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War der iranische Angriff mit Interkontinentalraketen auf den Stützpunkt Diego Garcia Desinformation?

29. März 2026 um 16:17

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Vor allem Israel oder Großbritannien könnten die Story erfunden haben, um den Krieg gegen Iran zu rechtfertigen. Auffällig ist, dass keinerlei Beweise vorgelegt wurden, während der Iran die Behauptung abstritt. Die meisten Medien haben die Behauptung unkritisch weiter gegeben.

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Ein Krieg gegen die multipolare Welt | Von Tilo Gräser

25. März 2026 um 10:52

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Ein Krieg gegen die multipolare Welt | Von Tilo Gräser
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Ein Krieg gegen die multipolare Welt | Von Tilo Gräser

Profit- und Machtgier als Triebkraft im Iran-Krieg

Ein Kommentar von Tilo Gräser.

Der unprovozierte und völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran geht nun bald in den zweiten Monat. Zwar gibt es immer wieder Meldungen über angebliche Gespräche zwischen Washington und Teheran, um die „Feindseligkeiten“ zu beenden. Aber das wurde bisher von iranischer Seite dementiert. Dagegen kommen von US-Präsident Donald Trump wie gewohnt sich innerhalb kürzester Zeit einander widersprechende Aussagen. Das gilt auch für die Entsendung von Tausenden US-Soldaten in die Region, die anscheinend fortgesetzt wird. Beobachter vermuten, dass das verbale Chaos verdecken soll, was eigentlich geplant ist: Den Iran in die Knie zu zwingen und dessen Rohstoffreichtum unter US-Kontrolle zu bringen.

Auch die Nachrichten aus dem Krieg wirken chaotisch. So scheint die Meldung über einen angeblichen iranischen Raketenangriff fast 4000 Kilometer weit gegen die US-amerikanisch-britische Militärbasis Diego Garcia im Indischen Ozean eine Falschmeldung zu sein. Nur der Sender n-tv hatte die Nachricht am Wochenende in der Überschrift etwas relativiert, während alle anderen Mainstreammedien das als Tatsache meldeten. Inzwischen hat der Iran laut der russischen Nachrichtenagentur TASS erklärt, dass er einen solchen Angriff nicht ausgeführt habe, auch weil er gar nicht über entsprechende Raketen verfüge. Dies sei eine weitere Geschichte über eine Operation unter falscher Flagge, sagte demnach der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Auf den Onlineplattformen wie X wird berichtet, dass russische und chinesische Satellitenaufnahmen darauf hindeuten, dass ein israelisches U-Boot die Raketen auf den Stützpunkt abgefeuert haben könnte, um die Briten in den Krieg mit hineinzuziehen.

Allem Anschein nach erreichen die USA und Israel vor allem eines: Sie gefährden mit ihrem verbrecherischen und mörderischen Treiben den Rest der Welt und die ohnehin in schwierigen Fahrwassern befindliche Weltwirtschaft. Mag sein, dass auch das Absicht ist und Trump nach dem Motto „America first“ die USA dabei als den großen Profiteur des Ganzen sieht. Das bezahlen nicht nur die Menschen im Iran mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit, mit dem Verlust von Heim und Arbeit und anderen Zerstörungen. Aber auch jene in Israel und den Golfstaaten, die ins Visier der iranischen Gegenschläge geraten. Das bezahlen ebenso die Menschen in den Industrieländern. Auf die Folgen für Deutschland hat Claudia Töpper in der Tagesdosis vom Dienstag aufmerksam gemacht.

Der US-Präsident versucht jetzt wieder, den „Friedensbringer“ zu geben, der den Krieg bald beendet. Wenn er auch nur irgendetwas mit Frieden am Hut hätte, hätte er diesen Krieg gar nicht erst begonnen. Aber wahrscheinlich wäre das grundsätzlich von einem US-Präsidenten zu viel verlangt. Israel hat den Krieg auf den Libanon ausgeweitet und will die bisherige Grenzregion im Südlibanon zerstören wie zuvor den Gazastreifen. Nur vorsichtige Kritik aus westlichen Hauptstädten ist dazu zu vernehmen, so aus Paris. Zugleich wird die internationale Aufmerksamkeit auf den Iran-Krieg von Israel genutzt, um nicht minder völkerrechtswidrig gegen die Palästinenser im Westjordanland vorzugehen.

Kritik und Waffen aus Deutschland

Immerhin hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Angriff auf den Iran als Bruch des Völkerrechts kritisiert – um das mit dem vom Westen provozierten Krieg in der Ukraine gleichzusetzen. Er machte das in seiner Rede zum 75. Jahrestag der Gründung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Auf sein eigenes Versagen im Ukraine-Konflikt ging er dabei erwartungsgemäß nicht ein. Dagegen wird der US-amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran „bis heute von der Bundesregierung und anderen europäischen Regierungen, auch von der EU-Kommission oder im EU-Parlament nicht verurteilt“, wie die Nahost-Korrespondentin Karin Leukefeld am Dienstag in einem Beitrag für das Onlinemagazin NachDenkSeiten feststellte.

„Trotz der aggressiven Drohungen, die israelische Minister gegen den Libanon richten, werden deutsche Waffen und deutsches Geld an die israelische Regierung nicht gestoppt. Das Auswärtige Amt bestellt nicht die Vertreter von Israel und den USA ein, um gegen deren Angriffe zu protestieren.“

Leukefeld macht auf die Folgen für die Menschen in der Region aufmerksam:

„Millionen Menschen in der Region sind auf der Flucht. Mehr als 1,2 Millionen Inlandsvertriebene sind im Libanon registriert, mehr als drei Millionen Vertriebene werden aus dem Iran gemeldet. Die zwei Millionen Palästinenser im Gazastreifen und Zehntausende Vertriebene im besetzten Westjordanland finden kaum noch Erwähnung in westlichen Medien.

Die Zahl der Toten steigt täglich. Mehr als 1.500 Tote werden offiziell im Iran gemeldet, darunter hochrangige Politiker und Militärs. Wissenschaftler, Journalisten, Rettungshelfer, Feuerwehrleute, Angehörige des Zivilschutzes und der Rote-Kreuz/Rote-Halbmond-Organisationen wurden getötet. Ärzte, Krankenhelfer und ihre Gesundheitszentren und Kliniken werden bombardiert. In Schulen sterben Kinder und Lehrer.

