NEWS 23

🔒
❌
Stats
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Ältere Beiträge

Operation „Blind Fury“: Strategie oder Selbstzerstörung? | Von Wolfgang Effenberger

26. März 2026 um 12:49

Vorschau ansehen
Operation „Blind Fury“: Strategie oder Selbstzerstörung? | Von Wolfgang Effenberger

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Was im Washingtoner Sicherheits‑Establishment als harter Kurs und notwendige Abschreckung gefeiert wird, offenbart im Nahen Osten vor allem eine Politik, die sich mit jedem Schritt selbst konterkariert. Foreign-Affairs Artikel wie "How America's War on Iran Backfired" und der The Economist Titel "Operation Blind Fury" legen nahe, dass die aktuelle US‑Linie gegenüber dem Iran nicht nur wenig Erfolg zeigt – sondern die eigenen Ziele untergräbt. Um Teheran einzuschüchtern, zeigen Trump und die US‑Administration theatralische Drohgebärden oder übertriebene militärische Stärke (sogenanntes militärisches Sabre‑Rattling), statt auf substanzielle, stabilisierende Diplomatie gegenüber dem Iran zu setzen.

Trumps martialische Tiraden wirken wie militärische Dampfplauderei mit hohem Eskalations‑Risiko und führten bisher zu mehr Stärke für die iranischen Akteure in der Region, zu instabileren Allianzen und zu einem US‑Image, das eher als unberechenbar als verlässlich gilt. Wenn Trump nun die Straße von Hormuz als möglichen "Hebel" ins Spiel bringt, droht das weniger eine kluge Strategie zu sein als ein Akt der Selbstschädigung im globalen Macht‑Spiel.

Will Trump mit diesen öffentlichen Ankündigungen von „Optionen offenlassen“ oder "Militäraktionen sind möglich" die Gegenseite dazu drängen, nachzugeben, ohne dass tatsächlich sofort geschossen wird? (1) 

Trumps Vorgehen erntet vernichtende Kritik aus Großbritannien und den USA

The Economist vom 21. März 2026 

Der Titel "Operation Blind Fury" ziert das Cover der Ausgabe von The Economist vom 21. März 2026 und bezieht sich auf den laufenden Konflikt mit dem Iran unter Präsident Donald Trump. Der Artikel kritisiert, dass dieser Krieg Trump politisch schwächt und wütender macht, was ihn potenziell gefährlicher werden lässt. (2)

Das Cover zeigt Trump mit einem patronenbestückten Gefechtshelm – ein Symbol für militarisiertes Handeln und wachsende Verletzlichkeit. Es unterstreicht die Paradoxie: Der Konflikt sollte Stärke demonstrieren, entpuppt sich aber als Belastung für Trumps "politische Superkräfte". (3) 

Hauptthesen und Strategischer Kontext 

Der Krieg untergräbt Trumps Fähigkeit, Medien zu dominieren und seine Basis zu mobilisieren, statt den üblichen "Rally-around-the-flag"-Effekt zu erzeugen. Institutionelle Widerstände wie die Senatsablehnung einer Kriegsermächtigung und fehlende öffentliche Unterstützung verstärken dies; israelische Lobbys wirkten hingegen einflussreich. Die Strategische Unklarheit birgt Eskalationsrisiken, da Ziele fehlen und der Konflikt sich verlängert. (4)

Der Konflikt schwächt die USA wirtschaftlich durch die Blockade der Straße von Hormus und Energiekrise, was Russland nützt und die Demokraten stärkt. Republikaner, die Trumps "no new wars"-Versprechen ernst nahmen, sind verärgert. Die Chancen für die Demokraten im Kongress steigen. Schwäche könnte zu impulsivren, autoritären Entscheidungen führen. (5)

Iran kontert asymmetrisch mit Proxys, Drohnen und Wirtschaftskrieg, statt direkt zu kontern; US/Israel-Luftangriffe dominieren, doch der Konflikt dauert nun Wochen. Das Magazin "The Economist" warnt vor langfristiger Erschöpfung US-Ressourcen und fehlender Grand Strategy. (6)

Die "Operation Blind Fury" schwächt Präsident Trumps Position in der US-Politik erheblich, da der Iran-Krieg seine politischen Stärken untergräbt. Der Konflikt dominiert die Medien negativ und enttäuscht seine Basis. (7)

Der Senat blockiert die Kriegsermächtigungen, und institutionelle Widerstände wie Kongress und Justiz bremsen impulsive Entscheidungen. So gewinnen die Demokraten an Boden durch wirtschaftliche Belastungen wie Ölpreisspitzen und Handelsstörungen, was die Midterms beeinflussen könnte. Trumps Zustimmungswerte sinken, da der Krieg keine klaren Siege bringt. (8) 

Foreign Affairs: Hauspostille des CFR vom 17. März 2026 

Der Artikel "How America’s War on Iran Backfired" von Nate Swanson analysiert, wie der US‑geführte Krieg gegen den Iran trotz taktischen Erfolgs strategisch schiefgelaufen ist, was nun dazu führt, dass Teheran die Bedingungen für einen möglichen Waffenstillstand bestimmt.

Swanson argumentiert, dass die US‑Operation zusammen mit Israel zwar die iranische Armee schwer beschädigt und sogar den Obersten Führer Ali Khamenei getötet hat, aber keinen klaren politischen Plan für das "Danach" hatte. Statt eines schnellen Regimewechsels oder einer bedingungslosen Kapitulation Irans hat sich der Krieg zu einem langwierigen Stellvertreter‑ und Attrition‑Konflikt entwickelt, um Teheran durch gezielte und stetige Angriffe auf die Region und dir Energiewirtschaft sowie Handelsdruck langsam zu erschöpfen (Erster Weltkrieg: Schützengräben, Millionen Tote sowie Ukraine-Krieg: Artillerie-Duelle, Drohnen, Munitionsverbrauch).

Trump hat verkündet, der Krieg sei gewonnen, wenn das iranische Volk das Regime stürzt – eine unrealistische Erwartung, die sich nach den Massakern vom Januar 2026 nicht erfüllt hat.

Die Tötung Khameneis durch externe Angriffstruppen hat ihn symbolisch in einen Märtyrer verwandelt, was die harte Linie im Regime stabilisiert und die schwächere, mehrheitlich wirtschaftsorientierte Bevölkerung marginalisiert.

Swanson skizziert, dass 20 % der Iraner das Regime stürzen, 20 % es schützen und 60 % einfach nur ein besseres Leben wollen. Die Kriegsstrategie hat genau diese 60 % verprellt, weil sie die Angst vor äußerer Zerstörung über persönliche Reformwünsche stellt.

Der offene Kriegsdruck von außen stärkt die innere Einheit des Regimes und rechtfertigt weiterhin repressive Maßnahmen gegenüber der Bevölkerung.

Obwohl die iranische Marine schwer zerstört ist, reichen regelmäßige Drohnen‑ und Raketenangriffe auf die Straße von Hormus, um die Schifffahrt und den globalen Ölhandel zu beunruhigen – das reicht, um Washington und die Golfstaaten zu zwingen, über einen Waffenstillstand nachzudenken.

Ähnlich wie Israel die Hisbollah 2024 durch gezielte Führungs- und Kapazitätsangriffe geschwächt hat, will Trump den Iran "kastrieren" und dann jahrelang kontrolliert angreifen. Doch hier hat der Iran die Attraktionsstrategie übernommen und zwingt die USA nun, zwischen Israel‑Sicherheit und globaler Stabilität zu wählen.

Die Luftangriffe zeigen bereits abnehmende Effekte, weil die wichtigsten Ziele getroffen sind; Bodentruppen einzusetzen widerspräche Trumps früheren Gelöbnissen und wäre politisch sowie militärisch riskant.

Die Bewaffnung von Kurden oder anderen ethnischen Gruppen würde die iranische Opposition spalten, innere Reformkräfte entfremden und die Region zusätzlich destabilisieren.

Die einzige realistische Option ist ein formeller Waffenstillstand – aber unter Bedingungen, die weitgehend von Iran diktiert werden, etwa Einschränkungen künftiger israelischer Militäroperationen gegen Teheran.

Swanson kommt zu dem Schluss, dass Trumps Krieg keinen guten Ausgang nimmt: Sieg im Sinne eines Regimewechsels oder klarer Kapitulation Irans ist unwahrscheinlich.

Jeder mögliche Ausweg – weitere Eskalation, Bodenkrieg oder Verhandlungen – ist mit hohen Kosten verbunden. Letztlich profitiert das Regime in Teheran indirekt vom US‑Angriff, weil er es als "Verteidiger gegen ausländische Aggression" legitimiert und die ursprüngliche Reform‑ und Wohlfahrtsagenda der Mehrheit der Bevölkerung hintertreibt.

Damit ist der "Krieg gegen den Iran" in Swansons Augen ein Beispiel dafür, wie militärische Stärke ohne politische Strategie nicht nur scheitert, sondern genau das Gegenteil des Angestrebten bewirkt: Iran sitzt am Verhandlungstisch, während die USA gezwungen sind, trügerische Kompromisse einzugehen. (9) 

Beide Analysen kommen im Kern zum gleichen Schluss: Die aktuelle US‑Politik gegenüber Iran produziert das Gegenteil dessen, was sie erreichen will – militärisch, strategisch und innenpolitisch.

