Gestern erschien ein Beitrag der Tagesschau-Redaktion zu den Angriffen auf die Führung in Teheran. Siehe hier. Der Titel lautete: „Angriffe auf Führung in Teheran – Israel meldet Tötung von Irans Geheimdienstminister“. Auch im weiteren Verlauf des Tagesschau-Beitrags wird, wenn die Ermordung der iranischen Führungspersonen gemeint ist, das Wort Tötung gebraucht. Das ist eine mithilfe der Sprache bewirkte Verharmlosung der Vorgänge. Albrecht Müller.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Ich zitiere noch einige weitere Tagesschau-Passagen. Sie belegen die wiederholte gezielte Benutzung des verharmlosenden Begriffs Tötung und noch eleganter: „ums Leben gekommen ist“ oder „eliminiert“ worden ist – jeweils von mir gefettet:
Israel hat den Tod eines weiteren Mitglieds der iranischen Führungsspitze bekannt gegeben. Zugleich erklärte der israelische Verteidigungsminister, die Armee habe grünes Licht für weitere gezielte Tötungen erhalten.
Israel setzt gezielte Angriffe auf Vertreter der iranischen Führung fort. Einen Tag nach dem Tod des einflussreichen iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani und des Chefs der Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mit, auch Irans Geheimdienstminister Esmail Chatib sei getötet worden. Auch das iranische Staatsfernsehen teilte mit, dass Chatib ums Leben gekommen ist. Präsident Massud Peseschkian sprach von einem “unlauteren Attentat”.
Katz warnte, Regierungschef Benjamin Netanjahu und er hätten der israelischen Armee erlaubt, jeden hochrangigen Vertreter der iranischen Führung zu “eliminieren”, ohne dass weitere Genehmigungen erforderlich seien. Die Tötung Laridschanis gilt als der schwerste Schlag für die Führung in Teheran seit der Tötung von Irans oberstem Führer, Ajatollah Ali Chamenei, am ersten Kriegstag Ende Februar.
Am Ende des Beitrags der Tagesschau wird dann immerhin noch der Sprecher des Kreml mit einer abweichenden Sprache zitiert:
Moskau spricht von Mord
Russland kritisierte unterdessen die gezielte Tötung von Mitgliedern der iranischen Führungsspitze. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete Laridschanis Tötung als Mord. Man verurteile unmissverständlich alle Handlungen, die darauf abzielten, Mitglieder der Führung Irans zu ermorden oder zu eliminieren, sagt Peskow vor der Presse.
Von alleine kommt die Tagesschau-Redaktion nicht auf die Idee, sich einer den Tatsachen entsprechenden Sprache zu bedienen. Offensichtlich hat sich die Tagesschau-Redaktion Angela Merkels Feststellung von 2008 zu Herzen genommen, die Sicherheit Israels – in weitem Sinne interpretiert: das Interesse Israels – gehöre zur deutschen Staatsräson.
„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.“
Mit diesem Credo ist das wöchentliche apolut-Format UNCUT im wesentlichen auf den Punkt gebracht.
Die apolut-Redaktion stellt einmal die Woche einem bekannten Influencer – diese Woche Kayvan Soufi-Siavash – eine Handvoll Fragen, die in der öffentlichen Debatte aktuell die Top-Themen markieren. Dann erhalten wir dazu völlig subjektive Antworten und stellen diese online. That’s it.
Im Anschluss setzten wir auf eine lebhafte Diskussion bei den Konsumenten des Formates, denn die von uns veröffentlichten Antworten entsprechen in der Regel nicht dem aktuellen Mainstream-Narrativ, noch geben sie vor, DIE Wahrheit zu sein.
Sie geben jede Woche die subjektive Meinung des Befragten zum besten. Und damit das Meinungsspektrum möglichst breit bleibt, wechseln jede Woche die Befragten.
Wir wünschen gute Unterhaltung und spannende Diskussionen an den Stammtischen und in den Foren!
Bei den jüngsten Landtagswahlen gingen die zwei Parteien als Sieger hervor, die dort auch die letzten zehn Jahre regiert haben. Ein Zeichen der soliden wirtschaftlichen und sozialen Stabilität ist es aber keinesfalls: Wichtige Branchen des Bundeslandes, vor allem die Autoindustrie, verzeichnen deutliche Gewinneinbrüche, viele Arbeitsplätze sind in Gefahr. Mit Baden-Württemberg begann in Deutschland eine Serie von Landtagswahlen, die zugleich ein Stimmungstest für die Bundesregierung sein sollen. Eine neue Folge der O-Töne. Von Valeri Schiller.
