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Heute — 22. April 2026

CO2-Messungen im 19. Jahrhundert: Was Chemiker fanden und warum es die Klimaforschung ignoriert

22. April 2026 um 07:00

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Das moderne Klimanarrativ ruht auf einem wackeligen Fundament: der Annahme, dass die atmosphärische CO2-Konzentration vor der Industrialisierung stabil bei etwa 280 ppm lag und erst durch den Menschen in die Höhe getrieben wurde. Doch wer in die wissenschaftliche Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts blickt, stößt auf eine Realität, die so gar nicht in das Weltbild von IPCC und Co. passen will.

von Dr. Peter F. Mayer

In der aktuellen Klimadebatte wird uns ständig erzählt, die vorindustrielle CO₂-Konzentration in der Atmosphäre habe stabil bei etwa 280 ppm gelegen. Erst durch den Menschen sei sie auf heutige Werte um die 420 ppm gestiegen. Das klingt dramatisch – und passt perfekt zur Narrative der Klimakrise. Doch was sagen die historischen Quellen aus dem 19. Jahrhundert selbst? Chemiker wie der Schweizer Nicolas Théodore de Saussure haben mit den damals besten Methoden gemessen. Und ihre Ergebnisse stehen schwarz auf weiß in den Standardwerken der Zeit: Meyers-Konversationslexikon und Fachliteratur wie dem Handwörterbuch der Chemie. Die Werte? Deutlich höher – und stark schwankend. Kein stabiler „vorindustrieller“ Pegel von 280 ppm.

Bereits Ende der 1820er Jahre führte de Saussure systematische Messungen durch. In seiner 1830 veröffentlichten Abhandlung „Ueber die Schwankungen des Kohlensäure-Gehalts der Atmosphäre“ dokumentierte er hunderte Analysen. Das Neues Conversations-Lexikon für alle Stände (1857) fasst es zusammen:

„10 000 Volumtheile Luft enthalten 4,15 Volumenth Kohlensäure, nach einem Mittel aus 104 Beobachtungen“.

Das entspricht exakt 415 ppm. Die Einzelwerte schwankten je nach Wetter, Standort und Jahreszeit zwischen etwa 315 und 574 ppm.

De Saussure erfasste sogar den realen jahreszeitlichen Zyklus – etwas, das moderne Modelle erst Jahrzehnte später „entdeckten“. (Quelle: de Saussure 1830, zitiert in zeitgenössischen Lexika und detailliert analysiert im EIKE-Dokument).

Genau diese Erkenntnisse finden sich auch im Meyers-Konversationslexikon (4. Auflage, 1888). Unter dem Stichwort „Kohlensäure“ steht unmissverständlich:

„CO₂ findet sich zu etwa 0,04 Proz. in der Atmosphäre“.

Das sind 400 ppm – kein Tippfehler, keine Schätzung aus dem Blauen, sondern die Zusammenfassung der besten damaligen Messungen.

Der Eintrag ist online in Wikisource nachlesbar.

Ähnlich verhält es sich im Handwörterbuch der Chemie (herausgegeben von Professor Albert Ladenburg). Auch dort werden de Saussures präzise chemische Methoden (Barytwasser-Methode mit Bariumhydroxid-Absorption) und die daraus resultierenden hohen atmosphärischen Werte dokumentiert. Die Lexika der damaligen Zeit waren keine Meinungsblätter, sondern Spiegel des wissenschaftlichen Konsenses unter den führenden Chemikern Europas.

Eine umfassende Zusammenstellung all dieser historischen chemischen Analysen liefert das Dokument „180 Jahre atmosphärischer CO₂-Gasanalyse mittels chemischer Methoden“ von Ernst-Georg Beck (EIKE, 2016).

Darin sind über 90.000 Messungen seit 1812 ausgewertet – darunter zahlreiche Serien mit der Pettenkofer-Methode ab 1857, die eine Genauigkeit von ±3 ppm erreichte. Die Werte zeigten Maxima um 1825, 1857 und sogar über 400 ppm in den 1940er Jahren. CO₂ folgte dabei natürlichen Temperaturschwankungen, nicht umgekehrt.

Die Selektion der Wahrheit

Warum haben wir diese Daten vergessen? Die Antwort liefert der Blick in die Geschichte der Klimamodelle. Callendar und Keeling, die architektonischen Väter der modernen Treibhaustheorie, haben ein bequemes Ausschlussverfahren angewandt: Alles, was nicht in ihre Hypothese eines „gleichmäßigen vorindustriellen Zustands“ passte, wurde als „ungenau“ oder „durch lokale Verschmutzung verfälscht“ abgetan.

Der IPCC und die moderne Klimaforschung berufen sich fast ausschließlich auf Eisbohrkerne, die angeblich einen stabilen Wert von 280 ppm vor 1850 zeigen. Historische chemische Messungen werden als „ungenau“ abgetan – obwohl sie mit den präzisesten Methoden der Zeit (titrimetrisch, gravimetrisch) durchgeführt wurden und von Kapazitäten wie de Saussure, Reiset, Schulze oder Farsky stammen. Chemiker wie Pettenkofer, deren Verfahren über ein Jahrhundert Standard waren, keineswegs ungenau; sie arbeiteten mit einer Präzision, die modernen Anforderungen standhalten würde.

Der Physiker und Chemiker Beck zeigt in seiner Arbeit, dass viele frühe Messungen sogar systematisch unterschätzt wurden (durch Schlauchabsorption oder Trocknungseffekte), was die realen Werte noch höher macht.

Die Konsequenz ist klar: Die These eines „stabilen vorindustriellen CO₂-Gleichgewichts“ bei 280 ppm ist eine nachträgliche Konstruktion. Die Realität des 19. Jahrhunderts war eine schwankende, oft deutlich höhere Konzentration – ohne dass die Welt unterging.

CO₂ ist kein „Treibhausgift“, sondern ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre, der Pflanzenwachstum antreibt und auf Temperaturveränderungen reagiert.

Wer sich die Mühe macht, die Originalquellen zu lesen – Meyers-Konversationslexikon, Handwörterbuch der Chemie oder Becks 180-Jahre-Auswertung – erkennt schnell: Die Klimahysterie basiert nicht auf der vollständigen historischen Evidenz, sondern auf einer selektiven Auswahl. Die Chemiker des 19. Jahrhunderts hatten keine politische Agenda. Sie maßen einfach, was da war. Und das war mehr CO₂, als uns heute erzählt wird.

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Der Beitrag erschien zuerst bei TKP hier

 

Der Beitrag CO2-Messungen im 19. Jahrhundert: Was Chemiker fanden und warum es die Klimaforschung ignoriert erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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