Die USA (und Israel) haben die Widerstandsfähigkeit und Eskalationsbereitschaft Irans systematisch unterschätzt: Angenommen wurde ein kurzer, "chirurgischer" Schlag mit begrenzter Antwort; tatsächlich folgten massive Raketen‑ und Drohnenangriffe auf Israel und mehrere Golfstaaten, ohne dass das Regime kollabierte oder das Nuklearprogramm entscheidend geschwächt wurde. (10)

Die Idee, mit begrenzter Gewalt einen Regimewechsel anzustoßen oder den Iran "einzuschüchtern", erweist sich als Illusion: Weder kam es zu einem Aufstand noch zu einer Destabilisierung des Systems; im Gegenteil, Teheran festigte seine Position im eigenen Land und im "Axis of Resistance". (11)

Die Iran‑Politik macht Trump nach Einschätzung von "The Economist" innenpolitisch schwächer und zugleich risikobereiter: Der Krieg bindet enorme Ressourcen, verstärkt institutionellen Widerstand (Kongress, Bürokratie) und erodiert seine "politischen Superkräfte", was ihn zu noch härteren, unberechenbaren Entscheidungen treiben kann. (12)

Außenpolitische Hybris schlägt in innenpolitische Verwundbarkeit um: Ein Krieg, der Stärke demonstrieren sollte, wird zum Test der Regierungsfähigkeit und verschärft Zweifel an der Kompetenz und dem Urteilsvermögen des Weißen Hauses. (13)

Beide Analysen betonen eine strukturelle Fehlwahrnehmung: Iran ist kein "Problem", das man mit einer kurzen Luftoffensive lösen kann, sondern ein über Jahrzehnte verankertes, vielarmiges Machtgebilde mit Proxy‑Netzwerken und ausgereifter Drohnen‑ und Raketentechnologie. (14)

Damit steht die gesamte US‑/israelische Iran‑Strategie der letzten Jahrzehnte infrage: Sanktionen, verdeckte Operationen und militärische Nadelstiche haben weder Regimewechsel gebracht noch Irans regionalen Einfluss gebrochen, sondern eher zu Anpassung, Militarisierung und weiterer Radikalisierung geführt. (15)

Kurzfristige Machtdemonstrationen ersetzen keine langfristige Strategie: Beide Texte legen nahe, dass Washington eine realistischere, weniger ideologisch aufgeladene Iran‑Politik braucht – mit klaren Zielen, einem Verständnis der Gegenseite und der Bereitschaft, Grenzen militärischer Macht anzuerkennen. (16)

Gleichzeitig warnen sie: Solange innenpolitischer Druck und persönliche Machterhaltung dominieren, ist eher mit weiterer Eskalation als mit nüchterner Kurskorrektur zu rechnen – ein klassisches Beispiel dafür, wie gescheiterte Außenpolitik innenpolitische Krisen verschärft und umgekehrt.

Kritisches Interview mit dem Republikaner Paul Craig Roberts

Am 16. März 2026 moderierte Nima Rostami Alkhorshid auf dem Kanal "Dialogue Works" unter dem Titel "Paul Craig Roberts: Iran gewinnt! " im Interview mit dem politischen US-Urgestein Paul Craig Roberts. Im Vorspann wurde ausführlich Trumps Rede vom 11. März 2026 zum Iran-Krieg eingespielt: 

Die militärische Kampagne zur Beendigung der Bedrohung durch das iranische Regime wurde in den letzten Tagen mit voller Kraft fortgesetzt. Sie wurden buchstäblich ausgelöscht.

Die Luftwaffe ist weg, die Marine ist weg. Viele, viele Schiffe wurden versenkt. Es sind Kriegsschiffe, aber offenbar wussten sie nicht, wie man sie benutzt. Ihre Flugabwehr ist vernichtet, ihr Radar ist zerstört und ihre Anführer sind verschwunden. Abgesehen davon geht es ihnen ganz gut
.“

Auf die Frage von Alkhorshid:

Wie sehen Sie die aktuelle Phase des Konflikts, die aktuelle Phase des Krieges?“

 antworte Paul Craig Roberts:

Nun, ich denke, Trump hat nicht die Zerstörung des Iran beschrieben, sondern die aller amerikanischen Militärbasen im Persischen Golf. Es scheint, als sei das die eigentliche Zerstörung. Wir haben all unsere Radarfähigkeit verloren. Eines der Golfstaaten hat uns Berichten zufolge, die offenbar korrekt sind, gebeten zu gehen. Und ich vermute, das wird ansteckend sein, dass die übrigen Golfstaaten uns ebenfalls bitten werden zu gehen, weil sie unsere Präsenz mit Luftwaffen- und Marinestützpunkten nur als Schutz für sich selbst gesehen haben.

Und nun stellen sie fest, dass sie unter militärischem Angriff stehen. Menschen fliehen aus Dubai. Es bricht als Finanzzentrum zusammen. Es scheint mir, dass Trump über den Zusammenbruch der amerikanischen Position sprach und nicht der iranischen.

Wenn wir tatsächlich eine Situation haben, Nima, in der der Präsident der Vereinigten Staaten so unrealistisch ist, dass er nicht erkennt, dass er am Rande einer nuklearen Konfrontation steht, weil wir den Krieg nicht gewinnen, weil Israel den Krieg nicht gewinnt. Wer gewinnt dann den Krieg? Iran. Alles was sie tun müssen, ist nicht zu kapitulieren und sie haben gewonnen.“
(Minute 3:51)

Roberts betont, dass die USA und ihre Verbündeten den Iran zwar militärisch stark getroffen haben, aber keine klare politische Zielvorstellung oder einen Plan für den Tag danach hatten. Dadurch hat sich der Konflikt eher zu einem langen Krieg der Ermüdung entwickelt, in dem Iran mit gezielten Angriffen auf Energie und Schifffahrt Druck auf die USA und die Golf‑Staaten ausübt.

Für viele überraschend reagierte der Iran auf die US-Luftangriffe (im Kontext von "Operation Blind Fury") mit einer koordinierten, mehrstufigen Vergeltungsstrategie. Diese zielte auf Demonstration von Stärke ab, ohne eine vollständige Eskalation zu riskieren, und umfasste direkte Raketenangriffe sowie Proxy-Aktionen, (17) die sich gegen US-Basen in Bahrain und Saudi-Arabien richteten; Teheran betonte "verheerende und mächtige" Präzisionsschläge als direkte Antwort auf US-Angriffe auf Atomanlagen wie Fordo, Natanz und Isfahan. (18)

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi nannte die US-Angriffe "empörend" und "völkerrechtswidrig", behielt sich "alle Optionen" vor und wandte sich per Brief an den UN-Sicherheitsrat (Artikel 51 UN-Charta). Präsident Massud Peseschkian warnte auf X: "Wir werden die Aggression nicht unbeantwortet lassen." (19)

Religionsführer Ali Khamenei sprach von einer "vernichtenden Antwort" und warnte vor einem "umfassenden Regionalkrieg". Verteidigungsminister Amir Hatami versprach "verhältnismäßige" Reaktionen auf weitere US-Schläge. (20)

Dazu intensivierten Houthis und Hisbollah parallele Angriffe (z. B. im Roten Meer), was Irans "Achse des Widerstands" stärkte, ohne direkte Konfrontation zu vertiefen.

Die Reaktion festigte das Regime innenpolitisch, da sie als Erfolg verkauft werden konnte – trotz angeblicher US-Zerstörung von Nuklearanlagen blieb das System intakt und radikalisierte sich weiter. (21)

Diese detaillierte Reaktion unterstreicht Irans Fähigkeit zu asymmetrischer Kriegsführung: Präzise, aber nicht regimevernichtend, um den Verhandlungsspielraum zu wahren. (22)

Der Iran-Konflikt hat die US-Politik tief gespalten und das fragile Machtgleichgewicht zwischen Exekutive und Kongress auf die Probe gestellt. (23)

Kongressdebatte und Abstimmungen

Die Republikaner unterstützen Trump weitgehend und blocken Einschränkungen ab: Eine Senatsresolution zur Beendigung des Kriegs scheiterte mit 52:47 Stimmen; ähnliche Vorstöße im Repräsentantenhaus haben nur symbolische Wirkung.

Die Demokraten werfen Trump einen Verstoß gegen die War Powers Resolution vor: Ohne Kongress-Zustimmung seien die Angriffe illegal, fehlten klare Ziele und ein Exit-Plan – Kritik von Figuren wie Tim Kaine und Ro Khanna.

Einige Republikaner (z. B. Thomas Massie, Warren Davidson) stimmen mit den Demokraten überein und fordern Mitsprache, doch die parteipolitische Mehrheit schützt Trump.

Der Iran-Konflikt belebt den Streit um Kriegsbefugnisse seit 1973; Präsidenten umgehen den Kongress routinemäßig, doch hier eskaliert die Kritik an "ewigen Kriegen". (24)

Neue Kriegskosten drohen, ohne Kongress-Finanzierung; dies könnte zu Shutdown-Risiken oder Kompromissen führen, die Trumps Agenda bremsen. (25)

Trotz republikanischer Mehrheiten zementiert der Konflikt eine polarisierte Politik: Trump behält die militärische Freiheit, riskiert aber langfristig einen Legitimitätsverlust und weitere institutionelle Konflikte. (26) 

Die US-Strategie gegenüber Iran seit 1979 basiert auf einer Mischung aus Isolation, wirtschaftlichem Druck und gelegentlichen verdeckten oder militärischen Maßnahmen, um das Regime zu schwächen und sein Nuklearprogramm einzudämmen – mit zunehmend eskalierenden Mitteln.

Unmittelbare Reaktionen post-1979 (Carter/Reagan-Ära)

Nach der Besetzung der US-Botschaft in Teheran (444 Tage) froren die USA iranische Vermögenswerte ein (Executive Order 12170), brachen diplomatische Beziehungen ab und verhängten erste Sanktionen sowie Embargos – ein Präzedenzfall für "Maximum Pressure".

Iran-Irak-Krieg (1980er): Indirekte Unterstützung des Irak durch Waffenlieferungen und Geheimoperationen (z. B. Iran-Contra-Affäre 1985/86, paradoxer Waffenverkauf an Iran); Iran wird als "Staatssponsor des Terrorismus" eingestuft. (27)

Sanktions- und Eindämmungspolitik (Clinton bis Obama)

Härtephase Clinton (1995): Vollständiges Handels- und Investitionsembargo, Vorwurf des Strebens nach Atomwaffen und die Terrorfinanzierung; Fokus auf Ölexporte und Banken. (28)

Bush-Doktrin (2002): Iran in "Achse des Bösen" eingeordnet; Cyberangriffe (Stuxnet 2010 mit Israel) und Sanktionen gegen das Nuklearprogramm, ergänzt durch UN-Embargos. (29)

Obama-Versuch (2015): JCPOA-Atomdeal als Entspannung, doch mit militärischen Garantien (Drohnen, Sanktionen beibehalten). (30)

Eskalation unter Trump I/II (2018–2026)

"Maximum Pressure" mit totalen Sanktionen, Soleimani-Tötung (2020), Flugzeugträger-Verlegungen und Drohnenabschüssen; Übergang zu offenen Luftangriffen ("Operation Blind Fury" 2026). (31)

Verdeckte Operationen (Sabotage an Atomanlagen), Proxy-Kriege (via Israel/Saudi-Arabien gegen Houthis/Hisbollah) und rhetorische Eskalation, die nun in direkte Konfrontation mündet. (32)

Strategische Konstanz und Scheitern

Diese Politik – von Sanktionen über Eindämmung bis zu Militärschlägen – zielte auf Regimewechsel oder Verhaltenstransformation, führte aber zu Irans Militarisierung, Proxy-Netzwerken und einer Zerstörung des Nuklearprogramms, wie aktuelle Analysen kritisieren. (33) 

Roberts: Iran gewinnt propagandistisch und strategisch

Roberts argumentiert, dass Trump die USA zwischen zwei unerträgliche Alternativen stellt: Entweder USA und Israel eskalieren weiter, was den Energie- und Finanzmarkt destabilisiert. Oder die USA akzeptieren einen Waffenstillstand, der Iran weitgehend unverändert lässt und Israel nicht mehr vollständig freie Hand gibt. (34)
Er unterstreicht, dass der Iran genau diese Zwickmühle ausnutzt, um auf Dauer seine Bedingungen zu setzen.

