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Irans asymmetrischer Triumph und Russlands "Armageddon-General" | Von Wolfgang Effenberger

12. März 2026 um 19:01

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Irans asymmetrischer Triumph und Russlands "Armageddon-General" | Von Wolfgang Effenberger

Scheitert die US-Strategie „Win in Complex World 2020-2040“?

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger. 

Die aktuelle Situation im Rahmen des sogenannten Iran-Kriegs 2026 lässt sich auch nach 11 Tagen kaum objektiv abbilden. Die Lage auf beiden Kriegsschauplätzen ist angespannt, dümpelt auf hohem Niveau vor sich hin, eskaliert im Moment nicht weiter in neue Großoffensiven und bleibt in der Golfregion auf Luftangriffe, Drohnenoperationen und die Unterbrechung der Öllieferkette in der Straße von Hormus sowie weitgehend auf negative Auswirkungen auf benachbarte Regionen (sogenannte regionale Spillover-Effekte) beschränkt. 

Aktuelle Fronten in der Golfregion 

USA und Israel führen weiterhin massive Luftschläge gegen iranische Ziele durch, darunter Revolutionsgarden-Hauptquartiere, Raketenproduktion und Marineeinrichtungen – mit über 6.500 abgeworfenen Bomben seit Kriegsbeginn; Iran meldet über 1.200–1.300 Tote. Beide Angaben wurden bisher nicht unabhängig verifiziert. (1)

Auf die US/IS-Angriffe kontert der Iran mit Raketen auf Israel (Sirenen in Tel Aviv), Drohnen auf US-Basen im Irak/Kuwait und ballistischen Versuchen gegen NATO-Ziele in der Türkei wie Incirlik, die angeblich abgefangen wurden; Teheran beansprucht Kontrolle über die Straße von Hormus. (2) Auf iranischer Seite weitet sich der Konflikt auf Proxys aus: Hisbollah, Huthis und proiranische Milizen im Irak sind aktiv, während Kurden im Nordirak neutral bleiben und keine klaren Kämpfe führen. (3) 

Der chinesische Militärphilosoph Sun Tzu (5. Jhdt. vor Chr.) und die aktuelle Berichterstattung 

Der chinesische General wirkte während der Frühlings- und Herbstperiode (ca. 770–476 v. Chr.) im östlichen Zhou-Reich, als China in kriegführende Staaten zerfallen war.

Sun Tzu hinterließ mit "Die Kunst des Krieges" (4) ein absolutes Meisterwerk – kurz, präzise und sehr wirkungsvoll –, das weit über militärische Strategien hinausgeht. Ein zeitloses Werk über Führung und kluges Handeln. Die Lehren sind überraschend aktuell und lassen sich nicht nur auf Krieg, sondern auch auf Alltag, Beruf und Entscheidungen übertragen und sind heute genauso relevant wie damals.

In seinem Werk betonte Sun Tzu mehrfach die zentrale Rolle von Täuschung und Propaganda als strategische Mittel im Krieg und empfahl, Schwäche vorzutäuschen (wie der Iran am 28. Februar 2026?), wenn man stark ist, und Stärke zu zeigen, wenn man schwach ist. Die Kontrolle des Feindes über seine Wahrnehmungen und Überzeugungen sei entscheidend, um ihn zu täuschen und seinen Widerstand zu brechen. Die Propaganda sah er als ein Werkzeug, den Gegner zu verwirren, Fehleinschätzungen zu provozieren und so strategische Vorteile zu gewinnen.

Für ihn beruhte die gesamte Kriegsführung auf Täuschung, der Sieg hänge oft davon ab, wie gut man den Feind glauben machen kann, was nicht real ist, um ihn zu manipulieren und kampfunfähig zu machen. (5) Sun Tzu sah den Krieg nicht primär als physische Konfrontation, sondern als geistiges Ringen, bei dem es darum geht, den Feind zu destabilisieren und seine Entschlossenheit zu schwächen – idealerweise ohne eine blutige Schlacht. Die beste Form des Sieges ist laut Sun Tzu, den Widerstand des Gegners ohne direkten Kampf zu brechen. (6) Demzufolge sei "der weise Krieger der, der Kriege vermeidet."  

Vor diesem Hintergrund ist eine unparteiische, an der Wahrheit orientierte Analyse schwer möglich. Es muss zwischen den Zeilen gelesen werden, wobei Analysten, die sich in der Vergangenheit durch Objektivität ausgezeichnet haben, stärker gewichtet werden.

Der Iran-Konflikt eskalierte Ende Februar 2026 mit israelisch-US-amerikanischen Angriffen auf iranische Atomanlagen und Militärziele (z. B. Natanz). Darauf antwortete der Iran mit einem massiven Raketen- und Drohnen-Gegenschlag auf Israel (Haifa und Tel Aviv) sowie auf US-Basen in Jordanien, Irak, Kuwait (z. B. Ali-Al-Salem), Bahrain (z. B. Juffair), Katar (Al-Udeid), Saudi-Arabien (Prince Sultan) und die VAE (Al-Dhafra). Es wurden zivile Ziele wie Flughäfen (z. B. in Aserbaidschan/Nachitschewan), Häfen (z. B. Dschabal Ali in Dubai, Ra's Tanura in Saudi-Arabien) und Wahrzeichen (z. B. Hotels in Dubai, Türme in Bahrain) getroffen.

Mantrahaft wiederholten USA und Israel die Botschaft, dass fast alle (99%) iranischen Raketen oder Drohnen abgefangen werden konnten, nur minimale Schäden an US-Basen wurden bisher zugegeben. 

Irans Angriffe auf die US-THAAD-Basen sind von verschiedenen Seiten bestätigt

Das hochmoderne US-Raketen-Abwehrsystem THAAD (Terminal High Altitude Area Defense) fängt ballistische Raketen in ihrer Endphase ab – also beim Wiedereintritt in die Atmosphäre oder kurz davor.

Jede der 8 Batterien umfasst 6 mobile Abschussfahrzeuge mit je 8 kinetischen Lenkflugkörpern (keine Sprengköpfe), die Ziele durch pure Aufprallenergie zerstören; Reichweite 150–200 km, Flughöhe bis 150 km (exoatmosphärisch).

Ein AN/TPY-2-Radar (Kosten: ca. 500–1 Mrd. USD pro Einheit), erkennt und verfolgt Raketenstarts in Echtzeit über 1.000+ km und leitet Feuerlösungen für THAAD und verbundene Systeme (Patriot, Aegis). (7) Dazu integriert das Feuerleitsystem Daten mit BMDS-Netzwerk (Ballistic Missile Defense System) für mehrschichtige Abwehr. (8)

THAAD schützt strategische Ziele wie Stützpunkte, Städte oder Flotten (z. B. Fünfte Flotte Bahrain) vor Kurz-/Mittelstreckenraketen (SRBM/IRBM) und bietet begrenzten Schutz vor ICBMs; es ergänzt niedrigere Systeme wie Patriot (Endphase niedrig) und obere wie Aegis SM-3 (Mittelphase).

Es sind nur 8 Batterien weltweit verfügbar (USA, VAE, Saudi-Arabien, Südkorea); die Produktion ist langsam (Lockheed Martin: 11–12 Abfangraketen/Jahr), die Radars extrem teuer und wartungsintensiv – die Zerstörung eines AN/TPY-2 lähmt damit ganze Abwehrnetze im Golf. (9) 

Sieben von den insgesamt acht THAAD-Batterien sind einsatzbereit. Zwei Systeme stehen in Israel, eines in Südkorea, eines in Guam. Damit bleiben drei Batterien, um den Rest der Welt abzudecken: den indopazifischen Raum, den Golf und die kontinentalen Vereinigten Staaten selbst.

Und nun wurden vier THAAD-Radarsysteme, die unersetzlichen Nervenzentren, die die Batterien funktionsfähig machen, auf der Arabischen Halbinsel getroffen: Prince Sultan, Al Ruwais, Abu Dhabi, Muwaffaq Salti. Ohne ihr AN/TPY-2-Radar kann eine THAAD-Batterie keine Ziele bekämpfen.

Diese Katastrophenmeldung für USA und Israel wurde zunächst heruntergespielt.

Inzwischen wird die Kernaussage – dass der Iran bei seinem Angriff gezielt die „Kommunikations- und Koordinationsschicht“ der US‑Raketenabwehr (SATCOM, Radome, AN/TPY‑2 und andere Radarsysteme) an mehreren Golf‑Standorten gleichzeitig getroffen hat – von öffentlich zugänglichen Quellen weitgehend gestützt. (10)

Die New York Times berichtet, dass Iran gleichzeitig mehrere US‑Standorte in Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi‑Arabien und in den VAE angegriffen hat, und stützt sich dabei auf kommerzielle Satellitenbilder (Planet, Maxar/Airbus). (11)

Genannt werden u.a. das Hauptquartier der US‑Fünften Flotte in Manama (Naval Support Activity Bahrain), Al Udeid Air Base (Katar), Camp Arifjan und Ali Al Salem (Kuwait), Prince Sultan Air Base (Saudi-Arabien) sowie Anlagen bei Al Ruwais und Al Dhafra in den VAE. (12)

Die Times spricht von „damage near vital equipment“ und zerstörten oder schwer beschädigten Strukturen in unmittelbarer Nähe von Kommunikations‑ und Radar‑Infrastruktur, betont aber, dass der genaue technische Funktionsstatus vieler Systeme nicht unabhängig verifiziert werden kann. (13)

Mehrere Berichte konkretisieren, welche Anlagen getroffen wurden, und dass es sich überwiegend um Kommunikations‑ und Radar‑Knoten handelt. (14)

Bei der US‑Basis in Manama (Al‑Jufair, Naval Support Activity Bahrain) wurden mindestens zwei Radome zerstört, in denen laut US‑Presse AN/GSC‑52B‑SATCOM‑Terminals untergebracht waren. (15)

