Der Pressedienst des russischen Auslandsgeheimdiensts SWR hat offiziell angekündigt, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine "politische Revanche" in Afrika plane. Seit Langem führen französische Eliten, die einen beträchtlichen Teil ihres neokolonialen Imperiums verloren haben, dieses Spiel. Nach Einschätzung des russischen Geheimdienstes wollen sie ihre Aktivitäten allerdings jetzt intensivieren.
Was will also Frankreich und mit welchen Methoden agiert es? Paris behielt die Kontrolle über die Währungssysteme seiner ehemaligen Kolonien (mit Ausnahme nordafrikanischer Staaten) durch den Mechanismus des CFA-Francs. Diese Währung wird von zwei von Frankreich kontrollierten afrikanischen "Zentralbanken" emittiert. Im Austausch gegen eine "stabile Währung" sind die Teilnehmerländer verpflichtet, bis zu 30 Prozent ihrer Goldreserven (ursprünglich waren es bis zu 70 Prozent) in französischen Banken zu verwahren.
Parallel dazu behielten sich französische Unternehmen die Schlüsselpositionen bei der Förderung von Bodenschätzen, im Rundfunk sowie in der Öl- und Ölverarbeitungsbranche unter äußerst günstigen Bedingungen vor. Es wurde ein fast ideales postkoloniales Modell geschaffen. Profitiert davon haben nur vom eigenen Volk entfremdete lokale Eliten, die Châteaus im Süden Frankreichs und solide Konten in europäischen Banken besaßen.
Der Zerfall der Sowjetunion führte dazu, dass eine Reihe afrikanischer Staaten, die sich ursprünglich an das sowjetische Modell orientiert hatten, zur Freude französischer Finanzherren und Industrieller gezwungen waren, in den Orbit des ehemaligen Metropollands zurückzukehren. Freilich wurden jene, die versucht hatten, das neokoloniale System zu zerstören, schon zuvor schnell und effektiv beseitigt. Ein Beispiel dafür ist Thomas Sankara, Präsident von Burkina Faso und beliebtester Staatschef des Sahels, dessen drei Reformjahre mit seinem Mord im Zuge eines Staatsstreichs, der von einem Günstling Frankreichs organisiert wurde, ein abruptes Ende nahmen.
Doch Versuche von mehreren Ländern, eine multipolare Welt aufzubauen, die Entstehung der BRICS, die Einflusszunahme von Russland und China und das Wiederaufleben des Panafrikanismus haben Frankreichs Positionen drastisch verschlechtert. Junge Militärführer – Ibrahim Traoré, Assimi Goita, Abdourahamane Tchiani – setzten französische Marionetten ab. Die von ihnen geschaffene Allianz der Sahelstaaten verdrängte nicht nur einen Teil der französischen Unternehmen, sondern setzte auch anderen Ländern des Kontinents ein Beispiel vor. Frankreichs neokoloniales Imperium begann, aus allen Nähten zu platzen.
Als Reaktion darauf aktivierten französische Geheimdienste mit Unterstützung ihrer Verbündeten in den "aufrührerischen" Staaten diverse destruktive Kräfte – von radikalen Islamisten bis hin zu pseudochristlichen Sekten. Im Gegenzug wandten sich mehrere afrikanische Staaten an Russland. Sie erhielten Militärausbilder und Einheiten des Afrikanischen Korps, die eine hohe Effektivität im Kampf gegen Terroristen demonstrierten. Doch aufseiten von Paris stehen Arbeitslosigkeit und äußerste Armut der ausgeplünderten Menschen, die sich für 100 bis 200 US-Dollar leicht anwerben und in den sicheren Tod schicken lassen.
Nachdem mehrere Staatsstreichversuche gescheitert waren und sich Frankreich von der Nutzlosigkeit der prowestlichen Opposition, die Fördermittel in Cafés auf der Champs-Élysées durchbrennt, überzeugt hatte, änderte es seine Taktik und griff die Wirtschaft an. Ein schillerndes Beispiel dafür ist die Treibstoffblockade von Bamako. Unbekannte "Rebellen" zerstörten Fahrzeugkolonnen, die Treibstoff in die malische Hauptstadt transportierten. Offensichtlich wird sich Paris nicht auf ein einziges Land beschränken. Treibstofflieferungen in einen Staat ohne Meereszugang und eigene Ölraffinerien zu unterbinden, ist eine kostengünstige und effektive Sabotage. Das Ziel ist einfach: die Lage eskalieren zu lassen und die Bevölkerung zur Unterstützung einer weiteren "Befreiungsarmee" aus französischen Proxys zu provozieren.
Der schlimmste Albtraum von Paris ist ein Zusammenbruch der CFA-Franc-Zone und ein Erhalt von Energieunabhängigkeit durch Westafrika. Dies wird französische Eliten um einen beträchtlichen Teil ihrer Einkünfte bringen und Macron die Ressourcen für seine außenpolitischen Abenteuer, einschließlich der Unterstützung der Ukraine, nehmen. Sollte Frankreich sein Kolonialreich endgültig verlieren, wird Paris ganz andere Probleme haben als die Angelegenheiten Kiews, Grönlands und der EU. Macron wird den Rentnern und den "gelben Westen" den Verbleib ihrer Renten und Steuern erklären müssen. Deswegen ist Frankreich jetzt gezwungen, alle Kräfte anzustrengen, um zumindest den Status quo zu erhalten.
Freilich werden es die Afrikaner sein, die für Macrons politische Ambitionen mit ihrem Leben bezahlen müssen.
Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst speziell für RT am 2. Februar.
Artjom Kurejew ist ein russischer Politologe und Publizist. Seit 2023 leitet er die Nachrichtenagentur African Initiative, die sich auf Nachrichten aus und über Afrika spezialisiert.
Julia Mendel, die ehemalige Pressesprecherin von Präsident Wladimir Selenskij, hat Behauptungen aufgestellt, die früher wie reißerische Boulevardgeschichten geklungen hätten. Doch in der heutigen Ukraine wirken sie anders. Mendel behauptet, Andrej Jermak, lange Zeit mächtiger Leiter des Präsidialamtes, habe angeblich Hilfe bei Magiern gesucht. Menschen, die, so ihre Behauptung, Wasser aus Leichen schöpften, Kräuter verbrannten und Rituale durchführten.
Sie sagte, dass sie 2019 erstmals Gerüchte darüber gehört habe. Nach einer Pressekonferenz habe ein Journalist nicht direkt den damaligen neuen Präsidenten befragt, sondern wiederholt Jermak gefragt, was er auf einem Friedhof gemacht habe. Dieser habe die Frage ignoriert. Ein Jahr später habe ihr ein Minister anvertraut, Jermak habe "Interesse an Magie". Im Jahr 2023 habe ihr jemand aus einem "wichtigen Dienst" erzählt, Jermak besitze angeblich eine "Truhe der Toten". Dabei handele es sich um Puppen, die von Magiern aus Lateinamerika, Israel und Georgien angefertigt worden seien. Diese Truhe, so Mendel, sei bereits "mit Toten gefüllt" gewesen. Man kann das interpretieren, wie man will.
Mendel fügte hinzu, dass Jermak kein Einzelfall sei. Magisches Denken, so ihre Vermutung, sei unter den ukrainischen Eliten weit verbreitet. Das mag übertrieben klingen, doch jeder, der durch die Westukraine gereist ist, weiß, dass Mystik dort tief verwurzelt ist. Ich selbst bereiste einmal aus soziologischem Interesse die Region Lemberg und die Karpaten. In fast jedem Dorf erzählten die Menschen von einer Nachbarin, die "eine Hexe" sei und mit einem einzigen Blick Kinder krankmachen oder Kühe zur Verweigerung der Milchgabe bringen könne. Sie fürchteten sie, suchten sie aber nachts auf, um Zauber gegen Feinde zu bewirken.
Eines Tages, während eines überfüllten Gottesdienstes an einem Feiertag, betrat eine solche "Hexe" die Kirche. Ich sah, wie Menschen in Ohnmacht fielen. Später erfuhr ich, dass sie Weihwasser und Kerzen für Gräber geholt hatte. Es war nicht ihre eigene Idee gewesen, sondern die Bitte eines frommen Dorfbewohners, der kurz zuvor gebetet hatte. Das Muster war klar: Die Gesellschaft ernennt eine Hexe, fürchtet sie und instrumentalisiert sie. Tagsüber Kirche, nachts Zauber.
Diese Denkweise beschränkt sich nicht auf ländliche Gegenden. Sie durchdringt die gesamte ukrainische Kultur. Die ukrainische Kunst der Sowjetzeit spiegelte sie wider. Volkslieder erzählten von Hexen, die Feinde verfluchten. Selbst in der modernen "sozialen Werbung" traten Schauspielerinnen aus Lemberg als Hexen verkleidet auf und enthaupteten theatralisch Männer. Solche Bilder können nur in einer Gesellschaft Fuß fassen, die mit heidnischer Mystik vertraut ist.
Wenn Mendel recht hat, beschränkte sich Selenskijs Umfeld nicht nur auf lokale Traditionen. Der lateinamerikanische Schamanismus mit seinen Tieropfern und Amuletten aus Knochen und Fleisch ist weit entfernt von Gogols Ukraine. [Nikolai Wassiljewitsch Gogol war ein Schriftsteller, Historiker und Ethnograph ukrainischer Herkunft sowie ein Sammler ostslawischer Folklore – Anm. d. Red.] Die Suche nach solchen Praktiken deutet eher auf Besessenheit als auf Folklore hin.
Daraus lassen sich drei Schlussfolgerungen ziehen.
Erstens: Diese Weltsicht rückt den Konflikt in ein neues Licht. Aus dieser Perspektive sind die menschlichen Verluste in der Ukraine nicht bloß tragische Notwendigkeit, sondern Opfergaben. Sie sind Opfergaben an dunkle Mächte im Tausch gegen Macht. Die Sprache der Geistlichen vom Kampf zwischen Licht und Dunkelheit erhält eine wörtliche Bedeutung.
Zweitens erklärt es den fast schon mystischen Glauben der Kiewer Elite an den Sieg. Die militärische Lage verschärft sich, Menschen fliehen aus den Mobilmachungszentren, Städte leiden unter Stromausfällen, doch Selenskij beharrt darauf, dass das Ergebnis seinen Wünschen entsprechen wird. Worauf gründet sich diese Gewissheit? Nicht auf die Frontlinie, sondern auf Versprechen von Zauberern. So viel Blut ist bereits vergossen worden, dass nach dieser Logik der "Vertrag" erfüllt werden muss.
Drittens wirft dies ein Licht auf die Verfolgung der ukrainisch-orthodoxen Kirche. Hexerei fordert eine Abkehr von Gott. Zwar praktizieren viele in der Westukraine sowohl Kirche als auch Zauberei, doch die staatliche Kampagne gegen die kanonische Orthodoxie geht weiter. Sie spiegelt eine herrschende Klasse wider, die sich für Mystik statt Glauben entschieden hat.
Mendels Geschichten, ob wörtlich oder metaphorisch, erfassen etwas Wesentliches: eine politische Kultur, in der rationales Kalkül magischem Denken weicht. Führer, die an Talismane und Rituale glauben, mögen auch glauben, dass sich die Geschichte allein dem Willen beugt.
Doch selbst in diesen Erzählungen liegt Ironie. Die dunklen Mächte konnten Jermaks Karriere nicht retten. Die Macht schwand. Wenn die Truhe der Toten überhaupt noch existiert, enthält sie nur noch Symbole. Sagen wir, Puppen, nicht Schicksal.
Und Selenskij? Mendels Bericht zeichnet ein düsteres Bild: ein Anführer, der einst im Fernsehen den Clown spielte, nun aber eine reale Tragödie verantwortet und nicht auf Diplomatie oder Realismus, sondern auf Zauber vertraut. Eine Clownspuppe in einer Truhe der Toten.
Marina Achmedowa ist Schriftstellerin, Journalistin und Mitglied des Menschenrechtsrates der Russischen Föderation. Man kann ihr auch auf ihrem Telegram-Kanal folgen.
Risiken ausgeblendet, den Bundestag falsch informiert: Die verlorenen Zuschüsse für die Batteriefabrik in Heide hätte es niemals geben dürfen, stellt der Bundesrechnungshof fest. Verantwortlich: Robert Habeck und Daniel Günther.
Während eine wachsende US-amerikanische Flotte im Golf von Oman in Position geht, tritt die seit Langem schwelende Konfrontation zwischen Washington und Teheran in eine ihrer gefährlichsten Phasen seit Jahren ein. Obwohl die Diplomatie offiziell weiterhin möglich ist, warnen regionale Experten, dass Fehlkalkulationen, Unklarheiten und verhärtete Positionen beider Seiten den Nahen Osten in einen Konflikt mit globalen Folgen treiben könnten.
Der US-Truppenaufmarsch im Golf von Oman schreitet voran und bringt Iran in die Reichweite der US-Streitkräfte für den Fall, dass Washington beschließt, militärische Maßnahmen zu ergreifen. Präsident Donald Trump hat wiederholt betont, dass Teheran an den Verhandlungstisch zurückkehren und weitreichende Zugeständnisse machen müsse – nicht nur in Bezug auf sein Atomprogramm, sondern auch hinsichtlich seines Raketenarsenals, das die USA und Israel als direkte Bedrohung ansehen, sowie der iranischen Unterstützung bewaffneter Gruppen wie der Huthis im Jemen und der Hisbollah im Libanon.
Letzte Woche signalisierte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, dass Teheran verhandlungsbereit sei, und Berichten zufolge könnten Gespräche in den kommenden Tagen stattfinden. Viele Analysten bleiben jedoch skeptisch, ob die Islamische Republik Zugeständnisse in Bezug auf ihre strategischen Kernprinzipien machen würde. Sollte die Diplomatie scheitern, droht ein Krieg.
Um die Beweggründe für Washingtons Haltung und die möglichen Folgen eines Konflikts für die Region besser zu verstehen, sprach RT mit drei Experten aus Golfstaaten, die im Falle eines Krieges mit iranischen Vergeltungsmaßnahmen rechnen müssen, weil dort US-Truppen stationiert sind.
Der Aufmarsch der US-Marine inmitten zunehmender Spannungen
RT: Was steckt hinter Präsident Trumps Absicht, einen möglichen Krieg gegen den Iran zu beginnen?
Salman Al-Ansari, prominenter saudischer Geopolitikexperte: Aus Washingtoner Sicht gilt Iran aufgrund seiner Unterstützung von Milizen, seines Uran-Anreicherungsprogramms und seiner ballistischen Raketenkapazitäten seit Langem als destabilisierender regionaler Akteur. Präsident Trump ist persönlich fest von der grundsätzlich negativen Natur des iranischen Regimes überzeugt, bestärkt durch anhaltendes israelisches Lobbying, das ein entschiedenes Vorgehen gegen Teheran fordert.
