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Gestern — 23. April 2026

Breaking News: BAP-Barde Niedecken erhält den Georg-Elser-Preis

23. April 2026 um 08:00

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Wie man uns heute Mitläufertum als Zivilcourage verkauft. Von Wolf Reiser.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Am 14. April 2026 erhielt Wolfgang Niedecken (75) alias der Dylan von der Domplatte die Georg-Elser-Auszeichnung der in Konstanz stationierten „Crescere Stiftung Bodensee“. Eine Jury aus Politik, Kirche und Kultur erkannte in seinem Lebenswerk ein unermüdliches Engagement für eine offene und tolerante Gesellschaft sowie eine stets klare Kante gegen Rechtspopulismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Auch wurde oft der Begriff Zivilcourage strapaziert, für J. F. Kennedy die wichtigste Eigenschaft des politischen Menschen, weil sie darin besteht, gegen eigene frühere Überzeugungen zu handeln wie auch gegen die Parteilinie und vor allem auch gegen die öffentliche Meinung.

Einige wundern sich hier zu Recht, denn seit mehr als einem halben Jahrhundert vertritt der Preisträger stets Meinungen, die von 80 Prozent der Deutschen und bis ins Heute hinein von 95 Prozent der Medien geteilt werden. Diese Irritation löst sich aber auf, wenn man erfährt, dass er direkter Ehrungsnachfolger von Dunja Hayali ist, die an selber Stelle 2025 für ihren ebenfalls unermüdlichen Einsatz in Sachen bedrohter Demokratie und gelebter Weltoffenheit beklatscht wurde, „auch und gerade wegen ihres Migrationsvordergrunds,“ wie der verschmitzte Laudator anmerkte.

Der Mundartkünstler glänzt also seit letzter Woche „im Geiste des Widerstandskämpfers Georg Elser und dessen Einsatz für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte.“ Es sei kurz angemerkt, dass Herbert Grönemeyer im Juni den Deutschen Nationalpreis erhält, mit einer nahezu identischen Begründung aus dem Bellevue-Bausatz.

Konstanz und Elser – diese Verbindung erschließt sich indessen logischer. Denn ganz in der Nähe der Festhalle, kurz vor der Schweizer Grenze, wurde der schwäbische Tüftler kurz vor Mitternacht des 8. November 1938 von einem Zollpolizisten aufgegriffen. Kurz zuvor, um 21:20 Uhr, hatten seine zwei Sprengladungen den Münchener Bürgerbräukeller in Schutt und Asche verwandelt. Wegen des Nebels über dem Flughafen von Berlin-Tempelhof hatte der Tross des Führers die Reiseplanung geändert, und man entschied sich für den in München bereitstehenden Sonderzug. Hitlers Rede fiel deswegen etwas kürzer aus und Elsers hochpräzise Bombe verpasste ihr Ziel um 13 Minuten.

Das Ziel war die Deaktivierung von Hitler, Goebbels, Hess und möglichst vielen anderen alten Kämpfern. Denn an jenem Tag fand das alljährliche Blut-Ritual der Parteielite zu Ehren des Kapp-Putsches statt. Und genau auf diesen Moment hatte Elser – im Alleingang und in ständiger Lebensgefahr – sein Attentat zugeschnitten. Er wollte mit einem Schlag den eben begonnenen Krieg beenden, die Diktatur abschaffen und den Deutschen ihre Freiheit und Würde zurückgeben. Hätte dieser sprichwörtlich kleine Mann von der Straße Erfolg gehabt, wäre die Geschichte der Welt anders verlaufen. Und vermutlich wären die zeitgeistig-bohrenden Vorwürfe und Klagen der Söhne an ihre Väter nie gestellt worden, wie: Warum habt ihr alle weggeschaut? Warum ist keiner von euch eingeschritten? Warum habt ihr alle so feige geschwiegen? Wo war denn eure Zivilcourage? Der Publizist Broder berührte unlängst diesen blinden Fleck in der bräsigen Selbstgefälligkeit des Post-68er-Milieus: „Wenn ihr euch fragt, wie es damals passieren konnte: weil sie damals so waren, wie ihr heute seid.”

Als „Lieblingshäftling Hitlers“ wurde Elser im KZ Sachsenhausen über Jahre hinweg verhört, verprügelt und überwacht und schließlich in Dachau kurz vor Hitlers Suizid und auf dessen persönlichen Befehl erschossen. Die Würdigung des lange Zeit vergessenen Schwaben-Desperados ist dem RAF-Knastbruder Peter Paul Zahl zu verdanken, der sich in seiner Zelle wohl mit dem Stoff und Mann identifizierte und im Jahre 1984 in Bochum sein Stück „Elser – ein deutsches Drama“ auf die Bühne brachte. In dessen Folge erst kam es zum Brandauer-Film, zum Hochhuth-Gedicht, zahlreichen TV-Dokus, weiteren Bühnenfassungen, Biographien und auch zu Denkmälern, Straßen- und Platzbenennungen sowie dem Elser-Preis für den rheinischen Musikanten. Schon der Führer fand einst in einer launigen Tischrede anerkennende Worte: „Das Schönste, meine Herren, aber ist die Darbietung des Kölner Männergesangvereins.“

Nicht-Kölner haben bei dem Frontman mit der Dylan-Sonnenbrille und dem Dylan-Hut das Problem, kein Wort seines Männergesangs zu verstehen. Aber das geht einem mit Dylan ja genauso. Weiterhin kennen sie nur ein Lied von BAP, und das ist verdammt lang her. Neutrale Marktbeobachter behaupten, es gäbe bei denen im Prinzip nur einen Song und eine Melodie, aber dafür 1001 verschiedene Titel. Sei’s drum. Zwischen 1982 und 1983 ereignete sich der Höhenflug der One-Hit-Wonderboys. Es gab im Mai die erste richtig professionelle Deutschlandtournee, man kam auf Platz eins in den deutschen Albumcharts, trat vor einer halben Million Wutbürgern bei der Bonner Demo gegen die Nachrüstung der NATO und ein paar Tage später im städtischen Kickerstadion als Vorgruppe der Stones auf. Dem folgten ein opulenter Open-Air-Auftritt auf der Lorely, im Mai ‘83 ein Konzert mit Rod Steward, und im Oktober 1983 wurde BAP im Bonner Hofgarten vor 1,3 Millionen Demonstranten vorstellig, als es erneut um die Frage der US-Stationierung von Pershing-II-Raketen ging. Dank der 24/7-WDR-PR erlangte der deutsche Tambourine Man in jener Ära rasch den Status eines Heiligen, fast so wie Che oder Mao.

Wenn man über all die Jahre ein wenig darauf achtet, fällt auf, dass der gute Mensch nur mit guten Medien Umgang pflegt, also Stern und Spiegel, „Volle Kanne“, 3sat-Kultur und „Titel, Thesen, Temperamente“ sowie SZ und den Kumpels von der taz. In solchen Wohlfühloasen stellt sich dann wie von alleine ein pseudorebellisches Thekengeplauder ein, etwa der Art: „Klar haben wir von BAP damals gehofft, dass die Leute in die Pötte kommen und sich schlau machen. Das ist nach wie vor das A und O, dass du die Leute dazu bringst, sich politisch zu informieren. Denn sonst haben die Populisten die Macht, die Leute für sich zu vereinnahmen. Und die fallen prompt auf alternative Fakten rein.“ Darauf einen dreifachen Tusch und zwei kleine Sechsämtertropfen.

Seit dem Kölner 1992-Konzert „Arsch huh, Zäng ussenander“ gilt Niedecken als das nationale Mastermind hinter der Dauerkampagne gegen Rassismus und Fremdenhass. Inspiriert von Bono und Geldof und deren „We are the world“-Live-Aid&Charity-Masche kümmert er sich um den Kongo und Uganda, fungiert als Sonderbotschafter für Afrika und ist für die Kinderhilfe World Vision tätig. Im Jahre 2013 wurde er dafür von Joachim Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse versehen. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Wäre da nur nicht sein enervierender Retro-Hippie-Kitsch, die Lagerfeuer-Romantik, das Hard-Rain-Getue und sein ewiges Mahnwachen; „Die Populisten, Egomanen und Despoten sind weltweit auf dem Vormarsch und die Menschheit will einfach nicht kapieren, dass die Klimaziele Priorität haben.“

Unfreiwillige Satire bieten seine regelmäßigen Livebesuche beim debil-fröhlichen WDR-Moma-Quartett aus Lorig, Planken, Link und Nassif. Eingebettet von Sofakissen in den ukrainischen Nationalfarben wird gratuliert, geduzt, geklimpert, gelacht und gelobt und ein neues Recycling-Album gegen Hass und Hetze, Hitler und Höcke angekündigt. Manchmal fragt man sich bei dem ganzen Geschunkel schon, wie sich diese selbstinszenierten Widerstandshelden so um 1938 herum verhalten hätten, so ganz jenseits der Gnade ihrer späten Geburt.

Andererseits sollte man dieses Köln nicht zu ernst nehmen. Bei Hella von Sinnen, Raab, Pocher, Kalkofe, Guildo Horn, Tutti Frutti, Dschungelcamp, Cantz, Panzer, Gerhardt, der Reality-Familie Geiss und dem Problemkind Kebekus landet die Hose fast automatisch im Kronleuchter – „ovends laache, danze un springe, morjens de Botz net finge”.

Nach einem Jahrzehnt, in dem die illegale und unkontrollierte Migration eine Spur der Gewaltexplosionen quer durch Deutschland gezogen hat, resümierte Niedecken: „Bei Angela Merkel habe ich seit 2015 das Gefühl, dass ich mich bei ihr entschuldigen müsste. Ich habe mich zu Anfang ihrer Amtszeit eher über sie lustig gemacht. Spätestens nach ihrem Verhalten bei der Flüchtlingskrise habe ich vor ihr den Hut gezogen. Das war wirklich großartig. Da hat sie mir mit ihrem Durchhaltevermögen, ihrem „Wir schaffen das“ imponiert. Da breche ich mir keine Zacken aus der Krone, wenn ich das zugebe.“ Und das meint der Viva-Colonia-Prinz tatsächlich so.

Bei fast allen strittigen Themen erwies sich „Merkels Lieblingssänger“ als Diener des Kanzleramts, loyal und linientreu wie die Kapellmeister im bunten Kessel des Ost-TVs und Schulter an Schulter mit dem medial-politischen Mainstream. Während des Lockdowns stand er dem Pharmakartell rund um Lauterbach, Spahn, Wieler und Drosten zur Seite, wetterte mit Maske auf der Bühne gegen Querdenker, Verschwörungstheoretiker und Coronaleugner und propagierte das konsequente Durchimpfen für „unsere“ Freiheit. Und auch in dieser Viruskrise erkannte der Hobbyhistoriker wieder einmal die „Parallelen zwischen dem heutigen Erstarken rechtspopulistischer Parteien und dem Aufstieg der Nationalsozialisten im 20. Jahrhundert.“ Diese seien nämlich einst auch legal über Wahlen ins Parlament eingezogen und hätten dann die Demokratie von innen heraus zersetzt. Über sein Hanauer Konzertplakat mit dem Text: „Sie müssen Maske tragen, geimpft, genesen und negativ getestet sein“ schrieb ein Witzbold mit dickem Füllstift: BAP = Blockwart Auf Posten.

Nun haben gewaltige Mächte das Energiesystem zerschlagen, dekadente Epstein-Banker halten die Eliten in Schach, Young Leader predigen Reset-Zerstörung, Build Back Better, Transhumanismus und fatale UN-Agenden, und im Hintergrund rauschen die grünschwarzroten Kriege in Afghanistan, Irak, Libyen, Palästina, Syrien, Jemen, Sudan, Mali, Somalia, Ukraine und dem gesamten Nahen Osten. Gab es jemals einen medial so angehimmelten Preisträger? Er sieht dank seines stillgelegten Mindsets der Siebzigerjahre allerorts eine neue Waffen-SS, eine braune Flut der Hitlerjugend und die Wiederkehr des Ku-Klux-Klans. Warum nehmen die Niedeckens eigentliche keine geflüchteten Familien auf, übernehmen einfach für sie Patenschaft und Verantwortung oder finanzieren wenigstens mal eine Unterkunft inkl. aller Nebenkosten?

Da ich mit den Elsers verwandt bin, hat mich der Mann und seine Tat seit frühester Kindheit beschäftigt. Und genau deswegen frage ich mich, warum ausgerechnet Niedecken ausgerechnet diesen Preis erhielt. Bei Elser in Kombination mit Zivilcourage denkt man doch eher an Persönlichkeiten wie Michael Lüders, Eugen Drewermann, Daniele Ganser, Sahra Wagenknecht oder Evelyn Hecht-Galinski.

Mit Sicherheit ist Wolfgang Niedecken ein netter Mann, ein toller Vater und Gatte und hat das Herz auf dem rechten Fleck. Und er hat sich diesen Preis ja nicht selbst verliehen. Es ist vielmehr so, dass in diesem Deutschland seit 2010 der Meinungskorridor scheibchenweise verengt wurde. Dank Hochdruck im engsten Raum verteilen die staatlichen wie privaten Verleiher ihre Preise und Pokale immer wahnhafter und wahlloser und panischer in der eigenen Blase: Relotius, Merkel, Drosten, Türeci und Sahin, die Toten Hosen, Frau Buyx, Laschet, Strack-Zimmermann und der Aachener Karlspreis für Selenskyj.

Prämiert werden Doppelmoralisten, Konformisten, Mitläufer, Haltungsaktivisten und Opportunisten aller Couleur. Unter Opportunismus versteht man die „zweckmäßige und prinzipienlose Anpassung an Situationen, um ohne Rücksicht auf Werte, Charakter und Überzeugungen persönliche Vorteile“ zu erlangen. Es ist das genaue Gegenteil von Zivilcourage.

Die Laudatio letzten Dienstag hielt, wie konnte es auch anders sein, Cem Özdemir, und es ging natürlich vor einem begeisterten Publikum um Zeichen Setzen, um starke Signale und die Strahlkraft im ewigen Kampf gegen menschenverachtende Strömungen. Der rundum gerührte Tünnes sagte angesichts des Namensgebers: „Also, bei Elser, da steht man schon mal stramm.“ In diesem Sinne: Stillgestanden, Haltung einnehmen, Arsch huh und Zäng ussenander!

Titelbild: 360b/shutterstock.com

(Auszug von RSS-Feed)

Bilderberger 2026 – Guttenberg: der transatlantische Netzwerker | Von Wolfgang Effenberger

23. April 2026 um 11:24

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Bilderberger 2026 – Guttenberg: der transatlantische Netzwerker | Von Wolfgang Effenberger

Dieselben Gesichter, neue Agenda — Washington: 9. bis 12. April 2026

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger

Während der US-Kongress über Zölle streitet und die europäischen Parlamente ihre Haushalte debattieren, treffen sich 128 Personen im Salamander Hotel an der Potomac. Keine Protokolle, keine Pressezulassung, kein Rechenschaftsbericht. Nur ein knappes Kommuniqué mit Themenlisten — und die Gewissheit, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird.

Es ist das 72. Bilderberg-Treffen. Und es ist das erste, das nicht im Juni stattfindet, sondern im April — mitten in der politischen Saison, unmittelbar nach Trumps Zollschock und parallel zu NATO-Krisengesprächen über einen möglichen US-Rückzug aus dem Bündnis.

57 der 128 Teilnehmer waren bereits ein Jahr zuvor in Stockholm dabei. Fast die Hälfte. Darunter der NATO-Generalsekretär, der Chef von Google DeepMind, der CEO von Palantir, der Außenminister Polens, der Präsident Finnlands, der Exekutivdirektor der Internationalen Energiebehörde — und erstmals seit Jahren wieder Karl-Theodor zu Guttenberg.

Wer diese Namen kennt und weiß, was zwischen Stockholm und Washington beschlossen, gegründet und in Gesetze gegossen wurde, dem drängt sich eine Frage auf: Ist Bilderberg ein Diskussionsforum — oder ist es der Ort, an dem Entscheidungen abgesegnet werden, die anderswo bereits gefallen sind?

Die Antwort liegt nicht im Geheimnis. Sie liegt im Tempo.

1. Die Kontinuität — wer immer dabei ist und warum

57 von 128 Teilnehmern waren bereits 2025 in Stockholm. Das ist die Stammbesetzung. Bilderberg hat kein Mitgliederverzeichnis, keine Satzung, keine demokratische Legitimation. Es hat etwas Wirksameres: eine Steuerungsgruppe, die entscheidet, wer eingeladen wird. Und wer zweimal eingeladen wird, gehört zum Kern.

Dieser Kern ist in Washington deutlich sichtbar. Mark Rutte, NATO-Generalsekretär, 2025 und 2026 dabei — obwohl, oder gerade weil Trumps Drohung eines NATO-Austritts die Allianz in ihre schwerste Krise seit der Gründung geführt hat. Ebenso Samuel Paparo, Oberkommandierender des US Indo-Pacific Command — zuständig für genau jenes Szenario, das China als eigenständigen Agendapunkt auf den Plan gerufen hat. Radoslaw Sikorski, polnischer Außenminister, beide Jahre. Alexander Stubb, finnischer Staatspräsident, beide Jahre. Jens Stoltenberg, nach seinem NATO-Amt nun norwegischer Finanzminister, beide Jahre.

Auf der Wirtschaftsseite: Henry Kravis, Mitgründer von KKR, dem größten Private-Equity-Fonds der Welt — beide Jahre. Nadia Calviño, Präsidentin der Europäischen Investitionsbank — beide Jahre. José Manuel Barroso, heute im Dienst von Goldman Sachs International — beide Jahre. Valérie Baudson, CEO von Amundi, Europas größtem Vermögensverwalter — beide Jahre.

Daneben die Elite der Medien: Zanny Minton Beddoes vom Economist, John Micklethwait von Bloomberg, Gideon Rachman von der Financial Times, Fareed Zakaria von CNN — alle beide Jahre. Wer die Deutungshoheit über das kontrolliert, was die Öffentlichkeit über Krieg, Wirtschaft und Weltordnung erfährt, sitzt mit am Tisch.

Das ist keine Verschwörung. Das ist Netzwerkpflege auf höchstem Niveau — mit dem entscheidenden Unterschied, dass sie unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

Bilderberger 2026 – Guttenberg: der transatlantische Netzwerker | Von Wolfgang Effenberger

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2. Agenda-Verschiebung:

Von der Bedrohungsdiagnose (2025) zur operativen Planung (2026) — neu: Future of Warfare, Arctic Security, China, Digital Finance.

Beim Vergleich der Agenden von 2025 und 2026 erkennt man eine Verschiebung, die mehr verrät als jedes Kommuniqué: 2025 waren in Stockholm Transatlantic Relationship, Authoritarian Axis, AI, Deterrence and National Security, Defence Innovation and Resilience die bestimmenden Themen.

2026 in Washington geht es um Future of Warfare, Trans-Atlantic Defence-Industrial Relationship, Arctic Security, Digital Finance, Global Trade. Die Sprache hat sich verändert. Hier wurde nicht mehr diagnostiziert, sondern Arbeitsaufträge vergeben.

Der Begriff "Authoritarian Axis" — jener Sammelbegriff, der Russland, China, Iran und Nordkorea zu einer Achse des Bösen zusammenfasste — ist verschwunden. Stattdessen erscheinen Russland und China als eigenständige Punkte. Das klingt nach Nüchternheit, ist aber das Gegenteil: Wer einen Gegner aus dem moralischen Rahmen herauslöst und ihn als separates strategisches Problem behandelt, bereitet konkrete Optionen vor, keine Rhetorik.

Die Bezeichnung "Arctic Security" ist neu — auch kein Zufall. Grönland, die Nordostpassage, die Ressourcen unter dem schmelzenden Eis: Das sind die Schlachtfelder der nächsten Dekade. Dass Donald Trump Grönland im selben Zeitraum zum amerikanischen Territorium erklären wollte, gibt diesem Agendapunkt seinen realpolitischen Kontext.

Unter dem Sammelbegriff "The West" schließlich — als philosophischer Punkt formuliert, aber mit handfester Bedeutung: Was bleibt vom Westen noch, wenn Amerika seine Verbündeten mit Zöllen bestraft und die NATO-Mitgliedschaft als Verhandlungsmasse sieht?

Trotz schwelender Iran-Krise fiel "Proliferation" — Atomwaffenverbreitung – unter den Tisch, obwohl die Iran-Krise weiter schwelt. Gestrichen wurden die demografischen Themen wie "Depopulation and Migration". Dafür kamen neue Schwerpunktthemen: "Future of Warfare" (Zukunft der Kriegführung) — direkter und offener als das alte "Defence Innovation". Neu und bezeichnend für den Grönland-Konflikt: "Arctic Security" 

In der Kontinuität blieben: Ukraine, Europa, Naher Osten und Energie. 

Die zentrale Verschiebung zu 2025 

2025 war die Agenda noch in einem Bedrohungsrahmen formuliert — Sicherheit, Abschreckung, Achsen. 2026 ist sie operativer: Krieg der Zukunft, transatlantische Rüstungsindustrie, digitales Geld, arktische Ressourcen. Das Netzwerk arbeitet nicht mehr an der Diagnose — es arbeitet an Lösungen, die es selbst umsetzt.

Die KI spielte durchaus eine starke Rolle, vor allem in Bereichen, die eigentlich unter OmniWar fallen. Das wurde auch von der Anzahl der KI-Vertreter unterstrichen und dürfte nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem neuen US-Befehlsbereich "Transformation and Training Command" stehen.

3. T2COM und FUSE/FUZE — wie Silicon Valley und Schlachtfeld verschmelzen

Am 2. Oktober 2025 — zwischen den Bilderberger-Treffen in Stockholm und Washington — wurde in den USA ein neues Militärkommando aktiviert: das "United States Army Transformation and Training Command", kurz T2COM, mit Sitz in Austin, Texas. Es umfasst 350.000 Personen und vereint Ausbildung, Doktrin, Rüstungsbeschaffung und Zukunftskonzepte unter einem Dach. (3) 

In T2COM verschmilzt das 1973 angesichts der verlorenen Vietnamkrieges geschaffene "Training and Doctrine Command" (TRADOC) und das "Army Futures Command" (AFC) zu einer einzigen Behörde, die Doktrin, Ausbildung, Rüstungsbeschaffung und Zukunftskonzepte unter einem Dach vereint. 350.000 Personen, drei untergeordnete Großkommandos — darunter das im Februar 2026 aktivierte "Futures and Concepts Command", zuständig für die Konzeption der Kriegsführung 2030 bis 2040.