Auch andere Quellen sprechen von zerstörten „satellite communications terminals“ am Hauptquartier der Fünften Flotte. (16)

Auch Al Udeid, zentraler Luftwaffen‑Hub der USA im Golf, wurde Ziel von Raketen‑ und Drohnenangriffen; Analysen sprechen von Schäden in Bereichen, in denen ein großes AN/FPS‑132‑Frühwarnradar und weitere Langstrecken‑Sensorik vermutet werden. (17)

Für eine direkte, irreparable Zerstörung des AN/FPS‑132 geben Fachquellen aber eine gewisse Unsicherheit an, weil die Bildlage nicht in allen Details eindeutig ist. (18)

Mehrere Radome in Camp Arifjan wurden zerstört, und Strukturen mit Bezug zu SATCOM‑Systemen in Ali Al Salem weisen deutliche Treffer‑ und Brandschäden auf. (19)

Diese Standorte sind wichtige logistische und Führungszentren der US‑Armee im Golf. (20)

Am Prince Sultan Air Base wurden Anlagen in einem Bereich getroffen, in dem zuvor u.a. ein mobiles AN/TPY‑2‑Radar eingesetzt worden war. (21)

Vereinigte Arabische Emirate – Al Dhafra, Al Ruwais:

Berichte nennen Schäden an militärischer Infrastruktur bei Al Ruwais und Al Dhafra, wo US‑Luftstreitkräfte stationiert und US‑Radar‑/Kommunikationseinrichtungen integriert sind. (22)

Verschiedene Fachberichte halten ausdrücklich fest, dass Iran mehrfach Radome und SATCOM‑Terminals angegriffen hat, etwa Radome mit AN/GSC‑52B‑SATCOM in Bahrain und mehrere Radome in Camp Arifjan. (23)

Auch bei Ali Al Salem, Prince Sultan und in den VAE liegen Hinweise vor, dass Bereiche mit SATCOM‑‑ bzw. Radar‑Infrastruktur getroffen wurden, obwohl der genaue technische Schaden (totaler Ausfall vs. zeitweise Beeinträchtigung) nicht im Detail bekannt ist. (24)

NDTV und andere internationale Medien sprechen von gezielten Angriffen auf AN/TPY‑2‑Stellungen, die als „Augen“ des THAAD‑Netzwerks gelten, und zeigen Satellitenbilder, die beschädigte Radar‑Sites in Jordanien, Katar, den Emiraten, Saudi‑Arabien, Bahrain und Kuwait verorten.

Ein Fachartikel erwähnt zusätzlich mögliche Schäden an einem weiteren AN/TPY‑2 in der jordanischen Muwaffaq‑Salti‑Base, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass hierfür noch keine eindeutigen Bildbelege vorliegen. (25)

 Formulierungen wie „SATCOM‑Terminals zerstört“, „Radome aufgebrochen“, „Satellitenschüsseln verschwunden“ und der Hinweis auf AN/TPY‑2‑basierte Raketenverfolgungs‑Infrastruktur entsprechen also im Kern der in diesen Analysen beschriebenen Zielwahl, sprachlich vielleicht etwas zugespitzt. (26) 

Systematik der Angriffe

Sicherheitsanalysten betonen, dass Iran nicht nur „irgendwelche“ Gebäude, sondern besonders Knotenpunkte der US‑Kommando‑, Kommunikations‑ und Radarstruktur in mehreren Ländern gleichzeitig angegriffen hat (Bahrain, Kuwait, Katar, Saudi‑Arabien, VAE, teils darüber hinaus). (27)

Die Auswahl der Ziele – Radarsysteme, SATCOM‑Radome, zentrale Luftwaffen‑ und Flottenstützpunkte – wird in diesen Analysen als bewusstes Bestreben interpretiert, die integrierte US‑Luft‑ und Raketenabwehr zumindest temporär zu „blenden“ und zu entkoppeln und nicht nur einzelne Start‑ oder Abfangstellungen zu treffen. (28)

Formulierungen wie „teil eines Plans“ und „kommunikative/koordinative Schicht auseinandernehmen“ spiegeln somit die Einschätzung vieler Beobachter wider, auch wenn westliche Medien diese strategische Wirkung vorsichtiger formulieren und auf die begrenzte Datenlage verweisen. (29)

Die zugespitzte These, Iran habe „die Kommunikations‑ und Koordinationsschicht, die die amerikanische Raketenabwehr als einheitliches System funktionieren lässt, kartiert und dann Stützpunkt für Stützpunkt in fünf Ländern gleichzeitig auseinandergenommen“, ist also eine interpretierende Verdichtung, steht aber im Einklang mit dem Muster, das unabhängige Analysen aus den verfügbaren Satellitenbildern und Schadensberichten herauslesen. (30)

Bahrain: Naval Support Activity (Al-Jufair)

Zwei Radome wurden durch SHAHED-2-Drohnen zerstört; sie beherbergten laut US-Quellen AN/GSC-52B-SATCOM-Satellitenkommunikationssysteme. Satellitenbilder (Before/After) belegen strukturelle Schäden am Hauptquartier der Fünften Flotte in Manama, inklusive Rauchentwicklung und Einsatz von Rettungsteams; es gibt keine bestätigten Opferzahlen. (31)

Die Basis bleibt operativ, der Schaden betraf vor allem sensible Kommunikationsinfrastruktur.

Katar: Al Udeid Air Base

Das große AN/FPS-132-AESA-Frühwarn- und Langstrecken-Anti-Ballistic-Radar scheint getroffen worden zu sein, aber Satellitenbilder (Planet Labs, Maxar) zeigen Inkonsistenzen, die eine volle Bestätigung verhindern. (32) Schäden an einem strategischen Radarsite nördlich der Base (Al-Khor) sind durch Bilder von Planet Labs sichtbar; es handelt sich um eine 1-Milliarde-Dollar-Anlage für Raketenerkennung. (33) Die Base als CENTCOM-Forward-Headquarter blieb weitgehend funktionsfähig, mit minimalen strukturellen Ausfällen. (34)

Insgesamt ist inzwischen die Kernaussage des "Islander Report" vom 7. März 2026 mit dem Titel "Der Schutzschild ist weg – Iran zerstört vier THAAD-Systeme am Golf" (35) bestätigt:

Jordanien, Muwaffaq Salti Air Base 

Verkohltes AN/TPY-2-Radar mit Trümmern; (36)

Saudi-Arabien, Prince Sultan Air Base 

Rauch von verkohltem Zelt über AN/TPY-2-Antenne.

VAE, Al Ruwais 

Direkte Treffer auf Radarfahrzeuge und Schutzgebäude; Wert pro Radar: 500 Mio. USD.

VAE, Al Dhafra/Abu Dhabi 

Schwere Schäden an THAAD-Umgebung; mehrmalige Angriffe.

In weniger als zwei Wochen hat der Iran die USA etwa 25 % des gesamten THAAD-Abfangraketenvorrats verbrauchen lassen und nun das System blind gemacht. Er hat ihm die Augen genommen und die gesamte mehrschichtige Abwehr-Architektur in mehreren Einsatzgebieten operativ lahmgelegt.

Parallel dazu schloss der Iran zeitweise die Straße von Hormus, zunächst als Manöver der Revolutionsgarden (mehrere Stunden), später als vollständige Blockadeerklärung, was die USA als Angriff auf die globale Energieversorgung (Öl- und LNG-Transport) sehen. (37)

Zugleich eskalieren die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Roten Meer mit anhaltenden Schiffsangriffen, die internationale Handelsrouten bedrohen.

Irans Angriffe auf die wichtige Baku-Tbilisi-Ceyhan-Pipeline

Anfang März 2026 erklärten die Sicherheitsdienste in Aserbaidschan, dass ein mutmaßlicher iranischer Plan zur Sabotage der wichtigen Ölpipeline entdeckt wurde. Ziel soll u. a. die Baku-Tbilisi-Ceyhan-Pipeline gewesen sein. (38)

Gleichzeitig kam es laut Berichten zu iranischen Drohnenangriffen auf Ziele in Aserbaidschan (z. B. Flughafen Nakhchivan). (39) Unverzüglich warnten Analysten, dass eine Attacke auf diese Pipeline große Auswirkungen auf die Energieversorgung Israels und auf den globalen Ölmarkt hätte. (40)

Schätzungen zufolge stammen 40–60 % der israelischen Ölimporte aus Aserbaidschan. Ein großer Teil dieses Öls erreicht Israel über die BTC-Route und Tanker aus Ceyhan. Ein iranischer Angriff könnte nicht nur für Israels Energieversorgung dramatische Folgen haben, sondern auch die internationalen Ölpreise beeinflussen und die NATO-Staaten (über die Türkei) indirekt betreffen.

Georgien verurteilt die Angriffe scharf, betont Solidarität mit Baku und warnt vor regionaler Destabilisierung, ohne militärisch zu eskalieren. (41)

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte am 4. März 2026 in Brüssel, dass der Iran den "Krieg exportiert" – durch Lieferung der gleichen Drohnen, die Russland in der Ukraine einsetzt, nun auch im Golf-Konflikt. Kallas sagte: „Der Iran exportiert den Krieg und versucht, ihn auf so viele Länder wie möglich auszuweiten, um Chaos zu säen.“ (42) Sie betonte, dass die gleichen iranischen Drohnen (z. B. SHAHED-Typen) täglich Kiew angreifen und nun Golf-Staaten bedrohen.

Noch scheint die BTC-Infrastruktur zu funktionieren, doch die Drohkulisse treibt die Ölpreise und macht die Märkte nervös. (43) 

Washington wurde im Vorfeld des Krieges gewarnt 

Am 24. Februar 2026 erschien in Foreign Affairs mit dem wegweisenden Artikel "Why Iran Will Escalate" (44) eine wirklichkeitsnahe Prognose des ehemaligen NSC-Direktors für Iran und heutigen Fellow am Atlantic Council, Nate Swanson. Er schreibt, dass ein neuer US-Angriff auf Iran unter Präsident Donald Trump anders verlaufen wird als frühere Aktionen – diesmal mit erheblicher Eskalationsgefahr.