Im Libanon werden die Menschen von den israelischen Bomben- und Drohnenangriffen in ihren Häusern, Höfen, Dörfern und Wohnungen getötet, die Israel als ‚Hisbollah-Stellungen‘ beschreibt. Mehr als 1.000 Tote wurden bisher gemeldet, darunter Rettungshelfer, Zivilschutz, Journalisten, Ärzte, Universitätsprofessoren und Familien mit ihren Kindern, die von Israel als ‚Hisbollah‘ bezeichnet werden.“

Die Menschen müssen mit ihrem Leben bezahlen, was Strategen der USA und Israels geplant haben. Mit dem Angriff auf den Iran haben die USA und Israel eine globale Krise ausgelöst, „die jeden einzelnen von uns betreffen wird“. Das hat der US-amerikanische Geopolitik-Analytiker Brian Berletic in einem Gespräch mit dem norwegischen Politologen Glenn Diesen erklärt. Diesen gestand in dem am Donnerstag veröffentlichten Gesprächsvideo ein, dass er anders als Berletic in Bezug auf die Rolle von US-Präsident Trump zu viel Hoffnung hatte. Berletic sagte dazu, er habe die Menschen „schon Monate vor der Wahl 2024 gewarnt, dass es keine Rolle spielt, wer gewählt wird. Es geht ausschließlich um die strukturelle Natur des US-Systems. Es wird von den Interessen großer Finanzkonzerne kontrolliert. Diese basieren auf der ständigen Ausweitung von Profit und Macht.“

Langfristige US-Strategie

Der geopolitische Analytiker, der bei den US-Marines diente, verwies auf die zahlreichen Strategiepapiere, in denen die langfristigen Pläne der herrschenden Kreise der USA „bis ins kleinste Detail“ dargelegt wurden. Im Hinblick auf den Iran-Krieg bezieht er sich auf das Material „Which Path to Persia“ der „Denkfabrik“ Brookings Institution aus dem Jahr 2009.

„Und Kapitel für Kapitel, Wort für Wort, haben die Vereinigten Staaten von der Bush-jr.-Regierung bis hin zur aktuellen Trump-Regierung jede einzelne Option umgesetzt, die darin dargelegt wurde.“

Das Ziel: Den Iran zu schwächen, aushöhlen und schließlich den Iran zu stürzen, „so wie es die USA mit anderen Ländern getan haben“. Mit dem von Israel unterstützten Regimewechsel in Syrien im Dezember 2024 seien die Voraussetzungen für den aktuellen Krieg gegen den Iran geschaffen worden. Die USA und Israel hätten Syriens integrierte Luftabwehrsysteme ausgeschaltet und einen Luftkorridor Richtung Iran freigemacht, der bereits 2009 in jenem Brookings-Papier gefordert worden war, so Berletic. In dem Strategiepapier sei vorgeschlagen worden, Israel als Mittel zu nutzen, um diesen Krieg überhaupt erst in Gang zu setzen und vorzubereiten. Israel sei benutzt worden, um den Krieg gegen den Iran auszulösen, „damit es sowohl den Großteil der Vergeltungsmaßnahmen als auch die Schuld für den Konflikt auf sich nimmt“.

„Man kann sehen, wie die aktuelle Trump-Regierung, Trump-Anhänger und die westlichen Medien genau diese Technik anwenden, die in diesem Strategiepapier dargelegt wurde: Präsident Trump macht Israel dafür verantwortlich, die Energieproduktionsstätten im Iran angegriffen zu haben. Dies ist offensichtlich eine gemeinsame US-israelische Operation, aber sie geben Israel die Schuld, genau wie es in den Strategiepapieren dargelegt wurde.“

Berletic betont, das Verstehen der Tatsache, wie die Vereinigten Staaten als ein von der Unternehmensfinanzierung vereinnahmter Staat agieren, gebe einen „unendlichen Einblick in das, was sie tun und warum“. Im Wesentlichen handele es sich um „einen gigantischen geopolitischen Virus, der sich aus Profit- und Machtgier ausbreitet“. Die herrschenden Kreise der USA könnten niemals eine multipolare Welt akzeptieren, denn das würde ihr ständiges Bedürfnis nach Macht- und Profitausweitung einschränken. Das widerspreche grundlegend ihrer Natur und sei unmöglich, „solange die Interessen, die die USA derzeit lenken, weiterhin die USA lenken“.

Aus Sicht des Ex-Marine war daher der Krieg gegen den Iran unvermeidlich. Er habe seit Jahren vor der Entwicklung gewarnt – „nicht, weil ich die Zukunft vorhersagen kann, sondern weil die Konzerne die Außen- und Innenpolitik der USA lenken und mithilfe dieser Strategiepapiere zu einem Konsens gelangen“. Diese Papiere würden in Gesetzesentwürfe und dann in Kriegspläne umgewandelt. Dann würden die Konzernmedien diese Politik an die Öffentlichkeit verkaufen und versuchen, sie davon zu überzeugen, dass Unternehmensinteressen auch US-amerikanische Interessen sind.

„Und deshalb hört es nie auf, egal wen man wählt, denn letztendlich sind all diese Politiker überhaupt erst durch riesige Lobbygelder und Wahlkampfspenden an die Macht gekommen, die größtenteils von großen Konzernen und ganzen Industriezweigen stammen.“

Berletic sieht auch den „Arabischen Frühling“ als Teil der US-Strategie, was durch dokumentierte Beweise belegt sei. Ziel sei es gewesen, „die arabische Welt zu einer Einheitsfront gegen den Iran umzugestalten, um den Iran einzukreisen, einzudämmen und dann zum Zusammenbruch zu bringen“. Das Endziel seien Moskau und Peking. Diese Strategie sei mit „sehr bewussten, koordinierten Schritten“ umgesetzt worden, „über Regierungen hinweg, ob republikanisch oder demokratisch, spielte keine Rolle“. Dazu gehöre auch, Russland in den Ukraine-Krieg zu verwickeln, so Berletic mit Verweis auf das Papier „Extending Russia“ der „Denkfabrik“ Rand Corporation aus dem Jahr 2019. Die darin beschriebenen Mittel, um Russland zu schwächen, würden Schritt für Schritt umgesetzt.

Endziel China

Das Vorgehen ziele letztendlich auf China ab, weil es die USA in fünf bis zehn Jahren wirtschaftlich überholen werde – „und zwar in einer Weise, die es den Vereinigten Staaten unmöglich machen wird, jemals zu versuchen, seinen Aufstieg zu verlangsamen oder zu stoppen“. Das gelte insbesondere für die Energieunabhängigkeit, die China mit verschiedenen Mitteln anstrebe und um 2030 erreichen könnte. „Und so hatten die Vereinigten Staaten ein sehr kleines, sich schließendes Zeitfenster, um zu versuchen, China zu stören, bevor es diesen endgültigen Übergang vollzieht“, stellte er gegenüber Diesen fest.