Der Architekt dieses Umbaus ist Daniel P. Driscoll, Secretary of the Army — und Bilderberg-Teilnehmer 2026. 

Heeresminister Daniel P. Driscoll ist der politische Architekt von T2COM. Da drängt sich die Erinnerung an den stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz auf, der ab 1992 die Leitlinien zur Verteidigungsplanung entwickelte, die im TRADOC-Dokument 525 -5 "Force XXI Operations A Concept for the Evolution of Full-Dimensional Operations for the Stragegic Army of the Early Twenty-First Century" festgehalten sind.

Nun wurden also genau zwischen den beiden Bilderberg-Treffen in Stockholm und Washington das "Training and Doctrine Command" (TRADOC) und das "Army Futures Command" (AFC) zusammengelegt. Dieser Schritt war innen- wie außenpolitisch motiviert und soll wie 1973 angesichts des verlorenen Ukrainekrieges den ansteigenden Spannungen in den USA Rechnung tragen. 

Driscolls Kernbotschaft, formuliert bereits im Oktober 2025 bei der Fachmesse/Tagung der „Association of the United States Army“ (AUSA) in Washington (4), bei der Militär, Industrie und Politik zusammenkommen:

„Unsere Gegner nutzen KI, Robotik und autonome Systeme, um die Kriegsführung zu verändern. Wenn wir nicht schnell handeln und innovativ sind, riskieren wir, den Anschluss zu verlieren.“

Sechs Wochen vor dem Angriff auf den Iran, am 9. Januar 2026, unterzeichnete der US‑Verteidigungsminister ein Memorandum mit dem Titel „Strategie für Künstliche Intelligenz des Kriegsministeriums“. (5) 

Nur zwei Wochen vor dem Bilderbergtreffen in Washington besuchte Driscoll am 26. März 2026 das "Army Cyber Command" und ließ sich KI-gestützte Offensivoperationen und Drohnen-Cyber-Kopplung demonstrieren — exakt die Themen, die dann in Washington auf der Agenda standen. (6)

Das Pentagon-Dokument "AI Strategy for the Department of War" vom Januar 2026 — also drei Monate vor Bilderberg — nennt explizit Programme wie Swarm Forge (KI-Drohnenschwärme), Agent Network (KI-gestützte Kill-Chain-Entscheidungen) und Ender's Foundry (KI-Kriegssimulation). Diese Konzepte brauchen zivile Tech-Partner. (7)

Heeresminister und Bilderberg-Teilnehmer Daniel Driscoll hat mit FUZE einen Venture Capital-Mechanismus eingeführt, der Startups wie Anduril (Schimpf), Palantir (Karp) und Anthropic (Clark) in 70 Tagen unter Rüstungsvertrag bringt — ohne parlamentarische Kontrolle.

Die Namen zweier Startups sind aus Herr der Ringe entlehnt:

"Anduril" ist vor allem der Name von Aragorns Schwert in "Der Herr der Ringe" und bedeutet in Tolkiens Elbensprache Quenya "Westschimmer" bzw. wird mit dem Beinamen "Flamme des Westens" verbunden (8) und "Palantir" die sehenden Steine.

Das neue "Army Transformation and Training Command" als institutioneller Rahmen der zivil-militärischen Fusion: Das neue "Army Transformation and Training Command" fungiert als institutioneller Rahmen der zivil-militärischen Fusion.

Der entscheidende Mechanismus: Zivil-militärische Fusion 

Driscoll kommt nicht aus dem Militär. Er kommt aus dem "Venture Capital", war CEO des 200-Millionen-Dollar-Fonds Flex Capital. Und genau das trägt er ins Pentagon: Im September 2025 lancierte er FUZE — ein Rüstungsbeschaffungsmodell, das den Risikokapitalismus des Silicon Valley direkt in die Kriegsmaschinerie überträgt.

750 Millionen Dollar jährlich fließen seither in ein System, das Startups identifiziert, sie in 60 bis 70 Tagen unter Vertrag nimmt und ihre Prototypen innerhalb von Wochen zu den Soldaten bringt. Kein Ausschreibungsverfahren im klassischen Sinn, keine mehrjährigen Entwicklungszyklen, keine parlamentarische Begleitung. Driscoll selbst nannte es ein "cradle-to-grave capital funding model" — von der Idee bis zur Waffe, durchfinanziert wie ein Startup auf dem Weg zum Börsengang.

Der erste Wettbewerb fand in Kooperation mit Y Combinator statt — jenem Startup-Beschleuniger aus dem Silicon Valley, der unter anderem Airbnb und Dropbox groß gemacht hat. Nun sind Drohnenschwärme und elektronische Kriegsführung dran.

Die Nutznießer sitzen in Washington beim Bilderberg-Treffen: Brian Schimpf, Co-Gründer und CEO von Anduril Industries — bereits mit milliardenschweren Army-Aufträgen ausgestattet. Alex Karp, CEO von Palantir — Enterprise-Service-Vertrag mit der US Army. Jack Clark, Co-Gründer von Anthropic — KI-Modelle für militärische Entscheidungsprozesse. Eric Schmidt, ehemaliger Google-Chef, heute Relativity Space.

Das Pentagon-Dokument "Artificial Intelligence Strategy for the Department of War" vom Januar 2026 — drei Monate vor Bilderberg — nennt die Programme beim Namen: Swarm Forge für KI-gesteuerte Drohnenschwärme, Agent Network für KI-gestützte Kill-Chain-Entscheidungen, Ender's Foundry für KI-Kriegssimulation. Diese Programme brauchen zivile Partner. Die zivilen Partner sitzen in Washington.

Die Grenze zwischen dem Silicon Valley und dem Schlachtfeld existiert zwar rechtlich noch, aber praktisch nicht mehr.

Genau hier liegt der Omniwar-Kern: T2COM hat mit dem FUZE-Modell einen Venture-Capital-Ansatz für Rüstungsbeschaffung eingeführt — nicht-traditionelle Rüstungsunternehmen sollen schneller als klassische Konzerne liefern. Die Bilderberg-Teilnehmer Brian Schimpf (Anduril), Alex Karp (Palantir), Jack Clark (Anthropic) und Eric Schmidt sind genau jene "non-traditional defense contractors", die Driscoll meint. Sie sitzen nicht zufällig am selben Tisch wie Driscoll in Washington.

T2COM ist der institutionelle Rahmen, der erklärt, warum bei Bilderberg 2026 so viele KI-Vertreter saßen: Es geht nicht um eine abstrakte Technologiedebatte, sondern um die Vergabe konkreter Aufträge und die Abstimmung von Doktrin und Industrie — in einem Forum, das keine Protokolle führt. Das ist Omniwar in der Praxis: Die Grenze zwischen Silicon Valley und Schlachtfeld wird in Washington eingerissen, bevor das Parlament davon erfährt.

FUZE — offiziell Army FUZE — ist ein im September 2025 von Daniel Driscoll eingeführtes Rüstungsbeschaffungsmodell, das das Silicon-Valley-Prinzip des Risikokapitals direkt ins Pentagon überträgt. Driscoll kommt selbst aus der VC-Welt, er war CEO des 200-Millionen-Dollar-Fonds "Flex Capital".

Statt des klassischen Beschaffungszyklus von 12–18 Monaten oder jahrzehntelanger Großaufträge an etablierte Rüstungskonzerne soll FUZE mithilfe von Startups innerhalb von Wochen erste Prototypen für Soldaten verfügbar machen.

Dazu bündelt FUZE vier bestehende Förderprogramme unter einem Dach: 

  1. xTech: Pitch-Wettbewerbe ("Shark Tank für Rüstung"), Einstieg für Newcomer
  2. SBIR/STTR: Staatsgelder für Kleinunternehmen, ohne Eigenkapitalabgabe
  3. TMI: Reifung und Härtung von Prototypen für den Feldeinsatz
  4. ManTEch: Skalierung erfolgreicher Technologien zur Massenproduktion, Volumen: 750 Millionen Dollar jährlich — mit angekündigter Steigerung. Erstes Partnerprogramm gemeinsam mit Y Combinator, dem bekanntesten Startup-Accelerator des Silicon Valley.

FUZE bricht bewusst mit dem alten Modell der großen Rüstungskonzerne ("primes"). Driscoll sagte explizit, er würde es als Erfolg bezeichnen, wenn in seiner Amtszeit ein Rüstungskonzern pleitegeht.

Stattdessen fließt das Geld direkt zu jenen Firmen, die auch in Washington bei Bilderberg saßen: FUZE ist damit der institutionelle Mechanismus, der die Grenze zwischen Venture Capital, Silicon Valley und Kriegsführung auflöst — mit bewusst gesenkter Einstiegshürde für Firmen, die noch nie mit dem Militär zusammengearbeitet haben.

Palantir‑Mitgründer Alexander C. Karp und Nicholas W. Zamiska (Kommunikations‑ und Strategieverantwortlicher bei Palantir) haben mit ihrem Buch "Die technologische Republik: Harte Macht, weiche Überzeugung und die Zukunft des Westens" eine Art Palantir‑Manifest vorgelegt. Darin argumentieren sie, dass das Atomzeitalter als Grundlage der Abschreckung zu Ende gehe und eine neue Ära KI‑gestützter Abschreckung beginne. (9)

Das Buch ist bewusst als politisch‑strategisches Manifest angelegt: Es verbindet geopolitische Analyse, Kulturkritik und einen programmatischen Entwurf für eine "technologische Republik". (10)

Technologischer und ökonomischer Vorsprung hängt – so ihre These – stark davon ab, ob Eliten bereit sind, sich gegen den Mainstream zu stellen und kontroverse Technologie (insbesondere militärnahe KI) zu entwickeln. (11)

Während Befürworter die klare Benennung strategischer Risiken: KI‑Rüstungswettlauf, geopolitische Rivalen, eine überforderte Bürokratie und die Kurzfristigkeit der Märkte loben, sehen Kritiker einen massiven Interessenkonflikt, da Palantir direkt von staatlichen Sicherheits‑ und Militäraufträgen profitiert. (12) Umstritten ist zudem das Demokratie‑ und Freiheitsverständnis: Die starke Betonung von Geheimdiensten, Militär und "harter Macht" wirft Fragen auf, wie transparente Kontrolle, Bürgerrechte und Missbrauchsrisiken gehandhabt werden sollen. (13) 

Omniwar nicht als Theorie, sondern als Beschaffungsrichtlinie.

Was FUZE in seiner Konsequenz bedeutet: Der Krieg wird nicht mehr nur von Staaten geführt, sondern von einer Investitionskette — vom Startup-Pitch über den VC-Fonds bis zur Kill-Chain — und das alles in 70 Tagen, ohne dass irgendein Parlament die Zeit hätte, auch nur eine Frage zu stellen.

Der Begriff "Dual-Use" taucht in den FUZE-Dokumenten ausdrücklich auf. Das heißt: Technologien, die heute zivil vermarktet werden, können morgen auf dem Schlachtfeld landen — und umgekehrt.

Bilderberg 2026 war in diesem Licht kein Diskussionsforum. Es war ein Abstimmungsgespräch zwischen den Architekten dieses Systems: dem Auftraggeber (Driscoll), den Auftragnehmern (Karp, Schimpf, Clark, Schmidt) und den politischen Absicherern (Rutte, Sikorski, Stubb).

Alles nicht protokolliert. Alles freiwillig. Alles legal. 

4. Guttenberg und die deutsche Frage

Erstmals wieder bei Bilderberg: Karl-Theodor zu Guttenberg, ehemaliger Bundesverteidigungsminister, 2011 wegen Plagiats zurückgetreten, seither in New York und Washington ansässig als Chef von Spitzberg Partners — einer Beratungs- und Investmentfirma im transatlantischen Rüstungs- und Technologiebereich — ein transatlantischer Netzwerker mit CSU-Herkunft und Washington-Basis.

Guttenberg war zuletzt vor Jahren bei Bilderberg. Jetzt ist er wieder da — in Washington, im April 2026, während Friedrich Merz mit einer historisch knappen Mehrheit von neun Stimmen das Kanzleramt hält und die deutschen Rüstungsausgaben auf ein Rekordniveau steigen.

Am 22. November 2019 schrieb Wolfgang Effenberger in WORLD ECONOMY unter dem Titel "US-Krieg gegen Rivalen China": 

„Für den ‚Deep State' in den USA scheint der aalglatte Musterschüler Guttenberg also der richtige Mann zu sein, der Deutschland nach den Vorgaben der USA in den Krieg führen und diesen der Bevölkerung als ‚Kampf gegen das Böse' verkaufen kann. Deutschland wäre dann hinterher wieder der Schuldige.“

2019 war Guttenberg noch weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden.

Sieben Jahre später sitzt er in Washington beim Bilderberg-Treffen, während auf der Agenda steht: "Trans-Atlantic Defence-Industrial Relationship, Future of Warfare, China". Die moralische Rahmung — der Kampf gegen das Böse — wurde 2025 noch unter dem Begriff "Authoritarian Axis" geführt. 2026 ist sie in die Einzelteile zerlegt und operationalisiert.

Drei Dinge haben sich seit 2019 verändert, die den Aussagen im Artikel von 2019 zusätzliches Gewicht geben: China ist jetzt explizit auf der Bilderberg-Agenda — erstmals als eigenständiger Punkt.

Der "Kampf gegen das Böse"-Rahmen ist bereits vorbereitet — durch die Agendapunkte "The West" und "Authoritarian Axis" (2025) wurde das moralische Narrativ aufgebaut, das in dem Artikel von 2019 bereits beschrieben wurde.

Guttenberg ist heute kein Politiker mehr, sondern ein transatlantischer Netzwerker mit direktem Zugang zu Washington und Berlin. Seine Einladung erklärt sich daher zunächst durch seine Funktion: Er ist einer der wenigen Deutschen, die gleichzeitig tief im amerikanischen Establishment verankert sind und in der deutschen CDU/CSU-Welt noch Ansehen genießen.

Die drei möglichen Rollen bei Bilderberg:

  1. Transatlantischer Übersetzer: Guttenberg versteht beide Seiten — das macht ihn in einem Jahr wertvoll, in dem das Verhältnis USA–Europa unter Trump erheblich gestresst ist. Agendapunkt "Trans-Atlantic Defence-Industrial Relationship" und "The West" sind genau sein Terrain.
  2. Rüstungs- und Tech-Investor: Spitzberg Partners bewegt sich im Dual-Use-Bereich. Im FUZE-Kontext — Silicon Valley trifft Rüstung — ist ein Mann mit politischem Kapital in Deutschland und VC-Netzwerk in Amerika eine wertvolle Verbindung.
  3. Politischer Platzhalter: Merz ist seit Mai 2025 Kanzler, aber mit einer schwachen Mehrheit von gerade mal neun Stimmen im zweiten Wahlgang gestartet — historisch einmalig. Die Koalition mit der SPD ist fragil. Eine reguläre Bundestagswahl findet 2029 statt.

Guttenberg hat zuletzt mehrfach eine Rückkehr in die Politik ausgeschlossen — zuletzt 2022 gegenüber dem Stern. Aber solche Aussagen haben in der politischen Geschichte eine bekannte Halbwertszeit.

Guttenbergs Profil passt präziser denn je — transatlantisch vernetzt, mediengewandt, mit dem Nimbus des gescheiterten Helden, der einen zweite Chance verdient.

Guttenberg, ein Mann mit transatlantischem Kapital, CDU-Herkunft, Washington-Netzwerk und Bilderberg-Einladung — kurz nach einem historisch schwachen Kanzlerstart von Merz. Bilderberg lädt keine Touristen ein. So dürfte er als Option im Raum gehalten werden — nicht als designierter Nachfolger, aber als jemand, dem man signalisiert, dass die Tür noch offen ist, wenn die Zeit kommt. Das ist die klassische Bilderberg-Funktion: keine Entscheidungen, aber Möglichkeiten vorbereiten.

5. Kernthese

Die eigentliche Macht liegt im Tempo. Wer 70 Tage schneller ist als das Parlament, braucht keine Verschwörung.

Die Teilnehmerlisten des Bilderberg-Treffens sind öffentlich, die Agenden sind abrufbar, die Namen sind bekannt. Und doch bekommt kaum jemand etwas mit.

Während Parlamente beraten, Öffentlichkeiten debattieren und Wahlen Regierungen aus- und einwechseln, trifft sich einmal im Jahr ein Kreis von 120 bis 150 Personen, der niemandem Rechenschaft schuldet — und koordiniert, was als nächstes kommt. FUZE bringt ein Rüstungsstartup in 70 Tagen unter Vertrag. T2COM entwirft die Kriegsführung von 2030 bis 2040. Bilderberg stimmt die Akteure ab, bevor die Öffentlichkeit die Fragen kennt.

Das ist kein Komplott, das ist Architektur. 

In dem immer noch gültigen US-Strategiepapier 525‑3‑1 "Win in a Complex World 2020-2040" vom September 2014 wird explizit argumentiert, dass die US‑Armee in allen Domänen — Land, Luft, See, Cyber, Weltraum und Informationsraum — gleichzeitig wirken muss. Angesichts erstarkter Gegner wie Russland, China und nun auch der Iran muss nun sequenziert vorgegangen werden.

„TRADOC 525‑3‑1 bildet zwar weiterhin einen wichtigen Referenzrahmen, wird in seiner 2014 skizzierten Sequenz und Tiefe aber durch die inzwischen etablierte Multi‑Domain‑Transformation und Army‑2030‑Planung faktisch nicht mehr eins zu eins umgesetzt werden können.“ Das alte Ziel, Gegner wie Russland oder China in ihrer Handlungsfreiheit so zu begrenzen, dass sie sich entweder fügen oder in einem möglichen Krieg unterliegen, ist noch nicht aufgegeben worden. Die Doktrin einer permanenten Druckausübung, die nichts mit einer klassischen Verteidigung zu tun hat, wird von den BRICS-Staaten und den Ländern des Globalen Südens massiv bekämpft. Diese Staaten streben nach einer multipolaren Friedensordnung. (14)

Die US-Strategie muss also angepasst werden.

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Anmerkungen und Quellen 

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022).

Demnächst werden von Wolfgang Effenberger die Bücher "Vom Krieg zur Weltordnung – Reden und Essays zu Krieg, Frieden und Geopolitik 2009-2026" (Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Michael Meyen) sowie Strategie der Unausweichlichkeit Transformation und Technokratie Der kalte Geist des Krieges (Mit einem Vorwort von Prof. Mag. Dr. Hermann Mückler) im etica-Verlag erscheinen.

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1) Bilderberg Meetings: List of Participants 2025, 71st Bilderberg Meeting, Stockholm, 12.–15. Juni 2025.
URL: https://bilderbergmeetings.org/meetings/meeting-2025/participants-2025
Abgerufen: 15. April 2026

Teilnehmerliste 2026: Bilderberg Meetings: List of Participants 2026, 72nd Bilderberg Meeting, Washington D.C., 9.–12. April 2026.
URL: https://bilderbergmeetings.org/meetings/meeting-2026/participants-2026
Abgerufen: 15. April 2026

2) bilderbergmeetings.org

3) https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_Army_Transformation_and_Training_Command

4) https://teamorlando.org/army-secretary-daniel-driscoll-outlines-transformation-plans-at-ausa-2025/

5) https://media.defense.gov/2026/Jan/12/2003855671/-1/-1/0/ARTIFICIAL-INTELLIGENCE-STRATEGY-FOR-THE-DEPARTMENT-OF-WAR.PDF

6) https://www.army.mil/article/291503/secretary_of_the_army_sees_future_of_cyber_warfare_ai_integration_at_arcyber

7) https://media.defense.gov/2026/Jan/12/2003855671/-1/-1/0/ARTIFICIAL-INTELLIGENCE-STRATEGY-FOR-THE-DEPARTMENT-OF-WAR.PDF

8) https://lotr.fandom.com/de/wiki/And%C3%BAril

9) https://www.all-ai.de/news/beitrage2026/palantier-manifest-22punkte

10) https://therepublicjournal.com/book-reviews/reviews-of-the-technological-republic/

11) https://techrepublicbook.com/

12) https://www.heise.de/news/Palantir-CEO-schreibt-Buch-und-kritisiert-das-Silicon-Valley-10292580.html

13) https://spartanat.com/de/die-thesen-von-alex-karp

14) https://books.google.com/books/about/TRADOC_Pamphlet_525_3_1.html?id=U04OzgEACAAJ

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Karl-Theodor zu Guttenberg (ehem. Bundesverteidigungsminister)
Bildquelle: Markus Wissmann / shutterstock

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„Ich kenne keine Brandmauer“ - Kubicki äußert sich über Umgang mit der AfD


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Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki positioniert sich im Rennen um den Parteivorsitz klar: Er lehnt eine „Brandmauer“ zur AfD ab, schließt aber Koalitionen aus. Zugleich fordert er eine wirtschaftspolitische Neuorientierung seiner Partei und setzt auf mehr Selbstbewusstsein.
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Die großen Lügen (Teil 13) – Corona XII: Widerstand aus Fachkreisen | Von Uwe Froschauer

20. April 2026 um 07:09

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Die großen Lügen (Teil 13) – Corona XII: Widerstand aus Fachkreisen | Von Uwe Froschauer

Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer.

Wer die Entwicklungen nüchtern betrachtet hat, konnte die Tragweite der Maßnahmen erkennen. Auch innerhalb von Wissenschaft und Recht gab es Stimmen, die sich dem vorherrschenden Kurs nicht anschlossen. Fachleute, die sich – trotz erheblichem Druck – nicht von finanziellen Anreizen, öffentlicher Anerkennung oder politischer Erwartungshaltung leiten ließen, sondern ihrer fachlichen und ethischen Überzeugung treu blieben, leisteten Widerstand gegen staatliches Handeln, das sie als willkürlich oder unverhältnismäßig einordneten.

Einer von ihnen ist der Rechtsanwalt Tobias Ulbrich, Sohn eines evangelischen Pfarrers und einer Kirchenmusikerin.

