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Uncut #63: Heute mit Hermann Ploppa | Schafft die SPD bald noch die 5%?

02. April 2026 um 15:17

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Uncut #63: Heute mit Hermann Ploppa | Schafft die SPD bald noch die 5%?
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Uncut #63: Heute mit Hermann Ploppa | Schafft die SPD bald noch die 5%?

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst.“

Mit diesem Credo ist das wöchentliche apolut-Format UNCUT im wesentlichen auf den Punkt gebracht.

Die apolut-Redaktion stellt einmal die Woche einem bekannten Influencer – diese Woche Hermann Ploppa – eine Handvoll Fragen, die in der öffentlichen Debatte aktuell die Top-Themen markieren. Dann erhalten wir dazu völlig subjektive Antworten und stellen diese online. That’s it.

Im Anschluss setzten wir auf eine lebhafte Diskussion bei den Konsumenten des Formates, denn die von uns veröffentlichten Antworten entsprechen in der Regel nicht dem aktuellen Mainstream-Narrativ, noch geben sie vor, DIE Wahrheit zu sein.

Sie geben jede Woche die subjektive Meinung des Befragten zum besten. Und damit das Meinungsspektrum möglichst breit bleibt, wechseln jede Woche die Befragten.

Wir wünschen gute Unterhaltung und spannende Diskussionen an den Stammtischen und in den Foren!

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Ex-US-Terrorabwehrchef Joe Kent: Entsendung von Truppen verhindern

31. März 2026 um 10:10

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Der wegen des Krieges gegen den Iran zurückgetretene Terrorabwehr-Chef der USA, Joe Kent, fordert die Amerikaner auf, das Weiße Haus und den Kongress anzurufen, um gegen die Entsendung von Truppen in den Iran zu protestieren. Früher enthüllte er wie die USA islamistischen Terror finanziert. Joe Kent, der ehemalige Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, der [...]

Der Beitrag Ex-US-Terrorabwehrchef Joe Kent: Entsendung von Truppen verhindern erschien zuerst unter tkp.at.

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Mullah-Regime greift US-Truppen an – Trump schickt Tausende Marines!

29. März 2026 um 13:16

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Das islamistische Terror-Regime in Teheran hat amerikanische Soldaten ins Visier genommen. Die Antwort der USA rollt bereits an – und sie ist gewaltig. Tausende Marines sind in der Region angekommen und dürften bald schon an umfangreichen Operationen teilnehmen.

Bei einem massiven Angriff mit sechs ballistischen Raketen und 29 Kamikaze-Drohnen auf die Prince-Sultan-Luftwaffenbasis in Saudi-Arabien wurden mindestens 15 US-Soldaten verwundet, fünf davon schwer. Die Reaktion Washingtons ließ nicht lange auf sich warten. Mehr als 3.500 US-Soldaten, darunter 2.500 Marines, sind in der Golfregion eingetroffen. Ihr Flaggschiff: Die USS Tripoli, vollbeladen mit modernsten F-35 Tarnkappenbombern und Angriffsflugzeugen. Auch die USS Boxer und weitere Kriegsschiffe sind aus San Diego auf dem Weg direkt in die Konfliktzone.

Die Bilanz der US-Vergeltung unter dem Namen “Operation Epic Fury” ist schon jetzt für das Mullah-Regime verheerend. Über 11.000 iranische Ziele wurden bereits in Schutt und Asche gelegt und mehr als 150 iranische Schiffe versenkt. Weiters erschütterten gewaltige Explosionen die Hauptstadt Teheran, direkt neben dem wichtigen Mehrabad-Flughafen. Trump lässt keinen Zweifel daran, wie es weitergeht. Zwar habe er noch nicht final über den Einsatz von Bodentruppen entschieden – aktuell sind 7.000 US-Soldaten, darunter die legendäre 82. Luftlandedivision, in Stellung gebracht -, doch der Präsident kündigte an, dass noch 3.500 Ziele im Iran auf der Abschussliste stehen. Und das werde man “ziemlich schnell erledigen”. US-Außenminister Marco Rubio betonte, man könne die Ziele auch ohne Bodentruppen erreichen, aber Trump habe die maximale Handlungsfreiheit für jedes erdenkliche Szenario.

Während der Iran weiterhin massiv unter Beschuss liegt, setzen die Mullahs die gesamte Region in Brand. So greifen nun auch die vom Iran gesteuerten Huthi-Terroristen (Ansar Allah) aus dem Jemen offiziell in den Krieg ein und feuern Raketen auf Israel ab. Das ist ein absoluter Albtraum für die ohnehin schon gefährdete weltweite Handelsschifffahrt im Roten Meer. Gleichzeitig attackiert das Regime gezielt die Wirtschaft der Nachbarstaaten: Im Wüstenstaat Abu Dhabi schlug eine iranische Drohne in die gigantische Aluminiumfabrik von Emirates Global Aluminium ein, was zu Verletzten, massiven Schäden und weltweit in die Höhe schießenden Aluminiumpreisen führte. Auch der Raketen-Hagel am Golf reißt nicht ab. Kuwait und Bahrain, die Heimat der 5. US-Flotte, werden ununterbrochen attackiert, während die Luftabwehrsysteme im Dauertakt gegen iranische Raketen und Drohnen feuern müssen.

Das ultimative Ziel rückt derweil immer stärker in den Fokus: die nukleare Bedrohung durch das islamistische Regime ein für alle Mal zu beenden. Zum dritten Mal in nur zehn Tagen schlug es bei den iranischen Atomanlagen bei Buschehr ein. Israel und die USA erhöhen den Druck auf die nukleare Infrastruktur der Mullahs. Eines ist klar: Die USA sind bereit, das Mullah-Regime den ultimativen Preis für seinen jahrzehntelangen Terror in der Region zahlen zu lassen.

