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Ältere BeiträgeNie wieder Krieg!

Ostermärsche 2026 – Reden von NWK-Aktiven

05. April 2026 um 16:00

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Flächendeckend fanden über die Ostertage 2026 von Flensburg bis Konstanz Aktionen der Friedensbewegung statt. An vielen Orten auch mit einer erheblich größeren Beteiligung als im letzten Jahr. Die Aktivitäten reichten von Fahrraddemos, über Straßenaktionen bis hin zu vielen Demonstrationen.

Wir veröffentlichen hier nach und nach in den nächsten Tagen die Redebeiträge von Aktiven der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder*, die an der Organisation und Durchführung der Ostermärsche vielerorts beteiligt waren. Zu den Redenden aus unserer Initiative gehörten die Gewerkschafterin Ulrike Eifler, die Berliner Friedensaktive und Journalistin Wiebke Diehl, Lühr Henken sowie Jutta Kausch-Henken aus der Berliner FRIKO, der Heidelberger Friedensaktivist Joachim Guilliard, die Frankfurter Friedensaktive sowie SDAJ-Bundesvorsitzende Andrea Hornung, der hessische Friedensaktive Julian Eder sowie der Hamburger Friedensaktive Andreas Grünwald.

Etliche weitere Redebeiträge aus vielen weiteren Spektren der Friedensbewegung findet ihr auf der Webseite des Netzwerkes Friedenskooperative.
 


 

Rede Wiebke Diehl
Ostermarsch in Berlin, 4. April 2026

 
Liebe Freundinnen und Freunde,

zuallererst möchte ich euch danken, dass ihr alle heute hier seid.

Und mein ganz besonderer Dank gilt der Friko. Für euren unermüdlichen Einsatz gegen Krieg und für Investitionen in Soziales, Kultur, Bildung und die öffentliche Daseinsvorsorge anstelle von völlig irrsinniger und hochgefährlicher Aufrüstung. Eure Arbeit ist von unschätzbarem Wert und dafür danken wir euch von Herzen!

Und, liebe Freunde,

dass die Friedensbewegung an diesem Wochenende überall in Deutschland auf die Straße geht, ist in diesen verrückten und bedrohlichen Zeiten ganz besonders wichtig.

Berliner Ostermarsch 2026: Solidarität mit PalästinaWir müssen laut und deutlich unsere Stimme erheben und Nein sagen! Nein zum Überfall auf den Iran! Nein zum Krieg gegen den Libanon! Nein zur israelischen Völkermord-, Apartheid- und Annexionspolitik im Gazastreifen, in Jerusalem, im Westjordanland, in Syrien und im Libanon! Nein zum Versuch, all diejenigen zu unterjochen, die sich einer westlichen, imperialistischen Ideologie und Dominanz nicht fügen wollen.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Hilflosigkeit und vielleicht sogar Gewöhnung sich Bahn brechen – auch in unseren Reihen.

Man kommt ja kaum noch hinterher: da wird mir nichts dir nichts in Venezuela einmarschiert und der Präsident und seine Frau gekidnapped. Und siehe da: endlich stehen die weltweit größten Ölreserven, etwa 19 Prozent des bekannten Vorkommens, unter Kontrolle der USA. Jetzt will Trump sich auch noch Kuba „nehmen“…

Liebe Friedensfreunde,

während laufender – und offenbar erfolgversprechender – Verhandlungen haben Israel und die USA den Iran hinterhältig überfallen. Schulen und Krankenhäuser werden bombardiert, zivile Infrastruktur zerstört.

Kriegsverbrechen, die vor den Internationalen Strafgerichtshof gehören!

Angeblich will man den Bau einer iranischen Atombombe verhindern. Nur dumm, dass alle 16 US-amerikanischen Geheimdienste dies als Lüge entlarvt haben. Und darüber hinaus haben omanische Vermittler kurz vor Kriegsbeginn einen Durchbruch in den Verhandlungen vermeldet.

Worum es wirklich geht, liegt auf der Hand: Trump will seine viel beschworene „Energiedominanz“ umsetzen und den Rivalen China schwächen, der zuletzt mindestens 80 Prozent des iranischen Öls kaufte. Und natürlich soll die Islamische Republik Iran ausgeschaltet werden, weil sie sich der Umsetzung westlicher geopolitischer Interessen entgegenstellt.

An die alte Mär von herbeigebombter Demokratie, von Menschen- und Frauenrechten kann keiner mehr glauben, der noch bei Verstand ist.

Oder warum wird dann Saudi-Arabien nicht bombardiert? Warum wird den folternden, vergewaltigenden und mordenden Terrorbanden in Syrien kein Einhalt geboten und dem so genannten syrischen Präsidenten stattdessen der rote Teppich ausgerollt? Warum zieht niemand endlich die Regierung Netanjahu und ihre Militärs zur Verantwortung? Diese Doppelmoral stinkt zum Himmel!

Und zum Himmel stinkt auch die Komplizenschaft der Bundesregierung. Indem sie die Nutzung der US-Militärstützpunkte in Deutschland, allen voran Ramstein, nicht verbietet, leistet sie Beihilfe zum eklatanten Völkerrechtsbruch der USA und Israels.

Schauen Sie Sich doch einmal um, Herr Merz! Spanien und inzwischen auch Italien, Frankreich und Österreich haben vorgemacht, wie eine Politik im Interesse der Bevölkerung aussieht und den USA verboten, diesen völkerrechtswidrigen Krieg unter Nutzung ihres Territoriums zu führen. Nehmen Sie Sich ein Beispiel und wachen Sie endlich auf. Die Folgen dieses Kriegs auch für die deutsche Wirtschaft und Bevölkerung werden bald ein Ausmaß erreichen, das sich viele in ihren kühnsten Träumen nicht auszumalen wagen.

Wir fordern die Schließung aller US-amerikanischen Militärbasen in Deutschland und den Abzug aller Atomwaffen.

Und nein, Herr Merz, die Nato ist kein Verteidigungs- und schon gar kein Friedensbündnis!

Liebe Freunde,

Im Libanon hat die Regierung Netanjahu ein „neues Gaza“ angedroht. Ganz offen wird die Zerstörung ziviler Häuser und Infrastruktur angekündigt und umgesetzt.

Nein, liebe Freunde, es geht nicht um Sicherheit. Im Windschatten des Irankriegs versuchen die kolonialistische israelische Regierung und die fanatische Siedlerbewegung, ihre Großisrael-Pläne umzusetzen, die schon in den Schubladen von Staatsgründer David Ben-Gurion schlummerten.

Zugleich wird die Annexion des Westjordanlands im Eiltempo vorangetrieben. Siedler machen unter den Augen der Armee Jagd auf Frauen und Kinder. Und ganz nebenbei wurde gerade ein Todesstrafegesetz nur für Palästinenser verabschiedet. In Willkürverfahren vor Militärgerichten durch Nicht-Juristen Verurteilte sollen innerhalb von 90 Tagen hingerichtet werden. Eine Schande, der wir nicht schweigend zusehen werden!

Es ist dringend an der Zeit, Netanjahu und seine Entourage vor dem Internationalen Strafgerichtshof zur Rechenschaft zu ziehen!

Und, liebe Friedensfreunde: der Protest gegen den Völkermord im Gazastreifen muss wieder lauter werden. Denn dieses schreckliche Verbrechen dauert an – jeden Tag, jede Minute.

Liebe Freunde,

wir, die wir hier stehen, machen uns keine Illusionen: Kriege werden nicht aus hehren Motiven geführt. Es geht um die Umsetzung knallharter geopolitischer Interessen, um die Kontrolle von Ressourcen und Handelsrouten.

Deshalb schmettern wir heute den Herrschenden entgegen:

Wir werden niemals schweigen, wenn unsere Kinder zu Kanonenfutter gemacht werden sollen!
Wir werden nicht schweigen, wenn wie vor wenigen Tagen ein einschlägiger Terrorist, der sich selbst zum Präsidenten Syriens ernannt hat und dessen Schergen zu Hause schwerste Verbrechen an Minderheiten begehen, aber die israelischen Besatzer freundlich willkommen heißen, vom Bundeskanzler mit höchsten Ehren empfangen wird.

Wir werden nicht schweigen, wenn das Völkerrecht auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen wird, wenn Länder und die dort lebende Bevölkerung überfallen werden.

Und wir werden schon gar nicht zur Komplizenschaft der Bundesregierung schweigen.
Wir stehen an der Seite derjenigen, die getötet und deren Länder zerstört werden, weil sie ihr Recht auf ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben in Anspruch nehmen!

Danke.

Hinweis: Hier kannst du dir die Rede auch als PDF-Datei downloaden:

Rede Wiebke Diehl als PDF downloaden
 


 

Rede Julian Eder
Ostermarsch in Bruchköbel, 3. April 2026

 

Julian Eder beim Ostermarsch in BruchköbelLiebe Friedensfreundinnen und Freunde,

Deutschland rüstet zum Krieg. In diesem Krieg, der gerade vom kollektiven Westen vorbereitet wird, geht es um Handelsrouten, Profit und die Kontrolle von Rohstoffen.

Das sehen wir an Venezuela, das seit der Entführung von Nicolas Maduro und Cilia Flores von den USA erpresst wird.

Und das sehen wir am Iran, der von den USA und Israel völkerrechtswidrig angegriffen wurde.

Beides sind Länder mit riesigen Ölreserven. Und beides sind strategische Partner des größten wirtschaftlichen Konkurrenten der USA – China.

Und was tut die Bundesregierung? Die steht hinter den USA, weil auch sie ein Stück vom Kuchen abbekommen möchte. Denn Deutschland will selbst Großmacht werden, wie Kanzler Merz beim Weltwirtschaftsforum in Davos ganz offen erklärt hat!

Wie im ersten Weltkrieg leben wir in einer Zeit der Großmachtpolitik. Wir sagen: Kein Blut für Öl – kein Krieg für Profit!

Bei Iran und Venezuela geht es nicht um Freiheit, Sicherheit und Demokratie. Es geht um Öl Macht und größtmöglichen Profit. Es geht darum, die Vorherrschaft des Westens unter Führung der USA militärisch abzusichern.

Denn der Westen befindet sich im Niedergang. Schaut man sich die Entwicklungstendenzen der großen Volkswirtschaften an, dann wird klar. Der Westen verliert weltweit an Bedeutung, der globale Süden und die Länder der BRICS steigen auf – an ihrer Spitze China.

Das ist der Hintergrund der amerikanischen Attacken! Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika haben diese Welt jahrhundertelang unterjocht und unter sich aufgeteilt. Diese Zeiten sind vorbei!

Die Welt ist im Umbruch. Die Niederlage der alten Herrschaft ist nicht aufzuhalten. Doch das heißt leider nicht, dass wir uns zurücklehnen können. Noch ist die Frage offen, wie dieser Niedergang ablaufen wird.

Vor diesem Hintergrund müssen wir uns die Kriege anschauen, die die Trump-Regierung vom Zaun bricht. Vor diesem Hintergrund müssen wir uns auch die umfassende Militarisierung, die in Deutschland vor sich geht, analysieren.

Wieso will die deutsche Regierung kriegstüchtig werden? Warum will Kanzler Merz, dass die Bundeswehr zur stärksten Armee Europas aufgerüstet wird?

Im Kampf um die Neuaufteilung der Welt will diese Regierung das Beste für das deutsche Kapital herausholen. Sie möchten neue Konkurrenten niederhalten und im Bündnis mit den USA die alte Weltordnung so gut es geht verteidigen. Dazu sind sie bereit an den Rand eines dritten Weltkrieges zu gehen.

Das, liebe Freundinnen und Freunde, ist der Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzung!

Und wenn jetzt einer meint, die deutsche Kriegstüchtigkeit sei notwendig, um Demokratie gegen Autoritarismus zu schützen der sollte sich mal anschauen, wer eigentlich unsere Verbündeten sind. Der sollte mal nach Israel blicken. Einer der wichtigsten Partner und Unterstützer Israels ist doch die Bundesrepublik. Deutschland unterstützt ein Land, das erst diese Woche eine Todesstrafe beschlossen hat, die de facto nur auf  Palästinenser angewendet wird! Ich bitte euch, offener kann man doch nicht sagen: Wir sind ein Apartheidsstaat!

Was hat es denn bitteschön mit Demokratie zu tun, wenn eine faschistische Regierung mit deutschen Waffen ausgerüstet wird, die nach der systematischen Zerstörung des Gaza-Streifens nun auch den Libanon in Schutt und Asche legt?

Und was hat es bitteschön mit Demokratie zu tun, wenn in Deutschland eine Bewegung, die auf den Völkermord Israels an den Palästinensern aufmerksam macht, mit der Antisemitismuskeule mundtot gemacht wird?

Liebe Leute, es war doch schon immer so! Demokratie und Menschenrechte, die werden von Kriegshetzern mal vorgeschoben mal ignoriert – je nachdem wie es ihnen passt. Auch in diesen Kriegen geht es nicht um  Werte und Moral, sondern um Interessen.

Ein Opfer dieser Interessen ist das sozialistische Kuba, das seit Jahresbeginn unter einer massiven Energieknappheit leidet – denn die USA blockieren jegliche Öllieferungen aus dem Ausland nach Kuba und wollen damit ganz bewusst eine humanitäre Katastrophe herbeiführen.

Dazu möchte ich nur soviel sagen:

Es ist nicht das erste Mal, dass sie unseren kubanischen Freunden die Luft abdrücken wollen. Seit 1960, also seit 66 Jahren halten die USA ihre verbrecherische Wirtschaftsblockade aufrecht.

Kuba hat Militärinterventionen hinter sich, Attentate auf Regierungsmitglieder, unzählige Sabotageakte. Trotz alledem ist das Gesundheits- und Bildungssystem auf Kuba international geachtet und für seine Bevölkerung komplett kostenlos. Die kubanischen Ärztebrigaden haben nicht nur in der Corona-Krise auf aller Welt die Gesundheitssituation in armen Ländern enorm verbessert.

Wer denkt, der Imperialismus kriegt die Kubaner nun mit dieser Verschärfung der Blockade klein, der unterschätzt unsere kubanischen Genossinnen und Genossen, unsere kubanischen Brüder und Schwestern.

Es wird nicht einfach, aber es war noch nie einfach. Kuba lebt und wehrt sich – und wir werden alles daran setzen, um Kuba nach Kräften in seinem Kampf zu unterstützen.

Solidarität mit Kuba – Nieder mit dem Imperialismus!

Ich will nochmal zur Situation in Deutschland zurückkommen. Deutschland will kriegstüchtig werden, will also Kriege führen. Wenn wir uns die Kriege in der Ukraine und im Iran anschauen, dann wissen wir um die technische Weiterentwicklung, die es seit dem ersten Weltkrieg gab. Heute dominieren Drohnen und KI-Systeme das Schlachtfeld.

Doch trotz modernster Waffentechnik, trotz ferngesteuerten Drohnen, trotz militärisch eingesetzter KI-Systeme kommt man auch heute nicht an einer Sache vorbei, wenn man einen Krieg führen will: an Soldaten!

Wenn die deutsche Regierung einen Krieg führen will, dann kommt sie nicht am Einsatz von Soldaten vorbei. Und das heißt im Klartext, sie kommen nicht an der Wehrpflicht vorbei!

Und was die deutsche Jugend davon hält, liebe Freundinnen und Freunde, das hat sie bei den Schulstreiks am 5. Dezember und bei den Schulstreiks am 5. März gezeigt – nämlich absolut gar nichts!

An beiden Tagen sind über 50.000 junge Menschen in über 150 Städten auf die Straße gegangen und haben deutlich gemacht:

Wir, die arbeitende und lernende Jugend in Deutschland, wir wollen nicht das Töten lernen! Wir haben anderes vor mit unserem Leben als Drill und Gehorsam. Wir sagen – Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht!

Die Wehrpflicht ist ein wichtiger Baustein für das deutsche Kapital, für die deutschen Mächtigen auf ihrem Weg zur Kriegstüchtigkeit.

Und sie sagen ja ganz offen, wofür die Soldaten, die ja mit der Wehrpflicht in Massen ausgebildet werden sollen, eingesetzt werden. Laut NATO-Berechnungen würden in einem heißen Krieg gegen Russland jeden Tag 1.000 „unserer“ Soldaten an der NATO-Ostflanke sterben. 1.000 jeden Tag – und dann kommen noch die Verletzten dazu. Das ist das Feuer, mit dem wir hier spielen. Das ist doch ein Wahnsinn!

– Diese Zahlen fängt man nicht mit einer Freiwilligenarmee ab, dafür braucht man eine Massenarmee, die Massen an Verlusten abfedern kann. Das heißt: Man braucht massenweise Leute, die in diesem Krieg kalkuliert draufgehen werden ->> Sie brauchen uns als Kanonenfutter, sie wollen uns für ihren Fleischwolf – und wollen uns auch noch verbieten, dass wir dagegen auf die Straße gehen.

Ostermarsch in Bruchköbel 2026Und das perverse daran ist doch: Es werden nicht die Söhne von Rheinmetall-Chef Armin Pappberger und auch nicht die Enkel von Friedrich Merz sein, die in diesem Fleischwolf enden. Es ist wieder einmal die Arbeiterklasse, die in einem solchen Krieg nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren hat.

Und schaut euch den Krieg in der Ukraine an: Dort liegen sich die Soldaten in Schützengräben gegenüber, wie damals in Verdun. Und wie damals in Verdun gehen Tausende und Abertausende von jungen Menschen für die Interessen mächtiger Hintermänner drauf. Nur dass man mittlerweile mit den Drohnen viel leichter an so einen Schützengraben rankommt. Das ist die Perspektive, die uns droht, wenn sie jetzt von Wehrpflicht und Kriegstüchtigkeit reden

Das gilt es zu verhindern und das können wir auch verhindern!

In ganz Deutschland haben wir als SDAJ Umfragen zur Wehrpflicht an Schulen gemacht, die Ergebnisse sind flächendeckend eindeutig: Über 80% der Schülerinnen und Schüler lehnen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ab!

Und immer häufiger ziehen diese Schülerinnen und Schüler die Verbindung zu anderen friedenspolitischen Fragen. Die Bewegung politisiert sich und begreift zunehmend, dass der Wehrdienst nicht getrennt von der Kriegstüchtigkeit und die Kriegstüchtigkeit nicht getrennt von den Interessen der Reichen und Mächtigen betrachtet werden kann.

Wir werden stärker, und das wird der Gegenseite klar.

Bei den letzten Schulstreiks haben die Repressalien zugenommen.

Schülerinnen und Schüler wurden in ihre Klassenräume eingesperrt. Schulleiter machten einschüchternde Durchsagen, es gab unzählige Missbilligungen und Drohungen – nicht nur am Streiktag selber, auch im Vorfeld bei der Mobi-Aktionen. In Stuttgart wurden sogar Bußgelder an die streikende Schülerschaft verhängt.

Je mehr und je stärker wir in der Bewegung gegen die Wehrpflicht werden, desto mehr Repression werden wir erleben. Aber desto mehr wird man auch versuchen, die Bewegung durch halbe Versprechen einzubinden und unschädlich zu machen. Die Wehrpflichtfrage von der Frage des Krieges abzutrennen, und sie auf individuelle Lebensentwürfe zu reduzieren. Dann können eben einige verweigern, andere können Soldat spielen.

Versteht mich bitte nicht falsch

den Kriegsdienst zu verweigern ist richtig und wichtig – und es ist toll, dass im ganzen Land Kriegsdienstverweigerungsberatungen wieder aufgebaut werden und dass die DFGVK dabei eine so starke Rolle einnimmt.

Aber auch die KDV wird nur solange gedultet werden, bis die Bundeswehr ihre Wachstumsziele tatsächlich nicht erreicht. Deshalb: Ruhen wir uns nicht darauf aus, politisieren wir die Verweigerungsberatungen, orientieren neben der Verweigerung auch auf den Kampf auf der Straße und lasst uns diese verdammte Wehrpflicht verhindern!

Liebe Freundinnen und Freunde,

in einer Welt, in der die Jagd nach Profiten die Politik bestimmt, muss jeder Absatzmarkt, jedes Ressourcenvorkommen und jede Möglichkeit zur Ausbeutung von Mensch und Natur für die Banken und Konzerne im Zweifel militärisch abgesichert werden. Bertolt Brecht hat diesen Drang nach dem Krieg einst treffend zusammengefasst, als er schrieb: „Die Kapitalisten wollen keinen Krieg, sie müssen ihn wollen!“ Die Ursachen von Krieg und Krise sind also in unserer Wirtschaftsform zu finden, auch dessen muss sich die Friedensbewegung bewusst sein.

Das bedeutet, unser Kampf sollte nicht nur gegen Krieg, sondern auch für eine friedliche Gesellschaft geführt werden. Und das heißt in letzter Konsequenz den Kampf für eine sozialistische Gesellschaft, in dem Solidarität statt Profitmaximierung und Kooperation statt Konkurrenz gilt, zu führen.

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

am 8. Mai ist der nächste Aktionstag der Schulstreikbewegung. Lasst uns auch dort wieder auf die Straße gehen, lasst uns auch am 30. Mai in Wiesbaden gegen die Mittelstreckenraketen auf die Straße gehen und lasst uns keine Ruhe geben, bis dieses Land nicht kriegstüchtig, sondern friedensfähig geworden ist. Vielen Dank!

Hinweis: Hier kannst du dir die Rede auch als PDF-Datei downloaden:

Rede Julian Eder als PDF downloaden
 


 

Rede Ulrike Eifler
Ostermarsch am 4. April in Berlin und Ostermarsch am 6. April 2026 in Dortmund

 
Ulrike EiflerLiebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

als aktive Gewerkschafterin sage ich, es gibt mindestens drei Gründe, an den diesjährigen Ostermärschen teilzunehmen.

Erstens: Die öffentliche Debatte ist geprägt von einer verschärften Kriegsrhetorik.
Diplomatische Lösungen für Kriege und Konflikte werden gar nicht mehr mitgedacht, sondern kategorisch ausgeschlossen.

Der Krieg muss nach Russland getragen werden, trompetet der vermeintliche Außenexperte Roderich Kiesewetter in jedes Mikro, das ihm unter die Nase gehalten wird.

Der Militärhistoriker Sönke Weitzel schwärmt vom womöglich letzten Friedenssommer.
Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer lässt uns wissen, dass Abschreckung nicht nur reaktiv sei, sondern auch aktive Momente habe.

Und wenn der Bundespräsident den illegalen israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran völlig zu recht als völkerrechtswidrig bezeichnet, dann wird ihm Einmischung vorgeworfen, weil die völkerrechtswidrige Prüfung der Bundesregierung noch andauere.

Mal ganz abgesehen davon, dass man sich angesichts dieser Debatte insgeheim wünscht, die Bundesregierung würde ihre Prüfung noch vor Beginn des Dritten Weltkrieges abschließen, ist aber auch klar, dass das alles keine ungeschickten Äußerungen sind, sondern bewusst gesetzte rhetorische Wegmarken, die uns verraten, dass ein Krieg gegen Russland ernsthaft in Erwägung gezogen wird.

Zweitens: Deshalb ist die Bundesregierung zu einer Politik aktiver Kriegsvorbereitung übergegangen.

Im vergangenen Herbst probten in Hamburg Bundeswehr, Blaulichtorganisationen und öffentliche Behörden die zivil-militärische Zusammenarbeit.

Und in diesem Jahr wird in einer großangelegten Sanitätsübung die Evakuierung und Versorgung von Kriegsverletzten und Toten trainiert.

Das sind alles keine harmlose Militärübungen – vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Hier wird für den Ernstfall trainiert.

Was sich hinter dem Wort zivil-militärische Zusammenarbeit verbirgt, ist die Unterordnung aller zivilen Bereiche unter die militärische Logik.

Diese Manöver dienen nicht der Verteidigung, sondern proben den Kriegsfall und die Mobilmachung der Bevölkerung.

Drittens: Diese Politik hat erhebliche soziale Auswirkungen, die vor allem zu unseren Lasten gehen werden.

Aktuell werden die schärfsten Sozialkürzungen in der Geschichte der Bundesrepublik auf den Weg gebracht.

Markus Söder spricht von einem „Update des Sozialstaates“, Friedrich Merz vom „Epochenbruch in der Sozialpolitik“ und Regierungsberater fordern, dass die „Verrechtlichung ganzer Lebensbereiche“ endlich beendet werden müsse.

Rente mit 70, Vorkasse bei Arztbesuchen, die Rückkehr zur 70-Stunden-Woche am Arbeitsplatz – Union und SPD haben offenbar alle Denkverbote abgelegt, um ihre wahnsinnige Aufrüstung zu finanzieren.
Dabei gerät auch unsere öffentliche Daseinsvorsorge unter die Räder.

Hier in Berlin fand im letzten Sommer ein Treffen am Campus der Charité statt, an dem sich die Berliner Krankenhausgesellschaft, die Bundeswehr und der Berliner Senat beteiligten. Bei dem Treffen wurde die Unterordnung der Gesundheitsversorgung unter das Kommando Bundeswehr durchgesprochen.

Dabei wurde deutlich, die Berliner Krankenhausgesellschaft empfiehlt niedergelassenen Ärzten in Berlin schon jetzt, Patienten nur in zwingenden Notfällen zur Weiterbehandlung in Krankenhäuser zu überweisen.

Und dem schon jetzt völlig überlasteten Pflegepersonal wurde gesagt, dass die Belastungen im Spannungsfall noch größer werden würden und sie sich deshalb gesundheitlich fit halten sollten – mit Yoga und Sport und lieber mit dem Fahrrad als mit dem Auto zur Arbeit fahren sollten.

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde, ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich finde, das ist an Zynismus wirklich nicht mehr zu überbieten und zeigt, dass wir in den Augen der politischen Klasse offenbar nur namenlose Statisten sind, die auf dem Planquadrat ihrer Kriegsvorbereitung hin- und hergeschoben werden sollen.

Liebe Freundinnen und Freunde, lasst mich abschließend einen letzte Gedanken äußern.

Als aktive und friedensbewegte Gewerkschafterin ist es mir ein besonderes Anliegen, darauf hinzuweisen, dass sich vor zwei Wochen die Initiative „Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter für Kuba“ gegründet hat.

Das ist eine wichtige Initiative, weil die US-Blockade gegenüber Kuba mittlerweile zu akuten Stromausfällen führt, die verbunden sind mit Produktionsstopps und Nahrungsmittelengpässen. Die Menschen auf Kuba hungern, weil die USA ihre seit Jahrzehnten andauernde Wirtschaftsblockade noch einmal massiv verschärft hat.

Und deshalb sage ich: Auch diese, seit Jahrzehnten andauernde US-Blockade gegen Kuba, der Druck der USA auf andere Staaten, Kuba nicht mehr zu unterstützen und die Drohungen Trumps, den Inselstaat zu überfallen – all das sind nicht hinzunehmende Verstoß gegen das Völkerrecht.

Und auch dazu schweigt die Bundesregierung.

Deshalb freue ich mich ganz besonders darüber, dass sich eine wirklich große Anzahl von Kolleginnen und Kollegen zu dieser Initiative zusammenzugeschlossen hat.
Ziel ist es, Spenden zu sammeln, um die Menschen zu unterstützen und ein ehrgeiziges Projekt erneuerbarer Energien auf den Weg zu bringen, das Kuba unabhängig macht von den Erdöllieferungen anderer Länder.

Vor allem aber muss es darum gehen, den Menschen auf Kuba zu zeigen, dass sie nicht allein sind, sondern wir an ihrer Seite stehen.

Seit Jahrzehnten terrorisieren die USA alle Länder, die sich ihrem Diktat nicht unterwerfen – jetzt ist es an der Zeit, sich aktiv an die Seite der Menschen in Kuba zu stellen und den USA ein für alle mal zu sagen: Es reicht!

Unsere Solidarität gilt den Menschen in Kuba!

Tun wir das, weil ein Angriff auf einen von uns ein Angriff auf uns alle ist.
Tun wir das, weil Solidarität und füreinander einzustehen zur Kern-DNA unserer stolzen Gewerkschaftsbewegung gehören.
Tun wir das aber vor allem auch deshalb, weil immer deutlicher wird: Wer das Völkerrecht nicht respektiert, der respektiert auch keine Arbeits- und Gewerkschaftsrechte.
Der Diskurs in diesem Land verändert sich und es ist offensichtlich, dass diejenigen, die kein Interesse daran haben, über Völkerrechtsbrüche zu sprechen, auch bereit sind, Grundrechte und Verfassung als lästiges Regelwerk beiseite zu schieben.
Lassen wir das nicht zu! Solidarität mit den Menschen auf Kuba! Solidarität mit dem Men-schen in Palästina! Und Nein zu dem unwürdigen Schweigen der Bundesregierung, wenn es darum geht, Völkerrechtsbrüche zu verurteilen!

Dieses Ostermarschwochenende, liebe Freundinnen und Freunde, findet nicht isoliert statt, sondern es reiht sich ein in eine Welt, die zunehmend in Bewegung gerät.

Diese Welt steht in Flammen und die Menschen wehren sich dagegen.

Am vergangenen Wochenende waren in London mehr als eine halbe Millionen Menschen ge-gen den Genozid in Gaza und den illegalen Krieg im Nahen Osten auf der Straße.

Am selben Tag demonstrierten 300.000 Menschen in Rom gegen Krieg und Sozialabbau.
Vor zwei Wochen beteiligten sich an den Generalstreiks der belgischen Gewerkschaften über 100.000 Menschen.

Und selbst in den USA waren vor ein paar Tagen insgesamt acht Millionen Menschen gegen die Politik von Donald Trump auf der Straße.

All das zeigt: Diese Zeiten stecken voller Gefahren, aber sie halten auch Möglichkeiten für diejenigen bereit, die diese Welt verändern wollen.

Ergreifen wir diese Möglichkeiten! Glück auf!

