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Eisfreie Arktis? Wie der Mainstream die Apokalypse stetig nach hinten verschiebt

02. Juni 2026 um 14:00

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Der deutsche Mainstream liebt Horrorgeschichten zum Klimawandel. Eine angeblich „bald eisfreie Arktis“ gehört dabei zu den Lieblingsthemen. Je dramatischer die Headline, desto besser. Doch am Ende wollen all diese „Prognosen“ und Warnungen einfach nicht eintreten. Die Mainstream-Redaktionen machen sich mit dieser Klimawahn-Propaganda nur selbst unglaubwürdig.

Immer wieder haben die Mainstreammedien unkritisch über Prognosen von Wissenschaftlern berichtet, die einen eisfreien arktischen Sommer in sehr naher Zukunft voraussagten – und immer wieder wurden diese Zieldaten nach hinten verschoben. Wissenschaftler sagten 2007 voraus, dass die arktischen Sommer schon 2013 eisfrei sein könnten; 2011 erwarteten sie, das sommerliche Meereis werde wahrscheinlich 2016 verschwunden sein. Das Muster des Datums-Verschiebens ist dabei ein wesentliches Charakteristikum der Klimawahn-Berichterstattung.

Welle Nummer 1

Das Rekordjahr 2007, in dem das arktische Sommereis auf damals historisch niedrige 4,14 Millionen Quadratkilometer an Fläche schrumpfte, löste eine intensive Berichtswelle aus. Die Online-Ausgabe von „Die Welt“ meldete beispielsweise im Jahr 2007, dass ein Team internationaler Klimawissenschaftler und Forscher bei der NASA behauptet hatte, die Arktis werde bereits im Sommer 2013 eisfrei sein. Dem Bericht zufolge stellte der Klimaexperte Wieslaw Maslowski von der Naval Postgraduate School (nicht NASA) diese Behauptung bei einem Treffen der American Geophysical Union auf. Doch im gesamten Artikel findet sich keine kritische Auseinandersetzung mit diesen Behauptungen, oder zumindest einfach nur ein paar konträre Stimmen.

Am 27. Juni 2008 verwies der „Spiegel“ auf Wissenschaftler, als er berichtete, dass die Arktis „mit brutaler Geschwindigkeit abschmilzt“. Das Wochenmagazin zitierte auch den Forscher Olav Orheim vom Norwegian Research Council. Bereits in der Einleitung des Artikels heißt es dramatisch: „Es ist eine Katastrophe mit Vorankündigung.“ Doch selbst die vom Magazin zitierten Wissenschaftler sprechen nur von Wahrscheinlichkeiten, nicht von Sicherheiten. Dies hielt die „Spiegel“-Redakteure jedoch nicht davon ab, daraus ein Klima-Drama zu machen, indem sie in diesem Artikel behaupteten: „Eines scheint immerhin klar zu sein: Die große Schmelze im hohen Norden findet in einem brutalen Tempo statt, viel schneller als vom Weltklimarat IPCC vorhergesagt“. Doch auch hier gibt es (siehe auch den Tweet unten) bis heute keine Katastrophe.

Welle Nummer 2

Das September-Minimum 2012 (3,4 Millionen Quadratkilometer) war ein neuer Rekord und entfachte erneut eine intensive und weiterhin sehr einseitige Berichterstattung. Der Sender „ntv“ nutzte dies beispielsweise nicht nur für einen Bericht über eine Studie, wonach die Arktis vor einigen Millionen Jahren (übrigens auch ganz ohne Menschheit) eisfrei war. Mehr noch wurde die Aussage einer US-Forscherin eingebaut, wonach die Erde „auf geringe Veränderungen des CO2-Gehalts stärker“ reagiere, als es „in früheren Klima-Modellen vorhergesagt“ worden sei. Eine starke Behauptung, zumal weiterhin Unmengen an CO2 in die Atmosphäre gepumpt werden – und das globale Klima trotzdem nicht so reagiert, wie es die Klimawahn-Wissenschaftler ständig von sich geben.

Das Wochenblatt „Die Zeit“ lieferte damals mit der alarmistischen Headline „Die Eisschmelze in der Arktis ist weiter auf Rekordkurs“ ein Interview mit dem Klimaforscher Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Dabei handelt es sich übrigens um jene Institution, die kürzlich erst ein übertriebenes Klimawahnpapier wieder wegen gravierender Mängel zurückziehen musste. Und auch in diesem Interview gab es keine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema.

