NEWS 23

🔒
❌
Stats
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Ältere Beiträge

Trumps letzte Hoffnung: Kuba! | Von Hermann Ploppa

21. Mai 2026 um 12:18

Vorschau ansehen
Trumps letzte Hoffnung: Kuba! | Von Hermann Ploppa
Standpunkte 20260521 apolut
0:00
/947.736
Trumps letzte Hoffnung: Kuba! | Von Hermann Ploppa

Der amtierende US-Präsident benötigt dringend einen vorzeigbaren Erfolg für die Zwischenwahlen im November dieses Jahres. Da bleibt nur der Überfall auf einen schwachen Staat.

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Donald Trump hat sich bei den Iranern eine blutige Nase geholt.

Selbst wenn der US-Präsident jetzt noch einmal eskaliert und zum großen Schlag gegen das Reich der Perser ausholt: gewinnen kann er nicht mehr. Denn die Lage ist zu verwickelt. Und es zeigt sich gnadenlos, was auch kluge Denker im Dunstkreis der US-Eliten immer wieder feststellen: die USA können zwar noch immer Kriege gewinnen. Aber den Frieden haben sie in den letzten vier Jahrzehnten immer wieder verloren. Die USA können nur noch missliebige Strukturen zerstören. Aber anders als nach dem Zweiten Weltkrieg sind sie nicht mehr in der Lage, das alte System durch neue Strukturen zu überschreiben.

Den Irak des Saddam Hussein konnten sie in wenigen Tagen überrollen und die irakischen Soldaten lebend im Wüstensand begraben. Das Nachkriegselend indes bekamen sie nie in den Griff. Denn sie ersetzten die sunnitischen Eliten durch schiitische Eliten, deren Kompass zum Ayatollah Chomeini in Teheran ausgerichtet war. In Afghanistan setzten die Amerikaner auf die Steinzeit-Islamisten von der Taliban. Die machten dann, was sie für richtig hielten und verjagten zum Schluss noch die GIs mit Schmach und Schande.

Der Iran dürfte für die Zerstörer aus Warshington noch viel schwerer zu bändigen sein. Und die Situation ist eh’ schon so verwickelt, dass Trump damit keine gute Laune für die Zwischenwahlen im November dieses Jahres herstellen kann. Dann nämlich müssen sich alle Mitglieder des Unterhauses des Washingtoner Kongresses der Wiederwahl stellen, und eine ganze Reihe der Senatoren aus dem Oberhaus ebenfalls.

Und Trump hat bereits mithilfe der politischen Epstein-Maschine einige seiner Widersacher aus dem Weg geräumt. Denn wer wiedergewählt werden will von der Bevölkerung, der muss sich erst mal in seiner eigenen Partei als Kandidat aufstellen lassen. Und es traf da rein zufällig den Republikaner Thomas Massie, der störrisch darauf bestand, trotz Iran-Krieg die peinlichen Epstein-Akten weiter in aller Öffentlichkeit aufarbeiten zu lassen.

Trumps Freunde von der Israel-Lobby-Organisation AIPAC sorgten mit mehr oder weniger sanftem Druck dafür, dass das Stimmvolk der Republikaner den Saubermann Massie als Kandidaten für das Repräsentantenhaus im November abwählte. Dann traf es noch rein zufällig den Senator Bill Cassidy aus Louisiana, der sich für eine Amtsenthebung von Donald Trump ausgesprochen hatte. Die Epstein-Maschine hat auch Cassidy politisch zur Strecke gebracht.

Nachdem jetzt Trumps Gegner in der Republikanischen Partei auf stumm geschaltet und eingeschüchtert sind, muss allerdings immer noch der ordinary American, also der einfache Mann, die einfache Frau von der Straße, Trumps Epstein-Maschine ihre Zustimmung am wie immer unbestechlichen Wahlautomaten erteilen. Während früher US-Präsidenten mit militärischen Überfällen auf wehrlose Nationen das Wahlvolk hinter sich vereinen konnten, klappt das bei Trump bislang nicht. Die US-Amerikaner reagierten eher genervt auf Trumps militärische Eskapaden. Trump hat so schlechte Zustimmungswerte wie kein anderer US-Präsident jemals zuvor (1).

Mit Innenpolitik und Finanzen kann Trump jedenfalls nicht punkten. Vierzig Billionen Dollar Staatsschulden. Wachsende Zeltstädte für Obdachlose. Lebensmittelmarken für bedürftige Familien. Von Trumps paramilitärischen Terrortruppen gestifteter sozialer Unfrieden. Schmutziger Insiderhandel der Trump-Dynastie (2). Das Maß ist voll.

Im Inland kann Trump nichts mehr reißen. Doch es gibt noch einen letzten Trumpf für Trump: wie wäre es, mal wieder ein schwaches Land zu überfallen und das dann als große Heldentat zu verkaufen?

Bleibt als letzte Option also: 

Die „Donroe-Doktrin“!

Kreative Köpfe in Washington sprechen in diesem Zusammenhang bereits von der so genannten „Donroe-Doktrin“. Es handelt sich bei „Donroe“ um eine satirische Verschmelzung von Donald Trump und dem früheren US-Präsidenten James Monroe. Letzterer James Monroe hatte im Jahre 1823 die nach ihm benannte „Monroe-Doktrin“ ausgerufen. Es ging dem fünften Präsidenten der USA darum, dass er verhindern wollte, dass die europäischen Großmächte ihre gerade eingebüßten Kolonien in Lateinamerika wieder zurückerobern konnten. Die Parole „Amerika den Amerikanern“ war somit zunächst eine freiheitliche Losung gegen die reaktionären Monarchien des restaurierten Europas. Später wurden die Vereinigten Staaten von Amerika jedoch immer mächtiger und im Rahmen der so genannten „Kanonenbootpolitik“ wurde aus der Monroe-Doktrin ein aggressiver Schlachtruf, sich die südamerikanischen Staaten als eigenen Vorgarten einzuverleiben.

Und es ist nicht so weit hergeholt, wenn jetzt Donald Trump Machthunger gegen Südamerika unterstellt wird.

Es gibt unzählige Spinnennetze der US-Macht, die sich über den südamerikanischen Subkontinent ausbreiten. Wir können diese Spinnennetze hier nicht alle ausbreiten. Aber ein Fangnetz wollen wir uns im folgenden etwas genauer anschauen.

Da ist zum Beispiel die Honduras-Connection. Honduras ist ein kleiner Staat in Zentralamerika. Dort herrscht seit jeher große Armut und eine extreme Unausgewogenheit der Vermögensverteilung. Schuld daran sind extrem kriminelle Syndikate, die den Lauf der Politik seit jeher bestimmen. Der bedeutendste Dickfisch in Honduras ist unzweifelhaft die Hernandez-Sippe. Juan Antonio Hernandez ist ein hochdekorierter Drogenbaron. Seine Bewunderer wissen zu würdigen, dass er in den Jahren 2004 bis 2018 eine hoch effiziente „Kokain-Superhighway“ von Honduras in die USA angelegt hat.

Über diese Autobahn sind dank „Tonys“ Organisationstalent geschätzte 185 Tonnen Kokain in die Nasen US-amerikanischer Endverbraucher gelangt. Als Tony Hernandez dann doch im Jahre 2018 von US-Drogenfahndern eingesammelt wurde, konfiszierten die Fahnder auch gleich 138,5 Millionen Dollar, die Tony sich verdient hatte. Die Staatsanwaltschaft legte dem Hernandez zur Last, dass er Auftragsmorde angeordnet hatte; dass er Waffen und Munition der honduranischen Armee an die Drogenkartelle weitergereicht hatte; dass er schließlich auch mit dem Sinaloa-Kartell in Mexiko kooperiert hatte. Juan Antonio Hernandez wurde 2021 zu lebenslanger Haft in den USA verurteilt.

Unter den insgesamt fünfzehn ehrenwerten Brüdern von Antonio befindet sich Juan Orlando Hernandez. Auch Orlando hat im großen Stil mit Drogen gedealt. Das hinderte ihn nicht daran, im Jahre 2014 zum Präsidenten von Honduras gewählt zu werden. Seinen Regierungsstil pflegt man als „autoritär“ zu bezeichnen.

Nun dürfen Präsidenten in Honduras per Gesetz eigentlich nur für vier Jahre regieren. Eine zweite Wahlperiode gibt es für sie nicht. Das hinderte Orlando Hernandez nicht daran, sich gegen vehemente Proteste im Jahre 2017 für eine zweite Amtsperiode wählen zu lassen.