„Deshalb haben sie den Iran angegriffen, und man kann sehen, was passiert ist. Sie haben nicht nur den Iran angegriffen, sondern sind zuvor auch in Venezuela einmarschiert, haben den Präsidenten entführt und halten nun die verbleibende venezolanische Regierung als Geiseln fest. Sie haben den Energiefluss von Venezuela nach China unterbunden.“

Dazu gehören demnach auch die ukrainischen Drohnenangriffe mit großer Reichweite tief in russisches Gebiet hinein, die die russische Energieproduktion treffen. Das sei ohne die CIA nicht möglich, die auch maritime Drohnen einsetze, um Tanker anzugreifen, die russische Energie transportieren. Darüber hinaus würden die USA seit Jahren die Öl-Pipeline-Infrastruktur der chinesischen Belt-and-Road-Initiative in Myanmar sabotieren, mithilfe von „Rebellen“.

„Die USA haben bereits eine im Wesentlichen globale maritime Ölblockade gegen China errichtet.“

Die Fragen vieler, warum das chinesische Militär Iran nicht helfe, beantwortete Berletic mit dem Hinweis, das chinesische Militär sorge in der asiatisch-pazifischen Region dafür, eine Blockade der Meerenge von Malakka durch die USA zu verhindern. In Washington sei das verstanden worden. Zugleich habe die US-Führung erkannt, nicht in der Lage zu sein, „die Menge an Munition zu produzieren, die sie für ihren globalen Krieg gegen den Multipolarismus und letztlich gegen China benötigen“. Deshalb würden sie versuchen, den Iran zu destabilisieren und zu stürzen, um dafür zu sorgen, dass Exporte aus dem Nahen Osten erst einmal eingeschränkt und dann ganz unterbunden werden. Dazu hätten die USA und Israel die Energieproduktion im Iran angegriffen, was sich auf die Exporte nach China auswirke. Auch die iranischen Angriffe auf die Öl- und Gas-Produktion der Golfstaaten hätten Folgen für China.

Das nehme „die Form einer globalen Ölblockade gegen China“ an, die die USA zielstrebig umsetzten, entgegen des Eindrucks, sie handelten ohne Plan und die Situation gerate außer Kontrolle. China werde „langsam, aber sicher abgeschnitten“. Dazu würden weitere Kräfte des US-Militärs in die Region gebracht, um den Druck aufrechtzuerhalten und die Lage immer weiter zu verschlimmern.

Der Analytiker ist der Meinung, dass die USA ganz gezielt gegen den Iran vorgehen, unter Missbrauch der vorherigen Diplomatie, und von dessen Gegenschlägen nicht überrascht seien. Sie würden nun versuchen, den Iran wirtschaftlich zu zermürben. Dazu gehörten die Angriffe auf die Infrastruktur, die für die Zivilbevölkerung des Iran – 93 Millionen Menschen – lebenswichtig ist. Der Iran sei von den Exporten von Erdöl und -gas abhängig, die die Hälfte der Staatseinnahmen ausmachten. Berletic ist der Meinung, dass die USA selbst Interesse hätten, die Straße von Hormus zu sperren, und deshalb Marine-Einheiten aus dem asiatisch-pazifischen Raum in den Nahen Osten verlegen.

Israel als Sündenbock

Es gehe darum, Schiffe abzufangen, denen der Iran die Durchfahrt gestatte. So werde der Krieg fortgesetzt und bewusst provoziert, „dass er weiter außer Kontrolle gerät und ganz allmählich und auf scheinbar natürliche Weise einfach alle Exporte auf die eine oder andere Weise unterbindet – eine gegenseitig garantierte Zerstörung der jeweiligen Energieproduktion“. Das sei „eine Voraussetzung, um Russland und China zu isolieren und dann schließlich auf Russland und China allein, ohne ihre Verbündeten und Partner, einzuwirken“. Angesichts der begrenzten Ressourcen der USA, um einen globalen Krieg gegen den Multipolarismus führen zu können, rechnet Berletic mit einem möglichen „Wendepunkt, an dem die USA erschöpft und überfordert sein werden, wie alle Imperien vor ihnen“. Doch es handele sich im Unterschied zu allen geschichtlichen Vorläufern um ein Imperium mit Atomwaffen.

Die Situation sei „sehr gefährlich“, „denn letztendlich richtet sich alles sowohl gegen Russland als auch gegen China, beides Nuklearwaffenstaaten“. Der Ausgang des Iran-Krieges sei offen, doch es gebe derzeit „einfach keinen guten Weg, wie dieser Konflikt ausgehen könnte“. Ihm bereite „am meisten Sorgen“, wie die USA „Israel ganz unverhohlen als den ultimativen Sündenbock benutzen“.

„Durch Israel können sie alles tun. Und dann große Teile der Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es Israel war und die USA nichts tun konnten, um sie aufzuhalten. Und das reicht bis hin zu Atomwaffen. Sie haben Atomwaffen; wenn die USA aus irgendeinem Grund Atomwaffen gegen den Iran einsetzen wollten, würden sie einfach Israel dazu bringen, es zu tun.“

Dann würde US-Präsident Trump behaupten, er sei dagegen gewesen, doch Israel habe es trotzdem getan. In einem Kapitel im Brookings-Papier von 2009 gehe es ausschließlich darum, Israel als entbehrlichen Stellvertreter zu nutzen, um US-Interessen in einer Operation zum Regimewechsel gegen den Iran voranzutreiben. Das werde umgesetzt und mache diesen Konflikt so gefährlich.

„Die USA befinden sich gerade in diesem globalen Krieg der Aggression, Mord und Entführungen. Es ist einfach ein globaler krimineller Amoklauf, aber sie können das nicht ewig tun.“

Krieg um Öl

Aus nichtwestlicher Perspektive bestätigt der afrikanische Politikanalytiker Simon Chege Ndiritu die Analyse von Berletic. Für ihn ist der Angriff auf den Iran ein weiterer Krieg um Öl. Mit diesem treibe US-Präsident Trump ein System voran, „das den USA die Kontrolle über die globalen Ölressourcen und deren Verkauf verschafft“, schreibt Ndiritu in einem Beitrag im russischen Onlinemagazin New Eastern Outlook.

