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Gestern — 05. Juni 2026EIKE

Ford verabschiedet sich noch deutlicher von Elektrofahrzeugen

05. Juni 2026 um 09:00

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WUWT, Von Master Resource

Von Robert Bradley Jr.

„Die Amerikaner haben sich klar geäußert: Sie wollen keine Elektrofahrzeuge aufgezwungen bekommen. Dieser Vorschlag zielt darauf ab, die EPA-Vorschriften wieder realistischer zu gestalten, die Wahlfreiheit der Verbraucher wiederherzustellen, gut bezahlte Arbeitsplätze in Amerika zu schützen und die globale Wettbewerbsfähigkeit der USA zu stärken, während die Behörde die Tier-4-Standards überarbeitet.“ – EPA-Administrator Lee Zeldin. Zitiert in  E&E News , 15. Mai 2026.

Bereits vor mehr als einem Jahrhundert haben Henry Ford und die Ford Motor Company Elektrofahrzeuge (EVs) im Vergleich zum Verbrennungsmotor (ICE) erwogen, ausprobiert und sind damit gescheitert. Tatsächlich  riet Thomas Edison selbst  Henry Ford im Jahr 1896, auf Verbrennungsmotoren und Benzin/Diesel zu setzen.

125 Jahre später: Ford kündigt einen massiven Rückzug aus dem Elektroauto-Geschäft an, der das Unternehmen  35 Milliarden Dollar  (Tendenz steigend) an Verlusten und Abschreibungen bereits gekostet hat. Natürlich muss Ford sich neu orientieren und die Elektroauto-Option aus PR-Gründen weiterhin im Gespräch halten („Greenwashing“?). Sharon Terlep berichtet in ihrem Artikel „Fords Elektroauto-Guru tritt zurück“ im Wall Street Journal (16. April 2026) (Zitate folgen):

„Doug Field, der vor fünf Jahren von Apple zu Ford Motor abgeworben wurde, um den 120 Jahre alten Automobilhersteller ins digitale und elektrische Zeitalter zu führen, verlässt das Unternehmen im Zuge einer umfassenderen Umstrukturierung. Field leitete ein geheimes Projekt zur Entwicklung einer Reihe erschwinglicher, hochtechnologischer Elektrofahrzeuge und ist der jüngste prominente Silicon-Valley-Absolvent, der einen Detroiter Automobilhersteller verlässt.

„Fields Stellvertreter und ehemaliger Tesla-Mitarbeiter Alan Clarke wird weiterhin die Entwicklung einer neuen Elektrofahrzeugplattform beaufsichtigen, die von einem eigens dafür eingerichteten Team in Kalifornien entwickelt wird. Ford gab bekannt, dass die Fahrzeuge auf dieser Plattform, beginnend mit einem für nächstes Jahr geplanten Elektro-Pickup für 30.000 US-Dollar, mit chinesischen Elektrofahrzeugen konkurrieren werden, die zwar noch nicht in den USA erhältlich sind, aber weltweit Marktanteile erobern.“

„Wie viele Konkurrenten hatte auch Ford Schwierigkeiten, sich zu einem elektrifizierten, softwaregesteuerten Automobilhersteller zu wandeln, um mit Unternehmen wie Tesla und chinesischen Herstellern konkurrieren zu können. Fords anfängliche Elektrofahrzeuge erwiesen sich als chronisch unrentabel. Der Automobilhersteller verbuchte im vergangenen Jahr Abschreibungen in Höhe von 19,5 Milliarden US-Dollar, um wieder auf die profitableren Benzinfahrzeuge umzuschwenken.“

„Der Automobilhersteller hat in den letzten Jahren auch mehrere andere Produkte und Pläne der nächsten Generation gestrichen, darunter einen elektrischen SUV mit drei Sitzreihen.“

„Darüber hinaus hat Ford, während das Unternehmen bestrebt ist, Technologien zu beschleunigen, die als Schlüssel für die Zukunft der Automobilindustrie gelten, darunter Elektrofahrzeuge, Hybridfahrzeuge und Software-Updates, mit Qualitätsproblemen und kostspieligen Rückrufaktionen zu kämpfen. Im Jahr 2025 führte Ford in den USA mehr Rückrufe durch als jeder andere Automobilhersteller; davon waren fast 13 Millionen Fahrzeuge betroffen.“

Fords 35,1 Milliarden Dollar teures Elektroauto-Fiasko

Schwere Dummheit in Dearborn

… Elektrofahrzeuge sind der nächste große Trend und werden es auch immer bleiben.

Ein weiterer Beweis dafür kommt heute ans Licht: Ford Motor Company kündigte an, aufgrund des überstürzten Vorgehens beim Bau von Elektrofahrzeugen eine Abschreibung in Höhe von 19,5 Milliarden US-Dollar vornehmen zu müssen. Wie das Wall Street Journal anmerkte : „Diese Summe zählt zu den höchsten Wertberichtigungen, die je ein Unternehmen vorgenommen hat, und markiert die bisher größte Erkenntnis der US-Autoindustrie, dass sie ihre Ambitionen im Bereich der Elektrofahrzeuge nicht so bald verwirklichen kann.“

https://robertbryce.substack.com/p/fords-351-billion-ev-fiasco

Ein weiterer Blick zurück

Ein Artikel der New York Times:  „Elektroautos waren um die Jahrhundertwende ein großes Thema. Im vorletzten Jahrhundert“  (1. Mai 2026) bemerkte, dass das, was bei Elektrofahrzeugen neu erscheint, eigentlich schon längst nichts Neues mehr ist.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Elektrofahrzeuge die Stars auf amerikanischen Straßen. Dann verschwanden sie. Dann kamen sie zurück. Dann verschwanden sie wieder.

Vielleicht ist an einer Technologie, die von Verbrauchern immer wieder abgelehnt wird, tatsächlich etwas minderwertig. Vielleicht wählt der Markt die Gewinner aus und lässt den Staat mit den Verlierern zurück. Elektrofahrzeuge sind nur ein Beispiel dafür.

https://wattsupwiththat.com/2026/06/02/ford-ditches-evs-again/

 

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Wetter ist Wetter – es sei denn, es ist politisch nützlich

01. Juni 2026 um 13:00

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Cap Allon

Über dem Westen des Kontinents hat sich eine Hitzeglocke gebildet, wobei Hochdruck, klarer Himmel und absinkende Luft die Temperaturen deutlich über den Durchschnitt treiben. Spanien, Portugal, Frankreich und Großbritannien sind am stärksten von der Hitze betroffen, wobei in Teilen der Iberischen Halbinsel Temperaturen von 35 bis 40 °C erreicht werden und für Großbritannien Werte von bis zu 30 °C vorhergesagt werden.

Unter einem starken Höhenrücken sinkt die Luft ab, erwärmt sich und trocknet aus. Die Wolkenbildung wird unterdrückt. Es regnet nicht mehr. Sonnenschein dominiert. Da das Wettergeschehen blockiert ist, verweilt die gleiche Luftmasse mehrere Tage lang über der gleichen Region, anstatt von der üblichen Atlantikströmung verweht zu werden.

Mit anderen Worten: Wetter.

Ein Großteil des Monats Mai verlief europaweit unterdurchschnittlich, einschließlich Großbritannien, wo der Monat (bis zum 20.) mit den Mai-Monaten der Jahre 1696, 1681, 1680, 1676 und 1675 gleichauf lag, bevor sich das Wetterbild umkehrte. Dann verschob sich der Jetstream, es bildete sich ein Hochdruckgebiet, und die erste ernsthafte Warmwetterperiode der Saison setzte ein.

Für normale Menschen bedeutet das Sonne, Grillpartys, Schwimmbäder, Strände und Biergärten.

Für die Klimaindustrie bedeutet es Panik per Copy-Paste.

Die gleichen Medien, welche die Kälte in der ersten Monatshälfte nicht bemerkt hatten, stellen nun ein blockierendes Hoch als Beweis für den Zusammenbruch des Planeten dar. Kälte ist Wetter. Hitze ist Krise. Eine blaue Anomalie auf der Karte ist Hintergrundrauschen. Eine rote ist die Zivilisation am Abgrund.

2-m-Temperaturanomalien für Montag, den 25. Mai [ECMWF]

Westeuropäer: Trinkt genug und habt Spaß. Bis zum Wochenende ist alles vorbei.

Osteuropäer hingegen: Wir schweigen lieber über die ebenso ungewöhnliche blau-lila Fläche, mit der ihr es zu tun bekommen werdet:

GFS 2-m-Temperaturanomalien für den 28. Mai [tropicaltidbits.com]

Link: https://electroverse.substack.com/p/weather-is-weather-until-its-politically?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

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Die Rückkehr des Energierealismus

01. Juni 2026 um 07:00

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Powerlines.au, Chris Uhlmann

Kohle, Gas, Kernenergie, Wind- und Solarenergie haben alle ihre Vor- und Nachteile. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, ein Energiesystem aufzubauen, das die Stromversorgung und die Wirtschaft am Laufen hält.

Nachfolgend ein launiger Meinungsbeitrag aus Australien – der m.e. sowohl bei Befürwortern als auch bei den Ablehnern „erneuerbarer“ und E-Autos Akzeptanz finden dürfte. Einflechtung von Erinnerungen an die Jugendzeit mit den damaligen Autos (Bei mir waren es ein Opel Kapitän und ein VW Käfer – und bei Ihnen? Lesen Sie weiter – Der Übersetzer 

PS: Die Links zu The Australian sind alle hinter Bezahlsperre, Tut mir leid.

Als meine Kumpel und ich Ende der 1970er Jahre endlich unsere Führerscheine bekamen, schien es eine ungeschriebene Regel für alle Teenager zu geben: Man durfte Mamas Auto fahren, aber nicht Papas.

Im Schatten der Ölkrise von 1973 hatten die Autos der Mütter eines gemeinsam: Sie waren winzig. Da der Führerscheinerwerb ein so prägender Moment im Leben eines jeden Teenagers ist, haben sich die Marken tief in mein Gedächtnis eingebrannt: der Datsun 120Y, der Toyota Corolla und das Auto meiner Mutter, der Holden Gemini.

Doch die Autos der Väter waren immer groß, und damals gehörten die meisten zu einer der beiden Marken: Holden oder Ford. Diese Vorliebe war genetisch bedingt, und jedes Jahr rüsteten sich Söhne und Väter für den alljährlichen Titelkampf zwischen den rivalisierenden Lagern, der auf der Rennstrecke von Bathurst ausgetragen wurde [- wohl eher mit 10er Karte und auf eigenes Risiko]

[Die Rennstrecke von Bathurst ist der berühmte Mount Panorama Circuit in New South Wales, Australien. Der 6,213 km lange Straßenkurs ist weltberühmt für seine dramatischen Steigungen (bis zu 174 m Höhenunterschied) und die anspruchsvollen Passagen auf dem Berg.]

Mein Vater war ein Holden-Fan, und ich durfte den Statesman nur ein einziges Mal fahren. Als ich stolz grinsend meinen Kumpel Damien abholte, schüttelte dessen Vater den Kopf und meinte, mein Vater müsse wohl einen an der Waffel haben. Ich glaube, das lag daran, dass Damiens Vater ein Ford-Fan war.

Märkte und Menschen veränderten ihr Verhalten nach dem ersten großen Ölpreisschock, sicherten sich aber auch ab. Kleinwagen wurden modern, große Autos verschwanden jedoch nicht . Die Menschen passten sie ihren Bedürfnissen an.

In dieser Zeit erreichte der Anteil des Öls am weltweiten Primärenergiesystem seinen Höhepunkt. Seitdem ist er zwar gesunken, doch dieser oberflächliche Eindruck täuscht, da der Gesamtverbrauch an Öl mit dem wachsenden Wohlstand und der fortschreitenden Industrialisierung der Welt stetig zunahm.

Im Jahr 2024 verbrannte die Menschheit mehr Kohle, Öl und Gas als je zuvor in einem einzigen Jahr – trotz aller Reden über Rekordwachstum bei erneuerbaren Energien. Beide Aussagen sind richtig und verweisen gemeinsam auf eine tieferliegende Realität. Es gibt keinen einfachen Übergang von einem Energiesystem zum anderen. Es findet vielmehr eine Energieergänzung statt. Neue Energiequellen ersetzen nicht zwangsläufig alte. Häufiger ergänzen sie diese, da der Energieverbrauch der Gesellschaften stetig steigt.

Dieses Muster wurde im 19. Jahrhundert von dem englischen Ökonomen William Stanley Jevons erkannt und als Jevons-Paradoxon bekannt. Er beobachtete, dass Großbritannien trotz der zunehmenden Effizienz von Dampfmaschinen nicht weniger, sondern deutlich mehr Kohle verbrauchte. Die Effizienz senkte die Kosten, erweiterte die Produktionskapazität und führte zu einem höheren Konsum. Dieses Muster wiederholt sich seither immer wieder.

Sparsamere Kleinwagen verdrängten die großen nicht. Leistungsfähigere Computer erhöhten den Stromverbrauch. LED-Beleuchtung senkte die Beleuchtungskosten, und wir reagierten darauf, indem wir die Welt mit Lichterketten schmückten.

Der Mensch nutzt Effizienz selten, um weniger Energie zu verbrauchen. Viel häufiger nutzen wir sie, um mehr zu erreichen.

Dieser Energieschock wird zu einer Abkehr von der Ölabhängigkeit führen und dafür sorgen, dass jede Regierung versucht, mehr Öl innerhalb ihrer eigenen Grenzen zu sichern.

Die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen sind hier sprunghaft angestiegen, was viele positiv sehen und sich wahrscheinlich fortsetzen wird. Doch wie viele dieser Verkäufe entfallen auf Zweitwagen?

Die Geografie unseres Inselkontinents, die Art und Weise, wie unsere Systeme aufgebaut sind, und die geringe Erneuerung unseres Fahrzeugbestands bedeuten, dass es noch sehr lange dauern wird, bis Elektrofahrzeuge den privaten Pkw-Markt dominieren. Der nächste Schritt, die Elektrifizierung des gesamten Straßenverkehrs, des Bergbaus und der Landwirtschaft, bleibt ein ferner, vielleicht unereichbarer Traum.

Ein weiteres Merkmal dieser Krise ist die Verdeutlichung dessen, was man die Galgentheorie der Politik nennen könnte: Die unmittelbare Gefahr der Hinrichtung klärt den Verstand und führt zu Wandlungen auf dem Sterbebett. Unsere Führungskräfte haben endlich erkannt, dass dieses Land auf flüssige Brennstoffe angewiesen ist, dass Energiesicherheit nationale Sicherheit bedeutet und dass ihre Arbeitsplatzsicherheit von der Sicherung der Kohlenwasserstoffversorgung abhängt .

Es ist noch zu früh, um zu verkünden, dass die Ära der fossilen Brennstoffhysterie in unseren Führungsetagen vorbei ist, aber ihr Höhepunkt könnte erreicht sein. Der Mann, der einst erklärte, fossile Brennstoffe hätten in unserer Zukunft keinen Platz, ist nun auf der Dieseldiplomatie unterwegs und atmet erleichtert auf, sobald ein mit Treibstoff beladener Supertanker auftaucht. Die Anführer des Marsches in die Armut ziehen sich stillschweigend zurück.

Ich habe Klima- und Energieminister Chris Bowen oder die Regierung Albanese nie allein für Australiens massive Anfälligkeit für die Ölkrise verantwortlich gemacht. Dieses Versagen hat sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt. Mehrere Generationen von Politikern aller Couleur haben unsere Widerstandsfähigkeit geschwächt, und die Verteufelung von Kohlenwasserstoffen durch die amtierenden Machthaber hat den Sargnagel nur noch tiefer eingeschlagen.

Die von der Regierung angekündigten Maßnahmen zur Sicherung und Speicherung von mehr Treibstoff sowie der zurückhaltende Vorschlag zur Prüfung einer Erweiterung der Raffineriekapazitäten sind begrüßenswerte erste Schritte. Ziel sollte es sein, so energieautark wie möglich zu werden, und Australien verfügt über die nötigen Ressourcen. Das wird zwar kostspielig und zeitaufwendig sein, aber man sollte dies gegen mögliche zukünftige Krisen abwägen.

Erdgas ist auf dem Vormarsch von Küste zu Küste, und selbst Victoria, deren Regierung ihren Kreuzzug gegen alle fossilen Brennstoffe in ein langes Moraldrama verwandelt hat, ist von der Realität eingeholt worden.

Die Energieministerin des Bundesstaates Victoria, Lily D’Ambrosio, bezeichnet den für das Überleben ihres Bundesstaates essenziellen Brennstoff gerne als „fossiles Gas“. Während ihrer Amtszeit machte Victoria die Nutzung dieser Ressource nahezu unmöglich, obwohl die Reserven schwanden und der Bundesstaat in Richtung Energiebankrott abdriftete. Victoria verankerte ein dauerhaftes Verbot von Fracking und der Gewinnung von Kohleflözgas in seiner Verfassung und verhängte ein Moratorium für die konventionelle Onshore-Gasexploration.

Als die Gaspreise nach Russlands Invasion in der Ukraine in die Höhe schnellten, jammerte Victoria in einem Akt geradezu grotesker Heuchelei, ihr stünde das Kohleflözgas aus Queensland zu. Dann verlangte der Bundesstaat von allen australischen Steuerzahlern, die Absurdität des Baus eines Flüssigerdgas-Importterminals in einem Bundesstaat zu finanzieren, der über unerschlossenen Gasreserven liegt. Nun steckt Victoria mitten in einer peinlichen Situation, in der die Strategie komplett umgeschrieben werden muss.

Diese Woche genehmigte die Regierung von Allan das Annie-Projekt von Amplitude Energy im Offshore-Otway-Becken, das voraussichtlich ab 2028 Gas liefern wird. Der Haushalt von Victoria nahm außerdem weitere Kredite auf, um 10 Millionen Liter Diesel zu sichern.

Die Winde des Wandels wehen, und sie werden wahrscheinlich in alle Richtungen gleichzeitig wehen. Wir befinden uns gerade mitten im Auge des Sturms. Wenn die Straße von Hormus nicht bald wieder annähernd normal funktioniert, ist diese Krise noch lange nicht vorbei. Australien war durch seinen Reichtum geschützt, aber Geld kann die physischen Versorgungsengpässe nicht ewig ausbügeln. Wir haben ärmere Länder beim Treibstoffkauf überboten. Wir sehen ihr Leid nicht und kümmern uns nicht darum. Aber mit der Zeit wird sich der Schmerz auch auf die gesamte Gesellschaft auswirken.

