Die Straßenbahn kommt, ausnahmsweise pünktlich um 07:22 Uhr. Zwanzig Personen stehen am Bahnsteig, zitternd vor Kälte, die Schultern hochgezogen, der Atem sichtbar. Berlin im Februar eben. Doch die Bahn hält nicht. Sie ist leer, sie ist warm, und sie fährt einfach durch. Und wer auf einen Bus wartet, der hat auch Pech: sie bleiben ebenfalls in der Garage.
Das sind die Folterwerkzeuge der Gewerkschaft ver.di. Opfer sind die Bürger, nicht der Bürgermeister. Wer an diesem Morgen friert, friert nicht zufällig, sondern systematisch. Kälte wird als Folter eingesetzt. Sie soll wirken, sie soll drücken, sie soll mürbe machen – nur leider bei den Falschen. Verdi will saftige Lohnerhöhungen und mehr Urlaub durchdrücken.
Damit die stromführenden Oberleitungen nicht wieder einfrieren, werden die Bahnen spazieren gefahren, aber ohne Fahrgäste, denn es ist heute Streik.
Was sich hier zeigt, ist kein Warnstreik im klassischen Sinne, sondern eine sorgfältig konstruierte Demonstration der Macht. Die Bahn fährt, weil die Technik Bewegung verlangt. Die Menschen dürfen warten, weil sie offenbar warten können. Oberleitungen erhalten Frostschutz. Metall wird geschützt, der Mensch wird verwaltet und gedemütigt.
Die Berliner Verkehrsbetriebe und Verdi haben sich darauf verständigt, die Bahnen nicht anhalten zu lassen. Verständigt – als habe man gemeinsam beschlossen, wessen Leid politisch verwertbar ist. Der Streik soll Druck erzeugen, also muss jemand ihn spüren. Gespürt wird nicht in den Chefetagen, nicht im Rathaus. Am Bahnsteig, morgens um halb acht, wenn die Arbeit ruft, werden die Bürger über die künftige Landtagswahl nachdenken.
Der Tramfahrer sitzt derweil in der warmen Tram, grinst aus dem Fenster, tariflich korrekt temperiert. Am Alexanderplatz rollt eine solche Geisterbahn vorbei, fotografiert von Agenturen, weil selbst abgebrühte Beobachter instinktiv spüren, dass hier etwas grundlegend aus dem Lot geraten ist. Eine Hauptstadt, die ihre Bürger stehen lässt, während sie leere, beheizte Fahrzeuge demonstrativ durchschickt, sendet eine klare Botschaft: Öffentlichkeit ist uns schlicht egal.
So fährt Berlin an diesem Morgen nicht einfach an seinen Bürgern vorbei, sondern über sie hinweg. Die Straßenbahn verschwindet im Wintergrau, die Heizung summt zufrieden, die Oberleitung ist gerettet. Zurück bleibt eine Stadt, die sich selbst erklärt hat, dass korrektes Verfahren wichtiger ist als Anstand.
Das ist kein Arbeitskampf mehr. Das ist kalte Machtausübung auf dem Rücken der Bürger.
Bevor die Menschen in Wohnungen, die bislang mit Gas oder Fernwärme beheizt wurden, erfrieren, werden sie umgesiedelt. Sie werden zu Binnenflüchtlingen, zu einer Landverschickung der neuen Generation. Wohin werden sie umgesiedelt? Zu Menschen, die noch einen Bioverbrenner, sprich Holz- und Kohleofen betreiben, wie die Vorfahren.
Doch nur noch rund 18 Prozent der Haushalte verfügen über einen Holz- oder Kohleofen. Wer einen solchen Ofen besitzt, weiß, was zu tun ist. Im Sommer werden Baumstämme zersägt, dann mit der Axt gespalten und zum Trocknen aufgeschichtet. Das macht man nicht aus Freude, sondern aus Erfahrung. Holz fällt nicht vom Himmel, und es brennt nur dann ordentlich, wenn man sich rechtzeitig darum gekümmert hat.
Holz vor der Hütte ist kein Schmuck, sondern Vorrat. Jeder Hausbesitzer wusste früher, wie viele Kubikmeter Holz und wie viele Zentner Kohlebriketts nötig waren, um über den Winter zu kommen. Kochen ist wichtig, besonders, wenn Kinder im Haus sind.
Der Autor dieses Textes, geboren im Januar 1954 in Bayerisch-Schwaben, erinnert sich gut daran: Der Holzofen in der Küche brannte immer. Tagsüber sowieso, abends wurden große Buchenscheite nachgelegt, die morgens noch glimmten. Die Küche war der einzige beheizte Raum. Die Schlafzimmer im ersten Stock hatten keinen Ofen. Dafür gab es dicke Daunendecken. Für die ganz Kleinen und für Oma kam eine kupferne Wärmflasche eine Stunde vor dem Schlafengehen ins Bett. So haben wir Winter mit minus 25 Grad überlebt.
Heute reichen minus fünf Grad, und nichts funktioniert mehr. Die Oberleitungen der Berliner Straßenbahnen frieren ein, der Verkehr steht. Die Elektrobusse bleiben liegen. Die Batterien machen nicht mit. Auch E-Autos kommen nicht weit. Vorbei ist es mit dem Schönrechnen. Das Elektrowunder wird zum Rohrkrepierer.
Brennholz vorzubereiten ist Knochenarbeit. Statt Fitnessstudio wurde gesägt, gehackt und gestapelt. Wer klug war, tat das zwei Jahre im Voraus, denn trockenes Holz brennt besser. Zum Anzünden gab es keine chemischen Anzünder. Wir nahmen Reisig. Die Äste, die zu klein für Brennholz waren, und das Tannengrün wurden auf etwa 30 Zentimeter Länge gehackt, zu Bündeln geschnürt und ebenfalls in der Holzhütte gestapelt. Das trocknete schnell, und wenige Teile ließen sich mit einem Stück Zeitungspapier im Ofen anzünden. Schon damals gab es sinnvolle Verwendungen für die Mainstreampresse.