Am 7. März habe das Weiße Haus klargestellt, dass die USA die vollständige Kontrolle über die Ölreserven und die Infrastruktur des Iran erlangen wollen. Das zeige, dass die Operation „Epic Fury“ der nächste Krieg um Öl sei. Die umfangreichen Bombardierungen der iranischen Zivilbevölkerung und der Infrastruktur des Landes – wobei die Rohstoffindustrie ausgespart werden solle – zeigten, dass die USA „von einer neokolonialen Haltung beherrscht wird, Ressourcen zu plündern, wann immer sie auftauchen“. Dies sollte keine Überraschung sein, schreibt der Autor und verweist darauf, dass der republikanische Senator Lindsey Graham Anfang März erklärte, dass die USA die Kontrolle über das iranische Öl anstreben, das zusammen mit dem von Venezuela 31 Prozent der weltweiten Ölreserven ausmache.

Würde Washington die umfassende Kontrolle über die Ressourcen anderer Länder erlangen, „würde es wahrscheinlich Öl rationieren und den Zugang dazu für seine designierten Gegner, darunter China, einschränken“, so der Autor. Ebenso würden andere ausgewiesene Gegner, wie Russland, „durch strengere Sanktionen und Sabotage aus den globalen Energiemärkten verdrängt. Washington würde in der Folge einen großen Teil des Wertes der weltweiten Ölproduktion seinem Bruttonationaleinkommen (BNE) hinzufügen und so ein „Produktivitätswunder ohne Arbeit“ vollbringen. Trumps Operation „Epic Fury“ stelle einen weiteren Schritt zur Monopolisierung des globalen Energiehandels dar.

Die Anstifter dieses Krieges hätten gezeigt, „dass sie eine Welt nicht akzeptieren können, die auf souveräner Gleichheit basiert, in der gleichberechtigte Länder frei Handel treiben. Stattdessen zwingen sie ein System auf, das es ihnen erlaubt, andere Länder unter dem Deckmantel bequemer Rechtfertigungen auszuplündern und zu berauben.“ Ndiritu macht zudem auf die „bedauerliche Realität“ aufmerksam, dass die Bürger des Westens es den USA, Israel und den westeuropäischen Ländern nach wie vor gestatten, weiterhin Kriege um Ressourcen zu führen“.

Millionen von Bürgern aus westeuropäischen Ländern, die Israel unterstützen, stünden vor sozialen Herausforderungen wie Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit. Diese könnten mit den Ressourcen, die in endlose Kriege umgeleitet werden, problemlos gelöst werden, betont der Autor. Doch die westlichen Gesellschaften seien „größtenteils mit an Bord bei einem riskanten Abenteuer, das einer überholten neokolonialen Haltung folgt“. Diese „unvernünftige Zustimmung“ zeige sich darin, „dass Trump und Benjamin Netanjahu keinerlei nennenswerten Widerstand in Form von Protesten, rechtlichen Schritten oder Gesetzesinitiativen gegen die Auslösung eines unvertretbaren Krieges erfahren haben“. Der Autor stellt fest:

„Die Bürger im Westen sind es gewohnt, von den Erträgen der Exzesse ihrer Regierungen zu profitieren, wie zum Beispiel dem Sklavenhandel, dem Kolonialismus, der Plünderung und illegalen Kriegen.“

Forderung nach Kriegsende

Unterdessen haben 80 jüdische und arabische Organisationen in Israel am Montag einen Offenen Brief an US-Präsident Trump und den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu geschickt, in dem sie ein Ende des Krieges mit dem Iran fordern. Sie rufen dazu auf, einen umfassenden regionalen politischen Prozess einzuleiten, um den israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen und den Nahen Osten zu stabilisieren. Die Organisationen, die den Brief unterzeichnet haben, sind Mitglieder der Koalition „It’s Time“ („Es ist Zeit“), einem breiten Bündnis von Friedens-, Versöhnungs- und Gemeinschaftsorganisationen in Israel. In dem Brief warnen sie, dass der aktuelle Krieg die Sicherheit nicht verbessert, sondern stattdessen die gesamte Region gefährdet:

„Es ist Zeit, den Krieg gegen den Iran zu beenden – einen Krieg, dessen Ziele unerreichbar sind und dem eine klare Ausstiegsstrategie fehlt. Jeder weitere Krieg in der Region führt nur zu einer nächsten Runde, anstatt sie zu verhindern.“

Den Organisationen zufolge kann der Krieg mit dem Iran nicht isoliert betrachtet werden, sondern steht in direktem Zusammenhang mit den Entwicklungen im Gazastreifen und im Westjordanland.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Illustration als Symbol für US-Kontrolle über Erdöl: Ölfass mit US-Flagge steht in Erdöl-See mit Ölraffenerien im Hintergrund

Bildquelle: Alexandr Iakimov / shutterstock

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Israel vs. Iran: Atomzentren unter Beschuss | Von Thomas Röper

23. März 2026 um 13:30

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Israel vs. Iran: Atomzentren unter Beschuss | Von Thomas Röper
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Israel vs. Iran: Atomzentren unter Beschuss | Von Thomas Röper

Naher Osten

Nach schweren Schäden an der Öl- und Gasindustrie werden nun auch Nuklearanlagen angegriffen

Trumps Iran-Krieg eskaliert weiter. Nachdem Israel irakische Ölanlagen bombardiert hat, hat der Iran mit Angriffen auf die arabische Öl- und Gasindustrie geantwortet. Das wiederholt sich nun nach israelischen Angriffen auf iranische Nuklearanlagen, denn der Iran greift nun israelische Nuklearanlagen an.

Ein Standpunkt von Thomas Röper.

Vor allem Israel eskaliert den Iran-Krieg um jeden Preis. Gegen den ausdrücklichen Wunsch der USA hat Israel mehrmals die iranische Öl- und Gasindustrie angegriffen, worauf der Iran mit Angriffen auf die Öl- und Gasindustrie der arabischen Länder reagiert hat. Nun hat der Iran nach israelischen Angriffen auf iranische Nuklearanlagen die israelische Stadt Dimona, in der das Herz der israelischen Atomwaffenprogramme liegt, angegriffen.

In seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick hat das russische Fernsehen am Sonntagabend in einem Beitrag die in dem Krieg bereits angefallenen Schäden an Öl- und Gasinfrastruktur, Militärbasen und auch Nuklearanlagen aufgezählt und ich habe den Beitrag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Keine der beiden Seiten im Nahostkonflikt ist bereit nachzugeben

Die Iraner feiern den ersten Tag des persischen Neujahrsfestes Nouruz unter Beschuss auf den Straßen. Sobald eine Explosion zu hören ist, erhebt die gesamte Menge die Hände und ruft: „Gott ist groß!“

Eine Rakete schlägt auf dem Tempelberg in Jerusalem ein, unweit der heiligsten Stätten dreier Weltreligionen: der Grabeskirche, der Al-Aqsa-Moschee und der Klagemauer.