Rechtsanwalt Tobias Ulbrich

Der Jurist Tobias Ulbrich hat es sich zur Aufgabe gemacht, die seit Jahren stark angeschlagene Verfassung, deren teils kriminelle Auslegung und Aushebelung durch die Träger der Corona-Plandemie verstärkt zutage kam, wiederherzustellen. Dazu verfasste er auf seiner Seite https://jetzt-demokratie.de folgenden Text:

Die Wiederherstellung der freiheitlich demokratischen Grundordnung

Aus Liebe zum deutschen Volk und dem Verlangen, die Bundesrepublik Deutschland handlungsfähig und zukunftsfähig zu gestalten, ist die Erneuerung des Staatswesens in allen Bereichen der Legislative, Exekutive und Judikative unerlässlich.

Die Thesen und das Parteiprogramm erfolgen aus der Überzeugung und im Geiste des Grundgesetzes, das in Artikel 1 die Menschenwürde jedes Einzelnen in den Vordergrund hebt und den Schutz der Menschen zur Verpflichtung aller staatlichen Gewalt macht. Geprägt vom Zweiten Weltkrieg hat sich die Bundesrepublik Deutschland auch dazu verschrieben einen Kernbeitrag für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu leisten.

Der Souverän ist das deutsche Volk. Von ihm geht alle Staatsgewalt aus. Geprägt von Art. 20 Abs. 2 GG wird das Mandat des deutschen Volkes durch ihre gewählten Organe ausgeführt. Das Mandat jedes gewählten Repräsentanten geht daher ausschließlich von dem Leitgedanken aus, dass die Interessen der Mandatsgeber zu vertreten sind und nicht eigene Interessen oder Singularinteressen aus der Wirtschaft zu verfolgen sind.

Artikel 20 Abs. 4 GG bestimmt, dass jeder, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen automatisch die Aufforderung an alle Deutschen beinhaltet, um Abhilfe zu ringen. Sollte das nicht möglich sein, sieht die Verfassung auch das Recht zum Widerstand vor. Genau dies veranlasst mich erstmals aufzustehen und öffentlich das Wort zu ergreifen.

Nach Auffassung des Verfassers wurde durch schleichende und stete Veränderungen des Staatswesens ein System geschaffen, das es ermöglicht, dass ausnahmslos nicht mehr durch die verfassungsmäßig bestimmten Organe die Macht ausgeübt wird, sondern durch wirtschaftliche Lobbyverbände, die sich auf den Fluren der Ministerien und in und um die Abgeordnetenbüros häuslich niedergelassen haben.

Während noch in Bonn die Lobbyverbände von außen das Ministerium betreten mussten, um Einfluss auf die politische Willensbildung zu nehmen, findet das seit dem Umzug nach Berlin unsichtbar hinter verschlossenen Türen statt, da dort den einflussreichen Verbänden gestattet wurde, unmittelbar an allen Willensbildungsprozessen teilzunehmen. Diese hat aber keiner gewählt und kein Mandatsgeber hat gewollt, dass diese Einflussnahme so stattfindet.

Gesetzesvorlagen werden daher auch nicht mehr aus der Mitte des Parlamentes eingebracht und unabhängig von Erwägungen von Interessenlagen der deutschen und internationalen Wirtschaft vorgetragen, sondern es findet hinter verschlossen Türen erst die Einflussnahme statt. Seit der Corona Pandemie ist die Einflussnahme noch klarer und einfacher geworden, da die parlamentarische Debatte abgeschafft wurde und Lobbyverbände aus den Ministerien (Bund und Länder) unmittelbar mit Verordnungen durchregieren können. 

Gesetzestexte werden nicht mehr vom Parlament verfasst und auch nicht mehr die Legislative bestimmt deren Inhalt, sondern es sind seit Jahren die dahinterstehenden wirtschaftlichen Lobbyverbände, die keiner sieht, keiner kennt, keiner gewählt hat, aber dennoch auf allen Ministerialfluren ihre Büros unterhalten.

Wie werden Gesetze heute gemacht?

Ein Gesetzesvorhaben wird vom Fachministerium als Verteiler durch die Lobbyverbände geschickt und die Vertreter der Wirtschaftsinteressen nehmen auf die Willensbildung Einfluss, indem sie unter den Gesetzesentwurf eigene Fassungen in eingerückten Absätzen schreiben. Das nennt man Gesetzestext mit eingerückten Absätzen. Die Urheber der eingerückten Absätze gehen daraus nicht hervor. Im Anschluss gibt es eine kodifizierte Fassung aus der nicht mehr erkennbar wird, welcher Interessenverband zu welcher Änderung des Gesetzestextes beigetragen hat. Da nur noch solche Gesetzesvorlagen oder gleich Gesetzespakete im Auftrag der Großindustrie von Großkanzleien geschrieben Einzug in das Parlament erhalten, kommt es zu dem absurden Ergebnis, dass diejenigen, die von der Verfassung her dazu bestimmt sind, in der parlamentarischen Auseinandersetzung nach den besten Formulierungen und Inhalten zu ringen von außen bereits vorbestimmte und in Ausschüssen gemeinsam mit den Lobbyverbänden vorabgestimmte Vorlagen erhalten, die das Parlament abzuknicken (Fraktionszwang und Druck über Tabellenplätze) hat. 

Damit ist der eigentliche Souverän des deutschen Staates die deutsche und internationale Wirtschaft. Es ist deshalb völlig gleich, welche Partei gewählt wird, da das Ergebnis unabhängig vom Wahlausgang immer gleich bleibt. Es ist mehr oder weniger die Einheitspartei Bundesrepublik Deutschland. Nur mit Hilfe von korrumpierten Abgeordneten, die in der Regel die Inhaber der Listenplätze sind und mit korrumpierten Beamten lässt sich ein solches System unterhalten. Die anstehenden Bundestagswahlen degradieren zur Farce, da das Ergebnis keine Änderung der tatsächlichen Machtverhältnisse bringt und der von der Verfassung vorgesehene Souverän – das Volk – eher störender Untertan als Mandatsgeber ist.

Das drückt sich in der Frustration aller Wähler aus, die den Eindruck erhalten, dass völlig unabhängig davon, wen sie wählen immer das gleiche Ergebnis der Politik herauskommt. Alles wirkt gleichgeschaltet bis hin zu den Medienvertretern.

Auch personell hat das Volk keinen Einfluss auf die konkrete Willensbildung im Parlament, da die Parteien über Parteilisten einen Stamm an Politikern ausgewählt haben, die sich ihr Leben als Berufspolitiker einrichten können und im Kern über diejenigen bestimmen, die künftig auf der Liste stehen. Versüßt wird die jahrzehntelange gute Kooperation mit den eigentlichen Machtinhabern im Deutschen Staat durch verschiede lukrative Posten, die nach dem Ausscheiden die deutsche Wirtschaft für gefügige Politiker parat hält. So entsteht des Weiteren der Eindruck, dass bereits im Vorfeld der Betätigung in der deutschen Wirtschaft auch in der Retroperspektive betrachtet das gesamte politische Handeln dieses Politikers nicht als Mandat für das deutsche Volk verstanden wurde, sondern allein dazu diente, sich über das Mandat selbst zu bereichern.

Sowohl auf kommunaler Ebene, auf der Landesebene und im Bund sind dieselben Strukturen vorzufinden. Die Korruptionswächter von Transparancy International sind mit der deutschen Politik höchst unzufrieden. In Bezug auf den schlechten Rang in der internationalen Korruptionsstatistik führen sie vor allem ins Feld: „Für eine bessere Platzierung Deutschlands steht das Ausbleiben wichtiger Reformen im Bereich der Abgeordnetenbestechung und der Transparenz der Nebeneinkünfte von Abgeordneten im Weg“, teilt Transparency International mit. Edda Müller, die Vorsitzende von Transparency Deutschland, bringt das auf die Palme: „Das Aussitzen wichtiger Reformen zur Korruptionsprävention durch die Mehrheit des Deutschen Bundestages muss ein Ende haben“.

Ein Ende wird es aber nie haben, da diejenigen, die mit diesem Verdacht behaftet sind, über sich selbst zu befinden haben. Daraus folgt auch, dass es ohne den Druck gem. Art. 20 Abs. 4 GG keine Änderung geben wird.

Wie recht doch Herr Ulbrich hat. Die Ermöglichung eines Quartalsgewinns in Höhe von 4,7 Milliarden, und einer Umsatzrendite von 77 Prozent des Impfmittelherstellers BioNTech zu diesem Zeitpunkt spricht Bände. Ergebnisse eines fruchtbaren Lobbyismus! Pfui Teufel!

Wenn Sie sich die Seite von Herrn Ulbrich – höchste Wertschätzung meinerseits an dieser Stelle, Herr Ulbrich – ansehen, sollten Sie auch die Verlinkung mit seinen 95 Thesen anklicken. Absolut lesenswert!

Ich habe gerade die Seite aufgesucht, es wird jedoch nur das Impressum geladen. Keine Inhalte, keine Navigation, keine Artikel sind erreichbar. Das deutet wieder einmal darauf hin, dass Inhalte entfernt oder offline genommen wurden oder die Seite nur noch als „leere Hülle“ (Impressum) existiert. Vermutlich wieder ein Fall moderner Bücherverbrennung. Dafür habe ich eine andere Adresse gefunden, unter der Sie die Inhalte teilweise finden können. Hier der Link: https://jetzt-demokratie.de/thema/thesen/.

Nun zu einem Wissenschaftler, der massiv gegen den Coronabetrug ankämpfte. 

Dr. Mike Yeadon

Dr. Mike Yeadon, ehemaliger Chefentwickler von Pfizer, erhob schwere und definitiv wahre Anschuldigungen gegen die Impfmafia. So ließ er beispielsweise verlauten:

„Denn ich versichere Ihnen, dass die Industrie weiß, dass sie (…die Impfungen) nicht funktionieren. Die Aufsichtsbehörden wissen es. Führende Persönlichkeiten in jeder Regierungsverwaltung wissen es. Alles, was sie tun, ist, Sie als geimpft zu kennzeichnen. Sie haben Anspruch auf einen digitalen Ausweis, prima! (Das ist nicht gut, man wird rund um die Uhr und bei jeder Transaktion verfolgt). 

Sollten Sie jemals in Versuchung geraten, denken Sie daran, dass diejenigen, die darauf bestehen, dass Sie geimpft werden, wissen, dass die Impfungen nicht wirken und giftig sind. 

Also…warum sind sie so erpicht darauf, die Nadel in Ihren Arm und den Ihrer Kinder zu stecken?

Es ist eindeutig nicht für Ihre Gesundheit.

All diese Beamten, die dumme Vorschriften durchsetzen, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Gesundheit überhaupt keine Rolle spielen?

Sie sind das heutige Pendant zu den deutschen Nazis. Ein sehr großer Teil der Bevölkerung hat sich schließlich entschieden, der Partei beizutreten. Zum Teil, weil sie sonst von allen möglichen Dingen ausgeschlossen wurden (kommt Ihnen das bekannt vor?).

Eine der bemerkenswertesten Beobachtungen über gewöhnliche Menschen in außergewöhnlichen Zeiten ist, wie bereitwillig sich die große Mehrheit der Menschen an die neuen Regeln anpasst.

Wie in Deutschland geht es auch hier um Diskriminierung, um die Einteilung der Menschen in gute und schlechte Kategorien.

Diese bereitwillige Anpassung an das Leben in einer Welt voller grauenhafter Ungerechtigkeit ist beunruhigend.

Aber es ist die Abwesenheit von Reaktionen auf wirklich schreckliche Dinge, wie z.B. Menschen, die weggezerrt werden, deren Schuhspitzen vom Kopfsteinpflaster abprallen, und das alles „Für Ihre Sicherheit“, die zu dem Ausdruck „Die Banalität des Bösen“ führte.

Wir können und sollten uns wehren.

Lehnen Sie Impfpässe auf den ersten Blick ab. 

Sie sind nicht neutral. Sobald sie in einem Land eingeführt sind, kann ihre Verwendung leicht ausgeweitet werden…“

Bei anderer Gelegenheit warnte Yeadon vor dem Impfzwang und forderte, den Forderungen von Tyrannen nicht nachzugeben! Er ließ verlauten:

„Ich nehme an, Sie sind ziemlich wütend, und das sollten Sie auch sein, denn diese Lügen haben die Wirtschaft, die Zivilgesellschaft, die menschlichen Freiheiten zerstört und zwei Jahre Ihres Lebens gestohlen. Sie planen auch nicht, aufzuhören. Impfpässe haben NULL Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit. Sie sind nicht sicherer, nur weil Sie geimpft wurden. Trotzdem werden sie verlangen, dass jedem schädliches Material injiziert wird, das Hunderttausende unschuldiger Männer, Frauen und Kinder getötet hat. Wir müssen gerade wieder Masken tragen. Ich fordere Sie auf, anzuerkennen, dass, wenn sie den Forderungen von Tyrannen nachgeben, sie Ihnen nicht Ihre Freiheit zurückgeben werden. Stattdessen werden sie ihre Forderungen erhöhen.

Ihre nächste Forderung wird eine obligatorische Impfung sein. Wenn wir uns dem fügen, ist dies das dauerhafte Ende der menschlichen Freiheiten. Bitte fügen Sie sich nicht. Beste Grüße Mike.“

Ein moderner Held. 

Auch in Israel, ein Land mit sehr hoher Impfquote und dementsprechend hoher Übersterblichkeit wurde der Betrug der Eliten und Regierungen von Wissenschaftlern erkannt und angeprangert – was für einen Menschen mit offenen Augen eigentlich auch nicht schwer war.

Professor Ehud Qimron 

Der Leiter der Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie an der Universität Tel Aviv, Professor Ehud Qimron kritisierte in einem offenen Brief an das israelische Gesundheitsministerium das Management der Coronavirus-Pandemie scharf. Hier der bemerkenswerte, die tatsächliche Situation widerspiegelnde Brief, der stellvertretend für die Verfehlungen aller coronadiktatorischen Länder gesehen werden kann:

„Am Ende wird immer die Wahrheit ans Licht kommen, und die Wahrheit über die Coronavirus-Politik beginnt sich zu offenbaren. Wenn die zerstörerischen Konzepte nach und nach zusammenbrechen, bleibt nichts anderes übrig, als den Experten zu sagen, die das Management der Pandemie anführten – wir haben es Ihnen gesagt. 

Mit zwei Jahren Verspätung erkennen Sie endlich, dass ein Atemwegsvirus nicht besiegt werden kann und dass jeder solche Versuch zum Scheitern verurteilt ist. Sie geben es nicht zu, weil Sie in den letzten zwei Jahren fast keinen Fehler eingeräumt haben, aber im Nachhinein ist klar, dass Sie in fast allen Ihren Handlungen kläglich versagt haben, und selbst die Medien tun sich jetzt schon schwer, über Ihre Scham zu berichten.

Sie haben sich trotz jahrelanger Beobachtungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse geweigert, zuzugeben, dass die Infektion in Wellen kommt, die von selbst abklingen. Sie bestanden darauf, jeden Rückgang einer Welle ausschließlich auf Ihre Handlungen zurückzuführen, und so 'überwanden Sie durch falsche Propaganda die Pest'. Und wieder hast du es besiegt und immer wieder und wieder. 

Sie haben sich geweigert zuzugeben, dass Massentests unwirksam sind, obwohl dies in ihren eigenen Notfallplänen ausdrücklich angegeben ist ('Pandemic Influenza Health System Preparedness Plan, 2007', S. 26).

Sie weigerten sich zuzugeben, dass eine Genesung mehr Schutz bietet als ein Impfstoff, obwohl bisherige Kenntnisse und Beobachtungen zeigten, dass nicht genesene geimpfte Personen mit höherer Wahrscheinlichkeit infiziert sind als genesene Personen. Sie haben sich trotz der Beobachtungen geweigert, zuzugeben, dass die Geimpften ansteckend sind. Auf dieser Grundlage hofften Sie, durch eine Impfung eine Herdenimmunität zu erreichen – und sind auch daran gescheitert. 

Sie haben darauf bestanden, zu ignorieren, dass die Krankheit für Risikogruppen und ältere Erwachsene um ein Dutzend Mal gefährlicher ist als für Jugendliche, die nicht zu Risikogruppen gehören, trotz der Erkenntnisse, die bereits 2020 aus China kamen. 

Sie haben sich geweigert, die von mehr als 60.000 Wissenschaftlern und Medizinern unterzeichnete 'Barrington Declaration' oder andere Programme des gesunden Menschenverstands anzunehmen. Sie haben sich entschieden, sie lächerlich zu machen, zu verleumden, zu verzerren und zu diskreditieren. Anstelle der richtigen Programme und Personen haben Sie sich für Fachkräfte entschieden, denen eine entsprechende Ausbildung für das Pandemiemanagement fehlt (Physiker als oberste Regierungsberater, Tierärzte, Sicherheitsbeamte, Medienpersonal usw.). 

Sie haben kein wirksames System zur Meldung von Nebenwirkungen der Impfstoffe eingerichtet und Berichte über Nebenwirkungen wurden sogar von Ihrer Facebook-Seite gelöscht. Ärzte vermeiden es, Nebenwirkungen mit dem Impfstoff in Verbindung zu bringen, damit Sie sie nicht verfolgen, wie Sie es bei einigen ihrer Kollegen getan haben. Sie haben viele Berichte über Veränderungen der Menstruationsintensität und der Menstruationszykluszeiten ignoriert. Sie haben Daten versteckt, die eine objektive und ordnungsgemäße Recherche ermöglichen (z. B. Sie haben die Daten über Passagiere am Flughafen Ben Gurion entfernt). Stattdessen haben Sie sich entschieden, zusammen mit leitenden Pfizer-Führungskräften nicht objektive Artikel über die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen zu veröffentlichen.

Aus der Höhe Ihrer Hybris haben Sie jedoch auch die Tatsache ignoriert, dass am Ende die Wahrheit ans Licht kommt. Und es beginnt sich zu offenbaren. Die Wahrheit ist, dass Sie das Vertrauen der Öffentlichkeit in Sie auf einen beispiellosen Tiefpunkt gebracht und Ihren Status als Autoritätsquelle untergraben haben. Die Wahrheit ist, dass Sie in den letzten zwei Jahren Hunderte von Milliarden Dollar vergeblich verbrannt haben – für die Veröffentlichung von Einschüchterungen, für ineffektive Tests, für destruktive Sperren und für die Störung des Lebensalltags. 

Sie haben die Bildung unserer Kinder und ihre Zukunft zerstört. Sie haben Kindern Schuldgefühle, Angst, Rauchen, Alkohol, Sucht, Schulabbruch und Streit gegeben, wie Schulleiter im ganzen Land bezeugen. Sie haben Lebensgrundlagen, die Wirtschaft, die Menschenrechte, die psychische Gesundheit und die körperliche Gesundheit geschädigt.

Sie haben Kollegen verleumdet, die sich Ihnen nicht ergeben haben, Sie haben die Menschen gegeneinander aufgehetzt, die Gesellschaft gespalten und den Diskurs polarisiert. Sie haben Menschen, die sich gegen eine Impfung entschieden haben, ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage als Feinde der Öffentlichkeit und als Überträger von Krankheiten gebrandmarkt. Sie fördern auf beispiellose Weise eine drakonische Politik der Diskriminierung, der Verweigerung von Rechten und der Auswahl von Menschen, einschließlich Kindern, für ihre medizinische Wahl. Eine Auswahl, die jeder epidemiologischen Begründung entbehrt. 

Wenn Sie die destruktive Politik, die Sie verfolgen, mit der vernünftigen Politik anderer Länder vergleichen, können Sie deutlich sehen, dass die von Ihnen verursachte Zerstörung nur Opfer gebracht hat, die über die Anfälligkeit des Virus hinausgehen. Die Wirtschaft, die Sie ruiniert haben, die Arbeitslosen, die Sie verursacht haben, und die Kinder, deren Bildung Sie zerstört haben – sie sind die überschüssigen Opfer, die nur durch Ihre eigenen Handlungen entstanden sind.

Es besteht derzeit kein medizinischer Notfall, aber Sie kultivieren einen solchen Zustand seit zwei Jahren aus Macht-, Budget- und Kontrollgier. Der einzige Notfall besteht jetzt darin, dass Sie immer noch Richtlinien festlegen und riesige Budgets für Propaganda und psychologische Technik bereithalten, anstatt sie zur Stärkung des Gesundheitssystems anzuweisen.

Dieser Notfall muss aufhören!

Professor Udi Qimron, Medizinische Fakultät, Universität Tel Aviv“

Ja, werte Leserin, werter Leser, diesem Brief ist wirklich nichts hinzuzufügen. Er sollte Pflichtlektüre für alle politischen, medialen, wissenschaftlichen und sonstigen Unterstützer des Unrechtsnarrativs der Coronazeit werden. Dieser Brief hätte ebenso an die deutsche Regierung gerichtet werden können. Herr Lauterbach sollte ihn 100-mal abschreiben und auswendig lernen, um seine Verfehlungen und die seiner Kollegen im Nachhinein vielleicht doch noch zu erkennen. Bei manchen Personen scheint jedoch Hopfen und Malz verloren zu sein.

Weitere wissenschaftliche Widerständler

Neben den bereits genannten Stimmen gab es eine ganze Reihe weiterer Wissenschaftler und Fachleute, die sich öffentlich gegen zentrale Elemente der Corona-Politik positionierten.

So etwa John Ioannidis, einer der weltweit meistzitierten Medizinforscher. Er sprach bereits früh von einem „einmaligen Fiasko evidenzbasierter Politik“ und warnte davor, dass die getroffenen Maßnahmen – insbesondere Lockdowns – mehr Schaden anrichten könnten als das Virus selbst. Seine Einschätzung, dass die Gefährlichkeit von Covid-19 überschätzt worden sei, brachte ihn in offenen Widerspruch zum politischen Kurs vieler Regierungen.

John Ioannidis legte seine Kritik nicht nur in Interviews, sondern vor allem in wissenschaftlichen Veröffentlichungen dar. In zahlreichen Studien analysierte er die Datenlage zur Pandemie und stellte dabei die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen infrage. Seine Arbeiten machten deutlich, dass zentrale politische Entscheidungen auf unsicheren oder unvollständigen Grundlagen beruhten – ein Befund, der in der öffentlichen Debatte lange kaum Beachtung fand.