(Auszug von RSS-Feed)

Hollisters Geopolitik-Radar vom 23.-29. März 2026

29. März 2026 um 12:13

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Hollisters Geopolitik-Radar vom 23.-29. März 2026

Tag 28 des Iran-Krieges – und die Eskalation erreicht eine neue Dimension. Iran öffnet Hormuz für Russland, China und Indien, sperrt es für den Westen: kein Krieg mehr, sondern ein Mautsystem nach geopolitischer Loyalität. Drei US-Kräfteverbände sind auf dem Weg in den Persischen Golf – während Iran seinen Preis für eine Bodeninvasion öffentlich nennt: UAE-Küsten, Bahrain, Bab al-Mandab. Bushehr wurde dreimal getroffen, ohne dass jemand sagt, wer geschossen hat. Und die Huthis feuern ihre erste Rakete auf Israel.

Der Geopolitik-Radar vom 23.–29. März 2026.

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Ticker

1. Iran lehnt US-Friedensplan ab - stellt eigene fünf Bedingungen (25. März)

Washington übergab über Pakistan einen 15-Punkte-Plan: Einschränkung des Nuklearprogramms, Öffnung von Hormuz. Teheran antwortete mit fünf Gegenforderungen: Stopp aller Angriffe und Attentate, verbindliche Kriegsgarantien, Kriegsreparationen, Ende aller Feindseligkeiten auf allen Fronten - und Irans Souveränität über die Straße von Hormuz. Washington: „lächerlich und unrealistisch." Iran: „Wir verhandeln nicht."

2. Trump verlängert Deadline auf 6. April - droht mit Kraftwerksangriffen (26. März)

Trump verschob per Truth Social die Frist für Iran, Hormuz zu öffnen, um zehn Tage - angeblich auf Teherans Wunsch. Gleichzeitig drohte er, bei Nichterfüllung iranische Energieanlagen zu zerstören. UN-Menschenrechtsexperten: Angriffe auf Kraftwerke wären ein Kriegsverbrechen. Iran: Wir führen keine Gespräche.

3. Israel trifft Nuklearanlagen Arak und Ardakan (27. März)

Der Schwerwasserreaktor Khondab in Arak sowie die Yellowcake-Produktionsanlage in Ardakan wurden von Israel angegriffen - beides Kernstücke des iranischen Nuklearprogramms. Der Arak-Reaktor kann zur Produktion waffenfähigen Plutoniums genutzt werden. Die Ardakan-Anlage verarbeitet Uranerz zu Yellowcake als Vorstufe zur Anreicherung. Zeitgleich dritter Treffer auf Bushehr-AKW-Gelände. IRGC-Luftwaffenchef auf X: „Diesmal nicht mehr Auge um Auge."

4. Huthis treten dem Krieg bei (28. März)

Erstmals seit Kriegsbeginn feuerte die jemenitische Huthi-Bewegung eine ballistische Rakete auf Israel ab - abgefangen. Zuvor hatten die Huthis gedroht, in den Krieg einzutreten, falls das Rote Meer für Angriffe auf Iran genutzt wird oder neue Allianzen entstehen. Bab al-Mandab als zweite Meerenge rückt damit in den Fokus.

5. Drei Kräfteverbände Richtung Persischer Golf (25.–28. März)

Die USA verlegen drei separate Kräfteverbände: Die 82nd Airborne Division mit 1.000 bis 3.000 Fallschirmjägern - ausgebildet für den Einsprung in feindliches Gelände, keine Schutzformation. Die USS Boxer mit der 11th Marine Expeditionary Unit (ca. 2.500 Marines, ausgestattet mit V-22 Osprey-Kipprotorflugzeugen). Die USS Tripoli mit der 31st MEU - bereits seit Wochen in der Region. Das Pentagon hat laut CBS News detaillierte Pläne für einen Bodeneinsatz ausgearbeitet.

6. Israel erklärt Südlibanon zur dauerhaften Besatzungszone (24. März)

Verteidigungsminister Katz: Israel wird den Südlibanon bis zum Litani-Fluss besetzen. Finanzminister Smotrich: „Der Litani muss unsere neue Grenze sein." Fünf Brücken über den Litani gesprengt, Grenzdörfer abgerissen. Libanons Präsident Aoun: „Auftakt zur Besatzung." International: kein Aufschrei, keine Reaktion, keine Pressemitteilung.

7. Bushehr AKW - drei Einschläge, keine Zuschreibung (17., 24., 27. März)

Drei Projektile schlugen auf dem Gelände des laufenden Atomkraftwerks Bushehr ein - am 17., 24. und 27. März. Keine Strahlenerhöhung, keine Verletzten. Kein Staat hat bisher öffentlich erklärt, wer geschossen hat. Ohne Zuschreibung gibt es keine Abschreckung. IAEA-Chef Grossi: „röteste Linie" nuklearer Sicherheit. Rosatom: Ein direkter Reaktortreffer würde eine „regionale Katastrophe" auslösen.

8. Iran öffnet Hormuz für befreundete Nationen (26. März)

Außenminister Araghchi bestätigte: China, Russland, Indien, Irak und Pakistan erhalten sicheres Geleit durch Hormuz. USA, Israel und ihre Verbündeten nicht. „Sie dachten, Iran hätte nicht den Mut. Wir haben es getan." Hormuz wird vom Kriegsschauplatz zum geopolitischen Mautsystem.