Und inmitten all dessen kam eines der deutlichsten Signale für die zukünftige Entwicklung der Formel 1 aus unerwarteter Richtung: Formel-1-Präsident Mohammed Ben Sulayem strebt die Rückkehr der V8-Motoren bis 2031 an . Der ehemalige Rallyefahrer drängt schon seit Längerem auf dieses Ziel, und nach zunehmenden Beschwerden über die jüngsten Hybridregeln der Formel 1 könnte sich diese Tür nun öffnen.

Die Formel 1 ist der technologisch fortschrittlichste Motorsport der Welt , ein rollendes Labor, in dem Spitzeningenieure die Grenzen der Maschinenleistung ausloten. Seit 15 Jahren verfolgt sie die Entwicklung immer ausgefeilterer Hybridtechnologie und verwandelt ihre Fahrzeuge in erstaunlich effiziente, aber zunehmend schwerere, teurere und komplexere Energiemanagementsysteme.

Viele Fahrer und Fans verabscheuen die neuesten Hybrid Autos. Die rohe, mechanische Kraft der alten V10- und V8-Motoren, deren kreischende Motoren instinktiv und aus Nervenstärke auf Höchstgeschwindigkeit liefen, ist verschwunden. Die neuen Hybride beziehen etwa die Hälfte ihrer Energie aus Batterien, was sie zwar schnell, aber kraftlos und schwer zu beherrschen macht.

Wie bei allem im Energiebereich gibt es auch hier Kompromisse.

Das Kernproblem der neuen Regeln von 2026 besteht darin, dass die Fahrer gezwungen sind, beim Bremsen ständig Energie zurückzugewinnen und den Einsatz der Fahrzeugleistung sorgfältig zu steuern. Drive berichtet, dass die Fahrer auf Strecken mit weniger starken Bremszonen „ das sogenannte „Superclipping“ anwenden müssen, was bedeutet, dass sie den Motor nicht zum Antreiben der Räder nutzen, sondern zum Laden der Batterie, quasi als Generator.“

Anstatt dass die Maschine dem Fahrer dient, dient der Fahrer zunehmend der Maschine. Das Auto wird nicht mehr einfach nur auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt. Es muss ständig seinen eigenen Energieverbrauch im Griff haben und Energie von der Leistung abziehen, um das System selbst aufrechtzuerhalten.

Und dann sind da noch die Kosten. Vor dem Hybridzeitalter kosteten Motorenverträge die Teams Berichten zufolge zwischen 4 und 7 Millionen Dollar pro Saison. Heutige Turbohybrid-Antriebe kosten über 20 Millionen Dollar, und die Hersteller haben schätzungsweise mehr als 1,4 Milliarden Dollar in die Entwicklung wettbewerbsfähiger Hybridmotoren investiert.

Die Formel 1 ist in dasselbe Dilemma geraten, mit dem ein Großteil der Energiewende konfrontiert ist. Mit zunehmender Komplexität der Systeme fließen immer mehr Kapital, Ingenieursleistungen und Anstrengungen in die Verwaltung, Speicherung, den Transport und die Stabilisierung von Energie, anstatt einfach nur reichlich und zuverlässig Strom zu erzeugen.

Die Erzeugung bezahlbarer und zuverlässiger Energie unter Nutzung all unserer natürlichen Ressourcen sollte das Ziel jeder vernünftigen Regierung sein. Andernfalls werden wir bankrottgehen. Wir sollten die Emissionen dort reduzieren, wo es möglich ist, so schnell wie vernünftig möglich, innerhalb der Grenzen von Physik, Technik und Wirtschaft, und uns nicht von Parolen wie „Netto-Null“ leiten lassen.

Wie wir feststellen, lassen sich physikalische Systeme nicht von Ideologien beeinflussen.

Dieser Artikel wurde zuerst in The Australian veröffentlicht.
Gefunden über 
https://stopthesethings.com/2026/05/24/stop-these-things-weekly-round-up-24-may-2026/

https://www.powerlines.au/p/the-return-of-energy-realism

 

Der Beitrag Die Rückkehr des Energierealismus erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Europas Green Deal bröckelt

30. Mai 2026 um 07:00

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Mohamed Moutii

In den letzten zehn Jahren hat Europa eine führende Rolle bei der Gestaltung der globalen Klimapolitik gespielt, was durch die Einführung des Europäischen Grünen Deals im Jahr 2019 unterstrichen worden war – Ursula von der Leyen bezeichnete dies als einen „Moment wie die Mondlandung“. Die Initiative zielt darauf ab, Europa bis 2050 zum weltweit ersten klimaneutralen Kontinent zu machen und gleichzeitig Innovationen zu fördern sowie die industrielle Basis zu stärken.

Doch einige Jahre später sind die Ergebnisse zutiefst enttäuschend. Anstatt seine Ziele zu erreichen, wird der Green Deal zunehmend mit höheren Energiekosten, geschwächter Wettbewerbsfähigkeit und wachsendem politischem Widerstand in Verbindung gebracht. Er hat die Spaltungen innerhalb der EU vertieft, die globalen Beziehungen belastet und den Druck auf Haushalte und Unternehmen erhöht – was ernsthafte Zweifel an seiner Durchführbarkeit und seinen langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen aufkommen lässt.

Wie die grüne Ideologie die europäische Wirtschaft untergräbt

Die wirtschaftliche Stagnation in Europa deutet auf ein tiefer liegendes strukturelles Problem in der Energie- und Klimastrategie hin – eines, das eng mit der durch den Europäischen Green Deal vorgegebenen Richtung verbunden ist. Seit dessen Einführung hat die Wettbewerbsfähigkeit stark nachgelassen, wobei die explodierenden Energiekosten eine zentrale Rolle spielen. Die Strompreise in Europa sind mittlerweile zwei- bis dreimal so hoch wie in den Vereinigten Staaten und China, wobei Steuern fast ein Viertel der Gesamtkosten ausmachen.

Diese Entwicklungen sind größtenteils auf politische Entscheidungen zurückzuführen. Die verbindlichen Ziele der EU – Netto-Null bis 2050 und eine Emissionsreduktion um 55 Prozent bis 2030 – haben die Energieversorgung eingeschränkt, obwohl Europa nur sechs Prozent der weltweiten Emissionen verursacht. Gleichzeitig haben der Ausstieg aus der Kernenergie, die Einschränkung des Gasverbrauchs und die Abhängigkeit von intermittierenden erneuerbaren Energien die Energiesicherheit geschwächt und die Preisvolatilität erhöht. Für die Industrie – wo Energie bis zu 30 Prozent der gesamten Produktionskosten ausmachen kann – ist dies in Verbindung mit der CO₂-Bepreisung zu einer entscheidenden Belastung geworden, die Unternehmen dazu zwingt, ihre Produktion zu drosseln, Standorte zu verlagern oder ganz zu schließen, was die Deindustrialisierung auf dem gesamten Kontinent beschleunigt.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Die Automobilindustrie verdeutlicht diese Belastungen besonders anschaulich: Mit einem Anteil von über sieben Prozent am BIP der EU und fast 14 Millionen Arbeitsplätzen steht die Branche unter dem Druck des Verbots von Verbrennungsmotoren ab 2035, was eine rasche Umstellung auf Elektrofahrzeuge erzwingt – trotz ungelöster technologischer Herausforderungen und marktbedingter Einschränkungen. Wie Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius warnte, birgt diese Politik die Gefahr, die Branche „mit voller Geschwindigkeit gegen eine Wand zu fahren“. Die Folgen für die Branche sind bereits sichtbar: rückläufige Produktion, zunehmende Umstrukturierungen und erhebliche Arbeitsplatzverluste – 86.000 Arbeitsplätze seit 2020, wobei bis 2035 bis zu 350.000 weitere gefährdet sind –, während verschärfte Vorschriften die Gewinne bis 2030 um sieben bis acht Prozent schmälern dürften, was die Branche in die Verlustzone treibt und Europas Führungsrolle im Automobilbereich untergräbt.

Auch die Landwirtschaft ist zu einem der deutlichsten Opfer des Green Deal geworden. Strengere Vorschriften in Bezug auf Emissionen, Landnutzung, Pestizide und Düngemittel treiben die Kosten in die Höhe und erhöhen die Ertragsschwankungen, was Kleinbauern am härtesten trifft und die Konsolidierung unter den großen Agrarkonzernen beschleunigt. Ziele wie die Reduzierung des Pestizideinsatzes um 50 Prozent und der Ausbau des ökologischen Landbaus bergen das Risiko erheblicher Produktionsrückgänge, was sowohl die Existenzgrundlagen im ländlichen Raum als auch die Ernährungssicherheit gefährdet. Anstatt Landwirten Innovationen und Produktivitätssteigerungen zu ermöglichen, schränken diese Maßnahmen die Produktion ein – was zu weitreichenden Protesten führt und sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Nachhaltigkeit schwächt.

Zusammengenommen sind diese Belastungen kein Einzelfall – sie sind Ausdruck einer umfassenderen wirtschaftlichen Belastung. Die Europäische Kommission schätzt, dass der Übergang jährlich zusätzliche Investitionen in Höhe von mindestens 260 Milliarden Euro erfordern wird, wobei die Gesamtkosten bis zu 12 Prozent des EU-BIP erreichen könnten – eine Belastung, die für die europäische Wirtschaft immer schwerer zu tragen ist.

Das Problem der zentralen Planwirtschaft beim Green Deal

Die wirtschaftliche Belastung schlägt nun in politische Gegenreaktionen um. In den letzten Jahren hat der Widerstand gegen den Europäischen Green Deal auf dem gesamten Kontinent stark zugenommen – von Landwirten und Industrieverbänden bis hin zu Wählern und politischen Parteien. Die EU-Wahlen 2024 bestätigten, was bereits klar war: Der einst vorherrschende grüne Konsens bröckelt. Als Reaktion darauf hat Brüssel begonnen, wichtige Elemente der Politik stillschweigend zurückzunehmen – indem Vorschriften abgeschwächt, Schlupflöcher eingeführt und sogar der Begriff „Green Deal“ selbst vermieden werden. Was als historischer Wandel präsentiert wurde, löst sich nun in Wohlgefallen auf.

Diese Gegenreaktion zeugt von einem tiefer liegenden Versagen. Obwohl die EU für den Zeitraum 2021 bis 2027 680 Milliarden Dollar bereitgestellt hat – mehr als ein Drittel ihres Haushalts –, hat der Green Deal nur bescheidene ökologische Verbesserungen bewirkt, während er Haushalte und Unternehmen mit einer schweren wirtschaftlichen Belastung konfrontiert hat, die nun mit höheren Energiepreisen, Steuern und regulatorischem Druck zu kämpfen haben.

Das Problem liegt nicht nur in der Umsetzung – es ist struktureller Natur. Der Green Deal stützt sich auf eine zentralistische Planung, um die komplexe Energiewende zu steuern, obwohl den politischen Entscheidungsträgern die Informationen und Anreize fehlen, um dies effektiv zu tun. Ein wesentlicher Mangel ist die Ablehnung der Technologie-Neutralität. Führende Hersteller befürworten einen Mix aus Elektro-, Hybrid-, Wasserstoff- und E-Kraftstoffen, damit diese frei miteinander konkurrieren können und sich effiziente Lösungen durchsetzen können; Brüssel hingegen schreibt einen einzigen Weg vor – und bestimmt damit faktisch, welche Technologien überleben, während das Fachwissen der Industrie außer Acht gelassen wird.

In einem solchen System sind die Folgen vorhersehbar: Fehlinvestitionen, Wettbewerbsverzerrungen und kostspielige Misserfolge. Diese Verzerrungen werden durch das restriktive regulatorische Umfeld in Europa noch verstärkt, wo interne Barrieren innerhalb des EU-Binnenmarkts einem Zollsatz von 44 Prozent auf Waren und 110 Prozent auf Dienstleistungen entsprechen und Effizienz und Innovation zusätzlich einschränken.

Deutschland veranschaulicht diese Dynamik deutlich. Lange Zeit als Vorreiter der europäischen Energiewende angesehen, hat dessen Energiewende – der Ausbau erneuerbarer Energien bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Kernenergie – seit 2002 rund 800 Milliarden Dollar gekostet, doch nur bescheidene Ergebnisse gebracht und dazu geführt, dass die deutsche Industrie bis zu fünfmal mehr für Strom zahlt als amerikanische Wettbewerber. Ein Großteil der Fortschritte bei den erneuerbaren Energien wurde durch die Stilllegung emissionsfreier Kernkraftwerke zunichte gemacht. Schätzungen zufolge hätte die Beibehaltung der Kernkraftkapazitäten eine Emissionsreduktion von 73 Prozent bei halbierten Kosten ermöglicht, was die Grenzen einer ideologisch motivierten Politik deutlich macht.

Der Vergleich mit den Vereinigten Staaten ist aufschlussreich. In den USA sind die Emissionen zurückgegangen, obwohl sich die Wirtschaft seit 1990 mehr als verdoppelt hat – was vor allem auf Marktkräfte zurückzuführen ist, insbesondere auf die Umstellung auf kostengünstigeres Erdgas und den Ausbau erneuerbarer Energien. Diese Kombination führte zu einer Verringerung der Emissionen, ohne dass vergleichbare Kosten entstanden wären. Europa hingegen hat einen strengeren, politikgesteuerten Ansatz verfolgt, der die Preise in die Höhe getrieben und das Wachstum geschwächt hat.

Die tiefere Lehre aus dem Green Deal ist, dass Klimapolitik nicht erfolgreich sein kann, wenn sie die Prinzipien aufgibt, die Europa überhaupt erst wohlhabend gemacht haben: freie Marktwirtschaft, offene Märkte, private Innovation und eine zurückhaltende Regierung. Die Energiewende lässt sich nicht durch Planwirtschaft, Subventionen und politische Vorgaben herbeiführen. Innovation entsteht aus Wettbewerb, Experimentierfreudigkeit und Marktsignalen – nicht dadurch, dass Regierungen technologische Ergebnisse vorschreiben.

This piece originally appeared at TheDailyEconomy.org and has been republished here with permission.

Link: https://cornwallalliance.org/europes-green-deal-is-unraveling/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Europas <em>Green Deal</em> bröckelt erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Energiewende doch erfolgreich? Deutschland im ersten Quartal 2026 wieder Nettostromexporteur

28. Mai 2026 um 06:00

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Sie nutzen jeden Strohhalm: Spiegel, Zeit und andere Organe feiern, daß Deutschland im ersten Quartal 2026 wieder Nettostromexporteur war.

Der Spiegel textet:

Vor allem Windenergie: Deutschland erstmals seit 2023 wieder Strom-Nettoexporteur. Deutschland hat im ersten Quartal wieder mehr Strom ins Ausland verkauft. Und erneuerbare Energien spielen dabei eine große Rolle.

In der EIKE-Redaktionskonferenz fiel gerade der Satz „Fakten spielen beim Klima keine Rolle“. Ja – geht es um Geld & Macht, wird gelogen und gedreht – und die Berufs-Herolde verteidigen ihr Programm bis zur Grenze des Grotesken. Diese Abbildung zeigt klar, was in der Realität tatsächlich geschieht:

Die lila Balken zeigen den grenzüberschreitenden Stromhandel, negative Werte bedeuten, daß Deutschland Strom exportierte. (Vor der Abschaltung der Kernkraftwerke exportierte Deutschland regelmäßig große Strommengen.)
Die kleinen negativen lila Balken rechts in den ersten drei Monaten von 2026 werden vom Spiegel als Beweis der gelingenden Energiewende gefeiert.

Die Windstrommenge (blaßgrün) war aktuell hoch, aber niedriger als in vielen Monaten vergangener Jahre.
Das ganze Bild: Verstromtes Gas (orange) lag mit 11,4 TWh im Januar auf zweithöchstem Wert aller Zeiten, nur der Januar 2017 war höher.

Nachhaltig war das Ganze auch nicht: Im April und Mai sind wir wieder Stromimporteur.

Der Beitrag Energiewende doch erfolgreich? Deutschland im ersten Quartal 2026 wieder Nettostromexporteur erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Volkswagen droht Strafe von 1,7 Milliarden Dollar wegen Nichterreichens der Emissionsziele.

19. Mai 2026 um 17:00

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WUWT, Gastautor Paul Homewood

Die Automobilhersteller stehen unter politischem Druck, auf Elektromobilität umzusteigen, um massive finanzielle Strafen zu vermeiden. Regierungen, insbesondere in Europa, verschärfen die Emissionsvorschriften und zwingen etablierte Marken, ihre Produktions- und Vertriebsmethoden zu überdenken. Für Konzerne wie den Volkswagen-Konzern wird es immer teurer und schwieriger wettbewerbsfähig zu bleiben.

Bericht auf AOL:

Trotz massiver Bemühungen um Elektromobilität kommt VW nicht schnell genug voran, um die regulatorischen Vorgaben zu erfüllen. Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit könnte das Unternehmen nun Strafzahlungen in Höhe von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar kosten. Es ist eine deutliche Erinnerung daran, dass der Übergang zur Elektromobilität nicht so reibungslos und profitabel verläuft wie erwartet.

Im Kern des Problems liegt ein grundlegendes Ungleichgewicht. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind nach wie vor profitabler, während Elektrofahrzeuge für die Reduzierung von Flottenemissionen unerlässlich sind. Beides in Einklang zu bringen, ohne dabei Verluste zu erleiden, ist zu einer der größten Herausforderungen der modernen Automobilindustrie geworden.

Die Volkswagen-Führung hat sich überraschend offen zu der Situation geäußert. Anstatt so zu tun, als sei alles unter Kontrolle, räumen die Manager ein, dass sie vor der Wahl stehen, entweder Verluste mit Elektrofahrzeugen in Kauf zu nehmen oder Strafzahlungen zu leisten. So oder so häufen sich die Kosten.

Warum VW mit hohen Geldstrafen konfrontiert ist

Das Problem liegt in den strengen Emissionsvorschriften der Europäischen Union. Autohersteller müssen flottenweite CO₂-Ziele erreichen, das heißt, jedes verkaufte benzinbetriebene Auto muss durch emissionsärmere Modelle wie Elektrofahrzeuge oder Hybridfahrzeuge kompensiert werden. Werden diese Ziele verfehlt, drohen finanzielle Strafen.

Für den Volkswagen-Konzern könnten zwischen 2025 und 2027 Strafzahlungen in Höhe von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro (etwa 1,7 Milliarden US-Dollar) anfallen. Dabei handelt es sich nicht um eine einmalige Belastung, sondern um eine Zahlung, die sich über mehrere Jahre erstreckt und potenziell jährliche Verluste in dreistelliger Millionenhöhe zur Folge hat. Selbst für ein Unternehmen von der Größe des VW-Konzerns bedeutet dies einen erheblichen Gewinnrückgang.