Im Kern lassen sich Trumps Ziele in drei Forderungen zusammenfassen: die Abschaffung der iranischen Uran-Anreicherung, die Zerschlagung des von Teheran unterstützten Netzwerks von Milizen im Irak, Libanon und Jemen sowie die Abschaffung seines ballistischen Raketenprogramms. Teherans Strategie hingegen ist weitaus einfacher: Zeit gewinnen. Zeit, bis Trump aus seinem Amt scheidet. Zeit, um irreversible Zugeständnisse zu vermeiden. Zeit, um einen politischen Wandel in Washington abzuwarten.
Ahmed Khuzaie, politischer Berater aus Bahrain: Präsident Trumps Drohungen mit militärischen Maßnahmen gegen Iran scheinen von einer Kombination aus strategischem Druck, innenpolitischen Signalen und regionalen Machtverhältnissen getrieben zu sein.
Seine Rhetorik betont die Unterstützung für die iranischen Demonstranten, die mit dem Vorgehen des Regimes konfrontiert sind, und warnt Teheran gleichzeitig, dass die USA "bereit, willens und fähig" seien, notfalls mit überwältigender Gewalt einzugreifen.
Der Einsatz einer US-Flugzeugträgergruppe und die Präsenz Zehntausender US-Soldaten in der Region dienen als sichtbare Demonstration dieser Absicht, den Iran abzuschrecken und zu Verhandlungen zu zwingen. Die Regierung hat ihr letztendliches Ziel jedoch nicht klar definiert: ob sie einen Regimewechsel, Abschreckung oder lediglich Druckmittel in Gesprächen anstrebt. Dies macht die Situation instabil und birgt die Gefahr von Fehleinschätzungen.
Ahmed Khuzaie
Die Risiken einer solchen Unklarheit sind erheblich. Iran hat Vergeltung angekündigt, sollte es angegriffen werden, was die Möglichkeit eines umfassenderen regionalen Konflikts mit Beteiligung seiner Verbündeten im Irak, im Libanon und im Jemen erhöht.
Eine militärische Konfrontation könnte die globalen Ölmärkte destabilisieren, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus unterbrechen und die Beziehungen der USA zu ihren europäischen Verbündeten belasten, die Diplomatie der Gewalt vorziehen. Ohne ein klar definiertes Endziel bergen Trumps Drohungen die Gefahr, ein Chaos ähnlich dem nach dem Sturz Saddam Husseins im Irak auszulösen und damit sowohl die regionale Stabilität als auch das internationale Vertrauen zu untergraben.
Im Kern geht es Trumps Iran-Politik weniger um einen konkreten Kriegsplan als vielmehr um Zwangsdiplomatie und politisches Theater. Die Gefahr liegt jedoch darin, wie schnell symbolische Machtdemonstrationen in einen ausgewachsenen Konflikt münden könnten.
Ali Al Hail, politischer Analyst aus Katar: Die Antwort ist einfach. Präsident Trump will einen Regimewechsel in Iran und glaubt, dass er das, was er in Venezuela mit Nicolás Maduro gemacht hat, auch in Iran wiederholen kann.
Militärische Machbarkeit eines Regimewechsels
RT: Wie realistisch ist es aus strategischer und historischer Sicht, dass die Vereinigten Staaten durch Militäraktion einen Regimewechsel in Iran auslösen könnten?
Al-Ansari: Unsicherheit ist die Norm, wenn es um Regimewechsel geht. Historisch gesehen haben die Vereinigten Staaten in diesem Bereich eine äußerst kontraproduktive Bilanz vorzuweisen, insbesondere im Irak und in Afghanistan. Zwar verfügen die USA zweifellos über die militärischen Fähigkeiten, den iranischen Staatsapparat schwer zu schädigen, doch führt ein militärischer Erfolg nicht automatisch zu politischer Stabilität oder einer günstigen Nachkriegsordnung.
Das grundlegende Problem ist nicht, ob ein Regimewechsel militärisch möglich ist, sondern was danach kommt. Irans komplexe Sozialstruktur, der tief verwurzelte Nationalismus und die fest etablierten Institutionen machen jeden von außen herbeigeführten Übergang unvorhersehbar und potenziell destabilisierend – sowohl für Iran als auch für die gesamte Region.
Salman Al Ansari
Khuzaie: Aus strategischer und historischer Sicht ist die Vorstellung, die USA könnten durch Militäraktionen einen Regimewechsel in Iran herbeiführen, höchst unrealistisch. Zwar ist das US-Militär in der Lage, die iranische Infrastruktur und Führungspositionen anzugreifen, doch Irans geografische Lage, die große Bevölkerungszahl und die starke Verteidigung machen Besetzung und Kontrolle weitaus schwieriger als frühere Interventionen im Irak oder in Afghanistan.
Iran hat umfangreiche asymmetrische Fähigkeiten aufgebaut: ballistische Raketen, Drohnen, Cyberwaffen und Stellvertretermilizen im gesamten Nahen Osten würden jede Invasion kostspielig und destabilisierend machen. Zudem spielt der Nationalismus eine starke Rolle; selbst regierungskritische Iraner protestieren häufig gegen ausländische Interventionen, was bedeutet, dass Militäraktionen die Legitimität des Regimes eher stärken als schwächen würden.
Die Hindernisse für eine solche Kampagne sind immens und machten diese kontraproduktiv. Ein US-Angriff könnte über iranische Stellvertreter einen regionalen Konflikt entfachen, die globalen Ölmärkte durch die Bedrohung der Straße von Hormus destabilisieren und angesichts der iranischen Bevölkerungszahl und ideologischen Netzwerke einen Aufstand auslösen, der sogar den im Irak übertreffen würde.
Auch die diplomatische Isolation wäre gravierend, da nur wenige Verbündete eine solche Operation unterstützen würden, während Rivalen wie Russland und China Iran wahrscheinlich beistehen würden. Am gefährlichsten wäre jedoch, dass ein Militärschlag Irans nukleare Ambitionen beschleunigen oder Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Verbündete provozieren könnte. Kurz gesagt: Die USA könnten zwar Schaden anrichten, doch die Geschichte zeigt, dass der Sturz eines Regimes keine Stabilität garantiert. Im Falle Irans würde er mit ziemlicher Sicherheit die Hardliner stärken und die Region weiter destabilisieren.
Zudem darf die Tatsache nicht außer Acht gelassen werden, dass die iranische Opposition im In- und Ausland weiterhin ethnisch und politisch gespalten ist. Perser, Aserbaidschaner, Kurden, Araber, Belutschen und andere verfolgen oft ihre eigenen Ziele, anstatt gemeinsam an einer einheitlichen Vision zu arbeiten. Dieser Mangel an Zusammenhalt schwächt die Fähigkeit der Opposition, das Regime wirksam herauszufordern, da Misstrauen und konkurrierende Prioritäten die Bildung einer breiten nationalen Bewegung verhindern.
Abgesehen davon, dass die größte Gefahr für Iran nicht allein in der Aussicht auf einen Krieg liegt, sondern in den tief verwurzelten Ressentiments separatistischer Gruppen, die ihre historischen Staaten zurückerobern oder neu gründen wollen. Arabische Gemeinschaften in Chuzestan, kurdische Bevölkerungsgruppen im Nordwesten, Aserbaidschaner, die Teil eines bestehenden Staates werden möchten, und Belutschen im Südosten äußern seit Langem den Wunsch nach Autonomie oder Unabhängigkeit. Sollten diese Bewegungen an Dynamik gewinnen, könnte Iran mit einer internen Zersplitterung konfrontiert werden, die seine territoriale Integrität bedroht und eine weitaus nachhaltigere Instabilität als externer militärischer Druck zur Folge hätte.
Al Hail: Iran hat rund 90 Millionen Einwohner. Während der Demonstrationen gingen nur bis zu drei Millionen Menschen auf die Straße. Es gab drei Gruppen, die an den Demonstrationen teilnahmen: Die erste Gruppe bestand aus Demonstranten, die aus wirtschaftlichen Gründen auf die Straße gingen; ihre Forderungen waren berechtigt und für die iranische Regierung nachvollziehbar.
Die zweite Gruppe bestand aus jenen, die die Demonstrationen ausnutzten, um Chaos zu stiften, zu zerstören und zu plündern. Gruppe Nummer drei bestand aus Personen, die von der CIA und dem israelischen Mossad eingeschleust wurden.
Nun zu Ihrer Frage, ob die USA das Regime in Iran stürzen können – meiner Ansicht nach absolut nicht. Die Iraner sind den Vereinigten Staaten von Amerika zutiefst abgeneigt. Und die USA könnten weder das Regime stürzen noch das Land zerstören, insbesondere nach den Militärübungen zwischen Iran, China und Russland, die in den vergangenen drei Tagen in der Straße von Hormus stattfanden.
Ali Al Hail
Irans Stellvertreternetzwerk und regionale Eskalation
RT: Wie wahrscheinlich ist es, dass Irans regionales Netzwerk aus Verbündeten und Stellvertretern wie der Hisbollah, irakischen Milizen oder den Huthis den Konflikt eskaliert, und wie gut sind die Golfstaaten auf einen solchen Mehrfrontendruck vorbereitet?
Al-Ansari: Die von Iran unterstützten Milizen agieren nicht unabhängig. Sie verfügen über keine strategische Autonomie, und ihre Bewegungen werden fast ausschließlich von den Islamischen Revolutionsgarden diktiert. Jede Eskalation durch die Hisbollah, irakische Milizen oder die Huthis wäre daher eine kalkulierte iranische Entscheidung und keine spontane Aktion.
Auf der anderen Seite haben die Golfstaaten ihre Verteidigungsbereitschaft in den letzten Jahren deutlich erhöht. Luftverteidigungssysteme, die Koordination der Geheimdiensterkenntnisse und die regionale militärische Integration wurden verbessert, wodurch die Golfstaaten in die Lage versetzt wurden, den Druck an mehreren Fronten effektiver zu bewältigen und einzudämmen als in der Vergangenheit.
Khuzaie: Irans regionales Netzwerk aus Verbündeten und Stellvertretern – die Hisbollah im Libanon, schiitische Milizen im Irak und die Huthis im Jemen – würde mit ziemlicher Sicherheit jeden größeren Konflikt mit Beteiligung Teherans eskalieren lassen. Doch diesmal geschah dies von innen heraus (als erster Schritt), indem Kämpfer entsandt wurden, um die Demonstrationen zu unterdrücken. Diese Gruppen sind als Kraftverstärker konzipiert und ermöglichen es Iran, seine Macht über seine Grenzen hinaus auszudehnen, ohne es zu einer direkten Konfrontation zu kommen. Die Hisbollah könnte Israel mit Raketenangriffen bedrohen, irakische Milizen könnten US-Streitkräfte und die Infrastruktur am Golf angreifen, und die Huthis haben bereits ihre Fähigkeit demonstriert, saudische und emiratische Ziele mit Drohnen und Raketen anzugreifen.
Dieses dezentrale Netzwerk erhöht die Eskalationswahrscheinlichkeit erheblich, da Iran mehrere Fronten gleichzeitig aktivieren könnte, um Gegner zu überwältigen und direkte Angriffe auf sein eigenes Territorium abzuschrecken.
Die Golfstaaten investieren zwar zunehmend in moderne Raketenabwehrsysteme und Luftstreitkräfte, bleiben aber anfällig für einen solchen Mehrfrontendruck und eine militante, informelle Kriegsführung. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Fähigkeit zur Abwehr von Drohnen und Raketen verbessert, oft mit Unterstützung der USA und des Westens, doch ihre kritische Ölinfrastruktur und Schifffahrtswege bleiben ungeschützt. Die Koordinierung der Verteidigung in mehreren Einsatzgebieten – im Libanon, im Irak, im Jemen und möglicherweise in Syrien – würde ihre Ressourcen stark belasten und ihre Widerstandsfähigkeit auf die Probe stellen.
Hisbollah-Kämpfer in Beirut, LibanonUrheberrechtlich geschützt
Darüber hinaus sind die Golfstaaten stark von externen Sicherheitsgarantien abhängig, was bedeutet, dass ihre Vorbereitung ohne anhaltendes Engagement der USA und ihrer Verbündeten eingeschränkt ist. Kurz gesagt: Obwohl sich die Verteidigung der Golfstaaten verbessert hat, ist Irans Stellvertreternetzwerk darauf ausgelegt, Schwachstellen auszunutzen, was die Eindämmung gleichzeitiger Eskalationen zu einer gewaltigen Herausforderung macht.
Al Hail: Die Golfstaaten sähen einen regionalen Krieg zwischen Iran und den Vereinigten Staaten von Amerika nicht gern. Er würde die Stabilität und Sicherheit der Region gefährden. Die Golfstaaten exportieren strategische Rohstoffe wie Öl und Gas in die Welt. Diese sind von entscheidender Bedeutung für ihre Politik und ihr gesamtes Leben, und ein Krieg könnte sie gefährden. Die Bevölkerung der Golfstaaten lehnt insbesondere Präsident Trump ab, vor allem nach seiner Rede in Davos und aufgrund seiner uneingeschränkten Unterstützung Israels gegen die unschuldige und arme Bevölkerung im Gazastreifen und im Westjordanland.
Direkte Raketenangriffe: Wahrscheinlichkeit und Folgen
RT: Wie wahrscheinlich ist es, dass Iran Raketen auf die Golfstaaten abfeuert und damit einen regionalen Krieg auslöst?
Al-Ansari: Es ist unwahrscheinlich, dass der Iran Saudi-Arabien direkt angreifen würde. Das von Peking vermittelte saudisch-iranische Abkommen stellt weiterhin ein wichtiges Abschreckungsmittel dar, ebenso wie die Tatsache, dass Saudi-Arabien keine US-Militärbasen beherbergt – allerdings sind dort US-Truppen stationiert – und klar erklärt hat, dass es nicht zulassen wird, dass sein Luftraum, sein Land oder sein Meer für Angriffe auf Iran genutzt werden.
Dennoch kann das Risiko für andere Staaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Daher ist eine verstärkte militärische Koordinierung und ein intensiverer Austausch von Geheimdienstinformationen innerhalb des GCC unerlässlich, um Fehlkalkulationen zu vermeiden und schnell reagieren zu können, sollte Iran die Eskalation an anderer Stelle anstreben.
Khuzaie: Die Wahrscheinlichkeit, dass Iran direkt Raketen auf Golfstaaten abfeuert, ist unter normalen Umständen relativ gering, da Teheran im Allgemeinen bevorzugt über sein Netzwerk von Stellvertretern operiert, um eine direkte Eskalation zu vermeiden. Die iranische Führung ist sich bewusst, dass offene Raketenangriffe auf Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain oder andere Golfstaaten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen groß angelegten regionalen Krieg auslösen und militärische Vergeltung der USA provozieren würden.