Als die Wahlmaschine für Orlando 43 Prozent anzeigte und für seinen Rivalen Salvador Nasralla 41,5 Prozent, verlor sich der weitere Wahlgang im Nebel der Unregelmäßigkeiten. Gehen Sie weiter! Es gibt hier nichts zu sehen! Bei den Protestdemonstrationen starben zwanzig Honduraner im Kugelhagel der Polizei.

Als Orlando im Jahre 2022 endlich nicht mehr Präsident war und seine Immunität einbüßte, wurde er verhaftet und in die USA ausgeliefert. Dort wurde Orlando im Jahre 2024 zu 45 Jahren Haft und acht Millionen Dollar Strafe verurteilt. Denn Orlando hatte kaum weniger mit Drogen gedealt als sein Bruder Tony Hernandez.

Doch Orlando musste nicht lange sitzen. Denn bereits im November 2025 begnadigte ihn der neue Präsident der USA, Donald Trump. Voll Mitleid mit seinem Freund Orlando jammerte Trump, dieser sei „sehr hart und ungerecht behandelt“ worden. Und Trump weiter auf Truth Social:

„Sie [die Richter] sagten im Grunde, er sei ein Drogendealer, weil er der Präsident des Landes war“ (3).

Das ist im Angesicht des angerichteten Leides durch die Hernandez-Brüder schon recht befremdlich, um das Mindeste zu sagen.

Doch die Hernandez-Dynastie war ein wichtiger Eckpfeiler der neuen Welt-Architektur, die sich die Clique um Donald Trump ersonnen hatte. Trump beabsichtigt, Staaten und ihre Institutionen des Gemeinwohls zu zerschlagen und durch eine komplett privatisierte Weltordnung zu ersetzen. Und wenn man die öffentlichen Institutionen nicht schnell genug abschaffen kann, dann muss man eben von unten her die Welt mit einem Netz von Privatstädten und Sonderwirtschaftszonen überziehen.

In Honduras entstand auf diese Weise unter dem Schutz der Drogensyndikate die erste Privatstadt mit dem Namen Prospera – auf der Trauminsel Roatán (4). Die Privatstadt Prospera ist eine Enklave auf dem Territorium von Honduras. Nicht nur, dass die rechtmäßigen Bewohner der Insel Roatán vertrieben wurden. Innerhalb der Mauern von Prospera gelten eigene Gesetze. Als Währung dient die Kryptowährung Bitcoin. Alles ist privatwirtschaftlich organisiert. Statt einer Verfassung gelten hier die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Betreibergesellschaft von Prospera. Es gibt keinen gewählten Bürgermeister, sondern nur einen CEO, und statt eines Stadtkämmerers nur einen Geschäftsführer. Wem die AGBs von Prospera nicht passen, kann nichts demokratisch verändern, sondern nur seinen Anteil verkaufen und sich in einer anderen Privatstadt einkaufen.

Als diese Pläne im Jahre 2011 vom honduranischen Parlament angenommen wurden, stellte sich das oberste Gericht des Landes quer. Diese Konstruktion sei verfassungswidrig. Die tapfere Verfassungsrichterin Rosalinda Cruz wurde vom damaligen Präsidenten sowie dem Parlamentspräsidenten Orlando Hernandez massiv unter Druck gesetzt. Als Frau Cruz sich weigerte einzulenken, wurde sie kurzerhand ihres Amtes enthoben (5).

Prospera, die Privatstadt für die Schönen und die Reichen, wurde gebaut. Dann folgte im Jahre 2022 auf Orlando Hernandez als neue Präsidentin von Honduras Xiomara Castro, die das Verbot von Privatstädten durchsetzen wollte. Doch nach vier Jahren war Castros Amtszeit zu Ende. Unter wieder einmal dubiosen Umständen wurde der Trump- und Hernandez-Vertraute Nasry Asfura zum neuen Präsidenten von Honduras gekürt. Asfura hat sofort den engen Kontakt mit Trump und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu gesucht und gefunden.

Damit sind wir wieder bei der Epstein-Maschine. Denn das Projekt der Privatstädte wird jetzt bereits weltweit an zwanzig verschiedenen Orten ausprobiert – in Asien, in Afrika und in Lateinamerika. Und Israel, die USA und die arabischen Scheichtümer planen, den Gazastreifen von Palästinensern zu entvölkern und auf dem Gaza-Territorium eine vollkommen privatisierte Sonderwirtschaftszone einzurichten. Also kommen jetzt bereits nach den Privatstädten ganze Regionen, die komplett privat betrieben werden sollen. Ich berichtete bereits an dieser Stelle ausführlich über diese skandalösen Machenschaften (6).

Der Iran hat diese Pläne durch seine clevere Kriegsführung für den Nahen Osten zunächst vereitelt. Wie die Iraner das fertig gebracht haben, ist ebenfalls einem früheren Artikel von mir an dieser Stelle zu entnehmen (7). Doch in Lateinamerika stehen die Chancen einer Verwirklichung einer vollkommen privatisierten und faschisierten Weltordnung ungleich günstiger.

„The Shield of the Americas“

Keine Ahnung ob Trump in seinen feuchten Jugendjahren zu viele Ritterromane konsumiert hat. Jedenfalls hat Donald Trump am 7. März dieses Jahres in einem Örtchen in Florida ein Bündnis trumpistisch orientierter lateinamerikanischer Staaten gegründet, das den märchenhaften Namen „Das Schild der [beiden] Amerikas“ trägt und das als Logo eben ein solches Ritter-Schild vorzuweisen hat.

Zehn lateinamerikanische Staaten sind hier zusammengefasst, die Informationen austauschen wollen und gegen das „Krebsgeschwür des Sozialismus“ in gemeinsamen Operationen vorgehen wollen. Unter den Gründern finden wir den argentinischen Präsidenten Javier Milei, den Präsidenten von Ecuador, Daniel Noboa, oder auch den trendigen Präsidenten von El Salvador, Nayib Bukele. Bukele nimmt für sich in Anspruch, die Gewaltkriminalität in seinem Land gegen Null gebracht zu haben. Geschafft hat er das mit der Errichtung eines gigantischen Gulag-Systems von Zuchthäusern. Und obwohl hier ein beträchtlicher Teil der salvadorianischen Bevölkerung interniert ist, finden hier auch noch aus den USA von der Trump-Miliz ICE ausgeflogene US-Zuwanderer Platz.

In diesem Zusammenhang interessant: die US-Sondergesandte für den Schild beider Amerikas ist keine Geringere als Kristi Noem, die zuvor als Trumps Heimatschutzministerin ihr Unwesen zu treiben wusste. Als Heimatschutzministerin posierte Noem vor einem Massenknast in El Salvador, in dem sich geschorene, tätowierte US-Einwanderer eingepfercht hinter Gittern wie wilde Tiere anfanden. Als Heimatschutzministerin, die ihre kosmetische Zahnoperation im Fernsehen übertragen ließ, hatte Noem den Bogen weit überspannt. Als Gouvernante für gehorsame südamerikanische Despoten wird sie es schwer haben, weiterhin durch exzentrisches Auftreten unangenehm aufzufallen.

El Salvadors Präsident Bukele versuchte, die Kryptowährung Bitcoin einzuführen. Bukele nutzte die Corona-Kampagne, um sein Land unbemerkt privatisiert umzukrempeln. Dabei berät ihn eine Gruppe von Drahtziehern aus Venezuela. Diese Gegner der bolivarischen Revolution versuchten, von El Salvador aus Einfluss auf ihr Heimatland auszuüben. Diese venezolanische Schattenregierung steht über den rechtmäßigen Ministern von El Salvador (8).

Unter dem Schild der beiden Amerikas steht auch der neue Präsident von Chile, José Antonio Kast, der ebenfalls in diesem Jahr in Chile an die Macht gelangt ist. Kast ist der Sohn eines deutschen Wehrmachtoffiziers, der als überzeugter Nazi nach Chile ausgewandert war. Präsident José Antonio Kast bekennt sich offen zum Regime des früheren Diktators Augusto Pinochet.

In diesem Umfeld dürfte es eine leichte Übung für Trump sein, die sozialistische Insel Kuba zu überfallen und sie dem eigenen Machtbereich einzugliedern. Schon fabuliert die US-Presse von gefährlichen Drohnen der Kubaner, mit denen sie die USA angreifen könnten (9).

