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Krieg gegen Russland: Europa jetzt direkt beteiligt? | Von Thomas Röper

30. März 2026 um 11:50

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Krieg gegen Russland: Europa jetzt direkt beteiligt? | Von Thomas Röper
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Krieg gegen Russland: Europa jetzt direkt beteiligt? | Von Thomas Röper

Spiel mit dem Feuer

Die baltischen Staaten stellen der Ukraine ihren Luftraum für Angriffe auf Russland zur Verfügung

In den letzten Tagen sind ukrainische Drohnen bei Angriffen auf die russische Region St. Petersburg unbestritten über die baltischen Staaten und auch Finnland geflogen. Offensichtlich haben die NATO-Staaten ganz offiziell ihren Luftraum für Angriffe auf Russland geöffnet, was eine offene Kriegsbeteiligung darstellt.

Ein Standpunkt von Thomas Röper.

Dass die NATO-Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland der Ukraine erlauben, ihren Luftraum für Drohnenangriffe auf die russische Region St. Petersburg zu nutzen, ist ein sehr heikles Thema, denn das würde eine direkte Kriegsbeteiligung dieser Staaten bedeuten – und zwar mit allen Folgen, denn warum sollte Russland dann nicht antworten und ebenfalls Ziele in diesen Ländern angreifen, wenn sie sich an Angriffen auf Russland beteiligen, indem sie sie über ihren Luftraum erlauben?

Da das Thema für viele unbekannt ist, erzähle ich zunächst die Vorgeschichte und komme dann zu den aktuellen Meldungen.

Die Vorgeschichte

Aus russischen Sicherheitskreisen habe ich schon im Spätsommer 2024 die Information bekommen, dass ukrainische Drohnen bei Angriffen auf St. Petersburg aus den baltischen Staaten in den russischen Luftraum eindringen. Darüber habe ich damals nicht berichtet, weil mir das im Vertrauen gesagt wurde. Die russischen Medien verschließen davor die Augen, weil alles andere einen Krieg mit der NATO bedeuten würde. Oder zumindest mit der EU, weil die USA sich daran wohl nicht beteiligen würden, wie es derzeit aussieht.

Daher sind die Angriffe auf Petersburg in russischen Medien kein Thema, sie erscheinen bestenfalls als Kurzmeldungen. So auch jetzt, während Petersburg seit über einer Woche jede Nacht mit Dutzenden Drohnen angegriffen wurde. Die Meldungen finden sich in Russland nur im Kleingedruckten.

Die ersten offiziellen russischen Erklärungen dazu gab es im Juli 2025, als ein einflussreicher russischer Abgeordneter das Thema in sozialen Medien angesprochen und gewarnt hat, dass diese Länder, aus denen Russland angegriffen wird, verstehen müssten, sobald Russland „100-prozentige Beweise dafür“ erhalte, „dass sie an Angriffen auf Russland beteiligt sind“, „Vergeltung unvermeidlich“ sei.

Das Baltikum sei nicht die Ukraine, man könne es innerhalb einer Woche einnehmen.

Spätestens seit Ende August 2025 ist kaum mehr zu bestreiten, dass die Balten der Ukraine ihren Luftraum für Angriffe auf Petersburg zur Verfügung stellen. Damals wurde die russische Raffinerie in Ust-Luga, nahe der estnischen Grenze mit Drohnen angegriffen und beschädigt. Und just in der Nacht wurden aus dem Baltikum Drohnensichtungen gemeldet, die exakt entlang des Kurses lagen, den Drohnen aus der Ukraine dabei nehmen müssten. Eine der Drohnen ist in Estland abgestürzt.

Auch das haben die russischen Medien damals „übersehen“, russischen Medien war das kaum eine Meldung wert, lediglich russische Blogger haben auf Telegram darüber berichtet.

Die aktuelle Eskalation

Seit nun einer Woche ist in Petersburg täglich Drohnenalarm. Jede Nacht fliegen Dutzende Drohnen aus dem Baltikum in den Großraum Petersburg, in einer Nacht war die Rede von über 50 abgeschossenen Drohnen. Auch darüber berichten russische Medien bisher bestenfalls im Kleingedruckten und sie vermeiden es zu erwähnen, dass die Drohnen aus dem Baltikum kommen.

