NEWS 23

🔒
❌
Stats
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Ältere BeiträgeNie wieder Krieg!

Newsletter 04/2026 – Schulstreik am 8. Mai 2026

23. April 2026 um 00:32

Vorschau ansehen

Am 23. April 2026 wurde unser Newsletter 04/2026 verschickt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Newsletter bei folgenden Themen: Nächster Schulstreik am 8. Mai 2026; Demonstrationen am 30. Mai in Wiesbaden und Grafenwöhr; Erklärung: Russland ist nicht unser Feind. Darüber hinaus gibt es einen kurzen Rückblick auf die Ostermärsche sowie Ankündigungen für verschiedene Veranstaltungen. Darunter einen Internationalen Friedenskongress in London sowie Veranstatungen im Zusammenhang mit dem 85. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion. Wir informieren zudem über einen Brief an alle Delegierte und Gäste des bevorstehenden DGB-Bundeskongresses.

Hier kannst Du dir diesen Newsletter so aufrufen, wie er als Mail verschickt wird:

Newsletter 04/2026 im Mailverkehr

Hier findest Du ihn im PDF-Format:

Newsletter 04/2026 im PDF-Format
 
 

 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Schulstreik am 8. Mai: 45.000 Schülerinnen und Schüler sagen: Ihr kriegt uns nicht!

15. Mai 2026 um 12:00

Vorschau ansehen

Am 81. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus streikten Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland zum dritten Mal gegen die Wehrpflicht. Den nachfolgenden Bericht dazu verfasste Andrea Hornung, Bundesvorsitzende der SDAJ, aktiv in der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘. Wir dokumentieren euch zudem ihre Rede beim Schulstreik in Göttingen. Außerdem dokumentieren wir euch zwei Pressemitteilungen der Schulstreikbewegung, die noch am 8. Mai verschickt wurden. Davon befasst sich eine besonders mit den staatlichen Repressionen bei diesem Schulstreik. Insbesondere in München. Ebenfalls findet ihr auf dieser Seite die Berichte von der Schulstreikkonferenz, die zuvor am 18. und 19. April in Göttingen stattfand. In diesem Zusammenhang auch das Grußwort unserer Initiative auf dieser Konferenz sowie den dort gefassten Beschluss betreff weiterer Aktivitäten der Schulstreikbewegung.

 

Vorab aber folgende dringende Bitte:
 
Die Schulstreiks gegen Wehrpflicht sind Sache der Jugend, aber nicht nur der Jugend. Deswegen unterstützt die nächsten Schritte der Bewegung mit all eurer Kraft und spendet auch für die nächste Schulstreikkonferenz!

Spenden für die Schulstreikkonferenz bitte an:
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
IBAN: DE53370205000008304609
BIC: BFSWDE33XXX
Verwendungszweck: „Schulstreikkonferenz“
 


 

45.000 Schülerinnen und Schüler sagen: Ihr kriegt uns nicht!

 
Am 81. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus streikten SchülerInnen in ganz Deutschland zum dritten Mal gegen die Wehrpflicht

„Schulstreik gegen Wehrpflicht – Verfassungsfeinde als Treiber des Protests“ liest man im BR. hessenschau berichtet, dass „Linksextreme“ die Schüler-Demos steuern. Am Vorabend des ersten Schulstreiks hatte Kriegsminister Boris Pistorius noch versucht, die Schülerinnen und Schüler einzubinden, indem er die Streiks als großartig bezeichnete –während selbstverständlich gleichzeitig den ersten Schritt Richtung Wehrpflicht im Bundestag beschließen ließ. Nachdem die Schülerinnen und Schüler am 5. März und 8. Mai weiter gegen den Kriegsdienst und eine Zukunft in Schützengraben auf die Straße gingen und die Bewegung nun zum dritten Mal ca. 50.000 Menschen in ganz Deutschland auf die Straße gebracht hat, hört man nun andere Töne. Wenn die Einbindung nicht funktioniert, dann müssen die Schulstreiks eben jetzt als „linksextrem“ gesteuert und Schülerinnen und Schüler als ferngesteuert diffamiert werden. Diese Angriffe haben die Funktion, die Bewegung zu spalten und zu schwächen. Das dürfen wir als Kriegsgegnerinnen und Kriegsgegner nicht zulassen.
 

Repressionen nehmen zu

 
Und man versucht es nicht nur mit medialen Angriffen: Die Repressionen gegen die Streiks nehmen zu. In Friedberg wurden Schülerinnen und Schüler in der Schule eingesperrt, in Hamburg wurden bewusst Klausuren auf den Streiktag verschoben, um die Teilnahme zu erschweren, in Bielefeld kontrollierte die Polizei Ausweise und Schulpflicht und in Kiel wurden im Vorfeld des Streiks Schüler von Verfassungsschutz und BKA angequatscht. Doch die Schulstreikbewegung zeigt, wie mit diesen Angriffen umzugehen ist: Wenn es am 5. März Anzeigen wegen „Merz leck Eier“ und „Merz, stirb doch selber an der Ostfront“ gibt, dann werden Schilder mit dieser Aufschrift wie in München eben hundertfach mitgebracht und dann schallt es in ganz Deutschland erst recht „Merz leck Eier“. Wenn Klausuren auf den Streiktag verschoben werden, heißt es erneut: Was ist schon eine schlechte Note gegen 180 Tage Kriegsdienst? Und wenn Schülerinnen und Schüler angequatscht werden, dann wird dichtgehalten und klargestellt: Das zeigt, dass wir einen wunden Punkt getroffen haben.
 

Wehrpflicht als Achillesferse

 
Denn die streikenden Schülerinnen und Schüler sind denen, die aufrüsten und den Krieg vorbereiten, ein Dorn im Auge. Gleiches gilt, für die vielen Schülerinnen und Schüler, die sich zwar bislang nicht getraut haben, selbst zu streiken, die aber dennoch massenhaft nicht auf die Fragebögen der Bundeswehr antworten. Denn ohne Menschen, die in den Schützengraben gehen, ohne Menschen, die die Waffen produzieren, ohne Menschen, die das Material verladen, kann kein Krieg geführt werden. Die Wehrpflicht ist die Achillesferse der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung. Und um das zu erkennen, um nicht zu militärischem Drill und Gehorsam erzogen werden zu wollen, dafür braucht es keine „Fernsteuerung“. Der Kampf gegen Aufrüstung und Krieg ist im ureigensten Interesse der Schülerinnen und Schüler – und darin werden sie von Landesschüler*innenvertretungen wie in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, von Gewerkschaften wie der GEW und der IG BAU, von Eltern, der Friedensbewegung und natürlich auch von linken Jugendorganisationen tatkräftig unterstützt.
 

81 Jahre nach Krieg und Faschismus

 
Dass der Schulstreik am 81. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus stattfand, war kein Zufall. Die Schulstreikbewegung erklärte: „Am 8. Mai 1945 wurde der zweite Weltkrieg beendet. Der Krieg hatte 2000 Tage lang täglich Zerstörung, Leid und Tod mit sich gebracht. Er kostete über 60 Millionen Menschen weltweit das Leben. Etwas, das niemand von uns erneut erleben möchte. Doch heute wird in Deutschland wieder aufgerüstet, fast jeder zweite Euro des Bundeshaushalts wird für Panzer, Bomben und Infrastruktur, die das Land auf den Krieg vorbereitet, ausgegeben. Die Kassen der Rüstungsindustrie klingeln.“ Während Klingbeil erklärt, dass Deutschland nach 81 Jahren der Zurückhaltung wieder Führungsmacht werden solle und Merz vom Zeitalter der Großmächte spricht, rufen die Schülerinnen und Schüler das Zeitalter der Schulstreiks und des Widerstands aus. Dass ihnen das trotz der Angriffe zum dritten Mal gelungen ist, ist ein riesiger Erfolg. Und in einigen Städten wie in Hamburg, Trier, Essen und Münster gelang es ihnen sogar, die Schulstreiks zu vergrößern.
 

Nächster Streiktag im Herbst

 
Die Schülerinnen und Schüler werden weiterhin jedem Schritt in Richtung der Wiedereinführung der Kriegsdienst etwas entgegensetzen. Der Aufbau der Musterungszentren, der geplante Start der Musterungen, all das wird nicht ohne breiten Widerstand ablaufen. Schulstreik gegen Wehrpflicht hat folgende nächste Vorhaben für die Bewegung erklärt:

  1. Eine Aktionswoche gegen den Veteranentag vom 15. bis 21. Juni
  2. Die nächste Schulstreikkonferenz am 18./19. Juli
  3. Die Beteiligung an den Friedensdemos am 1. September und 3. Oktober
  4. Die Schaffung von Schulen ohne Bundeswehr
  5. Den nächsten Streik im Herbst

Die Schulstreiks gegen Wehrpflicht und die antimilitaristische Jugendbewegung verdienen für ihren Mut Respekt und in ihrem Kampf Solidarität. Denn sie führen auch unseren Kampf. Sie wollen einen Krieg unführbar zu machen, der uns alle bedroht, der heute schon von uns allen bezahlt wird und der nur dazu dienen wird, den dritten Griff des deutschen Imperialismus nach der Weltmacht durchzusetzen. Die Schulstreiks gegen Wehrpflicht sind Sache der Jugend, aber nicht nur der Jugend. Deswegen unterstützt die nächsten Schritte der Bewegung mit all eurer Kraft und spendet auch für die nächste Schulstreikkonferenz!

Spenden für die Schulstreikkonferenz bitte an:

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
IBAN: DE53370205000008304609
BIC: BFSWDE33XXX
Verwendungszweck: „Schulstreikkonferenz“
 


 

Rede von Andrea Hornung beim Schulstreik in Göttingen

 
„Nehmt es wahr, nehmt wenigstens ihr es wahr … was von Eueren Vorfahren meistens verdrängt, auch diskriminiert und verleugnet wurde: Das Bedeutsamste und Kostbarste aus deutscher Geschichte ist und bleibt der antifaschistische Widerstand.“

Liebe Schülerinnen und Schüler,

mit diesen Worten begannen Peter Gingold und Esther Bejarano ihren Appell an die Jugend. Peter Gingold und Esther Bejarano waren beide Widerstandskämpfer gegen den deutschen Faschismus und beide Kommunisten. Peter und Esther, sie appellierten an die Jugend, sie appellierten an uns, nicht alles mit uns machen zu lassen.

Und mit dem heutigen Schulstreik kommen wir diesem Appell zum dritten Mal nach. Wir sind es, die heute, am 81. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus, die Lehren daraus ziehen. Denn während die Bundesregierung die Wehrpflicht schrittweise wieder einführt, immer mehr Geld für Aufrüstung und Krieg ausgibt, aktiv einen großen Krieg vorbereitet und den dritten Griff nach der Großmacht plant, sagen wir heute wieder in mehr als 100 Städten: Nie wieder Krieg heißt nie wieder Wehrpflicht!

Damit, dass ihr heute hierhergekommen seid, habt ihr Mut bewiesen. Ihr habt Mut bewiesen, weil ihr dafür die Schule bestreikt – obwohl euch mit Fehlstunden und mit schlechten Noten gedroht wird. Ihr habt Mut bewiesen, weil ihr Regeln übertretet. Und genau das ist notwendig. Das wissen wir von Peter und Esther, von den vielen Widerstandskämpfern gegen den deutschen Faschismus: Wo Gesetze so angepasst werden, dass wir in den Schützengraben gehen sollen, da können wir uns nicht auf die bestehenden Gesetze verlassen. Wo ein Krieg vorbereitet wird, da müssen wir uns wehren. Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht!

 

Peter und Esther haben vor 81 Jahren, nach der Befreiung von Krieg und Faschismus, gehofft, dass es gelingen würde, Faschismus und Krieg jegliche Grundlage zu entziehen. Sie hatten gehofft, dass nie wieder jemand dieses unfassbare Leid erleben muss. Doch sie mussten selbst feststellen, dass wir Nachgeborenen erneut konfrontiert sind mit Rassismus, Nationalismus und Militarismus, mit einer größeren Kluft zwischen arm und reich, mit katastrophaler Umweltzerstörung. Aktuell stehen alle Rechte und Freiheiten, für die Esther und Peter und so viele andere Menschen gekämpft haben, unter Beschuss: Der erste Krankheitstag soll nicht mehr bezahlt werden, der 8-Stunden-Tag soll abgeschafft werden und die Schulen verfallen.

Und diejenigen, die sich dagegen wehren, diejenigen, die nicht in den Krieg ziehen wollen, versucht man jetzt wie die Schulstreiks als „linksextrem“ darzustellen oder medial totzuschweigen. Nachdem uns Pistorius beim ersten Streiktag noch lieb und nett erklärt hat, dass die Bundeswehr auch dafür da sei, dass wir gegen sie kämpfen können, erleben wir jetzt immer mehr Repression und Angriffe. Aber es sind nicht die Schülerinnen und Schüler oder die „Linksextremen“, die uns bedrohen. Was uns bedroht, ist ein System, in dem es nicht um die Interessen der Menschen, sondern um die Profite der Großkonzerne geht, in dem für Profite die Umwelt und unsere Zukunft zerstört und wir im Zweifel sogar in den Tod geschickt werden sollen.

Denn die Wurzeln von Krieg und Faschismus, die sind auch 81 Jahre nach der Befreiung von Krieg und Faschismus nicht überwunden. Die Wurzeln sind nicht überwunden, weil die Bundesrepublik von ehemaligen Nazifunktionären aufgebaut wurde, während Widerstandskämpfer auch nach 1945 verfolgt wurden. Die Tochter von Peter Gingold hat Berufsverbot bekommen. Die Wurzeln von Krieg und Faschismus sind noch nicht überwunden, weil die gleichen Großkonzerne, die vom deutschen Faschismus profitierten, nicht enteignet worden sind, sondern auch heute darauf drängen, wieder Großmacht zu werden. Wenn Merz vom Zeitalter der Großmachtpolitik spricht, wenn Vizekanzler Klingbeil erklärt, dass Deutschland nach 80 Jahren der Zurückhaltung wieder Führungsmacht werden soll, dann geht es einmal mehr um die Interessen von ThyssenKrupp, Deutscher Bank, Siemens, Bayer und BASF. Es geht, wie die völkerrechtswidrigen Angriffskriege auf Venezuela, Iran und Palästina zeigen, einmal mehr um Öl, um Handelsrouten wie die Straße von Hormuz, um Einflusssphären und um Profit. Und es werden nicht die Kinder von ThyssenKrupp-Chef Borrego, von Siemens-Chef Busch oder von Merz und Klingbeil sein, die in den Schützengraben ziehen. Das Sterben, das sollen wir übernehmen. Die Reichen wollen Krieg, denn sie brauchen ihn für ihren Profit. Wir sollen dafür in den Schützengraben.

Liebe Schülerinnen und Schüler,

die Geschichte von Peter und Esther ist die Geschichte von zwei Menschen, die sich selbst unter schwersten Umständen schon als Jugendliche entschieden haben, zu kämpfen. Esther, die im Alter von 18 Jahren im KZ Ravensbrück Sabotage verübte, Peter, der mit nur 15 Jahren in den Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands eintrat. Sie ist die Geschichte zweier Menschen, die ihrer Haltung ihr Leben lang treu blieben, die Mut bewiesen, die ihr Leben lang gegen Krieg, Faschismus und Kapitalismus kämpften. Und sie hofften auf uns, auf eine Jugend, die nicht alles stillschweigend hinnimmt, die sich in die Tradition des antifaschistischen Widerstands stellt und deren Herzen für den Kampf um den Frieden brennen. Sie überließen uns den Auftrag, für eine Welt zu kämpfen, in dem Krieg und Faschismus die Grundlage entzogen sind, in der niemand mehr eine Wehrpflicht einführt, unbegrenzt aufrüstet und alles dem Profitstreben unterordnet.

Den Appell von Esther und Peter ernst nehmen und die Lehren aus dem deutschen Faschismus ziehen, das bedeutet heute gegen die Wehrpflicht zu streiken, gegen die Bundeswehr an Schulen zu kämpfen, das bedeutet heute um 17 Uhr gemeinsam zum Gedenken an der Stadtbibliothek zu gehen. Das heißt, sich nicht einschüchtern zu lassen und sich überall zu wehren, wo unrecht geschieht! Lasst uns wie Esther und Peter sein und gemeinsam hier und heute erklären: Wir werden der Kriegsvorbereitung einen Strich durch die Rechnung machen! Wir werden nicht für Profite in den Krieg ziehen! Nie wieder Krieg heißt nie wieder Wehrpflicht!

 


 

Pressemitteilungen der Schulstreikbewegung vom 8. Mai 2026

 
Pressemitteilung 1 / 8. Mai / 13:20 Uhr: 45.000 Schüler:innen beim Schulstreik gegen Wehrpflicht sagen: Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht!

Heute, am 08. Mai 2026, haben erneut 45.000 Schüler:innen in über 150 Städten die Schule bestreikt. Unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Wehrpflicht“ haben sie am 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs deutlich gemacht: Die Jugend will keine Wehrpflicht. Die Schülerinnen und Schüler forderten die Rücknahme des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes, einen Stopp der schrittweisen Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie einen Stopp von Bundeswehrauftritten an Schulen. Laut aktuellen Zahlen hat erst ein Viertel der 18-Jährigen die Fragebögen der Bundeswehr beantwortet, obwohl Bußgelder drohen. Das zeigt, dass viele Jugendliche keine Lust auf die Wehrpflicht haben.

Hannes Kramer, Pressesprecher der Schulstreiks gegen Wehrpflicht, erklärt dazu: „Heute haben Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland erneut deutlich gemacht: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft. Damit ziehen wir die Schlussfolgerung aus dem Zweiten Weltkrieg. „Nie wieder Krieg!“ heißt heute „Nie wieder Wehrpflicht!“. Damals haben IG Farben, Deutsche Bank und Krupp profitiert. Heute geht es wieder um die Profite von Rheinmetall und Co. Sie wollen uns im Schützengraben verheizen? Wir werden weiter streiken!“

Die Stimmung auf den Streiks war solidarisch und laut. Die Schüler:innen waren nach dem Vorfall im März, bei dem ein Schüler mit einem Plakat mit der Aufschrift „Merz, leck Eier“ verhaftet wurde, in großer Zahl mit demselben Plakat auf dem heutigen Schulstreik und zeigten so, dass sie zusammenstehen und sich die Politik der Bundesregierung nicht gefallen lassen.

 

In Münster hat die Polizei, wegen dem Demospruch von „Merz, Leck Eier!“ Identitätsfeststellungen durchgeführt und Schüler:innen so eingeschüchtert. Auch in vielen weiteren Städten kam es zu Repressionsfällen wie Einsperrungen in Schulen und Attestpflicht. Phil Werring, 17, Schüler aus Münster erklärt dazu „Wir verurteilen diesen Angriff auf unsere Meinungs- und Versammlungsfreiheit aufs Schärfste! Regierung und Bundeswehr erzählen uns, dass sie auch dafür kämpfen, dass wir gegen sie sein können. Das hört aber auf, wenn sich dieser Widerstand organisiert. Wir lassen uns nicht einschüchtern, denn wir Schüler:innen haben gemeinsam eine große Stärke: Wir stehen zusammen und gehen für unser Interesse weiter auf die Straße. Für jede Repression verteilen wir noch mehr Flyer, diskutieren mit noch mehr Mitschüler:innen. Deshalb macht es mich froh, dass wir trotz Einsperrungen, trotz Einschüchterungen heute so viele auf der Straße sind und Widerstand dagegen leisten, dass wir in Kasernen gezwungen werden sollen, anstatt eine Zukunftsperspektive zu haben.“

Die vorangegangenen Streiktage haben gezeigt, wie groß der Unmut unter den Schülerinnen und Schülern ist. Auch wenn sich heute nicht alle davon erneut am Streik beteiligt haben. Lisa Alexander, 17, Schülerin aus Itzehoe erklärt dazu: „Wir haben drei Streiktage mit zehntausenden Schüler:innen organisiert. Wir haben hunderte Streikkomitees in Städten gegründet und gründen immer mehr Streikkomitees an Schulen. Wir haben Konferenzen organisiert, mit denen sich eine bundesweite Schüler:innenbewegung selbstorganisiert. Trotz Abiprüfungen, weniger medialer Aufmerksamkeit und Einschüchterungen waren wir heute mit 45.000 Schüler:innen auf der Straße. Das zeigt, dass es gelingt, Strukturen aufzubauen und den Schulstreik über einzelne Streiktage hinweg weiterzuführen. Wir haben heute klar gemacht: Die Jugend will keine Wehrpflicht. Die Bundesregierung wird sich weiter warm anziehen müssen!“ Die Schulstreiks erhalten breite Unterstützung von Eltern, Lehrer:innen, Gewerkschaften, Studierenden, Friedensbewegung und weiteren Initiativen. Viele GEW-Gliederungen zum Beispiel die GEW Hessen, Bayern und Sachsen – also die Gewerkschaft, in der Lehrkräfte sich organisieren – unterstützen die Schulstreiks. Auch die Landesschüler:innenvertretungen zum Beispiel in Rheinland-Pfalz und NRW rufen zu den Streiks auf.

Als nächste Schritte plant die Bewegung eine Aktionswoche (15.-21.6.) gegen den sogenannten „Veteranentag“, die nächste bundesweite Streikkonferenz Mitte Juli und ihren nächsten Streiktag im Herbst. Bis dahin orientiert sie auf die Arbeit gegen Bundeswehrpräsenz an Schulen und gemeinsame Austauschangebote während der Sommerferien.