Roberts bezeichnet die Darstellung der USA und Israels im Konflikt als propagandistisch stark verfälscht: Die westlichen Medien würden den Iran als einseitig schuldhaft und aggressionsbereit darstellen, während die Verantwortung der USA und Israels für die Eskalation heruntergespielt werde. (35)

Die tatsächlichen Kosten des Krieges für die Weltwirtschaft, die Nahostbevölkerung und die Glaubwürdigkeit der USA würden populär nicht korrekt reflektiert. (36)

Roberts charakterisiert den Kriegsbeginn als strategisch und moralisch gescheitert: Es gebe keine klare Begründung, die den Aufwand und die Gefahr eines größeren Krieges rechtfertige; stattdessen würden nationale Interessen und Öl‑ bzw. Machtpositionen als Entschuldigung missbraucht. (37)

Für Paul Craig Roberts ist Trumps Rede vom 11. März ein weiterer Schritt in einen falsch geplanten Krieg, der die USA in die Rolle eines Eroberers drängt, während Iran die moralische und, langfristig, auch die politische Initiative an sich zieht. Die eigentlichen „Gewinner“ seien nicht die militärischen Sieger, sondern diejenigen, die den Krieg als Legitimation für innere Repression und als Hebel in der geopolitischen Auseinandersetzung nutzen.

Paul Craig Roberts hat seine grundsätzliche Haltung zu Donald Trump nicht plötzlich von "pro Trump" zu "gegen Trump" gewechselt, aber seine Einschätzung ist deutlich kritischer und differenzierter geworden, vor allem im Lichte des Kriegs mit dem Iran und von Trumps autoritären Tendenzen.

Roberts war von Beginn an kein einfacher Trump‑Supporter, sondern sah in ihm eher eine Chance, die aggressive US‑Außenpolitik zu bremsen – vor allem im Irak‑Erfolg und gegenüber China und Russland.

In seinen jüngeren Interviews (2025–2026) betont er aber zunehmend, dass Trump in der Praxis eine extrem kriegerische und expansionistische Rolle eingenommen habe, die eher der alten, von Washington-Lobbies gesteuerten Linie entspricht als seiner früheren "America First“ Rhetorik. "

2. Verstärkte Kritik nach dem Iran‑Krieg

Nach Trumps Kriegsrede und der Eskalation gegen den Iran wendet sich Roberts klar gegen die Strategie und spricht von einem "sinnlosen Krieg", der die USA moralisch und strategisch schwächt, statt den Einfluss der Militär‑ und Kriegslobby zu brechen.

Er verknüpft Trumps Kurs nun weniger mit "anti‑Kriegs" sondern mit einer Form von aggressiver, expandierender Kriegspolitik, die von Roberts gerade abgeschafft werden sollte.

3. Bleibende politische Nähe, aber andere Bewertung

Er bleibt inhaltlich ideologisch nahe bei Trumps Kritik an Globalismus, Eliten und ökonomischer Transferpolitik, etwa was Steuern, Schulden und Finanzsysteme angeht.

Roberts hat seine Haltung zu Trump also nicht vollständig umgekehrt, sondern verschärft und enttäuscht weiterentwickelt: Er kritisiert heute stärker die Kriegs‑ und Außenpolitik des Präsidenten, während er in innenwirtschaftlichen Fragen weiterhin nahe bei Trumps Kernkritik an Establishment Ökonomie bleibt. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt also nicht auf einer "Umkehr der Loyalität", sondern auf der Erkenntnis, dass Trump sich in die Kriegslogik integriert hat, die Roberts eigentlich bekämpfen wollte.

Internationale Reaktionen

Viele westeuropäische Regierungen äußern sich "besorgt" bis "erschrocken" und warnen vor einer Eskalation zu einem größeren regionalen Krieg; offizielle EU-Stellungnahmen betonen formal die Verpflichtung zum Völkerrecht und zur Nicht‑Eskalation, kritisieren aber die völkerrechtliche Debatte um die Notwehr‑ und Präventivschlag‑Einschätzung. (38)

USA und Israel beschreiben die Operation als "notwendigen, präzisen Präventivschlag" gegen eine existenzielle Bedrohung und betonen gemeinsame militärische und strategische Interessen. (39)

Die Reaktionen der Arabischen und der Golf‑Staaten sind gemischt: Einige Staaten begrüßen eine Reduzierung der iranischen Macht geheimdienstlich oder indirekt, während andere öffentlich Zurückhaltung und Verurteilung von Gewalt zeigen, um nicht in die Konfliktspirale gezogen zu werden.

Russland und China verurteilen die Militärschläge als "Verletzung der Souveränität" und "gefährliche Eskalation", kündigen aber bisher keine unmittelbaren militärischen Kontermaßnahmen an; sie fordern de‑facto eine Rolle als "Garanten" der internationalen Sicherheit.

Der Iran reagierte auf Trumps Äußerungen und die Ankündigung der Militäroperationen mit scharfer Verurteilung, Drohungen weiterer Vergeltung und einer klaren Kapitulationsverweigerung.

Die iranische Führung bezeichnete Trumps Drohungen und die Luftangriffe als "unrechtmäßige Aggression" und "Verletzung der Souveränität", die sie mit "entschlossener Verteidigung" der eigenen Sicherheits- und Wirtschaftsinfrastruktur beantworten werde. (40)

Der iranische UN‑Botschafter sprach in New York von gezielter Zerstörung ziviler Infrastruktur und beklagte sich über US-Forderungen, bei der internen Nachfolgeregelung nach dem Tod des obersten Führers mitentscheiden zu wollen; Teheran sieht das als inakzeptable Einmischung. (41) 

Militärsprecher und Revolutionsgarden betonten, der Iran werde "bestimmen, wann der Krieg endet", und drohten mit Gegenangriffen – etwa auf Öl‑ und Gasanlagen von Staaten, die sich an der Blockade der Straße von Hormus oder an Angriffen beteiligen. (42)

Offizielle Medien und Führungsfiguren stellten die eigene Fähigkeit zur Urananreicherung und zur regionalen Stärke als "unveräußerliches Recht" dar, was eine grundsätzliche Zurückweisung der vom Iran verlangten Bedingungen unterstreicht. (43)

Der Iran lehnte zeitweise Gespräche über eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus ab, solange die Angriffe andauern, und erklärte, ein Waffenstillstand sei erst möglich, wenn die Aggression beendet sei. (44)

Gleichzeitig verwendete Teheran die Rhetorik, dass der Krieg nur enden werde, „wenn der Feind seine Aggression bereut“ – eine Formulierung, die sowohl militärische Widerstandsfähigkeit als auch politische Selbstbehauptung signalisiert. (45)

Insgesamt zeigt die iranische Reaktion auf Trumps Aussagen eine Mischung aus Drohungen, Betonung eigener Rechte und einer klaren Abwehr jedes Szenarios der bedingungslosen Kapitulation, ergänzt durch den Versuch, die internationale Öffentlichkeit für die eigene Sicht zu gewinnen. (46)

Beide Artikel "How America´s War on Iran Backfired" und "Operation Blind Fury" kritisieren die US-Politik gegenüber dem Iran im Kontext eines laufenden Konflikts unter Präsident Trump. Sie wurden veröffentlicht, um strategische Fehlschläge aufzudecken und die Öffentlichkeit über unerwartete Konsequenzen aufzuklären.

Mögliche Motive der Veröffentlichung

Journalistische Analysen wie diese dienen primär der kritischen Berichterstattung über US-Fehlentscheidungen, etwa fehlende klare Kriegsziele oder unzureichende Vorbereitung. Sie spiegeln eine Debatte wider, in der Medien wie "Foreign Affairs" und "The Economist" US-Strategien hinterfragen, um politisch Verantwortliche und Leser zu informieren – oft mit Fokus auf langfristige Risiken wie wirtschaftliche Stabilität und globale Märkte. Sensationswert und Timing (nach zwei Wochen Krieg) verstärken die Reichweite, ohne propagandistische Absichten zu belegen.

Die Motive hinter beiden Artikeln lassen sich recht klar einordnen – sie sind weniger "neutral beschreibend" als vielmehr analytisch-kritisch und warnend angelegt.

Hier sind zentrale Beweggründe solcher Analysen:

1. Strategische Fehlentwicklung aufzeigen 

Beide Publikationen gehören zu den einflussreichsten außenpolitischen Stimmen des Westens. Ihr Hauptmotiv ist es, auf Fehlanreize und unbeabsichtigte Folgen hinzuweisen:

Warnung vor Selbstüberschätzung westlicher Macht

Die Artikel richten sich an politische Eliten und Entscheidungsträger. Daher betonen sie die enormen finanziellen Belastungen (Milliardenkosten in wenigen Tagen), die militärische Abnutzung (begrenzte Ressourcen, „magazine depth“) sowie die innenpolitischen Folgen.

2. Normativer Anspruch (liberal-internationalistische Perspektive) 

Beide Medien vertreten (in unterschiedlicher Nuance) eine Ordnungsperspektive:

  • Stabilität durch Diplomatie und Institutionen
  • Skepsis gegenüber unilateralem militärischem Vorgehen
  • Kritik an impulsiver oder personalisierter Außenpolitik

Beiden geht es vermutlich kaum um die Verteidigung von Völkerrecht und Charta der Vereinten Nationen, sondern die von Washington nach dem ohne UN-Mandat gerührten Krieg gegen Jugoslawien 1999 eingeführte regelbasierte Weltordnung.

