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EZB-Beruhigungspille: “Nicht-Programmierbarkeit” des digitalen Euro ist reine Ablenkung

28. Januar 2026 um 12:00

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Brüssel und Frankfurt verteilen bezüglich des digitalen Euro Beruhigungspillen. Doch die Wahrheit ist differenzierter und ändert nichts daran, dass diese digitale Zentralbankwährung am Ende doch mit “Carbon Credits” und dergleichen verbunden werden kann.

Der digitale Euro wird der Öffentlichkeit als harmloses Modernisierungsprojekt verkauft, als technisches Update für ein angeblich veraltetes Geldsystem. Kritiker, so heißt es, würden Gespenster sehen: Totalüberwachung, Verhaltenssteuerung, Sozialkreditsysteme. All das sei unbegründet, denn der digitale Euro werde ausdrücklich nicht programmierbar sein. Genau hier beginnt die Irreführung. Denn diese Beruhigungspille lenkt gezielt vom eigentlichen Problem ab – dem System, in das der digitale Euro eingebettet werden soll, wie der Volkswirt Norbert Häring erklärt.

Der jüngst vorgestellte Verordnungsentwurf des EU-Rats wiederholt, was die EU-Kommission im Vorfeld versprochen hat: Der digitale Euro sei kein “programmierbares Geld”. Keine digitalen Geldscheine, die nur für bestimmte Waren gelten, kein Ablaufdatum, keine direkten Ausgabeverbote auf Ebene der Geldeinheit. Übertragen auf Bargeld bedeutet das: keine Aufdrucke, keine Entwertung per Knopfdruck. Doch wer nur diesen Teil liest, übersieht den entscheidenden Satz direkt davor.

Zentralisiertes Steuerungssystem

Denn im selben Dokument heißt es, der digitale Euro solle sehr wohl die Programmierung bedingter Zahlungsvorgänge unterstützen. Ermöglicht werden soll das durch technische Instrumente wie Schnittstellen, Zusatzfunktionen und eine entsprechend ausgestaltete Abwicklungsinfrastruktur. Dazu zählt ausdrücklich die Möglichkeit, Geld zu reservieren, freizugeben oder automatisch auszulösen, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Der Unterschied zwischen “programmierbarem Geld” und “programmierten Zahlungsvorgängen” ist rein semantisch.

Was hier beschönigend als technische Abstraktion daherkommt, ist in Wahrheit die Grundlage für ein vollständig automatisiertes, zentralisiertes Steuerungssystem. Das zeigt auch ausgerechnet die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich selbst. In ihrem Jahresbericht 2023 beschreibt sie offen, wie das künftige Geldsystem aussehen soll: tokenisiert, integriert, programmierbar und zentral verwaltet. Ein System, in dem Geld, Identität, Eigentum und Verhalten verschmelzen. Die berühmte Formel “You will own nothing and be happy” war kein Ausrutscher, sondern eine unfreiwillig ehrliche Zusammenfassung dieser Vision.

Im Zentrum dieses Konzepts stehen drei Begriffe: Tokenisierung, Unified Ledger und Programmierbarkeit. Tokenisierung bedeutet, dass Vermögenswerte nicht mehr als abstrakte Rechte existieren, sondern als digitale Einheiten auf einer Plattform, die Identität, Eigentum und Transferregeln zugleich enthalten. Ein Token ist nicht nur Geld, sondern ein Regelpaket. Diese Regeln können banal sein, etwa automatische Umbuchungen oberhalb bestimmter Guthabengrenzen. Sie können aber ebenso komplex und tiefgreifend sein – abhängig von Person, Ort, Zweck oder politischer Zielsetzung.

Unified Ledger: Alles wird in zentralem Register erfasst

Der Unified Ledger, das einheitliche Hauptbuch, ist der logische nächste Schritt. Statt vieler dezentraler Konten, Bücher und Abrechnungen wird alles in einem zentralen Register zusammengeführt: Geld, Wertpapiere, Waren, Identitäten, Transaktionen. Was heute noch fragmentiert, redundant und teilweise unkontrollierbar ist, soll morgen nahtlos, automatisch und vollständig integriert ablaufen. Effizienz ist das Zauberwort, Kontrolle die unausgesprochene Konsequenz.

Je mehr Akteure, Vermögenswerte und Prozesse in einem solchen System gebündelt werden, desto größer wird die Macht derjenigen, die dieses Hauptbuch verwalten. Maximale Effizienz bedeutet maximale Zentralisierung. Am Ende steht nicht nur ein nationales, sondern perspektivisch ein supranationales Steuerungsinstrument, das jeden wirtschaftlichen Vorgang in Echtzeit abbildet, bewertet und gegebenenfalls “korrigiert”. Natürlich ganz im Sinne der “Eliten”.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich deutet selbst an, wohin die Reise geht, wenn sie schreibt, dass regulatorische Anforderungen direkt in Tokens eingebettet werden könnten. Transaktionspartner, Standort, Zweck – alles wird relevant, alles wird überprüfbar, alles wird speicherbar. Unter dem Banner der Geldwäschebekämpfung wird totale Transparenz zur Norm erklärt. Dass diese Transparenz nicht symmetrisch ist, sondern sich fast ausschließlich auf den Bürger richtet, versteht sich von selbst.

Besonders brisant ist die vorgesehene Verknüpfung mit digitalen Identitätssystemen wie dem European Identity Wallet. Wer Geld, Identität und Verhalten in einer Infrastruktur vereint, schafft die technische Voraussetzung für automatisierte Sanktionen, Ausschlüsse und Lenkungsmaßnahmen. Nicht per richterlichem Beschluss, sondern per Regelwerk.