9. Russland startet Frühjahrsoffensive - 948 Drohnen in 24 Stunden (24. März)

Einer der größten russischen Luftangriffe seit Kriegsbeginn. UNESCO-geschützte Innenstadt von Lwiw getroffen. Friedensgespräche zwischen USA, Ukraine und Russland gestoppt. Selenski: Washington ist „vollständig durch den Iran abgelenkt." Putin nutzt das Vakuum.

10. G7-Außenminister in Paris - Rubio vs. skeptische Verbündete (27. März)

Rubio versuchte, die US-Strategie im Iran vor G7-Partnern zu rechtfertigen. Frankreichs Generalstabschef Mandon: „Wir wurden von einem Verbündeten überrascht, der immer unberechenbarer wird und uns nicht informiert, wenn er Kriege startet." Steinmeier: Iran-Krieg sei „völkerrechtswidrig."

11. Quadrilaterales Diplomatie-Format: Pakistan, Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien (30. März)

Islamabad wird Gastgeber eines neuen regionalen Vermittlerformats - ohne USA, ohne Israel, ohne Europa. Pakistan hat den US-Plan nach Teheran überbracht. Das Format zeigt: Die Diplomatie dieses Krieges findet außerhalb des Westens statt.

12. Iran trifft Prince Sultan Air Base - 10 US-Soldaten verletzt (27. März)

Ein iranischer Raketenangriff auf die saudische Prince Sultan Air Base verletzte mindestens 10 US-Soldaten, zwei davon schwer. Mehrere Betankungsflugzeuge beschädigt - ausgerechnet jene, die für die Luftoperationen über Iran unverzichtbar sind.

Im Fokus

1. Hormuz als neue Weltordnung: Iran zieht eine Linie durch die Weltwirtschaft

Es gibt Entscheidungen, die militärisch wie eine Niederlage aussehen - und strategisch ein Sieg sind. Die Öffnung der Hormuzstraße für „befreundete Nationen" ist eine davon.

Araghchis Aussage ist in ihrer Klarheit kaum zu überbieten: China, Russland, Indien, Irak und Pakistan dürfen passieren. Die USA und ihre Verbündeten nicht. „Sie mobilisierten alle ihre Fähigkeiten, um die Sperrung zu stoppen - und scheiterten." Was wie eine Konzession klingt, ist das Gegenteil: Iran verwandelt die Sperrung in ein Mautsystem nach geopolitischer Loyalität.

Die Konsequenzen sind weitreichend. China erhält Energiesicherheit - genau jene, die Washington durch den Krieg entziehen wollte. Indien kann als inoffizieller Zwischenhändler für westliche Länder fungieren, die über indische Kanäle an iranisches Öl gelangen. Pakistan - nominell US-Verbündeter und Vermittler des Friedensplans - steht faktisch auf Irans Seite der Meerenge.

Gleichzeitig droht Iran: Sollten die USA Bodentruppen in den Süden Irans schicken, würde Teheran eine zweite Front an Bab al-Mandab eröffnen. Die 26 Kilometer schmale Passage zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Horn von Afrika ist das Nadelöhr zum Suezkanal. Rund 12 Prozent des weltweiten Seeöl- und -gashandels läuft dort durch, über 30 Prozent des Containerhandels zwischen Asien und Europa. Wenn beide Meerengen gleichzeitig blockiert sind, gibt es keine Umgehungsroute ohne extreme Kosten. Die WTO schätzt den wirtschaftlichen Schaden einer Doppelblockade als rezessionsauslösend innerhalb von Wochen.

Deep-Dive: Update Iran-Krieg, 26. März 2026

Update Iran-Krieg, 28./29. März 2026: Update Iran-Krieg, 29. März 2026

Fragen:

  • Iran hat Hormuz geöffnet - für seine Freunde. Wer entscheidet in Zukunft, wer Freund und wer Feind ist?
  • Pakistan erhält sicheres Geleit durch Hormuz und vermittelt gleichzeitig den US-Friedensplan. Auf welcher Seite steht Pakistan wirklich?
  • Bab al-Mandab plus Hormuz: Gibt es ein Szenario, in dem beide Meerengen gleichzeitig blockiert sind - und wie lange würde die Weltwirtschaft das aushalten?

2. Bushehr, Arak, Ardakan: Die nukleare Eskalationsspirale

Drei Einschläge auf das Gelände des Atomkraftwerks Bushehr. Angriffe auf den Schwerwasserreaktor in Arak und die Yellowcake-Anlage in Ardakan. Jedes Mal: keine Strahlenfreisetzung, keine Verletzten - und kein staatliches Bekenntnis, wer geschossen hat.

Das ist die strukturelle Gefahr dieser Woche: Nicht was getroffen wurde, sondern was noch nicht getroffen wurde - und dass niemand die Grenze benennt.

Bushehr läuft mit voller Kapazität. Es enthält 72 Tonnen Kernbrennstoff und 210 Tonnen abgebranntes Material. Ein direkter Treffer auf den Reaktor würde nach Einschätzung von Rosatom eine „regionale Katastrophe" auslösen: radioaktive Aerosole über dem Persischen Golf, Verseuchung der Meeresküsten, Ausfall der Entsalzungsanlagen, von denen Millionen Menschen ihr Trinkwasser beziehen. Tanker, die in verstrahlte Gewässer fahren, würden in keinem Hafen der Welt anlanden dürfen - das Öl wäre nicht verstrahlt, aber die Schiffe wären es. 15 bis 20 Millionen Menschen müssten umgesiedelt werden. Eine Hormuz-Sperrung durch Verstrahlungsrisiko wäre nicht mehr politisch - sie wäre physisch.