Die Epidemiologin Sunetra Gupta von der Universität Oxford kritisierte die pauschalen Maßnahmen scharf. Sie plädierte für einen gezielten Schutz der Risikogruppen statt flächendeckender Einschränkungen und war Mitinitiatorin der sogenannten „Great Barrington Declaration“, die sich gegen Lockdowns und für einen differenzierteren Umgang mit der Pandemie aussprach. Sunetra Gupta brachte ihre Position nicht nur in Interviews, sondern in programmatischer Form zum Ausdruck. Als Mitinitiatorin der „Great Barrington Declaration“ formulierte sie bereits 2020 eine wissenschaftlich begründete Gegenposition zu Lockdowns und pauschalen Maßnahmen – und zeigte damit früh, dass es innerhalb der Fachwelt fundierte Alternativen zum dominierenden Kurs gab.

Der deutsche Lungenarzt Wolfgang Wodarg gehörte ebenfalls zu den frühen Kritikern. Er stellte die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen infrage und warnte vor den gesellschaftlichen und gesundheitlichen Folgen von Lockdowns und Massenimpfungen. Wodarg sah insbesondere die Rolle von politischen und wirtschaftlichen Interessen kritisch. Er veröffentlichte seine Einschätzungen vor allem in Form von Fachbeiträgen, Interviews und öffentlichen Stellungnahmen. Darin kritisierte er die Datengrundlagen sowie die politische Ableitung der Maßnahmen und machte deutlich, dass aus seiner Sicht wesentliche Aspekte der Pandemie überzeichnet oder fehlinterpretiert wurden.

Sucharit Bhakdi, emeritierter Professor für Mikrobiologie, äußerte sich wiederholt gegen die Corona-Maßnahmen. Er sprach von einer aus seiner Sicht unverhältnismäßigen Reaktion auf das Virus und warnte vor langfristigen Schäden durch Impfprogramme und gesellschaftliche Einschränkungen. Seine Positionen brachte er zudem frühzeitig auch in schriftlicher Form – wie auch meine Wenigkeit – auf den Punkt. Bereits kurz nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 veröffentlichte Sucharit Bhakdi gemeinsam mit Karina Reiß das Buch „Corona Fehlalarm? Zahlen, Daten und Hintergründe“. Darin stellte er die zentralen Annahmen der Corona-Politik grundlegend infrage und widersprach richtigerweise der offiziellen Einschätzung der Gefährlichkeit des Virus sowie der daraus abgeleiteten Maßnahmen.

Dass ein solches Werk zu einem frühen Zeitpunkt breite Aufmerksamkeit fand, zeigt: Zweifel an der Verhältnismäßigkeit und Sinnhaftigkeit der Maßnahmen waren keineswegs Randerscheinungen, sondern wurden bereits früh – auch aus wissenschaftlicher Perspektive – klar formuliert. Und diese Zweifel waren hundertprozentig berechtigt. Mit der Veröffentlichung seines Buches positionierte er sich dabei nicht nur als Kritiker einzelner Maßnahmen, sondern als einer der frühesten wissenschaftlichen Gegenstimmen zum gesamten politischen Kurs.

Einmal sagte Bhakdi:

„Die Daten wurden gefälscht. (...) Die, die ganz oben sind, die wissen ganz genau, dass das Ganze ein Betrug ist. Das ist ein Betrug am Volk, Betrug an der Bevölkerung, Betrug an der Nation Deutschland (...) die gehören alle lebenslänglich in den Kerker.“ 

Wo Herr Bhakdi – höchste Verehrung an dieser Stelle – recht hat, hat er recht.

Der US-amerikanische Arzt und Biochemiker Robert W. Malone, der an frühen Entwicklungen der mRNA-Technologie maßgeblich beteiligt war, tritt während der Corona-Zeit als einer der bekanntesten Kritiker von Impfkampagnen und staatlichen Maßnahmen auf.

Mit Nachdruck warnte er vor gesellschaftlichen Entwicklungen, die aus seiner Sicht mit Angst, Druck und mangelnder offener Diskussion einhergehen. In Interviews und öffentlichen Auftritten appellierte Malone insbesondere an Eltern, eigenverantwortlich zu handeln und sich kritisch mit den Maßnahmen auseinanderzusetzen.

„Als Vater und Großvater empfehle ich Ihnen nachdrücklich, Widerstand zu leisten und für den Schutz Ihrer Kinder zu kämpfen.“

Besondere Aufmerksamkeit erhält Malone Ende 2021 durch einen vielbeachteten Auftritt im Podcast von Joe Rogan. Dort beschreibt er gesellschaftliche Prozesse im Zusammenhang mit der Pandemie als eine Form von kollektiver Beeinflussung:

„Wenn eine Gesellschaft entkoppelt wird und Angst entsteht (…) dann können Menschen buchstäblich hypnotisiert werden und überallhin geführt werden.“

Malone greift dabei die Theorie einer sogenannten „Massenbildungs-Psychose“ auf, mit der er – aufbauend auf den Erkenntnissen von Gustave Le Bon und Mattias Desmet – erklärt, warum aus seiner Sicht viele Menschen den offiziellen Darstellungen folgen.

Malone ist eine prägende Figur in der öffentlichen Debatte, da er als Wissenschaftler mit früher Verbindung zur mRNA-Forschung eine Stimme verkörpert, die sich gegen den dominierenden Konsens stellte und damit weltweit Aufmerksamkeit und Kontroversen auslöste. 

Auch Stefan Lanka, Biologe und langjähriger Kritiker virologischer Lehrmeinungen, meldete sich im Zuge der Corona-Maßnahmen zu Wort. Er stellte grundlegende Annahmen zur Virusforschung sowie zur Test- und Impfstrategie infrage und kritisierte die aus seiner Sicht mangelnde wissenschaftliche Evidenz zentraler Maßnahmen. Lanka argumentierte, dass politische Entscheidungen auf unzureichend geprüften Grundlagen beruhten, und forderte eine offene, ergebnisoffene wissenschaftliche Debatte, die jedoch seiner Ansicht nach nicht mehr im notwendigen Maß stattgefunden habe. 

Der Berliner Hygieniker und Infektiologe Klaus-Dieter Zastrow äußert sich Anfang Dezember 2021 in Interviews kritisch zur deutschen Corona-Politik und insbesondere zur öffentlichen Darstellung der Lage in den Krankenhäusern. Zastrow widerspricht alarmistischen Einschätzungen und warnt vor Übertreibungen in der Kommunikation rund um die Intensivstationen.

Dabei tritt er nicht als grundsätzlicher Gegner der Maßnahmen auf: Als überzeugter Befürworter von Impfungen plädiert er vielmehr für eine sachlichere, differenzierte Bewertung der Situation. Seine Wortmeldungen stehen exemplarisch für fachliche Kritik innerhalb des medizinischen Establishments, die sich gegen aus seiner Sicht verzerrte Darstellungen und unangemessene politische Schlussfolgerungen richtet.

Tom Lausen, Datenanalyst und Programmierer, meldete sich während der Corona-Zeit wiederholt mit eigenen Auswertungen zu Wort. Auf Basis öffentlich zugänglicher Daten stellte er zentrale Annahmen der Pandemiepolitik infrage und wies auf aus seiner Sicht erhebliche Unstimmigkeiten in der Darstellung von Infektionsgeschehen, Krankenhausauslastung und Sterblichkeit hin.

Lausen kritisierte insbesondere, dass politische Entscheidungen häufig auf unvollständig interpretierten oder missverständlich kommunizierten Daten beruhten, und forderte mehr Transparenz sowie eine sachliche, datenbasierte Debatte. Seine Analysen zielten darauf ab, die Diskrepanz zwischen offizieller Darstellung und tatsächlicher Datenlage sichtbar zu machen.

Heute wird er im Zuge der Aufarbeitung der Corona-Politik regelmäßig als Sachverständiger hinzugezogen.

Auch Marcel Barz, IT-Experte und Datenanalyst, setzte sich frühzeitig mit den zugrunde liegenden Zahlen zur Pandemie auseinander. Bereits zu Beginn der Corona-Zeit analysierte er öffentlich verfügbare Daten und kam zu dem Schluss, dass die Gefährdungslage differenzierter betrachtet werden müsse, als es die politische Kommunikation nahelegte.

In seinem vielbeachteten Video „Die Pandemie in Rohdaten“ bereitete er statistische Zusammenhänge anschaulich auf und stellte die Frage, ob die Maßnahmen im Verhältnis zur tatsächlichen Datenlage stehen. Barz kritisierte insbesondere die fehlende Einordnung von Zahlen sowie die aus seiner Sicht einseitige Interpretation von Statistiken im öffentlichen Diskurs.

Seine Arbeit zielte darauf ab, eine faktenbasierte Betrachtung zu fördern und die Grundlage politischer Entscheidungen kritisch zu hinterfragen. Barz unterscheidet in „Betonzahlen“ und „Gummizahlen“, und ist richtigerweise der Ansicht, dass in der angeblichen Pandemie auf Gummizahlen zurückgegriffen wurde, die keine Rückschlüsse auf reale Zustände zuließen, anstatt auf eher unumstößliche Betonzahlen. Ebenso prangerte er an, dass bei Entscheidungen häufig Bezug auf Sekundärquellen anstatt auf Primärquellen (z.B. die immer noch nicht zugänglichen Originalprotokolle der Sitzungen der Ministerpräsidentenkonferenzen (MPK) genommen wurde.

Der Rechtswissenschaftler Martin Schwab wiederum kritisierte insbesondere die juristische Dimension der Maßnahmen. Er stellte die Vereinbarkeit einzelner Regelungen mit dem Grundgesetz infrage und verwies darauf, dass auch in Krisenzeiten die Bindung staatlichen Handelns an Recht und Gesetz uneingeschränkt gelten müsse. Martin Schwab äußerte sich vor allem in juristischen Stellungnahmen und Fachbeiträgen zur Corona-Politik.

Auffällig ist dabei: Der Widerspruch der genannten Personen beschränkte sich nicht auf einzelne Wortmeldungen. Viele dieser Stimmen legten ihre Positionen systematisch dar – in Studien, Erklärungen oder Veröffentlichungen –, und schufen damit ein intellektuelles Gegengewicht zum politischen Kurs.

Fazit

Die genannten Beispiele machen deutlich: Der Widerspruch gegen die Corona-Politik war keineswegs auf einzelne Außenseiter beschränkt. Auch aus wissenschaftlichen, medizinischen und juristischen Fachkreisen kamen frühzeitig kritische Stimmen, die auf Unstimmigkeiten, Widersprüche und fehlende Verhältnismäßigkeit hinwiesen. 

Dabei handelt es sich bei meinen Darlegungen nur um einen Ausschnitt widersprechender Personen aus vornehmlich wissenschaftlichen Kreisen. Zahlreiche weitere Wissenschaftler, Ärzte und Fachleute äußerten ähnliche Bedenken – oft unter erheblichem Druck und nicht selten unter Inkaufnahme persönlicher und beruflicher Nachteile. Dass viele dieser Stimmen im öffentlichen Diskurs kaum Gehör fanden oder pauschal diskreditiert wurden, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der Debattenkultur in dieser Zeit. Die Verhaltensweisen der Altparteien CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP in der Coronazeit sind als durch und durch antidemokratisch zu bezeichnen.

Im Rückblick zeigt sich: Zweifel an der offiziellen Linie waren früh vorhanden und fachlich begründet. Sie wurden jedoch vielfach ignoriert, ausgeblendet oder bewusst an den Rand gedrängt. Umso wichtiger ist es, diese Stimmen heute nicht zu übergehen, sondern als das zu erkennen, was sie waren: ein notwendiges Korrektiv in einer Phase, in der kritische Einordnung dringend gebraucht worden wäre.

Eine Aufarbeitung auf Bundesebene im Rahmen eines Untersuchungsausschusses ist dringend erforderlich!

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Anmerkungen und Quellen

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser!

Ende September 2024 erschien mein Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“. Ende März und Anfang April 2025 wurden die beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Zwei weitere Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: KI-generiertes Bild: Arzt mit Stethoskop um den Hals
Bildquelle: Shutterstock.AI Generator / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Auslöschen auf Abruf | Von Wolfgang Effenberger

17. April 2026 um 15:16

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Auslöschen auf Abruf | Von Wolfgang Effenberger

Wie ein löchriger Waffenstillstand die Weltwirtschaft in der Schwebe hält

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger. 

Am 7. April 2026 drohte US-Präsident Donald Trump laut Berichten mit der Auslöschung „einer ganzen Zivilisation“, falls der Iran sein Ultimatum zur Straße von Hormus nicht erfüllt. Kurz vor Ablauf des Ultimatums einigten sich am 7. April 2026 die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe.

Pakistan vermittelte die Waffenruhe 

Die Initiative kam von Pakistan, vor allem von dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif, unterstützt vom pakistanischen Militär bzw. Generalstabschef Asim Munir. Ziel ist eine Pause der Kämpfe, um eine weitere Eskalation im Persischen Golf zu verhindern und Verhandlungsgespräche vorzubereiten. (1)

Teil des Plans ist es, die Lage an der Straße von Hormus zu stabilisieren, damit der Schiffsverkehr und den Öltransport wieder verlässlicher funktioniert.

Die Feuerpause ist zunächst zeitlich befristet und gilt als Test, ob beide Seiten zu einem längeren politischen Prozess bereit sind.

Donald Trump und der iranische Außenminister Abbas Araghchi dankten öffentlich Shehbaz Sharif und Generalstabschef Asim Munir für ihre Vermittlungsbemühungen.

Pakistan fungiert dabei als einziger offizieller Vermittler zwischen den Konfliktparteien. (2)

Im Zentrum steht ein Machtkampf um die Straße von Hormus, also eine der wichtigsten Seehandelsrouten für Öl und Gas. Trump nutzte die Drohung mit totaler Zerstörung offenbar als Druckmittel, um den Iran zur Öffnung der Meerenge und zu einem politischen Einlenken zu zwingen. Die Rhetorik ist dabei nicht nur militärisch, sondern auch symbolisch maximal aggressiv, weil sie nicht einzelne Ziele, sondern die Existenz einer ganzen Gesellschaftsordnung bedroht. (3)

Die Formulierung "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben" ist mehr als nur Kriegsrhetorik; sie ist eine Entgrenzung politischer Sprache. Damit wird der Gegner nicht mehr als Verhandlungspartner, sondern als etwas dargestellt, das vernichtet werden darf oder muss. Solche Aussagen erhöhen die Eskalationsgefahr, weil sie den politischen Spielraum für Deeskalation massiv verkleinern und die Gegenseite zur einer Gegenreaktion drängen. (4)

Aus völkerrechtlicher Sicht erweckt Trumps Drohung den Eindruck einer kollektiven Bestrafung, was ein Kriegsverbrechen darstellen könnte. Bei der Zerstörung von Infrastruktur wie Brücken oder Kraftwerken gibt es keinen Unterschied mehr zwischen militärischen und zivilen Zielen. Nicht jede Druckausübung im Krieg ist rechtlich zulässig, und die gezielte Zerstörung ziviler Lebensgrundlagen verstößt gegen humanitäre Grundsätze. (5)

Der Versuch Trumps, den Iran einzuschüchtern und Verbündeten sowie Gegnern ein Signal zu senden, hatte den Abbruch der direkten Kontakte zur Folge. Die Gespräche wurden dann nur noch über Vermittler geführt. Mit dieser Vorgehensweise verspielte Trump die letzte Glaubwürdigkeit nicht nur bei Freunden in der eigenen Partei, sondern auf der ganzen Welt.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Waffenruhe nur wie ein Notstopp ohne eine echte Lösung. Die Lage ist weiterhin fragil, denn die militärische Gefahr wurde nicht beseitigt, sondern nur zeitweise eingefroren, während die grundlegenden Konflikte um Sicherheit, Einfluss und Atompolitik weiterbestehen. (6) Der Iran befindet sich nach der Erfahrung der letzten Monate und dank Trumps politischer Maximaldrohkulisse in permanenter Alarmrhetorik. (7) Trumps Aussage macht deutlich, wie nah die Lage an einer größeren regionalen oder sogar globalen Krise ist. (8) 

Die langfristige Fokussierung der USA auf den Iran als "Problemland": 

1953 – Mossadegh-Putsch
Die CIA und der britische Geheimdienst MI6 stürzten den demokratisch gewählten Premier Mohammad Mossadegh (er hatte die Ölindustrie verstaatlicht). (9) Beginn der tiefen strukturellen Verstrickung der USA im Iran, primär aus Öl und Kalte Krieg Interessen. (10)

Danach stützten die USA den Schah als pro‑westlichen Autoritaristen, und der Iran wurde zum engen Verbündeten der USA im Nahen Osten (der spätere Hass auf die USA hat hier seine Wurzel). (11)

1979-1981 Revolution/Geiselnahme
Der Iran wurde damit endgültig ein Anti‑US‑Staat. (12)

1980–1988 US‑Unterstützung für Saddam Hussein im Iran‑Irak‑Krieg,
trotz Giftgas & Hunderttausender iranischer Toter.

2001 Nach 9/11:"Achse des Bösen" und die berühmten "sieben Länder"
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erklärt George W. Bush Iran Anfang 2002 zum Teil der "Achse des Bösen" (neben Irak und Nordkorea). (13)

Parallel dazu kursierte im Pentagon die von General Wesley Clark zitierte Planung, in wenigen Jahren mehrere Staaten (darunter Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan, Iran) militärisch anzugehen – Iran war in diesem Narrativ Endpunkt/Zielstaat. (14) 

2014 TRADOC 525‑3‑1 "Win in a Complex World 2020-2040"
Anweisung an die US-Streitkräfte die von Russland, China, Nordkorea und dem Iran ausgehende Bedrohung abzubauen. In dem TraDoc-Dokument wird der Iran als aufstrebende Regionalmacht und hybride Bedrohung beschrieben, die mit Milizen/Stellvertretern, Raketen, Cyber und Einflussoperationen arbeitet. (15)

Im Vergleich zu China und Russland ist Iran kein globaler Hauptgegner, sondern eine wichtige regionale Störmacht, die die US‑Ordnung im Nahen Osten herausfordert. (16) 

Im TRADOC-Vergleich: Iran vs. Russland vs. China in 525-3-1 (17)

Auslöschen auf Abruf | Von Wolfgang Effenberger

2015 (14. Juli): JCPOA (Atomdeal) unterzeichnet
USA, Iran und Weltmächte einigen sich auf Atomprogramm-Beschränkungen. 

2018 (8. Mai): Trump zieht die USA aus dem Atomdeal zurück und verhängt Sanktionen.

2022 National Security Strategy von US-Präsident Biden
In diesem Strategiedokument wird der Iran erneut als zentrale Bedrohung in der Region eingeordnet: wegen Atomprogramm, Raketen, Unterstützung bewaffneter Gruppen und Bedrohung von Partnern wie Israel und Golfstaaten.

Die Linie bleibt: Iran ist in der US‑Sicherheitswahrnehmung kein normaler Regionalstaat, sondern ein dauerhafter Risikofaktor, der durch Sanktionen, militärische Abschreckung und begrenzte Diplomatie eingedämmt werden soll.

Der Iran wird als hybride, regionale Dauerbedrohung in Doktrin und Strategie festgeschrieben.

2026 (1. Februar): Ausbruch des Irankriegs 2026.

2026 (28. Februar) USA und Israel greifen den Iran aus Luft an
Der Iran antwortet mit Gegenschlägen auf Israel und die US-Basen im Golf. Und schließt die Straße von Hormus für die Kriegsgegner

2026 (22. März): Trump stellt dem Iran ein 48-Stunden-Ultimatum
für die Öffnung der Straße von Hormus.

2026 (4. April): Trump verschärft die Drohungen, verschiebt das Ultimatum.

2026 (6./7. April): Trump droht: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben“
Fokus auf totale Zerstörung. (19) Iran bricht daraufhin den direkten Kontakt ab und reagiert mit einer dreifachen Strategie aus rhetorischer Gegenwehr, diplomatischem Rückzug und praktischem Trotz.

2026 (7. April): Über den Vermittler Paskistan wird eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart,

2026 (12. April): Die fragile Ruhe hält, bis
Trump eine „Seeblockade“ bzw. vollständige Blockade der Straße von Hormus durch US-Kriegsschiffe ankündigt. Die US-Marine soll alle Schiffe stoppen, die in die Meerenge einfahren oder sie verlassen wollen, insbesondere wenn sie iranische Häfen anlaufen oder Gebühren an den Iran gezahlt haben.

Internationale Reaktion auf Trumps Ultimatum 

USA
Die US-Regierung begründete das Ultimatum vor allem mit der Forderung, die Straße von Hormus offenzuhalten und iranische Eskalationen zu stoppen. Trumps Linie ist dabei laut Berichten nicht auf Deeskalation, sondern auf Abschreckung durch extreme Drohungen ausgerichtet, bis hin zur Aussage, eine ganze Zivilisation könne „sterben“. (20)

Iran
Teheran weist die US-Drohungen als arrogante Rhetorik zurück und reagiert mit Gegenwarnungen. Der Iran kündigte laut Berichten im Gegenzug seinerseits an, bei weiterer Eskalation auch zivile Infrastruktur und Energieversorgung in der Region ins Visier zu nehmen.

Israel
Israel erscheint als sicherheitspolitisch eng mit der US-Linie verknüpft, aber zugleich als eigener militärischer Akteur in der Region. Während Washington den Druck auf Teheran erhöht, laufen israelische Operationen in anderen regionalen Konfliktfeldern wie dem Libanon weiter, was die Lage zusätzlich verkompliziert. (21)

NATO und Europa
Die NATO und mehrere europäische Staaten wirken in den Berichten eher als unsichere Mitspieler, die keine einheitliche harte Linie mittragen. Besonders auffällig ist, dass Trump den Verbündeten mangelnde Unterstützung vorwirft und laut Berichten konkrete militärische Beiträge zur Sicherung der Straße von Hormus verlangt.