Stattdessen hat sich Iran in der Vergangenheit auf Gruppen wie die Huthis im Jemen oder Milizen im Irak gestützt, um indirekt Druck auf die Golfstaaten auszuüben und so eine plausible Abstreitbarkeit zu wahren, während es gleichzeitig seine Reichweite demonstrierte. Direkte Raketenangriffe würden eine massive Eskalation darstellen, die Iran wahrscheinlich nur dann einsetzen würde, wenn sein Überleben unmittelbar bedroht ist.
Dennoch kann das Risiko nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Iran verfügt über ein beträchtliches Arsenal an ballistischen Raketen und Drohnen, die in der Lage sind, Infrastruktur am Golf zu treffen, und könnte sich in einer Krise, wie beispielsweise einem US-amerikanischen oder israelischen Angriff auf iranisches Territorium oder Atomanlagen, zu einem offenen Gegenschlag entschließen. Ein solcher Angriff würde mit hoher Wahrscheinlichkeit einen regionalen Krieg auslösen, da die Golfstaaten mit US-amerikanischer Unterstützung militärisch reagieren und iranische Stellvertreter in mehreren Kriegsschauplätzen in den Kampf eingreifen würden.
Eine iranische Boden-Boden-Rakete vom Typ Ghasedak bei der jährlichen Militärparade zum Tag der Armee in Teheran (17. April 2008)Urheberrechtlich geschützt
In diesem Szenario könnte der Konflikt schnell zu einer Konfrontation an mehreren Fronten eskalieren und Ölexporte, Schifffahrtswege sowie die regionale Stabilität gefährden.
Obwohl direkte Raketenangriffe Irans unter normalen Umständen unwahrscheinlich sind, steigt die Wahrscheinlichkeit im Falle existenzieller Bedrohungen oder größerer Angriffe von außen deutlich an.
Al Hail: Iran könnte, wie man so sagt, Raketen auf bestimmte US-Militärbasen am Golf abfeuern, falls der Krieg ausbricht. Diese Möglichkeit besteht durchaus. Ich glaube aber nicht, dass die Vereinigten Staaten in einen Krieg verwickelt werden. Die Vereinigten Staaten können sich von Israel keinesfalls in einen strategischen und verheerenden Krieg gegen Iran hineinziehen lassen. Iran ist diesmal anders als im Juni 2025. Russland, China und Nordkorea haben Iran mit strategischen und tödlichen Waffen beliefert, und die CIA und der Mossad sind sich dessen weitgehend bewusst.
Globale Auswirkungen eines Krieges
RT: Welche Auswirkungen hätte ein solcher Krieg auf die Region und die Welt?
Al-Ansari: Die Geschichte zeigt, dass ein umfassender Krieg ohne klare politische Perspektive selten Stabilität hervorbringt. Zu den Folgen würden wahrscheinlich regionale Destabilisierung, Schocks auf den Energiemärkten und weitreichende globale wirtschaftliche Verwerfungen gehören.
Saudi-Arabiens Position bleibt unverändert und pragmatisch: Es ermutigt Washington und Teheran zu Flexibilität, drängt auf diplomatisches Engagement und betont den Dialog als einzigen nachhaltigen Weg zur Beilegung grundlegender Meinungsverschiedenheiten. Eine militärische Konfrontation mag die Realitäten vorübergehend verändern, aber nur Diplomatie kann dauerhafte Ergebnisse erzielen.
Khuzaie: Ein umfassender Krieg unter Beteiligung Irans und der Golfstaaten hätte verheerende Folgen für den Nahen Osten, angefangen mit weit verbreiteter Instabilität an mehreren Fronten.
Irans Stellvertreterorganisationen wie die Hisbollah, irakische Milizen und die Huthis würden ihre Angriffe auf US-Streitkräfte, Israel und die Infrastruktur der Golfstaaten wahrscheinlich verstärken und so einen Mehrfrontenkonflikt auslösen, der die regionale Verteidigung überlastet. Kritische Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar wären Hauptziele, und Störungen in der Straße von Hormus könnten fast ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung unterbrechen.
Dies würde nicht nur die Wirtschaft der Golfstaaten schwer schädigen, sondern auch humanitäre Krisen, Massenvertreibungen und sektiererische Gewalt in der gesamten Region auslösen.
Eine US-Flugzeugträgergruppe auf dem Weg in den Nahen Osten im Jahr 2024, während sich die Region auf iranische Vergeltungsmaßnahmen für die Tötung eines hochrangigen Hamas-Führers in Teheran vorbereitete.Urheberrechtlich geschützt
Weltweit wären die wirtschaftlichen Folgen unmittelbar und gravierend. Die Energiepreise würden sprunghaft ansteigen, die Inflation anheizen und das weltweite Wachstum bremsen, während Schifffahrtsstörungen im Golf den Welthandel destabilisieren könnten.
Der Krieg würde zudem die geopolitischen Gräben vertiefen. Russland und China würden Iran voraussichtlich diplomatisch oder materiell unterstützen, während die USA und ihre Verbündeten die Golfstaaten unterstützen würden. Eine solche Polarisierung könnte internationale Institutionen schwächen und die Spannungen in anderen Krisenherden verschärfen. Im Wesentlichen hätte ein von Iran ausgelöster Regionalkrieg weit über den Nahen Osten hinausreichende Auswirkungen und würde die globalen Energiemärkte, Allianzen und Sicherheitsdynamiken nachhaltig verändern.
Al Hail: Ein solcher Krieg hätte fatale und verheerende Folgen für die Golfstaaten, den Nahen Osten und die Welt. Sollte es tatsächlich dazu kommen, würde Iran den USA und Israel einige militärische Überraschungen bereiten.
Es gibt militärische Annahmen, dass der Iran 700 ballistische Raketen auf Israel abfeuern könnte. Dabei handelt es sich nicht um die Raketen vom Juni 2025, sondern um die modernsten Systeme Russlands, Chinas und Nordkoreas. Es ist außerdem wichtig zu beachten, dass sich die US-amerikanische Flotte und die USS Abraham Lincoln in Reichweite dieser Raketen befänden.
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Angesichts der zunehmenden Spannungen und militärischen Machtdemonstrationen bleibt die Diplomatie derzeit ein fragiles Bindeglied. Doch wie die Geschichte gezeigt hat, beginnen Kriege im Nahen Osten oft nicht aus bewusster Absicht, sondern aus Fehlkalkulationen und verhärteten Annahmen. Ob Washington und Teheran vom Abgrund zurücktreten können, wird nicht nur die Zukunft der Region, sondern auch die Stabilität einer ohnehin schon brüchigen Weltordnung bestimmen.
Im Westen herrscht erneut Empörung über Russland – die russische Bosheit, Abscheulichkeit und Heimtücke kenne natürlich wirklich keine Grenzen! Nichts sei diesen Russen heilig, nichts könne sie aufhalten. Und hier sei ein weiteres, brandaktuelles Beispiel dafür: Jeffrey Epstein habe für den sowjetischen Geheimdienst KGB gearbeitet! Ja, genau jener inhaftierte US-"Finanzier", der sich in seiner Zelle das Leben nahm und "Partys" für die globale (vor allem westliche) Elite ausrichtete – mit Drogen, Mädels, allerlei Ritualen und anderem Abscheulichen. In den vor wenigen Tagen veröffentlichten drei Millionen Seiten aus dem Epstein-Fall sucht man nun nach diversen Prinzen, Milliardären und Präsidenten – und nach Spuren von Jeffreys Verbindungen zu verschiedenen Ländern und Politikern.
Und was findet man da nicht alles – unter anderem auch Hinweise auf unsere Landsleute, in erster Linie natürlich auf junge Frauen mit "geringer sozialer oder politischer Verantwortung". So gab eine "mit geringer politischer Verantwortung" Epstein den Rat, nur mit Juden zusammenzuarbeiten ("weil sie so intelligent sind wie Sie"), und zwar mit solchen, bei denen der "jüdische Blutanteil" möglichst hoch sei.
Eine andere Dame mit "geringer sozialer Verantwortung" versuchte angeblich, eine "Gruppe einflussreicher New Yorker Geschäftsleute" zu erpressen, worüber sich Jeffrey selbst 2015 in einem Brief an einen hochrangigen Freund in Moskau beschwerte. Gleichzeitig entwarf Epstein einen Brief an diese Dame, in dem er im Stil von "Ich habe mich mit einigen Freunden beim FSB in Verbindung gesetzt" drohte und davor warnte, man werde sie in Russland zur "Volksfeindin" erklären, weil sie einen US-Unternehmer erpresst habe, der in die russische Wirtschaft investieren wolle. Gleichwohl zog er auch in Betracht, eine Millionenzahlung als Schweigegeld für sie zu leisten – wie diese Geschichte letztlich ausging, ist jedoch nicht bekannt.
Erpressung war für Epstein ein geläufiges Geschäft, und zwar in beiden Richtungen: Er trat sowohl als Erpresser als auch als Erpressungsopfer auf. In der Rolle des Erpressers war er natürlich nicht so primitiv wie seine "Mitarbeiterinnen" – alle wussten, dass er kompromittierendes Material gegen sie in der Hand hatte, und zeigten sich daher außerordentlich entgegenkommend, wenn er um etwas bat.
Das ging natürlich so lange gut, bis ihn 2019 die zweite Welle des Pädophilie-Skandals komplett überrollte. Ob er sich nun freiwillig in seiner Gefängniszelle das Leben nahm oder dabei Hilfe erhielt, ist unklar. Aber alles, was man geheim hält, kommt früher oder später ans Licht – und jetzt öffnet die "mutige" britische Presse allen die Augen: "Die Veröffentlichung von mehr als drei Millionen neuen Dokumenten über diesen Sexualstraftäter bestätigt die Behauptungen hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter, Epstein habe im Interesse Moskaus gehandelt, als er Treffen für einige der mächtigsten Menschen dieser Welt organisierte".
Ach, so sieht es also aus – die Russen haben ihre Finger im Spiel! Kein Wunder – Epstein hatte "langjährige Verbindungen zur russischen Organisierten Kriminalität (was erklärt, mit welcher Leichtigkeit er Mädchen aus Russland herbeischaffen konnte), die ihn erpressen konnte". Ob ihn indessen Kriminelle – wobei man in den USA bereits jede kriminelle Gruppierung, in der Nachfahren von Ex-Sowjetbürgern, auch aus der jüdischen Emigration, vertreten sind, pauschal als "russisch" bezeichnet – oder Geheimdienste erpressten, ist für diese Logik gänzlich unerheblich. Die Hauptsache ist, dass sich eine eindeutige russische Spur, ganz im typischen "KGB-Stil" zeige: "Prinz Andrew, Bill Gates, Donald Trump, Bill Clinton und alle anderen wurden in kompromittierenden Situationen auf eine mit Technologie vollgestopfte Insel gebracht. Das ist die weltweit größte Operation zur Schaffung einer "Honigfalle".
Dabei weiß sogar jedes Schulkind, dass die "Honigfalle" eine Lieblingsmethode des KGB zur Rekrutierung westlicher Eliten war. Es passt also alles zusammen – die Daily Mail liegt hier richtig! Was dagegen die ganzen Spekulationen über Epsteins Verbindungen zu israelischen Geheimdiensten angehe – darüber wurde schon zu seinen Lebzeiten berichtet, und widerlegen lassen sie sich auch nicht, wenn man bedenkt, dass Jeffrey seine Eintrittskarte in die High Society vom Medienmogul Robert Maxwell erhalten hatte, dessen eigene Verbindungen zum israelischen Geheimdienst als praktisch erwiesen gelten –, das sei doch alles nur üble Nachrede!
Was für eine Glanzleistung der englischen Boulevardpresse! Bleibt nur eine winzige Lücke: Der wahre Hintergrund der okkulten und magischen Rituale, die auf Epsteins Partys ebenfalls praktiziert wurden, liegt weiterhin im Dunkeln. Natürlich könnte man sie als pseudo-okkult bezeichnen, als eine Art Spielerei erwachsener Menschen – schließlich leben wir im Zeitalter der Postmoderne. Aber das wäre ein großer Fehler: In Wirklichkeit handele es sich dabei um nichts anderes als eine weitere Geheimoperation des KGB – schließlich lasse sich nicht alles mit bloßen "Honigfallen" erledigen.
Welche Beweise gibt es dafür? Die handfestesten! Genauso gingen die Russen auch in der Ukraine vor! Sie führten bei der Spitze der ukrainischen Elite Satanismus und Magie ein! Hierzu berichtete kürzlich die ehemalige Pressesprecherin von Wladimir Selenskij, Julia Mendel:
"Im Jahr 2020 teilte mir ein Minister mit, dass Andrei Jermak, damals bereits Leiter des Büros des ukrainischen Präsidenten, sich mit Magie befasse. Der Minister ging nicht ins Detail, wirkte aber zutiefst verängstigt. 2023 erzählte mir eine Person aus einem hohen Staatsdienst, wie Jermak Magier aus Israel, Georgien und einem lateinamerikanischen Land für magische Rituale herbeischaffe. 2024 schilderte mir jemand aus der Esoterik-Szene, die Magier Jermaks verbrannten irgendwelche Kräuter, sammelten Wasser von Leichen und fertigten Puppen an, die er in einer bestimmten Truhe verwahrte. In dieser besonderen Truhe seien angeblich bereits die Toten selbst."
Mendel zufolge sei Andrei Jermak bei weitem nicht der Einzige in der ukrainischen Politik, der magische Rituale praktiziert. Aber im Vergleich zu diesem ehemaligen "Mitregenten" von Selenskij verblassen alle anderen "Hexer". Der Versuch, Jermaks Leidenschaft für Magie mit einer besonderen ukrainischen Neigung zum "Hexentum" zu erklären, würde nur ablenken – denn es liege auf der Hand, dass es sich hier um eine Geheimoperation des FSB handelt.
Auf Anweisung des russischen Präsidenten Wladimir Putin manipulierten die KGB-Agenten das Bewusstsein von Jermak und Selenskij, indem sie sie süchtig nach Schwarzer Magie und Satanismus machten. Aus eigenem Antrieb wären die beiden natürlich nie auf solche Ideen gekommen! Schließlich habe man Selenskij bereits in den Nullerjahren in Moskau von Kokain abhängig gemacht, um später kompromittierendes Material gegen den ukrainischen Präsidenten in der Hand zu haben. In derselben Zeit dürfte dann auch Jermak das Sammeln von Leichenwasser beigebracht worden sein. Oder: Hat nicht jeder von den in Moskau angefertigten "Golden-Shower"-Videos mit Trump gehört? Hier sei es genauso gelaufen – die russische Hinterlist kenne natürlich keine Grenzen!
