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The government of Somalia on Thursday announced Israeli ships are no longer allowed to pass through the Bab al-Mandab Strait, a vital passage that links the Red Sea with the Gulf of Aden and the Indian Ocean.
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Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), a designated terrorist organization, on Thursday released a video that purportedly showed its forces seizing a civilian ship in the Strait of Hormuz.
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Abortion giant Planned Parenthood honored pop star Pink at a gala in New York last week, after the organization released its annual report bragging about performing a record number of abortions.
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An illegal alien, convicted on nine counts of groping teenage girls at Fairfax County High School in Virginia, will serve just 140 days in prison after having been sentenced on Tuesday.
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Der am 10. Dezember 1898 unterzeichnete Vertrag von Paris beendete den Spanisch-Amerikanischen Krieg. Das Königreich verlor seine letzten Kolonien in der Karibik (Puerto Rico und Kuba) sowie im Pazifik (Guam und die Philippinen), während die USA 20 Millionen Dollar zahlten. Dies markierte das Ende des iberischen Imperiums und den Aufstieg der USA zur hegemonialen Macht. Kriegsziel der USA war die Kontrolle der Überseegebiete Spaniens und der Zugang zu südost- und ostasiatischen Märkten mit den Philippinen als strategisch bedeutsamstem Brückenkopf und einziger Kolonie in Asien (1898 – 1946). Von Michael Lim Tan.
Dr. Michael Lim Tan, der Autor des nachfolgenden Beitrags, ist Veterinärmediziner, emeritierter Professor für Sozialanthropologie und seit Anfang Oktober 2022 Autor seiner neuen Kolumne „Gray Matters“ in der Tageszeitung Philippine Daily Inquirer, wo der Text zuerst am 17. März mit dem Titel „American wars“ erschien. Er war landesweit einer der Hauptinitiatoren eines gemeindebasierten Gesundheitsprogramms sowie Dekan des College of Social Sciences and Philosophy der University of the Philippines in Diliman (Quezon City), bevor er von 2014 bis 2020 als deren Kanzler fungierte. Die vom Autor autorisierte Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch sowie Anmerkungen zum Text besorgte für die NachDenkSeiten Rainer Werning.
Die meisten Menschen, einschließlich der Filipinos, haben wahrscheinlich noch nie von dem „Mock Battle of Manila“ („Scheingefecht von Manila“) gehört, das am 13. August 1898 in der Bucht von Manila in der Nähe von Cavite inszeniert wurde.
Inszeniert, aber nicht theatralisch. Es fielen tatsächlich Schüsse, und es gab letztlich einen Sieger dieses Krieges!
Ich belegte meinen Pflichtkurs „Philippinische Geschichte 1“ an der University of the Philippines bei einer sehr nationalistischen und kompetenten Dozentin, doch sie verwendete den Begriff „Scheingefecht“ nie. Ironischerweise war es in einem Kurs zur amerikanischen Geschichte an einer amerikanischen Universität, wo ein Professor diesen Begriff im Zusammenhang mit dem Spanisch-Amerikanischen Krieg tatsächlich verwendete.
Dieser Krieg brach aus und war besonders schwerwiegend; ursprünglich handelte es sich um Feindseligkeiten zwischen Kuba und Spanien, wobei Kuba zu dieser Zeit eine Kolonie Spaniens war und für seine Unabhängigkeit kämpfte. Im Februar 1898 explodierte ein amerikanisches Schiff, die USS Maine[1], während es im Hafen von Havanna vor Anker lag. Es gab 266 amerikanische Opfer. Die Vereinigten Staaten schritten ein und beschuldigten Spanien der Explosion. Als Vergeltungsmaßnahme entsandten die USA eine Flotte aus vier Kreuzern und zwei Kanonenbooten nach Manila. Die amerikanische Öffentlichkeit unterstützte diesen Schritt.
Die Schlacht von Manila wurde als „Schein“ bezeichnet, da Historiker davon ausgehen, dass sie von den Spaniern und Amerikanern inszeniert wurde, um eine schnelle Übergabe Manilas von den Spaniern an die Amerikaner zu ermöglichen! Dies sollte den Spaniern das Gesicht wahren, das heißt, die Schlacht sollte nicht blutig werden, aber gleichzeitig die philippinischen Revolutionäre in Schach halten.