Welle Nummer 3

Die dritte Welle an solchen Klimakatastrophen-Meldungen in Bezug auf die Arktis folgte ab dem Jahr 2019. Das Wissenschaftsportal „Scinexx“ beispielsweise warnte davor, dass laut „neuen Klimaprognosen“ der Nordpol noch vor dem Jahr 2030, „vielleicht sogar schon im Jahr 2027“, komplett eisfrei sein könnte. Auch hierfür wurden Wissenschaftler und eine Studie zitiert, die offensichtlich ganz im Sinne der permanenten Klima-Panikmache agieren. Das Jahr 2027 scheint zumindest aus heutiger Sicht schon einmal nicht als Kandidat für die völlige Eisfreiheit im hohen Norden infragezukommen.

Das Portal „wetter.de“ erdreistete sich im Jahr 2023 sogar, eine ganz fatalistische Headline zu nutzen: „Nicht mehr aufzuhalten: Arktisches Meereis ist ab 2030 verloren“ (mit der Anmerkung: „Trotz CO2-Einsparungen – da geht nichts mehr“). Dabei berief man sich auf eine Studie, „die noch pessimistischer ist als die Prognosen des Weltklimarats“. Ach, wenn die Wissenschaftler und Redakteure dort nur damals schon gewusst hätten, dass die IPCC-Wissenschaftler die angeblich unausweichliche Klimakatastrophe (zumindest vorerst) schon abgeblasen haben. Denn auch bei „wetter.de“ wird behauptet, dass der Nordpol bereits in wenigen Jahren im Sommer eisfrei sein werde. Wie stehen die Wetten, dass auch diese Meldung in Bälde zu einem Medien- und Wissenschaftsfail erklärt wird?

Der mediale Mainstream in Deutschland (aber auch in Österreich) macht sich gerne zum Sprachrohr der Klimasekte. Man berichtet unkritisch über alarmistische Studien, ohne sich für die tatsächlichen Fakten zu interessieren. Hauptsache, die jeweiligen Studien und Meldungen passen zu den vorherrschenden Narrativen über den angeblich drohenden „Klimakollaps“. Die modernen „Zeugen Klimatas“ warnen alle Jahre wieder vor dem baldigen Armageddon, nur um dann eben ein neues zukünftiges Datum festzulegen, an dem es geschehen soll – weil die ursprüngliche Behauptung nicht eintreffen wollte. Doch das ist weder eine seriöse Wissenschaft, noch eine seriöse journalistische Berichterstattung, sondern einfach nur klimareligiöses Wunschdenken.

(Auszug von RSS-Feed)

Selbst die DNA von einzelligen Plankton-Organismen kann die alarmierenden Behauptungen zum Abschmelzen des arktischen Meereises widerlegen

27. Mai 2026 um 12:00

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Kenneth Richard

Neue Forschungsergebnisse auf der Grundlage der DNA der Dinoflagellatenart „Polarella glacialis“ deuten darauf hin, dass die untersuchte arktische Region (das Yermak-Plateau) vor 14.000 Jahren, als die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre schätzungsweise bei 230 ppm lag, das ganze Jahr über eisfrei war.

„Vor etwa 14,0–13,9 kal. kyr BP gab es einen kurzlebigen, ganzjährig eisfreien, offenen Ozean.“

Während des frühen bis mittleren Holozäns (vor 10.000 bis 4.000 Jahren) war das arktische Meereis saisonal und bestand überwiegend aus Erstjahres-Eis, das die sommerliche Schmelzsaison nicht überdauerte.

„Das holozäne Yermak-Plateau ist durch eine saisonale Meereisbedeckung gekennzeichnet, die hauptsächlich aus Einjahresmeereis bestehen könnte … einem großen Anteil an Einjahresmeereis im Gegensatz zu saisonal abgetriebenem mehrjährigen Meereis.“

Heute, bei 430 ppm CO₂, besteht das arktische Meereis zunehmend aus Einjahres-Eis, doch eine „Mehrjahres-Umgebung“ besteht weiterhin. Mehrjähriges Meereis hat mindestens eine sommerliche Schmelzsaison überstanden und wird über mehrere Jahre hinweg immer dicker.