Man entblödet sich auch nicht, gegen den jetzt 94-jährigen Bruder von Fidel Castro, Raùl Castro, schon mal einen Strafbefehl auszustellen (10). Nachdem Venezuela bereits in die Hände der Trump-Clique gefallen ist, wurde auch die Ölversorgung Kubas durch Venezuela sofort eingestellt und die kubanischen Berater aus dem Land vertrieben. Kuba leidet jetzt unter Stromausfall und stürzt im Raketentempo in die nackte Armut. Schon seit Jahren an sanktionsbedingte Knappheit gewohnt, ist gar nicht vorstellbar, wie diese Inselrepublik, die jetzt sechzig Jahre der feindlichen Übernahme widerstehen konnte, diese Einkreisung durch korrupte Satellitenstaaten der trumpistischen USA überleben sollte.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich Trump jetzt an diesem Strohhalm einer feigen Überrumpelung eines bereits am Boden liegenden Staates klammern müssen.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.economist.com/interactive/trump-approval-tracker

(2) https://apolut.net/trumps-schmutziger-insiderhandel-von-hermann-ploppa/

(3) https://www.bbc.com/news/articles/cpvdr8k7xjro

(4) Hermann Ploppa: Der Neue Feudalismus – Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus. Marburg 2025.

(5) https://www.deutschlandfunk.de/sonderwirtschaftszonen-in-honduras-die-neuerfindung-der-100.html

(6) https://apolut.net/macht-netanjahu-die-drecksarbeit-fur-blackrock-von-hermann-ploppa/

(7) https://apolut.net/danke-iran-von-hermann-ploppa/

(8) https://english.elpais.com/international/2024-02-12/nayib-bukeles-hidden-cabinet.html

(9) https://euromaidanpress.com/2026/05/17/axios-cuba-has-acquired-over-300-russian-and-iranian-military-drones/

(10) https://www.bbc.com/news/live/czr24nr681gt?page=2

+++

Hermann Ploppa ist Politologe und Publizist. Kürzlich erschien von Ploppa das Buch „Der Neue Feudalismus – Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus“. Da Amazon das Buch noch nicht führt, kann es am besten beim Autor bestellt werden unter: [email protected]

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bild: Washington D.C, USA, 21. April 2025, Präsident Donald Trump spricht mit der Presse

Bildquelle: Joey Sussman / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Man accused of threatening former Prince Andrew near Sandringham home pleads not guilty in court

10. Mai 2026 um 02:05

Vorschau ansehen

A 39-year-old man pleaded not guilty on Friday to threatening former Prince Andrew near his new home on the royal family’s Sandringham estate.

Alex Jenkinson, 39, is accused of using threatening, abusive or insulting words or behavior toward the former prince, whose royal titles were removed last year by King Charles III due to his connections to Jeffrey Epstein.

Jenkinson, who faces two counts, is accused of threatening Andrew on Wednesday and another man on Tuesday.

The former Duke of York is also expected to give evidence in the trial, which is set for July 29 at the Westminster Magistrates' Court.

EX-PRINCE ANDREW LEAVES ROYAL MANSION ‘IN DEAD OF NIGHT’ AFTER COMPROMISING EPSTEIN PHOTOS SURFACE: EXPERT

Andrew was allegedly yelled at by a masked man while walking his dogs near his home, the Daily Telegraph reported.

"Officers attended, and the man was arrested on suspicion of a public order offence and possession of an offensive weapon," the police statement said.

The incident comes three months after Andrew Mountbatten-Windsor, as he is now known, was arrested, himself, on suspicion of misconduct in public office connected to his Epstein ties and his time as the U.K. trade envoy.

Andrew moved to Sandringham earlier this year after he was asked to vacate his home at the Royal Lodge in Windsor.

PRINCE ANDREW ACCUSER VIRGINIA GIUFFRE’S DEATH CEMENTS ROYAL’S RUIN, DEEPENS EPSTEIN’S ‘EVIL’ LEGACY: EXPERTS

Virginia Giuffre, Andrew’s main accuser, claimed that she was forced to have sex with the royal three times starting when she was 17 years old.

PRINCE WILLIAM SEES DISGRACED ANDREW AS 'A TROUBLED SOUL' BUT EPSTEIN FALLOUT LEAVES 'NO COMING BACK': AUTHOR

Andrew has denied all of the accusations against him, but settled with Giuffre in 2022 over her civil sexual assault lawsuit. She later died of suicide in 2025.

Jenkinson appeared in court remotely from King's Lynn Police Investigation Centre in Norfolk on Friday with his arm in a sling.

He did plead guilty to failing to provide specimen of blood while in custody.

Jenkinson was released on bail on the condition that he doesn’t enter the county of Norfolk, attempt any contact with Andrew, and he must stay 500 meters away from Sandringham, Buckingham Palace, Balmoral Castle, Windsor Castle and Highgrove.

Reuters and The Associated Press contributed to this report.

(Auszug von RSS-Feed)

Verlag cancelt Noam Chomsky | Von Paul Clemente

04. Mai 2026 um 09:50

Vorschau ansehen
Verlag cancelt Noam Chomsky | Von Paul Clemente
Apolut 20260504 TD Montag
0:00
/525.176
Verlag cancelt Noam Chomsky | Von Paul Clemente

Wegen Epstein-Files

Ein Kommentar von Paul Clemente.

Wer sich mit Machtkritik beschäftigt, ob als Aktivist oder als Forschender, kommt an Noam Chomsky kaum vorbei. Jahrzehntelang sezierte der Linguistik-Professor die Sprache der Machthaber, machte deutlich, wie Sprache als Instrument von Propaganda und Manipulation funktioniert.

Vor allem begriff er: Auch in demokratischen Staaten ist Berichterstattung keineswegs neutral, sondern Propaganda. Die „stellt Zustimmung her“, durch das Filtern von Informationen. Zweck des Ganzen: Die Interessen der Eliten zu fördern.

Es war die Aktivistin Amy Goodman, die aus Chomskys Analysen eine wirkmächtige Konsequenz zog: Den Propaganda-Müll des Mainstreams zu zerlegen? Das reicht nicht aus. Es müssen neue, alternative Medien entstehen, die nicht nur Kritik üben, sondern auch neue Perspektiven eröffnen.

Lange vor Etablierung des Internets versuchte Goodman die Etablierung einer Gegen-Öffentlichkeit in den Bereichen TV und analogen Zeitungen. Eine Medienarbeit, die auf Chomskys Theorien aufbaute, mit dem sie längere Interviews geführt hatte. Kurzum, Chomskys Arbeit ist für jedes oppositionelle News-Portal bedeutsam. Egal, welche politische Richtung es vertritt.

Dann kam die erste Enttäuschung: Wir schreiben das Jahr 2020, auf globaler Ebene entsteht eine Lockdown-Diktatur. Vielleicht hoffte mancher, dass Chomsky den Propaganda-Müll von Politik und konformistischen Forschern entsorgen würde. Aber es kam anders. Der 92-jährige vertrat die Seite der Unterdrücker. Zwar beschrieb er die Pandemie als „weiteres kolossales Versagen der neoliberalen Version des Kapitalismus“, gleichzeitig warb er jedoch für „Social Distancing“: Die Ungeimpften sollten bitte Zuhause bleiben. Wie sie ans Essen kommen? Ist deren Problem.

Das Polit-Magazin Cicero konstatierte, dass

„die Krise offenbar auch einstige Lichtgestalten der Gesellschaftskritik dazu zwingt, ihre früheren Überzeugungen über den Haufen zu werfen.“

Tatsächlich befand Chomsky sich in guter Gesellschaft. Man erinnere nur an Slavoj Zizek, Peter Sloterdijk, Judith Butler und Jürgen Habermas. Deren Verrat erfuhr natürlich keine Skandalisierung. Nein, Mainstream-Medien und Zero Covid-Zombies waren happy über den unerwarteten Support.

Dann kam die Publikation der Epstein-Files: Die dokumentieren den persönlichen Mailkontakt mit dem Linguistik-Professor und seiner Frau Valéria. Neben gemeinsamen Abendessen soll Epstein bei der Klärung eines Finanzproblems in Bezug auf Chomskys Kinder geholfen haben. Last but not least: Zwei Fotos. Eins zeigt den Sprachwissenschaftler mit Epstein in dessen Privatflugzeug. Auf dem zweiten betreibt er Konversation mit Steve Bannon.

In einer E-Mail bittet Epstein den Sprachwissenschaftler um Rat: Wie solle er mit den medialen Anschuldigungen wegen angeblichen Mädchenhandels umgehen? Sich verteidigen oder ignorieren? Chomsky beklagte daraufhin „die schreckliche Art", wie Epstein behandelt werde, und die „Hysterie, die sich über den Missbrauch von Frauen entwickelt hat". Der Sprachforscher riet dem Financier zur Ignorierung.