Die Angriffe gelten in erster Linie Ust-Luga, wo die Raffinerie steht und ein wichtiger Verladehafen für Öl und Gas ist, Kronstadt, wo eine wichtige Marinebasis ist, und dem Hafen Primorsk. Das Ziel ist es offenbar, die Energie- und Hafeninfrastruktur sowie Werften zu beschädigen. Und natürlich sammelt die NATO dabei wichtige Daten, denn während solcher Angriffe kann man lernen, wie die Luftabwehr des angegriffenen Landes, ihre Befehlsketten und so weiter funktionieren.

Am Mittwoch, dem 25. März, sind dabei im Baltikum auch Drohnen abgestürzt. Und es gab Drohnensichtungen, die ein russischer Telegram-Kanal auf einer Karte eingetragen und so ihre Flugbahn kenntlich gemacht hat. Daraufhin gab es in Russland einen der seltenen Artikel, die das thematisiert haben. RT-DE hat den Artikel übersetzt.

Der massive Angriff vom Mittwoch, die Drohnensichtungen im Baltikum und der Absturz einer der ukrainischen Drohnen in Estland war für den Spiegel ein Grund, erstmals zu erwähnen, dass die Ukraine den Luftraum der Balten-Staaten für ihre Angriffe auf die Region Petersburg benutzt. Zu dem, was der Spiegel seinen Lesern darüber mitteilt, kommen wir gleich noch, zunächst schauen wir uns an, wie die Balten das erklärt haben.

Die brauchten dafür einige Tage, aber am 27. März erklärte der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur in einem Interview, Estland habe die in seinen Luftraum eingedrungenen Drohnen nicht abgeschossen, um einen Konflikt mit Russland zu verhindern. Man habe gedacht, die Drohne sei aus Russland gekommen, und „kein Interesse daran, Russland einen Vorwand zu liefern, Estland zu beschuldigen, einen Krieg begonnen zu haben“, sagte er.

Das war natürlich eine Lüge, denn die Angriffe über den baltischen Luftraum liefen zu dem Zeitpunkt schon tagelang und die NATO überwacht den Luftraum dort genau. Es war also bekannt, dass in der Nordwestukraine gestartete Drohnen nach ihrem Flug über Polen und die baltischen Staaten seit Tagen Russland angreifen. Hinzu kommt, dass es in den Tagen zuvor bereits ähnliche Drohnenabstürze in Litauen und Lettland gegeben hatte, wobei die litauischen Behörden meldeten, dass am Montagabend eine von der Ukraine gestartete Drohne in Lettland abgestürzt sei.

Diese Staaten provozieren einen Krieg mit Russland und lenken mit so plumpen Lügen davon ab. Damit können sie die Mehrheit der Bevölkerung sicher ruhig stellen, weil kaum jemand die wenigen Meldungen darüber in den Medien beachtet. Und die Medien spielen das Spiel mit und berichten nur in kurzen Artikeln, in denen sie von der Gefahr eines von den Balten provozierten Krieges mit Russland ablenken, anstatt ihre Leser darüber zu informieren, mit welchem Feuer diese Staaten spielen.

Am Freitag erklärten die finnischen Streitkräfte, nach Vorfällen mit ukrainischen Drohnen im Baltikum hätten sie ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Finnland habe ein mehrschichtiges Luftverteidigungssystem und sei auf die Abwehr von Drohnen vorbereitet, die – ob absichtlich oder versehentlich – in den finnischen Luftraum eindringen. Aktuell gäbe es derartige Aktivitäten im Südwesten Finnlands und im östlichen Finnischen Meerbusen. Damit ist Petersburg gemeint, das am östlichen Ende des Finnischen Meerbusens liegt.

„Verirrte“ Drohnen

Wie gesagt hat der Spiegel letzte Woche erstmals über das Thema berichtet und dabei das Kunststück fertiggebracht, zwar die ukrainischen Drohnen im baltischen Luftraum zu erwähnen, aber ohne dabei die Frage zu stellen, ob das eine Kriegsbeteiligung der baltischen Staaten ist, sondern stattdessen Russland die Schuld gegeben.