Die derzeitige Phase ähnelt den Meereisbedingungen, die vor etwa 16.000 Jahren oder während der letzten Eiszeit vorherrschten.

„… eine marginale Meereisbedeckung vor ca. 16.000 Jahren [gekennzeichnet durch] Einjahresmeereis in einer Umgebung mit Mehrjahres-Meereis, eine Situation, die der heutigen nicht unähnlich ist.“

Wenn die Arktis bei einem CO₂-Gehalt von 230 ppm das ganze Jahr über eisfrei sein kann, bei einem CO₂-Gehalt von 430 ppm jedoch von mehrjährigem Eis dominiert wird, stützt dies nicht die alarmistischen Behauptungen, dass hohe CO₂-Konzentrationen für das verstärkte Abschmelzen des arktischen Meereises verantwortlich sind.

Quelle: Mayers et al., 2026

Link: https://notrickszone.com/2026/05/18/even-the-dna-of-single-celled-plankton-can-upend-alarmist-arctic-sea-ice-melt-claims/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Selbst die DNA von einzelligen Plankton-Organismen kann die alarmierenden Behauptungen zum Abschmelzen des arktischen Meereises widerlegen erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

(Auszug von RSS-Feed)

Wenn Antarktis-Schlagzeilen schneller dahin schwinden als das Eis

24. Mai 2026 um 12:10

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Anthony Watts, The Heartland Institute

So vorhersehbar wie der Sonnenaufgang ist es wieder einmal eine atemlose Schlagzeile, die davor warnt, dass die Schelfeis-Gebiete der Antarktis schneller schmelzen als gedacht, dass der Meeresspiegel unsere Küsten überfluten wird und dass Millionen Menschen eine Zukunft unter Wasser droht. Die jüngste Berichterstattung der Daily Mail über norwegische Forscher, die das Fimbulisen-Schelfeis untersuchen, ist ein Paradebeispiel dafür, wie seriöse und wirklich interessante Wissenschaft durch die Klimakatastrophen-Maschine der Medien gejagt wird, bis alle Nuancen vollständig zermahlen sind und nur noch Panikmache übrig bleibt.

Die Entdeckung tiefer Kanäle unter dem Schelfeis, die warme Meeresströmungen einfangen und das Schmelzen an der Basis beschleunigen, ist eine neue Erkenntnis und stellt seriöse wissenschaftliche Arbeit dar. Was jedoch nicht seriös ist, ist der Sprung von „Wir haben etwas entdeckt, über das wir noch nicht alles wussten“ zu „Der Meeresspiegel könnte bis 2150 um 30 Meter steigen“. Das ist keine Wissenschaft. Das ist Science-Fiction mit einem Briefkopf der Universität.

Was in den Medienberichten jedoch untergeht: Der Grund, warum wir erst jetzt von diesen Kanälen unter dem Eis und ihren Auswirkungen erfahren ist, dass wir erst vor kurzem die Technologie und Verfahren entwickelt haben, um die Verhältnisse unter den antarktischen Schelfeisen zu beobachten. Denken Sie einen Moment darüber nach. Wir sprechen hier von einer der abgelegensten, unzugänglichsten und lebensfeindlichsten Umgebungen auf dem Planeten. Die Hohlräume im Schelfeis, die diese Forscher untersuchen, befinden sich unter Hunderten von Metern Eis, in Gewässern, die außerordentlich schwer zu instrumentieren, zu überwachen oder direkt zu beproben sind. Die Fallstudie zum Fimbulisen-Schelfeis stützte sich auf eine Kombination aus detaillierter topografischer Kartierung und Computermodellierung, nicht auf jahrzehntelange direkte Beobachtungsdaten, um ihre Schlussfolgerungen zu ziehen.

Dies ist eine Tatsache, welche die Daily Mail völlig übersehen hat, und sie hat enorme Auswirkungen darauf, als wie sicher wir diese Prognosen akzeptieren sollten. Wenn ein Wissenschaftler sagt, er habe einen Prozess entdeckt, von dessen Existenz er zuvor nichts wusste, und im gleichen Atemzug mitteilt, er könne dessen Folgen bis ins Jahr 2300 vorhersagen, sollte man besorgt sein und dieser Behauptung skeptisch gegenüberstehen. Man sollte fragen: Wie kann man das Verhalten eines antarktischen Systems in ferner Zukunft mit Sicherheit vorhersagen, das man gerade erst zu beobachten begonnen hat?