Damit war für den linken Unrast Verlag die Sache klar. Der 97-jährige muss aus dem Sortiment verschwinden.Vier Chomsky-Bücher hatte der Verlag im Sortiment. Offen bekennt er auf seiner Website: Die

„Nähe Noam Chomskys zu Jeffrey Epstein. In den letzten Monaten wurden weitere Dokumente aus den sogenannten Epstein-Files veröffentlicht, aus denen u. a. hervorgeht, in welch engem Kontakt Noam Chomsky zu Epstein stand – auch Jahre nach dessen Verurteilung wegen der Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen.“

Natürlich überließ der Verleger es nicht den Kunden, ob sie Chomskys Bücher weiterhin lesen wollen oder nicht. Wo käme man da hin? Jetzt ist „Haltung“ angesagt:

„Als linker Verlag, der sich für eine gerechte Welt und gegen Frauenhass und patriarchale Gewalt einsetzt, ist Chomsky für uns als Autor nicht mehr tragbar.“ Man wolle „Täter und ihre Unterstützer*innen weder schützen, noch ihnen eine Plattform oder ein Einkommen bieten.“

Anfang März 2026 wurde das Urteil vollstreckt und die Chomsky-Bücher waren aus dem Sortiment genommen.

Auch in den USA ist die Verstoßung des – laut New York Times – wohl „bedeutendsten lebenden Intellektuellen der Gegenwart" bereits beschlossen. Ehemalige Wegbereiter wie Vijay Prashad kündigten die Freundschaft, präsentierten sich als abgrundtief Geschockte. Oder es fiel ihnen ein, dass sie von mancher politischen Position des Autors schon immer abgestoßen waren.

Diese öffentlich vollzogenen Riten der Selbstreinigung erinnern an den Fall Christian Ulmen. Als seine Ex-Frau Collien Fernandes den Schauspieler des digitalen Missbrauchs beschuldigte, kündigte der Autor Benjamin von Stuckrad-Barre ihm die Freundschaft. Aber nicht im Privatgespräch. Sondern vor Publikum. In Form eines offenen Briefes. Gemeinsamkeit beider Fälle: Die große Angst, als Sympathisant zu gelten. Motto: Ich bin geschockt, also moralisch gut.

Allerdings wäre – im Gegensatz zum Fall Christian Ulmen – eine vorherige Rücksprache mit Noam Chomsky kaum möglich gewesen. Ebenso wenig kann der attackierte Professor eine öffentliche Stellungnahme abgeben. Denn vor drei Jahren erlitt er einen Schlaganfall. Der zerstörte jede Art der Äußerung. Die Debatte um seine Person muss also ohne ihn stattfinden.

Zu den wenigen Verteidigern Chomskys zählt hierzulande das Online-Magazin Telepolis: Unter der Überschrift „Warum Linke bereit sind, Noam Chomsky in die Epstein-Hölle zu verbannen“ erklärt der Autor: Epstein sei Förderer des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gewesen. Dort hätte Chomsky mit hochkarätigen Harvard-Professoren geforscht. Das führt zu der Frage: Wieso wurde Epsteins Förderung damals nicht skandalisiert, wenn dessen Prostitutionsgeschäft damals schon bekannt war?

Antwort: Weil Epstein damals, trotz Knast, noch kein Ausgegrenzter war. Und weil Chomsky jedem Menschen eine zweite Chance zubilligte. Außerdem: Weshalb werden Chomskys Kollegen aus Harvard nicht ebenso attackiert?

Und jetzt? Mit einer restlosen Klärung ist nicht zu rechnen. Ist das der Grund, warum gerade alternative Medien diesen Fall so auffallend beschweigen? Tatsächlich hat die Cancel Culture alle öffentliche Bewertungen brutal vereinfacht, auf zwei Pole reduziert. Entweder ist der Angeklagte unschuldig oder schuldig. Weiß oder Schwarz? Letzterem droht das Cancelling. Die zahllosen Zwischentöne, die Grauzone, die ungelösten Widersprüche: sind verschwunden. Weil die Gegenwart sie nicht mehr erträgt. Weil sie endlose Geduld verlangen, mehr Willen zur Erkenntnis und weniger Lust am Verurteilen.

Solche Debatten gab und gibt es. Ein Beispiel: War der Komponist Richard Wagner ein Vorläufer Hitlers? Darüber streiten Musik-, Literatur- und Medienwissenschaftler seit Jahrzehnten und kommen nur langsam voran. Schritt für Schritt. Und trotzdem werden, parallel dazu, Wagners Opern weiterhin aufgeführt.

Je konsequenter das Canceln, desto größer die Absurdität. Soll man etwa Aristoteles aus der Bibliothek entfernen, weil der antike Philosoph die Sklaverei für notwendig hielt? Oder gleich Karl Marx? Der wurde bekanntlich von Friedrich Engels gesponsert: Einem Fabrikanten, der sich auch an Kinderarbeit bereichert hat.

Oder ein Beispiel aus der Technik: Der Ingenieur Thomas Alva Edison perfektionierte die Glühbirne, erfand den Phonographen, die Tonaufzeichnung, das Kohlemikro fürs Telefon, Apparate zur Aufnahme und Wiedergabe bewegter Bilder – und den elektrischen Stuhl! Peng! Da haben wir’s. Wollen wir in dunkler Stille hausen, auf Kunstlicht und Tonaufnahme verzichten, weil deren Technik von der gleichen Person stammt, die ein Mordinstrument entwarf?

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bild: Der renommierte Autor Noam Chomsky beantwortet Fragen des Journalisten bei seinem Besuch in der Türkei am 10. Oktober 2010 in Istanbul, Türkei

Bildquelle: 4.murat / Shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Manifest des Trump-Attentäters | Von Paul Clemente

27. April 2026 um 09:38

Vorschau ansehen
Manifest des Trump-Attentäters | Von Paul Clemente
Apolut 20260427 TD Montag
0:00
/449.024
Manifest des Trump-Attentäters | Von Paul Clemente

Schluss mit den Vergewaltigungen

 Ein Kommentar von Paul Clemente.

„Tod dem Tyrannen!“ Ein Aufschrei wie in Hollywoods Sandalenfilmen. Nur 2000 Jahre später. Und nicht gegen Julius Caesar gerichtet, sondern gegen einen US-Präsidenten des 21. Jahrhunderts: Gegen Donald Trump. Tatort: Ein Washingtoner Hilton-Hotel. Zeitpunkt: am vergangenen Samstagabend, nach europäischer Zeit.

Im Festsaal startete das jährliche „White House Correspondents-Dinner“, ein Treffen von Machthabern, Berichterstattern und Promis. Bislang hatte Trump sich dieser Veranstaltung erfolgreich entzogen. Diesmal nicht. Diesmal präsentierte sich der ehemalige New Yorker Baulöwe den 2600 Gästen.

Nur wenige Meter entfernt, am Haupteingang: Ein Mann, bis an die Zähne bewaffnet, zischte an den verdutzten Wachen vorbei. Beim Sprint in Richtung Festsaal, schoss er mit einer Schrotflinte wild um sich. Außerdem trug er Handfeuerwaffen und mehrere Messer im Gepäck: Da hatte sich jemand fürs große Massaker präpariert.

Das Video der Überwachungskamera zeigt, dass die Sicherheits-Profis zunächst kaum reagierten. Zu unerwartet, zu überrumpelnd war der Vorstoß. Kurz vor Eintritt in den Festsaal wurde der Attentäter doch noch gestoppt. Womöglich in letzter Sekunde. Ein Security-Mann wurde verletzt.

So endete der dritte Mordanschlag auf Trump innerhalb von zwei Jahren. Er und sein Vize J.D. Vance wurden rasch evakuiert. Schon bald kamen erste Fragen auf: Wer ist der Attentäter? Was war sein Motiv? Und wie kam er überhaupt rein? Tim Röhn, Reporter der Tageszeitung Die Welt, selber anwesend, mokierte sich über die liberale Einlass-Politik:

„Was mich überraschte, waren die laxen Sicherheitsvorkehrungen. Trotz der Menschenmengen von teilweise aggressiven Trump-Gegnern vor dem Hotel reichte es aus, dass die Gäste einen Screenshot einer Einladung vorzeigten, um Zutritt zum Gelände und zum Gebäude zu erhalten. Ausweis? Nicht erforderlich.“ 

Was Röhn besonders ärgerte: Nicht einmal die Jacken seien durchstöbert worden.

Na und? Selbst wenn das Personal ein Vorzeigen des Ausweises verlangt oder gar einen Strip Search vorgenommen hätte: Das hätte wenig gebracht. Der Attentäter hatte schließlich auf die Wirkkraft seiner Wumme gesetzt, auf Überrumpelungstaktik, auf Schockeffekt, auf Verwirrung. Andererseits war der Finsterling nicht ganz allein. Einige Dutzend Demonstranten standen in der Nähe zum Eingang. Auf einem Transparent stand der Satz, den der Attentäter später ausrufen würde: „Tod dem Tyrannen“. Da durfte die Security doch mit aggressiven Handlungen rechnen.