So sind die Analysen von Foreign Affairs und The Economist wie eine nüchterne, aber unmissverständliche Warnung zu interpretieren:

Die amerikanische Iran-Politik ist nicht Ausdruck strategischer Stärke, sondern ein Lehrbeispiel für geopolitische Selbstsabotage. Was als Demonstration von Abschreckung gedacht war, entfaltet in der Praxis den gegenteiligen Effekt – es stärkt Irans Handlungsspielräume, destabilisiert zentrale Handelsrouten wie die Straße von Hormus und treibt die Kosten für Washington in die Höhe. Statt klare Ziele zu verfolgen, wirkt die Politik sprunghaft, undurchdacht, reaktiv und von kurzfristiger Eskalationslogik geprägt. Der eigentliche Befund ist damit ebenso simpel wie brisant: Militärische Macht ersetzt keine Strategie – und wo sie diese überlagert, produziert sie genau jene Krisen, die sie zu lösen vorgibt.

Der gemeinsame Kern beider Artikel: Die US-Politik gegenüber dem Iran wirkt kontraproduktiv – militärisch stark, aber strategisch selbstschädigend.

Der lange Vorlauf zum Iran-Krieg – eine alte Strategie 

Der aktuelle Iran-Krieg markiert nicht den Beginn eines Konflikts, sondern den Höhepunkt jahrzehntelanger US-Strategien gegen Teheran. Schon unter Präsident George W. Bush wurde Iran 2002 als Teil der "Achse des Bösen" (neben Irak und Nordkorea) definiert – ein Signal, dass Regimewechsel oder Zerstörung auf der Agenda stand.

Bush-Ära: Iran als Feindbild

Bushs „Axis of Evil“-Rede nach 9/11 stellte den Iran als Bedrohung für die Weltordnung dar. Neokonservative wie Cheney und Rumsfeld planten militärische Optionen, inklusive taktischer Nuklearwaffen. Der Irak-Krieg 2003 diente als Warnschuss: Iran beobachtete, wie ein Nachbar fiel.

Obama: Strategische Planung

Unter Obama verschärfte sich die militärische Planung. Das TRADOC-Dokument 525-3-1 „Win in a Complex World “(2014) nannte Russland, China, Nordkorea – und implizit Iran – als Gegner bis 2040. Es ging um hybride Kriege, Cyberangriffe und Proxys, um die US-Hegemonie zu sichern. Sanktionen und Stuxnet (Cyberangriff auf Natanz) schwächten den Iran wirtschaftlich, ohne offenen Krieg.

Biden: Der finale Rahmen

Bidens Nationale Sicherheitsdirektive 2022 (veröffentlicht unter dem Titel „National Security Strategy“) eskalierte die Rhetorik: Der Iran als „Stabilitätsstörer“ neben Russland und China. Sie priorisierte regionale Allianzen (Israel, Golfstaaten) und militärische Abschreckung. Proxys wie die Huthis wurden bekämpft, während Israel Natanz angriff.

Kontinuität als Schlüssel:

Drei Präsidenten, ein Ziel: Den Iran als regionale Macht zu brechen. Bush setzte das Feindbild, Obama die Doktrinen, Biden die Koordination. Trumps Eskalation 2025/26 (Angriffe auf Urananlagen) war die logische Folge – kein Zufall, sondern mit Vorlauf seit 20 Jahren.

Der "Krieg gegen den Terror" mutierte also zum Kampf um die Weltordnung. 

+++

Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

+++

1) https://www.merriam-webster.com/wordplay/saber-rattling-word-history

2) https://www.economist.com/weeklyedition/2026-03-21

3) https://josricardomartins.substack.com/p/operation-blind-fury-war-in-iran

4) https://www.economist.com/briefing/2026/03/19/there-is-plenty-of-scope-for-the-iran-war-to-intensify

5) https://www.italianwinesandspirits.com/index.php/it/25-redazione/6655-read-the-economist-operation-blind-fury

6) https://www.linkedin.com/pulse/what-second-week-iran-war-bring-the-economist-bfeue

7) https://josricardomartins.substack.com/p/operation-blind-fury-war-in-iran

8) https://www.economist.com/briefing/2026/03/19/there-is-plenty-of-scope-for-the-iran-war-to-intensify

9) https://www.foreignaffairs.com/united-states/how-americas-war-iran-backfired?utm_medium=newsletters&utm_source=twofa&utm_campaign=How%20America%E2%80%99s%20War%20on%20Iran%20Backfired&utm_content=20260320&utm_term=N

10) https://omidsouresrafil.substack.com/p/the-ceasefire-fiasco-how-americas

11) https://diplomatizzando.blogspot.com/2026/03/trump-operation-blind-fury-economist.html

12) https://josricardomartins.substack.com/p/operation-blind-fury-war-in-iran

13) https://omidsouresrafil.substack.com/p/the-ceasefire-fiasco-how-americas

14) https://www.dohainstitute.org/en/PoliticalStudies/Pages/from-imperial-containment-to-catastrophe-why-the-us-israeli-strategy-against-iran-collapsed.aspx

15) https://diplomatizzando.blogspot.com/2026/03/trump-operation-blind-fury-economist.html

16) https://josricardomartins.substack.com/p/operation-blind-fury-war-in-iran

17) https://www.spiegel.de/ausland/iran-greift-usa-im-irak-an-wer-reagiert-wie-a-21be5f47-787e-466d-a33c-e8739688e3ff

18) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-israel-angriff-teheran-100.html

19) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-israel-angriff-teheran-100.html

20) https://www.spiegel.de/ausland/iran-greift-usa-im-irak-an-wer-reagiert-wie-a-21be5f47-787e-466d-a33c-e8739688e3ff

21) https://omidsouresrafil.substack.com/p/the-ceasefire-fiasco-how-americas

22) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/angriff-usa-iran-israel-rekonstruktion-ueberblick

23) https://www.handelsblatt.com/politik/international/nahost-trumps-angriff-auf-iran-loest-debatte-im-us-kongress-aus/100204475.html

24) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-iran-angriff-kongress-trump-100.html

25) https://www.deutschlandfunk.de/der-shutdown-in-den-usa-und-die-politischen-folgen-100.html

26) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/us-kongress-irankrieg-100.html

27) https://www.dw.com/de/die-usa-und-der-iran-eine-jahrzehntelange-feindschaft/a-51878178

28) https://de.euronews.com/2026/02/28/73-jahre-feindseligkeiten-usa-iran-konflikt

29) https://www.news.at/politik/usa-iran-beziehung-geschichte

30) https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-iran-konflikt-1.4569478

31) https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/309946/von-verbuendeten-zu-erzfeinden/

32) https://omidsouresrafil.substack.com/p/the-ceasefire-fiasco-how-americas

33) https://www.dohainstitute.org/en/PoliticalStudies/Pages/from-imperial-containment-to-catastrophe-why-the-us-israeli-strategy-against-iran-collapsed.aspx

34) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-trump-verschiebt-gipfeltreffen-mit-xi/100136895.html

35) https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Craig_Roberts

36) https://epub.sub.uni-hamburg.de/epub/volltexte/2025/192424/pdf/2023_DJ_1_23.pdf

37) https://epub.sub.uni-hamburg.de/epub/volltexte/2025/192424/pdf/2023_DJ_1_23.pdf

38) https://de.euronews.com/my-europe/2026/02/28/europa-reagiert-militarschlage-der-usa-israels-auf-iran

39) https://www.thepioneer.de/originals/others/articles/usa-greifen-iran-an-militaer-trump-washington-teheran-ansprache

40) https://www.deutschlandfunk.de/trump-fordert-bedingungslose-kapitulation-des-irans-102.html

41) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/donald-trump-iran-gespraeche-ajatollah-ali-chamenei

42) https://de.euronews.com/2026/03/10/trump-iran-krieg-ende-drohung

43) https://www.deutschlandfunk.de/trump-fordert-bedingungslose-kapitulation-des-irans-102.html

44) https://www.tagesspiegel.de/internationales/liveblog/strasse-von-hormus-wird-sich-von-selbst-offnen-trump-lehnt-feuerpause-mit-dem-iran-ab-10586281.html

45) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/donald-trump-widersprueche-irankrieg-zeitplan-motive

46) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-trump-verschiebt-gipfeltreffen-mit-xi/100136895.html

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: US-Präsident Donald Trump während des Beginns des Angriffs auf den Iran (Operation Epic Fury) am 28.02.2026

Bildquelle: Rawpixel.com / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

05. März 2026 um 17:20

Vorschau ansehen
Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Die jüngsten Schläge unter "Brüllen des Löwen" (Israel) und "Operation Epic Fury" (USA) sind direkte, koordinierte Großangriffe auf den Iran. In der bemerkenswerten Eröffnungssalve wurden bereits Ayatollah Ali Chamenei – der seit 1989 den Iran als Oberster Führer des Regimes regiert und dem die "Islamische Revolutionsgarde" (IRGC, persisch Pasdaran) untersteht – und wichtige iranische Militärführer, darunter IRGC-Kommandeur General Mohammad Pakpour getötet, während sie sich in einem Teheraner Gelände trafen. Das zeugt von einer erstaunlichen Aufklärungsarbeit seitens der USA und Israels. Der Märtyrertod von Chamenei und den anderen islamischen Führern wird einen heftigen Gegenschlag auslösen – war das beabsichtigt? Davon ist in jedem Fall auszugehen.

Neben den iranischen Persönlichkeiten wurden Atom- und Raketenanlagen sowie Anlagen der IRGC-Einrichtungen – Militärbasen, Raketenstützpunkte (Shahab- und Zolfaghar), Atomzentren, Geheimdienststellen, Basij-Milizenlager sowie wirtschaftliche Holdings (Öl, Bau, Medien) angegriffen. 

Die USA greifen am ersten Angriffstag mehr als 1.000 Ziele im Iran an (1)

US- und israelische Streitkräfte griffen laut U.S. Central Command (CENTCOM) innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn der "Operation Epic Fury" am 28. Februar mehr als 1.000 Ziele an.

Die getroffenen Ziele umfassen Führungs- und Kontrollzentren, das Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarde, Luftabwehrsysteme, ballistische Raketenstartplätze, Kriegsschiffe – einschließlich U-Boote – sowie iranische "militärische Kommunikationsfähigkeiten".