Hinweis: Hier kannst du dir die Rede auch als PDF-Datei downloaden:

Rede Ulrike Eifler als PDF downloaden
 


 

Rede Andreas Grünwald
Auftaktkundgebung Ostermarsch in Hamburg, 6. April 2026

 
Hier könnt die Rede von Andreas Grünwald euch auch als Film bei Youtube anschauen:

Rede von Andreas Grünwald als Film anschauen – Erster Teil

Rede von Andreas Grünwald als Film anschauen – Zweiter Teil

Andreas Grünwald bei der Friedensaktion am 13. MärzLiebe Freundinnen und Freunde,

ich bin stolz heute vor so vielen Friedensaktiven sprechen zu dürfen. Nachdem wir am 13. März mit einer Demo in Hamburg ein erstes Signal unseres Widerstands gegen diesen barbarischen Krieg der USA und Israels gegen den Iran gesetzt haben, nachdem der Schulstreik gegen die Wehrpflicht auch in Hamburg Tausende auf die Straße führte, setzen wir heute ein noch deutlicheres Zeichen unseres Widerstands gegen die Politik der Kriege, wie sie auch die Bundesregierung in Berlin betreibt.

Wir erleben in diesen Tagen einen Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Dieser Krieg ist ein hinterhältiges Verbrechen. Begonnen während laufender Verhandlungen und so wie der Angriff auf Venezuela oder auch dieser kriminelle Wirtschaftskrieg gegen Kuba, nichts anderes als ein Akt nackter imperialistischer Gewalt! Begründet mit einer atomaren Bedrohung durch den Iran. Doch selbst die US-Geheimdienste, alle 16, kamen zu dem Schluss, dass absolut nichts auf ein iranisches Atomwaffenprogramm aktuell hindeutet.

Genauso verlogen ist es, wenn im Zusammenhang mit diesem Krieg von einem befreienden Regime-Change die Rede war. Mal abgesehen davon, dass auch das dem Völkerrecht widerspricht, die Wahrheit ist eine andere: dieser Krieg wird ausschließlich dafür geführt, einen geopolitischen Kontrahenten zu beseitigen oder mindestens zu schwächen. Einen Kontrahenten, der nicht nach US-amerikanischer Pfeife tanzt. So wie es die USA und die Nato zuvor auch in Jugoslawien, im Irak, in Libyen und Syrien getan haben. Sie haben Millionen Tote und Versehrte und zerstörte Länder hinterlassen – „in die Steinzeit zurückbomben“ war schon in Vietnam das Ziel der USA. Und es ist ein Krieg ums Öl. Einer, der auch den Groß-Israel Fanatikern neuen Raum dafür gibt weitere Gebiete zu annektieren. Jetzt im Libanon. Und so wie zuvor schon im Gaza-Streifen oder gegenüber Syrien.

Und dieser Völkermord in Gaza ist ja nicht beendet. Er setzt sich jeden Tag fort. Mit Hunger, mit Elend und Tod. Waffenruhe? Seitdem diese verkündet wurde, gab es über 1000 israelische Verletzungen dieses Waffenstillstands. Israel möchte, und auch dies geschieht mit Unterstützung der deutschen Politik, im Gazastreifen Bedingungen schaffen, die auf die physische Vernichtung der Palästinenser abzielen.

Wir müssen begreifen: alle diese Kriege hängen zusammen. Sie sind ein Teil des gleichen imperialistischen Programms. Eines Programms, das jetzt mit massiven Bombardierungen iranischer Städte, Tausenden Menschen, auch vielen Kindern, das Leben kostet. Wir sind entsetzt über die Aggression gegen den Libanon, die 1 Million Menschen zu Flüchtlingen macht. Was uns aber vor allem bestürzt ist diese kriminelle Komplizenschaft der Bundesregierung, die es zulässt, dass US-amerikanische Militärstützpunkte auf deutschen Boden für die logistische und militärische Steuerung dieser Kriegsverbrechen genutzt werden. Machen die USA und Israel die „Drecksarbeit für uns alle“? So hatte es Bundeskanzler Friedrich Merz noch im Juni des letzten Jahres formuliert.

[Ganz bewusst setzt die Bundesregierung auch ihren Wirtschaftskrieg gegen den Iran fort, um die Notlage der Bevölkerung zu vergrößern, so dass dem äußeren Krieg noch ein innerer hinzugefügt werden kann. Auch das ist ein Verbrechen!]

 
Wir fordern:

  • den sofortigen Stopp dieses Krieges gegen den Iran, gegen das palästinensische Volk und gegen Libanon
  • vor allem ein Ende der deutschen Komplizenschaft für diesen Krieg. Also das Ende aller Waffenlieferungen an Israel,
  • und zweitens ein sofortiges Verbot dafür, dass US-Militärstützpunkte in Deutschland für diesen Krieg genutzt werden. So wie es die spanische Regierung gemacht hat.

Doch ohne unseren Druck und eine stärkere Friedensbewegung wird dies nicht geschehen. Denn es ist die Bundesregierung, die auch sonst zu den Hauptkriegstreibern gehört. Sie ist es, die Friedensverhandlungen zur Beendigung dieses Stellvertreterkriegs in der Ukraine verhindern möchte. Stattdessen will sie diesen Krieg mit weiteren Waffenlieferungen endlos fortsetzen – und obwohl in der Ukraine bereits Hunderttausende desertiert sind.

Gleichzeitig soll unser Land bis 2029 ‚kriegstüchtig‘ werden. 5 Prozent von allem, was dieses Land produziert, sollen ins Militär gesteckt werden. Bis zu 300 Milliarden Euro sollen dies bei Erreichung dieses Ziels 2035 dann sein. Das wäre mehr als die Hälfte des jetzigen Bundeshaushaltes. Auf der Ebene der EU sind darüber hinaus Aufrüstungsplanungen von 800 bis 1000 Milliarden Euro im Gespräch.

Das meiste davon auf Pump, und womit allein die Zinslast im Bundeshaushalt von 6,5 auf 15 und dann auf 25 Prozent steigen wird. Finanzierbar ist das daher nur wenn sozialstaatliche Errungenschaften beseitigt werden. Meine Güte: Was könnte man mit diesem Geld alles finanzieren?  Das komplette Schienennetz könnte repariert werden! Endlich. Der soziale Wohnungsbau könnte explodieren. Wir könnten allen Rentnerinnen und Rentnern, die in Armut leben, aus dieser herausholen. Ein elternunabhängiges Bafög und ein kostenloser ÖPNV kämen dazu. Und zusammengerechnet wäre das noch nicht die Hälfte dessen, was künftig jedes Jahr ins Militär gesteckt werden soll.

Das zeigt: Diese Frage von Krieg und Frieden ist eine Klassenfrage! Aber nicht nur betreff der Kosten. Nein: Es sind unsere Leute, die in solchen Kriegen sterben müssen. Sie tragen unsere Namen. Es werden nicht die Kinder und Enkel von Friedrich Merz oder die des Rheinmetall-Chefs sein. Es werden unsere Kinder sein, die verheizt werden. Deutschland soll bis 2029 kriegstüchtig sein. Kriegstüchtig gegenüber Russland. In NATO-Kreisen rechnet man im Falle eines Krieges gegen Russland mit täglich 5000 Soldaten aus Nato-Ländern, die dann sterben. Und während wir die Kosten für diese Aufrüstung tragen, hat sich der Rheinmetall-Aktienkurs verzehnfacht.

Doch das ist es nicht allein. Deutschland zählt auch sonst zu den größten Waffenexporteuren dieser Welt. Waffen, die über den Hamburger Hafen verschifft. überall Tod und Vernichtung bringen, während sich eine kleine Schicht skrupelloser Kapitalisten daran dumm und dusselig verdienen.

Ostermarsch in Hamburg 2025Um was geht es in diesen Kriegen? Um was geht es, wenn Deutschland ‚kriegstüchtig‘ werden soll? Geht es um unsere Freiheit? Das ist doch verlogen! Freiheit wird eingeschränkt durch Kriegstüchtigkeit. Tatsächlich geht es um Absatz- und Rohstoffmärkte. Um Profitinteressen. Um das Lithium der Ukraine. Um das Öl im Iran. Um die ökonomische Vorherrschaft in Osteuropa. Um eine Verschiebung der geopolitischen Kräfteverhältnisse, auch um die Schwächung von China. Dafür gab es die NATO-Osterweiterung, dafür gibt es diese Hochrüstung. Dafür gibt es diese Komplizenschaft mit den USA und Israel beim Völkermord an den Palästinensern und jetzt im Krieg gegen den Iran. Dafür – und allein dafür – soll es auch eine neue Wehrpflicht geben.

Die Schülerinnen und Schüler, die zweimal streikten – ein dritter Schulstreik befindet sich für den 8. Mai in Vorbereitung – haben das verstanden. Sie möchten nicht in den Schützengräben verrecken. Sie lassen sich in der Verteidigung ihres Rechts auf Leben nicht durch Repressionen einschüchtern. Sie sagen: Eure Scheiß-Kriege sind nicht unsere. Und ich sage: dafür haben sie unsere uneingeschränkte Solidarität!

Um ihren Kriegskurs durchzusetzen, entwickeln die Regierenden und einige Medien ein ganzes Arsenal von Propagandalegenden. Russland bedrohe uns, so die täglich vorgetragene Phrase. Doch ist es Russland oder ist es der Westen, der jetzt dermaßen aufrüstet? Und wie soll Russland denn einen Krieg gegen die Nato führen, wenn die Nato Russland bereits jetzt in nahezu allen militärischen Bereichen um ein Vielfaches überlegen ist? Russland bedroht uns nicht. Die Studien des Internationalen Instituts für strategische Studien (IISS) in London belegen das exakt. Um uns zu bedrohen, würde Russland eine dreifache militärische Überlegenheit benötigen. Die hat es nicht. Ganz im Gegenteil. Allein die europäischen NATO-Staaten haben schon jetzt doppelt so viele Kampfflugzeuge und dreimal so viele Kampfpanzer wie Russland. Und da sind die USA noch nicht eingerechnet.

Überall im Westen wird aufgerüstet. Aber die deutschen Pläne übertreffen alles. Die schwarz-rote Regierung möchte die stärkste konventionelle Armee in EU- und NATO-Europa aufstellen. Dazu kommt die Stationierung von Mittelstreckenwaffen, die als Erstschlagwaffen gegenüber Russland strategische Bedeutung haben, damit unser Land aber auch zum Ziel eines Krieges machen. Es ist noch nicht klar, ob diese Stationierung in diesem Jahr erfolgt. Doch diese Frage der US-Mittelstreckenwaffen ist es ja nicht mehr allein. Die Bundesregierung will 400 Tomahawk-Marschflugkörper in den USA kaufen, die sich dann gegen verbunkerte Ziele in Russland wenden. Sie sollen auf Fregatten, aber auch landgestützt, ab 2029 zum Einsatz kommen.

Deshalb liebe Freundinnen und Freunde, wir müssen diese Bedrohungslüge entlarven, um diese Aufrüstungsorgie und diese Kriegspolitik zu stoppen.

Dafür wird es am 20. Juni in Berlin vor dem Brandenburger Tor eine Kundgebung unter dem Motto ‚Russland ist nicht unser Feind‘ geben. Auch in Hamburg werden wir aktiv bleiben. Und wenn es dann am 3. Oktober – vor den Haushaltsberatungen im Bundestag – erneut in Berlin von ‚Nie wieder Krieg‘ und anderen Gruppen eine bundesweite Demo geben wird, dann werden wir uns auch daran mit all unseren Kräften beteiligen.

Wir müssen stärker werden. Dafür ist dieser Ostermarsch ein guter Auftakt!

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Rede Andreas Grünwald als PDF downloaden
 


 

Rede Joachim Guilliard
Ostermarsch in Heidelberg, 4. April 2026

 
Ostermarsch 2026 in HeidelbergSchon die Ostermärsche letztes Jahr fanden in einer zugespitzten Situation statt, mit gefährlichen Entwicklungen in Europa, im Pazifik, im Nahen Osten und verheerenden Kriegen in Afrika, insbesondere im Kongo und Sudan. Seither hat sich die Lage noch massiv verschlimmert. Das Jahr begann mit einem üblen Paukenschlag, mit dem brutalen Überfall der USA auf Venezuela und der Verschleppung seines Präsidenten Nicolás Maduro und Cilia Flores. Gleichzeitig begann US-Präsident Trump, Kuba durch eine Totalblockade für Öl-Lieferungen zu strangulieren. Mehrere Tanker ließ er in dem Zusammenhang nach Piratenart auf hoher See entern und aneignen.

Am 28. Februar begannen die USA und Israel überfallartig den zweiten Krieg gegen den Iran, mitten in laufenden, und wohl auch vielversprechenden Verhandlungen. Der Nahe und Mittler Osten steht seither in Flammen. Mit der stillschweigenden Unterstützung des Krieges durch nahezu alle europäischen Verbündete, wie zuvor schon die Aggression gegen Venezuela, wurde auch das Völkerrecht verwüstet.

Wir verurteilen diese erneute völkerrechtswidrige Aggression der USA und Israels aufs schärfste, Sie ist ein Akt nackter imperialistischer Gewalt, der Anschlag auf das Staatsoberhaupt Ayatollah Chamenei, bei dem auch Dutzende weitere Anwesende getötet wurden, purer Staatsterrorismus. Es handelt sich um einen weiteren unprovozierten Angriffskrieg, der unverhüllt auf einen Regime Change zielt, gerechtfertigt mit haltlosen Vorwürfen, denen selbst die US-Geheimdienste völlig widersprechen. Sie kamen auch in ihrer letzten gemeinsamen Bedrohungsanalyse zum Schluss, dass nichts auf ein iranisches Atomwaffenprogramm hindeutet.

Auf der Agenda steht dieser Krieg in den USA und Israel allerdings schon seit über 30 Jahren. Seit langem führen die USA und Israel bereits einen „hybriden Krieg“, so der renommierte Ökonom Jeffrey Sachs, durch Wirtschaftssanktionen, Militärschläge, Cyberangriffe, psychologischer Kriegsführung und Desinformationskampagnen“. Deutschland und die EU sind seit Beginn dabei Komplizen.

Die militärische Aggression läuft allerdings keineswegs so, wie es sich die Regime von Trump und Netanyahu vorgestellt haben. Trotz der großen militärischen Überlegenheit, trotz einer Intensität von Luftangriffen, wie seit dem Irakkrieg nicht mehr, konnten sie den Widerstand des Irans, der sich einer existenziellen Bedrohung gegenübersieht, bisher nicht brechen. Seine Gegenangriffe richten sich diesmal, wie zuvor angekündigt, mit voller Wucht auch gegen die Militärbasen der USA in den arabischen Nachbarstaaten. Offenbar mit einer für die US-Streitkräfte überraschenden Effektivität.

Die Stützpunkte sind nun, Berichten der NYT zufolge, so schwer beschädigt, dass die Soldaten in Hotels und Büroräume in der gesamten Region auszuweichen und nun quasi aus dem Homeoffice ihrem Kriegshandwerk nachgehen müssen. Auch ein guter Teil der Luftabwehr, darunter große, milliardenteure Radaranlagen, wurden zerstört, vor wenigen Tagen auch etliche Flugzeuge zur Luftbetankung und eine AWACS-Maschine.

In Vergeltung für die Bombardierung ziviler Infrastruktur, wie Öllager und Kraftwerke, griff der Iran u.a. auch Energieanlagen der Golfstaaten an, die Teheran, aufgrund der Überlassung ihres Territoriums für die Angreifer, als Kriegsbeteiligte ansieht. Die Förderung wurde dadurch zum Teil für Monate, wenn nicht Jahre lahmgelegt.

Diese Ausfälle verschärfen natürlich noch die Engpässe bei essentiellen Rohstoffen, die bereits die weitgehende Sperrung der Straße von Hormus verursacht – nicht nur bei Erdöl- und Erdgas, sondern u.a. auch bei Dünger und Aluminium. Der US-israelische Krieg zieht dadurch nicht nur die verbündeten Golfstraßen ungefragt in extreme Mitleidenschaft, sondern die gesamte Weltwirtschaft, die mit der größten Energiekrise seit Jahrzehnten konfrontiert ist. Die Preise werden noch lange steigen. So bekommen diesmal – im Unterschied zu sonstigen Kriegen im Nahen Osten, Asien und Afrika – auch wir Europäer die Auswirkungen massiv zu spüren.

Trump schwankt offenbar zwischen Beendigung der Angriffe, verbunden mit Verkündigung eines „großartigen Sieges“, und dem Einsatz von Bodentruppen. Netanyahu lehnt jedoch jegliches Einlenken rigoros ab. Die Gefahr einer weiteren Eskalation bleibt so weiterhin extrem hoch, angesichts des israelischen Atomwaffenarsenals auch die Gefahr einer nuklearen. Da auch in Israel die Luftabwehrkapazitäten schwinden, könnte das Netanyahu-Regime bei anhaltenden massiven iranischen Angriffen versucht sein, darauf zurückzugreifen – in der Überzeugung, keine schweren Konsequenzen fürchten zu müssen.

Dessen Ziel, wie auch Washingtons, ist, mit dem Iran den letzten Staat in der Region, der sich den hegemonialen Ansprüchen der USA widersetzt, zu zerschlagen, ihn wie schon Libyen und Syrien, als funktionierenden Staat zu zerstören. US-Außenminister Mario Rubio hat auf der Münchener Sicherheits-Konferenz offen ihr Ziel verkündet, die während 500 Jahre Kolonialismus und Imperialismus durchgesetzte westliche Vorherrschaft über die Welt wiederherzustellen. Und ultra-rechte israelische Regierungsmitglieder wie christliche Zionisten aus dem Umfeld Trumps, reden davon, den Weg für das biblische Großisrael frei zu machen

Den Iran als relevante Macht in der Region und als wichtigen Pol in der Entwicklung einer multipolaren Welt auszuschalten, ist durchaus ein gemeinsames Ziel des politischen Westens.

Der Krieg wird daher auch faktisch von Deutschland und den meisten EU-Staaten unterstützt. Bekanntlich haben sie bereits den 12-Tage-Krieg im Juni letztes Jahr nicht verurteilt, sondern ihn im Gegenteil – wie es Kanzler Merz ausdrückte – als Übernahme der „Drecksarbeit für den Westen“, begrüßt. Damit gaben sie natürlich auch grünes Licht für eine weitere Aggression. [Zuvor hatten sie für propagandistische Rückendeckung gesorgt, indem sie mit dem westlichen Übergewicht in der Internationalen Atomenergie-Organisation eine Resolution durchsetzten, die dem Iran faktenfrei eine „Gefährdung des Weltfriedens“ vorwarf. Am Tag darauf begann Israel im Juni seinen ersten Krieg.]

Angesichts des desaströsen Verlaufs des zweiten Krieges und seinen katastrophalen Auswirkungen, gingen sie nun öffentlich zwar etwas auf Distanz zum neuen Krieg, verteidigen aber weiterhin seine Ziele und geben dabei dem Völkerrecht unverblümt einen Tritt. Allen voran Bundeskanzler Merz, der laut verkündet, dass das Völkerrecht nun mal „seine Grenzen“ habe, und „grundlegende Interessen notfalls mit Gewalt“ durchgesetzt werden müssten. Man habe es beim Iran jahrzehntelang mit diplomatischen Mitteln auf Basis des Völkerrechts versucht, doch der Iran habe ein Abkommen verweigert und sei nun kurz davor gewesen, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen – alternative Wahrheiten, Fake News und Trumpismus auch in Berlin. Ulrich Duchrow wird später ausführlicher auf den verheerenden Völkerrechtsnihilismus, der sich breit macht, eingehen, auch mit Blick auf den völkermörderischen Krieg in Gaza und dessen Ausweitung auf den Libanon

Proteste blieben im Unterschied zum Irakkrieg 2003 bisher äußerst schwach, viele zögern sich dagegen zu engagieren. Arundathi Roy appellierte kürzlich in einer Rede, in einem „kleinem Statement zu einem Krieg, der die Welt zu verschlingen“ drohe: „wie könnten wir den Tag beenden, ohne über diese wunderschönen Städte – Teheran, Isfahan und Beirut – zu sprechen, die in Flammen stehen?“ Der illegale Angriff der Vereinigten Staaten und Israels sei „natürlich eine Fortsetzung des US-israelischen Völkermords im Gazastreifen.“ Es seien „dieselben alten Völkermörder, die nach demselben alten Schema vorgehen. … Aber Iran ist nicht Gaza. Das Schlachtfeld dieses neuen Krieges könnte sich auf die ganze Welt ausdehnen.“ Sie wolle bei der Gelegenheit „nur sagen, dass sie „uneingeschränkt an der Seite des Iran“ stehe. „Alle Regime, die eines Wandels bedürfen, einschließlich der USA, Israels und unseres eigenen, müssen vom Volk gestürzt werden, nicht von einer aufgeblähten, lügenden, betrügerischen, gierigen, ressourcenraubenden, bombenwerfenden imperialen Macht und ihren Verbündeten, die versuchen, die ganze Welt zur Unterwerfung zu zwingen.“

Aus der EU hat nur die spanische Regierung den Krieg klar und deutlich verurteilt. Sie hat den USA auch sofort die Nutzung spanischer Stützpunkte und des spanischen Luftraums untersagt, Italien und Frankreich sind dem nun gefolgt. Die Bedeutung der deutschen Stützpunkte, insbesondere Ramstein und Spangdahlem, ist dadurch noch gestiegen, wurde für die US-amerikanische Kriegsführung geradezu essentiell. Ihre Nutzung macht Deutschland genauso wie die Golfstaaten faktisch zur Kriegspartei.

Wir fordern die Bundesregierung auf, Völkerrecht zu respektieren, jegliche Kriegsbeteiligung zu beenden und den USA die Nutzung ihrer Basen hier unverzüglich zu untersagen. Die Air Bases in Ramstein und Spangdahlem, das EUCOM in Stuttgart und alle anderen US-Stützpunkte müssen so schnell wie möglich aufgelöst und alle Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden.

Wir verlangen zudem auch den Stopp aller Waffenlieferungen an Israel und die USA.

Noch immer tobt der Ukraine-Krieg, obwohl vor einem Jahr Hoffnung aufgekommen war, dass er im Laufe des Jahres durch Verhandlungen beendet werden könnte. Doch alle Bemühungen scheiterten, nicht zuletzt an der Blockadehaltung der EU-Staaten, die die dafür notwendige Kompromisse ablehnen und an einer Fortsetzung des Krieges festhalten. Peter Wahl wird darauf näher eingehen.

Die EU-Staaten, voran Berlin, wollen Russland weiterhin „ruinieren“ und benötigen den Krieg, um mit der Mär von der russischen Bedrohung, die gigantische Aufrüstung rechtfertigen zu können. Die Bundesregierung will, wie schon Scholz & Co., die Bundeswehr zur größten Armee in Europa machen und damit Deutschland auch zur militärischen Führungsmacht. Bei unseren Nachbarn macht sich angesichts ihrer Erfahrungen mit deutscher Militärmacht bereits erhebliches Unbehagen breit.

Für diese ehrgeizigen Pläne soll das ganze Land nun „kriegstüchtig“ werden, sollen wir die Militarisierung wesentlicher Teile der Gesellschaft akzeptieren. Folgende Redebeiträge werden auch darauf näher eingehen.

Wir stellen uns entschieden gegen solche Vorhaben. Wir sagen Nein zur äußerst gefährlichen Hochrüstung und der konkreten Vorbereitung zum Krieg. Wir fordern stattdessen eine drastische Reduzierung der Militärausgaben zugunsten des Ausbaus der sozialen Sicherung, Gesundheitsversorgung, Bildung, Umwelt- und Klimaschutz.

Wir sagen selbstverständlich auch nein zur Wiedereinführung einer Pflicht zum Kriegsdienst, mit der für diese Großmachtpläne genügend junge Menschen zum Dienst an der Waffe gezwungen werden sollen. Wie ernst dies mit Blick auf einen bevorstehenden Krieg genommen wird, zeigt, dass das neue Wehrdienstgesetz schon jetzt, in Friedenszeiten, allen 17- bis 45jährigen Männer untersagt, Deutschland länger als drei Monate ohne Genehmigung der Bundeswehr zu verlassen und nicht erst im Verteidigungsfall.

Im Laufe des Jahres könnten die ersten US-Mittelstreckwaffen in Deutschland stationiert werden, vermutlich in Grafenwöhr und unterm Kommando in Wiesbaden. Auch dazu sagen wir entschieden Nein und rufen dazu auf, am 30. Mai dagegen auf den bundesweiten Demos in Grafenwöhr und Wiesbaden zu demonstrieren.

Das Streben nach „Kriegstüchtigkeit“ ist gegen den Konsens nach dem Zweiten Weltkrieg und das Grundgesetzt. Nie wieder sollte Krieg von deutschem Boden ausgehen. Nicht zuletzt aus der Verantwortung aus der deutschen Geschichte heraus, muss Deutschland eine politische Kehrtwende machen, den Kurs auf Hochrüstung und Krieg aufgeben, sich für Deeskalation, Kooperation und Diplomatie stark machen, „friedenfähig“ werden.

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Rede Lühr Henken
Auftaktkundgebung Ostermarsch in Berlin, 4. April 2026

 
Leittransparent Ostermarsch Berlin 2026Liebe Ostermarschiererinnen, liebe Ostermarschierer,

die vorherrschende Propaganda versucht uns tagaus tagein einzutrichtern, dass wir spätestens in drei Jahren kriegstüchtig sein müssen, um Russland von einem Angriff auf NATO-Gebiet abzuschrecken. Der „großrussische Imperialismus“ rüste durchweg massiv auf und würde damit auch nicht aufhören, wenn der Krieg gegen die Ukraine vorbei ist. Da Russland die Waffen dann nicht mehr im Krieg verbrauche, würde es für uns gefährlich. Eine bestechende Logik, oder? Ob sie stimmt oder nicht, ist egal. Sie wirkt. Öffentlich hinterfragt wird das Gedankengebäude kaum. Aber es ist leicht zum Einsturz zu bringen.

Gesetzt den Fall, hinter Russlands Angriff auf die Ukraine verbirgt sich tatsächlich die Absicht, eines Tages auch die NATO anzugreifen, dann stellt sich mir die Frage, warum hat das Russland nicht sofort vor vier Jahren getan. Die Chancen auf Erfolg hätten damals viel besser gestanden als heute, denn Russland war militärisch damals viel stärker. Damals hatte Russland mehr als doppelt so viele Kampf – und Schützenpanzer und Artilleriesysteme wie heute.

Mindestens das müsste Russland erst wieder mühsam aufbauen, um in den kommenden Jahren angreifen zu können. Expertenstimmen werden von deutschen Medien gern herangeholt, die das artig bezeugen. Sie sagen, Russland produziert heute bereits mehr Waffen als es im Ukrainekrieg braucht. Belege dafür fehlen. Kein Wunder. Sie gibt es nicht. Denn wenn man die russischen Waffenbestände des vergangenen Jahres mit denen von 2024 vergleicht, gab es zwar leichte Zuwächse bei Soldaten, Luftwaffe und Marine, allerdings im unteren einstelligen Prozentbereich, bei Heereswaffen nahmen sie sogar ab. Mal ehrlich, das sieht nicht nach Angriffsplanung auf die NATO aus.

Was macht der Westen? Schauen wir nur die europäischen NATO-Staaten an. Die USA lasse ich gedanklich mal außen vor, dann ergibt sich in tatsächlich allen konventionellen Waffenkategorien eine westeuropäische Überlegenheit: von 20 Prozent bei den Soldaten und Kampfpanzern, von 40 Prozent bei der Artillerie und 70 Prozent bei Kampfflugzeugen, um nur einige zu nennen.

Um die NATO erfolgreich angreifen zu können, reicht die Aufrüstung auf einen Gleichstand mit der NATO nicht aus, nein, der Angreifer muss über die dreifache Überlegenheit verfügen, um im Krieg zu siegen. Davon ist Russland sehr weit weg. Es müsste dazu sein gesamtes Potenzial mehr als verdreifachen. Dazu wäre es rein wirtschaftlich überhaupt nicht in der Lage.

Zudem: eine russische Angriffsabsicht dürfte doch den westlichen Geheimdiensten nicht entgangen sein, wenn sie denn bestünde. Einmal im Jahr veröffentlichen die US-Geheimdienste einen Bericht in dem sie angebliche Bedrohungen gegen die USA benennen. In diesem Jahr schreiben sie interessanterweise, dass die seit langem für nächstes Jahr unterstellte Angriffsabsicht Chinas auf Taiwan gar nicht besteht. Da die US-Geheimdienste sich offensichtlich mit politischen Absichten auskennen, wäre eine russische Angriffsabsicht im Bericht sicher zu finden – aber danach sucht man vergeblich. Dass es sie nicht gibt, ist faktisch sogar klar nachweisbar: Denn Russland beabsichtigt, seine Militärausgaben in diesem Jahr um 12 Prozent zu senken. Das ist keine Propagandazahl, sondern ist jeglicher Manipulation unverdächtig. Sie stammt aus dem neuesten Jahrbuch The Military Balance des NATO-nahen International Institute for Strategic Studies in London. Die Nachricht ist: Russland senkt den Militärhaushalt.

Was macht der Westen? Was macht die Bundesregierung?

Sie gibt Geld für Rüstung aus, dass die Schwarte kracht! Letztes Jahr Plus 20 Prozent auf 107 Milliarden, dieses Jahr Plus 20 Prozent auf 128 Milliarden Euro. Ihr Ziel fest im Blick, in EU und NATO die Bundeswehr zur größten konventionellen Armee Europas zu machen, steuert Berlin bis 2035 an, die Ausgabenhöhe auf 300 Milliarden Euro hochzutreiben, was dann fünf Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Schuldenberge wachsen, die Zinslast wächst mit. Geht derzeit noch jeder 15. Euro aus dem Bundeshaushalt für Zinsen darauf, ist in 10 Jahren damit zu rechnen, dass es mindestens jeder 5. Euro ist. Die Ausgaben für Zinsen verdrängen staatliche Ausgaben für Soziales. Sozialabbau in bisher nicht gekanntem Ausmaß ist programmiert.