Irans angekündigte Antwort auf einen solchen Angriff: das israelische Atomforschungszentrum in Dimona sowie das südkoreanisch gebaute Barakah-Kernkraftwerk in Abu Dhabi mit vier Reaktoren und 5.600 Megawatt Leistung - an der Küste Abu Dhabis gelegen.

Was analytisch fehlt: Ein Staat, der öffentlich sagt, wer Bushehr dreimal getroffen hat. Ohne Zuschreibung gibt es keine Abschreckung. Ohne Abschreckung wird das nächste Geschoss nicht der vierte Warnschuss sein.

Deep-Dive: Iran Insight - Kommentar: Was passiert, wenn Bushehr brennt

Fragen:

  • Drei Einschläge auf ein laufendes AKW ohne öffentliche Zuschreibung: Wie lange kann dieser Zustand andauern, bevor ein gezielter Treffer die Kalkulation unwiderruflich verändert?
  • Barakah in Abu Dhabi, Dimona in Israel, Bushehr im Iran - wenn alle drei unter Beschuss geraten, wer rettet die Golfregion?
  • Die IAEA hat keine Durchsetzungsbefugnis. Was ist der internationale Rechtsmechanismus, wenn Atomkraftwerke in einem aktiven Krieg getroffen werden - und warum greift er nicht?

3. Bodentruppen, das Doppelschloss und Irans Preis

Drei Kräfteverbände sind unterwegs. Das Pentagon hat detaillierte Pläne ausgearbeitet. Trump erwägt laut Axios die Einnahme von Kharg Island.

Was die Bewegungen militärisch bedeuten, ist eine Sache. Was Iran dafür kalkuliert hat, ist eine andere.

Teheran ließ übermitteln: Bei einer US-Bodeninvasion wird Iran die Küstengebiete der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains besetzen und „die Landkarte verändern." Gleichzeitig: Eröffnung einer zweiten Front an Bab al-Mandab durch die Huthis - die am 28. März ihre erste Rakete auf Israel abfeuerten.

Das ergibt ein strategisches Bild: Iran nennt seinen Preis, bevor die USA die Entscheidung treffen. UAE und Bahrain beherbergen US-Basen, haben iranische Raketen abgefangen, haben politisch Seite bezogen. Im Falle einer Invasion würden sie zum Schlachtfeld. Die USA können ihren Verbündeten nicht sagen, dass sie das eingepreist haben - aber sie haben es.

Rubio sagte in Paris: Die Kriegsziele sind „ahead of schedule" und können ohne Bodentruppen erreicht werden. Gleichzeitig steigen die Truppenzahlen. Der Widerspruch ist strategisch gewollt: maximale Optionalität für Trump.

Deep-Dive: Iran Inside - Bodentruppen und das Doppelschloss

Fragen:

  • Die 82nd Airborne ist eine Angriffstruppe, keine Schutzformation. Wenn sie nicht für den Bodeneinmarsch da ist - für was dann?
  • Iran hat seinen Preis für eine Invasion öffentlich benannt: UAE-Küsten, Bahrain, Bab al-Mandab. Hat Washington seinen Verbündeten in der Region erklärt, dass dieser Preis eingepreist ist?
  • Rubio sagt „keine Bodentruppen nötig" - während drei Kräfteverbände verlegt werden. Was bedeutet „maximale Optionalität" für ein Land, das seit vier Wochen Krieg führt?

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Quellenliste

Friedensplan / Verhandlungen

Hormuz / Bab al-Mandab

Nuklearanlagen

Bodentruppen / Kräfteverbände

Houthis

Libanon / Israel

Ukraine

Europa

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Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik - jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com , bei Substack unter https://michaelhollister.substack.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Bildquelle: Michael Hollister

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Iran: Jetzt droht der Bodenkrieg! | Von Rainer Rupp

27. März 2026 um 10:57

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Iran: Jetzt droht der Bodenkrieg! | Von Rainer Rupp
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Iran: Jetzt droht der Bodenkrieg! | Von Rainer Rupp

Im Mittleren Osten kommt das Böse aus dem Westen

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Der brutale, unprovozierte und völkerrechtswidrige US-amerikanische und israelische Angriffskrieg gegen Iran, sowie die Fortsetzung der täglichen israelischen Massenmorde in Gaza und die Bombardierung und ethnische Vertreibung im Südlibanon durch eine blutrünstige zionistische Soldateska offenbaren das ultimative Böse des US-Imperialismus, der sich vergeblich gegen seinen Niedergang aufbäumt, gepaart mit dem rassistisch motivierten, genozidalen Zionismus, der ein Pestgeschwür für die ganze Region darstellt.

Heute erhält das infernalische Böse aus dem Westen weiter Verstärkung in Form von zwei großen amphibischen Landungsschiffen. Die USS Tripoli und die New Orleans, beide mit zwischen 2.200 bis 2.500 US-Marine-Infanteristen an Bord werden am Freitag, den 27. März 2026, am Persischen Golf erwartet.

Der Krieg gegen Iran, der laut Trump und seinem Kriegsminister Hegseth nach wenigen Tagen vorbei seine sollte, ist nach knapp einem Monat für die USA festgefahren, und damit bereits verloren. Letzteres hatte vor zwei Tagen, am Mittwoch, den 25. März, sogar der ehemalige Chef des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 in einem öffentlichen Interview eingeräumt. Bereits nach der ersten Kriegswoche sei klar geworden, dass die USA diesen Krieg nicht mehr gewinnen könnten, sagte er. Er riet seinen amerikanischen Freunden dringend, sich zum Sieger zu erklären, einzupacken und schleunigst nach Hause zu gehen. Aber dazu scheint das narzisstische Großmaul Trump nicht im Stande, denn mit seinem zunehmend wirren Zeug, das er plappert, hat man den Eindruck, dass er gar nicht mehr begreift, was um ihn herum vorgeht.