UN und Völkerrecht
Die UN warnen deutlich vor Angriffen auf zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und betonen damit die völkerrechtliche Grenze. Diese Linie steht im Kontrast zu Trumps Drohrhetorik, die eine solche Zerstörung zumindest indirekt in Kauf zu nehmen scheint.

Gesamteinodnung

Trumps Ultimatum setzt auf Einschüchterung, erzeugt aber zugleich das Risiko, dass Verbündete auf Distanz gehen und der Konflikt außer Kontrolle gerät. (22)

Damit scheinen die Fronten klar: Obwohl Trump auf Härte setzt, gibt der Iran nicht nach. Israel bleibt dabei sicherheitspolitisch eng verknüpft. Die NATO und Europa wirken gespalten, während die UN zur Zurückhaltung mahnt. Diese explosive Mischung macht die Lage hochgefährlich. (23)

Iranische Militärs wie General Ali Abdollahi Aliabadi stuften Trumps Zivilisationsdrohung als „hilflose, nervöse, unausgewogene und dumme Aktion“ ein. Ein Sprecher der Revolutionsgarden drohte: „Die Pforten der Hölle werden sich für Sie öffnen“ und sprach von einem „Sumpf“, in dem die USA versinken würden. Ein Militärsprecher bezeichnete es als „Illusion“, den Iran besiegen zu können, die zu einem „Sumpf“ für die USA werde. Diese Rhetorik spiegelt Trumps Sprache bewusst wider, um Stärke zu demonstrieren. (24)

Während der Iran den direkten Kontakt zu den USA abgebrochen hat – Verhandlungen laufen nur noch über Drittstaaten oder Vermittler – warnt ein Berater des Obersten Führers vor Bedrohungen für weitere Seewege wie Bab al-Mandab. (25)

Der Iran nutzte Trumps Drohung, um Zeit zu gewinnen, ohne nachzugeben – ein Muster harter Verhandler, die auf Ausdauer setzen. (26)

Teheran wertet Trumps Rhetorik als Schwächezeichen und setzt ebenfalls auf Abschreckung statt Einlenken. Das macht die Waffenruhe so fragil; ein neuer Konflikt droht bei den geringsten Verstößen. (27) Für weiterführende Verhandlungen fordert Teheran umfassendere Zugeständnisse: Das Ende der Feindseligkeiten, die Aufhebung von Sanktionen und Sicherheitsgarantien. Die Meerenge ist laut Berichten weiterhin blockiert, bis Entschädigungen für Kriegszerstörungen gezahlt würden. (28) 

NATO und Deutschland im Iran-Krieg

Die Allianz verfolgt eine Politik der institutionellen Unterstützung ohne direkte Kriegsteilnahme. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte gegenüber der BBC, Europa sei "unterstützend" gegenüber den US-Angriffen, da Iran eine "Bedrohung" darstelle – vermied aber jede formelle Einbindung der Allianz als solcher. Gegenüber CNN wies er Vorwürfe der Völkerrechtswidrigkeit zurück und betonte, die NATO habe "stets die Schwächung der nuklearen Fähigkeiten Irans als entscheidend" bezeichnet. (29)

Gleichzeitig gilt: Artikel 5 greift nicht – er schützt nur angegriffene Mitglieder, nicht externe Offensivoperationen. Mehrere europäische NATO-Mitglieder haben explizit erklärt, dies sei "kein NATO-Krieg". Als praktische Maßnahme hat die Allianz ihre Raketenabwehr-Bereitschaft erhöht – NATO-Systeme haben bereits iranische Raketen im türkischen Luftraum abgefangen, und Personal wird teilweise aus dem Irak nach Europa verlagert. (30)

Deutschland hat eine klare Linie gezogen – und diese mehrfach verschoben: Anfang März hieß es noch, Deutschland erwäge möglicherweise einen Beitritt zu Luftangriffen, sollte der Iran die Angriffe nicht einstellen. Gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien gab Berlin eine Erklärung heraus, die "defensive Maßnahmen" nicht ausschloss.

Ab dem 5. März machte Außenminister Johann Wadephul klar: Deutschland wird nicht an den Schlägen teilnehmen; er lehnt Regime-Change-Ziele ab – ein solcher Wandel müsse vom iranischen Volk selbst kommen.

Am 10. April, umriss Kanzler Friedrich Merz in einem Pressestatement die aktuell gültige deutsche Position:

Deutschland begrüßt die zweiwöchige US-Iran-Waffenruhe und dringt auf ein dauerhaftes diplomatisches Ende des Krieges (31)

Eine militärische Beteiligung der Bundeswehr ist erst nach einem Friedensschluss denkbar – und dann nur mit UN-Sicherheitsratsmandat und Bundestagsbeschluss.

Merz kündigte an, dass Deutschland "nach langem Schweigen" wieder direkte Gespräche mit Teheran aufnehmen wird – in Abstimmung mit den USA und den europäischen Partnern.

Er kritisierte das israelische Vorgehen im Libanon, wo die Zahl der Todesopfer laut Gesundheitsministerium mittlerweile auf über 300 gestiegen ist. (32)

Während die NATO als Institution formell zusammenhält, klafft inhaltlich ein tiefer Riss. Die USA führen einen Krieg, den die meisten Verbündeten nicht mittragen – und Trump nutzt den Konflikt, um die Existenzberechtigung der Allianz grundsätzlich infrage zu stellen. Deutschland versucht den Drahtseilakt zwischen transatlantischer Loyalität, verfassungsrechtlichen Grenzen und dem Anspruch auf eine eigenständige europäische Diplomatie zu navigieren. Da dürfte das Ergebnis bereits bekannt sein. 

Foreign Affairs Wochenanalyse mit dem dominierenden Thema Iran-Krieg (10. April 2026)

Vier der sechs Artikel kreisen um denselben Konflikt: einen gemeinsamen US-israelischen Krieg gegen den Iran, der offenbar Ende Februar 2026 ausgebrochen ist. Die Redaktion beleuchtet diesen Krieg aus auffallend vielen Blickwinkeln gleichzeitig – militärisch-strategisch, wirtschaftlich, regional und aus iranischer Innenperspektive.

"Wie ein Waffenstillstand zur Katastrophe führen kann" (Chardell & Helfont, 9. April) zieht die Parallele zum Ersten Golfkrieg 1991: Damals endete der Krieg zwar mit einem Waffenstillstand, hinterließ aber eine instabile Ordnung, die letztlich zum Irakkrieg 2003 führte. Die Autoren – beide Militärhistoriker – warnen, dass ein schlecht gemanagter Waffenstillstand mit dem Iran ähnlich verheerende Langzeitfolgen haben könnte. Die Frage ist also nicht nur, ob der Krieg endet, sondern wie.

"Wie Iran den Krieg beenden sollte" (M. Javad Zarif, 3. April) bietet die iranische Gegenperspektive – und ist damit eine bemerkenswerte Veröffentlichung: Der frühere iranische Außenminister schreibt in Foreign Affairs und bezeichnet den Iran als den Angegriffenen, nicht als den Aggressor. Zarif skizziert einen Deal, den Teheran akzeptieren könnte. Das Signal: Es gibt auf iranischer Seite pragmatische Kräfte, die an einer Verhandlungslösung interessiert sind.

"Wie der Iran-Krieg die Weltwirtschaft erschüttern wird" (Tugendhat, 8. April) weitet den Blick auf die ökonomischen Konsequenzen. Der entscheidende Hinweis liegt im Untertitel: Das Risiko ist nicht nur ein Energieschock, sondern eine mögliche Schuldenkrise. Hintergrund: Ende März haben sowohl Israel als auch der Iran Gasfelder im Persischen Golf angegriffen – eine massive Eskalation in einer für die Weltenergieversorgung kritischen Region.

"Amerika hat die arabische Welt verloren" (Jamal & Robbins, 7. April) ist der empirisch stärkste Beitrag der Woche. Die Gründer des Arab Barometer-Umfrageprojekts legen Umfragedaten vor, die eine dramatische Verschiebung belegen: Die USA sind im gesamten arabischen Raum so unbeliebt wie nie zuvor. China wird in Fragen der regionalen Stabilität von Bevölkerungsmehrheiten als verlässlicher eingestuft als Washington. Die EU schneidet zwar besser ab als die USA, aber auch sie verliert. Entscheidend: Diese Entfremdung geht über Gaza hinaus – der Iran-Krieg verstärkt sie weiter. Die Autoren warnen, dass arabische Regierungen langfristig ihre Sicherheitspartnerschaft umorientieren könnten.

Libanons bevorstehender Kollaps (Maha Yahya, 3. April) zeigt, wie der Iran-Krieg seinen ersten Flächenbrand auslöst. Die Hisbollah hat sich am 1. März in den Konflikt eingezogen – womit der Libanon, ein ohnehin fragiler Staat am Rande des Zusammenbruchs, untrennbar mit dem Schicksal des Iran verbunden wurde. Israelische Angriffe auf libanesisches Territorium drohen, das Land vollends zu destabilisieren.

Die Ausgabe lässt sich als ein Krisenpanorama lesen, das zwei große Fragen stellt:

Wie endet der Iran-Krieg – und zu welchem Preis? Die Antworten reichen von strategischer Warnung (falscher Waffenstillstand = Desaster), über iranische Verhandlungsangebote (Zarif) bis zur wirtschaftlichen Schadensabschätzung (Tugendhat).

Was kostet dieser Krieg Amerika geopolitisch? Die Antwort von Jamal/Robbins ist ernüchternd: Die USA haben in der arabischen Welt bereits verloren – nicht nur militärisch oder diplomatisch, sondern im Kampf um Legitimität und Vertrauen.

Ein Hinweis zur Methode: Da die Artikel hinter einer Paywall liegen, basiert die Analyse auf den sichtbaren Textausschnitten, den Autorenprofilen, Untertiteln und Themen-Tags. Der Arab-Barometer-Artikel (Jamal/Robbins) war der einzige mit substanziellem öffentlichem Inhalt und daher detailliert auswertbar. 

Die Aktuelle Lage in der Straße von Hormus (Stand 12. April 2026) 

Der Iran hält die Meerenge faktisch weiterhin unter Kontrolle und weitgehend blockiert – trotz der seit Anfang April geltenden Waffenruhe.

Die Waffenruhe sollte eigentlich freie Fahrt garantieren, doch laut aktuellen Berichten ist von einer stabilen Feuerpause keine Rede, es kommt weiterhin zu Zwischenfällen und Drohungen.

US‑Präsident Donald Trump drängt den Iran öffentlich, die Straße von Hormus „sofort, zügig und sicher“ wieder zu öffnen und droht bei anhaltender Blockade mit weiterer militärischer Eskalation.

Seit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus um rund 90 % eingebrochen, viele Reedereien meiden die Route.

Teilweise spricht man von einem „maritimen Mega‑Stau“ mit 2.000–3.000 Schiffen, die in der Region warten und die Passage scheuen.

Gleichzeitig zeigen Auswertungen von Schiffsverfolgungsdiensten, dass in den letzten 24 Stunden  (10. April) immerhin ein Tanker und mehrere Massengutfrachter die Meerenge passiert haben – also stark reduzierter, aber nicht total blockierter Verkehr.

Bereits Ende Februar meldeten Schiffe, dass die iranischen Revolutionsgarden per Funk die Durchfahrt untersagen, das Stoppen der Maschinen verlangen und teilweise mit Entern drohen.

Iran hat der UNO inzwischen signalisiert, man werde die Passage für „nicht‑feindliche“ Schiffe (Staaten, die nicht am Krieg beteiligt sind oder Iran angreifen) teilweise öffnen.

Für die Durchfahrt verlangt Iran laut Medienberichten deutlich höhere Gebühren („Maut“) von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Schiff, was viele Reedereien ablehnen.

Der Iran behauptet zudem, die Straße sei vermint – westliche Militärs halten diese Gefahr für real; die USA melden Angriffe auf iranische Minenleger-Boote.

Insgesamt wird die Fahrt durch die Straße von Hormus derzeit von Experten als hoch riskant eingestuft, was die Zurückhaltung der Reeder erklärt.

Die Straße von Hormus ist derzeit nicht vollständig gesperrt, aber de facto stark blockiert und vom Iran kontrolliert.

Es gibt eine fragile Waffenruhe, jedoch kein verlässliches Sicherheitsumfeld und weiter Drohungen, Minenrisiken und militärische Aktivitäten.

Der Schiffsverkehr findet nur noch in stark reduzierter Form und unter iranischen Bedingungen statt; viele Reedereien bleiben im Wartemodus. 

Auf Trumps Absicht hin, die Straße von Hormus zu sperren, kündigte das zuständige US-Regionalkommando (Centcom) an, dass ab Montag, 16:00 Uhr MESZ, die Passage für Schiffe untersagt werde, die iranische Häfen anlaufen wollen oder Gebühren für die Passage bezahlt hätten; außerdem sollen iranische Seeminen beseitigt werden. (33)

Die Sperrung der Meerenge wäre eine der folgenreichsten geopolitischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte. Strategisch lässt sich das auf mehreren Ebenen einordnen:

Die Straße von Hormus ist ein maritimer Engpass (Chokepoint) zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Rund 20 % des weltweiten Ölhandels passieren täglich diese Route. Eine Sperrung wäre faktisch ein kriegerischer Akt oder eine Blockadehandlung gegen den Iran. Die Region ist stark militarisiert (US-Flotte vs. iranische Küstenverteidigung, Raketen, Minen).

Da China von der Ölversorgung aus dem Iran abhängig ist, könnte sich eine zunächst direkte militärische Konfrontation zu einem überregionalen Krieg entwickeln.

Vorgezogenes Bilderbergtreffen in Washington D.C. vom 9.- bis 12. April 

Über das Bilderberg-Meeting von über 100 Entscheidungsträgern der westlichen Welt gibt es zwar keine offiziellen Protokolle, aber aus Einladungslisten, groben Agenden früherer Jahre und der globalen Lage lässt sich ziemlich gut ableiten, welche Themen 2026 im Fokus gestanden haben dürften:

  • Die Folgen des Kriegs in der Ukraine und die Neuaufstellung Ungarns nach der Abwahl von Orban (Sicherheit Europas, NATO-Rolle)
  • Die Rivalität zwischen USA und China (Technologie, Taiwan, Handel) sowie die Bedeutung des Iran-Kriegs samt der Auswirkung iranischer Sanktionen auf China
  • Die Zukunft der NATO und die europäische Verteidigungsfähigkeit

Die zentrale Klammer aller Themen ist Omniwar: Künstliche Intelligenz & Technologie und die Bedeutung der Transformation. Im Oktober 2025 ersetzte das Pentagon den Befehlsbereich "Training and Doctrine Command" (TRADOC) durch "Transformation and Training Command" (T2Com). Dieser Schritt ist innen- wie außenpolitisch motiviert und soll den aktuellen Entwicklungen (Transhumanismus, KI und Cognitive Warfare) bei der Modernisierung der US-Armee im Hinblick auf die bevorstehenden Aufgaben "Win in a Complex World 2020-2040" Rechnung tragen.

Dugins Analyse von Trump und Amerikas Kampf um die politische Zukunft

Dugins Texte "Trump, MAGA, and the Battle for the United States’ Political Future" (34) und "The World After Unipolarity" (35) bilden zusammen ein geschlossenes ideologisches Projekt, welches analytische Diagnose und strategische Einflussnahme verbindet. Dugin deutet die US-Innenpolitik als "politische Theologie"  und MAGA als Trägerin einer konservativen Gegentheologie gegen den liberalen Westen. Seine Argumentation läuft faktisch auf eine Spaltung und Re‑Programmierung der amerikanischen Rechten hinaus, was letztlich den außenpolitischen Handlungsspielraum der USA und damit die Kohärenz der westlichen Allianz unterminieren würde.

Dugin stellt fest, dass die Entfremdung zwischen Trump und dem eigentlichen MAGA-Kern keine taktische, sondern eine ideologische Spaltung ist. Als authentische "America First"-Bewegung benennt er Alex Jones, Tucker Carlson, Candace Owens, Megyn Kelly, Thomas Massie, Marjorie Taylor Greene und Rand Paul. Sie repräsentierten das, wofür Trump gewählt wurde – und stünden nun gegen ihn. In Dugins Lesart hat nicht MAGA Trump verlassen, sondern Trump MAGA verraten. Trump werde heute, so Dugin, ausschließlich von "Zionisten" – christlichen wie nicht-christlichen – getragen. Diese seien zwar immer Teil der Koalition gewesen (als Spender und Förderer), aber niemals die Basis. Nun regierten sie faktisch die USA als "mächtige Minderheit mit grenzenloser Chuzpe" – ohne Volksbasis, weshalb ihre Herrschaft Dugin zufolge keine Zukunft hat.

Dugin analysiert die US-Machtelite als Verschmelzung zweier ideologischer Systeme:

Zionistische politische Theologie: jüdisch-suprematistische Vision von Groß-Israel, Drittem Tempel und dem herbeigeführten Messias, verbunden mit der protestantischen Heilsgeschichte, vor allem dem endzeitlichen Handeln Gottes (Dispensationalismus) und dessen Endzeitszenarien.

Liberale politische Theologie: radikaler Individualismus, Woke-Kultur, Weltregierung, Internationalismus, Postmodernismus, Auflösung von Religion, Familie und Geschlechteridentität, unkontrollierte Migration, Posthumanismus.

Beide zusammen bilden seiner Ansicht nach die zwei Säulen des "Tiefen Staates".

Gleichzeitig präsentiert Dugin in "The World After Unipolarity" eine normativ aufgeladene Vision multipolarer Zivilisationsblöcke, in der die Selbstschwächung des Westens – etwa durch innere Kulturkämpfe wie den Trump/MAGA‑Konflikt – nicht zufällige Begleiterscheinung, sondern funktionaler Bestandteil des Übergangs von der US‑Unipolarität zu einer von Russland mitgestalteten multipolaren Ordnung ist.

Mit dem für Dugin charakteristischen Konzept der "politischen Theologie" (entlehnt von Carl Schmitt und Eric Voegelin), die weltpolitische Konstellationen als Kampf konkurrierender metaphysischer Weltbilder deute, entwirft Dugin eine konservative Gegentheologie gegen den liberalen Westen.

Er beschreibt den Übergang von der US-Unipolarität zu einer Architektur rivalisierender Zivilisationsblöcke als normativen Rahmen dieser Verschiebung. In der Tat befindet sich die Welt spätestens seit 2020 im Endkampf UNIPOLARE versus MULTIPOLARE WELT. Diesem Endkampf liegt das TRADOC-Dokument 525-3-1 „Win in a Complex World 2020-2040“ zugrunde.

Dugin Analyse im Vergleich der Foreign-Affairs-Artikel der 2. April Woche

Amaney A Jamal/Michael Robbins verweisen im Foreign Affairs-Artikel "America Has Lost the Arab World" auf der Basis von Arab Barometer‑Umfragedaten, wie Gaza‑, Iran‑ und andere Kriege das Vertrauen in eine US-geführte Ordnung im Nahen Osten fast vollständig zerstört haben; US-Verbündete gelten als einseitig, selektiv völkerrechtsbewusst, moralisch kompromittiert, während China, Iran, Russland in Teilen der Region inzwischen besser bewertet werden. In diesem Sinne sehen sie wie Dugin "Risse".

Während Dugin sie eher innenpolitisch ideologisch (MAGA‑Spaltung, Verlust einer einheitlichen westlichen „Theologie“) ausmacht, sehen Jamal/Robbins sie eher außenpolitisch‑perzeptiv (Legitimitäts‑ und Vertrauensverlust der USA im Ausland). (36)

Dugin argumentiert ausdrücklich normativ und strategisch zugunsten einer multipolaren Ordnung, in der die Erosion der US‑Hegemonie und die Spaltung der US-Rechten erwünschte Schritte in Richtung einer von Russland mitgestalteten Zivilisationsarchitektur sind.

Jamal/Robbins analysieren empirisch diagnostisch, ohne multipolare „Heilslehre“: Sie warnen vor langfristigen Schäden für US‑Einfluss und die Stabilität, daraus den dramatischen Einbruch der US-Reputation in der arabischen Welt. (37)

Auf einer abstrakten Ebene sehen Dugin und Jamal/Robbins ähnliche Bruchlinien: eine geschwächte, umstrittene US‑Außenpolitik, eine schwindende Legitimität des US‑geführten Westens und eine Stärkung multipler konkurrierender Akteure (China, Russland, Iran).

Nur die Risse werden fundamental unterschiedlich gedeutet:

Für Dugin sind sie Bestandteil eines wünschenswerten Übergangs von Unipolarität zur multipolaren Zivilisationsordnung, für Jamal/Robbins sind sie eine Warnung vor einem möglicherweise irreversiblen Vertrauensverlust und der Erosion der liberalen Ordnung, Dugins multipolare „Theologie“ ist für sie keine wünschenswerte Alternative. (38) 

Der Foreign Affairs‑Artikel von Daniel Chardell und Samuel Helfont "The Lessons of Desert Storm" rekonstruiert die Folgen des Golfkriegs / Operation Desert Storm und zieht Schlussfolgerungen für die aktuelle US‑Politik im Nahen Osten. Für Chardell/Helfont war der Krieg für die USA und ihre Koalition überwältigend erfolgreich, politisch und strategisch aber wurden wichtige Lehren nicht gezogen oder falsch gezogen.

Viele in Washington glaubten danach, Luftmacht und Hightech könnten rasch und kostengünstig Kriege entscheiden – eine Sichtweise, die sich später als gefährlich vereinfachend erwies.

Der Sieg gegen Saddam Hussein schuf also eine trügerische Selbstsicherheit, die spätere Entscheidungen – etwa im Irak und bei anderen Interventionen – beeinflusste.

Zugleich zeigte Desert Storm, wie wichtig breite Koalitionen, regionale Partner und klare politische Ziele sind.

Die Autoren argumentieren, dass die USA diese Erfahrungen für den Umgang mit aktuellen Gegnern und Konflikten im Nahen Osten und darüber hinaus ernster nehmen müssen und warnen vor der Überschätzung technologischer Überlegenheit und der Unterschätzung politischer Komplexität.

Ihre Diagnose erkennt eine strategische Selbstschwächung ohne Dugins metaphysische Überhöhung und ohne expliziten Fokus auf die MAGA-Spaltung als theologisches Projekt.