Das Rentabilitätsproblem der Elektrofahrzeuge

Theoretisch klingt die Lösung ganz einfach: Man muss einfach mehr Elektroautos verkaufen. In der Realität ist es jedoch weitaus komplizierter, da Elektrofahrzeuge – vor allem aufgrund der Batteriekosten und Entwicklungskosten – immer noch weniger rentabel sind als herkömmliche Verbrenner.

VW-Finanzchef Arno Antlitz brachte es auf den Punkt: Das Unternehmen steht im Grunde vor der Wahl zwischen zwei Verlustsituationen: sinkenden Gewinnmargen durch den Verkauf von Elektrofahrzeugen oder Strafen für die Überschreitung von Emissionsgrenzwerten. Solange Elektrofahrzeuge nicht preislich mit Verbrennern gleichziehen, wird dieser Balanceakt anhalten.

Die Kunden kümmern sich zu wenig um die Regulierungen der Politiker.
[Formulierung der Überschrift verdeutlicht – der Übersetzer]

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Verbrauchernachfrage nicht immer mit den regulatorischen Zielen übereinstimmt. Zwar nimmt die Verbreitung von Elektrofahrzeugen zu, aber nicht schnell genug, um die Emissionsziele auf natürliche Weise zu erreichen. Das zwingt die Autohersteller, Elektromodelle stärker zu forcieren, als der Markt es sonst vielleicht zulassen würde.

In Europa machten Elektrofahrzeuge Anfang 2026 etwa 20 % der Neuwagenverkäufe aus. Das ist beachtlich, reicht aber für Unternehmen wie VW noch nicht aus, um ihre Ziele problemlos zu erreichen. Daher verkaufen sie effektiv mehr Elektrofahrzeuge, als der Markt organisch nachfragt.

VWs Elektroauto-Offensive gewinnt weiter an Boden

Fairerweise muss man sagen, dass Volkswagen nicht untätig ist. Das Unternehmen verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum der Elektrofahrzeugverkäufe um über 11 Prozent und lieferte allein im ersten Quartal mehr als 176.000 Elektrofahrzeuge aus. Das ist ein beachtlicher Zuwachs, insbesondere in einem schwierigen Marktumfeld.

In Westeuropa ist mittlerweile etwa jedes fünfte verkaufte VW-Fahrzeug vollelektrisch. Das ist ein deutliches Zeichen für Fortschritt, gleicht aber die Emissionen der übrigen Modellpalette noch nicht vollständig aus, sodass die Rechnung für VW derzeit einfach nicht aufgeht.

Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in der EU hinken den Verkäufen in Großbritannien hinterher – im vergangenen Jahr machten sie 17,4 % der Gesamtverkäufe aus.

https://wattsupwiththat.com/2026/05/11/volkswagen-face-1-7-billion-fine-for-missing-emissions-targets/

Eigene Bemerkung des Übersetzers:

Mir ist unklar, wer das Strafgeld kassiert und was dadurch „am Wetter“ – ähh, Klima verbessert werden kann.

Insgesamt sind die neuen Autos (alleAntriebsarten) sehr teuer geworden, auch in der Wartung und Reparatur. Es geht der Spruch rum, von Mobile-Phones auf Rädern. Überwachung mit „Black-Box und automatische Meldung an Hersteller und Versicherung beinahe immer. Freie Werkstätten nutzen oder gar Selbsthilfe geht kaum noch, durch die Notwendigkeit, einen Hersteller-Zugang zu haben.  Bei vielen Autos müssen inzwischen sogar neue (12V) Batterie „angelernt“ werden.  Mal sehen, wie das in 10 Jahren mit den E-Autos ist. Ich bin froh, ältere Autos zu haben und werde die auch weiterfahren.

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Pressestimmen zu obigem Vorfall,  von E-Auto Befürwortern

Gelockerte CO2-Regeln ersparen vor allem VW Milliarden-Strafe

Insbesondere Volkswagen profitiert von der Lockerung der Emissionsvorgaben durch die EU, zeigen neue Berechnungen von Dataforce und ICCT. Je nach Berechnung hätten die Wolfsburger gemäß den ursprünglichen Regelungen zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro Strafe zahlen müssen – aber auch andere Hersteller wären mit hohen Summen betroffen.

…. Mock schätzt, dass die Hersteller bei der ursprünglichen Regelung bis zu 500.000 E-Autos mehr zugelassen hätten, um die Strafzahlungen zu vermeiden. Das wäre dann in Form von Eigenzulassungen oder mit Rabatten geschehen, hätte also tendenziell etwas Marge gekostet. So bleibt festzuhalten, dass die angepasste Regelung der EU sehr wohl Auswirkungen auf die Bemühungen der Branche hatte, mehr Elektroautos zu verkaufen.

spiegel.de (ICCT-Zahlen), automobilwoche.de (Dataforce-Berechnungen)

https://www.electrive.net/2026/01/26/gelockerte-co2-regeln-ersparen-vor-allem-vw-milliarden-strafe/

 

CO2: Abgeschwächte Grenzwerte ersparen VW eine Milliardenstrafe

BMW dagegen hielt seine CO2-Emissionsziele im Jahr 2025 ein, und das sogar ohne Pool.

 https://insideevs.de/news/785524/abgeschw%C3%A4chte-co2-grenzwerte-milliardenstrafen/

 

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Erneuerbare Energien werden so lange Subventionen benötigen, bis wir die Kohle abgeschafft haben – „Noch zehn Jahre“. sagt unsere Regierung

15. Mai 2026 um 09:00

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Von Jo Nova

Ganz oben auf dem magischen Zauberbaum benötigt die billigste Energieform noch mehr Subventionen. Immer weiter Geld rein damit…

Die australische Energiemarktkommission (AEMC) hat nun stillschweigend eingeräumt, dass sie die Hoffnung aufgegeben hat, dass Wind- und Solarenergie jemals günstiger als Kohle sein werden. Stattdessen sind erneuerbare Energien so wenig wettbewerbsfähig, dass sie weitere zehn Jahre Subventionen benötigen werden – oder so lange, bis das letzte Kohlekraftwerk abgeschaltet wird.

Es ist so aufschlussreich. Früher dachte man vielleicht (oder gab zumindest vor), Subventionen dienten dazu, die unzuverlässigen Generatoren über die Entwicklungshürde zu bringen, damit sie auf dem freien Markt konkurrenzfähig sein könnten. Doch nach 20 Jahren Subventionen gibt es keine neuen Skaleneffekte mehr, auf die man warten könnte. Wir haben den Tiefpunkt der Kosteneffizienzkurve erreicht und befinden uns nun wieder am anderen Ende. Die Kosten steigen, da neue Projekte in noch weiter entlegenere Gebiete verlegt werden müssen und auf den Bau unmöglicher Übertragungsleitungen warten müssen. Die Windräder wurden immer größer, bis es zu einer bösen Überraschung bei den Wartungsrechnungen kam , die die Siemens-Aktien an einem einzigen Tag um 36 % einbrechen ließen.

AEMC vertritt die Ansicht, dass man zu einem freien Markt zurückkehren werde, sobald die Kohlekraftwerke aufgrund massiver staatlicher Subventionen vom Netz gedrängt würden. Sie könnten genauso gut behaupten, dass Wind- und Solarenergie niemals so günstig sein werden wie Kohle.

Wie könnte der neue, unfreie Markt nach dem Kohlezeitalter überhaupt billiger sein als der alte?

Die australische Energiemarktkommission erklärt, dass es so lange Subventionen für grüne Energie geben wird, bis das Land aus der Kohle aussteigt.

Perry Williams, The Australian

Australiens offizieller Energiepolitikberater sagt, dass die staatlichen Subventionen für erneuerbare Energien wahrscheinlich so lange beibehalten werden, wie die Kohleverstromung in Betrieb bleibt, wodurch die Garantieprogramme für mindestens ein weiteres Jahrzehnt gesichert werden.

Es liegt nicht an den erneuerbaren Energien, sondern daran, dass wir einen „geordneten Übergang“ (zu einem erzwungenen, fixierten und unfreien Markt) benötigen:

Die australische Energiemarktkommission erklärte, dass Absicherungsmechanismen erforderlich seien, um einen geordneten Übergang zu grüner Energie zu gewährleisten, wenn die Kohleverstromung aus dem nationalen Stromnetz ausscheidet.

Entschuldigung, haben wir gesagt, die Subventionen würden enden? Wir meinten „vielleicht“.

„Werden wir diese Phase irgendwann überwinden, wenn die Regierungen keine neuen Kraftwerkskapazitäten mehr garantieren? Vielleicht, sobald wir den Kohleausstieg vollzogen und diese Übergangsphase abgeschlossen haben?“, sagte Tim Jordan, Kommissar der AEMC, am Dienstag auf der Citi Australia and New Zealand Investment Conference.

Das ganze Gerede von freien Märkten ist nur eine Illusion:

„Wir können dann zu einem stärker marktorientierten Ansatz zurückkehren, bei dem das zugrunde liegende Nachfragewachstum darüber entscheidet, ob neue Kapazitäten geschaffen werden.“

Herr Jordan sagte, Industrie und Regierung sollten darauf hinarbeiten, dass „Marktprinzipien wieder die Oberhand gewinnen“, sobald der Übergang von Kohle zu erneuerbaren Energien abgeschlossen sei.

Wie nennen wir einen freien Markt, wenn der billigste Konkurrent verboten ist?

Wenn die Subventionen für erneuerbare Energien erst dann enden, wenn die Kohleverstromung vollständig abgeschafft ist, sieht es eher so aus, als ob ihr Hauptziel nicht so sehr die Förderung erneuerbarer Energien, sondern vielmehr die Zerstörung der Kohle gewesen wäre…

https://joannenova.com.au/2025/10/renewables-will-need-subsidies-until-we-get-rid-of-coal-says-government-another-ten-years/

 

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Nicht vergessen: die Eisheiligen stehen vor der Tür!

11. Mai 2026 um 06:00

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Vorschau: Wie werden die fünf Tage vom 11. bis zum 15. Mai auch diesmal ausfallen?

Matthias Baritz, Josef Kowatsch.

  • Seit Jahrhunderten bekannter Kaltluftvorstoß in der Mitte des Monats Mai
  • Die kirchlich festgelegten Eisheiligentage gibt’s tatsächlich
  • Entgegen des allgemeinen Temperaturverlaufs werden die Eisheiligentage sogar kälter
  • Die Eisheiligen halten sich nicht an den wärmenden CO₂-Treibhauseffekt.

Der Mai ist gekommen, die Bäume haben inzwischen alle ausgeschlagen. Ein musikalischer Hörgenuss.

Bekannt ist: Um die Monatsmitte kommt seit Jahrhunderten regelmäßig, aber nicht immer ein Kaltluftvorstoß. Manchmal erscheint der Kälteeinbruch auch erst Tage später oder früher. Auf die letzten vier Jahrzehnte gesehen gleicht sich jedoch alles wieder aus und wir fragen uns, gibts die Eisheiligen überhaupt noch angesichts des vom DWD festgestellten allgemeinen Wärmerwerdens seit 1988? Und wo werden sich diese fünf Tage diesmal im Mai 2026 in der Temperatur-Zeitreihe einordnen?

Dieser Artikel will die Leser einfach bewusst auf diese fünf Tage zur weiteren Naturbeobachtung hinlenken, jeder soll vor seiner Haustür das Wetter beobachten. Und die Eisheiligen finden logischerweise nachts statt, eher nicht am Tage. Deswegen haben wir die Nachttemperaturen in den beiden nächsten Grafiken mit aufgetragen. Und zwar die Schnitte der fünf Tage ergibt jedesmal einen Jahrestemperaturpunkt.

Was sagt die Wetterstation Augsburg für die Voralpenländler?

Abb. 1: Die Eisheiligen Mitte Mai wirken noch und wie!! In einer Zeit der Temperaturzunahme werden diese fünf Tage bei dieser Wetterstation im Voralpenland sogar deutlich kälter. Und zwar alle drei Temperaturkennlinien: Tagsüber (oberer Grafikverlauf) und nächtens (unten).

Und nun zum Deutschlandschnitt:

Abb. 2. In ganz Deutschland wurden die Eisheiligen kälter, allerdings nicht so extrem wie im Voralpenland. Man beachte vor allem die in blau gezeichneten nächtlichen Tmin Temperaturen und die Gleichung. Das (-) davor bedeutet Abkühlung.

Anmerkung: Leider bietet der DWD keinen Schnitt für diese 5 Tage an, nach welchen man schnell eine Grafik zeichnen könnte.

Unser Autor Matthias Baritz hat alle derzeitigen über 2000 DWD-Stationen überprüft auf Tages/Nachttemperaturen und den Gesamtschnitt. Es gibt 540 Stationen, die bereits 1988 schon alle drei Werte bis heute mitgemessen haben. Diese 540 Stationen haben allerdings oftmals ihren Standort verändert, ihre Messeinrichtung sowieso, aber sie sind namentlich wenigstens gleichgeblieben und der DWD bietet für jede eine Tagesdatenreihe an, die man als Originaldaten dieser Stationen bezeichnen kann. Unser Verfasser hat alle 540 Stationen aufsummiert zu einem Deutschlandschnitt, und das auch noch für die Tageshöchst- und die nächtlichen Minimumtemperaturen. Vielen Dank für diese kostenlose Fleißarbeit. Eigentlich eine Aufgabe der bezahlten DWD-Angestellten. Ohne Grafiken kann man nämlich alles behaupten. Was die bezahlten ARD/ZDF Wetterfrösche auch ständig tun. Wer überprüft deren bezahlte Behauptungen schon, außer Autoren bei EIKE? Journalisten auch nicht, diese Leute verbreiten nur Meldungen, ohne Überprüfung auf den Wahrheitsgehalt. Der Deutsche Wetterdienst hat diesmal auf einen Eisheiligen-Vorartikel verzichtet. Dafür sucht er in seiner neuesten Presseveröffentlichung vom 7. Mai nun Teilnehmer für „wirkungsorientierte Hitzewarnungen“.

Kurzauswertung:

Diese fünf Eisheiligentage wurden in Deutschland seit 1988, dem Beginn des Klimawandels bei uns, eindeutig kälter, und zwar vor allem nachts. Die fünf Kirchenheiligen widerlegen somit den CO₂-Treibhauserwärmungseffekt auf ihre eigene, heilige kirchlich und päpstlich abgesegnete Weise. Zumindest für diese fünf Tage. Nach der Theorie der CO₂-Klimakirche hätte es eindeutig wärmer werden müssen seit 1988, und zudem vor allem nachts, was überhaupt nicht Fall ist. Die Theorie des vor allem nächtlichen Wärmerwerdens nach der Treibhaustheorie ist somit falsch, auch wenn der deutsche Physiknobelpreisträger von 2021 Prof. Dr. Klaus Hasselmann diese mitorakelt.

Die KI lobt: Klaus Hasselmann (*1931) ist ein deutscher Klimaforscher, Meteorologe und Ozeanograph, der 2021 den Nobelpreis für Physik erhielt. Er wurde für die Entwicklung von Modellen ausgezeichnet, die den Klimawandel vorhersagen und den menschlichen Einfluss („Fingerabdruck“) nachweisen

Richtig ist: Besonders nachts wurden die fünf Eisheiligentage kälter. Die Modelltheorie eines Klaus Hasselmann mit dem nächtlichen Wärmerwerden ist somit falsch

Vorschlag von uns an die christliche CDU-Politik: In Deutschland sollte wenigstens für die fünf Tage, also vom 11. Bis 15.ten Mai, d.h. bis Freitag (Kalte Sophie) die CO₂-Klimarettungssteuer ausgesetzt werden.

Hinweis: Um den 16. Mai wird es eine Aktualisierung dieses Beitrags mit einer kleinen Auswertung geben!

Josef Kowatsch, Naturbeobachter, aktiver Natur- und Umweltschützer

Matthias Baritz, Naturwissenschaftler und Naturschützer

 

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Ideologie ist wichtiger: „Die wirtschaftliche Unkenntnis der britischen Energiepolitik“

07. Mai 2026 um 15:23

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WUWT, Tilak Doshi

Als Ed Miliband letzte Woche bei der nationalen Wachstumsdebatte der Good Growth Foundation in Westminster ans Rednerpult trat, enttäuschte er sein Publikum nicht. Flankiert von dem Ökonomen, den er seit Langem verehrt, hielt Miliband eine Rede, die als Paradebeispiel für das dienen könnte, was ich andernorts als die „ wirtschaftliche Unkenntnis der britischen Energiepolitik “ bezeichnet habe.

Es wäre jedoch ein Fehler, dies als bloße Dummheit abzutun. Milibands scheinbarer Wahnsinn hat Methode – eine Methode, die er über Jahre in den abgeschotteten Hallen des „woken“ Oxford und der von den Fabianern inspirierten London School of Economics verfeinert hat und die nun durch die missionsbesessenen Theorien von Professorin Mariana Mazzucato vom University College London noch verstärkt wird.

[Die Gründung der London School of Economics and Political Science (LSE) im Jahr 1895 ist eng mit der sozialistischen Fabian Society verbunden. Die Fabian Society ist eine intellektuelle Bewegung, die sich für einen schrittweisen, reformorientierten Sozialismus einsetzt, der durch Forschung, Bildung und politische Einflussnahme erreicht werden soll. – Google]

In dieser Rede – die vom New Statesman erneut veröffentlicht wurde – erklärte Miliband: „Das Zeitalter der Versorgungssicherheit mit fossilen Brennstoffen ist vorbei, und das Zeitalter der Versorgungssicherheit mit sauberer Energie muss nun anbrechen.“ Er würdigte „die Patin der Missionen, Marianna Mazzucato, die sich uns angeschlossen hat“, für das intellektuelle Fundament der Initiative der Labour-Partei für saubere Energie.

Die Mission, die er in der Opposition und nun in der Regierung ins Leben gerufen hatte, bestehe, so Miliband, aus zwei Teilen: dem Übergang zu einem sauberen Stromsystem und der Elektrifizierung so vieler Bereiche wie möglich, während gleichzeitig die gesamte Wirtschaft dekarbonisiert werde. Geprägt von den „Lehren“ aus Russlands Invasion in der Ukraine und der jüngsten Krise um die Schließung der Straße von Hormus, beharrt Miliband darauf, dass Großbritannien seine Bemühungen um Klimaneutralität verstärken, Investitionen in Öl und Gas in der Nordsee hoch besteuern und alles elektrifizieren müsse, während gleichzeitig jegliche neue Exploration und Erschließung heimischer fossiler Ressourcen abgelehnt werde.