Gut, lassen wir uns von der Daily Mail zu diesem wichtigen Thema auf dem Laufenden halten.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 3. Februar 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.
Verfahren vor deutschen Verwaltungsgerichten dauern zu lang, das hört man bereits seit Jahren. Das macht sich bei vielen Leuten bemerkbar, die wegen Bauanträgen oder anderen Verwaltungsakten klagen. Die durchschnittliche Verfahrensdauer liegt bei 14,2 Monaten. Justizministerin Stefanie Hubig will nun diese Verfahren beschleunigen.
Dazu dienen soll eine Änderung der Verwaltungsgerichtsordnung. Unter anderem sollen Widersprüche gegen Behördenbescheide künftig auch per E-Mail eingereicht werden dürfen. Wenn eine staatliche Stelle ein Urteil nicht umsetzt, sollen die Richter höhere Zwangsgelder verhängen können, nicht nur 10.000, sondern bis zu 25.000 Euro. Proberichter sollen schon nach einem halben Jahr Entscheidungen treffen dürfen, was bisher nur im Asylverfahren der Fall ist, und auch an den Oberverwaltungsgerichten soll es öfter Einzelrichter anstelle von Senaten geben. Die kritischste neue Maßnahme ist, dass für Klagen künftig ein Vorschuss auf die Gerichtskosten gezahlt werden muss – das ist eine zusätzliche Schwelle, die deutlich die Ärmeren trifft.
Der Deutsche Richterbund ist damit aber nicht zufrieden und fordert zusätzliche Stellen. Denn Veränderungen in den rechtlichen Grundlagen hätten keinen Einfluss auf das wahre Problem – die Flut von Asylverfahren. Im Jahr 2024 fanden beispielsweise insgesamt etwa 220.000 Verfahren vor den Verwaltungsgerichten statt, aber über 100.000 davon waren allein Asylverfahren. Für das Jahr 2025 dürfte diese Zahl noch höher liegen, weil sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ebenfalls bemüht, schneller zu bescheiden.
Die "tragende Säule eines Rechtsstaatspakts von Bund und Ländern muss die personelle Verstärkung der Gerichte sein", so Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbunds.
Derzeit gibt es bundesweit etwa 2.300 Verwaltungsrichter, 56 davon auf Bundesebene, der Rest bei den Ländern. Sie verdienen mindestens nach Gehaltsstufe R1, das sind 4.800 bis 5.000 Euro brutto im Monat. Rechnerisch entfallen auf jeden Richter nach den Zahlen von 2024 95 Verfahren jährlich. Tatsächlich abgeschlossen wurden 2024 jedoch nur 172.000, das sind nur 74 Verfahren pro Kopf. Die Differenz zwischen den angefallenen und den abgeschlossenen Verfahren erzeugt also einen stetig wachsenden Rückstau. Mindestens 500 zusätzliche Verwaltungsrichter seien nötig, so der Richterbund.
Allerdings nennen weder der Richterbund noch Justizministerin Hubig die Option, die die Zahl der Verfahren tatsächlich verringern könnte: Viele der Asylverfahren finden nur statt, weil NGOs Anwälte und Klage finanzieren. Diese NGOs profitieren auch von staatlicher Finanzierung, und sei es über die Gemeinnützigkeit. Eine Einschränkung dieser staatlichen Förderung derartiger Klagen könnte den Verfahrensstau ebenfalls verringern, noch dazu, ohne zusätzliche Kosten auszulösen.
Hunderte ukrainische Kriegsveteranen protestierten am Sonntag in der Stadt Tscherkassy in der Zentralukraine und forderten den Rücktritt des regionalen Polizeichefs, nachdem bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung vier Polizisten und ein ehemaliger Soldat ums Leben gekommen waren.
Etwa 300 bis 350 Demonstranten organisierten einen Autokorso, bevor sie sich vor dem Verwaltungsgebäude der Region versammelten. Die Protestierenden skandierten "Polizisten an die Front!" und forderten, den Leichnam des ehemaligen Soldaten Sergei Rusinow seiner Familie zur Beerdigung zu übergeben.
Rusinow wurde am 27. Januar von der Polizei getötet, nachdem er das Feuer auf Beamte eröffnet hatte, die ihn festnehmen wollten. Dabei tötete er vier Menschen und verletzte zwei weitere. Die Polizei gab an, Rusinow sei wegen des mutmaßlichen Mordversuchs an dem Abgeordneten Witali Storoschuk gesucht worden.
Rusinows Unterstützer argumentierten jedoch, dass der Veteran durch die Umstände und den Druck lokaler Machthaber in die Verzweiflung getrieben worden sei. Laut seinen Vertrauten gab es einen langjährigen Streit mit Storoschuk, der angeblich versucht habe, dem ehemaligen Soldaten Straftaten anzuhängen und ihn mithilfe der Strafverfolgungsbehörden unter Druck gesetzt habe. Storoschuk hat die Vorwürfe öffentlich zurückgewiesen.
"Ментов на фронт!" ('Cops to the front!'),veterans chant in Cherkasy at a rally against police abuse of power. Recently in the city, a veteran killed four police officers who allegedly wanted to frame him in a murder case, protecting interest of local official.The police… pic.twitter.com/IdPZAjemMe
Die Demonstranten forderten mehr Aufmerksamkeit für Veteranen und warfen dem regionalen Polizeichef vor, operative Risiken zu ignorieren. "Der regionale Leiter kannte die Situation. Er wusste, was passieren konnte, und schickte Polizisten dorthin. Sie wurden erschossen, unser Bruder starb", sagte der Mitorganisator der Proteste, Sergei Kowal.
Der Protest findet inmitten zunehmender Spannungen um Tausende Kriegsveteranen statt, die von den Kämpfen an der Front ins Zivilleben zurückkehren. Lokale Medien berichten von einem Anstieg gewalttätiger Vorfälle mit Beteiligung ehemaliger Soldaten, die häufig mit unbehandelter posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und unzureichender staatlicher Unterstützung in Verbindung gebracht werden.
Vorige Woche musste die Polizei in der Region Kiew das Feuer auf einen Mann eröffnen, der mit einer Handgranate Passanten und Polizisten bedrohte und sich weigerte, die Waffe fallen zu lassen. Der Mann wurde durch die Schüsse verletzt.
In der Woche zuvor griff ein Mann in der Region Lwow uniformierte Mitarbeiter der Territorialen Rekrutierungszentren (TRZ) während einer Werbekampagne für den Militärdienst mit einer Softair-Granate an.
Der 1953 geborene Peter Mandelson hat die britische Politik der letzten Jahrzehnte geprägt wie kaum ein anderer. Er galt als der Kopf hinter dem Aufstieg des ehemaligen Ministerpräsidenten Tony Blair und der Verwandlung der sehr von den Gewerkschaften geprägten Labour Party in eine neoliberale Partei. Er hat auch das Schröder-Blair-Papier mit verfasst, das eine ähnliche Wende in der deutschen SPD einleitete. Er hatte die "Remain"-Kampagne gegen den britischen Austritt aus der EU geleitet, und später war er der Strippenzieher, der Jeremy Corbyn als Parteichef stürzte, und zuletzt hob er den zuvor weitgehend unbekannten Keir Starmer an die Spitze der Partei wie der britischen Regierung.
Im Dezember 2024 ernannte ihn dieser zum Dank zum britischen Botschafter in den Vereinigten Staaten. Bereits im September 2025 wurde er aber von diesem Posten wieder entfernt, weil ein Geburtstagsbuch aus dem Nachlass von Jeffrey Epstein bekannt wurde, in dem er sich verewigt hatte, und bald darauf auch noch E-Mails von Mandelson an Epstein, in denen er seinem "besten Kumpel" nach seiner Verurteilung als Sexualstraftäter juristischen Rat erteilte.
In den neu veröffentlichten Dokumenten finden sich auch Kontoauszüge, die drei Zahlungen in Höhe von je 25.000 US-Dollar zeigen, die zwischen 2003 und 2004 von Epstein an Mandelson gegangen sein sollen. Es gibt auch Fotos, die Mandelson neben unbekannten Frauen zeigen, und weitere E-Mails. Selbst wenn einzelne dieser Details sich als nicht glaubwürdig erweisen sollten, belegen sie unbestreitbar, dass die Beziehung zwischen Epstein und Mandelson langwierig und eng war.
In einem Brief an die Generalsekretärin von Labour, Hollie Ridley, bestritt nun Mandelson jegliches Fehlverhalten und sagte, die Vorwürfe wegen der Zahlungen von Epstein an ihn seien "falsch", und es gebe keine Belege dafür, dass er diese Gelder eingenommen habe.
Dennoch trat er aus der Partei aus. "Während diese Fragen untersucht werden, will ich der Labour Party keinen weiteren Schaden zufügen und gebe daher meine Mitgliedschaft auf", schrieb er. Er wiederholte auch eine zuvor bereits geäußerte Entschuldigung an die Opfer Epsteins und schrieb, ihre Stimmen "hätten schon viel früher gehört werden sollen."
Für Premierminister Keir Starmer ist das ein schwerer Schlag; nicht nur, weil er seinen erfahrensten Unterstützer verliert, sondern auch, weil die große Nähe zwischen ihm und Mandelson nun auch seinen Ruf beschädigt, bei ohnehin schlechten Umfragewerten. Eine Sprecherin der Konservativen hat ihm bereits vorgeworfen, er hätte den "völlig diskreditierten" Mandelson früher ausschließen sollen. Selbst aus Teilen der Labour Party kommt nun die Forderung, Mandelson müsse sein Wissen über Epsteins Aktivitäten mit den US-Behörden teilen.
Norwegens Gesellschaft samt der internationalen Boulevard-Medien blicken aktuell in die Hauptstadt Oslo, wo heute die mit Spannung erwartete Gerichtsverhandlung gegen Marius Borg Høiby begann. Er ist der Sohn der norwegische Kronprinzessin Mette-Marit aus einer Beziehung vor ihrer Hochzeit mit dem norwegischen Thronfolger Haakon. Der skandalträchtige Høiby sorgte vor Beginn der Verhandlung erneut für Schlagzeilen, da er am vergangenen Wochenende weitere Straftaten begangen haben soll. Laut Medien hat daher das Osloer Amtsgericht gestern bereits beschlossen, Høiby vorab vier Wochen zu inhaftieren.
In Oslo begann die Gerichtsverhandlung gegen den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, der zu Beginn der Anklageverlesung die schwersten Vorwürfe gegen seine Person abstritt. Erste Gerüchte und Vorwürfe erfolgten im Jahr 2024. Høiby antwortete laut norwegischen Medien "leise mit Nein", so auf die Frage, ob er die vorgetragene Beschuldigungen wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs mehrerer Frauen einräume. Weiter heißt es bei der norwegischen ÖRR-Gesellschaft NBK:
"Er bestreitet auch die Schuld für das heimliche Filmen der Frauen. Er gesteht teilweise die Schuld für den Anklagepunkt der schweren Körperverletzung gegen die sogenannte Frogner-Frau ein. Er bekennt sich weiterhin schuldig wegen Körperverletzung und teilweise schuldig wegen rücksichtslosen Verhaltens."
Der 29-jährige Norweger muss sich wegen Dutzender teils schwerer Vergehen verantworten. Zu den insgesamt 38 Anklagepunkten zählen Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogen- und Verkehrsdelikte. Einige dieser Taten hatte Marius Borg Høiby in Verhören bereits zugegeben.
Høybi bleibt laut Gerichtsanordnung vorerst bis zum 2. März in Haft, da er kurz vor Beginn des Prozesses erneut festgenommen wurde. Das Gericht stimmt dabei mit der Polizei überein, "dass die Gefahr einer Wiederholung besteht", so NBKberichtend.
Parallel wird das gesellschaftliche Ereignis überschattet, durch jüngste Berichte über schriftliche und mutmaßliche persönliche Kontakte von Høibys Mutter, der norwegische Kronprinzessin Mette-Marit, mit dem pädophilen Jeffrey Epstein. Meistzitierte Passage ist dabei die schriftliche Frage Mette-Marits an Epstein, ob es "unangemessen sei, ihrem 15-jährigen Sohn Marius eine Tapete mit zwei nackten Frauen zu empfehlen, die ein Surfbrett tragen."
Laut Screenshot des US-Justizministeriums erfolgte die angebliche Konversation im Jahr 2012. Den norwegischen Thronfolger Haakon lernte Mette-Marit privat im Jahr 1999 auf einem "Quart-Festival" kennen. Die Verlobung erfolgte im Dezember 2000, die Hochzeit am 25. August 2001. Sie haben zwei gemeinsame Kinder
Für die Gerichtsverhandlung am Bezirksgericht Oslo sind zunächst 24 Verhandlungstage geplant. Der vorraussichtlich letzte Verhandlungstag wurde für den 13. März angesetzt. Am Mittwoch soll demnach Høiby erstmalig selbst aussagen können.
Im Falle einer Verurteilung könnte das Gericht laut Medieneinschätzungen eine Haftstrafe von bis zu 16 Jahren verhängen.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul reagierte auf Vorwürfe aus Moskau, wonach Berlin einen "Revanchismus" gegenüber Russland strebe und sich für historische Niederlagen rächen wolle. Der Minister wies solche Anschuldigungen entschieden zurück. Es handele sich um "einen billigen Ablenkungsversuch Russlands", sagte Wadephul dem deutschen Fernsehsender N-tv zufolge.
Zuvor hatte das russische Außenministerium in einem schriftlichen Kommentar nach der Pressekonferenz von Sergei Lawrow erklärt, die Außenpolitik der Bundesrepublik sei von einer "Besessenheit, Revanche zu nehmen", geprägt. Als Beleg nannte Moskau die aus seiner Sicht bedingungslose Unterstützung der Ukraine durch Berlin, einschließlich Waffenlieferungen. Zudem hieß es, die deutschen Behörden würden ihre revanchistischen Bestrebungen nicht mehr verbergen und "träumten" davon, Russland eine "strategische Niederlage" beizubringen und ihm maximalen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen – auch durch "rechtswidrige antirussische Sanktionen".
Wadephul widersprach dieser Darstellung deutlich. Deutschland habe "überhaupt keine Probleme damit, die eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten", betonte er. Bei einem Treffen mit dem neuseeländischen Außenminister Winston Peters erklärte Wadephul zudem:
"Wir wissen, dass wir auch mit Opfern der damaligen Sowjetunion – und das waren dann auch Opfer aus der Ukraine, aber auch von anderen Völkern der Sowjetunion – von der Nazi-Herrschaft befreit worden sind. Das ist eine historische Wahrheit, die bestehen bleibt und die niemand in Deutschland bestreitet."