Folgt man also den Einschätzungen der Situation von russischer wie amerikanischer Seite, ist es mehr als fraglich, ob die USA mit ihrer offen imperialistischen Politik ihr Ziel der globalen Dominanz noch erreichen können, ja sogar, ob sie den aktuellen Stand halten können, da sie ja zunehmend wirtschaftlich abgehängt werden und die Kaufkraft in Europa infolge der Migration, der Abwanderung der Leistungsträger und der Aushöhlung der Demokratie schwindet.

Europa wäre gut beraten, wenn es aus dieser Abwärtsspirale aussteigen und die Bindung an die USA loslassen.

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Anmerkungen und Quellen

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://www.deutschlandfunk.de/waffenruhe-iran-usa-israel-bewertung-folgen-oelpreis-verhandlungen-100.html

2) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/pakistan-friedensplan-iran-usa-waffenruhe-hormusstrasse-gxe

3) https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-iran-ultimatum-100.html

4) https://www.tagesspiegel.de/internationales/liveblog/eine-ganze-zivilisation-wird-heute-nacht-sterben-trump-droht-dem-iran-mit-ausloschung-sollte-kein-abkommen-erzielt-werden-10586281.html?icid=in-text-link_11646158&liveblog._id=urn%3Anewsml%3Alocalhost%3A2026-03-09T07%3A25%3A45.362588%3Ab6958b4f-b12f-4adb-9b97-919b669dc809__editorial

5) https://www.dw.com/de/trump-drohung-iran-artemis-mond-astronauten-ukraine-energieanlagen-selenskyj-ostermaersche/a-76682711

6) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/iran-usa-krieg-waffenruhe-donald-trump-abbas-araghtschi

7) https://www.stern.de/news/vor-ablauf-von-ultimatum--trump-warnt-vor-tod--einer-gesamten-zivilisation--im-iran-37287928.html

8) https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Trump-beschwoert-den-Tod-einer-ganzen-Zivilisation-id30688958.html

9) https://www.tagesspiegel.de/politik/die-spannungen-zwischen-usa-und-iran-seit-1953-1332379.html

10) https://www.klassegegenklasse.org/5-mal-intervenierten-die-usa-im-iran/

11) https://www.deutschlandfunk.de/usa-iran-feindschaft-atom-erdoel-geschichte-100.html

12) https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/der-blick-zurueck-der-iran-und-die-usa-geschichte-einer-zerruettung

13) https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_87115538/bilder/-wie-iran-und-usa-zu-erzfeinden-wurden-.html

14) https://www.watson.ch/International/History/176749361-wie-der-iran-und-die-usa-zu-erzfeinden-wurden

15) https://api.army.mil/e2/c/downloads/367967.pdf

16) https://publicintelligence.net/usarmy-multidomain-ops-2028/

17) https://publicintelligence.net/usarmy-multidomain-ops-2028/; https://api.army.mil/e2/c/downloads/367967.pdf

18) https://publicintelligence.net/usarmy-multidomain-ops-2028/

19) https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Trump-beschwoert-den-Tod-einer-ganzen-Zivilisation-id30688958.html

20) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/iran-krieg-usa-israel-trump

21) https://www.tagesschau.de/ausland/iran-usa-israel-krieg-104.html

22) https://www.zdfheute.de/politik/ausland/trump-usa-ultimatum-iran-100.html

23) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-dienstag-106.html

24) https://de.euronews.com/2026/04/07/trump-iran-ultimatum

25) https://www.tagesschau.de/ausland/iran-usa-trump-102.html

26) Ebda.

27) https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/usa-iran-israel-krieg-donald-trump-ultimatum-drohung-un-iwf

28) https://de.euronews.com/2026/04/07/trump-iran-ultimatum

29) https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-donnerstag-106.html

30) Ebda.

31) https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/regierungspressekonferenz-vom-8-april-2026-2419620

32) https://taz.de/Krieg-in-Iran/!6169684/

33) https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-trump-kuendigt-hormus-blockade-durch-die-usa-an/100216235.html

34) Trump, MAGA, and the Battle for the United States’ Political Future unter https://alexanderdugin.substack.com/p/trump-maga-and-the-battle-for-usa?utm_source=post-email-title&publication_id=2827487&post_id=193776387&utm_campaign=email-post-title&isFreemail=true&r=2x3off&triedRedirect=true&utm_medium=emai

35) The World After Unipolarity: Dugin on a New Architecture of Civilizations unter https://alexanderdugin.substack.com/p/the-world-after-unipolarity-dugin?utm_source=post-email-title&publication_id=2827487&post_id=193826952&utm_campaign=email-post-title&isFreemail=true&r=2x3off&triedRedirect=true&utm_medium=email

36) https://www.arabbarometer.org/media-news/america-has-lost-the-arab-world/

37) https://www.newamerica.org/insights/equity-and-racial-justice-where-do-they-fit-in-a-national-security-strategy/is-there-room-for-bread-dignity-and-freedom-in-u-s-foreign-policy-towards-the-arab-world-by-amaney-jamal/

38) https://www.newamerica.org/insights/equity-and-racial-justice-where-do-they-fit-in-a-national-security-strategy/is-there-room-for-bread-dignity-and-freedom-in-u-s-foreign-policy-towards-the-arab-world-by-amaney-jamal/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: US-Präsident Donald Trump
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(Auszug von RSS-Feed)

Der persönliche Einsatz des Friedrich Merz für die Ukraine | Von Wolfgang Bittner

16. April 2026 um 05:49

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Der persönliche Einsatz des Friedrich Merz für die Ukraine | Von Wolfgang Bittner

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz freut sich, dass Victor Orbán nicht wiedergewählt wurde und dass die EU jetzt 90 Milliarden Euro an die Ukraine überweisen kann. Am 14. April hat Merz den ukrainischen Machthaber Wolodymyr Selenskyj mit militärischen Ehren in Berlin empfangen. Unter anderem wurde eine „strategische Partnerschaft“ vereinbart. Das Verhältnis von Merz zur Ukraine hat eine längere Vorgeschichte.

Auszug aus „Geopolitik im Überblick. Deutschland-USA-EU-Russland
von Wolfgang Bittner.

Friedrich Merz gibt den Kiewer Machthabern mit seiner Unterstützung Auftrieb. Der ehemalige ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, der den Faschisten Stepan Bandera[1] verehrt und sich mit Beleidigungen und Dreistigkeiten hervorgetan hat, ist im April 2025 öffentlich mit einem geradezu irren Forderungskatalog an ihn herangetreten: Die Koalition möge einen Beschluss fassen »über die Finanzierung der Waffenlieferungen für die Ukraine in Höhe von mindestens 0,5 Prozent des BIP (21,5 Milliarden Euro pro Jahr) oder 86 Milliarden Euro bis 2029 … Die gleiche 0,5-Prozent-Regelung initiieren und durchführen auf EU-Ebene (372 Milliarden Euro bis 2029)« sowie »die sofortige Lieferung von 150 Taurus-Marschflugkörpern« und »30 Prozent der verfügbaren deutschen Kampfjets und Hubschrauber …«[2]

Es ist davon auszugehen, dass solche Forderungen nicht ohne Absprache mit Selenskyj gestellt werden. Deutlicher lässt sich der Wahnsinn, der von der Kiewer Kriegsregierung ausgeht, nicht darstellen. Entlarvend ist die Belobigung, die Merz von Melnyk erfährt: »Sie wissen, wie sehr ich – als langjähriger Botschafter – den vertraulichen Austausch mit Ihnen als CDU-Vorsitzender und CDU/CSU-Fraktionschef im Bundestag immer geschätzt habe. Es wäre keine Übertreibung zu sagen, dass es uns im April 2022 dank Ihres persönlichen Einsatzes und dem massiven Druck seitens der Opposition im Parlament gelungen ist, Kanzler Scholz und die Ampel dazu zu bewegen, nach langem Zögern schwere Waffen an die Ukraine zu liefern. Auch Ihr mutiger Besuch in Kiew Anfang Mai 2022 – als erster deutscher Staatsmann – war ein starkes Zeichen, um die damalige Bundesregierung anzuspornen, der Ukraine viel stärker militärisch unter die Arme zu greifen.«[3]

Dem entspricht der folgende Passus im Koalitionsvertrag: »Die Ukraine als starker, demokratischer und souveräner Staat, der eigenständig und mit euro-atlantischer Perspektive über seine Zukunft bestimmt, ist von zentraler Bedeutung für unsere eigene Sicherheit. Wir werden deshalb unsere militärische, zivile und politische Unterstützung der Ukraine gemeinsam mit Partnern substanziell stärken und zuverlässig fortsetzen. Wir werden uns im engen Schulterschluss mit unseren Partnern für eine gemeinsame Strategie hin zu einem echten und nachhaltigen Frieden einsetzen, in dem die Ukraine aus einer Position der Stärke und auf Augenhöhe agiert. Dazu gehören auch materielle und politische Sicherheitsgarantien für eine souveräne Ukraine. Deutschland wird sich an dem Wiederaufbau der Ukraine beteiligen.«

Merz und seinen Koalitionspartnern scheint völlig entgangen zu sein, oder sie wollen es einfach nicht wissen, dass die Ukraine ein ruinierter Staat (»failed state«) ist, dessen Machthaber ihre zum Teil zwangsrekrutierten Soldaten unter der Regie westlicher Bellizisten bis zur letzten Patrone gegen Russland kämpfen lassen wollen. Dass die Atommacht Russland nicht besiegt werden kann,[4] ist den Anstiftern fremd, und sie planen bereits ihre Geschäfte beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete.

Wenn es in dem Koalitionsvertrag heißt, »das Ziel unserer Außen- und Sicherheitspolitik ist die Bewahrung eines Friedens in Freiheit und Sicherheit«, sind das – wie aus den weiteren Absichtserklärungen hervorgeht – nichts als hohle Worte. Das gilt auch für das Bekenntnis zur NATO, das besonders hervorgehoben wird, ebenso wie zu den USA und zu Großbritannien: »Das transatlantische Bündnis und die enge Zusammenarbeit mit den USA bleiben für uns von zentraler Bedeutung. Wir stärken die Handlungsfähigkeit Europas, vertiefen bestehende strategische Partnerschaften, bauen insbesondere mit Ländern des Globalen Südens neue auf und unterstützen multilaterale Formate mit ganzer Kraft … Das Vereinigte Königreich ist einer der engsten Partner der EU und Deutschlands – bilateral und im Rahmen der NATO.«

Fraglich, ob die Länder des Globalen Südens an strategischen Partnerschaften mit Kriegshetzern interessiert sind. Und transatlantisches Bündnis und enge Partnerschaft mit den USA? Offensichtlich haben Merz und seine Partner noch nicht begriffen, dass es sich damit seit der Präsidentschaft von Donald Trump um eine Schimäre handelt und dass sich Deutschland immer noch im Status einer bedingungslosen Kapitulation befindet und nach der UN-Charta ein Feindstaat gegenüber den Gegnern des Zweiten Weltkriegs ist, also auch gegenüber Russland.

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Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen und ist Autor u.a. des 2017 im Westend Verlag erschienenen Buches „Die Eroberung Europas durch die USA – Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung“.

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Bildquelle: Juergen Nowak /shutterstock

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Erstveröffentlichung am 15.4.2026 auf den NachDenkSeiten: www.nachdenkseiten.de/?p=149090

Quellen und Anmerkungen

[1] Stepan Bandera (1909–1959), Kriegsverbrecher, Mörder und Nazikollaborateur, als Nationalheld verehrt.

[2] Zit. n. www.welt.de/debatte/kommentare/article255971068/Gastbeitrag-Die-Zukunft-der-Ukraine-haengt-jetzt-auch-von-Friedrich-Merz-ab.html?

[3] Ebenda

[4] Ginge es um die Existenz, würde Russland Atomwaffen einsetzen, und das wäre das Ende der westlichen Zivilisation.

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Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

08. April 2026 um 17:42

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Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

Nachwirkende britische Propaganda – Sefton Delmer (WK II)

Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.

Denis Sefton Delmer (1904–1979, in Berlin-Charlottenburg als Sohn eines australischen Professors geborener britischer Journalist und Propagandaspezialist) besuchte bis zur Flucht der Familie 1917 die Schule in Berlin und dann die St Paul’s School sowie das Lincoln College in Oxford.

Ab 1928 war Delmer Berlin-Korrespondent der Daily Express. (1) In seiner Rolle als Büroleiter lernte er den damaligen Stabschef der SA, Ernst Röhm kennen. Ihre Freundschaft entwickelte sich in der Berliner Nachtleben-Szene; sie trafen sich privat, etwa bei einem "Pub Crawl" 1931 im Eldorado, wo Röhm seine Homosexualität offen lebte. (2) Röhm sah in Delmer einen nützlichen Kontakt und nutzte ihn für Gespräche über Militärpläne, während Delmer exklusive Infos für Berichte gewann. Die Beziehung zu Röhm und der Kontakt zu Ernst Hanfstaengl (Putzi), einem engen Vertrauter Hitlers, verschaffte Delmer Zugang zu Hitler (Interview 1931, Flugbegleitung während der Reichspräsidentschaftswahlen 1932). Im Spätsommer 1931 bat Delmer Hitler um dessen Analyse zur Krise in Großbritannien. Hitlers Antwort vom 30. September erscheint heute mehr als überraschend:

„… Ich fürchte, dass vielleicht ein Teil des englischen Publikums es als anmaßlich empfinden würde, wenn ich als Deutscher Auffassungen in einer englischen Zeitung vertrete, die nach meinem besten Wissen und Gewissen nichts anderes sein könnten, als eine Kritik politische Maßnahmen und Vorgänge, die bisher leider auch von einem grossen Teil des englischen Volkes sicherlich als richtig angesehen worden sind. Ich hoffe ja allerdings, dass gerade aus dieser Krise heraus in England die Geneigtheit wachsen wird, aus eigenem Ermessen die letzten zwölf Jahre einer Nachprüfung zu unterziehen. Ich würde glücklich sein, wenn sich daraus eine Überwindung jener unseligen Kriegspsychose in solchem Umfange ergeben könnte, dass die von mir und meiner Bewegung ersehnte Anbahnung eines wirklich herzlichen Verhältnisses zwischen des englischen und deutschen Volks endlich Wirklichkeit würde…

Den Brief an Sefton Delmer schloss Hitler mit der Formel „Ich verbleibe Ihr sehr ergebener …“

Delmer hatte als Erster Hitler 1931 interviewen dürfen, Ende Februar 1933 berichtete Delmer über den Reichstagsbrand. Erstaunlicherweise soll er als Berliner Korrespondent des "Daily Express" direkt mit dem Artikel vom 24. März 1933 "Judea Declares War on Germany" in Verbindung gestanden haben 

Am Tag zuvor war der jüdische Veteranenverband "Jewish War Veteran" mit Kampfparolen und Boykottaufrufen gegen Deutschland durch New York marschiert.

Nach der Schlagzeile und den Überschriften "Juden in aller Welt einig", "Boykott deutscher Waren", "Massendemonstrationen" folgte der Frontartikel des Deutschlandkorrespondenten (Delmer zugesprochen): Rund um die Welt ist sich Israel ganz einig, "Deutschland wirtschaftlich und finanziell den Krieg zu erklären". Ganz Israel sei zunehmend in Wut über den Angriff der Nationalsozialisten auf die Juden. Adolf Hitler würde nun die deutsche Nation im patriotisch verklärten Rassenbewusstsein zusammenschweißen. Damit hätte er aber das gesamte jüdische Volk zur nationalen Renaissance erweckt. Das Hakenkreuz als Symbol des neuen Deutschlands hätte das alte Kampfzeichen des jüdischen Widerstands, den Löwen von Juda, wieder herbeigerufen. Die über vierzehn Millionen über die ganze Welt verstreut lebenden Juden hätten sich wie ein Mann zusammengeschlossen, um den deutschen Verfolgern ihrer Glaubensbrüder den Krieg zu erklären.

Differenzen und Feindschaften hier und da sind beigelegt angesichts des gemeinsamen Zieles – den 600.000 Juden Deutschlands beizustehen, die durch Hitlers Antisemitismus terrorisiert werden, und das faschistische Deutschland zu zwingen, seine gewaltsame Unterdrückung der jüdischen Minderheit zu beenden.“ (3)

Die Stellungnahme des Daily Express erscheint umso bedeutungsvoller, als es sich bis zum Sommer 1932 dem Nationalsozialismus mit besonderer Sympathie zugwandt hat. Sefton Delmer, dessen Berliner Korrespondent hatte mit Hitler gemeinsam den Deutschland-Flug zur Zeit des zweiten Wahlgangs um die Reichspräsidentschaft durchgeführt und sich dabei durch enge Vertrautheit mit den führenden Persönlichkeiten des Nationalsozialismus ausgezeichnet. Nun unterstützte er die Front gegen ein antisemitisches Deutschland. Am Abend notierte Goebbels in sein Tagebuch, dass ihnen die ausländische Gräuelpropaganda viel zu schaffen mache.

Die vielen aus Deutschland emigrierten Juden erhetzen das ganze Ausland gegen uns.“ (4)

Einen Tag nach Erscheinen des Daily Express wurden die Führer jüdischer Organisationen offenbar aus Anlaß einer von amerikanischen Zionisten unter Rabbi Stephen Wise für den 27. März im New Yorker Madison Square Garden einberufenen Protestversammlung gegen die Judenverfolgung in Deutschland zu Göring beordert. Sofort nach der Unterredung schickten der "Central-Verein" (C.V.) und die "Zionistische Vereinigung für Deutschland" (auch ZVfD), ein zionistischer Dachverband jüdischer Organisationen in Deutschland von 1918 bis 1934, eine gemeinsame Delegation nach London, während Telegramme mit der Bitte nach New York gingen, den Protestmarsch abzusagen.

Mein Aufsatz gegen die Greuelhetze erscheint im Sunday-Expreß und wirkt gut“, notierte Goebbels befriedigt am 26. März: „Er verschafft uns in England einige Erleichterung“. (5) 

Die britische Dachorganisation "Jewish Board of Deputies" trat am 27. März 1933 in der "Times" öffentlich zurück: Sie lehnten Boykott-Aufrufe ab, da sie keine Einmischung in deutsche Angelegenheiten wollten; Proteste seien spontan, nicht organisiert.

Ähnlich der "Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" (CV) in Deutschland: Er warnte vor Provokationen und setzte auf Verhandlungen mit der Regierung, um eine Deeskalation zu erreichen.

Weitere jüdische Verbände forderten zur Ruhe auf, um die NS-Gewalt nicht weiter zu schüren; der CV distanzierte sich von ausländischen Aktionen, die als "Hetze" missbraucht werden könnten. (6) Die Nazis ignorierten dies und nutzten den Artikel propagandistisch, obwohl der CV die Berichterstattung als übertrieben kritisierte. 

Drei Tage nach der donnernden Schlagzeile im Daily Express fand in New York die Protestveranstaltung, vom Rundfunk in 200 Städte übertragen, mit etwa 55.000 Teilnehmern statt. Rabbi Wise machte in seiner maßvollen Rede deutlich, dass sich der Protest nicht gegen das deutsche Volk, sondern einzig und allein gegen die antijüdische Politik der Regierung richte:

Wir verlangten und verlangen für Deutschland sein Recht von seinen ehemaligen Feinden, aber wir wenden uns dagegen, dass die Juden zum schwarzen Schaf gemacht werden." (7)

Diesen Auszug brachte die "Vossische Zeitung", damals noch maßgebliches deutsches Tageblatt mit zahlreichen jüdischen Mitarbeitern. Goebbels diktierte dagegen einen scharfen Aufsatz gegen die "Greuelhetze" und hielt am 27. März in seinem Tagebuch fest, dass „die jüdische Presse vor Entsetzen und Angst wimmere und sämtliche Judenverbände in Deutschland ihre Loyalität der Regierung gegenüber erklären“. (8)

Einen Tag später gründete Gauleiter Julius Streicher („Der Stürmer“) das Zentralkomitee zur Abwehr der jüdischen Gräuel- und Boykotthetze und übernahm zugleich offiziell die Leitung als „Judenreferent“; das Komitee organisierte unmittelbar den reichsweiten Judenboykott vom 1. April 1933. Streicher steuerte die SA-Aktionen gegen jüdische Geschäfte, Ärzte und Anwälte, als "Vergeltung" für angebliche ausländische "Greuelhetze". Der Boykott markierte den Beginn systematischer Entrechtung.

Am 29. März formulierte Goebbels im "Völkischen Beobachter" den Aufruf „Samstag, Schlag 10 Uhr, wird das Judentum wissen, wem es den Kampf angesagt hat“. Am 31. März informierte Hitler trotz Bedenken von Neurath und Schacht das Kabinett über ein Ultimatum an USA/GB wegen der "Greuelhetze".

Delmer schien ein scharfer Beobachter gewesen zu sein, der sich früh zu einem entschieden kritischen Gegner des Nationalsozialismus entwickelt, was 1934 mit Röhms Ermordung 1934 (Röhm-Putsch) zu seiner Ausweisung aus Deutschland führte. (9) Er leitete dann das Pariser Büro des Daily Express.

Im 2. Weltkrieg kämpfte Delmer dann aktiv gegen das NS-Regime. 

Sefton Delmer im Zweiten Weltkrieg

Delmer, BBC-Moderator und Ex-Daily-Express-Korrespondent, leitete ab 1940 die "schwarze Propaganda" für das "Political Warfare Executive" (PWE), eine psychologische Kriegsführungseinheit unter dem "Foreign Office", die "schwarze Propaganda" (z. B. Soldatensender Calais) organisierte. Delmer hatte dort Zugang zu Geheimdienstinfos (z. B. Aspidistra-Sender), aber keine formelle MI6-Rolle.