Verwirrt? Nun, die Amerikaner hatten mit den philippinischen Revolutionären (Katipuneros) über eine Zusammenarbeit verhandelt, die Filipinos dann aber verraten. Anscheinend zogen es die Amerikaner vor, die Filipinos besiegt zu sehen – eine Interpretation lautet, dass dies rassistisch motiviert war.
Und warum all diese Inszenierung? Die Amerikaner waren in ein neues Zeitalter des Imperialismus eingetreten (genau, wie sie es jetzt im Jahr 2026 tun), und das Scheingefecht sollte ihre Seemacht demonstrieren (genau, wie sie es jetzt wieder tun).
Die Amerikaner waren bei all ihren neuen Abenteuern erfolgreich, was schließlich im Vertrag von Paris gipfelte, der es den Amerikanern ermöglichte, Guam, Puerto Rico und die Philippinen zu übernehmen. Spanien verzichtete zudem auf alle Ansprüche auf Kuba.
Springen wir in die Gegenwart – mit einem vertrauten Drehbuch und bekannter Besetzung. Unter US-Präsident Donald Trump erleben wir die Rückkehr des unverhohlenen amerikanischen Imperialismus: schnelle Kriege mit gewaltiger Feuerkraft gegen Trumps identifizierte Feinde. Die ersten Schritte waren eher Drohungen, wie bei den Versuchen, Grönland zu annektieren, doch inzwischen sind sie zu tatsächlichen Invasionen übergegangen. Wir sahen Venezuela und nun den Iran sowie die ersten Schritte gegen Kuba.
Die Ähnlichkeiten zwischen diesen kleinen Kriegen und dem Philippinisch-Amerikanischen Krieg um die Wende zum 20. Jahrhundert sind nur allzu bekannt: Arroganz, aber auch Willkür und Inkompetenz innerhalb des Trump-Teams. Trump prahlte damit, er würde den Krieg gegen den Iran schnell beenden, doch die „Operation Epic Fury“ dauert nun schon fast drei Wochen an – ein blutiger Krieg, der zu einem globalen Konflikt eskaliert, da er andere Länder dazu drängt, sich auf die Seite der USA zu stellen.
Es ist ein Krieg ohne Strategie. Am auffälligsten war der Bombenangriff auf eine Mädchenschule im Iran, bei dem mehr als 150 Menschen ums Leben kamen. Die US-Luftwaffe verwendete veraltete Zielkarten! (Die Schule war auf einem Gelände errichtet worden, das sich mit einer alten Militärbasis überschnitt.)
Auch die Philippinen litten unter der Unfähigkeit der amerikanischen Kriegführung. Der Philippinisch-Amerikanische Krieg begann mit Schüssen, die Amerikaner während einer Nachtpatrouille abgefeuert hatten. Die Amerikaner gingen wohl davon aus, dass die Sache noch vor Ende der Nacht erledigt sein würde. Stattdessen löste dies einen Philippinisch-Amerikanischen Krieg aus, der offiziell über drei Jahre (1899 – 1902) andauerte. Schätzungen zufolge belief sich die Zahl der philippinischen Todesopfer auf bis zu eine Million, einschließlich der Opfer von Hunger und Krankheiten.
„The First Vietnam: The US Philippine War of 1899“ von Luzviminda Francisco, veröffentlicht als Zeitschriftenartikel im Jahr 1973, beschreibt die Ähnlichkeiten zwischen dem Philippinisch-Amerikanischen Krieg und dem Vietnamkrieg (den die Vietnamesen als „Amerikanischen Krieg“ bezeichnen), der in den 1960er- und 1970er-Jahren geführt wurde, einschließlich Antiguerilla-Taktiken wie dem strategischen Hamletting. Dabei wurden Dorfbewohner, die der Sympathie für den „Vietcong“[2] verdächtigt wurden, gezwungen, in zugewiesenen Lagern zu leben, um die Überwachung zu erleichtern.
In „The First Vietnam“ wurden auch Foltermethoden beschrieben, die im Philippinisch-Amerikanischen Krieg gegen philippinische Aufständische angewendet wurden – Methoden, die später noch brutaler wurden, als sie nach Vietnam exportiert (und im Rahmen der Aufstandsbekämpfungskampagnen des philippinischen Militärs wieder in den Philippinen angewandt) wurden.[3] Ein weiteres Buch mit dem Titel „The First Vietnam“ von Deo Reyes erschien 1964.
Amerikanische Kriege werden nur allzu oft zu endlosen Kriegen.