Schädliche politische Elite

Dies ist keine Unwissenheit aus Unerfahrenheit. Miliband ist seit fast zwei Jahrzehnten eine zentrale Figur der britischen – und der weltweiten – Klimabewegung. Als Klimaminister unter Gordon Brown trug er maßgeblich zur Verabschiedung des Klimaschutzgesetzes von 2008 bei, der gesetzlichen Grundlage für Großbritanniens selbsternannte Torheit der „ internationalen Klimaführerschaft “. Seitdem war er Schattenminister für Energie und Klimawandel und ist seit Juli 2024 Minister für Energiesicherheit und Klimaneutralität der Regierung.

Seine Handschrift ist bei jeder wichtigen Eskalation unverkennbar: beim rechtsverbindlichen Ziel der Klimaneutralität bis 2050, beim Drängen auf „saubere, heimische“ erneuerbare Energien und bei der gezielten Drosselung der Nordseeproduktion durch Sonderabgaben und regulatorische Hürden. Miliband ist alles andere als ein Neuling, sondern ein erfahrener Stratege , der die Klimaideologie stets über den wirtschaftlichen Realismus gestellt hat. Die Wurzeln dieses Ansatzes liegen in seiner Ausbildung. Miliband studierte Philosophie, Politik und Wirtschaft (PPE) am Corpus Christi College in Oxford, bevor er einen Master in Wirtschaftswissenschaften an der LSE erwarb.

PPE, diese berüchtigte Oxford- und Cambridge-Absolventenschmiede für Generalisten und Politikexperten, steht seit Langem in der Kritik, weil sie zwar redegewandte Akteure hervorbringt, die zwar abstrakte Konzepte und Verfahren des öffentlichen Dienstes fließend debattieren können, aber oft wenig Verständnis für reale Abwägungen und Anreize haben. Der Abschluss gilt als „sicherer Weg an die Spitze“, da er regelmäßig zahlreiche britische Premierminister (darunter Cameron, Truss und Sunak), Kabinettsmitglieder und hohe Beamte hervorgebracht hat.

Fügt man noch das fabianisch-sozialistische Ethos der LSE hinzu – seit Langem eine Wiege der Zentralplanung und des staatlich gelenkten „Fortschritts“ –, hat man den perfekten Nährboden für gelehrte ökonomische Unwissenheit. Es handelt sich hierbei nicht um ein Versäumnis, Wirtschaftswissenschaften zu lernen; es ist vielmehr die aktive Aneignung einer eigentümlichen Strömung, in der die „Rettung des Planeten“ durch eine selbsternannte Expertenklasse vor der Apokalypse des „ globalen Überkochens “ jede banale Überlegung zu Verlässlichkeit oder Opportunitätskosten aussticht.

Hier kommt Mariana Mazzucato ins Spiel, die UCL-Professorin, deren 2021 erschienenes Buch „Mission Economy: A Moonshot Guide to Changing Capitalism“ zur Bibel von Starmers Fünf-Missionen-Programm der Labour-Partei geworden ist. Milibands Lobpreisung als „Mutter der Missionen“ war keine leere Floskel. Mazzucatos Rahmenwerk – ambitionierte staatliche „Missionen“ zur Gestaltung von Märkten, „Richtung“, „sektorübergreifende Zusammenarbeit“ und „öffentlicher Nutzen“ – wurde vollständig übernommen. Starmers Missionen zu Klimaneutralität, Gesundheit, Bildung und anderen Bereichen spiegeln ihren Aufruf an die Regierung wider, von der „Behebung von Marktversagen“ zur aktiven Schaffung von Märkten durch ambitionierte „Mondlandungs“-Projekte überzugehen.

Kritiker von Prof. Mazzucato, darunter Ökonomen wie Alberto Mingardi im City Journal und Michael D. Thomas in The Independent Review , bezeichnen ihre Arbeit als Beispiel für den „Nirvana-Trugschluss“: Sie vergleicht unvollkommene Märkte der realen Welt mit einem idealisierten, allwissenden Staat, der frei von Profit-Verbesserung, bürokratischer Vereinnahmung oder Koordinationsfehlern ist. Ihre Beweisführung ist selektiv – sie überbewertet die Rolle des Staates bei Innovationen wie dem Mobiltelefon, während sie staatliche Verschwendung, politisches Kurzfristdenken und das Wissensproblem, vor dem Friedrich Hayek in seiner Kritik an der „ fatalen Anmaßung “ der Zentralplanung warnte, herunterspielt .

Mazzucatos Jargon – „Missionen“, „Mondlandungen“, „kollektive Intelligenz“ – ist keine neutrale Rhetorik. Er bildet das sprachliche Gerüst einer Weltanschauung, in der Experten in Weißbüchern und Regierungsinstituten es besser wissen als Preissignale, Verbraucherentscheidungen oder unternehmerische Entdeckungen. Miliband und Starmer zitieren sie nicht als Ökonomin mit überprüfbaren Hypothesen, sondern als Meinungsbildnerin, deren Narrativ dem Zeitgeist der Klimadebatte entspricht.

Seit 2023 ist Prof. Mazzucato eine wichtige technische Beraterin der barbadischen Premierministerin Mia Mottley und hat gemeinsam mit ihr zwei bedeutende Berichte zur inklusiven und nachhaltigen Entwicklung von Barbados verfasst. Ein zentraler Bestandteil der Regierungsarbeit ist die Bridgetown-Initiative , die Mottley 2022 ins Leben rief und zu deren Gründungsmitglied Mazzucato eingeladen wurde. Die Initiative fordert die Vereinten Nationen auf, klimaanfälligen kleinen Inselentwicklungsländern (SIDS), die angeblich existenziell durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind, einen besseren Zugang zu Schadensfinanzierung und Klimafinanzierungsmechanismen zu gewähren.

Das Klimanarrativ steht über allem

Die Wirtschaftswissenschaft befasst sich mit der Bewertung von Alternativen unter Berücksichtigung von Knappheit, also Opportunitätskosten, und den Abwägungen zwischen verschiedenen politischen Entscheidungen der Regierung. Wird der Klimawandel zu einer existenziellen Notwendigkeit erhoben, verschwinden Abwägungen per Dekret. Es zählt nur noch eine Chance („Dekarbonisierung“) und nur noch ein Kostenfaktor („Dekarbonisierung“). Zulässig sind ausschließlich Maßnahmen, die die Dekarbonisierung beschleunigen, ungeachtet der Kosten für Haushalte, Arbeitsplätze oder Wirtschaftswachstum. Nirgendwo wird dies deutlicher als in der britischen Energiepolitik. Miliband beharrt darauf, dass erneuerbare Energien „einheimisch“, „sauber“ und obendrein „billiger“ seien und Großbritannien so vor den schwankenden globalen Preisen für fossile Brennstoffe schützten.

Doch keine dieser Behauptungen hält einer genauen Prüfung stand. Solar- und Windkraftkomponenten werden überwiegend in China gefertigt, dessen Kohlekraftwerke die gesamte globale Lieferkette – vom Abbau seltener Erden bis zur Polysiliziumraffination – stützen. Die Vision einer „Supermacht für saubere Energie“ basiert auf Pekings zuverlässiger Produktion unter Einsatz „schmutziger“ Energie. Großbritannien verfolgt verschiedene Initiativen zur Rückverlagerung der Produktion ins Inland, um eine „Renaissance der Fertigung“ im Bereich sauberer Energien herbeizuführen. Die meisten davon sind, gelinde gesagt, realitätsfern (erinnern wir uns an Boris Johnsons Prahlerei, Großbritannien zum „Saudi-Arabien der Windenergie“ zu machen?). Es gibt keine großen britischen Originalgerätehersteller (OEMs). Turbinen werden nach wie vor von ausländischen Unternehmen (Vestas, Siemens Gamesa, GE Vernova) entwickelt und größtenteils geliefert. Eine von Grund auf neu entwickelte „britische Windkraftanlage“ würde enorme Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen, Kapital und einen Umfang erfordern, der derzeit nicht vorhanden ist.

Bei jeder umfassenden Analyse der Herstellung erneuerbarer Energien zeigt sich, dass der Abbau und die Raffination von Mineralien und Seltenen Erden, die für die Produktion von Komponenten in Solar-, Wind- und Batterietechnologien benötigt werden, alles andere als sauber sind. Der Mythos der „billigen“ erneuerbaren Energien wurde unzählige Male widerlegt, obwohl endlose Debatten über Systemkosten und die Unzuverlässigkeit der Verfügbarkeit in der energiepolitischen Literatur immer wieder geführt werden. Die eigentliche Herausforderung für alle Länder, die sich der Klimaneutralität verschrieben haben, besteht jedoch darin, wie lange staatliche Subventionen für erneuerbare Energien einerseits und hohe Steuern auf fossile Brennstoffe andererseits durchgehalten werden können, bevor die Wähler gegen die hohen Energiekosten protestieren und bevor die Finanzexperten die Kreditwürdigkeit des Landes auf den internationalen Kreditmärkten unter Beweis stellen.

Unterdessen haben hohe Steuern auf Investitionen in der Nordsee den Niedergang eines Sektors beschleunigt, der Großbritannien nach wie vor Energiesicherheit und Steuereinnahmen sichert. IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol – der sich zuvor in öffentlichen Treffen mit US-Energieminister Chris Wright hinsichtlich seiner ablehnenden Haltung gegenüber fossilen Brennstoffen reumütig geäußert hatte – schließt sich erneut Milibands Meinung an. Da keine neuen Öl- und Gasinvestitionen nötig seien, weil die Nachfrage sinken und Investitionen ungenutzt bleiben würden, rät Birol Großbritannien, trotz des Drucks auf einen Großteil seiner potenziellen Nordsee-Expansion zu verzichten.

In Anbetracht der Energiekrise, die durch den russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 ausgelöst wurde, und nun angesichts der Hormuz-Krise, äußerte sich Fatih in einem Exklusivinterview mit dem Guardian wie folgt:

„Erneuerbare Energien und Kernenergie werden einen deutlichen Aufschwung erleben, und der Trend hin zu einer stärker elektrifizierten Zukunft wird sich fortsetzen… Und das wird die Hauptmärkte für Öl beeinträchtigen… Das Kind ist in den Brunnen gefallen, der Schaden ist angerichtet – es wird sehr schwierig sein, die Scherben wieder zusammenzusetzen. Dies wird die globalen Energiemärkte auf Jahre hinaus nachhaltig prägen.“

Was Netto-Null für Großbritannien bedeutet

Das kumulierte BIP-Wachstum Großbritanniens seit 2008 hinkt dem der USA und sogar einem Großteil der EU hinterher, wie Jon Moynihan in seinem zweibändigen Werk „ Return to Growth: How to Fix the Economy“ detailliert darlegt. Während die USA dank der Schiefergasrevolution und marktorientierter Innovationen einen Boom erlebten, litt Großbritannien unter Deindustrialisierung, Energiearmut und politisch bedingter Stagnation .

Massive staatliche Investitionen in Forschung und Entwicklung grüner Innovationen – ganz im Sinne von Prof. Mazzucatos Forderung nach „Mondlandungsmissionen“ – erweisen sich bei wirtschaftlicher Prüfung als unzureichend. Milibands Investition von 22 Milliarden Pfund in die CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS) – eine unerprobte und extrem teure Technologie – verdeutlicht diese Selbstüberschätzung. Genau diese Industriepolitik propagiert Mazzucato: Der Staat wählt die „Gewinner“ aus, während er die Risiken sozialisiert und die Gewinne an Günstlinge privatisiert.

Private Unternehmen wie Google und SpaceX sind oft dort führend, wo der Staat hinterherhinkt. Staatliche Forschungs- und Entwicklungssubventionen begünstigen Vetternwirtschaft – Unternehmen können leichter Subventionen ergattern, als sich im Wettbewerb zu behaupten. Bürokratische Gremien können das breit gefächerte Wissen realer Märkte nicht abbilden. Die Kernfusion beispielsweise bleibt immer noch „ 50 Jahre entfernt “, und die Geschichte ist voll von gescheiterten Projekten staatlich gelenkter Innovationen. Milibands Ansatz spiegelt die Arroganz dieses Planers in Reinkultur wider.

Lenins nützliche Idioten

Das eigentliche Problem ist emotionaler, nicht intellektueller Natur. Wie ein treffender Beitrag auf X feststellt, leidet Ed Miliband unter einem „Retterkomplex“. Berater mit wirtschaftlichen Kenntnissen werden ignoriert, weil die Mission messianisch anmutet: Großbritannien muss weltweit eine Führungsrolle im Klimaschutz übernehmen, koste es, was es wolle. Diese anerzogene Ignoranz ist in den progressiven Regierungen der angelsächsischen Welt weit verbreitet – von Ottawa über Canberra bis Brüssel. Sie halten unbeirrt am Netto-Null-Dogma fest, während die Energiepreise explodieren, Industrien abwandern und die Wähler an der Wahlurne rebellieren.

Mazzucatos Ideen bieten die perfekte intellektuelle Tarnung. Ihre Visionen versprechen einen zielgerichteten Kapitalismus ohne die unschönen Realitäten von Fehlanreizen, bürokratischem Versagen oder unbeabsichtigten politischen Folgen. Sie stellen das „Gemeinwohl“ über Gewinn und Verlust und ermöglichen es Politikern, sich als Visionäre zu inszenieren, während sie gleichzeitig bürokratische Macht und Unternehmenssubventionen festigen. Damit dienen sie einer größeren Agenda: dem Klimaschutz als trojanisches Pferd für eine Ausweitung der staatlichen Kontrolle über die Wirtschaft.

Lenin bezeichnete die westlichen Intellektuellen, die mit den Bolschewiki sympathisierten, bekanntlich als „nützliche Idioten“ – naive Mitläufer, die der revolutionären Gewalt Glaubwürdigkeit verliehen. Die Grünen scheinen nun ihre eigenen Kader nach dem Vorbild Mazzucatos gefunden zu haben: hochqualifizierte, sprachlich versierte Ökonomen, deren gelehrte Unwissenheit einer Politik intellektuelle Legitimität verleiht, die die Arbeiterklasse verarmt, das Wachstum hemmt und Günstlinge bereichert.

Man könnte sie Mazzucatos Idioten nennen. Sie sind für die Netto-Null-Agenda unverzichtbar, gerade weil sie ideologischen Eifer in die Sprache wirtschaftlicher Raffinesse kleiden. Großbritannien verdient Besseres. Solange die politischen Entscheidungsträger nicht die Demut der klassischen politischen Ökonomie wiederentdecken – die Abwägungen, die Grenzen staatlichen Wissens und Handelns sowie die überlegene Informationsverarbeitungskapazität wettbewerbsorientierter Märkte anerkennen –, wird Milibands vermeintlicher Wahnsinn weiterhin zu höheren Rechnungen, geringerem Wachstum und Energieunsicherheit führen, die als Klimaschutz und moralischer Triumph verkleidet sind.

Die Mission besteht, wie sich herausstellt, nicht darin, den Planeten zu retten. Sie besteht darin, den Kapitalismus nach dem Vorbild des Verwaltungsstaates umzugestalten. Und die Rechnung wird, wie immer, von den einfachen Briten bezahlt werden.

Eine Version dieses Artikels wurde zuerst im Daily Sceptic veröffentlicht: https://dailysceptic.org/2026/04/29/milibands-favourite-economist-doesnt-understand-how-markets-work/

Dr. Tilak K. Doshi ist Energieredakteur des Daily Sceptic . Er ist Wirtschaftswissenschaftler, Mitglied der CO₂- Koalition und war (bisher abgesetzter) Autor für Forbes . Folgen Sie ihm auf Substack und X.

https://wattsupwiththat.com/2026/05/01/from-tilaks-substack/

 

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Rekordnegativpreise an der Strombörse dank Photovoltaik

02. Mai 2026 um 13:00

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Dr. Ing. Ernst-Jürgen Niemann

mit freundlicher Genehmigung von https://klimanachrichten.de/,

Am Sonntag 26.04.2026 wurde ein neuer Niedrig-Großhandelspreis-Rekord an der Börse erzielt. Dank Photovoltaik (PV) wurde in der Stunde von 14:00 bis 15:00 zu -41,3 ct/kWh (Minus!) gehandelt. Die PV Produktion betrug 39203 MWh bei einer Netzlast von 42555 MWh. Über die Dauer von 10:00 bis 17:00 waren die Preise negativ. Auch an den Vortagen gab es negative Preise. In der nachfolgenden Grafik ist der Zusammenhang zwischen PV  und negativen oder nahe Null Börsenpreisen eindeutig erkennbar.

Dass durch den Einfluss von PV der ganze Kraftwerkspark Strom erzeugt, der an der Börse wertlos ist oder sogar gegen hohe Kosten entsorgt werden muss, ist nicht gesund. Irgendwie müssen ja die Kosten reingeholt werden, soweit sie nicht durch Subventionen abgedeckt sind. Vermutlich ergeben sich dadurch die relativ hohen Grosshandelspreise nachts. Und dabei hatten wir am 26.04. noch lange nicht Sonnenhöchststand und die längste Tageslichdauer. Am geographischen Mittelpunkt Deutschlands wird die Sonne noch bis zur Sommerwende um 10 ° steigen und die Tageslichtdauer um 2 Stunden länger werden. Das kann also noch viel schlimmer werden.

Dass der Einfluss von PV auf den Strommarkt bereits kritisch ist, ist offensichlich. Umso verwunderlicher ist, dass die Regierung weiterhin den ungeregelten Zubau von netzgekoppelten PV subventioniert.

Quelle: SMARD, Bundesnetzagentur

Rekordnegativpreise an der Strombörse dank Photovoltaik

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Energiepolitik in Europa: Mit Vollgas an die Wand!

29. April 2026 um 13:00

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Evert Doornhof

Was macht man, wenn man merkt, dass man in die falsche Richtung fährt? Man tritt auf die Bremse, oder? In Europa ist das nicht der Fall. Stattdessen reagieren die europäischen Staats- und Regierungschefs mit noch mehr Gas und setzen auf eine Energiewende, die noch schneller, ehrgeiziger und radikaler ist. Unterdessen häufen sich die Probleme. Ein Überblick über die wichtigsten Fakten lässt einen verzweifelt fragen: Warum tritt niemand auf die Bremse?

Die Signale in Europa sind glasklar. Die Energiepreise sind strukturell höher als in den Vereinigten Staaten; das Stromnetz kommt zum Erliegen; die Industrie verlässt Europa; und die Abhängigkeit von Importen wächst. Das sind keine Einzelfälle. So funktioniert das System. Und dennoch hallt es aus Brüssel und Den Haag unverdrossen: Lasst uns den Prozess beschleunigen!

