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Waffenstillstand im Nahen Osten – Völkermord geht weiter | Von Hermann Ploppa

09. April 2026 um 13:00

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Waffenstillstand im Nahen Osten – Völkermord geht weiter | Von Hermann Ploppa
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Waffenstillstand im Nahen Osten – Völkermord geht weiter | Von Hermann Ploppa

Nachdem US-Präsident Donald Trump zunächst die iranische Zivilisation in einer einzigen Nacht für alle Zeiten vernichten wollte, hat er dann doch lieber den geordneten Rückzug angetreten. Für wie lange?

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Das war ein Drama.

Was wir in den letzten Tagen erlebt haben, ist nichts weniger als eine Neuauflage der Kuba-Krise von 1962. Damals hatten die Antipoden USA und Sowjetunion sehr hoch gepokert wegen sowjetischer Marschflugkörper auf Kuba, nur wenige Kilometer entfernt von Florida. Doch damals regierte auf beiden Seiten des Kalten Kriegs eine Generation, die den Horror des Zweiten Weltkriegs noch hautnah miterlebt hat. Dieser Horror war Chruschtschow und Kennedy in Mark und Bein geschrieben. Beide wollten so etwas nie wieder erleben. Die atomare Konfrontation konnte vermieden werden. Die Welt zitterte und atmete sodann erleichtert auf.

Doch ganz anders die aktuelle Zuspitzung im Krieg der USA gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump hatte sich in seiner kriegerischen Rhetorik selber immer noch einmal überboten. Wenn die iranischen Revolutionsgarden, diese „irren Bastarde“ wie er sich ausdrückte, nicht sofort die Meerenge von Hormuz öffneten, dann gäbe es mächtig Schläge. Im nächsten Tweet war dann schon die Rede davon, „eine ganze Zivilisation werde heute Nacht sterben und nie wieder auferstehen.“ Das wolle Trump zwar nicht, das werde aber stattfinden, wenn die Iraner nicht bis 2 Uhr nachts Mitteleuropäischer Sommerzeit die Straße von Hormuz wieder freigeben würden. Dann wurde noch eine kryptische Aussage von Vizepräsident JD Vance kolportiert. Man werde, so hieß es, „eine ganz neue Waffe“ gegen den Iran einsetzen. Die Community spekulierte, ob der junge Vizepräsident vielleicht sogar die Atombombe meinen könnte.

Jetzt waren wir also wieder bei Kuba-Krise 2.0 angelangt. Das Erschreckende daran: die Generation, die jetzt am Drücker sitzt, hat selber noch nie einen Krieg miterlebt und ist zudem ideologisch auf Apokalypse eingestellt (1). Und, was der absolute Schocker ist, was kaum jemand weiß: der Präsident der USA ist laut Verfassung dazu berechtigt, ganz alleine, ohne jede Abstimmung mit irgendwelchen anderen Instanzen wie zum Beispiel dem Parlament oder dem Obersten Gericht, die Atombombe zu zünden (2).

Dafür trägt ein Helferlein einen Koffer immer mit, auf den der Präsident jederzeit zugreifen kann. Der Präsident schnappt sich diesen Koffer, den so genannten „nuclear football“, öffnet ihn und authentifiziert sich mit einem Geheimcode. Der Befehl zum Starten der Atombomben geht an das National Military Command Center im Pentagon. Von dort geht der Startbefehl an die ausführenden Waffengattungen. Zwei Militärangehörige müssen nun exakt zur gleichen Zeit an zwei Schlössern mit zwei identischen Schlüsseln die gleiche Drehung ausführen. Und nun kann der atomare Knall losgehen. Bei der geistig-moralischen Ausstattung des derzeit amtierenden Präsidenten kann man sich leider durchaus vorstellen, dass Trump die atomare Kettenreaktion auslöst (3).

Und bereits viele Stunden vor Ablauf des Ultimatums begannen israelische Streitkräfte, systematisch Brücken und Kraftwerke sowie Basen der iranischen Revolutionsgarden zu bombardieren. Es schien alles auf den großen Knall zuzustreben. Iranische Bürger stellten sich als menschliche Schutzschilder auf die gefährdeten Brücken und vor die Kraftwerke (4). Männer, Frauen, Kinder. Sie alle mussten damit rechnen, von den skrupellosen Angreifern zusammen mit den Brücken und Kraftwerken pulverisiert zu werden. Die Lage war aus iranischer Sicht verzweifelt. Irans Präsident Massud Peseschkian gab bekannt, dass sich vierzehn Millionen Iraner bereit erklärten, ihr Leben für die Sache Irans zu opfern, sprich: Selbstmordaktionen zu starten, um die Angreifer aufzuhalten.

Auch Peseschkian selber hatte sich in die Liste eingetragen (5). Zur gleichen Zeit flüchteten viele Teheraner Bürger mit ihren Autos aus der Stadt, irgendwo hin in Richtung Kaspisches Meer, um der zu erwartenden Vernichtung durch Phosphorbomben oder gar durch die Atombombe zu entkommen. Andere Teheraner Bürger harrten demonstrativ in der Stadt aus und schwenkten iranische Flaggen. Die westliche Mainstream-Presse erzählte ihren Lesern, all diese opferbereiten Iraner seien von den „Mullahs“ zu diesen Manifestationen gezwungen worden. Was natürlich kompletter Bullshit ist. So viele Menschen kann man nicht zwingen. Schon gar nicht im Chaos eines Krieges. Die westlichen Hofpoeten können sich einfach nicht vorstellen, dass es noch Menschen gibt, die gewisse Dinge aus tiefer Überzeugung tun – ohne dafür Geld zu verlangen.