Bürger verliert die Kontrolle

Die Verteidiger dieses Systems verweisen gern darauf, dass Banken schon heute Zahlungen steuern, verteuern oder blockieren können. Das ist richtig – und gerade deshalb kein Argument. Denn bisher geschieht das punktuell, sichtbar und mit Ausweichmöglichkeiten. In einer Welt automatisierter Mikrozahlungen, in der jede Handlung einzeln abgerechnet wird, multiplizieren sich diese Eingriffspunkte exponentiell. Der Bürger verliert die Übersicht, die Kontrolle und letztlich die Möglichkeit, sich dem System zu entziehen.

Wie immer beginnt es bei den angeblich Schutzbedürftigen. Sozialhilfeempfänger sollen ihr Geld “sinnvoll” verwenden. Straffällige sollen keinen Alkohol kaufen. Kranke sollen ungesunde Ernährung vermeiden. Klimaschädliches Verhalten soll sanktioniert werden. Jede dieser Maßnahmen lässt sich irgendwie moralisch verkaufen.

Das eigentliche Problem ist daher nicht die Frage, ob der digitale Euro programmierbar ist oder nicht. Das ist ein Nebelkerzenargument. Die eigentliche Gefahr liegt im hochgradig zentralisierten, durchautomatisierten Geld- und Zahlungssystem, das mit ihm etabliert werden soll. Der digitale Euro ist nicht das Ziel, sondern das Fundament. Und Bargeld, dieses letzte Stück anonymer Freiheit, passt in diese Architektur nicht hinein. Deshalb soll es über kurz oder lang verschwinden.

(Auszug von RSS-Feed)

Bargeld stirbt leise – wie EU und EZB die Abschaffung durch die Hintertür vorbereiten

04. Januar 2026 um 16:30

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Das Bargeld wird nicht verboten – es wird systematisch aus dem Alltag gedrängt. Während EU-Politiker und Notenbanker beteuern, der digitale Euro solle das Bargeld lediglich „ergänzen“, zeigen Gesetzesentwürfe und Praxis ein anderes Bild: Für den digitalen Euro ist eine verbindliche Annahmepflicht vorgesehen, für Bargeld nicht. Händler dürfen weiterhin Barzahlung verweigern, Behörden und Verkehrsbetriebe ziehen nach. Das Ergebnis ist absehbar: Wer bar zahlen will, steht immer öfter vor verschlossenen Türen.

Seit 2021 läuft das Projekt „Digitaler Euro“, die nächste Phase bereitet die Einführung für 2029 vor. Parallel dazu bleibt Bargeld rechtlich weich formuliert. Genau diese Schieflage sorgt dafür, dass Bargeld Schritt für Schritt an Bedeutung verliert. Was offiziell als „Wahlfreiheit“ verkauft wird, ist in der Realität ein Zwang zur Karte und zum digitalen Bezahlen.

Besonders brisant ist das offene Eingeständnis der Notenbanken: Die Zukunft des Bargelds hängt von der Nachfrage ab. Sinkt die Barzahlungsquote, wird die Infrastruktur – Geldautomaten, Bargeldlogistik, Annahmestellen – als zu teuer erklärt und eingestellt. Die Politik kann sich dann bequem zurücklehnen und sagen: Der Bürger habe sich eben dagegen entschieden. Dass diese Entscheidung zuvor künstlich herbeigeführt wurde, wird verschwiegen.

Beruhigt werden die Bürger mit Aussagen von Christine Lagarde, der digitale Euro werde das Bargeld nicht ersetzen. Gleichzeitig wird das neue digitale Zahlungsmittel rechtlich privilegiert, während Bargeld zur Option zweiter Klasse degradiert wird. Ergänzung sieht anders aus – Gleichstellung wäre nötig, doch genau die fehlt.

Die sozialen Folgen sind absehbar. Millionen Menschen sind auf Bargeld angewiesen: ältere Bürger, Kinder, Menschen mit Behinderungen oder ohne digitalen Zugang. Länder wie Norwegen haben deshalb eine Bargeldannahmepflicht eingeführt. In Deutschland hingegen zählt die Vertragsfreiheit der Wirtschaft mehr als das Recht auf Teilhabe. Wer nicht digital zahlen kann oder will, soll sich eben „einen anderen Anbieter suchen“.

Im EU-Parlament wird derweil beschwichtigt. Es heißt, niemand wolle Bargeld abschaffen. Doch wenn Händler Bargeld ablehnen dürfen, staatliche Stellen es nicht mehr annehmen und der digitale Euro verpflichtend wird, ist das Ergebnis klar. Initiativen wie die von Hansjörg Stützle warnen seit Jahren: Ohne gesetzliche Annahmepflicht hat Bargeld keine Zukunft.

Die Abschaffung kommt nicht mit einem Knall, sondern mit einem Achselzucken. Bequemlichkeit der Verbraucher und Kontrollstreben der Politik erledigen den Rest. Wer das Bargeld erhalten will, muss es nutzen – und den politischen Druck erhöhen. Sonst bleibt am Ende nur noch ein vollständig kontrollierbares, digitales Geldsystem ohne echte Wahlfreiheit.


Quelle: Kla.TV, Medienkommentar vom 03.01.2026 („Kontrollstreben und Bequemlichkeit sind der Untergang des Bargelds! Wer kann es retten?“)

(Auszug von RSS-Feed)
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