Nach dem Krieg wurden Menschen, in unserem Fall aus Schlesien, einfach einquartiert. Per Bescheid. Bei uns war es Frau Dengler. Eine nette Frau, die wir vorher nicht kannten. Sie bekam ein Zimmer, lebte mit uns, aß mit uns und hütete zusammen mit der Großmutter die Kinderschar. Das war keine freiwillige Wohngemeinschaft, sondern eine Anordnung. Aber sie funktionierte.
Es würde daher nicht wundern, wenn Menschen aus kalten Wohnungen zwangsweise bei Holzofenbesitzern untergebracht würden. Sie wären Binnenflüchtlinge im eigenen Land. Eine Landverschickung, nicht aus Krieg, sondern aus Energieknappheit. Der Rucksack wäre schnell gepackt. Feldbetten würden in Zimmern und im Flur aufgestellt. Man rückte zusammen. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Notwendigkeit.
Natürlich geschähe das nicht ohne Geld. Der Staat kennt solche Regelungen. Die Entschädigung läge bei 72 Euro pro Person und Tag. Das ist der Satz, der auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen angewandt wird. Eine einquartierte Familie mit vier Personen, untergebracht auf Feldbetten im Wohnzimmer, brächte dem Holzofenbesitzer 288 Euro pro Tag.
Man säße zusammen in der Wohnküche, näher am Herd, tränke Tee und sprach über frühere Zeiten. Über Winter, die kälter waren. Über Wohnungen ohne Zentralheizung. Über eine Zeit, in der man wusste, dass Wärme Arbeit macht.
Und über politische Differenzen, dadurch entstünde zusätzliche Wärme.
Der Kult-Slogan wird zur Hetze umgedreht: Die linke NGO „Campact“ versucht Müller-Milch mit Millionen Aufklebern und Plakaten zu boykottieren. Eine Hassmethode wie „Kauft nicht bei Juden“, nur linksgrün im neuen Kleide. Ein Skandal!
„Campact“ überschwemmt Deutschland mit 2,2 Mio. Aufklebern und 28.000 Plakaten gegen Theo Müller: „Alles AfD oder was?“, weil er Weidel mag. Das ist Boykott-Terror am Regal wie in dunklen Zeiten. Ab April 1933 hat man den Hass an Schaufensterscheiben gemalt, um Kunden vom Kauf abzuhalten.
„Alles Müller, oder was?“, der alte Werbe-Ohrwurm wird von Campact zur Waffe: „Alles AfD oder was?“ prangt auf 28.000 Plakaten in 14 Städten und 2,2 Millionen Stickern, die Verbraucher auf Müller-Produkte kleben sollen. Ziel: Kauft nicht bei Müller! Weil der Milliardär AfD-Chefin Alice Weidel als „Freundin“ bezeichnet, mit ihr posiert (Bayreuth, Cannes) und die AfD nicht verteufelt. Beweise für Spenden oder Mitgliedschaft? Fehlanzeige! Trotzdem: Diffamierung als „Unterstützer der AfD“. Das Traurige: „Kauft nicht bei Juden“ wird heute zurecht verurteilt, hier taucht die Methode wieder auf, nur gegen politisch Andersdenkende.
Campact tarnt sich als NGO, pumpt aber Millionen in die Kampagne. Pikant: eng verflochten mit HateAid (50 %-Beteiligung). Deren Chefs Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon sind seit Dezember 2025 mit einem US-Einreiseverbot, als „radikale Aktivisten“ und Zensur-Treiber gebrandmarkt. HateAid kassierte 2024 über 699.000 € vom Familienministerium. Das ist unser Steuergeld in Kampagnen gegen die AfD.
Der 86-Jährige lässt das nicht auf sich sitzen: Via Anwalt Christian Schertz Unterlassungsaufforderung an Campact Die AfD, seit sechs Monaten in Umfragen vor der CDU, wird im Supermarkt bek#mpft,. Und nun wird der Wahlkampf ans Joghurt-Regal verlagert: Wer nicht links ist, soll boykottiert werden. Wenn das durchgeht, ist morgen jeder dran, der Fleisch von Bauern aus Thüringen, Sachsen oder Sachsen-Anhalt kauft. Sind dann im nächsten Schritt auch die Brauereien am Pranger?
Das ist kein Protest, das ist roter Mob 2.0!. Theo Müller, der in Deutschland 33.000 Menschen an 20 Produktionsstandorten beshäftigt, kämpft nicht nur für seine Milch, er kämpft für deine Freiheit, frei zu denken, frei zu kaufen. Buttermilch im Magen soll ja die geistige Klarheit fördern. Ein Werbegag wäre, wenn Campact 10.000 Flaschen Buttermilch vor die Bürotür gestellt bekäme. Ob man sie wegschütten oder an bedürftige SPD-Genossen verschenken würde?
Was sagt ihr: Ist das noch Demokratie oder schon DDR- und Nazi-Methoden?
Was für Bankkunden eigentlich als unmöglich erscheint, nähert sich 2026 sehr praktisch der Realität.
Banken gelten als sicher. Als Bollwerk. Als Ort, an dem Geld nicht verschwindet, sondern verwahrt wird. Doch dieses Bild bröckelt gewaltig. Die Wahrheit ist schlicht und unbequem:
Die Banken haben sich verzockt.
Viel Geld verdienen Banken heute nicht mehr mit Sparbüchern oder Girokonten. Dort ist kaum noch etwas zu holen. Die großen Gewinne entstehen anderswo: im Aktienhandel, bei Kurswetten – und bei Edelmetallverträgen, also bei Gold und Silber.
Was für Kunden nach einer soliden Wertanlage klingt, ist für Banken oft ein riskantes Spiel mit festen Versprechen und offenem Ausgang. Wie dieses Spiel funktioniert – und warum es gefährlich ist – lässt sich an einem einfachen Beispiel erklären.
Ein Beispiel:
Stellen wir uns eine große Bank vor. Keine Namen. Einfach „die Bank“.
Schritt 1: Die Bank verkauft Lieferverträge (Edelmetallkontrakte).
Im Jahr 2024 verkauft die Bank sogenannte Lieferverträge mit festem Termin und festem Preis.
