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Heute — 14. April 2026

Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper

14. April 2026 um 09:34

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Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper
Tagesdosis 20260414 apolut
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Sperrung der Straße von Hormuz durch die USA? | Von Claudia Töpper

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Am Montag, den 13. April 2026 erklärte der US-Präsident, Donald J. Trump auf seiner Social-Media Plattform Truth Social, dass er ab Montag 16:00 Uhr deutscher Zeit die Straße von Hormuz sperren will. Wörtlich sagte er:

„Die Vereinigten Staaten werden am 13. April um 10:00 Uhr (Eastern Time) Schiffe blockieren, die in iranische Häfen einlaufen oder diese verlassen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit! Präsident DJT.“(1)

Die amerikanische Sperrung der Straße von Hormuz soll nur Schiffe betreffen, die an den Häfen in der Islamischen Republik anlegen oder diese verlassen wollen. Alle anderen Schiffe sollen von dieser Sperrung nicht betroffen sein.(2)

Geplatzte Friedensverhandlungen

Diese Reaktion erfolgte, nachdem die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am vergangenen Samstag, den 11. April 2026 in Pakistan fehlschlugen.(3) Bereits am Sonntag, den 12. April 2026 verließ der US Vizepräsident, J.D. Vance die Verhandlungen frühzeitig, obwohl diese ursprünglich für 2 bis 3 Tage angesetzt waren. Die österreichische Nachrichtenplattform, AUF1 berichtete, dass der Iran das vorzeitige Ende mit den folgenden Worten bestätigte:

„Nicht erfüllbare Forderungen der USA“

hätten ein Friedensabkommen unmöglich gemacht.(4) Doch was genau umfassen diese Forderungen? Konkret sollen die USA den vollständigen Verzicht von Urananreicherungen, die Abgabe von ca. 900 Pfund Uranvorräten, die Öffnung der Straße von Hormuz unter US-Kontrolle und das Ende der iranischen Militäreinsätze von jetzt auf gleich verlangt haben – ohne jedwede Gegenleistung.(5)

Reaktion des Irans

Es stellt sich jedoch die Frage, inwieweit die Sperrung der Straße von Hormuz durch amerikanische Schiffe in der Realität umsetzbar ist. Denn der Iran wird dies nicht einfach über sich ergehen lassen. Im Gegenteil. Der Publizist, Thomas Röper erklärte in einem Gespräch am vergangenen Donnerstag, den 09. April 2026, dass der Iran bereits angekündigt hat, seine Häfen durch Revolutionsgarden zu schützen.(6)

Laut der Onlineplattform antispiegel.ru bezeichnete die iranische Botschaft in Thailand die amerikanischen Pläne als „lächerlich“.(7) Zudem werden die Revolutionsgarden jede Annäherung von Kriegsschiffen an die Straße von Hormuz als Bruch des vereinbarten Waffenstillstands verstehen.(8)

Nachdem die USA zunächst berichtet hatten, dass US-Marine Schiffe die Straße von Hormuz erfolgreich durchfahren haben, dementierte Press TV dies.(9) Die zwei Zerstörer der US-Marine wurden von iranischen Seestreitkräften abgefangen und zum Rückzug gezwungen, so der Sender.(10)

Kommentar

Trump erhofft sich von seiner Sperrung der Straße von Hormuz, den Iran so unter Druck setzen zu können, dass er einknickt und dem ominösen 15-Punkte Friedensplan der USA zustimmt.(11) Auch, wenn dieser bisher nicht der Öffentlichkeit vollständig mitgeteilt wurde, ist klar, dass die USA nur eine Kapitulation des Irans akzeptieren werden.(12) Diese beinhaltet auch die Macht über die Straße von Hormuz und damit die Macht über Öl und das LNG an die USA abzutreten.(13) Dies würde bedeuten, dass Trump die absolute Kontrolle über Asien, China und den BRICS-Staaten hätte. Und genau diese BRICS-Staaten stellen sich hinter den Iran. China, Russland und Nordkorea erklärten, dass sie einem nuklearen Angriff nicht tatenlos zusehen und an der Seite des Iran kämpfen werden.(14) Damit handelt es sich schon längst nicht mehr um einen regionalen Krieg. Die Welt bringt sich bereits in Stellung für einen potentiellen Weltkrieg. China, der größte Abnehmer des iranischen Öls, warnte bereits Israel:

„Zunächst einmal möchte ich der israelischen Regierung und den israelischen Führungskräften sagen, in dem Moment, wo Israel einen nuklearen Sprengkopf gegen ein anderes Land einsetzt, auch gegen den Iran, wäre dies das Ende Israels als Staat. Deshalb sollte man sich das gut überlegen und man sollte sich an eine chinesische Weisheit halten: „Wenn du es wagst, eine Atomwaffe gegen ein anderes Land einzusetzen, könntest du damit den Untergang deines eignen Landes herbeiführen. Das ist der erste Punkt, denn die Menschheit wird niemals akzeptieren, dass Israel eine Atomwaffe gegen ein anderes Land einsetzt und dabei hunderttausende Menschen tötet.“(15)

Russland unterstützt den Iran ebenfalls, sowohl diplomatisch als auch militärisch und Nordkorea erklärte ebenfalls seine Loyalität gegenüber dem Iran. Nicht nur auf diplomatischer Ebene unterstützt Nordkorea den Iran in der aktuellen Situation. Auch militärisch liefern sie bereits ballistische Raketen. Zudem positioniert sich Nordkorea klar gegen die USA.(16)

In der aktuellen Situation scheint der Iran militärisch gegenüber den USA und Israel überlegen zu sein.(17) Aus diesem Grund hat es der Iran momentan nicht nötig, den Forderungen der USA nachzukommen. Die USA wiederum werden die Straße von Hormuz jedoch auch nicht alleine blockieren können. Deshalb haben sie auch die NATO-Staaten Großbritannien und Frankreich um Hilfe gebeten. Beide haben den USA jedoch eine Absage erteilt.(18) Der britische Premier, Keir Starmer erklärte, dass er statt Kriegsschiffe Minensuchboote in die Straße von Hormuz entsenden werde. Anstatt die Straße von Hormuz zu blockieren, wollen beide Länder gemeinsam mit anderen Ländern daran arbeiten, die Straße wieder für die Schifffahrt zu öffnen.(19) Diese Antwort lässt vermuten, dass sich die NATO-Staaten momentan nicht in den Krieg ziehen lassen wollen. Sollten die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen und der Waffenstillstand aufgehoben werden, würde die Anwesenheit von Kriegsschiffen der NATO-Mitglieder automatisch eine Beteiligung der NATO am Krieg bedeuten, so Röpers Vermutung.(20)

Es stellt sich die Frage, ob die USA wirklich den Frieden als Ziel hatten oder ob das Scheitern der Verhandlungen von Anfang an geplant war. Schließlich schienen offenbar beide Seiten von zwei unterschiedlichen Friedensplänen zu reden, denen sie zugestimmt hatten.(21) Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai erklärte:

„Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge […] von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen.“(22)

Der Journalist und Finanzexperte, Ernst Wolff äußerte sich auf der Social-Media Plattform X zur Blockade der Straße von Hormuz durch die USA wie folgt:

„[…] Das Ziel: Weltwirtschaftskrise, Hungersnöte & globale soziale Verwerfung, um den Reset - die vollständige Übernahme der Welt durch den digital – finanziellen Komplex – herbeizuführen.“(23)

Zusammengefasst heißt das also: erschaffe das Chaos und die Nöte und nutze es, wenn sie dich um eine Lösung anflehen, um deine Vision der Welt den Menschen überzustülpen. Dies ist exakt das, was gerade überall auf der Welt passiert. Es wird an jeder Ecke das Chaos provoziert.

