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Heute — 28. Februar 2026

Trumps elitärer „Friedensrat“ | Von Wolfgang Effenberger

28. Februar 2026 um 19:43

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Trumps elitärer „Friedensrat“ | Von Wolfgang Effenberger

Machtpolitik im Alleingang – Wird die UNO überflüssig? 

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Am 19. Februar 2026 fand in Washington unter Leitung des US-Präsidenten Donald Trump der erste Gipfel des von ihm initiierten "Friedensrats" (Board of Peace) statt. (1)

Im Vorfeld hatte Trump den ehemaligen, wegen Kriegsverbrechen umstrittenen britischen Premier Tony Blair sowie mehrere enge Verbündete und Experten in seinen "Friedensrat" berufen. (2) 

Zu den Kernmitgliedern gehören:

  • Tony Blair, Ex-Premierminister Großbritanniens
  • Marco Rubio, US-Außenminister
  • Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn und Berater
  • Steve Witkoff, US-Sondergesandter für den Nahen Osten
  • Ajay Banga, Weltbank-Präsident
  • Marc Rowan, CEO von Apollo Global Management
  • Robert Gabriel, Nationaler Sicherheitsrat der USA

Weitere Mitglieder sind Nickolay Mladenov (bulgarischer Diplomat), Hakan Fidan (türkischer Außenminister) und Hassan al-Thawadi (katarischer Diplomat), sowie Vertreter aus Ägypten, den VAE und der UN (z. B. Sigrid Kaag). Später stießen Länder wie Indonesien, Saudi-Arabien, Türkei und Israel, dazu oft mit Beiträgen ab einer Milliarde Dollar. (3) 

Das Treffen formalisierte die Struktur des Gremiums mit über 20 Mitgliedsländern – Trump konnte Staatschefs wie Viktor Orbán (Ungarn), Javier Milei (Argentinien), den FIFA-Chef Gianni Infantino (Italien) sowie Vertreter aus Saudi-Arabien, VAE, Türkei und Indonesien begrüßen. Deutschland war durch einen hochrangigen Beobachter vertreten. (4)

Ausgehend vom 20-Punkte-Friedensplan für Gaza vom Oktober 2025 – unter Punkt 9 wurde explizit die Leitung des Wiederaufbaus durch einen Friedensrat unter Trump festgeschrieben – diente der Gipfel als Geberkonferenz für den Wiederaufbau des Gazastreifens nach einem Waffenstillstandsabkommen; erhebliche Ressourcen für Gaza wurden mobilisiert: Über 7 Milliarden US-Dollar insgesamt, darunter 1 Milliarde Dollar von Katar, 1,2 Milliarden von den VAE sowie Beiträge aus Albanien, Aserbaidschan, Bahrain, Jordanien, Kuwait, Marokko, Saudi-Arabien und Usbekistan. (5) 

In seiner vollständigen Rede am Board of Peace Summit am 19. Februar 2026  geißelte Tony Blair in Washington Gazas Regierung als "geprägt von Extremismus, Korruption und ineffektiven Institutionen" (characterized by extremism, corruption, ineffective institutions) und forderte einen Neubau „nicht so wie es war, sondern so wie es sein sollte“ (not as it was but as it should be) mit neuen Institutionen, Wirtschaft und Bildung unter westlicher Leitung. Er stellte die Palästinenser als unfähig dar, ihr "vast potential" (junge Bevölkerung, Lage) nutzen zu können – ohne Erwähnung historischer Ursachen wie Blockade oder Besatzung.

Im arabischen Raum dürfte unvergessen sein:

  • Zerstörung des Flughafens in Gaza durch Israel (2001)
  • Blockade der Seehäfen
  • Unregelmäßige Bombardierungen

Kritiker wie britische Abgeordnete verglichen dies direkt mit Kolonialismus: Blair als "Überwacher" für eine "technokratische Regierung", ähnlich Kosovo oder Osttimor. Die Rede ignoriert palästinensische Selbstbestimmung, betont stattdessen westliche "Effektivität" und Prosperität – ein Topos des 19.-Jahrhunderts ("White Man's Burden"). (6)

Weiter lag der Fokus auf Stabilisierung inklusive Entwaffnung der Hamas und israelischem Truppenabzug, mit Plänen für eine internationale Gaza-Stabilisierungstruppe. (7)

Dafür boten Indonesien bis zu 8.000 Soldaten, Ägypten die Ausbildung palästinensischer Polizei und Kasachstan medizinische Einheiten sowie Beobachter und 500 Stipendien für palästinensische Studenten an.