Nach dem massiven Angriff und dem Absturz von Drohnen im Baltikum hat der Spiegel am Mittwoch, dem 25. März, unter der Überschrift „Russlands Angriffskrieg – Ukrainische Drohnen im baltischen Luftraum – Kraftwerk in Estland getroffen“ zum ersten Mal darüber berichtet. Wie absurd diese „Berichterstattung“ ist, zeigte schon die Einleitung:

„Zwei ukrainische Militärdrohnen haben sich nach Estland und Lettland verirrt. Eine prallte gegen einen Schornstein, die andere stürzte ab. Regierungsvertreter machen Russland verantwortlich.“

Das ist keine „Berichterstattung“, das ist per Definition Propaganda. Und der Spiegel muss seine Leser für ausgesprochen dumm halten, denn ein Blick auf die Landkarte würde genügen, um zu verstehen, dass die ukrainischen Drohnen sich nicht irgendwie nach Estland und Lettland „verirrt“ haben, sondern dass sie den Weg gezielt genommen haben, um Ziele bei Petersburg anzugreifen.

In dem Artikel klingt das dann allerdings anders und von „verirrten“ Drohnen ist plötzlich keine Rede mehr, denn schon im ersten Absatz erfahren wir:

„Zwei ukrainische Militärdrohnen sind am Morgen aus Russland in den Luftraum der Nato-Staaten Estland und Lettland eingedrungen. Eine davon prallte gegen den ​Schornstein eines Kraftwerks in Estland, während die andere in Lettland abstürzte, wie die Regierungen der beiden baltischen Länder ‌mitteilten. Die Drohnen seien Teil eines größeren ukrainischen Angriffs auf Ziele in Russland gewesen, erklärten die Behörden.“

Und auch die Drohnenabstürze der Vortage in anderen baltischen Staaten erwähnt der Spiegel:

„Bereits am Montag war nach litauischen Angaben eine Drohne in einen See in dem Land gestürzt. (…) Auch der lettische Präsident Edgars Rinkevics bestätigte, dass es sich bei ‌der in seinem Land abgestürzten Drohne um eine ukrainische gehandelt habe.“

Und dann erfahren wir auch noch, warum Russland angeblich an den Vorfällen mit ukrainischen Drohnen Schuld ist:

„»Der vom Aggressor Russland provozierte Krieg hat uns an diesen Punkt gebracht, an dem innerhalb von 48 Stunden Drohnen auf die Gebiete aller drei baltischen Staaten fallen«, sagte der litauische Verteidigungsminister ‌Robertas Kaunas. »Es ist offensichtlich, dass die Luftverteidigung ​nicht nur in Litauen, ‌sondern in der gesamten Nato eine Herausforderung ist.«“

Gegen ukrainische Drohnen wäre Luftverteidigung kein Problem, man müsste der Ukraine nur verbieten, den NATO-Luftraum für Angriffe auf Russland zu nutzen. Aber das tun diese Staaten nicht, denn es gab keinen einzigen Protest in Richtung Kiew.

„Vom Kurs abgekommen“

Am Sonntag, dem 29. März, hat der Spiegel einen Jubel-Artikel mit der Überschrift „Angriffe auf Ölindustrie – Ukraine setzt erneut russischen Öl-Exporthafen in Brand“ veröffentlicht, in dem ebenfalls zu lesen war, dass die Angriffe über die baltischen Staaten erfolgen. Getroffen wurde wieder der russische Ölhafen in Ust-Luga nahe Petersburg und der estnischen Grenze – und der Spiegel-Artikel klang regelrecht begeistert.