Der Plan B, den die Welt bisher hatte, wurde zudem ebenfalls stillgelegt. Dies war die Yanbu-Pipeline in Saudi-Arabien. Über diese war es möglich, dass Öl direkt zum Roten Meer zu transportieren und so die Straße von Hormuz zu umgehen. So konnten bis zu 7 Millionen Barrel pro Tag befördert werden. Am 13. April 2026 wurde diese Pipeline jedoch mit iranischen Drohnen angegriffen und eine Pumpstation zerstört. Dadurch wurde die tägliche Kapazität um 700.000 Barrel pro Tag reduziert.(24) Zusätzlich gab es als Plan B noch die Straße von Bab al-Mandab. Doch der iranische Berater, Ali Akbar Velayati warnte, dass dieser Eingang zum Roten Meer bald von den Iranern geschlossen werden könnte.(25)

Bei all diesen Ereignissen ist ein wichtiges Treffen untergegangen. US-Präsident, Donald Trump hat sich am vergangenen Mittwoch, den 08. April 2026 mit dem NATO-Generalsekretär, Marc Rutte im Weißen Haus getroffen. Das Gesprächsthema war erneut der Austritt der USA aus der NATO.(26)

Zudem hat die türkische Staatsanwaltschaft am Samstag, den 11. April 2026 eine Anklageschrift gegen den israelischen Premierminister, Benjamin Netanjahu sowie den israelischen Verteidigungsminister, Israel Katz wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei dem 10. Gericht in Istanbul eingereicht.(27) Konkret fordert die türkische Staatsanwaltschaft für Netanjahu 4596 Jahre Haft. Bereits im November 2025 hat die Istanbuler Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen Netanjahu und weitere hochrangige israelische Beamte wegen Völkermord erlassen.(28)

Quellen und Anmerkungen

(1) https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116395566253303665

(2) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(3) https://t.me/auf1tv/18946

(4) https://t.me/auf1tv/18946

(5) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(6) https://www.youtube.com/watch?v=0OQ3iASjCM4

(7) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(8) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(9) https://t.me/auf1tv/18942

(10) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(11) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(12) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(13) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(14) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(15) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(16) https://www.scmp.com/week-asia/politics/article/3346232/why-iran-and-north-korea-are-highly-likely-revive-missile-and-nuclear-cooperation; https://www.reuters.com/world/asia-pacific/north-korea-supports-irans-choice-new-supreme-leader-kcna-says-2026-03-10/; https://timesofindia.indiatimes.com/world/rest-of-world/north-korea-backs-irans-supreme-leader-mojtaba-khamenei-slams-us-israel-for-destroying-regional-peace/articleshow/129439321.cms; https://www.38north.org/2026/03/north-korea-steps-up-anti-us-rhetoric-in-initial-response-to-strikes-against-iran/

(17) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(18) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8; https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(19) https://anti-spiegel.ru/2026/die-seeblockade-der-usa-gegen-den-iran-und-die-ersten-reaktionen/

(20) https://www.youtube.com/watch?v=0OQ3iASjCM4

(21) https://anti-spiegel.ru/2026/reden-die-usa-und-der-iran-ueber-den-gleichen-friedensplan/; https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(22) https://dailyausaf.com/en/world/success-of-negotiations-depends-on-the-goodwill-of-the-opposing-side-iran/; https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(23) https://x.com/wolff_ernst/status/2043327425136718145

(24) https://x.com/TheCradleMedia/status/2040784596434858187; https://www.kettner-edelmetalle.de/news/eskalation-am-golf-iran-greift-saudische-ol-infrastruktur-an-globale-energieversorgung-in-gefahr-10-04-2026

(25) https://www.youtube.com/watch?v=WjQLM3OPFy8

(26) https://www.reuters.com/world/americas/trump-meets-nato-chief-iran-war-strains-alliance-2026-04-08/; https://t.me/MARKmobil/4106

(27) https://de.topwar.ru/280860-tureckaja-prokuratura-obvinila-netanjahu-v-genocide-i-potrebovala-4596-let-tjurmy.html; https://t.me/MARKmobil/4107

(28) https://de.topwar.ru/280860-tureckaja-prokuratura-obvinila-netanjahu-v-genocide-i-potrebovala-4596-let-tjurmy.html


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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Satellitenansicht der Straße von Hormuz mit roten Schifffahrtslinien und einer großen roten X-Markierung, die eine Blockade, einen maritimen Konflikt oder eine Unterbrechung des Handels in diesem strategischen globalen Ölschockpunkt symbolisiert.

Bildquelle: Alones / shutterstock

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Waffenstillstand im Nahen Osten – Völkermord geht weiter | Von Hermann Ploppa

09. April 2026 um 13:00

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Waffenstillstand im Nahen Osten – Völkermord geht weiter | Von Hermann Ploppa
Standpunkte 20260409 apolut
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Waffenstillstand im Nahen Osten – Völkermord geht weiter | Von Hermann Ploppa

Nachdem US-Präsident Donald Trump zunächst die iranische Zivilisation in einer einzigen Nacht für alle Zeiten vernichten wollte, hat er dann doch lieber den geordneten Rückzug angetreten. Für wie lange?

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Das war ein Drama.

Was wir in den letzten Tagen erlebt haben, ist nichts weniger als eine Neuauflage der Kuba-Krise von 1962. Damals hatten die Antipoden USA und Sowjetunion sehr hoch gepokert wegen sowjetischer Marschflugkörper auf Kuba, nur wenige Kilometer entfernt von Florida. Doch damals regierte auf beiden Seiten des Kalten Kriegs eine Generation, die den Horror des Zweiten Weltkriegs noch hautnah miterlebt hat. Dieser Horror war Chruschtschow und Kennedy in Mark und Bein geschrieben. Beide wollten so etwas nie wieder erleben. Die atomare Konfrontation konnte vermieden werden. Die Welt zitterte und atmete sodann erleichtert auf.

Doch ganz anders die aktuelle Zuspitzung im Krieg der USA gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump hatte sich in seiner kriegerischen Rhetorik selber immer noch einmal überboten. Wenn die iranischen Revolutionsgarden, diese „irren Bastarde“ wie er sich ausdrückte, nicht sofort die Meerenge von Hormuz öffneten, dann gäbe es mächtig Schläge. Im nächsten Tweet war dann schon die Rede davon, „eine ganze Zivilisation werde heute Nacht sterben und nie wieder auferstehen.“ Das wolle Trump zwar nicht, das werde aber stattfinden, wenn die Iraner nicht bis 2 Uhr nachts Mitteleuropäischer Sommerzeit die Straße von Hormuz wieder freigeben würden. Dann wurde noch eine kryptische Aussage von Vizepräsident JD Vance kolportiert. Man werde, so hieß es, „eine ganz neue Waffe“ gegen den Iran einsetzen. Die Community spekulierte, ob der junge Vizepräsident vielleicht sogar die Atombombe meinen könnte.

Jetzt waren wir also wieder bei Kuba-Krise 2.0 angelangt. Das Erschreckende daran: die Generation, die jetzt am Drücker sitzt, hat selber noch nie einen Krieg miterlebt und ist zudem ideologisch auf Apokalypse eingestellt (1). Und, was der absolute Schocker ist, was kaum jemand weiß: der Präsident der USA ist laut Verfassung dazu berechtigt, ganz alleine, ohne jede Abstimmung mit irgendwelchen anderen Instanzen wie zum Beispiel dem Parlament oder dem Obersten Gericht, die Atombombe zu zünden (2).

