1997-2005) und Hassan Rouhani, argumentierten für Engagement mit dem Westen, während Konservative und Hardliner auf Konfrontation setzten. Doch seit 2020 ist diese pluralistische Phase vorbei. Durch einen Prozess, den iranische Insider als "Purification" (Reinigung) bezeichnen, wurden Reformisten systematisch aus allen Machtzentren entfernt: Das Parlament ist seit 2020 hardliner-dominiert, nachdem der Wächterrat tausende moderate Kandidaten disqualifizierte. Die Präsidentschaftswahlen 2021 und 2024 liefen nach demselben Muster.

Vier Wege der Transformation

Zwischen 2021 und 2024 hat das iranische System eine radikale Umstrukturierung erlebt, die sich in vier Kategorien einordnen lässt: rechtliche, institutionelle, funktionale und personelle Veränderungen. Jede dieser Transformationen hat dazu beigetragen, das Außenministerium zu marginalisieren und die Sicherheitsapparate zu stärken.

Die rechtliche Transformation zeigt sich am deutlichsten im Januar 2024 verabschiedeten Entwicklungsplan-Gesetz. Ursprünglich sah dieses Gesetz vor, dass militärische Einheiten, die Atomenergie-Organisation (AEOI) und der Geheimdienst das Außenministerium nicht mehr über ihre internationalen Aktivitäten informieren müssen. Nach öffentlichen Protesten, insbesondere von Ex-Außenminister Zarif, wurde das Gesetz leicht modifiziert: AEOI und Geheimdienst müssen nun doch informieren, das Militär – sprich die IRGC – jedoch nicht. Zarifs Kommentar dazu war vernichtend: "Jedes Ministerium hat sein eigenes Außenministerium." Die rechtliche Fragmentierung der Außenpolitik ist damit kodifiziert.

Institutionell hat sich die Rolle des SNSC fundamental gewandelt. Während Rouhani den SNSC weitgehend umging und Zarif direkt mit der JCPOA-Diplomatie beauftragte, ist der SNSC unter Raisi zum Zentrum aller strategischen außenpolitischen Entscheidungen geworden. Die Nukleardiplomatie liegt wieder beim SNSC, ebenso die Beziehungen zu Saudi-Arabien, Russland, China und den regionalen Nachbarn. Die Verhandlungen über SCO- und BRICS-Mitgliedschaft laufen über den SNSC. Diese institutionelle Verschiebung bedeutet, dass technokratische Expertise (die das Außenministerium bereitstellen könnte) durch sicherheitspolitische Kalkulationen ersetzt wird.

Die funktionale Transformation zeigt sich in der neuen Hierarchie zwischen "Diplomatie" und "Battlefield". Zarif beschrieb unter Rouhani eine ständige Spannung: Während er versuchte, mit Saudi-Arabien zu verhandeln, unterminierte die IRGC durch militärische Operationen über ihre Proxies diese Bemühungen. Amirabdollahian drehte diese Logik um: Diplomatie sollte nun die Militärstrategie unterstützen, nicht umgekehrt. Das klassische Primat der Politik über das Militär wurde invertiert. Ein symbolisches Beispiel: Als die IRGC im April 2024 den Schweizer Botschafter einlud, um eine Nachricht an Washington zu übermitteln (die Schweiz vertritt US-Interessen in Iran), geschah dies unter Umgehung des Außenministeriums. Die IRGC agiert mittlerweile als eigenständiger außenpolitischer Akteur.

Die personelle Transformation schließlich eliminierte die letzten pragmatischen Stimmen aus dem System. Ali Shamkhani, der als SNSC-Sekretär von 2013 bis 2023 amtierte, war ein erfahrener Sicherheitsexperte mit militärischem Hintergrund (er kämpfte im Iran-Irak-Krieg), aber auch ein Pragmatiker. Er verhandelte nicht nur den Iran-Saudi-Deal, sondern war auch ein Befürworter der JCPOA-Umsetzung. Im Mai 2023, nur zwei Monate nach dem Triumph der Saudi-Annäherung, wurde er gefeuert. Sein Nachfolger Ahmadian ist ein ehemaliger IRGC-General ohne diplomatische Erfahrung. Ali Larijani, der als Parlamentspräsident (2008-2020) eine zentrale Rolle in der iranischen Politik spielte und die Verhandlungen für den 25-Jahres-Deal mit China (2021) vermittelte, wurde ebenfalls marginalisiert. Der Grund für diese Säuberungen liegt in der Vorbereitung auf die Post-Khamenei-Ära: Die IRGC-Führung will sicherstellen, dass keine unabhängigen Machtbasen existieren, die nach Khameneis Tod (er ist 85 Jahre alt) eine Rolle spielen könnten.

Vier Trends mit weitreichenden Folgen

Diese strukturellen Veränderungen haben vier übergreifende Trends erzeugt, die Irans Außenpolitik prägen und künftig prägen werden.

Der erste Trend ist Zentralisierung. Unter Rouhani existierte ein außenpolitischer Dualismus: Das Außenministerium verfolgte Engagement mit dem Westen, während hardliner Institutionen (IRGC, Justiz, konservative Medien) diese Politik sabotierten. Das klassische Beispiel ist die gescheiterte Annäherung an Saudi-Arabien: Rouhani und Zarif versuchten mehrfach, Gespräche mit Riad aufzunehmen, doch jedes Mal torpedierten IRGC-Operationen (etwa Angriffe auf saudische Ölanlagen durch jemenitische Houthis) diese Bemühungen. Unter Raisi war die Situation fundamental anders: Die gesamte außenpolitische Elite – Präsident, SNSC, Außenministerium, IRGC – verfolgte dieselbe Strategie. Als Ahmadian und Shamkhani 2023 mit den Saudis verhandelten, gab es keine internen Blockaden. Das Paradox: Der Iran-Saudi-Deal gelang nicht trotz, sondern wegen der Hardliner-Dominanz. Zentralisierung schafft kurzfristig Handlungsfähigkeit, eliminiert aber gleichzeitig jede Kurskorrektur durch interne Debatten.

Der zweite Trend ist Anti-Westernism als ideologische Grundlage. Während Rouhani zwischen 2013 und 2021 auf eine doppelte Strategie setzte – Engagement mit dem Westen plus Absicherung durch östliche Partner (Russland, China) –, hat die Raisi-Administration den Westen komplett abgeschrieben. Die Ideologie dahinter ist simpel: Die USA sind eine Supermacht im Niedergang, Europa ist ein Vasall Washingtons, der Westen ist historisch feindselig gegenüber Iran und Kompromisse sind nutzlos, weil der Westen sie immer brechen wird (Trump-Beweis: Ausstieg aus JCPOA 2018). Khamenei selbst formulierte diese Sichtweise in zahlreichen Reden, in denen er von "Shattered Hegemony" sprach – der zerfallenden US-Dominanz. Diese Ideologie ist nicht nur Rhetorik: Sie übersetzt sich in konkrete Policy-Entscheidungen. Unter Raisi gab es keine ernsthaften Anstrengungen, das Atomabkommen wiederzubeleben, obwohl Biden dazu bereit gewesen wäre. Stattdessen wurde die "Look East"-Strategie intensiviert: SCO-Vollmitgliedschaft (2023), BRICS-Beitritt (2024), strategische Partnerschaft mit Russland, 25-Jahres-Abkommen mit China. Diese Orientierung ist mittlerweile systemisch verankert, nicht personenabhängig. Selbst wenn ein "moderater" Präsident wie Masoud Pezeshkian (seit Juli 2024 im Amt) Annäherung an den Westen sucht, fehlen ihm die institutionellen Hebel dafür.

Der dritte Trend ist Militarisierung der Außenpolitik. Außenpolitische Entscheidungen werden zunehmend durch eine Sicherheitslinse betrachtet, nicht durch eine diplomatische. Ein Beispiel aus dem Januar 2024 illustriert dies: Iran feuerte Raketen auf kurdische Stellungen im Nordirak und auf separatistische Gruppen in der pakistanischen Provinz Baluchistan. Offiziell waren dies Anti-Terror-Operationen, aber die Botschaft war politisch: Iran zeigte Stärke gegenüber Israel (das kurdische Ziele in Irak angeblich für Mossad-Operationen nutzt) und gegenüber Pakistan (das mit Saudi-Arabien verbündet ist). Traditionelle Diplomatie hätte solche Aktionen als eskalierend und kontraproduktiv betrachtet – aus IRGC-Sicht waren sie rationale Signale. Die Achse des Widerstands, also die Unterstützung von Hezbollah, Hamas, irakischen Schiiten-Milizen und jemenitischen Houthis, wird vollständig von der IRGC-Quds-Einheit koordiniert, nicht vom Außenministerium. Der Export iranischer Shahed-Drohnen nach Russland (die in der Ukraine eingesetzt werden) war ein IRGC-Deal, keine Regierungsentscheidung. Das Risiko dieser Militarisierung liegt in Fehlkalkulationen: Militärische Logik neigt zu Eskalation, diplomatische Kanäle zur Deeskalation werden vernachlässigt.

Der vierte Trend ist Authoritarismus, sowohl innen als auch außen. Im Inland hat das Regime nach den massiven Protesten 2022 (ausgelöst durch den Tod von Mahsa Amini in Polizeigewahrsam) die Repression verschärft: Internetzensur, Überwachung, Niederschlagung von Zivilgesellschaft. Nach außen manifestiert sich dieser Autoritarismus in enger Kooperation mit Russland und China bei Cyber-Technologie, Informationssicherheit und Überwachungssystemen. Im Jahr 2023 unterzeichnete Iran ein Abkommen mit Russland über "Information Security", das technischen Austausch bei Internet-Filtering beinhaltet. Chinas Social-Credit-System inspiriert iranische Plattformen zur Überwachung von Bürgern. Der Vorteil dieser autoritären Kooperation liegt darin, dass östliche Partner keine Menschenrechts-Kritik üben – im Gegensatz zum Westen, für den Menschenrechte (zumindest rhetorisch) Teil der Außenpolitik sind. Innere Repression und äußere Orientierung verstärken sich gegenseitig: Je autoritärer das System, desto weniger anschlussfähig an westliche Demokratien, desto notwendiger die Bindung an autoritäre Partner.

Was bedeutet das für die Praxis?

Diese strukturellen und ideologischen Veränderungen haben konkrete Auswirkungen auf Irans außenpolitisches Verhalten. Die Zentralisierung macht Iran kurzfristig berechenbarer: Wenn Khamenei, SNSC und IRGC dieselbe Linie verfolgen, wird diese auch umgesetzt. Die Saudi-Annäherung zeigt, dass Iran durchaus fähig ist zu pragmatischer Regionalpolitik, wenn die interne Sabotage fehlt. Auch die Stabilisierung der Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und zur Türkei folgt dieser Logik. Iran hat 2023 und 2024 systematisch seine Beziehungen zu regionalen Nachbarn verbessert – nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern weil es strategisch sinnvoll war und weil die interne Koordination funktionierte.