Die Kunden der westlichen Mainstream-Hofpoeten, die breite Masse zum Beispiel in Deutschland, verfolgte in diesen entscheidenden Stunden ein Pokalspiel zwischen dem spanischen Verein Real Madrid und „unseren“ Champions von Bayern München. Die Tatsache, dass „wir“ in Madrid das Hinspiel gewonnen haben, kombiniert mit der sedierenden Wirkung eines oder zweier guter deutscher Biere, sorgte für die nötige Bettschwere, um das Drama im Nahen Osten zu überschlafen.

Unentschieden zwischen der Epstein-Mannschaft und dem Iran

Als die Deutschen wieder erwachten, hatte der Schiedsrichter Pakistan das Spiel zwischen der israelisch-amerikanischen Mannschaft und dem Iran unterbrochen. US-Präsident Trump erklärte in den freundlichsten Worten, dass man sich nun mit dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt habe. Das bestätigte dann auch der iranische Außenminister Abbas Aragtschi in ebenfalls recht höflichen Worten. Nun will man sich ab morgen im pakistanischen Islamabad treffen, Iraner und US-Amerikaner, um zu schauen, ob sich auch langfristig ein Frieden aushandeln lässt. Der erste Ertrag für die USA: die Straße von Hormuz ist für die nächsten zwei Wochen auch für die Amerikaner wieder frei befahrbar. Das ist wichtig für Trump. Die amerikanischen Farmer, bislang eifrige Trump-Wähler, bekommen nun ihren sehnsüchtig erwarteten Kunstdünger. Die Autofahrer tanken vielleicht schon bald wieder billiges Benzin. Der erste Ertrag für Iran kann sich auch schon sehen lassen. Denn der Iran ist ab jetzt für alle Zukunft berechtigt, zusammen mit Nachbarland Oman von den durch die Meerenge fahrenden Schiffen saftige Zölle abzukassieren. Das bringt gutes Geld, um die ramponierte Staatskasse des Iran und von Oman zu aufzufüllen.

Trump hat wohlwollende Prüfung der iranischen Forderungen für einen dauerhaften Frieden zugesagt. Das Wohlwollen wird vermutlich nicht lange vorhalten, wenn Trump sich die iranische Position erst einmal von seinem Schwiegersohn Jared Kushner und seinem Immobilien-Spezi Steve Wittkoff erklären lässt. Zwischen den amerikanischen Forderungen für einen Frieden und den entsprechenden Forderungen der Iraner liegen Welten. Es geht eigentlich nur entweder das eine oder das andere. Die Position der Amerikaner: der Iran soll seine Nukleartechnologie zurückfahren und sich von den Amerikanern mit Nukleargeschirr versorgen lassen. Der Iran soll in Zukunft nur noch Raketen geringer Reichweite in seiner Waffenkammer haben. Mit anderen Worten: der Iran soll sich ausgerechnet gegenüber den USA nuklear vollständig entkleiden und auf glaubhafte Abschreckung durch Raketen verzichten. Nach bisherigen leidvollen Erfahrungen der Iraner mit den Amerikanern geht das nun gar nicht.

Und wenn Trump erst einmal zu begreifen beginnt, was die Iraner in ihren zehn Punkten von ihm verlangen, wird ein erneuter Zornesausbruch schwer zu vermeiden sein. Denn die Iraner verlangen:

  • Eine bindende Verpflichtung der USA, auf weitere Aggressionen gegen den Iran zu verzichten.
  • Die USA erkennen dauerhaft an, dass in Zukunft der Iran das Vorrecht genießt, die Meerenge von Hormuz zu kontrollieren.
  • Die USA erkennen das Recht des Iran an, ihre Nuklearbestände anzureichern.
  • Die USA heben alle primären Sanktionen auf. Heißt: die US-Regierung verbietet amerikanischen Unternehmen nicht länger, Geschäfte mit dem Iran zu machen.
  • Die USA heben alle sekundären Sanktionen auf. Soll heißen: die USA hören auf, alle Firmen weltweit zu bestrafen, die mit dem Iran Geschäfte machen.
  • Aufhebung bisheriger Sanktionen der Vereinten Nationen gegen den Iran.
  • Aufhebung von Resolutionen des Vorstandes der internationalen Energiebehörde IAEA gegen Iran.
  • Die Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte und Besitztümer im Ausland.
  • Den endgültigen Abzug aller US-Streitkräfte aus der Region um den Persischen Golf.
  • Ende des Krieges der USA an allen Fronten, einschließlich des Krieges gegen die mit Iran verbündeten Achse des Widerstands – also auch gegen Hisbollah und gegen Ansar Allah im Jemen.

Diese Forderungen sind natürlich für die USA ein absolutes No-Go. Diesen Forderungen nachzukommen wäre ja eine schlimmere Demütigung von Uncle Sam als Vietnamkrieg und Rausschmiss durch die afghanischen Taliban zusammen genommen.