Dafür trägt ein Helferlein einen Koffer immer mit, auf den der Präsident jederzeit zugreifen kann. Der Präsident schnappt sich diesen Koffer, den so genannten „nuclear football“, öffnet ihn und authentifiziert sich mit einem Geheimcode. Der Befehl zum Starten der Atombomben geht an das National Military Command Center im Pentagon. Von dort geht der Startbefehl an die ausführenden Waffengattungen. Zwei Militärangehörige müssen nun exakt zur gleichen Zeit an zwei Schlössern mit zwei identischen Schlüsseln die gleiche Drehung ausführen. Und nun kann der atomare Knall losgehen. Bei der geistig-moralischen Ausstattung des derzeit amtierenden Präsidenten kann man sich leider durchaus vorstellen, dass Trump die atomare Kettenreaktion auslöst (3).

Und bereits viele Stunden vor Ablauf des Ultimatums begannen israelische Streitkräfte, systematisch Brücken und Kraftwerke sowie Basen der iranischen Revolutionsgarden zu bombardieren. Es schien alles auf den großen Knall zuzustreben. Iranische Bürger stellten sich als menschliche Schutzschilder auf die gefährdeten Brücken und vor die Kraftwerke (4). Männer, Frauen, Kinder. Sie alle mussten damit rechnen, von den skrupellosen Angreifern zusammen mit den Brücken und Kraftwerken pulverisiert zu werden. Die Lage war aus iranischer Sicht verzweifelt. Irans Präsident Massud Peseschkian gab bekannt, dass sich vierzehn Millionen Iraner bereit erklärten, ihr Leben für die Sache Irans zu opfern, sprich: Selbstmordaktionen zu starten, um die Angreifer aufzuhalten.

Auch Peseschkian selber hatte sich in die Liste eingetragen (5). Zur gleichen Zeit flüchteten viele Teheraner Bürger mit ihren Autos aus der Stadt, irgendwo hin in Richtung Kaspisches Meer, um der zu erwartenden Vernichtung durch Phosphorbomben oder gar durch die Atombombe zu entkommen. Andere Teheraner Bürger harrten demonstrativ in der Stadt aus und schwenkten iranische Flaggen. Die westliche Mainstream-Presse erzählte ihren Lesern, all diese opferbereiten Iraner seien von den „Mullahs“ zu diesen Manifestationen gezwungen worden. Was natürlich kompletter Bullshit ist. So viele Menschen kann man nicht zwingen. Schon gar nicht im Chaos eines Krieges. Die westlichen Hofpoeten können sich einfach nicht vorstellen, dass es noch Menschen gibt, die gewisse Dinge aus tiefer Überzeugung tun – ohne dafür Geld zu verlangen.

Die Kunden der westlichen Mainstream-Hofpoeten, die breite Masse zum Beispiel in Deutschland, verfolgte in diesen entscheidenden Stunden ein Pokalspiel zwischen dem spanischen Verein Real Madrid und „unseren“ Champions von Bayern München. Die Tatsache, dass „wir“ in Madrid das Hinspiel gewonnen haben, kombiniert mit der sedierenden Wirkung eines oder zweier guter deutscher Biere, sorgte für die nötige Bettschwere, um das Drama im Nahen Osten zu überschlafen.

Unentschieden zwischen der Epstein-Mannschaft und dem Iran

Als die Deutschen wieder erwachten, hatte der Schiedsrichter Pakistan das Spiel zwischen der israelisch-amerikanischen Mannschaft und dem Iran unterbrochen. US-Präsident Trump erklärte in den freundlichsten Worten, dass man sich nun mit dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt habe. Das bestätigte dann auch der iranische Außenminister Abbas Aragtschi in ebenfalls recht höflichen Worten. Nun will man sich ab morgen im pakistanischen Islamabad treffen, Iraner und US-Amerikaner, um zu schauen, ob sich auch langfristig ein Frieden aushandeln lässt. Der erste Ertrag für die USA: die Straße von Hormuz ist für die nächsten zwei Wochen auch für die Amerikaner wieder frei befahrbar. Das ist wichtig für Trump. Die amerikanischen Farmer, bislang eifrige Trump-Wähler, bekommen nun ihren sehnsüchtig erwarteten Kunstdünger. Die Autofahrer tanken vielleicht schon bald wieder billiges Benzin. Der erste Ertrag für Iran kann sich auch schon sehen lassen. Denn der Iran ist ab jetzt für alle Zukunft berechtigt, zusammen mit Nachbarland Oman von den durch die Meerenge fahrenden Schiffen saftige Zölle abzukassieren. Das bringt gutes Geld, um die ramponierte Staatskasse des Iran und von Oman zu aufzufüllen.

Trump hat wohlwollende Prüfung der iranischen Forderungen für einen dauerhaften Frieden zugesagt. Das Wohlwollen wird vermutlich nicht lange vorhalten, wenn Trump sich die iranische Position erst einmal von seinem Schwiegersohn Jared Kushner und seinem Immobilien-Spezi Steve Wittkoff erklären lässt. Zwischen den amerikanischen Forderungen für einen Frieden und den entsprechenden Forderungen der Iraner liegen Welten. Es geht eigentlich nur entweder das eine oder das andere. Die Position der Amerikaner: der Iran soll seine Nukleartechnologie zurückfahren und sich von den Amerikanern mit Nukleargeschirr versorgen lassen. Der Iran soll in Zukunft nur noch Raketen geringer Reichweite in seiner Waffenkammer haben. Mit anderen Worten: der Iran soll sich ausgerechnet gegenüber den USA nuklear vollständig entkleiden und auf glaubhafte Abschreckung durch Raketen verzichten. Nach bisherigen leidvollen Erfahrungen der Iraner mit den Amerikanern geht das nun gar nicht.

Und wenn Trump erst einmal zu begreifen beginnt, was die Iraner in ihren zehn Punkten von ihm verlangen, wird ein erneuter Zornesausbruch schwer zu vermeiden sein. Denn die Iraner verlangen:

  • Eine bindende Verpflichtung der USA, auf weitere Aggressionen gegen den Iran zu verzichten.
  • Die USA erkennen dauerhaft an, dass in Zukunft der Iran das Vorrecht genießt, die Meerenge von Hormuz zu kontrollieren.
  • Die USA erkennen das Recht des Iran an, ihre Nuklearbestände anzureichern.
  • Die USA heben alle primären Sanktionen auf. Heißt: die US-Regierung verbietet amerikanischen Unternehmen nicht länger, Geschäfte mit dem Iran zu machen.
  • Die USA heben alle sekundären Sanktionen auf. Soll heißen: die USA hören auf, alle Firmen weltweit zu bestrafen, die mit dem Iran Geschäfte machen.
  • Aufhebung bisheriger Sanktionen der Vereinten Nationen gegen den Iran.
  • Aufhebung von Resolutionen des Vorstandes der internationalen Energiebehörde IAEA gegen Iran.
  • Die Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte und Besitztümer im Ausland.
  • Den endgültigen Abzug aller US-Streitkräfte aus der Region um den Persischen Golf.
  • Ende des Krieges der USA an allen Fronten, einschließlich des Krieges gegen die mit Iran verbündeten Achse des Widerstands – also auch gegen Hisbollah und gegen Ansar Allah im Jemen.

Diese Forderungen sind natürlich für die USA ein absolutes No-Go. Diesen Forderungen nachzukommen wäre ja eine schlimmere Demütigung von Uncle Sam als Vietnamkrieg und Rausschmiss durch die afghanischen Taliban zusammen genommen.