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„Hier das vorläufige Ergebnis: Die Grünen kommen auf 30,2 Prozent der Stimmen, gefolgt von der CDU mit 29,7. Dahinter die AfD mit 18,8 und die SPD mit 5,5 Prozent. FDP und Linke schaffen es nicht in den Landtag.“
Cem Özdemir (Bündnis ’90/Die Grünen), designierter Ministerpräsident von Baden-Württemberg, am 8. März 2026
„So oder so wird es ein Kapitel sein, das wir nicht alleine schreiben, sondern wir werden es schreiben mit einem Koalitionspartner. Darum sage ich hier: Egal, wie es nachher endgültig ausgeht, das wird und es muss eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein. Eine, die das Landeswohl im Interesse hat, und darum will ich von hier aus auch ein Wort richten an die Mitbewerber und Mitbewerberinnen und den Partner, mit dem wir zehn Jahre das Land gut und erfolgreich zusammen regiert haben. Die letzten zehn Tage, so ist es im Wahlkampf manchmal, waren etwas zugespitzter, aber der Maßstab sollte sein die letzten zehn Jahre. Und die Erfolge, die wir eingefahren haben, das waren gemeinsame Erfolge, und der Koalitionspartner hat jeden Grund, auf diese Erfolge genauso stolz zu sein, wie wir es sind.“
Mario Voigt (CDU), Ministerpräsident von Thüringen, am 9. März 2026
„Cem Özdemir hat letztlich eine Politik gemacht und einen Wahlkampf, der im Prinzip eine Kopie der CDU-Politik gewesen ist. Wenn man das mal addiert – die Stimmen der Grünen und die Stimmen der CDU, dann hat die CDU eigentlich 60 Prozent in Baden-Württemberg geholt. (…)
Es gibt ein Patt im Parlament. Bei den Erststimmen liegt die CDU 400.000 Stimmen vor Ihnen [den Grünen; die Red.]. Das bedeutet, sie hat 56 von 70 Wahlreisen direkt gewonnen. Bei so einem Patt einen politischen Alleinstellungsanspruch zu formulieren, ignoriert schon den Wählerwillen.“
(Quelle: Hart aber fair, ab Minute 4:47 und ab Minute 7:32)
Markus Frohnmaier, AfD-Spitzenkandidat Baden-Württemberg, am 8. März 2026
„Am Ende vom Tag ist es egal, ob der Ministerpräsident Özdemir oder Hagel heißt. Unsere Bürger bekommen Politik, die grün ist. Und grüne Politik für Baden-Württemberg bedeutet Jobverlust, Arbeitsplatzverlust, Deindustrialisierung. Und das ist nicht gut für unsere Heimat. (…)
Es steht nicht gut um Baden-Württemberg und diejenigen, die eigentlich dafür verantwortlich sind, wurden heute Abend leider bestätigt. Aber ich glaube, die nächste Zeit wird eben zeigen, dass mit dieser Politik, wenn sich dann nicht etwas ganz massiv ändert, Baden-Württemberg ein neues Detroit wird. Wir wollen das nicht. Wir wollen auch Zukunft. (…)
Manuel Hagel hat immer noch die Chance, dafür zu kämpfen und zu arbeiten, dass hier in Baden-Württemberg eine konservativ-bürgerliche Politik gestaltet wird. Die AfD hat die Hand ausgestreckt.“
(Quelle: phoenix, ab Minute 1:53:09 und ab Minute 1:54:57 und ab Minute 1:55:44)
Andreas Stoch, SPD-Spitzenkandidat Baden-Württemberg, am 8. März 2026
„Zunächst ist es für uns als SPD wirklich ein niederschmetterndes Ergebnis. Das muss man ganz klar sagen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ein einstelliges Wahlergebnis der SPD kommentieren muss. (…)
Wir haben nicht nur die sozialen Themen angesprochen, wir haben im Kern das Thema Wirtschaft, aber vor allem auch sichere Arbeitsplätze angesprochen. Das ist auch nach den Erhebungen, die wir kennen, ein ganz wichtiges Thema für viele Menschen. Aber das Problem ist, sie sind gar nicht in die Nähe der inhaltlichen Diskussion gekommen. Özdemir hat ja den Wahlkampf nicht gewonnen, weil er ein tolles Wirtschaftsprogramm hat. Es war nur an der Oberfläche, und was mir dabei immer wieder verloren ging, leider auch in der Rezeption durch die Medien, ist die Frage, was soll sich denn ändern, wenn genau die zwei Parteien, die die letzten zehn Jahre regiert haben, Grüne und CDU, jetzt einfach weiterregieren.“
(Quelle: phoenix, ab Minute 2:00:04 und ab Minute 2:01:06)
„Stuttgarter Zeitung“ & „Stuttgarter Nachrichten“ am 11. März 2026
„Für Porsche war das vergangene Jahr zum Vergessen. Die Milliardenkosten für die Verbrenner-Verlängerung haben den Gewinn des Sportwagenbauers 2025 größtenteils aufgezehrt. Das Ergebnis nach Steuern bricht im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein, so der Konzern.“
„Cem Özdemir wie Winfried Kretschmann tun so, als hätten sie mit der Partei nichts zu tun. De facto haben wir nicht zuletzt in Berlin eine grüne Partei, die linksaußen angesiedelt ist, die mit Antisemiten koaliert, die wirtschaftspolitisch hier auch in Baden-Württemberg ganz viel Mist gebaut hat, die bildungspolitisch schlecht ist. Und dann haben die so ein Rollenverständnis, und es liegt auch daran, dass unsere Kollegen, die meisten Journalisten, lieben die Grünen so sehr, dass man diesen Quatsch den Leuten durchgehen lässt.“
„2026 – ein Super-Wahljahr und der Stimmungstest für die Bundesregierung. Wahlen in gleich fünf Bundesländern. Nach dem Sieg von Cem Özdemir von den Grünen in Baden-Württemberg steht schon in zwei Wochen die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an. Nach 35 Jahren an der Macht könnte die SPD mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer das Amt an Gordon Schnieder von der CDU verlieren. Umfragen sehen hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Anfang September folgt dann Sachsen-Anhalt. Hier hat Reiner Haseloff das Zepter an Sven Schulze übergeben in der Hoffnung, dass dieser in den verbleibenden Monaten ein wenig Amtsbonus für die Wahl bekommt. Denn die AfD liegt seit Langem in Umfragen um die 40 Prozent und damit weit vor der regierenden CDU. Am 20. September wählen dann Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In der Hauptstadt geht es um das Schicksal von CDU-Bürgermeister Kai Wegner. Und in Mecklenburg-Vorpommern drohen SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig laut Umfragen schwere Verluste. Die Regierungsbildung wird auch hier schwierig, denn die AfD liegt mit Abstand vorn und könnte das Regieren schwer machen.“