Auch Trumps Security-Team reagierte zögerlich. Viel langsamer als die Jungs von J.D. Vance. Die evakuierten den Vize schneller als den Präsidenten. Das heizte Spekulationen über eine False Flag-Aktion an. Ein Leser der iranischen Nachrichtenseite Wana mit dem Username „The patriotic pirate“ erklärte:

„Dies ist eine weitere False-Flag-Operation des Deep State, genau wie 2024. Die Frage ist, ob Karoline Leavitt (Pressesprecherin des Weißen Hauses, Anm.) und Trump die Iraner oder die Demokraten beschuldigen werden, denn das wird ihnen helfen, bei der kommenden Wahl Stimmen zu gewinnen."

Bevor wir das Geständnis des Attentäters hier ausbreiten, ein paar Infos zu seiner Vita: Der 31jährige Cole Thomas Allen entstammt der kalifornischen Stadt Torrance. Laut seines LinkedIn-Profils jobbte Allen als Teilzeitlehrer für C2 Education, einem Unternehmen für Nachhilfe und Prüfungsvorbereitung. Scheinbar mit großem Erfolg. Denn C2 Education erhob Allen im Dezember 2024 zum „Lehrer des Monats“. Außerdem entwickelte er Videospiele und spendete 2024 25 Dollar an die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris.

Am California Institute of Technology engagierte Allen sich neben dem Studium in einer christlichen Studentengemeinschaft. Auch in einer Campusgruppe, die mit Spielzeug-Waffen kämpfte. Sein ehemaliger Lehrer, der Informatik-Professor Bin Tang, versicherte gegenüber „Associated Press“: Allen „war in der Tat ein sehr guter Schüler“. Außerdem: „Leise, sehr höflich, ein guter Kerl. Ich bin sehr schockiert, die Nachricht zu sehen."

Am Sonntag schrieben ausländische Nachrichtendienste, darunter die New York Post, das New Delhi Television, die Zeitung The Irish Sun und die norwegische Verdens Gang über ein „Manifest“. Allen soll es zehn Minuten vor dem Attentat an seine Familie geschickt haben. Darin nennt er sein Tatmotiv: Er wolle nicht länger Mitschuld an den Verbrechen der US-Regierung tragen.

Die christliche Lehre, dem Aggressor noch die andere Wange hinzuhalten, dürfe nur gelten, wenn man selbst der Geschlagene sei. Aber nicht, wenn ein anderer Mensch geprügelt würde. Da müsse man eingreifen. O-Ton: „Die andere Wange hinzuhalten, wenn jemand unterdrückt wird, ist kein christliches Verhalten; es ist Mitschuld an den Verbrechen des Unterdrückers." Und Allen will der Trump-Regierung auf keinen Fall die andere Wange anbieten. O-Ton: „Ich bin nicht länger bereit, zuzulassen, dass ein Pädophiler, Vergewaltiger und Verräter meine Hände mit seinen Verbrechen beschmutzt."

Auffallend ist: Keine Anschuldigung verweist unmittelbar auf Trumps Krieg gegen den Iran. Null. Auch das Wort „Verräter“ ist alles außer eindeutig. Dagegen verweist die Titulierung als „Pädophiler“ auf die Epstein-Files. Der Vorwurf der „Vergewaltigung“ taucht an anderer Stelle des Manifests wieder auf: Da spricht Allen von Personen, die in „einem Internierungslager vergewaltigt“ wurden. Sind damit Kriegsgefangene oder Guantanamo-Insassen gemeint?

Geradezu bizarr ist die Gewissenhaftigkeit, mit der Allen seinen Anschlag plant: „Um die Verluste zu minimieren, werde ich auch Schrotkugeln statt Kugeln verwenden (weniger Durchschlag durch Wände).“  Er will die „Unschuldigen“ möglichst schonen. Nur, wer ist überhaupt „unschuldig“? Sind die Gäste nicht bereit, die

„Rede eines Pädophilen, Vergewaltigers und Verräters zu besuchen und daher mitschuldig“?

Diese Ambivalenz spiegelt sich noch in seiner Unterschrift zum Manifest. Das signiert er mit: Cole „coldForce“ „Friendly Federal Assassin“ Allen. Übersetzt: Cole, der „kaltblütige“, „freundliche Bundes-Killer“ Allen.

Eine kleine Prognose zum Schluss: Beim nächsten „White House Correspondents-Dinner“ dürfte Trump wieder durch Abwesenheit glänzen.

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bild: ARLINGTON, VA - 11. November 2025: US-Präsident Donald Trump nimmt an der National Veterans Day Observatory auf dem Arlington National Cemetery

Bildquelle: Philip Yabut / Shutterstock  

(Auszug von RSS-Feed)

USA torpedieren erneut Friedensverhandlungen | Von Claudia Töpper

21. April 2026 um 08:52

Vorschau ansehen
USA torpedieren erneut Friedensverhandlungen | Von Claudia Töpper
Tagesdosis 20260421 apolut
0:00
/691.046854
USA torpedieren erneut Friedensverhandlungen | Von Claudia Töpper

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Am Montag, den 20. April 2026 sollte die nächste Verhandlungsrunde in Islamabad/Pakistan zwischen den USA und dem Iran beginnen. (1) Während sich die US-Delegation am Sonntag auf dem Weg nach Pakistan befand, stoppen und erobern die USA in der Straße von Hormuz das Handelsschiff Touska. (2) Dieses fuhr unter iranischer Flagge. (3)

Erneut geplatzte Friedensverhandlungen?

Der Iran soll daraufhin noch am Sonntag, den 19. April 2026 erklärt haben, dass er nicht an den geplanten Verhandlungen teilnehmen wird und kündigte „Vergeltungsmaßnahmen“ an. (4) Die Absage des Iran wurde von der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA bekannt gegeben. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai erklärte in einer Pressekonferenz in Teheran, dass aktuell keine weitere Verhandlung geplant sei. (5) Somit scheint es kurz vor der Beendigung der zweiwöchigen Waffenruhe zu keinen gemeinsamen Verhandlungen mehr zu kommen. (6)

Laut der russischen Nachrichtenseite rt.de scheinen die geplanten Verhandlungen jedoch bereits vor der Kaperung des Frachtschiffes auf Eis gelegen zu haben, da der Iran laut arabischen Medien als Begründung für die Absage zusätzlich die überzogenen Forderungen der USA nannte. (7)

Statt der zweiten gemeinsamen Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran fanden am Montag nun zwei getrennte Treffen statt. Der pakistanische Innenminister empfing die Delegationen der USA und dem Iran getrennt voneinander. (8) Nach aktuellen Informationen soll eine endgültige Entscheidung über die Teilnahme der iranischen Delegation an einer zweiten gemeinsamen Verhandlungsrunde noch nicht gefallen sein. Solange die USA ihre Seeblockade der iranischen Häfen nicht unterlässt, wird es wohl keine Gespräche geben, teilte ein iranischer Insider der Nachrichtenagentur Reuters mit. (9)

Sollte diese Verhandlungsrunde tatsächlich nicht stattfinden, wäre dies die zweite Verhandlungsrunde, die geplatzt ist. (10) Die erste fand vor knapp zwei Wochen statt. Jedoch verließ die iranische Delegation die Verhandlungen frühzeitig, da die USA bereits damals schon überzogenen Forderungen nannten. (11)

Es hat den Anschein, als ob die USA eindeutig nicht an einem Frieden interessiert sind, sondern einzig und allein an der Vorherrschaft über das iranische Öl. Denn allein dies gibt den USA die Kontrolle über die Wirtschaft in Asien und vor allem auch über China.

Internationale Reaktion

Die Webseite Tagesschau.de berichtete, dass der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun erklärte, dass die Straße von Hormuz eine internationale Wasserstraße sei und eine ungehinderte Durchfahrt von Schiffen im gemeinsamen Interesse der Staaten der Region und der internationalen Gemeinschaft liege. Zusätzlich fügt er hinzu:

„Wir hoffen, dass alle Beteiligten verantwortungsbewusst handeln, das Waffenruheabkommen einhalten und eine Eskalation der Spannungen oder eine Verschärfung der Konflikte vermeiden“.