Pressemitteilung 2 / 8. Mai / 17:53 Uhr: Tausende bei Schulstreik in München trotz politisch motivierter Polizeigewalt

Beim Schulstreik am 08. Mai 2026 in München griff die Polizei den Demonstrationszug der Schülerinnen und Schülern an. Auf der Demonstration waren unter anderem Schilder zu lesen mit Aufschriften wie „Merz, Leck Eier!“ und „Merz, stirb doch selbst an der Ostfront!“. Bereits beim letzten Schulstreik am 05. März wurden Schüler:innen mit entsprechenden Plakaten von der Polizei in München festgenommen und zurück in die Schule gebracht. Durch den heutigen Einsatz wurden mindestens zwei Personen verletzt. Trotz der politisch motivierten Polizeigewalt wohnten über tausend Schüler:innen der Abschlusskundgebung bei. Auch in Berlin kam es zu Verhaftungen von Minderjährigen.

Als Bernhard Baudler, politischer Sekretär für den Bereich Schulpolitik bei der GEW Bayern seine Ansprache auf der Abschlusskundgebung vor ca. 1.500 Teilnehmern am Münchner Rosa-Luxemburg-Platz begann, wurde er nach zwei Sätzen unterbrochen: „Ich Grüße Euch im Namen der GEW Bayern, GEW steht für Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Wir sind die Bildungsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und bei uns sind nur Lehrerinnen und Lehrer…“, so Baudler. Dann gingen Polizisten in schwerer Montur in die Kundgebung rein und verhafteten eine Teilnehmerin aufgrund ihres selbstgemalten Schilds. Die betroffene 20-jährige Schülerin, die anonym bleiben möchte, berichtet:

„Ich wurde von mehreren Polizisten gewaltsam abgeführt, als ich abseits von den Streikenden saß, aufgrund meines Demonstrationsschildes. Ich habe mich in der Situation sehr unterlegen und klein gefühlt“.

Aufgrund des brutalen Vorgehens der Polizei wurde der Schülerin ein Arm verdreht, ein umherstehender Demonstrant erlitt eine Prellung an der Hand. Der gewerkschaftliche Redner Baudler forderte die Polizei über das Mikro auf, friedlich zu bleiben, doch er konnte seine Rede erst fortsetzen, nachdem die Polizei die zwanzig Minuten dauernde Störung der Abschlusskundgebung beendete und die Schülerin mit einer Anzeige wieder frei lies.

Die Veranstalterin „Nein zur Wehrpflicht München“ stellt fest, dass mit dem Vorgehen der Polizei, konkret mit dem brutalen Vorgehen und der Polizeikette eine bedrohliche Lage für die anwesenden Schüler:innen geschaffen wurde. Versammlungsleiterin Ronja Fröhlich vom Münchner Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“ erklärt dazu:

„Wir haben in München einen erfolgreichen Schulstreik auf die Beine stellen können, 1.500 Schüler:innen haben in München gezeigt, dass sie keinen Bock auf Wehrpflicht haben. Letztes Mal wurden Schüler eingesperrt, dieses Mal angezeigt. Das brutale Vorgehen der Polizei mit Gewalt, Festnahmen, Anzeigen und dem Aufbauen eines Bedrohungsszenarios soll uns Jugendliche wohl einzuschüchtern. Ich bin froh, dass sich alle Anwesenden ihrer demokratischen Rechte bewusst sind und solidarisch gegen die Angriffe Zusammenstehen!“

Der Münchner Schulstreik wird von einem breiten Bündnis organisiert, in dem neben linken Jugendorganisationen auch die Münchner DGB-Jugend und die Jugend der Gewerkschaft ver.di aktiv ist, wie der BR im Vorfeld berichtete. Stefanie Sewald, Jugendsekretärin der ver.di-Jugend München erklärt zum heutigen Vorfall:

„Dass Schüler:innen wegen eines Protestschildes von der Polizei aufgenommen und angezeigt werden, ist ein Einschüchterungsversuch gegen politische Meinungsäußerung. Wer gegen Wehrpflicht und Militarisierung protestiert, darf nicht kriminalisiert werden. Es ist ein alarmierendes Signal, wenn friedlicher Protest an Schulen plötzlich wie eine Straftat behandelt wird. Demokratie bedeutet auch, dass junge Menschen ihre politische Haltung öffentlich ausdrücken dürfen. Doch während Jugendliche gegen Krieg und Zwangsdienst demonstrieren, reagiert der Staat mit Repression statt mit Diskussion. Das zeigt, wie notwendig dieser Protest ist.“

Welche Wirkung dieses Vorgehen der Polizei auf die Jugendbewegung hat, schildert Linus Schneider (15 Jahre), Schüler am Münchner Asam-Gymnasium:

„Wir sollen im Schützengraben sterben, unser Leben für ihre Interessen aufgeben und wenn wir streiken, werden wir angezeigt? Das ist ein massiver Angriff auf unsere Rechte und das lassen wir nicht mit uns machen. Letztes Mal hatten wir ein Plakat mit dem Schild ‚Merz, stirb doch selbst an der Ostfront!‘, heute ein Banner und auch nächstes Mal werden wir das wieder deutlich aussprechen, denn wir lassen uns nicht einschüchtern!“

In ganz Deutschland waren heute über 45.000 Schüler:innen in mindestens 150 Städten auf der Straße. Sie sind Teil der Bewegung „Schulstreik gegen Wehrpflicht“, die sich gegen die zum Juli 2027 anstehende Wiedereinführung der Wehrpflicht richtet, welcher der Bundestag am 5.12. beschlossen hat. Die Proteste waren erneut von Repressionen begleitet: So kam es in Münster zur Identitätsfeststellung mehrerer Personen für das Rufen des Satzes „Merz, Leck Eier“, in Essen wurde ein solches Transparent untersagt. In Berlin wurden ein 12- und ein 14-jähriger sowie ein 17-jähriger Schüler im Anschluss der Demonstration auf dem Nachhause Weg verhaftet.

 


 

Berichte von der Schulstreikkonferenz am 18. / 19. April 2026

 
Die Schulstreikbewegung bereitete für den 8. Mai – dem Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus – den dritten Schulstreik gegen die Einführung einer neuen Wehrpflicht vor. Dafür fand am 18. und 19. April in Göttingen eine Schulstreikkonferenz statt, zu der sich über 200 Delegierte örtlicher Schulstreikkomitees aus ganz Deutschland trafen. Wir berichten euch nachfolgend von dieser Konferenz, auch vom Grußwort der Initiative ‚Nie wieder Krieg‘, das gleich als erster Redebeitrag zu Beginn der Konferenz gehalten wurde. Beschlossen wurde auf dieser Konferenz zudem ein Papier mit dem Titel ‚Nein zur Wehrpflicht – Nie wieder Krieg! – Am 8. Mai streiken wir!‘, in dem die weitere Perspektive der Bewegung sowie weitere Aktionstage festgelegt wurden. Wir dokumentieren euch zudem den Aufruf für den Schulstreik am 8. Mai und wir rufen alle Gruppen der Friedensbewegung dazu auf, diese Schulstreiks konkret – politisch, organisatorisch, aber auch finanziell – zu unterstützen.

 

Bericht von der Schulstreikkonferenz am 18. / 19. April 2026

 

Die über 200 Delegierte der Schulstreikkonferenz, die sich in Göttingen aus allen Teilen Deutschlands einfanden, hatten ein umfangreiches Programm zu bewältigen. Nach der Eröffnung der Konferenz durch das örtliche Schulstreikkomitee aus Göttingen, begann die Tagung mit einem Grußwort durch Andreas Grünwald als Vertreter der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘. Dem folgte ein weiteres kürzeres Grußwort durch einen Vertreter einer anwesenden Elterninitiative.

Dann ging es mit einer Podiumsdiskussion weiter zur Sache. Auf dem Podium diskutierten Aktive aus den Schulstreikkomitees mehrerer Städte, darunter auch Aktive aus Jugendverbänden, wie der DIDF-Jugend, der SDAJ und dem IJV, die weiteren politischen Perspektiven der Bewegung. Diskutiert wurde, wie es noch besser gelingen könne, sich örtlich in den Schulen zu verankern, wie noch stärker auch Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund einbezogen werden können. Betont wurde, dass die Jugend kein Interesse an einem Krieg habe, während die großen Rüstungskonzerne sich damit dumm und dusselig verdienen. Man dürfe sich in diesem Kampf gegen einen Krieg auch nicht auf die Regierenden oder die Parteien verlassen. Das, was helfe den Frieden zu erhalten, sei laut und deutlich die eigene Stimme zu erheben, um eine neue Wehrpflicht zu verhindern.

Sehr viel stärker müsse die Bewegung auch aktiv werden, um Auftritte der Bundeswehr an Schulen zu behindern. Das gehe nur in Zusammenarbeit mit örtlich vorhandenen Schülervertretungen. Um schließlich die Streikaktionen auf eine noch breitere Grundlage zu heben, sei die Herausbildung von lokalen Streikkomitees möglichst an jeder Schule der entscheidende Schlüssel. Aber auch die Zusammenarbeit mit örtlichen Gruppen der Friedensbewegung, aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, zum Beispiel Gruppen der Gewerkschaftsjugend, Elterninitiativen gegen die Wehrpflicht, Lehrerinnen und Lehrern, sei zu stärken, um den Kampf gegen die Wehrpflicht und gegen Kriegsvorbereitungen zu gewinnen.

Für all dies haben die ersten Schulstreiks am 5. Dezember 2025 und dann am 5. März 2026 eine gute Grundlage geschaffen, die es nun weiter auszubauen gelte. Betont wurde, dass die Bewegung eben nicht nur eine Bewegung gegen die Wehrpflicht sei, sondern auch eine solche gegen die Vorbereitung von Kriegen seitens der Regierenden. Gleichzeitig müsse die Zugänglichkeit für die vielen Schülerinnen und Schüler, die sich nun das erste mal politisch artikulieren, durch klare Forderungen erhalten bleiben.

Im Anschluss gab es eine Vielzahl von Workshops. So zu den Themen ‚Mobilisierung für den 08.05.‘, ‚Umgang mit Repressionen‘, ‚How To Streikkomitee – Wie an einer Schule ein solches bilden?‘, ‚Gleichberechtigt an die Front? Warum engagieren sich Frauen in der Schulstreikbewegung?‘, ‚Migrantische Jugendliche in der Bundeswehr? Warum werden durch die Bundeswehr gerade diese Schülerinnen und Schüler angesprochen? Wie können wir uns dagegen wehren?‘. In der zweiten Workshopphase standen dann die folgenden Themen im Mittelpunkt: ‚Schulen ohne Bundeswehr und Schulen ohne Wehrpflicht – Konzept, Ziel und Weg dahin?‘, ‚Bildungsunterfinanzierung und Militarisierung – wie hängt das zusammen?‘, ‚Militarismus im Unterricht‘, ‚Wie die Schulstreiks durch Schule, Medien und Politik handzahm gemacht werden sollen‘, ‚Medienlandschaft: In welchem Interesse berichten dt. Medien?‘, ‚Neutralität in der Schule?‘

Beschlossen wurde nach umfangreicher Antragsdebatte schließlich ein Perspektivenpapier betreff der weiteren Entwicklung der Schulstreikbewegung sowie weiterer Aktionen, das wir hier dokumentieren. Beschlossen wurde unter anderem, sich für bundeswehrfreie Schulen einzusetzen, zu den Demonstrationen am Antikriegstag (1. September) und zur bundesweiten Friedensdemonstration am 3. Oktober 2026 in Berlin und Stuttgart zu mobilisieren.

Am 2. Konferenztag diskutierten die Delegierten schließlich die Frage, wie man sich auch regional noch besser vernetzen könne, bevor die Tagung dann mit einer politischen Aktion / Kundgebung in Göttingen ihren kämpferischen Abschluss fand.

Inzwischen hat uns auch eine Pressemitteilung des Bündnisses ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘ erreicht. Diese findet ihr hier:

Pressemitteilung Schulstreikkonferenz in Göttingen
 


 

Einige Bilder von der Schulstreikkonferenz in Göttingen

 
Um euch die Bilder näher anzuschauen oder herunter zu laden, klickt bitte einfach auf das jeweilige Bild.

 


 

Grußwort der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ Schulstreikkonferenz am 18. / 19. April 2026

 

Liebe Schulstreikaktive,

es ist mir eine Freude heute auf eurer Schulstreikkonferenz ein Grußwort für die Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ zu halten. Denn ihr seid es, die ihr mit euren Aktionen der Friedensbewegung neue Kraft gebt. Am Ostermarsch in Hamburg, wo ich herkomme, beteiligten sich 4000 Menschen. Aber der Jugendblock war der größte und auch der, von dem die größte Energie ausging.

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir erleben seit Wochen einen barbarischen hinterhältigen Krieg gegen den Iran. Dieser Krieg – und er ist leider nicht beendet [gerade erst heute Morgen hat dieser Kriegsverbrecher in Washington ja erneut angekündigt, dass es dann möglicherweis Mitte dieser Woche mit dem Bombenterror weitergeht, wenn sich der Iran seinen Bedingungen nicht unterwirft] – ist nichts anderes als ein Akt nackter imperialistischer Gewalt. So wie der Angriff auf Venezuela, so wie auch dieser kriminelle Wirtschaftskrieg gegen Kuba. Und genauso wie zuvor die Kriege der USA und der Nato gegen Jugoslawien, den Irak, Libyen und Syrien. Überall hat der ‚Wertewesten‘ dabei Millionen Tote und zerstörte Länder hinterlassen.

Und es ist diese deutsche Bundesregierung, die in Komplizenschaft mit den USA es zulässt, dass für die Steuerung dieses Krieges gegen den Iran US-amerikanische Stützpunkte auf deutschen Boden genutzt werden. Es sind deutsche Rüstungskonzerne, die Waffen nach Israel liefern. Eingesetzt im Krieg gegen die Palästinenserinnen und Palästinenser und gegen den Libanon. Und gleichzeitig ist es diese Regierung in Berlin die mit aller Gewalt auch Friedensverhandlungen für die Ukraine immer wieder torpediert.

Frieden? Machen wir uns nichts vor: Ohne unseren, und vor allem euren Druck, wird es den nicht geben. Deutschland soll ‚kriegstüchtig‘ werden. Kriegstüchtig gegen Russland. Angeblich um unsere Freiheit zu verteidigen. Aber das ist doch absolut verlogen. Wer bedroht denn Freiheit, wenn Männer unter 45 Jahren Deutschland jetzt für längere Zeit nicht mehr verlassen dürfen, ohne sich bei der Bundeswehr abzumelden?

Tatsächlich geht es in all diesen Kriegen nicht um Freiheit und Demokratie, sondern um Absatz- und Rohstoffmärkte. Um Profitinteressen. Um das Lithium in der Ukraine. Das Öl im Iran. Die ökonomische Vorherrschaft in Osteuropa. Dafür gab es die NATO-Osterweiterung. Dafür gibt es die Hochrüstung. Dafür – und allein dafür – soll es eine neue Wehrpflicht geben. Mordsgeschäft und Bomberstimmung finden wir indes bei Rheinmetall, die am Krieg profitieren.

Bis zu 300 Milliarden Euro sollen künftig jedes Jahr ins Militär gesteckt werden. Das ist mehr als die Hälfte des jetzigen Bundeshaushaltes. Das muss bedeuten, dass in allen anderen Bereichen aufs Heftigste gekürzt wird: Bei sozialen Leistungen, beim Bildungs- und Gesundheitssystem, beim Umweltschutz. Überall. Meine Güte was könnte man mit diesem Geld alles finanzieren? Ein elternunabhängiges Bafög. Die Sanierung der Schulen und Universitäten. Das Schienennetz der Bahn. Endlich! Der soziale Wohnungsbau könnte explodieren. Und wir könnten damit zugleich alle Rentnerinnen und Renter, die sich in Armut befinden, aus dieser herausholen. Und jetzt kommt es: Zusammengerechnet wäre das nicht mal die Hälfte dessen, was künftig jedes Jahr ins Militär gesteckt werden soll.

Und es sind ja auch nicht die Kinder und Enkelkinder von Friedrich Merz oder die des Rheinmetall-Chefs, die in solchen Kriegen dann verrecken. Nein es sind unsere Leute, sie tragen unsere Namen. In NATO-Kreisen rechnet man im Falle eines Krieges mit Russland mit 5000 Soldaten aus Nato-Ländern, davon 1000 aus Deutschland, die dann jeden Tag sterben.

Um ihren Kriegskurs durchzusetzen, werden die Propagandalügen immer stärker. Russland bedrohe uns, heißt es stereotyp in den Nachrichten. Doch ist es Russland oder ist es der Westen, der jetzt so aufrüstet? Und wie soll Russland denn einen Krieg gegen die Nato führen, wenn die Nato Russland bereits jetzt in nahezu allen militärischen Bereichen um ein Vielfaches überlegen ist? In nahezu allen Bereichen, ob bei Kampfpanzern oder auch bei Kampfflugzeugen. Überall ist die Nato Russland mehrfach überlegen.

Überall im Westen wird aufgerüstet. Aber die deutschen Pläne übertreffen vieles. Die Bundesregierung möchte neue US-Mittelstreckenwaffen stationieren lassen. Möglicherweise noch dieses Jahr. Bis 2029 sollen zudem 400 Tomahawk-Marschflugkörper beschafft werden, die verbunkerte Ziele in Russland treffen. Gleichzeitig soll die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee in EU- und NATO-Europa aufgerüstet werden. Ich frage mal in die Runde: Was ist denn das anderes als Kriegsvorbereitung?

Und damit sind wir bei der Wehrpflicht, denn um Kriege zu führen benötigt man Soldatinnen und Soldaten. Deshalb ist der Kampf gegen die Wehrpflicht generationenübergreifend so wichtig. Dafür benötigen wir viele Unterstützer. Aus allen Teilen der Bevölkerung. Insbesondere auch aktive Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die gegen die Hochrüstung kämpfen. Auch alle Gruppen in der klassischen Friedensbewegung. Aber die Schulstreikbewegung ist in dieser Friedensbewegung inzwischen ein zuspitzender und vorwärtsweisender Kern. Ohne euch und eure Arbeit in den Schulstreikkomitees, euren Widerstand gegen Repressionen, werden wir den Kampf um den Frieden daher nicht gewinnen!

Wir werden deshalb als Initiative ‚Nie wieder Krieg‘ die 34.000 Bezieherinnen und Bezieher unseres Info-Briefes schon nächste Woche über die Ergebnisse dieser Schulstreikkonferenz informieren und alle Friedensgruppen darum bitten den für den 8. Mai vorgesehenen dritten Schulstreik zu unterstützen. Nicht nur durch Worte. Konkret. Organisatorisch. Politisch. Auch finanziell.

Die beiden ersten Schulstreiks waren großartig. Sie markieren den Startpunkt einer großen antimilitaristischen Jugendbewegung. Die Friedensbewegung bekommt mit euch ein neues Gesicht. Und das wird auch allerhöchste Zeit. Ich möchte euch daher vorschlagen, auch die nächste bundesweite Großdemonstration am 3. Oktober in Berlin und in Stuttgart gemeinsam vorzubereiten und zu konzipieren. Vielleicht auch mit einem anschließenden Antikriegskonzert gegen eine neue Wehrpflicht!

Ich wünsche uns gemeinsam für diese Konferenz und für den Schulstreik am 8. Mai viel Erfolg!

(Vortragender: Andreas Grünwald, Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung, Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘)

Hier kann die Rede auch als PDF-Datei heruntergeladen werden:

Rede als PDF downloaden

 


 

Nein zur Wehrpflicht – Nie wieder Krieg! – Am 8. Mai streiken wir!