Das erinnert bereits an einen biblischen Konflikt. Keine der beiden Seiten ist bereit nachzugeben. Der Iran lässt einen Regen aus Raketen auf seine Feinde niedergehen. Die Raketenabwehrsysteme „David’s Sling“ und „Iron Dome“ sind überfordert. Die Abfangraketen scheinen ihr Ziel zu verfehlen und Raketendüsen stürzen auf Haifa. Nachts setzen die Iraner ständig Raketen ein, deren Gefechtsköpfe in viele einzelne zerfallen. Der israelische Flughafen Ben Gurion wurde beschädigt.

In Teheran wurden ganze Stadtviertel bombardiert. In iranischen Provinzen häufen sich Angriffe auf scheinbar willkürliche Ziele. Und dann gab es den rücksichtslosen Angriff auf Buschehr, wo russische Spezialisten ein Atomkraftwerk bauen. Auch die Atomanlage Natans, eine 100.000 Quadratmeter große, 30 Meter unter der Erde liegende Anlage mit Zentrifugen zur Urananreicherung, wurde angegriffen.

Die USA jagen iranische Wissenschaftler, Militärs und politische Führer. Diese Woche wurden der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates Ali Larijani und sein Sohn, Geheimdienstchef Esmail Khatib, der Anführer der Basij-Miliz Gholamreza Soleimani und der General der Revolutionsgarden Ali Naini getötet.

Der Trump-nahe Sender Fox News hat vier weitere Ziele veröffentlicht. Der US-Präsident selbst beklagt jedoch, dass es in Iran niemanden mehr gebe, mit dem man verhandeln könne. Teheran bezeichnet diese Taktik als sinnlos, wie Ibrahim Zolfaghari, Sprecher der Islamischen Revolutionsgarde, erklärte:

„Wir trauern, aber wir sind nicht müde. Unsere Verluste sind unsere Motivation zu kämpfen. Wir haben verstanden, wie wir euch besiegen. Der Krieg wird so lange andauern, bis diejenigen, die unser Land angegriffen haben, erkennen, dass das eine für sie tödliche Strategie ist.“

Als Beweis dafür hat Teheran bereits den US-Luftwaffenstützpunkt Diego Garcia 4.000 Kilometer vor der iranischen Küste erreicht. Das ist eine amerikanische Basis im Indischen Ozean, von der im letzten Jahrhundert alle Ureinwohner vertrieben wurden. Dort liegen Atom-U-Boote der Ohio-Klasse vor Anker und dort sind strategische B-2-Bomber stationiert.

Die Islamische Republik hat zwei ballistische Raketen dorthin geschickt. Dies war der Angriff auf das am weitesten entfernte Ziel, den Teheran je durchgeführt hat. Zuvor hieß es, das Land verfüge über Raketen mit einer Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern, doch die Islamische Republik kann jeden Feind auch auf anderem Wege besiegen, schreibt The Atlantic:

„Die schlechte Nachricht ist, dass der Iran über eine noch wirkungsvollere Waffe als die Schließung der Straße von Hormus verfügt, eine Waffe, die eine vorübergehende Unterbrechung in einen dauerhaften Mangel verwandeln könnte: die Zerstörung der Öl- und Gasinfrastruktur in den arabischen Ländern.“

Anscheinend ist es die Strategie der Islamischen Republik, alles zu zerstören, was Verbindungen mit mit Amerika und Israel hat, um die Kosten des Krieges unerschwinglich zu machen. Katars wichtigste Gasanlage in Ras Laffan wurde bereits angegriffen, ebenso wie die Raffinerien Mina al-Ahmadi und Mina Abdullah in Kuwait. In den Vereinigten Arabischen Emiraten fielen Drohnentrümmer auf Gasanlagen in Habshan und das Ölfeld Bab. Gleichzeitig brennen in Fujairah, ebenfalls in den Emiraten, Verladeterminals. Ölfelder im Irak wurden angegriffen, ebenso wie Bahrains größter nationaler Ölkomplex Al-Ma’amir. In Saudi-Arabien haben iranische Drohnen die SAMREF-Raffinerie in Yanbu am Roten Meer attackiert. Anlagen von Aramco wurden bereits zuvor zerstört.

Der Iran beharrt jedoch darauf, dass nicht alle Angriffe von seinen Raketen verübt werden, wie der Sprecher der Revolutionsgarden erklärt:

„Das zionistische Regime plant Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Region, darunter auch Anlagen von Aramco. Das sind Sabotageakte, die dem Iran angelastet und Zwietracht zwischen den Ländern der Region säen soll.“

Die Straße von Hormus, durch die nicht nur ein Viertel der weltweiten Ölversorgung, sondern auch ein Drittel des globalen Internetverkehrs über Kabel auf dem Meeresgrund des Golfs transportiert wird, ist blockiert. Auch die Gasbranche warnt vor einer Katastrophe, wie Bloomberg schreibt:

„Beim Gas bewegen wir uns unweigerlich auf ein apokalyptisches Krisenszenario zu. Selbst nach einem Ende des Krieges könnten Unterbrechungen der Versorgung mit Flüssigerdgas Monate oder sogar Jahre andauern, je nachdem, wie lange die Reparatur dauert.“

Die USA setzen ihre Angriffe fort, lockern aber gleichzeitig die Sanktionen gegen Iran, wie die New York Times berichtet:

„Das US-Finanzministerium hat die Sanktionen gegen iranisches Öl auf See vorübergehend aufgehoben und damit den Verkauf an die meisten Länder erlaubt.“

Das bringt 140 Millionen Barrel Öl auf den Markt und dem Iran 14 Milliarden Dollar Gewinn ein. Washington ist besessen vom Öl, die Generäle planen sogar eine Landinvasion der ölreichen Insel Charg. Dafür werden 2.200 Marinesoldaten vorbereitet, wie Reuters berichtet:

„Die Trump-Regierung erwägt die Entsendung von Bodentruppen auf die iranische Insel Charg, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden, wie drei Quellen berichteten. Ein Regierungsvertreter erklärte, ein solcher Einsatz sei sehr riskant. Der Iran sei in der Lage, die Insel mit Raketen und Drohnen anzugreifen.“

Man versucht, das Land unter Druck zu setzen. Israel bombardiert iranische Marineeinrichtungen im Norden, am Kaspischen Meer.