China kritisierte zudem die Eroberung des iranischen Tankers durch die USA. (12)

Verstöße gegen Waffenruhe

Am 08. April 2026 verkündeten die USA, Israel und der Iran eine zweiwöchige Waffenruhe. (13) Sowohl der Iran als auch die USA werfen sich nun gegenseitig Verstöße gegen die zweiwöchige Waffenruhe vor. (14) Der Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, dass die USA nicht ernsthaft an diplomatischen Verhandlungen interessiert sei. Als Begründung nannte Baghai Verstöße gegen die Feuerpause, wie die Seeblockade sämtlicher iranischer Häfen durch die USA und die Eroberung des Frachtschiffes. Zusätzlich verwies er auf die Lage im Libanon. Auch hier wird die seit vergangenem Freitag, den 17. April 2026 vereinbarte Waffenruhe zwischen der pro-iranischen Hisbollah und Israel nicht eingehalten. Nach wie vor finden hier Kämpfe zwischen Beirut und der israelischen Armee statt. (15)

Die USA wiederum werfen dem Iran Angriffe auf ein französisches und britisches Schiff vor, die am Samstag, den 18. April 2026 erfolgt sein sollen. Zusätzlich kritisierte Trump die erneute Sperrung der Straße von Hormuz durch den Iran. (16)

In einem Telefongespräch mit Bloomberg soll Donald Trump erklärt haben, dass die Straße von Hormuz solange unter US-Blockade bleibe, bis es zu einer Einigung kommt. (17) Des Weiteren fügte er hinzu, dass die Waffenruhe nach ihrem Ablauf „höchst wahrscheinlich“ nicht verlängert wird. (18) 

Kommentar

Am 07. April 2026 veröffentlichte Donald J. Trump auf seiner Social-Media Plattform Truth Social einen Post, der mit dem folgenden Satz begann:

„Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und niemals wieder zurückkehren.“ (19)

Während öffentlich immer häufiger darüber diskutiert wird, ob Trump seinen Verstand verloren hat, scheint sich kaum jemand die Frage zu stellen, ob Trumps verbale Entgleisungen gegenüber dem Iran nicht vielleicht eher durch Erpressung zu erklären sind. (20) Denn, wenn man zu etwas gezwungen wird, was man nicht tun möchte, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass man ungehalten wird.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass Trump wiederholt am Montag, den 20.04.2026 auf Truth Social betont hat, dass Israel ihn nicht zum Krieg gegen den Iran gezwungen hat. Diese erneute Betonung lässt eher darauf schließen, dass Trump sehr wohl unfreiwillig in den Krieg mit dem Iran durch Israel hineingezogen wurde. Wörtlich schrieb er:

„Israel hat mich nie zu einem Krieg gegen den Iran überredet. […] und wenn Irans neue Führung (Regimewechsel!) klug ist, kann Iran eine großartige und wohlhabende Zukunft haben! Präsident DJT.“ (21)

In diesem Zusammenhang ist auch interessant, dass kürzlich ein Video von dem Ex-Model, Amanda Ungaro veröffentlicht wurde. Sie war 20 Jahre mit Trumps jetziger Frau, Melania Trump befreundet. (22) In diesem Video droht Ungaro damit, Beweise zu haben, dass Trump pädophil sei und ihn auffliegen lassen wolle. Soweit so gut. Diese Anschuldigungen von Pädophilie sind nicht neu. Das mehrere Seiten aus den ursprünglich veröffentlichten Epstein-Akten wieder vom Netz genommen wurden ist auch nicht neu. Jedoch scheint sich niemand eine bestimmte Frage zu stellen. Warum werden die Namen der Täter geschwärzt?

Die offensichtlichste Antwort auf diese Frage ist natürlich, dass diese Personen der Strafverfolgung entgehen wollen. Aber ist dies die ganze Wahrheit? Es ist bekannt, dass auch Richter, Polizisten und Anwälte unter den Tätern zu finden sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Täter tatsächlich bestraft werden, ist demzufolge sehr gering. Zumindest solange dieses System noch existiert.

Niemand scheint sich die Frage zu stellen, wer nun die Position von Epstein bekleidet. Der Grund, warum die Namen der Täter geschwärzt bleiben, ist vermutlich nicht, um die Täter zu schützen, sondern, weil dieses Netzwerk nach wie vor existiert und weiterhin aktiv ist. Falls Epstein tatsächlich noch leben sollte, wird es vermutlich noch von ihm selbst weiter geführt. Ein Anzeichen dafür, dass durchaus die Möglichkeit besteht, dass das Netzwerk von Epstein tatsächlich noch aktiv ist, ist, dass es vor Epstein bereits Männer gab, die dieses Netzwerk aufgebaut haben und in den gleichen Kreisen unterwegs waren, wie Epstein. Politiker, Richter, Stars und Sternchen waren dabei die Zielgruppe für Erpressung.

Die österreichische Nachrichtenplattform, AUF1 veröffentlichte hierzu einen Bericht und zeigt auf, dass es bereits vor Jeffrey Epstein drei Männer gab, die seine Rolle übernahmen. (23) Roy Marcus Cohen war Anwalt und Makler und verband Medien und Geheimdienste miteinander. Zudem war er ein enger Freund der Trump-Familie und galt als Ziehvater des heutigen US-Präsidenten.

Er war der erste Vorläufer von Epstein und der Erste, der ab 1950 im Stil von Jeffrey Epstein in New York agierte. Zu seinen Mitteln gehörten Verängstigung, Dossiers, Erpressungen und die Nutzung intimer Verwundbarkeit als Machtinstrument. Neben Roy Cohen betrieb Craig J. Spence ebenfalls ein Erpressernetzwerk in den 1970 er Jahren in Washington. Dieser war mit Roy Cohen eng verbunden und nutze dieselben Erpressermethoden. Zusätzlich nutzte er glamouröse Veranstaltungen in seinem Haus, um vor allem Politiker, einflussreiche Beamte und Angehörige des Militärs anzulocken, die dort überwacht und gefilmt wurden. Zudem nutzte er die Dienste eines Zuhälters namens Henry Vinson, der einen Homo-Escort-Service in Washington betrieb. Spence nutzte die Dienste von Vinson auch, um Partys für das Weiße Haus zu veranstalten.

Nachdem die Washington Times 1989 diese Machenschaften aufdeckte, implodierte dieses Netzwerk. Im selben Jahr wurde er tot im Hotelzimmer aufgefunden. Offiziell wurde sein Tod als Selbstmord deklariert. Henry Vinson wurde verhaftet und schrieb nach seiner Entlassung ein Buch über seine Erlebnisse. In diesem beschreibt er auch ein Treffen zwischen Spence, Cohen und dem republikanischen Parteifunktionär Lawrence E. King. Dieser betrieb ebenfalls ein brutales Erpressernetzwerk. Hier jedoch stand vor allem Pädophilie im Vordergrund. Bei diesem Treffen soll King auch über rituelle Gewalt an Kindern durch seine Kunden gesprochen haben. Seine Kunden stammten aus den Bereichen Politik und Justiz. Nachdem auch die Machenschaften von King Ende 1988 ans Licht kamen, wurde klar, dass die Kinder aus Kinderheimen stammten.  

Die Frage scheint also nicht zu sein, ob Epsteins Netzwerk noch aktiv ist, sondern wer nun die Position von Epstein übernommen hat.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-114.html

(2) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116433000897070863

(3) https://rtde.org/der-nahe-osten/277664-teheran-lehnt-konsultationen-mit-washington/

(4) https://rtde.org/der-nahe-osten/277664-teheran-lehnt-konsultationen-mit-washington/

(5) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-114.html

(6) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-114.html#entert

(7) https://rtde.org/der-nahe-osten/277664-teheran-lehnt-konsultationen-mit-washington/

(8) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-114.html

(9) https://www.n-tv.de/politik/17-36-Insider-Vance-doch-noch-nicht-auf-dem-Weg-nach-Pakistan-id30415311.html

(10) https://www.n-tv.de/politik/17-36-Insider-Vance-doch-noch-nicht-auf-dem-Weg-nach-Pakistan-id30415311.html

(11) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-114.html

(12) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-114.html

(13) https://anti-spiegel.ru/2026/zweiwoechiger-waffenstillstand-im-iran-krieg-verkuendet/

(14) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/waffenruhe-iran-usa-israel-trump-araghtschi-faq

(15) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-114.html

(16) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-montag-114.html; https://anti-spiegel.ru/2026/revolutionsgarde-iran-schliesst-strasse-von-hormus-bis-zur-vollstaendigen-aufhebung-der-us-seeblockade/

(17) https://www.merkur.de/politik/israel-und-libanon-iran-aktuell-gespraeche-ueber-strasse-von-hormus-waffenruhe-zwischen-zr-94265820.html

(18) https://www.merkur.de/politik/israel-und-libanon-iran-aktuell-gespraeche-ueber-strasse-von-hormus-waffenruhe-zwischen-zr-94265820.html

(19) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116363336033995961

(20) https://t.me/auf1tv/19047; https://www.rnd.de/politik/ist-er-jetzt-komplett-verrueckt-geworden-UYCVGFTAAREWLOQU3FZ5VSZKAA.html; https://www.sueddeutsche.de/meinung/usa-donald-trump-iran-ultimatum-genozid-republikaner-li.3464553?reduced=true

(21) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116437457191403164

(22) https://t.me/auf1tv/19041

(23) https://auf1.tv/stefan-magnet-auf1/ueber-jahrzehnte-erpressung-haelt-die-eliten-auf-linie-system-epstein-teil-4

+++

Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Bild: Realistische Kriegsszene zwischen Israel und dem Iran, moderner militärischer Konflikt.