CENTCOM veröffentlichte eine Grafik, die die US-Mittel dokumentierte, die für die Angriffe eingesetzt wurden: B-2-Tarnkappenbomber; Patriot Interceptor-Raketensysteme; Terminal High Altitude Area Defense THAAD-Antiballistische Raketensysteme (derzeit das strategisch wichtigste Hochleistungssystem); F-18, F-16, F-22 Kampfjets; A-10 Angriffsjets; F-35 Tarnkappenjäger (2) Weiter gab CENTCOM an, iranische ballistische Raketenstellungen mit B-2 Bombern zu treffen. Am 1. März teilte CENTCOM gegen Mittag mit, dass in der Nacht US-amerikanische B-2-Tarnkappenbomber, bewaffnet mit 2.000-Pfund-Bomben, Irans gehärtete ballistische Raketenanlagen angegriffen haben.

Laut "Nuclear Threat Initiative" (NTI), einem "internationalen Atomwaffenbeobachter", wurden mehr als 30 "bekannte Nuklearstandorte" und 17 Raketenstellungen im Iran innerhalb der ersten 24 Stunden des Konflikts von Raketen oder Drohnen getroffen oder von US-amerikanischen und israelischen Luftstreitkräften angegriffen. Hinter dieser Initiative stehen vor allem ihr Mitgründer Ted Turner (CNN‑Gründer) und der frühere US-Senator Sam Nunn, die die gemeinnützige und überparteiliche Sicherheitsorganisation mit Sitz in Washington 2001 ins Leben gerufen haben. Sie wird von großen Stiftungen und privaten Geldgebern (z. B. Ted Turner, Warren Buffett) finanziert. Von ihr ist also kein neutralen Blicke auf die Geschehnisse zu erwarten.

Laut dieser Initiative umfassen die ins Visier genommenen Ziele Isfahan-Forschungs- und Umwandlungsanlagen, "tief vergrabene Urananreicherungsinfrastruktur" in der Provinz Qom, Gebiete in Kermanshah und Tabriz, die "mit Raketenlager- oder Startanlagen verbunden sind", sowie Standorte in Teheran, die "mit Führungs-, Nachrichten- und Logistikoperationen verbunden sind". 

Teheraner lokale Medien berichteten von Raketen- und Drohnenangriffen auf das iranische Geheimdienstministerium, das Verteidigungsministerium, die iranische Atomenergieorganisation und den Militärkomplex Parchin.

Präsident Donald Trump gab am 1. März bekannt, dass die US-Marine plant, Irans Marine vollständig zu zerstören:

„Mir wurde gerade mitgeteilt, dass wir neun iranische Kriegsschiffe zerstört und versenkt haben, einige davon relativ groß und wichtig“, sagte er in einem Beitrag und Video auf "Sunday Truth Social". „Wir verfolgen den Rest. Bald werden sie auch auf dem Meeresgrund treiben! Bei einem anderen Angriff haben wir größtenteils ihr Marinehauptquartier zerstört. Abgesehen davon läuft ihre Marine sehr gut!“

CENTCOM bestätigte, dass eine iranische Korvette der Jamaran-Klasse zu den iranischen Schiffen gehört, die am Kai von Chabahar am Golf von Oman angegriffen und versenkt wurden.

Die israelischen Streitkräfte teilten am 1. März mit, dass die Angriffe am ersten Tag darauf abzielten, "einen Weg nach Teheran zu ebnen", wobei Premierminister Benjamin Netanjahu versprach, dass Raketen- und Luftangriffe auf die iranische Hauptstadt am Sonntag und in den kommenden Tagen eskaliert würden. 

Iranische Gegenangriffe zielen auf US- und israelische Militärziele

Iran startete Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel (z. B. Militärflugplätze wie Nevatim) sowie US-Stützpunkte in Katar, Bahrain, VAE, Irak, Jordanien und Kuwait. (3) Zusätzlich trafen Drohnen zivile Infrastruktur im Oman; die Revolutionsgarden (IRGC) sprechen von "Antwort auf Aggression".

ZDF-Heute meldete am 2. März 2026 Eskalation mit Explosionen in Golfstaaten, viele abgefangen, aber Schäden an Basen. (4) Einen Tag zuvor hatte das Verteidigungsministerium der Emirate erklärt, man habe seit Beginn der iranischen Angriffe dank des THAAD-Raketensystems der emiratischen Raketenabwehr bislang 165 ballistische Raketen, 541 Drohnen und zwei Cruise-Missiles abgefangen. Diese Zahlen bezeugen eine immerhin beachtliche Feuerkraft des Irans, wobei iranische Treffer in der Bilanz nicht auftauchen, was den eigenen Erfolg erhöht.

Das Auswärtige Amt wandte sich am 1. August an die in den Golfstaaten gestrandeten „lieben Landsleute“ mit der nüchternen Prognose, man habe mit einer längeren Dauer der Kampfhandlungen und weiteren sicherheitsrelevanten Vorfällen in der Region zu rechnen. Der Luftraum über Israel, Iran, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain und dem Irak bleibe gesperrt. Unterstützungsmöglichkeiten seien deshalb eingeschränkt.

Vergleich 2025 zu 2026

Im Vergleich zum aktuellen Angriff war die israelische Mossad-Operation (Rising Lion) gegen Atomprogramm/Kernphysiker, ergänzt durch US-Luftschläge (Midnight Hammer) 2025 noch verhältnismäßig moderat: sie zielte nicht auf Regimechange und es gab auch keine US-Führung. (5) Nun eine erste vollständige US-Israel-Partnerschaft mit der Ankündigung von Trump, den Obersten Führer Ali Chamenei zu töten und zum Regime-Sturz aufzurufen. Der umfassende Angriff auf ein weitaus breiteres Zielspektrum (Luftabwehr, Milizen) hat das Potential zum offenen Krieg. (6)

Vor diesem Hintergrund hat die UN nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats einberufen. (7) Generalsekretär Guterres verurteilte die Eskalation als Bedrohung des Weltfriedens und rief zu sofortigen Waffenstillstandsverhandlungen auf. (8) Ungeachtet dessen kündigt der Iran Gegenangriffe an, während die UNO Deeskalation und Einhaltung des Völkerrechts fordert. Der UN-Sicherheitsrat hat nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran keine Resolution gegen USA oder Israel verabschiedet, (9) da die USA jeden kritischen Entwurf mit ihrem Veto blockierten, wie bereits in früheren Nahost-Konflikten üblich.

Russland, China und andere Staaten forderten Verurteilung, doch das Gremium blieb handlungsunfähig; es gab nur Deeskalationsaufrufe von Guterres. (10)

Bis zum Angriff direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf und Maskat

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Seit Anfang Februar 2026 liefen durch Oman vermittelte indirekte Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf und Maskat. Diese Gespräche endeten – von einer ultimativen Forderung Trumps gewürzt – ohne signifikanten Fortschritt, trotz einiger "konstruktiver" Momente. (11)

Die Verhandlungen drehten sich um eine Begrenzung des iranischen Nuklearprogramms, darunter Urananreicherung und Inspektionen durch die IAEA. Iran bot zeitlich begrenzte Einschränkungen an, forderte aber im Gegenzug Sanktionserleichterungen und Öl-Exportfreiheit. US-Präsident Trump stellte ein Ultimatum von 10–15 Tagen, das auslief, ohne dass Iran die Kernforderung akzeptierte: Nie Atomwaffen zu bauen.

Trump begründete nun die Angriffe (Codename "Operation Epic Fury") mit der anhaltenden Bedrohung durch Irans Atom- und Raketenprogramm sowie Unterstützung für Milizen wie Hisbollah und Hamas. Israel sah darin eine "existenzielle Bedrohung" und drängte auf Militärschläge, da angeblich Diplomatie scheiterte. Die Militär-Ziele umfassten Nuklearanlagen, Raketeninfrastruktur, Kommandeure und Regime-Führer, um einen Regimewechsel zu fördern. 

Die US- und israelischen Angriffe auf den Iran unterschieden sich 2025 und 2026 in Umfang, Zielen und politischem Kontext. (12)

2025 ("Midnight Hammer"): Einzelner US-Schlag im Juni auf Nuklearanlagen wie Natanz und Fordow; begrenzter Umfang, Fokus auf Sabotage des Atomprogramms ohne Regimewechsel. (13)

2026 ("Epic Fury"): Gemeinsamer US-Israel-Angriff ab 28. Februar; massiver, multi-phasiger Einsatz mit Hunderten Zielen (Nuklear-, Raketenstandorte, Kommandeure, Führer). (14)

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

2025 diente der Angriff als Warnschuss nach gescheiterten Verhandlungen nach der Biden-Ära:

Ablauf der Operation

Sie startete in der Nacht auf den 22. Juni 2025 mit 125 Flugzeugen, darunter 7 B-2 Spirit Tarnkappenbomber von der Whiteman Air Force Base (Missouri). Diese flogen 37 Stunden (inkl. Luftbetankung) über Atlantik, Mittelmeer, Israel, Jordanien und Irak. Ein US-U-Boot feuerte zuvor über 24 Tomahawk-Marschflugkörper auf Isfahan ab. Die Bomber warfen 14 GBU-57 Massive Ordnance Penetrators (30.000-Pfund-Bunkerbrecher) auf die unterirdischen Anlagen in Fordo (primäres Ziel, 60m tief im Berg) und Natanz. Der gesamte Schlag dauerte 25 Minuten. (15)

Taktische Highlights

Täuschungsmanöver: Attrappenflugzeuge im Pazifik, hohe Jets als Vorhut gegen Luftabwehr. (16)

Erstmaliger Kampfeinsatz der GBU-57 – größte konventionelle US-Bombe.

Ziel: Zerstörung der Urananreicherungskapazitäten; keine Angriffe auf Truppen oder Zivilisten.

Hintergrund und Konsequenzen

Präsident Trump befahl den Strike als Teil des israelisch-iranischen Kriegs, um Irans „nukleare Bedrohung“ zu neutralisieren. Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte es einen „überwältigenden Erfolg“.

Er folgte direkt auf Trumps auslaufendes Ultimatum und gescheiterte Genf-Talks, mit dem Ziel eines Regimewechsels. (17)

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran im Februar 2026 waren indirekte Atomgespräche in Genf und Maskat, vermittelt durch Oman. Sie zielten auf ein neues Abkommen ab, das Irans Urananreicherung und Raketenprogramm einschränkt, im Tausch gegen Sanktionserleichterungen. (18)

Die USA verlangten einen vollständigen Stopp der Anreicherung, Raketenbegrenzung und das Ende der Unterstützung für Hisbollah/Hamas.