Konkret (realistische Preise 2024):
– 10.000 Silber-Lieferverträge
Preis pro Vertrag: 20.000 Euro (entspricht ca. 28 USD/Unze Durchschnitt 2024)
Einnahmen: 200 Millionen Euro
– 10.000 Gold-Lieferverträge
Preis pro Vertrag: 70.000 Euro (entspricht ca. 2.389 USD/Unze Durchschnitt 2024, umgerechnet)
Einnahmen: 700 Millionen Euro
Zusammen kassiert die Bank sofort: 900 Millionen Euro.
Wichtig: Der Kunde zahlt sofort. Die Bank verspricht im Gegenzug:
> „Am festen Termin – z. B. 15. Februar 2026 – liefern wir echtes Gold oder echtes Silber zu genau diesem Preis.“
Schritt 2: Die Bank kauft das Metall nicht
Kein Gold im Tresor. Kein Silber im Tresor.
Der Gedanke: „Gold und Silber steigen nicht stark. Wir kaufen später günstiger ein.“
Das ist keine Absicherung. Das ist eine Wette.
Schritt 3: Die Preise explodieren
Wir springen ins Jahr 2026 (Stand Ende Januar 2026, ca. 29. Januar):
– Silber: von ca. 28 USD/Unze (2024-Durchschnitt) auf ca. 117–118 USD/Unze → + ca. 320 %
– Gold: von ca. 2.389 USD/Unze (2024-Durchschnitt) auf ca. 5.500 USD/Unze → + ca. 130 %
Das heißt konkret (umgerechnet in Euro-Vertragswerte, bei aktuellem Wechselkurs ca. 1 EUR ≈ 1.19 USD):
– Ein Silbervertrag ist jetzt ca. 80.000 Euro wert (starke Schwankung: 75.000–85.000 Euro je nach Tag)
– Ein Goldvertrag ist jetzt ca. 155.000 Euro wert (Schwankung: 150.000–160.000 Euro)
Schritt 4: Was der Kunde am Stichtag verlangen kann
Am 15. Februar 2026 hat der Kunde ein klares Recht:
Möglichkeit 1: Lieferung des Metalls
Echtes Gold oder echtes Silber – zum alten Preis von 2024. Das Risiko trägt die Bank.
Möglichkeit 2: Auszahlung in Geld
Kann oder will die Bank nicht liefern, muss sie den aktuellen Marktwert auszahlen:
Beispiel Silber:
Kaufpreis 2024: 20.000 Euro
Marktwert 2026: 80.000 Euro
Auszahlung: 80.000 Euro (bei vielen Forward-/Future-ähnlichen Verträgen mit Barausgleich der volle Wert).
Beispiel Gold:
Kaufpreis 2024: 70.000 Euro
Marktwert 2026: 155.000 Euro
Auszahlung: 155.000 Euro (nicht nur die Differenz, sondern der volle aktuelle Wert – das volle Risiko liegt bei der Bank).
Schritt 5: Die Falle schnappt zu
Für die Bank macht es keinen Unterschied:
– Liefert sie Metall → muss sie es teuer einkaufen
– Zahlt sie Geld → überweist sie den vollen Marktwert
Sie hat aber nur den alten Preis kassiert.
Verlust pro Silbervertrag (Beispiel): ca. 60.000 Euro (bei 80.000 Euro Marktwert; Schwankung: 55.000–65.000 Euro)
Verlust pro Goldvertrag (Beispiel): ca. 85.000 Euro (bei 155.000 Euro Marktwert; Schwankung: 80.000–90.000 Euro)
Gesamtverlust (bei 20.000 Verträgen):
– Bei Silber: 10.000 × 60.000 Euro = 600 Millionen Euro
– Bei Gold: 10.000 × 85.000 Euro = 850 Millionen Euro
– Zusammen: ca. 1,45 Milliarden Euro (bei aktuellen Preisen; bei Schwankungen nach oben bis zu 1,6 Milliarden Euro, nach unten bis ca. 1,35 Milliarden Euro möglich – je nach exaktem Stichtag und Wechselkurs).
Und das war nur ein winziges Beispiel. Große Banken handeln mit Hunderttausenden oder Millionen solcher Kontrakte – dann gehen die Verluste schnell in die zig Milliarden.
Kann eine Bank daran pleitegehen?
Kurze Antwort: Ja.
Banken arbeiten mit wenig Eigenkapital. Solche Verluste fressen es blitzschnell auf. Fehlt Vertrauen → Kunden ziehen Geld ab → andere Banken leihen nichts mehr → Bank-Run. Ende.
Die bittere Wahrheit:
Gold und Silber sind nicht das Problem.
Das Problem ist ein System, das mehr verspricht, als es besitzt.
Solange die Preise ruhig bleiben, merkt niemand etwas. Steigen sie stark (wie 2025/2026 passiert), zeigt sich, wie dünn die Decke ist.
Oder ganz einfach:
Wer mehr Gold und Silber verkauft, als er liefern kann, spielt nicht Bank – er spielt Roulette mit dem Geld der Kunden.
Die Preise für Gold und Silber explodieren. Reine Angst treibt die Menschen in Edelmetalle. Was jahrzehntelang als langweilig galt, wird zur letzten Zuflucht. Das Papiergeldsystem beginnt zu wanken, und viele spüren es früher, als sie es erklären könnten. Und die Mäuse unterm Bett sind nicht Schuld, wenn das Ersparte ausfranst.
31,103 Gramm, rund, handlich, passt in jede Geldbörse und liegt schwer in der Hand. Plötzlich hält man etwas, das nicht lügt. Nur Metall, das seit Jahrtausenden seinen Wert hat.
Was wir gerade erleben, ist ein Vorbeben. Die Menschen spüren es im Bauch, lange bevor auf den Bildschirmen die Charts tanzen wie Teufelchen. Gold notiert bei knapp 5000 Dollar je Unze, Silber steht über 100 Dollar. Das ist keine Verschwörungstheorie, das sind Kurse.
Gold und Silber galten Jahrzehnte als langweilig. Sie werfen keine Zinsen ab, sie zahlen keine Dividenden, sie erzählen keine Wachstumsstory. Während Aktien gefeiert wurden und Immobilienpreise explodierten, lagen Edelmetalle scheinbar reglos in den Tresoren der Geduldigen oder in der vergrabenen Kiste im Garten. Sie rosten nicht und entziehen sich staatlichem Zugriff.