Bildquelle: Shutterstock AI / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Trump sucht Schuldigen für Iran-Krieg! | Von Thomas Röper

20. April 2026 um 14:03

Vorschau ansehen
Trump sucht Schuldigen für Iran-Krieg! | Von Thomas Röper
Apolut 20260420 SP Montag
0:00
/891.224
Trump sucht Schuldigen für Iran-Krieg! | Von Thomas Röper

Wen wird Trump zum Sündenbock für das Iran-Debakel machen? Der Irankrieg wird in den USA immer unbeliebter und Trump wird einen Sündenbock brauchen.

Ein Standpunkt von Thomas Röper.

In Russland ist ein amüsant formulierter Artikel über die Frage erschienen, wen Trump zum Sündenbock für das Iran-Debakel machen wird, den ich übersetzt habe. Die für Deutsche etwas merkwürdig klingende Überschrift ist eine Anlehnung an das russische Sprichwort “zwei Tode stirbt niemand, doch einen müssen alle sterben”.

Beginn der Übersetzung:

Zwei werden nicht schuldig werden, doch für den dritten ist es unvermeidlich

Von den drei Anstiftern des verbrecherischen Krieges im Iran weist Trump die Schuld von sich selbst und Netanjahu und gibt sie Kriegsminister Hegseth.

Von Wladimir Michejew.

Wer wird der Sündenbock?

Trotz Donald Trumps prahlerischer Selbstlobhudelei, der sich ohne jeden Grund mit dem Gewand des Bezwingers der Perser schmückt, wird auch er nicht umhinkönnen, ein rituelles Opfer zu bringen. Nicht etwa, weil der Verhandlungsprozess in Islamabad völlig zum Erliegen gekommen zu sein scheint, sondern, weil es den Falken in Washington nicht gelungen ist, die Regierung in Teheran durch pro-westliche Marionetten zu ersetzen, Irans Potenzial zur Urananreicherung und die für den Bau eines Raketenarsenals notwendigen Konstruktions- und Produktionsanlagen des Landes zu zerstören.

Und so laufen die müßigen, die zynischen und schließlich auch die vom gesunden Menschenverstand geleiteten, rationalen Diskussionen innerhalb der US-amerikanischen Politik und Wirtschaft darüber, wie Trump und sein Team in dieses übelriechende Auslandsabenteuer hineingezogen werden konnten, zunehmend auf gegenseitige Schuldzuweisungen hinaus.

Wen wird der berüchtigte „Friedensstifter“ Donald Trump für sein Scheitern verantwortlich machen? Kriegsminister (ehemals Verteidigungsminister) Pete Hegseth? Oder Benjamin Netanjahu, den israelischen Ministerpräsidenten, der am meisten an einem Regimewechsel in Teheran und dem Untergang der Ölmonarchien am Persischen Golf interessiert ist?

Allen Anzeichen nach wird Kriegsminister Pete Hegseth zum Sündenbock gemacht werden, den der US-Präsident kürzlich öffentlich zum angeblichen Hauptverantwortlichen für den Angriff auf den Iran ernannt hat. Auf einer Pressekonferenz lieferte Trump seinen Verbündeten auf ganzer Linie aus, indem er seine eigene Verantwortung für den Krieg gegen die Perser leugnete:

„Pete Hegseth war der Erste, der sich zu Wort meldete. Er war es, der sagte: ‚Machen wir‘s.‘“

Der Politikwissenschaftler Malek Dudakow bemerkt dazu:

„Hegseths Reden, die an einen Fernsehprediger oder Psychologie-Coach erinnern, sind ohne Ironie schwer anzuhören.“

Die Demokraten haben einen Antrag auf Amtsenthebung gegen Hegseth vorbereitet und werfen ihm Kriegsverbrechen und die Niederlage im Iran-Konflikt vor. Er selbst lebt nun nach dem Motto:

„Geht ihr heute, auf dass ich erst morgen gehen muss.“

Deshalb entlässt er alle um sich herum, nur um den Todeskampf seiner Amtszeit als Pentagon-Chef in die Länge zu ziehen.

Dennoch scheint es, als würde ein einzelnes Opfer, selbst ein so hochrangiges wie das von Pentagon-Chef Pete Hegseth, nicht ausreichen. Der israelische Premierminister Netanjahu scheint ein geeigneter Kandidat für die Rolle des eigennützigen Kriegsanstifters zu sein… nur ist auch das riskant.

Trump (und da braucht man nicht mal Kaffeesatzleserei!) fürchtet eine karrierezerstörende moralische Kompromittierung, die entstünde, sollten Details seiner wahren Beziehung zum pädophilen Zuhälter Jeffrey Epstein ans Licht kommen. Epstein sammelte auf seiner „Liebesinsel“, wo minderjährige Mädchen angeblich nicht nur sexuell ausgebeutet, sondern auch getötet und gegessen wurden, akribisch belastendes Material über hochrangige Politiker und Geschäftsleute.

Angst ist das Eine, doch ein radikaler Stimmungswandel bei Wählern und einflussreichen Meinungsführern, diesen „Meinungsmachern“, wenn sich Antikriegsstimmung (ähnlich dem „Vietnam-Syndrom“) und anti-israelische Ressentiments verstärken, wird Trump zwingen, seine strategische Fehlkalkulation beim Angriff auf ein weit entferntes Land zu rechtfertigen.

Die Moral in der Armee schwindet

Ebenso gefährlich für Trumps ohnehin schon sinkende Beliebtheitswerte ist der wachsende grummelnde Unmut innerhalb der Militärkaste. Ein Militärarzt, der aus dem Nahen Osten ins Landstuhl Regional Medical Center in Deutschland evakuierte Soldaten behandelt, berichtete der HuffPost (bis 2017 The Huffington Post, ein US-amerikanisches Online-Magazin) von den psychischen Problemen, die diese erleben. Sie schildern

„Gefühle der Verletzlichkeit, starken Stress, Frustration und Desillusionierung – in einem Maße, dass sie sogar einen Austritt aus dem Militär erwägen“.

Während dieses jüngsten Golfkriegs wurden offiziellen Pentagon-Statistiken zufolge 13 US-Soldaten getötet, sieben davon durch Luftangriffe, und mindestens 232 weitere verwundet. Die tatsächlichen Zahlen dürften jedoch deutlich höher liegen.

Eine Bodenoperation, für die offenbar bereits Vorbereitungen laufen, wäre derweil „eine absolute Katastrophe“, räumte ein US-Verteidigungsbeamter ein, der verständlicherweise anonym bleiben wollte. Er meint:

„Wir haben keinen Plan dafür … Wir können nicht einmal einen einzigen Stützpunkt im Kriegsgebiet vollständig verteidigen.“

Mike Prysner, Geschäftsführer des Center on Conscience and War (eine US-Organisation zur Unterstützung von Kriegsdienstverweigerern aus Gewissensgründen), berichtete: In den Vorjahren erreichten die Organisation jährlich Anfragen von maximal 50 bis 80 Soldaten, die sich nach dem Verfahren zur Vertragsbeendigung mit dem Militär erkundigten, doch im März dieses Jahres sei die Zahl solcher Anfragen um 1.000 Prozent gestiegen, also auf das Elffache.

Die harte Realität des echten Krieges, anders als Simulationen und Computerspiele, traf viele Vertragsnehmer beim US-Militär erneut wie ein Schlag. Ein Soldat gab zu:

„Wild und wahllos umherzuschießen ist etwas ganz anderes, als zuzusehen, wie eine ganze Turnhalle, eine Kantine und mehrere Schlafsäle in weniger als 50 Metern Entfernung explodieren.“

Infolgedessen ist die Moral der rein freiwilligen US-Armee, in der die Soldaten freiwillig und gegen Bezahlung dienen, nun erschüttert.