Stattdessen sieht alles danach aus, dass nun doch noch US-Bodentruppen in Iran eingreifen. Denn neben den Marine-Infanteristen, sollen bereits am Donnerstag 1.000 Special Forces Soldaten der 82sten US-Luftlandedivision mit Transportflugzeugen in Irak, in Saudi-Arabien und Jordanien ankommen. Dies sind keine regulären Armee-Soldaten, sondern Spezialisten für Kommandoeinsätze hinter gegnerischen Linien; nach dem Motto, zuschlagen und wieder verschwinden. Welche Aufgabe diese Einheiten haben könnten, ist schwer zu erraten. Sicher ist nur, dass Iran nicht Venezuela ist und mit hohen Verlusten auf US-Seite gerechnet werden muss.

Die US-Probleme begannen schon mit der Unterbringung der eingeflogenen Special Forces der 82sten Luftlandedivision. Laut einem Bericht in der New York Times (NYT) sind die von Iran unter Raketen und Drohnen Feuer genommenen 13 US-Militärbasen in der Region „praktisch unbewohnbar“. Besonders schwer getroffen seien die US-Basen in Kuwait, das direkt an Iran grenzt. Dies ginge laut NYT aus Aussagen namentlich nicht genannter Beamter des Pentagon hervor, die einräumten, dass sie vor Ort hektisch nach alternativen Unterkünften und Bürolösungen für ihr Personal suchen mussten.

Diese Enthüllung kommt kurz nachdem die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) gewarnt hatten, dass durch die Unterbringung von US-Truppen in Touristenhotels oder zivilen Bürokomplexen, diese Gebäude automatisch zu legitimen Zielen für iranische Raketen gemacht werden. Das könnte auch die in den letzten Wochen beobachteten gezielten iranischen Angriffe auf bestimmte Etagen in zivilen Hotels in den Golfstaaten erklären. Denn die US-Armee hatte in ihrer unglaublichen Selbstüberschätzung nicht einmal für adäquate Schutzeinrichtungen für ihr Personal auf den Basen gesorgt, sodass die US-Soldaten nach den ersten iranischen Angriffen in die nächstgelegenen Hotels gebracht wurden. Dort verstecken sich nun US-Soldaten hinter Zivilisten, bzw. sie benutzen sie als „Schutzschilde“.

Der eben erwähnte Bericht der NYT deutet auch darauf hin, dass die USA bisher 13 tote Soldaten und rund 300 teils schwer Verletzte zu beklagen haben. Das ist zumindest teilweise auf die mangelnde Vorbereitung auf den massiven iranischen Raketen-Gegenangriff auf die regionalen US-Basen zurückführen.

Während das Rätselraten über die möglichen Einsätze der US-Special Forces innerhalb des Irans weitergeht, sind sich Beobachter ziemlich sicher, dass die Aufgabe der Marine-Infanterie auf den beiden amphibischen Landungsschiffen (USS Tripoli und New Orleans) darin besteht, eine oder mehrere der strategisch wichtigen iranischen Inseln in der Straße von Hormus zu erobern. Favorit dabei ist die Insel Kharg, auf der sich die wichtigsten Verladestationen zur Verschiffung von angeblich 90 % des iranischen Öls befinden. Da dies auch den Iranern klar ist, kann man davon ausgehen, dass sie diese und die anderen Inseln zur Verteidigung gegen Hubschrauber-Angriffe und für den Bodenkrieg und Häuserkrieg ausgebaut haben, wozu Bunker, Sprengfallen, Mienen, schultergefeuerte Luftabwehrraketen usw. gehören.

Auf der Insel Kharg sollen angeblich 150.000 Menschen arbeiten und wohnen. Hier können sich die iranischen Verteidiger wie ein Fisch im Wasser bewegen und die Invasoren unter Beschuss nehmen. Wenn Amerikaner mit Flugzeugbomben zurückschlagen, riskieren sie jedoch Massaker unter der Zivilbevölkerung. Zudem wären die US-Marines auf Kharg von Nachschub aller Art abhängig. US-Schiffe oder Flugzeuge können jedoch von der nahe gelegenen, von Fjorden zerklüfteten Festland-Küste unter Beschuss genommen werden. Das bedeutet, selbst wenn eine überraschende US-Landung auf der Insel Erfolg hätte, würden die eigentlichen Probleme für die Amerikaner bereits am Tag danach anfangen.

Tatsächlich wächst derzeit nicht nur unter US-Vasallen, sondern auch innerhalb der amerikanischen Politik, die Skepsis, ob der Einsatz von US-Bodentruppen, z.B. zur Eroberung der Insel, die USA näher an ihre angestrebten strategischen Ziele bringen würde, die laut Trump in der bedingungslosen Kapitulation Irans besteht. Selbst einige Republikaner beginnen inzwischen öffentlich, sich gegen Pläne mit Bodentruppen im Iran auszusprechen.

Hier noch einige Notizen über jüngste Entwicklungen mit Stand vom 26.03.2026.:

- Das iranische Staatsfernsehen zitierte einen anonymen Regierungsvertreter mit den Worten, Teheran habe den über Pakistan übermittelten US-Plan abgelehnt und werde selbst entscheiden „wann es den Krieg beendet, und das zu seinen eigenen Bedingungen“.