Und dann kippt etwas. Nach Jahren des seitlichen Dahindümpelns kennen beide Metalle plötzlich nur noch eine Richtung. Nach oben. Wie ein Damm, der lange gehalten hat und dann unter dem Druck nachgibt. Nicht wegen eines einzelnen Ereignisses, sondern weil plötzlich alle zugreifen wollen, weil alle sich fürchten, dass Euros und Dollars Brennmaterial werden könnten, so wie 1923 schon einmal.
Das Rad der Wirtschaft gleicht dem Steuerrad eines Ozeandampfers. Wer dort falsch lenkt, gefährdet nicht nur den Kurs, sondern das ganze Schiff und die Reederei gleich mit. Gedreht haben es jene, die nie persönlich haften. Politiker und Beamte, die Entscheidungen treffen, Schuldenberge als Sondervermögen bezeichnen, deren Folgen sie selbst nicht tragen müssen. Und auch nie könnten. Wir könnten sie auch nicht in Haftung nehmen. Jahrelang wurde Geld gedruckt, als gäbe es kein Morgen. Billionen um Billionen. Zinsen wurden künstlich auf null gedrückt oder darunter. Schulden wuchsen zu Bergen, die niemand mehr ernsthaft zurückzahlen will. Die Rechnung landet beim Sparer als Geldentwertung.
Es ist Angst, die diesen Markt treibt. Die Angst vor Kontrollverlust. Die Angst existiert real, dass Vertrauen in Papiergeld und Staatsanleichen schneller zerbröselt, als ein Keks in der Hosentasche.
Das Schreiben und das Lesen ist nie mein Ding gewesen, singt der Schweinefürst in der Operette Der Zigeunerbaron. Mittlerweile greift dieses Unvermögen auch in Berlin um sich. Es wird nicht bedauert, sondern zur Norm erklärt. Die Folgen dieser Bildung sehen wir in Gesetzestexten, Behördenbriefen und in der Presse, oder schreibt man presse klein oder mit scharfem S?
An Berliner Gymnasien werden deutsche Literaturklassiker zunehmend in vereinfachter Sprache gelesen. Goethe, Schiller, Lessing. Texte, die einmal dazu da waren, jungen Menschen beizubringen, dass Denken Arbeit macht, werden sprachlich entschärft. Nicht als Ausnahme. Nicht als Notbehelf. Sondern ganz offiziell. Faust ohne Faust. Handlung statt Sprache. Inhaltsangabe statt Auseinandersetzung.
Wie Focus Online am 11. Januar 2026 berichtet, greifen Lehrkräfte zu diesen Fassungen, weil viele Schüler mit den Originaltexten nicht mehr zurechtkommen. Auch in höheren Klassen. Alte Sprache gilt als sperrig. Längere Sätze als Zumutung. Gedankengänge, die sich nicht sofort erschließen, als Risiko für den Unterrichtsablauf. Also wird nicht geübt, sondern angepasst. Nicht erklärt, sondern verkürzt.
Ein Verlag liefert dafür das passende Material. Die Reihe heißt „Einfach klassisch“. Behutsam gekürzt, sprachlich vereinfacht, mit dem Versprechen höherer Lesemotivation. Was für Haupt- und Gesamtschulen gedacht war, steht heute im Gymnasium als Klassensatz im Regal. Eine Berliner Deutschlehrerin sagt offen, sie nutze diese Ausgaben vor allem aus Zeitgründen. Es gehe ihr um die Handlung, nicht um die Sprache.
Man muss diesen Satz wirken lassen. Nicht um die Sprache. Also nicht um das Denken. Nicht um Rhythmus, Klang, Widerstand. Sondern um den bloßen Ablauf. Wer tritt auf. Wer liebt wen. Wer stirbt. Literatur reduziert auf den nackten Plot.
Einige Lehrer melden Zweifel an. Sie fragen, ob man den Schülern wirklich nichts mehr zutraut. Ob man ihnen die Schönheit und auch die Härte klassischer Sprache nicht mehr zumuten will. Der Vergleich mit der Musik liegt nahe. Niemand käme auf die Idee, Mozart zu vereinfachen, indem man Noten streicht. In der Literatur scheint genau das inzwischen als fortschrittlich zu gelten.
Was hier als Pragmatismus verkauft wird, ist eine Kapitulation. Nicht vor Goethe. Sondern vor der Aufgabe. Das Gymnasium war einmal der Ort, an dem man lernen durfte, sich anzustrengen. Heute wird der Text verkleinert, damit er in die Aufmerksamkeit passt. Die Sprache wird reduziert, damit sie niemandem mehr wehtut. Unvermögen wird nicht mehr überwunden, sondern verwaltet.
Wie das Ergebnis aussieht, muss man nicht diskutieren. Man kann es zeigen.
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Beispiel aus der Feder des Autors:
Goethes Faust in einfacher Sprache
Faust ist ein Mann.
Er hat viel gelernt.
Er hat viele Bücher gelesen.
Trotzdem ist Faust nicht zufrieden.
Er denkt:
Ich weiß zu wenig.
Das Leben ist schwierig.
Faust sitzt in seinem Zimmer.
Es ist Nacht.
Er ist traurig.
Faust sagt:
Ich bin schlau.
Aber ich bin nicht glücklich.
Faust denkt über den Tod nach.
Das findet er kurz gut.
Dann hört er draußen Menschen singen.
Faust denkt:
Vielleicht ist das Leben doch noch okay.
Plötzlich kommt Mephisto.
Mephisto ist der Teufel.
Er ist klug und frech.
Mephisto sagt:
Ich kann dir helfen.
Faust sagt:
Gut.
Sie machen einen Vertrag.
Faust bekommt ein besseres Leben.
Der Teufel bekommt seine Seele.
Später.
Faust trifft Gretchen.
Gretchen ist jung.
Sie ist nett.
Sie verlieben sich.
Es gibt Probleme.
Am Ende ist alles sehr traurig.
Faust lebt weiter.
Er erlebt viel.
Er denkt weiter nach.
Das ist Faust.