Ich will diese deutsche Aufrüstung nicht. Ich will keine Wehrpflicht. Ich will nicht, dass Deutschland zur führenden Militärmacht in Europa wird. Ich will nicht, dass Hunderte Milliarden für Waffen verpulvert werden, wo sie dringend in Schulen, Gesundheitswesen und Infrastruktur gebraucht werden. Ich will keine nukleare Aufrüstung Europas. Ich will nicht, dass die Bundesregierung die Ukraine mit Zig-Milliarden für neue Waffen pampert, sondern sich dafür ins Zeug legt, einen nachhaltigen Frieden zwischen Russland, der Ukraine und Europa herzustellen.

Ich will nicht, dass die USA hier neue Angriffswaffen gegen Russland aufstellt, die als Erstschlags- und Enthauptungsschlagwaffen strategische Bedeutung haben, und Deutschland zum Magneten für russische Präventivschläge machen. Deshalb noch einmal von dieser Stelle meine Bitte: Unterschriebt den Berliner Appell gegen US-Mittelstreckenwaffen und beteiligt euch selbst als Sammlerinnen und Sammler!

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Rede von Andrea Hornung
auf dem Ostermarsch in Hamburg – 6. April 2026

 

Hier man sich die Rede von Andrea Hornung auch ab Minute 3:10 auch im Original anschauen:

Rede von Andrea Hornung als Film bei Youtube

Andrea HornungWir sind in Hamburg. Bei einer Demonstration durchbrechen junge Frauen und Mädchen die doppelten Ketten der Polizei, die mit Säbeln bewaffnet ist. Aber die Menschen lassen sich nicht aufhalten. Denn sie sind wütend. Wütend, weil sie hungrig sind, weil ihr Essen rationiert wurde. Wütend, weil ihre Brüder, Väter, Partner an der Front sterben.

Liebe Freundinnen und Freunde,

diese Demonstration hat im August vor ziemlich genau 110 Jahren hier in Hamburg stattgefunden. Es ist eine der ersten großen Demonstrationen hier im Ersten Weltkrieg. Organisiert wird sie unter anderem von der Freien Jugendorganisation Hamburg. Sie sind Teil von Demonstrationen und Streiks, die sich 1916 über das ganze Land hinweg ausbreiten. Hier in Hamburg kämpft unter ihnen Fiete Peter, der mehrfach desertiert und der in der Novemberrevolution hier in Hamburg erschossen wird.

Es ist nur eine erste Demonstration gegen den Krieg. Aber sie ist schon in diesem Moment viel mehr als das: Sie ist Ausdruck der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Krieg, in dem das Menschenleben billig und das Brot teuer wird. Und die Demonstration zeigt die Kraft der Klasse, wenn sie sich vereint. Den Frauen und Mädchen gelingt es, die Polizeikette zu durchbrechen, weil sie entschlossen und gemeinsam handeln – trotz bewaffneter Polizei, trotz Kriegsrecht, trotz Repression. Sie haben gezeigt, dass dieser Krieg nicht widerstandslos hingenommen wird und haben den Grundstein gelegt, dass er später beendet wurde.

Liebe Freundinnen und Freunde,

vor fünf Wochen haben in Deutschland erneut mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler gestreikt – trotz Repressionen. Wie die Demonstration vor 110 Jahren hier in Hamburg, wie die Streiks, die aus Braunschweig heraus das ganze Land erreichten, ist auch der Schulstreik ein Durchbruch. Die Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation kristallisierte sich damals im Protest gegen den Hunger und die Rationen – heute im Protest gegen den Zwang zum Kriegsdienst. Die Bewegung ist heute wie damals noch weit davon entfernt, den Krieg zu beenden, die Wehrpflicht zu verhindern. Aber: Die Demonstration damals, die Schulstreiks heute sind ein erster gewaltiger Schritt, eine notwendige Vorbedingung dafür.

Ja, die Streiks sind nur ein Anfang, aber die Ruhe ist vorbei. Denn in den Köpfen hat sich etwas bewegt. Die Schülerinnen und Schüler, die am 5.12. und am 5.3. – hier in Hamburg am 20.2. – auf der Straße waren, haben gelernt: Wir sind mit der Unzufriedenheit nicht allein. Die Jugend hat kein Interesse an der Wehrpflicht. Sie haben gelernt: Wir müssen die Verhältnisse nicht einfach hinnehmen, wir können uns dagegen wehren. Und wir können und müssen dafür sogar Regeln übertreten. Sie haben erfahren: Diese Regierung handelt nicht in unserem Interesse. Und vielen ist schon klar geworden: Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft.

Damit das nicht noch mehr Menschen klar wird, erzählt man uns Geschichten. Man erzählt uns, dass es bei der aktuellen Aufrüstung um unsere Sicherheit und unsere Freiheit gehe.  Man erzählt uns, dass Russland uns bedroht. Aber Russland ist keine Bedrohung für uns. Die NATO-Staaten sind Russland in allen wesentlichen militärischen Bereichen um ein Vielfaches überlegen. Nein, Russland bedroht uns nicht. Es sind die NATO-Staaten, die die Völker der Welt bedrohen. Und sie drohen nicht nur: Seit Jahrzehnten führen sie Kriege in aller Welt.

  • Sie waren es, die mit dem Jugoslawienkrieg den ersten Krieg auf europäischem Boden seit 1945 geführt haben.
  • Sie sind es, die etliche Länder völkerrechtswidrig angreifen, wie die USA Venezuela, und den Iran. Und die Bundesregierung unterstützt das, indem sie den USA Überflugsrechte gewährt. Wir sagen: Kein Blut für Öl, kein Krieg für Profit!
  • Es sind die USA, die das sozialistische Kuba erdrosseln wollen, die seit über 60 Jahren mit einer menschenfeindlichen Blockade gegen Kuba vorgehen und jetzt auch noch militärisch drohen – ausgerechnet gegen das Land, das statt Waffen Ärzte in alle Welt schickt. Und die Bundesregierung trägt die Blockade mit. Wir sagen: Solidarität mit Kuba! Weg mit der Blockade!
  • Es sind die USA und die NATO-Staaten, es ist die deutsche Bundesregierung, die immer weiter Waffen an Israel liefern und den Genozid am palästinensischen Volk unterstützen. Wir sagen: Stoppt die Waffenlieferungen – der Genozid muss enden – Viva Palästina!

Antikriegstag 2025 in Hamburg: gegen die WehrplichtNein, nicht Russland bedroht uns. Die Lüge von der äußeren Bedrohung ist Teil der eigenen Kriegsvorbereitung. Das war sie 1914, das war sie 1939, das ist sie auch heute. Damals wie heute geht es aber nicht um Sicherheit, Freiheit und den Schutz vor der äußeren Bedrohung. Damals wie heute geht es darum, dass der deutsche Imperialismus den nächsten Anlauf zur Weltmacht vorbereitet. Das hat Merz offen zugegeben, als er beim Weltwirtschaftsforum in Davos vom Zeitalter der Großmächte sprach. Es geht einmal mehr um Handelsrouten, Rohstoffe und Absatzmärkte. Dafür rüstet die Bundesregierung massiv auf. Dafür mischt sie in Kriegen auf aller Welt mit. Dafür will sie die Wehrpflicht wieder einführen und die Bevölkerung „kriegstüchtig“ machen. Dafür streicht sie das sogenannte Bürgergeld und die Rente noch weiter zusammen und verschärft die Ausbeutung mit höheren Arbeitszeiten, während immer mehr Menschen keine Arbeit haben und 10.000 Stellen abgebaut werden.

Die Regierung zeigt ganz deutlich: Sie steht für den Krieg. Sie steht für die Aufrüstung. Sie steht für die Profite der Großkonzerne – wie auch alle Regierungen davor. Diese Regierung zeigt einmal mehr: In unserem Kampf für den Frieden können wir uns auf keine Regierung verlassen. Nicht unter Merz und Klingbeil, aber auch nicht unter Grünen und SPD, unter denen mit dem Jugoslawienkrieg der erste Angriffskrieg von deutschem Boden nach 1945 ausging. Für den Frieden müssen wir selbst kämpfen, gegen diese Bundesregierung, gegen unseren Hauptfeind im eigenen Land!

Denn es ist der Kapitalismus, der den Krieg gesetzmäßig hervorbringt. Ja, der Kapitalismus trägt den Krieg in sich, wie die Wolke den Regen. Das wusste Jean Jaurés schon vor mehr als 100 Jahren. Ich finde, er hat die Metapher sehr treffend gewählt: Wolken bestehen aus kleinen Wassertröpfchen. Prallen sie aufeinander, werden sie immer größer – bis sie zu schwer werden. Dann beginnt es zu regnen.

So wie die Wassertröpfchen werden im modernen Kapitalismus, im Imperialismus, aus kleinen Unternehmen große. Mit der Größe der Unternehmen wächst und verschärft sich auch die Konkurrenz zwischen ihnen – und zwischen den kapitalistischen Staaten. Die Konkurrenz um Rohstoffe, Absatzmärkte, um die besten Produktionsbedingungen, kurz: um den größtmöglichen Profit. Die Wassertropfen werden schwerer. Das ist letztendlich die Ursache für die enorme Aufrüstung, für die immer neuen Kriege, für die Vorbereitung des nächsten Anlaufs zur Weltmacht. Den Regen können wir nicht verhindern. Kriege schon. Seine Ursache, den Kapitalismus, müssen wir abschaffen.

Wie die Mädchen und Frauen in Hamburg, wie Fiete und Peter, die im Ersten Weltkrieg Demonstrationen gegen den Krieg organisiert haben, stehen wir heute noch Anfang. Zwei Jahre später gelang es ihnen, den Ersten Weltkrieg zu beenden. Es gelang, weil die Arbeiterinnen in ganz Deutschland streikten, die Matrosen meuterten und die Soldaten die Gewehre umdrehten – Fiete Peter fiel in diesem Kampf. Sie konnten den Krieg beenden, weil sie erkannten, welche Kraft wir haben, wenn wir uns zusammenschließen. Ebenso wie es die Hafenarbeiter in Marseille, Piräus und Genua zeigen, die durch Streiks Waffenlieferungen an Israel verhindern und damit ganz praktische Solidarität mit dem palästinensischen Volk üben. Denn kein Krieg ist ohne Menschen führbar. Er ist nicht führbar ohne Menschen, die in den Schützengraben gehen. Er ist nicht führbar ohne medizinisches und pflegendes Personal, das sich um die Verwundeten kümmert. Er ist nicht führbar ohne diejenigen, die in der Rüstungsproduktion arbeiten. Er ist nicht führbar ohne die ArbeiterInnen im Transportwesen, die bspw. das Militärgerät auf Schienen, Schiffen und Straßen transportieren. Wenn wir das begreifen, wenn wir begreifen, welche Kraft wir haben, wenn wir uns zusammenschließen, dann können wir nicht nur den Kriegsdienst und den Krieg verhindern, dann können wir hier alles aus den Angeln heben.

Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft. Das haben die Demonstrierenden in Hamburg vor 110 Jahren verstanden, das sagen wir heute wieder. Dafür werden am 8. Mai wieder Schülerinnen und Schüler am 8. Mai streiken. Sie wollen eine Zukunft ohne Krieg und ohne Wehrpflicht. Dafür braucht es eine starke Arbeiterklasse und eine starke Friedensbewegung. Denn wer soll die erkämpfen, wenn nicht wir?

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Rede von Jutta Kausch-Henken
auf dem Ostermarsch Stendal 6. April 2026

 
Ostermarsch in StendalHallo, ich danke euch für die Einladung zu eurem Ostermarsch.

Seit 1980 bin ich in der westberliner Friedensbewegung aktiv, aber nie war die Zeit so bedrohlich wie heute, war ein Dritter Weltkrieg tatsächlich vorstellbar. Die internationale Lage spitzt sich immer mehr zu und die Aufgaben der Friedensbewegung wachsen.

Die USA sind wild entschlossen, den gesamten Globus für ihre Hegemonialansprüche in Beugehaft zu nehmen und schrecken dabei vor keinem Verbrechen zurück. Das war vor Trumps Zeit als Präsident nicht anders, nur tritt es heute in einer so ungeschminkten Form zutage, dass man es kaum fassen kann. Chinas wirtschaftlicher und politischer Einfluss soll rückgängig gemacht werden, das ist das Ziel hinter all dem Wahnsinn, den Trump gerade betreibt. Mit Erpressung, irrwitzigen Zöllen, Sanktionen, Aggressionsandrohungen, der Entführung oder Ermordung von missliebigen politischen Führern oder eben mit Kriegshandlungen werden all die Länder überzogen, die sich den Forderungen nach Vorherrschaft der USA widersetzen.

Und die deutsche Regierung? Sie macht mit, nicht nur, weil sie ein willfähriger Vasall ist, sondern weil sie dabei eigene Interessen verfolgt. Sie will ein großer Player werden im Windschatten der NATO.

Genauso wie sie mitmacht beim Ukrainekrieg, jetzt sogar federführend und jenseits jeglicher Vernunft. Sie ist bereit, für ihren Waffen-, Aufrüstungs- und Weltmacht-Größenwahn eine weitere Eskalation des Krieges zu riskieren, der schnell auch ein atomarer sein kann.

Auch in Westasien steht sie Gewehr bei Fuß. Die deutsche Unterstützung von Netanjahu bei Völkermord und Vertreibung der Palästinenser wurde zu Recht durch Nicaragua vor dem Internationalen Gerichtshof zur Anzeige gebracht.

Die Aussage von Merz zum 12-Tagekrieg gegen den Iran, die Israelis machten für uns die Drecksarbeit, ist kaum noch zu überbieten an Fremdschämen.

Höchstens von den Standing Ovations von Wadephul und Pistorius nach der Rede von Rubio auf der Sicherheitskonferenz in München im Februar diesen Jahres, der die Kolonialisierung durch die Europäer und US-Amerikaner eine gute Tat nannte, weil sie die Zivilisation in die Länder des Südens gebracht hätte.

Der seit fünf Wochen andauernde Angriffskrieg gegen den Iran, den Israel mit Unterstützung der USA losgetreten hat, wird ebenfalls nicht verurteilt. Nein, der Iran wird stattdessen dringend aufgefordert, die Lage nicht zu eskalieren, indem er sich verteidigt, was sein Recht ist. Deutschland unterstützt praktisch mit der Erlaubnis, Ramstein zu nutzen, diesen selbst nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages völkerrechtswidrigen Krieg. Vor einer Woche hat sogar der Bundespräsident beim Besuch im Auswärtigen Amt ihn so genannt. Voll mutig! Woher kommt der späte Mut? Schadet ihm ja nicht mehr so kurz vor Ende seiner Amtszeit, wenn er mal aus der Reihe tanzt. Die Bundesregierung selbst ist immer noch damit beschäftigt, den Völkerrechtsstatus des Irankrieges zu prüfen.

Als Trump den Präsidenten Venezuelas im Januar kidnappte, Caracas bombardieren ließ, mehrere 100 Menschen dabei ermordete, schwieg die deutsche Regierung.

Und dass Trump versucht, Kuba von sämtlichen Ölimporten abzu¬schneiden und dadurch eine humanitäre Krise auslöst, ist auch keine Protestnote wert. Nach 65 Jahren allumfassender Handels- und Wirtschaftsblockade tönt Trump: „Ich glaube wirklich, dass ich die Ehre haben werde, Kuba zu nehmen. Ich meine, ob ich es befreie oder übernehme. Ich glaube, ich kann damit machen, was ich will.“ Das ist brutalster Imperialismus und Faschismus. Die deutsche Regierung schweigt dazu. Wo bleibt da der Aufschrei nach der Freiheit der Meere und der Schifffahrt, wenn die USA Häfen blockieren? Da ist die wertebasierte Ordnung scheißegal.

Die jetzige Regierung will endlich die durch die Verbrechen des zweiten Weltkriegs auferlegte deutsche militärische Zurückhaltung abschütteln. Zwar war und ist die Bundeswehr seit der „Wiedervereinigung“ im Ausland aktiv. Zur Verteidigung der Landesgrenzen? Was ihre „Kernaufgabe“ bis heute ist? Wohl kaum. Schon bei der Bombardierung Jugoslawiens 1999 waren deutsche Soldaten dabei. Spätestens da verloren SPD und Grüne ihre Unschuld.

Nun will die Regierung die Führung in Europa übernehmen. Und die deutsche EU-Kommissionspräsidentin boxt in diktatorischer Manier das durch, was im Sinne deutscher Führungspläne ist.

„Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig.“ So steht‘s in der Verfassung. Und die Regierung schwört mit dem Amtseid, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden.

Was macht sie aber stattdessen?

Z.B. Der abgewählte sozialdemokratische Kanzler stimmte vor 2 Jahren zu, US-Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden aufstellen zu lassen, was noch in diesem Jahr passieren soll. Das sind Angriffs- und Enthauptungswaffen und brandgefährlich.

Sollten sie nicht kommen, weil Trump keinen Bock mehr auf NATO hat, wird schon an einer europäischen oder gar deutschen Lösung gebastelt.

Der Verteidigungsminister, auch Sozialdemokrat, will Deutschland „kriegstüchtig“ machen.
Der höchste Soldat Deutschlands, General Breuer, fordert, dass wir alle bereit sein müssen zu kämpfen, und dass wir auch um jeden Preis gewinnen wollen. Wir alle müssen resilient sein, sprich, alles dulden, was uns aufgebürdet wird, ohne Widerspruch, ohne Verstand oder Vernunft.

Die beschlossene ungebremste Aufrüstung bedeutet schon in diesem Jahr 128 Milliarden Euro für Zerstörungsmaterial zu verballern, ein Drittel mehr als im letzten Jahr, 2029 werden es 176 Milliarden sein. Die ungeheuren Militärausgaben, die wir, die Steuerzahlenden letztendlich bezahlen müssen, führen dazu, dass die sozialen Aufgaben immer weiter heruntergeschraubt werden. Nur die Aktienbesitzer von Rüstungs¬firmen profitieren davon.

Auf die Frage von Florian Warweg kürzlich auf der Bundespressekonferenz, ob Minister oder gar der Kanzler als Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates Aktien von z.B. Rheinmetall besitzen und ob das nicht vielleicht dann zu einem Interessenskonflikt, bzw. Insiderwissen führt, kriegt er keine Auskunft.

Weil Auskunft geben muss man erst, wenn man 5% der Aktien einer Rüstungsfirma besitzt, was z.B. bei dem Umsatz von Rheinmetall bei etwa 700 Millionen Euro liegt. Und die hat vermutlich nicht einmal der ehemalige Blackrocker Merz. Also alles legal und integer. Aktienbesitzer müssen keine Aussage tätigen, ganz im Gegen¬satz zu Sozialhilfeempfängern, die sich blank machen müssen, wenn sie, um überleben zu können, etwas hinzuverdienen.

Und womit werden diese „notwendige“ Aufrüstung und die Forderung nach „Kriegstüchtigkeit“ begründet? Mit der Bedrohung durch Russland. Das hat schon zweimal funktioniert, vor dem Ersten und auch vor dem Zweiten Weltkrieg.

Es gibt keinen einzigen Hinweis auf diese Bedrohung, das bestätigen Fachleute wie der ehemalige NATO-General Kujat oder der ehemalige Berater von Merkel, Erich Vad. Selbst die US-Geheimdienste schätzen das so ein. Die russischen Militärausgaben, das Kriegsgerät, die Soldaten sind dazu gar nicht in der Lage, weil die europäischen NATO-Partner, selbst ohne die USA, ihnen zahlenmäßig überlegen sind. Trotzdem wird es behauptet. In allen Nachrichten, in allen Talkshows, in allen sogenannten Qualitätsmedien hören und lesen wir es. Und der eben von mir gelobte Bundespräsident sagt dazu: „Ich glaube, auch nach dem Krieg (er meint den in der Ukraine) wird es mit diesem Russland nicht um Frieden gehen, sondern um die Kalkulierbarkeit des Konflikts. Kurz gesagt: Europa muss heute seine Sicherheit gegen Russland, nicht mit Russland organisieren.“

Wir wissen es besser. Frieden in Europa kann nur mit Russland gehen!!

Kriege – vor allem in demokratischen Gesellschaften – gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen, ist schwer. Das ist auch bei uns der Fall. Deshalb müssen Regierung und Militär sicherstellen, dass die „Menschen den Krieg mittragen“. In einem Artikel „Krieg in den Medien“ der Bundeszentrale für politische Bildung wird erklärt wie: „Um ihr Ziel zu erreichen, setzen sie bewusst Medien als Mittel der Beeinflussung ein. Es wird ein Bild des Krieges vermittelt, das ihn als notwendig und unausweichlich darstellt.“ Also, der Russe ist gefährlich und unberechenbar! Die Beeinflussung findet überall im Alltag statt. In der Werbung, in Filmen, durch Karriereberater der Bundeswehr in Schulen und auf Messen, in der Darstellung von Krieg als Normalfall.

Und Meinungsfreiheit? Die wird immer mehr zur Farce. Wer etwas anders sieht, ist ein Putinversteher, oder ein Antisemit, in jedem Fall ein gefährlicher Mensch.

Die Rechtlosigkeit geht mittlerweile so weit, dass Menschen sanktioniert werden, von der EU und ihren Mitgliedstaaten, wenn sie Aussagen von Politikern anzweifeln und das äußern wie der Journalist Hüseyin Doğru oder Jacques Baud. Sie sind vogelfrei.

Sie haben sich keines Verbrechens schuldig gemacht, es gibt keine Anklage, keine Beweisaufnahme, keine Anhörung der Beschuldigten, keine Gerichtsverhandlung, kein rechtsstaatliches Urteil. Die EU hat befunden, dass sie russische Propaganda betreiben und das war’s. Punkt.

Sie werden von all ihren Konten abgeschnitten, sie dürfen keine Arbeit verrichten, für die sie bezahlt werden, wer sich traut, sie zu unterstützen, macht sich strafbar. Keine Diskussion oder Widerspruch möglich.

Was schon jetzt praktiziert wird, wird mit zunehmender Kriegshysterie wachsen. Das Ausrufen des Spannungsfalls rückt in greifbare Nähe. Spannungsfall, ein harmloses Wort, das die Vorstufe zum Krieg bedeutet. Wenn der real ausgerufen wird, können alle Grundrechte außer Kraft gesetzt werden.

Unsere Forderungen an die Regierung sind klar:

  • Abrüstung statt Aufrüstung
  • Diplomatie statt Kriegsbeteiligung und Waffenlieferungen
  • Auflösung der Truppenstationierungsverträge statt Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen
  • Friedenserziehung statt Kriegsdienst und Militarisierung der Gesellschaft
  • Geld für soziale Aufgaben statt Aufträge an Rüstungsfirmen
  • Sicherung demokratischer Rechte statt Willkür

Lasst uns nicht zulassen, dass die auf Kriegsvorbereitung ausgerichtete Politik der Regierung weiter gedeihen kann.
Wir müssen es schaffen, alle Kräfte bündeln, uns widersetzen, aufstehen gegen den Wahnsinn und auch gegen die Resignation.
Seien wir realistisch. Verlangen wir das Unmögliche!!!

Hinweis: Hier kannst du dir die Rede auch als PDF-Datei downloaden:

Rede Jutta Kausch-Henken als PDF downloaden
 
 
 

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Demonstrationen gegen die Raketenstationierung in Wiesbaden und Grafenwöhr am 30. Mai

28. März 2026 um 16:35

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Keine Mittelstreckenwaffen, nirgends! Keine „Dark Eagle“ und „Tomahawk“ in Grafenwöhr, Befehlskommando in Wiesbaden auflösen!

Im Jahr 2024 vereinbarte (ohne jegliche parlamentarische oder gesellschaftliche Debatte) die deutsche mit der US-amerikanischen Regierung die Rückkehr von US-Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden. Nach über 35 Jahren, in denen diese gefährlichen Waffen aus Europa verbannt waren, soll 2026 ihre Stationierung beginnen, voraussichtlich auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der bayrischen Oberpfalz. Die Steuerung erfolgt über den Militärstandort Wiesbaden und eine Kommandozentrale im Stadtteil Mainz-Kastel. Über den Einsatz entscheidet der US-Präsident – also derzeit der unberechenbare Donald Trump. Welche Folgen das haben kann, zeigt die Reaktion des Iran auf die US-Bombardierungen: Alle US-Militärbasen in den umliegenden Ländern sind zu Angriffszielen geworden. Wir wollen nicht, dass so etwas auch in Wiesbaden und Grafenwöhr geschieht!

Mittelstreckenwaffen sind Angriffswaffen und erhöhen die Kriegsgefahr. Die Hyperschallrakete „Dark Eagle“ kann in ca. 10 Minuten Moskau treffen. Umgekehrt können genauso schnell russische „Oreshnik“-Raketen bei uns einschlagen. Es kann zu Fehlreaktionen kommen, denn bei einem Alarm bleibt keine Zeit für eine überlegte Entscheidung. Außerdem kann der Eindruck entstehen, selbst zuerst zuschlagen und Wiesbaden (als Ort der Kommandozentrale) und Grafenwöhr (als Ort der Stationierung) zerstören zu müssen. Auch wenn die Mittelstreckenwaffen nicht atomar bestückt werden, erhöhen sie die Gefahr einer Eskalation hin zum Atomkrieg.

Zusätzlich entwickelt die Bundesregierung im ELSA-Projekt mit anderen europäischen Staaten eigene Mittelstreckenwaffen und hat bei den USA weitreichende Tomahawk-Marschflugkörper und dafür geeignete Typhon-Startsysteme bestellt. Ein deutsch-britisches Startup hat vor Kurzem erstmals eine Hyperschallrakete getestet. Diese Aufrüstungsmaßnahmen verstärken die militärischen Spannungen und führen zu einem gefährlichen Wettrüsten.

Wir fordern:

  • Die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu unterbinden
  • Das US-Raketenbefehlskommando in Mainz-Kastel ersatzlos abzuziehen
  • Das Projekt zur Entwicklung eigener europäischer Mittelstreckenwaffen (ELSA) zu stoppen und keine eigenen Hyperschallraketen zu entwickeln
  • Keine Tomahawk-Marschflugkörper und Abschussrampen von den USA zu erwerben
  • Verhandlungen über Rüstungskontrolle zu führen, um ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag, der von 1988 bis 2019 Mittelstreckenraketen in Europa verboten hat, und dadurch auch einen Abzug russischer Mittelstreckenwaffen wie der „Oreshnik“ zu erreichen
  • Die allgemeine gesellschaftliche Militarisierung und die Reaktivierung des Kriegsdienstzwangs zu stoppen
  • Kriege und Konflikte diplomatisch statt militärisch zu lösen
  • Weltweit für eine sichere und friedliche Zukunft einzutreten und dabei auch mit den Staaten zusammenzuarbeiten, zu denen westliche Länder in machtpolitischer und/oder wirtschaftlicher Konkurrenz stehen

Wir richten unsere Forderungen an alle zuständigen Entscheidungsträger auf kommunaler, EU-, Landes- und Bundesebene. Wir rufen deshalb zu einer zeitgleichen Demonstration in Grafenwöhr und Wiesbaden am Samstag, den 30. Mai auf:

Treffpunkt in Grafenwöhr um 13:00 Uhr, Stadtpark, in Wiesbaden um 12:30 Uhr, Hauptbahnhof.

Wir stellen klar:

Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lehnen wir ab. Deshalb gibt es keine Zusammenarbeit mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Kräften. Entsprechende Äußerungen oder das Zeigen einschlägiger Symbole haben auf unserer Kundgebung keinen Platz. Wir bitten auf Nationalfahnen und Parteifahnen zu verzichten. Willkommen sind Transparente, Fahnen und Schilder (auch mit Parteilogo), die Inhalt und Zielen der Demonstration entsprechen.

Hinweis: Um Dir den Flyer druckfähig herunterzuladen, klicke bitte auf das folgende Bild. Achtung: Der Download bezieht sich dann auf eine 5,6 MB-PDF-Datei.


 

Aufrufende Gruppen

 
Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF)
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen | Bundesverband
DFG–VK | Bayern
Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.
Friedensfähig statt erstschlagfähig – Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen
Friedensforum Neumünster
Friedensglockengesellschaft Berlin e.V.
Friedensinitiative Nottuln
gewaltfrei grün e.V.
Heidelberger Friedensratschlag
Internationale Sozialistische Organisation | Wi
Kooperation für den Frieden
Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“
NaturFreunde Deutschland
Netzwerk Friedenskooperative
Initiative ‚Nie Wieder Krieg – Die Waffen nieder‘
Pressehütte Mutlangen
Ökosozialistische Initiative | Mz/Wi
Ohne Rüstung Leben
pax christi – Deutsche Sektion e.V.
Südwest-Vernetzung
Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung
Widerstandsgruppe | Mz/Wi

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Schlachtfeld Deutschland – Kriegsfolgen für Wasser, Boden, Wald und Natur

28. März 2026 um 15:44

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Bereits ein mit modernster Technik konventionell geführter Krieg vernichtet, neben den unmittelbaren Wirkungen auf Leben und Gesundheit von Menschen, Industrie und überlebensnotwendige Infrastrukturen. Mündet er in einen großen nuklearen Krieg, dann wird darüber hinaus das gesamte Land zerstört und radioaktiv auf Jahrhunderte verseucht.

Explodierende und brennende Chemieanlagen, Erdölraffinerien, Munitionsfabriken, Treibstoff- und Chemikalienlager setzen enorme Mengen giftiger Abwässer und gefährlicher Schadstoffwolken frei. Das führt zur Vergiftung von Grundwasser, Flüssen, Talsperrenwasser, Seen und Böden.Zerstörte stillgelegte oder noch betriebene AKW führen zur radioaktiven Verseuchung. Hinzu kommt der mit den Kriegsfolgen verbundene weitere Verlust von vielen Tier- und Pflanzenarten. Alles zusammen wird zur existenziell bedrohenden Gefahr.

Allein ein konventionell geführter Krieg lässt in Ballungs- und Industriegebieten und in deren weiten Umkreis beim Anbau u.a. von Gemüse, Obst, Getreide, Zuckerüben, Kartoffeln auf den vergifteten Böden keine Versorgung mit gesunden Nahrungsmitteln mehr zu. Das gilt auch für die Tierhaltung auf solchen Weideflächen oder für Wiesenmähgut als Futter.Kommt es zum Atomkrieg, dann macht die landesweite radioaktive Verseuchung keine oder kaum noch eine Tier- und Pflanzenproduktion mehr möglich.