Titelbild: Dana Creative Studio/shutterstock.com
[«1] „Remember the Maine!“ („Denkt an die Maine!“) lautete der Schlachtruf jener Kreise in den USA, die ein militärisches Vorgehen gegen Spanien forderten. Am 25. April 1898 erklärte schließlich der amerikanische Präsident William McKinley Spanien den Krieg. Nach heutigem Kenntnisstand verursachte höchstwahrscheinlich ein Schwelbrand die Explosion der USS Maine – siehe u.a.: zms.bundeswehr.de/de/mediathek/der-maine-zwischenfall-5792606
[«2] Gemeint ist hier zweifelsfrei die Nationale Front für die Befreiung Südvietnams (FNL bzw. NLF). Der geläufige Begriff „Vietcong“ hingegen ist pejorativ und diente vorrangig US-amerikanischen Militärs und ihren südvietnamesischen Marionettentruppen als höchst abschätzige Bezeichnung für „vietnamesische Kommunisten“.
[«3] Seit 1968/69 führen die Kommunistische Partei der Philippinen (CPP) und ihre Guerillaorganisation in Gestalt der Neuen Volksarmee (NPA) einen Krieg gegen die Zentralregierung in Manila, in dessen Verlauf zig US-inspirierte Counterinsurgency (Aufstandsbekämpfung)-Operationspläne angewandt wurden – siehe Näheres in: Rainer Werning / Jörg Schwieger (Hrsg.): Von Marcos zu Marcos. Die Philippinen seit 1965. Wien 2025: Promedia Verlag / mediashop.at/buecher/von-marcos-zu-marcos/
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Seit Jahresbeginn sorgt die sogenannte Sabah-Frage neuerlich für Spannungen zwischen den beiden südostasiatischen Anrainerstaaten Malaysia und den Philippinen. Im Kern geht es um einen seit Langem bestehenden Territorialanspruch der Philippinen auf den seit Mitte der 1960er-Jahre bestehenden ostmalaysischen Bundesstaat Sabah, ein Territorium, das einst die britische Kronkolonie Nord-Borneo gebildet hatte. Es ist dies ein politisch schwelendes Thema, das in der Vergangenheit häufiger zu diplomatischen Spannungen und beidseitig bekräftigten Souveränitätsansprüchen, aber auch zu offenen Kampfhandlungen führte. Eine Spurensuche von Rainer Werning.
Kartenstreit
Am 20. Februar 2026 gab der Sprecher des philippinischen Außenministeriums (DFA) für maritime Angelegenheiten, Rogelio Villanueva, während einer Pressekonferenz eine Erklärung ab, die umgehend für Wirbel sorgte. Sein Land, so Villanueva, halte seinen Souveränitätsanspruch auf Sabah aufrecht, nachdem erneut Diskussionen über eine philippinische Karte aus dem Jahr 2012 aufgekommen sind. Die kürzlich erfolgte Veröffentlichung einer aktualisierten Verwaltungskarte der Philippinen durch die Nationale Behörde für Kartografie und Ressourceninformation (NAMRIA) hat unbeabsichtigt die Diskussionen über den ruhenden, aber anhaltenden Anspruch Manilas auf Sabah angefacht. Die neu herausgegebene Karte sollte nämlich in erster Linie die Souveränität des Landes über die Kalayaan-Inselgruppe und Bajo de Masinloc im Westphilippinischen Meer unterstreichen. Sie zeigt allerdings auch das Gebiet von Sabah südlich von Mindanao, was Fragen zu geopolitischen Auswirkungen aufwirft.
Um die Wogen ein wenig zu glätten, wies Villanueva darauf hin, dass die Karte ein Verwaltungsinstrument für die Planung und Ressourcenverwaltung der Regierung und keine endgültige Kartierung der Seegebiete sei:
„Die Rechte der Philippinen in Bezug auf ihre Souveränität und Hoheitsrechte sowie ihre maritimen Ansprüche hängen nicht von der Vorlage dieser Karten bei den Vereinten Nationen ab, da sie auf dem Völkerrecht, insbesondere dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS), beruhen und durch dessen wegweisenden Schiedsspruch vom Sommer 2016 klargestellt wurden.“
Auf die Frage, ob die NAMRIA–Karte die territorialen Grenzen neu definiere, um Sabah offiziell einzubeziehen, antwortete Villanueva, dass die Karte lediglich eine „geografische Annäherung an Nordborneo im Verhältnis zum philippinischen Archipel“ darstelle. Der DFA-Beamte erklärte indes kategorisch, dass Manila seine historischen Rechte an dem Gebiet nicht aufgibt.