Es ist nach allen bislang gemachten Erfahrungen eher unwahrscheinlich, dass die USA an einer dauerhaften Friedensordnung in Nahost wirklich interessiert sind. Im letzten Sommer hatte die US-Verhandlungsdelegation der iranischen Seite vorgegaukelt, eine Einigung sei fast in trockenen Tüchern. Entspannt und zufrieden flogen die iranischen Delegierten nach Hause ins Wochenende. Doch diese Erholungspause überlebte kein einziger iranischer Delegierter. Denn die USA ermordete sie alle mit Präzisionsschlägen. Das war der Auftakt des israelisch-amerikanischen Zwölftage-Krieges gegen Iran. Und im jetzigen Krieg dieselbe Nummer. Wieder attackierten die Amerikaner den Iran, mitten in noch laufenden Verhandlungen. Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass die momentane Waffenruhe lange hält. Israel hat sofort angekündigt, sich nicht an irgendwelche Vereinbarungen zu halten. Das Netanyahu-Regime setzt seine völkermörderische Praxis im Gaza-Streifen, in der Westbank und im Süd-Libanon ungehindert fort.

Gegen Netanyahu liegen Strafbefehle vor. Nur die Immunität als Regierungsmitglied schützt ihn vor juristischer Verfolgung. Netanyahu muss den Krieg ad infinitum fortsetzen. Israel untergräbt jede Waffenruhe. Denn wenn die USA sich tatsächlich aus dem Nahostkrieg zurückziehen sollten, wäre die weitere Kriegsführung für ein Groß-Israel nicht mehr ganz so leicht und straflos durchzuführen. Israel selber hat mehr als genug Probleme. Der Mythos vom flächendeckenden Schutz aller Israelis durch den so genannten Eisernen Dom ist angeschlagen. Die Staatsfinanzen sind zerrüttet. Und die Bevölkerung gespalten wie noch nie (6).

Dieser Waffenstillstand ist nichts weiter als eine Spielpause. Die Waffenlager werden wieder aufgefüllt. Treibstoff zugekauft. Neue Munition angelegt. Und die Trainer können ihren Spielern in Ruhe neue taktische Regeln erklären.

Und wir haben ein bisschen Zeit, um unseren Widerstand gegen jede Form von Aufrüstung und Krieg weiter auszuarbeiten. Ich jedenfalls möchte den Dritten Weltkrieg nicht. Ich habe in meiner Kindheit noch die schrecklichen Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges miterlebt. Das brauche ich nicht. 

Quellen und Anmerkungen 

(1) https://apolut.net/kreuzzug-von-armageddon-gegen-den-iran-von-hermann-ploppa/

(2) https://www.congress.gov/crs-product/IF10521?utm_source=chatgpt.com

(3) https://www.lemonde.fr/en/international/article/2026/04/08/the-president-of-the-united-states-is-clearly-insane-donald-trump-s-escalatory-rhetoric-raises-questions-over-his-mental-health_6752200_4.html

(4) https://www.youtube.com/watch?v=QSOr57IA7Ao

(5) https://www.youtube.com/shorts/x3ikSdpxITU

(6) https://apolut.net/netanyahu-der-zerstoerer-von-hermann-ploppa/

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: NATIONAL HARBOUR, MD, USA- 24. Februar 2024: Donald Trump spricht im CPAC über seinen Plan, den aktuellen Präsidenten Joe Biden im November zu besiegen.

Bildquelle: Jonah Elkowitz / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Israel und USA verirrt in iranischer Sackgasse | Von Rainer Rupp

13. März 2026 um 10:07

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Israel und USA verirrt in iranischer Sackgasse | Von Rainer Rupp
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Israel und USA verirrt in iranischer Sackgasse | Von Rainer Rupp

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Am sechsten Tag nach Beginn des zweiten brutalen, unprovozierten und völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen Iran wurden die US/zionistischen Kriegsverbrecher bereits von westlichen Medien bejubelt. Für sie war die komplette, baldige Niederlage Teherans eine beschlossene Sache. Als handfesten Beweis dafür verwiesen sie auf die Tatsache, dass die Intensität der iranischen Drohnen- und Raketenangriffe in den letzten Tagen dramatisch nachgelassen habe. 

Pro-westliche Kommentatoren interpretieren diesen Rückgang als Zeichen dafür, dass der Iran bereits militärisch erschöpft war. Gegen die überlegenen amerikanisch-israelischen Streitkräfte, die mächtigsten der Welt, hätte ein unterentwickeltes Land keine Chance und Teheran würde schon in den nächsten Tagen aufgeben müssen. Dieser fantastische Krieg sei ohne allzu großen materiellen Schaden für den Westen bald zu Ende, war die einhellige Meinung der TV-Show-Strategen in den selbsternannten „Qualitätsmedien“. 

Diese oberflächliche Interpretation westlicher Ignoranten war jedoch von Anfang an falsch, weil sie in den beeindruckenden, anfänglichen iranischen „Eröffnungssalven“ nicht deren symbolische Warnung erkannten. Denn Iran feuerte fast die gesamte Bandbreite seiner Drohnen- und Raketentypen mit durchschlagendem Erfolg auf Israel und auf die 27 US-Basen in der Region ab und zeigt damit seine Fähigkeiten. Die Tatsache, dass Teheran nach dieser Eröffnungsdemonstration auf einen „normalen“, dauerhaften Operationsrhythmus umstellte, bedeutete jedoch nicht, dass die „Eröffnungssalven“ eine Eintagsfliege war. Denn seither wurde der „normale“ Rhythmus punktuell immer wieder mal von Spitzen unterbrochen, wie jüngst in dieser Woche von Mittwoch auf Donnerstag.