Die Gewinnung von Trinkwasser aus vergifteten Oberflächengewässern und Grundwasser führt – soweit noch möglich – zu hohen Kosten für die Aufbereitung. Vielerorts ist im Trinkwasser von gefährlichen Stoffen ausgehen, die gesundheitliche Gefahren mit sich bringen.

Große Waldgebiete können durch Funkenflug in Brand geraten und ihre klimaschützende Funktion verlieren. Zudem wird die Schädigung und Vergiftung von Waldökosystemen mit Schadstoffen zu weniger Baumwachstum und damit zu weniger Holzproduktion führen. Wichtige Naturschutzgebiete werden unwiederbringlich geschädigt durch den Verlust der Artenvielfalt.

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Bundesvereinigung der VVN-BdA unterzeichnet den Berliner Appell

27. März 2026 um 15:13

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Die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“, welche 1947 von überlebenden Widerstandskämpfer*innen und Verfolgten des Naziregimes aller politischen Richtungen gegründet wurde, hat auf ihrer Bundesausschusssitzung am 24./25.01. beschlossen, den Berliner Appell zu unterzeichnen.

Bereits mit dem Beschluss ihres Leitantrages „Unsere Aufgaben 2026“ des außerordentlichen Bundeskongresses im Oktober 2025 erklärten die Antifaschist*innen:

„Mit Entsetzen erleben wir eine Welt voll grausamer Kriege. Statt diplomatische Bemühungen zu intensivieren, werden Großmachtfantasien beflügelt, nutzt die Bundesregierung den Überfall auf die Ukraine für ein gigantisches Aufrüstungsprogramm der Bundeswehr zulasten aller Bürger*innen der BRD. Mit Zustimmung der Bundesregierung sollen ab 2026 erneut US-Erstschlagswaffen stationiert werden, was die Aufrüstung auf allen Seiten befördert, die Spannungen erhöht und Deutschland zur strategischen Zielscheibe macht.“

Auch zahlreiche Landes- und Kreisvereinigungen der VVN-BdA unterstützen den Berliner Appell gegen neue Mittelstreckenwaffen und für eine friedliche Welt.

(Nachricht eingegangen am 27.03.2026)

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Newsletter 02/2026 – Berichte von unserer Strategie- und Aktionsberatung

17. Februar 2026 um 21:18

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Am 17. Februar wurde unser Newsletter 02/2026 verschickt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Newsletter auf den Berichten von unserer Aktions- und Strategieberatung vom 1. Februar 2026. Wir berichten zudem von den Vorbereitungen für den Schulstreik am 5. März 2026. Außerdem informieren wir über die Bildung einer neuen Initiative ‚Russland ist nicht unser Feind‘ und zu einem für den Juni 2026 geplanten Internationalen Friedenskongress.

Ein wichtigen Raum nehmen auch Hinweise betreff der Initiative ‚Gewerkschaften für Abrüstung‘ ein, die sich auf die bevorstehenden Tarifkämpfe und Gewerkschaftstage mit viel gutem Material vorbereitet.

Hier kannst Du dir diesen Newsletter so aufrufen, wie er als Mail verschickt wird:

Newsletter 02/2026 im Mailverkehr

Hier findest Du ihn im PDF-Format:

Newsletter 02/2026 im PDF-Format
 
 

 
 

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Newsletter 03/2026 – Krieg gegen den Iran – Bericht Schulstreiks …

07. März 2026 um 21:05

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Am 7. und 8. März 2026 wurde unser Newsletter 03/2026 verschickt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Newsletter auf dem Krieg gegen den Iran. Wir verschicken unsere Stellungnahme vom 1. März, die an diesem Tag bereits an einige Hundert Friedensinitiativen verschickt wurde. Und wir rufen auf zu weiteren Protestaktionen. Beispielsweise in Hamburg am 13. März. Darüber hinaus gibt es Berichte von den Schulstreiks am 5. März mit rund 50.000 Teilnehmenden – und wir laden ein zu einem Kuba-Webinar.

Hier kannst Du dir diesen Newsletter so aufrufen, wie er als Mail verschickt wird:

Newsletter 03/2026 im Mailverkehr

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Schulstreik am 05.03.: Erfolg wiederholt

06. März 2026 um 20:16

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Wo Kriege vorbereitet werden, wird Widerstand zur Pflicht

 
Am 5.3. streikten erneut mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler gegen die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht – diesmal in rund 150 Städten. Damit hat sich die Bewegung verstetigt und bewiesen, dass sie keine Eintagsfliege ist. Einmal mehr schallte in ganz Deutschland „Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft“ und „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ durch die Straßen. Denn die Jugendlichen haben zurecht Angst vor Krieg und wollen nicht für die Profite von Rheinmetall in die Schützengräben geschickt werden.

Die Schülerinnen und Schüler haben damit erneut Mut bewiesen. Beim zweiten Streiktag gab es deutlich mehr Repressionen und Einschüchterungsversuche. In Kassel, Schweinfurt und weiteren Städten wurde Schülerinnen und Schülern eine Attestpflicht auferlegt, in Essen, Frankfurt und Stuttgart wurden Schülerinnen und Schüler in Schulen eingesperrt, in Berlin und München laufen Ermittlungen gegen Schüler die Schilder mit „Merz stirb du doch an der Front“ und „Merz leck meine Eier“ getragen haben. Die Medien versuchten die Streiks kleinzureden. Doch ganz im Gegenteil hatten die Streiks vielfach die Unterstützung der GEW, örtlicher Gewerkschaftsjugenden und von SVen/SMVen. Die Mobilisierung stützte sich oft auf Streikkomitees in den Schulen selbst.

Der nächste Streiktag liegt am 8. Mai, dem Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus. Merz sprach letzten Monat beim Weltwirtschaftsforum in Davos ganz offen davon, dass wir uns in einem „Zeitalter der Großmachtpolitik“ befinden. Deutschland will den dritten Anlauf zur Großmacht wagen und braucht den Kriegsdienst dafür. Der Tag der Befreiung ist also passend gewählt. Bis dahin wird es darum gehen, weitere Schulstreikkomitees an Schulen aufzubauen, gegen Bundeswehrauftritte an Schulen zu protestieren und deutlich zu machen, dass Wehrpflicht und Krieg keine Generationenfrage ist. Denn wo Kriege vorbereitet werden, wird Widerstand zur Pflicht!
 

Pressemitteilung vom Bündnis ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘

 
Hier findet ihr eine Pressemitteilung des Bündnisses ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘ zu den Aktionen am 5. März 2026. Angekündigt wird unter anderem ein weiteres Vernetzungstreffen am 18. April 2026 in Essen:

Pressemitteilung des Bündnisses ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘ vom 05.03.2026
 

Hier einige Bilder vom Schulstreik am 5. März in Berlin …

 
Stellvertretend für die vielen tollen Aktionen, die an 150 Orten überall in Deutschland stattfanden, veröffentlichen wir euch hier einige Bilder vom Schulstreik in Berlin, die unsere NWK-Aktivistin Wiebke Diehl dort für uns eingefangen hat.

Um euch die Bilder genauer anzuschauen, klickt bitte auf das jeweilige Bild!

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Kuba im Würgegriff – Wie lange hält die Insel stand?

06. März 2026 um 02:06

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Webinar am 13. März 2026 – Beginn: 19 Uhr.

 
65 Jahre Blockade, jetzt totales Ölembargo: Die USA verschärfen den Druck auf Kuba auf ein historisches Maximum. Wie funktioniert Alltag ohne Treibstoff? Was bedeutet das für Gesundheit, Ernährung, Wirtschaft? Und was plant Havanna als Antwort? Ein Webinar über Widerstand, Erschöpfung und die Zukunft eines Landes im Ausnahmezustand.

Mit Marcel Kunzmann, Kuba-Experte und Journalist, hat Geschichte, Politik und Ökonomie in Jena und Havanna studiert und einen Master in Lateinamerikastudien der FU Berlin, betreibt die älteste deutschsprachige Cuba-Nachrichtenseite im Internet: cubaheute.de. Moderation: Jutta Kausch-Henken.

Um an dem Webinar teilzunehmen, müsst ihr euch anmelden. Unmittelbar danach wird euch ein individueller Zugangslink zugeschickt, über den ihr euch am 13. März kurz vor 19 Uhr in die Veranstaltung einwählen könnt.

https://us06web.zoom.us/meeting/register/0c245NGOTwqScGJxMrzmfg


 
 

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Filmbericht Webinar ‚Widerstand gegen Wehrpflicht‘

06. März 2026 um 01:20

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Für den 27. Februar 2026 organisierte die Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ ein Webinar zu dem Thema ‚Widerstand gegen Wehrpflicht‘. Es fand im Vorfeld des für den 5. März 2026 vorgesehenen Schulstreiks statt.

Während der Veranstaltung diskutierten Ronja Fröhlich (aktiv im Bündnis Nein zur Wehrpflicht), Vanessa Casagrande (aktiv in der AG Frieden der GEW Berlin), Willi Rester (DFG-VK Bayern / Oberpfalz) und Elia Heddinga (aktiv bei Schulstreik gegen die Wehrpflicht in Hamburg) mit vielen engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern insbesondere die Frage, wie Gruppen aus der Friedensbewegung die Aktionen der Schülerinnen und Schüler unterstützen können. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Wiebke Diehl (aktiv in der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘).

Hier findet ihr den Filmbericht von der Veranstaltung, der die einführenden Beiträge und die Schlusssequenzen der Referierenden enthält.

Der Film ist wie folgt gegliedert:

0:00:00 Einführung ins Thema Wiebke Diehl
0:07:23 Ronja Fröhlich
0:13:31 Elia Heddinga
0:20:55 Vanessa Casagrande
0:27:44 Willi Rester
0:37:57 Diskussion
0:38:44 Schlussbeitrag Willi Rester
0:42:03 Schlussbeitrag Vanessa Casagrande
0:44:03 Schlussbeitrag Elia Heddinga
0:44:52 Schlussbeitrag Ronja Fröhlich
0:49:06 Abschlussmoderation und Hinweise / Wiebke Diehl

 
 

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Hands off Iran – Aggression gegen den Iran stoppen!

01. März 2026 um 17:05

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Wir verurteilen die erneute völkerrechtswidrige Aggression der USA und Israels gegen den Iran und die Ermordung seines Staatsoberhaupts aufs schärfste. Es ist auch diesmal ein hinterhältiger Überfall während laufender Verhandlungen und wie der Angriff auf Venezuela vor wenigen Wochen ein Akt nackter imperialistischer Gewalt. Es handelt sich um einen weiteren unprovozierten Angriffskrieg, der unverhüllt auf einen Regime Change zielt, gerechtfertigt mit haltlosen Vorwürfen einer atomaren Bedrohung durch den Iran. Im Gegenteil, der Iran betonte bei den aktuellen Verhandlungen, „‘null‘ atombombenfähiges Nuklearmaterial anzuhäufen.“ Selbst die 16 US-Geheimdienste kamen in ihrer letzten gemeinsamen Bedrohungsanalyse zum Schluss, dass nichts auf ein iranisches Atomwaffenprogramm hindeutet. Zudem haben die USA und Israel das zivile Nuklearprogramm nach eigener Einschätzung im Juni letzten Jahres weitgehend zerstört.

Wir sind bestürzt und empört über die hohe Zahl von Opfern der massiven Bombardierung iranischer Städte. Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bereits am ersten Tag über 200 Menschen im Iran getötet, bei einem israelischen Luftangriff auf eine Grundschule in der südiranischen Stadt Minab allein mindestens 108 Schülerinnen.

Die rechtsextremen Regierungen Trumps und Netanjahus haben einen Krieg vom Zaun gebrochen, dessen weiterer Verlauf nicht abzusehen ist. Der Iran lanciert, wie zuvor angekündigt, nicht nur effektive Gegenangriffe auf Ziele in Israel, wie beim vorangegangenen Krieg im Juni 2025, sondern auch auf die Militärbasen der USA in den arabischen Nachbarstaaten. Die Gefahr einer Ausweitung in einen Flächenbrand ist akut. Schwere Treffer auf einen US-Stützpunkt mit einer großen Zahl von Toten oder erhebliche Zerstörungen an einem Kriegsschiff können den Krieg nun jederzeit unkontrollierbar eskalieren lassen.

Der Iran hat zudem die Straße von Hormuz, durch die 20 Prozent der weltweiten Erdgas- und Erdöltransporte laufen, geschlossen. Das droht die Treibstoffkosten auch im Westen in die Höhe zu katapultieren.

Russland und China haben nach dem 12 Tage-Krieg 2025 ihre militärische Unterstützung des Irans stark ausgeweitet und in den letzten Wochen Kriegs- und Aufklärungsschiffe in die Region entsandt, vermutlich auch, um die iranische Luftabwehr mit Daten über Angreifer zu versorgen. Auch wenn beide Verbündete sich nicht aktiv einmischen werden, birgt dies ebenfalls Eskalationsgefahren, auch angesichts des israelischen Atomwaffenarsenals. Die israelische Führung könnte bei anhaltenden iranischen Gegenschlägen und schwindenden Luftabwehrkapazitäten versucht sein, darauf zurückzugreifen – in der Überzeugung, keine schweren Konsequenzen fürchten zu müssen.

Wir verurteilen die Komplizenschaft Deutschlands und der EU bei den militärischen Angriffen und den Wirtschaftsblockaden gegen den Iran. Sie haben bereits den Krieg im Juni 2025 nicht verurteilt, sondern ihn im Gegenteil – wie es Kanzler Merz ausdrückte – als Übernahme der „Drecksarbeit für uns alle“, begrüßt. Damit gaben sie auch grünes Licht für eine weitere Aggression. Zudem haben sie den Wirtschaftskrieg verschärft – ganz bewusst, wie Außenminister Wadephul zugab, um die Notlage der Bevölkerung zu vergrößern und einen Aufstand zu befeuern.

Wir sind zudem empört über den abscheulichen Zynismus der Bundesregierung, die auch diesmal nicht den Angriffskrieg verurteilt, sondern Teheran auffordert, seine Gegenangriffe auf militärische Stützpunkte der Aggressoren einzustellen.

Letztlich beteiligen sich Deutschland und die EU am „hybriden Krieg gegen den Iran“, den, so der renommierte Ökonom Jeffrey Sachs, die USA und Israel durch Wirtschaftssanktionen, Militärschläge, Cyberangriffe, psychologische Operationen und Desinformationskampagnen“ führen.[1]

Ein Krieg gegen die Islamische Republik Iran steht in Washington seit langen auf der Agenda. Offensichtlich geht es dabei nicht im Geringsten um Demokratie und Menschenrechte im Iran, sondern darum, einen störenden Gegenspieler zu zerschlagen, so wie schon Libyen und Syrien als funktionierende Staaten zerstört wurden. Gemeinsames Ziel des politischen Westens ist, das Land als relevante Macht in der Region und wichtigen Pol in der Entwicklung einer multipolaren Welt auszuschalten. Für Israel würde es den Weg frei machen, die Region weiter gewaltsam und gemäß seinen Interessen zu ordnen.

Indem nach Libyen nun ein zweiter Staat militärisch angegriffen wurde, der nachweislich auf nukleare Bewaffnung verzichtete, wird es auch die Bemühungen um die Nichtverbreitung von Atomwaffen schwächen und die Ambitionen anderer, sich welche zu verschaffen, befeuern.

Wir fordern:

  • den sofortigen Stopp des Krieges gegen den Iran
  • ein Ende der deutschen Unterstützung für die militärischen Angriffe und den Wirtschaftskrieg gegen das Land. Das bedeutet insbesondere Stopp aller Waffenlieferungen an Israel und Ablehnung der Nutzung der US-Stützpunkte auf deutschem Boden für den Krieg gegen den Iran.
  • eine klare Verurteilung der völkerrechtswidrigen Aggression durch die deutsche Bundesregierung
  • Einsatz für einen Waffenstillstand und faire Friedensverhandlungen mit dem Iran

Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘
(01.03.2026)

***

[1] Jeffrey Sachs: US-‚Israel‘ hybrid war strategy against Iran escalates, Al Mayadeen English 21.01.2026
 
 
 

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Aktuelle Infos zum Schulstreik am 5. März 2026 – Wie können wir diesen unterstützen?

22. Februar 2026 um 18:17

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Bundesweit fanden am 5. März Schulstreiks gegen eine drohende Wehrpflicht statt. Immer wieder erreichten uns in diesem Zusammenhang Nachfragen wie man denn vor Ort diese Aktivitäten unterstützen kann? Dafür gibt es mit dem weiter unten gegeben Brief ein paar Anregungen.

Aktuelle Infos zum gerade stattgefundenen Schulstreik findet ihr hier:

Berichte und Bilder vom Schulstreik am 5. März 2026

Pressemitteilung vom Bündnis ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘ vom 5.3.2026

Resolution und Einführungsreferat Schulstreikkonferenz vom 14./15. Juni 2026 in Göttingen

Webinar zum bevorstehenden Schulstreik gegen die Wehrpflicht mit Aktiven aus der Bewegung am 27. Februar 2026

Filmbericht vom Webinar am 27. Februar 2026

Infos zum Thema Kriegsdienstverweigerung

Zahlreiche weitere Infos zu dem Themen Wehrpflicht, Schulstreik und Kriegsdienstverweigerung findet ihr in unserem Themenregister:

Themenregister Wehrpflicht und Kriegsdienstverweigerung

 


 

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

am 5. März finden die nächsten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht statt. Bei den vergangenen Schulstreiks war die Friedensbewegung vielerorts eine der Hauptunterstützerinnen. Damit ihr auch diesmal tatkräftig unterstützen und mitwirken könnt, möchten wir euch einige Informationen und Vorschläge für die Zusammenarbeit zukommen lassen.

Am wichtigsten ist dabei, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und herausfinden, wie die konkrete Zusammenarbeit vor Ort aussehen kann. Solltet ihr keine Kontakte zur lokalen Schulstreikbewegung haben, meldet euch gern bei der bundesweiten Mailadresse: [email protected]– hier kann der Kontakt zu örtlichen Komitees vermittelt werden. Meldet euch dort auch gerne ein zweites Mal, wenn der Kontakt nach dem ersten Mal nicht zustande kommt.

Die einfachste Möglichkeit, in den Austausch zu kommen, ist die gegenseitige Einladung zu den jeweiligen Treffen. Ladet doch Vertreter*innen der Schulstreikbewegung zu euren lokalen Friedensforen ein und lasst euch im Gegenzug zu ihren Treffen einladen. Dort kann dann über konkrete Unterstützungsmöglichkeiten gesprochen werden.

Einige Ideen, wie die Friedensbewegung die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht unterstützen kann:

  • Aufbau lokaler Strukturen für Eltern, Omas und Opas gegen die Wehrpflicht: Oft schaffen es die Schülerinnen nicht, zusätzlich zur Organisation ihrer Mitschülerinnen auch die älteren Generationen einzubeziehen – obwohl diese unterstützen wollen und können. Hier kann die Friedensbewegung ansetzen, indem sie Anlauf- und Austauschpunkte für alle Eltern, Omas und Opas gegen die Wehrpflicht schafft.
  • Unterstützung bei der Verbreitung von Material: Ob Plakate kleben, Flyer verteilen oder Sticker auslegen – überall können wir helfen, den Schulstreik bekannter zu machen.
  • Rechtliche Unterstützung: Schon bei den letzten Schulstreiks sahen sich Schüler*innen teils mit Repressionen konfrontiert: Streiks wurden verboten, Schüler*innen in der Schule eingesperrt, Anmelder*innen mit Anzeigen gedroht und im Nachgang erhielten einige Bußgelder. Als Friedensbewegung haben wir oftmals Erfahrung im Umgang mit solcher Einschüchterung und Kontakte zu Anwält*innen, mit denen wir rechtlich unterstützen können.
  • Unterstützung vor Ort während der Streiks: Auch auf den Schulstreiks selbst können wir als Friedensbewegung aktiv werden – nicht nur mit eigenen Plakaten und Transparenten. Oft fehlt es an Ordner*innen, Menschen, die den Infostand betreuen, oder an Helfer*innen für die Versorgung während des Streiks. All das sind Aufgaben, die wir als Aktive der Friedensbewegung bereits vielfach übernommen haben und mit denen wir die Streikenden wirksam entlasten können.

Der Protest gegen die Wehrpflicht hat das Potenzial, zu einer großen antimilitaristischen Jugendbewegung zu werden – und damit auch zur Stärkung der Friedensbewegung beizutragen. Sorgen wir mit dafür, dass es gelingt!

Solidarische Grüße

Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘
 


 
 
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Nein zu Wehrpflicht und Kriegsvorbereitung!

16. Februar 2026 um 23:52

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Am Donnerstag, den 5. März findet der zweite bundesweite Schulstreik gegen die Wehrpflicht statt – in Hamburg wegen Schulferien sogar schon am Freitag, den 20. Februar. Denn die Schülerinnen und Schüler sind wütend: Der sogenannte „neue Wehrdienst“ wurde am 5. Dezember, am Tag des letzten Streiks, beschlossen. Seit Januar werden nun Fragebögen der Bundeswehr an 18-jährige verschickt, nächstes Jahr sollen verpflichtende Musterungen folgen. Und früher oder später soll die Wehrpflicht kommen.

Am vergangenen Wochenende versammelten sich mehr als 250 Jugendliche aus mehr als 70 Städten in Göttingen zur ersten bundesweiten Schulstreikkonferenz von Schulstreik gegen Wehrpflicht und diskutierten, wie sie den 5. März zum Erfolg und die Bewegung gegen die Wehrpflicht weiterentwickeln können. Dabei waren sie sich einig darüber, dass der 5. Dezember zum Beginn einer großen antimilitaristischen Jugendbewegung werden muss und erklärten: „Jetzt erst recht. Die 55.000 auf der Straße am 05.12. waren ein starker Anfang, aber es braucht noch viel mehr.“ Dafür findet ab dem 2. März eine Aktionswoche und am 5. März der nächste bundesweite Schulstreik statt. Und dabei können sich auch Eltern, Großeltern, LehrerInnen, Gewerkschaften und der Friedensbewegung – denn, auch darüber waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Die Wehrpflicht ist keine Generationenfrage, sondern Teil der Kriegsvorbereitung, die uns alle betrifft.

Nachfolgend dokumentieren wir die Abschlussresolution und das Einleitungsreferat der Schulstreikkonferenz.
 


 

Nein zu Wehrpflicht und Kriegsvorbereitung!

 
Resolution der Schulstreikkonferenz am 14./15. Februar 2026 in Göttingen

Am 05.12. machten wir mit 55.000 Jugendlichen, hauptsächlich Schüler*innen, klar: Wir wollen keine Wehrpflicht – wir wollen eine Zukunft! Am gleichen Tag ging der Bundestag mit dem Beschluss des sogenannten “Wehrdienstmodernisierungsgesetzes” den ersten Schritt Richtung Wiedereinführung der Wehrpflicht. Ab Januar wurden Fragebögen zur Erfassung der Fähigkeiten und zur Bereitschaft zum Wehrdienst an alle Jugendlichen, die 2008 geboren wurden, verschickt. Ab Sommer 2027 soll die verpflichtende Musterung folgen.

Laut der Bundesregierung brauche es Wehrpflicht und Aufrüstung, um uns zu verteidigen. Doch wir fragen: Warum sollte Hochrüstung Frieden sichern und warum sollten wir für ein Leben in Sicherheit die stärkste Armee Europas brauchen?

Bundeskanzler Merz spricht von einem neuen “Zeitalter der Großmachtpolitik”, in dem Deutschland in Europa “selbstbewusst” auftreten solle. Doch wir wissen: Großmachtpolitik bedeutet Ringen um Absatzmärkte, Ressourcen und Einflussgebiete mit allen Gewaltmitteln, erkauft mit noch mehr Geld für Armee und Wirtschaft, und weniger für Bildung, Soziales und Umwelt. Sie bedeutet eine weitere Ausdehnung der NATO, ungeachtet dessen, welche Kriege dadurch provoziert werden. In der Welt, die die Bundesregierung für uns will, haben wir keine Zukunftsperspektive, sondern wachsen in Armut auf und sitzen in kaputten Schulgebäuden, während die Klimakrise unaufgehalten voranschreitet.

Verteidigungsminister Pistorius will uns vormachen, dass die flächendeckende Wehrerfassung eines ganzen Jahrganges der Verteidigung der Demokratie diene. Doch wir sagen: Diesen Staat interessiert nicht unsere Freiheit oder unsere Meinung. Auslandseinsätze, Militarisierung und Wehrpflicht sind gegen unsere Interessen.

Es geht bei der Einführung der Wehrpflicht weder um Verteidigung noch um Werte wie Freiheit oder Demokratie. Die Wehrpflicht ist Teil von Deutschlands Kampf um Macht in der Welt für Märkte, Ressourcen und Handelswege. Dafür werden immer wieder neue Milliarden für Aufrüstung beschlossen und so ein nächster großer Krieg vorbereitet. Währenddessen schießen die Aktienkurse von Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, ThyssenKrupp, KNDS & Co. in die Höhe. Wir aber haben von Aufrüstung und Krieg nichts zu gewinnen.

Auch wenn der Wehrdienst heute noch freiwillig bleibt und vor allem durch Anreize Jugendliche ins Militär bringen soll, ist diese Freiheit keine positive. Freiwillig entscheiden kann sich nur, wer auch andere Optionen hat. Bei anhaltender Wirtschaftskrise entscheiden sich gerade arme Jugendliche dazu, ihr Leben und ihre Seele an die Bundeswehr zu verkaufen, um sich einen Führerschein leisten zu können oder durch ein gutes Gehalt aus der Jugendarmut rauszukommen.

Unter einer bestehenden Wehrpflicht hat auch die Kriegsdienstverweigerung nur begrenzten Nutzen. Um den Mangel an Arbeiter*innen in Careberufen auszugleichen, sollen wir, wenn wir nicht an die Front wollen, hier unseren Beitrag fürs „Vaterland“ leisten. Damit wird nicht nur der notwendige Kampf für bessere Arbeitsbedingungen untergraben, sondern damit wird das Gesundheitswesen auf den Krieg vorbereitet.

Deshalb sagen wir: Jetzt erst recht. Die 55.000 auf der Straße am 05.12. waren ein starker Anfang, aber es braucht noch viel mehr. Deshalb bereiten wir jetzt den Schulstreik am 05.03. vor und führen Aktionen an unseren Schulen durch. Ab dem 02.03. rufen wir eine Aktionswoche aus: An jedem Tag in dieser Woche werden wir Aktionen durch die Schulstreikkomitees organisieren!

Wir organisieren weitere Streiktage und Aktionen, um den Start der Musterungen und der Wehrpflicht zu verhindern. Wir gründen in ganz Deutschland Schulstreikkomitees, die diese Aktionen gemeinsam organisieren: In den Städten, an den Schulen. Wir lassen uns nicht von Fehlstunden, Drohungen von Schulleiter*innen und schlechten Noten einschüchtern, denn was ist das schon gegen ein halbes Jahr in der Kaserne und gegen die Aussicht auf eine Zukunft im Schützengraben? Wir brauchen Schülervertretungsstrukturen, die den Kampf gegen die Wehrpflicht aufnehmen. Denn die Wehrpflicht ist nicht im Interesse von uns Schüler*innen. Wir vernetzen uns mit Gewerkschaftsjugenden, Gewerkschaften und Friedensbewegung, mit Antifaschist*innen, mit Eltern, Lehrer*innen, junge Menschen in Ausbildung und Studium, und werden gemeinsam mit ihnen gegen Wehrpflicht und Krieg aktiv. Auch sie leiden unter Kriegsvorbereitung und Rüstungsausgaben. Der Kampf gegen Krieg muss generationenübergreifend sein.

Wir werden nicht nur an den Streiktagen aktiv: Wir werden den Politiker*innen überall, wo sie uns Krieg und Aufrüstung als notwendig für unsere Sicherheit verkaufen wollen widersprechen und entgegnen: Wir führen eure Kriege nicht! Wir werden die Bundeswehr überall stören, wo sie unsere Mitschüler*innen, Freunde und Geschwister werben möchte. Wir setzen uns für bundeswehrfreie Schulen ein und organisieren durch Schüler*innen geschaffene Projekttage ur Friedensbildung und Kriegsdienstverweigerungsberatung. Unsere Schulen sind kein politisch “neutraler” Ort. Und in unseren Streikkomitees zeigen wir, dass wir unsere Forderungen selbst in die Hand nehmen und uns organisieren können. Keiner von uns ist allein – gemeinsam können wir etwas bewegen!

Zu weiteren Perspektiven und nächsten Schritten werden wir uns bei der nächsten bundesweiten Schulstreikkonferenz am 18.04. in Essen austauschen.

Wir fordern:

  1. Keine Wehrpflicht – Keine Zwangsdienste!
  2. Geld für Bildung, Soziales und Umweltschutz statt für Aufrüstung und Kriegsvorbereitung!
  3. Bundeswehr raus aus den Schulen! Kriegsdienstverweigerungsberatung für alle Abschlussjahrgänge!
  4. Für den Aufbau von Streikkomitees an jeder Schule und ein Streikrecht für Schüler*innen
  5. Abrüsten statt Aufrüsten! Verhandeln statt Schießen!

Auf die Straße am 5. März, denn: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!
 


 

Referat Schulstreikkonferenz 14.02.2026 in Göttingen

 
Andrea Hornung  ***

Liebe Aktivistinnen und Aktivisten der Schulstreikbewegung,

auch von mir herzlich Willkommen zur ersten bundesweiten Konferenz von Schulstreik gegen Wehrpflicht.

Wisst ihr, was man einen linken Haken beim Boxen nennt? Das ist ein präzise ausgeführter Schlag mit der linken Faust, inkl. Drehung von Hüfte und Oberkörper, Gewicht auf dem hinteren Bein – ich erspar euch die Details und bin dafür sicherlich auch die falsche. Was ich sagen will: Der 5.12., das war ein harter linker Haken, ein ziemlicher Treffer in den Magen der Kriegstreiber. Fragt euch mal selbst, wem das in Deutschland sonst noch gelingt! …Und sagt mir Bescheid, wenn euch jemand einfällt, mir nämlich nicht.