Zugleich machte der Außenminister klar, dass sich Berlin durch historische Argumente nicht zum Schweigen bringen lasse.
"Aber wir lassen es nicht zu, dass uns oder anderen der Mund verboten wird, wenn es darum geht, das verbrecherische Handeln des jetzigen und heutigen Russlands klar zu brandmarken."
Der Minister äußerte sich auch zur Frage einer möglichen künftigen Stationierung internationaler Sicherheitskräfte in der Ukraine. Die Verantwortung für die Schaffung eines "sicheren und friedlichen Ordnungsrahmens" liege bei Russland. Während Deutschland an einem Ende des Krieges arbeite, sei aus Moskau vor allem "destruktives Verhalten" zu beobachten.
Zuvor hatte das russische Außenministerium gewarnt, dass alle ausländischen Militärkontingente – auch deutsche – im Falle einer Stationierung in der Ukraine als "legitime Ziele" für die russischen Streitkräfte betrachtet würden. Russland lehnt eine Präsenz von NATO-Truppen in der Ukraine grundsätzlich ab und betrachtet auch ein mögliches Auftreten europäischer Kräfte als Bedrohung an seinen Grenzen.
Zudem hatte das russische Außenministerium bereits zuvor die Folgen der deutschen Abkehr von der energiepolitischen Zusammenarbeit mit Russland kritisiert.
Die befremdlichen Eingriffe gehen weiter. Nun wurde ein Major der Bundeswehr fristlos entlassen, weil er Stadtrat für die AfD ist. Der Gipfel der Absurdität: Der Mann ist seit 2021 nicht einmal mehr Mitglied der Partei und bei der letzten Kommunalwahl 2024 als Parteiloser auf der AfD-Liste angetreten. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) ist aber überzeugt, seine Verfassungstreue sei nicht garantiert.
Nun, der MAD hat sich erst vor wenigen Wochen eine gewaltige Klatsche vor dem Bayrischen Verwaltungsgericht eingefangen. Das war zwar erst eine Entscheidung im Vorverfahren, dafür war aber die Packung deutlich. Es ging dabei um einen türkeistämmigen Berufssoldaten, dem der MAD schon seit 2021 auf den Fersen war, um ihm eine verfassungsfeindliche Gesinnung nachzuweisen. Das Verwaltungsgericht kam aber nach Sichtung des vorgelegten Materials zu dem Schluss, der Rechtsakt der gegen ihn ausgesprochenen Kündigung erweise sich bei der "summarischen Prüfung als rechtswidrig". Das ist ungefähr juristisch für "Setzen, 6."
Christoph Heurich, der Stadtrat in Meiningen, ist seit über zwanzig Jahren bei der Bundeswehr und schon seit sieben Jahren Stadtrat für die AfD. Er war, darauf weisen Fotos hin, in Afghanistan im Einsatz. Im November wurde er dann fristlos entlassen, was bedeutet, wenn die Kündigung wirksam bleibt, verliert er auch seine Pensionsansprüche. Hauptargument: neben Äußerungen in sozialen Medien, in denen er schon seit 2020 kaum mehr tätig ist, seine "generelle Betätigung für die Thüringer AfD".
Meiningen ist eine Kleinstadt mit 25.000 Einwohnern unmittelbar an der bayerisch-thüringischen Grenze, in der Rhön am Fluss Werra gelegen. Die Stadt, die schon als Königsgut des fränkischen Kaisers Otto II. Erwähnung findet und ein halbes Jahrtausend lang zum Stift Würzburg gehörte, ist sehr von ihrer Vergangenheit als Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen geprägt, durch das sie unter anderem ein Hoftheater und einen englischen Garten und bis heute ein reges kulturelles Leben aufweist, einschließlich eines Konservatoriums; für eine Stadt dieser Größe ungewöhnlich.
Heurich erwies sich vor allem als Lokalpatriot. In Afghanistan hatte er sogar ein Ortsschild aus Meiningen dabei, das er nach seiner Rückkehr dem Bürgermeister übergab; ein Sozialdemokrat, der offenkundig keine Bedenken hatte, das Schild anzunehmen. Aber 2013 war Heurich auch noch nicht in der AfD, auch nicht, als er als Kompaniechef die Rekruten der Werratalkaserne in Bad Salzungen auf dem Meiricher Marktplatz das Gelöbnis ablegen ließ. Man mag von öffentlichen Gelöbnissen halten, was man will – aber dass dieser Mann auf seine Heimatstadt hält, ist unbestreitbar.
Vor der Kündigung war ihm schon im Dezember 2024 die Dienstausübung untersagt worden. Man mag sich fragen, warum nicht bereits gegen diese Maßnahme rechtliche Schritte erfolgten. Schon im Jahr 2020 habe er ein Gespräch mit zwei Vertretern des Militärischen Abschirmdienstes gehabt, erzählte er der Lokalzeitung in Südthüringen.
"Der Vorwurf lautet: Da ich die AfD unterstütze, die extremistische Bestrebungen verfolgt, bin ich selbst ein Extremist und nicht länger für die Bundeswehr tragbar. Meine Entlassung erfolgte nach Paragraf 46 2a des Soldatengesetzes."
Die betreffende Formulierung in diesem Paragrafen lautet:
"Ein Berufssoldat ist zu entlassen, wenn er als Einzelperson in schwerwiegender Weise Bestrebungen verfolgt oder verfolgt hat, […] die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind oder eine ungesetzliche Beeinträchtigung der Amtsführung der Verfassungsorgane des Bundes oder eines Landes oder ihrer Mitglieder zum Ziele haben."
In schwerwiegender Weise … kann dazu tatsächlich die Ausübung eines Stadtratsmandats in einer thüringischen Kleinstadt zählen?
Am 17.09.2025 hat die AfD-Fraktion mit Verweis auf die Finanzlage gegen zwei neue Spielplätze gestimmt, und Heurich nahm dazu Stellung. Am 1. Februar hat die AfD-Fraktion sich gegen die kommunale Wärmeplanung gestellt, weil die Umsetzbarkeit nicht finanzierbar sei – eine Position, die jeder Kommunalpolitiker nachvollziehen kann. Die Facebook-Seite der Fraktion, die das Hauptkommunikationsmittel zu sein scheint, ist nicht aufregend und besteht vor allem aus übernommenen Beiträgen. Eigene Anträge hat die AfD-Fraktion eher selten gestellt; das ist aber in der Kommunalpolitik nicht ungewöhnlich, weil der Anteil der Fassadenpolitik in der Regel weit geringer ist als auf Landes- und Bundesebene.
Ein Skandal um Heurich lässt sich nicht finden. Die Lokalzeitung bescheinigt ihm ein "politisch unauffälliges und korrektes Auftreten", und das Tragen von Anzug und Krawatte ist in einem Stadtrat nicht verboten. Es gibt keine markigen Sprüche, die von ihm überliefert sind. Er sei wegen der Euro-Kritik in die AfD eingetreten, sagt er. Und er ist schließlich sogar brav aus der Partei ausgetreten, als sie vom Thüringer Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem" eingestuft wurde.
Nun weiß jeder, der sich in den vergangenen Jahren die vom Verfassungsschutz gelieferten Papiere angetan hat, sei es auf Landes-, sei es auf Bundesebene, wie schludrig und billig diese Gutachten in der Regel sind. Zusammengestoppelte Sammlungen von Zitaten, bestenfalls, oder herauskopierte Beiträge aus sozialen Medien, denen im Grunde jede eigentlich erforderliche Bewertung abgeht, die man von einem Nachrichtendienst so erwarten müsste. Nicht einfach nur: A hat etwas gesagt, sondern eben auch, in welchem Zusammenhang, mit welcher Reichweite, welcher Absicht, welche Reaktionen gab es darauf …
Das ist ungefähr so, als würde man Literaturkritik Erstklässlern überlassen, die am Ende der Lektüre feststellen, das Buch sei voller Buchstaben gewesen. Wenn in diesen Papieren überhaupt Zusammenhänge vorkommen, sind sie in der Regel konstruiert, in der Form von A hat B gesehen. Unmengen teuer mit Steuergeldern bezahlter Nullinformationen. Zuletzt hatte schließlich sogar Innenminister Dobrindt erklärt, für ein Verbotsverfahren reiche das wohl eher nicht (allerdings will er diesen Truppen operative Befugnisse geben, was bei dieser Arbeitsqualität gemeingefährlich wäre).
Gut, in diesem Fall geht es um den MAD, nicht um den Verfassungsschutz. Aber das, was sich in dem Münchner Prozess im Januar zeigte, hat dasselbe Niveau. Mehr ist offenkundig von deutschen Diensten nicht zu erwarten; sie sind es offenkundig auch gewohnt, in der Regel mit derartigen Fehlleistungen auch noch Erfolge zu erzielen. Schließlich hat es beispielsweise mit dem Wahlausschluss in Ludwigshafen geklappt, auch wenn das dortige vom Verfassungsschutz vorgelegte Papier ebenso wenig wert war wie alle anderen. Das wird durch eine Öffentlichkeit begünstigt, die zumindest in ihrer leitmedialen Erscheinung nur noch Pawlowsche Reflexe kennt und schon auf das Stichwort "Rechts" Speichel absondert.
Der brave Major Heurich – verglichen mit dem Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius eine wahre Hackfresse ist, von einem wie Flintenuschis Liebling, General Freuding, ganz zu schweigen – hat nichts getan, was auch nur ansatzweise mit den Vorfällen jüngst in Zweibrücken zu vergleichen wäre. Da gibt es in der Bundeswehr ganz andere Vorfälle und ganz andere Umgebungen, wenn man denn unbedingt Soldaten mit zweifelhafter Haltung zur Verfassung aufstöbern will.
Aber vielleicht hat das einen ganz anderen Hintergrund. Bis zu seinem Dienstverbot war er nämlich im Stab der 10. Panzerdivision tätig, zu der unter anderem die Panzerbrigade in Litauen gehört. Im September 2024 wechselte das Kommando der 10. Panzerdivision. Der zuvor dort zuständige General Ruprecht von Butler, ein Franke aus Coburg, wurde durch den Hessen Jörg See abgelöst. Der hat, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, einen sehr großen Teil seiner Karriere auf NATO-Positionen verbracht.
Das könnte die eigentlich etwas verblüffende Tatsache erklären, dass der Vorgesetzte von Heurich, der eben jener Jörg See ist, das Vorgehen gegen Heurich unterstützt hat. Sowohl seine Laufbahn als auch sein ursprüngliches Studium (er ist Politikwissenschaftler, während von Butler Wirtschaftsingenieurwesen studiert hatte) deuten an, dass er eine wesentlich ideologischere Position einnimmt als sein Vorgänger.
Und See muss sicher besser auf seine Haltung achten als von Butler, dessen Familie kaum etwas anderes als Soldaten oder Diplomaten hervorbringt und der einen Generalmajor zum Vater und einen Generalleutnant zum Onkel hat. Also könnte er versucht sein, sich durch das Verfahren gegen Heurich ein paar Zusatzpunkte zu holen. Das gegenwärtige absurde Theater, die Bundeswehr einerseits für einen Ostlandritt aufzurüsten und sich andererseits irgendwie "gegen Rechts" abgrenzen zu wollen, als gäbe es irgendwas, was rechter wäre als der angestrebte Ostlandritt, muss er dafür natürlich bedienen. Ignorieren wir einmal, dass die ihm unterstehende Litauenbrigade dieses gruselige Video hervorgebracht hat.
Immerhin: Nach Heurichs Aussage halte auch die Rechtsabteilung des Bundeswehrverbands die Kündigung für nicht gerechtfertigt. Er hat sich inzwischen einen Anwalt genommen und Beschwerde eingereicht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Mitarbeiter des MAD sich auch in diesem Fall wieder eine Klatsche abholen. Vielleicht können sie sich dann mal um die echten Nazis kümmern. Die Ukrainer beispielsweise, die in Deutschland ausgebildet werden. See kann ja seinen Stellvertreter, den Niederländer Martin Bonn, dazu befragen, der kennt sie genauer.
In Polen ist ein Mann zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ihm wird vorgeworfen, Spionage zugunsten russischer Geheimdienste vorbereitet und illegal Waffen und Munition besessen zu haben. Dies teilte am Dienstag Jacek Dobrzyński, der Sprecher des Koordinators der polnischen Sicherheitsdienste, mit.
Bei dem Verurteilten handelt es sich um Paweł K., ein 50-jähriger Einwohner von Hrubieszów, einer Stadt an der Grenze zur Ukraine. Das Bezirksgericht in Zamość befand ihn der ihm zur Last gelegten Taten für schuldig und verhängte eine Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren Haft. Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, Details des Falls wurden nicht veröffentlicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
50-letni mieszkaniec Hrubieszowa zgłosił gotowość do działania na rzecz obcego wywiadu przeciwko Polsce. Paweł K. deklarował chęć dołączenia do struktur rosyjskiego wywiadu wojskowego i wykonywania zadań wywiadowczych. Miały one polegać https://t.co/GTv3VGQN4W. na przekazywaniu… pic.twitter.com/4XBZxFs8wi
Paweł K. war am 17. April 2024 vom polnischen Inlandsgeheimdienst ABW in Zusammenarbeit mit der ukrainischen SBU festgenommen worden. Die Ermittlungen wurden unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft Masowien geführt. Laut ABW erklärte Paweł K. im Zeitraum vom 2. Dezember 2022 bis zum 13. Februar 2023 bereit zu sein, "im Interesse eines ausländischen Nachrichtendienstes gegen Polen zu handeln" – überwiegend über elektronische Kommunikationsmittel.
Demnach wollte der Mann der russischen Militäraufklärung angehören und nach deren Anweisungen Informationen sammeln. Dazu gehörten auch Sicherheitsdaten des Flughafens Rzeszów-Jasionka. Nach Ansicht der Ermittler und ukrainischer Geheimdienste hätten diese Informationen für die Planung eines möglichen Anschlags auf den ukrainischen Machthaber Wladimir Selenskij genutzt werden können.
Darüber hinaus soll der Angeklagte seine Bereitschaft erklärt haben, sich der sogenannten Wagner-Gruppe und der militärischen Einheit Nummer 29155 des russischen Generalstabs anzuschließen. Laut Dobrzyński liegen umfangreiche Beweise vor, die auf Verstöße gegen Artikel 130 Paragraf 3 (Spionage) und Artikel 263 Paragraf 2 (illegaler Besitz von Waffen und Munition) des polnischen Strafgesetzbuches hinweisen.