Im Ersten Weltkrieg war H.G. Wells' Ansatz intellektuell und elitär, auf Elite und Neutrale (z. B. USA) fokussiert, im Gegensatz zu späteren Massenmethoden. Er trat nach Wochen zurück, da er Bürokratie ablehnte, doch seine Ideen prägten den Crewe House' Erfolg. (10)

Delmer kritisierte die britische Propaganda im Ersten Weltkrieg wegen ihrer Lügen und weitgehend erfundenen Gräuelberichte als fehlgeleitet und setzte dagegen auf Echo-Kammer-Vermeidung durch Insider-Pretending – hier gibt ein autorisierter Mitarbeiter (Insider) vor („pretending“), normale Aktivitäten auszuführen, während er Daten stiehlt oder Schaden anrichtet. Ein Beispiel: Ein Admin simuliert "Wartungsarbeiten", um Backups zu kopieren. Dieser Wandel vom elitären Appell (WWI) zu massenpsychologischer Sabotage (WWII) wirkte sich gegen die NS-Indoktrination weitaus effektiver aus. (11)

Am 23. Mai 1941 startete Sefton Delmer den Sender "Gustav Siegfried Eins" (GS1) hoch erfolgreich als Pionier der schwarzen Propaganda und erreichte eine breite Hörerschaft unter deutschen Soldaten und Zivilisten. (12) Das Geheimnis des Erfolgs: Gustav Siegfried 1 (GS1) tarnte sich als deutsche Widerstandsstation aus dem Wehrmachtsinneren.

Peter Seckelmann sprach von Bedfordshire aus als "Der Chef", ein preußischer Offizier alter Schule, der angeblich einer patriotischen Untergrundgruppe angehörte. Er kritisierte NSDAP-Führung, Parteibonzen und Misswirtschaft – immer loyal zum Führer und Soldaten, aber gegen "Korruption".

GS1 ahmte deutsche Militärsender nach (Jargon, Flüche, Geheimcodes), diffamierte in vulgärer Nazisprache Partei- und SS-Führer mit Sexskandalen, Korruption und Perversionen. Es nutzte abgefangene Soldatenbriefe und derbe Landsersprache, was bis zu 40% der Wehrmacht erreichte und Spannungen zwischen Partei und Militär schürte. Dazu wurden Geheimnisse enthüllt und Zwietracht zwischen der Wehrmacht und der NSDAP gesät. 

Genial: Die Deutschen hörten „ihren“ Sender, ohne britische Propaganda zu wittern. Damit das so blieb, musste der Tod des Chefs inszeniert werden. Am 2. November 1943 stürmte die gespielte Gestapo, flankiert von einer MG-Salve den Sender unter dem Ruf „Hab ich dich endlich erwischt, du Schwein!“ Einen direkten Beweis für die Wirksamkeit von GS1 lieferte im Herbst 1941 ein US-Militärattaché-Bericht aus Berlin über die zunehmende Zwietracht zwischen NSDAP und Wehrmacht – direkt auf GS1 zurückgeführt. Goebbels reagierte panisch mit Verboten und Hetzjagden, was die Tarnung bestätigte. (13)

Strategische Innovationen: Um die Gestapo abzulenken, wurden Code-Signale absichtlich geknackt; Musik und "echte" NS-Elemente mischten sich mit Desinformation. Delmer zielte auf den "inneren Schweinehund" jedes Deutschen, um Egoismus zu wecken – viel effektiver als es BBC im Ersten Weltkrieg vermochte. (14)

Diese inszenierte "Erschießung" des Chefs ebnete den Weg für Soldatensender Calais und trug zur Moralschwächung bei, ohne "Dolchstoß"-Mythen zu riskieren. Delmer sah das als Meisterwerk, da es NS-Tabus brach und die Massenpsychologie meisterte. (15)

Der "Soldatensender Calais" (Atlantiksender) knüpfte an den Erfolg von GS1 an und verbreitete Gerüchte, Jazz und Erotik für deutsche Soldaten. 

Britische Propaganda im Ersten und Zweiten Weltkrieg (16) 

Sie unterschied sich in Fokus, Reichweite und Strategie: Im 1. Weltkrieg wurde die betonte Verteidigung der Zivilisation und Rekrutierung latent, im 2. Weltkrieg die bedingungslose Kapitulation und der Demokratieaufbau priorisiert. (17) Gemeinsam war jedesmal das Ziel der Moralschwächung des Feindes.

H.G. Wells und Sefton Delmer spielten zentrale Rollen in der britischen Propagandastrategie während der Weltkriege, wobei Wells vor allem im Ersten Weltkrieg durch intellektuelle Konzepte wirkte und Delmer im Zweiten als Meister der "schwarzen Propaganda" agierte. Ihre Beiträge zielten auf die Beeinflussung feindlicher Moral und öffentlicher Meinung ab, was nahtlos in die Nachkriegs-Re-Education in Deutschland überging. (18)

Während die WWI-Propaganda reaktiv und emotional war (Gräuel, Zivilisation vs. Barbarei), um Unterstützung zu mobilisieren, und daher zu Nachkriegsmythen führte, lernte die WWII-Propaganda daraus und agierte subtil und psychologisch (Weiß/Schwarz) mit Fokus auf Feindzersetzung und Demilitarisierung. Dies spiegelt die Evolution von elitärer zu totaler Kriegsführung wider. (19)

Sefton Delmers Methoden der schwarzen Propaganda im Zweiten Weltkrieg haben die moderne psychologische Kriegsführung (PsyOps) nachhaltig geprägt, insbesondere durch den Einsatz von Desinformation, Tarnung und Tabubruch. (20)

Delmers Ansatz, Sender wie GS1 als "echte" Nazi-Quellen zu tarnen sowie vulgäre Sprache und Skandale (Sexorgien, Korruption) zu nutzen – revolutionierte die Zielgruppenansprache: Statt offener Kritik weckte er Egoismus und Misstrauen im Feind. Dieses "Insider-Pretending" findet sich heute in Social-Media-Trolls, Deepfakes und Echo-Chamber-Manipulation wider. (21)

Vergleichstabelle

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

Delmer warnte nach dem Krieg vor Publicity, um "Dolchstoß"-Mythen zu vermeiden – ein "schwarzer Bumerang". (22)

Kontinuität zur Re-Education in Deutschland

Die Kriegspropaganda mündete in die britische Re-Education-Politik (1945–1947), die Denazifizierung und Demokratisierung anstrebte, basierend auf Versailler Lektionen. Im Bildungsbereich kontrollierte die "Control Commission for Germany" (British Element) Universitäten wie Göttingen und Köln: NS-Professoren wurden entlassen, Gebäude restauriert und demokratische Ideen implantiert. (23) Das galt aber nicht flächendeckend. So erhielt das NS-Parteimitglied Professor Fritz Fischer nach seiner zweijährigen Arretierung noch 1947 seinen Hamburger Lehrstuhl zurück.

In Göttingen öffnete die erste britische Zonen-Uni 1945; und diente als Testfeld; Köln litt unter Bombenschäden, doch die Re-Education förderte Antimilitarismus via "Rhine Army College". Wells' Vision einer neuen Weltordnung und Delmers Psychologie beeinflussten diese langfristige Umerziehung, die Universitätsreputationen wiederherstellte und NS-Doktrinen eliminierte. (24)

Wells und Delmer verkörperten den Wandel von offener zu verdeckter Propaganda, die den Feind von innen schwächte. Ihre Methoden – intellektuell (Wells) und subversiv (Delmer) – prägten die Re-Education als Erweiterung psychischer Kriegsführung, um Demokratie zu verankern. Dies trug zu Deutschlands Nachkriegsstabilisierung bei, wenngleich Erfolge variierten. (25)

Wells' Propaganda im Ersten Weltkrieg und Delmers Methoden im Zweiten unterschieden sich grundlegend in Stil, Medium und Ethik, wobei beide die deutsche Moral schwächen sollten. (26)

Re-Education – Deutungshoheit über die deutsche Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die vier Siegermächte – USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich – die uneingeschränkte Kontrolle über das besiegte Deutschland. Auf der Potsdamer Konferenz 1945 einigten sich diese Mächte auf eine gemeinsame Politik gegenüber Deutschland, die Maßnahmen wie Demilitarisierung, Denazifizierung, Demokratisierung und Dezentralisierung umfasste. Deutschland wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt, in denen jede Siegermacht ihre eigene Verwaltung durchsetzte, was die politische und gesellschaftliche Entwicklung des Landes grundlegend prägte. (27)

Diese praktische Kontrolle der Siegermächte ermöglichte ihnen auch, den Diskurs über Deutschlands Vergangenheit und seine Rolle als imperialistische Macht maßgeblich zu bestimmen. (28) Die politische und moralische Verpflichtung, das „deutsche Problem“ zu lösen, also die potenzielle Rückkehr zu militaristischen und imperialistischen Ambitionen zu verhindern, war ein wichtiger Beweggrund für die Verankerung des imperialen Narrativs. Dabei wurden nicht nur die offensichtlichen Verbrechen des Nationalsozialismus thematisiert, sondern auch ältere imperialistische Traditionen Deutschlands hervorgehoben, um die Notwendigkeit der strengen Kontrolle und der Nachkriegspolitik zu betonen.

Die Teilung Deutschlands in Bundesrepublik und DDR verlieh diesem Narrativ zudem eine dauerhafte politische Dimension, da beide deutsche Staaten diesen Diskurs für ihre eigene Legitimation nutzten, was von den jeweiligen Besatzungsmächten unterstützt und gefördert wurde. (29)

Das Narrativ vom imperialen Deutschland bot den Siegermächten folgende Vorteile:

  • Legitimation der Besatzung: Es rechtfertigte die dauerhafte militärische Präsenz und politische Überwachung durch die Alliierten in Deutschland.
  • Begründung der Teilung: Die politische Spaltung Deutschlands wurde durch den gemeinsamen Konsens über die Gefahr eines imperialen Deutschlands abgesichert, was die rivalisierenden Blöcke im Kalten Krieg bestärkte. (30)
  • Formung öffentlicher Meinung: In den Besatzungszonen und später in beiden deutschen Staaten wurde eine Geschichtserzählung gefördert, die die Vergangenheit Deutschlands in einem imperialen und aggressiven Licht darstellte – als notwendige Grundlage der Friedenspolitik.
  • Instrumentalisierung im Kalten Krieg: Das Bild eines imperialen Deutschlands wurde auch als politisches Druckmittel im Ost-West-Konflikt verwendet, um das eigene Bündnissystem zu stabilisieren und Deutschland als strategischen Schauplatz zu definieren. (31)
  • Westorientierung und Integration: Die enge Bindung an die westlichen Bündnisse wie NATO und Europäische Gemeinschaft (später EU) sowie die politische Tradition der Weimarer Demokratie flossen in die Kultur des Westens ein. Sicherheitsbedürfnis und Antikommunismus waren prägende Faktoren. (32)

Die Besatzungszeit legte den Grundstein für zwei sehr unterschiedliche politische Kulturen in Ost- und Westdeutschland. Während im Westen eine demokratische, liberale und marktwirtschaftlich orientierte Gesellschaft entstand, entstand im Osten ein sozialistischer Einparteienstaat mit zentralistischer, staatssozialistischer Kultur. Beide Systeme prägten damit die politische Kultur der Deutschen nachhaltig und hinterließen Wirkungslinien, die bis in die Gegenwart spürbar sind. (33) 

Wells und die „geistige Neuausrichtung“ Deutschlands nach 1945 (34) 

Nach 1945 ging es den Alliierten bei der Re-Education um die geistige Umorientierung der deutschen Bevölkerung – weg von Nationalsozialismus und Militarismus, hin zu demokratischen, rationalen und kosmopolitischen Werten. In diesem Kontext spielte das populäre Geschichtswerk von H.G. Wells, insbesondere „The Outline of History“ (1920) und die gekürzte Fassung „A Short History of the World“ (1922), eine zentrale Rolle. (35)

In Millionenauflage als Teil alliierter Re-Education-Maßnahmen wurden die Geschichtswerke Wells von den Alliierten genutzt, um in Schulen und Bibliotheken eine neue pädagogische Grundlage zu schaffen, die mit der NS-Ideologie brach und universalistische, humanistische Werte ins Zentrum rückt, (36) und um insbesondere junge Menschen und Lehrkräfte mit einem neuen, globalen und an den Menschenrechten orientierten Geschichtsbild vertraut zu machen. (37) Ziel war die klare Ablehnung des Nationalismus und der unbedingte Wille zur „Weltbürgerschaft“. (38)

Für Wells war der Erste Weltkrieg gerechtfertigt, weil daraus eine bessere Welt, frei von Nationalismus und Militarismus, erwachsen sollte. Er verband den Krieg mit einer utopischer Hoffnung auf Frieden und Abrüstung – „the war that will end war“. (39)

Den Kriegseintritt der USA von 1917 begründete Wells damit, dass "der Unterseebootskrieg der Deutschen sie auf der Seite der antideutschen Verbündeten" hineingezogen habe, wo sie doch "eben erst begonnen (hatten), nach einer amerikanischen Lösung der Weltprobleme zu suchen". (40) Doch hatte die massive materielle und finanzielle Unterstützung der Entente durch amerikanische Banken ja erst zu dieser Situation geführt – wie so oft ist die internationale Krise durch die USA mit geschaffen worden. Niall Ferguson bringt diese Form von »Krisenbewältigung« auf den Punkt: "Die eigentliche Rolle Amerikas als Imperialmacht besteht darin, die dafür notwendigen Institutionen dort zu etablieren, wo sie fehlen, wenn nötig – wie 1945 in Deutschland und Japan – mit Militärgewalt." (41) 

Neue Blickwinkel auf den Ersten Weltkrieg 

Neuere Forschungen fordern eine differenzierte Betrachtung, die zwar die imperialistischen Elemente anerkennt, aber Deutschland nicht ausschließlich als aggressives „Monstrum“ darstellt, sondern auch innere Zwänge, Machtkonstellationen und internationale Zusammenhänge berücksichtigt. Diese Revisionen sind Teil einer modernen Erinnerungskultur, die versucht, die von den Siegern geprägten einfachen Narrative durch komplexere Darstellungen zu ergänzen.

Das Narrativ des imperialen Deutschlands prägt bis heute die kollektive Erinnerung Europas und Deutschlands selbst. Es diente als politische und moralische Legitimation für Sanktionen, Kontrollmaßnahmen und Sicherheitsstrategien gegenüber Deutschland. Zugleich beeinflusste es die deutsche Selbstwahrnehmung, trug zur Ausprägung einer selbstkritischen, pazifistischen Erinnerungskultur bei und stellte ein Instrument dar, um aggressive Nationalismen zu verhindern.

Gleichzeitig zeigt die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte, dass das Narrativ – wie alle historischen Deutungen – komplexer und pluriformer wird und im Zuge kritischer Historisierung eine differenziertere Sicht provoziert. Das Bewusstsein der Macht von Narrativen und Deutungen ist dabei ein wichtiger Schritt hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte und Gegenwart.

Aktuelle Relevanz von Delmers" Schwarzer Propaganda"

Delmers Vermeidung von "weißer Propaganda" (als unglaubwürdig enttarnt) inspiriert aktuelle Doktrinen wie NATO's Strategic Communications oder US Cyber Command, die kognitive Kriegsführung priorisieren. Sein Erfolg (40% Reichweite) zeigt: Subversive Narrative wirken nachhaltiger als Fakten, ein Prinzip in "Omniwar"-Konzepten. (42) 

Vergleich mit Moderne

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

Der Einfluss von Delmers Methoden auf moderne psychologische Kriegsführung

US PSYOPS nutzen Delmer-ähnliche Taktiken vor allem durch Tarnung als interne Quellen, gezielte Desinformation und Ausnutzung psychologischer Schwächen, um die Feindmoral zu untergraben, ohne Zuordnung oder Namensnennung (Attribution) zu riskieren. (46)

Delmers "schwarze Propaganda" (z. B. GS1 als "Nazi"-Sender mit Skandalen) inspirierte US-Doktrinen wie FM 3-05.301, die eine Moralsenkung via Echo-Chambers und Insider-Narrative priorisieren. US-Einheiten (4th/7th PSYOP Group unter SOCOM) setzen dies in Irak/Afghanistan und in hybriden Konflikten um. (47)

Krieg als Gemeinschaftswerk (Teil 2) | Von Wolfgang Effenberger

Im Ukraine-Konflikt setzen US PSYOPS russischsprachige Memes/Trolls ein, die die Putin-Elite diffamieren – Delmers Tabubruch digitalisiert. Operation "Texonto" testet KI-Desinformation zur Destabilisierung. Dies maximiert einen Einfluss, den man glaubhaft abstreiten kann ("plausibly deniable" Einfluss), wie Delmers "schwarzer Bumerang"-Vermeidung. (53)

Sefton Delmers Ideen der schwarzen Propaganda haben moderne US-PSYOP-Doktrinen indirekt, aber nachweislich geprägt, vor allem durch Prinzipien wie Tarnung, Ausnutzung psychologische Schwachstellen- und Desinformation. (54)

Delmers Kernstrategie, den Feind als "Insider"-Quelle zu imitieren, um Misstrauen und Egoismus zu schüren – spiegelt sich in US-Feldhandbüchern wie FM 3-05.301 (PSYOP Tactics) wider, das "Influence Operations" via Echo-Chambers sowie das Aufbrechen dominanter Geschichten, Wahrnehmungen (Narrative-Disruption) fordert. Die 4th Psychological Operations Group (Airborne) zitiert WWII-Lektionen explizit, um die Senkung der Moral ohne Attribution zu optimieren. (55)

Nach WWII integrierten US-Strategen (z. B. via Operation Paperclip-ähnliche Exchanges) britische PsyWar-Expertise; Delmers Memoiren Black Boo wurden in Fort Bragg-Studien zitiert. Moderne Anpassungen wie Operation Texonto (KI-Desinfo) oder Ukraine-Unterstützung (2014+) digitalisieren seinen Tabubruch-Ansatz. Dies unterstreicht Evolution von analogen zu kognitiven Omniwar-Doktrinen. (56)

US PSYOP, russische und chinesische Informationsoperationen teilen Ziele wie Moralschwächung und Narrativ-Kontrolle, unterscheiden sich jedoch in Struktur, Ethik und Technik: US-Ansätze sind dezentral und rechtlich begrenzt, Russland setzt auf Flut-Taktiken, China auf langfristige Asymmetrie.

Von Briten & USA genial, dass sie sich als Hort der Demokratie und Rechtstaatlichkeit präsentieren und dabei permanent das Völkerrecht und die UN-Charta mit Füßen treten.

Wird die Geschichte in die eigene Wiederholung getrieben? 

Spätestens seit dem vom Westen orchestrierten Putsch in der Ukraine 2013/14 ist Russland von ähnlichen Einkreisungsängsten geplagt wie Deutschland 1914. Für die Analogiebildung ist es unbedeutend, ob diese Einkreisungsvorstellungen angemessen sind oder nicht; entscheidend ist nur, dass die politische Führung unter ihrem Eindruck handelt. US-Präsident George W. Bush hat 2002 die "Präemptiv-Dokrin" geprägt. Da muss nun keine physische Gewalt drohen, es reicht eine "gefühlte" Bedrohung, um präventiv zuzuschlagen.

Ein Blick auf die seit 1991 veränderte Landkarte hilft vielleicht weiter. Wo bis 1991 Sowjetunion war, ist heute ein Glacis des Westens. Die "Erweiterungspolitik" der USA zeigte sich spätestens bei dem völkerrechtswidrigen Angriff (ohne UN-Mandat) auf Restjugoslawien. Der Unterschied zu 1914 liegt nur darin, dass die Akteure damals nicht wussten, was auf sie zukommen würde – heute ist es hinreichend bekannt! So ist nur zu hoffen, dass der Frieden heute nicht mehr so leichtfertig verspielt wird wie damals.

Eine Wiederholung der Geschichte bahnt sich im Ost- und Südchinesischen Meer an. China befindet sich in der undankbaren Rolle, die dem Deutschen Reich einst zum Verhängnis wurde: der internationale Emporkömmling, der nach Anerkennung strebte und sich von Feinden umgeben sah. Und die USA befinden sich in der Rolle der damaligen internationalen Führungsmacht Großbritannien: Die USA haben ebenfalls ihren Macht- und Einfluss-Zenit überschritten und werden sich voraussichtlich im Kampf gegen den neuen Gegner erschöpfen. Die unipolare Weltordnung hat sich überlebt – die Zukunft gehört einer multipolaren Friedensordnung.

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Anmerkungen und Quellen

Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020) sowie "Die unterschätzte Macht" (2022)

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1) https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article234577978/Sefton-Delmer-Mit-dem-Soldatensender-Calais-machte-er-geschickte-Werbung-gegen-Adolf-Hitler.html

2) https://www.heretical.com/miscella/rohm.html

3) Amos Elon 2003: Zu einer anderen Zeit. München/Wien 2003, S.309

4) Vgl Mosse/Paucker (Hrsg.): Deutsches Judentum in Krieg und Revolution 1916-1923, Tübingen 1971, S.30

5) Effenberger/Moskovitz: Deutsche und Juden vor 1939, Ingelheim 2013, S. 364

6) http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr241.htm

7) Ebda.

8) Ebda.