Donald Trump macht das, was er immer macht, wenn er ein System für kaputt hält. Er wartet nicht auf Reformpapiere, er gründet etwas Neues. Während sich die politische Weltelite in Davos die Hände schüttelt, Visitenkarten tauscht und über „globale Herausforderungen“ spricht, trommelt Trump für eine Alternativ-UNO. Nicht in New York, nicht im Glaspalast der Vereinten Nationen, sondern dort, wo Macht, Geld und Entscheidungsfähigkeit ohnehin schon dicht gedrängt sitzen.
New York ist das Mausoleum der Weltpolitik. Dort liegt die UNO seit Jahren bewegungslos. Sicherheitsrat, Vetomächte, endlose Sitzungen, endlose Resolutionen und am Ende doch wieder Krieg. Trump weiß, dass er von der UNO nichts erwarten kann. Also lässt er die Stadt links liegen und spart sich gleich die diplomatische Leichenstarre.
Davos ist kein heiliger Ort, sondern ein sehr praktischer. Die Staatschefs sind da. Die Regierungschefs sind da. Die Wirtschaftslenker sind da. Die Investoren sind da. Er stellt sich einfach in die Mitte und sagt sinngemäß: Wenn ihr Frieden wollt, dann nicht über Sonntagsreden, sondern über Interessen. Genau das ist Trumps Chuzpe. Und diese klare undiplomatische Ansage wird verstanden.
Trumps „Friedensrat“ ist als Gegenmodell zur UNO gedacht. Keine Vetorechte aus dem Jahr 1945, keine fünf Dauerblockierer, keine moralischen Großauftritte bei gleichzeitiger Wirkungslosigkeit. Trump will Staaten am Tisch, die zahlen können, die Macht haben und die im Zweifel auch liefern müssen. Frieden als Geschäft, nicht als Tagesordnungspunkt.
Nach den bisherigen Informationen soll der Beitritt für die meisten Staaten zunächst kostenlos oder sehr günstig möglich sein. Wer jedoch einen dauerhaften Sitz im Board of Peace (Friedensrat) erhalten möchte, muss eine Aufnahmegebühr von mindestens einer Milliarde US-Dollar in bar innerhalb der ersten zwölf Monate leisten. Dieses Geld soll unter anderem in den Wiederaufbau von Gaza fließen, dient aber vor allem der Finanzierung einer neuen, handlungsfähigen globalen Sicherheitsarchitektur.
Dass dieser Vorstoß ausgerechnet in Davos erfolgt, ist mehr als nur cleveres Timing. Es ist ein Seitenhieb auf die alte Weltordnung. Während in New York noch darüber diskutiert wird, wer zuerst reden darf, setzt Trump auf den Ort, an dem Entscheidungen vorbereitet werden, bevor sie offiziell werden. Das Weltwirtschaftsforum ist nur die Kulisse. Trump benutzt den Ort, nicht die Organisation. Genau das macht den Unterschied.
Ob dieser Friedensrat am Ende funktioniert oder grandios scheitert, wird man sehen. Aber eines steht fest: Trump zwingt die Welt, wieder über Macht, Interessen und Ordnung zu reden, statt sich hinter wohlklingenden Floskeln zu verstecken. Und allein dafür dürfte es in New York schon wieder sehr still geworden sein.
Die USA werden eine Parallelinstitution zur UN gründen, einen Friedensrat. Putin ist eingeladen, Merz auch, Macron hat bereits abgesagt. Trump kündigte daraufhin 200% Zoll auf Frankreichs Weine und Champagner an und dass Macron in wenigen Monaten aus dem Amt scheidet.
— Zentrale Ermittlungsstelle (@ZentraleV) January 20, 2026pic.twitter.com/Lt5gCJroy5
Die Entfernung zwischen Laura, meiner Lieblingskuh und der Wohnküche betrug weniger als zehn Meter. Unsere Mutter brachte frisch gemolkene Milch, erhitzte sie und goss sie in große Tassen. Wir drei Buben gaben Kaba hinein. Den Hefezopf mit Rosinen haben wir so lange eingebrockt, bis die Löffel senkrecht standen. So gestärkt gingen wir zur Schule, die gerade einmal vierhundert Meter entfernt war. Milch hatte damals ein Gesicht, ein Fell und einen Namen.
Forscher aus Israel haben Bakterien genetisch verändert. Gene, die innerhalb der Kuh dafür sorgen, dass aus Gras und Heu Milcheiweiß entsteht, wurden in diese Mikroorganismen eingebaut. Billionen dieser Bakterien schwimmen nun in großen Behältern. Sie werden mit Zucker gefüttert, aus gentechnisch verändertem Mais, weil er preiswerter ist.
Vorne kam Gras und Heu hinein. Die Milch kam aber nicht freiwillig heraus. Sie musste gemolken werden, mit der Hand oder mit der Maschine. Doch damit ist bald Schluss.
In den USA und in Kanada ist diese neuartige Milch bereits zugelassen. Sie nennt sich Re-Milk, was nichts anderes heißt als nachgemachte Milch. In der Europäischen Union läuft das Zulassungsverfahren noch. In den großen Tanks fressen die Bakterien dann Zuckerm, kein Gras oder Heu. Das Ausscheidungsprodukt der Bakterien ist chemisch so ähnlich wie Milcheiweiß. Daraus wird dann ein Getränk hergestellt, das aussieht wie Milch. Prost Mahlzeit.
Die Begründung für diesen Umbau lautet Klima. Kühe erzeugen Abgase. Die einen riecht man, die anderen entweichen durch das Maul, vor allem Methan. Methan gilt als besonders klimaschädlich. Millionen Kühe werden so zum Problem erklärt. Die Lösung ist einfach. Die Kuh muss weg. Am besten gleich zum Metzger.
Wir haben gesehen, wie Gentechnik ohne ausreichende Tests in Impfungen verwendet wurde. Was hindert diese Forschung daran, die umgebauten Bakterien auch zur Herstellung von Gen-Medikamenten zu nutzen? Stoffe, die wir morgens in den Kaffee schütten oder mit Kaba trinken. Und wer Zweifel anmeldet, gilt als gestrig.
Fröhliche neue Welt.