Aber wer genau liest und dabei mitdenkt, der stellt fest, dass der Spiegel in dem Artikel wieder bestätigt, dass die Ukraine den Luftraum der baltischen NATO-Staaten (und Polens, das zwischen der Ukraine und den Balten liegt) für Angriffe gegen Russland nutzt, denn der Spiegel schreibt:

„Ukrainische Drohnen waren zuletzt auch in Nachbarländern von Russland gesichtet worden und dort teilweise abgestürzt. Finnland meldete am Sonntag eine ‌mutmaßliche Verletzung seines Luftraums durch Drohnen im Südosten des Landes. Es seien mehrere kleine, langsam fliegende Objekte in geringer Höhe geortet worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Zwei Drohnen seien abgestürzt. Die Luftwaffe habe zur Aufklärung einen Kampfjet aufsteigen lassen. Auch aus Estland, Lettland und Litauen waren kürzlich Drohnenabstürze gemeldet worden. Dabei soll es sich um ‌ukrainische Drohnen gehandelt haben, die bei Angriffen auf ‌russische Ölexportanlagen an der Ostseeküste vom Kurs abgekommen seien.“

Nein, die Drohnen sind nicht vom Kurs abgekommen. Das behauptet übrigens auch keine einzige offizielle Quelle, das behaupten nur der Spiegel und andere Medien. Aber dieser Zusatz zeigt, dass manche in den Redaktion verstehen, mit welchem Feuer diese Länder spielen, indem sie einen offenen Krieg mit Russland provozieren und zu Kriegsparteien werden, weil sie ihren Luftraum für diese Angriffe zur Verfügung stellen.

Eine mediale Strategie?

Mich erinnert das Vorgehen der Medien an die Eskalation in der Ostsee. Heute berichten die Medien über die Kaperung von Handelsschiffen mit russischer Ladung, als sei das etwas vollkommen Normales, dabei ist das Piraterie und ebenfalls das offene Provozieren einer militärischen Reaktion Russlands.

Ich habe vor einigen Woche in einem Artikel die Chronologie der Eskalation in der Ostsee aufgezeigt, an der man sehen kann, wie die Narrative über beschädigte Unterseekabel und die angeblich gefährliche „Schattenflotte“ geschaffen wurden, die dafür gesorgt haben, dass die Leser der Medien diese Piratenmethoden heute vollkommen normal finden.

Der Umgang der Medien mit diesen Drohnenangriffen unter Nutzung des Luftraums von NATO- und EU-Staaten erinnert mich an dieses Vorgehen. Eigentlich ist jedem klar, dass das eine offene Kriegsbeteiligung dieser Staaten bedeutet, aber indem die Menschen durch Medienberichte über einen gewissen Zeitraum an diese Dinge gewöhnt werden, verlieren sie diese Tatsache aus den Augen und halten dieses Verhalten für vollkommen normal.

Diese europäischen Staaten wollen Russland ganz offensichtlich dazu provozieren, den ersten Schuss abzugeben, indem sie die Ostsee für Handelsschiffe mit Ziel Russland sperren, was eine Blockade des Hafens Petersburg bedeutet, was wiederum ebenfalls ein Kriegsakt ist. Und außerdem provozieren sie Russland, indem sie der Ukraine ihre Lufträume für Angriffe auf Russland zur Verfügung stellen.

Es geht darum, Russland zum Abgeben des ersten Schusses zu provozieren, was dann unweigerlich zum Krieg Russlands mit den meisten EU-Staaten führen wird, während die USA sich da wohl raushalten wollen. Ob die Entscheidungsträger in den europäischen Hauptstädten bewusst sind, welche Folgen das haben wird?

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Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 29. März 2026 auf anti-spiegel.ru.

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Bild: militärische Drohne greift Ölindustrie an

Bildquelle: Anelo/ Shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Israel vs. Iran: Atomzentren unter Beschuss | Von Thomas Röper

23. März 2026 um 13:30

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Israel vs. Iran: Atomzentren unter Beschuss | Von Thomas Röper
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Israel vs. Iran: Atomzentren unter Beschuss | Von Thomas Röper

Naher Osten

Nach schweren Schäden an der Öl- und Gasindustrie werden nun auch Nuklearanlagen angegriffen

Trumps Iran-Krieg eskaliert weiter. Nachdem Israel irakische Ölanlagen bombardiert hat, hat der Iran mit Angriffen auf die arabische Öl- und Gasindustrie geantwortet. Das wiederholt sich nun nach israelischen Angriffen auf iranische Nuklearanlagen, denn der Iran greift nun israelische Nuklearanlagen an.