Swanson argumentiert, dass ein weiterer US‑Angriff auf Iran diesmal sehr wahrscheinlich zu einer Eskalation führen wird – anders als bei früheren Aktionen Trumps, die ohne große Folgen geblieben sind. Er begründet das vor allem mit der Mischung aus der inneren Schwäche des iranischen Regimes und dessen Überzeugung, dass die USA und Israel seine Raketenfähigkeit dauerhaft zerstören wollen.

Weiter betonte Swanson, dass Irans Schwäche nicht zu mehr Kompromissbereitschaft, sondern zu geringeren Verhandlungsspielräumen führt; das Regime fürchte um sein Überleben und könne symbolische "Siege" Trumps innenpolitisch kaum verkaufen.

Die US‑Verhandlungsführung unter Trump sei oberflächlich und stark symbolorientiert (großer Deal, totale Aufgabe von Nuklearprogramm und Raketen), während Iran traditionell auf detaillierte, schrittweise Gegenleistungen setze; diese Diskrepanz blockiere jede Einigung.

Chamenei und die Führung hätten das Raketenprogramm als Fundament der eigenen Sicherheit und Macht gesehen; seine Aufgabe sei für sie faktisch nicht infrage gekommen, selbst unter massivem Druck.

Weil Israel und die USA das iranische Militär (Luftabwehr, Nuklearprogramm, Milizen) stark geschwächt haben und nun auch die Raketen bedrohen, glaube Teheran, es müsse härter und sichtbarer zurückschlagen, um weitere regelmäßige Angriffe abzuschrecken.

Trump verfolge gleichzeitig mehrere Ziele (Macht-Demonstration, innenpolitische Profilierung, Abgrenzung von Obama, angeblicher Schutz der iranischen Protestbewegung), ohne klare Priorität – das erhöhe das Risiko, im Fall einer Fehleinschätzung keinen Plan für die Eskalation zu haben.

Iran könne, statt einen großen Krieg zu suchen, gezielt eskalieren: etwa US‑Soldaten in der Region töten, Israel mit mehr Raketen beschießen oder die Energieversorgung und Schifffahrt im Nahen Osten stören (Straße von Hormuz, Angriffe über Huthi‑Verbündete, Infrastruktur der Golfstaaten).

Solche Schritte würden die USA innenpolitisch unter Druck setzen, da die Mehrheit der Amerikaner einen Iran‑Krieg ablehnt und steigende Ölpreise sowie US‑Opfer Trump geschadet hätten.

Insgesamt sieht der Autor Trump in einer selbstgebauten Falle: Er hat viele „Auswege“ ausgeschlagen, lässt sich von Falken antreiben und könnte, entgegen seinem Versprechen, "endlose Kriege" zu beenden, tiefer in einen teuren Konflikt mit Iran hineingezogen werden, als er beabsichtigt.

Colonel Douglas Macgregors zentrale Thesen 

Der pensionierte US-Oberst und Kritiker der US-Außenpolitik Colonel Douglas Macgregor diskutierte mit Prof. Glenn Diesen (russisch-norwegischer Geopolitik-Experte) mehrmals im Februar/März 2026 die Eskalation im Iran-Krieg. Er prognostizierte dort explizit, dass der Iran siegen und überleben wird, während USA/Israel scheitern.

Macgregor sieht den Konflikt als US-/israelischen Fehltritt, da Iran einen "totalen Krieg" ums Überleben führt: "Iran wird kämpfen, bis wir aufgeben, zerstört sind oder sie nicht mehr können – sie haben den Heimvorteil."

Er argumentiert, USA/Israel hätten die iranische Widerstandsfähigkeit (Hyperschallraketen wie Schahab, Drohnen, Proxys, Hormus-Blockade) unterschätzt; Logistikprobleme (Munitionsmangel) würden den Westen langfristig schwächen. Iran müsse nur überleben – je länger der Krieg dauere, desto schwächer wirkten USA/Israel global, was BRICS (mit China/Russland) stärke; er prophezeit einen "neuen Nahen Osten", in dem Israel "nicht überleben" könnte.

Kontext der Interviews

26. Februar 2026 (vor dem Krieg): Macgregor warnte vor unvermeidbarem Krieg, Iran würde asymmetrisch siegen.

1./2. März 2026 (Kriegstag 2–3): Er analysierte erste iranische Treffer (27 US-Basen, Häfen) als Erfolg; USA seien "verpflichtet", aber logistisch überfordert; Iran als BRICS-Schlüsselspieler in Richtung einer multipolaren Weltordnung, wo Iran/Russland/China den Hegemonie-Wechsel beschleunigen.

9. März 2026: Macgregors "Iran-Sieg"-These passt zu aktuellen Entwicklungen (abnehmende iranische Raketenintensität, aber anhaltende Hormus-Störung): Er sieht US-Auszug als wahrscheinliches Ende, ähnlich wie in Afghanistan. Kritiker nennen ihn "pro-russisch", doch seine Militäranalyse (Raketenreserven, keine Bodentruppen) wird in alternativen Kreisen zitiert. 

Washingtoner Geheimdienst-Leak 

Die Washington Post veröffentlichte nach den weniger erfreulichen Meldungen vom Golf-Kriegsschauplatz eine Analyse, die vor dem 28.Februar 2026 von den vier wichtigsten US-Geheimdiensten – der CIA, der Defense Intelligence Agency, dem Bureau of Intelligence and Research des Außenministeriums und der National Security Agency – im "National Intelligence Council" (NIC) entstanden war. (45)

In diesem unter der Leitung von Tulsi Gabbard stehenden Gremium kamen die vier Dienste zu dem Schluss, dass die iranische Klerika und das Militärestablishment auf die Ermordung des Obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei reagieren würde, indem sie Protokolle befolgten, die die "Kontinuität der Macht" wahren sollen. (46)

Dieses gezielte Geheimdienst-Leak offenbart, dass der Krieg im Iran nicht gut läuft und der US-amerikanische Geheimdienst das Washington-Spiel beginnt:

"Gib mir nicht die Schuld, ich habe dich gewarnt, es nicht zu tun".  

Neue Situation auf dem Kriegsschauplatz in der Ukraine 

Anfang März 2026 meldeten westliche Medien (vor allem MSN) eine Patt-Situation mit ukrainischen Geländegewinnen im Süden und Osten sowie massive russische Drohnen-/Raketenangriffe auf Infrastruktur und Verlegungen russischer Eliteeinheiten als Reaktion. Seit Ende Februar 2026 habe die Ukraine erstmals netto mehr Boden zurückerobert (ca. 400 km²), z. B. 8 Siedlungen bei Oleksandriwka (Donezk) und Vorstöße Richtung Hulyaipole/Saporischschja; Russland habe Pokrowsk eingenommen, würde aber an mehreren Fronten verlieren.

Als Reaktion würde Russland Luftlandetruppen und Marineinfanterie aus dem Pokrowsk-Abschnitt in den Süden (Dnipropetrowsk/Saporischschja) verlegen, um Gegenoffensiven zu stoppen. Von den Hunderten von Shahed-Drohnen (480 am 6. März) plus ballistischen Raketen (Iskander, Oreschnik) würde die ukrainische Luftwaffe 70–90% abfangen und im Gegenzug russische Drohnenstarts und Schiffe (z. B. Noworossijsk) angreifen. 

Die Ernennung von General Sergei Surowikin (oft "General Armageddon" genannt) zum neuen Oberbefehlshaber der "militärischen Spezialoperation" (SMO) scheint derartigen Rückschlüssen Nahrung gegeben zu haben, signalisiert aber in jedem Fall eine Eskalation und die Umstellung auf eine härtere Kriegsführung durch Russland. 

Was sind die Signale der Ernennung? 

Offensive-Planung: Surowikin steht für Großangriffe mit Drohnen, Raketen und Artillerie auf Energie-/Zivilziele, um die Ukraine wirtschaftlich zu zermürben – das passt zum russischen Ziel, bis Ende 2026 die Truppen in der Ukraine auf 800.000 Mann zu verstärken. 

Signal der Härte inmitten des Iran-Kriegs: Nachdem der alten Befehlshaber Belusow keine spektakulären Erfolge (keine "schnelle Befreiung" der DPR) vorweisen konnte – eine kämpfende Truppe braucht Erfolge – ist dieser Schritt zugleich ein Signal an Washington, dass Moskau nun in die Eskalation des Kriegsgeschehens einsteigt.

Im Kontext des Iran-Kriegs könnte Surowikin in der Ukraine eine "Zweite Front" schaffen, die den Iran entlastet, indem er NATO-Ressourcen bindet – ohne Russland zu überfordern.

Am 11. März 2026 scheint die Frontlinie weitgehend stabil mit russischen Vorstößen im Osten, etwa nahe Pokrowsk in Donezk, wo Russland Gebiete gewinnt, während die Ukraine vereinzelt Dörfer wie Hruske oder Rubischne zurückerobert hat. Seit Ende Februar meldet die Ukraine erste territoriale Gewinne, doch keine umfassenden Erfolge im Süden und Osten. Russische Eliteeinheiten wurden nicht explizit als Reaktion auf ukrainische Gewinne bestätigt; stattdessen verlegt Kiew Reserven wie die Asow-Brigade.