Die Energiepreise in Europa liegen strukturell deutlich höher als in den USA, was eine direkte Folge politischer Entscheidungen ist. Quelle: Europäische Kommission (Draghi-Bericht, 2024), basierend auf Daten von Eurostat, EIA und CEIC (angepasst).

Das ist nicht Pech, sondern Politik

In den letzten Jahren hat sich Europa bewusst dafür entschieden:

• Kernkraftwerke stillzulegen

• die heimische Gasförderung auslaufen zu lassen

• zuverlässige Energiequellen durch wetterabhängige Alternativen zu ersetzen

Dies ist keine technische Entwicklung, sondern eine politische Entscheidung. Diese Entscheidung basiert auf der Annahme, dass es eine Klimakrise gibt, die schnelle und drastische Maßnahmen erfordert. Diese Annahme ist jedoch keineswegs sicher – und wird selten ernsthaft hinterfragt. Unsere Weltklima-Deklaration (WCD) – die mittlerweile von 2.062 Experten unterzeichnet worden ist – stellt ausdrücklich fest, dass es keine Klimakrise gibt, die diese Politik rechtfertigt. Damit entfällt auch die Notwendigkeit einer überstürzten Energiewende.

Frankreich vs. Deutschland: Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Innerhalb Europas ist die Lage eindeutig. Frankreich hat sich für die Kernenergie entschieden mit folgenden Konsequenzen: Rund 70 % des Stroms werden in Kernkraftwerken erzeugt; das System ist stabil und berechenbar, und die CO₂-Emissionen pro kWh sind gering.

Deutschland hingegen entschied sich für die Energiewende, in deren Rahmen Kernkraftwerke stillgelegt sowie Hunderte Milliarden in Wind- und Solarenergie investiert worden sind. Die Energiepreise sind höher als in Frankreich und – ironischerweise – ebenso die CO₂-Emissionen.

Selbst innerhalb der Logik der Klimapolitik ist die Schlussfolgerung unbequem: Deutschland schneidet schlechter ab als Frankreich, und das bei deutlich höheren Kosten. Das ist kein subtiler Unterschied. Es ist ein grundlegendes Versagen der Politik.

CO₂-Intensität der Stromerzeugung in Frankreich und Deutschland (2017). Frankreich erzeugt strukturell saubereren und stabileren Strom als Deutschland – Quelle: Environmental Progress, basierend auf Daten des Fraunhofer ISE und von RTE.

Aktuelle Zahlen bestätigen, dass dieser Unterschied nach wie vor besteht: Frankreich emittiert etwa 20–30 g CO₂/kWh, während Deutschland etwa 300 g CO₂/kWh emittiert (Quelle: RTE France, Ember, Fraunhofer ISE).

Die Strompreise entsprechen der Energiepolitik: Deutsche Haushalte zahlen etwa doppelt so viel wie französische Haushalte. Quelle: Eurostat (2024).

Der Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland zeigt, dass die Energiepolitik tatsächlich eine Rolle spielt. Frankreich hat sich für die Kernenergie entschieden und verfügt über ein stabiles System mit geringen Emissionen und relativ moderaten Preisen. Deutschland hat seine Kernkraftwerke stillgelegt und Hunderte von Milliarden in Wind- und Solarenergie investiert und sieht sich nun mit höheren Preisen, einer größeren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und sogar höheren CO₂-Emissionen pro kWh konfrontiert. Zwei Länder, zwei Entscheidungen, zwei Ergebnisse.

Was die Leute lieber nicht erwähnen

Die Schattenseiten der Energiewende werden in Europa nach wie vor bemerkenswert wenig thematisiert. Beispiele hierfür sind:

• Wochenlange Phasen ohne Sonne und Wind

• Die Reserveversorgung mit fossilen Brennstoffen bleibt notwendig

• Daher ist eine doppelte Infrastruktur erforderlich

• Das Stromnetz steht unter enormem Druck

• Wir bleiben von Rohstoffen und Bergbau abhängig

• Die Beeinträchtigung von Landschaft und Natur

Das sind keine Randthemen. So funktioniert das System. Doch wer darauf hinweist, wird schnell als „auf der falschen Seite der Debatte“ stehend abgestempelt.

Der Trugschluss

Europa versucht, ein stabiles Energiesystem durch ein instabiles zu ersetzen. Und es glaubt, dieses Problem lösen zu können, indem es den Ausbau noch schneller vorantreibt. Das ist keine Strategie. Das ist Sturheit. Unser Direktor Marcel Crok stellt dazu fest: „Nachhaltig“ ist nicht automatisch eine Lösung.

Die Alternative

Im Jahr 2019 legte Clintel den europäischen Staats- und Regierungschefs die Weltklimadeklaration vor. Die Botschaft war klar:

• Es gibt keine Klimakrise

• und daher keinen Grund für Panikmaßnahmen

• Der Schwerpunkt sollte auf zuverlässiger und bezahlbarer Energie liegen

Hätte Europa diesen Rat befolgt, hätte es heute wahrscheinlich ein stabileres Energiesystem mit niedrigeren Energiepreisen, weniger Problemen im Stromnetz und nicht zuletzt einer stärkeren Industrie.

Zudem hätte die Kernenergie als Rückgrat dienen können, während heimisches Gas als strategischer Puffer und erneuerbare Energien als Ergänzung statt als Grundlage hätten dienen können.

Die wahren Kosten werden langsam immer offensichtlicher

Der Abstand zu den Vereinigten Staaten vergrößert sich. Schließlich profitieren die USA von günstigen Energiepreisen, einer starken Industrie und damit von einem höheren Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig hat Europa mit hohen Energiepreisen zu kämpfen, verliert seine Industrie und hinkt wirtschaftlich hinterher.

Dies zeigt sich in der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in den USA im Vergleich zur EU. Der Energiepreis spielt dabei eine entscheidende Rolle. Das ist kein Zufall. Das ist Politik. Und Politik hat Konsequenzen.

Günstige Energie und die Politik machen den Unterschied – die USA wachsen weiter, Europa hinkt hinterher. Quelle: IWF WEO (Bearbeitung).

Die Krise Europas besteht nicht darin, dass die Energiewende nicht schnell genug voranschreitet. Die Krise besteht vielmehr darin, dass die gesamte Politik losgelöst von der physischen und wirtschaftlichen Realität ist. Dennoch treten die Politiker in Brüssel und in den europäischen Hauptstädten weiterhin das Gaspedal durch und rasen mit voller Geschwindigkeit auf die Wand zu.

Eine Version dieses Artikels wurde zuvor auf theliberum.com veröffentlicht.

Evert Doornhof ist seit langem in der Finanzwelt in kaufmännischen und leitenden Funktionen tätig. Nach der COVID-Pandemie änderte er seinen Kurs, als er beobachtete, wie schnell persönliche Freiheiten eingeschränkt werden können. Er setzt sich nun dafür ein, Licht in Krisen zu bringen, die künstlich herbeigeführt oder übertrieben erscheinen. Unter anderem ist er bei der Clintel Foundation aktiv, wo er die Social-Media-Kanäle betreut und mehrere Artikel verfasst hat.

Link: https://clintel.org/european-energy-policy-full-speed-towards-the-wall/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Energiepolitik in Europa: Mit Vollgas an die Wand! erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Nachhaltigkeit ist das Problem, nicht die Lösung

28. April 2026 um 16:00

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Marcel Crok

In den letzten Wochen war in Europa immer wieder zu hören, dass wir uns aufgrund des Krieges im Iran nicht in einer derart prekären Lage befinden würden, hätten wir uns nur entschlossener auf „erneuerbare“ Energiequellen konzentriert. Aber stimmt diese Behauptung? Der niederländische Wissenschaftsjournalist und Clintel-Direktor Marcel Crok vertritt die gegenteilige Ansicht: Gerade Europas Fixierung auf Klimapolitik und CO₂-Reduzierung hat uns verwundbar gemacht und zu dem aktuellen Energie-Chaos beigetragen.

„Die grünen Spinner hatten recht“ – so lautete der Titel des Kommentars, den Mathijs Bouman, Chefökonom der NPO (der niederländischen „BBC“), als Reaktion auf den Krieg im Iran in der niederländischen Zeitung FD (Financial Daily) veröffentlichte. „Es waren genau diese grünen Spinner und nachhaltigen Träumer, die recht hatten. Wir hätten viel schneller auf Solar-, Wind- und Wasserstoffenergie sowie Batterien umstellen sollen, genau wie sie es gesagt haben. Dann wären die Niederlande heute weniger anfällig“, schrieb Bouman.

Ähnliche Stimmen waren in den Niederlanden in den letzten Wochen häufig zu hören, z. B. von Politikern wie Premierminister Rob Jetten und Henri Bontenbal (Vorsitzender der Christdemokratischen Partei) sowie von Kim Putters, dem Vorsitzenden des SER (Sozial- und Wirtschaftsrat).

Der niederländische Wettermoderator Gerrit Hiemstra ist kürzlich auf seinem Bluesky-Account zu weit gegangen. „Sollen sie doch einfach die gesamte Ölindustrie in Schutt und Asche legen. Das wird den Übergang zu erneuerbaren Energien massiv beschleunigen“, schrieb er. Als jemand darauf hinwies, dass dies viele Todesopfer fordern würde, antwortete Hiemstra kühl: „Das wird ohnehin die Folge des Klimawandels sein.“

Sie alle sagen dasselbe: Hätten wir unsere Energieversorgung nur früher nachhaltig gestaltet, wären wir heute nicht so abhängig von Öl und Gas aus dem Nahen Osten. Es ist der vorhersehbare Reflex dessen, was Bouman selbst als „grüne Spinner“ bezeichnet. In der öffentlich-rechtlichen Fernsehsendung „Ongehoord Nieuws“ wurde ich eingeladen, auf diese Behauptung zu reagieren. Mein Hauptargument war einfach: Die Niederlande und Europa sind genau deshalb in dieses Chaos geraten, weil wir uns auf den Klimawandel fixiert, CO₂ als den Hauptbösewicht und Solar- und Windenergie als die einzig akzeptable Lösung betrachtet haben.

Vor allem aufgrund dieser Klima-Hysterie haben die Niederlande die Gasförderung aus dem riesigen Groningen-Feld vollständig eingestellt (leichte Erdbeben in der Region, die Schäden an Häusern verursachten, spielten ebenfalls eine Rolle). England hat alle seine Kohlekraftwerke stillgelegt, Deutschland hat seinen gesamten Kernkraftwerkspark ausgemustert, und Belgien hat mehrere seiner Kernreaktoren geschlossen. Das Fracking zur Gewinnung von Schiefergas wurde praktisch in ganz Europa verboten. Heute produziert die EU nur noch 5 % ihres Erdgases und lediglich 10 % ihres Öls selbst. Als direkte Folge davon ist Europa gefährlich abhängig von Importen aus Norwegen, Russland, dem Nahen Osten und den Vereinigten Staaten geworden.

China

Übrigens ist es eine Illusion zu glauben, dass Solar- und Windenergie Europa weniger abhängig von ausländischen Mächten machen würden. Die Rohstoffe und Komponenten für Windkraftanlagen und Solarmodule stammen überwiegend aus China, was bedeutet, dass Europa durch den Einsatz erneuerbarer Energien lediglich eine Form strategischer Abhängigkeit gegen eine andere eintauscht.

Ein drittes, oft übersehenes Problem ist, dass die Herstellung von Windkraftanlagen und Solarmodulen enorme Mengen an fossilen Brennstoffen – insbesondere Kohle – erfordert. In einer überzeugenden Analyse mit dem Titel „Renewables Are Not Renewable“ zeigt der amerikanische Forscher Roger Pielke Jr., dass unter ambitionierten Netto-Null-Strategien, die stark auf den Ausbau von Solar- und Windenergie setzen, die mit deren Produktion und Lieferketten verbundenen Treibhausgasemissionen bis 2030 auf 1.540 Megatonnen steigen könnten – was in etwa den jährlichen Gesamtemissionen von Deutschland, Frankreich und UK entspricht. Bis 2050 könnten diese Emissionen 4.000 Megatonnen erreichen, was den heutigen gesamten CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in den Vereinigten Staaten entspricht oder etwa 10 % der derzeitigen globalen energiebezogenen CO₂-Emissionen ausmacht.

Schiefergas

Die Vereinigten Staaten gehören zu den wenigen Ländern weltweit, die vom Krieg im Iran weitgehend verschont geblieben sind. Dank der Schiefergas-Revolution, die dort 2010 begann, ist Amerika völlig autark geworden und verfügt sogar über Produktionsüberschüsse für den Export. Eine Sendung von RTL Nieuws (einem kommerziellen niederländischen Fernsehsender) aus dem Jahr 2013 enthält folgenden Kommentar: „In den Niederlanden haben wir uns noch nicht entschieden: ob wir nach Schiefergas bohren sollen oder nicht. Wasserversorger warnen vor möglichen Umweltschäden. Aber in Amerika gibt es einen starken Vorstoß für neue Wege der Gas- oder Ölförderung. Dort sagt man: Es macht unser Land reicher und sicherer. Denn in wenigen Jahren werden die USA keinen einzigen Tropfen Öl mehr aus dem Nahen Osten importieren. Und das hat Konsequenzen für die Weltpolitik.“ Das waren wahrlich vorausschauende Worte!

Dreizehn Jahre später ist Amerika tatsächlich reicher und sicherer als Europa. Wir sind nicht nur stark von Importen abhängig geworden, sondern das Energiesystem, das wir selbst aufgebaut haben – mit einem starken Schwerpunkt auf Strom aus Solar- und Windenergie – ist teuer und ineffizient. Die „grünen Spinner“ betonen, dass die Kosten für ein Solarmodul weiter gesunken sind. Vielleicht, und zum Teil, liegt das an der Verlagerung der Produktion nach China. Aber es geht nicht um die Kosten eines Moduls; es geht um die Gesamtkosten des Stromnetzes. Und diese Kosten sind astronomisch. Der bekannte dänische Umweltökonom Bjorn Lomborg zeigt regelmäßig die folgende Grafik, die verdeutlicht, dass Länder mit reichlich Sonne und Wind immer hohe Strompreise haben. Günstige Solar- und Windenergie gibt es schlichtweg nicht!

Der Hauptgrund dafür ist, dass bei einem hohen Anteil an Strom aus Solar- und Windenergie Angebot und Nachfrage nicht richtig ausgeglichen werden können. Wenn ausreichend Wind und Sonne vorhanden sind, erzeugen Länder wie die Niederlande, Deutschland, England und Dänemark bereits viel zu viel Strom. Windkraftanlagen müssen abgeschaltet werden, und die Betreiber erhalten dafür eine Entschädigung. In Deutschland beläuft sich dies bereits auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr. Der wichtigste Punkt ist jedoch, dass die Netzbetreiber das Netz drastisch ausbauen müssten, um die Spitzen bei Solar- und Windenergie aufzufangen.

Damit sind astronomische Kosten verbunden. In den Niederlanden räumte TenneT (der nationale Netzbetreiber) im vergangenen Jahr ein, dass hierfür etwa 200 Milliarden (!) Euro erforderlich wären. Kürzlich wurde jedoch ein Bericht von Netbeheer Nederland veröffentlicht, wonach die Kosten (die dort euphemistisch als „Investitionen“ bezeichnet werden) für den Zeitraum 2026–2040 sogar 269 Milliarden Euro erreichen könnten. Das sind 32.000 Euro pro Haushalt (in den Niederlanden gibt es 8,4 Millionen Haushalte). Dabei handelt es sich ausschließlich um die Kosten für die Infrastruktur, und diese Kosten resultieren in erster Linie aus den enormen Schwankungen bei Solar- und Windenergie, die ins Netz eingespeist werden müssen. Als Bürger erhält man dafür nicht einmal eine einzige Kilowattstunde Strom. Kein Politiker spricht offen über diese Kosten, die für die überwiegende Mehrheit der Haushalte unmöglich zu tragen sind.

Deutschland

Ironischerweise beginnen in Deutschland – dem Land, in dem die Energiewende fast schon mit religiösem Eifer umgesetzt worden ist – prominente Politiker, ihre Positionen zu revidieren. In den letzten Wochen hat insbesondere Energieministerin Katherina Reiche bemerkenswerte Äußerungen getätigt, zunächst auf einer Konferenz in den USA und anschließend in einem leidenschaftlichen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Auf einer Öl- und Gaskonferenz in Houston (CERAWeek) sagte sie, die EU solle nicht starr an „100-Prozent-Lösungen“ festhalten. Dies ist das erste Mal, dass eine prominente europäische Politikerin die Klimaziele selbst in Frage gestellt hat.

Kurz darauf veröffentlichte sie in der FAZ einen ausführlichen Gastbeitrag mit der unmissverständlichen Überschrift „Schluss mit der Selbsttäuschung in der Energiepolitik!“. „Ja, Wind und Sonne sind kostenlos. Aber das Gesamtsystem ist es ganz sicher nicht: EEG-Kosten, Kapazitätsreserven, Netzreserven, Redispatch-Kosten, Netzzuschüsse, Subventionen zur Senkung der Energiepreise – all das summiert sich zu Systemkosten von mehr als 36 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind 430 Euro für jeden Deutschen“, sagte Reiche. Und: „Eine wichtige Tatsache wurde viel zu lange verschwiegen: Eine Energiewende, welche die Systemkosten ignoriert, wird das Land ruinieren, das sie angeblich retten will.“ Ich glaube nicht, dass unsere niederländische Ministerin für Klima und Energie Stientje van Veldhoven dies in nächster Zeit in niederländischen Zeitungen wie der progressiven „de Volkskrant“ oder dem „NRC“ zugeben wird.

Am Ende ihrer Ausführungen fasste Reiche diese wie folgt zusammen: „Lassen Sie mich eines klarstellen: Ich unterstütze die Energiewende voll und ganz. Erneuerbare Energien werden zum Rückgrat unserer Stromversorgung werden. Zum großen Teil sind sie das bereits heute. Aber ich bleibe realistisch. Klimaschutz ohne Bezahlbarkeit ist politisch nicht tragfähig. Und Klimaschutz ohne Versorgungssicherheit ist strategisch kurzsichtig. Wir dekarbonisieren – aber nicht auf Kosten der Deindustrialisierung. Wir modernisieren – aber nicht, indem wir Haushalte und Unternehmen übermäßig belasten.“

Hier spricht eine echte Politikerin. Würde sie laut sagen, dass sie gegen die Energiewende ist, würde sie sich zu viele Feinde machen. Doch ihre Analyse ist scharfsinnig und stichhaltig: Der Weg, den Deutschland eingeschlagen hat, ist eine Sackgasse. Das sind kleine Hoffnungsschimmer in einer Zeit, in der Europa mit seiner Klima- und Energiepolitik nichts anderes tut, als wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen. Europa braucht nicht mehr Nachhaltigkeit, sondern weniger, und genau wie die USA es seit 2010 tun, muss es schnell damit beginnen, an seiner eigenen Öl- und Gasförderung zu arbeiten.