Iran bot zeitlich begrenzte Einschränkungen, lehnte aber Raketen-Themen ab und forderte Öl-Exportfreiheit.

Am 17. Februar 2025 gab es nach Runde 2 "Leitprinzipien", doch Differenzen blieben; Trump stellte ein 10–15-tägiges Ultimatum (ab 20. Feb.). (19) Die USA drohten explizit mit Militärschlägen, falls kein Deal käme – unterstützt durch US-Militärpräsenz (z. B. USS Abraham Lincoln). Dies folgte gescheiterten Runden am 6., 17. und 26. Februar verhängten die USA parallel dazu Sanktionen. (20)

Vergleich zu Versailles 1919

Ähnlich wie das Versailler Diktat (harte Bedingungen ohne Verhandlungsspielraum, Ultimaten unter militärischem Druck) wirken Trumps Forderungen einseitig und bedrohend. Allerdings sind es hier bilaterale Gespräche mit teilweiser Annäherung, keine Nachkriegsdiktatur – der Iran behielt Gegenforderungen, scheiterte aber an Kernpunkten wie Raketen. Versailles führte zu Demütigung und Revanchismus; hier eskalierten Drohungen zum Angriff am 28. Februar 2026. (21)

Der israelisch-US-amerikanische Angriff auf den Iran im Februar 2026 ist völkerrechtlich hoch umstritten und wird von Experten unterschiedlich bewertet.

US- und israelische Position

Die USA und Israel berufen sich auf das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta. Sie argumentieren, der Iran habe durch sein Atom- und Raketenprogramm sowie Unterstützung für Milizen (Hisbollah, Hamas) eine unmittelbare Bedrohung dargestellt – inklusive angeblicher Attentatspläne gegen Trump. Präventive Schläge seien notwendig gewesen, da Verhandlungen scheiterten und Diplomatie erschöpft war. (22)

Viele Experten halten die Angriffe für rechtswidrig, da sie das Gewaltverbot (Art. 2 Abs. 4 UN-Charta) verletzen. Es fehle an einem "bewaffneten Angriff" des Iran als Voraussetzung für Selbstverteidigung; präventive Schläge gegen hypothetische Bedrohungen (z. B. Atomprogramm) sind unzulässig. Der Iran warf den USA und Israel Kriegsverbrechen und Aggression vor; UN-Generalsekretär Guterres warnte vor Eskalation.

Per Faustrecht zur unipolaren Weltordnung oder direkt ins Armageddon? | Von Wolfgang Effenberger

Der Iran fühlt sich durch Israels nukleares und raketenbasiertes Arsenal bedroht und macht dies regelmäßig völkerrechtlich geltend. (23)

Messen mit zweierlei Maß 

Iranische Führer wie Chamenei und der UN-Sicherheitsrat bezeichnen Israels Atomwaffen (geschätzt 80–400 Sprengköpfe, undeklariert) sowie Raketen wie Jericho III als "existenzielle Bedrohung". Teheran drohte im Fall eines Angriffs wiederholt mit Vergeltung gegen "geheime israelische Atomanlagen", falls angegriffen – ähnlich wie Israel Irans Programm sieht. Dies wird mit Israels Angriffen (z. B. 2025/2026) und Rhetorik (z. B. Netanjahus Forderung nach "Zerschlagung") verknüpft. (24)

Israels Atomprogramm

Israel verfolgt eine Politik der "nuklearen Ambiguität" – weder Bestätigung noch Verleugnung –, besitzt aber seit den 1960er Jahren Atomwaffen via Dimona-Reaktor. Raketen (Reichweite bis 6500 km) bedrohen Teheran direkt. Im Gegensatz zu Iran (IAEA-Inspektionen) gibt es in Israel keine internationalen Kontrollen. (25)

Beide Seiten nutzen symmetrische Narrative für präventive Maßnahmen; Völkerrechtler kritisieren Doppelmoral, da Israels Arsenal keine Sanktionen auslöst. (26)

Völkerrechtlich lassen sie sich – unabhängig von politischer Bewertung – anhand derselben Maßstäbe prüfen: Vereinte Nationen, UN-Charta, Gewaltverbot und Selbstverteidigungsrecht.

Maßstab des Völkerrechts

Zentral ist Art. 2 Abs. 4 UN-Charta:

  • Verbot der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates.

Zulässige Ausnahmen:

  • Selbstverteidigung (Art. 51 UN-Charta) – bei einem bewaffneten Angriff (inkl. ggf. umstrittener „präventiver“/„präemptiver“ Selbstverteidigung).
  • Mandat des Sicherheitsrats nach Kapitel VII.

Zusätzlich gelten:

  • Souveränitätsprinzip
  • Verhältnismäßigkeit
  • Notwendigkeit
  • Unterscheidung zwischen militärischen und zivilen Zielen
  • Schutzregeln nach dem humanitären Völkerrecht (Genfer Konventionen).

„Faustrecht“ vs. Völkerrecht und UN-Charta

Wenn militärische Gewalt ohne Mandat und ohne klare Selbstverteidigungslage eingesetzt wird, spricht man politisch oft von:

Erosion des Gewaltverbots

  • Schwächung der kollektiven Sicherheitsordnung der Vereinten Nationen
  • Rückkehr zu machtpolitischer Durchsetzung ("Faustrecht")

Allerdings ist wichtig: Ob ein konkreter Einsatz tatsächlich völkerrechtswidrig ist, hängt stark von den konkreten Umständen ab (Geheimdienstlage, Bedrohungsgrad, vorherige Angriffe etc.).

Erosion der Weltordnung?

Wenn Staaten beginnen, Sicherheitsbedrohungen eigenständig militärisch „vorwegzunehmen“, entstehen:

  • Aufweichung des Gewaltverbots
  • Präzedenzfälle
  • Normverschiebung zugunsten militärischer Machtprojektion

Das wäre tatsächlich eine Bewegung weg von der kollektiven Sicherheitsordnung der Vereinten Nationen hin zu machtpolitischer Durchsetzung.

Wenige Stunden vorher schloss US-Außenminister Rubio einen Angriff völlig aus 

Rubio deeskalierte öffentlich, um Verhandlungsraum (z. B. Genf/Oman) zu wahren und Verbündete zu beruhigen. Eine typische "good cop"-Taktik vor Trumps "entscheidendem Schlag"? (27)

Später widerlegte Interne Geheimdienstberichte (z. B. DIA) über angebliche iranische ICBM-/Atomfortschritte und Druck aus dem Weißen Haus (Trump/Witkoff) sollen zur Meinungsäußerung von Rubio beigetragen haben. (24) Kurz: Die Rhetorik diente der Täuschung, reale Bedrohungen und interne Hardliner-Hawkishness siegten – Rubio wurde überrollt

Wirklichkeitsnahe Prognose des ehemaligen NSC-Direktors Nate Swanson

Am 24. Februar 2026 erschien in Foreign Affairs der wegweisende Artikel "Why Iran Will Escalate" (29) des ehemaligen NSC-Direktor für Iran und heute Fellow am Atlantic Council, Nate Swanson. Er schreibt, dass ein neuer US-Angriff auf Iran unter Präsident Donald Trump anders verlaufen wird als frühere Aktionen – diesmal mit erheblicher Eskalationsgefahr.

Swanson argumentiert, dass ein weiterer US‑Angriff auf Iran diesmal sehr wahrscheinlich zu einer Eskalation führen wird – anders als bei früheren Aktionen Trumps, die ohne große Folgen geblieben sind. Er begründet das vor allem mit der Mischung aus innerer Schwäche des iranischen Regimes und dessen Überzeugung, dass die USA und Israel seine Raketenfähigkeit dauerhaft zerstören wollen.

Kernaussagen in gekürzter, sinngemäßer Form:

Trump habe sich daran gewöhnt, Warnungen von Experten zu ignorieren und dennoch ohne größeren Schaden davonzukommen (Jerusalem‑Botschaft, Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, Sturz Maduros).

Daraus folge ein gefährliches Selbstvertrauen: Trump glaube, er könne auch diesmal Iran angreifen und anschließend „sauber aussteigen“, ohne in einen längeren Konflikt gezogen zu werden.

Swanson, langjähriger Iran‑Spezialist der US‑Regierung, betont, dass Irans Schwäche nicht zu mehr Kompromissbereitschaft, sondern zu geringeren Verhandlungsspielräumen führt; das Regime fürchte um sein Überleben und könne symbolische "Siege" Trumps innenpolitisch kaum verkaufen.

Die US‑Verhandlungsführung unter Trump sei oberflächlich und stark symbolorientiert (großer Deal, totale Aufgabe von Nuklearprogramm und Raketen), während Iran traditionell auf detaillierte, schrittweise Gegenleistungen setze; diese Diskrepanz blockiere jede Einigung.

Chamenei und die Führung hätte das Raketenprogramm als Fundament der eigenen Sicherheit und Macht gesehen; seine Aufgabe sei für sie faktisch nicht infrage gekommen, selbst unter massivem Druck.

Weil Israel und die USA das iranische Militär (Luftabwehr, Nuklearprogramm, Milizen) stark geschwächt haben und nun auch die Raketen bedrohen, glaubt Teheran, es müsse härter und sichtbarer zurückschlagen, um weitere regelmäßige Angriffe abzuschrecken.

Trump verfolge gleichzeitig mehrere Ziele (MachtDemonstration, innenpolitische Profilierung, Abgrenzung von Obama, angeblicher Schutz der iranischen Protestbewegung), ohne klare Priorität – das erhöhe das Risiko, im Fall einer Fehleinschätzung keinen Plan für die Eskalation zu haben.

Iran könne, statt einen großen Krieg zu suchen, gezielt eskalieren: etwa US‑Soldaten in der Region töten, Israel mit mehr Raketen beschießen oder die Energieversorgung und Schifffahrt im Nahen Osten stören (Straße von Hormus, Angriffe über Huthi‑Verbündete, Infrastruktur der Golfstaaten).

Solche Schritte würden die USA innenpolitisch unter Druck setzen, da die Mehrheit der Amerikaner einen Iran‑Krieg ablehnt und steigende Ölpreise sowie US‑Opfer Trump geschadet hätten.

Insgesamt sieht der Autor Trump in einer selbstgebauten Falle: Er hat viele „Auswege“ ausgeschlagen, lässt sich von Falken antreiben und könnte, entgegen seinem Versprechen, "endlose Kriege" zu beenden, tiefer in einen teuren Konflikt mit Iran hineingezogen werden, als er beabsichtigt.