Die tief in ihrer Berichterstattung verborgene ehrliche Antwort lautet: Das können sie nicht. Einer der Forscher, Dr. Hattermann, räumt ein, dass die Auswirkungen dieser neuen Entdeckung so ungewiss sind, dass wir einen Anstieg des Meeresspiegels um 30 Meter bis 2150 und um 50 Meter bis 2300 nicht „ausschließen“ können. Das ist eine bemerkenswerte Aussage. Die Aussage „kann nicht ausschließen“ ist keine wissenschaftliche Prognose; es ist eine so grobe Schätzung, dass sie wissenschaftlich bedeutungslos ist. Man kann auch nicht ausschließen, dass es nicht passieren wird. Aber schauen Sie sich an, welche Annahme die Schlagzeile prägt.

Die Geschichte der antarktischen Eisforschung im Besonderen ist eine Geschichte von Korrekturen, Neubewertungen und Überraschungen in beide Richtungen. Die Forscher wurden immer wieder von der Komplexität dieses Systems überrascht. Die Ostantarktis, in der sich der größte Teil des Eises des Kontinents befindet, galt lange Zeit als stabil und gewann oder verlor keine Masse, selbst als die Eisschilde in der Westantarktis und in Grönland schrumpften. Nun weist diese Studie auf das Fimbulisen-Schelfeis in der Ostantarktis als potenzielle Schwachstelle hin. Der westantarktische Eisschild stand jahrelang im Mittelpunkt der Besorgnis, bis Erkenntnisse auftauchten, die diese Projektionen erschwerten. Das Muster zwischen Wissenschaft und Medien wiederholt sich: Eine Krise wird angekündigt, die Modelle werden revidiert, die Krise wird in der Fachliteratur (wenn auch selten in der Presse) relativiert, und dann taucht eine neue Krise auf.

Die antarktische Glaziologie ist ein Fachgebiet, das sich wissenschaftlich gesehen noch in den Anfängen befindet, was die direkte Beobachtung der wichtigsten Prozesse angeht. Diese Sichtweise wird in der wissenschaftlichen Gemeinschaft weitgehend geteilt, da sich die antarktische Glaziologie rasch von einer Phase der Erkundung und grundlegenden Kartierung hin zu komplexen, vorausschauenden Modellen entwickelt. Dieses „jugendliche“ Stadium ist durch bedeutende, oft überraschende Erkenntnisse gekennzeichnet, wie sie bei dieser neuen Entdeckung zu beobachten sind.

Problematisch ist jedoch, dass die unterstützenden Daten spärlich sind. Wir verfügen über Satellitendaten aus der Antarktis, die nur etwa 40 Jahre zurückreichen, was in geologischer Zeit nur ein Wimpernschlag ist. Unsere Beobachtungsaufzeichnungen unter dem Schelfeis sind sogar noch kürzer. Die Computermodelle, die zur Vorhersage dieser Ergebnisse verwendet werden, basieren zwangsläufig auf Annahmen aus Beobachtungen – Annahmen, die nun revidiert werden, da wir Phänomene wie diese kanalisierten Schmelzwirbel entdecken, die zuvor nicht berücksichtigt worden waren.

Nichts davon bedeutet, dass das antarktische Eis dem Untergang geweiht ist. Es legt vielmehr nahe, dass wir mehr Beobachtungsdaten sammeln sollten, bevor wir Projektionen aufstellen, sowie die zurückhaltende Vorsicht walten lassen sollten, die gute Wissenschaft erfordert. Es bedeutet jedoch nicht, dass die „Daily Mail“ Schlagzeilen darüber bringen sollte, dass Millionen Menschen „unter Wasser geraten“, und zwar auf der Grundlage brandneuer Klimamodelle, bei denen die Forscher offen zugeben, dass sie die von ihnen modellierten Prozesse nicht vollständig verstehen.

Das Eis wird uns seine Geschichte erzählen, wenn wir es aufmerksam und ehrlich beobachten. Aber es wird Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte, strenger Beobachtung erfordern, bevor wir mit echter Zuversicht sagen können, was diese neu entdeckte Dynamik unter dem Schelfeis für die Zukunft des antarktischen Eises bedeutet. Bis dahin sollte die verantwortungsvolle Haltung Neugier sein, nicht Katastrophismus.