Auch der Hafen von Anzali wurde angegriffen. Die Amerikaner sichern bereits die Küste nahe der Straße von Hormus und setzen dabei erstmals Zwei-Tonnen-Bomben ein, wie Fox News berichtet: „Der Iran hält Hormus als Geisel und A-10-Kampfjets, die im Irak und in Afghanistan eingesetzt wurden, führen dort nun Angriffe durch. Die Soldaten lieben sie wegen ihrer 30-Millimeter-Kanonen und des unverwechselbaren Geräuschs, das sie beim Feuern erzeugen. Sie feuern 4.000 Geschosse mit abgereichertem Uran pro Minute ab.“

Das US-Zentralkommando hat neues Videomaterial von der Zerstörung iranischer Raketenstartsysteme veröffentlicht. Diesmal nicht nur in Gebirgen und Wüsten, sondern auch in Wäldern. Der iranische Parlamentspräsident kommentierte das auf X ironisch:

„Laut Angaben des israelischen und amerikanischen Militärs wurden bereits 320 % der iranischen Raketenwerfer zerstört. Dennoch feuert der Iran weiterhin in hohem Tempo Raketen ab. Nun will der Feind 500 % zerstören.“

Er bezeichnet den Abschuss des Tarnkappenjägers F-35, des Stolzes der US-Luftwaffe, durch den Iran auch als ein Versagen amerikanischer Arroganz. Das war der dritte zerstörte US-Kampfjet.

Die Iraner zeigen sogar Grafiken, die erklären, dass der Vorteil der F-35, ihr Pratt & Whitney-Supertriebwerk, durch infrarotgelenkte Raketen angreifbar wurde.

Der Iran zerstört auch amerikanische Stützpunkte. In der vergangenen Woche wurden Angriffe auf Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten verübt, wo ein US-Luftwaffenstützpunkt und Geheimdienstkräfte stationiert sind. Der Luftwaffenstützpunkt Victoria in der irakischen Hauptstadt stand nach einem Drohnenangriff in Flammen, Hangars auf dem Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem in Kuwait und dem Luftwaffenstützpunkt Al-Manhad nahe Dubai brannten. Laut Geheimdiensterkenntnissen der Revolutionsgarden sollten diese beiden Einrichtungen eine Schlüsselrolle bei der Bodenoffensive gegen den Iran spielen.

Die Kosten für die USA steigen. Das Pentagon hat beim Kongress zusätzliche 200 Milliarden Dollar für den Krieg beantragt. Doch auch die Golfstaaten müssen wohl zahlen, wie der Journalist Salem bin Hamad al-Jahour mitteilte:

„Der amerikanische Präsident hat von den Golfstaaten fünf Billionen Dollar gefordert, wenn sie den Krieg fortsetzen wollen. Und wenn sie den Krieg beenden wollen, sollen sie 2,5 Billionen Dollar zahlen.“

Die Einsätze sind sogar noch höher. Als Nächstes – nach den Angriffen auf die iranische Ölindustrie – steht die Zerstörung der Nuklearanlagen an, in denen die Islamische Republik laut den USA an einer Atombombe arbeitet.

Dazu erklärte der iranische Präsident Masoud Peseschkjan allerdings:

„Bei jedem Treffen mit dem Obersten Führer betonte er mit absoluter Gewissheit, dass Atomwaffen aus religiösen Gründen verboten sind. Kein Amtsträger der Islamischen Republik darf Atomwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen entwickeln oder sich auch nur in diese Richtung bewegen.“

Nachdem der Iran als Reaktion auf Angriffe auf seine Öl- und Gasinfrastruktur begonnen hatte, die Öl- und Gasindustrie am Golf zu zerstören, greift er nun die Atomanlagen seines Gegners an.

Raketen sind in den Vororten von Dimona eingeschlagen. Medienberichten zufolge gab es mindestens 20 Opfer und massive Zerstörung. Hier befindet sich das größte israelische Forschungszentrum, das nicht der IAEA untersteht und von den Medien als Israels wichtigstes Labor zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium bezeichnet wird. Niemand kann die Folgen dieser Eskalationsspirale vorhersehen.

Ende der Übersetzung

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Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 23. März 2026 auf anti-spiegel.ru.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Kreative Kunstwerksdekoration. Kernkraftwerk Tschernobyl bei Nacht. Auslegung des stillgelegten Kernkraftwerks Tschernobyl nach Kernreaktorexplosion. Selektiver Fokus

Bildquelle: zef art / shutterstock

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Hollisters Geopolitik-Radar vom 16.-22. März 2026

22. März 2026 um 10:40

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Hollisters Geopolitik-Radar vom 16.-22. März 2026

Tag 21 des Iran-Krieges - und die Eskalation kennt keine Pause. Israel trifft das weltgrößte Gasfeld South Pars, Iran antwortet mit Angriffen auf Katars LNG-Hub und Kuwaits größte Raffinerie. Trump spricht von „Winding Down" - gleichzeitig rücken 2.500 Marines an. Eine iranische Rakete erreicht Diego Garcia, 4.000 Kilometer entfernt: der einzige verbliebene US-Nachschubhafen in Reichweite. Und der ranghöchste Trump-Geheimdienstchef tritt zurück mit den Worten: Dieser Krieg wurde auf israelischen Druck ohne Bedrohung für Amerika begonnen.

Der Geopolitik-Radar vom 16.-22. März 2026.

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Ticker

1. Israel trifft South Pars - weltgrößtes Gasfeld angegriffen (18. März) Israelische Luftangriffe trafen am 18. März Aufbereitungsanlagen in Asaluyeh, dem Onshore-Hub des iranischen South-Pars-Gasfeldes. Das Feld teilt sich Iran mit Katar (dort: North Dome) und deckt rund 70 Prozent des iranischen Gasinlandbedarfs. Irak meldete sofortige Unterbrechung iranischer Gaslieferungen. Trump erklärte, er habe vorab nichts gewusst - Geheimdienstquellen sagen das Gegenteil.

2. Iran antwortet auf South Pars: Ras Laffan, Haifa, Kuwait (18./19. März) Als direkte Vergeltung griff Iran Katars Ras-Laffan-LNG-Hub an - 17 Prozent weniger Output für bis zu fünf Jahre, laut QatarEnergy-CEO. Irans Haifa-Raffinerie in Israel getroffen, Kuwaits Mina-Al-Ahmadi-Raffinerie zweimal binnen 24 Stunden angegriffen. Brent-Öl: 112 Dollar/Barrel, +48% seit Kriegsbeginn.