Der Angriff auf Irans Nuklearanlagen 2025 und die Entführung Maduros hätten im Weißen Haus das irrige Vertrauen geschaffen, dass der Präsident Krisen riskieren könne, ohne Konsequenzen zu befürchten. Doch nun befände sich der Iran in einer Lage, in der Schwäche nicht zu Nachgiebigkeit, sondern zu Aggression führt. 

Die Kernthesen Swansons: 

Der Iran interpretiert wiederholte israelische und US-Angriffe (auf Nuklearanlagen und Raketenprogramm) nicht als "Warnung", sondern als Plan zum systematischen Entwaffnen des Regimes.

Da glaubt Teheran laut Swanson, nur durch Eskalation abschrecken zu können, etwa durch Angriffe auf US-Basen, israelische Zivilziele oder Energieinfrastruktur im Persischen Golf.

Diese iranische Logik hätte Trump missverstanden, indem er glauben würde, dass nur maximaler Druck oder Punktangriffe zu von den USA erwünschten Verhandlungsergebnissen führen würde. Doch im Gegensatz zu den USA stehe für Teheran die eigene Existenz auf dem Spiel – es wird eher kämpfen als kapitulieren.

Das US-Verhandlungsteam war in den Augen von Swanson technisch schwach besetzt, während Iran mit Experten detailorientiert verhandelte – ein weiteres Zeichen, dass Washington das Gegenüber unterschätzt.

Swanson warnt: Jede US-Aktion könnte diesmal heftige Vergeltung nach sich ziehen, etwa Angriffe auf US-Truppen, Ölanlagen oder Schifffahrtsrouten, die weltweite Märkte destabilisieren würden.

Die Analyse spiegelt ein klassisches Sicherheitsdilemma wider: Beide Seiten glauben, sie agierten defensiv, provozieren dadurch aber die Gegenseite.

Während Trump "Druck und Stärke" als Weg zum Frieden sieht, erkennt Iran dieselben Handlungen als Versuch zur Vernichtung, was zwangsläufig Gegenwehr legitimiert.

Darin sieh Swanson eine Abschreckungsfalle, die Politologen wie Robert Jervis oder Glenn Snyder beschrieben haben: Falsche Wahrnehmung von "Stärke" führt zu Eskalation.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist für Swanson die Psychologisierung der Entscheidungsträger. Sowohl Trump als auch Khamenei legen Wert auf symbolische Siege, nationale Ehre und innenpolitische Glaubwürdigkeit – wodurch Verhandlungen kaum mehr rational verlaufen können.

Swanson impliziert, dass Washington nun keine realistische Exit-Strategie hat. Selbst begrenzte Schläge würden entweder, Irans Überlebensinstinkt verstärken, oder Trump in innenpolitische Erklärungsnot bringen, sollte es amerikanische Opfer geben.

Damit könnte der Konflikt zu einer unkontrollierbaren Spirale führen, ähnlich wie 1983 der Abzug der USA aus dem Libanon nach dem Bombenanschlag auf die Marines oder wie bei den Eskalationsmustern 2019 nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen 

Geopolitischer Kontext

Iranische Perspektive:

Nach Jahren von Sanktionen, inneren Protesten und Territorialverlusten seiner Stellvertreter (Hisbollah, Huthi-Milizen, schiitische Milizen im Irak) betrachtet das Regime das Raketenprogramm als letzte militärische Versicherung gegen Regimewechsel.

Studien des "International Institute for Strategic Studies" (IISS) und "Carnegie Endowment" (2025) bestätigen, dass das iranische Abschreckungskonzept (Mehrfachebenen-Widerstand) heute fragiler, aber zugleich reaktiver ist.

US-Perspektive:

Die Forschung von "Brookings Institution" (2025) zeigt, dass Trumps außenpolitische Muster (maximaler Druck, minimale Diplomatie) kurzfristig Schlagzeilen, aber langfristig Instabilität erzeugen: weg von Kontrolle und Verhandelbarkeit hin zu Zwangsdiplomatie ohne glaubwürdige "Offramps" – ein Begriff aus der Kryptowelt und bedeutet vereinfacht die "Ausfahrt" zurück ins normale Geldsystem.

Trumps Angriffskrieg greift auf die Golfstaaten über, wirkt sich auf die maritimen Handelsrouten aus und betrifft nicht die Energiepreise, sondern auch die geopolitische Stabilität Asiens und Europas direkt.

Trotz Rubios Aussage Stunden vor dem US/Israel-Angriff auf den Iran, der einen Angriff völlig ausschloss, und Nates Swansons Kritik an einer "realitätsfernen Aktion", nahm die Eskalationsdynamik weiter zu. Am 3. März 2026 zeichnete sich folgendes Bild: 

USA und Israel greifen unvermindert konzentriert militärische Ziele im Iran an iranische Militärinfrastruktur, Raketen- und Drohnenstellungen sowie Teile des Atomprogramms. (30)

Gegenwehr des Iran

Der Iran reagiert mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US- und mit den USA verbündete Ziele in der Region, etwa Stützpunkte am Golf (z.B. Bahrain) und versucht, mit asymmetrischen Mitteln wie Angriffen über verbündete Milizen Druck aufzubauen. Außerdem setzt Teheran auf die Drohung, zentrale Seewege wie die Straße von Hormus zu stören oder zu sperren, um politischen und wirtschaftlichen Druck auf die USA und ihre Partner auszuüben. (31)

Sperrung der Straße von Hormus

Durch die Straße von Hormus laufen rund ein Fünftel bis knapp ein Drittel des weltweiten Seehandels mit Erdöl sowie große Mengen Flüssiggas; sie ist eine der wichtigsten Energiearterien der Weltwirtschaft. (32) Eine längerfristige Blockade würde die Ölexporte fast aller Golfstaaten (Iran, Irak, Kuwait, Katar, Teile Saudi-Arabiens und der VAE) massiv einschränken, nur begrenzt gibt es Ausweichpipelines. Folgen wären sprunghaft steigende Öl- und Gaspreise, hohe Belastungen für die Weltkonjunktur und Inflation, insbesondere in importabhängigen Regionen wie Europa und Asien. (33)

Auch der Iran selbst würde wirtschaftlich schwer getroffen, da er seine eigenen Öl- und Gasexporte nicht mehr normal abwickeln könnte und wichtige Abnehmer wie China verärgern würde. (34)

Welche Rolle spielt Russland im Konflikt mit dem Iran?

Russland ist als strategischer Partner des Iran eng verbunden, unterstützt Teheran aber primär diplomatisch und rhetorisch, ohne direkte militärische Hilfe zu leisten. Präsident Putin verurteilt die US- und israelischen Angriffe scharf als "gefährliches Abenteuer" und positioniert sich als Vermittler. (35)

Putin führte Telefonate mit Irans Präsident Peseschkian und Israels Präsident Netanjahu, um einen "konstruktiven Dialog" zu fördern. Das russische Außenministerium kritisiert den Westen und pocht auf das Völkerrecht, ohne jedoch Sanktionen zu verhängen oder Truppen zu mobilisieren. (36)

Militärische Unterstützung

Militärisch bleibt Moskau passiv – keine Truppenentsendung oder direkte Intervention, trotz gegenseitiger Waffenlieferungen (Iran lieferte Drohnen und Raketen für die Ukraine). Experten sehen Russlands Prioritäten in der Ukraine; ein Eingreifen gegen USA/Israel würde Ressourcen binden und Beziehungen zu Israel (z. B. Syrien-Koordination) gefährden. (37)

Wirtschaftliche Bindung

Die Partnerschaft umfasst Energiekooperationen und Sanktionsumgehung; Russland profitiert von iranischen Waffen, stellt aber keine "Rettung" in Aussicht. Eine Eskalation könnte Russland indirekt nutzen, z. B. durch höhere Energiepreise, belastet aber die Achse langfristig. (38)

US-Präsident Donald Trump hat Bodentruppen im Iran am 2. März 2026 explizit angedroht. In Interviews mit CNN und der "New York Post" erklärte er, ein Einsatz sei "falls nötig" möglich, im Kontext der laufenden Luftangriffe gegen iranische Ziele und zur Unterstützung eines möglichen Regimewechsels. (39) Im Januar 2026 hatte er Bodentruppen im Kontext von Protesten im Iran angedroht, falls das Regime Demonstranten niederschießt. Diese Eskalation erfolgt nach gescheiterten Atomverhandlungen und iranischen Gegenangriffen. (40) 

Wie reagieren die Golfstaaten auf die Hormuz-Sperrung

Die Golfstaaten reagieren auf die aktuelle Sperrung der Straße von Hormus mit einer Mischung aus wirtschaftlicher Panik, diplomatischem Druck und militärischer Vorsicht.

Wirtschaftliche Maßnahmen

Saudi-Arabien und die VAE maximieren ihre Pipeline-Kapazitäten (ca. 2,6 Millionen Barrel/Tag), um Ölexporte nach Oman oder zum Roten Meer umzuleiten, während Katar und Kuwait Schiffe in Häfen stauen und Lager füllen – ein Rückstau von über 150 Tankschiffen droht. Alle Staaten melden steigende Versicherungskosten für verbliebene Schiffe und rufen internationale Hilfe für Konvois an. (41)

Militärische/wirtschaftliche Reaktion

Erhöhte Alarmbereitschaft in Häfen und Golfgewässern: Saudi-Arabien und Bahrain mobilisieren Marinekräfte mit US-Unterstützung, um Konvois zu schützen; keine offensive Aktion, aber Drohnenabwehrsysteme laufen auf Hochtouren. Langfristig schadet die Sperrung allen Beteiligten, da nur Saudi-Arabien und VAE Alternativen haben – Kuwait, Irak und Katar sind voll abhängig. (42)

Das Pentagon hat keine offiziell bestätigten Pläne für den nächsten Schritt im Iran-Konflikt. Berichte deuten auf Vorbereitungen für eine "große Angriffswelle" hin, wie Trump sie ankündigte, mit Fokus auf weitere Zerstörung iranischer Raketen-, Drohnen- und Atomkapazitäten.