Russland führt weiterhin massive Drohnen- und Raketenangriffe durch, mit Rekordzahlen wie über 800 Drohnen in einer Nacht gegen Kiew und Infrastruktur im gesamten Land, was Tote, Brände und Stromausfälle verursacht. Ziele sind Energieversorgung, Bahnanlagen und Städte wie Charkiw; die ukrainische Luftabwehr wehrt viele ab, doch die Einschläge häufen sich. Das ist also keine Patt-Situation, sondern eine eskalierende russische Offensive. (47)

Die Ukraine kontert mit Angriffen auf russische Drohnenbasen und baut die Flugabwehr aus, leidet aber unter anhaltenden russischen Bombardements auf Zivilinfrastruktur. Die Diplomatie stockt mit russischen Gebietsforderungen und NATO-Verhandlungen ohne Fortschritt. Insgesamt also eine Steigerung des russischen Drucks trotz bescheidener ukrainischer Verteidigungserfolge. (48)

Die Gesamtsituation im 6. Jahr von "Win in a Complex World 2020-2040" deutet darauf hin, dass die US-Planer recht gut im Zeitmanagement liegen. Der Krieg dürfte auf beiden Schauplätzen weitergehen und sich in Zukunft weiter ausweiten. Das angestrebte Ziel dürften die USA jedoch verfehlen. Nachdem sich der Pulverdampf gelegt und der Gefechstlärm verklungen ist, wird es keine unipolare Weltordnung, sondern eine mulipolare Friedensordnung geben.

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Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://www.marchanzeiger.ch/2026/03/05/drohnen-in-aserbaidschan-iran-krieg-weitet-sich-aus/

2) https://www.zeit.de/news/2026-03/05/neuer-raketenangriff-irans-auf-israel-sirenen-in-tel-aviv

3) https://www.tagesspiegel.de/internationales/die-lage-im-uberblick-drohnen-in-aserbaidschan-iran-krieg-weitet-sich-aus-15317402.html

4) Die neue moderne deutsche Übersetzung von „The Art of War“ (Übersetzt und kommentiert) – Timeless Lore Taschenbuch – 22. Dezember 2025

5) https://chinesische-weisheiten.com/40-sun-tzu-zitate/

6) https://chinesische-weisheiten.com/40-sun-tzu-zitate/

7) https://defence-network.com/us-raketenabwehr-thaad-unterstuetz-israel

8) https://missilethreat.csis.org/system/thaad/

9) https://esut.de/2024/11/meldungen/54555/usa-verstaerken-israels-schutz-thaad-raketenabwehr-und-soldaten-fuer-mehr-sicherheit/

10) https://en.sputniknews.africa/20260304/1083991141.html

11) https://www.nytimes.com/2026/03/03/world/middleeast/iran-strikes-us-military-communication-infrastructure-in-mideast.html?searchResultPosition=1

12) https://www.solaceglobal.com/news/2026/03/06/iranian-attacks-gulf-security-outlook/

13) https://www.nytimes.com/2026/03/01/world/middleeast/iran-strikes-us-military-facilities.html?searchResultPosition=2

14) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

15) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

16) https://www.nytimes.com/2026/03/03/world/middleeast/iran-strikes-us-military-communication-infrastructure-in-mideast.html?searchResultPosition=1

17) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

18) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

19) https://www.solaceglobal.com/news/2026/03/06/iranian-attacks-gulf-security-outlook

20) https://www.solaceglobal.com/news/2026/03/06/iranian-attacks-gulf-security-outlook/

21) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

22) https://en.sputniknews.africa/20260304/1083991141.html

23) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

24) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

25) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

26) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

27) https://en.sputniknews.africa/20260304/1083991141.html

28) https://www.solaceglobal.com/news/2026/03/06/iranian-attacks-gulf-security-outlook/

29) https://en.sputniknews.africa/20260304/1083991141.html

30) https://www.solaceglobal.com/news/2026/03/06/iranian-attacks-gulf-security-outlook/

31) https://timesofindia.indiatimes.com/world/middle-east/satellite-images-show-damage-at-us-fifth-fleet-naval-base-in-bahrains-manama-see-before-after-pics/amp_articleshow/128938261.cms

32) https://www.ynetnews.com/article/bybbtvpyzl

33) https://www.ynetnews.com/article/bybbtvpyzl

34) https://www.fw-mag.com/shownews/950/iran-strikes-american-radar-and-communication-systems-in-the-gulf

35) https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/der-schutzschild-ist-weg-iran-zerstoert-vier-thaad-systeme-am-golf

36) https://islanderreports.substack.com/p/the-shield-is-gone-iran-takes-out

37) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-strasse-hormus-usa-100.html

38) https://www.reuters.com/business/energy/azerbaijan-says-it-foils-iranian-plots-including-plan-attack-major-pipeline-2026-03-07/?utm_source=chatgpt.com

39) https://www.theguardian.com/world/2026/mar/05/azerbaijan-accuses-iran-drone-attack-airport-injured-people?utm_source=chatgpt.com

40) https://georgiatoday.ge/iran-signals-possible-strike-on-baku-tbilisi-ceyhan-pipeline-supplying-israel/?utm_source=chatgpt.com

41) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-krieg-angriff-aserbaidschan-100.html

42) https://www.gmx.at/magazine/politik/nahostkonflikt/iran-krieg-live-blog-eu-chefdiplomatin-iran-krieg-putin-helfen-41967054

43) https://www.rferl.org/amp/azerbaijan-iran-plot-oil-pipeline-energy-attack-middle-east/33698209.html

44) https://www.foreignaffairs.com/middle-east/why-iran-will-escalate?utm_medium=newsletters&utm_source=twofa&utm_campaign=Why%20Iran%20Will%20Escalate&utm_content=20260227&utm_term=N

45) https://sonar21.com/us-intelligence-community-is-covering-its-ass-what-is-really-going-on-with-the-us-war-on-iran/

46) https://archive.ph/vDsAU#selection-379.0-397.66

47) https://www.lpb-bw.de/chronik-ukrainekonflikt

48) Ebda.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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(Auszug von RSS-Feed)

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

05. März 2026 um 17:20

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Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Die jüngsten Schläge unter "Brüllen des Löwen" (Israel) und "Operation Epic Fury" (USA) sind direkte, koordinierte Großangriffe auf den Iran. In der bemerkenswerten Eröffnungssalve wurden bereits Ayatollah Ali Chamenei – der seit 1989 den Iran als Oberster Führer des Regimes regiert und dem die "Islamische Revolutionsgarde" (IRGC, persisch Pasdaran) untersteht – und wichtige iranische Militärführer, darunter IRGC-Kommandeur General Mohammad Pakpour getötet, während sie sich in einem Teheraner Gelände trafen. Das zeugt von einer erstaunlichen Aufklärungsarbeit seitens der USA und Israels. Der Märtyrertod von Chamenei und den anderen islamischen Führern wird einen heftigen Gegenschlag auslösen – war das beabsichtigt? Davon ist in jedem Fall auszugehen.

Neben den iranischen Persönlichkeiten wurden Atom- und Raketenanlagen sowie Anlagen der IRGC-Einrichtungen – Militärbasen, Raketenstützpunkte (Shahab- und Zolfaghar), Atomzentren, Geheimdienststellen, Basij-Milizenlager sowie wirtschaftliche Holdings (Öl, Bau, Medien) angegriffen. 

Die USA greifen am ersten Angriffstag mehr als 1.000 Ziele im Iran an (1)

US- und israelische Streitkräfte griffen laut U.S. Central Command (CENTCOM) innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn der "Operation Epic Fury" am 28. Februar mehr als 1.000 Ziele an.

Die getroffenen Ziele umfassen Führungs- und Kontrollzentren, das Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarde, Luftabwehrsysteme, ballistische Raketenstartplätze, Kriegsschiffe – einschließlich U-Boote – sowie iranische "militärische Kommunikationsfähigkeiten".

CENTCOM veröffentlichte eine Grafik, die die US-Mittel dokumentierte, die für die Angriffe eingesetzt wurden: B-2-Tarnkappenbomber; Patriot Interceptor-Raketensysteme; Terminal High Altitude Area Defense THAAD-Antiballistische Raketensysteme (derzeit das strategisch wichtigste Hochleistungssystem); F-18, F-16, F-22 Kampfjets; A-10 Angriffsjets; F-35 Tarnkappenjäger (2) Weiter gab CENTCOM an, iranische ballistische Raketenstellungen mit B-2 Bombern zu treffen. Am 1. März teilte CENTCOM gegen Mittag mit, dass in der Nacht US-amerikanische B-2-Tarnkappenbomber, bewaffnet mit 2.000-Pfund-Bomben, Irans gehärtete ballistische Raketenanlagen angegriffen haben.

Laut "Nuclear Threat Initiative" (NTI), einem "internationalen Atomwaffenbeobachter", wurden mehr als 30 "bekannte Nuklearstandorte" und 17 Raketenstellungen im Iran innerhalb der ersten 24 Stunden des Konflikts von Raketen oder Drohnen getroffen oder von US-amerikanischen und israelischen Luftstreitkräften angegriffen. Hinter dieser Initiative stehen vor allem ihr Mitgründer Ted Turner (CNN‑Gründer) und der frühere US-Senator Sam Nunn, die die gemeinnützige und überparteiliche Sicherheitsorganisation mit Sitz in Washington 2001 ins Leben gerufen haben. Sie wird von großen Stiftungen und privaten Geldgebern (z. B. Ted Turner, Warren Buffett) finanziert. Von ihr ist also kein neutralen Blicke auf die Geschehnisse zu erwarten.

Laut dieser Initiative umfassen die ins Visier genommenen Ziele Isfahan-Forschungs- und Umwandlungsanlagen, "tief vergrabene Urananreicherungsinfrastruktur" in der Provinz Qom, Gebiete in Kermanshah und Tabriz, die "mit Raketenlager- oder Startanlagen verbunden sind", sowie Standorte in Teheran, die "mit Führungs-, Nachrichten- und Logistikoperationen verbunden sind". 