Darüber hinaus kündigte Trump die langfristige Erweiterung auf andere "Hotspots" an und betonte die Kooperation mit der UN. Diese als "historisch" gefeierten Ergebnisse demonstrieren zwar Trumps Führungs-Fähigkeit, schnelle multilaterale Zusagen zu sichern; sie bleiben aber vage in ihren Umsetzungsdetails. (8) So markiert dieser erste Gipfel Trumps Versuch, eine parallel zur UN laufende Plattform für Konfliktlösungen zu etablieren. Kritiker sehen darin eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen; (9) Spannungen mit UN-Strukturen sind nur eine Frage der Zeit. (10)

Der "Friedensrat", der inzwischen auch von anderen Ländern als Rivalin zum UN-Sicherheitsrat wahrgenommen wird, entstand schon wenige Wochen nach Trumps 20-Punkte-Friedensplan im November 2025 mit UN-Segnung durch Resolution 2803– Russland und China enthielten sich. Trump positioniert ihn als effizientere Alternative, die US-Zentralität betont und UN-Bürokratie umgeht. (11)

Kritik entzündet sich auch daran, dass der Rat über Gaza hinausgeht – Frankreich lehnt ihn aus Angst vor Verletzung von UN-Grundsätzen ab; Norwegen und Schweden zögern bei den Beitrittsbedingungen. Trump konterte mit Drohungen wie 200% Zöllen auf französischen Wein und unterstrich seinen "America First"-Ansatz. Im Gegensatz zur UN, die universell und konsensorientiert agiert, wirkt der Rat als "imperiales Gericht" unter US-Dominanz, was Allianzen belastet und die UN potenziell schwächt. (12)

Bisher blieb die UN offiziell zurückhaltend; sie erkennt Erfolge an, blockt aber Ausweitungsversuche – ein Balanceakt zwischen Pragmatismus und Schutz der UN-Ordnung. (13)

UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich kurz nach der Gründung des "Friedensrats" im Januar 2026 indirekt und zurückhaltend, ohne ihn namentlich zu benennen und unterstrich die alleinige Befugnis des UN-Sicherheitsrats, Gewaltanwendungen zu genehmigen und Völkerrecht durchzusetzen. Während sich Trump dominierende Befugnisse einräumt (Vorsitz, Einladungen, Vetorecht), positioniert Guterres die UN als unverzichtbare multilaterale Instanz gegenüber US-zentrierten Alternativen. Diese Haltung spiegelt die UN-Linie wider: Pragmatische Kooperation bei Gaza-Zusagen willkommen, aber klare Abgrenzung gegen Parallelstrukturen, die die UN-Legitimität unterlaufen könnten. Guterres vermeidet direkte Konfrontation, signalisiert aber Wachsamkeit. (14)

Guterres kritisiert weltweit eklatante Verstöße gegen die UN-Charta und die Missachtung internationaler Regeln, die für alle Staaten – ob groß oder klein – gleichermaßen gelten. (15)

So führten 1999 USA/NATO ihr 78-tägiges Bombardement Jugoslawiens (Serbien und Montenegro) ohne UN-Mandat, ein eindeutig völkerrechtswidriger Angriffskrieg. Seither verzichteten die USA bei den folgenden Kriegen (Irak, Libyen, Syrien…) auf ein Mandat, mandatieren sich seither ihre als "Interventionen" deklarierten Angriffskriege selbst und schufen als Ersatz die von Washington vorgegebene "regelbasierte internationale Ordnung". Die UN-Charta und das Gewaltverbot der UN sind seit 1999 obsolet geworden. 

Trumps "Friedensrat" verkörpert ein top-down-Modell – ein hierarchischer Ansatz, bei dem Entscheidungen und Strategien von der Führungsebene aus entwickelt und nach unten durch die Organisation kommuniziert werden – als autoritäre Instanz, die der US-Rhetorik von Demokratie als basisdemokratischem Prozess zuwiderläuft. (16)

Trumps elitärer „Friedensrat“ | Von Wolfgang Effenberger

Unabhängig von seiner Präsidentschaft hat sich Trump per Charta zum Vorsitzenden auf Lebenszeit ernannt. Er lädt Länder ein oder schließt sie aus, legt die Agenda fest und hält ein Vetorecht. Mitgliedschaft ist oft an Milliarden-Spenden gekoppelt ("Pay-to-Play"), was private Einflussnahme über demokratische Repräsentation stellt. (17)