Laut Teherans eigenen Angaben und denen von Kennern der Materie wie z.B. der in Libanon lebende Alastaire Crooke hat der Iran in seinen unendlich langen unterirdischen Galerien genügend fertige Raketen-Vorräte, um das „normale“ Tempo des Beschusses von Israel und den regionalen US-Basen ohne Unterbrechung mindestens ein halbes Jahr durchzuhalten. Dagegen neigen sich inzwischen die Vorräte der israelischen und amerikanischen Raketenabwehrwaffen dem Ende zu. Zudem hat sich die dreifach gestaffelte israelische Raketenabwehr, vom „Iron Dome“ (Eisernen Dom) bis zu „David‘s Sling“ (David‘s Schleuder), wegen der iranischen Übersättigung mit Drohnenangriffen und wegen Teherans neuer, weiter verbesserter Hyperschallraketen weitgehend als ineffizient erwiesen.

Vor allem eine neu eingesetzte ballistische Hyperschallrakete macht Israel zu schaffen. Sie kann Nutzlast bis zu 1800 Kg tragen und beim Wiedereintritt in die Atmosphäre z.B. 80 Streubomben mit jeweils 2 Kilogramm hochexplosivem Sprengstoff ausstoßen, wobei jede einzelne Raketenladung flächendeckend Industrieanlagen, Flugplätze oder Industriehallen zerstören kann.

Vor diesem Hintergrund ist das iranische Kalkül so einfach wie genial. Ihm liegt die realistische und durch jüngste Ereignisse bestätigte Annahme zugrunde (nämlich die überhastete Verlegung von Patriot Batterien aus Süd-Korea nach Israel): dass die Tage gezählt sind, bis die US/israelischen Vorräte an Luftabwehr-Raketen aufgebraucht sind. Um die super-teuren und komplexen US-Raketen wie Thaad (Stückpreis 11 Mio.$) und Patriot (2 bis 3 Mio.) in Volumen von einigen Hundert Stück zu ersetzen, werden Jahre vergehen. Aber auch dann können sie nur geliefert werden, wenn die Amerikaner auch die für die Produktion notwendigen „Seltenen Erden“ von China oder Russland bekommen. 

Ganz anders sieht das in Iran aus. Selbst seine fortschrittlichen Hyperschall-Raketenwaffen, eine Waffenart, bei der die USA um mindestens zwei technologische Generationen zurückliegen, werden vom Iran in seinen weitläufigen unterirdischen Rüstungsfabriken selbst produziert und die dazu notwendigen wichtigen Kleinteile - wie z.B. „seltene Erden“ – werden problemlos von China und Russland geliefert. Das heißt, Irans Raketenreserven werden kontinuierlich aufgefüllt und Teheran kann seinen „normalen Rhythmus“ der Angriffe viel länger als ein halbes Jahr aufrechterhalten. 

Wenn erstmal die US/israelische Raketenabwehr darniederliegt, dann werden sogar weniger komplexe, somit billigere Drohnen und ältere Modelle iranischer Raketen weitaus unbehinderte ihre Ziele in Israel und auf US-Basen in der Region finden. Ihre einzigen Gegner werden die US-produzierten israelischen und amerikanischen Kampfjets des Typs F-35 sein, die versuchen werden, die Drohnen rechtzeitig abzufangen. Das aber wird nicht mehr so einfach sein wie im Juni letzten Jahres, während des ersten brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen Iran. Denn diesmal hat der Iran als ersten Vergeltungsschritt alle amerikanischen Frühwarn-Radarsysteme auf den US-Basen in der Region in die Luft gejagt. Das wird die Aufgabe der Drohen-Jagd für die F-35 nicht einfacher machen. Nebenbei angemerkt: Jede F-35, die mit iranischen Drohnen beschäftigt ist, wird weder den Nordwesten des Irans noch Irak und Libanon bombardieren können.

Wenn die Reserven der US-amerikanischen und israelischen Luftabwehr-Raketen erschöpft sind, braucht Iran nur zwischen 20 bis 30 Raketen und 50 Drohnen gegen Israel abzufeuern, um Israel langsam, aber stetig in die Knie zu zwingen. Ins Visier genommen würden dabei u.a.:

Militärisch: die systematische Zerstörung militärischer Objekte; Militärbasen, Flug- und Seehäfen, militärische Hauptquartiere, Objekte der Rüstungsindustrie, Anlagen der Geheimdienste, Anlagen der militärischen Telekommunikation, Daten-Zentren und militärwissenschaftliche Institute und Designbüros. 

Wirtschaftlich: Raffinerien, Verteilerstationen der Gas-Leitungen, Dual-Use Industrieanlagen, Kraftwerke und elektrische Umspannungsanlagen, Knotenpunkte von Transportwegen, Busbahnhöfe, zivile Flughäfen, Banken, zivile wissenschaftliche Institute und Universitäten, Krankenhäuser, etc. 