Teheraner lokale Medien berichteten von Raketen- und Drohnenangriffen auf das iranische Geheimdienstministerium, das Verteidigungsministerium, die iranische Atomenergieorganisation und den Militärkomplex Parchin.

Präsident Donald Trump gab am 1. März bekannt, dass die US-Marine plant, Irans Marine vollständig zu zerstören:

„Mir wurde gerade mitgeteilt, dass wir neun iranische Kriegsschiffe zerstört und versenkt haben, einige davon relativ groß und wichtig“, sagte er in einem Beitrag und Video auf "Sunday Truth Social". „Wir verfolgen den Rest. Bald werden sie auch auf dem Meeresgrund treiben! Bei einem anderen Angriff haben wir größtenteils ihr Marinehauptquartier zerstört. Abgesehen davon läuft ihre Marine sehr gut!“

CENTCOM bestätigte, dass eine iranische Korvette der Jamaran-Klasse zu den iranischen Schiffen gehört, die am Kai von Chabahar am Golf von Oman angegriffen und versenkt wurden.

Die israelischen Streitkräfte teilten am 1. März mit, dass die Angriffe am ersten Tag darauf abzielten, "einen Weg nach Teheran zu ebnen", wobei Premierminister Benjamin Netanjahu versprach, dass Raketen- und Luftangriffe auf die iranische Hauptstadt am Sonntag und in den kommenden Tagen eskaliert würden. 

Iranische Gegenangriffe zielen auf US- und israelische Militärziele

Iran startete Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel (z. B. Militärflugplätze wie Nevatim) sowie US-Stützpunkte in Katar, Bahrain, VAE, Irak, Jordanien und Kuwait. (3) Zusätzlich trafen Drohnen zivile Infrastruktur im Oman; die Revolutionsgarden (IRGC) sprechen von "Antwort auf Aggression".

ZDF-Heute meldete am 2. März 2026 Eskalation mit Explosionen in Golfstaaten, viele abgefangen, aber Schäden an Basen. (4) Einen Tag zuvor hatte das Verteidigungsministerium der Emirate erklärt, man habe seit Beginn der iranischen Angriffe dank des THAAD-Raketensystems der emiratischen Raketenabwehr bislang 165 ballistische Raketen, 541 Drohnen und zwei Cruise-Missiles abgefangen. Diese Zahlen bezeugen eine immerhin beachtliche Feuerkraft des Irans, wobei iranische Treffer in der Bilanz nicht auftauchen, was den eigenen Erfolg erhöht.

Das Auswärtige Amt wandte sich am 1. August an die in den Golfstaaten gestrandeten „lieben Landsleute“ mit der nüchternen Prognose, man habe mit einer längeren Dauer der Kampfhandlungen und weiteren sicherheitsrelevanten Vorfällen in der Region zu rechnen. Der Luftraum über Israel, Iran, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain und dem Irak bleibe gesperrt. Unterstützungsmöglichkeiten seien deshalb eingeschränkt.

Vergleich 2025 zu 2026

Im Vergleich zum aktuellen Angriff war die israelische Mossad-Operation (Rising Lion) gegen Atomprogramm/Kernphysiker, ergänzt durch US-Luftschläge (Midnight Hammer) 2025 noch verhältnismäßig moderat: sie zielte nicht auf Regimechange und es gab auch keine US-Führung. (5) Nun eine erste vollständige US-Israel-Partnerschaft mit der Ankündigung von Trump, den Obersten Führer Ali Chamenei zu töten und zum Regime-Sturz aufzurufen. Der umfassende Angriff auf ein weitaus breiteres Zielspektrum (Luftabwehr, Milizen) hat das Potential zum offenen Krieg. (6)

Vor diesem Hintergrund hat die UN nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats einberufen. (7) Generalsekretär Guterres verurteilte die Eskalation als Bedrohung des Weltfriedens und rief zu sofortigen Waffenstillstandsverhandlungen auf. (8) Ungeachtet dessen kündigt der Iran Gegenangriffe an, während die UNO Deeskalation und Einhaltung des Völkerrechts fordert. Der UN-Sicherheitsrat hat nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran keine Resolution gegen USA oder Israel verabschiedet, (9) da die USA jeden kritischen Entwurf mit ihrem Veto blockierten, wie bereits in früheren Nahost-Konflikten üblich.

Russland, China und andere Staaten forderten Verurteilung, doch das Gremium blieb handlungsunfähig; es gab nur Deeskalationsaufrufe von Guterres. (10)

Bis zum Angriff direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf und Maskat

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Seit Anfang Februar 2026 liefen durch Oman vermittelte indirekte Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf und Maskat. Diese Gespräche endeten – von einer ultimativen Forderung Trumps gewürzt – ohne signifikanten Fortschritt, trotz einiger "konstruktiver" Momente. (11)

Die Verhandlungen drehten sich um eine Begrenzung des iranischen Nuklearprogramms, darunter Urananreicherung und Inspektionen durch die IAEA. Iran bot zeitlich begrenzte Einschränkungen an, forderte aber im Gegenzug Sanktionserleichterungen und Öl-Exportfreiheit. US-Präsident Trump stellte ein Ultimatum von 10–15 Tagen, das auslief, ohne dass Iran die Kernforderung akzeptierte: Nie Atomwaffen zu bauen.

Trump begründete nun die Angriffe (Codename "Operation Epic Fury") mit der anhaltenden Bedrohung durch Irans Atom- und Raketenprogramm sowie Unterstützung für Milizen wie Hisbollah und Hamas. Israel sah darin eine "existenzielle Bedrohung" und drängte auf Militärschläge, da angeblich Diplomatie scheiterte. Die Militär-Ziele umfassten Nuklearanlagen, Raketeninfrastruktur, Kommandeure und Regime-Führer, um einen Regimewechsel zu fördern. 

Die US- und israelischen Angriffe auf den Iran unterschieden sich 2025 und 2026 in Umfang, Zielen und politischem Kontext. (12)

2025 ("Midnight Hammer"): Einzelner US-Schlag im Juni auf Nuklearanlagen wie Natanz und Fordow; begrenzter Umfang, Fokus auf Sabotage des Atomprogramms ohne Regimewechsel. (13)

2026 ("Epic Fury"): Gemeinsamer US-Israel-Angriff ab 28. Februar; massiver, multi-phasiger Einsatz mit Hunderten Zielen (Nuklear-, Raketenstandorte, Kommandeure, Führer). (14)

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

2025 diente der Angriff als Warnschuss nach gescheiterten Verhandlungen nach der Biden-Ära:

Ablauf der Operation

Sie startete in der Nacht auf den 22. Juni 2025 mit 125 Flugzeugen, darunter 7 B-2 Spirit Tarnkappenbomber von der Whiteman Air Force Base (Missouri). Diese flogen 37 Stunden (inkl. Luftbetankung) über Atlantik, Mittelmeer, Israel, Jordanien und Irak. Ein US-U-Boot feuerte zuvor über 24 Tomahawk-Marschflugkörper auf Isfahan ab. Die Bomber warfen 14 GBU-57 Massive Ordnance Penetrators (30.000-Pfund-Bunkerbrecher) auf die unterirdischen Anlagen in Fordo (primäres Ziel, 60m tief im Berg) und Natanz. Der gesamte Schlag dauerte 25 Minuten. (15)

Taktische Highlights

Täuschungsmanöver: Attrappenflugzeuge im Pazifik, hohe Jets als Vorhut gegen Luftabwehr. (16)

Erstmaliger Kampfeinsatz der GBU-57 – größte konventionelle US-Bombe.

Ziel: Zerstörung der Urananreicherungskapazitäten; keine Angriffe auf Truppen oder Zivilisten.

Hintergrund und Konsequenzen

Präsident Trump befahl den Strike als Teil des israelisch-iranischen Kriegs, um Irans „nukleare Bedrohung“ zu neutralisieren. Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte es einen „überwältigenden Erfolg“.

Er folgte direkt auf Trumps auslaufendes Ultimatum und gescheiterte Genf-Talks, mit dem Ziel eines Regimewechsels. (17)

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran im Februar 2026 waren indirekte Atomgespräche in Genf und Maskat, vermittelt durch Oman. Sie zielten auf ein neues Abkommen ab, das Irans Urananreicherung und Raketenprogramm einschränkt, im Tausch gegen Sanktionserleichterungen. (18)

Die USA verlangten einen vollständigen Stopp der Anreicherung, Raketenbegrenzung und das Ende der Unterstützung für Hisbollah/Hamas.

Iran bot zeitlich begrenzte Einschränkungen, lehnte aber Raketen-Themen ab und forderte Öl-Exportfreiheit.

Am 17. Februar 2025 gab es nach Runde 2 "Leitprinzipien", doch Differenzen blieben; Trump stellte ein 10–15-tägiges Ultimatum (ab 20. Feb.). (19) Die USA drohten explizit mit Militärschlägen, falls kein Deal käme – unterstützt durch US-Militärpräsenz (z. B. USS Abraham Lincoln). Dies folgte gescheiterten Runden am 6., 17. und 26. Februar verhängten die USA parallel dazu Sanktionen. (20)

Vergleich zu Versailles 1919

Ähnlich wie das Versailler Diktat (harte Bedingungen ohne Verhandlungsspielraum, Ultimaten unter militärischem Druck) wirken Trumps Forderungen einseitig und bedrohend. Allerdings sind es hier bilaterale Gespräche mit teilweiser Annäherung, keine Nachkriegsdiktatur – der Iran behielt Gegenforderungen, scheiterte aber an Kernpunkten wie Raketen. Versailles führte zu Demütigung und Revanchismus; hier eskalierten Drohungen zum Angriff am 28. Februar 2026. (21)

Der israelisch-US-amerikanische Angriff auf den Iran im Februar 2026 ist völkerrechtlich hoch umstritten und wird von Experten unterschiedlich bewertet.