Am 13. Januar 2026 erschien in der Washington Post ein bemerkenswerter pro-AfD-Artikel. Hatte Jeff Bezos, der zudem auch Eigentümer von Amazon ist, leise gehüstelt?
Als deutscher Leser hielt ich unwillkürlich inne. Nicht wegen einer zugespitzten Überschrift, sondern gerade wegen der ruhigen Selbstverständlichkeit, mit der dort über Deutschland geschrieben wird. Beschrieben wird darin, dass die AfD nach Einschätzung der Zeitung reale Chancen habe, in absehbarer Zeit Regierungsverantwortung zu übernehmen. Diese Einschätzung wird nicht als Gedankenspiel formuliert Das Jahr 2026 wird dabei ausdrücklich genannt. Ich lese also weiter.
Die Washington Post, gegründet im Jahr 1877, ist beileibe keine rechte Zeitung. Sie gehört seit Jahrzehnten zum liberalen Kern der amerikanischen Presse, steht politischen Institutionen nahe und hatte im letzten US-Wahlkampf offen Stellung gegen Donald Trump bezogen. Umso bemerkenswerter ist es, dass ausgerechnet dieses Blatt zu einer solchen Einschätzung gelangt. Beim ersten Lesen kam mir der Gedanke, dass hier vielleicht etwas aus dem Zusammenhang gerissen worden sein könnte. Also las ich den Text ein zweites und ein drittes Mal, ruhig und aufmerksam, Zeile für Zeile.
Der Text liest sich wie eine nüchterne Bestandsaufnahme aus der Distanz. Erwähnt werden mehrere Jahre wirtschaftlicher Stagnation, eine Regierungskoalition mit erkennbaren Spannungen sowie eine wachsende Distanz zwischen politischer Führung und Bevölkerung. Diese Punkte werden nicht ausgeschmückt, sondern schlicht aneinandergereiht, so wie man Werte notiert, um sich ein Bild vom Zustand eines Patienten zu machen.
In dieser Darstellung wird die AfD nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer größeren Bewegung beschrieben, die sich über längere Zeit aufgebaut hat und nun sichtbar wird. Ein Satz, der in Deutschland von der regierungstreuen Presse so kaum gedruckt würde.In diesem Zusammenhang zitiert die Washington Post die AfD-Politikerin Beatrix von Storch mit einem Satz, der dort ohne weitere Ausführung wiedergegeben wird. Auf Deutsch lautet er: („Diese Regierung ist endlich. Sie wird zu einem Ende kommen. Und das wird vor 2029 sein. Ich würde auf 2026 wetten.“)
Er findet sich nicht in einem deutschen Interview und nicht in einem Wahlkampftext, sondern in einer amerikanischen Zeitung, die Deutschland seit Jahrzehnten aufmerksam beobachtet und Entwicklungen nüchtern beschreibt. Wer diesen Text liest, erkennt, dass sich der Blick auf Deutschland verändert hat und dass politische Verschiebungen inzwischen offen benannt werden.
Der Slogan unter dem Titel der Washington Post heißt auf Deutsch: „„Demokratie stirbt in der Dunkelheit“. Und genau das erleben wir in Deutschland. Welch eine Vorahnung!
Quelle: washingtonpost.com
Ab dem 1. Mai 2026 soll der Restaurantgast besser informiert werden. Dazu zählt neben der Angabe der Haltungsform-Ampel künftig auch laut EU das Foto der Tiere, die auf der Speisekarte stehen. Dann erst der Name des Essensgerichts. Denn es geht nicht nur um Stall- oder Freilandhaltung, um Herkunft, um Bio oder nicht. Es geht um erzieherische Maßnahmen der EU und um Verantwortung.
Auf der linken Seite der Speisekarte erscheint künftig das Foto des getöteten Tieres. Zum Beispiel eines Kalbes. Rechts stehen wie gewohnt die angebotenen Speisen. Kalbsschnitzel mit Pommes. Kalbsbraten mit Klößen. Kalbsragout mit Reis. Übersichtlich gegliedert und sauber ausgezeichnet, so wie man es gewöhnt ist.
Der Gast soll wissen, wen er zu verspeisen gedenkt.
Das Tier hatte ein Gesicht und eine Mutter, der es entrissen wurde. Und konnte gestreichelt werden, man konnte ihm in die großen Augen sehen. Unterhalb des Fotos stehen verbindliche Angaben: Geburtsdatum, Name (z.B. Bärbel oder Fritz), Geschlecht, Rasse, Fellfarbe, Augenfarbe, Geburts- und Schlachtgewicht. Ergänzt wird dies durch den Namen der Bauersfamilie aus Illerkirchberg in Schwaben. Der Restaurantgast soll eine persönliche Beziehung entwickeln, so wie zur allseits geliebten EU.
Digitalfoto bevor der Metzger kommt
Landwirte sind verpflichtet, jedes Tier vor der Übergabe an den Metzger zu fotografieren. Dieses digitale Foto begleitet das Tier auf seinem gesamten Weg. Vom Hof zum Viehtransporter. Vom Transport ins Schlachthaus. Vom Schlachthaus in die Weiterverarbeitung und Fleischgroßhändler. Der QR-Code auf der Verpackung im Supermarkt ruft am Handy das Bildnis des Kälbchens, Schweinchens oder Ponys auf.
Das Passfoto des Tieres muss vom Restaurant nur noch in Farbe ausgedruckt und in die Speisekarte linksseitig eingefügt werden. Das Lieferkettengesetz wird so eingehalten und lückenlos dokumentiert.
Die zugrunde liegende Regelung trägt den nüchternen Namen TF384-B. Sie listet präzise auf, welche Tierarten bildlich zu erfassen sind. Kälber. Rinder. Schweine. Rehe. Hirsche. Hühner, Puten und Strauße sind ausgenommen, sehen sie sich doch alle so ähnlich, was auch auf Forellen und Karpfen zutrifft. Ausnahmeregeln gelten für Importfleisch aus Südamerika, wo Handys noch nicht so verbreitet sind, weil auf den Pampaflächen keine Ladestationen etabliert sind.
Ziel der Maßnahme ist es, den Fleischkonsum zu reduzieren.