Diese neue antarktische Wissenschaft ist interessant, aber Prognosen, die auf einer einzigen neuen Entdeckung basieren, sind verfrüht und sollten nicht die Grundlage für unverantwortliche und übertriebene Weltuntergangs-Schlagzeilen sein.

Anthony Watts [email protected] is a Senior Fellow for Environment and Climate at The Heartland Institute.

Link: https://redstate.com/heartlandinstitute/2026/05/15/when-antarctic-headlines-melt-faster-than-the-ice-n2202319?

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Wenn Antarktis-Schlagzeilen schneller dahin schwinden als das Eis erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Antarktis: „Dreifach-Belastung“-Studie erscheint gerade zum Zeitpunkt der Erholung des Eises

16. Mai 2026 um 06:00

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Charles Rotter

In der letzten Ausgabe von „Science Advances“ vom vergangenen Freitag erschien ein neuer, die Untergangsstimmung in der Antarktis schürender Artikel – perfekt zeitlich abgestimmt auf den Nachrichtenzyklus am Wochenende. Ein Team unter der Leitung von Forschern der Universität Southampton gab bekannt, die Ursache für den Rückgang des antarktischen Meereises seit 2015 ermittelt zu haben – eine sich selbst verstärkende Kombination aus stärkeren Westwinden, Tiefenwasseraufstieg und einer positiven Rückkopplungsschleife, welche die Autoren in ihrer Pressemitteilung wie folgt bezeichneten:

https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.aeb0166 „eine dreifache Belastung durch das Klimachaos”

Die Presse hat ihre Arbeit getan. CNN sowie Euronews und die meisten großen Wissenschaftsredaktionen griffen die Meldung unverändert auf. Mitautor Alberto Naveira Garabato warnte, dass sich der Südliche Ozean bei anhaltend geringen Eisflächen von einem Klimastabilisator zu einem wesentlichen Faktor der globalen Erwärmung wandeln könnte. Die Hauptautorin Aditya Narayanan fügte hinzu, dass durch die jüngsten Verluste eine Meereisfläche von fast der Größe Grönlands verschwunden sei.

Es gibt jedoch ein kleines Problem mit dem Timing.

Die aktuellen Daten jedoch…

Zwei Monate zuvor, nämlich Anfang März, gab das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) bekannt, dass das sommerliche Minimum der Antarktis im Jahr 2026 bei etwa 2,58 Millionen Quadratkilometern lag – das größte sommerliche Minimum seit fünf Jahren und 730.000 Quadratkilometer über dem Rekordtief von 2023. Das Minimum von 2026 war das 16. kleinste in der 47-jährigen Periode mit Satellitenaufzeichnungen. Ted Scambos vom NSIDC führte dies auf günstige Windverhältnisse zurück, die:

im späten antarktischen Sommer „das Meereis im Weddellmeer nach außen drängte“

Mit anderen Worten: Als die Studie zum „Triple Whammy“ in Druck ging, hatte das antarktische Meereis bereits genau das getan, was die Studie nun für unwahrscheinlich hält. Es erholte sich – und zwar drastisch, innerhalb eines einzigen Jahres.

Es ist bemerkenswert, dass Scambos in beiden Berichten vorkommt. Im März lautete seine Einschätzung für das NSIDC, dass der Aufschwung real sei und mit günstigen Windverhältnissen zusammenhänge. Diese Woche, in der Berichterstattung von CNN über die Southampton-Studie, lautet seine Einschätzung, dass eine Erholung unwahrscheinlich sei. Beide Aussagen könnten sich auf unterschiedlichen Zeitebenen als wahr erweisen. Doch ein Leser, der sich ausschließlich aus Pressemitteilungen über die Antarktis informiert, würde nie erfahren, dass es diesen Aufschwung überhaupt gegeben hat. Die Folgeberichterstattung von Earth.com fiel gemäßigter aus und stellte das Jahr 2026 als möglicherweise dar:

„eine Pause in einer turbulenten neuen Ära“

– was zumindest ein ehrliches Eingeständnis ist, dass sich das System in diesem Jahr tatsächlich erholt hat.