This article was published first in Dutch on the platform Indepen on 20 april 2026.

Marcel Crok

Marcel Crok ist ein niederländischer Wissenschaftsjournalist, der seit einem preisgekrönten Artikel über die berüchtigte „Hockeyschlägerkurve“ im Jahr 2005 hauptberuflich über die Klimadebatte und Klimapolitik schreibt. Er veröffentlichte zwei Bücher auf Niederländisch („De Staat van het Klimaat“ (Der Zustand des Klimas)) und war Mitautor des Buches Ecomodernisme (Ecomodernismus). Zusammen mit dem britischen unabhängigen Forscher Nic Lewis verfasste er einen umfassenden Bericht über die Klimasensitivität mit dem Titel „A Sensitive Matter“. Er wurde von der niederländischen Regierung gebeten, als Fachgutachter für den IPCC-AR5-Bericht zu fungieren. Gemeinsam mit den niederländischen Klimainstituten KNMI und PBL gründete Crok die internationale Diskussionsplattform „Climate Dialogue“.

Im Jahr 2019 gründeten Crok und der emeritierte Professor Guus Berkhout die Clintel Foundation. Sie veröffentlichten die World Climate Declaration, die inzwischen von über 2000 Wissenschaftlern und Experten unterzeichnet worden ist. Zusammen mit Andy May und einem Team von Wissenschaftlern aus dem Clintel-Netzwerk wirkte Crok an dem Buch „The Frozen Climate Views of the IPCC“ mit und war dessen Herausgeber.

Link: https://clintel.org/sustainability-is-the-problem-not-the-solution/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Der Beitrag Nachhaltigkeit ist das Problem, nicht die Lösung erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Die EU und UK ähneln immer mehr der ehemaligen Sowjetunion

28. April 2026 um 07:00

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Tilak Doshi
Das „Ancien Régime“ Westeuropas wird nicht mehr lange Bestand haben. Populistisch-konservative Parteien haben in den letzten Jahren auf dem gesamten Kontinent an Boden gewonnen, gerade weil die gelebte Realität der Mehrheit im Widerspruch zur Doktrin der Eliten steht. Doch solange die Wähler nicht auf eine Rückkehr zu wirtschaftlichem Sachverstand, einer rationalen Energiepolitik und nationaler Souveränität drängen, werden Westeuropa und Großbritannien ihren Kurs im Stil der Sowjetunion fortsetzen.

Nach einer Woche massiver Proteste kam Irland zum Stillstand. Landwirte, Lkw-Fahrer und Spediteure blockierten Autobahnen, Häfen und die einzige Ölraffinerie des Landes, wodurch ein Drittel der Tankstellen ohne Benzin dastand. Unmittelbarer Auslöser war ein starker Anstieg der weltweiten Kraftstoffpreise, verursacht durch die militärischen Operationen der USA und Israels gegen den Iran und die daraus resultierenden Störungen in der Straße von Hormus. Doch die tiefer liegenden Missstände waren offensichtlich. Die Demonstranten forderten nicht nur eine Obergrenze für die Kraftstoffpreise, sondern auch die Aussetzung der geplanten Erhöhungen der CO₂-Steuer – Maßnahmen, die Energie für viele Haushalte bereits zu einem Luxus gemacht hatten.

Hinter der Wut stand, wie Kommentatoren bei MCC Brüssel und anderswo feststellten, die kumulierte Belastung durch eine aggressive grüne Dekarbonisierung in Verbindung mit rascher Masseneinwanderung, die beide den arbeitenden Menschen unerträgliche Kosten auferlegt haben ohne greifbare Vorteile zu bringen. Die letztendliche Reaktion der Regierung – Steuersenkungen in Höhe von 505 Millionen Euro und eine Verschiebung der CO₂-Steuererhöhung – war ein Eingeständnis, dass die Klimapolitik und die Migrationspolitik der Elite schließlich zu einer sozialen Explosion auf den Straßen geführt hatten. Doch wie ihre Amtskollegen in der EU und in UK stützt sich die irische Regierung seit langem auf eine von der Elite gesteuerte Integration, die bewusst von demokratischer Politik und echter Unterstützung durch die Bevölkerung abgeschottet ist.

Sowjetunion

Die Europäische Union und UK ähneln sowohl in ihrer institutionellen Architektur als auch in ihrer ideologischen Rigidität zunehmend der späten Sowjetunion. Eine nicht gewählte zentrale Bürokratie bestimmt die politische Agenda, während die nationalen Parlamente und das Europäische Parlament kaum mehr als demokratisches Theater bieten. Die 32.000 Beamten der Kommission, die sich rechtlicher Immunität und großzügiger Privilegien erfreuen, fungieren als moderne Nomenklatura, die von jeglicher Rechenschaftspflicht abgeschirmt ist. Wie Finn Andreen in seiner Analyse vom Februar 2026 für das Mises Institute dokumentierte, agiert Brüssel nach dem Prinzip des „demokratischen Zentralismus“ und verlagert in aufeinanderfolgenden Krisen – Globalisierung, Covid, Ukraine, Migration – stetig Souveränität von den Mitgliedstaaten nach oben.

Eine ähnliche Einschätzung findet sich in russischen wissenschaftlichen Kommentaren, in denen die EU als geopolitische Einheit beschrieben wird, die eher auf Ideologie als auf organischen nationalen Interessen beruht. Das Ergebnis ist ein Staat, der bei den klassischen liberalen Aufgaben versagt – wie etwa der Instandhaltung der Infrastruktur, der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung, der Preisstabilität, der Landesverteidigung und der Erleichterung des freiwilligen Handels, während er sich im Narrativmanagement und in der Unterdrückung abweichender Meinungen auszeichnet. Dies ist keine rhetorische Übertreibung. Es ist das beobachtbare Ergebnis einer zentralistischen Planung, die sich in ein progressives Gewand hüllt.

Während die UdSSR den „neuen sowjetischen Menschen“ versprach, der sich dem kollektiven Wohl verschrieben hatte, verlangt das heutige EU-Modell die Einhaltung von DEI, ESG, Critical Race Theory, „Umweltgerechtigkeit“ und eine sich ständig ausweitenden Hierarchie der Opferrollen. Der Staatsapparat ist nicht darauf ausgerichtet, messbare Ergebnisse in Bezug auf Lebensstandard oder Sicherheit zu erzielen, sondern darauf, die Unzufriedenheit der Bevölkerung einzudämmen, die einer Politik unterworfen ist, die ihr von Großstadteliten mit luxuriösen Überzeugungen und Gruppendenken aufgezwungen wird. In einer letzte Woche ausgestrahlten wütenden Tirade warf eine Anruferin namens „Georgina“ in der britischen Sendung „Talk TV“ Sir Keir Starmer vor, „die nationale Identität zugunsten einer globalistischen Agenda auszulöschen“. Für viele Zuhörer gelten ihre pointierten Kritikpunkte am britischen Premierminister gleichermaßen für Personen wie die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen sowie für die Führer der irischen Koalitionsregierung aus Fianna Fáil und Fine Gael.

Institutionelle Anklänge an die sowjetische Vergangenheit

Die strukturellen Parallelen sind eindeutig. In der UdSSR trafen das handverlesene Politbüro und das Zentralkomitee die tatsächlichen Entscheidungen; der Oberste Sowjet gab ihnen lediglich den Segen. In der EU diktiert die nicht gewählte Kommission die Handels-, Energie-, Industrie- und Umweltpolitik, während die Mitgliedstaaten nur noch die Illusion von Souveränität bewahren. Selbst das Großbritannien nach dem Brexit weist diese Symptome auf. Der Sieg der Labour-Partei im Jahr 2024, der mit 33,7 % der Stimmen (und nur 20 % der Wählerschaft) errungen wurde, reflektierte nicht allgemeine Begeisterung, sondern Abscheu gegenüber 14 Jahren konservativer Annäherung an den gleichen kosmopolitischen, progressiven Konsens. Die Leistung des Staates bei seinen Kernaufgaben verschlechtert sich weiter.

Klassische Liberale seit Adam Smith nannten als legitime Aufgaben des Staates die Gewährleistung der äußeren Verteidigung, die Sicherung von Eigentumsrechten, die Durchsetzung von Verträgen, die Bereitstellung öffentlicher Güter wie Straßen und Brücken, die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung sowie eine stabile Währung. In ganz Westeuropa werden diese Grundlagen vernachlässigt, während Ressourcen in die Durchsetzung von Narrativen und regulatorische Übergriffe fließen.

Großbritannien liefert ein eindrucksvolles Beispiel für eine Lohnkompression, die sogar das Niveau der Sowjetzeit übertrifft. Der Mindestlohn liegt derzeit bei etwa 66 % des Durchschnittsverdienstes – höher als der sowjetische Höchststand von rund 60 %. Nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und öffentlichen Dienstleistungen schrumpft das Verhältnis des Nettoeinkommens zwischen einem Verdiener von 100.000 £ (oberste 5 %) und einem Vollzeitbeschäftigten zum Mindestlohn auf etwa 3:1. Während der Sowjetzeit fiel das entsprechende Verhältnis nie unter 5:1 und schwankte in der Regel zwischen 3,2 und 4,4. Das ist kein Erfolg der Gleichheit; es ist die Stagnation, die durch hohe Grenzsteuersätze, Sozialleistungsfallen und regulatorische Mobilitätsbarrieren verursacht wird.

Ideologische Reinkarnation: Von Rot zu Regenbogen

Die Ideologie hat zwar ihr Äußeres verändert, nicht aber ihren Charakter. Der sowjetische Kommunismus erzwang Konformität durch Klassenkampf; das heutige progressive Credo erzwingt sie durch Identität, Gleichberechtigung und Klimakatastrophen-Eschatologie. Oppositionsparteien, die als „rechtsextrem“ gebrandmarkt werden – Deutschlands AfD, Frankreichs Rassemblement National, Großbritanniens Restore Britain – sehen sich unerbittlicher Feindseligkeit seitens der Medien, behördlicher Schikane und richterlichem Aktivismus ausgesetzt.

In Großbritannien ist eine zweigleisige Politik zur Routine geworden: Online-Kommentare zur Masseneinwanderung ziehen oft schneller die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich als Ladendiebstahl, Grooming-Banden oder islamistische Radikalisierung in örtlichen Moscheen. In einem mittlerweile viral gegangenen Interviewausschnitt stellte Konstantin Kisin, der in Russland geborene Co-Moderator des Podcasts „Triggernometry“, seinem Gastgeber eine Frage, die nach wie vor nachhallt: „In Russland wurden im letzten Jahr 400 Menschen wegen Äußerungen in den sozialen Medien verhaftet. Wie viele wurden Ihrer Meinung nach in Großbritannien verhaftet?“ Die Antwort – 3.300 – sorgte für Aufschreie. Jahre später hat sich die Kluft nur noch vergrößert. Allein im Jahr 2023 verzeichnete die britische Polizei 12.183 Festnahmen wegen „anstößiger“ Online-Äußerungen. Ein Land, das einst der Welt Lektionen in Sachen Freiheit erteilte, überwacht nun die Meinungsäußerung mit einem Eifer, der die alten sowjetischen Zensoren beeindruckt hätte.

In der EU drohen Andersdenkenden außergerichtliche finanzielle Sanktionen, ohne dass vor Gericht Anklage erhoben wird. Jacques Baud, ein ehemaliger Schweizer Oberst und Geheimdienstanalyst mit Spezialisierung auf Militär- und Terrorismusfragen, sah sich im Dezember 2025 mit einer Einfrierung seiner Vermögenswerte in der EU konfrontiert, weil er strategische Analysen veröffentlicht hatte, die der westlichen Politik gegenüber der Ukraine kritisch gegenüberstanden; eine Ausnahmegenehmigung aus humanitären Gründen wurde erst nach einem öffentlichen Aufschrei gewährt.

Gruppendenken

Das Gruppendenken zeigt sich besonders deutlich in der fanatischen antirussischen Haltung, die mittlerweile ein Kernelement der Selbstidentität Westeuropas und der NATO bildet – mit der bedeutenden Ausnahme von Präsident Trumps Amerika. Russland wird als von Natur aus revisionistische Macht dargestellt, die darauf aus ist, auf Paris und Berlin zu marschieren, was jede Form von Verhandlungen für moralisierende europäische Diplomaten ethisch unzulässig macht. Während China als langfristiger systemischer Rivale identifiziert wird, bleibt die unmittelbare Obsession die Notwendigkeit, Russland in kleinere Kleinstaaten zu zersplittern – ein Thema, das von hochrangigen EU-Vertretern wie Kaja Kallas wiederholt angemahnt worden ist.

Diese unaufhörliche Kriegstreiberei hat sich nahtlos in die allgemeine progressive Ideologie eingefügt. Christliche Tugenden – Familie, Nation, traditionelle Moral – werden routinemäßig als frauenfeindlich oder ethno-nationalistisch abgetan. Bezeichnend dafür ist die langjährige Kampagne der EU gegen das Ungarn von Viktor Orbán, das sich gegen offene Grenzen und die LGBTQ-Agenda in Schulen gewehrt hat. Nach dem anfänglichen Jubel in Brüssel über die jüngste Wahlniederlage von Ministerpräsident Orbán setzte bei den EU-Bürokraten eine nüchternere Erkenntnis ein, als der siegreiche Kandidat Péter Magyar (Tisza-Partei) nur wenige Tage später klarstellte: „Ungarn wird keinen [Einwanderungs-]Pakt akzeptieren. Tatsächlich werde ich den Grenzzaun noch weiter verstärken.“

Eine globalistische Regierungsführung, die nationale Grenzen außer Kraft setzt, das jüdisch-christliche Erbe des Westens herabwürdigt, fossile Brennstoffe verteufelt und erneuerbare Energien als moralische Imperative hochhält, ist zur neuen Orthodoxie geworden. Europas herrschende Eliten verkörpern einen Regierungsstil, der emotionale Signale mit kompetenter Staatskunst verwechselt.

Der Sicherheitsstaat und die Unterdrückung abweichender Meinungen

Die Durchsetzung erfordert institutionelle Macht. Die NATO-Mitgliedstaaten unterliegen geheimen „Verpflichtungen“ oder Resilienz-Zielen, die innenpolitische Entscheidungen außer Kraft setzen können. Ein niederländischer Gesundheitsminister führte diese Verpflichtungen öffentlich als Grund dafür an, dass bestimmte Maßnahmen zur Pandemievorsorge nicht umgesetzt werden konnten. Strategische Kommunikationsinitiativen im Europäischen Parlament werden nicht von der Kommunikationsdirektion, sondern vom Sicherheitskommissar geleitet – ein Beleg dafür, dass Verteidigungs- und Geheimdienstapparate mittlerweile über der Politik stehen. Migration, Energiepolitik, öffentliche Gesundheit und die Haltung gegenüber Russland werden alle in erster Linie als Sicherheitsbedrohungen dargestellt. Andersdenken wird als kognitive Kriegsführung umgedeutet; der Zugang zu alternativen Medien gilt als Anscheinsbeweis für ausländische Einflussnahme. Der Westen, der einst ohne Furcht sowjetische Zeitungen importierte, behandelt russische Medien heute als Vehikel der Gedankenkontrolle und verbietet beispielsweise RT [der russische Auslands-Fernsehsender in englischer Sprache „Russia Today“. A. d. Übers.]

Energie-Rationierung: der grüne Weg in den Niedergang nach sowjetischem Vorbild

Während die politischen Eliten in der EU, Kanada und Australien die Sperrung der Straße von Hormus als Ursache der Energiekrise anprangern, ist dies lediglich der Funke. Der Treibstoff für die Feuersbrunst im Westen (mit der bedeutenden Ausnahme der USA unter Präsident Trump) hat sich seit mindestens zwei Jahrzehnten angehäuft, wenn nicht sogar schon länger.

Auf IPCC-Klimamodellen basierende Netto-Null-Ziele, die auf vorab festgelegte Ergebnisse „abgestimmt“ sind, fungieren de facto als Rationierungsprozess. Haushalte und Industrie werden durch Steuern, Vorschriften und Preissignale zu einem reduzierten Verbrauch gedrängt. Die Sanktionen gegen Russland im Jahr 2022 führten zu klassischen Bumerang-Effekten: Die EU und Großbritannien, die bewusst die Förderung in der Nordsee, Fracking, die Stromerzeugung aus Kohle und die Kernkraftkapazitäten eingeschränkt hatten, fanden sich als Preisnehmer auf den globalen LNG-Märkten wieder, während die Vereinigten Staaten Rekordmengen exportierten. Die heimische Energiefülle wurde auf dem Altar der Emissionsbilanzen geopfert; das Ergebnis waren höhere Preise, die Verlagerung von Industrie ins Ausland und geopolitische Bedeutungslosigkeit.

Ein britischer Ökonom hat kürzlich ausgesprochen, was sonst nur hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird: Hohe Energiepreise seien „gut für das Klima“, dämpfen sie doch die Nachfrage. Unter Berufung auf Untersuchungen, wonach ein Anstieg der Benzinpreise in Großbritannien um 10 % den Verbrauch um bis zu 5 % senken kann, befürwortet die Analyse faktisch die Rationierung durch Preise als Instrument der Umweltpolitik. Die Energiekosten bestehen bereits zu 40–50 % aus Steuern, doch eine Senkung dieser Steuern zur Entlastung von Haushalten und Unternehmen wird als undurchführbar abgetan.

Die verspäteten Eingeständnisse sowohl von Bundeskanzler Friedrich Merz als auch von Ursula von der Leyen, dass der vorzeitige Atomausstieg ein „strategischer Fehler“ gewesen sei, haben zu keiner Kehrtwende in der Energiepolitik geführt. Die grüne Ideologie mit der Kommission als ihrer Priesterschaft bleibt weiterhin vorherrschend. Das wirtschaftliche Urteil ist eindeutig. Vom vierten Quartal 2019 bis zum gleichen Zeitraum im Jahr 2025 stieg das BIP der USA um 14,6 %, während das Deutschlands nur um 0,5 % zunahm – die schwächste Leistung innerhalb der G7. Das BIP von UK wuchs im gleichen Zeitraum um 5,3 %; die Eurozone erreichte 6,7 %. Die Prognosen des IWF und der OECD für 2026 gehen von einem Wachstum in den USA von fast 2 % aus, während die EU und UK bei unter 1,5 % bzw. 1 % stagnieren.