Beschluss der II. Schulstreikkonferenz am 18./19.4.2026 in Göttingen

Die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht in über 90 Städten am 5. Dezember und schon über 150 Städten am 5. März haben gezeigt: Unser Protest ist kein einmaliger Aufschrei. Wir sind eine breite Bewegung. Als solche wollen wir kämpfen und gemeinsam diskutieren, welchen Fokus, welche weiteren Schritte unser Widerstand braucht. Solange die Wehrpflicht weiter im Raum steht, werden wir weiter streiken. Wir kämpfen gegen die Wehrpflicht als Teil der aktuellen Kriegsvorbereitung, durch die hunderte Milliarden in die Aufrüstung gehen, während Bildung und Soziales gekürzt werden. Dafür gehen wir gemeinsam folgende Schritte:

  1. Wir gründen weitere Schulstreikkomitees in Städten und besonders in den Schulen. Dort treffen sich aktive Schüler*innen, bereiten die Streiks vor, diskutieren nächste Schritte und organisieren weitere Aktionen. Unser Ziel ist es noch mehr Mitschüler*innen zum Streiken zu gewinnen! Dafür versuchen wir an unseren Schulen auch mit den Schülerinnenvertretungsstrukturen zusammenzuarbeiten, um den Streik gegen die Wehrpflicht zu verbreitern und organisieren Vollversammlungen der Schülerinnenschaft. Dabei entscheiden wir selbst vor Ort und bundesweit auf Streikkonferenzen, wie es mit der Bewegung weitergeht.
  2. Wir organisieren unseren nächsten Streiktag am 8. Mai, dem 81. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg. Denn wir wollen nicht in einem Krieg für Deutschlands dritten Anlauf zur Weltmacht sterben!
  3. Wir wollen mehr Schüler*innen an den Schulen selbst in Aktion bringen und konkrete Erfolge erkämpfen, mit denen wir der Militarisierung etwas entgegensetzen können, die den Schulalltag beeinflussen und so unsere Mitschüler*innen überzeugen langfristig gemeinsam gegen Militarisierung zu kämpfen. Durch Umfragen und Protestaktionen erklären wir unsere Schulen zu „Schulen gegen die Wehrpflicht“! Wir stören Bundeswehrauftritte an Schulen und in der Öffentlichkeit. Für bundeswehrfreie Schulen!
  4. Wir wollen antimilitaristische und Friedensbildung an Schulen – selbstorganisiert und gestaltet durch Schüler*innen. Als Teil davon organisieren wir auch Informationsangebote zu Kriegsdienstverweigerung.
  5. Wir streben an, gemeinsam mit allen Teilen der Jugend – Schüler*innen, Auszubildenden, Studierenden und Arbeitenden sowie Gewerkschaftsjugenden und Jugendverbänden – den Kampf gegen den Krieg zu stärken und verbinden unseren Kampf gegen Aufrüstung mit Protesten gegen Kürzungen auf unsere Kosten und Beitragserhöhungen an den Hochschulen sowie dem Kampf um mehr und bessere Ausbildungsplätze. Deswegen beteiligen wir uns auch als Schüler*innen gemeinsam mit Azubis, Arbeitenden und Studierenden mit unseren Forderungen gegen die Wehrpflicht an den 1.Mai-Demonstrationen – für gute Bildung, sichere Ausbildung und Frieden!
  6. Wir verstehen uns als Teil der Bewegung gegen Krieg und Aufrüstung und beteiligen uns deshalb an den Aktionstagen der Friedensbewegung zum Antikriegstag am 01.09. und an der bundesweiten Friedensdemonstration am 03.10.
  7. Die nächste Schulstreikkonferenz findet am 18./19. Juli statt.
  8. In der Woche vom 16.6. bis 22.6. machen wir eine Aktionswoche, bei der wir uns gegen die Bundeswehrauftritte und Veranstaltungen im Rahmen des Veteranentags stellen und uns lokal an Veranstaltungen und Aktionen beteiligen oder sie selbst organisieren!
  9. Wir bemühen uns, um ein größeres Gemeinsamkeitsgefühl, unter den Schulstreikkomitees. Dafür sorgen wir für mehr überregionalen Austausch, damit die Komitees voneinander lernen können.

Auf die Straße am 8. Mai, denn: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!

Hier kann dieser Beschluss auch als PDF-Datei heruntergeladen werden:

Beschluss als PDF-Datei downloaden

 


 

Aufruf zum Schulstreik gegen Wehrpflicht am 8. Mai
 

Heraus zum 8. Mai:
Nie wieder Wehrpflicht!
Nie wieder Krieg!

Für ein Zeitalter der Schulstreiks statt Großmachtpolitik!

 
Am 8. Mai 1945 wurde der zweite Weltkrieg beendet. Der Krieg hatte 2000 Tage lang täglich Zerstörung, Leid und Tod mit sich gebracht. Er kostete über 60 Millionen Menschen weltweit das Leben. Etwas, das niemand von uns erneut erleben möchte.

Doch heute wird in Deutschland wieder aufgerüstet, fast jeder zweite Euro des Bundeshaushaltes wird für Panzer, Bomben und Infrastruktur, die das Land auf den Krieg vorbereitet, ausgegeben. Die Kassen der Rüstungsindustrie klingeln – damals wie heute: Rheinmetall, KNDS & Co. machen Rekordprofite. Währenddessen wird die Wehrpflicht Schritt für Schritt wieder eingeführt: verpflichtende Fragebögen seit Anfang des Jahres, Musterungen beim Militärarzt im nächsten Jahr. Und nun steht im Raum, dass Männer zwischen 17 und 45 Jahren nur noch mit Erlaubnis länger als 3 Monate ins Ausland ausreisen dürfen. Merz spricht vom „Zeitalter der Großmächte“, und meint damit den Kampf um Einflusssphären und Profit, wie wir es heute im Krieg gegen den Iran sehen können. Er spricht davon, dass die Pflicht kommen werde, wenn sich nicht genug Freiwillige melden. Das zeigt: Es wird sich auf einen Krieg vorbereitet und wir junge Menschen sollen das Kanonenfutter dafür sein.

Doch wir sagen: Das ist nicht das Zeitalter der Großmachtpolitik! Das ist das Zeitalter der Schulstreiks und des Widerstands!

Nachdem wir nun schon zweimal mit über 50.000 Schülerinnen und Schülern in ganz Deutschland auf der Straße waren, wollen wir dies am 08. Mai erneut tun. Wir zeigen damit: Was sind ein paar Fehlstunden oder schlechte Noten gegen 180 Tage Wehrdienst oder sogar der Tod im Schützengraben?

Am 08. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg, der Bombenhagel verstummte. Danach waren breite Teile der Bevölkerung sich einig: Von deutschem Boden dürfe nie wieder ein Krieg ausgehen. „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ war die Losung. In dieser Tradition werden wir am 08. Mai erneut auf die Straße gehen, mit allen, die kein Bock auf Wehrpflicht und den nächsten großen Krieg haben. Wir rufen dazu auf, dass alle Schülerinnen und Schüler an diesem Tag mit uns streiken. Lehrkräfte, Eltern, Studierende und alle die uns unterstützen, sind dazu aufgerufen mit uns auf die Straße zu gehen.

Am 08. Mai wird es in ganz Deutschland durch die Straßen schallen: Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!

Hinweis: Auf der Webseite des Schulstreikbündnisses sind zahlreiche weitere Materialien – auch Flyer – sowie Infos zu den Schulstreiks zu finden:

Webseite des Bündnisses gegen Wehrpflicht
 


 

Wie den Schulstreik unterstützen?

 
Schon bei den vergangenen Schulstreiks gegen die Wehrpflicht waren Gruppen aus der Friedensbewegung und Friedensaktive vielerorts unterstützend tätig. Um dies fortzusetzen, möchten wir euch einige Vorschläge und Ideen dafür zukommen lassen.

Am wichtigsten ist, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und herausfinden, wie die konkrete Zusammenarbeit vor Ort mit den einzelnen Schulstreikkomitees aussehen kann. Solltet ihr keine Kontakte zur lokalen Schulstreikbewegung haben, meldet euch gern bei der bundesweiten Mailadresse: [email protected] – da kann der Kontakt zu örtlichen Komitees vermittelt werden. Meldet euch dort auch gerne ein zweites Mal, wenn der Kontakt nach dem ersten Mal nicht zustande kommt.

So bald uns konkrete Informationen zu den Schulstreik-Aktionen in den einzelnen Orten vorliegen, werden wir diese hier auf dieser Webseite ebenfalls dokumentieren. Schaut also ruhig in einigen Tagen hier noch mal rein!

Die einfachste Möglichkeit, in den Austausch zu kommen, ist die gegenseitige Einladung zu den jeweiligen Treffen. Ladet doch Vertreterinnen und Vertreter der Schulstreikbewegung zu euren lokalen Friedensforen mal ein und lasst euch im Gegenzug zu ihren Treffen einladen. Dort kann dann über konkrete Unterstützungsmöglichkeiten gesprochen werden.

Einige Ideen, wie die Friedensbewegung die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht unterstützen kann:

  • Aufbau lokaler Strukturen für Eltern, Omas und Opas gegen die Wehrpflicht: Oft schaffen es die Schülerinnen und Schüler nicht, zusätzlich zur Organisation ihrer Mitschülerinnen auch die älteren Generationen einzubeziehen – obwohl diese unterstützen wollen und können. Hier kann die Friedensbewegung ansetzen, indem sie Anlauf- und Austauschpunkte für alle Eltern, Omas und Opas gegen die Wehrpflicht schafft.
  • Unterstützung bei der Verbreitung von Material: Ob Plakate kleben, Flyer verteilen oder Sticker auslegen – überall können wir helfen, den Schulstreik bekannter zu machen.
  • Rechtliche Unterstützung: Schon bei den letzten Schulstreiks sahen sich Schülerinnen und Schüler teils mit Repressionen konfrontiert: Streiks wurden verboten, Schülerinnen und Schüler eingesperrt, Anmelder mit Anzeigen gedroht und im Nachgang erhielten einige Bußgelder. Als Friedensbewegung haben wir oftmals Erfahrung im Umgang mit solcher Einschüchterung und Kontakte zu Anwälten, mit denen wir rechtlich unterstützen können.
  • Unterstützung vor Ort während der Streiks: Auch auf den Schulstreiks selbst können wir als Friedensbewegung aktiv werden – nicht nur mit eigenen Plakaten und Transparenten. Manchmal fehlt es an Ordnern, Menschen, die den Infostand betreuen, oder an Helfern für die Versorgung während des Streiks. All das sind Aufgaben, die wir als Aktive der Friedensbewegung bereits vielfach übernommen haben und mit denen wir die Streikenden wirksam entlasten können.
  • Unterstützt die Schulstreikkomitees nach euren Möglichkeiten auch finanziell. Der Druck von Flyern, die Bereitstellung von Lautsprecherwagen und ähnliches mehr, das alles ist mit hohen Kosten verbunden.

Der Protest gegen die Wehrpflicht hat das Potenzial, zu einer großen antimilitaristischen Jugendbewegung zu werden – und damit auch zur Stärkung der Friedensbewegung beizutragen. Sorgen wir mit dafür, dass es gelingt!

 


 

Berichte zu den Schulstreiks am 5. März 2026 und am 5. Dezember 2025 sowie weitere Infos zum Thema

 
Berichte zu den Schulstreiks am 5. März 2026 und am 5. Dezember 2025 sowie weitere Infos zum Thema findet ihr hier:

Berichte vom Schulstreik am 5. März

Berichte vom Schulstreik am 5. Dezember

Weitere Infos rund um das Thema Wehrpflicht und Kriegsdienst
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Newsletter 02/2026 – Berichte von unserer Strategie- und Aktionsberatung

17. Februar 2026 um 21:18

Vorschau ansehen

Am 17. Februar wurde unser Newsletter 02/2026 verschickt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Newsletter auf den Berichten von unserer Aktions- und Strategieberatung vom 1. Februar 2026. Wir berichten zudem von den Vorbereitungen für den Schulstreik am 5. März 2026. Außerdem informieren wir über die Bildung einer neuen Initiative ‚Russland ist nicht unser Feind‘ und zu einem für den Juni 2026 geplanten Internationalen Friedenskongress.

Ein wichtigen Raum nehmen auch Hinweise betreff der Initiative ‚Gewerkschaften für Abrüstung‘ ein, die sich auf die bevorstehenden Tarifkämpfe und Gewerkschaftstage mit viel gutem Material vorbereitet.

Hier kannst Du dir diesen Newsletter so aufrufen, wie er als Mail verschickt wird:

Newsletter 02/2026 im Mailverkehr

Hier findest Du ihn im PDF-Format:

Newsletter 02/2026 im PDF-Format
 
 

 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Newsletter 03/2026 – Krieg gegen den Iran – Bericht Schulstreiks …

07. März 2026 um 21:05

Vorschau ansehen

Am 7. und 8. März 2026 wurde unser Newsletter 03/2026 verschickt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Newsletter auf dem Krieg gegen den Iran. Wir verschicken unsere Stellungnahme vom 1. März, die an diesem Tag bereits an einige Hundert Friedensinitiativen verschickt wurde. Und wir rufen auf zu weiteren Protestaktionen. Beispielsweise in Hamburg am 13. März. Darüber hinaus gibt es Berichte von den Schulstreiks am 5. März mit rund 50.000 Teilnehmenden – und wir laden ein zu einem Kuba-Webinar.

Hier kannst Du dir diesen Newsletter so aufrufen, wie er als Mail verschickt wird:

Newsletter 03/2026 im Mailverkehr

Hier findest Du ihn im PDF-Format:

Newsletter 03/2026 im PDF-Format
 
 

 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Schulstreik am 05.03.: Erfolg wiederholt

06. März 2026 um 20:16

Vorschau ansehen

Wo Kriege vorbereitet werden, wird Widerstand zur Pflicht

 
Am 5.3. streikten erneut mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler gegen die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht – diesmal in rund 150 Städten. Damit hat sich die Bewegung verstetigt und bewiesen, dass sie keine Eintagsfliege ist. Einmal mehr schallte in ganz Deutschland „Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft“ und „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ durch die Straßen. Denn die Jugendlichen haben zurecht Angst vor Krieg und wollen nicht für die Profite von Rheinmetall in die Schützengräben geschickt werden.

Die Schülerinnen und Schüler haben damit erneut Mut bewiesen. Beim zweiten Streiktag gab es deutlich mehr Repressionen und Einschüchterungsversuche. In Kassel, Schweinfurt und weiteren Städten wurde Schülerinnen und Schülern eine Attestpflicht auferlegt, in Essen, Frankfurt und Stuttgart wurden Schülerinnen und Schüler in Schulen eingesperrt, in Berlin und München laufen Ermittlungen gegen Schüler die Schilder mit „Merz stirb du doch an der Front“ und „Merz leck meine Eier“ getragen haben. Die Medien versuchten die Streiks kleinzureden. Doch ganz im Gegenteil hatten die Streiks vielfach die Unterstützung der GEW, örtlicher Gewerkschaftsjugenden und von SVen/SMVen. Die Mobilisierung stützte sich oft auf Streikkomitees in den Schulen selbst.

Der nächste Streiktag liegt am 8. Mai, dem Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus. Merz sprach letzten Monat beim Weltwirtschaftsforum in Davos ganz offen davon, dass wir uns in einem „Zeitalter der Großmachtpolitik“ befinden. Deutschland will den dritten Anlauf zur Großmacht wagen und braucht den Kriegsdienst dafür. Der Tag der Befreiung ist also passend gewählt. Bis dahin wird es darum gehen, weitere Schulstreikkomitees an Schulen aufzubauen, gegen Bundeswehrauftritte an Schulen zu protestieren und deutlich zu machen, dass Wehrpflicht und Krieg keine Generationenfrage ist. Denn wo Kriege vorbereitet werden, wird Widerstand zur Pflicht!
 

Pressemitteilung vom Bündnis ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘

 
Hier findet ihr eine Pressemitteilung des Bündnisses ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘ zu den Aktionen am 5. März 2026. Angekündigt wird unter anderem ein weiteres Vernetzungstreffen am 18. April 2026 in Essen:

Pressemitteilung des Bündnisses ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘ vom 05.03.2026
 

Hier einige Bilder vom Schulstreik am 5. März in Berlin …

 
Stellvertretend für die vielen tollen Aktionen, die an 150 Orten überall in Deutschland stattfanden, veröffentlichen wir euch hier einige Bilder vom Schulstreik in Berlin, die unsere NWK-Aktivistin Wiebke Diehl dort für uns eingefangen hat.

Um euch die Bilder genauer anzuschauen, klickt bitte auf das jeweilige Bild!

(Auszug von RSS-Feed)

Filmbericht Webinar ‚Widerstand gegen Wehrpflicht‘

06. März 2026 um 01:20

Vorschau ansehen

Für den 27. Februar 2026 organisierte die Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ ein Webinar zu dem Thema ‚Widerstand gegen Wehrpflicht‘. Es fand im Vorfeld des für den 5. März 2026 vorgesehenen Schulstreiks statt.

Während der Veranstaltung diskutierten Ronja Fröhlich (aktiv im Bündnis Nein zur Wehrpflicht), Vanessa Casagrande (aktiv in der AG Frieden der GEW Berlin), Willi Rester (DFG-VK Bayern / Oberpfalz) und Elia Heddinga (aktiv bei Schulstreik gegen die Wehrpflicht in Hamburg) mit vielen engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern insbesondere die Frage, wie Gruppen aus der Friedensbewegung die Aktionen der Schülerinnen und Schüler unterstützen können. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Wiebke Diehl (aktiv in der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘).

Hier findet ihr den Filmbericht von der Veranstaltung, der die einführenden Beiträge und die Schlusssequenzen der Referierenden enthält.

Der Film ist wie folgt gegliedert:

0:00:00 Einführung ins Thema Wiebke Diehl
0:07:23 Ronja Fröhlich
0:13:31 Elia Heddinga
0:20:55 Vanessa Casagrande
0:27:44 Willi Rester
0:37:57 Diskussion
0:38:44 Schlussbeitrag Willi Rester
0:42:03 Schlussbeitrag Vanessa Casagrande
0:44:03 Schlussbeitrag Elia Heddinga
0:44:52 Schlussbeitrag Ronja Fröhlich
0:49:06 Abschlussmoderation und Hinweise / Wiebke Diehl

 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Aktuelle Infos zum Schulstreik am 5. März 2026 – Wie können wir diesen unterstützen?

22. Februar 2026 um 18:17

Vorschau ansehen

Bundesweit fanden am 5. März Schulstreiks gegen eine drohende Wehrpflicht statt. Immer wieder erreichten uns in diesem Zusammenhang Nachfragen wie man denn vor Ort diese Aktivitäten unterstützen kann? Dafür gibt es mit dem weiter unten gegeben Brief ein paar Anregungen.

Aktuelle Infos zum gerade stattgefundenen Schulstreik findet ihr hier:

Berichte und Bilder vom Schulstreik am 5. März 2026

Pressemitteilung vom Bündnis ‚Schulstreik gegen Wehrpflicht‘ vom 5.3.2026

Resolution und Einführungsreferat Schulstreikkonferenz vom 14./15. Juni 2026 in Göttingen

Webinar zum bevorstehenden Schulstreik gegen die Wehrpflicht mit Aktiven aus der Bewegung am 27. Februar 2026

Filmbericht vom Webinar am 27. Februar 2026

Infos zum Thema Kriegsdienstverweigerung

Zahlreiche weitere Infos zu dem Themen Wehrpflicht, Schulstreik und Kriegsdienstverweigerung findet ihr in unserem Themenregister:

Themenregister Wehrpflicht und Kriegsdienstverweigerung

 


 

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

am 5. März finden die nächsten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht statt. Bei den vergangenen Schulstreiks war die Friedensbewegung vielerorts eine der Hauptunterstützerinnen. Damit ihr auch diesmal tatkräftig unterstützen und mitwirken könnt, möchten wir euch einige Informationen und Vorschläge für die Zusammenarbeit zukommen lassen.

Am wichtigsten ist dabei, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und herausfinden, wie die konkrete Zusammenarbeit vor Ort aussehen kann. Solltet ihr keine Kontakte zur lokalen Schulstreikbewegung haben, meldet euch gern bei der bundesweiten Mailadresse: [email protected]– hier kann der Kontakt zu örtlichen Komitees vermittelt werden. Meldet euch dort auch gerne ein zweites Mal, wenn der Kontakt nach dem ersten Mal nicht zustande kommt.

Die einfachste Möglichkeit, in den Austausch zu kommen, ist die gegenseitige Einladung zu den jeweiligen Treffen. Ladet doch Vertreter*innen der Schulstreikbewegung zu euren lokalen Friedensforen ein und lasst euch im Gegenzug zu ihren Treffen einladen. Dort kann dann über konkrete Unterstützungsmöglichkeiten gesprochen werden.

Einige Ideen, wie die Friedensbewegung die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht unterstützen kann:

  • Aufbau lokaler Strukturen für Eltern, Omas und Opas gegen die Wehrpflicht: Oft schaffen es die Schülerinnen nicht, zusätzlich zur Organisation ihrer Mitschülerinnen auch die älteren Generationen einzubeziehen – obwohl diese unterstützen wollen und können. Hier kann die Friedensbewegung ansetzen, indem sie Anlauf- und Austauschpunkte für alle Eltern, Omas und Opas gegen die Wehrpflicht schafft.
  • Unterstützung bei der Verbreitung von Material: Ob Plakate kleben, Flyer verteilen oder Sticker auslegen – überall können wir helfen, den Schulstreik bekannter zu machen.
  • Rechtliche Unterstützung: Schon bei den letzten Schulstreiks sahen sich Schüler*innen teils mit Repressionen konfrontiert: Streiks wurden verboten, Schüler*innen in der Schule eingesperrt, Anmelder*innen mit Anzeigen gedroht und im Nachgang erhielten einige Bußgelder. Als Friedensbewegung haben wir oftmals Erfahrung im Umgang mit solcher Einschüchterung und Kontakte zu Anwält*innen, mit denen wir rechtlich unterstützen können.
  • Unterstützung vor Ort während der Streiks: Auch auf den Schulstreiks selbst können wir als Friedensbewegung aktiv werden – nicht nur mit eigenen Plakaten und Transparenten. Oft fehlt es an Ordner*innen, Menschen, die den Infostand betreuen, oder an Helfer*innen für die Versorgung während des Streiks. All das sind Aufgaben, die wir als Aktive der Friedensbewegung bereits vielfach übernommen haben und mit denen wir die Streikenden wirksam entlasten können.

Der Protest gegen die Wehrpflicht hat das Potenzial, zu einer großen antimilitaristischen Jugendbewegung zu werden – und damit auch zur Stärkung der Friedensbewegung beizutragen. Sorgen wir mit dafür, dass es gelingt!

Solidarische Grüße

Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘
 


 
 
(Auszug von RSS-Feed)

Nein zu Wehrpflicht und Kriegsvorbereitung!