3. Trump: „Winding Down" - gleichzeitig kommen mehr Truppen (20. März) Trump schrieb auf Truth Social, die USA stünden kurz vor Erreichen ihrer Kriegsziele und erwögen das „Winding Down". Gleichzeitig: 2.500 Marines plus USS Boxer auf dem Weg, Pentagon diskutiert Einsatz der 82nd Airborne Division. US-Staatsminister hebt Iran-Sanktionen für 140 Millionen Barrel Öl für 30 Tage auf.

4. Iran schießt Rakete Richtung Diego Garcia - 4.000 Kilometer (21. März) Iran feuerte erstmals eine ballistische Rakete in Richtung des US-Stützpunkts Diego Garcia im Indischen Ozean - 4.000 Kilometer entfernt. Die Rakete wurde abgefangen. Die Botschaft ist strategisch: Diego Garcia ist der einzige US-Hafen in Reichweite zur Nachmunitionierung der Trägerflotte, seitdem Bahrain unter Beschuss liegt. Alle US-Basen in Südeuropa liegen in ähnlicher Distanz.

5. Pentagon plant Bodentruppen-Einsatz (20. März) CBS News: Das Pentagon hat detaillierte Pläne für den Einsatz von US-Bodentruppen im Iran ausgearbeitet. Trump habe noch keine Entscheidung getroffen. Axios: Trump erwäge die Einnahme von Kharg Island, um die Hormuzstraße zu öffnen. Zwei amphibische Angriffsschiffe der Wasp-Klasse - darunter die USS Boxer - befinden sich auf dem Weg in die Region.

6. Ali Larijani getötet - Irans faktischer Staatsverwalter eliminiert (17. März) Irans Oberstes Nationales Sicherheitsrat bestätigte den Tod von Ali Larijani, Sekretär des Sicherheitsrats und seit Khameneis Tod faktischer Verwalter der iranischen Staatsführung. Mit ihm starben sein Sohn, ein Sicherheitsvizechef und Larijani-Bodyguards. Gleichzeitig: Basij-Chef Gholamreza Soleimani und IRGC-Luftstreitkräfte-Kommandeur getötet - alles in einer Nacht.

7. Bushehr-Atomkraftwerk erstmals getroffen (17. März) Ein Projektil schlug auf dem Gelände des AKW Bushehr ein - 350 Meter vom aktiven Reaktorblock entfernt. IAEA-Chef Grossi bestätigte den Einschlag, rief zur „maximalen Zurückhaltung" auf. Rosatom warnte vor einer „Katastrophe im regionalen Maßstab." Keine Strahlenerhöhung, keine Verletzten. Wer das Projektil abgefeuert hat, ist nicht öffentlich bestätigt.

8. Joe Kent tritt zurück: „Kein unmittelbarer Grund für diesen Krieg" (17. März) Joe Kent, Direktor des National Counterterrorism Center und enger Trump-Vertrauter, legte sein Amt nieder. In seinem öffentlichen Rücktrittsbrief: Iran stelle keine unmittelbare Bedrohung für die USA dar. Der Krieg sei auf israelischen Druck hin geführt worden. Kent ist Army Special Forces, elf Kampfeinsätze, ehemaliger CIA-Paramilitär - kein Establishment-Kritiker, sondern ein Kernmitglied des MAGA-Netzwerks.

9. Iran dementiert Angriffe auf Türkei und Oman (laufend) Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei erklärte, die Angriffe auf Ziele in der Türkei und in Oman seien nicht von iranischen Streitkräften oder Kräften der „Achse des Widerstands" ausgeführt worden. Beide Länder unterhalten gute Beziehungen zu Iran. Die Frage, wer die Raketen abgefeuert hat, bleibt offen.

10. Nowruz unter Bomben - und Israelis Botschaft ans iranische Volk (20. März) Israel griff Teheran am 20. März an - dem persischen Neujahrstag Nowruz. Netanyahu in einem Video: „Feiern Sie. Wir schauen von oben zu." Beim vorangehenden Feuerfest Chaharshanbe Suri (17. März) trotzten Iraner trotz IRGC-Drohungen und Polizeipräsenz dem Regime mit Straßenfeiern und Anti-Regime-Parolen.

11. USS Gerald R. Ford verlässt das Rote Meer für Reparaturen (17. März) Der Flugzeugträger fährt nach Souda Bay auf Kreta. Offizieller Grund: ein Maschinenbrand vom 12. März. Das Schiff ist seit neun Monaten ohne Unterbrechung auf See und nähert sich dem Post-Vietnam-Einsatzrekord der US-Marine. Über 200 Matrosen wurden wegen Rauchvergiftung behandelt, 600 verloren vorübergehend ihre Schlafplätze.

12. IEA: Größte strategische Ölreservenfreigabe der Geschichte - reicht nicht (laufend) Die Internationale Energiebehörde gab 400 Millionen Barrel aus Reserven frei. Golfstaaten-Ölexporte brachen in der Woche bis 15. März um 61 Prozent ein. UAE-Produktion halbiert, Irak minus 70 Prozent. Goldman Sachs: Hohe Ölpreise könnten bis 2027 anhalten.

Im Fokus

1. South Pars und die neue Dimension des Krieges: Wenn Energie zur Waffe wird

Mit dem israelischen Angriff auf South Pars am 18. März betrat der Iran-Krieg eine neue Phase. Nicht mehr nur Militärinfrastruktur, Führungsziele und Nuklearanlagen stehen im Fadenkreuz - sondern das wirtschaftliche Rückgrat der Region und damit der globalen Energieversorgung.

South Pars ist nicht irgendein Gasfeld. Es enthält zusammen mit Katars North Dome geschätzte 1.800 Billionen Kubikfuß Gas - genug für den weltweiten Bedarf von 13 Jahren. Der iranische Teil versorgt 70 Prozent des heimischen Gasbedarfs. Katars Seite beliefert Europa und Asien mit rund einem Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung. Irans Reaktion war präzise: Ras Laffan, Katars wichtigster LNG-Exportterminal, wurde getroffen - 17 Prozent weniger Output für bis zu fünf Jahre.