Im Grunde genommen ist für Teheran all das ein legitimes Ziel, was Israel zuvor an zivilen Objekten in Teheran und anderen iranischen Städten zerstört hat. Bisher haben die Iraner gezeigt, dass sie es dem Gegner eins zu eins heimzahlen und ihn seine eigene Medizin schmecken lassen. Und je mehr Iran die Oberhand bekommt, desto schlimmer wird es für Israel und seine jüdische Bevölkerung werden. 

Etwa 85 Prozent der jüdischen Bevölkerung Israels lebt in drei Städten, die zudem eng beieinander liegen und die großen Versorgungsanlagen, Wasser, Energie, Telekommunikation, etc. miteinander verbunden sind. Umfragen einige Tage nach Beginn des brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen Iran haben ergeben, dass über 80 Prozent der jüdischen Bevölkerung den Überfall auf Iran unterstützten. Damals glaubten die Befragten noch an die Kriegspropaganda eines schnellen Sieges. Meines Wissens gibt es keine neueren Umfragen. Aber wir wissen, wie schon im Juni letzten Jahres Hundert Tausende von Israelis fluchtartig das Land verlassen haben, um den ständigen iranischen Vergeltungsschlägen und dem Leben in Schutzbunkern zu entkommen. Und damals war es bei weitem nicht so schlimm wie jetzt. Und es kann noch schlimmer kommen.

Man bedenke nur, was nach einem Monat iranischer Zermürbung alles passieren könnte. Bei täglich einigen Duzend iranischen Raketen- und Drohen-Angriffen, verteilt über 24 Stunden, müssten die Bewohner der 3 großen israelischen Städte Tag und Nacht in den Schutzbunkern verbringen. Denn die Frühwarnzeit bis zum iranischen Raketeneinschlag ist in diesem Krieg von 20 und mehr Minuten auf maximal 5 Minuten zusammengeschrumpft. Diese Zeit reicht nicht, um vom eigenen Apartment selbst einen nah gelegenen Luftschutzbunker zu erreichen. Und dann könnte das passieren, wovor sich die „Erez-Israel“, die Groß-Israel-Kriegsverbrecher am meisten fürchten, nämlich vor einer Massenflucht der einheimischen jüdischen Familien zu Verwandten in die USA und nach Europa. 

Wenn es tatsächlich so weit kommen sollte, dann stünde die Existenz des zionistischen Apartheit-Regimes und seiner Führungselite auf dem Spiel, die von der UNO des Genozids in Gaza beschuldigt wird. Dann aber würde es für die Region und die ganze Welt wirklich gefährlich werden, denn in dieser Situation trauen nicht wenige Analysten den zionistischen Verbrechern gegen die Menschlichkeit auch den Einsatz von Atomwaffen gegen Iran zu.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.youtube.com/watch?v=pJRmkd3H4DY

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Raketenabwehrrakete des "Iron Dome" startet.

Bildquelle: Hamara/ Shutterstock.com

(Auszug von RSS-Feed)

Kreuzzug von Armageddon gegen den Iran | Von Hermann Ploppa

12. März 2026 um 13:30

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Kreuzzug von Armageddon gegen den Iran | Von Hermann Ploppa
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Kreuzzug von Armageddon gegen den Iran | Von Hermann Ploppa

Es wird immer bizarrer. Offiziere des US-Streitkräfte erklären ihren Rekruten, Jesus habe Donald Trump gesalbt, damit der Präsident die biblische Endschlacht gegen die teuflischen Heerscharen anführt und gewinnt.

Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

Im Netz kursieren in den letzten Wochen vermehrt Berichte über eine extrem irrationale Motivation der US-Regierung, gegen den Iran in den Krieg zu ziehen. Christliche Fundamentalisten hätten die Trump-Administration gekapert. Trump habe den Krieg gegen den Iran aus religiösen Antrieben losgetreten. Erschreckende Selbstzeugnisse aus dem engeren Zirkel von Trump geben zu solchen Vermutungen durchaus reichlich Anlass.

Das ist leider zutreffend. Aber ein so großes Projekt wie die Durchführung eines Krieges lässt sich mit religiösem Dünkel alleine nicht erfolgreich durchführen. Zu viele, zum Teil sehr unterschiedliche Interessengruppen müssen an einem Strang ziehen. Die einschlägig vorbelasteten Finanzkreise müssen einverstanden sein. Die Industrie muss erkennen, dass sich so ein Abenteuer lohnt. Und vor allem weite Kreise der Bevölkerung müssen begeistert werden, Leib und Leben aufs Spiel zu setzen, mit ungewissem Ausgang. Im Iran-Krieg geht es nicht darum, dass die USA Öl-Vorkommen erobern. Denn die USA selber exportieren Öl in Hülle und Fülle. Eher geht es darum, den großen Herausforderer China von wichtigen Rohstoffen abzuschneiden. Dabei macht aber ein einfacher Blick auf den klug kalkulierten chinesischen Energie-Mix deutlich, dass China auch sehr gut ohne venezolanisches oder iranisches Öl weitermachen kann.