Malaysia hat formell gegen diese Interpretation Manilas und die neuen Seerechtsgesetze der Philippinen protestiert. Der malaysische Außenminister Datuk Seri Mohamad Hasan erklärte, die Gesetze würden die Seegrenzen Malaysias vor der Küste Sabahs, wie sie in der neuen Karte Malaysias von 1979 festgelegt sind, verletzen. Kuala Lumpur behauptet, dass die philippinische Gesetzgebung direkte Auswirkungen auf die Souveränität und Gerichtsbarkeit Malaysias habe, und bekräftigt, der Status Sabahs innerhalb der Föderation Malaysias sei von den Vereinten Nationen und der internationalen Gemeinschaft anerkannt worden, nachdem sich die Bevölkerung im Jahre 1963 mehrheitlich für den Beitritt zur malaysischen Föderation entschieden hätte.
Zum Hintergrund
Lange bevor es Manila oder gar die Philippinen gab, war das Sultanat Sulu eine der mächtigsten und einflussreichsten Regierungen in der Region, mit diplomatischen und Handelsbeziehungen, die bis nach China reichten. Im 17. Jahrhundert sah sich der Sultan von Brunei mit einer Rebellion auf Borneo konfrontiert und bat den Sultan von Sulu um Hilfe. Daraufhin entsandte der Sultan von Sulu Tausug-Krieger, um die Rebellion niederzuschlagen. Als Zeichen seiner Dankbarkeit für die geleistete Hilfe vermachte der Sultan von Brunei im Jahre 1658 dem Sultan von Sulu jenes Territorium, das das heutige Sabah umfasst.
Am 22. Januar 1878 unterzeichnete schließlich der Sultan von Sulu mit einer privaten Firma namens British North Borneo Company unter der Leitung von Alfred Dent und Gustav Baron von Overbeck ein Abkommen, das Letzterer Sabah auf unbestimmte Zeit gegen eine jährliche Zahlung von 5.000 malaiischen Dollar „überließ“. Knackpunkt war und blieb der in der Tausug-Übersetzung verwendete Begriff „padjak“, was wörtlich „verpachten“, „mieten“ oder „leihen“ heißt. Im englischen Text ist indes von „grant and cede“ die Rede, was „überlassen und abtreten“ bedeutet.
1946 trat die British North Borneo Company ihrerseits Sabah an die Regierung in London ab, woraufhin der Sultan von Sulu das (Pacht-)Abkommen aufkündigte. Während die Bevölkerung in Sabah 1963 demokratisch für den Anschluss der Region an die neugeschaffene Föderation Malaysia votierte und dem Beitritt Sabahs als ostmalaysischem Bundesstaat in diese zustimmte, übertrug der Sultan von Sulu, das seit 1946 integraler Bestandteil der am 4. Juli desselben Jahres unabhängig gewordenen Republik der Philippinen ist, der Regierung in Manila das Recht, seinen Anspruch auf Sabah politisch und diplomatisch durchzusetzen. Diese Position wurde 1968 im Republikgesetz 5446 offiziell festgeschrieben, wodurch die Landesverfassung geändert und der Anspruch auf Nordborneo ausdrücklich beibehalten wurde. Um die ohnehin verzwickte Lage noch zu komplizieren, beriefen sich die Anhänger des Sultans auf einen 1915 mit den USA als damaliger Kolonialmacht (1898 – 1946) geschlossenen Pakt, wonach Washington sich verpflichtet hatte, die Interessen der Sultansfamilie zu schützen.
Zwischenzeitlich gab es all diesen Entwicklungen zum Trotz auch prononcierte Bestrebungen in Richtung eines malaiischen Irredentismus, der – hauptsächlich von indonesischen und philippinischen Intellektuellen und Nationalisten propagiert – darauf gerichtet war, die ethnisch malaiischen Gebiete – einschließlich der Malaiischen Halbinsel, British-Borneo und Niederländisch-Ostindiens (Indonesien) – zu einem großen Staat zu vereinen. Anfang der 1960er-Jahre war das Konstrukt Maphilindo en vogue, wonach der Zusammenschluss der Länder Malaysia, die Philippinen und Indonesien als politische Union avisiert ward. Das Vorhaben scheiterte, weil Indonesiens Präsident Sukarno auf einen Kurs der „konfrontasi“ vis-à-vis Malaysia einschwenkte beziehungsweise dessen Staatsgründung als neokolonialistische Intervention des britischen Imperialismus wertete.