Gleichzeitig schafft dieselbe Zentralisierung langfristige Risiken. Systeme ohne interne Gegenstimmen neigen zu Fehlentscheidungen, weil Groupthink nicht korrigiert wird. Die vollständige Elimination reformistischer oder moderater Perspektiven bedeutet, dass niemand mehr intern argumentiert "vielleicht sollten wir doch mit dem Westen reden" oder "diese militärische Eskalation könnte nach hinten losgehen". Ali Larijani etwa war jemand, der sowohl konservative Credentials hatte (er war nie ein Reformist) als auch pragmatisch agierte. Solche Figuren fehlen jetzt komplett.

Der Anti-Westernism als Ideologie führt zu einer self-fulfilling prophecy: Iran handelt, als sei der Westen irrelevant, was westliche Politiker bestätigt, die Iran isolieren wollen, was Iran wiederum in seiner Ideologie bestärkt. Diese Spirale macht Diplomatie extrem schwierig. Selbst wenn ein US-Präsident oder ein EU-Außenminister Verhandlungen anbieten, ist die iranische Seite ideologisch darauf programmiert, dies als Täuschung zu interpretieren. Der JCPOA funktionierte 2015, weil beide Seiten glaubten, etwas zu gewinnen; die Bedingungen für einen "JCPOA 2.0" existieren heute nicht mehr, weil in Teheran niemand mehr glaubt, dass der Westen ein verlässlicher Partner sein kann.

Die Militarisierung erhöht die Gefahr von Eskalationen, die keine Seite wirklich will. Der Gaza-Krieg seit Oktober 2023 ist ein Beispiel: Die IRGC unterstützt Hamas, aber Iran hat kein Interesse an einem direkten Krieg mit Israel. Dennoch zwingen militärische Dynamiken – Raketenabschüsse, Drohnenangriffe, israelische Vergeltungsschläge – beide Seiten in eine Spirale. Diplomaten könnten Offramps schaffen, aber wenn Militärs die Agenda setzen, fehlen solche Auswege. Die Tötung von General Qassem Soleimani (Januar 2020) und die anschließende iranische Reaktion (Raketenabschuss auf US-Stützpunkte im Irak) zeigten bereits, wie schnell solche Dynamiken außer Kontrolle geraten können.

Der Authoritarismus schließlich macht Iran immun gegen bestimmte westliche Druckversuche, aber nicht gegen alle. Sanktionen etwa haben die Wirtschaft massiv beschädigt: Inflation liegt bei über 40 Prozent, das Bruttoinlandsprodukt stagniert, die Währung (Rial) ist kollabiert. Doch solange das Regime die Bevölkerung kontrollieren kann, übersetzt sich wirtschaftlicher Druck nicht in politische Konzessionen. Die Proteste 2022 waren die größte Herausforderung seit der Revolution 1979 – und das Regime überlebte, weil es bereit war, mit brutaler Gewalt zu reagieren. Diese Brutalität ist möglich, weil die IRGC und die Bassij-Milizen (eine paramilitärische Freiwilligenorganisation unter IRGC-Kontrolle) ideologisch loyal sind. Externe Sanktionen verstärken sogar die Macht der IRGC, weil sie die Schwarzmärkte kontrolliert.

Der Schatten der Sukzession

Ein oft übersehener, aber entscheidender Faktor für die strukturellen Veränderungen der letzten Jahre ist die Frage der Nachfolge Khameneis. Mit 85 Jahren ist der Oberste Führer statistisch gesehen in seiner letzten Amtsperiode. Die iranische Geschichte kennt nur eine Transition zwischen Obersten Führern: 1989, als Ayatollah Ruhollah Khomeini starb und Ali Khamenei sein Nachfolger wurde. Diese Transition verlief reibungslos, weil Khamenei von Hashemi Rafsanjani (damals mächtigster Politiker Irans) und der gesamten revolutionären Elite unterstützt wurde. Die heutige Situation ist komplexer.

Die systematische Entfernung von Ali Larijani, Ali Shamkhani und anderen pragmatischen Figuren aus Machtpositionen ist Teil einer Strategie, mögliche Alternative-Machtbasen zu eliminieren. Die IRGC will sicherstellen, dass nach Khameneis Tod nur IRGC-loyale Kandidaten für die Nachfolge infrage kommen. Das Expertengremium (Assembly of Experts), das formal den Obersten Führer wählt, ist seit 2016 komplett hardliner-dominiert. Einer der Namen, der intern kursiert, ist Mojtaba Khamenei, der zweite Sohn des Obersten Führers – ein Tabubruch, weil dies einer dynastischen Erbfolge gleichkäme, was der revolutionären Ideologie widerspricht. Doch die IRGC könnte dies unterstützen, wenn sie dafür ihre eigene Machtstellung sichern kann.

Diese Sukzessionsdynamik erklärt, warum die strukturellen Veränderungen der letzten Jahre so radikal waren. Es geht nicht nur um Außenpolitik, sondern um die Architektur des gesamten Systems für die Post-Khamenei-Ära. Die Marginalisierung des Außenministeriums, die Stärkung des SNSC, die IRGC-Dominanz – all dies sind Bausteine eines Systems, das auch ohne Khamenei funktionieren soll. Aus dieser Perspektive war Raisis Tod im Mai 2024 weniger dramatisch, als westliche Beobachter erwarteten: Das System lief weiter, weil es nicht von individuellen Personen abhängig ist, sondern von Strukturen.

Illusionen und Realitäten: Was der Westen verstehen muss

Westliche Analysen von Iran leiden oft unter drei Fehlwahrnehmungen. Die erste ist die Hoffnung auf "Moderate", die das Regime von innen reformieren könnten. Diese Hoffnung war unter Khatami (1997-2005) teilweise berechtigt, unter Rouhani (2013-2021) gerade noch plausibel, heute ist sie Illusion. Die Purification der politischen Landschaft ist abgeschlossen. Selbst Pezeshkians Präsidentschaft, die mit dem Label "moderat" versehen wurde, ändert nichts am System: Er hat weder die Macht, die IRGC zu kontrollieren, noch kann er die SNSC-Agenda bestimmen. Seine Rolle ist es, ein freundlicheres Gesicht nach außen zu präsentieren, während die Hardliner die Politik machen.

Die zweite Fehlwahrnehmung ist, Iran als monolithischen Block zu sehen. Iran ist nicht monolithisch, aber die verbliebene Pluralität liegt nicht auf der ideologischen Ebene (alle relevanten Akteure sind Hardliner), sondern auf der institutionellen: Khamenei, IRGC, SNSC, Justiz, Parlament, Wirtschaftsakteure haben unterschiedliche Interessen und Prioritäten. Die IRGC etwa profitiert von Sanktionen und hat daher weniger Anreiz zu Kompromissen als wirtschaftliche Eliten außerhalb der IRGC-Sphäre. Diese internen Spannungen existieren, aber sie verlaufen nicht mehr zwischen "Reformisten" und "Hardlinern", sondern zwischen verschiedenen Hardliner-Fraktionen.

Die dritte Fehlwahrnehmung betrifft die Rolle einzelner Personen. Westliche Diplomatie konzentriert sich oft auf den Außenminister als Ansprechpartner, weil dies der Logik westlicher Systeme entspricht. Doch in Iran ist der Außenminister oft der unwichtigste Akteur in strategischen Fragen. Wer mit Iran verhandeln will, muss verstehen, dass die Entscheidungen anderswo fallen: beim Obersten Führer, beim SNSC-Sekretär, bei der IRGC-Führung. Zarif hatte diese Macht zeitweise, weil Rouhani sie ihm gab und Khamenei zustimmte; seine Nachfolger haben sie nicht.

Ausblick: Stabilität durch Rigidität

Die strukturellen Transformationen der vergangenen Jahre haben Irans Außenpolitik paradoxerweise sowohl stabiler als auch riskanter gemacht. Stabiler, weil interne Konflikte minimiert wurden und strategische Entscheidungen nun effizienter umgesetzt werden. Die Saudi-Annäherung, die Deeskalation mit den VAE, die pragmatische Regionalpolitik – all dies wäre unter Rouhani am internen Widerstand gescheitert. Riskanter, weil die Militarisierung der Entscheidungsprozesse zu Kalkulationen führt, die diplomatische Auswege ignorieren.

Iran unter dem aktuellen System ist kein irrationaler Akteur, aber einer, der nach einer fundamental anderen Logik operiert als westliche Demokratien. Die IRGC-Dominanz bedeutet, dass Außenpolitik primär durch das Prisma von Sicherheit, Abschreckung und regionaler Machtprojektion betrachtet wird. Wirtschaftliche Prosperität, internationaler Handel, ausländische Investitionen – Ziele, die einem Außenministerium wichtig wären – sind sekundär. Das macht Iran schwer berechenbar für westliche Gesprächspartner, die mit wirtschaftlichen Anreizen oder Sanktionen operieren: Diese Instrumente treffen nicht die Entscheider.

Für europäische Staaten, die ihre eigenen Kanäle zu Iran aufrechterhalten wollen, bedeutet dies, dass Track-Two-Diplomatie und informelle Kontakte wichtiger werden als offizielle Verhandlungen. Der SCFR etwa ist offen für Gespräche mit europäischen Think Tanks und ehemaligen Diplomaten, weil solche Formate keinen offiziellen Charakter haben und damit innenpolitisch leichter zu rechtfertigen sind. Auch Oman hat sich als Vermittler etabliert, weil Muscat sowohl mit Iran als auch mit westlichen Hauptstädten gute Beziehungen pflegt.

Die fundamentale Frage für die kommenden Jahre ist, ob Irans strukturelle Rigidität – die Elimination von Gegenstimmen, die ideologische Verengung, die Militarisierung – langfristig Stärke oder Schwäche bedeutet. Kurzfristig hat sie dem System Stabilität verschafft: Die Proteste 2022 wurden niedergeschlagen, die Wirtschaft funktioniert trotz Sanktionen auf Überlebensniveau, die Regionalpolitik war teilweise erfolgreich. Langfristig jedoch könnten genau diese Faktoren zu strategischen Fehlern führen: Eine Außenpolitik ohne Korrektive neigt zu Overstretch, eine Wirtschaft ohne ausländische Investitionen stagniert, ein Regime ohne Legitimität muss immer mehr Ressourcen für Repression aufwenden.

Die iranische Außenpolitikstruktur ist kein Rätsel, sondern ein System – ein System, das sich in den vergangenen Jahren fundamental gewandelt hat und dessen Logik man verstehen muss, um Irans Handeln zu interpretieren. Wer in Teheran regiert, ist keine einfache Frage mit einer einfachen Antwort. Formal regiert der Oberste Führer. Praktisch regiert ein Netzwerk aus IRGC, SNSC und Khameneis engstem Beraterkreis. Das Außenministerium regiert nicht – es führt aus, was andere entschieden haben. Diese Realität zu akzeptieren ist der erste Schritt zu realistischer Iran-Politik.