16. Februar 2026 um 23:52

Vorschau ansehen

Am Donnerstag, den 5. März findet der zweite bundesweite Schulstreik gegen die Wehrpflicht statt – in Hamburg wegen Schulferien sogar schon am Freitag, den 20. Februar. Denn die Schülerinnen und Schüler sind wütend: Der sogenannte „neue Wehrdienst“ wurde am 5. Dezember, am Tag des letzten Streiks, beschlossen. Seit Januar werden nun Fragebögen der Bundeswehr an 18-jährige verschickt, nächstes Jahr sollen verpflichtende Musterungen folgen. Und früher oder später soll die Wehrpflicht kommen.

Am vergangenen Wochenende versammelten sich mehr als 250 Jugendliche aus mehr als 70 Städten in Göttingen zur ersten bundesweiten Schulstreikkonferenz von Schulstreik gegen Wehrpflicht und diskutierten, wie sie den 5. März zum Erfolg und die Bewegung gegen die Wehrpflicht weiterentwickeln können. Dabei waren sie sich einig darüber, dass der 5. Dezember zum Beginn einer großen antimilitaristischen Jugendbewegung werden muss und erklärten: „Jetzt erst recht. Die 55.000 auf der Straße am 05.12. waren ein starker Anfang, aber es braucht noch viel mehr.“ Dafür findet ab dem 2. März eine Aktionswoche und am 5. März der nächste bundesweite Schulstreik statt. Und dabei können sich auch Eltern, Großeltern, LehrerInnen, Gewerkschaften und der Friedensbewegung – denn, auch darüber waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Die Wehrpflicht ist keine Generationenfrage, sondern Teil der Kriegsvorbereitung, die uns alle betrifft.

Nachfolgend dokumentieren wir die Abschlussresolution und das Einleitungsreferat der Schulstreikkonferenz.
 


 

Nein zu Wehrpflicht und Kriegsvorbereitung!

 
Resolution der Schulstreikkonferenz am 14./15. Februar 2026 in Göttingen

Am 05.12. machten wir mit 55.000 Jugendlichen, hauptsächlich Schüler*innen, klar: Wir wollen keine Wehrpflicht – wir wollen eine Zukunft! Am gleichen Tag ging der Bundestag mit dem Beschluss des sogenannten “Wehrdienstmodernisierungsgesetzes” den ersten Schritt Richtung Wiedereinführung der Wehrpflicht. Ab Januar wurden Fragebögen zur Erfassung der Fähigkeiten und zur Bereitschaft zum Wehrdienst an alle Jugendlichen, die 2008 geboren wurden, verschickt. Ab Sommer 2027 soll die verpflichtende Musterung folgen.

Laut der Bundesregierung brauche es Wehrpflicht und Aufrüstung, um uns zu verteidigen. Doch wir fragen: Warum sollte Hochrüstung Frieden sichern und warum sollten wir für ein Leben in Sicherheit die stärkste Armee Europas brauchen?

Bundeskanzler Merz spricht von einem neuen “Zeitalter der Großmachtpolitik”, in dem Deutschland in Europa “selbstbewusst” auftreten solle. Doch wir wissen: Großmachtpolitik bedeutet Ringen um Absatzmärkte, Ressourcen und Einflussgebiete mit allen Gewaltmitteln, erkauft mit noch mehr Geld für Armee und Wirtschaft, und weniger für Bildung, Soziales und Umwelt. Sie bedeutet eine weitere Ausdehnung der NATO, ungeachtet dessen, welche Kriege dadurch provoziert werden. In der Welt, die die Bundesregierung für uns will, haben wir keine Zukunftsperspektive, sondern wachsen in Armut auf und sitzen in kaputten Schulgebäuden, während die Klimakrise unaufgehalten voranschreitet.

Verteidigungsminister Pistorius will uns vormachen, dass die flächendeckende Wehrerfassung eines ganzen Jahrganges der Verteidigung der Demokratie diene. Doch wir sagen: Diesen Staat interessiert nicht unsere Freiheit oder unsere Meinung. Auslandseinsätze, Militarisierung und Wehrpflicht sind gegen unsere Interessen.

Es geht bei der Einführung der Wehrpflicht weder um Verteidigung noch um Werte wie Freiheit oder Demokratie. Die Wehrpflicht ist Teil von Deutschlands Kampf um Macht in der Welt für Märkte, Ressourcen und Handelswege. Dafür werden immer wieder neue Milliarden für Aufrüstung beschlossen und so ein nächster großer Krieg vorbereitet. Währenddessen schießen die Aktienkurse von Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, ThyssenKrupp, KNDS & Co. in die Höhe. Wir aber haben von Aufrüstung und Krieg nichts zu gewinnen.

Auch wenn der Wehrdienst heute noch freiwillig bleibt und vor allem durch Anreize Jugendliche ins Militär bringen soll, ist diese Freiheit keine positive. Freiwillig entscheiden kann sich nur, wer auch andere Optionen hat. Bei anhaltender Wirtschaftskrise entscheiden sich gerade arme Jugendliche dazu, ihr Leben und ihre Seele an die Bundeswehr zu verkaufen, um sich einen Führerschein leisten zu können oder durch ein gutes Gehalt aus der Jugendarmut rauszukommen.

Unter einer bestehenden Wehrpflicht hat auch die Kriegsdienstverweigerung nur begrenzten Nutzen. Um den Mangel an Arbeiter*innen in Careberufen auszugleichen, sollen wir, wenn wir nicht an die Front wollen, hier unseren Beitrag fürs „Vaterland“ leisten. Damit wird nicht nur der notwendige Kampf für bessere Arbeitsbedingungen untergraben, sondern damit wird das Gesundheitswesen auf den Krieg vorbereitet.

Deshalb sagen wir: Jetzt erst recht. Die 55.000 auf der Straße am 05.12. waren ein starker Anfang, aber es braucht noch viel mehr. Deshalb bereiten wir jetzt den Schulstreik am 05.03. vor und führen Aktionen an unseren Schulen durch. Ab dem 02.03. rufen wir eine Aktionswoche aus: An jedem Tag in dieser Woche werden wir Aktionen durch die Schulstreikkomitees organisieren!

Wir organisieren weitere Streiktage und Aktionen, um den Start der Musterungen und der Wehrpflicht zu verhindern. Wir gründen in ganz Deutschland Schulstreikkomitees, die diese Aktionen gemeinsam organisieren: In den Städten, an den Schulen. Wir lassen uns nicht von Fehlstunden, Drohungen von Schulleiter*innen und schlechten Noten einschüchtern, denn was ist das schon gegen ein halbes Jahr in der Kaserne und gegen die Aussicht auf eine Zukunft im Schützengraben? Wir brauchen Schülervertretungsstrukturen, die den Kampf gegen die Wehrpflicht aufnehmen. Denn die Wehrpflicht ist nicht im Interesse von uns Schüler*innen. Wir vernetzen uns mit Gewerkschaftsjugenden, Gewerkschaften und Friedensbewegung, mit Antifaschist*innen, mit Eltern, Lehrer*innen, junge Menschen in Ausbildung und Studium, und werden gemeinsam mit ihnen gegen Wehrpflicht und Krieg aktiv. Auch sie leiden unter Kriegsvorbereitung und Rüstungsausgaben. Der Kampf gegen Krieg muss generationenübergreifend sein.

Wir werden nicht nur an den Streiktagen aktiv: Wir werden den Politiker*innen überall, wo sie uns Krieg und Aufrüstung als notwendig für unsere Sicherheit verkaufen wollen widersprechen und entgegnen: Wir führen eure Kriege nicht! Wir werden die Bundeswehr überall stören, wo sie unsere Mitschüler*innen, Freunde und Geschwister werben möchte. Wir setzen uns für bundeswehrfreie Schulen ein und organisieren durch Schüler*innen geschaffene Projekttage ur Friedensbildung und Kriegsdienstverweigerungsberatung. Unsere Schulen sind kein politisch “neutraler” Ort. Und in unseren Streikkomitees zeigen wir, dass wir unsere Forderungen selbst in die Hand nehmen und uns organisieren können. Keiner von uns ist allein – gemeinsam können wir etwas bewegen!

Zu weiteren Perspektiven und nächsten Schritten werden wir uns bei der nächsten bundesweiten Schulstreikkonferenz am 18.04. in Essen austauschen.

Wir fordern:

  1. Keine Wehrpflicht – Keine Zwangsdienste!
  2. Geld für Bildung, Soziales und Umweltschutz statt für Aufrüstung und Kriegsvorbereitung!
  3. Bundeswehr raus aus den Schulen! Kriegsdienstverweigerungsberatung für alle Abschlussjahrgänge!
  4. Für den Aufbau von Streikkomitees an jeder Schule und ein Streikrecht für Schüler*innen
  5. Abrüsten statt Aufrüsten! Verhandeln statt Schießen!

Auf die Straße am 5. März, denn: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!
 


 

Referat Schulstreikkonferenz 14.02.2026 in Göttingen

 
Andrea Hornung  ***

Liebe Aktivistinnen und Aktivisten der Schulstreikbewegung,

auch von mir herzlich Willkommen zur ersten bundesweiten Konferenz von Schulstreik gegen Wehrpflicht.

Wisst ihr, was man einen linken Haken beim Boxen nennt? Das ist ein präzise ausgeführter Schlag mit der linken Faust, inkl. Drehung von Hüfte und Oberkörper, Gewicht auf dem hinteren Bein – ich erspar euch die Details und bin dafür sicherlich auch die falsche. Was ich sagen will: Der 5.12., das war ein harter linker Haken, ein ziemlicher Treffer in den Magen der Kriegstreiber. Fragt euch mal selbst, wem das in Deutschland sonst noch gelingt! …Und sagt mir Bescheid, wenn euch jemand einfällt, mir nämlich nicht.

Was wir am 5.12. alle auf die Beine gestellt haben, war großartig!

  • 55.000 Jugendliche, vor allem Schülerinnen und Schüler sind auf die Straße gegangen und haben damit gezeigt: Wir wollen nicht in diesen Krieg ziehen, wir wollen nicht auf Jugendliche aus anderen Ländern schießen!
  • 55.000 Schülerinnen und Schüler haben dafür sogar Regeln übertreten, haben entschieden, die Schule zu bestreiken!
  • 55.000 Schülerinnen und Schüler haben deutlich gemacht: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!

Dahinter steht unfassbar viel Arbeit, dahinter stehen etliche Gespräche, um Mitschülerinnen zu überzeugen, dahinter stehen Flyerverteilungen, Plakatieraktionen, Konflikte mit Lehrern, Schulleitungen und Eltern, und viele, viele Nächte mit wenig Schlaf. Dafür möchte ich mich bei allen Organisatorinnen und Organisatoren, bei denjenigen, die Social Media und Website betreut haben, bei den Schulstreikkomitees und den Schülerinnen und Schülern vor Ort, die für den Erfolg der Schulstreiks entscheidend waren, ganz herzlich bedanken. Denn der 5.12. zeigt:  Die ganze Arbeit, die vielen Nächte mit wenig Schlaf, all das hat sich gelohnt. Und das sollten wir hier heute auch feiern!

Wir sind nicht die einzigen, die die Schulstreiks am 5.12. großartig fanden. Der sogenannte „Verteidigungsminister“ Boris Pistorius hat am Tag vor den Schulstreiks ein Video hochgeladen, in denen er die Schulstreiks „großartig“ nennt. Da kann man sich schon fragen: Warum macht Pistorius das? Er erzählt uns, dass er die Schulstreiks großartig findet und stimmt am nächsten Tag für die Wehrpflicht. Boris Pistorius hat das gemacht, weil er uns nicht mehr länger ignorieren kann. Weil der 5.12. damit Schluss gemacht hat. Weil er Angst vor den Schulstreiks hat, vor jungen Menschen, die das nicht mit sich machen lassen.

Denn Pistorius und die Regierung sind gerade dabei, einen Krieg vorzubereiten. Bundeskanzler Merz hat es vor drei Wochen in seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos offen benannt: Er spricht vom „Zeitalter der Großmachtpolitik“ in dem auch Deutschland „selbstbewusst“ auftreten müsse. Er hat es gestern auf der Münchner Sicherheitskonferenz bestätigt, wo er betonte, dass über allem die militärische Stärke stehe und dass die Bundeswehr schnellstmöglich zur stärksten Armee in Europa werden soll. Übersetzt heißt das: Auch Deutschland soll, wenn es nach Merz geht, Großmacht sein und dafür im Zweifel auch Kriege führen.  Dafür wurden im letzten Jahr unbegrenzte Kriegskredite beschlossen. Und nun soll eben auch die Wehrpflicht – oder besser: Der Kriegsdienst – wieder eingeführt werden. Dass Boris Pistorius sich genötigt gesehen hat, die Schulstreiks als großartig zu bezeichnen, zeigt, dass wir einen wunden Punkt getroffen haben: Denn, wenn diejenigen, die in den Krieg geschickt werden sollen, das nicht mitmachen, dann kann dieser Krieg nicht geführt werden.

In seinem Video sagt Boris Pistorius, dass in Deutschland jeder gegen und für alles demonstrieren kann. Wie es darum tatsächlich bestellt ist, haben wir am 5.12. erlebt. Bildungsministerien in ganz Deutschland haben mit unentschuldigten Fehlstunden und schlechten Noten gedroht, Schülerinnen und Schüler in Halberstadt wurden in Schulen eingesperrt, in Rostock wurde die Versammlung sogar gar nicht erst zugelassen. Das ist nicht neu, die Versammlungsfreiheit wird bspw. durch Verschärfung von Versammlungsgesetzen in NRW und weiteren Bundesländern in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt. Wir werden heute auch darüber diskutieren, wie wir uns gegen diese Repressionen gemeinsam wehren können.

Boris Pistorius wird die Schulstreiks nur so lange großartig nennen, wie er Hoffnung hat, dass er uns einlullen kann, dass er uns davon überzeugen kann, dass die Wehrpflicht doch notwendig ist. Wenn wir den Kampf gegen die Wehrpflicht führen wollen, dann dürfen wir uns aber nicht einbinden lassen. Und uns einzubinden, unsern Widerstand zu schwächen, das wird man auf viele Wege versuchen. Man wird uns erzählen, dass das mit der Wehrpflicht gar nicht so schlimm sei, dass man ja Kriegsdienst verweigern könne. Man wird uns erzählen, dass die Wehrpflicht aber eben doch notwendig sei, um unsere Werte zu verteidigen – und so weiter und so fort. Darauf dürfen wir uns nicht einlassen.

Stattdessen müssen wir deutlich machen:

  • Es reicht nicht aus, nur individuell Kriegsdienst zu verweigern. Kriegsdienst verweigern ist gut und richtig, damit allein werden wir die Wehrpflicht und Krieg aber nicht verhindern.
  • Es reicht nicht aus, nur gegen den Zwang zu sein und zu hoffen, dass sich genug Leute freiwillig bei der Bundeswehr melden. Die Wehrpflicht – das wird immer wieder auch offen zugegeben – wird früher oder später kommen.
  • Es reicht nicht aus, zu kritisieren, dass wir nicht gehört werden. Wer nur kritisiert, dass wir nicht gehört werden, der droht in dem Moment umzukippen, wo ein Vertreter der Schulstreikbewegung in den Bundestag eingeladen wird.
  • Es reicht nicht aus, zu kritisieren, dass nur etwas zu viel aufgerüstet wird, dass nur etwas Geld für Schulen fehlt. Denn dann kann man uns leicht kaufen, wenn ein kleines Sanierungspaket für die Schulen beschlossen wird, die Wehrpflicht aber trotzdem noch eingeführt werden soll.
  • Es reicht nicht aus, die Wehrpflicht als Plan nur von Merz und Pistorius zu sehen. Wir müssen auch fragen: Wer hat ein Interesse am Krieg? Wer will denn Ressourcen, Absatzmärkte, Handelsrouten erkämpfen?

Stattdessen müssen wir deutlich machen: Es geht nicht um Werte und Demokratie und es geht auch nicht um die Verteidigung gegen Russland. Die NATO-Staaten sind Russland in allen militärischen Bereichen um ein Vielfaches überlegen, sie werden nicht durch Russland bedroht. Das zeigt die Greenpeace-Studie zum Kräftevergleich zwischen Russland und den NATO-Staaten überdeutlich. Stattdessen ist die Wehrpflicht elementarer Bestandteil der Kriegsvorbereitung: Wir sollen zu militärischem Drill und Gehorsam erzogen werden, es geht darum, auch unsere Köpfe zu militarisieren, wirsollen als Kanonenfutter dienen und in sogenannten Heimatschutzdivisionen im Zweifel auch auf streikende Arbeiter schießen. Wehrpflicht, Aufrüstung und Krieg hängen direkt miteinander zusammen, und wir haben an nichts davon ein Interesse. Wenn Merz von Großmächten spricht, dann geht es darum, wie die Großmächte den Rest der Welt unter sich aufteilen. Das hat auch schon der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler 15 Jahren ganz offen benannt: Die Bundeswehr soll Handelswege und Profitinteressen militärisch verteidigen. Das ist die Situation, die wir vor 1914, vor dem Ersten Weltkrieg hatten. Und auch damals erzählte man, dass mit dem Krieg die Freiheit verteidigt würde – das Ergebnis waren Millionen von Toten, Armut, Hunger, Verwüstung.

Damals wie heute haben wir kein Interesse am Krieg. Wir haben kein Interesse auf junge Menschen aus anderen Ländern zu schießen. Diese Menschen haben genauso wie wir Träume, Wünsche und Hoffnungen. Sie wollen genauso wie wir eine Zukunft. Und mit denen haben wir viel mehr gemeinsam als mit Merz, Pistorius oder als Papperger von Rheinmetall, die mit Krieg Profite machen und die um den Profit willen auch die Umwelt und unsere Zukunft zerstören. Das haben die Schulstreiks am 5.12. sehr schön deutlich gemacht, als in ganz Deutschland gerufen wurde: Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft.

Wir müssen also erstens deutlich machen: Die Wehrpflicht ist elementarer Teil der Kriegsvorbereitung. Wir müssen zweitens deutlich machen, dass wir für die Kriegsvorbereitung heute schon zahlen müssen: Mit kaputten Schulen, mit geschlossenen Schwimmbädern, mit schlechter Gesundheitsversorgung und einer zerstörten Umwelt. Mit dem NATO-5%-Ziel sollen weit mehr als 200 Milliarden Euro jährlich für Aufrüstung und Krieg ausgegeben werden. Es geht um fast jeden zweiten Euro des gesamten Bundeshaushalts. Das muss bedeuten und das bedeutet schon heute, dass in allen anderen Bereichen aufs Heftigste gekürzt wird – Kanonen oder Butter, heißt es. Mit diesem Geld, das in die Rüstung gesteckt wird, wäre innerhalb kürzester Zeit die Wohnungsnot und das Mietenproblem erledigt. Wir könnten alle Schulen sanieren und kostenlose Kitas für alle finanzieren. Wir könnten alle Rentnerinnen und Rentner aus der Armut befreien, ein elternunabhängiges Bafög einführen und den ÖPNV kostenlos machen und ausbauen. Und wahrscheinlich ginge mit diesen Summen noch viel, viel mehr. Jeder Euro, der in die Aufrüstung fließt, fehlt an anderer Stelle, fehlt bei Gesundheit, Umweltschutz, Sozialem und Bildung. Jeder Euro, der in die Aufrüstung fließt, wird von uns bezahlt werden. Und im Zweifel sollen wir auch mit unserem Leben bezahlen.

Um uns nicht einbinden zu lassen, müssen wir drittens auch deutlich machen: Es hilft uns nichts, auf eine andere Regierung zu hoffen. Es ist die Politik der letzten Regierungen, aus FDP, Grüne, CDU und SPD, die immer weiter aufgerüstet haben, es die AfD, die noch mehr und noch schnellere Aufrüstung fordert. Leider hat sich auf die Linke vor einem Jahr im Bundesrat vor einem klaren Nein bei dem unbegrenzten Kriegskrediten gedrückt und das BSW bekennt sich in Brandenburg zu den Bundeswehrstandorten und zu ihrem Ausbau. Es ist die Politik der letzten Regierungen, unter denen immer mehr Waffenlieferungen bewilligt werden, unter denen der erste Auslandseinsatz nach dem Zweiten Weltkrieg, der Jugoslawienkrieg, beschlossen wurde. Und auch heute sind sich die großen Parteien im Wesentlichen einig, dass weiter aufgerüstet werden muss, dass es die Wehrpflicht früher oder später braucht – nur das Modell unterscheidet sich etwas. Wenn wir auf eine Regierung hoffen, werden wir enttäuscht werden.