Was in den Schlagzeilen wenig auftaucht: Die Hormuz-Sperrung trifft nicht nur den Ölmarkt, sondern auch rund ein Drittel des globalen Düngemittelhandels. In der nördlichen Hemisphäre beginnt das Frühjahr-Aussaatfenster für Mais, Soja und Weizen genau jetzt - in März und April. Was in diesen Wochen nicht auf den Feldern landet, lässt sich nicht nachholen. Die Preisfolgen werden in vier bis sechs Monaten sichtbar. Harnstoff-Dünger in New Orleans: bereits +43 Prozent.

Trump ordnete Netanyahu an, South Pars nicht erneut anzugreifen. Netanyahu sagte öffentlich zu - und griff am Folgetag Teheran an. Die Koordinationsfrage zwischen Washington und Tel Aviv wurde diese Woche zum offenen Riss.

Deep-Dive:
Die Erbschaft des Iran-Krieges - Was mit 200 Kilo Uran passierte und was das für die nächsten Jahrzehnte bedeutet

Für unterstützende Leser:
Marines, Osprey und die Logik des Machteinsatzes - Was der MEU-Einsatz wirklich bedeutet

Fragen:

  • South Pars teilen sich Iran und Katar - warum greift Israel ein Feld an, das gleichzeitig ein NATO-Partner-Staat mitbetreibt?
  • Ein Drittel des globalen Düngemittelhandels läuft durch Hormuz. Wer trägt die Kosten dieser Eskalation - und wer nicht?
  • Trump sagt, er wusste nichts von South Pars. Gibt es koordinierte US-israelische Kriegsführung ohne US-Wissen - oder ist das eine Aussage für die Märkte?

2. Joe Kent und die Risse im MAGA-Lager

Es gibt Aussagen, die man nach ihrer Quelle bewertet.

Wenn ein Demokrat erklärt, dieser Krieg sei auf israelischen Druck ohne unmittelbare Bedrohung durch Iran begonnen worden, ist das eine politische Oppositionsposition. Wenn Joe Kent das sagt, ist es etwas anderes.

Kent ist Army Special Forces, elf Kampfeinsätze im Nahen Osten, verlor seine erste Frau bei einem Selbstmordanschlag in Syrien, arbeitete für die CIA als paramilitärischer Offizier, war enger Vertrauter von Tulsi Gabbard und gehörte zum Kern des MAGA-Netzwerks. Trump vertraute ihm den Schutz Amerikas vor Terrorbedrohungen an. Am 17. März trat er zurück - mit einem öffentlichen Brief auf X.

Trumps Reaktion war bezeichnend: Er nannte Kent „sehr schwach auf Sicherheit." Keine inhaltliche Widerlegung. Keine Gegenaussage zur Bedrohungslage. Tulsi Gabbard schrieb, der Präsident sei für die Einschätzung imminenter Bedrohungen zuständig - ebenfalls keine inhaltliche Widerlegung.

Kent ist nicht das erste Signal aus dem MAGA-Lager. JD Vance war beim Angriffsbeschluss laut Trump selbst „weniger enthusiastisch." Tucker Carlson kritisiert den Krieg von Anfang an. Axios berichtet, das Weiße Haus bereite sich auf ein Tucker-Carlson-Interview mit Kent vor. Die Frage, die sich jetzt stellt: Ist Kent ein Einzelfall - oder der sichtbare Teil einer internen Bewegung, die noch nicht vollständig öffentlich geworden ist?

Update Iran-Krieg, 18. März 2026 (mit vollständiger Kent-Analyse): UPDATE - USA UND ISRAEL GREIFEN IRAN AN - 18.03.2026

Fragen:

  • Trumps Kernversprechen 2016, 2020, 2024: keine langen Kriege im Nahen Osten. Wie verträgt sich Operation Epic Fury mit diesem Versprechen - und wann wird diese Spannung politisch explosiv?
  • Die Reaktion auf Kent war ad hominem, nicht inhaltlich. Was sagt das über die Substanz der Kriegsbegründung?
  • Wenn Kents Darstellung stimmt - wer hat Trump dann mit welchen Informationen zu diesem Krieg geführt?

3. Diego Garcia und die Frage der nächsten Phase

Am 21. März feuerte Iran eine ballistische Rakete in Richtung Diego Garcia - 4.000 Kilometer entfernt, mitten im Indischen Ozean. Die Rakete wurde abgefangen. Aber die Nachricht ist nicht der Abschuss selbst.

Diego Garcia ist der einzige US-Militärhafen in der Region, der außerhalb iranischer Kurzstreckenreichweite liegt - und damit der logisch zwingende Anlaufpunkt für Nachmunitionierung und Reparaturen, seitdem Bahrain unter Beschuss liegt und die USS Ford nach Kreta ausweichen musste. Wer Diego Garcia erreichen kann, demonstriert, dass es keine sichere Rückzugszone mehr gibt. Und: Alle US-Militärbasen in Südeuropa liegen in vergleichbarer Entfernung.

Gleichzeitig verdichten sich die Zeichen einer möglichen Bodenoperation: Das Pentagon hat laut CBS News detaillierte Pläne ausgearbeitet. Axios berichtet, Trump erwäge die Einnahme von Kharg Island. Die USS Boxer - ein amphibisches Angriffsschiff - ist mit 2.500 Marines an Bord auf dem Weg in die Region. Das 31. Marine Expeditionary Unit, ausgerüstet mit V-22 Osprey-Kipprotorflugzeugen, wurde verlegt.

Was Trump am 20. März als „Winding Down" bezeichnete, beschreibt die Wirklichkeit am 21. März nicht. Mehr Truppen, mehr Schiffe, mehr Planungen. Die Kriegsrhetorik und die Kriegsrealität driften auseinander - und der Markt hat es bemerkt: Öl stieg auf 112 Dollar am selben Tag.

Update Iran-Krieg, 22. März 2026: UPDATE - USA UND ISRAEL GREIFEN IRAN AN - 22.03.2026

Fragen:

  • Iran hat gezeigt, dass es Diego Garcia erreichen kann. Was bedeutet das für die Nachmunitionierungslogistik der US-Flotte - und für die Zeitplanung des Krieges?
  • Eine Bodenoperation zur Öffnung von Hormuz: Welche Kräfte bräuchte man dafür, und was würde das für das US-Engagement in anderen Regionen bedeuten?
  • Trump sagt „Winding Down" - das Pentagon plant Bodentruppen. Wer führt diesen Krieg wirklich?

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Quellen

South Pars / Energiekrieg

Joe Kent / Rücktritt

Diego Garcia / Bodentruppen / Winding Down

Bushehr AKW

Larijani / Militärische Lage

USS Ford

Nowruz / Inneninran

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Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik - jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Bildquelle: Michael Hollister

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