Malaysia – Friedensbroker oder Spielverderber?
Seit Anfang der 1970er-Jahre sind der Sulu-Archipel und die Hauptinsel Mindanao die höchstmilitarisierten Gebiete der Philippinen. Lange Zeit herrschte in dieser ältesten Konfliktregion Südostasiens offener Bürgerkrieg – mit stetig wechselnden Fronten und zahlreichen Vertriebenen, die meist Zuflucht im friedlichen Sabah suchten. Zunächst war es die Moro Nationale Befreiungsfront (MNLF), die für einen unabhängigen Staat gekämpft, Ende 1976 aber im libyschen Tripolis, wo ihr Gründungsvorsitzender Nur Misuari im Exil lebte, ein Friedensabkommen mit dem damaligen Marcos-Regime geschlossen hatte. Um Marcos, der zwischenzeitlich eine militärische Invasion in Sabah erwogen hatte, zu kompromittieren, hatte Kuala Lumpur es Kombattanten der MNLF jahrelang gestattet, Sabah als Trainingslager und Rückzugsgebiet zu nutzen. Für diese und zahlreiche aus der Sulu-See vor den Kampfhandlungen geflohene Menschen eröffnete die gesellschaftliche Integration in Sabah als Teil des multi-ethnischen Malaysia eine neue Lebensperspektive. Heute leben und arbeiten dort etwa 800.000 Filipinos, wiewohl als staatenlose oder undokumentierte Migranten in einer rechtlichen Grauzone und sporadisch schikaniert von malaysischen Sicherheitskräften.
Nachdem Misuari und die MNLF Mitte der 1990er-Jahre von Manila kooptiert waren, sattelte Kuala Lumpur um und hofierte fortan die Moro Islamische Befreiungsfront (MILF), eine Abspaltung von der MNLF. Die MILF war zwischenzeitlich zur größten und bedeutsamsten muslimischen Gruppierung in den Südphilippinen avanciert. So fanden denn ausgerechnet unter der Ägide der malaysischen Regierung in Kuala Lumpur seit 1997 zunächst Waffenstillstands- und später Friedensverhandlungen zwischen der MILF und der Regierung in Manila statt. Derweil hatten die malaysischen Behörden Anfang 2002 Nur Misuari an Manila ausgeliefert, als dieser sich nach einer missglückten bewaffneten Revolte auf der Insel Jolo nach Sabah abgesetzt hatte. Wegen des Vorwurfs der Rebellion blieb er mehrere Jahre inhaftiert beziehungsweise unter Hausarrest gestellt. Was Misuari und seinen Gefährten einst als sicheres Versteck gedient hatte, war jetzt zur Falle geworden. Dies hat Misuari bis heute nicht verwunden.
Zum Durchbruch kam es am 15. Oktober 2012. Ein sichtlich gut gelaunter Präsident Benigno S. Aquino III. trat an diesem Tag vor die Kameras und erklärte:
„Das unterzeichnete Abkommen ebnet den Weg für einen endgültigen und dauerhaften Frieden in Mindanao.“
Gemeint war das wenige Tage zuvor zwischen Vertretern der Regierung und der MILF ausgehandelte „Bangsamoro-Rahmenabkommen“, konzipiert als Vorstufe eines endgültigen Friedensvertrages. In Gegenwart des als Gast geladenen malaysischen Premierministers Najib Razak fügte Aquino freudig hinzu:
„Nicht länger mehr strebt die MILF einen unabhängigen Staat an. Das heißt, die Hände, die einst Gewehre hielten, werden nun bald Land bestellen, Erzeugnisse verkaufen und an Werkbänken in Fabriken arbeiten und zahlreichen Bürgern neue Lebensperspektiven eröffnen.“
Eckpunkt dieses Rahmenabkommens zur Regelung der Belange des Moro-Volkes (beziehungsweise der Moro-Nation) sollte die Schaffung einer autonomen Region namens Bangsamoro (BARMM) sein. Bevor ein solches Abkommen jedoch erst unter der Präsidentschaft von Rodrigo R. Duterte (2016 – 2022) konkrete Gestalt annahm und ratifiziert wurde, hagelte es auch Kritik seitens enttäuschter Ex-MILF-Kämpfer, die sich zuvor unter Führung des Regionalbefehlshabers Ustadz Ameril Umbra Kato von der Organisation abgespalten hatten. Sie gründeten im Gegenzug die Bangsamoro Islamische Freiheitsbewegung (BIFM) mit den Bangsamoro Islamischen Freiheitskämpfern (BIFF) als deren bewaffnetem Arm. Der MILF unter Führung von Al Haj Murad Ebrahim und Chefunterhändler Mohagher Iqbal warf die BIFM vor, gegenüber der Regierung in Manila eingeknickt zu sein und die Vision eines unabhängigen Moro-Staates aus dem Blick verloren zu haben. Pikanterweise hatten sich mit genau diesem Argument 1977 Ex-MNLF-Anhänger zur Gründung der MILF entschlossen.