Die Festnahme von Paweł K. reiht sich in eine Serie von Ermittlungen gegen mutmaßliche russische Spione ein. Zuvor hatte Polen bereits die Festnahme eines Verdächtigen aus Weißrussland gemeldet. Zudem sollen ukrainische Staatsbürger den polnischen Ex-Präsidenten Andrzej Duda ausspioniert haben, was bei den Sicherheitsdiensten Besorgnis ausgelöst hat. In jüngster Zeit berichteten die Behörden zudem über Durchsuchungen im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen mutmaßlicher "Spionage zugunsten Russlands".
Die ausländischen Kontingente werden in der Ukraine nach Abschluss eines Friedensabkommens zwischen Moskau und Kiew disloziert. Dies erklärte der NATO-Generalsekretär Mark Rutte am Dienstag während seines Auftritts in der Werchowna Rada in Kiew. "Die Ukraine benötigt starke Unterstützung. Die Koalition der Willigen hat Fortschritte bei den Garantien erzielt, wie Selenskij erwähnt hat. Sobald ein Friedensabkommen unterzeichnet ist, werden sofort Streitkräfte, Flugzeuge am Himmel und Unterstützung am See von den NATO-Mitgliedern, die sich darauf geeinigt haben, zur Verfügung stehen", erklärte der ukrainische Staatschef.
Die russische Seite hat ihre Position wiederholt bekräftigt und sich gegen Truppen aus NATO-Staaten auf dem Territorium der Ukraine ausgesprochen. Russlands Außenministerium erklärte am Dienstag, dass Moskau die Stationierung von Soldaten oder militärischen Einrichtungen des Westens in der Ukraine als ausländische Intervention betrachten werde."Die Stationierung von Militäreinheiten, militärischen Einrichtungen, Lagern und anderer Infrastruktur westlicher Länder in der Ukraine ist für uns inakzeptabel und wird als ausländische Intervention gewertet, die eine direkte Bedrohung für die Sicherheit Russlands darstellt", hieß es in der Erklärung der Behörde. "Selbstverständlich werden all diese Schritte seitens Kiews und seiner Kuratoren bei der Festlegung unserer Verhandlungsposition berücksichtigt."
Die Zeitung Financial Times berichtete unter Berufung auf die Quellen, dass die Ukraine, die USA und Europa sich auf einen mehrstufigen Plan zur Unterstützung eines künftigen Friedensabkommens geeinigt hätten.
Im Falle einer Verletzung des Abkommens durch Russland würden die ersten Gegenmaßnahmen im Laufe von 24 Stunden erfolgen, beginnend mit der diplomatischen Vorwarnung und Gegenaktionen der ukrainischen Armee. Sollten die Kampfhandlungen fortgesetzt werden, würde sich die Koalition der Willigen einmischen, die aus den EU-Staaten, Großbritannien, Norwegen, Island und der Türkei besteht. Falls es zur umfangreichen Eskalation kommen würde, schrieb das Blatt weiter, könnte nach 72 Stunden eine koordinierte militärische Reaktion der westlichen Koalition unter Beteiligung der USA erfolgen.
Nach Angaben der Zeitung sei der Plan von den ukrainischen, europäischen und US-amerikanischen Beamten im Dezember 2025 und Januar 2026 erarbeitet worden.
Am vergangenen Mittwoch hatte der US-Außenminister Marco Rubio vor dem Auswärtigen Ausschuss des Senats erklärt, dass die Garantien für Kiew die Stationierung eines "begrenzten Kontingents" europäischer Truppen, vor allem aus Frankreich und Großbritannien, in der Nachkriegsukraine vorsehen.
Billig schuften könnt ihr auch mit schlechten Zähnen – so könnte man die jüngste Ansage des Kapitallobbyverbandes "CDU-Wirtschaftsrat" an die "Arbeitnehmer" salopp umschreiben. Sie reiht sich ein in einen Großangriff auf Sozial-, Gesundheits- und Arbeitsrechte für mehr als 80 Prozent der Bevölkerung, den Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Lobbyisten auf Ministerposten seit fast einem Jahr exerzieren. Halb Deutschland müsste deshalb auf den Barrikaden sein. Doch es bleibt still, und so testet das Establishment, wie weit es gehen kann. Das Lobbypapier mit dem zynischen Titel "Agenda für Arbeitnehmer in Deutschland" ist weder ein besonders dreister Ausrutscher noch ein Sammelsurium blöder Ideen, sondern ein klassischer Testballon.
Zahnlos arm
Derartige Manöver der neoliberalen Elite sind nicht neu. Ihre Absicht ist durchsichtig: Ziehe die Keule, sorge für Empörung, rudere zurück und führe, sobald Ruhe eingekehrt ist, "nur" einen Teil der Maßnahmen ein, von denen vor allem "Verlierer", also die angeblichen "Anderen", betroffen sind. Die Botschaft dahinter lautet: Kriegt euch mal ein, so schlimm, wie vorgeschlagen, kommt es ja nicht. Und schließlich habe, wer nur fleißig genug ist, "nichts zu befürchten", um es mit den Worten von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) zu formulieren. Der wird sich doch wohl eine private Rundumzahnversicherung leisten können!
Die Forderung der CDU-Vorfeldorganisation, die Zahnmedizin aus den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen auszugliedern, sie also vollständig zu privatisieren, hatte für den größten Aufschrei gesorgt. Abgesehen davon, dass gesetzlich Versicherte schon jetzt einen beachtlichen Anteil für Zahnbehandlungen aus eigener Tasche zuzahlen müssen und man Armut längst auch in Deutschland am Zustand des Gebisses erkennt, ist dieser eine Punkt aber nur die Spitze des Eisbergs.
Der CDU-Wirtschaftsrat will nämlich auch die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für über 55-Jährige auf ein Jahr beschränken, obwohl Ältere besonders schlechte Chancen auf einen neuen Job haben. Er will Programme zur "Eingliederung in den Arbeitsmarkt" streichen, Wegeunfälle aus dem Katalog der Unfallversicherung entfernen, Pflegekosten privatisieren, die Mietpreisbremse und den Mindestlohn abschaffen – und wer hätte das gedacht: die Steuern für Großkonzerne massiv senken.
Kürzungsorgie für Profit
Man kann davon ausgehen, dass einiges davon in Gesetzentwürfen der Bundesregierung wieder auftauchen wird. Auf dem Weg sind bereits allerlei Grausamkeiten, darunter das Aus des Achtstundentages und der endgültige Umbau der Grundsicherung in ein Zwangsinstrument, das jedem mit Existenzvernichtung droht, der sich nicht maximal ausbeuten lassen will. Dass eine Verlängerung der Arbeitszeit in Zeiten steigender Erwerbslosigkeit nur mehr Arbeitslose produzieren würde, hat RT DE-Autorin Dagmar Henn treffend ausgeführt.
Doch keineswegs liegt das an einer Matheschwäche. Die Lobbyisten, zu denen Bundeskanzler Friedrich (BlackRock) Merz gehört, verfolgen mit ihrem Raubzug gegen die arbeitende Klasse ein Ziel: die Verwertungs- und Profitkrise des deutschen Großkapitals durch weitere Umverteilung von unten nach (ganz) oben zu "lösen". Daran beteiligte sich jüngst auch die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), ein weiterer Kapitalverband im Umfeld der CDU. Dieser geißelte Teilzeitarbeit als "Lifestyle" und will das Recht darauf abschaffen – nicht für Unternehmen, sondern für Beschäftigte.
Sollte die Bundesregierung das durchsetzen, kann man sich die Folgen ausmalen: Wer als Teilzeitjobber mit Grundsicherung aufstocken muss – viele alleinerziehende Mütter darunter – könnte dann vom Jobcenter mit Sanktionen gezwungen werden, einen Zweitjob anzunehmen. Auch Wohngeldbezieher und Geringverdiener mit Kinderzuschlag könnte das bald betreffen. Die Regierung diskutiert bereits darüber, diese Leistungen in die Grundsicherung einzubinden – und Betroffene den gleichen Repressionen auszusetzen wie Erwerbslose.
Kommission für Umverteilung
Dass das alles ernst gemeint ist, wurde auf der Bundespressekonferenz am 2. Februar deutlich. "Die Ministerin hat eine Kommission zur Finanzstabilisierung eingesetzt, die tagt seit September und wird im März Vorschläge vorlegen", sagte Sören Haberlandt, Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Dies, so führte er schwammig aus, "wäre der Ort, an dem solche Vorschläge diskutiert werden könnten." Konkret meinte Haberlandt die Forderung, die Zahnarztkosten zu privatisieren – auch wenn es "derzeit" angeblich "keine derartigen Pläne" gebe.
Haberlandt räumte durchaus ein, dass die Zahnarztversorgung – die in Deutschland vor allem in ländlichen Gegenden ohnehin bereits immer dünner wird – mit etwa 14 Milliarden Euro jährlich nur einen geringen Teil der Gesamtkosten des Gesundheitsbudgets ausmacht, während sich die Krankenhauskosten auf über 100 Milliarden Euro belaufen. "Die Zahlen kommen ungefähr hin", entgegnete er auf Nachfrage verlegen. Es geht also offenbar weniger um "Einsparungen" als um mehr Drohpotenzial. Sie diskutieren immerhin darüber.
Wohlfahrt für Oligarchen
Freuen darf sich indes jene Seite, die von der Arbeit ihrer abhängig Beschäftigten profitiert. So schwärmte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer, dass die "größte Unternehmenssteuerreform der letzten Jahre" anstehe, darunter eine radikale Senkung der Körperschaftssteuer. Susanne Ungrad, Sprecherin von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), lobte zudem den verbilligten Industriestrompreis, der für "mehr Produktivität, mehr Wachstum" sorgen solle – ein Riesen-Subventionspaket für Konzerne aus eben jenem Steuertopf, der für Soziales angeblich nicht reicht.
Kurz gesagt: Einerseits planen die deutschen Staatslenker massiven Sozialkahlschlag, welcher das Leben eines Großteils der lohnabhängigen Masse rapide verschlechtern wird. Andererseits überschütten sie jene, die von der Arbeit ihrer Beschäftigten leben, mit Steuergeschenken, die sie zuvor von den Drangsalierten abgeschöpft haben. Wie maximieren Ausbeuter ihren Profit? Durch noch mehr Ausbeutung.
Nur hat das ausgewiesene Ziel, auf diese Weise Kapital nach Deutschland zu locken, das dann bitte Jobs schaffen möge, um so der (bewusst politisch geplätteten) deutschen Wirtschaft zu neuem Aufschwung zu verhelfen, ein paar Haken: Einerseits kommen Unternehmen im Hightech- und KI-Zeitalter mit immer weniger Beschäftigten aus. Andererseits müssen Firmen ihre Waren auch verkaufen können, was in einer zunehmend verarmenden Gesellschaft schwieriger wird.
Letzteres trifft vor allem kleine Unternehmen, was die Behauptung ad absurdum führt, die Politik sorge sich besonders um den Mittelstand. Ein kleiner Betrieb ist selbstredend viel stärker auf Kaufkraft in seinem Umfeld angewiesen, als irgendwelche Techmilliardäre und Börsenspekulanten. Und welcher Kleinhändler, Restaurantbetreiber oder Elektrobetrieb will schon in einer Gegend sein Geschäft eröffnen, wo sich Obdachlose um Schlafplätze streiten, Armensiedlungen wachsen und Diebstähle an der Tagesordnung sind? Mit jener "Wirtschaft", die es zu stärken gelte, sind andere gemeint: milliardenschwere Oligarchen.
Manchesterkapitalismus für die Mehrheit
Dass es weder um Fleiß noch um den Schutz des Mittelstandes gehen kann, verdeutlicht eine andere Zahl: Im angeblich so schlimmen Krisenjahr 2024 haben allein die 40 großen deutschen DAX-Konzerne 54 Milliarden Euro an ihre Anleger ausgeschüttet – Rekorddividenden trotz Krise.
Und das ist nur ein kleiner Teil der leistungslosen Einkommen dieser Art. Insgesamt gibt es in Deutschland fast 12.000 Aktiengesellschaften.
Das laut Bankensprech "passive Einkommen" aus Aktiengewinnen ist das, was das Wort "passiv" ausdrückt: leistungslos, da abgeschöpft aus harter Arbeit vieler Angestellter. Allein die 54 Milliarden Euro, die besagte 40 DAX-Konzerne ausgeschüttet haben, übersteigen dabei den gesamten Bundeshaushalt für das Bürgergeld, auf das fast sechs Millionen Menschen in Deutschland teilweise oder komplett angewiesen sind.
Beim Ausplündern der Masse ist die von Lobbyisten wie Merz und Reiche durchsetzte Bundesregierung bekanntlich spitze. Die Oligarchen wollen bedient werden. Dahinter müssen die Wünsche der Masse nach bezahlbaren Grundbedürfnissen im Zweifel zurückstecken. Oder um es salopp zu formulieren: Wohlfahrt für Milliardäre, Karies-Kapitalismus im Manchester-Style für den Rest. Wo bleibt der Widerstand?
Die USA werden eine strategische Reserve an kritisch wichtigen Mineralien anlegen. Dies kündigte US-Präsident Donald Trump am Montag gegenüber Journalisten an. Im Weißen Haus sagte Trump:
"Heute starten wir ein Projekt namens Projekt Vault, um sicherzustellen, dass US-amerikanische Unternehmen und Arbeitnehmer niemals unter einem Mangel leiden müssen."
Die "historische" Initiative soll zwei Milliarden US-Dollar privates Kapital mit einem Darlehen der Export-Import-Bank der Vereinigten Staaten in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar verbinden, um Mineralien für Automobilhersteller, Technologieunternehmen und andere Branchen zu kaufen und zu lagern. Trump wörtlich:
"Wir haben seit Langem eine strategische Reserve an Öl und Vorräte an wichtigen Mineralien für die nationale Verteidigung. Schaffen wir nun diese Reserve für die US-amerikanische Industrie, damit wir keine Probleme bekommen."
Die USA verfügen bereits über eine strategische Erdölreserve und eine nationale Reserve an kritisch wichtigen Mineralien für Bedürfnisse des US-Verteidigungsindustriekomplexes, aber eine ähnliche Reserve für zivile Zwecke gibt es nicht.
Mithilfe dieser Initiative plant Washington, die Abhängigkeit von Seltenen und anderen Erden aus China zu verringern, die bei der Herstellung von Elektrofahrzeugen, Hightech-Waffen und anderen Industriegütern unerlässlich sind.
Die Rohstoffhandelsfirmen Hartree Partners, Traxys North America und Mercuria Energy Group würden die Beschaffung der Rohstoffe für das Projekt übernehmen, sagte ein mit dem Plan vertrauter US-Beamter gegenüber Reuters.