Es ist nach allen bislang gemachten Erfahrungen eher unwahrscheinlich, dass die USA an einer dauerhaften Friedensordnung in Nahost wirklich interessiert sind. Im letzten Sommer hatte die US-Verhandlungsdelegation der iranischen Seite vorgegaukelt, eine Einigung sei fast in trockenen Tüchern. Entspannt und zufrieden flogen die iranischen Delegierten nach Hause ins Wochenende. Doch diese Erholungspause überlebte kein einziger iranischer Delegierter. Denn die USA ermordete sie alle mit Präzisionsschlägen. Das war der Auftakt des israelisch-amerikanischen Zwölftage-Krieges gegen Iran. Und im jetzigen Krieg dieselbe Nummer. Wieder attackierten die Amerikaner den Iran, mitten in noch laufenden Verhandlungen. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass die momentane Waffenruhe lange hält. Israel hat sofort angekündigt, sich nicht an irgendwelche Vereinbarungen zu halten. Das Netanyahu-Regime setzt seine völkermörderische Praxis im Gaza-Streifen, in der Westbank und im Süd-Libanon ungehindert fort.

Gegen Netanyahu liegen Strafbefehle vor. Nur die Immunität als Regierungsmitglied schützt ihn vor juristischer Verfolgung. Netanyahu muss den Krieg ad infinitum fortsetzen. Israel untergräbt jede Waffenruhe. Denn wenn die USA sich tatsächlich aus dem Nahostkrieg zurückziehen sollten, wäre die weitere Kriegsführung für ein Groß-Israel nicht mehr ganz so leicht und straflos durchzuführen. Israel selber hat mehr als genug Probleme. Der Mythos vom flächendeckenden Schutz aller Israelis durch den so genannten Eisernen Dom ist angeschlagen. Die Staatsfinanzen sind zerrüttet. Und die Bevölkerung gespalten wie noch nie (6).

Dieser Waffenstillstand ist nichts weiter als eine Spielpause. Die Waffenlager werden wieder aufgefüllt. Treibstoff zugekauft. Neue Munition angelegt. Und die Trainer können ihren Spielern in Ruhe neue taktische Regeln erklären.

Und wir haben ein bisschen Zeit, um unseren Widerstand gegen jede Form von Aufrüstung und Krieg weiter auszuarbeiten. Ich jedenfalls möchte den Dritten Weltkrieg nicht. Ich habe in meiner Kindheit noch die schrecklichen Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges miterlebt. Das brauche ich nicht. 

Quellen und Anmerkungen 

(1) https://apolut.net/kreuzzug-von-armageddon-gegen-den-iran-von-hermann-ploppa/

(2) https://www.congress.gov/crs-product/IF10521?utm_source=chatgpt.com

(3) https://www.lemonde.fr/en/international/article/2026/04/08/the-president-of-the-united-states-is-clearly-insane-donald-trump-s-escalatory-rhetoric-raises-questions-over-his-mental-health_6752200_4.html

(4) https://www.youtube.com/watch?v=QSOr57IA7Ao

(5) https://www.youtube.com/shorts/x3ikSdpxITU

(6) https://apolut.net/netanyahu-der-zerstoerer-von-hermann-ploppa/

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: NATIONAL HARBOUR, MD, USA- 24. Februar 2024: Donald Trump spricht im CPAC über seinen Plan, den aktuellen Präsidenten Joe Biden im November zu besiegen.

Bildquelle: Jonah Elkowitz / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Hollisters Geopolitik-Radar vom 30. März – 5. April 2026

05. April 2026 um 07:28

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Hollisters Geopolitik-Radar vom 30. März – 5. April 2026

Zwei abgeschossene US-Kampfjets binnen 24 Stunden, ein zerstörtes AWACS im Wert von 700 Millionen Dollar und ein Iran, der gezielt die Architektur moderner Kriegsführung angreift: Dieser Krieg wird nicht mehr an der Front entschieden, sondern im Nervensystem militärischer Macht. Während Washington von „totaler Luftüberlegenheit“ spricht, zerfallen parallel Bündnisstrukturen, Europa blockiert Operationen und Teheran etabliert ein eigenes Kontrollregime in der Straße von Hormuz. Was sich hier entfaltet, ist kein klassischer Krieg - es ist die systematische Demontage westlicher Dominanz.

Der Geopolitik-Radar vom 30. März – 5. April 2026

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Ticker

F-15E, A-10, WSO - Zwei Abschüsse, eine Bergung (03.- 05. April 2026)

Am 03. April schoss Iran eine US-amerikanische F-15E Strike Eagle über der Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad ab. Der Pilot wurde gerettet, der Waffensystemoffizier (WSO) zunächst vermisst - Iran setzte ein Kopfgeld von 60.000 Dollar auf ihn aus. Während der Bergungsmission wurde ein A-10 Thunderbolt II in der Nähe der Straße von Hormuz abgeschossen, der Pilot gerettet. Am 05. April wurde der vermisste WSO nach schweren Kämpfen von US-Kräften geborgen. Zwei US-Kampfjets in 24 Stunden - zu einem Zeitpunkt, an dem das US-Militär "totale Luftüberlegenheit" behauptet hatte.

AWACS zerstört - 700 Millionen Dollar strategischer Verlust (27. März 2026)

Iran hat ein E-3 Sentry AWACS-Aufklärungsflugzeug der US Air Force auf dem Prince Sultan Air Base in Saudi-Arabien zerstört. Satellitenbild-Auswertungen von CNN/Airbus bestätigen das ausgebrannte Wrack auf dem Rollfeld. Wert: rund 700 Millionen Dollar. Ein E-3 Sentry überwacht bis zu 300.000 Quadratkilometer Luftraum gleichzeitig und koordiniert Kampfverbände in Echtzeit. Iran hat nicht ein Flugzeug abgeschossen - Iran hat das Nervensystem der US-Luftkriegsführung getroffen.

Trump-Ansprache an die Nation - "Nearing Completion" ohne Exit-Plan (01. April 2026)

In seiner ersten Ansprache zur Nation seit Kriegsbeginn erklärte Trump, der Krieg sei "nearing completion" und werde in weiteren zwei bis drei Wochen enden. Konkrete Angaben zu einer Exit-Strategie: keine. Stattdessen drohte er, Iran "back to the stone ages" zu bomben und kündigte an, die USA würden "extremely hard" für weitere zwei bis drei Wochen zuschlagen. Ölpreis: +8% auf 109 Dollar pro Barrel allein nach dieser Rede. Märkte und Verbündete suchen weiter vergeblich nach einer klaren Linie.

Trump: "Take it" - Faustrecht als Außenpolitik (01. April 2026)

An alle Verbündeten, die wegen der Hormuz-Blockade unter Treibstoffmangel leiden und sich nicht am Krieg beteiligt haben, schrieb Trump auf Truth Social: "Build up some delayed courage, go to the Strait, and just TAKE IT. The United States won't be there to help you anymore, just like you weren't there for the US." Und: "Buy from the US. We have plenty." Die NATO-Logik kehrt sich damit offen um: Wer nicht kämpft, bekommt kein Öl. Am 05. April folgte ein 48-Stunden-Ultimatum an Iran: Deal oder Hormuz öffnen - sonst droht Trump mit "all Hell will reign down on them."

Erdogan droht Kriegseintritt auf Irans Seite (29. März 2026)

Der zweitgrößte NATO-Militär hat sich direkt gegen Israel und die USA gestellt. Hintergrund: Der Mossad hatte versucht, die kurdische PKK-Schwesterorganisation PJAK als Proxy-Bodentruppen gegen Iran zu aktivieren. Erdogan stellte Trump persönlich am Telefon: Sollten kurdische Milizen gegen Iran eingesetzt werden, marschiert die Türkei auf Irans Seite ein. Der PKK/PJAK-Plan wurde daraufhin offenbar fallen gelassen. Die Drohung steht. Gleichzeitig: Vier iranische Raketen schlugen in der Türkei ein - Ankara glaubt dem Narrativ, dass es Iran war, nicht.