Der 5.12. hat gezeigt: Wir selbst sind die Kraft, die die die Wehrpflicht verhindern kann. Das durchzusetzen, das müssen wir selbst machen, müssen Druck ausüben und dürfen uns nicht darauf verlassen, dass andere unsere Probleme lösen. Dass es notwendig ist, selbst aktiv zu werden – und dann auch möglich ist, etwas zu erreichen – das zeigt auch das Beispiel Südafrika: Dort gelang es, die Wehrpflicht 1993 auf Druck einer Volksbewegung abzuschaffen. Große Teile der schwarzen Bevölkerung und insbesondere der arme Teil der weißen Bevölkerung kämpften dort gemeinsam gegen die Apartheid, also gegen das staatlich organisierte System der Rassentrennung und auch gegen die damit verbundene Wehrpflicht. Beides war eng miteinander verbunden, denn die Armee und die Wehrpflichtigen wurde oft auch im Innern gegen die schwarze Bevölkerung eingesetzt. Nach einem langen Kampf, in dem sich die Bewegung auch gegen die Wehrerziehung an den Schulen einsetzte, darüber aufklärte, dass Schüler nicht an dem Wehrerziehungsunterricht teilnehmen müssen, gelang schließlich durch den Sturz des Apartheidsregimes auch die Abschaffung der Wehrpflicht. Nelson Mandela, einer der großen Persönlichkeiten dieses Kampfes sagte später: „Nicht die Gewehrkugeln und Generäle machen Geschichte, sondern die Massen.“

Die Situation in Südafrika vor über 30 Jahren ist eine völlig andere als unsere Situation in Deutschland heute. Und dennoch zeigt das Beispiel: Wir können die Wehrpflicht verhindern, wir können den neuen Wehrdienst abschaffen, wenn wir eine starke Bewegung auf die Beine stellen. Um das zu erreichen, müssen wir noch viel stärker werden. Dafür war der 5.12. ein sehr guter Anfang. Aber: Es gibt noch sehr viel Potenzial, um die Schulstreiks größer zu machen. Es ist zwar gelungen, in 100 Städten Streiks und Aktionen auf die Beine zu stellen, an vielen Schulen in Deutschland hat aber noch niemand gestreikt, weil die Streiks noch nicht bekannt genug waren, weil Kontakte fehlten, weil in der eigenen Stadt nichts stattgefunden hat. Es muss also darum gehen, jeden, der gegen die Wehrpflicht ist, zu mobilisieren. Und um erfolgreich zu sein, braucht es den Zusammenschluss mit Eltern, mit Lehrerinnen und Lehrern, mit Gewerkschaften, der Friedensbewegung, Studierenden und Auszubildenden – denn die Wehrpflicht ist keine Generationenfrage. Eltern, Lehrer, sie alle leiden auch unter der Aufrüstung und den Sparmaßnahmen auf unsere Kosten, sind auch von der Wehrpflicht betroffen, haben Kinder, Enkel, Cousins und Freunde, die eingezogen werden. Nelson Mandela hatte recht: Die Massen machen die Geschichte und wenn wir uns zusammenschließen, dann haben wir eine enorme Kraft.

Bei diesem Zusammenschluss mit anderen sind wir nicht bei Null. Wir haben heute schon ein Grußwort der LSV NRW gehört, wir haben viel Solidarität von der Friedensbewegung, von Gewerkschaften wie der GEW und vielen weiteren erfahren. Ich möchte euch an dieser Stelle die herzlichsten Grüße der Initiative „Nie wieder Krieg – die Waffen nieder!“ überbringen, die in den letzten Jahren zum Beispiel die großen Friedensdemos am 3. Oktober organisiert hat, die den Schulstreik am 5.12. unterstützt hat und die sich mit dem Berliner Appell gegen die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland einsetzt. Denn noch in diesem Jahr sollen US-Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden, die sich gegen Russland richten. Die Initiative hat ein Strategiepapier herausgebracht, in dem sie den Kampf gegen Wehrpflicht als einen der entscheidenden Punkte des Friedenskampfs ausmacht und deutlich macht, dass die Wehrpflicht ebenso wie die Stationierung der US-Mittelstreckenraketen Teil der Kriegsvorbereitung ist, dass die Aufrüstung durch Sozialabbau bezahlt werden soll und dass es bei dem Krieg, den Deutschland an der Seite der NATO-Staaten vorbereitet, um Öl, Gas, Handelsrouten geht – das macht Trump ganz deutlich, wenn er für das Öl in Venezuela den Präsidenten entführt und Grönland für sich beansprucht.

Der letzte Schulstreik war großartig. Er war vor allem deshalb großartig, weil er die Möglichkeit bietet, dass etwas daraus entsteht, dass das der Beginn einer großen antimilitaristischen Jugendbewegung in Deutschland ist. Wenn das nicht gelingt, war das einfach eine Demonstration und es folgt nichts daraus. Wenn es uns aber gelingt, dass das der Beginn echten Widerstandes wird, dann können wir Einfluss nehmen auf die Entwicklung dieses Landes. Der Kampf darum wird nicht einfach, sondern langwierig werden. Das wird auch Resignation hervorbringen – und das erleben wir jetzt schon, wenn Schülerinnen und Schüler fragen, warum sie am 5.3. auf die Straße gehen sollen, wenn wir am 5.12. nicht erfolgreich waren. Wir müssen deutlich machen, was wir mit dem 5.12. schon erreicht haben: 55.000 Schülerinnen und Schüler haben sich aktiv gegen die Wehrpflicht ausgesprochen und haben erreicht, dass man uns nicht mehr ignorieren kann. Wir müssen deutlich machen, dass es darum gehen muss, jedem Schritt der Einführung der Wehrpflicht etwas entgegenzusetzen. Dafür werden wir am 5.3. auf die Straße gehen, dafür werden wir weitere Streiktage organisieren, dafür werden wir auch an den Schulen selbst gegen Bundeswehrpräsenz und für Kriegsdienstverweigerungsberatung aktiv werden. In Kassel haben letzte Woche Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Friedensbewegung eine Aktion auf dem Schulhof gegen einen Bundeswehrbesuch durchgeführt und sich damit auch konkret Bundeswehrauftritten an Schulen entgegengestellt.

Wenn es uns insgesamt als Bewegung gelingt, uns nicht spalten zu lassen, uns nicht durch kleine Reförmchen an der Wehrpflicht beruhigen zu lassen, dann wird auch der Ton uns gegenüber und auch der Druck auf uns größer werden. Aber: Das Beispiel Südafrika zeigt, welche Kraft wir haben, wenn wir uns vereinigen. Und auch der 5.12. hat das schon in Ansätzen gezeigt.

Die 55.000, die am 5.12. auf der Straße waren, das sind Vorbilder, das sind Vorbilder für alle Schülerinnen und Schüler. Vorbilder sind aber auch die Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter, die vor einer Woche gestreikt haben, um Waffentransporte zu verhindern. Die gehen ein noch deutlich größeres Risiko ein als wir und sind in dem, was sie tun, noch wirkungsvoller, weil sie an einer bestimmten Stelle der Wirtschaft handeln. Das sollten unsere Vorbilder sein. Unsere Vorbilder sind auch die Matrosen auf den Kriegsschiffen im Ersten Weltkrieg, die 1918 in der Novemberrevolution gesagt haben, wir fahren nicht raus. Unsere Vorbilder sind die Soldaten, die sich damals an den Fronten geweigert haben, weiter auf ihre Brüder aus anderen Ländern zu schießen, das sind die Arbeiterinnen in den Rüstungsfabriken, die 1918 gestreikt haben. Damit haben sie alle es geschafft, den Ersten Weltkrieg zu beenden. Das waren nicht die Regierungen, die Geschichte wurde von den Massen gemacht. Sie haben das nach vier Jahren Weltkrieg getan. Wir müssen das diesmal früher schaffen, uns so gut zu organisieren, dass hier nicht nur 55.000, sondern 55 Millionen streiken. Lasst uns den 5.3. zum Erfolg machen, lasst uns eine große Bewegung gegen die Wehrpflicht aufbauen, lasst uns 55 Millionen werden und den Krieg verhindern!
 

***

Andrea Hornung ist Bundesvorsitzende der SDAJ. Sie engagiert sich in der Schulstreikbewegung und in der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘.
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Widerstand gegen Wehrpflicht – Veranstaltung am 27.02.2026

16. Februar 2026 um 21:57

Vorschau ansehen

Webinar der Initiative
‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder!‘
 
Freitag, 27. Februar 2016 – Beginn: 18:00 Uhr

Am 5.12. wurde das sogenannte „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ beschlossen. Seit Januar werden Briefe an alle 18-jährigen mit Fragebögen verschickt, 2027 sollen verpflichtende Musterungen folgen. Und dieser „neue Wehrdienst“ ist nur der erste Schritt Richtung Wehrpflicht.

Dagegen regt sich Widerstand: Am 5.12. haben 55.000 Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht gestreikt, am 5.3. soll der nächste Streiktag folgen. Welche Erfahrungen machen die Schülerinnen und Schüler im Streik? Welche Rolle spielt der Kriegsdienst in der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung? Wie kann Kriegsdienst verweigert werden? Welche Rolle können Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Großeltern, Gewerkschaften und Friedensbewegung im Kampf gegen die Wehrpflicht spielen?

Diese und ähnliche Fragen sind Thema des Webinars.

Referenten:

Ronja Fröhlich (aktiv im Bündnis Nein zur Wehrpflicht)
Vanessa Casagrande (aktiv in der AG Frieden der GEW Berlin)
Judith Busse (Landesgeschäftsführerin DFG-VK Hessen und Rheinland-Pfalz)
Elia Heddinga (aktiv bei Schulstreik gegen die Wehrpflicht in Hamburg)

Moderation: Andrea Hornung
 


 
Um an dieser Veranstaltung teilzunehmen, musst Du dich anmelden.

Wir haben dafür ein eigenes Anmeldeformular entwickelt, damit die persönlichen Daten der Veranstaltungsteilnehmer nicht immer im Zoom-Konzern landen.

Um dich anzumelden, klicke bitte auf den nachfolgenden Link. Du landest dann auf dem Anmeldeformular:

Anmeldeformular

Wenn du es ausgefüllt und abgeschickt hast, wird dir der Zoomlink automatisch zugestellt, mit dem du dich am Freitag kurz vor 18 Uhr in die Veranstaltung einwählen kannst.

 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Berichte von der Strategie- und Aktionsberatung am 1. Februar

15. Februar 2026 um 21:31

Vorschau ansehen

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,

unsere Strategie- und Aktionsberatung der Friedensbewegung am 1. Februar war ein erfreuliches Erlebnis. Viele Hundert Teilnehmende aus allen Teilen der Friedensbewegung diskutierten die weiteren Perspektiven für die Aktionen im Jahr 2026, und waren sich dabei in Vielem sehr einig. Entstanden ist auch so etwas wie ein Aktionskalender für das kommende Jahr.

Über den folgenden Link haben wir euch umfangreiche Berichte zu dieser Beratung, darunter einen Filmbericht, aber auch eine Zusammenfassung der anregenden Debatte und die Einführungsreferate sowie etliches Weitere mehr zusammengestellt:

Berichte von der Strategie- und Aktionsberatung der Friedensbewegung am 1. Februar 2026

(Auszug von RSS-Feed)

Newsletter 14/2025 – Schulstreik – Webinare – Positionspapiere

07. Dezember 2025 um 23:08

Vorschau ansehen

Am 8. Dezember wird unser Newsletter 14/2025 verschickt. Der Schwerpunkt liegt in diesem Newsletter auf Berichten vom Schulstreik gegen die Einführung neuer Zwangsdienste. Wir laden zudem zu einem Webinar zum Thema „Ist der Gaza-Krieg vorbei?“ ein, das am 18.12.25 stattfinden wird. Außedem versenden wir einen Bericht von unserem China-Webinar und wir berichten über verschiedene Positionsspapiere, die sich auf den 28-Punkte-Plan beziehen und auf das Verhältni zu Russland

Hier kannst Du dir diesen Newsletter so aufrufen, wie er als Mail verschickt wird:

Newsletter 14/2025 im Mailverkehr

Hier findest Du ihn im PDF-Format:

Newsletter 14/2025 im PDF-Format
 
 

 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Bundesweiter Schulstreik: 55.000 gegen die Wehrpflicht!

07. Dezember 2025 um 15:03

Vorschau ansehen

von Andrea Hornung ***

Die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht waren ein voller Erfolg: Mehr als 55.000 Jugendliche waren bei den Streiks am 5.12. in mehr als 100 Städten auf der Straße – trotz Repression und Einschüchterungsversuchen. „Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!“ und „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ hörte man auf den Straßen in ganz Deutschland. Die Schülerinnen und Schüler haben damit deutlich gezeigt, dass sie von den Plänen der Bundesregierung nichts halten und sich nicht im Krieg verheizen lassen wollen. Nachdem der Bundestag am Freitag das sogenannte „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“ beschloss, kündigten sie für den 5.3. den nächsten Schulstreik an. Der 5.12. ist zum Auftakt einer neuen antimilitaristischen Jugendbewegung geworden.
 

Das „Wehrdienst-Modernisierungsgesetz“

 
Anlass für die Proteste war der Beschluss des „Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes“ am Freitag im Bundestag. Demnach bekommen ab dem 1. Januar 2026 alle 18-jährigen Fragebögen zu Motivation und Eignung für den Kriegsdienst. Männer müssen die Fragebögen beantworten. Ab 2027 kommen verpflichtende Musterungen hinzu. Die Bundesregierung hat bereits klargestellt: Wenn sich nicht genug Freiwillige melden, dann kommt die Pflicht. Und das, obwohl die große Mehrheit der Betroffenen die Wehrpflicht ablehnt. Umfragen an Schulen ergaben, dass vielerorts mehr als 80%, teilweise sogar weit mehr als 90% der Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht sind. Sie fühlen sich nicht gehört von der Politik, die sie in kaputten Schulgebäuden sitzen lässt, ihnen eine zerstörte Umwelt hinterlässt und sie jetzt auch noch zum Kriegsdienst zwingen will. Es wächst die Erkenntnis, dass es im Kapitalismus grundsätzlich nicht um die Interessen von Jugendlichen geht, sondern immer um Profite.
 

Organisation durch lokale Schulstreikkomitees

 
Allein in Berlin waren über 10.000 junge Menschen auf der Straße. Selbst in kleineren Städten wie Friedberg oder Marburg waren es Hunderte, darunter sogar Grundschülerinnen und Grundschüler. Organisiert wurden die Proteste von den Jugendlichen selbst, die in den letzten Wochen Schulstreikkomitees in Städten und Schulen aufgebaut hatten und oft das erste Mal selbst politisch aktiv wurden. Allein in Göttingen nahmen an den Vorbereitungstreffen des Schulstreikkomitees bis zu 90 Schülerinnen und Schüler teil. Sie organisierten Verteilungen, Bannerdrops, klebten Plakate und standen am Freitagmorgen als Streikposten vor den Schulen. In Kiel fuhr das Streikmobil, ein Auto mit Plakaten und Megafon, von Schulhof zu Schulhof und mobilisierte noch unentschlossene Schülerinnen und Schüler zum Streik. Unterstützt wurde die Bewegung von SchülerInnenvertretungsstrukturen wie der LSV NRW, der LSA Berlin oder der KSV Kiel. Eine besonders aktive Rolle spielte vielerorts die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), aber auch die Falken, die linksjugend solid, der Internationale Jugendverein (IJV) und viele weitere politische Organisationen. Auch wir als Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ riefen zu den Schulstreiks auf.
 

Repressionen in Rostock und Halberstadt

 
Während Verteidigungsminister Boris Pistorius am Donnerstag zu den Schulstreiks erklärte, dass „Jeder in diesem Land für und gegen alles demonstrieren kann“, sah die Realität anders aus. In Rostock drohte die Versammlungsbehörde mit Kontrollen der Freistellungen der Schülerinnen und Schüler und verlegte die Kundgebung dann eigenmächtig. In einer Schule in Halberstadt wurden die Schülerinnen und Schüler in ihrer Schule eingesperrt, um sie davon abzuhalten, streiken zu gehen. Bildungs- und Kultusministerien in ganz Deutschland versandten Briefe an Schulleitungen, in denen sie klarstellten, dass unentschuldigte Fehlstunden, die Note 6 oder sogar Verweise die Folge der Teilnahme an den Schulstreiks seien. Die Schülerinnen und Schüler bewiesen Mut und gingen dennoch auf die Straße. Sie argumentierten: „Was sind schon ein paar Fehlstunden gegen 180 Tage Töten Lernen oder im schlimmsten Fall sogar sterben?“ Und auch die GEW und viele Lehrerinnen und Lehrer solidarisierte sich mit den Schulstreiks.
 

Nächster Streiktag am 5.3.2026

 
Nach dem 5.12. muss es nun darum gehen, aktiv zu bleiben. Ronja Ruh von Schulstreik gegen Wehrpflicht erklärte: „Wir bleiben laut, bis die Wehrpflicht vom Tisch ist. Wir werden jedem Schritt zur Einführung der Wehrpflicht etwas entgegensetzen.“ Bis zum nächsten Streiktermin am 5.3. muss es darum gehen, Schulstreikkomitees in weiteren Schulen und Orten zu gründen, gegen Bundeswehrwerbung an Schulen und für bundeswehrfreie Schulen aktiv zu werden und am 5.3. mit noch mehr Schülerinnen und Schüler auf die Straße zu gehen. Als Friedensinitiativen sollten wir sie dabei unterstützen und ihre Stimme auch auf den Ostermärschen zu Wort kommen lassen.

 

*** Andrea Hornung engagiert sich in der Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘. Sie ist Bundesvorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)
 


 
Hier findet ihr zudem die
Presseerklärung des Bündnis Schulstreik gegen Wehrpflicht vom 5.12.2025


 
Nachfolgend haben wir euch ein paar Bilder eingefangen. Diese stammen aus Bonn, Frankfurt am Main, Bremen, Heidelberg, Potsdam, Wetterau, Rostock, Hamburg, Berlin und Köln. So oder ähnlich sah es am 5. Dezember in rund 100 Städten aus … Um euch die Bilder genauer anzuschauen, klickt bitte einfach auf das jeweilige Bild.


 
(Auszug von RSS-Feed)

PRESSEMITTEILUNG: Bündnis Schulstreik gegen Wehrpflicht

05. Dezember 2025 um 21:23

Vorschau ansehen

Bundesweiter Schulstreik gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht

 
Zehntausende Jugendliche gehen heute auf die Straße – für Frieden, Selbstbestimmung und echte Zukunftsperspektiven

05.12.2025

Heute, am 5.12., wurde ein Gesetz zum sogenannten „neuen Wehrdienst“ beschlossen. Und heute streikten mehr als 55.000 Schüler*innen in mehr als 80 Städten, um sich dagegen zu wehren! Von Kiel bis München, von Göttingen bis Potsdam waren viele Plätze in den Schulen frei, blieben viele Klassenzimmer leer. „Wir sind beeindruckt davon, wie viele Schüler*innen heute gestreikt haben. Das zeigt: Die Schülerinnen und Schüler sprechen sich nicht nur in Umfragen gegen die Wehrpflicht aus, sondern sind bereit, dagegen aktiv zu werden. Sie haben heute Mut bewiesen. Denn sie möchten nicht 6 Monate lernen, zu töten. Sie wollen nicht im Krieg sterben. Heute waren über 55.000 Schüler*innen auf der Straße, trotz Repression und Drohungen durch Bildungsministerien, Schulleitungen und Versammlungsbehörden. An vielen Orten wurden die Schüler*innen aber auch von Eltern und Lehrer*innen, zum Beispiel von der GEW, unterstützt“, fasst Hannes Kramer, bundesweiter Pressesprecher, zusammen. In München gingen bereits am Vorabend über 2000 Menschen auf die Straße, um gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu demonstrieren.

Phil Werring aus Münster meint: „Wir sollen für Deutschland kriegstauglich werden – doch was ist mit unserem Recht, in Frieden zu leben?“ Auch in den Reden und in offenen Mikrofonen wurde deutlich, warum die Schüler*innen heute ihre Klassenzimmer verlassen haben: Sie wollen keine Wehrpflicht und keinen Krieg. Sie wollen gute Bildung, echte Zukunftschancen und ein Leben ohne Zwang und Drill. „Sie haben uns mit Fehlzeiten gedroht und versucht, mit Gesprächen einzuschüchtern. Das habe ich auch selbst so erlebt, aber mich entschieden, trotzdem zu streiken. Was ist schon ein Gespräch mit dem Schulleiter oder unentschuldigte Fehlstunden im Vergleich zu einem halben Jahr in der Kaserne?“, erzählt Golo Busche aus Kiel.

Getragen wird der Schulstreik von lokalen Initiativen, Streikkomitees und Bündnissen, in denen Schüler*innenvertretungsstrukturen wie zum Beispiel die LSV NRW, die SSV Frankenthal, die BSV Bochum, der LSA Berlin oder die KSV Kiel eine wichtige Rolle spielen. Viele von ihnen haben in den vergangenen Wochen mit großem Engagement Demonstrationen vorbereitet, Reden geschrieben, Plakate gestaltet, Umfragen durchgeführt und Mitschüler*innen mobilisiert. Der heutige bundesweite Aktionstag zeigt, wie groß der Widerstand gegen das heute beschlossene Gesetz ist.

Laut diesem Gesetz sollen ab Januar 2026 alle 18-Jährigen einen Fragebogen zur sogenannten „Wehrdiensttauglichkeit“ ausfüllen; junge Männer müssen diesen ausfüllen und sollen darüber hinaus verpflichtend gemustert werden. Für viele Jugendliche bedeutet das enormen Druck „Wir haben ein Recht darauf, selbst zu bestimmen, welchen Weg wir gehen – und wir lassen uns nicht in militärische Strukturen drängen“, betont Viktoria Gramm aus Mainz.

Damit ist jetzt schon klar: Mit dem heutigen Tag endet der Protest nicht. „Wir bleiben laut, bis die Wehrpflicht vom Tisch ist. Wir werden jedem Schritt zur Einführung der Wehrpflicht etwas entgegensetzen“, meint Ronja Ruh aus Berlin. Für den 5.3.2026 rufen wir als Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht deshalb zum nächsten Streik auf, der noch größer und stärker werden soll. Bis dahin werden sich die Schüler*innen auf die nächsten Streiks vorbereiten und sich gegen Bundeswehrwerbung an ihren Schulen einsetzen. Wir rufen alle Menschen – ob jung oder alt – auf, sich dem Protest anzuschließen und die Schüler*innen zu unterstützen.