Anmerkungen und Quellen

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Primärquellen (Middle East Council on Global Affairs)

Iran's Evolving Foreign Policy Structure: Implications on Foreign Relations
Middle East Council on Global Affairs, Juni 2024
https://mecouncil.org/publication/irans-evolving-foreign-policy-structure-implications-on-foreign-relations/

Raisi's Foreign Policy: Revitalizing Iran's International Position with a Non-Strategy
Middle East Council on Global Affairs, Kapitel aus: Iran's Foreign Policy Under Raisi
https://mecouncil.org/publication_chapters/raisis-foreign-policy-revitalizing-irans-international-position-with-a-non-strategy/

Iran on the Rise: Changing Perceptions and Global Ambitions Under Raisi
Middle East Council on Global Affairs, Kapitel aus: Iran's Foreign Policy Under Raisi
https://mecouncil.org/publication_chapters/iran-on-the-rise-changing-perceptions-and-global-ambitions-under-raisi/

Ergänzende wissenschaftliche Literatur

Vakil, Sanam: Iran and the West: Continuous Antagonism or Potential Partnership?, Chatham House, 2023
https://www.chathamhouse.org/ (Institutional Repository)

Barzegar, Kayhan: Iran's Foreign Policy Strategy After Saddam, The Washington Quarterly, Vol. 28, No. 3, 2005
https://www.tandfonline.com/toc/rwaq20/current

Ehteshami, Anoushiravan: Iran's International Posture in the Wake of the Arab Uprisings, LSE Middle East Centre Paper Series, 2014
https://www.lse.ac.uk/middle-east-centre/publications

Tabatabai, Ariane: No Conquest, No Defeat: Iran's National Security Strategy, Oxford University Press, 2020
https://global.oup.com/

Maloney, Suzanne: Iran's Political Economy Since the Revolution, Cambridge University Press, 2015
https://www.cambridge.org/

Primärdokumente

Constitution of the Islamic Republic of Iran, Artikel 110, 176, 177
Iran Human Rights Documentation Center Archive
https://irandataportal.syr.edu/wp-content/uploads/constitution-english-1368.pdf

Leaked Audio: Mohammad Javad Zarif on IRGC-Diplomacy Tensions, April 2021
Transkript veröffentlicht von BBC Persian und Iran International
https://www.bbc.com/persian | https://www.iranintl.com/

Speech by Ayatollah Ali Khamenei to IRGC Commanders, September 2019
https://www.khamenei.ir/en

Iran's Seventh National Development Plan (2022-2026)
Parlament der Islamischen Republik Iran (Majles), Januar 2024
https://rc.majlis.ir/en

Nachrichtenquellen und Analysen

"Iran and Saudi Arabia Agree to Resume Diplomatic Relations", The Guardian, 10. März 2023
https://www.theguardian.com/world/iran

"Iran's Revolutionary Guards Invite Swiss Ambassador in Rare Diplomatic Move", Financial Times, 15. April 2024
https://www.ft.com/world/mideast

"Death of Ebrahim Raisi: What It Means for Iran's Power Structure", Al Jazeera, 20. Mai 2024
https://www.aljazeera.com/video/inside-story/2024/5/20/what-does-ebrahim-raisis-death-mean-for-iran

"Masoud Pezeshkian Wins Iran Presidential Election", BBC News, 6. Juli 2024
https://www.bbc.com/news/articles/cx824yl3ln4o

"Iran's SNSC Takes Control of Nuclear Negotiations", Reuters, 22. August 2021
https://www.reuters.com/world/middle-east/

"Ali Shamkhani Removed as Iran's Security Council Chief", Iran International, 22. Mai 2023
https://www.iranintl.com/en

Hintergrundanalysen zu IRGC und Sicherheitsstrukturen

Wehrey, Frederic / Thaler, David et al.: The Rise of the Pasdaran: Assessing the Domestic Roles of Iran's Islamic Revolutionary Guards Corps, RAND Corporation, 2009
https://www.rand.org/pubs/monographs/MG821.html

Alfoneh, Ali: Iran Unveiled: How the Revolutionary Guards is Turning Theocracy into Military Dictatorship, AEI Press, 2013
https://www.aei.org/

Ostovar, Afshon: Vanguard of the Imam: Religion, Politics, and Iran's Revolutionary Guards, Oxford University Press, 2016
https://global.oup.com/academic/

Juneau, Thomas: Squandered Opportunity: Neoclassical Realism and Iranian Foreign Policy, Stanford University Press, 2015
https://www.sup.org/

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Dimension

Katzman, Kenneth: Iran's Foreign and Defense Policies, Congressional Research Service Report, Januar 2024
https://crsreports.congress.gov/

International Crisis Group: Iran's Priorities in a Turbulent Middle East, Middle East Report No. 184, April 2018
https://www.crisisgroup.org/middle-east-north-africa/gulf-and-arabian-peninsula/iran

"How Iran's Revolutionary Guards Built an Economic Empire", The Economist, 14. Januar 2023
https://www.economist.com/middle-east-and-africa

"Iran's Internet Censorship: Collaboration with Russia and China", Freedom House Report, 2023
https://freedomhouse.org/country/iran

Historische Kontextualisierung

Rakel, Eva Patricia: Power, Islam, and Political Elite in Iran, Brill, 2009
https://brill.com/

Axworthy, Michael: Revolutionary Iran: A History of the Islamic Republic, Oxford University Press, 2013
https://global.oup.com/academic/

Takeyh, Ray: Guardians of the Revolution: Iran and the World in the Age of the Ayatollahs, Oxford University Press, 2009
https://global.oup.com/academic/

Nukleardiplomatie und JCPOA

Samore, Gary (Hrsg.): The Iran Nuclear Deal: A Definitive Guide, Belfer Center, Harvard Kennedy School, 2015
https://www.belfercenter.org/

Mousavian, Seyed Hossein: The Iranian Nuclear Crisis: A Memoir, Carnegie Endowment for International Peace, 2012
https://carnegieendowment.org/

Parsi, Trita: Losing an Enemy: Obama, Iran, and the Triumph of Diplomacy, Yale University Press, 2017
https://yalebooks.yale.edu/

Regionalpolitik und "Achse des Widerstands"

Smyth, Phillip: The Shiite Jihad in Syria and Its Regional Effects, Washington Institute for Near East Policy, Policy Focus 138, 2015
https://www.washingtoninstitute.org/policy-analysis

Hokayem, Emile / Roberts, David: The War in Yemen, Survival: Global Politics and Strategy, Vol. 58, No. 6, 2016
https://www.iiss.org/publications/survival/

Wehrey, Frederic: The Burning Shores: Inside the Battle for the New Libya, Farrar, Straus and Giroux, 2018
https://us.macmillan.com/

Medien und öffentlicher Diskurs in Iran

"Inside Iran's Propaganda Machine", Foreign Policy, 8. März 2022
https://foreignpolicy.com/

Sreberny, Annabelle / Khiabany, Gholam: Blogistan: The Internet and Politics in Iran, I.B. Tauris, 2010
https://www.bloomsbury.com/

"How Iran's Hardliners Consolidated Power Through Purification", Carnegie Endowment, 15. Juni 2021
https://carnegieendowment.org/programs/middle-east/ (Seite nicht mehr abrufbar)

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Ayatollah Ali Khamenei (politisches und geistliches Oberhaupt des Iran)
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Der Iran (Teil 1) – Nuklearpoker: Ambiguität als Strategie | Von Michael Hollister

05. Februar 2026 um 19:04

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Der Iran (Teil 1) – Nuklearpoker: Ambiguität als Strategie | Von Michael Hollister

Wie Teheran zwischen Abschreckung und Eskalation navigiert

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Am 2. Juli 2025 unterzeichnete der iranische Präsident Masoud Pezeshkian ein Gesetz, das die bedeutendste Verschiebung in Irans Nuklearpolitik seit dem Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag 1970 markierte: Die Islamische Republik suspendierte ihre Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Kein Zugang mehr zu Anreicherungsanlagen. Keine Berichte über Uranbestände. Keine Inspektionen – zumindest nicht, bis "die Sicherheit der nuklearen Einrichtungen garantiert ist", wie es im Gesetzestext heißt.

Die Entscheidung kam nur Tage nach dem sogenannten "Twelve-Day War" im Juni 2025, als koordinierte amerikanisch-israelische Luftschläge iranische Nuklearanlagen in Natanz, Fordow und Isfahan trafen. Die westlichen Narrative sprachen von "chirurgischen Schlägen zur Eindämmung". Teheran sprach von einem Akt der Aggression. Das Ergebnis war in beiden Fällen gleich: Iran zog sich in die Ambiguität zurück.

Seither stellt sich die zentrale Frage: Spielt Iran ein taktisches Spiel, um Verhandlungshebel zu gewinnen – oder bereitet es den Weg zur Bombe vor?

Der Schatten Israels: Was nukleare Opazität bedeutet

Um Irans aktuelles Manöver zu verstehen, lohnt ein Blick auf das Erfolgsmodell nuklearer Ambiguität: Israel. Seit den späten 1960er Jahren verfolgt der jüdische Staat eine Politik der Amimut – der bewussten Unklarheit über seinen nuklearen Status. Offizielle israelische Stellen bestätigen weder den Besitz von Atomwaffen noch dementieren sie ihn. Gleichzeitig gehen Experten davon aus, dass Israel über 80 bis 100 einsatzbereite Sprengköpfe verfügt.

Diese Strategie funktioniert, weil Israel drei entscheidende Voraussetzungen erfüllt: Erstens eine resiliente, verstreute und gehärtete nukleare Infrastruktur, die schwer zu zerstören ist. Zweitens einen politischen Schutzschild durch die USA, der internationale Inspektionen verhindert und Sanktionen abwehrt. Drittens eine totale Informationskontrolle – israelische Geheimdienste tolerieren keine Leaks, und die Gesellschaft hat verinnerlicht, dass über das Thema nicht gesprochen wird.

Nukleare Opazität ist keine pazifistische Strategie. Sie dient zwei Zwecken: Abschreckung ohne die politischen Kosten offener Proliferation. Israel kann potenzielle Gegner im Unklaren lassen, ohne sich den Sanktionsregimen oder diplomatischen Isolation auszusetzen, die ein offizielles Atomwaffenprogramm nach sich ziehen würde.

Doch nicht jeder Versuch nuklearer Ambiguität endete erfolgreich. Der Irak versuchte es in den 1980er Jahren – bis Israel 1981 den Osirak-Reaktor zerstörte und der Golfkrieg 1991 das Programm endgültig demontierte. Libyen experimentierte mit verdeckter Entwicklung, gab aber 2003 auf und handelte einen Deal mit dem Westen aus. Beide Fälle zeigen: Opazität ohne die nötige Resilienz ist keine Strategie, sondern eine Einladung zur Präemption.