Sicher geht es aber darum, die Vorherrschaft der USA und Israels im Nahen Osten weiter auszubauen, indem man mit Iran den letzten großen Gegenspieler in der Region ausschaltet. Doch da wächst nun zur gleichen Zeit der Unmut in Trumps amerikanischer Heimatfront: mit dem Schwanz wedelt der Hund. Zu offenbar ist, dass die USA einen risikoreichen Krieg unterstützt, der vorrangig die Interessen der Netanyahu-Regierung bedient. So kommt es, dass der völkerrechtswidrige Überfall von USA und Israel gegen den friedlichen Nachbarn Iran in der US-Bevölkerung gar nicht gut ankommt. Nur 27 Prozent der befragten US-Bürger billigen Trumps Überfall auf den Iran (1). Dass die USA jeden Tag sage und schreibe 900 Millionen US-Dollar für den Iran-Krieg verpulvert, stößt angesichts der immer größer werdenden sozialen Probleme im amerikanischen Hinterland auf Zorn und Verbitterung (2). Im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern Bush Eins und Bush Zwei scharen sich die Amerikaner dieses Mal nicht hinter ihrem Staatsoberhaupt.

Das ficht aber den Trump Donald nicht an. Keck fordert er auch nach entschiedener Gegenwehr der Iraner von diesen weiterhin eine „bedingungslose Kapitulation“. Verbal knüpft Trump damit an die Forderungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg gegen Hitler-Deutschland und Japan an. Völlig verfehlt. Denn die Alliierten meinten damals die bedingungslose Kapitulation der politisch Verantwortlichen. Trump dagegen sagte in einem Interview:

„Bedingungslose Kapitulation meint: wir machen weiter bis sie [die Iraner] winseln: ‚Gnade, Onkel!‘ oder bis sie nicht mehr weiterkämpfen können oder so lange, bis keiner mehr da ist, der noch winseln kann … bis niemand mehr da ist, um zu kapitulieren.“ (3)

Das ist nun eher die Position von Adolf Hitler, der bereits in seinem Stammelwerk „Mein Kampf“ klarmachte, dass er die Slawen komplett vernichten wollte, um Platz für „rassereine Arier“ zu schaffen. Für die USA durchaus kein Novum, wenn man bedenkt, wie zunächst die Indianer ausgerottet wurden, um Platz zu schaffen für die europäischen Einwanderer. Jedoch ist eine solche Politik mit zivilisatorischen Standards nicht vereinbar. Wir können eindeutig die Offensive der Trumpisten als erklärten Bruch mit allen Konventionen der Neuzeit verstehen. Das macht Trumps Kriegsminister Pete Hegseth in einer Erklärung zum Iran-Krieg unmissverständlich deutlich, wenn er sagt:

„Wir fliegen über Iran, wir fliegen über Teheran. Fliegen über die Hauptstadt. Fliegen über die Stützpunkte der Revolutionsgarden. Iranische Führer schauen nach oben und sehen nur israelische und amerikanische Luftwaffe. Jede Minute. Jeden Tag. Bis wir entscheiden: es ist vorbei. Und sie können daran rein gar nichts ändern. Unsere Bombertypen B-2, B-52, B-1; Predator Drohnen, Jagdflieger beherrschen die Lüfte. Suchen sich Ziele aus. Tod und Zerstörung vom Himmel. Den ganzen Tag lang. Wir spielen um alles. Unsere Kampfflieger haben größtmögliche Vollmachten, höchstpersönlich garantiert vom Präsidenten und von mir. Unsere Einsatzregeln sind mutig, präzise, und bestimmt, amerikanische Macht zu entfesseln und nicht, um sie zu begrenzen. Es war nie geplant, einen fairen Kampf zu liefern. Es ist kein fairer Kampf. Wir verprügeln sie, wenn sie am Boden liegen. Und genauso soll es sein!“ (4)

Die Personalie Pete Hegseth lässt keinen Zweifel: es geht um religiösen Wahn. Denn Hegseth lässt sich gerne mit entblößtem Oberkörper ablichten. Und da sieht das staunende Publikum allerlei martialische Tätowierungen. Zum Beispiel auch das Motto: „Deus lo vult!“ Das ist mittelalterliches Latein und bedeutet einfach: „Gott will es!“ Ausgestoßen hat diesen Schlachtruf Papst Urban II. in Clermont im Jahre 1095. Damit begannen die Kreuzzüge in das Heilige Land mit dem Ziel, Jerusalem von den Muslimen zurückzuerobern. Und Pete Hegseth hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er sich im Kreuzzug 2.0 wähnt. Der erste Kreuzzug führte bekanntlich bereits im Jahre 1099 zur Eroberung von Jerusalem. Die christlichen Eroberer schlachteten die komplette Bevölkerung, Juden und Muslime, Männer, Frauen, Kinder, Greise, bestialisch ab. Die trunkenen Eroberer, so sagten es die Chronisten, wateten damals in einer Schlammlache von Blut. Das ist also das Vorbild für den amtierenden Kriegsminister der Vereinigten Staaten von Amerika. Gerne holt Hegseth für feierliche Anlässe den ultrakonservativen Pastor Douglas Wilson herbei. Der predigt zum Beispiel, dass Frauen für höhere Ämter völlig ungeeignet seien.