Weitere Informationen gibt es unter: https://www.instagram.com/schulstreikgegenwehrpflicht/

https://schulstreikgegenwehrpflicht.com

Die Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht hat sich als bundesweite Vernetzung aktiver Schüler*innen im Zuge der Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht gegründet und steht allen Interessierten offen.

Kontakt:

E-Mail: [email protected]

(Auszug von RSS-Feed)

Wehrdienst und Kriegsdienstverweigerung

02. Dezember 2025 um 22:39

Vorschau ansehen

Die nachfolgenden Folien zum Thema ‚Wehrdienst und Kriegsdienstverweigerung‘ basieren auf einem Folienvortrag von Detlef Mielke (DFG-VK Gruppe Hamburg), den dieser am 22.11. auf einer Informationsveranstaltung in Hamburg hielt.

Um sich eine einzelne Folie genauer anzuschauen, klicken Sie bitte auf das jeweilige Bild.

Hier können Sie sich diesen Vortrag auch als PDF-Datei herunterladen:

Folienvortrag als PDF-Datei downloaden
 
Umfangreiche Informationen zum Thema Kriegsdienstverweigerung sowie viele Kontaktadressen zu Beratungsstellen, finden Sie auch auf der folgenden Seite:

Weitere Infos zum Thema Kriegsdienstverweigerung
 

 
 
 
 
 
 
 
 
(Auszug von RSS-Feed)

32. Friedensratschlag: Podiumsrunde Wehrdienst und Zwangsdienste

14. November 2025 um 21:20

Vorschau ansehen

Auf dem 32. Friedensratschlag in Kassel am 8. November diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Jugendverbänden was wir gegen Wehrpflicht und Zwangsdienste machen können.

Im ersten Teil der Debatte, die hier als Film dokumentiert wird, wurde diskutiert, auf welchen gesellschaftlichen Ebenen diese Debatte gegenwärtig eine Rolle spielt, wen sie erreicht und wen nicht. Aber aucch die Frage, was die Gewerkschaften in diesem Zusammenhang tun müssen. Im zweiten Teil stand stärker die Frage im Mittelpunkt, was jetzt getan werden muss um eine neue Wehrpflicht abzuwehren, wie also der Widerstand politisch gegen diese organisiert werden kann.

 

Einführung

 
Julian Eder (Moderation): Am 1. Januar 2026 soll das Wehrdienstgesetz in Kraft treten. Der Bundestag hat sich damit schon in der ersten Lesung befasst. Die öffentliche Debatte zur Wehrpflicht läuft schon seit langem und sehr intensiv. Gestritten wird aber in der Regel nicht darüber, ob die Wehrpflicht wieder eingeführt werden sollte, sondern darüber, wie schnell, in welchem Ausmaß und auf welche Art und Weise. Wir wollen hier nicht darüber diskutieren, ob die Wehrpflicht eingeführt werden sollte. Es ist ziemlich klar, dass wir alle dagegen sind. Wir sprechen jetzt darüber, wie wir diese Wehrpflicht verhindern können. Der Widerstand gegen die Wiedereinführung des Zwangs zum Kriegsdienst hat in ganz Deutschland in unterschiedlichsten Bereichen schon längst begonnen.
Wir haben auf diesem Podium jetzt sieben Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen und Organisationen versammelt:

  • Tom Widkämper, Mitglied des Jugendverbandes Linksjugend Solid und im Landesverband Hamburg aktiv
  • Till Tiedemann, aktiv bei ver.di Jugend in Kiel und dort auch im Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“
  • Phil, aktiv im offenen Schülertreffen Zukunftsmacher in Münster und im dortigen Schulstreikkomitee gegen die Wehrpflicht
  • Andrea Hornung, Bundesvorsitzende der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)
  • Judith Busse, Landesgeschäftsführerin der DFG-VK in Hessen und Rheinland Pfalz
  • Greta Nowak, aktiv im Jugendverband Die Falken sowie Mitglied der Antimilitarismus Arbeitsgruppe
  • Mena Winkler, aktiv im Studierendenverband Die Linke SDS und dort im Bundesarbeitskreis Antimilitarismus und Frieden

 

Teil 1: Auf welchen gesellschaftlichen Ebenen spielt die Wehrpflichtdebatte eine Rolle?Warum die Wiedereinführung der Wehrpflicht gerade jetzt?

 
Julian: Ich fange direkt an mit einer Frage an die politischen Jugendverbände: Warum wird jetzt versucht, in dieser Situation die Wehrpflicht wieder einzuführen? Was sind die Hintergründe dazu und wie schätzt ihr die Auseinandersetzung darum ein?

Andrea (SDAJ): Ich möchte ganz grundsätzlich anfangen. Wir wissen, dass Kapitalismus und Imperialismus Krieg bedeuten. Und genau das ist der Hintergrund, vor dem die Wehrpflicht wieder eingeführt werden soll. Wir erleben gerade, dass Deutschland und die NATO Staaten sich vom Abstieg bedroht sehen, dass sie um ihre Absatzmärkte, Einflusssphären und Profite fürchten und dass sie deshalb einen großen Krieg vorbereiten, der sich vor allem gegen Russland und China richtet, der gerade jetzt schon mit Militärmanövern wie Quadriga oder Red Storm Bravo auch geübt wird. Und deshalb wird aufgerüstet. Deshalb sollen US Mittelstreckenraketen nächstes Jahr in Deutschland stationiert werden. Und deshalb soll auch die Wehrpflicht oder besser der Kriegsdienst eingeführt werden. Es geht also bei der Einführung der Wehrpflicht zum Kriegsdienst um nicht mehr und nicht weniger als um die Vorbereitung eines großen Krieges. Und um das zu rechtfertigen werden uns alle möglichen Lügen erzählt, wie z.B. dass der Russe uns bedroht. Ulrike Eifler hat in ihrem Workshop heute schon deutlich gemacht, dass es ganz zentral ist, dass wir die Bedrohungslüge entlarven. Und dem kann ich mich nur anschließen. Wir müssen deutlich machen, dass die NATO-Staaten Russland in allen wesentlichen militärischen Bereichen um ein Vielfaches überlegen sind und dass sie es sind, die die zahlreichen Angriffskriege auf der Welt begonnen haben, wie den Jugoslawienkrieg als ersten Krieg auf europäischem Boden nach 1945. Deshalb müssen wir uns gegen die NATO Staaten richten.

Es wird uns weiter erzählt, wir müssten der Gesellschaft was zurückgeben über einen Kriegsdienst oder über ein Gesellschaftsjahr. Und auch das ist eine Lüge. Wofür sollen wir was zurückgeben? Für die kaputten Schulen, in denen wir sitzen, für die zerstörte Umwelt, für die Stellenstreichungen, unter denen wir leiden, für den Ausbildungsplatzmangel? Uns wird erzählt, wir sollten die Demokratie verteidigen. Dabei ist es der Krieg, der den Demokratieabbau erfordert.

Wir erleben, wie die Palästina-Demos massenhaft verboten werden und wir jede einzelne einklagen müssen, damit wir demonstrieren können.

Wir erleben, wie die Versammlungsfreiheit und die Meinungsfreiheit immer weiter eingeschränkt und abgebaut werden.
Und mit der Wehrpflicht soll eben jetzt die ganze Gesellschaft weiter militarisiert werden, wie es schon seit Jahren und Jahrzehnten passiert, wie die Bundeswehr ja auch mit Schulen und Hochschulen verpflichtend zusammenarbeiten muss, wie jetzt in Bayern auch Zivilklauseln verboten werden. Und wir sollen eben auch als Kanonenfutter angeworben werden, im Zweifelsfall im großen Krieg auch sterben.

Die Wehrpflicht soll erst freiwillig eingeführt werden, als Wehrdienst aber schon. Das ist nur so halb freiwillig, wenn man sich anschaut, mit welchen Summen wir da geworben werden und was wir sonst beim Freiwilligen Sozialen Jahr im Vergleich kriegen. Und ganz so freiwillig ist es auch deshalb nicht, weil Männer von Anfang an auf die Briefe antworten müssen und ab 2027 auch verpflichtend gemustert werden. So zumindest steht es im Gesetzesentwurf. Aber im Gesetzesentwurf steht auch drin, dass die Wehrpflicht auf jeden Fall kommen soll, wenn man nicht genug Freiwillige erreicht. Es ist völlig klar, dass man die gewünschte Zahl von 460.000 Soldaten für die Bundeswehr nicht erreichen wird. Die Wehrpflicht ist also ein ganz elementarer Teil der Kriegsvorbereitung.

Das bedeutet aber auch: Wenn wir es schaffen, die Wehrpflicht zu verhindern, dann können wir einen ganz wichtigen Teil der Kriegsvorbereitung verhindern. Deshalb hat der Kampf gegen die Wehrpflicht, bzw. gegen den Kriegsdienst so eine strategische Bedeutung für uns. Deshalb ist es so wichtig, dass wir als Friedensbewegung das als unsere Aufgabe begreifen, dagegen zu kämpfen, die Aktivitäten dagegen zu stärken und gemeinsam deutlich sagen: Nein zur Wehrpflicht.

Tom (Linksjugend Solid): Ich meine, es gibt vorneweg noch einen simpleren Grund neben der Krise der NATO. Es zeigt sich, dass die bisherige Propaganda in den Schulen, also der Bundeswehr, im Kino, auf Social Media usw. nicht dazu führt, dass ein größerer Teil der Jugend kriegstüchtig ist. Im Gegenteil, es gehen immer weniger Menschen zur Bundeswehr. Und die Wehrpflicht ist sehr simpel darauf gerichtet, das zu kompensieren. Zur Krise der NATO würde ich noch hinzufügen, dass es ja nicht nur um den Niedergang des US-Imperialismus und auch des europäischen Imperialismus geht, sondern dass sich gerade gegen die kolonial begründete Gewalt und Ausbeutung heute eine globale Bewegung formiert. Die internationalen Hafenarbeiter-Streiks sind ja ein super Beispiel dafür, dass tatsächlich dafür gekämpft wird, weltweit Kriege zu beenden und zwar nachhaltig. Und das in Einheit damit, dass das Völker- und Menschenrecht aus der UN endlich erfüllt wird. Vor diesem Hintergrund ist eben die Wehrpflicht in den imperialistischen Kernländern eine Maßnahme dafür, Kriegstüchtigkeit herzustellen und den Widerstand in diesen imperialistischen Zentren zu bekämpfen. Hoch interessant finde ich daran, dass man immer wieder in Umfragen feststellen kann, dass 86 % der Jugendlichen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht sind. Ich sehe darin ein Nein zu einem Leben mit Militär. Was aber auch heißt: Ja zu einem Leben ohne Militär. Deshalb ist die Auseinandersetzung um die Wehrpflicht ganz zentral und exemplarisch um die Lösung der aktuellen Krise. Deshalb sollen Befehl und Gehorsam vermittelt werden. Wir sollen auf eine humane Entwicklungsperspektive verzichten und uns dem Diktat militärischer Unterdrückung der Persönlichkeiten unterordnen.

Oder geht es tatsächlich um eine erfreuliche Perspektive humaner Entwicklung, in der die Entfaltung einer jeden Persönlichkeit damit einher geht, dass wir endlich darüber verfügen, dass wir tatsächlich ein Gesundheitswesen brauchen, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht, anstatt es als Feldlazarett umzurüsten?

Wir brauchen eine Schule, in der es um Emanzipation geht, statt dafür zu lernen auf den Russen zu schießen. Das kann man jetzt für alle weiteren gesellschaftlichen Bereiche ausführen. Ich meine, dass sich dieser Kampf deswegen deshalb lohnt, weil es auch eine massive Möglichkeit dafür ist, dass man in sehr breiten Bündnissen mit einer doch etwas weitreichenderen Perspektive und Verständnis von Frieden zu einer neuen Stufe an Verallgemeinerung von Friedensbewegung, kämpferischer Bewegung in Deutschland und darüber hinaus kommen kann. Diese Chance sollten wir unbedingt nutzen.
 

Wie präsent ist die Debatte bei Kindern und Jugendlichen?

 
Greta (Die Falken): Ich glaube, dass es mit der Wehrpflichtdebatte auch sehr viel zu gewinnen gibt, gerade bei Jugendlichen und Kindern. Unsere Jugendorganisation organisiert nicht nur Jugendliche, sondern eben auch schon Kinder. Ab sechs Jahren und auch schon im frühen Kindesalter ist der Krieg ein Thema. Sie bekommen mit, wenn man ihnen ernsthaft erklärt, dass Entscheidungen getroffen werden, die sie ganz konkret selber betreffen und sind dafür auch bereit auf die Straße zu gehen. Und ich glaube auch, dass es ein großer Moment ist, um auch viele junge Menschen zu politisieren, weil diese Frage der Wehrpflicht und der Bundeswehr ganz konkret eine Frage zwischen den Jugendlichen und dem Staat ist. Welches Verhältnis möchte man da einnehmen? Und viel konkreter stellt sich die Frage von Sozialismus oder Barbarei, um eine linke Perspektive an Jugendliche heranzutragen.

Ich denke, dass das nicht nur für Einzelpersonen und Jugendliche gilt, sondern auch für andere Jugendverbände. Besonders die Meinung zu der Wehrpflicht geht innerhalb von Jugendverbänden sehr weit auseinander. Viele sind sich einig, dass ein Pflichtdienst schlecht ist. Aber es ist schwierig, sich auf fundamentale Kritik an Krieg und Militarismus zu einigen. Da haben wir auf dem Podium eine schon sehr viel ausgereiftere Analyse davon, was hier gerade in der Welt passiert und wie man dagegen agieren kann. Und ich glaube, da kann man auch ganz unerwartete Bündnisse und knüpfen und Verbündete gewinnen.

Julian: Judith, wie geht ihr in der DFG-VK mit der öffentlichen Debatte um? Was meint ihr, wie man in die Auseinandersetzung gehen sollte?

Judith (DFG-VK): Wir sehen auch eine große Chance darin, dass das Thema mit dem neuen Wehrdienst wieder aufkommt, weil wir durch unsere KDV-Beratung auch viele junge Menschen politisieren können zu den Themen Krieg und Frieden. Wir hoffen natürlich, dass wir darüber dann auch Mitglieder gewinnen können. Das Thema Wehrpflicht sollte genutzt werden, um generell gegen Militarisierung in Deutschland zu kämpfen, auch wenn das natürlich nicht der einzige Punkt dabei ist. Wir als DFG-VK vergessen dabei nicht, dass es noch andere wichtige Themen gibt, wie die Aufrüstung und die Raketenstationierung in Deutschland, die ab 2026 stattfinden soll. Als mein letzter Punkt: Am besten sind wir nicht nur gegen den neuen Wehrdienst, sondern generell gegen die Wehrpflicht, wie sie im Grundgesetz steht. Wir sollten deshalb sagen, der dort der ganze Artikel 12a gestrichen wird.
 

Was passiert an den Schulen?

 
Julian: Phil, du bist im offenen Schülertreffen „Die Zukunftsmacher“ in Münster aktiv gegen die Wehrpflicht. Ihr wollt am 5. Dezember dort an mehreren Schulen streiken. Das passiert nicht nur in Münster, sondern in einigen Städten in Deutschland. Wie ist es dazu gekommen und was erhofft ihr euch von dieser Aktionsform?

Phil (Schülertreff): Vorab zur Situation in Münster und wie wir dazu gekommen sind. Unser offenes Schülertreffen „Zukunftsmacher“ bestand schon vor der Idee, Schulstreiks gegen die Wehrpflicht zu machen. Damit haben wir auch bereits im Juni dieses Jahres schon Schulstreiks organisiert, die durch die Landesschüler*Innenvertretung NRW initiiert worden sind, bei denen wir mit über 150 Schüler*Innen auch die Wehrpflicht angeprangert haben, aber neben anderen Themen wie marode Schulen und dass wir auch eine Schule für alle fordern. Und ich glaube, diese Stimmung – auch gegen die Wehrpflicht – hat sich seitdem noch verstärkt. Wir sehen in Umfragen, dass teilweise über 90 % der Schüler*Innen gegen die Wehrpflicht sind. Mit maroden Schulen, kaputten Toiletten, Leistungsdruck in den Schulen und dauerhafter Selektion wächst der Widerstand aber auch der generelle Ärger über die Zustände. Deshalb wollen wir diese Schulstreiks nutzen, um das in der Jugend vorhandene Protestpotenzial auf die Straße zu tragen.

Darum sind wir dem bundesweiten Aufruf zu den Schulstreiks zum 5.12. gefolgt und haben dann auch offene Treffen in Münster organisiert, wo wir Schüler*Innen dazu eingeladen haben. An zwei Schulen haben jetzt Streikkomitees, in denen wir arbeiten.

Wir haben uns auch an die Bezirksschülervertretung in Münster gewandt, die wir jetzt dafür gewinnen konnten. Auch mehrere SV [Schülervertretungen] haben schon ihr Interesse bekundet. Das zeigt, wie gut wir da dran anknüpfen können. Dabei sehen wir vor allem auch unsere Aufgabe darin, nicht nur gegen die Wehrpflicht an sich aktiv zu werden, sondern das in die allgemeine Militarisierung einzuordnen. Auch in der Jugend wirkt diese Bedrohungslüge aus dem Osten, dass der Russe uns angreifen will. Wir haben wollen darüber aufklären, dass es eine Lüge ist, um Deutschland wieder kriegstüchtig zu machen für einen großen Krieg. Da gelingt uns jetzt in Münster bereits relativ viel. Dieses tun auch im Rahmen des in Münster vorhandenen Bündnisses „Nein zur Wehrpflicht“, womit wir viele Schulen erreichen und hoffen, dass wir die Bildungsproteste vom Sommer deutlich übertreffen werden. Also gehen wir es an! Wir werden am 5.12. nicht nur in Münster, sondern bundesweit streiken, weil wir die Wehrpflicht verhindern wollen.
 

Welche Rolle spielen Hochschulen?

 
Julian: Mena, du bist an einer Hochschule aktiv. Welche Rolle spielen die Hochschulen in der ganzen Auseinandersetzung?

Mena (SDS): Die Auseinandersetzung um die Wehrpflicht ist vor allem ein Kampf um die Köpfe. Und daran entscheidet sich ja auch, ob es uns gelingt, dass die Gesellschaft friedensfähiger wird anstatt kriegstüchtig. Dazu ein Zitat aus der Verfassung der UNESCO von 1945:

„Da Kriege im Geiste der Menschen entstehen, muss auch der Friede im Geist der Menschen verankert werden. Die weite Verbreitung von Kultur und Erziehung zu Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden sind für die Würde des Menschen unerlässlich.“

Das ist es, was wir in den Hochschulen machen. Und ich meine, das ist es auch, wogegen sich die Wehrpflicht richtet, weil sie sich gegen die Persönlichkeitsentwicklung von jedem Einzelnen in diesem Sinne richtet und stattdessen ja bescheiden machen soll. Bei uns in Hamburg haben wir es mit Leuten zu tun, die am Friedensforschungsinstitut sind und die behaupten, die Friedenstätigkeit, die man jetzt gerade überhaupt nur noch machen könne, bestünde in der Wehrpflicht. Damit verbunden wird auch gesagt, dass der Frieden irgendwie nicht in Sicht sei, womit Alternativlosigkeit verbreitet wird.

Als Studierende sind wir in der Altersgruppe, die jetzt in die Wehrpflicht gehen soll und in einer sehr großen Mehrheit genau das nicht will. Interessant werden dann die damit verbundenen Diskussionen. Den ganzen Verteidigungsunsinn kann man auch in Diskussionen mit unseren Lehrenden als letztlich unwissenschaftlich gut auseinandernehmen.

Damit einhergehend haben wir in Hamburg die Umsetzung der SDG [Social Development Goals – UN-Aganda 2030] für die Uni entwickelt. Das heißt dann exemplarisch, beispielsweise in der Politikwissenschaft zu diskutieren, wie wir die UN in der Pädagogik stärken und dass die Bundeswehr in Schulen nichts zu suchen hat. Und auch Ingenieure können sinnvolle Städte bauen statt irgendein Kriegszeug. Auch streiten wir dafür, dass es Bafög für alle gibt, damit für alle ein Studium auch entsprechend finanziert ist.

Auch haben wir Kommilitonen aus aller Welt, also aus Pakistan, Indien, Peru, Sudan, Palästina. Und wir streiten auch dafür, dass genau diese Kommilitonen zu guten Bedingungen da sein können und bauen Kooperationen mit Hochschulen bis hin nach Palästina aus.

Unser Anspruch ist ein Leben ohne Militär, das wir selber produktiv gestalten können und dass jeder auf der Welt gut leben kann. Genau das sollten wir in den Hochschulen und auch darüber hinaus weiterentwickeln, dass wir uns diese Bedeutung gemeinsam beimessen.
 

Wie können und müssen sich Gewerkschaften einbringen?

 
Julian: Till, warum müssen sich Gewerkschaften in den Kampf gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht einbringen? Und was? Was war eure Motivation, in Kiel als Gewerkschaftsjugend bei dem Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“ mitzumachen?

Till (ver.di-Jugend): Für uns als Gewerkschaftsjugend in Kiel ist klar, dass die Wehrpflicht ein Angriff auf uns als Jugend insgesamt darstellt, der einem Angriff auf unserem Lohn oder unseren Arbeitsbedingungen in nichts nachsteht. Im Gegenteil, denn im Zweifelsfall bezahlen wir diesen Angriff nämlich mit unserem Leben als Jugendliche. Als Jugendliche haben wir die letzten Jahre genug unter den ständigen Angriffen der Arbeitgeberseite gelitten. Jugendliche hat die Inflation wesentlich härter getroffen.