UAE unter Dauerbeschuss - 23 Raketen, 56 Drohnen an einem Tag (04. April 2026)

Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten am 04. April die Abwehr von 23 Raketen und 56 Drohnen innerhalb von 24 Stunden - der schwerste Einzeltag seit Kriegsbeginn. Über Nacht traf eine iranische Drohne das Oracle-Bürogebäude in Dubai. Iran begründete den Angriff mit dem versuchten Mordanschlag auf Ex-Außenminister Kamal Kharazi, der schwer verletzt wurde, seine Frau getötet. Die IRGC setzte 18 US-Tech-Konzerne auf ihre Zielliste für weitere Anschläge - darunter Palantir, Meta, Google und Microsoft.

Ben Gvir feiert Todesstrafe für Palästinenser mit Champagner (30. März 2026)

Die Knesset hat die Todesstrafe für Palästinenser eingeführt, die wegen Terror verurteilt werden - vollstreckt durch Erhängen, ohne Begnadigungsmöglichkeit. Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir beging die Abstimmung unmittelbar danach mit Champagner vor dem Parlamentsgebäude. Sein Kommentar: "Soon we will count them one by one." Videoaufnahmen kursieren auf mehreren Plattformen. Spanien, die EU und der Golfkooperationsrat verurteilten die Entscheidung. In westlichen Leitmedien blieb das Thema weitgehend unbeachtet.

China warnt Israel vor Nukleareinsatz - Peking meldet sich klar (01. April 2026)

Victor Zhikai Gao - Vizepräsident des Center for China and Globalization, ehemaliger Dolmetscher Deng Xiaopings und informelles außenpolitisches Sprachrohr Pekings - sagte direkt: "If Israel uses a nuclear warhead against any other country, including Iran, it will be the demise of Israel as a country." Gleichzeitig forderte Pekings Außenministerium den sofortigen Abzug Israels aus dem Libanon: "Lebanon must not become another Gaza." Wenn Lavrov die diplomatische Sprache ist, ist Gao Chinas Medwedew.

Russland erklärt Luhansk vollständig eingenommen (01. April 2026)

Russlands Verteidigungsministerium erklärte am 01. April die vollständige Kontrolle über die Oblast Luhansk - inklusive der letzten 0,2% ukrainisch gehaltenen Territoriums. Kreml-Sprecher Peskov forderte den ukrainischen Rückzug aus dem Donbas. Selenskyj schlug zu Ostern einen Waffenstillstand vor - Russland antwortete mit 339 Shaheds in einer Nacht. Die Verhandlungen mit Witkoff und Kushner stagnieren, überlagert vom Iran-Krieg. Ukraine traf derweil fünfmal in zehn Tagen den russischen Ölexporthafen Ust-Luga - nach Reuters-Berechnungen liegen mindestens 40% der russischen Ölexportkapazität lahm.

Liberation Day - ein Jahr Zölle, kein Produktionsboom (02. April 2026)

Vor einem Jahr erklärte Trump den 02. April zum "Liberation Day" und verhängte die höchsten US-Zölle seit 1909. Bilanz nach zwölf Monaten: 89.000 Fertigungsarbeitsplätze weniger als bei Einführung der Zölle, Handelsdefizit gestiegen, Teile der Zölle vom Supreme Court gekippt, rund 166 Milliarden Dollar müssen erstattet werden. Gleichzeitig treibt der Iran-Krieg den Ölpreis auf über 109 Dollar - was jeden Inflationsgewinn durch Zölle konterkariert. Ökonomen warnen vor dem Einsetzen des vollen Preisdrucks zwischen April und Oktober 2026.

Rotem Chemicals getroffen - Weißphosphor-Lieferant der US-Armee (25. März 2026)

Iran traf die Rotem Chemicals-Anlage (ICL Rotem) im israelischen Negev. Geolocalisierte Videoanalysen von Al-Araby TV bestätigen den Treffer. ICL Rotem ist laut US-Beschaffungsdaten der einzige Lieferant von Weißphosphor für die US-Armee - eingesetzt in 155mm-Artilleriegranaten. Derselbe Stoff wurde von der israelischen Armee zuletzt im März 2026 im Südlibanon eingesetzt, was Human Rights Watch dokumentierte. Iran hat damit nicht eine Fabrik getroffen - Iran hat die Versorgungskette eines umstrittenen Kampfmittels unterbrochen.

Hormuz-Mautsystem formal beschlossen (31. März 2026)

Das iranische Parlament hat das Mautsystem für die Straße von Hormuz formal beschlossen. Die IRGC kassiert bereits - in chinesischen Yuan. Tanker werden durch einen engen Korridor in iranischen Hoheitsgewässern zwischen Qeshm und Larak gelotst, direkt vor dem Marinestützpunkt Bandar Abbas. Preis pro Tanker: bis zu 2 Millionen Dollar. Lloyd's List bestätigt mindestens 25 Schiffe auf dieser Route. Vor Kriegsbeginn passierten täglich 110 Schiffe die Straße. Heute: weniger als 10.

Großes UK-Treffen: 40 Länder für Hormuz-Öffnung - USA nicht dabei (02.–03. April 2026)

Das Vereinigte Königreich leitete virtuelle Gespräche mit rund 40 Ländern über die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz. Die USA nahmen nicht teil. Frankreichs Präsident Macron nannte den von Trump vorgeschlagenen Einsatz militärischer Gewalt zur Hormuz-Öffnung "unrealistisch". Der GCC-Generalsekretär forderte den UN-Sicherheitsrat auf, "alle notwendigen Maßnahmen" zum Schutz der Meerenge zu autorisieren. Spanien, Frankreich und Italien haben US-Militäroperationen eingeschränkt: Luftraumschließungen, verweigerter Basenzugang, limitierte Logistik.

Im Fokus

1. Iran greift die Architektur an - nicht die Ziele

In Woche sechs des Krieges hat sich ein Muster herausgeschält, das in der westlichen Berichterstattung kaum Raum bekommt: Iran zielt nicht mehr primär auf Städte, Truppenlager oder symbolische Ziele. Iran zielt auf die Infrastruktur der Kriegsführung selbst.

Der Abschuss der F-15E am 03. April - bestätigt durch US-Militär und Satellitendaten - wäre allein schon eine Meldung. Zusammen mit dem ebenfalls am selben Tag abgeschossenen A-10 Thunderbolt II ergibt sich ein anderes Bild: Zwei US-Kampfjets in 24 Stunden, zu einem Zeitpunkt, an dem die USA "totale Luftüberlegenheit" beanspruchen. Der vermisste WSO wurde am 05. April nach schweren Kämpfen geborgen - ein Bergungseinsatz, der selbst zu einem Gefecht wurde.

Den analytisch wichtigsten Treffer gab es jedoch bereits am 27. März: Ein E-3 Sentry AWACS wurde auf dem Prince Sultan Air Base in Saudi-Arabien zerstört. Satellitendarstellungen, ausgewertet von CNN und Airbus, zeigen das ausgebrannte Wrack. Das AWACS-System überwacht bis zu 300.000 Quadratkilometer Luftraum simultan, koordiniert Kampfverbände und ist das Führungs- und Aufklärungszentrum moderner US-Luftkriegsführung. Kein taktischer Schaden. Ein strategischer Treffer auf die Kommandoarchitektur.

Dazu kommt Rotem Chemicals: Iran traf die ICL Rotem-Anlage im Negev, wie geolocalisierte Videoanalyse belegt. Rotem ist - laut US-Beschaffungsdaten - der einzige Lieferant von Weißphosphor für die US-Armee. Bereits zuvor hatte Iran die Elta-Radarfabrik getroffen, die Israels Aufklärungssysteme beliefert.