Ein Standpunkt von Thomas Röper.

Vor allem Israel eskaliert den Iran-Krieg um jeden Preis. Gegen den ausdrücklichen Wunsch der USA hat Israel mehrmals die iranische Öl- und Gasindustrie angegriffen, worauf der Iran mit Angriffen auf die Öl- und Gasindustrie der arabischen Länder reagiert hat. Nun hat der Iran nach israelischen Angriffen auf iranische Nuklearanlagen die israelische Stadt Dimona, in der das Herz der israelischen Atomwaffenprogramme liegt, angegriffen.

In seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick hat das russische Fernsehen am Sonntagabend in einem Beitrag die in dem Krieg bereits angefallenen Schäden an Öl- und Gasinfrastruktur, Militärbasen und auch Nuklearanlagen aufgezählt und ich habe den Beitrag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Keine der beiden Seiten im Nahostkonflikt ist bereit nachzugeben

Die Iraner feiern den ersten Tag des persischen Neujahrsfestes Nouruz unter Beschuss auf den Straßen. Sobald eine Explosion zu hören ist, erhebt die gesamte Menge die Hände und ruft: „Gott ist groß!“

Eine Rakete schlägt auf dem Tempelberg in Jerusalem ein, unweit der heiligsten Stätten dreier Weltreligionen: der Grabeskirche, der Al-Aqsa-Moschee und der Klagemauer.

Das erinnert bereits an einen biblischen Konflikt. Keine der beiden Seiten ist bereit nachzugeben. Der Iran lässt einen Regen aus Raketen auf seine Feinde niedergehen. Die Raketenabwehrsysteme „David’s Sling“ und „Iron Dome“ sind überfordert. Die Abfangraketen scheinen ihr Ziel zu verfehlen und Raketendüsen stürzen auf Haifa. Nachts setzen die Iraner ständig Raketen ein, deren Gefechtsköpfe in viele einzelne zerfallen. Der israelische Flughafen Ben Gurion wurde beschädigt.

In Teheran wurden ganze Stadtviertel bombardiert. In iranischen Provinzen häufen sich Angriffe auf scheinbar willkürliche Ziele. Und dann gab es den rücksichtslosen Angriff auf Buschehr, wo russische Spezialisten ein Atomkraftwerk bauen. Auch die Atomanlage Natans, eine 100.000 Quadratmeter große, 30 Meter unter der Erde liegende Anlage mit Zentrifugen zur Urananreicherung, wurde angegriffen.

Die USA jagen iranische Wissenschaftler, Militärs und politische Führer. Diese Woche wurden der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates Ali Larijani und sein Sohn, Geheimdienstchef Esmail Khatib, der Anführer der Basij-Miliz Gholamreza Soleimani und der General der Revolutionsgarden Ali Naini getötet.

Der Trump-nahe Sender Fox News hat vier weitere Ziele veröffentlicht. Der US-Präsident selbst beklagt jedoch, dass es in Iran niemanden mehr gebe, mit dem man verhandeln könne. Teheran bezeichnet diese Taktik als sinnlos, wie Ibrahim Zolfaghari, Sprecher der Islamischen Revolutionsgarde, erklärte:

„Wir trauern, aber wir sind nicht müde. Unsere Verluste sind unsere Motivation zu kämpfen. Wir haben verstanden, wie wir euch besiegen. Der Krieg wird so lange andauern, bis diejenigen, die unser Land angegriffen haben, erkennen, dass das eine für sie tödliche Strategie ist.“

Als Beweis dafür hat Teheran bereits den US-Luftwaffenstützpunkt Diego Garcia 4.000 Kilometer vor der iranischen Küste erreicht. Das ist eine amerikanische Basis im Indischen Ozean, von der im letzten Jahrhundert alle Ureinwohner vertrieben wurden. Dort liegen Atom-U-Boote der Ohio-Klasse vor Anker und dort sind strategische B-2-Bomber stationiert.