Nordkorea hingegen wählte einen anderen Weg: von Ambiguität zur offenen Bewaffnung. Pjöngjang nutzte jahrelang die Unklarheit über sein Programm, um Zeit zu gewinnen. Als die Führung entschied, dass Verschleierung nicht mehr ausreichte, demonstrierte sie ihre Fähigkeiten durch Tests. Die Lektion: Opazität kann eine Brücke zur Bombe sein, nicht notwendigerweise der Endzustand.

Der "Twelve-Day War": Anatomie einer Zäsur

Der Juni 2025 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des iranischen Nuklearprogramms. Was westliche Medien als "begrenzte Präventivschläge" bezeichneten, war aus iranischer Sicht ein koordinierter Versuch, das Programm zu zerstören. Die Angriffe erstreckten sich über zwölf Tage und trafen drei zentrale Anlagen: die unterirdische Anreicherungsanlage in Natanz, die tief in einen Berg gegrabene Anlage in Fordow und Forschungseinrichtungen in Isfahan.

Die Präzision der Schläge war bemerkenswert. Satellitenbilder zeigten Einschlagskrater direkt über den Zugangstunneln zu den unterirdischen Hallen in Fordow. In Natanz wurden offenbar gezielt die Stromversorgung und Kühlsysteme getroffen – Komponenten, ohne die Zentrifugen zur Urananreicherung nicht funktionieren können. Isfahan, wo Iran an fortgeschrittenen Zentrifugen-Designs forscht, verlor nach Angaben anonymer Quellen mehrere Labore und Werkstätten.

Was genau zerstört wurde, bleibt jedoch unklar – und genau darin liegt die strategische Bedeutung der darauffolgenden iranischen Ambiguität. Unmittelbar nach den Angriffen verkündeten iranische Staatsmedien Siegesmeldungen: Die Anlagen seien "weitgehend intakt", das Programm "unversehrt", die Luftabwehr habe "die meisten Raketen abgefangen". Doch bereits wenige Tage später korrigierte Außenminister Abbas Araghchi diese Darstellung. In einem Interview mit iranischen Medien räumte er ein, dass Fordow "schwer beschädigt" sei und es unklar bleibe, "wann – oder ob – wir die volle Anreicherungskapazität wiederherstellen können".

Diese widersprüchlichen Aussagen sind kein Zeichen von Desorganisation, sondern kalkulierte Kommunikationsstrategie. Indem Teheran wechselnde Narrative verbreitet, hält es seine Gegner im Unklaren: Wie groß ist der Schaden wirklich? Wie schnell kann Iran das Programm wiederaufbauen? Besitzt Iran noch genügend angereichertes Uran, um bei Bedarf zur Bombe durchzubrechen? Und wo genau ist dieses Material jetzt gelagert?

Die IAEA kann diese Fragen nicht beantworten, denn seit Juli 2025 hat sie keinen Zugang mehr. Israelische und amerikanische Geheimdienste mögen Satellitenbilder und Humint-Quellen haben, aber ohne Inspektoren vor Ort bleibt vieles Spekulation. Genau diese Unsicherheit ist Irans Ziel: Was die Gegner nicht wissen, können sie nicht gezielt zerstören. Was sie nicht beweisen können, können sie nicht als Legitimation für weitere Angriffe nutzen.

Doch der Twelve-Day War offenbarte auch Irans fundamentale Verwundbarkeit. Die Tatsache, dass Israel und die USA präzise die kritischsten Komponenten trafen – ohne dass Irans Luftabwehr sie effektiv stoppen konnte – zeigt die technologische Überlegenheit des Westens. Mehr noch: Die Strikes offenbarten, wie tief ausländische Geheimdienste in Irans Sicherheitsapparat eingedrungen sind. Denn nur mit präzisen Informationen über Anlagenlayouts, Schichtwechsel und Schwachstellen konnte eine solche Operation gelingen.

Irans Position: Taktik oder Transformation?

Iran ist kein Israel. Das wird jedem klar, der die strukturellen Unterschiede analysiert. Während Israel auf amerikanischen Schutz zählen kann, steht Iran unter westlichen Sanktionen. Während Israels Nuklearanlagen so gut verborgen und geschützt sind, dass selbst Luftschläge schwer durchführbar wären, sind Irans wichtigste Anlagen – Natanz, Fordow, Isfahan – seit Jahren bekannt und wurden bereits bombardiert. Während Israel eine tief verwurzelte Kultur der Geheimhaltung pflegt, hat der israelische Mossad iranische Nuklearwissenschaftler ermordet, geheime Dokumente aus Teheran entwendet und Sabotageakte durchgeführt, die auf tiefe Penetration iranischer Sicherheitsapparate hindeuten.

Was Iran seit Juli 2025 praktiziert, ist daher nicht vollständige Opazität im israelischen Sinne, sondern taktische Ambiguität. Rechtlich bleibt die Islamische Republik Mitglied des Atomwaffensperrvertrags (NPT), hat aber die Zusammenarbeit mit der IAEA suspendiert. Das bedeutet: keine Routineberichte über Uranbestände, keine Angaben zu Lagerorten, keine Inspektoren in sensiblen Anlagen.

Unmittelbar nach den Luftschlägen im Juni 2025 zeigte sich diese Ambiguität in widersprüchlichen Narrativen aus Teheran. Zunächst verkündeten Staatsmedien, die Anlagen seien intakt und das Programm unversehrt. Tage später gab Außenminister Abbas Araghchi zu, dass die Anlagen in Fordow "schwer beschädigt" seien und es unklar sei, wann der Vollbetrieb wiederhergestellt werden könne. Gleichzeitig betonte er: "Wenn Irans Interessen es erfordern, werden wir verhandeln."

Diese scheinbar widersprüchlichen Botschaften ergeben strategisch Sinn. Iran streut Unsicherheit: Wie groß ist der Schaden wirklich? Wie schnell kann Teheran sein Programm wiederaufbauen? Wo genau befinden sich die angereicherten Uranbestände jetzt? Diese Fragen sollen Washington und Tel Aviv im Dunkeln tappen lassen – und gleichzeitig Spielraum für Diplomatie offenhalten.

Doch taktische Ambiguität ist ein gefährliches Spiel. Anders als Israel verfügt Iran nicht über die strukturellen Voraussetzungen, um langfristige Opazität aufrechtzuerhalten. Die Infrastruktur ist verwundbar. Die politische Abschirmung fehlt. Und die Intelligence-Lage ist katastrophal: Die Präzision der israelischen Strikes im Juni 2025 – die gezielt Kommandeure, Wissenschaftler und Anlagen trafen – offenbarte, wie tief ausländische Geheimdienste in iranische Strukturen eingedrungen sind.

Khameneis Fatwa: Das theologisch-politische Dilemma

Im Zentrum der iranischen Nukleardebatte steht eine religiöse Autorität, die seit Jahrzehnten als unüberwindbare Barriere gegen die Bombe gilt: die Fatwa von Ayatollah Ali Khamenei. Seit den frühen 2000er Jahren hat der Oberste Führer Irans wiederholt erklärt, dass die Entwicklung, Produktion und der Einsatz von Atomwaffen harām – religiös verboten – seien. Diese Fatwa ist keine beiläufige Meinungsäußerung, sondern ein bindendes religiöses Rechtsgutachten mit weitreichenden politischen Konsequenzen.

Die Ursprünge der Fatwa liegen im Trauma des Iran-Irak-Krieges (1980-1988), als der irakische Diktator Saddam Hussein chemische Waffen gegen iranische Truppen und Zivilisten einsetzte. Iran besaß damals die technischen Mittel, ebenfalls chemische Waffen zu entwickeln, verzichtete aber darauf – eine Entscheidung, die Khamenei später mit religiösen und moralischen Argumenten rechtfertigte. Die Logik: Die Islamische Republik darf sich nicht auf das Niveau ihrer Gegner herablassen. Massenvernichtungswaffen sind unislamisch, weil sie unterschiedslos Zivilisten töten.

Diese Position wurde auf Atomwaffen ausgeweitet. Khamenei erklärte, der Islam verbiete die Herstellung von Waffen, die ganze Städte auslöschen können. Die Fatwa wurde zum Kernstück von Irans internationaler Verteidigung: Teheran argumentierte, es könne per Definition keine Atomwaffen anstreben, weil der religiöse Führer es verboten habe. Westliche Diplomaten blieben skeptisch, aber die Fatwa bot zumindest eine narrative Grundlage für Verhandlungen wie das JCPOA.

Doch seit Oktober 2023 gerät diese Doktrin unter massiven Druck. Die Schwächung der Achse des Widerstands, die Ermordung hochrangiger iranischer Verbündeter und die direkten Angriffe auf iranisches Territorium haben eine Debatte ausgelöst, die noch vor zwei Jahren undenkbar gewesen wäre: Sollte Khamenei die Fatwa revidieren?

Im Oktober 2024 veröffentlichten iranische Aktivisten und Parlamentsabgeordnete offene Briefe, in denen sie den Obersten Führer aufforderten, seine Position zu überdenken. Ihre Argumentation: Die existenzielle Bedrohung durch Israel und die USA habe sich seit Erlass der Fatwa fundamental verändert. Damals sei Iran noch von Verbündeten umgeben gewesen. Heute stehe es isoliert einer nuklear bewaffneten Regionalmacht und einer feindseligen Supermacht gegenüber. Die Fatwa, so die Hardliner, sei unter anderen Umständen entstanden und müsse den neuen Realitäten angepasst werden.

Khamenei hat bisher nicht reagiert – zumindest nicht öffentlich. Doch die Tatsache, dass diese Debatte überhaupt geführt wird, ist bemerkenswert. In einem autoritären theokratischen System wie dem iranischen werden religiöse Urteile des Obersten Führers normalerweise nicht in Frage gestellt. Dass hochrangige Politiker und Medien dies nun tun, deutet darauf hin, dass die Führung die Diskussion zumindest toleriert – möglicherweise, um die öffentliche Meinung auf eine potenzielle Kursänderung vorzubereiten.

Sollte Khamenei die Fatwa revidieren, wäre das ein Erdbeben. Es würde nicht nur Irans internationale Position zerstören, sondern auch innenpolitisch Legitimationsfragen aufwerfen: Wenn der Oberste Führer sich in einer so fundamentalen Frage irren kann, wie unfehlbar ist er dann? Gleichzeitig: Wenn die Fatwa bestehen bleibt, aber Iran trotzdem zur Bombe greift, wird Khameneis religiöse Autorität beschädigt. Es ist ein Dilemma ohne einfachen Ausweg.

Die innenpolitische Debatte: Fatwa gegen Pragmatismus

Innerhalb Irans tobt eine Debatte, die zeigt, dass die Suspendierung der IAEA-Kooperation kein Konsens, sondern ein Kompromiss ist. Auf der einen Seite stehen die Hardliner, vor allem in den Reihen der Revolutionsgarden (IRGC). Die der IRGC nahestehende Zeitung Javan schrieb nach der Gesetzesverabschiedung unverblümt, es beginne nun eine "Periode der Stille und Ambiguität" – mit explizitem Verweis auf Israels Strategie. Parlamentsabgeordnete wie Ahmad Bakhshayesh Ardestani erklärten stolz:

"Die Amerikaner und die IAEA wissen jetzt nicht mehr, wo unser angereichertes Uran gelagert wird; sie befinden sich in einem Zustand der Unsicherheit."