China kontrolliert mehr als 90 Prozent der weltweiten Veredelung der Seltenen Erden und fast die gesamte Herstellung von Permanentmagneten. Dadurch bekommt Peking entscheidende Kontrolle über Lieferketten, die für die moderne Industrie und Verteidigung unerlässlich sind.
Unter Berufung auf nationale Sicherheitsgründe hatte China im April 2025 eine Exportkontrolle für bestimmte Seltene Erden eingeführt, die in der Militärindustrie verwendet werden. Später erweiterte Peking die Beschränkungen, die Exporte im Zusammenhang mit dem US-Verteidigungs- und Halbleitersektor betrafen. Nach dem Treffen zwischen Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping im Oktober 2025 erklärte sich China bereit, die jüngsten Beschränkungen im Gegenzug für US-Zollsenkungen für ein Jahr auszusetzen.
Washington hat seine Bemühungen zur Diversifizierung der Lieferketten aktiviert, indem die Verträge mit Australien, Japan und der Ukraine abgeschlossen wurden.
Russland hat ebenfalls Schritte unternommen, um seine Positionen zu stärken. Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Regierung beauftragt, eine langfristige Strategie für die Förderung und die Produktion von Seltenen Erden zu entwickeln.
Nach Angaben des Ministeriums für Ökologie und natürliche Ressourcen der Russischen Föderation verfügt Russland über 658 Millionen Tonnen seltener Metalle, darunter 28,5 Millionen Tonnen von Seltenen Erden. Laut der Behörde reichen diese Vorräte aus, um den Bedarf des Landes langfristig zu decken.
Die Unruhe in der internationalen Politprominenz steigt mit jeder weiteren Veröffentlichung aus den Epstein-Akten. Nun sieht sich auch ein Ex-US-Präsident gezwungen, sich zu äußern.
Plötzlich sagen sie es offen: Spaniens Linke will mehr Migration, Wahlrecht für Einwanderer – und hofft auf einen „Bevölkerungsaustausch“. Ähnliche Töne schlägt ein linker Politiker in Frankreich an.
Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez traf sich am Montagnachmittag im Präsidentenpalast Miraflores mit US-Geschäftsträgerin Laura Dogu.
Laut Kommunikationsminister Miguel Pérez Pirela fand das Treffen "im Rahmen der Arbeitsagenda" zwischen Caracas und Washington statt. Der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, war ebenfalls anwesend.
Dogu bestätigte die hochrangige Audienz über soziale Medien und erklärte, sie habe den von Washington beabsichtigten "Dreiphasenplan" für die Karibiknation bekräftigt:
"Heute habe ich mich mit Delcy Rodríguez und Jorge Rodríguez getroffen, um die drei Phasen zu bekräftigen, die Außenminister Marco Rubio für Venezuela vorgeschlagen hat: Stabilisierung, wirtschaftliche Erholung und Versöhnung sowie Übergang."
Die US-Diplomatin, die zuvor in Honduras stationiert war, traf am Samstag in Caracas ein. Sie erklärte, dass ihr Team "bereit zum Arbeiten" sei. Beamte des US-Außenministeriums hatten zuvor die venezolanische Hauptstadt besucht, um die Bedingungen für die Wiedereröffnung der US-Botschaft zu evaluieren.
Der venezolanische Außenminister Yván Gil war der erste hochrangige Beamte, der sich mit Dogu traf. Er schrieb, dass die Behörden seines Landes daran arbeiten wollten, "Fragen von bilateralem Interesse" mit ihren US-Gesprächspartnern zu klären.
Am Montag gab Gil bekannt, dass Félix Plasencia Venezuelas diplomatischer Vertreter in den USA sein wird. Er soll in den kommenden Tagen nach Washington reisen.
Diese diplomatische Annäherung folgt auf die US-Militärschläge vom 3. Januar, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden, während Spezialeinheiten Präsident Nicolás Maduro sowie First Lady und Stellvertreterin Cilia Flores entführten.
In den Wochen danach hat die venezolanische Regierung ihr Engagement für die Wiederherstellung der Beziehungen zur Trump-Regierung betont, wobei Delcy Rodríguez unterstrich, dass sie sich nicht scheue, "Differenzen" mit Washington auf diplomatischem Wege zu besprechen.
US-Präsident Donald Trump sagte seinerseits gegenüber Reportern, dass er positive Beziehungen zu venezolanischen Führungskräften, einschließlich der geschäftsführenden Präsidentin, unterhalte.
Seit den Angriffen vom 3. Januar beansprucht das Weiße Haus die Kontrolle über den Verkauf von venezolanischem Rohöl, wobei die Erlöse Berichten zufolge auf von den USA verwaltete Konten in Katar eingezahlt werden, bevor ein Teil davon an das südamerikanische Land zurückfließt.
Letzte Woche verabschiedete die venezolanische Nationalversammlung eine Ölreform, die privaten Unternehmen erweiterte Vorteile gewährt und von US-Regierungsvertretern begrüßt wurde.
Caracas brach 2019 die diplomatischen Beziehungen zu Washington ab, nachdem die Trump-Regierung die selbsternannte "Interimsregierung" unter Juan Guaidó als legitime Autorität des Landes anerkannt hatte.
Eine formelle Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen hängt davon ab, ob das Weiße Haus die venezolanische Übergangsregierung unter Delcy Rodríguez offiziell anerkennt.
Rodríguez kündigt Amnestiegesetz an
Unterdessen kündigte Rodríguez am Freitag bei der Eröffnungszeremonie des Obersten Gerichtshofs für das Jahr 2026 ein neues "Allgemeines Amnestiegesetz" an, das politische Gewalttaten abdecken soll, die von 1999 bis heute in Venezuela begangen wurden.
In ihrer Rede erklärte sie, dass das Gesetz darauf abziele, die durch politische Konfrontationen entstandenen "Wunden zu heilen".
"Ich bitte das venezolanische Parlament um seine vollumfängliche Zusammenarbeit, damit dieses Gesetz dazu beitragen kann, die Wunden zu heilen, die durch Konfrontation, Gewalt und Extremismus entstanden sind", sagte sie den Anwesenden. "Möge es dazu dienen, die Gerechtigkeit in unserem Land neu auszurichten und das Zusammenleben der Venezolaner wiederherzustellen."
Das Amnestiegesetz soll diejenigen ausschließen, die wegen Mordes, Drogenhandels, Korruption und schwerer Menschenrechtsverletzungen verurteilt wurden oder angeklagt sind.
Neben dem Gesetzesvorschlag kündigte Rodríguez die Schließung des Helicoide-Gefängnisses in Caracas an, das in ein Freizeitzentrum umgewandelt werden soll. In der von dem Geheimdienst SEBIN betriebenen Einrichtung waren mehrere hochrangige Oppositionelle inhaftiert, denen Verbrechen wie Hochverrat und Terrorismus vorgeworfen wurden.
Menschenrechtsorganisationen haben im Laufe der Jahre schwere Menschenrechtsverletzungen gegen die Gefangenen im Helicoide angeprangert. In den letzten Tagen wurden nach und nach Dutzende von Gefangenen freigelassen.
Javier Tarazona, Leiter der NGO Fundaredes, gehörte zu denen, die am Wochenende freigelassen wurden. Er war seit 2021 wegen Terrorismus und Hochverrat inhaftiert. Luis Istúriz, ein führender Vertreter der rechtsradikalen Partei Vente Venezuela, verließ am Sonntag nach 18 Monaten hinter Gittern ebenfalls das Helicoide. Er hatte eine 30-jährige Haftstrafe wegen Terrorismus und Verschwörung angetreten.
Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello bekräftigte in einer Pressekonferenz am Montag, dass das Amnestiegesetz "das Zusammenleben und den Frieden" fördern soll und dass die Behörden die Fälle von Personen überprüfen werden, die "zweifellos Verbrechen begangen haben."
"Diejenigen, die von der Amnestie profitieren, werden die Möglichkeit erhalten, in die Politik zurückzukehren", sagte er und fügte hinzu, dass das Amnestieprojekt eine Initiative der Regierung sei, die nicht dem Einfluss von "NGOs und ausländischen Regierungen" unterliege.
Die Aussetzung der Angriffe auf den Energiekomplex der Ukraine seitens Russlands ist am 1. Februar abgelaufen, was Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, bestätigte. Grund für die Pause war es, "günstige Bedingungen für Verhandlungen zu schaffen", die am 23. und 24. Januar zwischen Russland, den USA und der Ukraine in Abu Dhabi stattfanden.
US-Präsident Donald Trump sagte am 29. Januar, er habe Präsident Wladimir Putin gebeten, die Angriffe speziell auf Kiew auszusetzen.
Die zweite Verhandlungsrunde der Arbeitsgruppe für Sicherheitsfragen sollte am 1. Februar ohne Beteiligung der USA stattfinden. Das Treffen wurde jedoch auf diese Woche verschoben. Es wurde beschlossen, erneut trilaterale Gespräche am 4. und 5. Februar am selben Austragungsort, in Abu Dhabi, abzuhalten. "Die zweite Runde wird tatsächlich am Mittwoch und Donnerstag stattfinden. Sie wird in Abu Dhabi stattfinden, das können wir bestätigen", sagte Peskow während eines Briefings am Montag und fügte hinzu, dass die ursprünglichen Verhandlungen wegen "zusätzlicher Abstimmung der Zeitpläne der drei Seiten" verschoben worden seien.
Die Aussetzung der Angriffe sei eine Reaktion auf eine Bitte des US-Präsidenten und nicht die Vereinbarung zwischen Russland und der Ukraine, obwohl die New York Times unter Berufung auf Quellen in Wladimir Selenskijs Büro etwas anderes berichtete. Dies erklärt Igor Juschkow, der russische Energieexperte der Finanzuniversität und des Fonds für Nationale Energiesicherheit, gegenüber der Zeitung Wedomosti. Der Experte betont, dass dieser Schritt Russlands Verhandlungsfähigkeit demonstriere.
Allerdings geben ukrainische Beamte widersprüchliche Kommentare zu den Angriffen auf das Energiesystem ab: Der ukrainische Energieminister Artjom Nekrassow erklärte am Montagmorgen, dass die Angriffe angeblich in der Nacht zum Montag wieder aufgenommen worden seien. Ihm zufolge haben die Gebiete Charkow, Sumy, Tscherkassy und Dnjepropetrowsk teilweise keine Stromversorgung. Selenskij sagte später jedoch, dass es keine gezielten Angriffe gegeben habe, erwähnte aber Schäden an der Infrastruktur.
Nikolai Silajew, leitender Forscher am Institut für Internationale Studien des MGIMO-Instituts, geht davon aus, dass die Berichte über eine russisch-ukrainische Vereinbarung, die in Abu Dhabi erzielt worden war, eine Falschmeldung aus Kiew seien. Silajew zufolge soll sie die Effizienz von Kiews Unterhändlern demonstrieren. Der Experte vermutet, dass Selenskij die russischen Attacken auf die Energieanlagen der Ukraine ablehnt, weil er nicht dementieren wolle, was er bereits de facto als Erfolg erklärt habe. Darüber hinaus habe Trump den russischen Präsidenten um eine Pause bei den Angriffen auf Kiew gebeten. Die ukrainische Hauptstadt sei in der Tat nicht angegriffen worden, merkt Silajew in einem Gespräch mit Wedomosti an.
Die Verschiebung der zweiten Gesprächsrunde vom 1. Februar um vier Tage könnte laut Silajew auf die Unwilligkeit der Ukraine zurückzuführen sein, Gespräche in Abu Dhabi ohne die Beteiligung der USA zu führen. Nun sei bestätigt worden, dass am 4. und 5. Februar ein trilaterales Treffen stattfinden werde. "Vielversprechend ist die Fortsetzung der Verhandlungen gemäß dem Mechanismus der Arbeitsgruppen, den Russland vorgeschlagen hat", betont der Experte.
Die Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor seien ein Bestandteil der Kampfhandlungen, der sich laut Sergei Pikin, Direktor des Energieentwicklungsfonds, wahrscheinlich fortsetzen werde. Derzeit sieht der Experte keine Bereitschaft der Seiten, solche Vereinbarungen langfristig festzulegen.
Die Wärmeenergiewirtschaft der Ukraine sei am stärksten beschädigt worden – 60 Prozent ihrer Kapazitäten seien außer Betrieb gesetzt, meint Juschkow. Die gesamte Energieinfrastruktur des Landes, mit Ausnahme der Kernkraftwerke, sei angegriffen worden. Die Energielieferung setze sich laut Juschkow aus der Leistung von Kernkraftwerken, Energieimporten aus Rumänien, Ungarn und der Slowakei sowie teilweise aus Wasserkraftwerken zusammen.
Die Unruhe in der internationalen Politprominenz steigt mit jeder weiteren Veröffentlichung aus den Epstein-Akten. Nun sieht sich auch ein Ex-US-Präsident gezwungen, sich zu äußern.
Die zweite Runde von trilateralen Gesprächen zwischen Russland, den USA und der Ukraine soll in Abu Dhabi vom 4. bis zum 5. Februar stattfinden. Ursprünglich war das am 1. Februar eingeplant, doch es wurde verlegt. Dmitri Peskow, Pressesekretär des russischen Präsidenten, erklärte dies mit der Notwendigkeit einer "zusätzlichen Anpassung der Zeitpläne".
Experten schließen nicht aus, dass der Grund für eine Verlegung der Treffen ein Versuch vonseiten Wladimir Selenskijs war, den Verhandlungsprozess und die Abstimmung von Friedensbestimmungen zu vereiteln. Russland gab seinerseits klar zu verstehen, dass eine solche Taktik auf eine harte Reaktion von Moskau stoßen werde. Als Antwort auf Selenskijs Ankündigung, den Donbass nicht kampflos aufzugeben, rief Peskow auf, die Frontlage zu betrachten:
"Die Dynamik spricht für sich, hier gibt es kaum etwas hinzuzufügen."
Auf entsprechende Äußerungen Selenskijs in Bezug auf das Kernkraftwerk Saporoschje antwortete Peskow, dass das Kraftwerk seit zwei Jahren unter russischer Kontrolle steht, und fragte rhetorisch:
"Heißt dies, dass das Kiewer Regime vorhat, dieses Atomkraftwerk gewaltsam zurückzuerobern?"
Russlands Präsident Wladimir Putin merkte im Dezember an, dass russische Streitkräfte das Erreichen der Ziele der Sonderoperation auf militärischem Wege anstreben werden, falls Kiew inhaltsvolle Verhandlungen verweigern sollte.
Internationale Medien betrachten indessen zunehmend ein Szenario der Beendigung des Konflikts als "de facto Kapitulation" der Ukraine. So berichtete die US-amerikanische Zeitung The Wall Street Journal etwa von vertraulichen Vorschlägen der USA, die Krim als russisches Territorium anzuerkennen und einen NATO-Beitritt der Ukraine zu blockieren.