Der Ausbildungsplatzmangel schafft für viele Jugendliche eine Perspektivlosigkeit, die jetzt von der Bundeswehr genutzt wird, um mit vermeintlich attraktiven Angeboten Jugendliche anzuwerben. Die Bundeswehr ist allerdings kein guter Arbeitgeber, sofern es einen solchen überhaupt gibt, sondern dort sind psychischer Missbrauch, Rassismus, Sexismus und verbale wie manchmal körperliche Gewalt an der Tagesordnung. Krieg ist eben nicht ein Job wie jeder andere. Einen Kollegen zu töten hat nichts mit unseren Interessen als Arbeiter zu tun, egal ob aus Russland oder China oder sonst woher kommt.

Gleichzeitig droht uns mit der Einführung der Wehrpflicht als Beschäftigten auch ein Angriff auf unsere Arbeitsbedingungen und unsere Arbeitsplätze. So können Wehrpflichtige nach dem Wehrpflichtmodernisierungsgesetz auch in ziviler Infrastruktur eingesetzt werden, sofern diese als kriegsrelevant gilt. So werden genau die Bereiche, wo schlechte Arbeitsbedingungen wie beispielsweise im Krankenhaus, miese Bezahlung wie bei der Post oder auch Stellenabbau verpasst, wie in der öffentlichen Verwaltung, mit billigen Arbeitskräften mutmaßlich ohne Streik und vernünftige Arbeitnehmerrechte aufgefüllt werden. Dadurch wird der Lohndruck für uns Normalbeschäftigte nochmal merklich angezogen.

Gleichzeitig sollen mit Gesinnungsbekenntnissen und Regelabfragen die Kollegen rausgeschmissen werden, die sich gegen diesen Kriegskurs stellen und das auch mit ihren Kolleginnen und Kollegen diskutieren. Was das mit gewerkschaftlicher Durchsetzungskraft macht, kann man sich wohl gut vorstellen. Streik für bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen? Pech gehabt. Maximilian ist 18, ist gerade mit seinem Abi fertig. Der macht euren Job. Und das Beste ist: Der Staat bezahlt auch noch seinen Lohn. Wir müssen nichts dafür machen. Gleichzeitig stecken wir Milliarden nicht in bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, sondern darin, dass wir bombensichere Lazarette bauen, damit im Kriegsfall wenigstens noch die Krankenhäuser für die Soldaten funktionieren, aber eben dann nicht mehr für die zivile Bevölkerung.

Spätestens damit ist klar, dass wir als Gewerkschaft ein originäres Interesse daran haben, diese Wehrpflicht zu verhindern und uns an den Aktivitäten des Bündnisses „Nein zur Wehrpflicht!“ zu beteiligen. Wir sind dem Bündnis beigetreten, weil wir eben genau diesen Zusammenhang sehen und es für wichtig finden, dort aktiv zu werden.
 

Teil 2: Was ist zu tun?

 
Julian: Wir haben jetzt in der ersten Runde eine politische Einordnung gehört von der Wehrpflicht, die Zusammenhänge, wo die eigentlich herkommt und was damit bezweckt werden soll. Und wir haben Einblicke gekriegt in Schule, Uni und Betrieb – also die Orte, an denen sich die Jugend vor allem aufhält. Jetzt wollen wir noch mal konkret darüber diskutieren, was wir tun können, um diese Wehrpflicht zu verhindern. Und da geht die erste Frage wieder an die politischen Jugendverbände: Was müssen und können wir dafür tun? Welche Schritte geht ihr da? Und wir fangen wieder mit der SDAJ an!
 

Umfragen in Schulen und eindeutige Ergebnisse

 
Andrea (SDAJ): Julian hat einleitend schon gesagt, dass die Wehrpflicht schrittweise eingeführt werden soll. Einmal, um die Infrastruktur zu schaffen, aber ganz wesentlich auch, um den Widerstand dagegen gering zu halten. Weil es ja erst mal als nur freiwillig deklariert wird und dann ist die Bevölkerung schon dran gewöhnt. Und genau dem müssen wir einen Strich durch die Rechnung machen und bei jedem Schritt, der gegangen wird, immer größere Aktivitäten auf die Beine stellen und dagegen aktiv werden. Und die Chance dazu, das zu tun, das haben wir. Ich finde, das ist in der ersten Runde schon deutlich geworden.

Die Studienergebnisse wurden genannt. Wir machen als SDAJ an vielen Schulen gerade Umfragen zur Wehrpflicht – teilweise von außen, teilweise von innen über die Schülervertretung. Die Ergebnisse zeigen flächendeckend, dass sich weit mehr als 80 % gegen die Wehrpflicht aussprechen und da keinen Bock drauf haben. Wir haben gemeinsam mit anderen Jugendorganisationen Bündnisse gegen die Wehrpflicht gegründet, vielfach unter dem Titel „Nein zur Wehrpflicht!“ und haben auch ein bundesweites Bündnis, das dagegen aktiv wird. IN einer gemeinsamen Petition sammeln wir Unterschriften gegen die Wehrpflicht. Das ist auch was, was jeder von uns tun und damit die Aktivität gegen die Wehrpflicht unterstützen und verbreitern kann.

Wir sind auch beteiligt an der Organisation von Demonstrationen und Schulstreiks am 5.12., von denen wir eben schon gehört haben, und versuchen dabei eben auch den Schulterschluss zu der Gewerkschaftsjugend zu schaffen. Till hat eben aus Kiel berichtet, dass wir da z.B. gemeinsam deutlich machen: Jeder Euro, der in die Aufrüstung fließt, das ist ein Euro, der an anderer Stelle bei Sozialem, Gesundheit, Bildung usw. im öffentlichen Dienst fehlt. Wir machen dabei auch deutlich, dass damit der Lohndruck noch weiter erhöht wird, weil damit unsere Situation auch in diesen Bereichen noch verschlechtert wird.

Zu den Schulstreiks möchte ich noch ein kurzes Beispiel aus Friedberg [in Hessen] nennen. In Friedberg ist es von einem Schüler ausgehend gelungen, über die Schülervertretung eine Umfrage zu machen. Im Ergebnis haben sich dabei 84,6 % der Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht ausgesprochen. Es ist dort gelungen, einen Schulstreik zu beschließen, obwohl es nur ein einzelner Schüler war, der das initiiert hat. Zudem wurde beim Tag der offenen Tür eine Lostrommel gemacht, ähnlich zu dem anvisierten Losverfahren, wer zum Bund kommen soll. Wer kommt denn zum Bund? Wer muss denn im Zweifelsfall in den Krieg ziehen?

Und die Schülervertretung versucht bereits, die Schule für bundeswehrfrei zu erklären. Wir als SDAJ sehen unsere Rolle darin, die Schülerinnen und Schüler in ihrer Selbstorganisation zu unterstützen, sie zu unterstützen, diese Schulstreiks zu organisieren und dort aktiv zu werden, wie zum Beispiel in Friedberg, Göttingen, Bielefeld, Münster und vielen anderen Städten. Das zeigt, dass das Thema ankommt, denn viele Jugendliche haben eben keinen Bock, sechs Monate ihres Lebens oder im Zweifelsfall ihr Leben zu geben. Und das ist eine Chance, die wir auch als Friedensbewegung nutzen müssen. Und ich halte auch die gemeinsame Aktivität wie z.B. bei den Schulstreiks für ganz zentral, weil ich da total viel lernen kann. Ich bin nicht alleine mit meiner Haltung zur Wehrpflicht, sondern 85 % meiner Schule sehen das genauso. Die sind auch alle dagegen. Ich kann lernen, ich muss das nicht hinnehmen. Ich kann mich dagegen wehren. Ich kann auf die Straße gehen, dagegen mit anderen gemeinsam. Ich kann dafür gegen Regeln verstoßen.

Denn was ist ein Schule schwänzen im Vergleich zu sechs Monaten Kriegsdienst oder im Zweifelsfall im Vergleich dazu im Sarg zu legen? Und da spüren wir unsere gemeinsame Kraft, wenn wir uns zusammentun. Frieden wird erkämpft. Frieden erreichen wir nicht, indem wir ein Kreuz auf dem Wahlzettel machen und für eine andere Regierung und für eine andere Regierung nur einsetzen, sondern es gibt eine einzige Kraft, die den Frieden erreichen kann. Es gibt eine Kraft, die sich gegen Wehrpflicht, Aufrüstung, Herrschende und ihre Kriegsvorbereitung erfolgreich wehren kann. Das ist die Mehrheit der Bevölkerung. Wenn wir uns dieser Kraft bewusst werden, wenn wir geschlossen handeln, dann können wir es schaffen, die Wehrpflicht zu verhindern, die Aufrüstung zu stoppen und für Frieden einzusetzen, für den Frieden zu erkämpfen und diese die Gesellschaft, die das alles hervorbringt, aus den Angeln zu heben. Und deshalb möchte ich uns alle hier aufrufen, am 5.12. auf die Straße zu gehen, die Schülerinnen und Schüler, die Jugendlichen zu unterstützen, das zum starken Aktionstag gegen die Wehrpflicht zu machen und eine breite Bewegung gegen die Wehrpflicht aufzubauen.
 

Militarisierung durch Wehrpflicht und Lehren aus der Geschichte

 
Julian: Tom, was sollten wir aus deiner Perspektive und aus der Perspektive der Linksjugend Solid jetzt machen, um diese Wehrpflicht zu verhindern?

Tom (Linksjugend Solid): Es lohnt sich, noch mal Tucholsky zu lesen. Deswegen jetzt ein Zitat zur Wehrpflicht 1924 von Kurt Tucholsky. Es bezieht sich auf das Kaiserreich, den Ersten Weltkrieg und die Wehrpflicht im Kaiserreich. „Die alte Wehrpflicht hat diesen infamen Krieg mitverschuldet. Der Kadavergehorsam des deutschen Militarismus ist ein Pestherd gewesen, eine bunte, verlogene Sache, nach außen eine schmutzige, rohe und völlig wertlose nach innen. Die Produkte dieser militärischen Erziehung waren schlechte Karikaturen der Lehrer. Und da die schon eine Karikatur waren, kann man sich vorstellen, wie das aussah, was da herauskam. Männer, die allen Ernstes glaubten, eine Meldung, eine Dienstvorschrift stehe über dem Leben und könne eine Welt meistern. Die Niederlage, die Unbeteiligte haben mit büßen müssen, hat ihnen gezeigt, was es damit auf sich hat. Die alte Wehrpflicht hat das gesamte kulturelle Leben in Deutschland verdorben. Und wenn heute die republikanischen Parteien den Mut nicht aufbringen, das zu sagen, so liegt das wohl daran, dass sie es in ihren großen Masse bis heute noch nicht begriffen haben.“

Das ist jetzt aus zwei Gründen relevant. Erstens sollte man verstehen, dass die Wehrpflicht eine Auseinandersetzung ist, die nicht nur die Jugend etwas angeht, sondern weil wir alle kriegstüchtig gemacht werden sollen. Das ist auch verbunden mit der Ideologie, dass man nur aus Gewissensgründen verweigern könne, also nicht aus politischer oder philosophisch begründeter Rationalität, sondern nur aus vermeintlich schwachen Gewissensgründen. Gegen diese Hegemonie müssen wir kämpfen. Um das noch mal historisch einzuordnen: Die Wehrpflicht gab es im Kaiserreich, es gab sie im Faschismus und es gab sie in der Bundesrepublik, als gegen die Konsequenzen aus der Befreiung vom Faschismus aufgerüstet werden sollte gegen die Sowjetunion.

Das ist auch der Kontext, in dem man begreifen muss, welche Bedeutung eine Wehrpflicht für die Militarisierung einer gesamten Gesellschaft hat. In Hamburg machen wir bereits Kundgebungen gegen die Wehrpflicht in einem Bündnis. Was geht von uns, der SDAJ bis zum Landesjugendring, wo z.B. auch die Pfadfinder vertreten sind. Das finde ich extrem gut. Es macht dabei besonders Spaß macht, dass wir als Teil dieses Protestes eben auch Theater und Satire gegen den militaristischen Ungeist spielerisch hervorbringen und zur Geltung bringen. Eben dafür, dass wir an die Stärke der Unterdrücker nicht mehr glauben, sondern uns unserer Macht bewusst werden.
 

Diskussionsthema von Kindern bis zu Großeltern

 
Julian: Wir geben die gleiche Frage nochmal an die Falken weiter.

Gretha (Die Falken): Ich würde mich dem auf jeden Fall anschließen. Ich glaube auch, dass es sinnvoll ist, noch mal den 5.12. als großen Aktionstag zu nehmen, wo sich dann die lokalen Proteste noch einmal zu vereinen und da auch eine große, kräftige Demo auf die Straße gebracht wird. Und gleichzeitig glaube ich, dass wir uns nicht daran aufhalten sollten, dass wir derzeit zum Teil sehr wenige sind, die sich bis jetzt politisch gefunden haben. Viele aus unserem Verband haben sehr positive Erfahrungen gemacht, einfach kleine Aktionen zu machen. Zum Beispiel in Frankfurt gab es eine Demo nur mit zwei Kindergruppen von uns und danach kamen super viele Passantinnen auf uns zu und wollten uns dabei unterstützen. Also ich glaube, man sollte sich nicht davon abhalten lassen, dass man eine kleine Organisation ist, sondern gerade auch die Zeit vor dem 5.12. noch mal nutzen, um das Thema auf die Straße zu bringen, auch mit den kleinsten Aktionen.

Wir wollen, dass es nicht nur die Jugendlichen beschäftigt, sondern eben auch die Eltern und Großeltern dieser Jugendlichen. Dass sie sich ernsthaft Sorgen machen und sich informieren für ihre Kinder. Und ich glaube, da sehe ich auch eine Verbindung zu der älteren Friedensbewegung, dass man diese Menschen auch unbedingt organisieren muss und dass sie auch einen Ort finden, wo sie für ihre Kinder, für den Frieden und gegen die Wehrpflicht streiten können. Gleichzeitig glaube ich, dass die Wehrpflicht auch nur ein Schritt hin zur Militarisierung der Jugend ist. Unabhängig davon, ob wir diesen Kampf um die Wehrpflicht jetzt am 5.12. gewinnen, können uns auch davor und danach gegen eine Militarisierung der Jugend einsetzen und zwar durch Friedenspädagogik und Bildung in allen Bereichen. Sie muss stärker in den Schulen stattfinden, aber auch in Jugendverbänden außerschulischer Bildung. Ich glaube, das ist ganz wichtig, zusätzlich zu einer reflektierten Geschlechterarbeit und allgemeiner freiheitlicher Erziehung, die damit Hand in Hand gehen muss.
 

Von der Kriegsdienstverweigerung zur antimilitaristischen Aufklärung

 
Julian: Judith, was sagst du? Was müssen wir gegen die Wehrpflicht tun? Und< welche Schritte geht die DFG-VK? Judith (DFG-VK): Ich finde auf jeden Fall auch, dass eine große bundesweite Demo eine sehr gute Idee ist. Auch um zu zeigen, wie viele wir eigentlich sind, die gegen die Wehrpflicht sind. In Frankfurt planen wir auch eine Demo abends am 4. Dezember. Dann kann man am nächsten Tag nach Berlin fahren. Und ich möchte noch auf eine andere Demo hinweisen. Und zwar gibt es jedes Jahr in Hessen unsere Aktion „Friedlicher Hessentag“. Kommendes Jahr ist der offizielle Hessentag in Fulda und auch da ist die Bundeswehr wieder [mit einer großflächigen Ausstellung] präsent. Für unser Bündnis suchen wir auch dafür noch Mitstreiter*Innen. Neben Demos macht die DFG-VK auch Lobbyarbeit, hauptsächlich mit der SPD und den Jusos. Wir haben irgendwie noch die Hoffnung, dass man manche vielleicht noch überzeugen kann, dass sie gegen diesen neuen Wehrdienst stimmen oder argumentieren.

Ansonsten hat auch einer von uns von in der DFG-VK, ein Jurist, zusammen mit Greenpeace ein Gutachten gegen diesen neuen Wehrdienst erstellt. Daraus geht hervor, dass dieser sogar verfassungswidrig ist und nicht verfassungskonform. Also kann man auch juristische Wege versuchen. Bei mehreren Ortsgruppen der DFG-VK versuchen wir, die Kriegsdienstverweigerung mit politischer Arbeit zu verbinden. Das heißt, dass man neben der Beratung auch Themenabende anbieten kann zur Militarisierung. Ich denke, das ist nicht nur sinnvoll für die jungen Menschen, sondern für alle Eltern und Großeltern. Beispielsweise um das bereits hier mehrfach angesprochene Feindbild zu entkräften.

In Hessen arbeiten wir gerade mit der GEW zusammen für einen Flyer für Schulen, vor allem für die Lehrkräfte zum Thema Militarisierung geht. Wir wollen Schulen anbieten, dass wir Unterrichtseinheiten durchführen können, vor allem auch als Gegengewicht zur Bundeswehr, indem wir dem eine eigene Sicherheitspolitik entgegensetzen.

Die vielen älteren Menschen in der DFG-VK fragen sich: Wie können wir die jungen Menschen erreichen? Da brauchen wir Hilfe [wie bei dem Workshop zu Social Media anschließend am zweiten Tag des Ratschlages]. Wir als DFG-VK wollen auch eigene Jugendgruppen aufbauen und fragen uns, wie wir das umsetzen. Was mir sehr wichtig ist, ist die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, weil ich glaube, dass wir das nur zusammen schaffen können. Und es ist auch wichtig, über gewisse Unterschiede mal hinwegzusehen, wenn es darum geht, gegen diese Militarisierung anzugehen.
 

Schulstreik und zu erwartende Repression

 
Julian: Die nächste Frage geht wieder an Phil. Ihr wollt streiken, aber wo es Streiks gibt, da gibt es auch immer den Versuch, diese zu brechen und zu untergraben. Mit welchen Repressionen rechnet ihr bei den Schulstreiks und wie wollt ihr damit umgehen?

Phil (Schülertreff): Repression haben wir leider jetzt schon erfahren, z.B. bei einer E-Mail, die wir an die Schulen geschickt haben. Eine Schulleitung hat die Weiterleitung an die SV abgelehnt, weil das zu parteipolitisch wäre. Wir sehen auch, dass teilweise auch Lehrkräfte sich nicht so positiv gegenüber unserer antimilitaristischen Haltung äußern. Wir haben dabei auch Ängste bei Schülern erlebt, vor allem die Angst vor dem Streik. Was passiert da überhaupt? Was kann da passieren? Und dann vor allem auch die Angst vor Schulverweisen, die die Schulleitung ausstellen kann. Wir wollen dabei ansetzen, indem wir sagen: Diese Ängste sind sehr legitim. Aber man darf sich davon nicht abschrecken lassen, weil genau das das wäre, was die Herrschenden wollen Dass wir nicht streiken gehen, keinen Widerstand gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zeigen. Wir sagen auch: Einen Tag streiken ist nichts im Vergleich zu sechs Monaten Wehrdienst in einer Armee, wo Sexismus und Rassismus alltäglich ist.

Vor allem durch die Verbreiterung unser Bündnisse sind wir auch umso mehr vor Repressionen geschützt. In Kassel <, desto weniger können Schulleitungen und auch Lehrkräfte und vielleicht auch Eltern, die sagen Ich will mein Kind nicht rauslassen, uns was antun, weil dann ein Schulverweis meistens keine Wirkung mehr hat. Also in Kassel hatten wir bereits mal den Fall, dass bei einem Schulstreik auch viele Schülerinnen einen Schulverweis bekommen haben, der aber letztlich nichts mehr gezählt hat, weil fast alle einen hatten. Und so etwas erhoffen wir uns natürlich auch, dass wir so breit aufgestellt sind, damit Repressionen nur noch abprallen und uns nicht mehr Angst einjagen. Vor allem von innen als Schulstreikkomitees.  

Der Kampf um die Köpfe an Hochschulen

 
Julian: Mena, du hast vorhin gesagt, der Kampf gegen die Wehrpflicht ist ein Kampf gegen die Köpfe und um die Köpfe. Wie gelingt es da, diese Auseinandersetzung um die Hegemonie von der Hochschule aus zu führen? Was muss dafür entwickelt und diskutiert werden?

Mena (SDS): Ich würde als erstes dazu bekräftigen, dass wir gar nicht groß genug denken können, um diese Auseinandersetzung zu führen, da es eine gerade laufende gesellschaftliche Debatte ist. Es macht einen Unterschied, wie auch wir aus den Hochschulen darin eingreifen. Also wer dann als Experte irgendwo eingeladen wird. Und deswegen macht es einen großen Unterschied, was dann da gesagt wird, damit die Hochschulen tatsächlich engagiert für den Frieden eingreifen. Und ich bin sehr gespannt, wie wir mit unseren weiteren Aktivitäten die Auseinandersetzung auf eine nächste Stufe bringen. Dabei denke ich an eine marxistisch qualifizierte und humorvoll kämpferische Friedensbewegung, die in den Hochschulen verankert ist, aber eben auch überall sonst in der Gesellschaft. Dafür ist relevant, dass die Friedensbewegung gegen die ganzen Erzählungen, der Kapitalismus sei alternativlos und bleibe ewig, für wirklich bessere gesellschaftliche Verhältnisse streitet.
 