US- und israelische Position

Die USA und Israel berufen sich auf das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta. Sie argumentieren, der Iran habe durch sein Atom- und Raketenprogramm sowie Unterstützung für Milizen (Hisbollah, Hamas) eine unmittelbare Bedrohung dargestellt – inklusive angeblicher Attentatspläne gegen Trump. Präventive Schläge seien notwendig gewesen, da Verhandlungen scheiterten und Diplomatie erschöpft war. (22)

Viele Experten halten die Angriffe für rechtswidrig, da sie das Gewaltverbot (Art. 2 Abs. 4 UN-Charta) verletzen. Es fehle an einem "bewaffneten Angriff" des Iran als Voraussetzung für Selbstverteidigung; präventive Schläge gegen hypothetische Bedrohungen (z. B. Atomprogramm) sind unzulässig. Der Iran warf den USA und Israel Kriegsverbrechen und Aggression vor; UN-Generalsekretär Guterres warnte vor Eskalation.

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Der Iran fühlt sich durch Israels nukleares und raketenbasiertes Arsenal bedroht und macht dies regelmäßig völkerrechtlich geltend. (23)

Messen mit zweierlei Maß 

Iranische Führer wie Chamenei und der UN-Sicherheitsrat bezeichnen Israels Atomwaffen (geschätzt 80–400 Sprengköpfe, undeklariert) sowie Raketen wie Jericho III als "existenzielle Bedrohung". Teheran drohte im Fall eines Angriffs wiederholt mit Vergeltung gegen "geheime israelische Atomanlagen", falls angegriffen – ähnlich wie Israel Irans Programm sieht. Dies wird mit Israels Angriffen (z. B. 2025/2026) und Rhetorik (z. B. Netanjahus Forderung nach "Zerschlagung") verknüpft. (24)

Israels Atomprogramm

Israel verfolgt eine Politik der "nuklearen Ambiguität" – weder Bestätigung noch Verleugnung –, besitzt aber seit den 1960er Jahren Atomwaffen via Dimona-Reaktor. Raketen (Reichweite bis 6500 km) bedrohen Teheran direkt. Im Gegensatz zu Iran (IAEA-Inspektionen) gibt es in Israel keine internationalen Kontrollen. (25)

Beide Seiten nutzen symmetrische Narrative für präventive Maßnahmen; Völkerrechtler kritisieren Doppelmoral, da Israels Arsenal keine Sanktionen auslöst. (26)

Völkerrechtlich lassen sie sich – unabhängig von politischer Bewertung – anhand derselben Maßstäbe prüfen: Vereinte Nationen, UN-Charta, Gewaltverbot und Selbstverteidigungsrecht.

Maßstab des Völkerrechts

Zentral ist Art. 2 Abs. 4 UN-Charta:

  • Verbot der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates.

Zulässige Ausnahmen:

  • Selbstverteidigung (Art. 51 UN-Charta) – bei einem bewaffneten Angriff (inkl. ggf. umstrittener „präventiver“/„präemptiver“ Selbstverteidigung).
  • Mandat des Sicherheitsrats nach Kapitel VII.

Zusätzlich gelten:

  • Souveränitätsprinzip
  • Verhältnismäßigkeit
  • Notwendigkeit
  • Unterscheidung zwischen militärischen und zivilen Zielen
  • Schutzregeln nach dem humanitären Völkerrecht (Genfer Konventionen).

„Faustrecht“ vs. Völkerrecht und UN-Charta

Wenn militärische Gewalt ohne Mandat und ohne klare Selbstverteidigungslage eingesetzt wird, spricht man politisch oft von:

Erosion des Gewaltverbots

  • Schwächung der kollektiven Sicherheitsordnung der Vereinten Nationen
  • Rückkehr zu machtpolitischer Durchsetzung ("Faustrecht")

Allerdings ist wichtig: Ob ein konkreter Einsatz tatsächlich völkerrechtswidrig ist, hängt stark von den konkreten Umständen ab (Geheimdienstlage, Bedrohungsgrad, vorherige Angriffe etc.).

Erosion der Weltordnung?

Wenn Staaten beginnen, Sicherheitsbedrohungen eigenständig militärisch „vorwegzunehmen“, entstehen:

  • Aufweichung des Gewaltverbots
  • Präzedenzfälle
  • Normverschiebung zugunsten militärischer Machtprojektion

Das wäre tatsächlich eine Bewegung weg von der kollektiven Sicherheitsordnung der Vereinten Nationen hin zu machtpolitischer Durchsetzung.

Wenige Stunden vorher schloss US-Außenminister Rubio einen Angriff völlig aus 

Rubio deeskalierte öffentlich, um Verhandlungsraum (z. B. Genf/Oman) zu wahren und Verbündete zu beruhigen. Eine typische "good cop"-Taktik vor Trumps "entscheidendem Schlag"? (27)

Später widerlegte Interne Geheimdienstberichte (z. B. DIA) über angebliche iranische ICBM-/Atomfortschritte und Druck aus dem Weißen Haus (Trump/Witkoff) sollen zur Meinungsäußerung von Rubio beigetragen haben. (24) Kurz: Die Rhetorik diente der Täuschung, reale Bedrohungen und interne Hardliner-Hawkishness siegten – Rubio wurde überrollt

Wirklichkeitsnahe Prognose des ehemaligen NSC-Direktors Nate Swanson

Am 24. Februar 2026 erschien in Foreign Affairs der wegweisende Artikel "Why Iran Will Escalate" (29) des ehemaligen NSC-Direktor für Iran und heute Fellow am Atlantic Council, Nate Swanson. Er schreibt, dass ein neuer US-Angriff auf Iran unter Präsident Donald Trump anders verlaufen wird als frühere Aktionen – diesmal mit erheblicher Eskalationsgefahr.

Swanson argumentiert, dass ein weiterer US‑Angriff auf Iran diesmal sehr wahrscheinlich zu einer Eskalation führen wird – anders als bei früheren Aktionen Trumps, die ohne große Folgen geblieben sind. Er begründet das vor allem mit der Mischung aus innerer Schwäche des iranischen Regimes und dessen Überzeugung, dass die USA und Israel seine Raketenfähigkeit dauerhaft zerstören wollen.

Kernaussagen in gekürzter, sinngemäßer Form:

Trump habe sich daran gewöhnt, Warnungen von Experten zu ignorieren und dennoch ohne größeren Schaden davonzukommen (Jerusalem‑Botschaft, Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, Sturz Maduros).

Daraus folge ein gefährliches Selbstvertrauen: Trump glaube, er könne auch diesmal Iran angreifen und anschließend „sauber aussteigen“, ohne in einen längeren Konflikt gezogen zu werden.

Swanson, langjähriger Iran‑Spezialist der US‑Regierung, betont, dass Irans Schwäche nicht zu mehr Kompromissbereitschaft, sondern zu geringeren Verhandlungsspielräumen führt; das Regime fürchte um sein Überleben und könne symbolische "Siege" Trumps innenpolitisch kaum verkaufen.

Die US‑Verhandlungsführung unter Trump sei oberflächlich und stark symbolorientiert (großer Deal, totale Aufgabe von Nuklearprogramm und Raketen), während Iran traditionell auf detaillierte, schrittweise Gegenleistungen setze; diese Diskrepanz blockiere jede Einigung.

Chamenei und die Führung hätte das Raketenprogramm als Fundament der eigenen Sicherheit und Macht gesehen; seine Aufgabe sei für sie faktisch nicht infrage gekommen, selbst unter massivem Druck.

Weil Israel und die USA das iranische Militär (Luftabwehr, Nuklearprogramm, Milizen) stark geschwächt haben und nun auch die Raketen bedrohen, glaubt Teheran, es müsse härter und sichtbarer zurückschlagen, um weitere regelmäßige Angriffe abzuschrecken.

Trump verfolge gleichzeitig mehrere Ziele (MachtDemonstration, innenpolitische Profilierung, Abgrenzung von Obama, angeblicher Schutz der iranischen Protestbewegung), ohne klare Priorität – das erhöhe das Risiko, im Fall einer Fehleinschätzung keinen Plan für die Eskalation zu haben.

Iran könne, statt einen großen Krieg zu suchen, gezielt eskalieren: etwa US‑Soldaten in der Region töten, Israel mit mehr Raketen beschießen oder die Energieversorgung und Schifffahrt im Nahen Osten stören (Straße von Hormus, Angriffe über Huthi‑Verbündete, Infrastruktur der Golfstaaten).

Solche Schritte würden die USA innenpolitisch unter Druck setzen, da die Mehrheit der Amerikaner einen Iran‑Krieg ablehnt und steigende Ölpreise sowie US‑Opfer Trump geschadet hätten.

Insgesamt sieht der Autor Trump in einer selbstgebauten Falle: Er hat viele „Auswege“ ausgeschlagen, lässt sich von Falken antreiben und könnte, entgegen seinem Versprechen, "endlose Kriege" zu beenden, tiefer in einen teuren Konflikt mit Iran hineingezogen werden, als er beabsichtigt.

Der Angriff auf Irans Nuklearanlagen 2025 und die Entführung Maduros hätten im Weißen Haus das irrige Vertrauen geschaffen, dass der Präsident Krisen riskieren könne, ohne Konsequenzen zu befürchten. Doch nun befände sich der Iran in einer Lage, in der Schwäche nicht zu Nachgiebigkeit, sondern zu Aggression führt. 

Die Kernthesen Swansons: 

Der Iran interpretiert wiederholte israelische und US-Angriffe (auf Nuklearanlagen und Raketenprogramm) nicht als "Warnung", sondern als Plan zum systematischen Entwaffnen des Regimes.

Da glaubt Teheran laut Swanson, nur durch Eskalation abschrecken zu können, etwa durch Angriffe auf US-Basen, israelische Zivilziele oder Energieinfrastruktur im Persischen Golf.