Die USA fordern weltweit Wahlen, Pluralismus und Volkssouveränität („Demokratie wächst von unten“). Doch der Rat zentralisiert Macht bei einer Person, umgeht Parlamente und ignoriert universelle Repräsentation. Kritiker wie "Democracy Without Borders" nennen es „regressive Verschiebung zu zentralisierter Macht“ und „feindliche Übernahme der Weltordnung“. (18) 

Erinnerung, Ausblick und Implikationen 

Der erste Gipfel unterstreicht Trumps disruptive Diplomatie: Er erzielt greifbare Ergebnisse, wo die UN oft scheitert, birgt aber Risiken einer fragmentierten Weltordnung. Für Gaza könnte er Stabilität bringen, wenn Hamas und Israel kooperieren – Herausforderungen wie eine Entwaffnung bleiben offen. Langfristig könnte der "Friedensrat" zu einer neuen Struktur führen, die nicht für die nach einer multipolaren Friedensordnung strebenden Länder des globalen Südens auf Widerstandskurs bringen wird. (19) 

Der US-GREAT-Plan zur "Umsiedlung" der Palästinenser (20) 

Der US-amerikanische "GREAT-Plan" (Gaza Relocation and Economic Assistance and Transformation) steht im Kontrast zur Tianjin-Erklärung der Shanghai Organisation vom September 2025, die eine gerechte Weltordnung sowie friedliche, kooperative Lösungen für internationale Konflikte fordert, (21) zielt auf eine dauerhafte Umsiedlung der palästinensischen Bevölkerung aus Gaza ab – oft als „freiwillig“ oder durch wirtschaftliche Anreize maskiert. Dieses Vorgehen wird von internationalen Beobachtern und Organisationen als völkerrechtlich bedenklich und als Bruch fundamentaler Menschenrechts- und Souveränitätsprinzipien bewertet. (22)

Die aktuellen Pläne von Donald Trump und der US-Regierung für den Gazastreifen sehen die Umsiedlung und dauerhafte Neuansiedlung großer Teile der palästinensischen Bevölkerung außerhalb von Gaza vor. (23)

Mittels finanzieller Anreize (5.000 US-Dollar, Mietzuschüsse für vier Jahre und Nahrungsmittelhilfen für ein Jahr) sollen die GAZA-Bewohner im Rahmen einer "Freiwilligen Umsiedlung" dazu bewegt werden, das Gebiet zu verlassen. (24)

Als Zielländer für palästinensische Umsiedlung werden unter anderem Staaten wie Libyen und andere Regionen in Afrika diskutiert. Auch Deutschland könnte ein Zielland sein, leben doch immerhin über 200.000 Menschen mit palästinensischen Wurzeln in Deutschland, das ist die größte palästinensische Community in Europa, (25) die etwa 40.000 Palästinenser in Berlin sind die größte Gemeinde in einer westeuropäischen Stadt. (26)

Andererseits gibt es auch Visionen von "intelligenten Städten" für die Neuansiedlung mit technikbasierter Infrastruktur und wirtschaftlicher Unterstützung, wobei es angebliches Ziel ist, eine dauerhafte Lösung für die langjährige humanitäre Krise und das Flüchtlingsproblem im Nahen Osten zu schaffen. Kritiker sehen in diesen Ansätzen jedoch eine Zwangsumsiedlung und verurteilen sie als völkerrechtswidrig. Die internationalen Organisationen und Menschenrechtler sehen das als gravierenden Verstoß gegen das Recht der Palästinenser auf Rückkehr und Selbstbestimmung

Vor allem die SCO lehnt solche erzwungenen Umsiedlungen ab und pocht auf diplomatische Lösungen im Sinne der UN-Charta.

Der Kern der US-Pläne für Gaza ist eine weitgehende Leerung der Region von der heute dort lebenden Bevölkerung. Diese Perspektive steht im starken Widerspruch zu völkerrechtlichen Prinzipien wird international vielfach abgelehnt und hat erhebliche politische und humanitäre Kontroversen ausgelöst. (27)

Die US-Pläne gelten als radikaler und umstrittener Ansatz in der internationalen Politik, dessen Realisierung zahlreichen legalen, moralischen und politischen Barrieren begegnet. (28) 

Die 5 Pole nach Dugin 

In "5 Pole des Trump-dominierten Westens" (5 Poles of the Trumped West) (29) – eine geopolitische Analyse – argumentiert der russische Philosoph und Publizist Alexander Dugin –, dass Trumps Politik den einheitlichen "kollektiven Westen" zertrümmert hat und dass sich fünf konkurrierende westliche Pole mit je eigener Ideologie und Geopolitik herausbilden. 