- Irans Außenminister erklärte:

„Unsere derzeitige Politik ist die Fortsetzung des Widerstands. Wir haben nicht die Absicht zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich halte unsere Position für vollkommen prinzipientreu.“

- Das Weiße Haus erklärte, die USA seien „sehr nahe daran, die Kernziele im Iran zu erreichen“ und warnte, Präsident Trump sei bereit, „die Hölle loszulassen“, falls Iran seine eigene Niederlage nicht akzeptiere.

- Trump behauptete wieder, es liefen Verhandlungen und Iran wolle „so dringend einen Deal“, traue sich aber nicht, es offen zu sagen, aus Angst, vom eigenen Volk getötet zu werden. Der Mann ist krank und gehört in die Klapse.

- Vizepräsident Vance soll am Wochenende möglicherweise nach Pakistan reisen, um indirekte Gespräche mit Iran zu führen, das keine Gespräche führen will.

- Iran hat gedroht, die Straße von Bab el-Mandeb (die wichtige Route im Roten Meer) zu stören, falls Angriffe auf sein Territorium oder seine Inseln erfolgen.

- Nachdem die Zionisten weiter iranische Energieanlagen angegriffen haben, hat Iran erneut ein Kraftwerk in Israel beschossen.

- Iran erklärte, die USA und Israel hätten die Umgebung des Atomkraftwerks Bushehr angegriffen.

- Die Berichterstattung über mögliche Szenarien einer US-Eroberung der Kharg-Insel hat in den letzten 24 Stunden deutlich zugenommen.

- Das iranische Parlament arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Gebühren für Schiffe in der Straße von Hormus vorsieht.

- Das israelische Militär erklärte, es habe heute Morgen „eine großangelegte Welle von Angriffen auf Iran“ durchgeführt.

- Die britische Zeitung The Telegraph berichtet, Russland habe begonnen, Iran mit Drohnen zu beliefern – die erste bekannte Lieferung tödlicher Waffen aus Moskau an Teheran seit Kriegsbeginn.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: ISRAEL-IRAN-KRIEG, US-Angriff auf Iran, Trump, Netanjahu, Angriff auf das Atomprogramm in Buschehr

Bildquelle: Shutterstock AI / Shutterstock.com

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Die Zeit arbeitet gegen Trump | Von Rüdiger Rauls

04. März 2026 um 17:49

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Die Zeit arbeitet gegen Trump | Von Rüdiger Rauls

Die USA begründen ihren Angriff auf den Iran mit der Bedrohung, die von ihm ausgehen soll. Das entspricht weder den Tatsachen noch den Erkenntnissen der eigenen Geheimdienste. Was also will Trump und vor allem, wie will er wieder aus diesem Konflikt aussteigen können?

Ein Meinungsbeitrag von Rüdiger Rauls. 

Falsche Grundlagen

Aus den fast täglich sich ändernden Aussagen des amerikanischen Präsidenten zu Zielen und Dauer des Krieges entsteht ein Bild von Planlosigkeit. Zuerst wollte man das iranische Atomprogramm vernichten, dann kamen noch auch die Raketen hinzu, später sollte zusätzlich ein Regimewechsel herbeigeführt werden. Inzwischen geht es auch um die Vernichtung der iranischen Flotte. Eine klare Strategie ist daraus nicht zu erkennen. Nicht zuletzt aus den ständig wechselnden Zeitangaben entsteht der Eindruck eines kopflosen Losschlagens, und alles Weitere wird sich dann zeigen.

Vermutlich glaubte man, den Venezuela-Einsatz wiederholen zu können, dass man anfangs nur drei bis vier Tage für den Iran einplante. Jetzt ist immer öfter von vier bis fünf Wochen die Rede, stellt aber auch einen kürzerer Zeitraum in Aussicht wegen der angeblich schnellen Erfolge. Aber auch der Einsatz von Bodentruppen wurde nicht ausgeschlossen, wenngleich das aber den Beteuerungen widersprechen würde, keinen lang anhaltenden Krieg zu wollen.

Dabei waren schon im Vorfeld die von Trump an die Wand gemalten Bedrohungen durch den Iran von den eigenen Geheimdiensten widerlegt worden. In Bezug auf das iranische Atomprogramm hatten diese wie auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) und die Atomaufsichtsbehörde der Vereinten Nationen erklärt, „dass der Iran sein Atomwaffenentwicklungsprogramm im Jahr 2003 eingestellt hat.“(1)

Ähnlich schätzte die US Defense Intelligence Agency noch im Jahr 2025 die angeblichen Gefahren durch iranische Raketen ein, „wonach der Iran bis 2035 benötigen könnte, um aus seinen bestehenden Satelliten-Startrampen eine militärisch einsetzbare Interkontinentalrakete (ICBM) zu entwickeln.“ (2) Selbst wenn China und Nordkorea technische Unterstützung leisten würden, so dürfte das die Entwicklungszeit nicht wesentlich verkürzen. Aber offensichtlich misstrauen Trump und Kriegsminister Hegseth den eigenen Geheimdiensten und glauben, es besser zu wissen.