Diese iranische Logik hätte Trump missverstanden, indem er glauben würde, dass nur maximaler Druck oder Punktangriffe zu von den USA erwünschten Verhandlungsergebnissen führen würde. Doch im Gegensatz zu den USA stehe für Teheran die eigene Existenz auf dem Spiel – es wird eher kämpfen als kapitulieren.

Das US-Verhandlungsteam war in den Augen von Swanson technisch schwach besetzt, während Iran mit Experten detailorientiert verhandelte – ein weiteres Zeichen, dass Washington das Gegenüber unterschätzt.

Swanson warnt: Jede US-Aktion könnte diesmal heftige Vergeltung nach sich ziehen, etwa Angriffe auf US-Truppen, Ölanlagen oder Schifffahrtsrouten, die weltweite Märkte destabilisieren würden.

Die Analyse spiegelt ein klassisches Sicherheitsdilemma wider: Beide Seiten glauben, sie agierten defensiv, provozieren dadurch aber die Gegenseite.

Während Trump "Druck und Stärke" als Weg zum Frieden sieht, erkennt Iran dieselben Handlungen als Versuch zur Vernichtung, was zwangsläufig Gegenwehr legitimiert.

Darin sieh Swanson eine Abschreckungsfalle, die Politologen wie Robert Jervis oder Glenn Snyder beschrieben haben: Falsche Wahrnehmung von "Stärke" führt zu Eskalation.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist für Swanson die Psychologisierung der Entscheidungsträger. Sowohl Trump als auch Khamenei legen Wert auf symbolische Siege, nationale Ehre und innenpolitische Glaubwürdigkeit – wodurch Verhandlungen kaum mehr rational verlaufen können.

Swanson impliziert, dass Washington nun keine realistische Exit-Strategie hat. Selbst begrenzte Schläge würden entweder, Irans Überlebensinstinkt verstärken, oder Trump in innenpolitische Erklärungsnot bringen, sollte es amerikanische Opfer geben.

Damit könnte der Konflikt zu einer unkontrollierbaren Spirale führen, ähnlich wie 1983 der Abzug der USA aus dem Libanon nach dem Bombenanschlag auf die Marines oder wie bei den Eskalationsmustern 2019 nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen 

Geopolitischer Kontext

Iranische Perspektive:

Nach Jahren von Sanktionen, inneren Protesten und Territorialverlusten seiner Stellvertreter (Hisbollah, Huthi-Milizen, schiitische Milizen im Irak) betrachtet das Regime das Raketenprogramm als letzte militärische Versicherung gegen Regimewechsel.

Studien des "International Institute for Strategic Studies" (IISS) und "Carnegie Endowment" (2025) bestätigen, dass das iranische Abschreckungskonzept (Mehrfachebenen-Widerstand) heute fragiler, aber zugleich reaktiver ist.

US-Perspektive:

Die Forschung von "Brookings Institution" (2025) zeigt, dass Trumps außenpolitische Muster (maximaler Druck, minimale Diplomatie) kurzfristig Schlagzeilen, aber langfristig Instabilität erzeugen: weg von Kontrolle und Verhandelbarkeit hin zu Zwangsdiplomatie ohne glaubwürdige "Offramps" – ein Begriff aus der Kryptowelt und bedeutet vereinfacht die "Ausfahrt" zurück ins normale Geldsystem.

Trumps Angriffskrieg greift auf die Golfstaaten über, wirkt sich auf die maritimen Handelsrouten aus und betrifft nicht die Energiepreise, sondern auch die geopolitische Stabilität Asiens und Europas direkt.

Trotz Rubios Aussage Stunden vor dem US/Israel-Angriff auf den Iran, der einen Angriff völlig ausschloss, und Nates Swansons Kritik an einer "realitätsfernen Aktion", nahm die Eskalationsdynamik weiter zu. Am 3. März 2026 zeichnete sich folgendes Bild: 

USA und Israel greifen unvermindert konzentriert militärische Ziele im Iran an iranische Militärinfrastruktur, Raketen- und Drohnenstellungen sowie Teile des Atomprogramms. (30)

Gegenwehr des Iran

Der Iran reagiert mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US- und mit den USA verbündete Ziele in der Region, etwa Stützpunkte am Golf (z.B. Bahrain) und versucht, mit asymmetrischen Mitteln wie Angriffen über verbündete Milizen Druck aufzubauen. Außerdem setzt Teheran auf die Drohung, zentrale Seewege wie die Straße von Hormus zu stören oder zu sperren, um politischen und wirtschaftlichen Druck auf die USA und ihre Partner auszuüben. (31)

Sperrung der Straße von Hormus

Durch die Straße von Hormus laufen rund ein Fünftel bis knapp ein Drittel des weltweiten Seehandels mit Erdöl sowie große Mengen Flüssiggas; sie ist eine der wichtigsten Energiearterien der Weltwirtschaft. (32) Eine längerfristige Blockade würde die Ölexporte fast aller Golfstaaten (Iran, Irak, Kuwait, Katar, Teile Saudi-Arabiens und der VAE) massiv einschränken, nur begrenzt gibt es Ausweichpipelines. Folgen wären sprunghaft steigende Öl- und Gaspreise, hohe Belastungen für die Weltkonjunktur und Inflation, insbesondere in importabhängigen Regionen wie Europa und Asien. (33)

Auch der Iran selbst würde wirtschaftlich schwer getroffen, da er seine eigenen Öl- und Gasexporte nicht mehr normal abwickeln könnte und wichtige Abnehmer wie China verärgern würde. (34)

Welche Rolle spielt Russland im Konflikt mit dem Iran?

Russland ist als strategischer Partner des Iran eng verbunden, unterstützt Teheran aber primär diplomatisch und rhetorisch, ohne direkte militärische Hilfe zu leisten. Präsident Putin verurteilt die US- und israelischen Angriffe scharf als "gefährliches Abenteuer" und positioniert sich als Vermittler. (35)

Putin führte Telefonate mit Irans Präsident Peseschkian und Israels Präsident Netanjahu, um einen "konstruktiven Dialog" zu fördern. Das russische Außenministerium kritisiert den Westen und pocht auf das Völkerrecht, ohne jedoch Sanktionen zu verhängen oder Truppen zu mobilisieren. (36)

Militärische Unterstützung

Militärisch bleibt Moskau passiv – keine Truppenentsendung oder direkte Intervention, trotz gegenseitiger Waffenlieferungen (Iran lieferte Drohnen und Raketen für die Ukraine). Experten sehen Russlands Prioritäten in der Ukraine; ein Eingreifen gegen USA/Israel würde Ressourcen binden und Beziehungen zu Israel (z. B. Syrien-Koordination) gefährden. (37)

Wirtschaftliche Bindung

Die Partnerschaft umfasst Energiekooperationen und Sanktionsumgehung; Russland profitiert von iranischen Waffen, stellt aber keine "Rettung" in Aussicht. Eine Eskalation könnte Russland indirekt nutzen, z. B. durch höhere Energiepreise, belastet aber die Achse langfristig. (38)

US-Präsident Donald Trump hat Bodentruppen im Iran am 2. März 2026 explizit angedroht. In Interviews mit CNN und der "New York Post" erklärte er, ein Einsatz sei "falls nötig" möglich, im Kontext der laufenden Luftangriffe gegen iranische Ziele und zur Unterstützung eines möglichen Regimewechsels. (39) Im Januar 2026 hatte er Bodentruppen im Kontext von Protesten im Iran angedroht, falls das Regime Demonstranten niederschießt. Diese Eskalation erfolgt nach gescheiterten Atomverhandlungen und iranischen Gegenangriffen. (40) 

Wie reagieren die Golfstaaten auf die Hormuz-Sperrung

Die Golfstaaten reagieren auf die aktuelle Sperrung der Straße von Hormus mit einer Mischung aus wirtschaftlicher Panik, diplomatischem Druck und militärischer Vorsicht.

Wirtschaftliche Maßnahmen

Saudi-Arabien und die VAE maximieren ihre Pipeline-Kapazitäten (ca. 2,6 Millionen Barrel/Tag), um Ölexporte nach Oman oder zum Roten Meer umzuleiten, während Katar und Kuwait Schiffe in Häfen stauen und Lager füllen – ein Rückstau von über 150 Tankschiffen droht. Alle Staaten melden steigende Versicherungskosten für verbliebene Schiffe und rufen internationale Hilfe für Konvois an. (41)

Militärische/wirtschaftliche Reaktion

Erhöhte Alarmbereitschaft in Häfen und Golfgewässern: Saudi-Arabien und Bahrain mobilisieren Marinekräfte mit US-Unterstützung, um Konvois zu schützen; keine offensive Aktion, aber Drohnenabwehrsysteme laufen auf Hochtouren. Langfristig schadet die Sperrung allen Beteiligten, da nur Saudi-Arabien und VAE Alternativen haben – Kuwait, Irak und Katar sind voll abhängig. (42)

Das Pentagon hat keine offiziell bestätigten Pläne für den nächsten Schritt im Iran-Konflikt. Berichte deuten auf Vorbereitungen für eine "große Angriffswelle" hin, wie Trump sie ankündigte, mit Fokus auf weitere Zerstörung iranischer Raketen-, Drohnen- und Atomkapazitäten.