Das Muster: Radar. Aufklärung. Kommando. Munitionsproduktion. Iran hat in fünf Wochen mit einem Bruchteil seiner ursprünglichen Raketenkapazität - laut US-Angaben 86% weniger Raketenstarts als zu Kriegsbeginn - die Architektur der US-amerikanisch-israelischen Kriegsführung systematisch bearbeitet. Das ist kein Erschöpfungskrieg. Das ist Präzision.

Welche Konsequenzen dieser Ansatz für die verbleibenden Wochen des Krieges hat - und was er über Irans tatsächliche Restkapazitäten aussagt - analysiere ich in meinem aktuellen Iran-Update:

Update: USA und Israel greifen Iran an - 05. April 2026
Update: USA und Israel greifen Iran an - 01. April 2026

Fragen:

  • Wenn Iran mit 10% seiner ursprünglichen Schlagkraft AWACS-Flugzeuge und Munitionsfabriken trifft - was könnte es mit den verbleibenden 90% tun?
  • Warum wird der Abschuss zweier US-Kampfjets in 24 Stunden nicht als Widerlegung der behaupteten Luftüberlegenheit diskutiert?
  • Welches Signal sendet die Bergungsoperation, die selbst zum Gefecht wurde, über die tatsächliche Kontrolle des Luftraums über Iran?

2. Erdogan, PKK und die NATO-interne Konfrontation

Am 29. März 2026 hat Erdogan eine rote Linie gezogen. Nicht diplomatisch verklausuliert. Direkt. Sollten kurdische Milizen - konkret die PJAK, Schwesterorganisation der PKK - als US-gesteuerte Proxy-Bodentruppen gegen Iran eingesetzt werden, marschiert die Türkei auf Irans Seite ein. Trump wurde persönlich am Telefon konfrontiert. Der PKK/PJAK-Plan wurde daraufhin offenbar fallen gelassen.

Das ist ohne Präzedenz im laufenden Krieg. Der zweitgrößte Militär der NATO stellt sich offen gegen eine US-Militäroperation - und zieht damit eine Grenze, die Washington nicht ignorieren kann.

Der Hintergrund ist vielschichtig: Ankara befindet sich im empfindlichsten Moment eines Jahrzehnte alten Friedensprozesses mit der PKK. PKK-Gründer Öcalan hat seine Organisation zur Auflösung aufgerufen - ein historischer Moment. Ein von Washington gesteuerter PJAK-Aufstand im Iran würde diesen Prozess mit einem Schlag zunichte machen, Iran-nahe Kurdenmilizen entlang der türkischen Grenze stärken und Ankara in eine unmögliche Lage bringen. Das ist für Erdogan eine existenzielle rote Linie.

Gleichzeitig häufen sich Raketeneinschläge in türkischem Gebiet - vier bestätigte Treffer seit Kriegsbeginn. Ankara hat öffentlich Zweifel am offiziellen Narrativ geäußert, dass Iran dafür verantwortlich sei. Die Türkei beobachtet. Sie positioniert sich. Und sie hat klargemacht, dass sie sich die Option eines eigenständigen Kurses offenhält.

Was das für die NATO-Architektur bedeutet und wer die Türkei wirklich ist - strategisch, militärisch, geopolitisch - habe ich im März analysiert, als eine abgefangene Rakete über türkischem Territorium noch als Randnotiz behandelt wurde:

Türkei 2026 - Die Macht, die niemand benennen will

Fragen:

  • Welche NATO ist noch handlungsfähig, wenn ihr zweitgrößter Militär mit Kriegseintritt auf der Gegenseite droht?
  • Warum hat Washington den PKK/PJAK-Plan fallen gelassen - und was sagt das über die tatsächliche Entscheidungsfreiheit der USA in dieser Region?
  • Ist Erdogans Drohung Verhandlungsmasse - oder eine echte strategische Linie?

3. 1,5 Billionen Dollar und das Rubio-Problem

Am 01. April sagte US-Außenminister Marco Rubio in einem Interview: "Imagine an Iranian regime who, instead of spending billions of dollars supporting terrorist groups and building up all these weapons, had invested that money into Iran, for the people of Iran, so they wouldn't have water shortages, so their economies would provide opportunities for an incredible people."

Zwei Tage später, am 03. April, veröffentlichte das Weiße Haus Trumps Haushaltsantrag für das Fiskaljahr 2027: 1,5 Billionen Dollar für Verteidigung - ein Plus von 44% gegenüber dem Vorjahr, der größte Rüstungshaushalt in der Geschichte der USA. Gleichzeitig: 10% Kürzung bei allen zivilen Ausgaben, Streichungen bei Gesundheitsforschung, Bildung, Wohnungsbau und Sozialprogrammen. Trump selbst erklärte auf einer privaten Veranstaltung: "We're fighting wars. We can't take care of day care."

Der Widerspruch ist direkt. Rubio kritisiert Iran für genau das, was Trump am selben Wochenende als US-Haushaltspolitik ankündigt: Militär vor Menschen. Nur dass das Budget, das Trump beantragt, größer ist als das Militärbudget der nächsten zehn Länder zusammen - und parallel dazu läuft eine Rentenkürzungsdebatte, eine Gesundheitsversorgungskrise und ein Krieg, dessen Kosten das Pentagon mit zusätzlichen 200 Milliarden Dollar extra veranschlagt hat.

Hinzu kommt die NATO-Dimension: Trump nennt das Bündnis einen "paper tiger" und erwägt öffentlich den Austritt - weil Verbündete sich nicht am Iran-Krieg beteiligen. Gleichzeitig verlangt er von diesen Verbündeten, militärisch in die Straße von Hormuz einzugreifen, und droht, die Ukraine-Waffenlieferungen zu stoppen, wenn Europa nicht mitmacht. Zehn europäische Staats- und Regierungschefs trafen sich dieser Tage im Mannerheim-Haus in Helsinki zu einem nicht öffentlichen Krisentreffen. Spanien, Frankreich und Italien haben US-Militäroperationen eingeschränkt - Luftraumschließungen, verweigerter Basenzugang.

Das Narrativ, das sich hier abzeichnet, ist kein Bündnis mehr. Es ist ein amerikanischer Unilateralismus mit NATO-Etikett - finanziert durch die größte Militärausgabe der US-Geschichte, während Rubio Iran erklärt, wie man ein Land richtig regiert.

Was Narrative mit Kriegen zu tun haben - und wie sie vorbereitet werden, bevor der erste Schuss fällt - hat Patrik Baab im Gespräch mit mir analysiert:

Nichts ist so gut vorbereitet wie ein plötzlich ausbrechender Krieg

Fragen:

  • Wer kontrolliert eine Militärmacht, die größer ist als alle anderen zusammen und keine Bündnisverpflichtungen mehr anerkennt?
  • Ist Trumps NATO-Kritik eine Verhandlungsstrategie - oder der erste Schritt zu einer neuen globalen Sicherheitsarchitektur ohne europäische Stimme?
  • Welche Antwort hat Europa, wenn Washington gleichzeitig Schutz verweigert und militärische Gefolgschaft fordert?

4. Europa rüstet auf - und kann es nicht

Während der Iran-Krieg die Weltmärkte erschüttert, läuft im Hintergrund ein Prozess, der in der Berichterstattung kaum Raum bekommt: Die Europäische Union treibt Programme zur Rüstungskoordination, gemeinsamen Beschaffung und Munitionsproduktion mit bisher nicht dagewesener Intensität voran. Die Worte Kriegswirtschaft und Zeitenwende sind längst keine Ausnahmevokabular mehr. Sie sind Planungsgrundlage.

