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Heute — 03. Februar 2026

Das EnBW-Debakel als Spiegelbild der scheiternden Energiewende

03. Februar 2026 um 07:00

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Millardenverlust und Offshore-Ausstieg. Wie in Baden-Württemberg Landkreise, Sparkassen und sogar die evangelische Landeskirche für ein politisches Energieabenteuer bluten müssen – und welche Rolle der grüne Finanzminister Danyal Bayaz dabei spielt.

von Holger Douglas

Die Nachricht schlug im baden-württembergischen Energiekonzern EnBW und im politischen Stuttgart ein wie eine Bombe: Der Energieversorger aus Karlsruhe musste rund 1,2 Milliarden Euro abschreiben, nachdem er sich aus zwei geplanten Offshore-Windpark-Megaprojekten vor der Küste Großbritanniens zurückgezogen hatte. Die Projekte „Mona“ und „Morgan“, gemeinsam mit BP geplant, galten als Prestigevorhaben und sollten den Beweis dafür liefern, dass die Energiewende auch ohne Kernkraft und Kohle funktionieren könne.

Doch dann blieb die staatliche Förderung aus. Nach mehreren Auktionen ohne Zuschlag zog EnBW die Reißleine. In der nüchternen Konzernmitteilung heißt es, steigende Kosten in der Lieferkette, gesunkene Großhandelspreise, höhere Zinsen und Projektumsetzungsrisiken hätten die Wirtschaftlichkeit zerstört. Im Klartext: ohne Subventionen keine Windräder. Offshore-Wind rechnet sich nicht – jedenfalls nicht ohne Steuergeld.

Die 1,2 Milliarden sind nun weg. Genau das macht den Vorgang hoch brisant. Denn EnBW hatte sich zuvor unter dem wohlklingenden Label „Netzausbau“ frisches Geld besorgt, nicht bei privaten Investoren, sondern bei Landkreisen, Kreissparkassen und sogar bei der evangelischen Landeskirche. Sie alle sind über das sogenannte Südwest-Konsortium mit 24,95 Prozent an TransnetBW beteiligt, dem Übertragungsnetzbetreiber der EnBW. Und sie tragen nun das Risiko mit.

Erstaunlich ruhig und gelassen fiel die politische Reaktion aus. Motto: Nun sind sie halt weg, die 1,2 Milliarden. Ein Sprecher des grünen Finanzministers Danyal Bayaz lobte den Rückzug als „verantwortungsvolle Entscheidung zur Begrenzung weiterer Risiken“. Das verwundert. Bayaz sitzt selbst im Aufsichtsrat der EnBW. Und mehr noch: Ohne seine Strategie wäre dieses Risiko nie so breit gestreut worden.

Denn der frühere Unternehmensberater Bayaz nutzte einen juristischen Hebel, den kaum jemand auf dem Schirm hatte. Seit 2001 sind Anstaltslast und Gewährträgerhaftung für Sparkassen offiziell abgeschafft, nachdem die EU sie als Wettbewerbsverzerrung untersagt hatte. Doch es gibt eine Ausnahme: Geschäfte der öffentlichen Daseinsvorsorge. Energieversorgung fällt darunter – und inzwischen auch der Klimaschutz. Das gilt heute als gängige Rechtsauffassung.

Genau hier setzte Bayaz an. Private Investoren wollten das Risiko des Netzausbaus nicht tragen. Also wurden öffentliche Institute mobilisiert: Sparkassen, Versicherungen, kirchliche Einrichtungen. Alles Akteure mit politischem Auftrag, langfristigem Anlagehorizont und mit staatlicher Rückendeckung inklusive. Formal haftet niemand unbegrenzt. Materiell aber wird das Risiko kollektiviert.

Über 30 Kreissparkassen sind am Südwest-Konsortium beteiligt. Jede von ihnen steht in enger Verbindung zu ihren Trägerkommunen. Damit wurde die Haftung horizontal ausgeweitet: Nicht mehr nur die an der EnBW beteiligten Landkreise, sondern zahllose Kommunen im ganzen Land hängen nun mit drin. Viele dürften gar nicht wissen, wie tief.

Noch im Mai 2023 feierte man das Geschäft. Der Präsident des Sparkassenverbands sprach von „historischer Bedeutung“. Die Sparkasse Zollernalb erklärte stolz, man leiste einen „wertvollen Beitrag zur Energiewende“. Heute zeigt sich: Das war kein Beitrag, sondern ein Risikotransfer.

Im Landtag wächst nun der Unmut. Die FDP verlangt Aufklärung, ob der Milliardenverlust absehbar war, als EnBW frisches Kapital einwarb. Die AfD kündigt einen Untersuchungsausschuss an. Von „politisch gedecktem Zockertum“ ist die Rede.