Das Militär bremst Trump teilweise, da Ressourcen durch Ukraine und andere Konflikte gebunden sind; ein voller Bodenkrieg würde Wochen Vorbereitung erfordern. Aktuell dominieren defensive Maßnahmen gegen Hormus-Bedrohungen und Milizangriffe. (43)

Die Sperrung der Straße von Hormus wird die Ölpreise in Europa massiv in die Höhe treiben, da rund 20-30% des globalen Öls und ein Viertel des LNG-Handels durch diese Engpässe fließen. Brent-Öl ist seit der Blockade Anfang März 2026 von ca. 70-73 USD pro Barrel zeitweise auf über 80-82 USD gestiegen, mit Prognosen bis 100-120 USD bei längerer Dauer. (44)

Höhere Energiekosten belasten Industrie, Landwirtschaft und Mittelstand, treiben Inflation und dämpfen Wachstum. (45) 

Das US-Imperium jenseits des Anstands und der Vernunft

Nach dem Tag, als USA und Israel den Iran mit einem beispiellosen Bombardement überzogen, bezeichnete

Mike Waltz, US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, in einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats die iranischen Vergeltungsschläge als „unprovoziert“. (46)

Die Sitzung folgte auf die US- und israelischen Militärschläge gegen den Iran und fand inmitten esklierender Spannungen statt. Waltz verteidigte die US-Aktionen als völkerrechtskonform unter Artikel 51 der UN-Charta (Selbstverteidigung) und wies iranische Vorwürfe zurück. (47)

Der Trump-Administration scheint es darum zu gehen, die Fähigkeit des Iran, als souveräner Staat zu funktionieren, zu zerstören und eine Botschaft an alle nach strategischer Unabhängigkeit und nach Multipolarität strebenden Nationen zu senden: Die Welt befindet sich im Kampf Unipolarität versus Multipolarität – geführt von zwei Atommächten gegen ein Land, das keine Atomwaffen besitzt und das am Abend vor Beginn der Bombardierungen über den Außenminister Omans im amerikanischen Fernsehen angeboten hatte, „die von Washington geforderten Kernbedingungen für den Atomausstieg zu akzeptieren – keine Wiederaufbereitung, Beseitigung der Lagerbestände –, wobei Langstreckenraketen und regionale Stellvertreter auf dem Tisch blieben“. (48)

"Der Weg in den Dritten Weltkrieg"

Unter diesem Titel veröffentlichte am 3. März 2026 Paul Craig Roberts einen aufrüttelnden Artikel, in dem er der iranischen Regierung gemeinsam mit Russland, China, Israel und Trump Verantwortung für den Angriff auf Iran zuschreibt. Laut Roberts ließ sich die leichtgläubige iranische Regierung erneut täuschen, indem sie glaubte, sich in Friedensverhandlungen mit Trump zu befinden, während Trump und Israel einen Angriff auf den Iran vorbereiteten. Die iranische Regierung verfügte nicht einmal über die nachrichtendienstlichen Fähigkeiten, die Führung des Landes vor der Ermordung durch israelische Raketen zu schützen.

Die iranische Regierung versuchte, den bevorstehenden Angriff zu ignorieren, und überließ ihren Feinden die strategische Initiative. Den gleichen Vorwurf macht Roberts auch Putin, der sich selbst – wie Iran – lange Zeit und damit das russische Volk getäuscht habe, indem er an ukrainischen "Friedensverhandlungen" teilnahm, obwohl er wiederholt gesagt hat, dass man den Amerikanern nicht trauen könne. Dennoch hat Putin sich erneut auf eine Täuschung wie das Minsker Abkommen eingelassen. Chinas einzige Waffen sind Worte, die in Washington keinerlei Bedeutung haben.

Das seien die falschen Signale an Trump und Israel. Vor diesem Hintergrund ist Roberts der Meinung, „dass die Unfähigkeit Irans, Russlands und Chinas, intelligent zu handeln, uns in die Anfangsphase des Dritten Weltkriegs geführt hat.“ (49) Roberts Schlussfolgerung ist, „dass Israel und seine amerikanische Marionette den Weg in den Dritten Weltkrieg weitergehen werden.“ (50) Paul Craig Roberts ist ein US-amerikanischer Ökonom und Publizist. Er war stellvertretender Finanzminister der Regierung Reagan und ist als Mitbegründer des wirtschaftspolitischen Programms der Regierung Reagans bekannt. Er war Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist von Business Week und des Scripps Howard News Service. Er wurde bei 30 Anlässen über Themen der Wirtschaftspolitik im Kongress um seine Expertise gebeten. (51)

Soweit Paul Craig Roberts weltliches Szenario. Es gibt aber auch noch eine religiöse Dimension:

In der Offenbarung des Johannes ist Armageddon der Ort der finalen Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse.

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Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://www.theepochtimes.com/world/us-strikes-more-than-1000-targets-in-iran-on-first-day-of-operation-5992526?utm_source=morningbriefnoe&src_src=morningbriefnoe&utm_campaign=mb-2026-03-02&src_cmp=mb-2026-03-02&utm_medium=email&est=qSjrUOVnLxdBpnG%2BWVTHmNLkIK9UbAOGdsyILZ0S31%2BrufvA7SYRZwP8

2) Ebda.

3) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

4) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-israel-usa-angriff-liveblog-100.html

5) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

6) https://www.tagesschau.de/eilmeldung/israel-angriffe-iran-100.html

7) https://www.deutschlandfunk.de/uno-beruft-dringlichkeitssitzung-des-sicherheitsrats-ein-100.html

8) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

9) https://www.deutschlandfunk.de/uno-beruft-dringlichkeitssitzung-des-sicherheitsrats-ein-100.html

10) https://www.srf.ch/news/international/iran-krieg-die-uno-als-blosser-nebenschauplatz

11) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-iran-atomprogramm-verhandlungen-israel-militaer-100.html

12) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

13) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-usa-atomanlagen-trump-israel-nahost-100.html

14) https://www.axios.com/2026/02/28/iran-us-israel-strikes-operation-epic-fury

15) https://www.sueddeutsche.de/politik/news-aktuell-usa-angriff-iran-oelpreis-trump-li.3272797

16) https://breakingdefense.com/2025/06/operation-midnight-hammer-how-the-us-conducted-surprise-strikes-on-iran/

17) https://www.foxnews.com/politics/trumps-iran-ultimatum-enters-decisive-stretch-after-state-union

18) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/usa-iran-atomprogramm-gespraeche-donald-trump

19) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/usa-iran-atomgespraeche-102.html

20) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/usa-iran-atomprogramm-gespraeche-donald-trump

21) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-gespraeche-genf-100.html

22) https://www.dw.com/de/israels-iran-angriff-und-us-bomben-legitim-praeventiv-verteidigung-oder-voelkerrechtswidrig/a-72997958

23) https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/iranisches-atomprogramm-israels-kalkuel-fuer-den-krieg-a-815188.html

24) https://www.welt.de/politik/ausland/article256230046/massive-vergeltung-iran-droht-israel-mit-angriff-auf-atomanlagen.html

25) https://www.dw.com/de/atomprogramm-des-iran-wie-fortgeschritten-war-es-nuklearprogramm-israel-angriff-atombombe-uran-v3/a-72916820

26) https://verfassungsblog.de/warum-der-erneute-angriff-der-usa-und-israels-auf-den-iran-offenkundig-volkerrechtswidrig-ist/

27) https://www.juedische-allgemeine.de/politik/rubio-warnt-iran-vor-angriff-und-schliesst-praeventivschlag-nicht-aus/

28) https://www.spiegel.de/ausland/iran-will-laut-marco-rubio-interkontinentalraketen-entwickeln-a-36951405-df2d-40fa-b7a6-713619d0394e

29) https://www.foreignaffairs.com/middle-east/why-iran-will-escalate?utm_medium=newsletters&utm_source=twofa&utm_campaign=Why%20Iran%20Will%20Escalate&utm_content=20260227&utm_term=N

30) https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/eskalation-in-nahost-israel-und-usa-angriff-auf-iran-alle-news-im-ticker,VChg7Mc

31) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-israel-usa-angriffe-iran-100.html

32) https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/angriff-auf-iran-strasse-von-hormus-und-ihre-bedeutung-fuer-die-oelexporte-accg-110845813.html

33) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/israel-nahost-iran-hormus-blockade-folgen-100.html

34) https://www.deutschlandfunk.de/strasse-von-hormus-iran-schiffsverkehr-welthandel-oel-100.html

35) https://www.blick.ch/ausland/putin-als-friedensbringer-kreml-chef-bietet-vermittlung-im-iran-israel-konflikt-an-id21603547.html

36) https://www.spiegel.de/ausland/iran-china-und-russland-verurteilen-angriff-von-israel-und-den-usa-a-ee89f6f0-c477-472c-b3ff-66fdc9ecbd81

37) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-putin-schaut-der-eskalation-im-nahen-osten-ohnmaechtig-zu/100204529.html

38) https://de.euronews.com/2026/01/15/iran-russland-strategische-allianz

39) https://www.n-tv.de/politik/Trump-kuendigt-Bodentruppen-falls-noetig-und-grosse-Angriffswelle-im-Iran-an-id30423138.html

40) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_Iran_2026

41) https://www.capital.de/wirtschaft-politik/iran-warnt-schiffe-in-der-strasse-von-hormus---gefahr-fuer-den-oelhandel-37179988.html

42) https://www.n-tv.de/politik/Diese-Folgen-haette-eine-Blockade-der-Strasse-von-Hormus-id30416480.html

43) https://esut.de/2026/01/meldungen/67057/iran-konflikt-2026-warum-der-us-angriff-vorerst-abgebrochen-wurde/

44) https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101148702/strasse-von-hormus-von-iran-gesperrt-benzin-diesel-und-heizoel-teurer.html

45) https://www.br.de/nachrichten/bayern/iran-sperrt-strasse-von-hormus-folgen-fuer-oel-benzin-und-gaspreise,VChrpZA

46) https://www.srf.ch/news/international/iran-krieg-die-uno-als-blosser-nebenschauplatz

47) https://news.un.org/en/story/2026/02/1167062

48) Rundmail vom Schiller-Institut vom 3. März 2026

49) https://paulcraigroberts.org/the-road-to-world-war-iii/

50) Ebda.

51) https://paulcraigroberts.org/netanyahu-and-trump-the-new-hitler-mussolini-pact/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Illustration: postapokalyptische Wüstenlandschaft
Bildquelle: Milos Stojiljkovic / shutterstock

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