Auch die nachgeschobene Begründung, der Iran plante einen Erstschlag auf amerikanische Stützpunkte und Verbündete in der Region, konnte von den Geheimdiensten nicht bestätigt werden. Am 1. März, also am zweiten Tag des Krieges, räumten Beamte der Trump-Regierung in Besprechungen mit Kongressmitarbeitern ein, „dass es keine Geheimdiensterkenntnisse gebe, die darauf hindeuteten, dass der Iran einen Erstschlag gegen US-Streitkräfte plane“.(3)

Ungereimtheiten

Neben all diesen widerlegten Behauptungen gibt es grundsätzliche Überlegungen, die die iranische Bedrohung als höchst fragwürdig erscheinen lassen. Während die USA über etwa 5000 Atomsprengköpfe verfügen, hat der Iran bisher keinen einzigen. Dasselbe Missverhältnis besteht auch bei den strategischen Raketen, die das Territorium des jeweils anderen vom eigenen aus erreichen könnten. Die amerikanische Marine hat alleine zwei Flugzeugträger in der Reichweite des Iran im Einsatz. Iran verfügt nicht über einen einzigen.

Neben dieser waffentechnischen Überlegenheit besteht auch eine strategische. Denn während die USA einen Ring von Stützpunkten um den Iran gezogen haben, verfügt das Mullah-Regime bisher über keinen außerhalb des eigenen Landes. Wo soll da eine strategische Bedrohung bestehen, die die Existenz der USA gefährden könnte? Zudem sind die Äußerungen der amerikanischen Regierung insofern sehr widersprüchlich, wenn im Sommer 2025 noch von Trump vollmundig behauptet wurde, dass mit dem Zwölf-Tage-Krieg das iranische Atomprogramm vollkommen vernichtet worden sei.

Es stellt sich die Frage, inwiefern heute von diesem Programm wieder eine solche Gefahr ausgehen soll, dass sich die USA auf der anderen Seite des Ozeans davon existenziell bedroht fühlen. Entweder stimmten die damaligen Aussagen nicht oder die heutigen. In beiden Fällen müssen die Erklärungen aus Washington mit äußerster Vorsicht in Bezug auf ihren Wahrheitsgehalt aufgenommen werden. Solche Widersprüche aber scheinen die Meinungsmacher nicht nachdenklich zu stimmen.

Doch die Staaten des politischen Westens haben sich von ihrer eigenen Propaganda einer iranischen Bedrohung dermaßen selbst ins Bockshorn jagen lassen, dass sie diese Widersprüche nicht mehr sehen oder nicht wahrhaben wollen. Darüber hinaus aber dürften vermutlich auch noch andere Interessen vorliegen, dass man an einer Sichtweise festhält, die keinerlei Grundlage hat. 

Unentschieden

Mit dem Angriff auf den Iran hat man nach Venezuela den nächsten großen Ölförderer ins Visier genommen. Ist er erst einmal in irgendeiner Form unter Kontrolle, kommt man in der Kontrolle der Ölmärkte insgesamt einen guten Schritt voran. Doch der Iran ist nicht Venezuela, wenn er auch militärisch den USA nicht gewachsen ist. Es sieht so aus, als teile er sich seine Kräfte gut ein und spiele auf Zeit. Denn sie ist im Moment sein einziger strategischer Vorteil gegenüber den USA. Zwar beantwortet er die Schläge der Israelis und Amerikaner, eskaliert aber nicht zusätzlich. Es ist Trump, von dem schnelle Ergebnisse erwartet werden: ein schnelles Ende des Krieges und möglichst auch ein schneller Sieg.

Natürlich will auch der Iran ein Ende der Kämpfe – je schneller um so lieber. Doch aufgrund der eigenen Unterlegenheit kann er den Kriegsverlauf nicht beschleunigen außer durch die eigene Kapitulation. Dazu aber scheint im Moment noch kein Grund zu bestehen, denn der Iran verfügt über einen Trumpf: Hyperschallraketen. Diese sollen nach einer Meldung von „The Sunday Guardian“ vom 1.3.2026 gegen amerikanische Streitkräfte bereits eingesetzt worden sein. Damit habe Teheran signalisiert, „bereit zu sein, seine modernsten strategischen Waffen einzusetzen.“ (4)

Ob es sich um eine Reaktion der Amerikaner auf diesen Einsatz handelt, dass am 2.3.2026 kaum über neue Angriffe auf Ziele im Iran berichtet wurde? Noch am 28. Februar, hatten die USA und Israel nach eigenen Angaben deren etwa 1400 geflogen. Bisher haben weder der Iran noch die amerikanische Führung den Angriff durch eine Fattah-Hyperschallwaffe bestätigt. Teheran hat immer nur auf diese Waffen hingewiesen und sie als Drohung gegenüber den USA ins Spiel gebracht.

Vielleicht hat deshalb der amerikanische Präsident am 1. März überraschend erklärt, dass der Iran um neue Verhandlungstermine bei ihm nachgesucht habe, und er bereit sei, mit ihnen zu reden. Doch am 2. März machte die neue Führung unter Ali Larijani postwendend deutlich, dass sie weder um solche Termine nachgesucht habe, noch sei sie zu Gesprächen mit den USA bereit. Diese Wendung ist insofern auffällig, da auch die Kampfhandlungen deutlich nachgelassen haben, zumindest was die Anzahl der Meldungen in den Medien angeht. Wirkt da die Drohung mit Hyperschallraketen?

Druck auf Trump kommt auch aus den USA und dem eigenen MAGA-Lager. Hier wächst der Unmut über die verpulverten Milliarden für die Kriege seit Beginn des Jahres, während der Ruf nach der Verbesserung der Lebensbedingungen im eigenen Land immer lauter wird. Zudem gibt es inzwischen auch Tote unter den US-Soldaten zu beklagen. Im November stehen Wahlen zum Kongress an, die über die weitere Handlungsfähigkeit des Präsidenten entscheiden. Betont er deshalb so oft, dass es sich um einen Einsatz von wenigen Wochen handeln soll, nicht um einen lange andauernden Krieg?