Das alles fällt nun auch der CDU auf die Füße. Sie ist über kommunale Beteiligungen tief in die EnBW-Struktur eingebunden, hat die politisierte Unternehmensführung mitgetragen und kritische Fragen vermieden. Manuel Hagel, Spitzenkandidat und neuer Hoffnungsträger der CDU im Südwesten, war zuvor Sparkassen-Filialleiter in Ehingen bei Ulm; höchst unwahrscheinlich, dass er von den windigen Geldflüssen oberschwäbischer Sparkassen und Banken nichts wusste. Jetzt ruft er dazu auf: „Wir werden mehr arbeiten müssen. Wir werden länger arbeiten müssen!“ Klar, 1,2 Milliarden sind noch eine Menge Geld, dafür muss schon mehr gearbeitet werden.

Die Grünen wiederum haben die Energiewende nie als technischen Umbau verstanden, sondern als moralisches Projekt. Gesicherte Leistung galt als politisches Übel. Die FDP schließlich lieferte das ökonomische Feigenblatt.

Der EnBW-Milliardenverlust ist damit kein Betriebsunfall. Er ist der erste Belastungstest eines Systems, das Risiken verschleiert, Verantwortung streut und Verluste sozialisiert. Noch liegt der Schaden bilanziell bei der EnBW. Doch die Logik dahinter ist längst weitergezogen – bis in die kommunalen Haushalte und kirchlichen Vermögensverwaltungen hinein.

Kein Wunder also, dass mittlerweile Panik bei den Aktionären herrscht. Denn das Abenteuer Energiewende zeigt jetzt sein wahres Gesicht: teuer, riskant – und am Ende zahlen andere. Sozialismus eben.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

Der Beitrag Das EnBW-Debakel als Spiegelbild der scheiternden Energiewende erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.

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Windkraft-Fiasko: Milliardenabschreibung! EnBW steigt aus Offshore-Projekten aus

20. Januar 2026 um 08:00

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Weil die britische Regierung keine Mindestabnahmepreise garantieren will, steigt EnBW aus zwei Offshore-Projekten aus. Der Konzern musste nun 1,2 Milliarden Euro abschreiben, die bereits investiert wurden.

Ohne fixe Mindestabnahmepreise für den Flatterstrom aus Windkraftwerken lohnt sich ein Investment dort nicht. Dies zeigt der Ausstieg von EnBW aus den britischen Offshore-Windparkprojekten Mona und Morgan in der Irischen See. Das Unternehmen hat bereits enorme Summen in die Projektierung gesteckt, zieht sich nun jedoch davon zurück. 1,2 Milliarden Euro wurden deshalb im Jahresabschluss 2025 abgeschrieben.

Weil man keine staatliche Förderung über Differenzverträge von der britischen Regierung erhielt, stieg EnBW – welches mit dem Partner Jera Nex BP an der Auktion teilnahm – aus den Projekten aus. Aus Unternehmenssicht gibt es so nämlich keine kalkulierbare Erlösbasis und damit rentiert sich der Betrieb der Anlagen nicht mehr.

Die hohen Projektierungskosten, welche der Energiekonzern nun abgeschrieben hat, resultieren aus Investitionen in Flächensicherung, Umweltgutachten, Netzanschlusskonzepte und die allgemeine Projektentwicklung. Das Kapital ist damit verloren, weil all dies jetzt nutzlos ist. Ohne diese staatlichen Subventionen (welche sich unter anderem RWE sichern konnte) lohnt sich das Windkraft-Geschäft nämlich kaum. Denn bei Überproduktion fällt der Marktpreis schon mal in den negativen Bereich und bei Dunkelflaute und hohen Marktpreisen produziert man keinen Strom.

Die Abschreibungen belasten das Konzernergebnis, wodurch auch die Kunden in Deutschland über kurz oder lang die Auswirkungen zu spüren bekommen werden. EnBW verfügt wegen dieses Verlusts über weniger Kapital für Investitionen, was auch den Druck auf Preise, Netzentgelte und langfristige Kalkulationen erhöht.

Dieses Beispiel verdeutlicht wieder einmal, dass solche Windkraftprojekte am Ende immer zulasten der Stromkonsumenten bzw. der Steuerzahler gehen. Während die Energiekonzerne sich mit (vom Steuerzahler subventionierten) Mindestabnahmepreisen eine Mindestrendite sichern, kassieren sie bei höheren Marktpreisen von den Stromkonsumenten zusätzlich ab. Und in diesem speziellen Fall werden die EnBW-Kunden über Umwege den Milliardenverlust auch wieder ausgleichen müssen.

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