Die „naiven Trottel“ wollen nicht für das „auserwählte Volk“ sterben

Ein ebenso wichtiger Faktor sei Soldaten, die von HuffPost interviewt wurden, zufolge

„das Fehlen einer klaren und nachvollziehbaren Begründung für den Krieg im Iran. Das hat sich zu einer Hauptursache für Unzufriedenheit in der Truppe entwickelt und demoralisiert diejenigen, die glauben, dass der schlecht geplante Konflikt sie unnötigen Gefahren aussetzt, ohne erkennbaren strategischen Nutzen zu bringen.“

Die erschreckende Wahrheit über das Ausmaß des vom israelischen Militär im Gazastreifen verübten Völkermords war ernüchternd. Laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı hat die Zahl der Todesopfer dort seit Oktober 2023 72.263 Personen erreicht, während 171.944 Menschen verwundet oder anderweitig verletzt wurden. Ebenso schockierend war die Nachricht vom Mord an 171 Schülerinnen der Shajare-Tayyebeh-Mädchengrundschule in der iranischen Stadt Minab.

Enthüllungen und Offenbarungen

Einige Enthüllungen der Drahtzieher dieses regionalen Konflikts mit globalen Folgen tragen ebenfalls zum Mangel an Optimismus bei. Benjamin Netanjahu etwa erklärte (sinngemäß), dass nicht die USA über das Ende dieses Krieges entscheiden. Diese Entscheidung fälle die israelische Armee. Avraham Burg, ehemaliger Knesset-Vorsitzender, gab in einem Interview mit dem bekannten und einflussreichen Journalisten Tucker Carlson offen zu, dass Israelis die US-Amerikaner für

„naive Trottel halten, denen man den wildesten Schwachsinn vorgaukeln kann“.

Kein Wunder also, dass eine Veteranin, die heute junge US-Offiziere ausbildet, gegenüber der HuffPost anonym berichtete, dass viele ihrer Bekannten den Glauben verloren haben:

„Ich höre Soldaten sagen: ‚Wir wollen nicht für Israel sterben, wir wollen keine Bauern auf dem politischen Spielbrett sein.‘“

Der ehemalige französische Premierminister Dominique de Villepin meint:

„Es ist an der Zeit, dass die ganze Welt Sanktionen gegen Israel verhängt. Es muss verurteilt werden.“

Der irische Abgeordnete Thomas Gould erklärte kürzlich:

„Ich hoffe, Netanjahu brennt in der Hölle. Schande über Israel; das wird niemals vergessen werden.“

Und in Spanien wurde am Ostersonntag eine Puppe des israelischen Premierministers verbrannt (anderen Quellen zufolge gesprengt).

Laut der türkischen Zeitung Hürriyet haben türkische Staatsanwälte kürzlich 35 israelische Beamte, darunter Benjamin Netanjahu, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord, Freiheitsberaubung, Grausamkeit, Sachbeschädigung und Diebstahl angeklagt. Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haftstrafen sowie Haftstrafen zwischen insgesamt 1.102 und 4.596 Jahren kumulativ.

Die Mode der Israel-Begeisterung ist wie Rauch verflogen

Bei den Wahlen 2024 gab das American Israel Relations Committee (AIPAC) über 100 Millionen US-Dollar aus, um die Wahl von Politikern, die das Gelobte Land kritisieren, in den US-Kongress zu verhindern.

Viele Kongressabgeordnete und Senatoren haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie „Geschenke“ von AIPAC angenommen haben – und bestreiten, dass das Bestechung sei. Nun beunruhigt sie das allerdings, obwohl US-amerikanische Quellen unter dem Vorwand „Erfahren Sie, wie man sich durch Lobbyarbeit, Wahlkampfspenden und Gefälligkeiten politischen Einfluss erkaufen kann“ zahlreiche praktische Ratschläge zu diesem Thema anbieten.

Der Gouverneur von Illinois, J.B. Pritzker, Mitglied der Demokratischen Partei, selber Jude und ehemaliger AIPAC-Förderer, verurteilte die Lobbyorganisation in einer aufsehenerregenden Erklärung. Zitat:

„AIPAC ist wahrlich keine Organisation, mit der ich heute in jegliche Verbindung gebracht werden möchte.“

Der tiefe Grund dafür liegt im Stimmungswandel in der US-amerikanischen Gesellschaft. Laut einer NBC-News-Umfrage vom November 2023 hatten 47 Prozent der Befragten noch eine positive Meinung zu Israel, während 24 Prozent eine negative hatten. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass nun 32 Prozent der Befragten Israel weiterhin unterstützen, während 39 Prozent das Land kritisieren.

Daher auch Gouverneur Pritzkers Wunsch, sich von AIPAC zu distanzieren. Der Politikwissenschaftler Malek Dudakow bemerkt:

„Schon die bloße Tatsache, Unterstützung von der Israel-Lobby zu erhalten, wird unter den Demokraten mittlerweile als toxisch empfunden. Zum ersten Mal in der US-amerikanischen Gesellschaft sympathisiert eine Mehrheit mit den Palästinensern, nicht mit den Israelis. Netanjahu hat es jetzt geschafft, ein einzigartiges Bündnis mit christlichen Zionisten in Trumps Regierungsteam zu schmieden. Doch das könnte sich durchaus als der Schwanensang der israelischen Lobby erweisen.“

Lahme Ente

Analysten im Weißen Haus können nicht umhin, ihrem Obersten Archon mitzuteilen, dass der Grund für den rapiden Rückgang seiner Zustimmungswerte auf 36 Prozent nicht nur an den gestiegenen Benzinpreisen liegt – sondern auch am äußerst unpopulären Krieg, der von dem ausländischen Machthaber diktiert wird, der für den Völkermord im Gazastreifen verantwortlich ist.

Es ist nicht einfach, aus diesem Schlamassel von Zugzwang herauszukommen, aber Trump versucht es ganz offensichtlich. Der russische Politikwissenschaftler und Senator Alexej Puschkow kommentiert:

„Hinter Trumps scheinbar willkürlichen und verlogenen Aussagen steckt eine gewisse innere Logik. Man hat den Eindruck, er bereitet Argumente vor und probiert sie sozusagen schon mal aus, um sich aus der ‚iranischen Falle‘ zu befreien.“

Dabei ist Trumps Handlungsspielraum äußerst begrenzt. Ein Ende des Krieges, den Trump nach eigenen Angaben eindeutig gewonnen hat, könnte es ihm ermöglichen, bei den Feierlichkeiten zum israelischen Unabhängigkeitstag (21.–22. April) in Tel-Aviv aufzutreten und sich mit Israels höchster staatlicher Auszeichnung schmücken zu lassen, auf die sich der eitle, in Sachen Nobelpreis erfolglose US-Präsident offenbar mit Netanjahu geeinigt hat.

Daher auch die Verbreitung von zweifelhaften Informationen, sei es über die Erschöpfung des persischen Raketenpotenzials oder über eine angeblich erfolgreiche Phase in den Friedensverhandlungen hinter den Kulissen mit Gesandten aus Washington, Tel Aviv und Teheran. All das seien jedoch Fake News höchsten Reinheitsgrades, behauptet die Investigativjournalistin Candace Owens.

Owens geht mit folgender überaus harter Prognose an die Öffentlichkeit:

„Israel wird tun, was Israel schon immer getan hat: Amerika als Vermittler eines nur scheinbaren Waffenstillstands ausnutzen, um Zeit dafür zu gewinnen, seine Waffen aufzustocken, weitere Truppen zusammenzuziehen und seine zahlreichen Massenmordkampagnen fortzusetzen.“

Auf dem Spiel steht nicht nur der Ruf von Trump und seinem gesamten Team, sondern auch der Ausgang der US-Kongresswahlen im November, die die Republikaner laut den ersten Prognosen bereits jetzt deutlich verlieren. Der US-Präsident wird bereits jetzt zunehmend als lahme Ente wahrgenommen.

Die Welle der Empörung über den von Tel Aviv angezettelten Krieg im Nahen Osten, der die Weltwirtschaft langsam aber sicher zum Stillstand bringt (sprich: in eine Rezession stürzt), erfasst nun auch die US-Amerikaner. Es ist durchaus möglich, dass Trumps Handlanger im November, um es mit Thomas Sawyer zu sagen, geteert, gefedert und an Pfählen vorgeführt werden.

Ende der Übersetzung

+++

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

+++

Dieser Beitrag erschien zuerst am 20. April 2026 auf anti-spiegel.ru.

+++

Bild: Donald Trump

Bildquelle: a katz / Shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)
❌