Ungedeckte Rechnungen

Noch können nur Vermutungen zur Entwicklung dieses Krieges angestellt werden. Aber vieles deutet darauf hin, dass Trump sich das alles leichter vorgestellt hatte. Das wurde bereits deutlich an seiner Überraschung und Enttäuschung darüber, dass der Iran sich nicht kampflos geschlagen gab angesichts des militärischen Aufgebots vor seiner Küste. Den Regimewechsel, den eigentlich er selbst hatte herbeiführen wollen, legte Trump dann auch sehr schnell in die Hände der Opposition. Er forderte das iranische Volk auf, für seine Freiheit einzutreten, die USA hätten das ihre dazu getan. Dieser Plan ist bisher nicht aufgegangen. Der schnelle Fall des Regime schlug fehl.

Die westlichen Medien haben sich ein Bild von der Opposition gezeichnet, das sie selbst gerne geglaubt haben, das aber nicht den wirklichen Verhältnissen entspricht. Sie kann nicht als geeinte Kraft angesehen werden, die ein Kräftemessen mit dem Staat und seinen Sicherheitsorganen aufnehmen könnte. Nach der blutigen Niederschlagung der Proteste im Januar dürfte sie zusätzlich geschwächt sein. Ob sie Trumps Zusicherungen weiterhin vertraut, dürfte fraglich sein, blauäugig wäre es in jedem Fall.

Denn auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen hatte er die zugesagte Hilfe zurückgezogen. Anscheinend hatte er andere Pläne. Mit diesem Rückzieher hatte Trump aber auch selbst alle Trümpfe für einen Regimewechsel aus der Hand gegeben, wenn diese Gelegenheit denn wirklich bestanden haben sollte. Nun, wo alles zu spät ist, schickt er das Militär. Wenn er in dieser Situation die iranische Führung aufruft, sich zu ergeben, dann wirft das einen Blick von unglaublichem politischem Unvermögen und Wirklichkeitsferne auf den amerikanischen Präsidenten.

Denn wem soll sich diese Führung nach Trumps Vorstellung ergeben? Eine ernst zu nehmende, weil geeinte und organisierte Opposition ist nicht zu erkennen, die in der Lage wäre, die Macht gegen den noch weitgehend intakten Staat zu übernehmen. Und Trump selbst? Er ist weit weg im sicheren Washington jenseits des Ozeans oder auf seinem Goldplatz im warmen Florida. Seine Truppen haben zum Teil die Stützpunkte verlassen aus Vorsicht vor iranischen Angriffen, und schon gar nicht stehen sie im Iran selbst, um die Kapitulation entgegen zu nehmen.

Trump scheint sich Kapitulationen vorzustellen wie die Wochenschauberichte aus dem Deutschland und Japan von 1945. Doch im Moment ist der Iran von diesem Zustand noch weit entfernt, Staat und Armee sind weitgehend intakt. Israel scheint verstärkt wieder den Libanon und die Hisbollah ins Visier zu nehmen, und wer weiß, wie lange Trump noch in seiner Ungeduld und Sprunghaftigkeit dem zunehmenden Druck standhält? Keiner kann vorhersagen, welche Entwicklung dieser Krieg nimmt – außer natürlich den unvermeidlichen Experten der westlichen Nachrichtenformate.

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Quellen und Anmerkungen

(1, 2, 3) Reuters 27.2.2026 Trumps Behauptung über iranische Raketen wird laut US-Geheimdiensten nicht gestützt, so Quellen.

(4) Guardian 1.3.2026 Fattah-2-Hyperschallrakete erstmals gegen US-Streitkräfte eingesetzt? Irans hochentwickelte Waffe verschärft den Nahostkonflikt.

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Rüdiger Rauls ist Reprofotograf und Buchautor. Er betreibt den Blog Politische Analyse

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Skulptur von Dalí's schmelzender Uhr in Matera (Italien)
Bildquelle: Rebel Red Runner / shutterstock

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USA kontrollieren iranischen Luftraum nach wenigen Tagen Krieg

04. März 2026 um 17:26

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USA kontrollieren iranischen Luftraum nach wenigen Tagen Krieg

US-Generalstabschef Dan Caine erklärte am Montag, die USA hätten den Luftraum über dem Iran vollständig unter Kontrolle gebracht. Dies ermögliche den Schutz eigener Kräfte und die Fortsetzung von Operationen.

Verteidigungsminister Pete Hegseth betonte in einer Pressekonferenz am Mittwoch (4.3.2026), dass die USA in vier Tagen den gesamten iranischen Luftraum erobert und die Marine zerstört hätten. „Iran kann nicht länger als wir durchhalten“, sagte er und kündigte weitere Angriffswellen an.

Caine ergänzte, die USA hätten iranische Kriegskapazitäten stark reduziert: Raketenangriffe um 86 Prozent, Drohnen um 73 Prozent. Künftig sollen Ziele im Landesinneren angegriffen werden.

Israel hat parallel den Flughafen Mehrabad in Teheran angegriffen und den Luftraum über der Stadt unter Kontrolle gebracht. Es gibt keine Gegenwehr mehr, militärische Knotenpunkte werden ausgeschaltet.

Hegseth verneinte Bodentruppen-Einsätze, schloss sie aber nicht aus. Ziel ist die Schwächung des iranischen Regimes.

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Bild: Pete Hegseth, US-Verteidigungsminister

Bildquelle: Joshua Sukoff / shutterstock

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