Einige Hardliner gehen weiter und fordern offen den Bau von Atomwaffen. Ihr Argument: Die bisherige Politik – keine Waffen, aber umfangreiche Anreicherung – habe weder Israel noch die USA davon abgehalten, Iran anzugreifen. Nur eine nukleare Bewaffnung könne echte Abschreckung bieten.

Gleichzeitig gibt es pragmatische Stimmen, die vor den Folgen einer offenen Bewaffnung warnen. Experten argumentieren, Iran fehle es an den politischen und strukturellen Voraussetzungen, um Israels Opazitätsmodell zu replizieren. Israel genießt internationale Sonderbehandlung – keine IAEA-Inspektionen, keine Sanktionen, bedingungslose amerikanische Unterstützung. Iran hingegen würde bei jedem Schritt zur Bombe mit massiver internationaler Isolation, verschärften Sanktionen und möglicherweise militärischer Intervention rechnen müssen.

Hinzu kommt die technische Realität: Iran hat zwar bedeutende Fortschritte in der Urananreicherung gemacht (auf bis zu 60 Prozent), aber es fehlt an der notwendigen Redundanz und Härtung der Infrastruktur. Die Anlagen sind bekannt, kartiert und – wie die Strikes im Juni 2025 zeigten – angreifbar. Ein Versuch, zur Bombe durchzubrechen, würde wahrscheinlich von israelischen oder amerikanischen Geheimdiensten sofort erkannt – und könnte einen präventiven Vernichtungsschlag auslösen, bevor die Waffe fertiggestellt ist.

Die Treiber der Eskalation: Von Gaza bis zur globalen Nuklearrenaissance

Was hat Iran an diesen Punkt gebracht? Die Antwort liegt in einer Kaskade von Ereignissen seit Oktober 2023, die Teherans strategische Kalkulation fundamental erschüttert haben.

Der Gaza-Krieg war der Katalysator. Als Israel nach den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 seine Militäroffensive startete, geriet das gesamte regionale Netzwerk Irans unter Druck. Hamas, die jahrzehntelang von Teheran finanziert und bewaffnet worden war, wurde militärisch dezimiert. Hisbollah, Irans wichtigster regionaler Verbündeter im Libanon, griff in den Konflikt ein – und bezahlte einen hohen Preis. Im September 2024 ermordete Israel Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah in Beirut. Wenige Wochen zuvor war bereits Ismail Haniyeh, der politische Führer der Hamas, bei einem Anschlag in Teheran selbst getötet worden.

Für Iran waren diese Verluste nicht nur taktische Rückschläge, sondern das Eingeständnis eines strategischen Scheiterns. Seit den 1980er Jahren hatte Teheran systematisch ein Netzwerk regionaler Verbündeter aufgebaut – die sogenannte "Achse des Widerstands" –, um sich gegen Israel und die USA zu verteidigen. Die Doktrin lautete: Indem Iran asymmetrische Kapazitäten jenseits seiner Grenzen aufbaut, schafft es "strategische Tiefe". Ein Angriff auf Iran würde Vergeltung durch Hisbollah im Libanon, schiitische Milizen im Irak oder Huthi-Rebellen im Jemen auslösen. Diese Drohung sollte Israel und die USA abschrecken.

Die Realität der letzten 15 Monate hat diese Doktrin widerlegt. Israel griff trotz der Drohungen an – und zwar nicht nur gegen Irans regionale Verbündete, sondern direkt gegen iranisches Territorium. Im April 2024 flog Iran erstmals einen direkten Vergeltungsschlag gegen Israel, nachdem israelische Jets das iranische Konsulat in Damaskus bombardiert hatten. Die Botschaft aus Teheran war klar: "Es gibt eine neue Gleichung. Jeder Angriff auf iranische Interessen wird direkt beantwortet."

Doch auch diese rote Linie erwies sich als porös. Die Ermordung Haniyehs in Teheran, die Zerstörung der Hisbollah-Führung und schließlich die Luftschläge auf iranische Nuklearanlagen zeigten: Irans konventionelle Abschreckung funktioniert nicht. Die Narrative innerhalb Irans verschob sich: Wenn weder regionale Proxies noch ballistische Raketen Israel davon abhalten, Iran anzugreifen – was dann? Die Antwort vieler Hardliner lautet: nur Atomwaffen.

Parallel dazu verstärkte sich Irans Bedrohungswahrnehmung durch Israels eigene Nuklearpolitik. Israel besitzt geschätzt 80 bis 100 Atomsprengköpfe und ist kein Mitglied des NPT. Im November 2023 schlug ein rechtsextremer israelischer Minister öffentlich vor, Atomwaffen in Gaza einzusetzen – eine Äußerung, die international Empörung auslöste, aber in Teheran als Beweis dafür interpretiert wurde, dass Israel keine roten Linien kennt. Die Pager-Anschläge im September 2024, bei denen durch ferngesteuerte Explosionen von Kommunikationsgeräten Dutzende Hisbollah-Mitglieder getötet wurden, verstärkten diesen Eindruck: Israel scheut vor keiner Technologie zurück.

Doch es sind nicht nur regionale, sondern auch globale Dynamiken, die Irans Nuklearkalkül prägen. Der Ukraine-Krieg hat nukleare Rhetorik zurück auf die geopolitische Bühne gebracht. Russland suspendierte den New-START-Vertrag, der die strategischen Atomwaffenarsenale der USA und Russlands limitiert, und diskutiert offen über Änderungen seiner Nukleardoktrin – einschließlich niedrigerer Schwellen für den Einsatz. China rüstet sein Arsenal massiv auf. Das AUKUS-Abkommen zwischen den USA, Großbritannien und Australien sieht die Lieferung nuklear betriebener U-Boote vor – ein Signal, dass der Westen bereit ist, nukleare Technologie zur Eindämmung Chinas einzusetzen.

In Teheran werden diese Entwicklungen aufmerksam verfolgt. Einflussreiche Think Tanks wie der Strategic Council on Foreign Relations (SCFR) argumentieren, dass die Welt in eine neue Ära nuklearer Konkurrenz eintritt. Wenn selbst die Großmächte wieder auf nukleare Abschreckung setzen, warum sollte Iran – umgeben von Feinden und ohne konventionelle militärische Parität – darauf verzichten?

Wirtschaftliche Verzweiflung: Sanktionen als Radikalisierungstreiber

Hinter der nuklearen Debatte steht eine ökonomische Realität, die oft übersehen wird: Iran leidet. Die Sanktionen, die nach dem US-Rückzug aus dem JCPOA 2018 verhängt wurden, haben die iranische Wirtschaft in eine Dauerkrise gestürzt. Die Inflation liegt seit Jahren bei über 40 Prozent. Der Rial, Irans Währung, hat gegenüber dem Dollar dramatisch an Wert verloren – von etwa 42.000 Rial pro Dollar im Jahr 2018 auf zeitweise über 600.000 Rial in den schlimmsten Phasen.

Für gewöhnliche Iraner bedeutet das: Der Mittelstand verarmt. Lebensmittelpreise explodieren. Medikamente werden knapp. Akademiker und Fachkräfte verlassen das Land, weil die Perspektiven fehlen – ein Braindrain, den sich Iran eigentlich nicht leisten kann. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei geschätzten 25 Prozent. Proteste gegen die wirtschaftliche Misere werden regelmäßig niedergeschlagen.

Irans Ölexporte, die Hauptquelle für Devisen, sind durch Sanktionen massiv eingeschränkt. Teheran hat zwar Wege gefunden, Öl über Mittelsmänner nach China zu verkaufen – oft über Tanker, die ihre Transponder ausschalten und falsche Flaggen führen –, aber zu stark reduzierten Preisen. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IMF) ist Irans Wirtschaft 2024 nur minimal gewachsen, nach Jahren der Kontraktion.

Diese wirtschaftliche Verzweiflung ist ein unterschätzter Treiber der nuklearen Radikalisierung. Parlamentsabgeordnete wie Ahmad Bakhshayesh Ardestani haben die Frustration in klare Worte gefasst:

"Weder wird das JCPOA wiederbelebt, noch besitzen wir eine Atombombe – aber wir tragen die Sanktionen, als hätten wir eine. Ist diese Situation rational?"

Die Logik ist zynisch, aber aus iranischer Perspektive nachvollziehbar: Wenn Iran bereits für ein Nuklearprogramm bestraft wird, ohne die strategischen Vorteile einer Bombe zu genießen, warum dann nicht den letzten Schritt gehen? Wenn Diplomatie keine wirtschaftliche Erleichterung bringt und Zurückhaltung nicht honoriert wird, verschiebt sich die Kosten-Nutzen-Rechnung. Selbst gemäßigte Politiker, die eigentlich eine Verhandlungslösung bevorzugen würden, sehen sich gezwungen, die Hardliner-Position zu stützen, weil die Alternative – weitere Jahre wirtschaftlicher Strangulation ohne strategischen Gewinn – politisch unhaltbar ist.

Diese Dynamik wird durch Trumps Rückkehr ins Weiße Haus verschärft. Seine erste Amtszeit brachte die "Maximum Pressure"-Kampagne, die bewusst darauf abzielte, Irans Wirtschaft zu zerstören, um entweder einen Regimewechsel oder totale Kapitulation zu erzwingen. Weder das eine noch das andere trat ein. Stattdessen trieb die Politik Iran in die Arme Russlands und Chinas, stärkte die Hardliner und erodierte den Einfluss jener Kräfte, die auf Kompromisse mit dem Westen gesetzt hatten.

Die Ironie: Der Westen wollte durch Sanktionen Irans Nuklearprogramm eindämmen. Tatsächlich hat er möglicherweise das Gegenteil erreicht – eine wirtschaftlich verzweifelte Führung, die glaubt, nur die Bombe könne ihr Überleben sichern.

Russland und China: Die Grenzen der "Look East"-Strategie

Ein zentrales Element von Irans Strategie seit 2018 ist die sogenannte "Look East"-Politik: die Hinwendung zu Russland und China als Alternative zum Westen. Teheran hat diese Achse intensiv gepflegt – durch Energieabkommen mit China, militärische Kooperation mit Russland (inklusive der Lieferung von Shahed-Drohnen für den Ukraine-Krieg) und die Mitgliedschaft in Organisationen wie der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) und BRICS.

Doch wie weit reicht diese Unterstützung wirklich? Die Antwort ist ernüchternd: Moskau und Peking mögen Teheran als nützlichen Partner betrachten, aber nicht als Verbündeten, für den sie ihre eigenen Interessen aufs Spiel setzen würden.

