Die Welt schaut gebannt zu. Während die Spannungen im Persischen Golf weiter eskalieren, sorgt ein neues, hochbrisantes Interview mit dem iranischen Politikwissenschaftler und Delegationsmitglied Prof. Mohammad Marandi für weltweites Aufsehen.
Marandi, der selbst an den gescheiterten Verhandlungen in Islamabad teilgenommen hat, zeichnet ein klares Bild: Die von Präsident Trump verhängte Marineblockade der Straße von Hormus ist nicht nur wirkungslos gegen den Iran, sondern wird die globale Wirtschaft schwer treffen. Die Verhandlungen sind vorbei – und Teheran ist auf jede Eskalation vorbereitet.
Die gescheiterten Verhandlungen in Islamabad
Prof. Marandi war direkt vor Ort in Islamabad als Teil der iranischen Delegation. Er beschreibt eine Atmosphäre großer Skepsis bereits auf dem Hinflug. Die Iraner rechneten nicht ernsthaft mit einem Durchbruch.
Dennoch kam es zu substantiellen Gesprächen und Fortschritten – bis zum plötzlichen Umschwung am Ende des Tages.
Laut Marandi präsentierten die USA maximalistische Forderungen und zeigten keinerlei guten Willen. Im Gegenteil: Während der Verhandlungen versuchten zwei US-Kriegsschiffe, in die Straße von Hormus einzufahren – ein provokativer Akt, der von iranischer Seite mit Drohnen und Warnungen beantwortet wurde. Die Schiffe zogen sich zurück.
Gleichzeitig berichtet Marandi von einer bedrohlichen Stimmung: Die Washington Post rief offen zur Ermordung von Delegationsmitgliedern auf. Auf dem Rückflug mussten Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, das Flugzeug landete nicht in Teheran, sondern in Maschhad, einige reisten per Zug weiter.
Besonders kritisch sieht Marandi die Rolle von Vizepräsident JD Vance: Dieser habe ständig mit Benjamin Netanyahu telefoniert und ihm Bericht erstattet. Netanyahu habe letztlich die Verhandlungen sabotiert.
„Wer ist hier wirklich der Boss?“, fragt Marandi rhetorisch. Für ihn ist klar: Die US-Politik werde von der zionistischen Lobby und Israel diktiert, nicht von amerikanischen Interessen.
Trumps Blockade – eine Kriegserklärung mit hohem Risiko
Direkt nach dem Scheitern der Gespräche kündigte Trump eine vollständige Blockade der Straße von Hormus an. Er drohte, jedes iranische Schiff zu versenken.
Marandi hält diese Maßnahme für weitgehend wirkungslos und kontraproduktiv.
Die iranische Marine sei weitgehend intakt. Die echten Kampfeinheiten seien schnelle Angriffsboote, die in unterirdischen Tunneln entlang der Küste stationiert sind und bei Bedarf massenhaft auslaufen können.
Iranische Raketen, Luftabwehr und Luftwaffe seien nicht zerstört – sonst hätte Trump längst einmarschieren können.
Sollte die USA versuchen, die Blockade durchzusetzen, droht Iran mit massiven Raketenangriffen.
Marandi erinnert daran, dass die US-Navy bisher immer großen Abstand zu iranischen Küsten gehalten hat. Eine effektive Blockade aus großer Entfernung (1000–1500 km) wäre extrem kostspielig und kaum durchsetzbar.
Iran hat bereits angekündigt, dass es Schiffe feindlicher Staaten nicht mehr passieren lässt, während freundliche Nationen (wie China und Russland) weiterhin eskortiert werden können.
Schwere Folgen für die Weltwirtschaft und US-Verbündete
Marandi warnt eindringlich: Die Blockade werde die globale Energiekrise dramatisch verschärfen.
Es gebe praktisch keine Reserven mehr – Russland und Iran hätten ihre schwimmenden Vorräte bereits weitgehend verkauft. Die Preise steigen bereits spürbar, strategische Reserven der westlichen Staaten werden angezapft.
Besonders hart trifft es die Golfstaaten: Die Emirate, Katar und andere können ihre Häfen kaum noch nutzen. Saudi-Arabien muss auf teurere Routen über das Rote Meer ausweichen.
Marandi prophezeit: Bei anhaltender Krise und kommender Sommerhitze könnten die infrastrukturschwachen Golfmonarchien kollabieren.
Iran selbst sei deutlich robuster: Das Land produziert rund 90 % seiner Lebensmittel selbst, hat große landwirtschaftliche Flächen, Berge, Wälder und Staudämme.
Über Landgrenzen zu Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, Irak, Türkei und über das Kaspische Meer kann es Handel treiben.
Vor dem Krieg hatte Iran bereits vorausschauend Reisimporte von Indien auf Pakistan umgestellt.
Iranische Resilienz und nationale Einheit
Ein zentraler Punkt in Marandis Analyse ist die innere Stärke Irans.
Während des Krieges hätten junge Menschen massenhaft kritische Infrastruktur (Kraftwerke, Brücken) mit ihren Körpern geschützt.
Die Delegation nach Islamabad sei trotz Todesdrohungen geschlossen zurückgekehrt – niemand sei abgesprungen.
Kein einziger hoher Offizier oder Regierungsvertreter habe während des Krieges aufgegeben oder sei zurückgetreten.
Marandi kritisiert scharf die westliche Berichterstattung: Sie verschweige den zweiten Genozid im Libanon, verharmlose israelische Angriffe und verbreite systematisch Lügen über den Iran.
Die westlichen Medien seien mitschuldig an Kriegsverbrechen.
Ausblick: Wer hat die Initiative?
Für Marandi steht fest: Der Iran hat den Krieg nicht verloren, sondern strategisch die Oberhand behalten.
Die USA und Israel hätten keines ihrer Ziele erreicht.
Trump suche eigentlich einen „Off-Ramp“, werde aber von Netanyahu und der Lobby zurückgehalten.
Die Blockade sei ein Akt der Verzweiflung, der Amerika und seine Verbündeten mehr schaden werde als dem Iran.
Iran bereite sich gleichzeitig auf die nächste Runde vor – militärisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Die Moral in Armee und Bevölkerung sei hoch.
Marandi ist überzeugt: Der Iran wird diese Auseinandersetzung länger durchstehen als die USA.
Die globale öffentliche Meinung wende sich zunehmend gegen Washington und Tel Aviv.
Das Interview mit Prof. Mohammad Marandi ist ein eindrucksvolles Zeugnis iranischer Entschlossenheit und eine schonungslose Analyse der aktuellen Machtverhältnisse.
Während Trump mit Blockade und Drohungen eskaliert, wirkt der Iran vorbereitet und strategisch überlegen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Blockade der Straße von Hormus tatsächlich zur erhofften Waffe wird – oder zum nächsten schweren strategischen Fehler der USA.
Die Welt schaut zu.
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