Tiere gelten politisch gesichert als relevante Mitverursacher von Treibhausgasen. Wer Fleisch bestellt, soll das künftig mit erweitertem Bewusstsein tun. Daten sollen Nähe erzeugen, Nähe soll Verantwortung wecken und die persönliche Verantwortung soll das Essverhalten lenken.
Am Ende sitzt der Gast am Tisch, vor ihm die Speisekarte, links das Foto des Kalbes und rechts die Gerichte. Dazwischen sein Entschluss. Niemand zwingt ihn. Niemand verbietet ihm etwas. Alles ist korrekt gekennzeichnet. Alles ordnungsgemäß ausgewiesen. Das Kalb Lisa, 7 Monate alt, wurde transparent zum Kalbsschnitzel. Die Entscheidung liegt nun beim Verbraucher. So steht es in der Begründung.
Man kann Lisas Foto betrachten und dennoch bestellen. Und haben wir die Tiere doch zum Fressen gern. Besonders postmortal.
Man kann aber auch Vegetarisches bestellen.
Beispielsweise Kaiserschmarrn. Schmarrn passt irgendwie auch zu EU.
In seiner ersten großen außenpolitischen Rede am 9. Januar 2025 vermeidet Leo XIV. bewusst jeden Ländernamen – und trifft doch mit chirurgischer Präzision genau jene Haltung, die seit 2022/23 die deutsche Debatte dominiert.
Er sagt nicht „Deutschland“ oder „NATO“, sondern spricht von Staaten, „die sich auf Demokratie und Menschenrechte gründen“, in denen dennoch „Krieg wieder in Mode gekommen“ sei. Er kritisiert eine „Diplomatie der Stärke“ durch „einzelne Staaten oder Gruppen von Verbündeten“ statt echten Multilateralismus – eine sehr exakte Umschreibung der „Koalition der Willigen“-Rhetorik.
Am schärfsten wird er, wenn er feststellt, der Friede werde heute „nicht mehr als Geschenk … sondern mit Waffen als Voraussetzung für die Durchsetzung der eigenen Herrschaft“ gesucht. Das ist die eleganteste vatikanische Formulierung für „Russland darf nicht siegen dürfen“ bzw. „Siegfrieden durch Rüstung und Taurus“.
Er brandmarkt eine „neue orwellsche Sprache“, die unter dem Deckmantel der Inklusion und moralischen Überlegenheit Andersdenkende ausschließt – womit jeder politisch Aufmerksame sofort an „Haltung zeigen“, Cancel Culture in Außenpolitik-Medien und die schnelle Diffamierung von Kriegsgegnern als Putin-Versteher denkt.
Besonders brisant: die Warnung, dass selbst in westlichen Demokratien die Gewissensfreiheit zunehmend in Frage gestellt werde – ein direkter Seitenhieb auf die Debatten um Befehlsverweigerung, pazifistische Soldaten, „Haltungspflicht“ in der Bundeswehr und den Druck auf Ärzte/Beamte, die sich nicht der offiziellen Linie fügen.
Philosophisch rahmt er alles augustinish: der Hochmut, der die Wirklichkeit verzerrt, die Selbstreferentialität von Rechten, die ihre Bindung an objektive Wahrheit verlieren – all das liest sich wie eine höfliche, aber vernichtende Abrechnung mit der „wertebasierten Außenpolitik“, die Frieden durch militärische Überlegenheit und semantischen Moral-Hochmut sucht.
Der Papst spricht universal, doch für ein deutsches Ohr 2026 klingt die Botschaft glasklar:
Hört auf, den Frieden durch immer mehr Waffen und immer strengere ideologische Sprachregelungen erzwingen zu wollen. Das ist nicht Verteidigung von Werten – das ist augustinischer Hochmut, der den Weg zum wahren Frieden eher verbaut.
Volltext der Ansprache (deutsch):
Ein Vorgang, der wie aus einer anderen Zeit wirkt. Italien verhängt eine Strafe von 17 Millionen Dollar gegen den Internet-Sicherheitsdienst Cloudflare. Offiziell geht es um Regulierung. Tatsächlich geht es um Macht über das Internet und um das, über was berichtet werden darf. Mussolinis Denkweise blüht auch unter Meloni. Sie will den Schalter umlegen, wenn ihr bestimmte Webseiten nicht passen.
Wer eine Internetseite betreibt, schaltet im Hintergrund häufig Cloudflare ein. Unauffällig. Cloudflare prüft in Sekundenbruchteilen, ob ein Besucher ein Mensch ist oder ein Bot. Bots sind automatisierte Programme, die Internetseiten angreifen, überlasten oder gezielt lahmlegen. Cloudflare filtert diese Angriffe heraus. Still. Neutral. Ohne Inhalte zu bewerten. Fast jeder Internetnutzer kommt täglich damit in Berührung, ohne es zu wissen.
Dieser stammt von Firmen, Behörden, Banken und großen Organisationen, die für professionellen Schutz bezahlen. Wer eine private oder kleine Internetseite betreibt, kann die Schutzmechanismen kostenlos nutzen. Das ist Teil des Geschäftsmodells. Breiter Schutz stabilisiert das gesamte Netz.
Italien fordert, dass Cloudflare innerhalb von 30 Minuten komplette Internetadressen sperrt. Ohne Richter. Ohne Verfahren. Ohne Einspruch. Nicht nur in Italien, sondern weltweit. Sogar das technische Adressverzeichnis des Internets, das DNS, soll mitmachen. Das ist keine Aufsicht mehr. Das ist Abschaltung per Verwaltungsakt.
Abzug von Servern. Ende kostenloser Dienste für Privat. Keine Investitionen mehr. Rückendeckung kommt aus den USA. Vizepräsident JD Vance warnt offen vor einem Angriff auf demokratische Grundwerte. In den USA wäre ein solches Vorgehen undenkbar. Dort steht die Redefreiheit an erster Stelle. Verfassungsrang. Unantastbar. Auch bei uns ist sie im Grundgesetz fest verankert. Genau deshalb wirkt der italienische Vorstoß so alarmierend.