Das Militär bremst Trump teilweise, da Ressourcen durch Ukraine und andere Konflikte gebunden sind; ein voller Bodenkrieg würde Wochen Vorbereitung erfordern. Aktuell dominieren defensive Maßnahmen gegen Hormus-Bedrohungen und Milizangriffe. (43)

Die Sperrung der Straße von Hormus wird die Ölpreise in Europa massiv in die Höhe treiben, da rund 20-30% des globalen Öls und ein Viertel des LNG-Handels durch diese Engpässe fließen. Brent-Öl ist seit der Blockade Anfang März 2026 von ca. 70-73 USD pro Barrel zeitweise auf über 80-82 USD gestiegen, mit Prognosen bis 100-120 USD bei längerer Dauer. (44)

Höhere Energiekosten belasten Industrie, Landwirtschaft und Mittelstand, treiben Inflation und dämpfen Wachstum. (45) 

Das US-Imperium jenseits des Anstands und der Vernunft

Nach dem Tag, als USA und Israel den Iran mit einem beispiellosen Bombardement überzogen, bezeichnete

Mike Waltz, US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, in einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats die iranischen Vergeltungsschläge als „unprovoziert“. (46)

Die Sitzung folgte auf die US- und israelischen Militärschläge gegen den Iran und fand inmitten esklierender Spannungen statt. Waltz verteidigte die US-Aktionen als völkerrechtskonform unter Artikel 51 der UN-Charta (Selbstverteidigung) und wies iranische Vorwürfe zurück. (47)

Der Trump-Administration scheint es darum zu gehen, die Fähigkeit des Iran, als souveräner Staat zu funktionieren, zu zerstören und eine Botschaft an alle nach strategischer Unabhängigkeit und nach Multipolarität strebenden Nationen zu senden: Die Welt befindet sich im Kampf Unipolarität versus Multipolarität – geführt von zwei Atommächten gegen ein Land, das keine Atomwaffen besitzt und das am Abend vor Beginn der Bombardierungen über den Außenminister Omans im amerikanischen Fernsehen angeboten hatte, „die von Washington geforderten Kernbedingungen für den Atomausstieg zu akzeptieren – keine Wiederaufbereitung, Beseitigung der Lagerbestände –, wobei Langstreckenraketen und regionale Stellvertreter auf dem Tisch blieben“. (48)

"Der Weg in den Dritten Weltkrieg"

Unter diesem Titel veröffentlichte am 3. März 2026 Paul Craig Roberts einen aufrüttelnden Artikel, in dem er der iranischen Regierung gemeinsam mit Russland, China, Israel und Trump Verantwortung für den Angriff auf Iran zuschreibt. Laut Roberts ließ sich die leichtgläubige iranische Regierung erneut täuschen, indem sie glaubte, sich in Friedensverhandlungen mit Trump zu befinden, während Trump und Israel einen Angriff auf den Iran vorbereiteten. Die iranische Regierung verfügte nicht einmal über die nachrichtendienstlichen Fähigkeiten, die Führung des Landes vor der Ermordung durch israelische Raketen zu schützen.

Die iranische Regierung versuchte, den bevorstehenden Angriff zu ignorieren, und überließ ihren Feinden die strategische Initiative. Den gleichen Vorwurf macht Roberts auch Putin, der sich selbst – wie Iran – lange Zeit und damit das russische Volk getäuscht habe, indem er an ukrainischen "Friedensverhandlungen" teilnahm, obwohl er wiederholt gesagt hat, dass man den Amerikanern nicht trauen könne. Dennoch hat Putin sich erneut auf eine Täuschung wie das Minsker Abkommen eingelassen. Chinas einzige Waffen sind Worte, die in Washington keinerlei Bedeutung haben.

Das seien die falschen Signale an Trump und Israel. Vor diesem Hintergrund ist Roberts der Meinung, „dass die Unfähigkeit Irans, Russlands und Chinas, intelligent zu handeln, uns in die Anfangsphase des Dritten Weltkriegs geführt hat.“ (49) Roberts Schlussfolgerung ist, „dass Israel und seine amerikanische Marionette den Weg in den Dritten Weltkrieg weitergehen werden.“ (50) Paul Craig Roberts ist ein US-amerikanischer Ökonom und Publizist. Er war stellvertretender Finanzminister der Regierung Reagan und ist als Mitbegründer des wirtschaftspolitischen Programms der Regierung Reagans bekannt. Er war Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist von Business Week und des Scripps Howard News Service. Er wurde bei 30 Anlässen über Themen der Wirtschaftspolitik im Kongress um seine Expertise gebeten. (51)

Soweit Paul Craig Roberts weltliches Szenario. Es gibt aber auch noch eine religiöse Dimension:

In der Offenbarung des Johannes ist Armageddon der Ort der finalen Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse.

+++

Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

+++

1) https://www.theepochtimes.com/world/us-strikes-more-than-1000-targets-in-iran-on-first-day-of-operation-5992526?utm_source=morningbriefnoe&src_src=morningbriefnoe&utm_campaign=mb-2026-03-02&src_cmp=mb-2026-03-02&utm_medium=email&est=qSjrUOVnLxdBpnG%2BWVTHmNLkIK9UbAOGdsyILZ0S31%2BrufvA7SYRZwP8

2) Ebda.

3) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

4) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-israel-usa-angriff-liveblog-100.html

5) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

6) https://www.tagesschau.de/eilmeldung/israel-angriffe-iran-100.html

7) https://www.deutschlandfunk.de/uno-beruft-dringlichkeitssitzung-des-sicherheitsrats-ein-100.html

8) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

9) https://www.deutschlandfunk.de/uno-beruft-dringlichkeitssitzung-des-sicherheitsrats-ein-100.html

10) https://www.srf.ch/news/international/iran-krieg-die-uno-als-blosser-nebenschauplatz

11) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-iran-atomprogramm-verhandlungen-israel-militaer-100.html

12) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_den_Iran_2026

13) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-usa-atomanlagen-trump-israel-nahost-100.html

14) https://www.axios.com/2026/02/28/iran-us-israel-strikes-operation-epic-fury

15) https://www.sueddeutsche.de/politik/news-aktuell-usa-angriff-iran-oelpreis-trump-li.3272797

16) https://breakingdefense.com/2025/06/operation-midnight-hammer-how-the-us-conducted-surprise-strikes-on-iran/

17) https://www.foxnews.com/politics/trumps-iran-ultimatum-enters-decisive-stretch-after-state-union

18) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/usa-iran-atomprogramm-gespraeche-donald-trump

19) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/usa-iran-atomgespraeche-102.html

20) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/usa-iran-atomprogramm-gespraeche-donald-trump

21) https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-usa-gespraeche-genf-100.html

22) https://www.dw.com/de/israels-iran-angriff-und-us-bomben-legitim-praeventiv-verteidigung-oder-voelkerrechtswidrig/a-72997958

23) https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/iranisches-atomprogramm-israels-kalkuel-fuer-den-krieg-a-815188.html

24) https://www.welt.de/politik/ausland/article256230046/massive-vergeltung-iran-droht-israel-mit-angriff-auf-atomanlagen.html

25) https://www.dw.com/de/atomprogramm-des-iran-wie-fortgeschritten-war-es-nuklearprogramm-israel-angriff-atombombe-uran-v3/a-72916820

26) https://verfassungsblog.de/warum-der-erneute-angriff-der-usa-und-israels-auf-den-iran-offenkundig-volkerrechtswidrig-ist/

27) https://www.juedische-allgemeine.de/politik/rubio-warnt-iran-vor-angriff-und-schliesst-praeventivschlag-nicht-aus/

28) https://www.spiegel.de/ausland/iran-will-laut-marco-rubio-interkontinentalraketen-entwickeln-a-36951405-df2d-40fa-b7a6-713619d0394e

29) https://www.foreignaffairs.com/middle-east/why-iran-will-escalate?utm_medium=newsletters&utm_source=twofa&utm_campaign=Why%20Iran%20Will%20Escalate&utm_content=20260227&utm_term=N

30) https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/eskalation-in-nahost-israel-und-usa-angriff-auf-iran-alle-news-im-ticker,VChg7Mc

31) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-israel-usa-angriffe-iran-100.html

32) https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/angriff-auf-iran-strasse-von-hormus-und-ihre-bedeutung-fuer-die-oelexporte-accg-110845813.html

33) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/israel-nahost-iran-hormus-blockade-folgen-100.html

34) https://www.deutschlandfunk.de/strasse-von-hormus-iran-schiffsverkehr-welthandel-oel-100.html

35) https://www.blick.ch/ausland/putin-als-friedensbringer-kreml-chef-bietet-vermittlung-im-iran-israel-konflikt-an-id21603547.html

36) https://www.spiegel.de/ausland/iran-china-und-russland-verurteilen-angriff-von-israel-und-den-usa-a-ee89f6f0-c477-472c-b3ff-66fdc9ecbd81

37) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-putin-schaut-der-eskalation-im-nahen-osten-ohnmaechtig-zu/100204529.html

38) https://de.euronews.com/2026/01/15/iran-russland-strategische-allianz

39) https://www.n-tv.de/politik/Trump-kuendigt-Bodentruppen-falls-noetig-und-grosse-Angriffswelle-im-Iran-an-id30423138.html

40) https://de.wikipedia.org/wiki/Israelisch-US-amerikanische_Angriffe_auf_Iran_2026

41) https://www.capital.de/wirtschaft-politik/iran-warnt-schiffe-in-der-strasse-von-hormus---gefahr-fuer-den-oelhandel-37179988.html

42) https://www.n-tv.de/politik/Diese-Folgen-haette-eine-Blockade-der-Strasse-von-Hormus-id30416480.html

43) https://esut.de/2026/01/meldungen/67057/iran-konflikt-2026-warum-der-us-angriff-vorerst-abgebrochen-wurde/

44) https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101148702/strasse-von-hormus-von-iran-gesperrt-benzin-diesel-und-heizoel-teurer.html

45) https://www.br.de/nachrichten/bayern/iran-sperrt-strasse-von-hormus-folgen-fuer-oel-benzin-und-gaspreise,VChrpZA

46) https://www.srf.ch/news/international/iran-krieg-die-uno-als-blosser-nebenschauplatz

47) https://news.un.org/en/story/2026/02/1167062

48) Rundmail vom Schiller-Institut vom 3. März 2026

49) https://paulcraigroberts.org/the-road-to-world-war-iii/

50) Ebda.

51) https://paulcraigroberts.org/netanyahu-and-trump-the-new-hitler-mussolini-pact/

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Illustration: postapokalyptische Wüstenlandschaft
Bildquelle: Milos Stojiljkovic / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)
❌