Wo wir gerade bei Hofpredigern sind: Donald Trump hat auf Steuerzahlerkosten seine geistliche Beraterin Paula White als amtliche Predigerin im Weißen Haus beschäftigt. Von dieser Evangelistin kursieren vollkommen dadaistische Reden auf Youtube, wo Frau White wild mit dem Arm um sich schlägt und immer wieder „zuschlagen, zuschlagen, zuschlagen!“ brüllt, dann in unverständliche Glossolalie übergeht (5). Die Frau hat sich mit ihren bizarren Darbietungen bereits Millionen von Dollar zusammen geschaufelt. Aktuell haben sich jetzt einige christlich-zionistische Pastoren im Oval Office um den Schreibtisch von Trump versammelt, um Trump die nötige spirituelle Kraft im Krieg gegen den Iran zuzufächeln. Paula White hat ihre Hand auf die Schultern ihres Schützlings Trump gelegt. Trump versinkt in ungewohnt religiöser Demut (6).

Reine Geschmacksfrage?

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Aber dieser Mummenschanz im Weißen Haus hat einen tieferen Hintergrund. Denn immer mehr Soldaten in allen Waffengattungen der US-amerikanischen Streitkräfte beschweren sich über ihre Dienstvorgesetzten. Letztere nämlich bläuen ihren Untergebenen immer häufiger ein, dass der Kriegseinsatz gegen den Iran kein gewöhnlicher Krieg ist, sondern ein religiös-spiritueller Endkampf der himmlischen Heerscharen gegen die Heerscharen des Teufels. Der ehemalige Luftwaffenoffizier Mickey Weinstein hat eine Stiftung gegründet, nämlich die Military Religious Freedom Foundation. Weinstein machte in seiner aktiven Zeit bei der Luftwaffe als Jude die Erfahrung, dass Juden und Muslime von christlichen Kameraden gehänselt und gemobbt wurden. So wurde Weinstein in der Kantine gefragt, wie er denn damit leben könne, Jesus Christus umgebracht zu haben? (7)

In seiner Stiftung setzt sich Weinstein jetzt für Toleranz und gegenseitige Achtung der Soldaten aus allen Religionen und Weltanschauungen ein. Weinsteins Stiftung ist die Anlaufstelle für diskriminierte und drangsalierte Soldaten. So haben ihn im aktuellen Irankrieg bereits über 200 Beschwerdebriefe erreicht. In einem Fall drängte der Kommandeur seine Leute,

„unseren Truppen zu sagen, dass dies alles Teil von Gottes göttlichem Plan sei, und er bezog sich dabei ausdrücklich auf zahlreiche Zitate aus der Offenbarung des Johannes, die sich auf Armageddon und die bevorstehende Wiederkunft Jesu Christi beziehen.“

Der Kommandeur fügte hinzu, dass

„Präsident Trump von Jesus gesalbt wurde, um im Iran das Signalfeuer zu entzünden, um Armageddon herbeizuführen und seine Rückkehr auf die Erde zu markieren“.

Und Weinstein fasst zusammen:

„Immer wenn Israel oder die USA im Nahen Osten involviert sind, hören wir diese Geschichten über christliche Nationalisten, die unsere Regierung und natürlich auch unser US-Militär übernommen haben“ (8)

John Hagee und die CUFI 

Hinter den Endzeit-Kommandeuren steht eine wenig bekannte, aber sehr mächtige Gemeinschaft. Die Rede ist von den christlichen Zionisten. Christentum und Zionismus schließen sich ja eigentlich gegenseitig aus. Jahrhundertelang nämlich haben die Christen ebenso brutale wie sadistische Feldzüge gegen Juden geführt. Pogrome und Verbrennungen fanden sodann ihren schaurigen Abschluss in den unbeschreiblichen Gräueln des Holocaust, die der Katholik Hitler anzustiften wusste. Auch in den USA waren Ausschreitungen gegen Juden an der Tagesordnung. Dann kam die Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre, die von Schwarzen und Juden gemeinsam angeführt wurde. Mittlerweile hat sich das Blatt total gewendet.

Denn evangelikale Prediger haben ihre Liebe für das Netanyahu-Regime entdeckt. Da gibt es zum Beispiel den Tele-Evangelisten John Hagee. Der Mann mit dem massigen Schädel hat ein Millionenvermögen gescheffelt mit medialen Predigten, die im Fernsehen übertragen werden. Unglaublich geschickt und mit perfider Berechnung wickelt er sein Publikum in meisterhafter Rhetorik um den Finger. Hagee wirbt für die israelische Regierung mit seiner Organisation Chritians United for Israel, also: Christen vereint für die Sache Israels.

Diese Organisation verfügt nach eigenen Angaben über zehn Millionen Mitglieder und unermessliche Geldmittel. Ähnlich wie die pro-israelische Lobbyorganisation American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) nimmt die CUFI massiv Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf die Politiker. Es sich mit Hagee und seiner CUFI zu verscherzen bedeutet, seine politische Karriere zu begraben. Es ist auf diese Weise kein Wunder, dass von den 535 Washingtoner Kongressabgeordneten allein 110 Abgeordnete dem evangelikalen Lager zuzuordnen sind (9).

Ein ganzer Ring von Organisationen dreht sich um Hagees CUFI. Es gibt das CUFI Trainingsprogramm auf dem Campus, mit 3.500 Studenten in 200 Universitätsgruppen. Jedes Jahr gibt es eine Event-Tournee mit der Großveranstaltung mit Namen „Night to Honor Israel“. In der ersten Amtsperiode von Trump war auch dessen Vizepräsident Mike Pence im Jahre 2017 beim Summit dabei. Für Frauen gibt es die Daughters of Zion. In enger Verbindung zur CUFI agiert das weltweit agierende Center for Jewish–Christian Understanding and Cooperation (CJCUC). Dem zugeordnet ist wiederum die International Christian Embassy Jerusalem (ICEJ).