Moralisierung

Europa hat sich auf den globalen Energiemärkten in eine unterwürfige Rolle gedrängt und ist nun von Lieferanten abhängig, die es einst moralisch unter Druck setzen wollte. Russland seinerseits hat sich angepasst. Die Sanktionen haben die russische Wirtschaft eher gestärkt als geschwächt; nationaler Stolz hat die frühere Begeisterung für westliche Vorbilder abgelöst. Nach der Einstellung des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus wurden die Sanktionen gegen russische Ölexporte aufgehoben, und die Ölpreise sind hoch – beides kommt der russischen Wirtschaft zugute.

Die Russen betrachten eine anhaltende Abgrenzung vom im Niedergang begriffenen Westen mittlerweile allgemein als sinnvolle Absicherung. Putins Russland bleibt im Grunde eine Status-quo-Macht – die sich nach den wiederholten Misserfolgen des Minsk-Prozesses und der Osterweiterung der NATO um den Schutz der ethnischen Russen im nahen Ausland sorgt –, doch Europas ideologischer Kreuzzug hat die Brücken für eine ganze Generation abgebrochen.

Das Ancien Régime Westeuropas wird nicht mehr lange Bestand haben. Populistisch-konservative Parteien haben in den letzten Jahren auf dem gesamten Kontinent an Boden gewonnen, gerade weil die gelebte Realität der Mehrheit der Doktrin der Elite widerspricht. Doch solange die Wähler keine Rückkehr zu wirtschaftlichem Sachverstand, einer rationalen Energiepolitik und nationaler Souveränität erzwingen, werden Westeuropa und Großbritannien ihren Kurs im sowjetischen Stil fortsetzen: zentrale Planung ohne Gulag, Energie-Rationierung ohne Brotschlangen und Kontrolle der öffentlichen Meinung, ohne dass „neun Gramm Blei im Hinterkopf“ in den Kellern von Stalins Lubjanka nötig sind.

This article was first published in the Daily Sceptic on 21 April 2026

Dr Tilak K. Doshi

Dr Tilak K. Doshi is the Daily Sceptic‘s Energy Editor. He is an economist, a member of the CO2 Coalition and a former contributor to Forbes. Follow him on Substack and X.

Link: https://clintel.org/the-european-union-and-the-uk-increasingly-resemble-the-late-soviet-union/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Der Beitrag Die EU und UK ähneln immer mehr der ehemaligen Sowjetunion erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Schadenfreude der Woche: Die meisten geplanten Wind- und Solarprojekte in New York werden abgesagt

25. April 2026 um 09:03

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WUWT, Aus THE MANHATTAN CONTRARIAN, Francis Menton

Das ist meine Wohlfühlgeschichte der Woche – wenn man sich nicht daran stört, sich über das Unglück anderer zu freuen. Was die Profiteure im Bereich Wind- und Solarenergie angeht, stört es mich nicht, mich ein wenig über deren Unglück zu freuen.

In den letzten Tagen wurde bekannt, dass offenbar die meisten der noch in Entwicklung befindlichen Wind- und Solarenergieprojekte im Bundesstaat New York unmittelbar von der Einstellung bedroht sind. Die Details sind derzeit noch unklar, und soweit ich feststellen konnte, nennt niemand eine konkrete Quelle für diese Meldung. Dennoch wird die Geschichte von üblicherweise zuverlässigen Quellen so häufig berichtet, dass ich ihr Glauben schenken möchte.

Die Albany Times-Union berichtete offenbar als erste über den Vorfall in einem Artikel vom 12. April mit der Überschrift „Saubere Energieprojekte in New York auf Eis gelegt: Streit um Kosten eskaliert“. Im Wesentlichen geht es darum, dass die Projektentwickler von rund zwei Dutzend Wind- und Solarenergieprojekten im Norden des Bundesstaates New York sich an den Staat gewandt und über die vereinbarten Preise hinaus höhere Summen gefordert haben, um die bereits vertraglich vereinbarten Projekte fortsetzen zu können. Sollten sie die zusätzlichen Mittel nicht erhalten, drohen sie, von den Projekten zurückzutreten. Auszug:

Fast zwei Dutzend New Yorker Projekte für saubere Energie könnten aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Dies würde die ohnehin schon angespannte Lage des Bundesstaates weiter verschärfen, da die Bemühungen, den steigenden Strombedarf zu decken und gleichzeitig die Abhängigkeit des Stromnetzes von fossilen Brennstoffen zu verringern, zusätzlich belasten. Die stillgelegten Wind- und Solaranlagen könnten rund zwei Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Die Projektentwickler fordern jedoch eine Neuverhandlung der Verträge mit dem Bundesstaat, um Zölle und steigende Lohnkosten zu berücksichtigen, die bei Vertragsabschluss zwischen 2023 und Anfang 2025 nicht einkalkuliert waren. Ohne zusätzliche Einnahmen seien die Projekte nicht wirtschaftlich und müssten daher abgesagt werden, so ein Branchenverband der Projektentwickler.

Der Artikel der Times-Union enthält weder eine Liste der von der Stornierung bedrohten Projekte noch die Namen der betreffenden Projektentwickler. Er enthält jedoch folgendes Zitat von Deanna Cohen, die als Sprecherin der New York State Energy Research and Development Authority (NYSERDA) genannt wird:

„Die Behörde erwartet von ihren Projektentwicklern, dass sie ihre Verpflichtungen einhalten“, sagte Sprecherin Deanna Cohen. „Das wettbewerbsorientierte Ausschreibungsverfahren dient dem Schutz der Verbraucher und soll zu fairen und kostengünstigen Verträgen führen.“

Zur Bestätigung des Berichts der Times-Union folgt hier ein gestriger Artikel von FingerLakes1.com . Auszug:

Laut Public Power NY signalisieren Projektentwickler, dass sie sich von Projekten zurückziehen könnten, nachdem die New York State Energy Research and Development Authority eine Neuverhandlung der Verträge zur Berücksichtigung gestiegener Kosten aufgrund von Zöllen und Inflation abgelehnt hat. Die möglichen Stornierungen könnten die Entwicklung erneuerbarer Energien in New York erheblich beeinträchtigen, und das zu einem Zeitpunkt, an dem der Staat die im Rahmen des Climate Leadership and Community Protection Act festgelegten Ziele bereits nicht erreicht hat.

Nun, NYSERDA, was werden Sie tun, wenn die Projektentwickler der meisten Ihrer Projekte im Bereich erneuerbarer Energien einfach abspringen?

Leser mit einem guten Gedächtnis erinnern sich vielleicht an die fast identische Geschichte, die sich von 2023 bis 2025 um New Yorks ehrgeizige Pläne zum Ausbau der Offshore -Windenergie zur Ablösung der meisten fossilen Kraftwerke abspielte. Ich habe diese Situation in verschiedenen Artikeln während dieses Zeitraums behandelt, unter anderem in diesem vom 17. April 2025, der einen Überblick über die gesamte Vorgeschichte bot. Kurz gesagt: Ab 2019 schloss der Staat New York Festpreisverträge (im Bereich von 80–90 $/MWh) mit großen Projektentwicklern (Equinor, Ørsted usw.) ab, um Offshore-Windkraftanlagen mit einer Leistung von über 4 Gigawatt im Atlantik zu entwickeln. Doch im September 2023 forderten die Entwickler plötzlich massive Preiserhöhungen und drohten mit der Kündigung der Verträge. Der Staat (vertreten durch NYSERDA) bluffte zunächst und beteuerte, die Entwickler an die Verträge zu binden. Nach mehreren Monaten gab NYSERDA jedoch nach und schrieb die Verträge neu aus. Anfang 2024 wurden schließlich Verträge mit denselben Projektentwicklern zu fast doppelt so hohen Preisen um die 150 $/MWh abgeschlossen. Dann kam Präsident Trump im Januar 2025 ins Amt und machte dem Ganzen ein jähes Ende. (Mindestens eines der Offshore-Projekte wurde inzwischen im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Trump-Regierung und Gouverneurin Hochul wiederbelebt. Die übrigen Offshore-Projekte scheinen jedoch derzeit endgültig gescheitert.)

Was die Projekte im Norden des Bundesstaates und an der Küste betrifft, befinden wir uns nun in der gleichen Situation wie im September 2023 bei den Offshore-Projekten. Hat der Staat diesmal noch mehr Trümpfe in der Hand? Möglicherweise sogar weniger, da viele dieser Projekte im Norden des Bundesstaates wahrscheinlich für Steuervergünstigungen des Bundes qualifiziert waren, die angesichts des „One Big Beautiful Bill“ für niemanden mehr zur Verfügung stehen, der heute von Grund auf neu beginnt.

Eine weitere Option für New York, und mit Abstand die beste, wäre, diese Gelegenheit zu nutzen und sich von der Illusion erneuerbarer Energien zu verabschieden. Bei einer Neuausschreibung der Onshore-Windparkverträge dürften die Preise doppelt bis dreimal so hoch sein wie die eines brandneuen Gaskraftwerks. Und der Strom eines Gaskraftwerks wäre bedarfsgerecht und zuverlässig, im Gegensatz zum unbeständigen Strom von Windkraftanlagen oder Solaranlagen, der nie dann verfügbar ist, wenn man ihn am dringendsten braucht. Ich glaube nicht, dass unser Gouverneur und die Bürokraten schon bereit sind, diesen Weg einzuschlagen, aber sie kommen ihm mit jedem Tag näher.

https://wattsupwiththat.com/2026/04/17/schadenfreude-of-the-week-majority-of-new-yorks-pending-wind-and-solar-projects-getting-canceled/

 

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Risse im Klimakonsens? Deutschlands Energieministerin gibt zu, dass erneuerbare Energien das Land ruinieren.

23. April 2026 um 16:00

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WUWT, Tilaks Substack,

Als Simon Wakter, politischer Berater des schwedischen Energieministers, letzten Mittwoch auf X lediglich „Wow, unglaublicher Artikel“ und ein Applaus-Emoji postete, brachte er die Bestürzung in der europäischen Energie-Expertise treffend zum Ausdruck. Der Applaus galt nicht etwa einem Randskeptiker, sondern der deutschen Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche.

In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung  fällte Ministerin Reiche ein Urteil, das noch vor einem Jahr einer Karriere beendenden Ketzerei gleichgekommen wäre: „Eine Tatsache wurde viel zu lange verschwiegen: Eine Energiewende, die die Systemkosten ignoriert, wird das Land ruinieren, das sie angeblich retten will.“ Für jeden, der Deutschlands Energiewende – dieses symbolträchtige Experiment der Dekarbonisierung per Dekret – wie einen Zugunfall in Zeitlupe hat ablaufen sehen, treffen Reiches Worte wie ein Donnerschlag aus dem Inneren des Establishments.

Hier gibt eine hochrangige CDU-Ministerin in der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz offen zu, dass zwei Jahrzehnte grüner Illusionen die industrielle Großmacht des Kontinents mit versteckten Kosten belastet haben, die sich – nach ihren Angaben – mittlerweile auf 36 Milliarden Euro jährlich belaufen und auf fast 90 Milliarden Euro p.a. ansteigen werden. Netzausbau, Reservekapazitäten für die schwankende Wind- und Solarenergie und die schiere Ineffizienz, eine moderne Wirtschaft vom Wetter abhängig zu machen: All das, so sagt sie, dürfe nicht länger aus der offiziellen Darstellung verschwiegen werden. Die Selbsttäuschung, warnt sie, habe ein Ende.

Dies ist keine bloße technokratische Spielerei. Es ist der erste große öffentliche Riss im ideologischen Gebäude, das die deutsche – und damit auch die europäische – Energiepolitik seit dem Aufstieg der atomkraftkritischen Beatnik-Generation der 68er-Jahre dominiert hat. Rupert Darwall beschrieb dieses Phänomen in seinem Buch „Grüne Tyrannei“ mit großer Präzision : wie eine Handvoll deutscher Grüner, verkörpert durch den 1985 als Hessens Umweltminister vereidigten Joschka Fischer in Turnschuhen, ihre eigentümliche rot-grüne Mischung aus antikapitalistischem Eifer und romantischem Umweltschutz über den gesamten Kontinent und darüber hinaus exportierte.

Diese Botschaft fand in der englischsprachigen Welt ein begeistertes Publikum. Im Sommer 1988 hielt der NASA-Wissenschaftler James Hansen seine inzwischen berüchtigte Aussage vor dem US-Kongress und erklärte: „Der Treibhauseffekt ist nachgewiesen und verändert unser Klima bereits jetzt.“ Der Moment war theatralisch, die wissenschaftliche Grundlage wackelig, doch die politische Wirkung elektrisierend. Sie verschmolz mit den noch unausgereiften Ideen, die bereits unter westlichen Intellektuellen kursierten: Paul Ehrlichs „ Die Bevölkerungsbombe “ (1968), das eine Massenhungersnot prophezeite, die nie eintrat; Rachel Carsons „ Der stumme Frühling “ (1962), das mit übertriebenen Behauptungen über DDT die moderne Umweltbewegung auslöste; und E. F. Schumachers „ Klein ist schön“ (1973), das Manifest der „buddhistischen Ökonomie“, das die Reduzierung des menschlichen Bedarfs anstelle der Erhöhung des Lebensstandards predigte. Wie der große Chicagoer Ökonom Frank Knight feststellte , besteht wirtschaftlicher Fortschritt nicht in der Unterdrückung von Wünschen oder gar in deren Befriedigung, sondern in deren „immer größerer Verfeinerung und Vervielfachung“ – ein direkter Gegensatz zu Schumachers Aufruf zur asketischen materiellen Zurückhaltung als spiritueller Tugend.

Dieser europäische ideologische Fluch der Umweltfeindlichkeit verbreitete sich unter der jungen urbanen Intelligenzija der Entwicklungsländer durch die Lehrpläne und Massenmedien sowie durch die große Zahl von Studenten, die an den progressiven Universitäten des Westens studieren, von Kanada bis Australien, von Irland bis Italien und von New York bis Kalifornien und Florida.

Die Verbreitung der europäischen Öko-Ideologie wurde von linksgerichteten Milliardärs Stiftungen enthusiastisch unterstützt, die Tausende von sogenannten „ Basis-NGOs “ in Asien, Afrika und Lateinamerika ins Leben riefen. Diese Basis-NGOs dienten als moralische Deckung für korrupte Lobbygruppen im Bereich erneuerbarer Energien, die sich an öffentlichen Geldern bereichern wollten. Lokale Koalitionen aus „ Schmugglern und Baptisten “ entstanden in den Entwicklungsländern und profitierten gegenseitig vom europäischen Kohlenstoffkolonialismus . Um den Kreis zu schließen, knüpften korrupte Institutionen wie die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank und der IWF Auflagen zur Förderung fossiler Brennstoffe an die Bedingung für Hilfsleistungen und öffentliche Finanzmittel für ärmere afrikanische und asiatische Regierungen.

Der Ursprung all dessen lag in Europas langjähriger Faszination für Jean-Jacques Rousseaus „edlen Wilden“, der Vorstellung, dass der einfache, energiearme Lebensstil der tahitischen Ureinwohner eine reinere Existenz darstellte als die Künstlichkeit der Industriezivilisation. Als Voltaire ein Exemplar von Rousseaus Buch „Der Gesellschaftsvertrag“ erhielt, antwortete er:

Ich habe Ihr neues Buch gegen die Menschheit erhalten und danke Ihnen dafür. Nie zuvor wurde so viel Raffinesse eingesetzt, um uns alle zu verdummen. Beim Lesen Ihres Buches verspürt man den Wunsch, auf allen Vieren zu gehen. Da ich diese Angewohnheit aber seit über 60 Jahren verloren habe, bedauere ich zutiefst, sie nicht wiedererlangen zu können.

Vielleicht hat die deutsche Intelligenzija die eigentliche Botschaft von Voltaires eher verächtlicher Reaktion auf Rousseaus Liebesbeziehung zu den Pazifikinsulanern nie verstanden.

Was als innenpolitische Machtdemonstration Deutschlands begann, wuchs mit Angela Merkels folgenschwerer Entscheidung von 2011, die deutschen Atomkraftwerke nach dem Fukushima-Unfall in Japan abzuschalten, zu einem EU-weiten Dogma. Die Folgen waren ebenso vorhersehbar wie katastrophal. Deutschland, einst der weltweite Vorzeigestaat für Ingenieurskunst, importiert heute Strom, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Es hat seine Atomindustrie – 20 Gigawatt zuverlässige, CO₂-arme Grundlast – zerstört, nur um mitansehen zu müssen, wie Kohlekraftwerke, darunter auch Braunkohlekraftwerke, wieder in Betrieb gehen.

Fritz Vahrenholt, einer der wenigen anerkannten deutschen Experten, die sich konsequent gegen die Gaia-Ideologie gestellt haben, wies in einem Interview vergangene Woche darauf hin , dass Deutschland über ausreichende heimische Gasreserven für mindestens 25 Jahre gesicherter Versorgung verfügt. Dennoch weigert es sich, diese zu nutzen, gelähmt von dem, was er als die „deutsche Krankheit“ der Naturverehrung bezeichnet.

Die Schließung der Straße von Hormus durch die iranischen Revolutionsgarden im März 2026 gab einem ohnehin schon hoffnungslosen Fall den Todesstoß. Katars Force Majeure bezüglich der LNG-Lieferungen führte über Nacht zu einem Einbruch des weltweiten Angebots um fast 20 %. Die europäischen Gaspreise schnellten in die Höhe, und die Strompreise folgten, als die Füllung der deutschen Gasspeicher stark zurückging.

Plötzlich sah sich dieselbe politische Klasse, die jahrelang die Wähler über die moralische Verpflichtung zur Klimaneutralität belehrt hatte, dabei ertappt, wie sie stillgelegte Braunkohlekraftwerke, die eigentlich zur Schließung vorgesehen waren, wieder in Betrieb nahm. Analysten sprechen von einer „Renaissance der Kohle“. Das feierliche Versprechen der Vorgängerregierung, die Kohle bis 2030 schrittweise abzuschaffen, wirkt nun wie ein schlechter Scherz auf Kosten deutscher Haushalte und der Industrie.

In einem Facebook-Beitrag schrieb TechTimes :

Als Zeichen für die gravierenden wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts erwägt die Bundesregierung offenbar eine „Renaissance der Kohle“, um einen totalen Energiekollaps zu verhindern. … Obwohl Deutschland seit Jahren auf einen Kohleausstieg bis 2030 drängt, hat die aktuelle Energiekrise einen Kurswechsel hin zu Energiesicherheit anstelle von Klimazielen erzwungen. Berichten zufolge könnten mehrere Braunkohlekraftwerke, die zuvor als Sicherheitsreserve stillgelegt waren, wieder voll in Betrieb genommen werden.