Russland profitiert von Iran auf mehreren Ebenen. Die Shahed-Drohnen haben sich im Ukraine-Krieg als kostengünstige, effektive Waffe erwiesen. Iran bietet Russland zudem einen Hebel im Nahen Osten, um amerikanische Interessen zu stören. Doch wenn es um Irans nukleare Ambitionen geht, hält sich Moskau zurück. Russland hat kein Interesse an einer nuklear bewaffneten Regionalmacht, die das Gleichgewicht im Nahen Osten destabilisieren könnte. Zudem ist Russland selbst auf die Einhaltung von Nonproliferation-Normen angewiesen – nicht zuletzt, um seine eigene Position als anerkannte Atommacht zu legitimieren.

China ist noch vorsichtiger. Peking ist Irans größter Ölkunde und profitiert von günstigen Preisen. China hat auch strategisches Interesse daran, den amerikanischen Einfluss im Nahen Osten zu schwächen. Doch Peking hat wiederholt klargemacht, dass es Irans Rückzug aus dem NPT oder eine offene Bewaffnung nicht unterstützen würde. Ein nuklearer Iran würde nicht nur eine regionale Rüstungsspirale auslösen (Saudi-Arabien, Türkei, Ägypten könnten folgen), sondern auch die globale Nonproliferation untergraben – ein Präzedenzfall, den China nicht setzen möchte.

Die Realität zeigte sich im Juli 2025, als westliche Medien über chinesische und russische Reaktionen auf Irans IAEA-Suspension berichteten. Beide Länder kritisierten die amerikanisch-israelischen Luftschläge verbal, vermieden aber jede Unterstützung für Teherans neuen Kurs. Diplomatische Quellen zitierten einen russischen Vertreter mit den Worten:

"Iran bleibt ein wichtiger Partner, aber wir können keine Politik unterstützen, die zur regionalen Proliferation führt."

Das bedeutet: Iran ist trotz "Look East" strategisch isoliert. Moskau und Peking werden nicht eingreifen, wenn Israel oder die USA erneut zuschlagen. Sie werden Teheran nicht mit Luftabwehrsystemen versorgen, die amerikanische Stealth-Bomber abfangen können. Sie werden keine diplomatische Deckung bieten, wenn Iran aus dem NPT austritt. Die Achse Teheran-Moskau-Peking ist eine Zweckgemeinschaft, keine Allianz.

Für Iran ist das eine bittere Erkenntnis. Die Look-East-Strategie mag wirtschaftlich ein Lebensader sein und politisch Symbolwert haben, aber sie bietet keine strategische Absicherung. Sollte Iran zur Bombe greifen, steht es allein.

Drei Szenarien: Schwellenstaat, Durchbruch oder Diplomatie

Wohin führt dieser Weg? Drei Szenarien zeichnen sich ab, jedes mit eigenen Risiken und Wahrscheinlichkeiten.

Szenario 1: Der Schwellenstaat

Die wahrscheinlichste Entwicklung ist, dass Iran den Status eines "Threshold State" anstrebt – eines Schwellenstaats, der technisch in der Lage ist, innerhalb weniger Wochen eine Atomwaffe zu bauen, aber formal unterhalb dieser Schwelle bleibt. Iran würde seine Urananreicherung weiter vorantreiben, Liefersysteme (ballistische Raketen) perfektionieren und Kommando- und Kontrollstrukturen aufbauen – alles Komponenten, die für eine Bombe nötig sind. Gleichzeitig bliebe Teheran Mitglied des NPT und würde keinen offenen Bruch riskieren.

Diese Strategie bietet mehrere Vorteile: Sie maximiert Irans Verhandlungshebel, ohne die politischen Kosten offener Proliferation zu tragen. Sie ermöglicht "latente nukleare Abschreckung" – die Drohung, zur Bombe durchzubrechen, wenn die Sicherheit gefährdet ist. Und sie lässt Raum für Diplomatie: Sollte ein Deal möglich sein, könnte Iran Zugeständnisse machen, ohne bereits Fakten geschaffen zu haben.

Das Risiko: Je näher Iran der Schwelle kommt, desto wahrscheinlicher wird ein präventiver Angriff durch Israel oder die USA. Der Juni 2025 zeigte, dass diese Option jederzeit auf dem Tisch liegt.

Szenario 2: Der Durchbruch zur Bombe – Die Nordkorea-Lektion

Ein zweites, gefährlicheres Szenario ist der offene Durchbruch zur Bewaffnung. Anstatt auf einen Angriff zu warten, könnte Iran entscheiden, präventiv zur Bombe zu greifen – nach dem Motto: "Der Angriff kommt sowieso, also schaffen wir lieber vollendete Tatsachen."

Um zu verstehen, warum dieses Szenario in Teheran an Attraktivität gewinnt, lohnt ein Blick auf Nordkorea. Pjöngjangs Weg zur Bombe begann in den 1990er Jahren mit Ambiguität und diplomatischen Manövern. Nordkorea trat 1985 dem NPT bei, begann aber parallel ein geheimes Waffenprogramm. Als die USA Verdacht schöpften, verhandelte Pjöngjang – und gewann Zeit. Das Agreed Framework von 1994 versprach Nordkorea Energiehilfen im Austausch für das Einfrieren seines Programms. Doch das Abkommen zerfiel, als George W. Bush Nordkorea 2002 zur "Achse des Bösen" zählte und Pjöngjang sich eingekreist fühlte.

2003 trat Nordkorea aus dem NPT aus. 2006 folgte der erste Nukleartest. Die internationale Reaktion – Sanktionen, diplomatische Isolation – schreckten Pjöngjang nicht ab. Nordkorea hatte eine strategische Entscheidung getroffen: Lieber eine Atommacht unter Sanktionen als ein konventioneller Staat unter existenzieller Bedrohung. Heute besitzt Nordkorea schätzungsweise 40 bis 50 Sprengköpfe und ist de facto unantastbar – keine Macht würde einen Krieg gegen einen nuklear bewaffneten Gegner riskieren.

Die Parallelen zu Iran sind offensichtlich – und beunruhigend. Wie Nordkorea steht Iran unter massivem externen Druck. Wie Nordkorea hat es Verhandlungen versucht und scheitern sehen (JCPOA). Wie Nordkorea fühlt es sich existenziell bedroht. Die Lektion, die Teherans Hardliner aus Pjöngjangs Beispiel ziehen, ist klar: Nur die fertige Bombe schützt. Diplomatie ohne nukleare Rückendeckung ist Schwäche.

Mohsen Rezaei, ehemaliger Oberkommandeur der Revolutionsgarden, hat diese Logik öffentlich artikuliert. Er argumentierte im September 2024: "Nach dem Libanon wird Israel Syrien, dann den Irak und schließlich Iran angreifen. Wir müssen jetzt handeln." Für diese Fraktion ist die Frage nicht ob, sondern wann Israel zuschlagen wird – und je länger Iran wartet, desto verwundbarer wird es.

Dieses Szenario birgt jedoch immense Risiken. Ein offener Durchbruch würde sofort erkannt – die IAEA, israelische und amerikanische Geheimdienste würden Alarm schlagen. Die Wahrscheinlichkeit eines massiven Präventivschlags, möglicherweise unterstützt durch die USA, wäre extrem hoch. Iran müsste darauf wetten, dass es die Bombe schneller fertigstellen kann, als seine Gegner zuschlagen – eine Wette mit ungewissem Ausgang.

Doch wenn Iran zu dem Schluss kommt, dass ein Angriff ohnehin unvermeidlich ist, könnte die Nordkorea-Option rational erscheinen: besser eine Bombe unter Beschuss bauen als ohne Schutz untergehen.

Szenario 3: Verhandlungshebel Diplomatie

Das dritte Szenario ist, dass Iran seine aktuelle Ambiguität als Verhandlungshebel für einen umfassenden diplomatischen Deal nutzt. Präsident Pezeshkian hat wiederholt signalisiert, dass Teheran zu Gesprächen bereit sei. Außenminister Araghchi betonte im September 2024:

"Es gibt keinen anderen Weg, die friedliche Natur von Irans Atomprogramm zu gewährleisten, außer durch Verhandlungen."

Ein solcher Deal müsste über das gescheiterte JCPOA hinausgehen. Iran würde vermutlich fordern: Sanktionserleichterungen, Sicherheitsgarantien (auch regional, nicht nur nuklear) und formale Anerkennung seines Rechts auf Urananreicherung unter Artikel IV des NPT. Im Gegenzug könnte Teheran die IAEA-Kooperation wieder aufnehmen, das Additional Protocol ratifizieren und Obergrenzen für die Anreicherung akzeptieren.

Das Problem: Ein solcher Deal erfordert Flexibilität auf beiden Seiten – und die ist unter Donald Trumps zweiter Amtszeit kaum zu erwarten. Trump, der 2018 das JCPOA zerriss und eine "Maximum Pressure"-Kampagne startete, ist zurück im Weißen Haus. Seine bedingungslose Unterstützung für Israels Netanyahu-Regierung macht Zugeständnisse unwahrscheinlich. Europa könnte als Vermittler auftreten, aber seine Handlungsfähigkeit ist begrenzt – wie die Aktivierung des Snapback-Mechanismus im August 2025 zeigte, einer verzweifelten Maßnahme ohne klare Folgeperspektive.

Die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios ist aktuell niedrig – aber nicht unmöglich, falls sich die Umstände ändern.

Trump 2.0: Der X-Faktor

Die Wiederwahl Donald Trumps im November 2024 ist der entscheidende externe Faktor in Irans Nuklearkalkül. Trumps erste Amtszeit war geprägt von maximaler Konfrontation: Rückzug aus dem JCPOA, Wiedereinsetzung und Verschärfung von Sanktionen, die Ermordung des IRGC-Generals Qassem Soleimani im Januar 2020. Seine zweite Amtszeit verspricht Kontinuität – wenn nicht Eskalation.

Trump pflegt ein enges Verhältnis zu Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und hat wiederholt erklärt, er werde Israel "bedingungslos" unterstützen. Gleichzeitig propagiert Trump das Narrativ, er habe "Irans Atomprogramm zerstört" – eine Behauptung, die faktisch unhaltbar ist, aber politisch wichtig: Trump muss dieses Image verteidigen, was ihn anfällig für Druck macht, erneut militärisch gegen Iran vorzugehen.

Innerhalb der Trump-Administration gibt es jedoch Spannungen. Auf der einen Seite stehen hawkische Berater, die eine harte Linie gegen Iran fordern und möglicherweise auf weitere Militärschläge drängen. Auf der anderen Seite stehen MAGA-Isolationisten, die keine neuen Kriege im Nahen Osten wollen. Diese interne Dynamik ist schwer vorherzusagen – aber die Geschichte zeigt, dass Trump eher zu impulsiven Entscheidungen neigt, wenn er innenpolitisch unter Druck steht.

Für Iran bedeutet Trump 2.0 vor allem eines: Die Wahrscheinlichkeit weiterer militärischer Angriffe steigt. Sollte Israel erneut iranische Nuklearanlagen bombardieren – diesmal mit amerikanischer Unterstützung oder Billigung –, könnte dies der finale Katalysator sein, der Teheran zur Entscheidung zwingt: Bombe oder Kapitulation.