West Nr. 1 – USA unter Trump 2.0
Trump ersetzt Globalismus und multilaterale Ordnung durch eine radikal nationalistische "America First"-Linie. Er interpretiert die Monroe-Doktrin neu: totale US-Souveränität, Loslösung von internationalen Institutionen, Zurückdrängung anderer Mächte in ganz Amerika und faktische Hegemonie über beide Amerikas. Neu sind laut Dugin Annexionsforderungen gegenüber Grönland und Kanada sowie eine offen verächtliche Haltung gegenüber EU und NATO; die USA verhalten sich wie ein Imperium mit abhängigen Randstaaten. (30)

West Nr. 2 – Die Europäische Union
Die EU war lange atlantisch ausgerichteter „Juniorpartner“ der USA, gibt dies aber ungern als Vasallenstatus zu. Trump zerstört die Illusion einer selbstbestimmten Gemeinschaft komplett, zwingt Europa in die Rolle des untergeordneten "Sklaven" und macht gleichzeitig Druck in Fragen wie Grönland und Verteidigung, wodurch in der EU erstmals ernsthaft über eigenständige Sicherheitsstrukturen gesprochen wird. In der Ukraine-Frage will Trump den Krieg eher beenden, während die EU eine Fortsetzung und sogar stärkere direkte Beteiligung anstrebt; bei Israel/Gaza verurteilt die EU vieles, was Trump unterstützt. (31)

West Nr. 3 – Großbritannien nach dem Brexit
Das Vereinigte Königreich steht nach dem Brexit politisch vielen EU-Positionen nahe: es ist traditionell stark an Washington gebunden, aber nicht bereit, Trumps „Sklavenrolle“ anzunehmen. London ist tief in den Ukraine-Krieg verstrickt, unterstützt Kiew militärisch und hat laut Dugin frühere Kompromissversuche (Istanbul 2022) torpediert. Zugleich fehlen dem heutigen Großbritannien die Ressourcen für eine eigene imperiale Rolle; es bleibt stark anti-russisch, ohne realistische Chance auf alte Hegemonie. (32)

West Nr. 4 – Die Globalisten
Dieser Pol besteht aus globalistischen Eliten, Netzwerken und Institutionen (etwa Soros-Umfeld, WEF, Teile der US-Demokraten und neokonservative Republikaner), die ein Projekt "Weltregierung" und eine entnationalisierte, einheitliche Weltordnung vertreten.
Sie bildeten früher den Kern des „kollektiven Westens“ und trugen den Globalismus, wurden aber durch Trumps Aufstieg geschwächt und stehen nun in offener Konfrontation zu "America First". Kanada unter Carney dient Dugin als Beispiel: Es warnt vor De-Globalisierung, weist Trumps Hegemonialansprüche zurück und ruft mittlere Mächte zur Bündelung gegen Trumpismus und zur Diversifizierung (inklusive stärkerer China-Beziehungen) auf. (33)

West Nr. 5 – Israel unter Netanjahu
Israel agierte lange als privilegierter US-Proxy (Stellvertreter), umgekehrt gelten die USA als Israels wichtigster Verbündeter: Jährlich fließen Milliarden an Militärhilfe (z. B. 20 Mrd. USD für F-15-Jets 2024), Waffen und Technologie, um Israels „qualitative militärische Überlegenheit“ zu sichern. Kritiker sehen Israel als US-Vorposten zur Eindämmung von Iran, Russland oder China im Nahen Osten, mit gemeinsamen Übungen und Abkommen wie der Jerusalem-Deklaration. Befürworter der These argumentieren, Israel diene US-Interessen (z. B. Regionalstabilität, Anti-Terror), während Gegner betonen, Israel handle unabhängig und beeinflusse US-Politik stark (z. B. via AIPAC). Im Militärkontext (wie AR/BCI) teilen beide Technologien und Geheimdienstdaten, aber keine Belege für Proxy-Rolle speziell dort. 