9) https://www.swr.de/swrkultur/wissen/radiopropaganda-fuers-ausland-geheimsender-im-zweiten-weltkrieg-102.htm

10) https://www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-1466

11) https://en.wikipedia.org/wiki/British_propaganda_during_World_War_II

12) https://www.spiegel.de/politik/der-chef-vom-chef-a-89744b6c-0002-0001-0000-000045124288

13) https://www.spiegel.de/politik/der-chef-vom-chef-a-89744b6c-0002-0001-0000-000045124288

14) https://clutch.open.ac.uk/schools/emerson00/soe_gs1_1.html

15) https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article234577978/Sefton-Delmer-Mit-dem-Soldatensender-Calais-machte-er-geschickte-Werbung-gegen-Adolf-Hitler.html

16) Vgl. Philip M. Taylor, Propaganda and the Second World War, London 1998, S. 82–95; sowie Sefton Delmer, Black Boomerang, London 1962

17) https://de.wikipedia.org/wiki/Propaganda_im_Ersten_Weltkrieg

18) https://en.wikipedia.org/wiki/Department_of_Propaganda_in_Enemy_Countries

19) https://www.spiegel.de/geschichte/britische-kriegspropaganda-a-946614.html

20) https://en.wikipedia.org/wiki/Sefton_Delmer

21) https://time.com/6957547/sefton-delmer-world-war-two-propaganda/

22) https://www.strikethetruth.com/2024/07/life-of-sefton-delmer.html

23) https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/1745499916664465

24) https://en.wikipedia.org/wiki/British_propaganda_during_World_War_I

25) https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1745499916664465

26) https://en.wikipedia.org/wiki/Sefton_Delmer

27) https://www.mdr.de/geschichte/ns-zeit/zweiter-weltkrieg/1945/nachkriegszeit-deutschland-mitteldeutschland-nach-dem-zweiten-weltkrieg100.html

28) https://www.liberationroute.com/de/stories/193/victorious-powers-in-berlin

29) https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/IzpB_358_Nachkriegsgeschichte_240402_Webversion.pdf

30) https://www.geo.de/wissen/doppelte-staatsgruendung-die-spaltung-deutschlands-die-keiner-wollte-30181018.html

31) https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/IzpB_358_Nachkriegsgeschichte_240402_Webversion.pdf

32) https://de.wikipedia.org/wiki/Besatzungszone

33) Bundeszentrale für politische Bildung: Die Bedeutung der Besatzungszeit 1945-1949

34) https://cdr.lib.unc.edu/downloads/xp68kg82b?locale=en

35) https://socialistplanningbeyondcapitalism.org/the-dark-side-of-h-g-wells-and-the-british-ministry-of-propaganda/

36) https://cdr.lib.unc.edu/downloads/xp68kg82b?locale=en

37) https://www.gutenberg.org/files/45368/45368-h/45368-h.htm

38) Wells, H.G .: Die Geschichte unserer Welt. Berlin/Wien/Leipzig 1948

39) https://encyclopedia.1914-1918-online.net/article/making-sense-of-the-war/

40) Effenberger 2020: Schwarzbuch EU & NATO. Hörh-Grenzhausen, S. 532

41) Ebda, S. 532

42) https://mariobekes.substack.com/p/mastering-black-propaganda-warfare

43) https://time.com/6957547/sefton-delmer-world-war-two-propaganda/

44) https://www.seftondelmer.co.uk

45) https://www.spiegel.de/ausland/propaganda-aus-russland-wie-laesst-sich-ein-informationskrieg-gewinnen-a-5cb97a86-68a5-444b-b66a-63735fe34b22

46) https://en.wikipedia.org/wiki/Psychological_operations_(United_States)

47) https://www.grin.com/document/110632

48) https://www.spiegel.de/politik/der-chef-vom-chef-a-89744b6c-0002-0001-0000-000045124288

49) https://www.grin.com/document/110632

50) https://weltgeschehen.info/psyop-und-okkultismus-in-der-us-armee/

51) https://time.com/6957547/sefton-delmer-world-war-two-propaganda/

52) https://dirkdietrich.substack.com/p/devolution-teil-22-irregulare-kriegsfuhrung

53) https://www.eset.com/de/blog/blog/psyop-psychologische-kriegsfuehrung-im-hybriden-krieg/

54) https://en.wikipedia.org/wiki/Sefton_Delmer

55) https://dirkdietrich.substack.com/p/devolution-teil-22-irregulare-kriegsfuhrung

56) https://www.eset.com/de/blog/blog/psyop-psychologische-kriegsfuehrung-im-hybriden-krieg/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Vintage-Mikrofon vor schwarzem Hintergrund
Bildquelle: Andrei_Diachenko / shutterstock

(Auszug von RSS-Feed)

Die großen Lügen (Teil 12) – Corona XI: Widerstand von Unternehmern | Von Uwe Froschauer

08. April 2026 um 10:44

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Die großen Lügen (Teil 12) – Corona XI: Widerstand von Unternehmern | Von Uwe Froschauer

Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer. 

Nicht nur Politiker mit noch vorhandenen Idealen und breite Schichten der Bevölkerung leisteten Widerstand gegen den weltweit fortschreitenden Totalitarismus in der Coronazeit. Auch Unternehmer hatten teilweise erkannt, was die Uhr geschlagen hatte, und erhoben ihre Stimme. Zahlreiche Unternehmer stellten sich öffentlich gegen einzelne Maßnahmen oder deren Ausgestaltung und verwiesen auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und teilweise auch grundrechtliche Folgen.

Akzent Möbel Unger

Auf der Website von Akzent Möbel Unger war folgendes zu lesen:

„Corona-Info: 

Nach gesetzlichem Zwang haben folgende Menschen vom 04.12. bis 27.12.2021 keinen Zutritt zu unserem Ladenlokal:

  • gesunde Menschen, wenn sie nicht geimpft sind
  • Lebensretter, wenn Sie nicht geimpft sind
  • Helden des Alltags - Flutopferhelfer, Ärzte, Krankenschwester usw., wenn sie nicht geimpft sind
  • aufrechte, ehrliche, hilfsbereite Menschen, wenn sie nicht geimpft sind
  • Prinzessinnen, Elfen, Feen.- wenn diese nicht geimpft sind

Nach UNSEREM HAUSRECHT haben folgende Personen keinen Zutritt zu unserem Ladenlokal bis diese mit der Spaltung der Gesellschaft aufhören:

  • Politiker und Mitglieder der regierenden Parteien CDU, SPD, FDP, die Grünen, es sei denn Sie können nachweisen, dass Sie gegen die Spaltung der Bevölkerung durch Corona-Auflagen vorgegangen sind und nicht einfach weggeschaut haben
  • Polizisten, die auf Demonstrationen gegen die Bevölkerung Zwang und Gewalt ausüben, anstatt die Bevölkerung zu schützen
  • Ärzte die Menschen nicht behandeln möchten, weil diese nicht an einer medizinischen Studie teilnehmen möchten
  • Hetzer, Spalter, Leute welche die Diskriminierung von gesunden Menschen wegen fehlender Impfbereitschaft fordern und fördern

Für alle anderen gilt – Wir freuen uns auf Ihren Besuch!"

Erweiterter Werbetext: (die Überschrift ist eine Anmerkung des Verfassers):

"Während der gesetzlich vorgeschriebenen Diskriminierungszeit vom 04.12. bis 27.12.2021 sollen gesunde Menschen vom öffentlichen Leben u.a. dem Einkaufen im Einzelhandel, weitgehend ausgeschlossen werden. Dies hat wohl mehr den Sinn ungeimpfte Menschen zu einer Impfung zu zwingen, als dass es hilft die 'Corona-Pandemie' einzudämmen. Wir halten das für einen Skandal. Geben Sie als (Un)geimpfter in unserem Online-Shop im Warenkorb den Rabatt-Code 'Ich bin gegen Diskriminierung gesunder Menschen' ein und Sie erhalten 10% Rabatt auf alle Artikel!

Kurze Stellungnahme von mir, Dominic Unger, zu diesem Thema:

Ich bin kein 'Corona-Leugner', natürlich leben wir in einer schwierigen Zeit mit einer neuen Krankheit, die für Risikogruppen sehr gefährlich sein kann. Jedoch wird uns über unsere Politiker und Medien ein Eindruck vermittelt, als stünde die Apokalypse kurz bevor, das sehe ich nicht so.

Ein Großteil der Bevölkerung ca. 70% sind mittlerweile geimpft. Unsere (Ex-) Kanzlerin Frau Merkel sprach im Jahr 2020 davon, dass wenn 60-70% der Bevölkerung geimpft seien, eine Art 'Herdenimmunität' vorliegen würde und man das Virus dann im Griff hätte. Heute heißt es 100% inklusive der Kinder ab 5 Jahren und bald wohl auch noch darunter.

Wir reden hier immer noch von notzugelassenen 'Impfstoffen' deren Langzeitfolgen nicht abzusehen sind. Mit über 2,5 Millionen bei der WHO gemeldeten unerwünschten Nebenwirkungen haben diese 'Impfstoffe' bisher mehr Nebenwirkungen hervorgerufen, als alle anderen Impfstoffe der Welt in den letzten 20 Jahren zusammen. Auch das Paul-Ehrlich Institut listet mittlerweile über 1800 Todesfälle, die im Zusammenhang mit der 'Impfung' stehen könnten, auf. Das sind ebenfalls mehr Todesfall-Verdachtsfälle, als bei allen anderen Impfungen der Welt in den letzten Jahrzehnten zusammen. Jeder Tierversuch wäre längst abgebrochen worden!

Es gibt einfach sehr viele offene Fragen:

  • Wieso werden die Impfstoffhersteller aus jeglicher Haftung zu ihren Produkten befreit?
  • Wieso werden die Lieferverträge zu diesen Impfstoffen nicht veröffentlicht und selbst danach fragenden Politikern nur weitgehend geschwärzt vorgelegt?
  • Wieso wird jeder der sich etwas kritisch äußert umgehend in die Nazi- oder Querdenkerecke gedrückt?
  • Wieso gibt es in keinem Land der Welt eine deutliche Übersterblichkeit, während dieser Pandemie?
  • Wieso sterben in den Bevölkerungsgruppen mit den höchsten Impfquoten, anteilig die meisten Menschen 'an' Corona, obwohl in diesen Bevölkerungsgruppen über 60 Jahren eine Impfquote von nahezu 90% vorliegt?
  • Wieso werden in dieser Pandemie in Deutschland über 20 Krankenhäuser geschlossen und über 6000 Intensivbetten abgebaut und dann die Intensivbettenbelegung als Grund für Einschränkungen hervorgehoben?
  • Wieso werden kritische Berichte zu den Impfstoffen auf Medienportalen wie YouTube zu Tausenden gelöscht?
  • Wieso werden die Aussagen zur Wirksamkeit der Impfstoffe ständig überarbeitet? Zitate des Paul-Ehrlich-Instituts:
    '15.08.2021 Covid-19-Impfstoffe schützen vor Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Virus.'
    '07.09.2021 Covid-19-Impfstoffe schützen vor einem schweren Verlauf einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus.'
    '27.09.2021 Covid-19-Impstoffe sind indiziert zur aktiven Immunisierung zur Vorbeugung der durch das SARS- CoV-2 Virus verursachten Covid-19-Erkrankung.'
  • Wieso liegt der Anteil von Impfdurchbrüchen bei symptomatischen Covid-19-Erkrankungen bei fast 50%? Bei über 60-jährigen gar über 70%! (lt. RKI-Wochenbericht für die Wochen KW 44-47 – siehe Grafik unten)
  • Wieso haben wir nun trotz Impfungen höhere Inzidenzzahlen als vor einem Jahr als so gut wie niemand geimpft war?!
  • Wieso haben wir nun trotz Impfungen höhere Todeszahlen als vor einem Jahr als so gut wie niemand geimpft war?! 

Deswegen kann ich jeden Menschen verstehen, der zögert sich einen dieser Impfstoffe spritzen zu lassen. Die persönliche Gesundheit ist kein solidarisches Allgemeingut!

Jetzt wird ein Schuldiger gesucht und der hat sich mit den 'Ungeimpften' auch nun gefunden. Diese sind nun schuld, dass die Geschützen nicht geschützt sind und sich immer weiter schützen müssen. Wenn sich aber nach und nach immer mehr herausstellt, dass der 'Schutz' aber nun mal nicht so schützt, wie man versprochen hat, so erleben wir zurzeit. keine 'Pandemie der Ungeimpften', sondern die 'Pandemie des nicht schützenden Impfstoffes'.

Zu guter Letzt:

  • Warum fallen eigentlich all unsere Politiker (mal wieder) nach der Wahl um?
    'Ich gebe Ihnen mein Wort...' 

(Hier wird in einem Video ein Zusammenschnitt gezeigt, in dem sich Spahn, Merkel, Scholz, Söder, Wissler, Lindner, und Weidel eindeutig gegen eine Impfpflicht stellen. Die einzige der genannten Personen, die das auch so gemeint haben, und dazu stehen dürfte, ist wahrscheinlich Frau Weidel)"

(Quelle: https://www.akzentmoebel-unger.de/ gefunden am 15.12.2021)

Ja, soviel zu diesem tollen Möbelhaus. Bitte macht eine Filiale in München auf, ich kaufe nur noch bei Euch!

Nun zu einem weiteren mutigen Unternehmer, der sich von dem Unrechtsstaat in der Coronazeit nicht einschüchtern ließ. 

Apotheke Hirsch 

Eine mehr als bemerkenswerte Lörracher Apotheke hängte in ihre Schaufenster im Spätsommer 2021 unter anderem eine Liste mit Impfnebenwirkungen aus, welche die Leute vom Impfen abhalten sollte, und hatte Aufsteller mit einem Plakat des Corona-Ausschusses mit folgenden Inhalten neben der Eingangstüre stehen:

"Genug ist Genug!

  • Nein zur Masken-, Test- und Lockdown-Diktatur!
  • Nein zum indirekten Impfzwang (Impferpressung)!
  • Nein zum Verschweigen der gravierenden Impfschäden!
  • Nein zum Verschweigen der vielen Impftoten!
  • Nein zur Diskriminierung der aufklärenden Ärzte!
  • Nein zur Diskriminierung der kritischen Medien und Bürger!
  • Nein zur Spaltung der Bevölkerung!
  • Nein zur Vernichtung der Klein- und Mittleren-Unternehmen!
  • Nein zur Machtübergabe an Pharma-, IT- und Finanz-Oligarchen!
  • Nein zur Abschaffung unserer Grundrechte!
  • Nein zur Angstmache von RKI, Medien, Parteien und Regierung!
  • Nein zur Masken- und Impf-Vergewaltigung unserer Kinder!!!

Ab heute und auch zum 26. September ein klares – Nein – zu den fatalen CORONA-Parteien."

(Hier die Quelle zu dem Artikel über diesen mutigen Apotheker: Report24.news)

Weltklasse, oder? Wenn die eine oder andere Person sich aufgrund dieser Aktion nicht impfen ließ, hat der Inhaber der Apotheke größeren Schaden von diesen Menschen abgehalten, und womöglich sogar Menschenleben gerettet. Der Apotheker ist ein prominenter Corona-Kritiker in Baden-Württemberg. Er kämpfte seit Beginn der Pandemie gegen die unverhältnismäßigen und ungerechten Corona-Maßnahmen. Die Schaufenster seiner Apotheke nutzt er zur Aufklärung über Nebenwirkungen und Gefahren der umstrittenen Covid-Impfung. Aufklärung statt Verblödung! Gut der Mann! Klar, dass solche ehrenhaften Menschen von unehrenhaften Menschen im Internet beschimpft werden, und von den wirklichen Verschwörern gegen die Menschheit Druck bekommen. Schämt euch, ihr Werkzeuge des Bösen!

Edeka-Markt Zellmer

Der Inhaber des Edeka-Marktes Zellmer richtet sich am 24. September 2021 in einem internen Schreiben an seine Mitarbeiter und äußert darin deutliche Kritik an den Corona-Maßnahmen sowie am gesellschaftlichen Umgang mit Ungeimpften.

In dem Brief betont er die Bedeutung von Eigenverantwortung und persönlicher Entscheidungsfreiheit und spricht sich gegen eine aus seiner Sicht zunehmende Spaltung der Gesellschaft aus. Gleichzeitig signalisiert er seinen Mitarbeitern Verständnis für individuelle Entscheidungen im Zusammenhang mit Impfungen und stellt sich demonstrativ hinter deren persönliche Wahlfreiheit.

Das Schreiben steht exemplarisch für Stimmen aus dem Einzelhandel, in denen sich Unternehmer während der Corona-Zeit öffentlich oder intern gegen staatliche Vorgaben und gesellschaftlichen Druck positionierten.

Hut ab vor diesem Filialleiter und Menschen!

Unternehmer kritisieren die Unverhältnismäßigkeit der Corona-Politik 

Die oben genannten Fälle sind dabei nur ein Ausschnitt. In vielen Bereichen der Wirtschaft wuchs der Widerstand – insbesondere dort, wo Unternehmer die Maßnahmen als unverhältnismäßig, widersprüchlich und zunehmend existenzbedrohend empfanden. Vor allem Persönlichkeiten mit öffentlicher Reichweite machten diesen Widerspruch sichtbar und brachten ihn auch über die Grenzen Deutschlands hinaus zur Sprache.

So kritisierte etwa Wolfgang Grupp, langjähriger Inhaber des Textilunternehmens Trigema, wiederholt die Lockdown-Politik. Er sprach sich gegen pauschale Betriebsschließungen aus und warnte früh vor den langfristigen Schäden für den Mittelstand. Grupp betonte, dass Unternehmen unter strengen Auflagen sehr wohl verantwortungsvoll weiterarbeiten könnten, und stellte die Verhältnismäßigkeit flächendeckender Stilllegungen infrage. Besonders kritisch sah er die aus seiner Sicht fehlende Differenzierung zwischen großen Konzernen und kleineren Betrieben, die durch die Maßnahmen existenziell bedroht wurden. 

Carsten Maschmeyer, ein deutscher Unternehmer und Investor, der sein Vermögen im Finanzdienstleister AWD Holding aufgebaut hat und heute über seine Beteiligungsgesellschaft Maschmeyer Group in zahlreiche Start-ups investiert, äußerte sich wiederholt kritisch zur Corona-Politik. Er verwies insbesondere auf die erheblichen wirtschaftlichen Kollateralschäden, die viele Selbstständige und kleinere Unternehmen trafen, und kritisierte die mangelnde Planbarkeit durch sich ständig ändernde Vorgaben.

Maschmeyer forderte eine ausgewogenere Abwägung zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlicher Stabilität und warnte davor, dass einseitige Maßnahmen langfristig mehr Schaden anrichten könnten als Nutzen bringen.

Dirk Roßmann, Gründer der Drogeriemarktkette Rossmann, äußerte sich während der Corona-Zeit kritisch zu einzelnen Maßnahmen und deren Auswirkungen. Er warnte vor gesellschaftlicher Spaltung und stellte infrage, ob die politischen Entscheidungen stets verhältnismäßig und ausreichend differenziert getroffen wurden. Roßmann betonte die Bedeutung von Eigenverantwortung und sprach sich gegen eine zunehmende Polarisierung innerhalb der Gesellschaft aus. 

Wolfgang Kubicki – zwar primär Politiker (FDP), aber zugleich Jurist und unternehmerisch tätig – positionierte sich wiederholt kritisch gegenüber den Corona-Maßnahmen. Er hinterfragte insbesondere die Eingriffe in Grundrechte und warnte vor einer schleichenden Aushöhlung rechtsstaatlicher Prinzipien. Kubicki forderte eine konsequente Rückkehr zu einer Politik, die Freiheit und Verhältnismäßigkeit stärker in den Mittelpunkt stellt. 

Auch Winfried Stöcker, Arzt und Unternehmer sowie Gründer des Diagnostikunternehmens Euroimmun, stellte sich während der Corona-Zeit offen gegen den politischen Kurs. Er entwickelte einen eigenen Impfstoff und kritisierte die staatliche Regulierung sowie die aus seiner Sicht einseitige Ausrichtung der Impfstrategie.

Stöcker bemängelte insbesondere bürokratische Hürden und sprach sich für einen freieren, wissenschaftlich offeneren Umgang mit alternativen Ansätzen aus. Sein Vorgehen und seine öffentlichen Äußerungen machten deutlich, dass auch aus unternehmerischer und medizinischer Perspektive erheblicher Widerspruch gegen die offizielle Linie bestand.

Im internationalen Kontext sorgte vor allem Elon Musk für Aufmerksamkeit. Der Unternehmer kritisierte die Lockdown-Politik der US-Behörden scharf und bezeichnete weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens als unverhältnismäßig. Besonders deutlich wurde dies, als er sich gegen die Stilllegung seines Tesla-Werks in Kalifornien stellte und die Produktion – entgegen behördlicher Vorgaben – wieder aufnahm. Musk argumentierte, dass wirtschaftliche Tätigkeit unter entsprechenden Schutzmaßnahmen möglich sei und warnte vor den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen eines dauerhaften Ausnahmezustands.

Fazit

Diese Beispiele zeigen: Der Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen beschränkte sich nicht auf einzelne gesellschaftliche Gruppen. Auch Unternehmer – sowohl im Mittelstand als auch international – stellten zentrale Entscheidungen infrage und machten auf die weitreichenden Konsequenzen aufmerksam, die über den gesundheitspolitischen Kontext hinausgingen.

Danke an dieser Stelle an alle Dienstleister, Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants, Cafés und sonstige Betriebe, sowie Nachbarn und andere hilfsbereite Menschen, die sich wenig um die teils illegalen Auflagen der Entscheider kümmerten, die Menschen in – von eliteinstruierten Politikern verursachten – Notsituationen halfen, und keine Unterschiede zwischen Menschen vornahmen. Danke auch an alle helfenden Ärzte, Rechtsanwälte, Richter und sonstige Helfer, die trotz erlebter Repressalien und Verfolgung dennoch den Menschen in Not halfen. Moderne Helden! Das ist Menschlichkeit, und nicht Spaltung, wie Sie die meisten Politiker der Altparteien betrieben haben, und die deswegen vor Gericht gestellt und verurteilt gehören.

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Anmerkungen und Quellen

Noch ein privates Anliegen, werte Leserinnen, werte Leser!

Ende September 2024 erschien mein Buch „Gefährliche Nullen – Kriegstreiber und Elitenvertreter“. Ende März und Anfang April 2025 wurden die beiden Bücher „Die Friedensuntüchtigen“ und „Im Taumel des Niedergangs“ veröffentlicht.

Zwei weitere Bücher „Die großen Lügen“ (Themen: Corona, Ukraine, Klima, Sicherheit) und „Persönliche Entwicklung“ sollen demnächst veröffentlicht werden. Es werden Sammelbände bestehender Artikel mit entsprechender Abstimmung aufeinander und nochmaliger Überarbeitung. Wenn Sie einen etwas größeren Verlag wissen, der eines der beiden Bücher oder auch beide veröffentlichen könnte bzw. würde, wäre ich Ihnen für diese Information sehr dankbar.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Emblem der Drogeriekette "Rossmann"
Bildquelle: Karolis Kavolelis / shutterstock

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Inkonsequente Geheimdienstkritik

20. März 2026 um 15:05

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Der Film „Gelbe Briefe“ ist nicht nur eine Geschichte staatlicher Repression.  Er ist auch eine Kritik am widersprüchlichen Verhalten vieler Linksliberaler. Rechte sind für den starken Staat, aber auch manche Linke und Linksliberale haben sich eigentlich schon längst mit dem Verfassungsschutz zumindest arrangiert, der zum Garanten der Demokratie wurde.

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