Und dann ist da noch die Eisdecke

Es gibt noch einen weiteren unbequemen Datenpunkt. Im Februar berichtete eine separate Studie, die in der Fachzeitschrift „Communications Earth & Environment“ von Nature veröffentlicht worden war (Kolbe et al., „Atmospheric rivers and winter sea ice drive recent reversal in Antarctic ice mass loss“), dass sich der Massenverlust des antarktischen Eisschildes – der seit 2000 mit nahezu linearer Geschwindigkeit voranschritt – nach 2016 verlangsamte und nun „seit 2020 einen Netto-Massenzuwachs“ zeigte.

Die Ursache laut Kolbe et al.: erhöhte Niederschläge, angetrieben durch verstärkte atmosphärische Flussaktivität und stärkere Westwinde. Die gleichen Westwinde, die die Southampton-Gruppe als Hauptverursacher im Verlauf der Meereis-Ausdehnung identifiziert.

Beide Studien können Recht haben. Die Ausdehnung des Meereises und die Massenbilanz der Eisschilde sind unterschiedliche physikalische Größen, die von unterschiedlichen Prozessen gesteuert werden. Die atmosphärische Zirkulation, die das schwimmende Meereis ausdünnt, kann gleichzeitig auch mehr Schnee auf den Kontinent bringen. Eine ehrliche physikalische Betrachtung liefert manchmal beide Antworten zugleich.

Doch das Ökosystem der Pressemitteilungen behandelt nur eine dieser Antworten als berichtenswert. In den vier Tagen seit seinem Erscheinen gab es eine lückenlose Berichterstattung über die „Triple-Whammy“-Studie. Die Kolbe-Studie, die vor drei Monaten in einer Nature-Zeitschrift veröffentlicht wurde und zu einem gegenteiligen Ergebnis kommt, fand fast keinerlei Beachtung.

Der Leser ist eingeladen, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen, warum das so ist.

Das nur allzu bekannte Muster

Dies ist der mittlerweile übliche Nachrichtenzyklus in Bezug auf die Antarktis:

1. Ein neues Tiefstwert oder eine Anomalie löst eine Welle von Berichten über „Kipppunkte“ aus.

2. Das System kehrt zu seinem langfristigen Mittelwert zurück.

3. Diese Rückkehr wird, wenn überhaupt, nur in einem einzigen Nachrichtenzyklus behandelt.

4. Die nächste Studie, welche die vorherige Anomalie modelliert, wird veröffentlicht, als hätte die Umkehrung nie stattgefunden.

Ein Leser, der nur die Schlagzeilen ab 2023 verfolgt hätte, hätte nacheinander erfahren: dass das antarktische Meereis in beispiellosem Ausmaß zurückging (was damals zutraf); dass dies ein Zeichen für einen Regimewechsel war; dass eine Erholung unwahrscheinlich sei; dass das fast durchschnittliche Minimum von 2026 nur eine kurze Atempause darstellte; und nun – vor vier Tagen veröffentlicht – dass eine Rückkopplungsschleife den Kontinent praktisch in einen dauerhaften Zustand mit geringem Eisbestand gefangen hält.

Die tatsächlichen Daten hingegen haben das getan, was Daten nun einmal tun. Sie waren verrauscht. Sie waren schwankend. Und sie entwickeln sich derzeit in die entgegengesetzte Richtung der Schlagzeilen.

Was man beobachten muss

Das Wintermaximum 2026 in der Antarktis wird im September erreicht werden. Sollte es – wie bereits das Sommerminimum – nahe am langjährigen Durchschnitt liegen, wird sich die Studie über den „dreifachen Schlag“ in die wachsende Liste der Studien zum Regimewechsel in der Antarktis einreihen, die genau zu dem Zeitpunkt erschienen, als sich das von ihnen vorhergesagte Regime aufzulösen begann.

Bleibt die Ausdehnung gering, wird das Team aus Southampton stichhaltigere Argumente vorweisen können.

So oder so wird die Antwort aus den Satellitenmessungen der Ausdehnung kommen, nicht aus Pressemitteilungen. Leser sollten sich vielleicht die tägliche Ausdehnungskarte des NSIDC als Lesezeichen speichern und sie mit der nächsten Runde der Untergangsstimmung in den Medien abgleichen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/05/10/antarctic-triple-whammy-paper-lands-just-as-the-ice-rebounds/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 

Der Beitrag Antarktis: „Dreifach-Belastung“-Studie erscheint gerade zum Zeitpunkt der Erholung des Eises erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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