Anmerkungen und Quellen

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Nukleare Opazität & Proliferation

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Pierre Goldschmidt (2018): "Nuclear Nonproliferation: Six Lessons Not Yet Learned", Arms Control Today https://carnegieendowment.org/posts/2018/03/nuclear-nonproliferation-six-lessons-not-yet-learned (Seite nicht mehr abrufbar)

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Irans Nukleardiskurs & Hardliner-Positionen

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Gaza-Krieg, Israel & regionale Dynamiken

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Hamidreza Azizi (27. Oktober 2024): "How Will Iran React to Israel's Latest Strikes?", ME Council Afkar (blog)
https://mecouncil.org/blog_posts/how-will-iran-react-to-israels-latest-strikes/

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Al Jazeera (23. Juni 2025): "How Extensive Are Israel's Intelligence Operations inside Iran?"
https://www.aljazeera.com/news/2025/6/23/how-extensive-are-israels-intelligence-operations-inside-iran

Hamidreza Azizi & Erwin van Veen (5. März 2024): "Iran and Gaza in Regional Perspective: Winning the Battle, but Losing the War?", Clingendael Institute
https://www.clingendael.org/publication/iran-and-gaza-regional-perspective-winning-battle-losing-war

Hamidreza Azizi (Februar 2021): "The Concept of 'Forward Defence': How Has the Syrian Crisis Shaped the Evolution of Iran's Military Strategy?", Geneva Centre for Security Policy (GCSP)
https://www.gcsp.ch/publications/concept-forward-defence-how-has-syrian-crisis-shaped-evolution-irans-military-strategy

Internationale Dynamik & Trump

Edward Wong (6. Juli 2025): "China and Russia Keep Their Distance from Iran During Crisis", The New York Timeshttps://www.nytimes.com/2025/07/06/us/politics/axis-china-russia-iran-north-korea.html

Amichai Stein (6. Juli 2025): "Netanyahu Seeks US Mechanism for Approval on Future Iran Strikes if Nuclear Threat Resurfaces", The Jerusalem Posthttps://www.jpost.com/israel-news/article-860175

Andrew Roth (17. Juni 2025): "Republican Hawks vs Maga Isolationists: The Internal War That Could Decide Trump's Iran Response", The Guardianhttps://www.theguardian.com/us-news/2025/jun/17/republican-hawks-vs-maga-isolationists-the-internal-war-that-could-decide-trumps-iran-response

Avner Cohen (20. Juli 2025): "Israel and Iran's Nuclear Strategies: Unexpected Parallels", Haaretzhttps://www.haaretz.com/opinion/2025-07-20/ty-article-opinion/.premium/the-unexpected-parallels-in-israel-and-irans-nuclear-strategies/00000198-17ee-d89e-a7bf-77efb47a0000

Globale Nuklearentwicklungen

Seyyed Reza Mirtaher (5. Februar 2024): "The Escalation of Nuclear Tensions between Russia and the United States after the Ukraine War" [Persisch], Strategic Council on Foreign Relations (SCFR)
https://www.scfr.ir/fa/10/253836/

Mizan News Agency (12. Oktober 2023): "What Is the Purpose of the West in Strengthening Nuclear Submarines?" [AUKUS] [Persisch]
https://www.mizanonline.ir/fa/news/4737239

Al-Alam (28. Juni 2024): "SIPRI: The Increasing Role of Nuclear Weapons in Geopolitical Tensions" [Persisch]
https://fa.alalam.ir/news/6885728

Wirtschaftliche & sanktionspolitische Dimension

Abdolrahman Fathollahi (13. August 2024): "Nuclear Weapon as a Tool to Establish a Balance of Terror Against Israel" [Persisch], Iranian Diplomacyhttp://www.irdiplomacy.ir/fa/news/2027477

Zusätzliche Hintergrundquellen (Optional für Vertiefung)

Seyyed Mehdi Talebi & Fatemeh Barimani (11. Mai 2024): "Iran's Complex Nuclear Game" [Persisch], Farhikhtegan Dailyhttp://fdn.ir/190684

Aref Dehghandar (23. August 2024): "Latent Nuclear Deterrence Strategy" [Persisch], Etemad Daily https://www.etemadnewspaper.ir/fa/Main/Detail/220951

Asr Iran (28. September 2024): "Mohsen Rezaei: Israel Might Attack Iran; Regional States Should Decide as Soon as Possible" [Persisch]
https://www.asriran.com/fa/news/1000728

Entekhab (6. September 2024): "Araghchi: In Addition to Lebanon, the Issue of Ukraine and Nuclear Negotiations Have Been Brought Up in Discussions with European Countries" [Persisch]
https://www.entekhab.ir/fa/news/820757

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: KI-generiertes Bild: unterirdische Atomanlage des Iran
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(Auszug von RSS-Feed)

Neuer US-Krieg gegen Iran? | Von Rainer Rupp

30. Januar 2026 um 11:34

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Neuer US-Krieg gegen Iran? | Von Rainer Rupp
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Neuer US-Krieg gegen Iran? | Von Rainer Rupp

Was bedeutet die neue US-Drohkulisse im Persischen Golf?

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Der ehemalige Top-Analyst der CIA Larry Johnson, der schon seit etlichen Jahren zu einem rigorosen Kritiker der imperialistischen, kriegslüsternden US-Außenpolitik geworden ist, hat gestern, Donnerstag, den 29. Januar 2026, in einem E-Mail-Rundschreiben eindringlich vor der zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines neuen US-Angriffs auf Iran in den nächsten Tagen gewarnt. Sein Schreiben leitete er ein mit den Worten: 

„Aufgrund der jüngsten Äußerungen von Donald Trump und verschiedener Mitglieder der iranischen Regierung und des Militärs steuern wir auf einen neuen Krieg im Persischen Golf zu. Aber es sind nicht nur die Worte, die mich beunruhigen. Wenn man die Gesamtheit der aktuell in der Region zusammengezogenen US-Militärressourcen mit denen vergleicht, die sich vor Israels Überraschungsangriff auf den Iran im Juni 2025 im Persischen Golf befanden, dann ergibt sich ein sehr bedrohliches Bild“, so Johnson.

Nun wäre es nicht das erste Mal, dass die Kriegstreiber in Washington in den letzten Jahren immer wieder mal eine erschreckende Drohkulisse gegen Iran in der Region aufgebaut haben. Wie zum Beispiel in der 2011-2012 Krise, als unter Präsident Obama das Pentagon drei kampfbereite Flugzeugträger-Schlachtgruppen in Reichweite der iranischen Küste zusammengezogen hatte. Aber auch damals – Irans Verteidigungsfähigkeiten waren noch weitaus schwächer als heute – gab es starken Widerstand innerhalb des Pentagons und der Stabschefs der US-Waffengattungen gegen einen Krieg mit Iran, der den US-Streitkräften und der US-Wirtschaft hohe Verluste versprach.

Da Kriege zwischen Staaten nie einfach so aus dem Nichts passieren, wie die West-„Eliten“ in Politik und Medien uns im Fall der Ukraine weismachen wollen, weil Putin eines langweiligen Tages aus einer bösen Laune heraus nichts Besseres zu tun hatte, als einen Krieg anzufangen, weil also jeder Krieg eine Vorgeschichte hat, wollen wir uns auch diese im Zusammenhang des US-Iran-Konfliktes kurz ansehen.

Der politische Hintergrund

Ausschlaggebend für die Entwicklung in dieser Region war die US-Deklaration Anfang der 50er Jahre, dass der Raum um den Persischen Golf „von vitalem Interesse“ für die Sicherheit der Vereinigten Staaten ist. Dies ist die höchst-mögliche Sicherheitseinstufung und bedeutet, dass Washington seither - egal unter welchem US-Präsident – bereit war, sowohl mit sogenannten „verdeckten Operationen“ als auch mit offener militärischer Gewaltanwendung die US-Kontrolle über diese Region mit allen Mitteln zu „verteidigen“. Mit dem US-initiierten Sturz des ersten, demokratisch gewählten, iranischen Ministerpräsidenten Mohammed Mossadek und der anschließenden Einsetzung des US-hörigen, tyrannischen Folterregimes des fake „Schahs von Persien“, des ehemaligen Unteroffiziers „Mohammed Reza Pahlevi“, hatten die USA 1953 mit großer Brutalität ihren Anspruch auf die Beherrschung der Region auch in der blutigen Praxis unterstrichen.

Zuvor hatte Mossadek im Mai 1951 den Briten die Kontrolle über das iranische Öl entrissen und es zum Staatsbesitz erklärt. London bat insbesondere die USA um Hilfe. Washington operierte verdeckt und schickte den CIA-Agenten Kermit Roosevelt, ein Experte in psychologischer Kriegsführung, als Leiter der Operation nach Teheran. Der bestach mit Erfolg die kaiserlichen, iranischen Offiziere. Ein verfrühter Putschversuch der kaiserlichen Garde gegen Mossadek scheiterte jedoch. 

Doch die CIA hatte noch eine zweite Karte im Ärmel, den Generalmajor Mohammed Fazlollah Zahedi. Der putschte erfolgreich. Ergebnis: Mossadek wurde gestürzt, die Öl-Anteile wurden neu sortiert. 40 Prozent für die Britisch Petroleum, 14 Prozent für Royal Dutch Shell, der Rest ging an fünf US-Gesellschaften und einige Anteile an CFP, um Frankreich ruhig zu stellen. Und der von der CIA speziell ausgesuchte Unteroffizier Mohammed Reza Pahlevi wurde zum US-hörigen Schah von Persien gekrönt

Erstmals hatten die USA mit geheimdienstlichen Mitteln im Mittleren Osten eine gewählte Regierung beseitigt und dafür einen Alleinherrscher installiert. Den Briten hatten sie das Öl-Monopol aus der Hand genommen und ihre „vitalen“ Interessen am Golf manifestiert. Obwohl sie diese seither eifersüchtig „verteidigt“ haben, wurde der US-Einfluss im Jahre 1979 mit dem Erfolg der „Islamischen Revolution“ unter Führung des aus dem französischen Exil zurückgekehrten Ayatollah Ruhollah Chomeini in Iran schlagartig beendet, was zum Zorn der Amerikaner bis heute andauert.

Nachdem die US-Amerikaner von den Mullahs aus Iran verjagt worden waren, hatte Washington in den 80er Jahren Iraks Saddam Hussein im Krieg gegen Iran massiv unterstützt. Damals war es den USA nicht nur egal, dass Irak gegen Iran massenweise chemische Waffen einsetzte, sondern die USA hatten Irak sogar mit den für die Herstellung des Giftgases nötigen Mitteln („precursers“) versorgt, wie in Dokumenten von Hearings im US-Kongress im Jahr 1993 festgehalten wurde.

Die militärische Vorgeschichte.