Was wir am 5.12. alle auf die Beine gestellt haben, war großartig!

  • 55.000 Jugendliche, vor allem Schülerinnen und Schüler sind auf die Straße gegangen und haben damit gezeigt: Wir wollen nicht in diesen Krieg ziehen, wir wollen nicht auf Jugendliche aus anderen Ländern schießen!
  • 55.000 Schülerinnen und Schüler haben dafür sogar Regeln übertreten, haben entschieden, die Schule zu bestreiken!
  • 55.000 Schülerinnen und Schüler haben deutlich gemacht: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!

Dahinter steht unfassbar viel Arbeit, dahinter stehen etliche Gespräche, um Mitschülerinnen zu überzeugen, dahinter stehen Flyerverteilungen, Plakatieraktionen, Konflikte mit Lehrern, Schulleitungen und Eltern, und viele, viele Nächte mit wenig Schlaf. Dafür möchte ich mich bei allen Organisatorinnen und Organisatoren, bei denjenigen, die Social Media und Website betreut haben, bei den Schulstreikkomitees und den Schülerinnen und Schülern vor Ort, die für den Erfolg der Schulstreiks entscheidend waren, ganz herzlich bedanken. Denn der 5.12. zeigt:  Die ganze Arbeit, die vielen Nächte mit wenig Schlaf, all das hat sich gelohnt. Und das sollten wir hier heute auch feiern!

Wir sind nicht die einzigen, die die Schulstreiks am 5.12. großartig fanden. Der sogenannte „Verteidigungsminister“ Boris Pistorius hat am Tag vor den Schulstreiks ein Video hochgeladen, in denen er die Schulstreiks „großartig“ nennt. Da kann man sich schon fragen: Warum macht Pistorius das? Er erzählt uns, dass er die Schulstreiks großartig findet und stimmt am nächsten Tag für die Wehrpflicht. Boris Pistorius hat das gemacht, weil er uns nicht mehr länger ignorieren kann. Weil der 5.12. damit Schluss gemacht hat. Weil er Angst vor den Schulstreiks hat, vor jungen Menschen, die das nicht mit sich machen lassen.

Denn Pistorius und die Regierung sind gerade dabei, einen Krieg vorzubereiten. Bundeskanzler Merz hat es vor drei Wochen in seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos offen benannt: Er spricht vom „Zeitalter der Großmachtpolitik“ in dem auch Deutschland „selbstbewusst“ auftreten müsse. Er hat es gestern auf der Münchner Sicherheitskonferenz bestätigt, wo er betonte, dass über allem die militärische Stärke stehe und dass die Bundeswehr schnellstmöglich zur stärksten Armee in Europa werden soll. Übersetzt heißt das: Auch Deutschland soll, wenn es nach Merz geht, Großmacht sein und dafür im Zweifel auch Kriege führen.  Dafür wurden im letzten Jahr unbegrenzte Kriegskredite beschlossen. Und nun soll eben auch die Wehrpflicht – oder besser: Der Kriegsdienst – wieder eingeführt werden. Dass Boris Pistorius sich genötigt gesehen hat, die Schulstreiks als großartig zu bezeichnen, zeigt, dass wir einen wunden Punkt getroffen haben: Denn, wenn diejenigen, die in den Krieg geschickt werden sollen, das nicht mitmachen, dann kann dieser Krieg nicht geführt werden.

In seinem Video sagt Boris Pistorius, dass in Deutschland jeder gegen und für alles demonstrieren kann. Wie es darum tatsächlich bestellt ist, haben wir am 5.12. erlebt. Bildungsministerien in ganz Deutschland haben mit unentschuldigten Fehlstunden und schlechten Noten gedroht, Schülerinnen und Schüler in Halberstadt wurden in Schulen eingesperrt, in Rostock wurde die Versammlung sogar gar nicht erst zugelassen. Das ist nicht neu, die Versammlungsfreiheit wird bspw. durch Verschärfung von Versammlungsgesetzen in NRW und weiteren Bundesländern in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt. Wir werden heute auch darüber diskutieren, wie wir uns gegen diese Repressionen gemeinsam wehren können.

Boris Pistorius wird die Schulstreiks nur so lange großartig nennen, wie er Hoffnung hat, dass er uns einlullen kann, dass er uns davon überzeugen kann, dass die Wehrpflicht doch notwendig ist. Wenn wir den Kampf gegen die Wehrpflicht führen wollen, dann dürfen wir uns aber nicht einbinden lassen. Und uns einzubinden, unsern Widerstand zu schwächen, das wird man auf viele Wege versuchen. Man wird uns erzählen, dass das mit der Wehrpflicht gar nicht so schlimm sei, dass man ja Kriegsdienst verweigern könne. Man wird uns erzählen, dass die Wehrpflicht aber eben doch notwendig sei, um unsere Werte zu verteidigen – und so weiter und so fort. Darauf dürfen wir uns nicht einlassen.

Stattdessen müssen wir deutlich machen:

  • Es reicht nicht aus, nur individuell Kriegsdienst zu verweigern. Kriegsdienst verweigern ist gut und richtig, damit allein werden wir die Wehrpflicht und Krieg aber nicht verhindern.
  • Es reicht nicht aus, nur gegen den Zwang zu sein und zu hoffen, dass sich genug Leute freiwillig bei der Bundeswehr melden. Die Wehrpflicht – das wird immer wieder auch offen zugegeben – wird früher oder später kommen.
  • Es reicht nicht aus, zu kritisieren, dass wir nicht gehört werden. Wer nur kritisiert, dass wir nicht gehört werden, der droht in dem Moment umzukippen, wo ein Vertreter der Schulstreikbewegung in den Bundestag eingeladen wird.
  • Es reicht nicht aus, zu kritisieren, dass nur etwas zu viel aufgerüstet wird, dass nur etwas Geld für Schulen fehlt. Denn dann kann man uns leicht kaufen, wenn ein kleines Sanierungspaket für die Schulen beschlossen wird, die Wehrpflicht aber trotzdem noch eingeführt werden soll.
  • Es reicht nicht aus, die Wehrpflicht als Plan nur von Merz und Pistorius zu sehen. Wir müssen auch fragen: Wer hat ein Interesse am Krieg? Wer will denn Ressourcen, Absatzmärkte, Handelsrouten erkämpfen?

Stattdessen müssen wir deutlich machen: Es geht nicht um Werte und Demokratie und es geht auch nicht um die Verteidigung gegen Russland. Die NATO-Staaten sind Russland in allen militärischen Bereichen um ein Vielfaches überlegen, sie werden nicht durch Russland bedroht. Das zeigt die Greenpeace-Studie zum Kräftevergleich zwischen Russland und den NATO-Staaten überdeutlich. Stattdessen ist die Wehrpflicht elementarer Bestandteil der Kriegsvorbereitung: Wir sollen zu militärischem Drill und Gehorsam erzogen werden, es geht darum, auch unsere Köpfe zu militarisieren, wirsollen als Kanonenfutter dienen und in sogenannten Heimatschutzdivisionen im Zweifel auch auf streikende Arbeiter schießen. Wehrpflicht, Aufrüstung und Krieg hängen direkt miteinander zusammen, und wir haben an nichts davon ein Interesse. Wenn Merz von Großmächten spricht, dann geht es darum, wie die Großmächte den Rest der Welt unter sich aufteilen. Das hat auch schon der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler 15 Jahren ganz offen benannt: Die Bundeswehr soll Handelswege und Profitinteressen militärisch verteidigen. Das ist die Situation, die wir vor 1914, vor dem Ersten Weltkrieg hatten. Und auch damals erzählte man, dass mit dem Krieg die Freiheit verteidigt würde – das Ergebnis waren Millionen von Toten, Armut, Hunger, Verwüstung.

Damals wie heute haben wir kein Interesse am Krieg. Wir haben kein Interesse auf junge Menschen aus anderen Ländern zu schießen. Diese Menschen haben genauso wie wir Träume, Wünsche und Hoffnungen. Sie wollen genauso wie wir eine Zukunft. Und mit denen haben wir viel mehr gemeinsam als mit Merz, Pistorius oder als Papperger von Rheinmetall, die mit Krieg Profite machen und die um den Profit willen auch die Umwelt und unsere Zukunft zerstören. Das haben die Schulstreiks am 5.12. sehr schön deutlich gemacht, als in ganz Deutschland gerufen wurde: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft.

Wir müssen also erstens deutlich machen: Die Wehrpflicht ist elementarer Teil der Kriegsvorbereitung. Wir müssen zweitens deutlich machen, dass wir für die Kriegsvorbereitung heute schon zahlen müssen: Mit kaputten Schulen, mit geschlossenen Schwimmbädern, mit schlechter Gesundheitsversorgung und einer zerstörten Umwelt. Mit dem NATO-5%-Ziel sollen weit mehr als 200 Milliarden Euro jährlich für Aufrüstung und Krieg ausgegeben werden. Es geht um fast jeden zweiten Euro des gesamten Bundeshaushalts. Das muss bedeuten und das bedeutet schon heute, dass in allen anderen Bereichen aufs Heftigste gekürzt wird – Kanonen oder Butter, heißt es. Mit diesem Geld, das in die Rüstung gesteckt wird, wäre innerhalb kürzester Zeit die Wohnungsnot und das Mietenproblem erledigt. Wir könnten alle Schulen sanieren und kostenlose Kitas für alle finanzieren. Wir könnten alle Rentnerinnen und Rentner aus der Armut befreien, ein elternunabhängiges Bafög einführen und den ÖPNV kostenlos machen und ausbauen. Und wahrscheinlich ginge mit diesen Summen noch viel, viel mehr. Jeder Euro, der in die Aufrüstung fließt, fehlt an anderer Stelle, fehlt bei Gesundheit, Umweltschutz, Sozialem und Bildung. Jeder Euro, der in die Aufrüstung fließt, wird von uns bezahlt werden. Und im Zweifel sollen wir auch mit unserem Leben bezahlen.

Um uns nicht einbinden zu lassen, müssen wir drittens auch deutlich machen: Es hilft uns nichts, auf eine andere Regierung zu hoffen. Es ist die Politik der letzten Regierungen, aus FDP, Grüne, CDU und SPD, die immer weiter aufgerüstet haben, es die AfD, die noch mehr und noch schnellere Aufrüstung fordert. Leider hat sich auf die Linke vor einem Jahr im Bundesrat vor einem klaren Nein bei dem unbegrenzten Kriegskrediten gedrückt und das BSW bekennt sich in Brandenburg zu den Bundeswehrstandorten und zu ihrem Ausbau. Es ist die Politik der letzten Regierungen, unter denen immer mehr Waffenlieferungen bewilligt werden, unter denen der erste Auslandseinsatz nach dem Zweiten Weltkrieg, der Jugoslawienkrieg, beschlossen wurde. Und auch heute sind sich die großen Parteien im Wesentlichen einig, dass weiter aufgerüstet werden muss, dass es die Wehrpflicht früher oder später braucht – nur das Modell unterscheidet sich etwas. Wenn wir auf eine Regierung hoffen, werden wir enttäuscht werden.

Der 5.12. hat gezeigt: Wir selbst sind die Kraft, die die die Wehrpflicht verhindern kann. Das durchzusetzen, das müssen wir selbst machen, müssen Druck ausüben und dürfen uns nicht darauf verlassen, dass andere unsere Probleme lösen. Dass es notwendig ist, selbst aktiv zu werden – und dann auch möglich ist, etwas zu erreichen – das zeigt auch das Beispiel Südafrika: Dort gelang es, die Wehrpflicht 1993 auf Druck einer Volksbewegung abzuschaffen. Große Teile der schwarzen Bevölkerung und insbesondere der arme Teil der weißen Bevölkerung kämpften dort gemeinsam gegen die Apartheid, also gegen das staatlich organisierte System der Rassentrennung und auch gegen die damit verbundene Wehrpflicht. Beides war eng miteinander verbunden, denn die Armee und die Wehrpflichtigen wurde oft auch im Innern gegen die schwarze Bevölkerung eingesetzt. Nach einem langen Kampf, in dem sich die Bewegung auch gegen die Wehrerziehung an den Schulen einsetzte, darüber aufklärte, dass Schüler nicht an dem Wehrerziehungsunterricht teilnehmen müssen, gelang schließlich durch den Sturz des Apartheidsregimes auch die Abschaffung der Wehrpflicht. Nelson Mandela, einer der großen Persönlichkeiten dieses Kampfes sagte später: „Nicht die Gewehrkugeln und Generäle machen Geschichte, sondern die Massen.“

Die Situation in Südafrika vor über 30 Jahren ist eine völlig andere als unsere Situation in Deutschland heute. Und dennoch zeigt das Beispiel: Wir können die Wehrpflicht verhindern, wir können den neuen Wehrdienst abschaffen, wenn wir eine starke Bewegung auf die Beine stellen. Um das zu erreichen, müssen wir noch viel stärker werden. Dafür war der 5.12. ein sehr guter Anfang. Aber: Es gibt noch sehr viel Potenzial, um die Schulstreiks größer zu machen. Es ist zwar gelungen, in 100 Städten Streiks und Aktionen auf die Beine zu stellen, an vielen Schulen in Deutschland hat aber noch niemand gestreikt, weil die Streiks noch nicht bekannt genug waren, weil Kontakte fehlten, weil in der eigenen Stadt nichts stattgefunden hat. Es muss also darum gehen, jeden, der gegen die Wehrpflicht ist, zu mobilisieren. Und um erfolgreich zu sein, braucht es den Zusammenschluss mit Eltern, mit Lehrerinnen und Lehrern, mit Gewerkschaften, der Friedensbewegung, Studierenden und Auszubildenden – denn die Wehrpflicht ist keine Generationenfrage. Eltern, Lehrer, sie alle leiden auch unter der Aufrüstung und den Sparmaßnahmen auf unsere Kosten, sind auch von der Wehrpflicht betroffen, haben Kinder, Enkel, Cousins und Freunde, die eingezogen werden. Nelson Mandela hatte recht: Die Massen machen die Geschichte und wenn wir uns zusammenschließen, dann haben wir eine enorme Kraft.

Bei diesem Zusammenschluss mit anderen sind wir nicht bei Null. Wir haben heute schon ein Grußwort der LSV NRW gehört, wir haben viel Solidarität von der Friedensbewegung, von Gewerkschaften wie der GEW und vielen weiteren erfahren. Ich möchte euch an dieser Stelle die herzlichsten Grüße der Initiative „Nie wieder Krieg – die Waffen nieder!“ überbringen, die in den letzten Jahren zum Beispiel die großen Friedensdemos am 3. Oktober organisiert hat, die den Schulstreik am 5.12. unterstützt hat und die sich mit dem Berliner Appell gegen die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland einsetzt. Denn noch in diesem Jahr sollen US-Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden, die sich gegen Russland richten. Die Initiative hat ein Strategiepapier herausgebracht, in dem sie den Kampf gegen Wehrpflicht als einen der entscheidenden Punkte des Friedenskampfs ausmacht und deutlich macht, dass die Wehrpflicht ebenso wie die Stationierung der US-Mittelstreckenraketen Teil der Kriegsvorbereitung ist, dass die Aufrüstung durch Sozialabbau bezahlt werden soll und dass es bei dem Krieg, den Deutschland an der Seite der NATO-Staaten vorbereitet, um Öl, Gas, Handelsrouten geht – das macht Trump ganz deutlich, wenn er für das Öl in Venezuela den Präsidenten entführt und Grönland für sich beansprucht.

Der letzte Schulstreik war großartig. Er war vor allem deshalb großartig, weil er die Möglichkeit bietet, dass etwas daraus entsteht, dass das der Beginn einer großen antimilitaristischen Jugendbewegung in Deutschland ist. Wenn das nicht gelingt, war das einfach eine Demonstration und es folgt nichts daraus. Wenn es uns aber gelingt, dass das der Beginn echten Widerstandes wird, dann können wir Einfluss nehmen auf die Entwicklung dieses Landes. Der Kampf darum wird nicht einfach, sondern langwierig werden. Das wird auch Resignation hervorbringen – und das erleben wir jetzt schon, wenn Schülerinnen und Schüler fragen, warum sie am 5.3. auf die Straße gehen sollen, wenn wir am 5.12. nicht erfolgreich waren. Wir müssen deutlich machen, was wir mit dem 5.12. schon erreicht haben: 55.000 Schülerinnen und Schüler haben sich aktiv gegen die Wehrpflicht ausgesprochen und haben erreicht, dass man uns nicht mehr ignorieren kann. Wir müssen deutlich machen, dass es darum gehen muss, jedem Schritt der Einführung der Wehrpflicht etwas entgegenzusetzen. Dafür werden wir am 5.3. auf die Straße gehen, dafür werden wir weitere Streiktage organisieren, dafür werden wir auch an den Schulen selbst gegen Bundeswehrpräsenz und für Kriegsdienstverweigerungsberatung aktiv werden. In Kassel haben letzte Woche Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Friedensbewegung eine Aktion auf dem Schulhof gegen einen Bundeswehrbesuch durchgeführt und sich damit auch konkret Bundeswehrauftritten an Schulen entgegengestellt.

Wenn es uns insgesamt als Bewegung gelingt, uns nicht spalten zu lassen, uns nicht durch kleine Reförmchen an der Wehrpflicht beruhigen zu lassen, dann wird auch der Ton uns gegenüber und auch der Druck auf uns größer werden. Aber: Das Beispiel Südafrika zeigt, welche Kraft wir haben, wenn wir uns vereinigen. Und auch der 5.12. hat das schon in Ansätzen gezeigt.

Die 55.000, die am 5.12. auf der Straße waren, das sind Vorbilder, das sind Vorbilder für alle Schülerinnen und Schüler. Vorbilder sind aber auch die Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter, die vor einer Woche gestreikt haben, um Waffentransporte zu verhindern. Die gehen ein noch deutlich größeres Risiko ein als wir und sind in dem, was sie tun, noch wirkungsvoller, weil sie an einer bestimmten Stelle der Wirtschaft handeln. Das sollten unsere Vorbilder sein. Unsere Vorbilder sind auch die Matrosen auf den Kriegsschiffen im Ersten Weltkrieg, die 1918 in der Novemberrevolution gesagt haben, wir fahren nicht raus. Unsere Vorbilder sind die Soldaten, die sich damals an den Fronten geweigert haben, weiter auf ihre Brüder aus anderen Ländern zu schießen, das sind die Arbeiterinnen in den Rüstungsfabriken, die 1918 gestreikt haben. Damit haben sie alle es geschafft, den Ersten Weltkrieg zu beenden. Das waren nicht die Regierungen, die Geschichte wurde von den Massen gemacht. Sie haben das nach vier Jahren Weltkrieg getan. Wir müssen das diesmal früher schaffen, uns so gut zu organisieren, dass hier nicht nur 55.000, sondern 55 Millionen streiken. Lasst uns den 5.3. zum Erfolg machen, lasst uns eine große Bewegung gegen die Wehrpflicht aufbauen, lasst uns 55 Millionen werden und den Krieg verhindern!
 

***

Andrea Hornung ist Bundesvorsitzende der SDAJ. Sie engagiert sich in der Schulstreikbewegung und in der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘.
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Widerstand gegen Wehrpflicht – Veranstaltung am 27.02.2026

16. Februar 2026 um 21:57

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Webinar der Initiative
‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!‘
 
Freitag, 27. Februar 2016 – Beginn: 18:00 Uhr

Am 5.12. wurde das sogenannte „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ beschlossen. Seit Januar werden Briefe an alle 18-jährigen mit Fragebögen verschickt, 2027 sollen verpflichtende Musterungen folgen. Und dieser „neue Wehrdienst“ ist nur der erste Schritt Richtung Wehrpflicht.

Dagegen regt sich Widerstand: Am 5.12. haben 55.000 Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht gestreikt, am 5.3. soll der nächste Streiktag folgen. Welche Erfahrungen machen die Schülerinnen und Schüler im Streik? Welche Rolle spielt der Kriegsdienst in der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung? Wie kann Kriegsdienst verweigert werden? Welche Rolle können Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Großeltern, Gewerkschaften und Friedensbewegung im Kampf gegen die Wehrpflicht spielen?

Diese und ähnliche Fragen sind Thema des Webinars.

Referenten:

Ronja Fröhlich (aktiv im Bündnis Nein zur Wehrpflicht)
Vanessa Casagrande (aktiv in der AG Frieden der GEW Berlin)
Judith Busse (Landesgeschäftsführerin DFG-VK Hessen und Rheinland-Pfalz)
Elia Heddinga (aktiv bei Schulstreik gegen die Wehrpflicht in Hamburg)

Moderation: Andrea Hornung
 


 
Um an dieser Veranstaltung teilzunehmen, musst Du dich anmelden.

Wir haben dafür ein eigenes Anmeldeformular entwickelt, damit die persönlichen Daten der Veranstaltungsteilnehmer nicht immer im Zoom-Konzern landen.

Um dich anzumelden, klicke bitte auf den nachfolgenden Link. Du landest dann auf dem Anmeldeformular:

Anmeldeformular

Wenn du es ausgefüllt und abgeschickt hast, wird dir der Zoomlink automatisch zugestellt, mit dem du dich am Freitag kurz vor 18 Uhr in die Veranstaltung einwählen kannst.

 
 

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Wo bleiben die Milliarden?

16. Februar 2026 um 15:05

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2025 hat der Bundestag das Grundgesetz geändert und unbegrenzte Schuldenaufnahme für militärische Aufrüstung ermöglicht. Zeitgleich wurde ein „Sondervermögen“ für Investitionen in die Infrastruktur beschlossen. Doch von dem Geld kommt nichts bei uns an. Gigantische Summen werden für die Aufrüstung ausgegeben, während die Situation bei uns, wo wir leben, immer schlechter wird.

Ob allein oder mit anderen bei einer Aktion: Wir wollen aufzeigen, wo die Milliarden fehlen, die in die Rüstung fließen. Jede und Jeder kann mitmachen:

Ob allein oder mit anderen als Aktion: Wir wollen aufzeigen, wo die Milliarden fehlen, die in die Rüstung fließen.

Dafür haben wir auf unserer Webseite ein Land Mapping eingerichtet, wo ihr Aktionen, die ihr selber organisiert, eintragen könnt. Aber über das ihr auch mitbekommt, was diesbezüglich an anderen Orten läuft.

Klicke auf den folgenden Link. Da erfährst du mehr:

Wo bleiben die Milliarden?

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Against war – Gegen Krieg – Internationales Treffen am 20. Juni in London

14. Februar 2026 um 23:53

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Wie bereits auf unserer Strategie- und Aktionsberatung am 1. Februar berichtet wurde, findet am 20. Juni in London ein internationaler Friedenskongress statt. Zu den Aufrufenden aus Deutschland gehören auch mehrere Aktive aus der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!‘. Bundesweit und international haben bereits viele Hundert Aktive zu einer Unterstützung der Konferenz aufgerufen.

Wir dokumentieren euch hier den Aufruf für diese Konferenz und wir verweisen euch weiter unten auf weitere Informationen.
 


 

Internationales Treffen gegen den Krieg am 20. Juni 2026 in London – Aufruf

 
Die Gefahr droht unmittelbar.

Wir kennen die Fratze des Krieges nach dem Völkermord in Palästina, den Millionen live mitverfolgt haben.

Dieser Völkermord dauert auf Grund der Komplizenschaft westlicher Regierungen an, die sich weigern, Maßnahmen zu ergreifen, um ihn zu stoppen. Dieselben Regierungen haben sich aktiv gegen den Frieden in der Ukraine ausgesprochen, einem Krieg, der 1,5 Millionen Tote und Verwundete unter Ukrainern und Russen gefordert hat.

Sie erhöhen ständig die Militärausgaben der NATO und beginnen, die Jüngsten zu rekrutieren, um sie in die Katastrophe zu stürzen.

Das Gerede vom Krieg hat sich in ganz Europa zu aktiven Kriegsvorbereitungen entwickelt.

Die arbeitende Bevölkerung sieht, wie das Geld, das für die Wiederherstellung ihres kaputten Gesundheitssystems, ihrer Verkehrsinfrastruktur, ihres Bildungswesens und ihres Wohnungsbaus ausgegeben werden sollte, in den Taschen ohne Boden der Rüstungskonzerne verschwindet, deren Gewinne schneller denn je steigen.

Familien, die seit Generationen keine Wehrpflicht mehr kennen, hören nun mit Angst, wie Militärführer und Politiker warnen, dass ihre Söhne und Töchter bereit sein müssen, zu kämpfen und zu sterben. Das falsche Versprechen von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie ist eine Falle für die Arbeiterklasse. Diese Waffen schaffen die unproduktivsten Arbeitsplätze, aber die effektivsten, wenn es darum geht, Leben zu vernichten. Sie werden die Körper der jungen Menschen auf Schlachtfeldern zerfetzen, deren Schrecken alles bisher Dagewesene übertreffen werden.

Wie der französische Schriftsteller Anatole France zur Zeit des Ersten Weltkriegs sagte:

„Ihr glaubt, ihr sterbt für euer Land, aber ihr sterbt für die Industriellen.“

Die Gefahr droht unmittelbar und wir müssen Alarm schlagen. Es ist die Pflicht jeden Bürgers, besonders der Arbeiterbewegung, den Frieden, die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit sowie die für die Gesellschaft und für den Planeten nützlichen Arbeitsplätze zu verteidigen.

Es ist unsere Aufgabe, den neuen Kriegsherren zu sagen: Wir werden für die Aufrüstung, die unsere Welt gefährdet, weder bezahlen noch diese akzeptieren.

Wir sagen: Nehmt die Waffen runter, erhöht die Löhne,
Wohlstand, kein Krieg! Arbeitsplätze, keine Kriegsdienstpflicht!

Auf der Pariser Antikriegskonferenz im Oktober 2025, an der Tausende von Bürgern, Gewerkschaftern, Politikern und Friedensaktivisten teilnahmen, begannen wir, Alarm zu schlagen und uns für den Frieden zu organisieren. Aufbauend auf diesem Erfolg und dem Widerstand der Völker, die bereits die Fratze des Krieges und damit rassistische Spaltungen, die er fördert, zurückgeschlagen haben, treffen wir uns am 20. Juni 2026 erneut zu einer internationalen Kundgebung in London. Wir laden alle Studierenden und Arbeitnehmer*innen, alle Gewerkschafter*innen und Antikriegsaktivist*innen ein, daran teilzunehmen.

Wir werden den Abstieg in Chaos und Krieg, die einzige Errungenschaft der Präsidentschaft Trumps, nicht akzeptieren. Wir lehnen die Kriegstreiberei der europäischen Staats- und Regierungschefs ab, die die militärische Aggression gegen Venezuela unterstützt haben. Wir bekräftigen unsere Solidarität mit dem venezolanischen Volk und den Völkern aller Länder, die von Trump und seinen Verbündeten bedroht werden. Wir fordern die Freilassung des Präsidenten von Venezuela und seiner Frau, die von der US-Regierung entführt wurden.

US-Präsident Donald Trump, der diese neue Eskalation des Kriegs herbeigeführt hat, verfügt über internationale Netzwerke von rechtsextremen Kriegstreibern und Chauvinisten. Er wird von den Regierungschefs in Europa und weit über Europa hinaus dafür umschmeichelt.

Wir müssen unser eigenes internationales Netzwerk aufbauen, das sich für den Frieden einsetzt, sich gegen das wiederbelebte imperialistische Projekt der USA stellt und für den Lebensunterhalt, ja sogar für das Leben der arbeitenden Bevölkerung kämpft.

Wir wollen Frieden. Wir sagen Nein zu Aufrüstung, Nein zur Kriegsdienstpflicht und Ja zu gut finanzierten Gesundheits-, Bildungs- und öffentlichen Dienstleistungen, menschenwürdigen Arbeitsplätzen und höheren Löhnen.

Kommen Sie am 20. Juni 2026 um 12 Uhr mittags zur Westminster Central Hall in London.
 


 

Weitere Infos zu dem Meeting in London

 
Weiter Infos zu diesem Meeting findet ihr auf der Webseite der Initiative ‚Gegen den Krieg – Gegen den sozialen Krieg‘. Diese Initiative war auch schon an der Vorbereitung des im letzten Jahr stattgefundenen Kongresses in Paris beteiligt:

Infos zum Kongress in London

Dort findet ihr auch eine Liste der Erstunterzeichner für die Unterstützung des Kongresses aus Deutschland.

Die Internationale Seite zur Kongressvorbereitung ist hier erreichbar:

Stop the war coalition
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Inititiative ‚Russland ist nicht unser Feind‘ gestartet

13. Februar 2026 um 23:00

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Wie bereits auf der Strategie- und Aktionsberatung am 1. Februar 2026 berichtet wurde, hat sich aus Anlass des 85. Jahrestages des Überfalls der faschistischen deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion eine Initiative unter dem Motto ‚Russland ist nicht unser Feind‘ gebildet.

Die Initiative hat einen Aufruf herausgegeben, der inzwischen von rund 1500 Einzelpersonen sowie vielen Gruppen aus der Friedensbewegung unterstützt wird. Wir dokumentieren euch diesen hier. Für den 26. Februar hat die Initiative eine erste Online-Veranstaltung angekündigt, zu der unter anderem Alexander Milyutin, Botschaftsrat der russischen Föderation, sowie der Publizist Werner Rügemer erwartet werden. Für den 20. Juni befindet sich eine große politisch-kulturelle Kundgebung im Zentrum von Berlin in Vorbereitung.

Wir unterstützen das Anliegen dieser Initiative, also statt Feindbilder zu produzieren, Russland als europäischen Nachbarn zu begreifen, mit dem wir in Frieden zusammenleben möchten.
 


 

Aufruf
‚Russland ist nicht unser Feind‘


 
„Russland soll unser Feind sein. Dieser politischen und medialen Vorgabe widersprechen wir. Feinddenken macht dumm und vereist das Herz. Wie immer Einzelne die aktuelle russische Politik bewerten: Russland ist unser europäischer Nachbar und wird es immer bleiben. Wir wollen in Frieden gut mit ihm zusammenleben.