Gleichzeitig zeigt ein nüchterner Blick auf die militärische Realität eine erhebliche Lücke zwischen politischer Rhetorik und operativer Fähigkeit. Deutschland ist nach Militärausgaben mittlerweile auf Platz 4 weltweit - und hat Munition für etwa zweieinhalb Tage intensiver Kampfführung. Die Einsatzquote bei Panzern und Luftabwehrsystemen liegt je nach System bei 50 bis 60%. Die Eurofighter-Flotte lässt sich rund vier bis viereinhalb Mal vollständig aufmunitionieren - dann ist das Magazin leer. Milliarden sind geflossen. Die Durchhaltefähigkeit ist nicht entstanden.

Zeitgleich verändert sich die strategische Lage in Ostasien still und ohne Schlagzeilen. Seit dem 28. Februar 2026 - dem Tag der ersten US-israelischen Angriffe auf Iran - hat China kein einziges Militärflugzeug mehr in Taiwans Luftverteidigungszone geschickt. Sechs Wochen Stille dort, wo zuvor täglich etwas los war. Das ist keine Entspannung. Das ist Kalkül. Während die USA im Persischen Golf Munition verbrauchen, Waffenlieferungen an Taiwan verzögern und militärische Aufmerksamkeit binden, baut China seine Optionen aus - ohne einen Schuss abzufeuern.

Wie Europa und Deutschland in diese Lage geraten sind, und was die Zahlen hinter den Schlagzeilen wirklich bedeuten, habe ich in drei Analysen untersucht:

Spannungsfall 2026 - Wie die deutsche Industrie auf Kriegswirtschaft vorbereitet wird Kriegstüchtig auf dem Papier, Siegfähig in der Planung

„Siegfähig"

China - Das stille Manöver

Fragen:

  • Wie glaubwürdig ist europäische Abschreckung, wenn die Munitionslager für Tage reichen?
  • Warum hält China seine Militärübungen gegen Taiwan zurück - genau dann, wenn die USA am stärksten gebunden sind?
  • Was bedeutet es, wenn Europa gleichzeitig aufrüstet und auf US-Schutz angewiesen bleibt - in einem Moment, in dem Washington diesen Schutz als Verhandlungsmasse einsetzt?

+++

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik - jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com ,bei Substack unter https://michaelhollister.substack.comsowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

Quellenliste

Iran-Krieg - Militärische Entwicklungen

Iran-Krieg - Diplomatie und Eskalation

Iran-Krieg - Humanitäre Lage und Völkerrecht

NATO und Europa

US-Haushalt und Wirtschaft

Ukraine/Russland

Eigene Analysen

(Auszug von RSS-Feed)

Warum die Straße von Hormus für die globalistische Linke existenziell wichtig ist

28. März 2026 um 16:30

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Die energiepolitische Lage Europas spitzt sich vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen weiter zu. Kritiker sehen die Ursachen dafür in einer langfristig angelegten Politik der Abhängigkeit, getragen von Klimazielen, Globalisierung und dem Verzicht auf eigene Ressourcenförderung. Besonders die strategische Bedeutung der Straße von Hormus rückt dabei in den Fokus. Eine mögliche Blockade dieser zentralen Energieader könnte die fragile Versorgungslage der Europäischen Union dramatisch verschärfen und bestehende strukturelle Schwächen offenlegen.

Gastbeitrag von Tom Stahl

Die „globalistische Linke“ (EU-Kommission unter von der Leyen, SPD/Grüne, Macron, Sánchez, Borrell & Co.) hat seit Jahrzehnten eine Ideologie gebaut, die auf drei Säulen ruht:
1. Green Deal / Net Zero 2050
2. Globalisierung und „Wandel durch Handel“
3. Ablehnung jeder eigenen fossilen Förderung als „klimaschädlich“ und „imperialistisch“

Genau deshalb ist eine geschlossene Straße von Hormus für sie ein Albtraum. Sie haben Europa bewusst importabhängig gemacht – und jetzt droht der System-Kollaps. Nichts ist für diese Leute und ihre Ideologie verheerender, als wenn diese Straße von Hormus als „Energielieferant“ ausfällt, und ich bin sicher, Trump hat das gewusst!

Die linksideologische EU ist abhängig von der Straße von Hormus, weil 20–25 % des weltweiten Öl- und LNG-Handels durch diese nur etwas über zwei Meilen pro Fahrtrichtung breite schiffbare Meerenge laufen – rund 20 Millionen Barrel Öl und 112 Milliarden Kubikmeter LNG pro Jahr, vor allem aus Katar und den VAE. Direkt importiert die EU zwar wenig aus dem Golf (Öl nur 6 %, Katar-LNG 6–9 %), doch der globale Markt hängt untrennbar zusammen. Seit dem Russland-Boykott ist Pipeline-Gas von 40 % auf unter 13 % gesunken und soll bis 2027 ganz wegfallen – Europa braucht nun dringend LNG-Schiffe, und Katar-LNG muss zwingend durch Hormus.

Ohne diese Route fehlt jede realistische Alternative in ausreichender Menge. Die Gasspeicher liegen aktuell bei nur 20–30 % (statt 41 % im Fünfjahresdurchschnitt), für den nächsten Winter fehlen normalerweise 180 zusätzliche Tanker, die jetzt blockiert oder extrem teuer sind. Die Preise stehen bereits auf dem höchsten Stand seit 2023 – bei kaltem Winter drohen Rationierung, Industrie-Stopp und Blackouts. Ohne Hormus und ohne russisches Gas übersteht die EU den Winter 2026/27 nicht. Deshalb drängen linke Politiker wie Steinmeier, von der Leyen oder Macron panisch auf „Deeskalation“ und „Dialog“ – genau wie 1979 es die linken Studenten taten.

Schon zu Beginn seiner zweiten Amtszeit konnte der aufmerksame Beobachter Präsident Trumps Plan bereits erahnen. Es war der Moment, in dem er den Satz „Drill, Baby, Drill“ aussprach.

Im ach so grünen Europa schlugen die Klima-Aktivisten bei diesen Worten entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen – in der irrigen Annahme, es gehe lediglich um Energiepolitik. In Wahrheit bildete dieser Satz einen Grundpfeiler für eine bessere Welt: den Pfeiler der Freiheit. Es ging um Unabhängigkeit – genauer gesagt: um Energieunabhängigkeit.

Denn nur wer über ausreichend eigene Energie verfügt, kann sich wirksam einem fanatischen Gegner entgegenstellen – einer etwa eine Million Mann starken Armee von Glaubenskriegern, die sich seit Jahrzehnten darauf vorbereitet hat, nicht nur Israel zu vernichten, sondern langfristig den gesamten Westen anzugreifen.

Die jüngst abgefeuerten Mittelstreckenraketen, die bis nach Berlin reichen können, machen es überdeutlich! Einen solchen Feldzug kann man nur führen, wenn man die nötige Energie besitzt – und sich nicht, wie weite Teile Europas, energiepolitisch völlig abhängig gemacht hat.

Die USA unter Trump haben diese Abhängigkeit nicht: Mit „Drill Baby Drill“ wurde 2025/26 eine Rekord-Ölproduktion von über 13,8 Millionen Barrel pro Tag erreicht (höchster Wert aller Zeiten), Hunderte Millionen Acres neuer Förderflächen freigegeben und 6000 neue Bohrgenehmigungen erteilt (55 % mehr als unter Biden). Die USA sind wieder Netto-Exporteur von Öl und Gas und brauchen nur 2 % ihres Verbrauchs über Hormus. Amerika versorgt sich selbst, exportiert sogar nach Europa, und im Grunde könnten ihnen die Mullah-Blockaden egal sein, allerdings steht Trump zu seinen Verbündeten im Nahen Osten und wird in deren Interesse hier weiter tätig werden.