Bereits zu Beginn des Kalten Krieges haben die USA den Iran zu einem Bollwerk gegen die Sowjetunion aufgerüstet. In den Jahren 1947 bis 1969 erhielt Iran US-Militärhilfe in Höhe von 1.4 Milliarden US-Dollar, (ein Vielfaches nach heutigem Wert). Von 1965 bis 1969 lieferten die USA dann Waffen nur noch zu günstigen Krediten und ab 1969 hatte man den Schah so weit, dass er den Ölreichtum des Landes für modernste Waffenkäufe in den USA verschwendete und sogar das im Iran stationierte US-Militär mit fürstlichen Gehältern entlohnte. Nach der enormen Ölpreiserhöhung von 1974 füllten sich auch die Taschen des Schahs, was dazu führte, dass die Waffenkäufe in den USA bis 1979 sprungartig anstiegen. Insgesamt lieferten die USA nach eigenen Angaben bis 1979 Waffen im Wert von 10.7 Milliarden Dollar. Unter Berücksichtigung des US-Consumer Price Index (CPI) in diesen Jahren entspricht das heute knapp 50 Milliarden US-Dollar.

1978 hatten die USA aus Iran die stärkste Macht der Golfregion gemacht, die zugleich die größte US-Militärmission in der Welt hatte, mit 1.500 US-Soldaten. Zudem waren 45.000 US-Militärberater in „Räuberzivil“, oft mitsamt ihren Familien, im Land. Sie alle mussten nach Ajatollah Chomeinis „Islamischer Revolution“ 1979 fluchtartig das Land verlassen. 

Nach der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran durch erboste Studenten brach Washington im April 1980 die diplomatischen Beziehungen mit Teheran ab, womit auch der 1959 gegründete CENTO-Pakt am Ende war. Dem „Zentralen Militärpakt“ (Central Treaty Organisation) gehörten neben den USA und Großbritannien die Türkei, Pakistan und Iran an. Im Anschluss. Nach dem April 1980 war der Einfluss der USA in der Golf-Region kontinuierlich zurück gegangen, bis der erste US-Krieg gegen Irak (1989/90) die Wende brachte. 

Mit dem zweiten Irak-Krieg (2003) und der Besetzung des Landes hatten sich die US-Krieger im Irak eine ähnliche Entwicklung erhofft, wie zuvor im Iran in den Jahren vor 1979, als Ausgangsbasis für die Umsetzung ihres erklärten Ziels, nämlich der Umgestaltung der gesamten Großregion. Damit sind sie aber auf die Nase gefallen. Das Ergebnis war vielmehr, dass der US-Krieg gegen Irak den Einfluss des Iran in der ganzen Region gestärkt hat.

Da nach dem Abzug der Amerikaner aus Iran die amerikanischen Waffensysteme in Teherans Arsenal dominierten, war die Abhängigkeit von US-Ersatzteilen und Technikern enorm. Dadurch wurde das iranische Militär vom US-Embargo ab 1980 so schwer getroffen, dass es sich bis zur Jahrtausendwende noch nicht voll davon erholt hat. Versuche das US-Waffenembargo zu unterlaufen gelangen nur teilweise, wobei der „Iran-Contra-Deal“ eine bedeutende Rolle spielte. Im Rahmen dieses Deals unterliefen die CIA und das Pentagon, mit Unterstützung des Weißen Hauses, die rigorose Embargopolitik des US-Außenministeriums und lieferten über Israel 2.008 moderne TOW Panzerabwehrraketen und 235 Bausätze für Hawk-Luftabwehrraketen an Iran. 

Auch vom siegreichen Vietnam soll Teheran US-Ersatzteile gekauft haben. Aber all dies hat natürlich nicht ausgereicht, um die hochgezüchtete Armee, die der Schah aufgebaut hatte, instand zu halten und zu modernisieren. Notgedrungen setzte die Kannibalisierung der Waffensysteme ein, d.h. intakte System wurden zum Ersatzteillieferant für andere Systeme. Hinzu kamen die hohen Verlustraten im Irak-Iran-Krieg. Mit jedem Jahr wurde der noch einsatzbereite Teil der US-Waffensysteme immer kleiner und Iran wandte sich zunehmend an Russland, China, Nordkorea und andere Quellen, um seine militärischen Fähigkeiten wieder auszubauen und zu modernisieren. 

Trotz strikter westlicher Embargos machte auch Irans einheimische Militärindustrie große Fortschritte. So gehört Iran z.B. bereits seit mehr als 20 Jahren zu den wenigen Ländern der Welt, die schwere Panzer bauen. 

Im 12-Tage Krieg, den Israel letztes Jahr mit massiver US-Unterstützung gegen Iran führte, zeigt sich welche unglaublichen technischen Erfolge Iran in der Raketentechnologie gemacht hat. Aber auch im Bau von Drohnen aller Art, von Aufklärung bis Schwarmangriff hat Iran eine technologische Führungsposition. In ihrer typisch westlichen Überheblichkeit haben sowohl die USA als auch die Israelis diese neuen Fähigkeiten Irans verkannt, z.B. Hyperschall-fähige Mittelstreckenraketen, die mit einer Reichweite von 3000 Km jeden Fleck in Israel erreichen und zudem nicht auf einer berechenbaren ballistischen Kurve fliegen. 

Es waren vor allem diese iranischen Mittelstreckenraketen, die unter strategischen Zielen in Israel schwere Schäden angerichtet haben. Lange hat die Netanjahu Regierung versucht, diese Schäden zu vertuschen, letztlich jedoch vergeblich. Denn inzwischen ist bekannt, dass es Netanjahu war, der angesichts fehlenden Nachschubs für verschossene Luftabwehrraketen und der von iranischen Raketen angerichteten Schäden Präsident Trump bat, einen Waffenstillstand mit Iran auszuhandeln. 

Sollte nun Trump nach einer Pause zum Auffüllen der Reserven tatsächlich an einen neuen Waffengang mit Iran denken, dann wird dieser sicherlich nicht nach einem Tag vorbei sein. Allerdings macht es wenig Sinn, die zahlenmäßige Stärke der Streitkräfte des Iran mit denen der USA zu vergleichen. Weder Anzahl der Flugzeuge, Panzer noch Soldaten der iranischen Armee spielen bei der gegebenen technologischen Überlegenheit der US-Streitkräfte in einem „symmetrischen“ Krieg eine ausschlaggebende Rolle. 

Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass größere Einheiten von US-Landstreitkräften auf iranischem Boden zum Einsatz kommen. Denn das hätte hohe Verluste an Soldaten zur Folge, die für die US-Öffentlichkeit kaum zu verkraften wären, zumal Trumps eigene MAGA-Bewegung in Bezug auf einen Krieg mit Iran gespalten ist. Die Stärke der iranischen Abschreckung gegen einen US-Angriff liegt weniger in den militärischen Fähigkeiten der regulären iranischen Streitkräfte, sondern vielmehr in einem „asymmetrischen“ Krieg das Kampfpotential und den militärischen, aber auch ökonomischen Widerstandswillen der USA und seiner West-Vasallen zu schwächen, z.B. durch die Schließung der „Straße von Hormus“, der Meerenge direkt vor der iranischen Küste, durch die 20 Prozent des Welt-Öl-Konsums transportiert werden. 

Wie eingangs erwähnt, ist die aktuell von Trump aufgebaute Bedrohungskulisse gegen Iran nicht die Erste, allerdings die bisher schwächste: 

2007

Im Februar 2007 waren auf Befehl des damaligen Präsidenten George W. Bush zwei Flugzeugträger-Schlachtgruppen, die Eisenhower und die Stennis, mit ihren Begleitschiffen in den Persischen Golf entsandt worden. Die „Assault (Angriffs)-Gruppe“ unter Führung der Batan war ebenfalls auf dem Weg in den Golf, wo bereits eine weitere „Assault-Gruppe“ lag. Bei einer Assault-Gruppe handelt es sich um 7 Schiffe mit insgesamt 2200 Marine-Infanteristen, Kampfhubschraubern, Harrier senkrecht-startende Kampfbombern und anderem Gerät zur Erstürmung feindlicher Küsten. 

Insgesamt hat Washington im Februar 2007 an die 50 Kriegsschiffe im und um den Golf zusammengezogen. Auch britische Minensuchboote, spezialisiert auf flache Gewässer wie in der Straße von Hormus, sind mit von der Partie. Hunderte von US-Kampfflugzeugen standen in der Region bereit: auf den Flugzeugträgern, auf der riesigen US-Base in Katar, in Bahrein, auf den vier großen US-Luftstützpunkten in Irak, auf Diego Garcia im indischen Ozean und in Afghanistan. Sogar auf der US-Basis Ircelik in der Türkei ist Verstärkung eingetroffen, obwohl die türkische Regierung bereits letztes Jahr erklärt hatte, dass türkisches Territorium nicht für einen Angriff auf Iran bereitsteht.

2012

Anfang 2012, auf dem Höhepunkt einer weiteren erpresserischen US-Forderung gegen Iran, baute Washington erneut eine Drohkulisse auf, diesmal noch größer, mit drei Flugzeugträger-Schlachtgruppen und entsprechenden Begleit- und Landungsschiffen für die Marine-Infanterie. Dieser Einsatz erfolgte vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen wegen neuer US-Forderungen bezüglich des friedlichen iranischen Atomprogramms und der iranischen Drohung, im Konfliktfall die Straße von Hormus zu sperren. Zur Untermauerung ihrer erpresserischen Forderungen positionierte die US-Marine drei Flugzeugträgerkampfgruppen im nördlichen Arabischen Meer und den angrenzenden Gewässern. 

  • Die USS Abraham Lincoln (Carrier Strike Group 9) 
  • Die USS Carl Vinson (Carrier Strike Group 1)
  • Die USS John C. Stennis (Carrier Strike Group 3) 

Bei dem aktuellen Einsatz (Januar 2026) ist bisher nur die Flugzeugträgerkampfgruppe „USS Abraham Lincoln“ mit Begleitschutz im Arabischen Meer angekommen. Und die US-Basen in der Region sind von US-Flugzeugen und Mannschaften geräumt, weil sie leichte Ziele für iranische Raketen wären. Die aktuelle US-Streitkräfte-Aufstellung in der Region ist also bedeutend schwächer als im Jahr 2007 und 2012 und das zu einem Zeitpunkt, zu dem Iran im Vergleich zu den früheren Krisenhöhepunkten, dank eigener Entwicklungen und mit Hilfe und Zukäufen von Russen und Chinesen ungleich stärker dasteht als zuvor und gute Chancen hat, der amerikanischen Flotte einige empfindliche Schläge zu versetzen. 

Mal sehen, ob Trump und seine Mannschaft ebenso vernünftig sind, wie Bush 2007 und Obama 2012 und sich zurückziehen. Oder sich von Zionisten weiter erpressen lassen. Denn wenn Trump sich für einen echten Krieg mit dem Iran entscheidet, könnte dies eine Krise auslösen, die nicht nur seine Präsidentschaft beenden könnte, anstatt die Islamische Republik Iran zu zerstören. 

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: US-Iran-Konflikt

Bildquelle: Shutterstock AI / Shutterstock.com

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