Überzeugungsarbeit bei Gewerkschaften und Belegschaften

 
Julian: Till, welche Rolle können die Gewerkschaften in den Bündnissen „Nein zur Wehrpflicht!“ spielen?

Till (ver.di-Jugend): Ich sehe unsere Aufgabe als Gewerkschaftsjugend in der Bewegung gegen die Wehrpflicht primär darin, eine Schnittstelle zu den Kämpfen der Arbeiter zu bilden und klar zu machen, dass der Kampf um Frieden und dabei besonders auch gegen die Wehrpflicht zu diesen Kämpfen dazugehören. Dabei tun sich die Gewerkschaften aktuell in der Fläche noch schwer, da sie sich aktuell in der Defensive befinden, wie heute bereits die Gewerkschafterin Ulrike gesagt hat. Die Kriegsvorbereitungen treffen die Belegschaften hart und wir als Gewerkschaft haben darauf bisher noch keine gemeinsame kämpferische Antwort. In Kiel war ver.di eine der wenigen bundesweit, die in den Tarifverhandlungen zum öffentlichen Dienst kämpferisch aufgetreten ist, eine hohe Dichte an Streiktagen hatte und die Kolleginnen und Kollegen sowohl in der Jugend als auch auf der Erwachsenenebene mit Erfolg gut eingebunden hat.

Wir haben als Jugend dabei nicht zurückgeschreckt, in unseren Reden zu betonen, dass die aktuellen Kürzungen eben aufgrund der Aufrüstung geschehen und dass ein konsequenter Kampf dagegen nur funktioniert, wenn wir ihn mit der Friedensbewegung gemeinsam führen. Das hat allerdings auch nicht immer jedem Gewerkschaftsmitglied und jedem Streikenden gefallen. Aber diese Auseinandersetzung müssen wir eben in den Gewerkschaften ausfechten und immer wieder neu diskutieren. Nur so überzeugen wir die Kolleginnen und Kollegen davon, dass der Kampf um Frieden auch ein Kampf um bessere Arbeitsbedingungen ist.

Teile der Gewerkschaften haben aber genau davor Angst, die aktuellen Arbeitskämpfe mit politischen Fragen zu verknüpfen. Sie fürchten eine öffentliche Diskreditierung, wie sie die Friedensbewegung seit dem Ukrainekrieg verschärft erfährt. Ich halte das für einen Fehler, da ein konsequenter Kampf gegen beispielsweise Kürzungen im öffentlichen Dienst nur geführt werden kann, wenn wir die Ursache der aktuellen Angriffe der Arbeitgeberseite klar benennen und darauf verweisen, dass das Ganze im Zusammenhang mit der Kriegstüchtigkeit und der gerade passierenden Militarisierung steht.

Nur so bieten wir unseren Kolleginnen und Kollegen kohärente Erklärungsmuster, um eben diese Angriffe einzuordnen und abzuwehren. Deswegen sind wir als ver.di Jugend im Bündnis „Nein zur Wehrpflicht!“ engagiert und versuchen dort vor allem auch eine betriebliche Perspektive mit einzubringen.

Das Ganze funktioniert natürlich auch in die andere Richtung, indem wir uns als Gewerkschafter und Arbeiter an der politischen Arbeit des Bündnisses beteiligen. Dadurch haben wir auch die Möglichkeit, unsere Arbeit als Gewerkschaft zu politisieren, indem wir zum Beispiel an Blockaden teilnehmen. Dadurch machen viele Azubis und Jungarbeiter erste Erfahrungen mit politischen Auseinandersetzungen und lernen auch über eine Tarifbewegung hinaus in Kämpfe zu zu gehen, auch wenn man ihn vielleicht nicht im ersten Schritt gewinnt. Aber das genau legt einen Grundstein sowohl für kämpferische Gewerkschaftsarbeit, als auch für die Zusammenführung von Gewerkschafts- und Friedensbewegung, was ja unser großes Ziel ist.

Und dazu finde ich wirklich gut, was Ulrike heute im Workshop gesagt hat. Denn nicht nur die Gewerkschaften, nicht nur die Gewerkschaftsbewegung und die Friedensbewegung müssen zusammengeführt werden. Auch die Bewegung, auch die aktuell anstehenden Streiks der Schüler müssen von uns Gewerkschaftern verknüpft werden. Wir müssen auf die Schulen zugehen und die Schülerinnen und Schüler als Gewerkschafter in ihrem Kampf dagegen unterstützen. In einem großen Krieg verheizt zu werden, dafür müssen wir uns engagieren und nur so können wir diese Wehrpflicht auch tatsächlich verhindern. Wir sind, jeder alleine genommen, nicht stark und durchsetzungsfähig genug. Wir werden es nicht schaffen, dass jeder durch Kriegsdienstberatung dieser Wehrpflicht entgleiten kann. Aber wenn wir es schaffen, gemeinsam zu stehen und uns gemeinsam gegen diese Wehrpflicht zur Wehr zu setzen, sind wir Millionen Mal stärker als alles, was uns diese Regierung gerade entgegensetzen kann. Denn wenn wir uns zusammentun und organisieren, dann haben wir das politische Potenzial, die Wehrpflicht zu verhindern. Das ist die Lehre aus über 100 Jahren Gewerkschaftsbewegung, aus einer langen friedenspolitischen Tradition. Und genau das ist es, was wir jetzt fortführen müssen, um diese Wehrpflicht und damit vielleicht auch den nächsten großen Krieg, der jetzt vor der Tür steht, zu verhindern.

Julian: Ihr seht, die Jugend kämpft und wir haben Power. Und es wurde gesagt, wir brauchen noch mehr junge Leute, die sich der Militarisierung entgegenstellen und mit uns kämpfen. Aber wir brauchen auch die alten Eisen. Wir brauchen auch eure Erfahrung. Wir brauchen die Erfahrung aus jahrzehntelangem Kampf. Es ist ein gemeinsamer Kampf, vor dem wir stehen. Und wir werden und müssen der Militarisierung überall entgegentreten, wo sie uns entgegenkommt.

Schließen möchte ich diese Runde mit einem Zitat. Wir hatten ja schon ein paar, diesmal von Antonio Gramsci: „Bildet euch! Denn wir brauchen alle eure Klugheit. Bewegt euch, denn wir brauchen eure ganze Begeisterung. Organisiert euch! Denn wir brauchen eure ganze Kraft.“ Und damit raus zum 5.12. zum Aktionstag gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Und lasst uns weiter darüber diskutieren, wie wir die Wehrpflicht und wie wir diesen Krieg, den sie gerade planen, stoppen können.

Quelle: Bundesausschuss Friedensratschlag, Bericht vom 32. Ratschlag.

(Auszug von RSS-Feed)

Übersicht Schulstreiks am 5.12. nach Bundesländern

25. November 2025 um 14:35

Vorschau ansehen

Hier eine Übersicht über die Orte, an denen am 5. Dezember Schulstreikaktionen vorgesehen sind.

Weitere Informationen sind auf der folgenden Webseite veröffentlicht:
https://schulstreikgegenwehrpflicht.com/

Rückfragen oder Kontaktwunsch zu den Organisatoren? Bitte über die folgende Mail-Adresse:

[email protected]

Hinweis für die folgende Übersicht (Stand 2.12.2025). Sofern weitere Infos für den Ort vorliegen, sind diese verlinkt. Erkennbar an der roten Farbe. Dann dort einfach drauf klicken! Ihr kommt damit auf den Instagram-Kanal der an dem Ort Schulstreikenden.
 


 

10 Uhr, Königsplatz

11 Uhr, Unterer Kirchplatz

12 Uhr, Leibnitzplatz

10:30 Uhr, Rathausplatz

16:30 Uhr, Neutor

9 Uhr, Schauspielhaus

11 Uhr, Poppelsdorfer Allee

 

11 Uhr, Karl-Marx-Monument

13:30 Uhr, Schillerpark

11:30 Uhr, Luisenplatz

12:30 Uhr, Hauptbahnhof

10:00 Uhr, Postplatz

DÜSSELDORF

11:30 Uhr, Luisenplatz

10:00 Uhr, Theaterplatz

11 Uhr, Huenottenplatz

10 Uhr, I. Dellbrügge – (Höhe Burggymnasium/ Teichstraße)

12 Uhr, Rathausplatz

12 Uhr, Willy-Brandt-Platz

10 Uhr, Platz der alten Synagoge

11:30 Uhr, Elvis-Presley-Platz

GLADBECK

10 Uhr, Rathaus

gütersloh

11 Uhr, vor dem Rathaus

15:30 Uhr, Riebeckplatz

10:00 Uhr, Hachmannplatz

10 Uhr, Freiheitsplatz

13:30 Uhr, Ernst-August-Platz

9:15 Uhr, Johannesbrunnen Halberstadt

11:45 Uhr, Zug nach Tübingen

12 Uhr, Friedrich-Ebert-Platz

HITZACKER (ELBE)

12 Uhr, Theaterplatz am ZOB

11 Uhr, Stadtzentrum

12 Uhr, Bundesverfassungsgericht

12 Uhr, Rathaus

12 Uhr, Hildegardplatz

10:30 Uhr, Exerzierplatz

10 Uhr, Hauptbahnhof

10 Uhr, Messeplatz

13 Uhr, Staatliche FOS

LEER

9 Uhr, Wilhelm-Leuschner-Platz

Lingen

9 Uhr, Holstentorplatz

11:30 Uhr, Akademiehof

12 Uhr, Clamartpark

10 Uhr, Domplatz

18 Uhr, Gutenbergplatz

12 Uhr, Giesinger Bahnhof

10 Uhr, Stubengasse

13 Uhr, Carmer-Klett-Park

11:30 Uhr, Martin-Luther-Platz

10 Uhr, Bahnhof Pirna

10 Uhr, Alter Markt

11 Uhr, Am Rosengarten

11:30 Uhr, Gymnasium Schwertstraße

11:30 Uhr, Schillerplatz

12 Uhr, Porta Nigra

12 Uhr, Uhlanddenkmal

12 Uhr, Am Bauhaus-Museum

9 Uhr, Am Dernschen Gelände

WILHELMSHAVEN
Baden-Württemberg:
  1. Tübingen: Demo, Uhlanddenkmal/Uhlandstraße, 12:00, @schulstreikgegenwehrpflicht_tu
  2. Reutlingen: Kundgebung, Ort und Uhrzeit noch unklar, @schulstreikegegenwehrpflicht_rt
  3. Hechingen: Fährt zum Schulstreik nach Tübingen, 11.45 Treffpunkt für Zug nach Tübingen, https://chat.whatsapp.com/JZGq7JZxk50DcIR4clfqwb
  4. Stuttgart: 11:30, Schillerplatz, @schulstreikgegenwehrpflicht_st
  5. Karlsruhe: Kundgebung, 12:00, Bundesverfassungsgericht, @schulstreikgegenwehrpflicht_ka
  6. Heidelberg: tbd, @schulstreikgegenwehrpflicht.hd
  7. Freiburg: tbd, @schulstreikgegenwehrpflicht_fr
  8. Heilbronn: tbd, @schulstreikgegenwehrpflicht_hn
  9. Weinheim: tbd, @schulstreikgegenwehrpflichtwh
  10. Ludwigsburg: Schulstreik mit Kundgebung, 11:30, Akademiehof, @schulstreikgegenwehrpflicht_lb

Bayern:

  1. München, 12:00, Giesinger Bahnhof, @neinzurwehrpflicht_munchen, [email protected]
  2. Landshut, 13:00 Uhr, staatliche FOS
  3. Kempten, 12:00 Uhr, Hildegardplatz, @kempten_gegen_wehrpflicht
  4. Augsburg, Demo, 10:00 Uhr, Königsplatz, @schulstreikaugsburg
  5. Nürnberg, Demo, 13:00 Uhr, Cramer-Klett-Park, https://chat.whatsapp.com/HHTIVro9iqdDqcqm8HTOo2?mode=hqrt1, @schulstreikgegenwehrpflichtnbg
  6. Erlangen, tbd, @schulstreikgegenwehrpflicht.er
  7. Lindau, tbd, @Schulstreikgegenwehrpflicht_li

Berlin:

  1. Berlin,12:00, Hallesches Tor, https://www.instagram.com/streikgegenwehrpflicht.ber?utm_source=ig_web_button_share_sheet&igsh=ZDNlZDc0MzIxNw==

Brandenburg:

  1. Potsdam, 10:00, Alter Markt, @potsdamgegenwehrpflicht
  2. Cottbus, 13:30, Stadthallenvorplatz, https://www.instagram.com/schulstreikgegenwehrpflicht.cb?igsh=aTA5cWFyNnM3ZmNr&utm_source=qr

Bremen:

  1. Bremen, Demo, 12:00, Leibnizplatz, https://bremerfriedensforum.de/events/event/schul-und-unistreik-gegen-wehrpflicht/  

Hamburg:

  1. Hamburg, Demo, 10:00 (Start der Demo: 12:00), Hachmannplatz, https://www.instagram.com/schulstreikgegenwehrpflicht_hh?utm_source=ig_web_button_share_sheet&igsh=ZDNlZDc0MzIxNw==  

Hessen:

  1. Kassel, 12:00, Rathaus, @schulstreik_kassel
  2. Darmstadt, 11:30, Luisenplatz, https://www.instagram.com/schule.gegenkrieg_da?igsh=MXN1cGpvaDlidzB6cg==
  3. Friedberg, 11:30, Elvis-Presley-Platz, Insta: @streikgegenwehrpflichtwetterau
  4. Frankfurt, 12:00, Willy-Brandt-Platz
  5. Hanau, tbd
  6. Untertaunus, tbd

Mecklenburg-Vorpommern:

  1. Rostock, 11:00, Am Rosengarten, @schulpflichtgegenwehrpflichthro

Niedersachsen:

  1. Hannover, 13:30, Ernst-August-Platz, @neinzurwehrpflicht_hnvr
  2. Braunschweig, 12:00, Ort tbd, @schulstreik_braunschweig
  3. Göttingen, Kundgebung und Zubringerdemos, 12:00 (Zubringer 10:00-11:00), https://www.instagram.com/schulisgegenwehrpflicht.goe?igsh=dHk5cWwyaW1sa2Fj
  4. Wilhelmshaven, tbd
  5. Osterode am Harz, Kundgebung: 11:30, Martin-Luther-platz, @gegen.wehrpflicht.osterode

Nordrhein-Westfalen:

  1. Bonn, 11:00, Poppelsdorfer Allee, @schulstreik_bonn
  2. Eitorf, tbd, @eitorfgegenwehrpflicht,
  3. Köln, Demo, tbd, [email protected] Instagram: @schulstreik_koeln @nzw.koeln
  4. Solingen, Demo, 11:30, Gymnasium Schwertstraße, https://chat.whatsapp.com/KIrcLNBCPbgAf1BOTV5Vtr
  5. Dortmund, Demo, 12:00, tbd, @nzw_dortmund
  6. Essen, Demo, 10:00, I. Dellbrügge ( Höhe Burggymnasium/ Teichstraße), @schulstreik_essen
  7. Bochum Demo, 9:00, Schauspielhaus, @freistunde_bochum für Schüler @egw_bochum für Eltern
  8. Münster, Demo, 10:00, Stubengasse, @zukunftsmacher_muenster; @nzw_muenster
  9. Bielefeld, Demo, 10:30, Rathausplatz, @neinzurwehrpflicht.bielefeld

Rheinland-Pfalz:

  1. Trier, 12:00, Porta Nigra, @schulstreik_trier
  2. Mainz, 18:00, Gutenbergplatz,@mainzgegenwehrpflicht
  3. Koblenz, 10:00, Hauptbahnhof, @schulstreikgegenwehrpflicht_ko
  4. Ludwigshafen, tbd, @schulstreikgegenwehrpflicht_lu
  5. Landau, tbd, @schulstreikgegenwehrpflicht.ld

Saarland:

  1. Saarbrücken, Demo, 14:00, tbd, @schulstreikgegenwehrpflichtsrb

Sachsen:

  1. Dresden, Kundgebung, 10:00, Postplatz, @schulstreikgegenwehrpflicht.dd
  2. Chemnitz, Demo, 11:00, Karl-Marx-Monument, @schulstreikgegenwehrpflichtcmz
  3. Leipzig, 9:00, Wilhelm-Leuschner-Platz, @schulstreikgegenwehrpflicht_le
  4. Döbeln, 12:30, Hauptbahnhof

Sachsen-Anhalt:

  1. Harz, Kundgebung, 9:15, Johannesbrunnen Halberstadt, @schulstreik_harz
  2. Magdeburg, tbd, @schulstreikgegenwehrpflicht.md
  3. Dessau, tbd, @schulstreik_dessau
  4. Pirna, tbd, @schulstreik_pirna

Schleswig-Holstein:

  1. Kiel, 10:30, Exerzierplatz + Zubringerdemo von Waldorfschule, @neinzurwehrpflichtkiel
  2. Flensburg, 12:00, Rathausplatz, @neinzurwehrpflicht_fl
  3. Itzehoe, 12:00, Theaterplatz am ZOB, schulstreikgegenwehrpflicht_iz, [email protected]
  4. Lübeck, 9:00, Holstentorplatz, @ schulstreikgegenwehrpflicht_hl

Thüringen:

  1. Gotha, tbd, @schulstreik_gotha
  2. Erfurt, Kundgebung, tbd, Anger, @schulstreik_erfurt
  3. Weimar, Demo, 12:00, Am Bauhaus-Museum, @schulstreik_weimar
  4. Jena, tbd, @schulstreik_jena

Darüber hinaus Kundgebungen und Demonstrationen am Nachmittag:
 

  • Leipzig, 17:00, Wilhelm-Leuschner-Platz
  • München, 4.12. (!), 18:00, Rosenheimerplatz
  • Frankfurt, 18:00, Bockenheimer Warte
  • Berlin, 16:00, Oranienplatz
  • Köln, 6.12. (!)
(Auszug von RSS-Feed)

Aktuelles Material zum Schulstreik am 5.12.2025

20. November 2025 um 10:55

Vorschau ansehen

Um aktuelles Material zu sichten
und herunterzuladen, klicke bitte auf das Bild!

 

Wir sagen NEIN zur Wehrpflicht! NEIN zu allen Zwangsdiensten!

 
Erste Hinweise wo welche Aktionen stattfinden, sind hier zu finden:

https://nie-wieder-krieg.org/2025/11/25/uebersicht-schulstreiks-am-5-12-nach-bundeslaendern/.

Die Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden. Zunächst als „freiwilliger Wehrdienst“, doch schon jetzt steht fest: Wenn sich nicht genug von uns melden, soll erst das Los entscheiden und dann kommt die Pflicht für alle. Es heißt, wir sollen für Deutschland Krieg führen können.
 

Doch was ist eigentlich mit unserem Recht in Frieden zu leben

 
und selbst zu entscheiden, wie wir unser Leben führen wollen? Was ist mit Artikel 4 Absatz 3 der Grundgesetzes, nach welchem niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden darf? Wir wollen nicht ein halbes Jahr unseres Lebens in Kasernen eingesperrt sein, zu Drill und Gehorsam erzogen werden und töten lernen. Krieg ist keine Zukunftsperspektive und zerstört unsere Lebensgrundlage.
 

Deshalb gehen wir am 05.12.
nicht zur Schule!

 
Wir streiken gegen die Wehrpflicht & alle Zwangsdienste!
 

Gegen die Wehrpflicht.
Aber Warum?

 
Egal ob Nachrichten oder Talkshows – fast alle reden & diskutieren darüber. Politiker_innen, die Bundeswehr oder irgendwelche Moderator_innen argumentieren, wie wir die Wehrpflicht wieder einführen sollten.
 

Aber niemand redet mit uns.
Niemand fragt uns, was wir wollen.
Niemand will wissen was wir dazu denken.

 
Dabei sind wir die Betroffen! Es sind unsere Leben, über die sie diskutieren und bestimmen wollen! Deswegen zwingen wir sie uns zuzuhören, warum wir gegen die Wehrpflicht sind!
 
 

(Auszug von RSS-Feed)

Bundesweiter Aktionstag gegen die Wehrpflicht am 5. Dezember

14. November 2025 um 22:27

Vorschau ansehen

Schulstreiks und Demonstrationen in ganz Deutschland

 
Aktualisierung: Hier findet ihr inzwischen noch genaueres und umfassenderes Material:
 

Aktuelleres Material zum Schulstreik – Klick hier!


 
Schulstreiks gegen die WehrpflichtAm 5. Dezember rufen bundesweit Jugendbündnisse zu Kundgebungen und Demonstrationen und Schülerinnen und Schüler zu Schulstreiks gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht auf. In vielen Städten werden sie dabei von lokalen Nein-zur-Wehrpflicht-Bündnissen, Gewerkschaften und Friedensinitiativen unterstützt.

In zahlreichen Orten – darunter neben vielen anderen Berlin, Bochum, Dortmund, Bielefeld, Essen, Göttingen, Hannover, Kassel, Köln, Münster, München, Potsdam und Trier – laufen bereits konkrete Vorbereitungen für Schulstreiks. Zusätzlich entstehen in vielen weiteren Städten Protestzüge, Kundgebungen und kreative Aktionen.

Aktuelle Infos zu den Aktionen am 5. Dezember findet ihr hier:

Wir laden dazu ein, die streikenden Schülerinnen und Schüler sowie die Kundgebungen und Demonstrationen zu unterstützen, Materialien zu teilen und gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften, Gewerkschaften und lokalen Initiativen Rückhalt für den Protest aufzubauen.

(Auszug von RSS-Feed)
❌