In Dugins Lesart tritt Israel inzwischen aber als quasi eigenständige Zivilisation mit messianischem Anspruch auf, die den Westen im Nahen Osten verkörpern will. Die harte Politik Netanjahus in Gaza und der Anspruch auf ein "Groß-Israel" stoßen bei EU, Großbritannien und Globalisten zunehmend auf Ablehnung, während Trump Israel vorbehaltlos unterstützt – was auch Spaltungen innerhalb des Trump-Lagers auslöst ("America First oder Israel First? "). (34) Die Enthüllungen um Epstein interpretiert Dugin als Bestätigung eines übergroßen israelischen Einflusses in der US-Politik, sodass Israel als eigener Machtpol erscheint.

Haltung der 5 West-Pole zum Ukraine-Krieg

Israel (West 5) ist für Dugin am wenigsten direkt am Ukraine-Krieg interessiert, steht Russland aber wegen dessen Unterstützung antiisraelischer Kräfte (v. a. Iran) feindlich gegenüber. Trump (West 1) betrachtet Russland nicht als Hauptfeind: er übt zwar Druck aus und liefert Waffen an Kiew, ist aber im Vergleich zu EU, Großbritannien und Globalisten weniger radikal anti-russisch. EU (West 2), UK (West 3) und Globalisten (West 4) seien klar globalistisch, stark anti-russisch und bereit, die Ukraine langfristig und auch militärisch umfassend zu unterstützen, weil sie Putins traditionelles, multipolares Russland als ideologischen Hauptgegner sehen. (35) Zugleich gelten für sie Putin als auch Trump als Feinde, weshalb sich die Erzählung etabliert, Trump arbeite "für Russland", obwohl Dugin betont, Trump handle aus eigenen Motiven. (36)

Dugin spekuliert, dass die wachsenden Gegensätze zwischen einem trumpistischen Amerika (West 1) und der EU (West 2) Europa langfristig dazu bringen könnten, die Annäherung an Russland als Gegengewicht gegen Washington zu suchen, auch wenn dies momentan noch unrealistisch scheint. Insgesamt sei der Westen nun in fünf relativ eigenständige Machtzentren aufgespalten; wie sich dieses Mosaik weiterentwickelt, bleibe offen, müsse aber bei jeder Analyse des Ukraine-Krieges und der Weltordnung berücksichtigt werden. (37)

Dugin sieht hierin eine Chance für Russland: Teile und herrsche im fragmentierten Westen.

Dugin sieht Trumps Agenda ("Trump-Hammer") als massiven Beschleuniger der multipolaren Welt, (38) da sie den "kollektiven Westen" zerreißt und Globalismus schwächt – eine Einschätzung, die zunehmend zutrifft. (39)

Dugin kritisiert die EU als globalistisch dominiert ("Deep State"-Pole), ohne echte europäische Souveränität oder Russland-Annäherung. AfD oder Front National (heute RN) passen zu seinem "populistischen" Westen-Pole: Anti-globalistisch, pro-national, könnten EU-Spaltung vertiefen und multipolare Chancen für Europa nutzen. (40)

Europa zeigt zwei US-Fronten – Trump (America First, Populisten-freundlich) vs. Obama/Biden (globalistisch, NATO-treu) Unter Obama/Biden entstand im September 2014 das US-Dokument "Win in a Complex World 2020-2040". Dugin betont, Trump spaltet EU-Eliten von Basis, was Russland nutzt. (41)

Kritik und Implikationen

Organisationen wie "Democracy International" sehen im "Board of Peace" transaktionale Politik: „Macht für die mit den tiefsten Taschen“. Friedensforscher warnen vor Symbolpolitik ohne Substanz, die UN-Prinzipien untergräbt. Dies schwächt US-Kritik an China oder Russland, da Trump selbst autoritäre Züge zeigt. (42)

Trotz Ergebnissen wie Gaza-Zusagen (7 Mrd. USD) fehlt die demokratische Legitimität – ein Muster, das Trumps "America First"-Politik als elitär-imperial ausweist. (43)

Die „gesteuerte Presse“ ist Dugins Kernkritik (globalistische Zensur vs. Wahrheit). Der Friedensrat (z. B. Potsdam-Gruppe) wird nicht nur von Dugin, sondern von Globalisten, Neokons und Mainstream-Medien als „Putin-freundlich“ diffamiert – ähnlich bei AfD/RN-Kritikern wie Sahra Wagenknecht oder US-Isolationisten. (44) 

Anmerkungen und Quellen

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://www.n-tv.de/der_tag/Der-Tag-am-Donnerstag-den-19-Februar-2026-id30379278.html

2) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/gaza-friedensrat-mitglieder-100.html

3) https://www.deutschlandfunk.de/trumps-friedensrat-was-von-der-ersten-sitzung-zu-erwarten-ist-100.html

4) https://www.deutschlandfunk.de/deutschland-auf-hoher-beamtenebene-bei-morgiger-zusammenkunft-von-trumps-friedensrat-100.html

5) https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west

6) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nahost-grossbritannien-blair-100.html

7) https://unn.ua/en/news/end-of-the-un-what-is-trumps-peace-council-and-what-is-it-for

8) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-trump-friedensrat-102.html

9) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-trump-friedensrat-102.html

10) https://unn.ua/en/news/end-of-the-un-what-is-trumps-peace-council-and-what-is-it-for

11) https://www.theguardian.com/us-news/2026/jan/20/trumps-board-of-peace-is-an-imperial-court-completely-unlike-what-was-proposed

12) https://unn.ua/en/news/end-of-the-un-what-is-trumps-peace-council-and-what-is-it-for

13) https://dgvn.de/meldung/gruendung-eines-sogenannten-friedensrats-unter-us-fuehrung-und-deren-auswirkungen-auf-das-multilaterale-system

14) https://www.dw.com/de/trump-usa-friedensrat-board-of-peace-bop-un-vereinte-nationen-gaza-israel-nahost-friede-voelkerrecht/a-75567954

15) https://www.stern.de/news/nach-gruendung-von-trumps--friedensrat---guterres-betont-bedeutung-des-un-sicherheitsrats-37078676.html

16) https://www.democracywithoutborders.org/de/40346/trumps-friedensrat-in-der-kritik-kein-tragfaehiges-modell/

17) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-friedensrat-104.html

18) https://www.focus.de/die-debatte/erpressung-ist-die-neue-diplomatie-leser-lehnen-trumps-friedensrat-ab_ef7f2ed8-8629-4ed8-9756-0c363b0b07b7.html

19) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/board-of-peace-donald-trump-friedensrat-washington

20) https://www.washingtonpost.com/national-security/2025/08/31/trump-gaza-plan-riviera-relocation/

21) https://web.archive.org/web/20251121115159/https://www.globaltimes.cn/page/202508/1342199.shtml

22) https://theconversation.com/trump-plans-to-permanently-resettle-palestinians-outside-gaza-the-very-reason-unrwa-was-originally-created-249185

23) https://www.washingtonpost.com/national-security/2025/08/31/trump-gaza-plan-riviera-relocation/

24) https://theconversation.com/trump-plans-to-permanently-resettle-palestinians-outside-gaza-the-very-reason-unrwa-was-originally-created-249185

25) https://www.deutschlandfunk.de/laith-arafeh-palaestinensischer-botschafter-interview-100.html

26) https://www.fr.de/politik/land-palaestinenser-in-deutschland-das-ist-nicht-mehr-mein-93337073.html

27) https://www.washingtonpost.com/national-security/2025/08/31/trump-gaza-plan-riviera-relocation/

28) https://www.globaltimes.cn/page/202508/1342199.shtml

29) https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west

30) https://www.arktosjournal.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west

31) https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west

32) https://www.arktosjournal.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west

33) https://www.arktosjournal.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west

34) https://www.multipolarpress.com/p/the-irreversible-split-of-the-west

35) https://www.arktosjournal.com/p/war-is-ahead-of-us

36) https://www.novinky.cz/clanek/valka-na-ukrajine-trump-rozdelil-zapad-na-pet-casti-tvrdi-dugin-rusko-by-toho-podle-nej-melo-vyuzit-40562429

37) https://www.multipolarpress.com/p/the-irreversible-split-of-the-west

38) https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west

39) https://hpd.de/artikel/trump-revolution-23034

40) https://uncutnews.ch/trump-hat-den-westen-in-fuenf-teile-gespalten/

41) https://alexanderdugin.substack.com/p/the-5-poles-of-the-trumped-west

42) https://dgvn.de/meldung/gruendung-eines-sogenannten-friedensrats-unter-us-fuehrung-und-deren-auswirkungen-auf-das-multilaterale-system

43) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/friedensrat-donald-trump-mitglieder-kritik-faq

44) https://www.saluut.de/pdf/Trumpismus-von-Dugin.pdf

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: US-Präsident Donald Trump
Bildquelle: UkrPictures / shutterstock

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