Vor 85 Jahren, am 22. Juni 1941, hat Deutschland die Sowjetunion überfallen, Wehrmacht und SS haben dort barbarisch gewütet. Dieses Kapitel der deutschen Geschichte wird weitgehend mit Schweigen übergangen. Wir schauen hin, wir vergessen nicht.

Heute soll Deutschland wieder kriegstüchtig werden – gegen Russland. Auf Russland zielen auch die US-amerikanischen MIttelstreckenraketen, die auf deutschem Boden stationiert werden sol-len. Ob ein möglicher Krieg mit ihnen oder mit deutschen Soldaten geführt wird, unter dem Dach der NATO oder von einer Koalitionen der Willigen: Er wäre ein erneutes Menschheitsverbrechen; dieses Mal mit der Gefahr, uns alle zu vernichten. Dagegen leisten wir Widerstand.

Wir wollen den Reichtum und die Schönheit unseres Kontinents in Geschichte und Kultur erhalten und leben. Dafür sparen wir, mit Bert Brecht, Anmut nicht noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand.“

Hinweis: Wer diesen Aufruf ebenfalls unterstützen möchte kann diesen auf der Webseite der Initiative unterschreiben:

https://russlandistnichtunserfeind.de

Die Initiative gibt auch einen eigenen ‚Info-Brief heraus, der dort ebenfalls bestellt werden kann.
 


 

Webinar zum 85. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion:
22. Juni 1941 aus russischer und aus deutscher Sicht – und:
Was können wir tun?


 
Mit Alexander Milyutin, Botschaftsrat der russischen Föderation, und Werner Rügemer, Publizist und interventionistischer Philosoph.

26. Februar, 18:30-20:30 Uhr

Anmeldung hier:

Anmeldelink Veranstaltung am 26.02.2026

Nach der Anmeldung wird ein individueller Zugangslink per Mail zugestellt, über den sich alle Angemeldeten am 26. Februar kurz vor 18:30 Uhr in die Veranstaltung einwählen können.
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Wiesbaden und Grafenwöhr wehren sich gegen Mittelstreckenwaffen

13. Februar 2026 um 00:25

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Die Gefahr einer Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Deutschland ist noch nicht vom Tisch. Es kann durchaus sein, dass eine entsprechende Stationierung solcher US-Waffen noch in diesem Jahr erfolgt.

Sicher ist das noch nicht, aber die Gefahr besteht. Die Planungen der Bundesregierung solche us-amerikanischen Raketen für die Bundeswehr zu kaufen, die hier dann ab 2029 zum Beispiel über Fregatten eingesetzt werden sollen, sind indes schon sehr konkret. Und die EU will darüber hinaus auch noch weitere eigene Waffensysteme dieser Art entwickeln.

Wie auch immer sich die weitere Entwicklung konkret ergibt: alle diese Waffen sind sehr gefährlich, weil es Angriffswaffen, Enthauptungsschlagwaffen sind. Werden sie tatsächlich stationiert, könnte schon ein Fehlalarm zu einer Gegenreaktion Russlands führen, und bei der Deutschland dann unmittelbar zum Schlachtfeld wird.

Da Wiesbaden und Grafenwöhr als mögliche Stationierungsorte vorgesehen sind, hat sich dort schon vor längerer Zeit ein ‚Wiesbadener Bündnis“ gebildet, das dagegen Protestaktionen organisiert. Die erste große Protestaktion mit einigen Tausend Teilnehmenden fand dazu bereits Ende März 2025 in Wiesbaden statt. Solche Aktionen plant das Bündnis nun auch für dieses Jahr. Für den 30. Mai 2026 sowohl in Wiesbaden, als auch im nordbayrischen Grafenwöhr.

Zu den Vorbereitungen dafür informiert regelmäßig die Friedensvernetzung Süd-West auf ihrer Webseite:

Info-Seite der Friedensvernetzung Süd-West

Bei der Strategie- und Aktionsberatung der Friedensbewegung am 1. Februar wurde daher eine Unterstützung dieser wichtigen Aktionen durch Teilnehmende angeregt. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen ggf. noch an weiteren Orten zu diesem Thema ebenfalls am 30. Mai Aktionen zu organisieren und durchzuführen. So dass also auch Friedensaktive mit aktiv werden können, für die eine Anreise nach Grafenwöhr oder Wiesbaden nicht möglich ist.
 
 

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Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg

10. Februar 2026 um 22:24

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Die Initiative ‚Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg! – Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit!‘ hat Anfang Februar den hier dokumentierten Rundbrief verschickt. Dieser beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Kriegsvorbereitung und Hochrüstung sowie andererseits Sozialabbau. Darüber hinaus hat die Initiative eine Reihe von Materialien im Zusammenhang mit den bevorstehenden Tarifrunden sowie den bevorstehenden Gewerkschaftskongressen zusammengestellt. Wir empfehlen allen gewerkschaftlich aktiven Kolleginnen und Kollegen daher diese Hinweise zu lesen, zu verwerten und nach Möglichkeit zu unterstützen.
 


 

Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg!
Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit!


 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die weltpolitischen Entwicklungen werden immer irrsinniger. Die USA unter Trump bedrohen die Welt mit Wirtschaftskriegen und unverhüllter imperialistischer Aggression, gegen Venezuela, den Iran und andere Länder, und selbst gegen die eigenen Verbündeten in Europa und anderswo. Zurecht haben sich zahlreiche nationale und internationale Gewerkschaftsbünde zu Wort gemeldet, um den Völkerrechtsbruch zu kritisieren. Denn der Überfall auf Venezuela ist insbesondere für Gewerkschaften alarmierend. Wer das Völkerrecht nicht respektiert, der respektiert auch Arbeits- und Gewerkschaftsrechte nicht. Das betrifft uns auch in Deutschland, schließlich betrachten die USA Europa als ihren Einflussbereich.

Die Regierungen in der EU treten dem nicht entgegen, sondern verdrehen dies zu einer Begründung dafür, selbst als Militärmacht eine stärkere Rolle in der Welt spielen und dazu massiv aufzurüsten zu wollen. Zudem blockieren sie Bemühungen um eine realistische Beendigung des Krieges in der Ukraine. Die Friedensbewegung muss dem und den dahinterstehenden Erzählungen von der angeblichen Bedrohung durch Russland entgegentreten und deutlich machen, dass nur Diplomatie mit Rüstungskontrolle (Abrüstung) und Entspannungspolitik mit allen Ländern, insbesondere auch mit Russland und China, den Frieden sichern können.

Die Regierung in Deutschland will dagegen Hochrüstung, Militarisierung und Kriegsvorbereitung vorantreiben. Die „Konversion pervers“, der Ersatz ziviler Produktion durch Rüstung ist keine Lösung für die wirtschaftliche Stagnation und die Krise der Industrie, sondern pure Ressourcenverschwendung. Zur Finanzierung und um die sozialpolitischen und ökonomischen Herausforderungen im Sinne des Kapitals zu bewältigen, verstärken die Regierung und die sie dabei unterstützenden Parteien ihre Angriffe gegen die sozialen Errungenschaften der Lohnabhängigen. Dabei werden sie getrieben durch einen ideologischen und politischen Klassenkampf von oben (also des Kapitals und neoliberaler Kräfte in Medien und Wissenschaft). Das wird zur Demontage des Sozialstaats und zur weiteren Schwächung der Gewerkschaften führen. Oppositionskräfte gegen diese Politik werden zunehmend politisch angegriffen und Repressionen ausgesetzt.

Obwohl unsere Gewerkschaften derzeit unter großem Druck stehen, müssen sie sich mit all ihrer Macht gegen diese Politik wenden und die Beschäftigten mobilisieren. Denn die aktuelle Politik aus Kriegsvorbereitung und Sozialabbau ist ein Frontalangriff auf die Beschäftigten und unsere Arbeits- und Gewerkschaftsrechte. Sie stellt letztlich die Existenz der Gewerkschaften fundamental in Frage. Als friedensbewegte Kolleginnen und Kollegen müssen wir daher unsere Anstrengungen verstärken und in unseren Gewerkschaften den Druck für unsere Mobilisierungsfähigkeit aufbauen. Wir müssen deutlich machen: Der Kampf für höhere Löhne, den Erhalt des Sozialstaats und besseres Leben für alle und der Kampf gegen Hochrüstung und Krieg gehören untrennbar zusammen!

Um zu diskutieren, wie wir die politische und gewerkschaftliche Lage einschätzen und wie wir am besten eingreifen können, laden wir ein zu einer Videokonferenz der Initiative Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg am Montag, 16.03.2026, 18 bis 20 Uhr. Themen sollen sein:
 
– Lage und Aufgaben im Kampf gegen Hochrüstung und für Sozialstaat
– DGB-Bundeskongress 10.-13. Mai in Berlin und Aktionen dazu
– Aktionsorientierungen und Arbeitsvorhaben, Aufbau regionaler Zusammenhänge
 
Dazu werden wir einige Wochen eine weitere Einladung versenden. Ihr könnt den Termin aber schon mal vormerken.

In den kommenden Monaten gibt es dazu eine Reihe von Gelegenheiten, die wir nutzen können und sollten:

  • Wir haben ein Flugblatt für die laufende Tarifrunde der Länder erstellt, mit dem wir diese Positionen der Friedensbewegung dort deutlich machen, argumentieren und diskutieren können. Ihr findet es als PDF und als Druckvorlage auf unserer Website.
  • Am 5. März werden wieder in vielen Orten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht stattfinden. Auch Eltern, Großeltern und andere Friedensbewegte sind zur Unterstützung aufgerufen. Weitere Infos: https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/
  • Zu den Ostermärschen der Friedensbewegung und den gewerkschaftlichen Veranstaltungen am 1. Mai wollen wir ebenfalls Flugblätter produzieren.
  • 10. bis 13. Mai findet in Berlin der DGB Bundeskongress statt. Dort muss die Hochrüstung und die Forderung nach Friedenspolitik zum Thema gemacht werden, auf dem Kongress und vor dem Estrel-Hotel, wo der Kongress stattfindet.
  • In diesem Jahr werden in ver.di eine Vielzahl von gewerkschaftlichen Konferenzen in Vorbereitung des ver.di Bundeskongresses 2027 stattfinden. Auch die IG Metall hat 2027 Gewerkschaftstag. Auf den regionalen Konferenzen sollen Anträge eingebracht und diskutiert werden. Dazu haben wir einige Musteranträge auf die Website gestellt, ebenso Links zu weiteren friedenspolitischen Gewerkschaftsbeschlüssen sowie weitere Materialien.

 
Der Berliner Appell ist weiterhin wichtig und hat mittlerweile über 80.000 Unterschriften. Die Sammlung ist persönliche und kollektive Aufklärung, oft auch Diskussion und Kontroverse. Infos und Materialien: https://nie-wieder-krieg.org/berliner-appell/

Auch unser Aufruf kann weiter unterstützt werden und so kann man auch in unseren Verteiler aufgenommen werden: https://gewerkschaften-gegen-aufruestung.de/

Das Buch Gewerkschaften in der Zeitenwende, herausgegeben von Ulrike Eifler, ist erschienen und kann bestellt werden: https://www.vsa-verlag.de/nc/buecher/detail/artikel/gewerkschaften-in-der-zeitenwende/

Von Ralf Krämer ist eine kürzere und aktualisierte Version seines Textes zu Hochrüstung und Sozialabbau erschienen: https://etosmedia.de/politik/hochruestung-ruiniert-sozialstaat-und-zukunft/

Solidarische und friedensbewegte Grüße

Eure Initiative Gewerkschaften gegen Aufrüstung und Krieg
 
 

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Stoppt den Staatsterrorismus der USA

15. Februar 2026 um 21:55

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„Für die Verwirklichung der UN-Charta und das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Stoppt den Staatsterrorismus der USA“

Unter dieser Überschrift hat das „Aktionsbündnis 14.2. Frieden & Solidarität“ in kurzer Vorbereitungszeit mit seinen Aktionen in Hamburg, Köln, Heidelberg, Stuttgart, Frankfurt und Berlin ein gutes Zeichen gesetzt anlässlich der „Sicherheitskonferenz“ in München, die einmal mehr gezeigt hat, dass wir es mit sehr mächtigen Gegnern zu tun haben.

Die Stimmung in allen Städten war kämpferisch, die Reden differenziert und mutmachend.

Man war sich einig, dass es gilt, den medialen Boykott zu durchbrechen und Wege zu finden gegen die Resignation und Verzweiflung und spürbar war in allen Städten: Nichtstun ist keine Option!

Wir dokumentieren euch dazu einige Fotos aus Berlin, wo an die 250-300 Menschen bei klirrender Kälte 2 Stunden durchhielten und die Aktion gestalteten.


„“

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Berichte von der Strategie- und Aktionsberatung am 1. Februar

15. Februar 2026 um 21:31

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Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,

unsere Strategie- und Aktionsberatung der Friedensbewegung am 1. Februar war ein erfreuliches Erlebnis. Viele Hundert Teilnehmende aus allen Teilen der Friedensbewegung diskutierten die weiteren Perspektiven für die Aktionen im Jahr 2026, und waren sich dabei in Vielem sehr einig. Entstanden ist auch so etwas wie ein Aktionskalender für das kommende Jahr.

Über den folgenden Link haben wir euch umfangreiche Berichte zu dieser Beratung, darunter einen Filmbericht, aber auch eine Zusammenfassung der anregenden Debatte und die Einführungsreferate sowie etliches Weitere mehr zusammengestellt:

Berichte von der Strategie- und Aktionsberatung der Friedensbewegung am 1. Februar 2026

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Newsletter 01/2026 – Strategie- und Aktionsberatung am 1. Februar 2026

18. Januar 2026 um 20:17

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Am 19. und 20. Januar 2026 wird unser Newsletter 01/2026 verschickt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Newsletter auf der Verbreitung eines Diskussionspapiers ‚Zur Strategie der Friedensbewegung in Deutschland 2026‘, mit dem wir unsere Strategie- und Aktionsberatung am 1. Februar 2026 vorbereiten.

Darüber hinaus gibt es einen Filmbericht zu unserer im Dezember 2025 stattgefundenen Veranstaltung „Ist der Gaza-Krieg vorbei?“.

Hier kannst Du dir diesen Newsletter so aufrufen, wie er als Mail verschickt wird:

Newsletter 01/2026 im Mailverkehr

Hier findest Du ihn im PDF-Format:

Newsletter 01/2026 im PDF-Format
 
 

 
 

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ZUR STRATEGIE DER FRIEDENSBEWEGUNG IN DEUTSCHLAND 2026

17. Januar 2026 um 14:56

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Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!“, Januar 2026
 

Geopolitische Entwicklungen

 
Die von der Trump-Regierung ausgehenden Destabilisierungs- und Verunsicherungsversuche durch völkerrechtswidrige Drohungen, militärische Angriffe gegenüber zahlreichen Staaten Lateinamerikas, West-Asiens und sogar dem NATO-Verbündeten Dänemark sind Ausdruck der Krise der Führungsmacht des internationalen Kapitalismus. Sie haben ein Ziel: den Untergang der US-Hegemonie zu verhindern. Die Vereinten  Nationen und andere internationale Organisationen, das Völkerrecht und internationale Verträge werden unverhüllt missachtet. Es gilt das Recht des Stärkeren, der Macht. Das zeigt sich ganz eklatant am Kidnapping des venezolanischen Präsidenten ebenso wie an der weiteren Unterstützung Israel bei der Vernichtung und Vertreibung der Palästinenser und Aneignung ihrer Territorien. Der strategische Gegner bei alldem ist China. Alle die US-imperialistischen Übergriffe sind diesem Hauptkampf untergeordnet. Die USA erweisen sich als größte Bedrohung friedlicher Verhältnisse und das größte Hindernis für eine Lösung globaler Probleme durch internationale Zusammenarbeit.

Strategiepapier downloadenPrognosen sagen bis zur Mitte des Jahrhunderts voraus, dass China eine um 70 Prozent höhere Wirtschaftskraft aufweisen wird als die USA und dass die USA nach Indien auf Platz 3 im Ranking der Wirtschaftsmächte abrutschen werden (in Kaufkraftparitäten gemessen, nicht in internationaler Währung). Die Konsequenz: Den USA droht der Verlust des Dollars als Weltleitwährung und damit das zentrale Instrument der globalen Sanktionierung. Die heterogene Formation BRICS-Plus mit der Zentralmacht China eint das strategische Ziel, die Rolle des Dollars in der Weltökonomie zurückzudrängen. Diesem Schicksal versucht die Trump-Regierung dadurch zu entgehen, dass sie über eine aggressive Zollpolitik Industrie- und High-Tech-Ansiedlungen in die USA holen will, um das eigene Wirtschaftswachstum zu stärken und das Chinas zu schwächen. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht dabei die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI). China soll dauerhaft von westlicher KI-Spitzentechnologie ausgeschlossen werden.

Taiwan ist für die US-Tech-Riesen und das US-Militär das Zentrum für die Herstellung der modernsten KI-Chips und KI-Server. Auch deshalb verstärkt Trump den unter Obama eingeleiteten Schwenk nach Asien, konzentriert zunehmend die US-Aufrüstung und die regionale und globale Bündnispolitik auf China.

Die US-Droh- und Kriegspolitik gegen Chinas öl- und gasreiche Partner (Iran, Venezuela) und zur Kontrolle strategischer Handelsrouten (Grönland, Taiwanstraße, Süd-Chinesisches Meer, Panama-Kanal) sind Ausdruck dieses Machtkampfs, den die USA militärisch durch eine brachiale Steigerung ihrer Militärausgaben gewinnen will. Die Billionen dienen dem Ausbau ihres Atomwaffenarsenals, der Errichtung einer KI-gesteuerten Raketenabwehr mit Weltraumwaffen, destabilisierender Multi-Domain-Task-Forces mit präzisen strategischen Hyperschallwaffen und dem Ausbau einer überlegenen Kriegsflotte. In dieser Strategie ist es für die USA von Nutzen, Russland von der Unterstützung Chinas möglichst fernzuhalten.
 

Lage und Herausforderungen in Deutschland

 
Deutschland will im Zuge der Aufrüstungsorgie zur größten konventionellen Militärmacht der EU und der europäischen NATO-Staaten werden und bietet sich als Aufmarschgebiet und Drehscheibe für NATO-Truppen im Spannungs- und Kriegsfall an. Das Ziel, Russland in ein kostspieliges Wettrüsten zu zwingen, um es zu ruinieren und einen Regime-Wechsel zu erzwingen, ist programmiert. Deutschland strebt hierfür die Rolle einer Führungsmacht an. Eine allumfassende Aufrüstung, welche die Aktivierung der Wehrpflicht ansteuert, den Weltraum militarisiert, den großspurigen Aufbau einer Panzer- und Drohnenflotte einschließt und eine dreifach stärkere Marine und ein fünffach stärkeres Heer im Vergleich zur Zeit vor dem Ukrainekrieg schafft, ist das Ziel.

Von strategischer Bedeutung gegenüber Russland ist das Streben nach präzisen Mittelstreckenraketen, seien es US-amerikanische, die im Sommer nach Deutschland kommen sollen, seien es in Europa zu entwickelnde Mittelstreckenwaffen oder seien es in den USA gekaufte Tomahawk-Marschflugkörper, die 2029 auf Schiffen und an Land stationiert werden sollen. Von interessierten Kreisen wird der Ruf nach einer „deutschen Bombe“ immer lauter. Deutschland macht sich so mutwillig zum Objekt russischer Gegenschläge. Eingedenk der Tatsache, dass es sich bei Russland um eine Atommacht handelt, die in ihre Nuklear-Doktrin die Schwelle für den Einsatz ihrer Nuklearkräfte so weit gesenkt hat, dass dieser bereits für den Fall einer existenziellen Bedrohung allein durch konventionelle Waffen ermöglicht wird, schlägt der NATO-Aufrüstungskurs einen konfrontativen Weg ein, der den Atomkrieg herausfordert. Dieser Kurs wird maßgeblich von Berlin mitbestimmt.

Für ihre Ziele will die Machtelite in Deutschland und der EU die Hochrüstung, Militarisierung und Kriegsvorbereitung vorantreiben. Die „Konversion pervers“ zum Ausbau der Rüstungsproduktion ist keine Lösung für die wirtschaftliche Stagnation und die Krise der Industrie, sondern pure Ressourcenverschwendung. Zur Finanzierung und um die sozialpolitischen und ökonomischen Herausforderungen im Sinne des Kapitals zu bewältigen, werden die Regierung und die sie dabei unterstützenden Parteien, getrieben durch einen ideologischen Klassenkampf von oben (also des Kapitals und neoliberaler Kräfte in Medien und Wissenschaft), ihre Angriffe gegen die sozialen Errungenschaften der Lohnabhängigen fortsetzen und verstärken. Das wird zur Demontage des Sozialstaats und zur weiteren Schwächung der Gewerkschaften führen. Oppositionskräfte gegen diese Politik werden zunehmend politisch angegriffen und immer massiveren Repressionen ausgesetzt.

Die Hauptaufgabe der Friedensbewegung ist es, alle Kräfte im Lande und in Europa zu sammeln, die sich der Aufrüstung Deutschlands und Europas entgegenstellen und den Weg der vertraglichen Lösungen von Kriegen und Konflikten zwischen Russland und den anderen europäischen Staaten auf der Basis von Abrüstung und vertraulicher Zusammenarbeit propagieren. Die Zukunft Europas liegt in einer Sicherheits- und Friedensordnung, die auf dem Prinzip der gleichen Sicherheit für alle beruht.
 

Einschätzung der Lage der Friedensbewegung und Herausforderungen

 
Die Friedensbewegung – hier verstanden empirisch als die Gesamtheit der Kräfte, die politisch gegen Kriege und die Unterstützung und Beteiligung daran, gegen Hochrüstung und Militarisierung aktiv sind – ist bisher zu schwach, um diese Entwicklungen aufzuhalten und umzukehren. Es gelingt ihr nicht, die Mehrheit der Bevölkerung zu erreichen, sie für die Unterstützung ihrer Forderungen zu gewinnen und in größeren Massen zu mobilisieren. Die bestehenden Spaltungen, Ab- und Ausgrenzungen in der Friedensbewegung verhindern machtvollere gemeinsame Aktivitäten.

Die Gewerkschaften und sozialen Kräfte sind in der Defensive, genauso wie die Umweltbewegung und die Bewegungen für Demokratie und Meinungsfreiheit und gegen staatliche Kontrolle und Repression. Die Gewerkschaftsführungen sowie die Sozialverbände reagieren darauf mit Appeasement und dem Bemühen um Kompromisse in der Wirtschafts- und Sozialpolitik bei weitgehender Akzeptanz der internationalen Politik und Hochrüstung. Eine ernsthafte politische Mobilisierung gegen die herrschende Politik wird nicht betrieben.

Das diesem Zustand zugrunde liegende Hauptproblem ist die ideologische Vorherrschaft und Offensive der Eliten in Politik, Medien und Wirtschaft: Die Mehrheit der Bevölkerung glaubt die Legenden von der Bedrohung durch Russland, dass Russland (und China und Iran usw.) „die Bösen“ seien und „wir“, Deutschland und die EU, „die Guten“. Die USA und Israel gelten dabei immer noch – trotz hin und wieder artikulierter Kritik als „Partner“ bzw. „Verbündete“ und „Demokratien“. Die Mehrheit glaubt auch, dass der Sozialstaat kaum, oder auf Dauer nicht mehr wie bisher bezahlbar sei. Viele glauben zudem, Erwerbslose, Eingewanderte, überzogene Leistungsansprüche und Forderungen der Gewerkschaften sowie zu hohe Belastungen der Unternehmen durch „Bürokratie“ bzw. Regulierungen seien die eigentlichen Problemursachen.

Diesen Legenden und Behauptungen muss entgegengetreten werden, ohne die realen Probleme und Herausforderungen zu leugnen. Die Friedensbewegung muss sich solidarisch an der Seite der Arbeiterklasse zeigen, wenn es um deren originäre sozialen Forderungen geht. Vor allem muss klar gesagt werden, dass die Demontage des Sozialstaats nur verhindert werden kann, wenn die fortschreitende Hochrüstung und ein Militärstaat gestoppt werden.

Ebenso ist es zwingend, in der internationalen Politik einseitigen und verzerrenden Darstellungen und Feindbildern entgegenzutreten, Kriege und Konfrontationspolitik abzulehnen und den Einsatz für Frieden und Entspannung, internationale Zusammenarbeit, gemeinsame Sicherheit und Abrüstung einzufordern. Wichtig sind dabei die scharfe Kritik an Doppelstandards und Doppelmoral und die Aufklärung über historische und politökonomische Hintergründe und Entwicklungen. Es muss akzeptiert werden, dass unterschiedliche Organisationen und Zusammenschlüsse in der Friedensbewegung unterschiedlich argumentieren und nur Teile weitergehende Kritik an Kapitalismus und Imperialismus vertreten.
 

Aufgaben konkret

 
Die Forderungen der FB richten sich vor allem an die Regierung und Parlamente im eigenen Land und im eigenen internationalen „Lager“ (Deutschland, EU NATO).

Um möglichst viele Menschen zu erreichen und einzubeziehen, ist es sinnvoll, sich bei Aktionen zu bestimmten Themen und Anlässen auf sie bezogene Forderungen und begründende Argumente zu konzentrieren und auf darüberhinausgehende Punkte ggf. zu verzichten.

Vorrangige Themen von Friedenaktionen 2026 sind:

  • gegen die Hochrüstung Deutschlands und der EU und die damit verbundene Demontage des Sozialstaats
  • gegen die Stationierung neuer Mittelstreckenwaffen der USA, Deutschlands oder anderer Staaten. Dazu gehört die breite Unterstützung des Berliner Appell
  • gegen die Wehrpflicht und die Bundeswehrpropaganda an Schulen
  • gegen die Militarisierung und Kriegsvorbereitung im Gesundheitswesen, in Bildungswesen und Forschung und in anderen gesellschaftlichen Bereichen
  • gegen die Einschränkung der Meinungs- und Informationsfreiheit und die zunehmende Propaganda und Feindbildproduktion sowie die Repression gegen Friedenskräfte
  • für Frieden in der Ukraine und gegen die Kriegspolitik Deutschlands und der EU mit Waffenlieferungen, Geld und schlimmstenfalls direkter militärischer Beteiligung
  • gegen das internationale Verhalten Deutschlands und verbündeter Staaten, insb. gegen die Kriegs- und Sanktionspolitik der USA und gegen Völkermord und Besatzungspolitik Israels

Der Zusammenhang der Friedensbewegung zeigt sich nicht darin, dass die Gruppen alle immer umfassend gemeinsame Positionen vertreten, sondern in der Lage sind, differenziert und mit ihrem eigenen friedenspolitischen Schwerpunkt zu agieren. Nicht jede Gruppierung muss jede Aktion oder Forderung unterstützen. Kräfte, die Teile der Friedensbewegung diffamieren und sich die Propaganda der Herrschenden zu eigen machen und damit faktisch gegen die Friedensbewegung arbeiten, muss entschieden entgegen getreten werden.

Wichtig sind auch gemeinsame Aktionen, bei denen sich zentrale Kräfte der Friedensbewegung über gemeinsame Forderungen verständigen (etwa bei großen Demonstrationen oder Aufrufen wie dem Berliner Appell) und in denen die ganze Breite der Forderungen der Friedensbewegung in die Öffentlichkeit gebracht wird.

Aktive Kerne der Friedensbewegung haben die Aufgabe, den großen Zusammenhang herzustellen und gegen die Propagandaerzählungen zu argumentieren. Aufklärung über die internationalen und historischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Hintergründe ist unabhängig von Aktionen und Mobilisierung Daueraufgabe in allen Bereichen, in der die Friedensbewegung einwirken kann.
 

Aktionen konkret

 
Für bereits konkrete Aktionen im Jahr 2026 ist zu diskutieren, welche Forderungen jeweils im Mittelpunkt stehen (sollten), wer welche Aktion organisiert, welche besonderen Zielgruppen und Bündnispartner angesprochen werden sollen und können, und wie ihr Zusammenhang zur Friedensbewegung insgesamt deutlich gemacht werden soll:

  • Luxemburg-Liebknecht-Demonstration gegen Krieg und Kapitalismus
  • Ostermärsche: für Frieden, gegen Hochrüstung und Kriegsvorbereitung
  • Aktionen gegen Wehrpflicht und Bundeswehr an Schulen und Hochschulen, mit Schüler-, Jugend- und Studierendenverbänden und -vertretungen
  • Aktionen gegen die Politik Israels in Palästina, mit palästinensischen und kritischen jüdischen Gruppen
  • Aktionen gegen die Aggressionen der USA gegen Venezuela, Kuba , Iran usw., mit Gruppen der internationalen Solidaritätsbewegung
  • Aktionen gegen Geschichtsrevisionismus und das Feindbild Russland
  • Aktionen gegen Hochrüstung und Sozialabbau, mit gewerkschaftlichen und sozialen Gruppen
  • Aktionen gegen die Stationierung von Mittelstreckenwaffen
  • Aktionen gegen die Militarisierung des Gesundheitswesens, mit dort Tätigen
  • Herbstdemonstrationen der Friedensbewegung

Bündnisse und Verbreiterung, Klärungsbedarf innerhalb der Friedensbewegung

 
Zu diskutieren und möglichst breit zu klären ist:

  • welche Positionen sind im Sinne eines Minimalkonsenses der Friedensbewegung unverzichtbar,
  • auf welche kann bei einzelnen Aktionen verzichtet werden,
  • welche Positionen können nicht akzeptiert werden,
  • wie ist mit weitergehenden Forderungen umzugehen, die nicht konsensfähig sind und Teile der friedensorientierten Bevölkerung ausgrenzen oder abstoßen (zu Migration, Palästina – Israel, Gender, Ökologie und Klima, internationale Fragen/Verhältnis zu einzelnen Staaten und Antiimperialismus, NATO, EU, Ukraine, Rüstungsexporte und -produktion, Antifa und Kampf gegen AfD und „Rechts“, Antikapitalismus, Herkunft und Verbindungen zu anderen Bewegungen und Ideologien, Haltung zu verschiedenen Parteien und ihren Vertretern u.a.).