Die konservative Parteivorsitzende Alice Weidel, deren konservative AfD-Partei derzeit an zweiter Stelle hinter der regierenden CDU/CSU-Koalition steht, hat unmissverständlich erklärt, dass die Netto-Null-Bewegung unter einer von der AfD geführten Regierung abgelehnt würde:

Wir müssen die Klimakrise für beendet erklären. Das Ganze ist, wie der amerikanische Präsident so treffend formuliert, ein Schwindel – ein kompletter Betrug. … Wir müssen die gescheiterte Energiewende unverzüglich beenden. Wir müssen auch die Ressourcenverschwendung und die Subventionen für sogenannte erneuerbare Energien sofort reduzieren und abschaffen.

Bundesenergieministerin Reiche steht mit ihrer scheinbaren Sinneswandlung nicht allein da. Bundeskanzler Merz bezeichnete die Abschaltung der Kernenergie 2023 wiederholt als „ schweren strategischen Fehler “, der Deutschland anfällig für Importengpässe und Deindustrialisierung gemacht habe [Sagen und Handeln im eigenen Widerspruch]. Selbst EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Hohepriesterin des Green Deals, räumte am 10. März auf dem Atomgipfel in Paris ein, dass „der Abbau der Kernenergie in Europa ein strategischer Fehler war“. Zuverlässige, bezahlbare und emissionsarme Energie sei dem ideologischen Altar geopfert worden, gab sie faktisch zu – 15 Jahre zu spät für die deutschen Energieversorger, die bereits in die Insolvenz oder in ausländische Hände geraten waren.

Doch diese Reuebekundungen auf dem Sterbebett können die tiefere Wahrheit nicht verschleiern: Das gesamte Rot-Grün-Projekt war immer ein Triumph des Wunschdenkens über die technische Realität, wobei Rousseaus Vorstellungen von edlen Wilden im Südpazifik Voltaires eher vernünftiger Ablehnung der Behauptung, das Gehen auf allen Vieren sei himmlisch, den Vorzug gaben.

Die strafenden Klimapolitiken des Westens – zusätzlich zu den selbst auferlegten Energiesanktionen gegen Russland – haben sich mit spektakulärer Präzision als Bumerang erwiesen. Ganze Wirtschaftszweige der deutschen Industrie sind in Länder abgewandert, die nicht vom Klimaindustriekomplex belastet sind. Energieintensive Branchen, die einst den Mittelstand antrieben, denken nun über eine Abwanderung oder gar Insolvenz nach, während die Haushalte mit Strompreisen konfrontiert sind, die weiterhin zu den höchsten in der „entwickelten Welt“ zählen.

Nach den jüngsten Wahlen in Baden-Württemberg bemerkte der verärgerte, unter Pseudonym schreibende Kommentator Eugyppius : „Die Dummen in Baden-Württemberg bescheren den Grünen einen überwältigenden Wahlsieg, damit sie ihre Industrie weiterhin den Wettergöttern opfern können.“ Für die deutschen Grünen und ihre sozialistischen Verbündeten sind die Dummen natürlich die Arbeiter- und Mittelschicht, die den Klimawandel leugnet. Dabei sind diese die Realisten, die die steigenden Heizkosten spüren, wenn sich ihre Rechnungen verdreifachen, wenn die deutsche Industrie Arbeitsplätze abbaut und wenn dieselben Politiker, die Energiearmut einst als Tugend predigten, nun die schmutzigsten Kohlekraftwerke wieder anwerfen, um Stromausfälle zu verhindern.

Die Umfrageergebnisse sprechen eine unerbittliche Sprache. Die Alternative für Deutschland (AfD) erreicht bundesweit regelmäßig 25–27 Prozent und liegt damit in mehreren Umfragen vor oder gleichauf mit der CDU/CSU. In westlichen Bundesländern, die lange als immun gegen ihre Botschaft galten, hat die AfD ihren Stimmenanteil in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verdoppelt. Ihr Programm ist unmissverständlich: Der menschengemachte Klimawandel sei ein „Schwindel“, der gesamte Netto-Null-Apparat ein Instrument zur Zerstörung von Industrie und Souveränität.

Auftritt der „extremen Rechten“

Das ist kein Gemurmel von Randgruppen; es ist die offene Ablehnung der Energiewende, der sich Reiche selbst nun annähert. Dieses Muster wiederholt sich in ganz Europa. In Frankreich führt Marine Le Pens Rassemblement National die Umfragen zur Präsidentschaftswahl an, indem sie den grünen Wandel als „ultraökologischen Fanatismus“ darstellt, der Landwirte und Autofahrer bestraft, während er die Elite von Davos bereichert. Großbritanniens Reform UK unter Nigel Farage verspottet Netto-Null als „Netto-Dumm-Null“ und setzt auf das Versprechen, heimische Ressourcen zu fördern. Italiens Giorgia Meloni, die sich im Amt zwar zurückhaltender verhält, hat wenig Geduld mit Brüssels Umweltauflagen und hat stillschweigend der Energiesicherheit Vorrang vor Emissionszielen eingeräumt. Selbst ein Teil der britischen Konservativen, die einst denselben Illusionen erlegen waren, rudert nun bei den Zeitplänen zurück, die Haushalte in den Ruin getrieben hätten.

Was diese Bewegungen eint, ist nicht, dass sie von Rechtsextremisten angeführt werden, wie die etablierte Presse hysterisch behauptet, sondern die schlichte Erkenntnis, dass Ideologie mit Physik und Ökonomie kollidiert ist. Deutsche Haushalte – jene, die nicht zu den jungen, urbanen Grünen gehören, die dem Dogma der Tiefenökologie verhaftet sind – haben die Nase voll. Sie haben mit ansehen müssen, wie ihr Land seine Kernkraftwerke zerstört, fluktuierende erneuerbare Energien mit Hunderten von Milliarden Euro subventioniert und dann Katar und die USA um LNG angebettelt hat, während es stillschweigend Kohlebergwerke wiedereröffnet hat. Dieselben Eliten, die diese Kosten verursacht haben, zeigen sich nun schockiert darüber, dass sich die Wähler Parteien zuwenden, die Abhilfe versprechen.

Der Schock durch Hormuz hat lediglich eine ohnehin schon absehbare Auseinandersetzung beschleunigt. Irlands Unruhen und Proteste gegen die durch die Energiekosten verursachten Lebenshaltungskosten sind eine düstere Vorahnung dessen, was geschieht, wenn Regierungen ihre Mitschuld an der Krise leugnen. Dublin rudert stillschweigend zurück, ohne jemals die politischen Fehler einzugestehen, die die Energiearmut unausweichlich gemacht haben. Berlin, Paris und Brüssel verstricken sich in denselben Verrenkungen: Sie rudern bei den strafenden Umweltmaßnahmen zurück und tun so, als sei die ursprüngliche Strategie richtig gewesen.

Die Abrechnung der Geschichte

Doch dahinter verbirgt sich ein größerer historischer Zusammenhang. Die Übernahme der Energiepolitik durch die deutschen Grünen hatte nie wirklich mit Klimaschutz zu tun, sondern mit Macht – kultureller, politischer und wirtschaftlicher. Sie markierte den endgültigen Triumph einer Weltanschauung nach 1968, die die industrielle Zivilisation mit der Erbsünde gleichsetzte. Die BRICS-Staaten und der Globale Süden sind nicht bereit, ihre Entwicklung dem westlichen Schuldgefühl zu opfern. China baut Kohlekraftwerke und Atomreaktoren mit gleicher Begeisterung; Indien weigert sich, sich für die Nutzung seiner eigenen Kohle zu entschuldigen.

Nur in Europa glaubten politische Entscheidungsträger, dass symbolische Gesten die Leistung ersetzen könnten. Reiches Erkenntnis, so unvollständig sie auch sein mag, ist daher zu begrüßen. Ebenso begrüßenswert sind die späten Einsichten von Merz und von der Leyen, auch wenn verbale Äußerungen nicht ausreichen. Deutschland muss die vollen Kosten seines ideologischen Umwegs tragen: die zerstörten Kraftwerke, die zwangsweise unterhalb der Wirtschaftlichkeit betriebenen zuverlässigen Kraftwerke, die Aushöhlung der Industrie und die politische Polarisierung, die der AfD seit ihrer Gründung ihre stärkste Position verschafft hat.

Die Frage ist, ob das Establishment den Mut besitzt, dorthin zu gehen, wo grundlegende ökonomische Prinzipien und der gesunde Menschenverstand hinführen – hin zu einem pragmatischen Energiemix, der die Wiederbelebung der Kernenergie, wo möglich, heimische fossile Ressourcen, wo notwendig, und ein Ende der ruinösen Subventionen beinhaltet, die die Profiteure im Bereich der erneuerbaren Energien bereichert und gleichzeitig die Bürger verarmt.

Fünfzehn Jahre nach Merkels Atompanik und Jahrzehnte nach dem ersten Einzug der Grünen in die Machtzentren holt die Realität sie mit der kalten Logik von Physik und Märkten ein. Der fieberhafte Traum einer wetterabhängigen Utopie zerfällt unter dem Druck von Stromausfällen, Preissprüngen und Wählerprotesten.

Was nun folgt, ist hoffentlich eine Rückkehr zu mehr Ehrlichkeit: eine Energiepolitik, die auf Ingenieurskunst und nicht auf Weltuntergangsszenarien basiert. Für ein Land, das einst auf Sachlichkeit – Nüchternheit und Realismus – stolz war, kommt dieses Erwachen hoffentlich nicht zu spät. Die Verweigerung der Realität ist nicht die Rettung vor dem Klimawandel, sondern der nationale Niedergang. Deutschland und mit ihm Europa stehen an der Schwelle. Die einzige Frage, die bleibt, ist, ob seine Führungskräfte den entscheidenden Schritt wagen, bevor es endgültig zu spät ist.

Eine Version dieses Artikels wurde zuerst im Daily Sceptic veröffentlicht: https://dailysceptic.org/2026/04/17/cracks-appear-in-climate-consensus-as-germanys-energy-minister-admits-renewable-energy-is-ruining-the-country/

Dr. Tilak K. Doshi ist Energieredakteur des Daily Sceptic . Er ist Wirtschaftswissenschaftler, Mitglied der CO₂- Koalition und war früher Kolumnist bei Forbes . Folgen Sie ihm auf Substack und X.

https://wattsupwiththat.com/2026/04/18/cracks-appear-in-climate-consensus-as-germanys-energy-minister-admits-renewable-energy-is-ruining-the-country/

 

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Kohle – der Brennstoff, den wir ignorieren, aber nicht ersetzen können

23. April 2026 um 13:00

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Dr. Lars Schernikau

Energieökonom, Rohstoffhändler, Autor (aktuelles Buch: „Die Unbequeme Wahrheiten … über Strom und die Energie der Zukunft“)

Weitere Informationen, darunter der vollständige Blogbeitrag zum Thema Kohle mit dem Titel Dank Kohle bleibt das Licht an…erleben wir gerade eine „neue“ Renaissance der Kohle?, ist hier zufinden www.unpopular-truth.com in Deutsch und Englisch

Seit Jahren schon wird Kohle wie ein Auslaufmodell behandelt … ein Schimpfwort, von dem uns gesagt wurde, es würde im Zuge der „Energiewende“ still und leise verschwinden.

Und dennoch hier sind wir … Der weltweite Kohleverbrauch ist keineswegs zurückgegangen, ganz im Gegenteil: Er ist von rund 6 Milliarden Tonnen im Jahr 2008 (als ich mein erstes Buch über Kohle, „The Renaissance of Steam Coal“, schrieb) auf heute etwa 9 Milliarden Tonnen gestiegen. Nicht zu vergessen der Seehandel, der sich fast verdoppelt hat! Die Frage ist also nicht, ob die Kohle verschwindet, wie man uns gesagt hat, sondern ob wir dieses nützliche schwarze Gestein von vornherein falsch eingeschätzt haben.

Unsere materielle Welt funktioniert dank etwas, vor dem wir zurückschrecken…

Wir glauben gerne, dass wir mit all unseren Geräten, Apps, KI und Cloud-Speichern in einer „sauberen“ digitalen Welt leben, aber unsere physische Welt ist nicht verschwunden und sollte in dieser Überlegung ebenfalls berücksichtigt werden.

Stahl, Zement, Metalle, Düngemittel … so viele Elemente, die für den Aufbau unseres modernen Lebens notwendig sind, das nach wie vor direkt oder indirekt stark von Kohle abhängt.

Wusstest du, dass etwa ein Drittel der gesamten Kohle nicht zur Stromerzeugung, sondern in der Industrie verbraucht wird? Berücksichtigt man den Stromverbrauch für industrielle Zwecke, wird tatsächlich mehr als die Hälfte der weltweiten Kohle von der Industrie verbraucht, um unseren Alltag aufrechtzuerhalten:Stahlproduktion,

  • Zementherstellung,
  • Chemikalien und Düngemittel,
  • industrielle Hochtemperaturwärme (die übrigens auch zur Herstellung von Silikon für die allseits beliebten Solarmodule verwendet wird 😉), und so weiter und so fort.

Nimmt man die Kohle aus diesem System heraus, verliert man nicht nur Strom, sondern auch die Möglichkeit, unsere physische Umwelt zu gestalten und zu verbessern.

Die überraschende Tatsache in Bezug auf Strom ist, dass immer noch mehr als ein Drittel des weltweiten Stroms aus Kohle gewonnen wird … nicht, weil Kohle gerade im Trend liegt, sondern weil sie funktioniert, „demokratisch“ ist und so verdammt günstig

Werfen wir einen Blick auf die Gründe für diese Aussage:

  • Kohlekraftwerke sind nicht wetterabhängig. Sie stellen ihren Betrieb nicht ein, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint
  • Kohle birgt keine Explosionsgefahr; man kann Brennstoff für mehrere Monate im eigenen Garten lagern, ohne dass komplexe Lagersysteme oder Versorgungsanlagen erforderlich sind, und sie ist in reichlich vorhandenen Mengen verfügbar, ohne dass eine einzelne Region das Angebot monopolisiert
  • Kohlekraftwerke stehen einfach da und verrichten still und zuverlässig ihre Arbeit – kostengünstig, Stunde für Stunde, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt
  • und ein modernes Kohlekraftwerk kann weniger lokalen Feinstaub ausstoßen als eine stark befahrene Kreuzung!

Das ist auch der Grund, warum Kohle immer wieder auftaucht, wenn Energiesysteme unter Druck geraten – selbst in Ländern, die behaupten, sich davon abgewendet zu haben.

Die wichtige Rolle der Kohle

Jedes Jahr entnimmt die Menschheit der Erde etwa 110 Milliarden Tonnen Rohstoffe, wobei etwa 9 Milliarden Tonnen davon aus Kohle bestehen.

Fast die Hälfte des weltweiten Seeverkehrs besteht lediglich darin, Energieträger wie Öl, Gas und Kohle von einem Ort zum anderen zu transportieren. Kohle ist kein Nischen-Brennstoff … mit einer jährlichen Produktionsmenge von 1,5 Milliarden Tonnen ist Kohle einer der wichtigsten Treiber der Weltwirtschaft.

Ich nehme an, ihr habt schon mal das Argument gehört, dass „wir nicht ewig Kohle abbauen können“, und ja, das stimmt, aber die Kohle-Reserven werden uns so schnell nicht ausgehen! Davon sind wir noch weit entfernt, tausende von Jahren!

Je nachdem, wie man es betrachtet, hat die Welt:

  • über 100 Jahre nachgewiesene Reserven und
  • Gesamtressourcen, die wir heute bereits kennen und die Tausende von Jahren reichen würden – 20- bis 30-mal mehr als bei Erdgas, Erdöl oder Uran
  • Kohle ist geografisch weit verbreitet, was bedeutet, dass sie nicht so einfach kontrolliert, unterbrochen oder „abgeschaltet“ werden kann. Aus Sicht der Energiesicherheit ist das von großer Bedeutung!

Abbildung 1: Kohle hält über 3.000 Jahre

Abbildung 2: Weltweite Kohleproduktion

In der Zwischenzeit dreht sich die Welt weiter

Während China weiterhin in großem Umfang Kohlekraftwerke baut, plant Indien eine erhebliche Steigerung der Stromerzeugung aus Kohle, und Südostasien setzt für sein Wachstum auf Kohle.

Selbst die USA überdenken derzeit die Rolle der Kohle für die Stabilität ihrer Stromnetze.

Wie sieht es also in Europa aus? Sobald die Stromnetze unter Druck geraten, greifen sie dort immer noch auf Kohle zurück

In solchen Krisenzeiten haben nicht nur Indien, Japan, die Philippinen und die USA, sondern sogar Italien wieder auf Kohle zurückgegriffen (Details mit allen Sourcen hier: Dank Kohle bleibt das Licht an…erleben wir gerade eine „neue“ Renaissance der Kohle?,)

Also, wie sieht die Sache nun wirklich aus?

In meinem Blogbeitrag – Dank Kohle bleibt das Licht an… (link) – geht es nicht darum, für oder gegen irgendetwas zu sein.

Es geht darum, die Realität der Kohle zu verstehen, und zwar, dass Kohle:

  • fest in industriellen Systemen verankert ist
  • strukturell mit der Stromversorgungssicherheit verbunden und dafür verantwortlich ist sowie
  • nach wie vor von zentraler Bedeutung für das globale Wachstum und die wirtschaftliche Entwicklung ist

Die eigentliche Frage dreht sich nicht darum, ob Kohle genutzt wird … sondern darum, ob wir tatsächlich verstehen, was es bedeuten würde, Kohle zu ersetzen

Wenn ihr denkt, Kohle gehöre der Vergangenheit an … dann überseht ihr das Gesamtbild, das weitaus komplexer und relevanter ist, als die meisten Schlagzeilen es vermuten lassen.

Die vollständige Aufschlüsselung, die Daten und die Analyse auf Systemebene findest du in meinem ausführlichen Blogbeitrag:
Dank Kohle bleibt das Licht an…erleben wir gerade eine „neue“ Renaissance der Kohle?”

Wenn ihr mehr über die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Kohle erfahren möchtet, solltet ihr euch unbedingt ein Exemplar meines Buches „Schernikaus Kohlehandbuch“ besorgen, das als gedruckte Ausgabe oder als E-Book bei Amazon oder in Ihrer bevorzugten Buchhandlung erhältlich ist.

In meinem nächsten Blogartikel rechne ich aus, warum lokale Braunkohle in Deutschland weiterhin ökonomisch bei Weitem der günstigste Weg bleibt, Strom zu erzeugen (hier anmelden).

Der Beitrag Kohle – der Brennstoff, den wir ignorieren, aber nicht ersetzen können erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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