Die Islamische Republik hat zwei ballistische Raketen dorthin geschickt. Dies war der Angriff auf das am weitesten entfernte Ziel, den Teheran je durchgeführt hat. Zuvor hieß es, das Land verfüge über Raketen mit einer Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern, doch die Islamische Republik kann jeden Feind auch auf anderem Wege besiegen, schreibt The Atlantic:

„Die schlechte Nachricht ist, dass der Iran über eine noch wirkungsvollere Waffe als die Schließung der Straße von Hormus verfügt, eine Waffe, die eine vorübergehende Unterbrechung in einen dauerhaften Mangel verwandeln könnte: die Zerstörung der Öl- und Gasinfrastruktur in den arabischen Ländern.“

Anscheinend ist es die Strategie der Islamischen Republik, alles zu zerstören, was Verbindungen mit mit Amerika und Israel hat, um die Kosten des Krieges unerschwinglich zu machen. Katars wichtigste Gasanlage in Ras Laffan wurde bereits angegriffen, ebenso wie die Raffinerien Mina al-Ahmadi und Mina Abdullah in Kuwait. In den Vereinigten Arabischen Emiraten fielen Drohnentrümmer auf Gasanlagen in Habshan und das Ölfeld Bab. Gleichzeitig brennen in Fujairah, ebenfalls in den Emiraten, Verladeterminals. Ölfelder im Irak wurden angegriffen, ebenso wie Bahrains größter nationaler Ölkomplex Al-Ma’amir. In Saudi-Arabien haben iranische Drohnen die SAMREF-Raffinerie in Yanbu am Roten Meer attackiert. Anlagen von Aramco wurden bereits zuvor zerstört.

Der Iran beharrt jedoch darauf, dass nicht alle Angriffe von seinen Raketen verübt werden, wie der Sprecher der Revolutionsgarden erklärt:

„Das zionistische Regime plant Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Region, darunter auch Anlagen von Aramco. Das sind Sabotageakte, die dem Iran angelastet und Zwietracht zwischen den Ländern der Region säen soll.“

Die Straße von Hormus, durch die nicht nur ein Viertel der weltweiten Ölversorgung, sondern auch ein Drittel des globalen Internetverkehrs über Kabel auf dem Meeresgrund des Golfs transportiert wird, ist blockiert. Auch die Gasbranche warnt vor einer Katastrophe, wie Bloomberg schreibt:

„Beim Gas bewegen wir uns unweigerlich auf ein apokalyptisches Krisenszenario zu. Selbst nach einem Ende des Krieges könnten Unterbrechungen der Versorgung mit Flüssigerdgas Monate oder sogar Jahre andauern, je nachdem, wie lange die Reparatur dauert.“

Die USA setzen ihre Angriffe fort, lockern aber gleichzeitig die Sanktionen gegen Iran, wie die New York Times berichtet:

„Das US-Finanzministerium hat die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See vorübergehend aufgehoben und damit den Verkauf an die meisten Länder erlaubt.“

Das bringt 140 Millionen Barrel Öl auf den Markt und dem Iran 14 Milliarden Dollar Gewinn ein. Washington ist besessen vom Öl, die Generäle planen sogar eine Landinvasion der ölreichen Insel Charg. Dafür werden 2.200 Marinesoldaten vorbereitet, wie Reuters berichtet:

„Die Trump-Regierung erwägt die Entsendung von Bodentruppen auf die iranische Insel Charg, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden, wie drei Quellen berichteten. Ein Regierungsvertreter erklärte, ein solcher Einsatz sei sehr riskant. Der Iran sei in der Lage, die Insel mit Raketen und Drohnen anzugreifen.“

Man versucht, das Land unter Druck zu setzen. Israel bombardiert iranische Marineeinrichtungen im Norden, am Kaspischen Meer.