Zentrale Aufgabe dieses ganzen christlich-zionistischen Flechtwerks ist es, die Netanyahu-Regierung in ihrem Bestreben nach einem Groß-Israel zu unterstützen. Insgesamt 3,3 Milliarden Dollar haben Hagees Jünger für das israelische Militär und die jüdischen Siedler gespendet. Die CUFI organisiert für ihre Mitglieder Reisen zur Westbank. In dem ehemals zu Jordanien gehörenden Gebiet vertreiben gerade jüdische Extremisten die Palästinenser von ihrem rechtmäßigen Eigentum. Zionistische Schlägertruppen dringen in die Häuser der Palästinenser ein und vertreiben sie. Die israelische Polizei unterstützt die Siedler bei ihrem verabscheuungswürdigen Treiben. Diese kriminellen Akte werden von der CUFI finanziert und der US-amerikanischen Öffentlichkeit schmackhaft gemacht.

John Hagee hat sich dennoch Ärger in den USA eingehandelt. Er erklärte in einem Interview, dass auch Adolf Hitler ein Teil von Gottes Plan gewesen sei. Er habe nämlich die Juden dazu gezwungen, in ihre wahre Heimat Palästina zurückzukehren (10). Und damit kommen wir zum Endzeitglauben der christlichen Zionisten.

Aus der Bibel leiten die christlichen Zionisten ab, dass die Juden aus der Verstreuung auf dem ganzen Erdball, der so genannten Diaspora, zurückkehren sollen nach Palästina. Und dort haben sie das Recht, alle anderen Völker zu vertreiben für ihr Groß-Israel. Sie erwarten dort die Endschlacht von Armageddon – den Kampf der Himmlischen Heerscharen gegen die Heerscharen der Bösen, der satanischen Kräfte. Es geht aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der christlichen Bibel, hervor, dass die Schlacht von Armageddon mit einem Sieg der Himmlischen Heerscharen ausgehen wird, ja: ausgehen muss.

Nun haben die Christen in früheren Zeiten durchaus auch die Juden als Teil der teuflischen Heerscharen angesehen. Das hat sich aber jetzt aus Gründen der politischen Zweckmäßigkeit radikal geändert. Denn die christlichen Zionisten treffen sich mit der jüdisch-zionistischen Konfession von Shabat Lubawitsch in der gemeinsamen Hoffnung auf ein baldiges Weltenende nach dem Erscheinen des Messias. Die Christen rechnen mit einem Comeback von Jesus Christus. Die Shabat-Juden rechnen ihrerseits mit dem Erscheinen des Messias, frei nach den Vorhersagen des alttestamentarischen Propheten Daniel. Beide Figuren verschmelzen zu ein und derselben politisch-strategischen Endzeitgestalt.

Shabat Lubawitsch-Prophet Mendel Schneerson hatte bereits im Jahre 1985 dem Nachwuchs-Politiker Benjamin Netanyahu gesagt, dass er der letzte Regierungschef Israels werden soll (11). Nach Netanyahu kommt dann nur noch der Messias. Und damit das Weltenende.

Das ist die Software, die offenkundig die Psychotiker in den Kommandozentralen der USA und Israels gleichermaßen antreibt. Anstatt darauf hinzuarbeiten, unsere wunderbare Welt zu erhalten, zu pflegen und zu verbessern, fällt diesen gestörten epsteinisierten Eliten nichts anderes mehr ein, als alles kaputt zu machen – im Namen einer wahnhaften Phantasiewelt.

Es ist höchste Zeit, diesem Irrsinn Einhalt zu gebieten.

Quellen und Anmerkungen

(1)  https://eu.oklahoman.com/story/news/politics/2026/03/10/donald-trump-approval-ratings-as-iran-war-intensifies-what-polls-say/89080865007/

(2) https://www.youtube.com/watch?v=Q6-mKCAB4Po

(3) https://www.youtube.com/shorts/yqcV8Hrnipo

(4) https://www.youtube.com/shorts/lqxYdhYohGY

(5) https://www.youtube.com/watch?v=vyZpJX7Ww0M

(6) https://www.youtube.com/watch?v=kcysQmPQvbs

(7) https://www.youtube.com/watch?v=yijk3N1t7yo

(8) https://www.theguardian.com/world/2026/mar/03/us-israel-iran-war-christian-rhetoric

(9) https://www.youtube.com/watch?v=IhT7oyDlBIk

(10) https://transcripts.cnn.com/show/sitroom/date/2008-05-22/segment/01?utm_source=chatgpt.com

(11) https://apolut.net/netanyahu-der-zerstoerer-von-hermann-ploppa/

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Hermann Ploppa ist Politologe und Publizist. Kürzlich erschien von Ploppa das Buch „Der Neue Feudalismus – Privatisierung, Blackrock, Plattformkapitalismus“. Da Amazon das Buch noch nicht führt, kann es am besten beim Autor bestellt werden unter: [email protected]

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bild: Shutterstock AI

Bildquelle: König Jesus sitzt auf dem goldenen Thron und überreicht Präsident Donald Trump als Weltpräsidenten einen Stab (mit Weltkarte). 

 

 

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