Heute trifft es Webseiten, die Politik und Medieninteressen widersprechen. Wer die Technik kontrolliert, kontrolliert den Diskurs. Cloudflare sagt Nein. Und verteidigt damit eine Grenze, die man besser nicht verschiebt.
Ganz unbekümmert schreibt rbb24 (ÖRR Berlin-Brandenburg) unter seinem Artikel zum Berliner Stromausfall vom 3. Januar den Hinweis:
„Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.“
Dazu die Erklärung:
„Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können.“
Zu Deutsch heißt das: Wir kommen mit dem Zensieren nicht hinterher. Also Mund zu für alle.
Mitten im Stromausfall.
Mitten im Winter.
Mitten in einer Lage, in der es für Menschen um Kälte, Gesundheit und Sicherheit geht.
Schon das, was die Zensoren überhaupt noch freigegeben haben, zeigt, wie ernst die Lage war. Menschen berichten von Pflegeheimen ohne Aufzug. Von alten Bewohnern, die festsitzen. Von Sauerstoffgeräten, die Strom brauchen. Von Wohnungen, die auskühlen. Von Fernwärme, die ebenfalls weg ist. Von Mobilfunk, der zusammenbricht. Von Angehörigen, die ihre Mutter oder Oma nicht erreichen und nicht wissen, was los ist.
Das sind keine Meinungen.
Das sind Zustandsmeldungen.
Und jetzt kommt der Punkt, der alles entlarvt: Kommentieren können überhaupt nur jene, die noch Strom haben. Oder die mit dem letzten Rest Akku auf dem Handy zufällig in der Nähe eines funktionierenden Funkmasten stehen. Wer wirklich im Dunkeln sitzt, ohne Netz, ohne Heizung, ohne Aufzug, kommt gar nicht mehr zu Wort.
Genau dort, wo es am schlimmsten ist, herrscht bereits Schweigen.
Diese Menschen erleben den Stromausfall nicht als Nachricht, sondern als Frontereignis. Wie im Krieg. Abgeschnitten. Orientierungslos. Wartend.
Andere fragen, warum eine einzige Kabelbrücke reicht, um zehntausende Haushalte tagelang lahmzulegen. Warum es keine Ersatzleitung gibt. Warum niemand sagt, welche Kliniken betroffen sind. Warum es keine Liste der Straßen gibt. Warum man Tage einplant, statt sofort ein Provisorium zu bauen.
Und genau in dem Moment, in dem diese Fragen dichter werden, wird abgeschaltet.
Die Begründung lautet: nicht mehr moderierbar.
Die Wirkung lautet: Zensur im Ernstfall.
Man löscht nicht einzelne Beiträge.
Man schaltet gleich alle Stimmen ab.
Berlin hatte keinen Strom.
Und dann durfte Berlin auch nicht mehr reden.
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In der Wohnküche des Küsters, bei uns hieß er Messner, saßen wir Ministranten, sechs bis 14-jährig, und lernten. Das Sprüchlein, das wir vor 120 Häusern aufsagen mussten, musste sitzen. Wir wurden zu Caspar, Melchior und Balthasar umgeschult. Wobei der Caspar schwarze Schuhcreme ins Gesicht bekam, weil er ja historisch aus Afrika stammen sollte. So steht’s geschrieben. Die drei Weisen aus dem Morgenland wollten dem neugeborenen König huldigen. Auch wir mussten mutig sein auf unserer langen Reise durch das 700-Seelen-Dorf am Flüsschen Roth, das der Donau zustrebte.
Wir bekamen Umhänge in allen Farben, rot, blau, gelb, grün, ohne dass dabei jemand an Politik dachte. Und pünktlich am 6. Januar, der bei uns Feiertag war und auch noch ist, marschierte die Gruppe nach der Messe die Straße entlang. Kein Haus wurde ausgelassen. Selbst wenn es einen Kilometer außerhalb des Ortes lag, stapften wir durch den Schnee. Wir Jüngeren wurden begleitet von einer volljährigen Person, das hieß damals 21 Jahre alt, die früher auch schon Ministrant gewesen war und diese Schwerstarbeit im Vertrieb bereits kannte.
Wir stellten uns vor den Haustüren auf. Jemand klopfte, und die Familie samt Kinderschar und Vorgängergeneration stand uns vis-à-vis. Alle drei Heiligen Drei Könige stimmten unser Sprüchlein an:
Wir kommen aus dem Morgenland,
wir kommen geführt von Gottes Hand.
Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr,
Gott segne euch jetzt immerdar.
Caspar, Melchior und Balthasar,
die stehen hier ganz offenbar.
Sie bringen euch Gottes Segen ins Haus,
Christus segne alle die gehen ein und aus.
(Oder so ähnlich, in sechs Jahrzehnten vergaß ich viel.)
Und wer das Weihrauchfass schwenken durfte, der schwenkte es mit großer Wucht, sodass der Weihrauchduft in das Haus hinein strömte. Einer von uns hatte die Kasse, eine alte Zigarrenkiste. Und hier legten die Leute einen Schein oder nur eine Münze. Wir haben keine Bonbons gesammelt wie an Halloween. Der Erlös dieser Sammelaktion sollte einem guten Zweck zugutekommen, zum Beispiel für die armen Kinder in Afrika.
Wer klopfet, dem wird aufgetan. Und auch Jahrzehnte später, als meine Familie von der Ministranten-Morgenland-Gruppe besucht wurde, rührte es mich innerlich sehr an. Der Größere, jener praktisch schon Erwachsene von uns, der 21-Jährige, schrieb mit Kreide an die Haustür, oben an den Türbalken, 19 * C
M
B * 64. Das sollte Segen bringen, allen, die da ein- und ausgingen. Es ist das ganze Jahr am Türbalken zu lesen und wurde erst im nächsten Jahr abgewischt und wieder neu beschriftet. Dieses Kürzel heißt nicht etwa Christliches Morgenland Bayernland, sondern Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus.
Traditionen haben einen großen Wert. Sie vermitteln Beständigkeit und heben auch einen normalen Sonntag aus der Reihe der anderen Sonntage hervor.
Die Liebe zu den Personen aus dem Morgenland hat heutzutage allerdings überhandgenommen. Sie bringen heute nicht mehr Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sondern holen es ab.