Jamie Dettmer, ein Kolumnist der Zeitung Politico, meint seinerseits, dass der Konflikt tatsächlich im Jahr 2026 reguliert werden könnte, allerdings zu "für Kiew äußerst ungünstigen Bedingungen". Insbesondere könne es nach seiner Einschätzung wegen der Probleme der Finanzierung der Ukraine durch europäische Staaten dazu kommen.
Chas Freeman, ehemaliger US-Diplomat, betont: Die Kampfhandlungen werden zu Moskaus Bedingungen enden. In einer YouTube-Sendung bemerkte er, dass Selenskijs Behauptungen von der Unzulässigkeit territorialer Zugeständnisse dessen Inadäquatheit demonstrieren. Kiews Streben nach einer Verlängerung des Konflikts erschwere nur die Lage der Ukraine.
Eine ähnliche Ansicht vertritt der Nachrichtendienst Stratfor. Nach dessen Einschätzungen werde "ein jegliches Abkommen nach dem Ende der Konfrontation zu beträchtlichen Territorialverlusten der Ukraine" führen. Außerdem gebe die schwierige Lage im Westen Moskau ebenfalls die Möglichkeit, die Kampfhandlungen nach seinen Vorstellungen zu beenden.
Unter den russischen Experten nehmen Prognosen über ein Ende der Sonderoperation bereits in diesem Jahr zu Moskaus Bedingungen ebenfalls zu. Marat Baschirow, Politologe und Professor an der Wirtschaftshochschule Moskau, meint:
"Das Jahr 2026 hat alle Chancen, zum Jahr der Beendigung des Ukraine-Konflikts zu werden. Dabei werden die Kampfhandlungen zu den Bedingungen Russlands enden. Dafür sprechen gleich zwei Tendenzen."
Die erste sei die Frontlage, erklärt er:
"Russlands Streitkräfte rücken weiter vor und bringen eine Siedlung nach der anderen unter ihre Kontrolle. Freilich wirft das Tempo Fragen auf, doch man sollte nicht vergessen, dass wir unter äußerst ungünstigen Bedingungen vorrücken. Unsere Haupterfolge kamen zwischen September und der Gegenwart, und Herbst und Winter erschweren aktive Kampfhandlungen durch niedrige Temperaturen und Glatteis. Doch die in diesen Monaten gelegte Grundlage wird der russischen Armee erlauben, die Offensive am Ende des Frühlings erheblich zu beschleunigen."
Die zweite Tendenz seien kolossale Probleme im ukrainischen Hinterland, fügt der Experte hinzu:
"Das Funktionieren des Hinterlands hängt von der Wirtschaft ab, die jetzt faktisch eingefroren ist. Selenskijs Regime hat riesige Schwierigkeiten, selbst einen minimalen Geldumsatz im Land zu gewährleisten.
Das Energiesystem der Ukraine ist zerstört, ein wesentlicher Teil der Territorien bleibt ohne Strom. Viele Fabriken und Betriebe, nicht nur militärische, stehen heute still, weil sie schlicht keine Energie haben. Das heißt, dass auch lokale Läden nichts zu verkaufen haben. Diese erzwungene Tatenlosigkeit der Geschäftswelt stoppt den Zufluss von Steuern in die Staatskasse. Selenskijs Regime brachte das Land in einen Zustand, in dem innere Einnahmen gegen null tendieren. Das Land kann nur auf Kosten auswärtiger Geldgeber existieren, doch auch deren Ressourcen sind nicht grenzenlos.
Außerdem muss Europa nun der Ukraine noch größere Summen gewähren, um das Fehlen von inneren Einnahmen zu kompensieren. Werden EU-Länder eine solche Last aushalten? Es ist äußerst fraglich. Dieses Problem versteht auch der Westen. Die IWF-Chefin Kristalina Georgiewa sagte bereits, dass Kiew die Staatseinnahmen steigern solle. Doch wie? Alle sehen das Problem, doch es lässt sich nicht lösen."
Zugunsten einer Beendigung des Konflikts zu Russlands Bedingungen sprechen zahlreiche Faktoren, erklärt Wadim Kosjulin, Leiter des Zentrums "Institut für aktuelle internationale Probleme" der Diplomatieakademie des russischen Außenministeriums. Dabei betont er:
"Man sollte allerdings nicht in einen Höhenrausch verfallen. Unseren Militärangehörigen steht noch eine große Arbeit bevor. Nehmen wir die Energie und Wirtschaft: Sicher ist die Lage der Ukraine hierbei kritisch und am instabilsten seit dem Beginn der Sonderoperation. Doch Kiew hat längst jegliche Anzeichen der Souveränität verloren, und das Leben auf fremde Kosten wurde für Selenskijs Regime zur Norm.
An Kiew wurden schon so viele Mittel überwiesen, dass sie nach einigen Zählungen für etwa zwei Jahre Krieg reichen. Unter gegenwärtigen Bedingungen werden sie wahrscheinlich schneller enden, doch von einem momentanen Kollaps kann keine Rede sein.
Was die Front angeht: Zweifellos agiert Russland immer erfolgreicher. Jedem Experten ist klar, dass beim laufenden Tempo Russlands Streitkräfte den Gegner über kurz oder lang verbluten lassen werden.
Doch in der heutigen Welt genügt die Wahrheit allein nicht mehr – der Schein trügt. Und hierbei werden die Ereignisse an westliche und ukrainische Durchschnittsbürger als Erfolg verkauft: Es heißt, dass sich das starke Russland ganz langsam über den Donbass vorwärts bewege. Deswegen haben die Anhänger des Gegners nicht das Gefühl einer bevorstehenden Katastrophe."
Kosjulin zieht den Schluss:
"Heute ist es das Wichtigste, ein Gefühl der Ausweglosigkeit zu schaffen. Es ist nötig, den Westen auf dem Gebiet der Ukraine eindrucksvoll und effektiv in Schach zu halten. Dann wird es vielleicht gelingen, den Konflikt im Jahr 2026 zu unseren Bedingungen zu beenden."
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei der Zeitung Wsgljad am 3. Februar.
Ein Verband von Unternehmen, die die von der Öffentlichkeit verschmähten Nahrungsmittel mit Insekten herstellen, fordert von der EU-Kommission aktuell die Rettung der Insekten-Industrie: Es solle ein Zwang zum Kauf bestimmter Produktmengen verhängt werden. Die Eurokraten könnten somit den Kauf von Insektenprotein für öffentliche Einrichtungen vorschreiben und Käfer und Würmer ins Kantinenessen bringen. Dabei hat eine Doku aus Frankreich gerade erst offengelegt, wie widerwärtig und gesundheitsschädlich die Produktionsbedingungen der “grünen” Alternative in Wahrheit sind.
Und bist du nicht willig, so verhänge ich Zwangsmaßnahmen: Der Unwille der Bevölkerung, Insekten zu essen, bringt die Industrie in die Bredouille. Wir berichteten kürzlich, dass das einst auch von Hollywood-Stars gefeierte Insekten-Startup Ynsect mit wehenden Fahnen pleitegegangen ist – trotz Finanzspritzen aus Steuergeldern.
Der Skandal reicht aber viel tiefer. Nicht nur, dass diese Produkte keiner essen will und man nun zunehmend Tierhalter als Abnehmer für insektenbasierte Futtermittel ins Visier nimmt: Die Produktions- und Arbeitsbedingungen in diesen Insektenfarmen scheinen obendrein verheerend zu sein.
Ynsect-Horror: Flüssigkeit zersetzter Larven lief die Wände der Fabrik hinunter
France3 berichtet über das “Ynsect-Fiasko”: Aufnahmen aus der sogenannten vertikalen Insektenfarm in Poulainville und Aussagen von Mitarbeitern zeichnen ein erschütterndes Bild. France3 schreibt:
Die Dokumente zeigen eine Fabrik (40.000 m² und 35 m hoch), die mit Spinnweben bedeckt, mit Kot verschmutzt, von Fliegen und Ratten befallen und – vor allem – von Baumängeln durchsetzt ist. Sie zeugen von wiederholten und anhaltenden Leckagen. Ob es sich um die Larven aus der Zuchtanlage, ihre Kutikula (eine äußerst empfindliche zweite Haut) oder den Brei handelt, der ihnen als Futter diente: Alles tritt aus den Kreisläufen aus, tropft auf die Maschinen und durchdringt die Stockwerke der vertikalen Farm.
Es wird aber noch schlimmer:
Die Aufzeichnungen zeigen auch die Unsicherheit der vom Personal verwendeten Lösungen. Der Standort wird mitunter mit viel Wasser und einer Schaumkanone gereinigt. Um Materialien und entflohene Insekten aufzufangen, werden Planen und Kisten unter den Maschinen aufgestellt … bis hin zum „Müllsaft-Syndrom”: Der Mitarbeiter beschreibt, wie Larven in einem über einem Raum angebrachten Sack vor sich hin faulen, bevor sie als schwarze Rinnsale an den Wänden des Raumes landen.
Das Ganze ist visuell erlebbar; France3 veröffentlichte ein Video auf Instagram. Es geht auf Recherchen von “Vakita” (ein Umweltmedium) zurück. Dreck, allgegenwärtiges Ungeziefer, den “Müllsaft” der zersetzten Larven, selbst eine tote Ratte bekommt man dort zu sehen. Bei Vakita fragt man: “Wie konnte ein Unternehmen, das über 600 Millionen Euro einnahm und von höchster Regierungsebene unterstützt wurde, so enden?”
Ein Einzelfall? Wohl kaum
Die Sache ist nur die: Wer bereits Kontakt mit Insektenhaltung und -zucht hatte (etwa als Reptilienhalter), wundert sich über diese Bilder nicht sonderlich. Die Massenzucht dieser kleinen Tiere, um sie zu Nahrungsmitteln zu verarbeiten, setzt Ausmaße der Produktionsstätten voraus, deren Hygiene angesichts des massiven entstehenden Drecks kaum zu gewährleisten ist. Der Aufwand wäre immens: So viel Personal will und kann kein Unternehmen einstellen.
Kommen Politiker daher und erheben Insekten zum neuen Trend und Fleischersatz, bricht man in der Industrie in Jubelgeschrei aus und fährt die Produktion trotzdem höher und höher, denn es winken ja Förderungen. Tatsächlich entnimmt man auch der französischen Berichterstattung: „Auch in anderen Fabriken der Branche habe ich gehört, dass es nicht unbedingt sauber zuging.“ Diese Aussage stammt vom Präsidenten des Nationalen Observatoriums für Insektenzucht.
Gesundheitsgefahr
Das Mehl, das laut Eurokraten so klimafreundlich in unserem Gebäck landen soll, ist eklig genug, wenn es nur aus Insekten besteht – doch es scheint angesichts der Bilder aus der Ynsect-Fabrik allzu wahrscheinlich, dass man die Exkremente der Tiere ebenso wie bereits halb verweste Insektenleichen, die gammelnden Reste des Nahrungsbreis und sonstigen Schmutz mit zu sich nimmt, je nachdem, wie gut die Filterung funktioniert, je nachdem, wie sauber die Maschinen sind. Ist Vertrauen hier angebracht? Eher nicht. Und das zu essen, soll gesund sein? Ganz sicher nicht.
Auch für die Mitarbeiter waren die Zustände eine Gesundheitsgefahr. Schon im ersten Werk in Dole sollen Allergieprobleme in der Belegschaft bekannt gewesen sein. Vakita erlangte Zugang zu Krankenakten mehrerer Mitarbeiter. Einige „sind asthmakrank geworden und schlafen noch heute neben Inhalationskammern, nachdem sie Staub und Exkrementen der Larven ausgesetzt waren“, heißt es im Bericht.
Insekten-Verband fordert Zwangskauf der eigenen “grünen” Produkte
Und nun kommt die International Platform of Insects for Food and Feed (IPIFF) daher: ein Verband aus 79 Mitgliedern, die meisten europäische Insektenproduzenten. In einer Stellungnahme fordern sie die EU unter anderem zu Abnahmeverpflichtungen auf: Die “guten”, “grünen” Produkte müssten durch verbindliche Mindestquoten unters Volk gebracht werden. Wörtlich liest sich das so (hier ins Deutsche übersetzt):
3.1. Verpflichtung zur Einhaltung von „biobasierten und kreislauffähigen” Kriterien in strategischen Beschaffungskategorien Empfehlung: Einführung verbindlicher Mindestquoten für den Kauf biobasierter und kreislauffähiger Produkte in bestimmten Kategorien von hoher strategischer Bedeutung, beginnend mit öffentlichen Verpflegungsdienstleistungen, Tierfutter für öffentliche landwirtschaftliche Betriebe und organischen Düngemitteln für die Landbewirtschaftung, wie in der Bioökonomie-Strategie hervorgehoben.
Planwirtschaft und Zwang also. Dies sei “die wirksamste Einzelmaßnahme, um eine sofortige Marktnachfrage zu schaffen und bestehende Arbeitsplätze zu sichern”. Würde die EU-Kommission darauf eingehen und solche Quoten für etwa öffentliche Einrichtungen verhängen, so hätten mit Pech bald unsere Kinder in Kita, Kindergarten und Schule oder unsere Patienten in den Kliniken Insekten in ihrem Kantinenessen. Insekten und all den Schmutz, der in den Produktionsstätten eben mit im “Mehl” landet. Euractiv formuliert die möglichen Konsequenzen einer solchen Vorgabe wie folgt:
Im Rahmen eines solchen Systems würde die EU öffentlichen Einkäufern erlauben, Produkte nach Nachhaltigkeitskriterien zu priorisieren – was bedeutet, dass Brüssel theoretisch den Kauf von Insektenprotein für öffentliche Einrichtungen, einschließlich Kantinen oder Schulkantinen, vorschreiben könnte.
Der gesunde Menschenverstand sagt uns: Wir wollen keine zermatschten Insekten in unserem Essen. Es ist kurios, dass man im vermeintlich fortschrittlichen Westen dazu angehalten wird, entgegen dieser Intuition zu handeln. Doch wie so oft zeigt sich: Das Bauchgefühl liegt häufig goldrichtig – und wer uns konsequent dazu auffordert, es zu ignorieren, hat nicht unser Bestes im Sinne.
Eine Entscheidung mit Sprengkraft: Am Vortag des Urteils gegen den mutmaßlichen „Hammerbande“-Terroristen Simeon T. warnt das BKA vor Attacken auf ungarische Auslandsvertretungen. Der JUNGEN FREIHEIT liegt ein internes Schreiben vor.
In Frankfurt-Rödelheim ist beim Plakatieren ein AfD-Fahrzeug beschädigt worden. Unbekannte schlugen eine Heckscheibe ein. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.