Nötig ist die Verständigung darüber, wie eine möglichst breite Unterstützung und Mobilisierung für Forderungen der Friedensbewegung erreicht werden kann, die auf Ausgrenzung und Diffamierung anderer Friedensbewegter verzichtet und sie zurückweist. Es muss akzeptiert werden, dass die Friedensbewegung nicht homogen ist und dass es in vielen Fragen unterschiedliche und teils gegensätzliche Auffassungen gibt. In einem friedlichen Miteinander sollten verschiedene Positionen ausgetauscht und ausgehalten werden können. Alle Menschen, Gruppen und Organisationen, auch Parteien, die die gemeinsamen friedenspolitischen Forderungen unterstützen, sind in der Friedensbewegung willkommen.

Die Grenzen der Zusammenarbeit sind bereits mehrfach in breiten Bündnissen formuliert worden: „Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lehnen wir ab. Deshalb gibt es keine Zusammenarbeit mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Kräften. Diese können auch nicht Teil unseres Bündnisses sein.“ Ansonsten muss sich die Friedensbewegung darum kümmern, wie sie möglichst viele Menschen und gesellschaftliche Gruppen anspricht und einbezieht und nicht darum, wen sie alles nicht dabei haben will.

Beratungen, in denen frühzeitig miteinander diskutiert wird, welche konkreten Aktionen in welchen Aktionsbündnissen notwendig bzw. gewünscht sind, sind konstruktiv. Diese Bündnisse sind dann jeweils gefordert, sich um tragfähige Aufrufe, eine gute Organisation und eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit und Mobilisierung zu kümmern, sowohl in den verschiedenen Gruppen der Friedensbewegung und den gesellschaftlichen Sektoren, die besonders angesprochen werden sollen, als auch in der Bevölkerung und (sozialen) Medien allgemein.

Bei diesen Beratungen sollten möglichst alle Spektren der Friedensbewegung, der linken und antiimperialistischen wie der eher „bürgerlichen“ und der christlichen, der „alten“ wie der „neuen“, einbezogen werden.
 

Öffentlichkeitsarbeit und Eingreifen in Meinungsbildung

 
Unabhängig von der Mobilisierung für Aktionen muss die Friedensbewegung stärker als bisher ihre Positionen und Argumente an die Bevölkerung herantragen und der herrschenden Propaganda entgegenwirken:

  1. Durch das Nutzen alternativer Medien, Kanälen und Personen im Internet und einen Ausbau von social media Angeboten, die der Friedensbewegung zuzurechnen sind. Sie müssen verschiedene Formate abdecken, von längeren argumentierenden Videos und Texten bis zu kurzen, v.a. Emotionen ansprechenden Memes und Interventionen. Verstärkt müssen Formen und Kanäle genutzt werden, die die jungen Generationen ansprechen.
  2. Durch Agieren vor Ort, wo die Menschen leben und arbeiten. Mit Ständen und Aktionen auf der Straße, mit örtlichen Veranstaltungen, durch Verteilen von Flyern, Stecken in Briefkästen, durch Diskussionsbeiträge bei Veranstaltungen anderer, in Betrieben und in Vereinen. Wichtig ist die stärkere Verankerung in organisierten Gruppen in Bereichen wie Gewerkschaften, Soziales, Sport, Freizeit, Umwelt, Schulen, Kultur und Kunst, Wissenschaft sowie in verschiedenen Berufsgruppen.

Größere Fortschritte werden dadurch allerdings erst erzielt werden können, wenn mehr Menschen die Notwendigkeit erkannt haben, sich hier zu engagieren und auch bereit sind, die damit verbundenen Anfeindungen und Nachteile in Kauf zu nehmen. Die wirken bei den Jüngeren stärker als bei Älteren, die bereits eine gesicherte Position erreicht haben, auch weil heute politische Aktivitäten über das Internet recherchiert werden und zu beruflichen Problemen führen können.

Um gegen die Behauptungen und Erzählungen der Propagandisten von Kriegsbeteiligung und Hochrüstung und Konfrontation gegen Russland, China u.a. etwas ausrichten zu können, besonders die Bedrohungslügen und das „Gut gegen Böse“-Schema, muss das Vertrauen in die deutsche Regierung und die Massenmedien erschüttert werden, indem deren einseitige, selektive und verzerrende Darstellungen und Doppelstandards angegriffen sowie Gegeninformation, Aufklärung und das Prinzip gleicher Standards und Anhörens immer auch der anderen Seite gestärkt werden.
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Ist der Völkermord in Gaza beendet? – Redemanuskript von Wiebke Diehl

28. Dezember 2025 um 07:30

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Am 18.12.2025 führte die Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ unter diesem Titel ein Webinar durch.

Wir haben von dieser Veranstaltung auch einen Filmbericht hergestellt, der auch die Debatte im Chat-Raum sowie während der Veranstaltung spiegelt und außerdem die Antworten von Wiebke im Rahmen der Debatte.

Diesen umfassenden Bericht, findet ihr hier:

Filmbericht von der Veranstaltung am 18.12.2025
 


 

Redemanuskript Wiebke Diehl 18.12.2025

Wiebke DiehlNachfolgend veröffentlichen wir euch dazu nun auch das Redemanuskript unserer Referentin Wiebke Diehl ***
 

  • Viele von euch werden die neuerlichen Leidensbilder aus Gaza gesehen haben (wenn auch inzwischen viel zu wenig über Gaza und die menschengemachte humanitäre Katastrophe dort berichtet wird)
  • Man sieht dieser Tage Überschwemmungen, unzählige Menschen leiden unter den Folgen schwerer Regenfälle mitten in den Wintermonaten, bei immer niedrigeren Temperaturen.
  • Gebäude sind eingestürzt und mehr als 53.000 Zelte zerstört oder beschädigt worden. Betroffen sind davon etwa 250.000 von 1,5 Millionen Menschen, die in Folge des Gazakriegs in provisorischen Unterkünften hausen müssen.
  • Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) könnten sogar 795.000 Menschen von den Überschwemmungen und ihren Folgen betroffen sein
  • Etwa 20 Menschen, darunter Kinder, wurden in Folge der Unwetter bislang tot geborgen. Die Kinder sind nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden an Unterkühlung gestorben, andere Opfer waren Folge des Einsturzes von Gebäuden.
  • Matratzen und Kleider der Binnenvertriebenen sind mit Wasser vollgesogen, Familien müssen teils sogar ohne ein Zelt über dem Kopf ausharren.
  • Denn Israel lässt immer noch nicht die Ausrüstung für bis zu 1,3 Millionen Notunterkünfte in den Gazastreifen hinein, die nach Angaben der UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge UNRWA, das Israel seit Jahrzehnten loswerden will und mit Verboten überzieht, außerhalb der Küstenanklave bereitstehen. Die UNRWA nennt dies völlig zu Recht eine politische Entscheidung
  • Weder Wohncontainer noch Wasserpumpen, um das Wasser aus den Zeltlagern abzupumpen, noch Sandsäcke, Holz und Sperrholzplatten lässt Israel in den Gazastreifen hinein. Das UN-Nothilfebüro UN-OCHA hat zudem gerade erst wieder darauf hingewiesen, dass weiterhin ein großer Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten herrscht. Auch Decken und warme Kleidung werden der Bevölkerung in Gaza weiter vorenthalten. Ganz offensichtllich kommt Israel seinen aus dem Waffenstillstandsabkommen resultierenden Verpflichtungen nicht nach.
  • Durch die Überschwemmungen verschlimmern sich die hygienischen Verhältnisse im Gazastreifen, wo Israel in zwei Jahren Krieg fast das gesamte Gesundheitssystem zerstört hat, noch einmal dramatisch. Das Risiko sich ausbreitender Krankheiten durch verschmutztes Wasser steigt erheblich.

 

  • Ist der Völkermord in Gaza beendet, lautet die Leitfrage dieses Webinars, das wir als Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ durchführen, weil inzwischen viel zu wenige Nachrichten aus Gaza, aber auch aus dem Westjordanland, dessen Annexion immer weiter vorangetrieben wird, sowie aus dem fast täglich von Israel angegriffenen Libanon und dem in Teilen unter israelischer Besatzung stehenden Syrien zu uns dringen
  • Die Frage, ob der israelische Völkermord im Gazastreifen beendet ist, lässt sich so dramatisch wie schnell beantworten:
  • Nicht nur sind, seitdem die so genannnte „Waffenruhe“ am 10. Oktober in Kraft trat, etwa 400 Bewohner der Küstenenklave in über 700 israelischen Verletzungen des Waffenstillstands zum Opfer israelischer Bomben geworden. Auch die Vertreibungen und Häuserzerstörungen im immer noch von Israel kontrollierten Teil der Küstenenklave, der weit über 50% ausmacht, dauern an

 

  • Vor drei Wochen hat Amnesty International einen Bericht veröffentlicht, in dem die MRO sehr treffend auf den Punkt bringt, warum der Völkermord in Gaza keinesfalls beendet ist, sondern anhält. Außerdem belegt Amnesty International in demselben Bericht, dass das anhaltende israelische Apartheidsystem ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt
  • Zum Gazastreifen und dem dort in der Tat anhaltenden Völkermord legt Amnesty International in seiner juristischen Analyse dar, dass Israel im Gazastreifen weiterhin Bedingungen schafft, die auf die physische Zerstörung der Palästinenser abzielen
  • Amnesty beruft sich dabei auf die Aussagen von Anwohnern, von medizinischem Personal und von humanitären Helfern, die die katstrophalen Zustände für die Bevölkerung in Gaza hervorheben
  • Die Generalsekretärin von Amnesty International, Agnès Callamard, erklärte anlässlich der Veröffentlichung des Berichts: „Der Waffenstillstand birgt das Risiko, eine gefährliche Illusion zu schaffen, dass das Leben in Gaza zur Normalität zurückkehrt. Doch während die israelischen Behörden und Streitkräfte das Ausmaß ihrer Angriffe verringert und begrenzte humanitäre Hilfe nach Gaza gelassen haben, darf die Welt sich nicht täuschen lassen. Der Völkermord in Israel ist noch nicht vorbei“
  • Es gebe keine Hinweise darauf, dass Israel ernsthafte Maßnahmen ergreife, die tödlichen Auswirkungen seiner Völkermord-Verbrechen rückgängig zu machen. Vielmehr setzten die israelischen Behörden ihre rücksichtslose Politik fort, schränkten den Zugang zu lebenswichtigen humanitären Hilfsgütern und lebenswichtigen Dienstleistungen ein und setzten absichtlich Bedingungen durch, die darauf abzielten, die Palästinenser in Gaza physisch zu vernichten“
  • Israel missachte mehrere Anordnungen des Internationalen Gerichtshofs, indem nicht ausreichend Nahrungsmittel, Medikamente und zur Reparatur lebenserhaltender Infrastruktur notwendige Materialien und Ausrüstungen in den Gazastreifen gelassen würden.
  • Wegen der Weigerung Israels, die Bevölkerung zu versorgen und die Situation vor Ort zu verbessern, steige die Anfälligkeit der Bevölkerung für Krankheiten und die Ausbreitung von Krankheiten nach monatelangen Hungersnöten massiv an. Israel habe – auch schon vor dem Gazakrieg durch die jahrzehntelange Besatzung und immer weiederkehrenden militärischen Angriffe – Umstände geschaffen, die zu einem langsamen Tod der Palästinenser führen würden, bedingt durch fehlende Nahrung, Wasser, Unterkunft, Kleidung oder sanitäre Einrichtungen.
  • Zwar gebe es einige sehr begrenzte Verbesserungen. Aber auch die Blockierung der Wiederherstellung lebenswichtiger Dienstleistungen sowie der Reparatur lebenserhaltender Infrastruktur habe ihren Anteil an der Bewertung, dass der Völkermord andaure.
  • Blindgänger könnten zudem nicht entfernt werden, kontaminierter Schutt und Abwasser stellten ernsthafte und potenziell irreversible Risiken für die öffentliche Gesundheit und Umwelt dar.
  • Die systematische Vertreibung der Palästinenser aus fruchtbaren Flächen durch Israel setze sich zudem unvermindert fort, wobei das israelische Militär derzeit in etwa 54–58 % des Gazastreifens stationiert ist.
  • Israel hat auch nicht aufgehört, den Zugang der Palästinenser zum Meer stark einzuschränken. Und Tel Aviv hat keine Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der umfangreichen Zerstörung von landwirtschaftlichen Flächen und Viehzucht in den letzten zwei Jahren anzugehen. Insgesamt bedeutet das, dass Palästinenser praktisch völlig ohne unabhängigen Zugang zu Nahrungsmitteln zurückbleiben.
  • Darüber hinaus bemängelt Amnesty International, die israelischen Behörden hätten es versäumt, diejenigen, die für den Völkermord verantwortlich zeichnen, zur Rechenschaft zu ziehen.

Bilanz des bisherigen Genozids:

  • Die Bilanz nach zwei Jahren Genozid ist unerträglich.
  • An die 69.000 Menschen wurden nach offiziellen Zahlen getötet, wobei fast ein Drittel der Opfer unter 18 Jahre alt war, 75 Prozent waren Frauen und Kinder. Das sind die offiziellen Zahlen der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen, die der ehemalige Kommandeur der israelischen Armee, Herzi Halevi, im September bestätigt hat, nachdem Tel Aviv über den gesamten Gazakrieg hinweg behauptet hatte, die Todeszahlen, die auch die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen für glaubwürdig halten, seien Hamas-Propaganda.
  • Herzi Halevi sagte, über 200.000 Palästinenser seien im Gazastreifen durch die Armee getötet oder verletzt worden – mehr als 10 Prozent der 2,2 Millionen Bewohner der küstenenklave. Zudem besagen geleakte Daten des israelischen Militärs, dass mehr als 80 Prozent der Opfer im Gazakrieg Zivilisten waren.
  • Eine jüngst veröffentlichte Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und des Centre for Demographic Studies ist zu dem Schluss gekommen, dass der Gazakrieg mehr Todesopfer, nämlichmindestens 100.000, gefordert hat. Die Lebenserwartung in Gaza ist den Ergebnissen der Forscher zufolge im Jahr 2024 auf weniger als die Hälfte des ohne Krieg zu erwartenden Niveaus gefallen
  • Und es gibt noch deutlich höhere Zahlen:
  • Bereits im Juli 2024 waren Forscher im medizinischen Journal The Lancet davon ausgegangen, dass bereits zu diesem Zeitpunkt mindestens 186.000 Menschen getötet worden seien
  • Es gibt gar Wissenschaftler, die von einer Todeszahl bis zu mehreren Hunderttausenden ausgehen
  • Unter den im Gazakrieg Getöteten sind – nach den im Vergleich moderaten Zahlen der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen – etwa 540 humanitäre Helfer und über 1.700 Mitarbeiter des Gesundheitswesens
  • Außerdem wurden über 960 Mitarbeiter des Bildungswesens sowie 254 Journalisten und 346 UN-Mitarbeiter getötet. Wie die unabhängige globale Gewaltbeobachtungsstelle ACLED (Armed conflict Location & Event Data) feststellt, waren 15 von 16 der seit März, nach dem Scheitern der Waffenruhe, Getöteten Zivilisten.
  • Etwa 170.000 Menschen wurden zudem im Gazakrieg verletzt, viele davon schwer, oftmals mit Verstümmelungen.

 

Auch die breitflächige Zerstörung des Gazastreifens ist immens:

  • Über 90 Prozent der Gebäude sind zum Ziel von Angriffen geworden. Fast 340.000 wurden zerstört oder beschädigt. Auch 62 Prozent der Straßen wurden zerstört. Etwa 213 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen und 1.029 Schulen wurden attackiert.
  • Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind nur noch 14 der 26 Krankenhäuser in der Küstenenklave teilweise funktionsfähig. Die Krankenhäuser im südlichen Gazastreifen sind völlig überlastet.
  • 000 Kinder können nicht zur Schule gehen, weil laut UN-OCHA 97 Prozent der Schulgebäude teilweise oder vollständig beschädigt sind. Zudem wurden dreiundsechzig Universitätsgebäude zerstört.
  • Insgesamt hat Israels Militär mehr als 200.000 Tonnen Sprengstoff über dem Gazastreifen abgeworfen und dabei Schäden in Höhe von über 70 Milliarden US-Dollar (UN-Entwicklungsprogramm UNDP) verursacht. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 4,9 Millionen der 61,5 Millionen Tonnen Schutt, unter der die Küstenenklave begraben liegt, mit Asbest verseucht. Ein Wiederaufbau, so er denn überhaupt zugelassenw wird, könnte Jahrzehnte dauern
  • Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schon im April berichtete, waren bereits zu diesem Zeitpunkt 83 Prozent der landwirtschaftlichen Brunnen und 71 Prozent der Gewächshäuser beschädigt worden.
  • Die Wasserversorgungssysteme sind zusammengebrochen, so dass 96 Prozent der Haushalte im Juli von Wasserknappheit betroffen waren.
  • Vor 2023 machte die Landwirtschaft einen Anteil von rund 10 Prozent der Wirtschaftsleistung Gazas aus. Etwa ein Viertel der Bevölkerung verdiente seinen Lebensunterhalt in der Landwirtschaft und der Fischerei.
  • Heute sind nur noch neun Prozent des Farmlands überhaupt erreichbar, nur 1,5 Prozent davon sind noch für die Kultivierung geeignet.
  • Ähnlich wie den Bauern Gazas ergeht es den Fischern: während sie vor dem Oktober 2023 jährlich rund 5.417 Tonnen aus dem Mittelmeer fischen oder in Fischfarmen anzüchten konnten, hat die israelische Armee den Zugang zum Meer verboten. Auch solche „Maßnahmen“ sind – neben der Blockade von Hilfsgütern – Teil der israelischen Strategie, Hunger als Kriegswaffe einzusetzen und die Bevölkerung über Kurz oder Lang zu vernichten.
  • Und eins muss ganz klar gesagt werden:
  • Der Einsatz von Hunger als Waffe durch Israel im Gazakrieg war auch deshalb in diesem Ausmaß möglich, weil man ihn seit Jahrzehnten vorbereitet hat.
  • Systematisch wurde schon lange im Voraus der Aufbau einer Selbstversorgung unmöglich gemacht. Dov Weisglass, der Berater des damaligen israelischen Premiers Ehud Olmert, brachte das israelische Agieren 2006 auf den Punkt:
  • Er sagte: „Die Idee ist, die Palästinenser auf Diät zu setzen, aber sie nicht verhungern zu lassen.“
  • Genaustens wurde berechnet, wieviele Kalorien ein Menschen zum Überleben braucht. Man muss es so deutlich sagen: Die Regierung in Tel Aviv wusste bestens Bescheid, wann eine Hungersnot einsetzt, und hat sich – wie die Aussagen zahlreicher hochrangiger Politiker und Militärs schon aus dem Oktober 2023 belegen – bewusst dafür entschieden.
  • Dass Israel als Besatzungsmacht für die Versorgung der Bevölkerung Gazas verantwortlich ist und dafür auch mit dem nach Einschätzung des Internationalen Gerichtshofs „unabdingbaren“ UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge UNRWA zusammenarbeiten muss, hat der Internationale Gerichtshof (IGH) jüngst zweifelsfrei festgestellt.
  • Experten der Vereinten Nationen haben zudem in mehreren unabhängigen Untersuchungen bestätigt, dass Israel im Gazastreifen einen Genozid begeht.
  • Alles deutet, das habe ich glaube ich hinreichend dargelegt, darauf hin, dass dieser Völkermord keinesfalls beendet ist, sondern – zumindest vorerst – mit anderen Mitteln und tragischerweise auch unter internationaler Beaufsichtigung fortgeführt wird.
  • Es ist darum alles andere als angebracht, den Druck auf Israel sowie auf unsere eigene Regierung, die ja den nie vollständigen Rüstungsexportstopp gegen Israel wieder aufgehoben hat und Sanktionen auf EU-Ebene über den gesamten Gazakrieg blockiert hat, zu verringern.

 

Trotz des so genannte Waffenstillstandsabkommens herrscht in Gaza alles andere als Frieden. Und auch im Westjordanland, im Libanon und in Syrien zeigt sich, dass Tel Aviv seine Groß-Israel-Pläne und die Vertreibung und Bekämpfung der Bevölkerung, die diesen im Weg steht, unbeirrt fortsetzt

Insbesondere in Gaza werden diese israelischen Pläne nicht nur von den USA und anderen so genannten Freunden Israels unterstützt. Sie sollen zunehmend auch international abgesichert werden:

  • Der sogenannte 20 Punkte Friedensplan von US-Präsident Trump, den er Ende September mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Washington vorstellte und der inzwischen auch vom UN-Sicherheitsrat (mit zwei Enthaltungsn von Russland und China) beschlossen wurde (Resolution 2803), lässt keinerlei Raum für ein Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser, von einem Staat Palästina ist keine Rede und wenn man sich die 20 Punkte genau ansieht, kann man kaum zu einem anderen Schluss kommen, als dass es sich um ein kolonialistisches Projekt handelt
  • Selbst der sofortige Waffenstillstand ist wie bereits erwähnt nicht umgesetzt worden, sondern wird vielmehr durch Israel tagtäglich missachtet
  • Zwar wurden so gut wie alle israelischen Geisen sowie 1.700 in israelischen Gefängnissen inhaftierte Gazaner freigelassen (Hunderte übrigens in Leichensäcken und mit schwersten Folterspuren). Aber weder hat Israel wie vereinbart die für den Bau provisorischer Unterkünfte benötigten Materialien in die Küstenenklave gelassen. Noch wird für die Versorgung der Bevölkerung etwa mit Nahrungsmitteln und Medikamenten Sorge getragen, wie es eine Besatzungmacht nach internationalem Recht eigentlich tun müsste
  • Den Vereinten Nationen wird im Trump-Plan ohnehin allenfalls die Lieferung humanitärer Hilfsgüter zugestanden. Eine andere, eine politische Rolle wird der UNO nicht zugedacht
  • Der Gazastreifen soll von einer Übergangsregierung eines “technokratischen palästinensischen Komitees“ bzw. Exekutivkomitees verwaltet werden – unter der Aufsicht eines sogenannten Friedensrats, den Trump selbst leiten will und in dem der ehemlige britische Premier Tony Blair eine entscheidende Rolle spielen soll
  • Eine internationale Stabilisierungstruppe soll für „Sicherheit“ sorgen, (aber angeblich nicht gegen die Hamas kämpfen)
  • Die Hamas soll entwaffnet werden und darf keine politische Rolle spielen, genau wie andere bewaffnete palästinensische Organisationen auch. Und selbst die Palästinensische Autonomiebhörde soll sich erst reformieren, bevor sie überhaupt in Betracht gezogen wird, eine Regierung zu stellen
  • Gaza soll demilitarisiert werden, damit man sich gegen israelische Übergriffe nicht verteidigen kann
  • Und angeblich soll die Küstenenklave wieder aufgebaut werden
  • Nicht vorgesehen ist auch eine Aufklärung und Strafverfolgung der begangenen Kriegsverbrechen
  • Eigentlich geht es darum, die israelischen Kriegsziele, die man in zwei Jahren nicht umsetzen konnte, doch noch zu verwirklichen – insbesondere die Entwaffnung der Hamas
  • Letztlich sollen die Palästinenser in Gaza, ohne jedes Recht auf Selbstbestimmung, unter internationale Verwaltung gestellt und kolonisiert werden
  • Der Gazastreifen soll weiter von den anderen palästinensischen Gebieten im Westjordanland und in Ostjerusalem isoliert werden. Ein palästinenesicher Staat rückt damit in noch weitere Ferne
  • Zudem wird immer offensichtlicher, dass die US-Administration und Israel planen, den Gazastreifen zu teilen. Erst vor wenigen Tagen ist erneut durchgesickert, dass die Küstenenklave entlang der von Israel kontrollierten „gelben Linie“ aufgeteilt werden soll. Die internationalen Soldaten der Stabilisierungstruppe sollen auf der Ostseite gemeinsam mit israelischen Streitkräften stationiert werden
  • Der Wiederaufbau soll sich dann auf die unter israelischer und ausländischer Kontrolle stehende „grüne Zone“, die bis zu 58 Prozent des Gazastreifens ausmacht, konzentrieren. Hier können die USA ihre Investmentpläne bis hin zur von Trump schon während des Kriegs geforderten „Riviera des Nahen Ostens“ umsetzen. Ob dieses Gebiet den Palästinensern jemals wiedergegeben oder – wie es sich die rechten Kräfte in Israel wünschen – annektiert wird, steht in den Sternen
  • Die „rote Zone“, in der die Mehrheit der Bevölkerung lebt, will man in Trümmern liegenlassen

 


 

*** Wiebke Diehl ist Islamwissenschaftlerin und Journalistin. Sie engagiert sich zudem in der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Filmbericht: Ist der Völkermord in Gaza beendet?

28. Dezember 2025 um 08:00

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Unter diesem Titel lud unsere Initiative für den 18.12.2025 zu einer Online-Veranstaltung mit der Islamwissenschaftlerin und Journalistin Wiebke Diehl ein.

In dem Einladungstext dazu hieß es:

„Es wird behauptet, der Völkermord in Gaza sei beendet. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, es gebe keinen Grund mehr, für die Palästinenser auf die Straße zu gehen.

Dass der Vernichtungsfeldzug trotz des „großartigen Friedensplans“ von US-Präsident Donald Trump andauert und Israel zugleich den Libanon bombardiert, den Jemen angreift, dem Irak und dem Iran droht und seine Besatzung in Syrien verfestigt, wird in unseren Medien und der bundesdeutschen Politik geflissentlich verschwiegen. Auch die fatale Situation im völlig zerstörten Gazastreifen, den aufgrund der israelischen Blockadepolitik immer noch viel zu wenige Hilfslieferungen erreichen und dessen Anbauflächen größtenteils nicht mehr nutzbar sind, spielt kaum noch eine Rolle.

Wir aber schweigen nicht!“

Hier dokumentieren wir euch den Filmbericht von dieser Veranstaltung. In diesem sind das Eingangsreferat von Wiebke Diehl zu sehen und zu hören. Außerdem ihre Beiträge im Rahmen der Diskussion. Die Diskussionsbeiträge sind indes in schriftlichen Karten zusammengefasst, die im Film an den entsprechenden Stellen eingeblendet werden. Ebenso die Beiträge aus der Debatte im Chat. In diesem hatten Teilnehmende zahlreiche weitere Link-Hinweise gesetzt, die sich auf Webseiten beziehen, in denen man sich zu den angesprochenen Sachverhalten gut informieren kann. Diese Chat-Informationen haben wir euch weiter unten dokumentiert. Ebenfalls haben wir euch das Redemanuskript für diese Veranstaltung von Wiebke Diehl verlinkt.

Hier der Filmbericht: (Achtung: das Eingangsbild ist mit 30 Sekunden etwas zu lange eingestellt, der Film läuft dann also schon …)


 
Dieser Film enthält die folgenden Abschnitte. Wer diese leichter anklicken möchte, wechsele bitte in unseren Youtube-Kanal.

0:00:00 Intro
0:00:30 Anmoderation / Einführung in das Thema – Ralf Krämer
0:02:21 Einführungsbeitrag – Wiebke Diehl
0:28:38 Einführung in die erste Diskussionsphase – Ralf Krämer und Wiebke Diehl
0:31:16 Zusammenfassung der ersten Diskussionsphase – schriftliche Folie
0:32:17 Erste Antwortphase – Wiebke Diehl
0:36:21 Zusammenfassung der zweiten Diskussionsphase – schriftliche Folien
0:38:21 Zusammenfassung der Diskussion im Chat – schriftliche Folien
0:40:04 Zweite Antwortphase – Wiebke Diehl
0:47:14 Abmoderation der Veranstaltung – Hinweise auf Strategieberatung – Ralf Krämer
0:48:56 Wo kann man sich zur Strategieberatung am 1.2. anmelden? – Schriftliche Folie
 


 

Redemanuskript von Wiebke Diehl

 
Hier findet ihr das Redemanuskript von Wiebke Diehl, das sie sich für ihren Eingangsbeitrag erarbeitet hat:

Redemanuskript Wiebke Diehl 18.12.2025
 


 

Strategie- und Aktionsberatung der Friedensbewegung

 
Während der Veranstaltung hat der Moderierende Ralf Krämer auf eine ‚Strategie- und Aktionsberatung‘ aufmerksam gemacht, die am 1. Februar 2026 stattfindet. Hier findet ihr dazu weitere Informationen und außerdem die Möglichkeit euch für diese anzumelden:

https://nie-wieder-krieg.org/2025/12/17/strategie-und-aktionskonferenz-01-02-2026/
 


 

Im Chat empfohlene Links:

 
Während der Veranstaltung notierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einige Links, die viele weitere Informationen enthalten. Diese findet ihr hier:

Zu den Ansichten in der Bevölkerung zu den Ereignissen in Gaza findet ihr hier eine Studie:

https://www.giga-hamburg.de/de/publikationen/giga-focus/gaza-israel-und-deutschlands-aussenpolitik-ein-meinungsbild

Verwiesen wurde in der Chat-Debatte auf den kürzlich stattgefundenen Streik von Schülerinnen und Schülern. Dazu gibt es hier Informationen:

https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/#streikende-st%C3%A4dte

Verwiesen wurde auf ein Papier „Jenseits der Staatsraison”:

https://staatsraison.net/

Außerdem auf das Festival der Zukünfte und auf die Webseite ‚Diplomatie und Frieden‘:

https://festival-der-zukuenfte.de/

https://www.friedenunddiplomatie.de/kontakt

Viele Infos sind auch über die Webseite der ‚IMI erhältlich:

https://www.imi-online.de/

Eine interessante Informationsquelle sind die Consortium News:

https://consortiumnews.com/about/

Ebenso die Webseite ‚Palästina – antikolonial‘:

https://palaestina-antikolonial.de/

Bei Solidaritätsaktionen mit den Menschen in Gaza kommt es immer wieder zu staatlichen Repressionen. Dafür und um Informationen zu erhalten, wie man sich dagegen wehren kann, ist die Webseite der ‚Roten Hilfe‘ zu empfehlen:

https://rote-hilfe.de/
 


 

Spenden

 
Auch solche Zoom-Veranstaltungen sind mit Kosten verbunden. Wir freuen uns daher über jede Spende, die uns über unser Spendenkonto erreicht. Diese können im Rahmen der Einkommensteuererklärung beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Spenden können über das Konto des SoLi-Verein e.V. bei der Stadtsparkasse Wuppertal eingezahlt werden.