Auch der Hafen von Anzali wurde angegriffen. Die Amerikaner sichern bereits die Küste nahe der Straße von Hormus und setzen dabei erstmals Zwei-Tonnen-Bomben ein, wie Fox News berichtet: „Der Iran hält Hormus als Geisel und A-10-Kampfjets, die im Irak und in Afghanistan eingesetzt wurden, führen dort nun Angriffe durch. Die Soldaten lieben sie wegen ihrer 30-Millimeter-Kanonen und des unverwechselbaren Geräuschs, das sie beim Feuern erzeugen. Sie feuern 4.000 Geschosse mit abgereichertem Uran pro Minute ab.“

Das US-Zentralkommando hat neues Videomaterial von der Zerstörung iranischer Raketenstartsysteme veröffentlicht. Diesmal nicht nur in Gebirgen und Wüsten, sondern auch in Wäldern. Der iranische Parlamentspräsident kommentierte das auf X ironisch:

„Laut Angaben des israelischen und amerikanischen Militärs wurden bereits 320 % der iranischen Raketenwerfer zerstört. Dennoch feuert der Iran weiterhin in hohem Tempo Raketen ab. Nun will der Feind 500 % zerstören.“

Er bezeichnet den Abschuss des Tarnkappenjägers F-35, des Stolzes der US-Luftwaffe, durch den Iran auch als ein Versagen amerikanischer Arroganz. Das war der dritte zerstörte US-Kampfjet.

Die Iraner zeigen sogar Grafiken, die erklären, dass der Vorteil der F-35, ihr Pratt & Whitney-Supertriebwerk, durch infrarotgelenkte Raketen angreifbar wurde.

Der Iran zerstört auch amerikanische Stützpunkte. In der vergangenen Woche wurden Angriffe auf Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten verübt, wo ein US-Luftwaffenstützpunkt und Geheimdienstkräfte stationiert sind. Der Luftwaffenstützpunkt Victoria in der irakischen Hauptstadt stand nach einem Drohnenangriff in Flammen, Hangars auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem in Kuwait und dem Luftwaffenstützpunkt Al-Manhad nahe Dubai brannten. Laut Geheimdiensterkenntnissen der Revolutionsgarden sollten diese beiden Einrichtungen eine Schlüsselrolle bei der Bodenoffensive gegen den Iran spielen.

Die Kosten für die USA steigen. Das Pentagon hat beim Kongress zusätzliche 200 Milliarden Dollar für den Krieg beantragt. Doch auch die Golfstaaten müssen wohl zahlen, wie der Journalist Salem bin Hamad al-Jahour mitteilte:

„Der amerikanische Präsident hat von den Golfstaaten fünf Billionen Dollar gefordert, wenn sie den Krieg fortsetzen wollen. Und wenn sie den Krieg beenden wollen, sollen sie 2,5 Billionen Dollar zahlen.“

Die Einsätze sind sogar noch höher. Als Nächstes – nach den Angriffen auf die iranische Ölindustrie – steht die Zerstörung der Nuklearanlagen an, in denen die Islamische Republik laut den USA an einer Atombombe arbeitet.

Dazu erklärte der iranische Präsident Masoud Peseschkjan allerdings:

„Bei jedem Treffen mit dem Obersten Führer betonte er mit absoluter Gewissheit, dass Atomwaffen aus religiösen Gründen verboten sind. Kein Amtsträger der Islamischen Republik darf Atomwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen entwickeln oder sich auch nur in diese Richtung bewegen.“

Nachdem der Iran als Reaktion auf Angriffe auf seine Öl- und Gasinfrastruktur begonnen hatte, die Öl- und Gasindustrie am Golf zu zerstören, greift er nun die Atomanlagen seines Gegners an.

Raketen sind in den Vororten von Dimona eingeschlagen. Medienberichten zufolge gab es mindestens 20 Opfer und massive Zerstörung. Hier befindet sich das größte israelische Forschungszentrum, das nicht der IAEA untersteht und von den Medien als Israels wichtigstes Labor zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium bezeichnet wird. Niemand kann die Folgen dieser Eskalationsspirale vorhersehen.

Ende der Übersetzung

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Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 23. März 2026 auf anti-spiegel.ru.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Kreative Kunstwerksdekoration. Kernkraftwerk Tschernobyl bei Nacht. Auslegung des stillgelegten Kernkraftwerks Tschernobyl nach Kernreaktorexplosion. Selektiver Fokus

Bildquelle: zef art / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)
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