Missglückter (militärischer) Gewaltakt im Frühjahr 2013
Am 9. Februar 2013 waren zwischen 200 und 300 bewaffnete Anhänger einer selbsternannten Königlichen Armee des Sultanats von Sulu von südphilippinischen Inseln aus mit Motorbooten in Lahad Datu und anderen Orten Sabahs angelandet. Angeführt wurden die in Malaysia umgehend als „Kriminelle“ und „Terroristen“ bekämpften Eindringlinge von Agbimuddin Kiram, einem Bruder des Sultans. Man sei gekommen, ließ schließlich Sultan Jamalul Kiram III. durch seinen Sprecher Abraham Idjirani verkünden, um seit Langem bestehende Landbesitzrechte endlich durchzusetzen und das „Heimatland wieder in Besitz zu nehmen“.
Was da wie ein possenhafter Nachklapp aus Tausendundeiner Nacht mit einem „Sultan of Swing“ als tragikomischem Hauptdarsteller anmutete, hatte sich zu einer tödlichen Geschichte entwickelt. Nach einer längeren Pattsituation kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit malaysischen Sicherheitskräften, bei denen etwa 80 Menschen ums Leben kamen. Während die malaysischen Behörden die Ereignisse herunterspielten und bereits von einem Rückzug der Anhänger des Sultans sprachen, bezeichnete dieser dies im Gegenzug als Propaganda.
In philippinischen Regierungskreisen wurde seinerzeit vermutet, der Einmarsch in Sabah sei ein Komplott gewesen, um den laufenden Friedensprozess in den Südphilippinen zu untergraben. Ein Vertreter des Sultans bestritt damals, dass dies der Zweck gewesen war, doch der Sultan selbst hatte sich mehrfach verärgert darüber gezeigt, aus dem Prozess ausgeschlossen worden zu sein – ein Argument, das auch ein verbitterter Nur Misuari wiederholt öffentlich zu Protokoll gab. Gegenüber der in Manila erscheinenden Tageszeitung Philippine Daily Inquirer erklärte Jamalul Kiram III.:
„Wir bleiben vor Ort. Warum sollten wir unsere Heimat verlassen? Die Malaysier bezahlen uns dafür doch bis heute Miete.“
Tatsächlich betrug diese Miete bis zu diesem Zeitpunkt jährlich 5.300 malaysische Ringgit (umgerechnet etwa 1.700 US-Dollar), die von der Botschaft Malaysias in Manila per Scheck ausgezahlt wurde. Die Zahlungen wurden 2013 eingestellt, was zu einem internationalen Rechtsstreit führte. Die Erben des Sultans von Sulu[1] erwirkten 2022 in Frankreich einen Schiedsspruch, der Malaysia zur Zahlung von rund 15 Milliarden US-Dollar an Schadensersatz verurteilte – ein Urteil, das jedoch in einem späteren Verfahren kassiert wurde und Kuala Lumpur ohnehin als illegal und betrügerisch einstufte.
So befindet sich die Sabah-Frage im Frühjahr 2026 jenseits direkter militärischer Konfrontationsgefahr in einer diplomatischen Pattsituation, wobei Malaysia die administrative Kontrolle fest im Griff hat, während die Philippinen einen „niemals aufgegebenen”, ruhenden Anspruch aufrechterhalten.
Titelbild: Neuiiza / shutterstock
Weiterführende Lektüre & Links
[«1] Das Sultanat von Sulu existiert natürlich längst nicht mehr als souveräner Staat; es besteht fort in Gestalt einer traditionellen Monarchie innerhalb des philippinischen Staatsverbandes, wiewohl mit widerstreitenden Fraktionen.
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Soccer star Megan Rapinoe and basketball star Sue Bird, both Olympic gold medalists, have split following a decade-long relationship.
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