IBAN: DE36 3305 0000 0000 1891 67

Ganz wichtig: Bitte im Verwendungszweck ‚Friedensprojekt‘ eintragen. Sonst kann die Spende nicht zugeordnet werden. Ebenfalls wichtig: Im Empfängerfeld genau diese Zeichenfolge bitte eingeben: Soli-Verein

Die Banken machen im Online-Zahlungsverfahren zunehmend bürokratische Schwierigkeiten. Wer exakt diesen Empfängerbegriff eingibt, kann aber sicher sein, dass die Spende dort eingeht, wo sie auch ankommen soll.
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Einladung zu einer Strategie- und Aktionskonferenz am 1. Februar 2026

17. Dezember 2025 um 12:00

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Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,

Wir blicken auf ein Jahr zurück, das aus Protest gegen den Gaza-Krieg Einhunderttausend Menschen auf die Straßen in Berlin brachte. Eine so starke Solidarität für Palästina hat Deutschland noch nie erlebt. Gestärkt wurde die Friedensbewegung zudem durch die Demonstrationen am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart mit zusammen 35.000 Teilnehmenden und, was hoffungsvoll stimmt, durch den selbst organisierten Streik- und Protesttag von Schülerinnen und Schülern gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember mit 55.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dies sind wichtige Erfahrungen, auf die wir im vor uns liegenden Jahr aufbauen können. 2026 wird noch herausfordernder als 2025, die Fragestellungen noch drängender, die Verabredungen noch notwendiger.

2025 bescherte uns eine Weichenstellung für die massive Aufrüstung Deutschlands und der NATO in Europa – vor allem auf Pump. Der Plan, bis 2029 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung für Militärausgaben im engeren Sinne ausgeben zu wollen, wird diese gegenüber 2024 (bzw. innerhalb von fünf Jahren) fast verdoppeln – auf etwa 170 Milliarden Euro. Der Schuldenberg treibt die Zinslast im Bundeshaushalt so hoch, dass dann fast jeder sechste Steuer-Euro des Bundes für Zinsen draufgeht. Der Spielraum für Sozialleistungen wird massiv eingeschränkt. Sozialer Kahlschlag droht. Die Hochrüstung soll Russland in die Enge treiben, möglichst ruinieren. Eine Atommacht Russland, die ohnehin konventionell gegenüber NATO-Europa zurückliegt und zudem durch Mittelstreckenwaffen aus Deutschland strategisch bedroht werden soll. Im Zuge der von Deutschland angeführten Aufrüstung droht nach flächendeckenden Musterungen die Wehrpflicht und der Aufbau einer europäisierten Atommacht. Die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA wirft Fragen nach Kräfteverschiebungen auf dem Globus auf – nicht nur in Europa, sondern vor allem in Asien und Lateinamerika. Die Vielzahl der Anforderungen und die Brisanz der Entwicklungen verlangen nach Beratung, strategischen Festlegungen und Aktionen.

Die Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ lädt dich herzlich ein zu einer …
 

Strategie- und Aktionskonferenz, online, am Sonntag, den 1. Februar 2026, 11 bis 14 Uhr.

 
Um an dieser teilzunehmen, musst du dich anmelden / registrieren. Siehe dazu weiter unten.

Wir schlagen vor zu diskutieren, was wir tun können, um:

  • den Ukrainekrieg möglichst schnell und auch nachhaltig zu beenden und der Kriegspropaganda entgegenzutreten,
  • in Gewerkschaften und Kirchen den Widerstand gegen Aufrüstung und Sozialabbau zu unterstützen,
  • mitzuhelfen, den Aktionstag der Jugendbewegung gegen die Wehrpflicht am 5. März 2026 gesamtgesellschaftlich zu verbreitern,
  • Pläne, Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren, zu verhindern,
  • US-Absichten eines Regime-Change in Venezuela zu vereiteln?

 

Registrationslink

 
Um an der Online-Konferenz teilzunehmen, musst du dich registrieren. Unmittelbar danach wird dir ein individueller Zugangslink zugestellt, mit dem Du dich am 1. Februar kurz vor 11 Uhr in die Beratung einwählen kannst.

https://us06web.zoom.us/meeting/register/4_omYQQgTRWRliaIVYTTPg

Hinweis: Personen, die sich frühzeitig anmelden, erhalten diesen Zugangslink dann von uns noch ein zweites mal einige Tage vor der Konferenz zugestellt. Es muss dann also niemand lange in seinem Mailpostfach suchen.

Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘
 


 
Hier kannst du sehen, wie die Einladung am 17. und 18. Dezember als Mail verschickt wurde:

Verschickte Einladung

Weitere Einzelheiten zu der Konferenz werden im Januar veröffentlicht.
 
 

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Newsletter 14/2025 – Schulstreik – Webinare – Positionspapiere

07. Dezember 2025 um 23:08

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Am 8. Dezember wird unser Newsletter 14/2025 verschickt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Newsletter auf Berichten vom Schulstreik gegen die Einführung neuer Zwangsdienste. Wir laden zudem zu einem Webinar zum Thema „Ist der Gaza-Krieg vorbei?“ ein, das am 18.12.25 stattfinden wird. Außedem versenden wir einen Bericht von unserem China-Webinar und wir berichten über verschiedene Positionsspapiere, die sich auf den 28-Punkte-Plan beziehen und auf das Verhältni zu Russland

Hier kannst Du dir diesen Newsletter so aufrufen, wie er als Mail verschickt wird:

Newsletter 14/2025 im Mailverkehr

Hier findest Du ihn im PDF-Format:

Newsletter 14/2025 im PDF-Format
 
 

 
 

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Bundesweiter Schulstreik: 55.000 gegen die Wehrpflicht!

07. Dezember 2025 um 15:03

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von Andrea Hornung ***

Die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht waren ein voller Erfolg: Mehr als 55.000 Jugendliche waren bei den Streiks am 5.12. in mehr als 100 Städten auf der Straße – trotz Repression und Einschüchterungsversuchen. „Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!“ und „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ hörte man auf den Straßen in ganz Deutschland. Die Schülerinnen und Schüler haben damit deutlich gezeigt, dass sie von den Plänen der Bundesregierung nichts halten und sich nicht im Krieg verheizen lassen wollen. Nachdem der Bundestag am Freitag das sogenannte „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ beschloss, kündigten sie für den 5.3. den nächsten Schulstreik an. Der 5.12. ist zum Auftakt einer neuen antimilitaristischen Jugendbewegung geworden.
 

Das „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“

 
Anlass für die Proteste war der Beschluss des „Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes“ am Freitag im Bundestag. Demnach bekommen ab dem 1. Januar 2026 alle 18-jährigen Fragebögen zu Motivation und Eignung für den Kriegsdienst. Männer müssen die Fragebögen beantworten. Ab 2027 kommen verpflichtende Musterungen hinzu. Die Bundesregierung hat bereits klargestellt: Wenn sich nicht genug Freiwillige melden, dann kommt die Pflicht. Und das, obwohl die große Mehrheit der Betroffenen die Wehrpflicht ablehnt. Umfragen an Schulen ergaben, dass vielerorts mehr als 80%, teilweise sogar weit mehr als 90% der Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht sind. Sie fühlen sich nicht gehört von der Politik, die sie in kaputten Schulgebäuden sitzen lässt, ihnen eine zerstörte Umwelt hinterlässt und sie jetzt auch noch zum Kriegsdienst zwingen will. Es wächst die Erkenntnis, dass es im Kapitalismus grundsätzlich nicht um die Interessen von Jugendlichen geht, sondern immer um Profite.
 

Organisation durch lokale Schulstreikkomitees

 
Allein in Berlin waren über 10.000 junge Menschen auf der Straße. Selbst in kleineren Städten wie Friedberg oder Marburg waren es Hunderte, darunter sogar Grundschülerinnen und Grundschüler. Organisiert wurden die Proteste von den Jugendlichen selbst, die in den letzten Wochen Schulstreikkomitees in Städten und Schulen aufgebaut hatten und oft das erste Mal selbst politisch aktiv wurden. Allein in Göttingen nahmen an den Vorbereitungstreffen des Schulstreikkomitees bis zu 90 Schülerinnen und Schüler teil. Sie organisierten Verteilungen, Bannerdrops, klebten Plakate und standen am Freitagmorgen als Streikposten vor den Schulen. In Kiel fuhr das Streikmobil, ein Auto mit Plakaten und Megafon, von Schulhof zu Schulhof und mobilisierte noch unentschlossene Schülerinnen und Schüler zum Streik. Unterstützt wurde die Bewegung von SchülerInnenvertretungsstrukturen wie der LSV NRW, der LSA Berlin oder der KSV Kiel. Eine besonders aktive Rolle spielte vielerorts die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), aber auch die Falken, die linksjugend solid, der Internationale Jugendverein (IJV) und viele weitere politische Organisationen. Auch wir als Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ riefen zu den Schulstreiks auf.
 

Repressionen in Rostock und Halberstadt

 
Während Verteidigungsminister Boris Pistorius am Donnerstag zu den Schulstreiks erklärte, dass „Jeder in diesem Land für und gegen alles demonstrieren kann“, sah die Realität anders aus. In Rostock drohte die Versammlungsbehörde mit Kontrollen der Freistellungen der Schülerinnen und Schüler und verlegte die Kundgebung dann eigenmächtig. In einer Schule in Halberstadt wurden die Schülerinnen und Schüler in ihrer Schule eingesperrt, um sie davon abzuhalten, streiken zu gehen. Bildungs- und Kultusministerien in ganz Deutschland versandten Briefe an Schulleitungen, in denen sie klarstellten, dass unentschuldigte Fehlstunden, die Note 6 oder sogar Verweise die Folge der Teilnahme an den Schulstreiks seien. Die Schülerinnen und Schüler bewiesen Mut und gingen dennoch auf die Straße. Sie argumentierten: „Was sind schon ein paar Fehlstunden gegen 180 Tage Töten Lernen oder im schlimmsten Fall sogar sterben?“ Und auch die GEW und viele Lehrerinnen und Lehrer solidarisierte sich mit den Schulstreiks.
 

Nächster Streiktag am 5.3.2026

 
Nach dem 5.12. muss es nun darum gehen, aktiv zu bleiben. Ronja Ruh von Schulstreik gegen Wehrpflicht erklärte: „Wir bleiben laut, bis die Wehrpflicht vom Tisch ist. Wir werden jedem Schritt zur Einführung der Wehrpflicht etwas entgegensetzen.“ Bis zum nächsten Streiktermin am 5.3. muss es darum gehen, Schulstreikkomitees in weiteren Schulen und Orten zu gründen, gegen Bundeswehrwerbung an Schulen und für bundeswehrfreie Schulen aktiv zu werden und am 5.3. mit noch mehr Schülerinnen und Schüler auf die Straße zu gehen. Als Friedensinitiativen sollten wir sie dabei unterstützen und ihre Stimme auch auf den Ostermärschen zu Wort kommen lassen.

 

*** Andrea Hornung engagiert sich in der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘. Sie ist Bundesvorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)
 


 
Hier findet ihr zudem die
Presseerklärung des Bündnis Schulstreik gegen Wehrpflicht vom 5.12.2025


 
Nachfolgend haben wir euch ein paar Bilder eingefangen. Diese stammen aus Bonn, Frankfurt am Main, Bremen, Heidelberg, Potsdam, Wetterau, Rostock, Hamburg, Berlin und Köln. So oder ähnlich sah es am 5. Dezember in rund 100 Städten aus … Um euch die Bilder genauer anzuschauen, klickt bitte einfach auf das jeweilige Bild.


 
(Auszug von RSS-Feed)

PRESSEMITTEILUNG: Bündnis Schulstreik gegen Wehrpflicht

05. Dezember 2025 um 21:23

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Bundesweiter Schulstreik gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

 
Zehntausende Jugendliche gehen heute auf die Straße – für Frieden, Selbstbestimmung und echte Zukunftsperspektiven

05.12.2025

Heute, am 5.12., wurde ein Gesetz zum sogenannten „neuen Wehrdienst“ beschlossen. Und heute streikten mehr als 55.000 Schüler*innen in mehr als 80 Städten, um sich dagegen zu wehren! Von Kiel bis München, von Göttingen bis Potsdam waren viele Plätze in den Schulen frei, blieben viele Klassenzimmer leer. „Wir sind beeindruckt davon, wie viele Schüler*innen heute gestreikt haben. Das zeigt: Die Schülerinnen und Schüler sprechen sich nicht nur in Umfragen gegen die Wehrpflicht aus, sondern sind bereit, dagegen aktiv zu werden. Sie haben heute Mut bewiesen. Denn sie möchten nicht 6 Monate lernen, zu töten. Sie wollen nicht im Krieg sterben. Heute waren über 55.000 Schüler*innen auf der Straße, trotz Repression und Drohungen durch Bildungsministerien, Schulleitungen und Versammlungsbehörden. An vielen Orten wurden die Schüler*innen aber auch von Eltern und Lehrer*innen, zum Beispiel von der GEW, unterstützt“, fasst Hannes Kramer, bundesweiter Pressesprecher, zusammen. In München gingen bereits am Vorabend über 2000 Menschen auf die Straße, um gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu demonstrieren.

Phil Werring aus Münster meint: „Wir sollen für Deutschland kriegstauglich werden – doch was ist mit unserem Recht, in Frieden zu leben?“ Auch in den Reden und in offenen Mikrofonen wurde deutlich, warum die Schüler*innen heute ihre Klassenzimmer verlassen haben: Sie wollen keine Wehrpflicht und keinen Krieg. Sie wollen gute Bildung, echte Zukunftschancen und ein Leben ohne Zwang und Drill. „Sie haben uns mit Fehlzeiten gedroht und versucht, mit Gesprächen einzuschüchtern. Das habe ich auch selbst so erlebt, aber mich entschieden, trotzdem zu streiken. Was ist schon ein Gespräch mit dem Schulleiter oder unentschuldigte Fehlstunden im Vergleich zu einem halben Jahr in der Kaserne?“, erzählt Golo Busche aus Kiel.

Getragen wird der Schulstreik von lokalen Initiativen, Streikkomitees und Bündnissen, in denen Schüler*innenvertretungsstrukturen wie zum Beispiel die LSV NRW, die SSV Frankenthal, die BSV Bochum, der LSA Berlin oder die KSV Kiel eine wichtige Rolle spielen. Viele von ihnen haben in den vergangenen Wochen mit großem Engagement Demonstrationen vorbereitet, Reden geschrieben, Plakate gestaltet, Umfragen durchgeführt und Mitschüler*innen mobilisiert. Der heutige bundesweite Aktionstag zeigt, wie groß der Widerstand gegen das heute beschlossene Gesetz ist.

Laut diesem Gesetz sollen ab Januar 2026 alle 18-Jährigen einen Fragebogen zur sogenannten „Wehrdiensttauglichkeit“ ausfüllen; junge Männer müssen diesen ausfüllen und sollen darüber hinaus verpflichtend gemustert werden. Für viele Jugendliche bedeutet das enormen Druck „Wir haben ein Recht darauf, selbst zu bestimmen, welchen Weg wir gehen – und wir lassen uns nicht in militärische Strukturen drängen“, betont Viktoria Gramm aus Mainz.

Damit ist jetzt schon klar: Mit dem heutigen Tag endet der Protest nicht. „Wir bleiben laut, bis die Wehrpflicht vom Tisch ist. Wir werden jedem Schritt zur Einführung der Wehrpflicht etwas entgegensetzen“, meint Ronja Ruh aus Berlin. Für den 5.3.2026 rufen wir als Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht deshalb zum nächsten Streik auf, der noch größer und stärker werden soll. Bis dahin werden sich die Schüler*innen auf die nächsten Streiks vorbereiten und sich gegen Bundeswehrwerbung an ihren Schulen einsetzen. Wir rufen alle Menschen – ob jung oder alt – auf, sich dem Protest anzuschließen und die Schüler*innen zu unterstützen.

Weitere Informationen gibt es unter: https://www.instagram.com/schulstreikgegenwehrpflicht/

https://schulstreikgegenwehrpflicht.com

Die Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht hat sich als bundesweite Vernetzung aktiver Schüler*innen im Zuge der Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht gegründet und steht allen Interessierten offen.

Kontakt:

E-Mail: [email protected]

(Auszug von RSS-Feed)

Abkehr vom Feindbild Russland – für eine neue Entspannungspolitik!

04. Dezember 2025 um 08:00

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IPPNW-Ärztinnen und -Ärzte veröffentlichen Resolution:

„Abkehr vom Feindbild Russland – für eine neue Entspannungspolitik!“

 
Der Kernpunkt aller Rechtfertigungen für die geforderte „Kriegstüchtigkeit“ – Blockierung der Beendigung des Ukrainekrieges, Mega-Rüstung unter Erdrosselung von eigener Industrie und Sozialstaat sowie Aufblähung der Bundeswehr sowie Aufstellung von erstschlagstauglichen US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland 2026 – ist die Einpflanzung der Bedrohung durch Russland in unsere Herzen und Hirne. Russland werde „uns“ (die NATO) bis spätestens 2029 angreifen – vielleicht sei 2025 sogar schon der letzte Friedenssommer gewesen (Sönke Neitzel, Universität Potsdam). Wer dem widerspricht, wird medial in Verdacht gebracht, ein „Putin-Freund“ zu sein – oder doch zumindest „die Geschäfte Putins“ zu betreiben.

Dem gegenüber steht eine trotz vieler gegenteiliger Umfrageergebnisse als minoritär, ja isoliert dargestellte Friedensbewegung, die sich weitgehend in eine Verteidigungshaltung gegen solche Diffamierungen gedrängt sieht.

Dem wollen wir nun einen positiven Zukunftsentwurf entgegenstellen:
Für eine neue Entspannungspolitik!

Und die Abkehr vom Feindbild Russland, die hierfür notwendig ist, knapp und sachlich begründen: Nicht mit pazifistischer Utopie, sondern indem wir der Stimmungsmache ein paar elementare Fakten und realistische Vorschläge entgegensetzen.

Diese Resolution erscheint relativ kurz nach Veröffentlichung des sog. „28-Punkte-Plans“, mit dem erstmals seit über drei Jahren Krieg (und Hunderttausenden von Toten und Verstümmelten) ein Lösungsvorschlag auf dem Tisch liegt, der für die beiden Großmächte hinter dem Konflikt eine realistische Verhandlungsgrundlage sein könnte. Unsere Resolution bezieht sich jedoch bewusst nicht auf diesen Plan (auch wenn sie überraschende Parallelen zu einigen seiner Inhalte aufweist). Denn sie hat eine weiter reichende Intention:

Sie zielt auf das dem Krieg und dem (selbst-)zerstörerischen Rüstungsfieber zugrunde liegende Problem in den Köpfen, das Feindbild Russland, die Russophobie. Diese wird durch eine toxische Mischung aus komplizierter Realität, selektierten Fakten, Halbwahrheiten und Verdrehungen geschürt und hat inzwischen pathologische Züge einer kollektiven Angstpsychose angenommen.

40 Jahre nach dem Friedensnobelpreis für die berufsbezogene Friedensorganisation IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) sehen wir uns als friedenspolitischer Arbeitskreis ihrer deutschen Sektion daher verpflichtet, diese schwere und gefährliche psychische Störung beim Namen zu nennen, mittels Fakten gegen das Fieber anzugehen und Bundesregierung sowie Gesellschaft dazu aufzurufen, zur Besinnung zu kommen.

Berlin, 04.12.25

Für den IPPNW-AK „Süd-Nord“ (friedenspolitischer Arbeitskreis von IPPNW-Deutschland):

Christoph Krämer
E-Mail: kraemer.ak-sn[at]ippnw.de

 


Resolution des IPPNW-AK „Süd-Nord“:      

Abkehr vom Feindbild Russland – für eine neue Entspannungspolitik      

Als friedenspolitischer Arbeitskreis der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzt*in­nen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) fordern wir von der Bundesregierung eine neue Ent­spannungspolitik sowie die Förderung auch zivilgesellschaftlicher Aktivitäten zur Völkerver­ständigung mit Russland.

Und appellieren an die ganze Gesellschaft: Um einen Weg heraus aus der Eskalationsspi­rale und zur Beendigung des Ukrainekrie­ges zu eröffnen, greift es zu kurz, im Chor mit Regierung und Medien immer wieder einseitig nur den russischen Einmarsch in die Ukraine von 2022 anzuklagen, den auch wir als Bruch des Völkerrechts sehen. Vielmehr wenden wir uns klar gegen jede Form von Völkerrechtsbruch!

In Wahrnehmung der historischen Mission der IPPNW, der Verhütung des Atomkriegs, und der Kernziele des Leitbilds unserer deutschen Sektion, fordern wir daher:

  • Der Ukrainekrieg kann und muss jetzt beendet werden – durch Respektierung nicht nur der ukrainischen, sondern auch der russischen Sicherheitsinteressen. Denn die weitere Eskalation dieses Krieges kann rasch in einen offenen Krieg der NATO mit Russland mün­den, und damit in einen Welt- und Atomkrieg!
  • Dazu gehört zuvorderst die Abkehr von dem Plan, die Ukraine in die NATO aufzunehmen, und die verbindliche und dauerhafte Festschreibung ihrer Neutralität.
  • Sowie die Bereitschaft zu Kompromissen von beiden Seiten, auch von westlicher – etwa was den Status der Krim betrifft (als Basis der russischen Schwarzmeerflotte) sowie der Ostukraine mit ihrer überwiegend russischstämmigen Bevölkerung und Kultur.
  • Sicherheit lässt sich in unserer von Atomwaffen und zunehmend auch von „künstlicher Intelligenz“ bedrohten Welt nicht durch gewaltsamen Ausbau der westlichen Dominanz, sondern nur gemeinsam herstellen: Sicherheit neu denken!
  • „Gemeinsame Sicherheit“ heißt: Rückkehr zum Prinzip der Charta von Paris, in der zur Be­endigung des Kalten Krieges 1990 festgeschrieben wurde: „Sicherheit ist unteilbar, und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen verbunden.
  • Dies bedeutet auch die Einsicht, dass Sicherheit in unserer modernen Welt, in der uns die Zerstörungspotenziale der Waffen längst über den Kopf gewachsen sind, nicht durch wei­tere Vergrößerung dieser Potenziale herstellbar ist, sondern nur durch ein neues Denken, das Kommunikation und Vertrauensbildung an die erste Stelle setzt.
    Bewährte Formate wie die UN und die OSZE sind hierfür zu reanimieren und zu stärken.
  • Rückkehr zum Völkerrecht – die UN-Charta gilt für alle, für Russland wie auch für den Westen!
  • Respektierung und Förderung der Multipolarisierung der Welt durch nicht-militärische Bündnisse wie die BRICS statt gewaltsamer Erhaltung der westlichen Hegemonie. Insbesondere hat die NATO nichts in Ostasien zu suchen – schon allein der NATO-Vertrag widerspricht diesen Plänen, denen jetzt eine klare Absage zu erteilen ist.
    Auch die BRICS-Initiativen zur Beendigung des Ukrainekrieges sind uns willkommen!
  • Rückkehr auch zum Rüstungsbegrenzungs- und -kontrollregime, mit dem der Kalte Krieg beendet wurde – vor allem:
    Rettung des New-Start-Vertrages über die Reduktion der strategischen Atomwaffen, der andernfalls Anfang 2026 ersatzlos ausläuft;
    Wiederbelebung des 2019 von Trump gekündigten INF-Vertrages, der Mitteleuropa von den atomaren Mittelstreckenwaffen befreit hatte, statt Stationierung neuer US-Mittel­streckenwaffen in Deutschland 2026;
    Beitritt Deutschlands zum Atomwaffen-Verbotsvertrag (TPNW), statt die in Deutschland stationierten US-Atomwaffen für Milliarden aus Steuergeldern zu modernisieren.
  • Hilfreich für die Vertrauensbildung sind auch zivilgesellschaftliche Aktivitäten wie Städte-, wissenschaftliche und kulturelle Partnerschaften, die durch die „Zeitenwende“ gecancelt wurden – hier ist ein Umdenken und eine schrittweise Wiederherstellung erforderlich.

Das beschriebene Umdenken wird nicht nur die Bedrohung der Welt durch Krieg, Atomkrieg und Völkermord eindämmen, das Klima schützen und Millionen von Menschen vor Flucht und Vertreibung bewahren. Sondern es wird auch unserem eigenen Land ganz direkten Ge­winn bringen: Denn der Wegfall der ruinösen Hochrüstung für 5% des BIP, die Mittel in der Höhe von fast 50% des Bundeshaushalts verschlingt und dazu Berge von Zinsen, die für BlackRock & Co. bestimmt sind, wird Geld für Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Eisen­bahn und Klimarettung freisetzen, die unser Land so dringend braucht.

Erläuterung dieser Initiative:

Ein ernsthafter Ansatz zur Beendigung des Ukrainekrieges erfordert zuallererst eine Umkehr des Denkens:
Zum einen die Erkenntnis, dass Kriege fast immer am Verhandlungstisch enden.
Sowie die Bereitschaft, unsere eigene, westliche Rolle bei der Herbeiführung des Konflikts zu sehen: Indem wir die Verletzung der russischen Sicherheitsinteressen durch die wortbrüchig seit Jahren vorangetriebene NATO-Ostexpansion erkennen. Und vor allem, indem wir diesen Kurs jetzt korrigieren, indem die NATO und ihre führenden Mitgliedsstaaten incl. Deutsch­lands, die Aufnahme der Ukraine in die NATO endlich ausschließen, und zwar dauerhaft.
Die Idee, mittels des Putsches von 2014 die westliche Hegemonie auf die Ukraine auszudeh­nen und die Krim als Standort der russischen Schwarzmeerflotte dem NATO-Territorium einzuverleiben – mit dem Ergebnis, die Ukraine in einen Pro-EU-/NATO-Teil und einen pro-russischen Teil zu spalten – hat sich als katastrophaler Fehler erwiesen.
Hinzu kam der Bruch des Minsk-II-Abkommens durch Präsident Selenskyjs Dekret Nr. 117 von 2021 zur Rückeroberung von Krim und Donbas – was der Westen tolerierte, ja förderte.
Sowie die vertane Chance von Istanbul gleich zu Beginn des Krieges, ihn mit einem Kompro­missfrieden zu beenden – dem die NATO bei ihrem Brüsseler Gipfel im März 2022 eine Ab­sage erteilte – bekräftigt durch die Entsendung von Boris Johnson nach Kiew, um Selenskyj von der Unterzeichnung abzuhalten.

Die Wiederherstellung des zerstörten Vertrauens in westliche Zusagen erfordert nun ein Aufgreifen der positiven Signale aus den USA durch ein klares Verständigungsangebot an Russland auch seitens des europä­ischen Teils der NATO einschließlich Deutschlands.

Und die Abkehr vom Kurs der „Kriegstüchtigkeit“, also der horrenden Vergrößerung der be­reits bestehenden konventionellen NATO-Überlegenheit (siehe Greenpeace-Studie 2024) –  
der mit der Steigerung der Rüstungsausgaben von 2% auf 5% des BIP verfolgt wird sowie
mit der Aufstellung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland, die Angriffs- und Erst­schlagswaffen sind und Moskau fast keine Vorwarnzeit mehr lassen.

Die Begründung dieser Eskalationsstrategie in hiesigen Medien und Talkshows – Russland plane bis 2029 einen Angriff gegen die NATO – widerspricht allen Fakten:

–  Jenseits propagandistischer Phrasen ist kein Interesse Russlands an einem solchen Angriff erkennbar. Sämtliche US-Geheimdienste haben 2024 und 2025 derartige Pläne verneint.

–  Zudem ist Russland militärisch nicht annähernd in der Lage, einen Krieg gegen die NATO zu führen. Laut SIPRI-Daten und der darauf basierenden Greenpeace-Studie von 2024 ist Russland konventionell selbst dem europäischen Teil der NATO weit unterlegen.

Beide Fehler – NATO-Ostexpansion samt der immer noch unkorrigierten Parole, der Weg der Ukraine in die NATO sei „unumkehrbar“ (Rutte) sowie die neue NATO-Massivrüstung – be­feuern die in Russland zunehmende Befürchtung, westeuropäische Mächte würden – wie schon mehrfach in der Geschichte – erneut einen Angriffskrieg gegen Russland planen.
Hinzu kommt der westliche Völkerrechts-Nihilismus, der sich seit 1999 in den westlichen Angriffskriegen gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien manifestiert. Sowie die Kündigung zentraler Rüstungskontrollabkommen und die Missachtung von Verträgen durch die USA. In Russland wird bereits diskutiert, ob die USA überhaupt vertragsfähig sind.
Aktuelle Beispiele für die Doppelmoral des Westens sind das genozidale Vorgehen in Palästi­na, der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen den Iran und die fortgesetzte Unterstützung der rechtsextremen israelischen Regierung mit Geld und Waffen durch die USA und Deutsch­land. Seine „Drecksarbeit“-Äußerung im deutschen Fernsehen zu Netanjahus Vorgehen of­fenbart die Geringschätzung des Bundeskanzlers für das Völkerrecht.

Russland zur Einhaltung des Völkerrechts zu bewegen, erfordert die Rückkehr zum Völker­recht auch durch den Westen – anstatt es durch dessen sogenannte „regelbasierte Ordnung“ zu ersetzen.

Der historische Fehler liegt nicht in der alten Entspannungs- und Verständigungspolitik, die bekanntlich zur Überwindung des Kalten Krieges und der Blockkonfrontation führte. Sondern in der Abkehr davon zugunsten westlichen Vormacht- und Expansionsstrebens wie der NATO-Ostexpansion, das ein Grundprinzip der Charta von Paris ignoriert:
Sicherheit ist unteilbar, und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen verbunden.

Daher:
Abkehr vom Feindbild Russland – für eine neue Entspannungspolitik!

Berlin, 04.12.25

(Auszug von RSS-Feed)
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