Deutschland könnte eigentlich auch eine Energie-Unabhängigkeit schaffen, tut es aber ideologisch nicht: Es gibt riesige Schiefergas-Reserven (380–2340 Milliarden Kubikmeter technisch gewinnbar, genug für 5–20 Jahre Verbrauch), noch immer große Braunkohle-Vorkommen und etwas konventionelles Öl/Gas. Trotzdem: Fracking-Verbot seit 2017 (ein bürokratischer Witz), Kernkraft abgeschaltet, Kohle-Ausstieg bis 2038, Energiewende-Dogma der Grünen und SPD („Fossile sind böse, Importe sind klimaneutraler“). Ergebnis: 95–98 % von Gas und Öl müssen importiert werden. Die Grünen nennen das „strategische Diversifikation“ – in Wahrheit ist es ideologische Selbstkastration. Selbst bei explodierenden Preisen wird nicht über eigene Förderung geredet, sondern auf „mehr Erneuerbare“ und „Dialog mit dem Iran“ gesetzt.


Eigentlich sollte nun jedem in der EU klar werden, dass es „unser“ Krieg ist, auch wenn wir diesen sicher nicht wollten und dass das Terrorregime im Iran unsere wirtschaftliche Existenz nun in großen Teilen bedroht. Eigentlich sollte dem linken Europa bewusst werden, dass es diesen Krieg mit seinem Handeln in der Vergangenheit selbst mit geschaffen hat und das Monster Mullah-Regime erst ermöglicht hat. Doch statt Verantwortung zu übernehmen, ins Handeln zu kommen und unseren engsten Verbündeten nun auch militärisch beizustehen, wartet man weinerlich darauf, dass Trump scheitert – um dann eine Ausrede für das eigene Scheitern zu haben.

Doch das wird nicht passieren. Amerika und Israel werden ihre Ziele erreichen: mit Stärke und Entschlossenheit die Freiheit und die Werte der westlichen Demokratie verteidigen. Gerne möchte ich auf etwas hinweisen, das in der aktuellen Berichterstattung auffallend untergeht: Die USA führen diesen Konflikt im Kern mit Technologie aus den 1980er Jahren. Abgesehen von wenigen Ausnahmen – wie dem F-35, dessen Grundkonzept bereits in den frühen 1990er Jahren entstand, oder den modernisierten Katapulten auf der USS Gerald R. Ford – ist nahezu alles, was wir derzeit zu sehen bekommen, im Wesentlichen „alte Ware“.

Glaubt ernsthaft jemand, die Vereinigten Staaten hätten vier Jahrzehnte lang die Hände in den Schoß gelegt und die Entwicklung wirklich neuer Waffensysteme einfach eingestellt?

Wer über wahre Stärke verfügt, muss sie nicht in YouTube-Videos zur Schau stellen und der Welt beweisen, wer der stärkste Akteur im Raum ist. Genau darin liegt jedoch ein zentrales Problem unserer Zeit: Viele Analysten, Journalisten und große Teile der Öffentlichkeit sind in dieser „Video-Welt“ gefangen – einer Sphäre, die mit der tatsächlichen militärischen Realität kaum mehr etwas zu tun hat.

Präsident Trump wusste, dass er nur zwei Jahre Zeit hat, die Welt zu einem besseren Ort zu machen – aus amerikanischer Sicht, die sich von der europäischen fundamental unterscheidet. Zu Beginn seiner zweiten Präsidentschaft sagte er einmal: „Ich war der Gejagte, nun bin ich der Jäger.“ Kurz darauf benannte er sein Verteidigungsministerium in Kriegsministerium um.

Seitdem nimmt er in meiner Wahrnehmung all jene aus dem Weltgeschehen, die ihm und den amerikanischen Interessen nicht freundlich gesinnt sind. Angefangen bei der Hamas, dann traf es Maduro – in Venezuela ist man inzwischen recht USA-wirtschaftsfreundlich. Kuba wird sich in Kürze ohne große Waffengewalt wieder an die USA annähern. Die Bedrohung durch das Mullah-Regime wird eliminiert werden.

Und wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, dürfte es da „wahrscheinlich“ noch einen besonderen Gegner geben: Während seiner ersten Amtszeit (2017–2021) und besonders im Vorfeld seiner Wiederwahl 2024 haben große Teile der EU – von den politischen Eliten über die Medien bis hin zu den bürokratischen Strukturen – aktiv gegen ihn gearbeitet: durch offene Kritik, die Unterstützung seiner Gegner, Sanktionsdrohungen und den Versuch, seine Rückkehr ins Weiße Haus zu verhindern. Hinzu kommt der anhaltende Zensurdruck der EU-Bürokratie auf amerikanische Tech-Konzerne (wie Meta, Google und X), der unter Trump als direkter Angriff auf US-Interessen und die freie Meinungsäußerung gewertet wird.

Zu den Gegnern zählen ideologisch linke EU-Führungsfiguren, die er als Teil eines antiamerikanischen Establishments sieht, sowie – in einem „hypothetischen Szenario“ politischer Neuordnung – ein in Washington eher unbeliebter ukrainischer Präsident und dessen Umfeld. Beides dürfte in der Trump-Administration als dringend veränderungsbedürftig betrachtet werden, nicht nur, weil es ihm persönlich geschadet hat, sondern auch, weil fundamentale US-Interessen behindert werden.

Ein solches Vorgehen hätte Präsident Trump jedoch dem transatlantischen Kern beider US-Parteien im Kongress nicht ohne stichhaltigen Grund verkaufen können. Genau diesen Grund haben die „Verbündeten“ nun selbst geliefert: Sie weigern sich, sich an der Verteidigung der Straße von Hormus und der Sicherung ihrer EIGENEN Energieinteressen zu beteiligen.

Wie erwähnt: Trump wusste, dass die Straße von Hormus geschlossen wird, und er hat es geschehen lassen … Ist das sein Plan, ein Plan, der ohne Zweifel sehr riskant ist, und gelingt dieser, wird er in der Tat als der „Friedenspräsident“ in die Geschichte eingehen. Dann hat er jeden Krieg beendet!

Aus amerikanischer Sicht ist der Iran-Krieg (Operation Epic Fury) ein klarer Gewinn: Er löst einen massiven Boom in der Rüstungsindustrie aus, weil Milliarden – potenziell Hunderte Milliarden – in die Wiederauffüllung und Erweiterung verbrauchter Waffen und Munition fließen und so letztlich in die gesamte Wirtschaft sickern. Gleichzeitig stärkt der Konflikt den US-Dollar erheblich: Der Dollar-Index (DXY) ist seit Kriegsbeginn Ende Februar 2026 von Tiefs um 96–97 Punkte auf 99,5–100,5 (Mitte März) gestiegen, zeitweise sogar über 100 – ein Plus von mehr als 5 % seit den Jahrestiefs.

Höhere Energiepreise durch die Hormus-Blockade machen den Dollar als sicheren Hafen noch attraktiver und lassen US-Öl- und Gas-Exporteure kräftig verdienen. Als weltgrößter Netto-Exporteur und Selbstversorger profitiert Amerika doppelt: Die Rüstung boomt, der Dollar gewinnt an Wert und die Energieexporte bringen Rekordeinnahmen – während Europa und seine linke Politik an der eigenen Ideologie krachend scheitern.

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Fünf Schritte, um den Krieg im Nahen Osten zu beenden


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Wenn dieser Krieg nicht bald gestoppt wird, könnte er leicht zu einem globalen Flächenbrand, praktisch zu einem Dritten Weltkrieg, eskalieren.

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